9Q3 Ur. 18Z Erster Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: (ßie&ener^amilienbläiler Heimat im DUd. Monalr-Vezttgrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: schriftleitung 112, Der- lagundGeschaftsstellcbl. Anschrift für Drahtnach- richten. Lnzeigerriehen. Postscheckkonto: $ranffurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, 12. August (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Stcinörudcrct R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schulsttatze Z. Annahme von Anzeigen fürdie Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerdmdlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeigen p.70mm -Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°, Aufschlag. — Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. WUH. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Berliner Berfassungsfeiern. Berlin, 11. Aua. (XU.) In den frühen Mor- genftunben des Berfasiungstages ging über Berlin fine Reihe schwerer Gewitter nieder, die be- anders in den nördlichen Vororten zu zahlreichen Betriebs st örungen führten. Der Blitz zündete an verschiedenen Stellen, doch verminderte der moltenbrud)iirtig niedergehende Regen eine gesöhr- lichere Ausdehnung. Die Feuerwehr wurde wegen Ueberschwemmungen mehrmals alarmiert. Kurz nach 10 Uhr heiterte sich der Himmel auf und die wenigen Unentwegten, die schon in den frühen Morgenstunden vor dem Reichstagsgebäude Posten gefaßt hat- len, wagten sich langsam aus ihrem schützenden Unterschlupf hervor. Um 411 Uhr rückten starke Ko- lonnen Schutzpolizei zu Fuß, zu Pferde und auf Lastautos vor den Reichstag. Der Zustrom des Publikums verstärkte sich rasch. Schon Hegen 11 Uhr war der Königsplatz von einer dichten Menschenmenge belagert. Die Stabt zeigt Flaggen- schmuck. Dao abwechslungsreichste Bilb bietet bie Strafte Unter den Linden und bie Wilhelmstrafte, wo neben den Reichsfarben fast von jedem Gebäude die preuftifche Fahne weht und in unmittelbarer Nachbarschaft bie Fahnen der Ländervertretungen im Winde flattern. Auch die diplomatischen Vertretungen des Auslandes haben ihre Landesfarben ge- luftt. Auf dem Präsidentenpalais weht bie Stanbarbe bes Reichspräsibenten. Um 11'/« Uhr begibt sich der Reichspräsident In Begleitung des Reichskanzlers. des Staatssekretär Dr. Meißner und seines Lohnes bom Reichspräsiden p-npalais in der v, Wilhelmstrafte ZU der rückwärtigen Auffahrt des Reichstages Am Brandenburger Tor hört man aus der Menge hin und wieder fom- iiunistische Zwischenrufe. An der rückwärtigen Auffahrt des Reichstages wird der Reichspräsident vom Präsidium des Reichstages unter I Führung deS Reichstagpräsidenten L o e b e empfangen. Aus dem Königsplatz hat sich eine riesige Menschenmenge angcfammelt. Große Aufgebote von Schutzpolizei grenzen den Königsplatz ab. Polizeivizepräsident Dr Friedensburg feitet die Aufstellung. Um 12.05 Uhr rückt mit lingendem Spiel die Ehrenkompanie des Dachtregiments Berlin an. An der Verschiedenheit der Abzeichen am Stahlhelm erkennt man. daft auch diesmal Männer aller deutschen Stämme in der Ehrenkompanie ver- treten sind Die Truppe zieht im Parademarsch an dem Stadtkommandanten von Berlin vorbei. Wenige Minuten später beginnt Mili - ' : ärkonzert. 3m Plenarsitzungssaal des Reichstages hat inzwischen der offizielle Festakt begonnen. Der Festakt im Reichstag. Der Reichstogssitzungssaal ist festlich gc- chmückt. Die Tribünen und die dahinter liegenden Wände, sowie die Emporen prangen in rischem Grün. Uebcr dem Präsidentenstuhl hängt bie schwarz-rot-goldene Flagge. Don den Tribünen hängen farbenfreudig die Wappen der Länder und groften Städte. Der Saal ist stark gefüllt. Abgeordnete aller Parteien, mit Ausnahme der Völkischen und der Kommu- mften, haben sich eingefunden. Kurz vor 12 Uhr treten der Reichskanzler, der Festredner, ber preuftifche Innenminister Severing. die Minister Dr Strefemann, Brauns.Fren- ■ en, Graf Kaniy und die Ländervertreter ein. Punkt 12 Uhr erscheint Reichspräsi- i>e n t von Hindenburg, gefolgt von den Drei Reichstagspräsiden ten. Zu seiner Linken 'etzreitet der Innenminister Schiele. Während Id» die Versammelten erheben, nimmt der Reichspräsident in der früheren Hof löge Platz. In der Diplomatenloge bemerkt man aufter dem Vizepräsidenten des Reichstages Dr. Bell, Staatefelretär Meift ne r. den sohn des Reichspräsidenten und seine militärischen Abgesandten. Auch Gerhart Hauptmann und der Rektor >r 'Berliner Universität Geh. Rat Holl sind intocfcnö. Qlun setzt das philharmonische Orchester ein>Iulius P r ü w e r dirigiert den ersten Lay der ersten Symphonie von Johannes Brahms. Nachdem die letzten Klänge vorhallt mb, betritt der Bonner Honorarprofessor Dr. Hermann Platz die Rednertribüne. Die Festrede des Prof. Dr. Hermann Platz. Ein fesllichcr lag ist wie ein warmes Leuchten, d:s den grauen Alltag erhellt. Das schwere tritt für i nen Augenblick zurück, das Dunkle schwindet. Die I.inrisie der geistigen Welt, in der unsere Arbeit nein seelenvoll wirkt, werden wieder deutlich und . be Kräfte richten sich neu nach dem klar erschau- 1 t 3irftreuung leben möchten, den grauen Mantel des Gestern ablegen und teilnehmen am leben- digen Volk. Darum sollten die Pulsschläge deutscher Gläubigkeit und deutschen Vertrauens alle durchgluhen, damit Volk werde und Staat erblühe. Die Zeit schreit nach Menschen, die dem Geiste bienen. Die Schwierigkeiten, die einer starken Einstellung auf den Menschen im Wege stehen, gründen teils in unserer an furchtbaren Rückschlägen und Verdunkelungen so überaus reichen Geschichte, teils in unserer so überraschend entwickelten Groß- stadtzivilisation. Die Zurückhaltung, die aus anderen geschichtlich nicht unverständlichen Einstellungen hervorgeht, berechtigt niemand zu dem aUgc- meinen Vorwurf, haft es uns mit dieser neuen Ordnung nicht ernst sei, daß unsere Besten nicht aus religiös ergriffenem Geist sich einsetzen wollen, damit Glück und Frieden werde. Das freilich ist nicht unwesentlich, daß wir an eine Verwirk lidjung glauben. Noch horcht die Welt auf, wenn der Name Weimar erklingt, noch zweifelt sie vielfach, wenn sie „Weimarer Verfassung" hört. Das Bild des vaterländischen Rheins, der Deutschlands Strom, nicht Grenze ift, soll wie Deutschlands Jugend uns allen vor der Seele stehen anb uns helfen, das in der Verfassung Riedergelegte gläubig zu fassen und in organisches Leben umzusehen. Soviel die Verfassung selbst nach rückwärts zer- rissen haben mag, sie hat doch auch organisch gedacht, die Kontinuität des Staatsgebil- des gewahrt. Sie hat in wesentlichen Punkten durch Anerkennen und Feststellen der geschichtlichen Entwicklung dafür gesorgt, daß die Lime nicht ganz verworfen wird. Gewiß ift alles nur Anfang, aber die Hoffnung, daß wir wieder neu ins Helle lammen, fo ober so, hat boch sie bieser Verfassung zur Seite geftanben. Das deutsche Volk hatte sich in historischer Stunbe, wo es um Sein ober Nichtsein des Reiches handelte, zur republikanischen Staatsform gesunden, kraft des Selbftbeftimmungs- rechts der Völker, und zwar in allen feinen Ländern. Mag uns auch noch manches vorenthalten fein, was klare Forderung der Selbstbestimmung ist und was wir nie aufgeben werden zu fordern. Die staatliche Einheit des deutschen Volkes ist nie in Frage gestellt worden. An das Gegebene knüpft die Verfassung an. Sie sucht den Bürger als den Träger politischer Energie aus der Passivität zu erlösen. Möge der Wille, dem Ganzen zu dienen, im Rahmen unserer Derfasiung geweckt und allseitig verwirklicht werden und einen freien machtvollen Morgen im Sinne des Friedens und des Rechts schaffen. Wenn wir dann der Welt nicht vorenthalten, was sie von uns erwarten darf, dann dürfen wir fordern, daß uns die Welt gibt, was uns unverkennbares Recht ift. Die Ansprache des Reichskanzlers. Das Philharmonische Orchester intoniert den vierten Satz der ersten Symphonie von Brahms. Reichskanzler Dr. Luther erhebt sich von seinem Platz und hält folgende Ansprache: Herr Reich soräsident! Meine Damen und Herren! All unser Arbeiten gilt und muß gel- tim dem deutschen Volk, dem Vaterland! In der jetzt zu Ende gehenden Reichstagstagung, die Gesetzgebungswerke von höchster Bedeutung gesoffen hüt, haben Reichstag und parlamentarische Opposition ihr größtes Können und ernsteste lieber- zeugung dem Wohle des deutschen Volkes gewidmet. Um des deutschen Volkes willen, das in vielleicht naher Zukunft noch sehr große Aufgaben, zumal in der Außenpolitik zu lösen und viele wirtschaftliche und soziale Nöte zu beseitigen haben mag, muß auch in Zukunft jeder einzelne seine besten Kräfte dem Vaterland zur Verfügung stellen. Lebendig bleiben muß in uns der Geist des Z u f a m* m e i. h a 11 e n s und der Einigkeit, für dessen Unerschütterlichkeit auch nach den stärksten Erschütterungen des Weltkrieges uns die Reichsverfassung vom 11. August 1919 stärkste Psadweiserin ift. Wir begehen heute festlich den Tag dieser Derfassungg, die die tragen be Grunblage für bas jetzt so schwierige und so besonders verantwortungsvolle Wirken aller öffentlichen Kräfte bildet. Lasten Sie uns auch am heutigen Verfastungstag geloben, geloben mit mutigem Glauben an bie beutsche .Zukunft, bah wir nicht nachlasfen, in unserem Dienst an Volk unb Vaterland. Als Reichskanzler habe ich die Ehre, Sie, Herr Reichspräsident, und Sie, meine Damen und Herren zu bitten, mit mir einzustimmen in ein Hoch auf unser geliebtes deutsches Volk. Das in der deutschen Republik geeinte Volt, es lebe hoch, hoch, Joch! Die Anwesenden erheben sich von ihren Plätzen und stimmen in das Hoch mit ein. Die Versammlung singt die erste und die dritte Strophe bis Deuts ch- I a n b I i e b e 5. Dann verabschiebet sich der Reichs- vräsibent mit einer Verbeugung und begibt sich durch die Wandelhalle nach dem Hauptportal des Reichstages. Dor dem Reichstag. Kurz vor 1> Uftt tritt Der Reichskanzler aus bem Hauptportal des Reichstages, hinter ihm Reichskanzler Dr. Luther, das Präsidium des Reichstages und zahlreiche Mitglieder der Reichslagsfraktionen.^ Der Präsident begibt fiA in Begleitung des Stadtkommandanten von Berlin, Oberst Severin, an die Spitze der Ehrenkompagnie, deren Kapelle das Deutschland- lled spielt. Der Reichspräsident prüfte bie Richtung des zweiten Gliedes und schreitet in Begleitung des Stadtkommandanten die Front der EhrenkompaFnie ab. Aach kurzem Abschied besteigt er den Kraftwagen. Während sich der Wagen langsam in Bewegung setzt, grüßen den Reichspräsidenten brausende Hochrufe der zahlreichen Menge. 'Das Auto verschwindet, vom Jubel der Zuschauer geleitet, in der Richtung nach dem Präsidentenpalais. Unmittelbar folgen der Reichskanzler, die Reichsregierung und das Reichstags Präsidium. Festessen beim Reichspräsidenten. Im Anschluß an die Derfassungsfeier ini Reichstag fand beim Reichspräsidenten ein Frühstück statt, an dem der Reichskanzler und die R e i ch s m i n i st e r , der Präsident und die Vizepräsidenten des Reichstages, Vertreter des Reichsrates, der preuftischen Regierung, bie Vorsitzenden der Fraktionen des Reichstages (mit Ausnahme der kommunistischen und völkischen), der Führer und die unmittelbaren Vorgesetzten der Ehren- kompagnie, der Festredner Prof. Platz und der Dirigent Prof. P r ü w e r teinahmen. Die preußische Verfasiungsseier. Eine Rede Minister Severings. Berlin, 12. 2Iug. (TU.) In ber Staatlichen Hochschule für Musik fanb gestern abenb bie Verfassungsfeier ber oreutzischen Staatsregierung statt. In ber großen Loge hatten ber Reichskanzler, Reichsaußenminister Dr. Strefemann, Reichsimienminifter Schiele, Reichstagspräfibent L ö b e unb bie Vertreter ber Länber Platz genommen. Nach bem Vorspiel aus ben „Meistersin- aern", oorgetragen vorn Philharmonischen Orchester unter Leitung bes Intenbanten Mas v. Shillings ergriff ber preußische Innenminister S e o e- r i n g bas Wort. Er erinnerte einleitend an ben Prolog Lubwig Uhlanbs zu „Herzog Ernst": Einige Tage später, als Brianb eigentlich ge- wollt hatte, ist ber Leiter ber fraruöfischen Außenpolitik mit bem Direktor ber politischen Abteilung Berthelot unb bem juristischen Sachverstänbigen bes Quai b'Orsay Fromageot nach Lonbon gefahren, um in einigen wichtigen Fragen Fühlung mit bem britischen Außenministerium zu nehmen., Brianb hat zwei Dokumente nach Lonbon mitgenommen: Den Entwurf einer Antwort auf bie beutsche Paktnote vom 20. Juli unb ben Entwurf bes Pakt-Vertrages selber. Bei ber Reise Brianbs fällt auf, baß nicht gleichzeitig Vertreter Belgiens unb Italiens nach Lonbon gebeten worben finb. Der belgische Außenminister Vanbervelbe wirb erst am 22. August ber Sozialistentagung in Marseille beiwohnen unb sich bann erst nach London begeben, wo er am 29. August mit Chamberlain Fühlung zu neh- men gedenkt. Selbst wenn es die „Times", ber „Daily Telegraph" unb anbere Lonboner Blätter nicht ausdrücklich bestätigten, wäre bamit bie Reise Brianbs nach Lonbon als eine persönliche Konferenz der leitenben Außenpolitiker Frankreichs unb Englanbs charakterisiert, bie, nach ben Worten bes „Daily Telegraph", „rein informatorischen unb privaten Charakter" trage. Die Antwort auf bie letzte deutsche Pakt-Note soll anscheinend erteilt werden, ehe die Besprechung Chamberlains mit Vanderoelde stattgefunden hat. Der britische Ministerrat soll bereits am Donnerstag zu dem von 'Brianb mitgebrachten Antwort-Entwurf enbgültig Stellung nehmen. Das würbe barauf hindeuten, baß in bieser Antwortnote feine materielle Formulierung bes Paktes — oder boch wesentlicher Teile des Paktes — enthalten sein wird. Sehr unwahrscheinlich ist es, daft es Briand gelingen wird, die Zustimmung des Kabinetts Baldwin-Chamberlain zu dem Entwurf des Paktvertrages selber zu erlangen. Die „Times" hat eingehend nachzuweisen versucht, daft der deutsche Paktvorschlag einen wesentlich anderen Charakter trage als das Genfer Protokoll vom vorigen Jahre. Der Unterschied besteht zunächst darin, daft Deutschland am Genfer Protokoll vom September 1924 überhaupt nicht mitgewirkt hat und sich wohl auch kaum entschlossen haben wurde, ihm nachträglich beizutreten. Die Redewendungen, mit denen sich Briand bei seiner Abreise aus Paris von den' Pressevertretern verabschiedete, waren von durchaus gemäßigtem Optimismus. Briand erklärte im wesentlichen nur. daft er in London keine unangenehmen ileberrafcftungen erwarte. In der Pariser Presse kann man die boshafte Bemerkung lesen, daß Briands Worte vor seiner Abreise nach Genf vor einem Jahre ähn- 1 i ch gelautet haben, und daft doch das berühmte Genfer Protokoll fang- und klanglos in den Orkus hinabgestürzt sei. Die Pariser Presse sucht den von Briand umfrisierten West- pakt den englischen Staatsmännern durch den Hinweis darauf schmackhafter zu machen, daft die deutsche Anregung vom 9. Februar unwider- sprochenermaften vom britischen Botschafter in Berlin. Lord DA b e r n o o n suggeriert worden sei. Es ift nicht wahrscheinlich, daft Baldwin und Chamberlain, hierin eine moralische Bindung erblicken werden, wenn sich bestätigen sollte, daß die Dominions in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Westpakt verharren. Wieder einmal heißt es. daß in Kürze eine formelle Einladung an Deutschland ergehen werde, an einer Paktbefprechung in Genf Das ist ber Fluch des unglückseligen Landes, wo Freiheit unb Gesetz bnrnieberliegi, baß sich bie Besten, (Fbelflen verzehren müssen in eitlen Kämpfen, in fruchtlosem Horm. baß bie, bie für bas Vaterland am meisten glühen, gebranbmarkt werben als bes Lands Verräter. Unb während so bie beste Kraft oerbirbt, erblühen wuchernd, wie der Hölle Segen, Gewalttat, Hochmut, Feigheit, Schergenbienst. Wie aber, wenn aus sturmbewegter Zeit Gesetz und Ordnung. Freiheit sich und Recht emporgerungen unb sich festgepflanzt. Da drangen die. so grollend ferne standen, sich fröhlich wieder m ber Bürger Rechn, da wirken jeher Geist unb jede Hand . gleichliebend förbemb für bes Ganzen Wohl. Der Minister fuhr fort: Das Derk von Weimar ist rasch geschaffen worden. Wenn man sich aber der Jahre der Rot und des Krieges erinnert, so muft man anerkennen, daß die Verfassung von Weimar schnell eine Besserung gebracht hat. Vieles ist in der Verfassung noch nicht Verheißung und Ideal, aber die Weimarer Verfassung ist nicht das A und O des Staatsmannes, sondern nur der Rahmen, den man mit demokratischem Geiste ausfüllen muft. Wir sind noch zu sehr Preußen. Bayern und Sachsen und haben noch nicht gelernt, eine Ration zu sein. Wir kommen erst wieder mehr zur Geltung, wenn wir uns mehr als Deutsche fühlen. Wir werden erst dann ein einiges Volk werden können und den Frieden erreichen, wenn auch Die übrigen Mächte gewillt sind, den Frieden zu wahren und dem deutschen Volk sein SelbstbestimmungSrecht geben. Ich glaube an das deutsche Volk, ich glaube an die Intelligenz und den Fleiß des deutschen Arbeiters, ich glaube an die Schaffenskraft deS deutschen Kaufmanns und ich glaube an die Intelligenz des deutschen Technikers sowie an den deutschen Staatsgedanken. Den zwecken Teil des Abends füllte die Deethovensche ReunteSym- p h o n i c unter Mitwirkung des Berliner Volkschors und unter Teilnahme namhafter Solisten. teilzunehmen, lieber die Art der Einladung soll auf der französisch-britischen Konserenz die Entscheidung fallen. Allem Anschein nach ist beabsichtigt, den deutschen Auftenministcr Dr. Stresemann zu laben. Jedenfalls werden in Genf aufter Briand und Chamberlain auch der belgische Auftenminister Vandervelde zugegen sein und aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein beglaubigter und bevollmächtigter Vertreter Italiens. Es unterliegt keinem Zweifel, daft sich feit Auftauchen des Driandschen Reiseplanes das Bedürfnis der Pariser und der Londoner Regierung nach einer Aussprache über die schwebenden auftenpolitischen Probleme verstärkt hat. Rachrichten aus Marokko besagen, daß man dort mit einer allgemeinen Erhebung der Djeballa-Stämme rechnet. In Syrien ist die Lage der französischen Truppen gleichfalls nicht besser geworden. Auf beiden kolonialen Kriegsschauplätzen, in Marokko und Syrien, ist es Frankreich, welches in kriegerische Konflikte verstrickt ist. England ist im wesentlichen ausmerksamer Zuschauer. Wenn also jetzt in London, — wie eS vor einigen Tagen hieß, — ein sranzösisch-engli- sches Geschäft in drei Weltteilen zustande kommen feilte, so würde Frankreich, welches in Afrika, in Asien und in Europa der fordernde Teil ist, fqum allzu günstig abschneiden. Die Versicherung, daft Deutschland unter keinen Umständen vor vollendete Tatsachen gesteift werden würde, verdient an sich nicht allzu viel Vertrauen. Die geschilderten Umstande sind jedoch geeignet, einen einseitigen französischen Erfolg. — der sich in der Hauptsache gegen Deutschland richten würde, — unwahrschein- l i ch erscheinen zu lassen Trotzdem tut die Reichsregierung gi*. wenn sie sofort nach Erledigung der parlamentarischen Arbeiten die unterbrochene Initiative in der Pakt-Frage wieder aufnimntL Es ist vorherzusehen, daß das amtliche (Kommunique über Die französisch-britische Konferenz ge- raDe das Wesentlichste verschweigen wird. Das hindert jedoch nicht. Daft Die Reichsremeruna von Den wichtigsten Punkten Der zwischen Briand und Chamberlain getroffenen ilebereinlunft Kenntnis erhält und danach Die Taktik ihreS weiteren Vorgehens einrichtet. Briand in London. Französisch-englische Einigung. Paris, 11. Mug. (111.) Brianb begab sich heute vormittag in Begleitung bes Lonboner französischen Gesandten be Jleuriau zum Bucking- ham-palaff, wo er vom König empfangen würbe. Die Aussprache m i f Chamberlain begann gegen Mittag. Zugegeu waren von ftan- zdsischer Seite Berthelot, Fromageot. Leger unb ber Botschafter be Jleuriau. Nach einem haoasbericht haben Brianb unb Chamberlain ausführlich ben Text ber Antwort an Deutschland besprochen. Heber bie Besprechungen wurde lolgenbec amtlicher Bericht veröffentlicht: Der fran- )öfifd)e Außenminister Brianb unb ber englische Auftenminister Chamberlain prüften gestern mittag eingehenb ben A n t w o r t e n t w u r f auf bie beutsche Sicherheitspaktnote. Die Unterhaltung, bie von beiben Seiten In herzlicher anb freunbschaftlicher weise geführt würbe, ergab eine Regelung bes ersten Teils bes vorgesehenen pro- Die französisch-englische Konferenz. -e 41 HU ab r i F fff." ■».( tek i „■ f zwan & ft c r i deuts bcbu Dir bi' ab 12. heute vormittag in ihrem vollen Umfange bemerkt wurden. Der Sturm nahm in den östlichen Gebieten Hollands die Heftigkeit eines Zyklons an, wie man ihn in diesem Umfange noch niemals vorher in Holland rannte. Der Zyklon, der zahlreiche Ortschaften schwer heimsuchte und mehrere fast gänzlich zerstörte, hot die Richtung von Südwesten nach Rord- osten, ungefähr parallel der deutschen Grenze, entlang genommen. Die in den östlichen Teilen der Provinzen Rord-Brabant, Gelder- land und Overijissel liegenden Ortschaften wurden fast alle mehr oder weniger schwer in ter, jetzigen Frau Standke, hat die Äeunrann mals auch nur die geringste Auskunft gegeben, so daß man den Professor als natürlichen Vater ansieht, der das Mädchen später adoptierte. Die ganzen Umstande sprachen dagegen, daß die Reumann Helfershelfer gehabt haben könnte: denn sie ist niemals mit fremden Personen be-i obachtet worden. Ruch einige Rebenumstände scheinen die Täterschaft der Reumann zu bestätigen. Ein gewisser Uebereiser im Vertuschen ist unverkennbar. So ist in die Türspalte ein1 Dolch gestoßen worden. Die Reumann bestreitet bisher die Täterschaft. — Der frühere Reichs- außenminister Dr. Rosen, der Bruder des Gelehrten, ist in Breslau eingetroffen. Ihm hat der Reichskanzler Dr. Luther ein Beileidstelegramm zugehen lassen. i’trsta turrf) lons,: Obern, ** Wie bi noch f( eine Si Nach f)Q "utner len @ feilen f daraus amt in her 8 Uattfinb lieber© bredjun ihnen i Hkhets eine» Freien übet/ tuärtifl Mark- ' f , n'.‘ A\k-a’ . j sind. 231 i a n b, der heute abend die englischen und französischen Pressevertreter empfing, war in bester Laune und antwortete ausführlich auf alle Fragen, die an ihn gerichtet wurden. Er betonte, daß er über den erzielten Fortschritt sehr befriedigt sei. Chamberlain und er hätten die '2lntwortnote an Deutschland Wort für Wort durchgegangen. Die Besprechung sei allerdings nicht abgeschlossen, aber man hoffe sie heute abend oder späte st ens morgen beenden zu können. Briand erklärte wörtlich: Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, daß ich sehr befriedigt bin und am Donnerstag nach Paris zurückzukehren gedenke. Das Ergebnis der Aussprache. London, 11. Aug. Der Londoner Berichterstatter des WTB. erfährt, daß der bisherige Verlauf der Besprechungen zwischen den Außenministern von Großbritannien und Frankreich als günstig bezeichnet werden kann. Es ist anzunehmcn, daß bereits vor der Ankunft Briands der im britischen Auswärtigen Amt vorliegende Entwurf der französischen Antwortnote an Deutschland heute von beiden Außenministern im einzelnen durchgegangen wurde, und daß einige von britischer Seite vorge- jchlagene Abänderungen in den Wortlaut der Note hineingearbeitet wurden. Der Entwurf der französischen Antwortnote drückt die Hoffnung aus, daß jetzt das Ende des schriftlichen Meinungsaus- taufches erreichte ist und bald mündliche Konversationen beginnen können. Es ist nicht an- zunehmen, daß das Wort „Konferenz" gebraucht wird, da nach der hiesigen Auffassung das natürliche Bindeglied zwischen dem bisherigen schriftlichen Meinungsaustausch und der baldigen Konferenz in Brüssel oder auch Genf mündliche Verhandlungen zwischen den diplomatischen Vertretern der an der Sicherheitsfrage interessierten Mächte fein würden. DieFrage derSanktionen. ift hic 21 emerbes unbd1 htn bem teil' roicb. stund Sic fidfen pttbanbt nungen lenen l£ filelbing fragen, hirt. ® Offeiwaa lirisvors dauert her Zlei gcsundei 'Stanlfu gehend« Mrlehi tzrgebn Iorlag schädige mit A damit durchar bot de Lchiiai Landtv verlan bar ti letzte - aus 6t den 6- Das $ bete Lchlach ■s Entsch Fut Dich Fett sähen D tufene actoetbt stchko« ,-iollbela ichieben! I Paris, 11. Aug. (WB.) Der Londoner Dertreter der Havas-Agentur berichtet: Der deli-katste. wenn nicht sogar mißlichste Punkt bei der Diskussion sei die Anwendung der Sanktionen gegen Deutschland, oder genauer gesagt, das Derfahren bildete, das bietet Anwendung voraufgehen würde, sei es nun. daß Frankreich direkt das Recht, das ibm aus den Verträgen zustehe, auSüde, sei es, daß der Dölkerbund zuerst darüber zu urteilen habe, ob dieses Recht in Anspruch genommen werden könne. Die französischen und die englischen Diplomaten hätten sich während eines großen Teils ter Rachmittagssihung bemüht, eine Formet zu Wettervoraussage. Südliche Winde, wärmer, vielfach heiter, zunächst trocken. 3m Rücken der abziehenden Störung hat sich ein Azoren-Hoch schnell nach Mitteleuropa verlagert und Wiederaufbesserung bewirkt. Jedoch Jft bei meist westlicher Luftzufuhr der Witterungscharakter noch unbeständig. Westlich Irland liegt ein neuer Wirbel, dessen Ausläufer weit südlich zu reichen scheinen. Wir liegen auf seiner Vorderseite und haben zunächst wettere Ausbesserung zu erwarten. Mitleidenschaft gezogen. Die in Rord-Drabant liegenden Dörfer Zec- lanb, Grafpeel, Trent und Oventje wurden ebenso wie die in Geldcrland liegende Stadt Dockeloo fast vollkommen vernichtet. In der Gegend von Zeeland sind bisher sechs Tote zu beklagen. Die genaue Zahl der Berletzten anzugeben, ist bis zur Stunde nicht möglich, doch wird sie als ziemlich hoch angenommen. Die Kraft des Windstoßes war so stark, daß beispielsweise ein von Grave nach Üben unterwegs befindliches L a st a u t o m o b i l von ihm mit gerissen und dann zu Boden geschleudert und vollkommen zertrümmert wurde. Der Chauffeur wurde hierbei schwer verletzt und liegt im Sterben. Da sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen zerstört waren, und auch alle Wege durch umgeiworsene Bäume und Telegraphenstangen sowie durch Trümmerhaufen versperrt waren, dauerte es lange, ehe genaue Rachrichten über den Umfang der Katastrophe zu erhalten waren und wirksame Hilfe herbeigeholt werden konnte. In zahlreichen Ortschaften sind auch die elektrischen Lichtleitungen zerstört, desgleichen mehrere größere Fabriken. Der Eisenbahnverkehr wurde im größten Teil des vom Unwetter betroffenen Gebiets lahmgelegt, da sowohl die Schienen ausein« andergerissen, als auch mehrere Bahnhofsgebäude zerstört wurden. Außer den bereits gemeldeten haben noch folgende Ortschaften unter der Unwetterkatastrophe schwer gelitten: Boxte!. Zwolle, Ry- begen. Enschede, Apeldoorn. Groningen, Heumen- Malden. Biene, Goor, Langenboom, Selben, Roosendaal, Grave und Üben. Ueber der Stadt Roosendaal ging zugleich mit dem Orkan ein furchtbarer Hagelschlag nieder, durch den alle Fensterscheiben zertrümmert wurden. Die einzelnen Hagelstücke erreichten die Größe biszueinemHühnerei. Der Wirbelsturm hat auf einer Strecke von 100 Kilometern sämtliche Telegraphenleitungen zerstört. An den Wegen steht kein Baum mehr. Eisenstangen sind wie Halme geknickt. Ganze Ortschaften und Städte find vernichtet. Degen 6 Uhr abends erreichte der Orkan das Dors Zeeland. eine halbe Stunde später wütete der Sturm bereits 40 Kilometer nördlich davon. Die Stadt Dockeloo, die 5000 Einwohner zählt, wurde roUftänbig vernichtet. Als der Salonwagen mit dem Reichspräsidenten und feiner Begleitung auf dem Bahnsteig vor dem Fürstenpavillon einlief, rührte die Musik das Spiel, während die Dersam- < melten den Reichspräsidenten stürmisch begrüßten. Beim Verlassen des Wagens wurde der Reichsgramms. Die beiden Minister haben sich nach I Erledigung gewisser Ciozelfragen grundsätzlich über die Fassung der Antwort an die deutsche Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. August 1925. Dersassungsseier. Mit den Spitzen der Behörden vereinigten sich gestern auch zahlreiche Bürger Gießens im Stadtcheater zur Feier der Wiederkehr deL Qkr- fassungstages. Mit den Klängen aus Wagners Tannhäuser eröffnete die Reichswehrkapelle unter Obermusikmeister Löber den Abend. Rachdem der Männerchor ein Lied „3d)> warte dein" und die Kapelle die „Oberon"-Ouvertüre zum Vortrag gebracht hatte, betrat Provinztaldirektor Graef das Podium zu einer Degrühungs. ansprache an die Erschienenen. Er bezeichnete den Tag als einen Tag der Besinnung auf uns selbst, rückschauend auf die Zeiten schwerer Bedrängnis, in denen diese Verfassung entstanden ist. Unter schwerster äußerer Rot geschaffen, solle sie mahnen und erziehen zur Selbsterkenntnis und Toleranz. 3m Zeichen dieser beiden idealen Gesichtspunkte sei uns die Verfassung eine Mahnung zur Einheit und Freiheit, die wir alle für unser geliebtes Vaterland wünschen. Die Festrede hielt Universitätsprosessor Dr. Kinkel. Von einem Worte Heinrich von G a g c r n ä ausgehend und mit ihm von den Gedanken der (Minner des Pauls-Parlamentes, bezeichnete der Redner die deutsche Verfassung als geboren aus dem Geiste des 3teaIiSmu§ und der Freiheit, die schon 1848 lebendig waren. Er ging noch weiter auf die Ideen Jean Jaques Rousseaus zurück» die er als deutsch-entsprossen hinstellte und legte so dar. daß die neue Verfassung ein Produkt der demokratischen Tendenzen eines philosophischen Zeitalters, das btt Aufklärung, sei. Er verteidigte die Verfassung gegen die Behauptung, sie sei unter welschen Ein- fiuffen und aus undeutschen Gefühlspurckten geschaffen. An geschichtlichen Beispielen suchte er das Gegenteil nachzuwetsen, insbesondere durch sein Eingehen auf den Geist und den Begriff einer sozialen Demokratie .die er als Ideal hinstellte. Die charakteristischen Merkmale und besonderen Eigenheiten der neuen und der alten demokratischen Verfassung von 1919 und 1848 wurden sodann sowohl gegeneinander als auch gegen die Dersassungszrele der französischen Revolution abgewogen und bte neue Verfassung hingestellt nicht mehr als die eines oder einzelner Stände, sondern des gesamten Dolle«, die vom Gerste humanen Sozialismus erfüllt sei, Verantwortlichkeit nicht nur gebe, sondern auch fordere und vor allem ohne Starrheit den Gedanken der Entwicklung tn sich aufgenommen habe. So sei ste das Ideal einer wahren Verfassung und wert, vom deutschen Volke geliebt zu werben. Einheit, Freiheit, Vaterland seien auch haute noch die drei großen Forderungen, an denen die Verfassung festhalte und mit denen sie Zukunft und Heil verspreche. Rach einem weiteren Gesanasvortrag brachte der Provinzialdirektor ein begeistert aufgenommenes Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Mit dem Gesang der Rationalhymne fand die offizielle Feier ihren Abschluß (Erweiterungsbau der Universitäts-Hautklinik. '.*! Die Klinik ist im Jahre 1914 in Betrieb genommen worben. Sie war ursprünglich für 36 Betten eingerichtet. Während des Krieges mußte die Zahl der Betten für die Geschlechtskranken vermehrt werden, so daß in den Jahren 1916 und 1917 bis zu 100 Geschlechtskranke hierselbst Unterkunft fanden. Da auch nach dem Kriege die Zahl der (3c- schlechtskranken nicht abnahm, muhte eine Erweiterung des Gebäudes ins Auge gefaßt werden. Zunächst behalf man sich mit Baracken. Im Jahre 1923/24 wurde dem Gebäude ein neuer Flügel angebaut. Da die Klinik aber nach wie vor überfüllt ift, wird jetzt ein neuer Flügel gebaut. Durch bic Vergrößerung wird es möglich sein, die Trennung der Geschlechter besser durchzufuhren, als das bis jetzt möglich war. Durch die Schaffung einzelner kleiner Räume wird in Zukunft auch eine bessere Trennung der verschiedenen Kategorien von Krotz' ken möglich sein. Durch den Neubau ergibt sich re Möglichkeit, einen großen Raum zu. gewinnen stir die Zwecke der Lichtbehandlung. Auch die einrichtungen erfahren eine wesentliche Vergrößerung und Verbesserung. Im Sockelgeschoß des Neubaus ist eine Entlausungsanstalt untergebracht, die deshalb notwendig ist, weil sehr viele Vaganten die Poliklinik aussuchen, um sich reinigen zu lassen. Das Erdgeschoß dient vornehmlich den Zwecken der Poliklinik uni des Unterrichts. Auch sind hier die Räume für vhy sikalische Therapie, Licht- und Röntgenstrahlen, Diathermie usw. untergebracht. Im 1. Obergeschoß findet ich in der Mitte das Operationszimmer und di! Abteilung für die männlichen Haut- und Gefchlechts- kranken. Im 2. Obergeschoß ist die Abteilung p die haut- und geschlechtskranken Frauen und eim Kinderstation untergebracht. Nach Fertigstellung des Die beiden Kirchtürme der Stabt wurden vom Winde umgelegt. Die herabstürzenden Trümmer richteten in der Umgebung großen Schaden an. Andere Kirchen und der Bahnhof sind dem Erdboden völlig gleich gemacht worden. Hilfsmannschaften und Reglernngs- beamte konnten nicht an die Unglücksstelle herankommen, da auf weite Entfernungen die Wege durch umgeworfene Bäume gesperrt waren. Der Telephon- und Telegraphenverkehr erlitt schwere Störungen. Die Telephonverbindungen mit Emden und Berlin waren zeitweise unterbrochen und konnten später nur durch Umleitungen in Betrieb gehalten werden. Der Bürgermeister von Borculio forderte Militär zur Hilfeleistung bei den Aufraumungsarbeiten an. Der Bericht oom Augenzeugen. Wie Augenzeugen über den Hergang der Katastrophe berichten, 'trat gestern abend ungefähr von 7 Uhr ab eine beängstigende Windstille ein, während gleichzeitig die Wolken sich S u tief- schwarzen Massen zusammenballten. Es wurde drückend schwül. Plötzlich trat eine vollkommene Finsternis ein. Vom Westen der Stadt kam dann ein Wirbelwind herauf, der fortdauernd an Heftigkeit zunahm, lieber der Stadt erhob sich das Brausen eines ungeheuren Orkans, begleitet von dem mächtigen Krachen und dem ohrenbetäubenden Lärm der ein- stürzenden Gebäude, fallender Ziegelsteine und in der Luft umhergewirbelter Bäume. Die Orkanfolgen in Westholstein. Hamburg, 11. Aua. (WB.) Die gestern abend über Teile Westholsteinschereingebrocheno Unwetterkatastrophe scheint nach den inzwischen hier eingetroffenen weiteren Meldungen noch größer zu sein, als zunächst angenommen wurde. Am meisten von dem Wirbelsturm betroffen wurden die Stadt U e t e r f c n und die Gemeinden Neuerdeich, Heidgraben, Moorege und Tornesch. Der Hagel- schlag hat, soweit bisher festgestellt werden konnte, das zwischen Ueterfen und Elmshorn gelegen Gelände von der Marsch aus bis ins Efinger Moor in einer Breite von etwa 10 Kilometer bestrichen. In Heidgraben durchschlug ein 4,5 Pfund schweres Cisstück das Ziegeldach eines Wohn' Hauses. Sämtliche nach der Westseite des Ortes gelegenen Fensterscheiben wurden zertrümmert. Zahlreiche Bäume sind entwurzelt. 3n Moorege sind beide Schornsteine der Dampfziegelei ein- gestürzt. Die Eisengießerei von Gürle wurde abgedeckt und steyt unter Wasser. Infolge der teilweisen Zerstörung der Häuser sind zahlreiche Familien obdachlos. Sie sollen vorläufig in Schulen untergebracht werden. Auch in der Ortschaft Tornesch wurde großer Schaden angerichtet. Bisher wurden als Opfer der Katastrophe ein Toter und 10 Verletzte, darunter Schwerverletzte, festgestellt. Die Ernte ist in den von dem Unwetter betroffenen Gemeinden vernichtet. „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Im Namen der bayerischen Staatsregierung begrüße ich Sie in diesem Hause auf das herzlichste und ich heiße Sie in Bayern mit hoher Genugtuung freudigst willkommen. Wir sind alle tief davon überzeugt, daß Ew. Exzellenz als Reichspräsident ein starker, zielbewußter Führer^ des Reiches, ein Wahrer seiner Ehre und Förderer seiner Weltgeltung, zugleich aber auch ein treuer Schirmherr der Rechte und Interessen der Einzel st aa- t e n sein werden. Wenn ich diese Gelegenheit wahr- nehme, Ew. Exzellenz die Rechte und Lebensbelange unseres Heimatstaates wärmstens an Herz zu legen und Sie zu bitten, nicht zuzulassen, daß die Einzelstaaten einer weiteren Verkümmerung zugeführt werden, so tue ich es aus der Ueberzeugung, die der erfolgreiche Mehrer der Einheit, Kraft und Stärke des Reiches ist, der es üerftebt, der Eigenart und den historischen und verfassungsmäßigen Reckten der Einzelstaaten auf ein Eigenleben voll gerecht zu werden. Wir in Bayern wissen, daß das deutsche Schicksal unser Schicksal sein wird und wir lassen uns in unserer deutschen Reichsgesinnung von niemand übertreffen. Möge es unter Ihrer sicheren Führung gelingen, das deutsche Volk im Innern zu einen und in solcher Bruderliebe zu versöhnen, ihm nach außen aber die Geltung und das Ansehen zu verschaffen, das allein auf den Weg der Freiheit führt." Der Herr Reichspräsident erwiderte hieraus: „3d> banke Ihnen .Herr Ministerpräsident, für die freundlichen Worte des Willkommens, die Sie namens der bayerischen Staatsregierung an mich zu richten die Güte hatten. Als ich am 13. Mai b. I. die Herren des Reichsrates empfing, habe ich betont, bah ich das Eigenleben der Länder für eine wichtige und wesentliche Grundlage der geistigen und wirtschaftlichen Entwickelung des Reiches ansehe, und daher gewillt sei, der Eigenart der Länder und ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Meinen heutigen Besuch in München bitte ich Sie als den Ausdruck meines aufrichtigsten Willens aufzufassen, m i t den Ländern enge persönliche Beziehungen zu unterhalten. Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Reich und Ländern ist unerläßlich, wenn wir unser Vaterland wieder emporführen wollen." Der Breslauer Doppelmord. Breslau, 11. Aug. (SU.) Die ^Verdachtsmomente gegen die Hausdame Re um an n des ermordeten Universitätsprofcssors, Dr. Rosen, verdichten sich immer mehr. Der M o r d h a m - m e r, mit dem dcr Schuhmacher meister Stock getötet wurde, entstammt der Wirtschaft des Professors. Die 55jährige Magdalene Reumann, die in den Jahren 1894 bis 1901 fitten- polizeilicher Kontrolle unterstand, galt In der Rachbarschaft des Professors allgemein als dessen Frau und trug auch einen Ehering. Der Regierung geeinigt Briand kehrte nach Ausgang der Unterredung in die franjösische Botjchaft zurück, ron ein Essen gegeben wurde, zu dem der Botschafter der Vereinigten Staaten, houghton, sowie Berthelot, Fromageot, verschiedene Botschaftsräte und der fran. , \ moftorn zosische Wililärattachee geladen waren. Amstcroam, 11. Aug. ^£3.) ®efte n Der zweite und letzte Weinungaustausch zwischen abend und heute nacht gingen sehr schwer Arland und Lhnmbrrl°u> h°, wegen der-ndgMNg°n w° er überHolland mederF° g 4 Fassung der französischen Slcherheits- p a k t n o t e stattgesunden, über die die französischen Vorschläge bereits Vorlagen. An dem Essen, das heute abend Chamberlain dem französischen Außenminister und seinen Mitarbeitern gab, nahmen auch der Botschafter der vereinigten Staaten, der französische und italienische Botschafter sowie der belgische Gesandte, ferner Sir William Tyrrel, Lord Crewe und andere Staatsmänner teil, die an den Verhandlungen über den Sicherheitspakt beteiligt Bevölkerung sei durch die Vorgänge nicht weiter aufgeregt. Die muselmanischen Untertanen blie- ---------------, - -, . ben den Franzosen treu, und General Sarrail finden, die beiden Regierungen sowie zugleich ßa6c |Dgai: &en Besuch des Staatspräsidenten ter öffentlichen Meinung in beiden Landern Ge° bßn garten empfangen, der sich für die Wieder- nugtuung gebe. Beiderseits habe man den ehr- Herstellung der Ruhe im Dschebel Druse zur lieben Wunsch, zum Ziele zu kommen, gezeigt Dcrfügung gestellt habe. und durch gegenseitige Konzessionen einander --- näher zu kommen versucht. .Man könne sagen, daß diese Bemühungen nicht vergeblich -Uvl gewesen seien und daß sie, wenn sie auch heute r Abend noch nicht von Erfolg gekrönt seren, dres UV JyilUllUJtElU doch morgen sein werden. DieS sei auch die München, 12. Aug. (WTB- Funkspruch.) Ansicht ter Diplomaten. Man könne vielleicht £eUtc vormittag 8.10 Uhr traf Reichsprä- annehmen, daß es sich nunmehr darum hantelt, f^ent von Hindenburg, begleitet von ein Kompromiß zu finden, das es Frank- s^nem Sohne, Major von Hindenburg, reich erlauben würde, in einer gewrsten Staatssekretär Meißner und dem bayrischen Art von Fällen, bie den Charakter eines casus Gesandten tn Berlin, Dr. von P reg er, auf 'belli tragen, direkt $u handeln, und das ^m Bahnhof ein. Auf dem Bahnsteig vor dem zugleich eine Unterschetdung Mschen der Der- Fürstenpavillon hatte eine Ehrenkompanie lehung der Grenze und dem Einfall in die be- Reichswehr Aufstellung genommen. Die setzte Zone machen würde. Es sei angebracht, benachbarten Bahnsteige waren mit Zuschauern bie Einstimmigkeit der Franzosen und Engländer te^tst Zum Empfang hatten sich die gegen- für eine Liste dieser Fälle und für eine Deft- bärtig ,n "Bayern weilenden Reichsminister Dr. nierung dieser beiden Kategorien von Gebieten Aeßler und Stingl, die Staatssekretäre Dr. herzustellen. Ohne daß man dessen ganz sicher Frank und Dr. Schähel, der bayrische sei. daß diese Annahme richtig sei, scheine es Mini st erpr äsident D r. Held und der nichtsdestoweniger wahrscheinlich, daß das Sank- Minister des Innern, der Reichsgesandte in tionsversahren durch eine Deftmtwn dieser Art München, Freiherr von Haniel, von ter feftgelegt werte. Reichsvertretung ter Landtags-Präsident Kö- -------- nigsbaur, ter Regierungspräsident von Ober» mrtrnhltmiikhen bayern und ter Führer der 5. Bayerischen Divi» 4?DlTl fwn, General Kreß von Kressen st ein, der driMSfchClUDlCttU Stadtkommandant von München die zwei Dür- germeister der Stadt München und Beamte London, 11. Aug. Die „Times meldet Reichs- und Staatsbehörden eingefunben. aus Tanger: Die Djeballa-Stämme sammeln sich ' ---- — wieder. Ihre Führer sind zwar immer noch bei Abd el Krim in Adjir, aber bei den Stämmen sind Boten mit Befehlen eingetroffen, sich für einen neuen Feldzug bereitzuh alten. Es wird angenommen, daß ein Angriff auf bie spanischen Linien in der Rähe von Tetuan und aus die französischen. Li- i ^jitent *mit* feiner Begleitung von dem baye- nien rm Arbauarbezirk einige Weilen südlich Ministerpräsidenten und den übrigen Er- von Alkasar erfolgen: wird Die-Lage in ter f^nenen begrüßt. Er schritt hierauf unter ftür» ®eaenb odu O uezz an in«befonberc westlich Kundgebungen bie Front de r Ehren- bieser Stadt, sei weiterhin sehr Aus ro,^agni» ^b Auch beim Verlassen des bem Osten und vom ^entimm der Frönt seien ^nhoses, der von Tausenden von Zuschauern st arke Rif kontingente zur Teilnahme an strömenden Regens umlagert war, wurde dieser Offenste eingetroffen der: sich auch.eine her R e i ch s p r ä s i d e n t mit stürmischen Anzahl von Stammen tn der Gegend von Ouez- Hochrufen empfangen. Dor dem Bahnhof zan angeschlossen habe. nahm er den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie CUioihrt nrttt hen ab und begab sich hierauf, tealeitet von Milii- UVil Uvll sterpräsident Dr. Held und Staatssekretär Genommen, Meißner im Kraftwagen durch die reichen y Flaggenschmuck tragenden Straßen ter Innenstadt Berlin, 12. Aug. Sie „Soff- 3*9- zum Dienstgebäute des Ministerpräsidenten Dr. aus Jerusalem, daß Sueida, die stark derteidigte $elb. Hauptstadt des DrusenlandeS, nach arabischer im Quelle schon am Sonntag von den Drusen Der WlttpittUg tht 5)10015- erobert worden ist. Die Bahnlinie Damaskus Ministerium. —Deraa soll bei ASra unterbrochen sem. Rach \ einer Habasmeldung soll dagegen nach den Dor- Be. dem Empfang im bayerischen Staatsmim- gängen im Dschebel Druse im großen und ganzen I sterium führte der bayerische MiNlsterprasi- Ruhe herrschen. Deirut sei absolut ruhig- Die > dent Dr. Held aus: ^ssage, Ln W' ti Öle f SchM betten «Ä W E n,.\ hier d-c ’Eawn- v sAL-5- Ssis-' bra-H'- ' ÄSftfeS.. ZLr L-LS ■ 6n.rCl Htir; ' ?**.* e...: «^Ich Warle dein" « i ‘uuDertüre ium Qk- öNi PrvvWMrck einet Degruhungi Maten. Sr bezeichn, der Delimiung auf u le Zeiten schwerer » -Verfassung citiftank- -er 2lot geschaffen, folk i zur Selbsler/cnnmii n dieser beiden idealen -Verfassung eine Nah- eiheil, die vir alle Hit I 1 wünschen. lt UnidrrsiMvrvseilr- m Dvtte Heinrich do- und M tfjm vm d- bto ^auü'WmeW die deutsche CBcdfc ©eilte des 3beaLifc.- hon 1848 lebendig wer die Ideen Jean 3ar.i r als deuisch-entspr:"- dar. daß die neue 1t denwkralischen La> 'n Zeitalters. Mf/ riMgie die Dersi: le sei unter welschen t eschen DesühlSdunkl."; chen Beispielen " (eilen, insbesondere l.'' i Seist und de? ty1 Ltie .die er ü -■"■■ erillischen Merdür -nt der neuen und Vt fc» ng von 1919 und IM gegeneinander als au. eie der franMfr" & t> die neue Belfast u lis die eines oder « «es gesamten Dow SvzialisMS erfüllt nur gebe, sondern a ühne Siarcheii den t; n in sich Zdeal einer waht^A AKk-S tmipreche. SSL KL Auge geM n«d> Fiugelf hl? Ittr- WWn «’ CÄ* Neubaues wird die Baracke, die bisher als Not- behelf gebient hat. oerfchwinden. An der Stelle der einen Barocke wird ein Luft- und Lichtbad im Freien errichtet werden. Nach bef Vollendung des jeftt geplanten Erweiterungsbaues wird die Klinik über 150 Betten verfugen. Die Kosten des gegen »«artigen Umbaus belaufen sich auf 450—480 000 Mark Aufhebung der Beherbergungssteuer. Der Reichstag hat am 7. August in dritter Lesung bie Steuergesetze angenommen, denen zufolge u.a. ob I. August 1925 die Reichsbeherbergunyssteuer fortfallt und nach dem 1. Oktober 1925 lerne Qt- meinblidje Beherbergungssteuer mehr erhoben wer den darf. Die Reichsbeherbergungssteuer wurde be» konntlich als erhöhte Umsatztzsteuer mit lle/n in ide Zimmerpreise einkalkuliert, während die (Bemetnbe- deherbergungssteuer zu den Jimmerpreifen zuge> schlagen und besonders auf die Rechnung gesetzt werden mußte. Mit der Aushebung dieser Steuer ist die Lage des von Steuern überbürdeten Hotelgewerbes in Deutschland etwas erleichtert worden, und es ist zu hoffen, daß die Beseitigung dieser beiden „^chlafstenern" auch in der Preisfestsetzung dem reisenden Publikum sich bemerkbar machen wird. RDD. .Kundgebung der Aleischerverbände. Die Obcrmciftct der tm Bezirk-Verein..Beide Hessen und Aassau" des Deutschen Fleischer- verbandeS zusammengeschlossenen Fseischer-Än- nungen nahmen auf einer in Kassel abgehaltenen sehr stark besuchten Xagung eingehend Stellung zu zahlreichen wichtigen Tagesfragen. Besonder- stark waren die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Worms, Mainz, Dießen, Offenbach und Darmstadt vertreten. Der Be- »irkSvorsiyende, Obermeister Schnell- Kassel, bedauerte, daß bei der Zollvorlage die Wünsche dec Fleischer nicht die geringste Berücksichtigung gesunden hätten. Obermeister Pfeiffer- Franksurt a. M. beschäftigte sich in einem eingehenden Bortrag mit dem „Gesetz über den Verkehr mit Bieh und Fleisch". Er kam zu dem Ergebnis, daß die seitherige Behandlung der Totlage daS gesamte Fleischergewerbe schwer schädige. DaS geforderte Verbot des Handels mit Fleisch im Ilmherziehen sei angesichts der damit verbundenen gesundheitlichen Mißstände durchaus berechtigt. Ferner sei gewünschtes Verbot deS Verkaufs trächtiger Tiere nicht als Schikane ober kleinliche Bestimmung gegen die Landwirtschaft aufzufassen. Das Fleischergewerbe verlange nur ein Verbot deS Schlachtens erkennbar trächtiger Tiere. Schließlich sei auch der letzte Best Der Zwangswirtschaft, soweit sie sich auf den zwangsweisen Lebendaewichthandel auf den Schlachtviehmärkten bezieht, zu beseitigen. Das Fleischeraewerbe fordere Freiheit deS Handels und der Handelsgebräuche auf den Schlachtviebmärkten und den Fortfall deS Zwanges Aum ÄuShängen von Preisverzeichnissen in den Läden Der Obermeistertag forderte sodann in einer Entschließung ausgiebige Zollfreiheitsür Futtermittel aller Art, Zollfreiheit für Vieh und Gefrierfleisch, die Zollbelastung von Fett und fetten Oelen entsprechend den Zollsätzen der Vorkriegszeit Die Versammlung lehnte sodann als berufene Vertreterin des gesamten Zleischerel- aewerbeS jede Verantwortung weiterer PreiS- fteigetunflen. wie sie auS der beabsichtigten Zollbelastung entstehen können, mit aller Entschiedenheit ab. ' Aufhebunades Sichtvermerkszwanges. Die Abmachungen zwischen Der österreichischen Bundesregierung und der deutschen Veichsregierung übet die Aufhebung des Sichtvermerkszwanges für die beiderseitigen Staatsangehörigen treten ab 12. August in Kraft. * Der Po ft verkehr mit dem besetzten Gebiet. Zur Vermeidung von Unzuträglich- feiten für die Empfänger im besetzten Gebiet wird daraus hingewiesen, daß bei dem Bahnhofspost- omt in Mainz zur Zeit eine Ueberwachung der Briefsendungen durch die Franzosen ftattfinbet. Erfahrungsgemäß werden derartige Ueberroad)ungen nach einiger Zeit der Unterbrechung immer wieder plötzlich eingesührt. Mit ihnen muß also Immer gerechnet werden. ’• Anlagenkonzert findet morgen Donnerstag, nachmittags 7 älhr, am Liebig-Denlmal durch das Musikkorps des 1 (Hessischen 1 Bataillon-, 15. Infanterie» Reg im ent unter Leitung von Obermusikmeister Lobet statt. ' Dom Mainzer M.T. V. von 18 17. Wie wir hören, veranstaltete der Verein am Abend nach seiner Rückkehr vom Gießener Turnfest eine Siegesfeier, brachte er doch etwa 35 Preise mit nach House, darunter elf erste. Ein älterer Mainzer 'unter schreibt an seine Gießener Gastgeber: „Alle unsere Turnerinnen und Turner usw., die mit m Gießen waren, find entzückt von dem Fest und acnz besonders von der Gast freund schuft der Gießener. Das 32. Äreisturnfeft war das schönste, das mir bis jetzt nutgemadn haben, und noch lange wird es allen Teilnehmern in froher Erinnerung bleiben.* — Freuen mir uns, daß es unseren Gästen aus dem besetzten Gebiet und besonders auch unseren engeren Landsleuten so gut bei uns gefallen hat. Gastfreundschaft zu üben ist eine alte Tugend, die immer hoch im Werte stand. Wir wollen uns ihrer auch beim demnach ftigen USer-Fest erinnern. " ©leibergoerein. Der Gesellig - teitsDerein Gleiberg veranstaltet am 23. d. M. auf der Burg ein Sommerfest mit Kon- zert, laiu, Feuerwerk usw Zum erstenmal tritt der Verein mit einer solchen Deranstal- tung hervor, um in den weitesten Bevölke- tungskreisen bekannt zu werden und neue Mitglieder für sein ideales Ziel, die Erhaltung der Burgruine, zu werben. •* Persönliches. Stadtgärtner Balser t A. feiert morgen seinen 80. Geburtstag Dem alten Herrn ist es vergönm, den Tag in voller geistiger Frische und körperlicher Rütz-g' fett zu begehen • *• Das Verzeichn is der gesunde- nen und verlorenen Gegen stände übet die in der Zeit vom 16 bis 31. Juli 1925 auf dem Fundbureau als gesunden und verloren gemeldeten Gegenstände liegt vom Tage der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung auf die Dauer von einer Woche auf dem P olize t- a m t . Weidengasse Ar. 5, Zimmer 3, zur (Sin- sicht offen. “* D i e Beigeordnetenwahl von Will;. Hahn II., die wir in Nr. 186 atis Angenrod da- tierten, ist infolge eines Hörfehlers am Fernsprecher entstanden. Ls handelt sich um die Gemeinde Annerod bei Gießen. Bornotizen — Tageskalender für Mittwoch. Saat-Verein 8 Ahr „Hotel Köhler" außerordentliche Versammlung — Turnen, Sport und Spiel. Dom Arbeiler-Turn- und Sportbund. Schülcrtnrnfest und 20 jährigeS Stiftungsfest in LaunSdach. L Boi herrlichstem Sommerwetter sand am Sonntag das diesjährige Schülerturnfest in Launs- bad) statt, womit die Freie Tumerschast Launsbach ihr 20jähriges Stiftungsfest verband. Der Ort hatte sich festlich in den Reichsfarben geschmückt und mit weit über 300 Wetturnern zogen in den stützen Morgenstunden die Teilnehmer aus allen Richtun- gen kommend ein. Zn immer steigendem Maße erhöht sich die Teilnehmetzahl an dieser Veranstaltung, damit Zeugnis ablegend, daß der Wert Vernunft- gemäßer Leibesübungen immer mehr anerkannt wird. Um 9 Uhr sammelte sich das kleine Volk auf dem hübsch gelegenen Turnplatz, wo bald ein lebhaftes frifch-fröhliches Treiben herrschte. Der Wettkampf war in diesem Jahre auf volkstümliche Hebungen beschränkt. Eine große Zuschauermcnge wohnte den interessanten Wettkämpfen bei, die bei allen Uebungsarlcn recht beachtenswerte Leistungen zeitigten. Eine besondere Leistung vollbrachte die Einwohnerschaft Launsbachs, indem sie der großen Zahl der Teilnehmer ein Mittagessen bot. Zu zweit, ja au 4, 6 und 8 Kindern fan- den sie bei den einzelnen Familien freundlichste Aus- nähme und ein besonders festlich heraerichtetes Mittagsmahl. Also gestärkt, stellten die Teilnehmer sich zu einem imposanten F e st zu g auf, der durch die Straßen des Orts nach dem Turnplatz führte, wo zunächst die SckMer, dann die Schülerinnen ihre Freiübunaen zetgten. Dankbare Anerkennung ernteten sie für ihre exakt vorgeführten Ucbungcn. In geschlossenem Zuge ging's nach dem Festplatz, wo eine drangvoll fürchterliche Enge, herrschte. Der Gesangverein „Liedertafel" erfreute zunächst unter der Leitung seines rührigen Dirigenten, Herrn Lehrer Schröder, durch ein recht schön zu Gehör gebrachtes Begrüßungslied. Der Bezirksoorsitzende Schleen- b e rf c r • ■ Krofdorf und der anwesende Kreisturn- roart Herdt- Langen gedachten in kurzen Ansprachen der Bedeutung des Tages. Konzertstücke und turnerische Darbietungen der verschiedensten Art hielten die Anwesenden in dauernder Aufmerksamkeit. Lebhafter und gern gespendeter Beifall lohnte die einzelnen Vorführungen, ob nun die Mädels in einem niedlichen Volkstanz den „Hannemann tanzen" liehen ober die Bezirksriege, verstärkt durch einige Angehörige der Kreisriege, ihre verblüffenden Hebungen an Reck und Barren zeigten. In ununter. I brochcner Reihenfolge wurde der Nachmittag bis in bie Abendstunden ausgefüllt. Beängstigend war das Gedränge, als drei jugendliche Krofdorfer Turnerinnen bas ..Pserdchenfpiel" verführten, das in Rhythmus und grayeifn Bewegungen bie kaum zu bändigenden edlen Rallepferde darstellt. — das Ganze eine reizende, aber lehr anffrcnqenbe rhythmische Hebung, bie ihren Eindruck aut die Zuschauer nicht verfehlte. Endlich nahte die iehnlichst crtiMiriete Preisoerteilung, wollten doch auch die Kleinen ihre wohlverdienten Lorbeeren ernten. Denn es hie und da lange Gesichter bei den Leer- ausgehenden gab, jo fei dies ein Ansporn, das nädjftemal mit zu den in stolzer Freude Strahlenden zu gehören. „Ohne Fleiß kein Preis" — und wem es schwerer als den anderen fällt, der nutze die Zeit bis »um nächstjährigen Detturnen gut aus, denn auch hier gilt, daß Hebung den Meister macht. Geturnt wurde bei den Schülerinnen sowohl wie bei den Schülern in zwei Altersklassen: die 1" ersten Sieger jeder Stufe waren: Schüler: Oberstufe 1. Ludwig Leite, Staufenberg, 134 Punkte, 2. Heinrich Wagenbach I.. Alten- Buscck. 129, 3. Otto Seibert, *?junsbad) und Ludwig Deines, Lbenhausen 123, 4. Richard Wagner, Krofdorf und Alfred Oßwald. Wieseck 119, 5. Ludwig Mohr. Daubringen 116, 6. Will). Hofmann, Alten-Buseck, Ernst Seibert Atten-Bujeck und Ludwig Reinhardt, Daubringen 115, 7. Richard Leib, Gleiberg 114, 8. Willi Hofmann. Gleiberg 112, 9. Otto Nesseldreher, Heuchelheim und Albert Klotz, Großen-Linden 111, 10. Heinrich Rühl, Beuern, Hermann Leidner, Alten-Buseck, Johann Vogel, Fron- hausen und Walter Mank, Rodheim 110. Un te rftuf e: 1. Otto Burger, Steinberg 124, 2. Wilhelm Faber, Großen-Linden und Karl Pfeiffer, Steinbach 118, 3. Adolf Zecher, Odenhausen 117, 4. Wilhelm Schäfer, Treis an der Lda. 11.'). Herrn. Henkel, Odenhaujen, Willi Simon, Odenhausen, Wilh. filaum, Gr.-Linden 114, 6. Johann Ewers, Fronhausen, Wilh. Kramer, Martin Weber, Fronhausen 113, Otto Mandler, Wißmar 112, 8. Otto Wagner. Odenhausen, Wilhelm Keßler, Steinbach und Georg Duß, Steinberg 111, 9. Erich Arnold, Heuchelheim, Adolf Gerlach, Fellingshausen und Eugen Schwalb, Gleiberg 109, 10. Hermann Röhrs- heim, Odenhausen, Wilhelm Albach, Großen-Linden, Otto Weiß, Watzenborn-Steinberg und Otto Deller, Wieseck 108 Punkte. Schülerinnen Ob e r ft u f e: 1. Anna düng, Krofdorf 75, 2. Elsa Schwalb. Heuchelheim 73. 3. Klara Bremer, Wieseck, Anna Pfaff, Krofdorf, Ottilie Wagner, Klein-Linden und Emmi Loch. Herborn 71, 4. Paula Prokopf, Lollar 70, 5. Frieda Richebäcker, Lollar 69, 6. Ottilie Schwalm, Herborn und Auguste Kollmar, Herborn 68, 7. Marie Müller, Treis a. d. Lda. 67, 8. Klara Schieferstein, firof- darf 65, 9. Emilie Ludolf, Lollar 64, 10. Ernestine Hinterlang, Gießen 62 Punkte. II n t c r ft u f e: 1. Lina Bender, Krofdorf 89, 2. Gertrud Gombert, Krofdorf 85, 3. Hildegard Bremer, Wieseck und Marie S u ch a n , Kros- borf 83, 4. Lina Bechllnger, Rodheim 82, 5. Lydia Volkmann, Krosdors und Frieda Jung. Krofdorf 78, 6. Hilde Kröck, Heuchelheim 76, 7. Erna Seibert, Wieseck und Anna Schnabel, Wieseck 71, 8. Zrma Hofmann, Klein-Linden 70, 9. Lina Brückcl, Heuchel- heim 69, 10. Emma Werner, Wieseck und Lilli Volk- mann, Krofdorf 67 Punkte. Mit Sang und Klang zogen die jungen Teilnehmer ihrer Heimat wieder zu, hochbefriedigt von dem Geleisteten und Gesehenen und dankbar der gastfreundlichen Aufnahme in Launsbach gedenkend. Der Abend galt dem zweiten Teil der Veranstaltung, der Feier des 20 j ä h r i g e n S t i f t u n g s s e st e s. Hier kam die ältere Jugend zu ihrem Recht, denn zu einem Turnerfest gehört seit altere- her auch ein Turnerball. Nach eingetretener Dunkelheit zeigten die Aktiven des festgebenden Vereins noch sehr schöne Pyramiden, die in ihrer farbigen, Beleuchtung dem Fest einen würdigen Abschluß gaben. Dke Rhönsegelflüge. Wasserkuppe, 10. Aug. (WB.) Von unsrem Sonderberichterstatter. Heute abend wurde der diesjährige Vorwettbewerb der Rhönsegelflüge abge- schlossen. Kurz nach 8 Hhr startete der Geschäfts- sührer der „Deutschen Motorzeitung", C. W. Erich Meyer (Dresden). Er startete auf einem Rumpf- Eindecker außerhalb des Lorwettbewerbs. Meyer flog einen fünften Abhang hinunter. Die Maschine schien schwanzlastig zu sein und überschlug sich. Meyer kam jedoch ohne Verletzungen davon. — Für heute waren erneut Zie 1 flüge ausgeschrieben. Den ersten Preis errang Reichl auf dem Schul- emdecker „Pegasus" der Martensschule mit 4,30 Meter vom Ziel, den 2. Preis Schwarz auf derselben Maschine mit 27,85 Meter, den 3. Preis L e • ander mit 37,50 Meter. Im ganzen wurde heute bis zum Nachmittag 53mal gestartet. Dabei gelang es Espenlaub auf seiner Nr. 5 2 Min. 8 Sek., ein zweites Mal 24 Minuten zu fliegen, während Horstmann auf „Pegasus" 3 Min. 5 Sek. (Tageshöchstleistung) flog. Völker (Darmstadt) flog auf der Darmstädter Maschine „Margarete" 2 Min. und 3 Sek. lang. . 11/3ug Von imkrtoi 6enbcrbcrid)4eTfiattcr — Heute aSenb 8 älßk fand bie Prei-Verteilung für die in dem Dor* Wettbewerb her Vbönfegelslüge vom 31. 3uli bild Vugufi erzielten Leistungen statt. A. Siegerpreis im Vorwettbe* werb l. Preis dem Flugzeug .PegafuS" der jliegerfdxule VlartenS (Führer Hoffmann! für 588 Punkte: 1071 Mark: 2. Preis dem Flugzeug .PegafuS" des Bergistden Vereins für Luftfahrt . Elberfeld. (Führer Schmidt Puntt- zahl 54<: 929 "Mart B. Preis für bie größte Gesamt» flugbauer. 1 Tuchlchcrer-PreiS dem Flugzeug .PegafuS" der Fliegerschule Martens 'Führer Hoss mann), 1 Stunde 20 Min. 22 Gel.. 500 Mark: 2. dem Flugzeug .PegafuS' deS 'Bergischen Veretns für Luftfahrt. Elberfeld, t Führer Schmidt) 1 Stunde 2 M,n 17 Sek.. 200 Mk. C. Pre « s für bie größte ®e|omtflug- zahl. 1. Preis dem Flugzeug „Pegasus" der Flic- aerichule Martens (Führer Hoffmann) für 61 Flüge 500 Mark. 2. Preis dein Flugzeug „Pe- fajus" des Bergischen Vereins für Lustfahrt, clber- eld (Führer Schmidt» für 50 Flüge 200 Mk. D. Streckenpreis. 1. Preis dem Flugzeug „Konsul" der Akademischen Fltegergruppe Darm- habt (Führer Nehring), Entfernung 9600 Meter: 500 Mark 2. Preis bem Flugzeugführer Espenlaub auf seiner Nr. 5 für bie Entfernung von 5400 Meter: 300 Mk. E. Dauerpreis. 1. Preis dem Flugzeug „D 1* (Führer Seiler, Licgnitz) 14 Min. 11 Sek. 500 Mk. 2. Preis bem Flugzeug Konsul" der Aka- demischen Fliegergruopc Darmstadt (Führer Neh- ring) 9 Min. 51 Sek.: 300 Mk Diejenigen Jungsegelslugzeugsührer, bie im Verlaufe des Wettbewerbs ihre Prüfungen A, B und C abgelegt haben, wurden durch Preise ausge- zeichnet. Außerdem wurde der Fliegerschule Martens für die Ausführung eines brauchbaren Seael- flugzeuges ein Preis von 500 Mk. zuerkannt. (rür die Bemühungen der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt, die trotz der geringen Zahl ihrer an- wesenden Mitglieder unter Hochhaltung ihrer Tradition einen regen Flugbetrieb durchgesuhrt hat, wurde ihr ein Preis von 100 Mk. zuerkannt. 'Außerdem wurden noch einzelne Ehrenpreise verteilt. Schwimmerstartetttziehun»;. Anläßlich des ßänbertDettfampfc» Deutschland-Llngarn ließen sich mehrere Schwimmer zu einem Abendbummel verleiten, der nun — da gegen die TrainingSregeln verstoßen wurde — schwere Bestrafungen nach sich zog. Der deutsche Meister H. a 6 I em - Breslau erhielt Startentziehung bis 1.3an. 21 und dauernden Ausschluß von repräsentativen Wettkämpfen. Berges-Darmstadt Startverbot biS 28. Febr 26, und 6 i t n c r • Bremen bis 30. Aov 25 Briefkasten der Redaktion. (AechtSr i.ichlen sind ohne Verbindlichkeit der Aedaktion.) G. D. Sie sind verpflichtet, der ‘Zlufforberung bcs Käufers Ihres Grundstücks zu folgen und die Auflassung vor Gericht oder Notar zu erklären Do der Kaufpreis seinerzeit sofort entrichtet wurde, hatte die Leistung Zug um Zug zu erfolgen. Don einer Aufwertung kann nicht mehr die Rede sein, da es Ihre Aufgabe gewesen wäre, sofort für eine wirt- schaftliche Anlegung des Kaufgelbes zu sorgen, soweit das überhaupt möglich war. Falls der Käufer auf Auslastung klagt — evtl, auch auf Schadenersatz — wird er mit seiner Klage obsiegen CtoAMTTENFABRIK CONSTANTIN Gesundheit über alles! Wohl nichts wurde während der KriegSzeit eben dem Mangel an Lebensmitteln schwerer npfunöen, als das Fehlen guter Seife. Mil inem gewissen Graulen erinnert man sich der erüchtigten K. A.-Seifc und des nicht minder ircifcHiaftcn K. ä.-Seifenpulvers. Die Männerest hat daS lange nicht so empfunden, als die rauen. Was wurde damals nicht alles unter- nmmen, um den entsetzlichen Zustand zu beseiti- cn doch welche Enttäuschungen erlitten unsere .usfrauen, als sie versuchten, selbst Seife zu 'chen. Diese schrecklichen Verhältnisse liegen zwar ‘c glücklicherweise hinter uns. Geblieben ist aber die Erkenntnis, was uns eine wirklich gute Seife eigentlich bedeutet und wie richtig es ist, beim Einkauf äußerst wählerisch zu sein. Das Angebot ist wieder groß geworden, und jede erfahrene Hausfrau weiß, daß sich auch unter den heutigen Seifen viel zweifelhafte Erzeugnisse befinden. — Welche Eigenschaften muß nun eine wirklich gute Kernseife eigentlich besitzen? Sie muß rein fein, d. h. sie darf keine Füllungsmittel enthalten, die nur einen billigen Preis vortäuschen. Sie darf keine freie Soda enthalten, welche die Wäs/'e grau macht und die die Wäschesaser zerstört. Sie muh einen frischen Geruch haben, der sich auf die Wäsche überträgt. Sie darf die Hände der Wäscherin nicht „aufwaschen". WaS nützt es denn, den menschlichen Körper mit auserlesenen Feinseifen zu reinigen oder mit Parfümerien zu behandeln, wenn der widerliche Geruch schlechter Kernseife durch die Wäsche auf die Haut übertragen wird und denjenigen des Parfüms oder der Toiletteartikel niederkämpft? Darum ist beim Einkauf von Kernseife größte Vorsicht geboten! Scheinbare Ersparnisse beim Einkauf von Seife rächen sich schwer an Wäsche und Körper, also an Gut und Gesundheit! Eine Kernseife, welche die höchsten Bedingungen erfüllt, ist diejenige der 1843 gegründeten Seifenfabrik C. Vaumann, Offenbach a. M. Diese wirklich zweckentsprechende Seife trägt alS Garantie auf jedem Stück das geschützte Warenzeichen „Ertraseine Qualität" lowie den Aamens- zug .,C. Vaumann". Ein besseres Fabrikat gibt es nicht! Deshalb ist jede HauSfrau, welche diese Seife benutzt, aller Sorge um Reinheit und Erhaltung der Wäsche enthoben. Dabei ein verhältnismäßig niedriger Preis. Zeder Würsel, frisch 250 Gramm schwer, kostet in allen Laden- geschäfien 35 Psg. Zum Aufkochen der Wäsche wird dieselbe hervorragende Qualität auch in geschnitzelten Spänen (Vaumann's Spänleife oder Schrnyel- felfe) zu 80 Pfg. das Paket im Frischgewicht von 500 Gramm geliefert. Nochmals sei zum Schluß den Hausfrauen eingeprägt: Auch heute noch wird viel zweifelhafte Seife in den Handel gebracht: aber ein Fabrikat, dem man unbedingt und ohne jede Enttäuschung vertrauen kann, ist Aaumann's Seife „Extrafein". DOOODOOÖDOaC" "'nODODDO ahnarzt Or. Fischer Or. Neumann-Spengel verreist von der Reise zurück Vertreter: Or. med. Adam, ab 17. August Dr. med. Petsch __________________________ 7619 D 2sSÄI.9.lfflZiBll8F mit Küchenbrnutzuna von jungem, kinderlosem (Zhevaar sofort nefucht. Schriftliche Angebote unter 06650 an den Gteßener Anzeiger erbeten. wohnt und praktiziert jetzt Gartenstraße 17 Sprechst.8—9,3—4. 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Die Höhe der Steuerschuld ergibt sich aus dem Steuerbescheid für dasRechnungsjahr 1925, falls ein solcher bis zu dem angegebenen Zeitpunkt zugestellt ist, andernfalls aus dem Steuerbescheid für das vorige Jahr. Insoweit die Steuerschuld nach dem Steuerbescheid für das Rechnungsjahr 1925 höher ist als die auf Grund des vorjährigen Bescheids vorläufig entrichteten Zahlungen, ist der Llnterschiedsbe- trag binnen zwei Wochen nach der Zustellung des Steuerbescheids für das Rechnungsjahr 1925 nachzuentrichten. Im Falle nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt kostenpflichtige Mahnung und gegebenenfalls Beitreibung. Auch sind Verzugszuschläge nach dem für die Reichssteuern gültigen Satze (halbmonatlich l°/0) zu entrichten. Schonfrist: eine Woche. Gießen, den 10. August 1925. Freifrau Wilhelmine Roeder von Diersburg geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, insbesondere für das gütige Mitwirken des Kirchenchors Londorf und des Gesangvereins Frohsinn, sowie für die Beteiligung der Kriegervereine und des Frauen Vereins Londorf-Kesselbach sprechen wir unseren tiefgefühltesten Dank aus. Modes. LehruiWeii durch Verkauf von Strümpfen direkt ab Chemnitzer Strumpssabrikation. Bet guten Referenzen Kapital nicht erforderlich. Angebote unter Z. 2043 an Ala HacM»'- ftcin & Vogler, A.G., (> bemnitz. (76i3A Freiherr Karl Roeder von Diersburg Rittmeister a. D. Es hat Gott gefallen, mir auch noch mein letztes geliebtes Kind und Enkelkind Magdalene Ngoso nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden in die ewige Heimat abzurufen. In tiefem Schmerz: Amalie Ngoso Wwe. geb. Klappert nebst allen Angehörigen. Gießen, den 12. August 1925. Die Beerdigung findet Freitag, 14. August, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Lastkraftwagen- siihrer gesucht für neuen ö-Tonnen-N.A.6. Nur ältere, erfahrene Fahrer wollen sich melden bei ^»v A. Kircher Automobile Bleichste. 15. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden meines guten unvergeßlichen Mannes, sowie dem Henn Pfarrer für die trostreichen Worte am Gr^be, Herrn Dr. Hofmann und Frau Bald für die liebevolle Pflege während des schweren Krankenlagers, sage ich auf diesem Wege meinen herzlichen Dank. Die trauernde Hinterbliebene: Katharina Schnabel geb. Spuck. Leistungsfähiges Südwein- Import-Haus Süddeutschlands sucht für Gießen und nächste Umgebung rührigen Vertreter aus der Spirituosen-Branche. SchriftL Angeb. unter 7626V an d. Gieß. Anz. erb. Mmskag, sen 13. MM, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: Rodheim an der Bieber Sonntag, den 16. August, vorm. 11 Uhr und nachmittags 21/» Uhr Volks-Missionsfest Thema: „Wir und unsere Jugend". Nachmittags bei günstiger Witterung am Wald, sonstkirche. Festprediger: Pfarrer Lic. Euler aus Düsseldorf u. a. MU M Prima Nordsee Cabliau, Schellfische, Seelachs u. Bratschellfische Frische Zischkoteletts Hrische Weintrauben Pfund 65 Pf. [7616c Zrische Tomaten Pfund 30 Pf., 3 Pfund 80 Pf. WHmiM Babnboittr. 37, Fernsvr. 1631 |Mietgesuche| Einfach möbl. Zimmer per 1. Sevt. 1925 gesucht. Schriftliche Angeb. mit Preisangabe unter 7620V an den Gies;. Anzeiger erbeten Verheirateter WM gesucht. 76411) SIMM 7. suchen wir für uns. mit dem Ehrendiplom ausgezeichnet. Puh» und Reinigungsmittel sowie fetth. Reinigungsseife einen bei Kolonialwarengeschäften u. Drogerien bestens eingeführten Vertreter gegen hohe Provision. — Offerten mit Referenzen erbeten an Pekalinfabrik Gebr. Stephan, Frankfurt a.M.-West. Rödelheimer Landstraße 5.7638V MSI. MM zu vermieten [0^3 Eeltcrsweg48II,r. Möbl. 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Als besonders maßgebenden Sachverständigen für die militärischen Fragen deS deutschen Zusammenbruchs im Ja pro 1918 hatte der Parlamentarische Unter- suchungSauSschuh den General a. S. von Kuhl eingesetzt, der als Ehes deS Stabes der Armee des Kronprinzen Rupprecht von Bayern, namentlich aber in seiner Eigenschaft als anerkannter Militärschriststeller, zur Beurteilung der zur Entscheidung stehenden Schuldfragen besonder- berufen ist. Die Frage, welche Umstände den Umschwung der Kriegslage vom Juli bis zum November 1918 herbeigesührt haben, ist zum Teil bereits durch die bisherigen Darlegungen beantwortet. Bon entscheidender Bedeutung war der Zustand deS HeereS. Daß das Heer nach vier KriegSjahren, nach den schweren Abwehrschlachten des Jahres 1917, nach der mit dem Aufgebot aller Kräfte im ersten Halbjahr 1918 durchgeführten Offensive und nach den andauernden hartnäckigen Rückzugskämpfen im Sommer 1918 stark erschöpft war, kann nicht wundemehmen. Die Stellungsdivisionen, die allzu lange tn den Stellungen hatten belassen werden müssen, waren ausgebrannt und dem feindlichen Ansturm nicht mehr durchweg gewachsen, alS die Offensive der Gegner im Sommer 1918 begann. Die bisherigen Angriffsdivisionen waren stark verbraucht. Die schweren Derluste konnten nicht mehr erseht werden. Der Ersah ging zu Ende. 3m August 1918 mußten 10, im Oktober 22 Divisionen aufgelöst werden. Die allgemeine Ersahlage war von ausschlaggebender Bedeutung. Wie sie auf die Verhältnisse an der Front cinwirkte. soll durch eine Darlegung der Lage bei der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht näher erläutert werden. Die Grundlage für die Stärkeberechnung der Truppen bildete die „Feldstärke" der Bataillone. Satin waren außer den fechtenden Mannschaften auch die Abkommandierten, Kranken und Vermißten, der Troß und die Deurlauten enthalten. Diese Zahl gab somit die Derpslegungsstärke an und konnte nur mit Einschränkung zur Bewertung der Kampfkraft herangezogen werden. AIS Sollstärke war vor Beginn der FrühjahrS- ossensive die Zahl von 850 Unteroffizieren und Mannschaften für das Bataillon festgesetzt worden. entsprach dieS den tatsächlichen Verhältnissen. wie sie Ende 1917 vorgelegen hatten. Die durchschnittliche DataillonSseldstärcke kann Ende 1917 auf etwa 900 Mann angenommen werden. Aach Abrechnung der Kranken, Beurlaubten. Ab- lommandierten ufw. betrug die durchschnittliche Gefechtsstärke der Bataillone an der Westfront etwa 640 Mann. Abgesehen vom Jahrgang 1899 standen als Ersah zunächst nur die Wieder genesenen und Abgaben der Ostfront zur Verfügung. Die Ersahlage erforderte daher, wie die Oberste Heeresleitung im Dezember 1917 betonte, »sparsamstes Haushalten mit dem verfügbaren Menschen- rnaterial". Zu Beginn des Jahres 1918 wurden den Divisionen die ersten Rekruten des Jahrgangs 1899 überwiesen. Die Heeresgruppe erhielt im Januar und in der ersten Hälfte des Februar 26 350 Rekruten. Ihre Einstellung in die Front war für Ende März beabsichtigt. Unter diesen Verhältnissen war es nicht möglich, allen Divisionen den vollen Ersah zuzu- *) „Die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918“. Vierte Reihe im Werk des Untersuchungsausschusses der Deutschen ver- lassunggebenden Rationalversammlung und des Deutschen Reichstages 1919—1926. D erhand- lungcn — Gutachten — Urkunden. Jm Auftrage deS Deutschen Reichstages. Unter Mitwirkung ton Dr. Eugen Fischer als Generalsekretär und Dr. Walther Bloch als Sekretär deS 4. Unterausschusses herausgegeben von Dr. Albrecht Philipp. M. d R. Vorsitzenden des 4. Unter- -ausschusses. 3 Bände l.Dand: Derhandlungs- bericht. Stenographische Protokolle. Entschließungen usw. 2. Band. Gutachten deS Sachverständigen Oberst a. D. Bernhard Schwertfeger. 3. Band: Gutachten des Sachverständigen Generals der lKreis Heppenheim drei Wochen btt. Schort aus Harten. . dah er bald darai? 'N. Der Ball», en Hochschule hat an s a h r t unternommen tof. Eberhard, önn für Lustfahrt an der Ne Fahrt, die um 10 r Hanau, dann über Hersseld bis in die n, wo btt Ballon um werben wird. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge zu urteilen, wird sedoch der Plan verwirklicht werden. — In letzter Zeit treten die Zigeuner im hiesigen fflebfet äutzersl stark auf Durch das Dill- tal kommen ganze Irupos, die nach Süden weiter« ziehen. (Ein jeder Kreis sucht nach Möglichkeit einen längeren Aufenthalt in seinem Gebiet zu verhüten und schiebt die braunen Gesellen weiter. fpö. Frankfurt a. M, 10. Aug. Der 49jöh. rige 3beiHbinber Peter Schmitt aus der Bogcl- defanggafle stürzte am Samstagabend bei der 'icimfepr die steile Haustreppe hinab unb Itarb nach kurzer Zeit an den beim Sturz erlitte- nen Verletzungen. — In einem Anfall geistiger Umnachtung stürzte sich in der Nacht zum Montag eine junge Frau, die krankheitshalber im städtischen strankenhause weilte, aus einem Jen ft er des zweiten Stockes und war auf der Stelle tot. spd Frankfurt a. M, 11. Aug. Gins Pvllzeistreisc. bic in der Nacht zum Dienstag morgens gegen 3 Uhr durch die Savignystraße ging, hörte plötzlich aus dem Haufe Nr. 25, in dem sich hie Direktion der Deutschen HandelS- gefellschaft befindet, Röcheln und leises TB i #h - m e r n. Sie alarmierte die nahe Polizeiwache und drang bann in das Hau- ein. Hier sand man in der Wohnung des Generaldirektors Hoof die tunge Frau Hoof anget leibet auf dem Fußboden liegen Eine Untersuchung ergab, dah auf die Frau mehrere Nevolverschüsse abgegeben traten, die in die linke Bauchseite eingedrungen waren. Der Revolver lag in einer Ecke des Zimmers. die abgeschossenen Hülsen zerstreut im Zimmer umher Die lebensgefährlich verletzte Frau wurde lvfvrt dem Städtischen Krankenhause zugeführt, wo sie noch nicht vernehmungsfähig bar- nieherlkgt. Es erscheint fraglich, ob sie bei der Schwere der Schuh Verletzungen mit dem Leben davvnkommt Der Gatte weilte seit einigen Sagen in der Nhön und nahm dort an den Segelslugwettbewerben teil. Die ganze Sachlage läßt auf einen Nkordanschlag schließen Wer als Täter in Frage kommt, darüber ist man noch im Zweifel. Dorläufig fehlt es darüber noch an Anhaltspunkten. Wiesbaden, 11. Aug. (WTB.) Heute vormittag ist aus bisher unbekannter Ursache in her Themi scheu Fabrik Mondors & Mauerberger in Dotzheim bei Wiesbaden, in der Filmstreifen hergestellt werden, eine Cr - plofion entstanden. Dier Frauen verbrannten. während der Fabrikant Mondors mit schweren Brandwunden in das Krankenhaus einaeliesert wurde, wo er kurz daraus verstarb. Außerdem zog sich ein Feuerwehrmann eine Schlagaderverletzung zu. Die Wiesbadener und die Dotzhebner Feuerwehren löschten schließlich den Brand. XX Scheuern b. Nassau, 11. Aug. Die hiesige Ecziehungs- und Pslegeanstalt kann in diesen Tagen auf ein 75iähriaeS gesegnete- Bestehen zurückblicken. Insgesamt 1958 Pfleglinge ohne Unterschied der Konfession hat die Anstalt bis jetzt ausgenommen. Gegenwärtig bildet sie 450 Geistesschwachen und Epileptikern ein Heim. Der Wiste, den Aermsten der Armen in christlicher Liebe zu dienen, das ist der Leitgedanke für die Arbeit der Anstalt bis heute geblieben. Schadensersatzregelung für Ausgewiesene. 'Aach neuerdings von der Reichsregierung er- lassenen Richtlinien kann die Niederschlagung der an Ausgewiesene gewährten nichtabgedeckten Darlehen und Borschüsse auf Sach- und Personenschäden erfolgen, wenn a) die Wiedereinziehung der Schuld nach Lage der Derhältnisse ausgeschlossen ist, z. B. wenn der Schuldner ohne Hinterlassung von Bermögen verschollen, verstorben ist oder sein Aufenthaltsort nicht mehr ermittelt werden kann; b) bic Wiedereinziehung der Schuld unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Der- hältnisie des Schuldners eine Härte bedeuten würde, weil sie seine wirtschaftliche Existenz ge- sährden ober ihn in schwere wirtschaftliche Not bringen mürbe; c) die Wiedereinziehung der Schuld mit Mahnahmen verbunden wäre, die in keinem Verhältnis zu der Höhe der Schuld stehen. Es handelt sich um bisher nicht abgedeckte Darlehen und Vorschüsse, die von der Reichsentschädi- gungsstelle Kassel gewährt worden sind, mit Aus- nähme der verzinslichen Darlehen zur Wiederaufrichtung der Existenz, auf die die vorstehenden Be- Kimmungen keine Anwendung finden. Die Anträge der Hessischen Staats- und Kommu- nalbcamten und der aus Hessen ausgewiesenen Angehörigen der freien Berufe bearbeitet die Hessische Zentralstelle für Ausgewiesenenfür- sorge (Darmftabt, Luisenplatz 5), bei der die zur Anmeldung au benutzenden Formulare unmittelbar anzufordern sind. Die Anmeldungen haben bis zum 31. August 1925 zu erfolgen. Reichsbeamte und -bedienstete stellen die Anträge bei ihrer vorgesetzten Dienstbehörde. Kleine Straffammer Gießen. Gießen, 10. Aug. Der Gärtner Ludwig 2. in Neuhof bei Fulda hatte Ende November 1924 seinem Verwandten Kostrab H. von Steinfurth etwa 9000 Rosen (rosa canina) aus besten Garten gestohlen und sie in Fulda verkauft. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen schweren Diebstahls (Ginsteigen) zu 5 Monaten Gefängnis. In der Berufungsverhandlung konnte nur einfacher Diebstahl sestgestellt werdens demgemäß wurde die Strafe auf 3 Monate Gefängnis her- i bgefctjt Erfolg hatte auch die Berufung des Mol- eceibesihers Adolf Ä. von Ruppertenrod, :r vom Amtsgericht wegen Pfandäuße» u n g zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt worden war.' er hatte einen Ofen und 3 Stühle, die rdnungsmähig gepfändet waren, beseitigt. Da er ungestraft ist. wurde in 2. Instanz auf eine Geldstrafe von 30 Mark erkannt. Dem Amt4r>rknnDig«ng-bl5i. •• DaS AmtSverkündigungsblatt Nr. 64 vom 11. August enthält folgende Abschnitte: Die Wahlen her Bürgermeister in den Landgemeinden des KreiseS Ueberwachung des Obstes an den Krcisstrahen. Unterhaltung der Krcisstraßen. UnfastverhütungSvorschristen für landwirtschaftliche Maschinen. Feldbereinigungen Grohen-Linden. Holzheim und Rödgen. Gefunden, verloren. Nachtrag zur Ortslayung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk „Glückauf" für die Gemeinde MainAlar. 0 135 «MS j 16*5 * « III .5 i IJ3.fi II GefchäftSaustichten Konkurse Berücksichtigt den Grenzen des alten Reichsgebiets monatlich ts 53.5 62 1*2.25 121 Banknoten. Setreibebörse. Frankfurter 6 15 32 <6.25 16 49 49,10 in in so 69.75 94.5 114.« 115 66 796 723 776 637 307 man. dast ,60 114 103 8.5 71,25 54,60 73 50,5 415 42 55 0.270 « $15 0.19 » 2475 U.'-tM) • 1325 0,75 66,75 22 9,2 573 0.27 0.28 t 1.7.5 94.4 5.75 36 126.75 256 240 309 223 351 im Iahre 1913 1 Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 11. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer neuer Ernte 26 bis 27, Roggen, inländischer neuer Ernte 21,25 bis 21,75, Sommergerste für Brau,wecke neuer Ernte 26 bis 28, Hafer, inländischer 20,50 bis 23,50, Mais, gelb 22 bis 22,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,50 bis 40,25, Roggemnehl 29,75 bis -1,75, Wei- .jenfleie 11,60 bis 11,90, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Behauptet. 51.50 71,9 selben Zeit Ianuar Februar März April Mai 0,44) 114,5 113.9 4.9 67 92,75 82 51,50 94 70,2. 52.13 71.8 3'1 40.50 40.5 55 UM 103.5 60,75 41.25 39 58.9 J 48.75 •NI 121,30 20.2.5 35.5 94.4 5.8 32 Metolldant Mitteldentlche ffrebübanf . . Cc'trrTcictiictc ^retoüanfiatt. Seftbonf L*okN-nti7kvknrr • cromerti . . 68 56,25 «3.50 112.25 114.2.5 tu 103.25 78 93 7.6 0.0 .5 61 815 Fällen der Konkurs verhängt wurde, ergibt sich, dast jetzt ^wenn man Konkurse und u.t4 n ?i 91.75 »4.65 2633 gegen London gebessert Verstimmung bestand dagegen am Zloty Marti. wo die ichlechte Entwicklung der polnischen Währungsverhältniste einen ungünstigen Eindruck machte. Die Reichsmark wurde gegen Mittag notiert in London 20,40, Paris 5,08$, Amsterdam 59,18. Börsenkurs?. (Ohne Gewähr.) 0,07 59 40 3R.5 5. 45 62 86.5 I» 19.75 33.7.5 37.5 61.9 <9.62 58.62 47.73 M 110 1X2 26 .3* 0.2.5 50 76 46 4*6 4*.75 55.25 93.25 (25 25 <3.75 116 116.50 67,75 MSKKI taH ÄalUDttfe fiicberStete fialirwrf TBiftrrrgeUl Manrabv.rtr CbcrbeMrt Betebe . . < ÜfioH waldhos. . . . iderfnbrit Rran!att6«I idcrfabrtf SBagbäufef 0.4 73 III 5 114 75 4 x 6K 96 94 71.5 *2 5 72,5 51,5 in 32 5 44 112.75 Go (ie älebersehung der deutschen Wirtschaft läßt auch die Kartellstatistik zu: sie zeigt, dast wir 1905 nur rund 420 Kartelle in Deutschland hatten, Ende 1924 dagegen ca. 3100. Dast die Abbautendenzen unter diesen Berhältnissen weiter fortgeben müssen, daran ist wohl nicht zu zweifeln. Es genügt, darauf hinzuweisen. dast gerade in den letzten Monaten eine ständige Zunahme der Wechselproteste (der Borläufer von Konkursen) zu verzeichnen ist. Man tut gut daran, sich in allen Gewerbezweigen auf diele Entwicklung noch stärker als bisher einzustellen. Frankfurter Abendbör-e. Frankfurt a. M., 11. Aug. Auch die heutige Abendbörse stand unter dem Zeichen der Abgaben- Neigung, wobei das Angebot eine Steigerung zeigte. Bei lustlosem Geschäft setzten sich die Rückgänge auf allen Gebieten fort. Die stärksten Verluste wies wieder der Montanmarkt auf; bann folgten chemische Werte. Dagegen konnten sich Bankaktien behaupten. Am Rentenmarkt zeigte die Kriegsanleihe ebenfalls eine nach unten gerichtete Tendenz. Sie l'chlost zu 0,147* Schutzgebietsanleihe 2,600. Der Schlich der Abendbörse war weiter lchwach. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,155, Schutzgebietsanleihe 2,675. Bankaktien: Commerzbank 93, Darmstädter Bank 111,50, Deutsche Bank 112,75, Deutsche Ver- einsbank 60, Diskontogesellschaft 102,75, Dresdner Bank 100,25, Mitteldeutsche Creditbank 93, Reichsbank 120,37, Oesterreichische Kreditaktien 7,4. Montanaktien. Bochumer 55,50, Dcutfdj-Vuremburger 55,50, Mannesmann 57, Phönix 60, Rheinische Braunkohle 109, Rheinstahl 49, Nombacher Hütte 48,75, Kali Aschersleben 119. Chemische Aktien: Badische Anilin 121,62, Elberfelder Farben 113,75, Höchster Farben 113,87. Jndustrieaktien: AEG. 92,75, Dyckerhofs 30, Ehlinger Maschinen 43, Licht unb Kraft 89, Fuchs Waggon 0,55, Inag 0,53, Krauß Lokomotio 33, Lechwerke 71,50, Peters Union 67, Schuckert 51,50, Heilbronn Zucker 54. Berliner Börse. ((Sigenet Drahtberich! des..Gießener Anzeigers".) Berlin, 11. Aug. Der gedrückte Verlauf des gestrigen Spätgeschäftes, der durch erhebliche an ben Markt gelangte Aktienposten der iührenben Spekulationspapiere veranlaßt war, verstimmte auch ben Berkehr an ber Frankfurter Abenbbörse unb wirkte auch heute nach. Wenn fick auch bas Tempo ber Kursabschläge etwas verlangsamte, so herrschte bod) bei Beginn ber Börse bie Abgabeneigung vor, bie zu einer Verschlechterung b e s Kursnioeaus führte. Allerdings war heute bas Angebot weniger bringend als gestern, so daß nach Festsetzung der ersten Kurse das Gesamtbild etwas sreundlicher wurde. Die durch Annahme ber Steuer- vorlagen erfolgte Halbierung bes Börsenstempels blieb ohne Eindruck, da man diese Ermäßigung für zu gering hält, um das Börsengeschäft beleben zu können. Man diskutierte vielmehr eifrig über bie Abwicklung ber Stinnesoerpflichtungen, deren Der- lauf sich aus dem in den nächsten Tagen zu veröffentlichenden neuen Status ergibt. Am Geldmarkt setzte sich die E r l e i ch t e r u n g der letzten Tage fort, io daß der sag für tägliches Geld auf 64 bis 104 Pro;, ermäßigt werden konnte. Monatsgeld 104 bis 114 Proz. Am Devisenmarkt konnten sich Pans und Malland nach dem gestrigen Rückgänge wieder etwas erholen. Auch Oslo lag mit 0,75 65.9 21 9 57,5 0,45 o,75 97.25 68 3» 22,25 61 57.25 0.4 5 0.100 e.ej 0.26 5T Tran®- Stefe*cntef6« «*fo WrtdHaaletbe B'V £- ToBc: InL bre Tofl .64br s*aaB:t((■«.*) ♦k -toniärten......... 6°,. öofbmenteert ... - Petttnn HandelSqeletlttbaN - aemmeri- enb Pnvat Bant DemfL an» nationalbant . DenNche Bant ..... Berlin, 11. Aug. Der Produktenmarkt neigte weiter zur Schwäche, wobei das wachsende Angebot aus der neuen Ernte eine Rolle spielte und auch die andauernde Unklarheit der Zollregelung stört. Es wurden notiert: Weizen, märkischer 251 bis 254, September 26L5O, Oktober 262,50; Roggen, märkischer 184 bis 190, -septcmber 201 bis 202, Oktober 204,5 bis 205,5; Gerste, märkische 255 bis 280; neue Wintergerste 192 bis 200; Hafer, märkischer 215 bis 213, Oktober 198; Mais, La Plata (loco Berlin) 213 bis 216.Weizenmehl 33 bis 35; Roggenmeh! 26,75 bis 28,50; Weizenkleie 14; Roggenkleie 13,75; Raps 355 bis 360; Diktoriaerdsen 27 bis 34; kleine Erbsen 25 bis 27; Futtererbsen 23 bis 25; Peluschken 23 bis 25; Wicken 26 bis 28; Lupinen, blau 12,50 bis 14,50; Lupinen, gelb 15 bis 16,50; Raps kuchen 16,60 bis 16,8*'; Leinkuchen 23,60 bis 24; Trockenschnitzel 12,20 bis 12^0; Torfmelasse 10; Aartoffelflocken 26,30 bis 86,60; Zucker 22,40 bis -22,60. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mart ouSaebructL Buenos-Aires, London, Vito- York, aapan. Rio de Janeiro für eine 6tnbcit, Wien und Babavef: für 100 000 Linhetten. alle» übrtae für 100 Einpeitru.» Telegraphische Auszahlung. _________(Ohne Gewähr.)______________ Wirtschaft. Der Abbau der deutschen Wirtschaft. Seü einiger Zeit lassen tich die Ablauten- denzen der ticur’dxn Wirtschaft deutlicher all früher erkennen. Bor allem lomml der Abbau, der in einzelnen industriellen Zweigen, wie dem Luhrbergbau. seit längerer Zeit dukchge'ührt worden ist. nun auch im Handel stärker «.um Ausdruck Nach ^iner Statistik der Berufs- genessenschaft des Wuschen Einzelhandels hat bie Zahl der in den Gm,;- mdelsgefchäften beschäl - tigten Personen in der letzten Zeit nicht unerheb. lich abgenommen. Verschiedene Handelskammern haben Feststellungen dabinaehend actroffen. hast zwar die Zahl der bandelsgerichtlich eingetragenen Firmen vielfach 70 bis 30 Pro^ über Friedenshöhe liegt, dast aber von htefen Finnen in der Regel höchstens zwei Drittel ihr Geschäft tatsächlich ausüben. Besonders interessant ist eine 'Verfolgung i>er Konkursstatistik Soweit für dieses Iahr Zahlenmäßige Angaben vorliegen, betrug die Zahl der- 1'eDuS Bergbau. .... . bamdartz-Rmertto Tatet. . . worbbearteixr Llovd tberamttdie Berte Stbtil . . Zunauwert Heidelb«« . . Pdilipv öoUmaiiD ..... Rnoln.6oni..®iiurt a.M. t'rtlm SüuÜ _______________Titrtnw: 10 K II 8 IU.K 11 8 10 August 11. August Amtliche Noti runa Amtliche Notierung Geld Brief (Selb Brief Nmn.-Non. Ui8.7it 16'.', 21 168.79 161.21 vucn--Aires 1.69; 1.70) 1.693 1.697 vrff..'.'lntw 18.95 18.99 18 99 19,03 ebrtftiüitid 77,(Ml 77.20 77,35 77,5.» Äopenbafliti 95,55 95,70 H5.8H 96,12 Ctoctbolm • 112,81 113 09 112.81 113.0« Öelfmofort. 10,175 10.615 10.575 10,615 aiaden . . 15.07 15.11 15.22 15.2(- London. ■ »0,377 20,429 20,376 2O.42X Weunort . . 1.195 1.205 4.195 4.205 *Lfah nicht zu erkennen ist. Dies und eine Füll' anderer Fragen. behandelt von In- und Ausländem, von Freunden und Gegnern deS DölkerbundeS, enthält das äußerst lesenStverte Heft. .Die Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (Münch n. Verlag §. Druckmann A.-D i Das Augustbeft zeigt neben der köstlichen Fülle und Schönheit der Abbildungen auch den besonders reizvollen Wechsel der Darbietungen. Zunächst lernen wir die beste t Werke au« der diesjährigen Ausstellung des Münchner Glaspalastes kennen. Als ein Plastiler von grober Eigenart und außerordentlicher Destaltungs- krasl. wird uns der Hamburger Bildhauer Ludwig Kunstmann vorgesühr' Im Gegensatz zu diesen mächtigen Gebilden wirkt die ornamentale Ausgestaltung deS Biktoriatheaters in Pforzheim durch den Bildhauer Anderson höchst a.unutSvoll und heiter. — Ein vorzügliches Beispiel der Kricgerehrung ist die so wundervoll in die Landschaft f)inctngefct)te KriegergebächtniSk.'.pest^ in Reit im Winkel (Bayerni ton Bruno Biehler. — Für unsere Kinder, ein nützliches Bilderbuch. Bierteljahresschrift. Herausgeberin Klara Sander, Köln. Verlag G. Braun, G. m. b. H. in Karlsruhe i. B. Reizende, praktische Kleidung für Buben und Mädchen für den kommenden Herbst zeigt das neue Heft. Die Sorge ber Mutter wird nicht sein: Wie ziehe ich meinen Liebling an? Sie wird nur zu wählen haben: Welches der Kleidchen und Mäntelchen ist das allerschönste? Das Heft enthält Kleidbeschreibungeii und verkleinerte Schnitt- Übersichten; Schnittmuster sind lieferbar. — Die neueste Nummer der I 11 u ft r i e r t c n Zeitung (I. I. Wever, Leipzig) führt dem Leser in Wort unb Bild das vor Augen, was die Reichs- ausstellung „Deutscher W e i n" in Koblenz der ganzen Welt zu zeigen gewillt ist. In einem reich illustrierten Artikel gibt Dr. "v v. Bassermann Jordan einen historischen Ueberblirf über die Entwicklung des Weinbaues, wahrend ein anderer Aufsatz in Form einer Chronik über die berühmten Wein- jc.hre in den letzten dreihundert Jahren berichtet. Dr. H. Zillig, schildert in seinem Aussatz „Bon ber Rebe bis zum Wein" bic harte unb mühevolle Arbeit bes Winzers, zahlreiche interessante Abbilbun- gen, barunter bie farbige miebergegebene Zeichnung von Rudolf Lipus ,Ln ben .Kellereien der Bereinigten Weingutsbesitzcr in Koblenz", tragen auch hier zur Beranschaulichung des Textes bei. — Zwei Hauptmotive geben dem Inhalt der fachen erschienenen Nr. 32 der „L u st i g e n 'Blätter" den Anstrich: Politik und Babesaison' Beides durch Künstlerhand unb scharfen Witz in eine Form gebracht, hie auch ben anerkanntesten literarischen Feinschmecker gefallen muß. Run dfunk-Programm des frankfurter TeuderS. (AuS der ^Radio-Umschau".) Donnerstag, 13. August. 3Uhr: W rtschastsmelbungen. 4Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirischastsmeldungen. 1.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.25 Uhr: W'rlschaftsmeldungen. 4.30 bl< 6 Uhr: Nachmittagskonzert des HausorchesterS, Klassische Schaulpiel-Ouvertüren. 6 Uhr Wirt- schastsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr Die Lesestunde (Aus fernen Ländern, AuS dem Buch: ..Unter Indianern Südamerikas", von Prof. Dr. Max Schmidt, Berlin. 6.30 bi«# 7 Uhr: liebet* tiagung von Kassel. 7 Uhr W rtschaftsmeldun- gen. 7 bis 7.30 Uhr BortragszykluS der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau: „Die Ausireriungsaesehe: erster Dortrag: Die Aufwertung der öffentlichen Anleihen." 7.30 biS 8 Uhr: Dortrag von Dr. P. Lertes: „Die Entdeckung der elektromagne'.ischen Wellen durch Heinrich Hertz". 8.30 bis 9.30 Uhr Heber» tragung von Kastel. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Uhr Die Spätankündigung: „Udet!". 9.45 Uhr: Sportsunkdienst. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 bis 11 Uhr: Ballmustk. veranstaltet vom Harmonieorchester des Franst. OrchestervereinS, Leitung: Kapellmeister Westert. schauniDon mit gern schwarzen Koni I verdankt seiner vorzüglichen Wirkung unb absoluten i Unschädlichkeit bie Empfehlung erster Fach- irztc Tic Lchutzmarle „Schwarzer Stopf" bürgt für das einwandfreie, echte Fabrikat. ist bas Beste, was Sie zur.st.pswäsche .lufcnknnen. Preis 20P fg. Erhältlich in den Sorten: Veilchen, Eau beCologne, Lavenbel, y ramille, Eigelb, Nabelholzteer, Brenuessel, Perutannst^ Hersteller: Han» Lchwarzd opf, Berlin-Dahle». 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Gabby trat ein. Sie grüßte freundlich, der endlose Tag, den sie in freudiger Erwartung zugebracht hatte, war endlich vergangen, — und ihre erste F^age, noch im Vorzimmer, galt Frau Fellips. „Bitte nur einzutreten, Fräulein, die gnädige Frau wird sofort kommen", sagte das Mädchen mit honigsüßer Stimme. Ihr gezwungenes Lächeln sah man im Dunkel des Vorzimmers nicht. Gabby trat in den Salon und stellte fest, daß ihre gute Laune plötzlich wie fortgeblasen war. Die schwere Luft mitten in all dieser Pracht beklemmte sie. Obwohl sie das Mädchen draußen im Vorzimmer kaum näher betrachtet hatte, fühlte sie doch, daß es einen unangenehmen Eindruck machte. Rur zu gut verstand sie, daß Fob sich hier niemals wohlfühlen könne, Anwillkürlich ging sie zum Fenster, zog die Gardinen beiseite und öffnete es. In tiefen Atemzügen trank sie die kühle, feuchte Luft und betrachtete das Straßenleben unten. Großstadtstraße, Herbstabend ..... Ohne etwas gehört zu haben — der Lärm von der Straße herauf war zu laut, — spürte Gabby plötzlich, daß jemand hinter ihr im Zimmer stand. Sie ahnte, wer, es konnte ja niemand anderer sein, als die, die sie hierhergerufen. Sie wandte sich hastig um. Mitten auf dem Teppich stand ein eleganter, lächelnder Herr: Fellips! Gabby konnte einep kleinen Schrei nicht zurückhalten. „Sie hier!!?? Was soll das bedeuten?" Herr Fellips verbeugte sich mit seiner gewohnten, halb ironischen Höflichkeit und sagte leichten Tones: „Man könnte beinahe glauben, daß es eine unangenehme Aeberraschung wäre." „Aufrichtig gesagt: Ia." Der Bankier behielt seinen scherzenden Ton bei, tat einige Schritte, zündete sich umständlich eine Zigarette an und sagte: „Sie sind nicht liebenswürdig, kleines Fräulein Gabby. Aber ich bin Ihnen nicht böse." Als ob er auf einmal etwas entdeckt hätte, unterbrach er sich und trat zum Fenster. „Erlauben Sie, daß ich schließe? Es ist ein solcher Lärm, daß man kaum seine eigenen Worte hört." „Ich kann die Rotwendigkeit nicht einsehen .....“ „Daß wir uns unterhalten, meinen Sie? Run ja, wie Sie glauben." Gabby war vollständig überrumpelt von dieser unerwarteten und beunruhigenden Begegnung, Sie war außerstande, irgendeine Erklärung für diese unwillkommene Anwesenheit des Bankiers zu finden. Sie fragte nervös: „Wo ist Fob? Wann kommt sie? Warum sind Sie in die Stadt gereist? Warum sind Sie so ins Zimmer herein geschlichen?" Fellips lachte spöttisch. „Das sind viele Fragen auf einmal, Sie sehen, daß es notwendig ist, das Fenster zu schließen?" „Warum weichen Sie meinen Fragen aus? Wann kommt Fob?" „Liebes Fräulein Gabby, ich weiche nicht aus. Aber nehmen Sie doch Platz. Die Ottomane hier ist ein sehr weicher und guter Ruheplatz für jemanden, der einen ganzen Tag etwas mit Spannung erwartet hat." „Antworten Sie auf meine Fragen." „Was Fob betrifft, kann ich nicht sagen, wo sie augenblicklich ist, aber sie ist gewiß in einigen Minuten hier. Lind was Ihre beleidigende Frage bezüglich meiner eigenen Anwesenheit betrifft, so muß ich mit Respekt sagen, daß mir die Beleidigung etwas unbegründet erscheint. Ist es denn so entsetzlich, daß ich es wage, mich in meiner eigenen Wohnung zu zeigen? Auch habe ich ja allerlei Geschäfte in der Stadt, was, wie ich hoffe, auch kein Verbrechen ist." Gabby fühlte sich beruhigt, als sie hörte, daß Fob bald kommen werde, und schämte sich etwas, daß sie ihr Mißtrauen gegen den Bankier nicht hatten zurückhalten können. Seine Aniwort war ja ganz logisch: welches auch die Gründe waren, er hatte natürlich volles Recht, seine Wohnung aufzusuchen. Sie setzten ihr Gespräch noch eine Weile fort, während Gabby ungeduldig die Minuten zählte. Fellips erhob sich und sagte: „Da wir nichts anderes vorhaben, gestatten Sie mir vielleicht, daß ich Ihnen die Wohnung zeige. So vergeht die Zeit des Wartens." In dem sogenannten kleinen roten Salon entdeckte Gabby eine Photographie, die ihr Interesse erregte. Sie war an jenem denkwürdigen Tage ausgenommen, an dem Gabby und Fob bei dem Eisenbahn-Picknick Kellnerinnen gespielt hatten. Während Gabby das Bild betrachtete, erzählte Fellips alles, was diesem fröhlichen Tag gefolgt war. „Ich habe eine andere Photographie," sagte er, „von einer Szene, die eine direkte Folge dieser lustigen Maskerade war. Aber das Bild hängt in meinem Arbeitszimmer. Wenn Sie Lust haben, sehen wir es uns an. Bitte, hier gehen wir." Fellips führte seinen Gast durch alle Zimmer hin in jenes, das bisher mit den Doppelschiebetüren versperrt war. Als sie es betraten, bemerkte Gabby sofort, daß auf dem Rauchtisch des Bankiers eine indische Lampe brannte. „Die brennt immer," sagte Fellivs, „Tag und Rächt, damit ich, wenn ich Lust verspüre, mir Zimmer eine Zigarette anzünden kann." Gabby ließ sich in ein Ledersauteuil nieder, während Fellips einen Stoß Photographien durchsuchte. „Hier ist sie, was sagen Sie dazu?" Das Bild war nichts anderes als eine Kopie nach jenem Film in der Villa Caroly, wo der Bankier auf den Knien um Fob anhielt. Fellips erzählte die ganze Geschichte ruhig und sachlich, nur dann und wann mit einem leichten ironischen Ton. Der Leser wird aber ohne Schwierigkeiten ahnen, welche Gefühle sich in ihm regten, als er diese, für ihn so wenig, heitere Situation wieder aufleben lieh. Gabby hingegen sah darin nichts anderes als die rein komische Seite der Geschichte und mußte über die selbstironische Darstellung des Bankiers herzlich lachen. Sie vergaß ganz, wie die Zeit verging, denn Herr Fellips war, wie man weiß, ein angenehmer Gesellschafter. Aber dann warf sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. Die schmalen Zeiger wiesen fast schon auf acht. Gleichzeitig zog auch der Bankier seine schwere goldene Ahr. „Acht," sagte er ruhig, „da brauchen wir also nicht mehr lange zu warten. Fob kann' jede Minute kommen." Gabby fuhr aus ihrem Fauteuil auf: „Iede Minute? Sie ist schon um eine ganze Stunde zu spät daran. Sie schrieb doch, daß wir uns um sieben Ahr treffen sollten." „Rein, liebes Fräulein Gabby, um acht Ahr war es." „Glauben Sie wirklich, daß ich vergessen hätte, für wann mich Fob hierher bestimmt hat?" „Ich versichere Sie, daß es für acht Ahr war." ’ „Aber ich habe doch den Brief hier. Für sieben Ahr war es." „Sie irren sich, lassen Sie mich den Brief lesen." ' „Bitte, hier können Sie sich überzeugen, wer Recht hat." Gabby nahm den Brief aus ihrer Tasch« reichte ihn triumphierend Fellips. Der Bankier nahm ihn und hielt ihn zur Flamme der indischen Lampe, ohne auch nur eine Zeile zu lesen. Gabby war eine Sekunde wie erstarrt. Dann wollte sie ihm den Brief entreißen, Fellips, hielt sie aber mit seiner Linken zurück, während der Brief langsam verbrannte. „Haben Sie bemerkt, daß das Papier parfümiert war?" sagte er ruhig. Jetzt verstand Gabby die ganze Sachlage: der Brief war einfach eine sehr geschickt gemachte Fälschung, Fob sah in Warminge wie gewöhnlich — wenn sie nicht anderswohin gebracht worden war — und der diese Begegnung mit ihr verabredet hatte, war niemand anderer, als der, dem sic gegenüberstand. In ihrer Machtlosigkeit führte Gabby eine große Szene auf und eröffnete eine ganze Surz- flut von Anklagen gegen Fellips, — was aber diesen nur zu belustigen schien. (Fortsetzung folgt.) 5ÜIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII 40 Jahre Kältemaschinenbau 7344c Zeitgemäße, günstige Preise CARL STUCKRATH Asterweg4^14 Ökclteibfik Steinstr. 56, 58 u. 60 Durch Pneumette wurden ihre Futz- schmerzen behoben. Meine Frau fühlt ihre Flitz» beschwerden durch Ihre Pneu» mette behoben, wenigstens insofern, datz sie wieder länger gehen kann, ohne die seither verspürten Schmerzen zu haben. Alwin F., Schmalkalden. *) Pneumette, die weltbekannte pneu« malische Fußstütze, ist die beste Schuhein« läge gegen Uebermüdung und Senkfuß. Unsere Leser seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Pneumette an jeder« mann 8 Tage zur Probe und mit halb« jähriger Garantie abgegeben wird bei der Firma Schuhhaus Metropol Seltersweg 19. 2029A 1 Woilwarengeschäft mit Maschinenftrickerei und 1 Seifengeschäft zusammen 3 Schaufenster mit kompletter Einrichtung gegen Kasse zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 06649 a.d. Gießener Anzeiger erbeten. 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Insoweit Rechte zurZeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgeseht werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung desVerfahrens herbeizusühren, , widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des ver- I steigerten Gegenstandes tritt. 6603D I Hungen, den 31. Juli 1925. Hessische« Amtsgericht. Platzvertreter gesucht! MasW jutatnufflee Cujernc (Groigtlee) garantiert Mettel SM- oöet Stoflpeltüöen Mler-Msen 30t den Allen Winter-Spinat MWl oöet MAN Etlniei-fiopitalat „ »traut „ Wltiino „ Rothaut MWlleWU veMmeinnW Usw. emosiehlk 7553c Smn»« Heinrich Hahn WuWsllM. lelepöon 1403, Henk© Das hiesige Wasser hat einen ungewöhnlich hohen Kalkgehalt, ist also, wie die Hausfrau sagt, „hart“. Die Folge ist mangelndes Schäumen der Waschlauge, erhöhter Seifenverbrauch und oft sogar Fleckbildung in der Wäsche (Kalkflecke)? Enthärten Sie das Wasser durch einen Zusatz von Henkd’s Wasch- und B!eicb-Soda Henko bindet den Kalkgehalt, das Wasser wird weich wie Regenwasser, Sie sparen am Waschmittel und haben immer eine tadellose Wäsche! LIEBI6SHÖHE Donnerstag, 13. August, abends 8 Uhr: 7. Abonnementskonzert ausgeführt v. d. Kapelle d. ehern. Militär- Musiker unter Leitung d. Musikmstr. a. D. Herrn Topp. Bei schlechter Witterung ist das Konzert im Saale. 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