Nr. NO Erstes Blatt 175. Jahrgang Dienstag. 12. Mai 1925 Erscheint täglid), außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenetFamilirnblütter Heimat im Bild. Monatd lZtjugrprei;: '2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nutnmern infolge höherer Gewalt. Ferns prech-?lnschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGcschaftsstelle51. Anschrift für Drahtnachrichten AnzeigerSiehen. postschecklonto: Sranffurt a. M. 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen frud und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch- und Sicmöruderel H. Lange in Sichen, ächriftleitung und Geschäftsstelle: 5chulttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindUchkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite ortlid)8, auswärts 10 (Bolbpfcnntg; für Rc- Klamc-Anzcigen D.TOmm Breite 35 (Bolbpfeimig, 'platzvorschrift 20 schlag. - Verantwortlich für Politik n. Feuilleton: Dr. Friedt MIH Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein, für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Biehe« Das deutsch-polnische Schiedsgericht. Dl> Untersuchung des Stargarder Unglücks. Da »ki g, 11. Mai. (I. U.) Das deutsch-pol- nisch-Danziger Schiedsgericht für den Durchgangsverkehr im Korridor ist zlisammengetreten, um zu der Eifenbahnkatastrophe bei Stargard etellunc zu tiehmcn. Den Vorfis-, führte der dänische Generalkonsul Koch, Deutschland war durch den (Bcneralkonsul o. Dirck sen vom Auswärtigen Amt und Oberregierungsrat S ch a u ch Dcrtretcii, 'Bolen durch Ministerialdirektor Moskea und Baron U n. Daitziger Vertreter waren an den Beratungen l icht beteiligt. Die Verhandluitgen, die auf Grund eines deutschen Antrages geführt wurden, dauerten bis nach 3 Uhr. Das ^chicds.ericht dal vorläufig beschlossen, die Unfall stelle bei Stargard morgen zu besichtigen. An der Be- sichligunfl nehmen die Sachwalter und je zwei Sachverständige von jeder Partei teil. » Polnische Anmaßungen. 'Beilin, 12. Mai. (SU.) Halbamtlich. Ser Antrag der Reick sregicrung an das Danziger Korridor-Schiedsgericht, den Z u st a n d der Durchgang öst recke im Äorriöor. auf der sich das Eisenbahn-Unglück vom 1. Mai ereignete. zu untersuchen, hat ein: maßlose Gr- v <: fl u n fl in der polnischen Presse zur Folg: gehabt Deutschland wird nicht nur vor- qctooifcn. daß es dieses llnglüi politisch aus- ruhe, sondern es wird sogar beispielsweise in öff „Gazetta Poranny" und im Äurjer Pollki" iie nCfui 'öennutung auchestcll. daß dieses Mnglü.t von deutscher Seite au politi- s ch e n ;; to c d c n heivoraerusen worden )fi. Diese Realtion der polnischen öffentlichen Meinung aus einen rein sachlichen Antrag der Aei6)Hregierung muß aufs äußerste beste m d e n. (Sine fol über den itorriöortxrtchr hinzu- wcisen. nach dem sich die vert ^agschließenden "-eile verpflichten, i i- Entscheidungen und •Urteile des Schiedsgerichts loyal auSzuführen. Der preußische tzaushastspian. Höpker-Aschoffs (^tatsrcdc im ^andtnq. Berlin. 11 Mai Das Haus tritt in die erste Beratung des Haushaltsplans für 1925 ein. Der preußische Finanzministcr Dr. Höpler» Aschosf bringt den Haushalt ein und weist zunächst daraus hin. daß schwere Feiten hinter der preußischen Finanz >ertva11u>ig liegen Die 3cit der Inflation habe die Dinge so gestaltet, daß die Ausgaben nur zu einem Prozent durch eigene Einnahme n gedeckt werden -konnten. Preußen fei aus Fuschüsse angewiesen. Die Schaffung wertbeständiger Anleihen hab-: auch leine durchgreifende H.lse gebracht. Die Besolduiigszufchüsse deS Reiches ■ hätten im April 1921 ausqehöit. Es wären dauernd: Einnah uea notwendig. Die Ab:nachuu- flen der Regierung hätten Erfolg gehabt. Eine Io große Staatsverwaltung wie di: preußische Müsse über einen genügenden Betriebsfonds verfügen. Dcr gegenwärtige von fünfzig ^lillionen reiche nicht au**. Die Äolstandsaktion für die Landwirtschaft erfordert: erhebliche Mittel, 6? Mill-.oncn stelle Pre :ßm al(:in ?ut Verfügung. Für weitere Mittel habe Preußen die Garantie übernommen, besonders der Staats» kin! gegenüber. Auch hi? Rotftandsaklic-n für den gewerblichen Ak i 11 e l st a n d erforderte ztroße Mittel. Das Reich habe bisher noch nicht das Erforderliche und Fugesagt: getan. (Härt! Hört!! Aamentlich den Heinen Unternehmern d:s gewerblichen Mittclstandes müsse geholfen werden. Der preußisch: Staat tonne nur aus den Mitteln des rechnungsmäßigen Hebcrschusses sowie aus anderen außerordentlichen Einnahmen Mittel für den gewerblichen Mittelstaird zur Der- j Fügung stellen. Reue Mittel lönnten dafür nicht geschaffen werden. Die Bcsoldungs- -rhöhung in Preußen erforderte allein einen ! Mehrbedarf von 170 Millionen und Preußen fei hier ja an das Reich gebunben . Das tatsächliche Aufkommen des Jahres 1924 fei gegenüber dem Voranschläge um 14 Millionen znrückgeblieben. Großen Schaden habe besonders der Raubbau im besetzten Gebiet gebracht. Der Borwurf der Thesaurierungspolitik sei völlig ungerecht. 15 Millionen Reichs entschäd ig,mg für Kriegsfolgen müßten baldigst verausgabt werden: Der Einzug des Reichspräsidenten. Hindenburgs Abreise aus Hannover. Hannover, 11. Mai. (T. U.) Unter großer Aitleilnahmc der gesamten Bevölkerung Hannovers erfolgte heute nachmittag die Ab reife Gene- ralfeld marfchalls von Hindenburg, des neuen Reichspräsidenten. Die Straßen zeigten reichen Flaggenschmuck. Vor dem Bahnhof, beim Verlassen des Wagens, wurde der Reichspräsident ft ü r m i f d) begrüßt und bejubelt. O b e r Präsident 91 o 5 f c hielt auf dem Bahnsteig eine kurze Abfchiedsrede, auf die der Reichspräsident bewegt dankte. 9lad)bcm der Reichspräsident mit seiner Begleitung, in der man u. a. seinen Sohn, den Major von Hindenburg, und Gat- t i n bemerkte, in den Salonwagen gestiegen war, wurde dieser in den fahrplanmäßigen v-Zug eingestellt. Pünktlid) um 1.38 Uhr verließ der Fug den Bahnhof. Die Hurrarufe von einer großen Menschenmenge aus allen Kreisen der Bevölkerung Durdjbratifte die weite Halle. Die NeichshauptstM rüstet. Berlin in (^rwartnn^ des Reichspräsidenten. Berlin, 11. Mai. (TU.) Die Vorbereitungen zum Empfang des neuen Reichspräsidenten sind im Laus: d s h:utigrn Vormittags zu Ende geführt worden. Dcr:tts in den frühen Moraen- stunden erschienen in allen Stadtteilen Flaggen in den Farben des alten Reiches und der Republik, während auf den amtlichen Gebärd:,, erst morgen die Zahn n gehißt werden. Bereits heute früh zeigten die Zrgangsstrasi *„ zuin Kaiserdamm lebhaften Ber- Ichr. Uclereil sah man Ordner teils in Uniform, teils in schwarzem Anzug, die im Verein mit der Schutzpolizei d'e Abschnitte markieren, innerhalb derer sich die einzelne-' 'Verbände aufzustellen haben. Der Plan für die Aufstellung der ausinarfchicrendc., Organ-fatio ien ist von der Leitung der Schutzpolizei Berlin bis ins Kleinste geregelt worden DaS A ifgebot der Polizei war schon feit den frühesten Morgenstunden sehr groß, damit alle Störungen b:i dem AnmaZch her Abordnungen vermieden werden können. Dem Wunsche des Generalfeldmarschalls entsprechend, den Empfang so einfach wie möglich zu gestalten, hat man sich darauf beschränkt, auf dem Bahnßos Heerstraße nur Girlanden an.zubringen und den Trepvenüufgang mit b'ühenden Blattpflanzen und Lorbeerbäumen zu dekorieren. In den ersten Ülachmittagsstunden entwickelte Jtd) in den Zugangsstraßen pnd auf dem ganzen Wege den der neue Reichspräsident heute abend nehmen wird, vom Bahnhof Heerstraße über den Rcichskanzlerplatz durch den Tiergarten bis zur Wilhelmstraße, ein lebhaftes Bild. Am fiärlften tritt die Organisation des Sicher» heltsdrensteS in Erscheinung. Dcr ganze Weg, den der Reichspräsident nehmen wird, ist mit einer Kette von Schutzpolizisten umsäumt. Alle zehn Meter steht ein Schupobeamier. Hundertschaften ziehen in geschlossenen Kolonnen zu ihren Standorten. An den wichtigeren Plätzen sind große Abteilungen in zwei Gliedern ausgestellt. 'Alle Beamten tragen die neue, dunkel- Dlaue Uniform, Vic grüne ist ganz aus dem Strahcnbildc verschwunden. Berittene Patrouillen sieht man namentlich im Tiergarten, dazwischen Bereitschaften mit Kraftwagen. Radfahrerabtci- lungen und auch Sani'ätswachcn. Im Tiergarten hat eine Anzahl von Verbänden, Bereinen und siudentis'en Korporaüoncn bereits Ausstellung genommen. Wo die Plätze noch frei sind, zeigen Schilder die Standorte an. Das Publikum, das neben den Organisationen den Weg säumt, steht 3um Teil schon seit mehreren Stunden, um sich einen guten Platz zu sichern. Die meisten Leute tragen schwarz'.reihrole Zähnchen, die man überall bei fliegenden Händlern laufen kann. Don den Aäufcgi wehen die Farben des alten Reichs. In Eharlottenburg und in der Rähe des Bahnhofs Heerstraße sieht man auch schwarzrotgoldenen Fahnenschmuck. Unter den Linden haben viele Häuser Schwarzweiß geflaggt. Auch die fremden Vertretungen haben geflaggt. Die französische Botschaft hatte bereits in den BormittagSstunden die Flagge geiMt. Die Wil- helmstrahe ift von der Leipzige^ Straße ab gesperrt. Aus dem Bahnhof Heerstraße. Berlin, 1L Mai. (I.U.) Kurz »or 5 Uhr beginnt am Bahnhof Heerstraße die A u s s a hr t der Persönlichkeiten, die zum (Empfange des Reichspräsidenten auf dem Bahnhof erschienen sind. Das Spalier um den Reichskanzlerplatz ist sehr dicht. Der Lahnhoi Heerstraße ist um diese Zeit noch ver- hättmsmäßig dünn besetzt. Der Bahnhof ixerfirofoc selbst, dessen Gleise in einem Geländeeinschnitt liegen, ist in weitem Umfange abgefperrt, im Osten auf etwa 150 Dieter von dem Bahnhofsausgang ab, im Westen etwa 100 Meter über die Bahnbrücke hinweg ift das Publikum zurückgedrängt. Der Bahnhof selbst trägt die Reichsdienst. flagge. Auf dem Bahnhof find große Aufgebote von «anitätskolonnen, Schutzpolizei und Bahn- polizei zu sehen. Die Zugänge für die geladenen Gäste sind aus allen Seiten frei gemacht. Em Heer von Photographen und Filmopera- teuren hat sich am Bahnhof aufgebaut, um den Präsidenten beim Betreten des Berliner Bodens zu photographieren. Etwa zehn Flugzeuge kreisen über dem Bahnhof. Aus bem Bahnsteig haben sich die offiziellen Persönlichkeiten zur Begrüßung ein- gesunden Des Reichspräsidenten Ankunft. Zwei Minuten vor der vorgesehenen Zeit traf Der fahrplanmäßige V-Zug Hannover—Berlin aus dem festlich geschmückten Bahnhof H^rstraße in Berlin ein. Der er ft: Wagen nach dem Gepäckwagen war der Salonwagen. Sofort nach Ankunft entstieg der Reichspräsident Generalfeld m a r s ch a 11 v. Hindenburg dem D- Zug, zuerst begrüßt vom Reichskanzler Dr. Luther. Zu seiner Linkei, stand das weißge- lleidcte zehnjähr'g? Töchterchen des Re'.chslanz- lerS und überreich'e mit einem kleinen Gedicht dem neuen Reichspräs deuten einen Blume : strauh. v. Hindenburg begrüßte dann den Reichsinnen- miiuster Schiele, Den Reichswehrminister Dr. Gehler. General v. E e e ck t und den Staatssekretär Dr.'Meißner. Dann zog er Oberbürgermeister Dr. Boß in ein Gespräch und ließ sich Admiral v. Zenker, den Stadtkom- mandante n von Berlin und den Dertreter des Wehrkreis Kommandos vorstc'l n Dann begrüßte er den stellvertretenden Polizeipräsidenten Dr. F r i e d e n s d u r g Aus dem Bahnsteig waren außerdem noch anwesend der Präsident der Eisenbahn Direktion Berlin, der stellvertretende Stadtverordnetanvorstehe'' 3r E a I p a r tz. eine große Anzahl von Ehesredakte, tren führender Blätter unb Rachrichl -nbureaus, ebenso ‘Vertreter Der ausländischen Presse unt> der Kommandant der Berliner Schutzpolizei, Oberst K a u ptz s ch. Mit dem Reichspräsidenten waren seine Tochter und sein Schwiegersohn v. Brockhusen und sein Sohu. Major v. Hindenburg, gekommen. Gcneralfeldmarschall v. Hindenburg tiägt einen schwarzen Mantel, hohen Hut und Stock. Aach wenigen Minuten setzte sich der fahrplanmäßige Zug wieder in Bewegung. Generalfeldmarschall v. Hindp.rburg ging über den breiten Bahnsteig, begleitet vom Reichskanzler Dr. Luther auf der linken und dem Rcichsminister des Innern Dr. Schiele auf der rechten Seite nach der Bahnsteiglreppc von den Fahrgästen des Zuges u h von den zum Empfang anwZendeu Herren i t Hoch- und Hurra-Rufen begrüßt. Auf der großen breiten Fläche vor bem Bahnhof hatte sich eine große Zahl von Kindern eingesunden, die ebenfalls Hock) und Hurra riefen. Beim Ausgang aus D?m Bahnsteig wurde den, Feldmarschall noch ein Flieders!rauh mit gelber Schleife überreicht. Die Fahrt in die Stadt. Als der Reichspräsident vor dem Bahnhof erschien und im Wagen Platz genommen hotte, sprach er einen de: wachthabenden Schutzpolizei- olfiziere an und fragte lhn, ob er ihn nicht schon irgendwo fcnncngclemt habe. Der Offizier bestätigte die Annahme des Generalfcld- marschalls und wurde von diesem mit freundlichen Worten verabschiedet. Vom Jubel Der Menge begrüßt, setzte sich Der Kraftwagen des Reichspräsidenten langsam in Bewegung. Punkt 6 älhr fuhr Reichspräsident von Hindenburg über den Neichskanzlerplah, wo er von den aufgestellten Verbänden und der großen Volksmenge mit großem Jubel begrüßt wurde. An der Spitze fuhren vier Polizeibeamte auf Motorrädern. In einem offenen Qlyto folgten bann der Polizeipräsident von Berlin. Dr. Friedensburg, und der Kommandeur der Berliner Schutzpolizei Oberff Kau« p i s ch. In einem zweiten offenen Auto sah neben dem Reichskanzler D r. Luther der Reichspräsident v. Hindenburg in Zivil und Zylinder, den er fortwährend zum Dank für die ihm gespendeten Beifallskundgebungen vom Haupte nahm. In dem folgenden Wagen saßen dcr Sohn des Reichspräsidmtcn und dessen Gemahlin. Darauf folgten dm Vertreter der Reichsregierung und des Reichspra- 50 Millionen Reichseirtfchädigung für verlorenes Staatseigentum mühten als Staatsvermögen wieder angelegt werden: 25 Millionen ®cmctnbc» anteile seien den Gemeinden zur Verfügung zu steilem Der Haushalt für 1925 fei im Gleichgewicht mit 2830 Millionen. Diefes Gleichgewicht sei künstlich h e r g e st e 1 l t, da ein Einnahmeposten von 417 Millionen an erhöhten HcbmDeifungcn und erhöhten Steuereinnahmen eingestellt sei. In Wahrheit sei also ein Fehlbetrag in dicker Höhe vorhanden. Der Fehlbetrag von 417 Millionen würde auf 248,6 Millionen zurückgchen, wenn als Reichssteueraufkommen die Beträge eingestellt werden, die der Staatssekretär Popitz jüngst im Aus schuh des Reichstages als vorausfichtllar^s Aufkommen des Jahres 1925 bezeichnet hab^ Bei den preußischen Einnahmen könne mit aewisfen Reserven gerechnet werden, allerhöchstens aber mit 50 Millionen. Es bleibe* fobann ein Fehlbetrag von 202 Millionen, der nur durch eine bessere Gestaltung des Finanzausgleichs beseitigt werden könne. Das R^.ch überschätze Die Heber-» schüsse dcr preuß. Betriebsverwaltungen und die Erträge der Gewerbesteuer und der Hauszins- steuer. Das Reich gehe von falschen Borausfetzun- gen aus. und der Finanzausgleich mülle anders gestaltet werden. Insbesondere müfso das Reich sidcnten-Durcaus. Während der ganzen Zeit wurde der Rcichskanzlerplatz von 12 Flugzeugen überflogen . aus denen B l u n, e n- krünze zur Erde nieder geworfen wurden. Sofort nach der Borbeisahrt des Reichspräsidenten wurde der Kaiserdamm t>on einer Kette Schupoleuten geschlossen und die Verbände formierten sich zum Abmarsch. Alles vollzog sich in vollkommenster Ruhe und Ordnung Bis ,6 älhr hatte das Spalier zu beiden Seiten des Kaiserdammes über den Sophie-Eha, - lotteplah bis zur Bsmarckstraße ein: 10» bis 15sache Stärke angenommen. Fenster und Bal.one der anliegenden Häuser toaren dicht gefüllt. Kurz vor sechs Hhr ertönten aus weiter Ferne die ersten Hochrufe, die das Rah?,, Reichspräsidenten v. Hindenburg kündeten. Rachdeni > er Reichspräsident die Strecke passiert hatte faib' die Menge bei gesenkten Fahnen das 'Seutich- la nolieb. In geordneten Zügen zog^i bann die vaterländischen Verbände ab. Einen impofanten Anblick boten öic Chargierten von über 202 Korporationen und . aö Spalier. In der Ausstellung sah man u a Angehörige der Forst-Akademie Eberswalde in ihrer kleidsamen grünen Uniform Auch einzeln dem Kartell republikanisd>?r Studenten ang.'hörende Korporationen hatten sich zum Empsana Hindenburgs eingefunbciL Dahinter hatten aus der Freitreppe der Technischen Hochschule die Präses- sorenschast aller Hochschule,, ml n Rektoren und Prorektoren an der Spitze Ausstellung genommen. Am Brandenburger Tor. ließ ein Flieger bei der Ankunft des Reichspräsidenten einen großen Lorbcertranz mit c icr Schleife in den Landcsfarben niebcrfalicn .:n 6.15 llhr paffierte unter überwältigenden .bei der Menge der Zug das Tor, voraus n e halbe Schwadron berittener S - n p o, dann das erste Auto mit dem Dolizeipräside c>, und dem Kommandeur der Schutzpolizei und dann Reichspräsident von Hindenburg mit cm Reichskanzler Dr. Luther Hinter dem Auto und auf der Seite Motorradfahrer und Die zweite Hälfte dec berittenen Schuposchwadron. Der iug bog dann langsam sahrcnd in das Re- gicrungsviertel ein. Kurz nach v ülhr wird die Wilhelmstraße am Ende iic» Reichskanzlergebäudes abgeriegelt. Rur noch Publikum mit Ausweisen darf die Postenkette passieren. Hm 6.20 Hhr Bewegung. Lebhaftes Tu- ^erschwenken kündet das Ankommen des Reiä s- präsidenten. Eine Abteilung Schupo sprengt im Galopp heran, dahinter Die Kraftwagen. Der Reichspräsident zieht grüßend Öen Hut ernst und würdig. In wenigen Augenblicken bicgi Der Zug i »c den Vorgarten des Reichs- la „zier Palais ein. Mehrere Flug . ugc kreisen in niedriger Höhe über dem Gebäu.e. Ein roter Relkenstrauß fällt in den Vorgarten. Eine Abteilung berittener Schupo beschließt Den Zug und nimmt dann zusammen mit der Spihen-Abteilung Aufstellung vor Dem Rcichskanzlergebäude. Man sieht den Reichs- Präsidenten und den Reichskanzler das Auto verlassen. Der Reichspräsident begibt sich grü jenb und händeschüttelnd auf die Rwnpe. Sein greiseS ehrwürdiges Haupt sieht man über alle hinaus- ragen. Die gegen die Postenkette anftüinicnt'C Menge brich! in lauic Hochrufe aus. Das Deutschlandlied wird mehrfach mit entblößtem Haupte gesungen. Hochrufe werden auf den neuen Reick)s- präsidcntcn und das Vaterland ausgebrach'. Sie berittene Schupo rückt um 6.30 Hhr ab. Ein starkes Polizeiaufgebot bleibt zurück, um die immer noch begeisterte und nicht zu beruhig?.ide Menge abzuhalten. Minister kommen und wahren zurück. So Reichsinnen Minister Schiele und der Staatssekretär des ReichSpräsid'n' ' Dr. Meißner. Hohe Mll tärs und andere Würd?: träger begeben sich ins Palais. Erst na..) er?r halben Stunde verteilt sich die Meng: allmählich. Hindenburgs Dank an Berlin Berlin, 12. Mai. (XU.) Wie die Morgen» blätter melden, hat der Reichspräsident nach (Eintreffen im Reichskanzlerhaufe den, Reichskanzler Dr. Luther feine lebhafte Befriedigung übet den überaus herzlichen Empfang ausgedrückt, den die Bevölkerung der Reichshaupl- ftabt, Alt und Jung, ihm bereitet hat. Er fei befon- fonbers erfreut darüber gewesen, daß sich unter den spalierbildenden Vereinen und Korporationen in großer Zahl auch Vertreter gewerblicher Organisationen befunden hätten. Auch die Beteiligung zahlreicher Vertreter aus allen Kreisen der deutschen Studentenschaft habe ihm eine besondere Freude bereitet. auf 10 Prozent dcr Einkommen- und dcr KorPer- schaftsstcuer beschränkt werden. Die Reichsfinanzverwaltung dürfe nicht alles in die Hand nehmen, nicht auch den letzten Rest der Selbstverwaltung von Ländern und Gemeinden vernichten. Würde diesem Bedenken Rechnung getragen, so würde Preußen sich den Plänen des Reiches fügen. An Stelle der Vielheit von Steuern brauche Preußen weniger große Steuern. Erhaltung der Währung und Gesundung der Wirtschaft müsse die Parole fein. (Beifall.) Die Aussprache über das Expose des Fi» nanzministers wird erst am Dienstag beginnen. , Das Abendessen beim Reichskanzler. Berlin. 12. Mat. (TBolff.) Gestern abciu) «peiste der Reichspräsident beim Reichskanzler Dr. Luther, in dessen Palais er Mahnung genommen hat. An dem Essen nahmen noch teil die Reichsminister S t r e s e m a n n, Schiele und Gehler, der Reichstagspräsident Lobe, die Chefs des Reichs Heeres und der M a ° r i n e, die Staatssekretäre M e i h n c r und Kempner. Deni Essen ging eine Besprechung in der Reichskanzlei vorauf, an der Reichspräsident h. Hindenburg, der Stellvertreter des Reichspräsidenten. Dr. Simons, der Reichskanzler Dr. Luther, der Reichsminister des Innern Schiele und Reichswehrminister Dr. Gehler teilgenommen haben. Offizieller Besuch Hindenburgs in München. München. 12. Mai. Wie verlautet, beabsichtigt Reichspräsident von Hindenburg, der bayrischen Regierung und der Stadt München gelegentlich der Eröffnung der Deutschen V c r k e h r s a u s st e l l u n g am 31. Mai einen offiziellen Besuch abzustattcn. Badens Grutz. Karlsruhe. 11. Mai. (TU.) Derbadiche Staatspräsident hat nachstehendes Telegramm abgesandt: „Reichspräsident o. Hindenburg, Berlin. Zum heutigen Tag, an dem Sie. Herr Reichspräsident Ihr hohes Ami übernehmen, entbiete ich namens der badischen Staats- rcgicrung bei b e ft e n Wünsche für eine segensreiche Tätigkeit im Dienste des dent- schen Volkes und Reiches. Staatspräsident Dr. H e l l p a ch. Tschechische Unverschämtheit. Prag. 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Prager Postdircktian hat mit Erlaß an die Tele- graphenämter die Beförderung von Begrü- h u n g s t e l e g r a m in e n an den Re i ch s Präsidenten v. Hindenburg, soweit diese eine Kundgebung besonderer Ehrung und Ergebenheit enthalten, verboten. Die Postdirektion beruft sich dabei auf einen Paragraphen des Telegraphenge- setzes, der Telegramme, deren Inhalt gegen d i e Sicherheit des Staates oder gegen die Wirtschaftsinieressen gerichtet ist oder den Gesehen der öffentlichen Ordnung widersprechen, von der Beförderung auszuschließen. Deutsch-Oesterreichische Derkehrsfragen. Für die Aufhebung des Bisazwangs. Berlin. 12. Mai. (SU) Halbamtlich. In Deutschland und in Oesterreich bestand in drn beteiligten Kreisen der Wunsch, den gegenseitigen Verkehr von den Fesseln des Sichtvcrmerk- zwanges zu befreien. Dem neuerdings von österreichischer Seite gegenüber geäußerten Wunsch war die deutsche Regierung zunächst der Auffassung, daß eine möglichst allgemeine Abschaffung des Sichtvermerks angestrebt werde. Sie ging aber schließlich darauf ein. den Gedanken zuerst im Verhältnis zu Oesterreich zu verwirklichen. Technische 'Beden- -ken. die sich in Deutschland dem entaegenzu- ftdien schienen, wurden überwunden, so vast wir uns bereit erklären konnten, den Visazwang gegen Oesterreich völlig zu beseitigen. Bei den Verhandlungen in München, bei denen die endgültige Vereinbarung getroffen werden sollte, stellte sich jedoch heraus, daß in Orster-- reich inzwischen Bedenken entstanden waren, ob am die mit dem Visum verbundenen Gebüh- reneinnahmen verzichtet werden könne. Daß solche Bedenken auftauchten, ist bei der Lage der österreichischen Finanzen gewiß verständlich. Die Verhandlungen sotten aber in absehbarer Zeit fortgesetzt werden und werden dann hoffentlich zu dem Ziele führen, den Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich völlig fvü zu gestalten. Inzwischen wird schon insofern eine Erleichterung eintveten, als bereits jetzt eine wesentliche Herabsetzung der Gebühren erfolgen sott. Neue Verschleppungsmanöver. Vertagung der Botschafter-Konferenz. Paris, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rach dem „Echo de Paris" scheint die Botschafter- Konferenz am Mittwoch nicht zusammenzutreten. Sie werde wahrscheinlich erst am kommenden Freitag den Bericht dec Kontrollkommissron einer Prüfung unterziehen. Für die Festlegung des Entwurfes der der deutschen Regierung zu übermittelnden Rote und für deren Billigung durch die Kabinette in London, Brüssel. Rom und Tokio seien noch einige Tage erforderlich. Zwischen London und Paris bestünden noch Meinungsverschiedenheiten. Der „Petit Parisien" fügt hinzu, daß erst gestern die französischen Vorschläge als Antwort auf das von dem englischen Botschafter überreichte Memorandum nach London abgegangen seien. Sie werden von der britischen Regierung geprüft und erst dann könne die Botschafterkonferenz zusammen treten, um den Text der Rote über die Entwaffnung zu entwerfen, die der Reichsregierung zugehen soll. In offiziellen englischen Kreisen wird dagegen erklärt, eine so wichtige Frage wie die der Ab- rüftung und der Räumung Kölns könne nicht Gegenstand einer endgültigen Entscheidung durch die Botschafterkonferenz fein. Sie werde ledig- l i ch von dieser begutachtet und dann den alliierten Mächten zu weiteren Berhandlun- gen überlasten. Die Alliierten würden ihren Stand, punkt nach reiflicher Behandlung des Problems und des Gutachtens der Botschafterkonferenz durch ihre Botschafter in Berlin bekanntgebe». Es fei anzunehmen, daß noch einige Zeit bis zur Ueberreichung dec Rote der Alliierten an Deutschland verstreichen werde. Keine Einführung der einjährigen Dienstpflicht in Frankreich. Paris, 12. Mai. (SU.) „Petit Parisien" erhielt auf eine Anfrage im Kriegsministerium, wann die Einführung der einjährigen Militär- dienstpflicht erfolge, eine ausweichende Antwort. Die Regierung habe den Wunsch, die einjährige Dienstpflicht einzuführen, könne aber lein b e st i m mtcs Datum angeben. Vom sozialen Standpunkte aus wäre crichtig, der Industrie und 2anbkMi.ua) im ine gr ütniön* liche Zahl von Arbeitslrästen an Hand zu geben, politische Erwägungen aber, die mit der Sicherheit des Landes eng zusammcn- hängen, bildeten den ausschlaggebenden Faktor, hinter dem alle anderen R u ck s i ch - len z u r ü cl t r e t e n müßten Die Lage in Marokko. Abd d Krim proklamiert den heiligen Krieg. Paris, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) .Ueber die Lage in Französisch-Marokko wird aus Rabat gemeldet, die Abteilungen des Rordens haben die Verproviantierung von Posten und die Verstärkung ihrer Stellungen fortgesetzt. Es wird berichtet, daß die Rifleute sich im Gebirge fest- seben. Abd el Krim hat den heiligen Krieg ausgerufen und seinen Bruder nachTetschuan gesandt mit dem Auftrage, bei den Iebala-Stäm- men Truppen auszuhebcn. Die int Zentrum operierende französische Gruppe hat nach heftigen Kämpfen ebenfalls ehren Posten mit Lebensmitteln versorgt. In den nächsten Tagen werden noch weitere: acht Infanterie-Bataillone und Batterien nach Marokko zur Verstärkung abgehen. Auf beiden Seiten werden dauernd neue Verstärkungen herangezogen. Das französische Oberkommando wartet noch auf schwere Artillerie, um die Gegen-Offensive fortzusehen. Fünf neue Flugzeug-Geschwader wurden eingesetzt. Die fcanzö- fifdym Flugzeuge haben bererts mit Erfolg d i c feindlichen S tellungen bombardiert und die Rifsoldaten in ihren Laufgräben mit Maschinengewehren beschossen. Auf französischer Seite hat es beträchtliche D c r l u st e gegeben. In Fez, Mekine und Rabat wurden Mtti-- tär-Hofpttäler eingerichtet. Ministerpräsident Painlevä hat gestern nachmittag mit Marschall Petain und General Debency über die Lage beratschlagt. Ein langes Havastelegramm enthält beachtenswerte Aufschlüsse über die Ausrüstung und den Kampfes mut der Rifsoldatten. Insgesamt verfüge Abd el Krim über 15 000 Mann regulärer Truppen, die angeblich von deutschen (!) und russischen Offizieren kommandiert werden. Die Rifarmee sei mit den modernsten Waffen ausgerüstet, verfüge über Feldbatterien und ein Kampfgeschwader von 1 Flugzeugen. Das Urteil im bulgarischen Attentatsprozeh. Sofia, 11. Mai. (WTB.) 9m Prozeß wegen der Attentate auf den König und die Kathedrale wurde heute vom Kriegsgericht das Urteil verkündet. Der Küster Zadgarski und die Angeklagten Friedmann, Abadjeff, Stanke. Dimitroff, Grantscharoff, Vetrini, Kofsowski und Koeff wurden zum Tode, Daskaloff zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verurteilung der Angeklagten Abadjeff, Dimitroff, Petrini und Kossowski erfolgte in Abwesenheit. Deutscher Reichstag. Berlin, 11. Mai. Bei der Fortsetzung der Deraturrg des Haushalts des Reichswirtschafts- ministeriunrs ersucht Abg. Limbertz (Soz.) um bessere Aufklärung der Landwirtschaft durch Wanderlehrer usw. über die Pro -- duktionsmöglichkeit, wie dies hervorragender Weise in Amerika geschehen. Zum Schluß weist er darauf hin, daß Deutschlcurd nicht zu einer wirtschaftlichen Gesundung Jommen könne, wenn nicht der arbeitende Mensch entsprechend seinen Werten im Produktionsprozeß gelvürdigt werde. Abg. Brüning (Z.) meint, daß der Kohlenbergbau im Vordergrund des Wirtschafts° interesses stehen müsse. Die Gefahr der Stilllegung von Bergwerken, die durch den Syndikatsvertrag gegeben sei, bedeute nichts wie eine schwere Schädigung der Arbeiter und dos Anlagekapitals. Bei den Ausgaben für das S t a t i st ) > ch e Reichs amt bemängelt Abg. S i m o n-Franlen (Soz.) das Fehlen einer umfassenden und zuverlässigen Produrtionsstatistit. Dte jetztge Statistik sei höchst mrzillänglich. Rotwendig fet auch eine bessere Statistik über Vermögen. Einkommen und Sleuerleistungen. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Lebenshaltungsinder entspreche nicht der Wirklichkeit. Auch nach der letzten Reform sei die Fehlerquelle nicht ganz beseitigt worden. Abg. Frau Dr. D e h m (bntL) wünscht möglichst sorgfältige Erhebungen über die Zahl und Lage der Heimarbeiterinnen. Die deutsche Heimarbeit habe sich in ihrer Qualität wesentlich gehoben. Die Heimarbeit solle nicht bekämpft werden, sie solle nur in ihren Löhnen und Lei st un gen gesteigert werden. Das Wirtschaftsministerium sollte die Destrebungeit zur Verbesserung der Qualität der Heimarbeit fördern. Dazu fei aber in erster Linie eine Erhöhung der Löhne notwendig. die jetzt noch immer in manchen Zweigen nur 4 Pf. in der Stunde betragen habe Abg. Simon- Franken (Soz.) erklärt, auch die diesjährige Heimarbeitsausstellung zeige noch schlimme Elends bild er. Für die Heimarbeit in der Papierindustrie gebe es noch Stundenlöhne von 2’/3 Pf. Abg. Krätzig (Soz.) tritt für die schleunige Einrichtung eines K a r t e l l a m t s ein. Ein Antrag Krätzig auf Erhöhung der Mittel zur men. Der Etat des Reichswirtfchaftsministeriums Durchführung der Kartellenquete wird angenom- und der des vorläufigen Reichswirtschastsrats werden bann in zweiter Lesung verabschiedet. Zur zweiten und dritten Beratung kommt dann der Gesetzentwurf über den Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts in Verbindung mit den Entwürfen zum Washingtoner ilcbereintommen über d i e Arbeitslosigkeit, zum G e - nuaer Lebereinkommen über die Stellenvermittlung für Seeleute und zum Genfer Ueberelnfommen über das Koalitionsrecht der landwirtschaftlichen Arbeiter und die Entschädigung der Landarbeiter bei Arbeitsunfätten. In der Aussprache führte Abg. Auf hä u ser e r b mi:mgen. Der Redner verlangt die schleunige Ratifihcrung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag. Er wendet sich gegen eine Ausschußentschließung. in der verlangt wird, daß in den Organen des Inter- nationalen Arbeitsamtes die Minderheiten der christlich-nationalen (Server lichastsrichtung ent- sprechend l eUickiichtigt werden. Aus aller Welt. DaS Baden-Badener Schachturnier. Mieses (Deutschland) gewann in der 18. Runde r.iuc italienische Partie gegen Thomas «England) in 37 Zügen. Carl (Deutschland) verlor eine englische Partie gegen Dr. Trejbal (Tschechoslowakei) in 36 Zügen. Marshall äl.S.A.) gewann feine Partie gegen Te Kolste (Holland) in 25 Zügen. Dr. Tartakower (Oesterreich) gewann seine englische Partie gegen QJateß (England) in 48 Zügen. Grünfeld (Oesterreich) gewann sein Damengambit gegen Dr. Tarrasch (Deutschland) in 41 Zügen. Die Partie Roselli (Italien) gegen Reti (Oesterreich) endete nach dem 44. Zuge mit Remis. Remis wurde die sizilanische Partie Torre (Mexiko) gegen Gottes (Belgien) mit dem 37. Zuge. Die Partie Rubinstein (Polen) gegen Riemzowitsch (Dänemart) endete nach dem 30. Zuge mit Remis. Ebenfalls wurde die französische Partie Bogoljubow (Likraine) gegen Aljechin (Frankreich) mit dem 43. Zuge Remis. Schließlich endete die Partie Rabinowitsch (Rußland) gegen Saemisch (Deutschland) nach dem 26. Zuge mit Remis. Spielmann (Oesterreich) war spielfrei. Ergebnis der 19. Runde des internationalen Schachturniers: Saemisch-Deutzchland gewann eine französische Partie gegen Mieses-Deutschland mit dem 18. Zuge; Te Kolste-Holland verlor eine sizilia- uische Partie gegen Bogoljubow-Ukrainc mit dem 20. Zuge, Riemzowitsch-DÜnemark verlor gegen Tartakower-Oesterrcich mit dem 41. Zuge, Pates- England gewann eine sizilianische Partie gegen Grün- feld-Oesterreich mit dem 31. Zuge; ThomasEngland verlor eine Partie gegen Karl-Deutschland in 35 Zügen. Reti-Oesterreich gewann eine englische Partie gegen Marshall-Amerika mit dem 52. Zuge. Das Damengambit Aljechin-Frnnkreich gegen Rubinstein-Polen wurde mit dem 30. Zuge remis. Ebenfalls remis wurden die Partien Tarrasch-Deutsch- land gegen Torre-Mexiko und Trejbal-Tschechoslo- wakei gegen Roselli-Jtalien. Abgebrochen wurde die Partie Spielmann-Oesterreich gegen Rabinowitsch- in Gewinnstellung für Rabinowitsch. Colle-Belgien war spielfrei. Hauptversammlung des hausabundes. In Dresden fand nm Montagvormittag in Gegenwart überaus zahlreicher Vertreter aus dem Reiche und vieler Ehrengäste die diesjährige Ha upt- verfammlung des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie statt, nachdem bereits eine Sitzung des Bundespräsidiums abgehalten worden war. Im Anschluß an die Hauptversammlung wurde im Hause der Kaufmanschaft eine handelspolitische Kundgebung veranstaltet. Der Präsident des Hansabundes, Reichstagsabgeordneter Fischer, begrüßte die Erschienenen. Unter lebhaftem Beifall wurde die Absendung eines Hul- digungstelegramms an Hindenburg beschlossen. Anschließend sprach der Präsident des Landesfinanzamts Dresden Dr K ohne der Tagung die besten Wünsche der Reichsregieruna aus. Finanzminister Dr. /sJi einhold begrüßte die Versammlung namens der sächsischen Regierung und hielt einen Dortrag über das Thema: „Steuerreform und Wirtschaftsfragen", worauf Geh. Legationsrat Professor W i e d e n f e l d t über die Ausgaben der deutschen Außenpolitik sprach. Hundertjahrfeier des Börsenvereists deukfcher Buch- hündler. Der Montag brachte einen großen Fe stakt des Buchhändler-Hanfes. Als Vertreter des Reiches war Staatssekretär Schulz erschienen. Der Stellvertreter des Neichspräsidenten Simons hatte ein Glückwunschtelegramm gesandt. Aus Anlaß seiner Hundertjahrfeier sandte der Vorstand des Bör- senvsreins der deutschen Buchhändler zu Leipzig eine Begrüßungsdepesche an den Reichspräsidenten von Hindenburg. Frankfurter Sänger in Wien. Bei dem Empfang des Reebschen Sängerchors im Wiener Rathause verwies der Vizebürgermeister Emmerling in einer Begrüßungsansprache auf die innigen Beziehungen Oesterreichs zu dem stammver- wandten Deutschland und erklärte, es sei klar, daß auch Oesterreich sich in den Dienst der Völkeroer - einigung zu stellen habe. Es sei zu hoffen, daß das Selostbestimmungsrecht auch für Oesterreich komme. Ein Vertreter des Frankfurter Stadtrats überreichte als Geschenk eine Radierung vom Frankfurter Rathaus und der Reebsche Sängerchor ein Gemälde, das die P a u l s k i r ch e in Frankfurt a. M. darstellt. Der Luftverkehr. Im Rahmen des vom Deutschen 'Aerolloyd und des Imperial Air Ways regelmäßig betriebenen Luftverkehrs landete am Montag auf dem Tempel- Hofer Flugplatz mit Fracht und Gästen der bekannte Flugzeugführer Cobh a m. Die landende Maschine war dieselbe, mit der Cobham den gewaltigen Flug London—Indien und zurück vollführte. Er durchflog die 1000 Kilometer lange Strecke ohne Aufenthalt in 6 stunden. Abitur mit Revolver und Bomben. In dem polnischen Gymnasium in W i l n a , wo zwei Schüler Revolver und B o m b e n a n sch l ä g e auf das Lehrerkollegium bei der Abiturientenprüfung verübt hatten, wurde bei der genauen Durchsuchung des Prüfungsraumes eine Höllenmaschine gefunden, durch die das Gebäude in die Luft gesprengt werden sollte. Lin Frauenmord. Im Lehmtzer Forst wurde nm Samstagabend eine Frau tot a u f g e f u nd e n. Es handelt sich wahrscheinlich um die Tochter des Berliner Hotelbesitzers N i st e r c f. Die Eltern, die die Tochter vec- mißten, sind nach Oranienburg gefahren, um die Tote zu identifizieren. Als Täter kommt der 58 Iahre alte Friseur Wilhelm Schutz, der in demselben Hause wohnt, in Frage. Schutz wurde von der Kriminalpolizei feftgenommen. Er gibt die Ta t zu, behauptet aber, das Mädchen auf seinen eigenen Wunsch umgebracht zu haben. 7Nil Knüppeln totgeschlagen. Rach einer Meldung aus Rendsburg wurde der Oberschweizer M o l d e n h a u e r auf dem Gut Wiedenborstel von zwei Unterschweizern des Guts, denen gekündigt worden war, überfallen und mit Knüppeln totgeschlagen. Die Mörder wurde verhaftet. Die vier unversorgten Kinder Moldenhauers hatten vor Jahresfrist ihre Mutter bitrd) Blitzschlag verloren. > (Ein Riefenbrand in Rordböhmeu. ""V Rach einer Meldung aus Reichenberg brach tit der dortigen Porzellanfabrik Feuer au^ das sich infolge des starken Windes mit ungeheurer Schnelligkeit auf die umliegenden Werke ausbreitete. Die Feuerwehr konnte sich wegen der riesigen Hitze nur darauf beschränken, die weitere Umgebung des Brandherdes zu schützen. Der Schaden beträgt etwa 2 Millionen Kronen. Den Tod auf den Schienen. Wir hören aus Kottbus: Zwischen Sellgast und Poley warf sich ein Liebespaar vor einen von Finsterwalde kommenden Zug. Dem etwa 25- jährigen Mann wurde der K o p f vom Rumpfe getrennt, seine 22jährige Braut erlitt schwere Schädelverletzungen. Es handelt sich um den Sohn eines Arbeiters aus Poley und ein Mädchen aus Senftenberg. Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. Mai 1925. Der StudentenhilfsLag in Gießen Man schreibt uns: Schwerste Jahre der Ent- behrung hat unsere akademische Jugend hinter sich: daß ses ihr überhaupt möglich war, diese Zeiten zu überwinden, trotz bitterer Rot, Hunger und Kälte, zu arbeiten und das Studiium ordnungsmäßig zum Abschluß zu bringen, verdankt sie vornehmlich den vorbildlichen Einrichtungen unserer Studentenhilfe: ihre Fürsorgetätigkeit im einzelnen ist so bekannt, daß sich weitere Ausführungen hierüber erübrigen. Mit der Stabilisierung der Währung unb der langsam, aber sicher fortschreitenden Verhältnisse ist zwar manch drückende Sorge von jungen und alten Herzen genommen worden; aber wer da glaubt, es seien hier schon wieder die sorglosen Zustande der Vorkriegszeit eingetreten, die Studentenhilfe habe ihre Aufgabe im wesentlichen erfüllt, der hat keinen tieferen Blick in das tägliche Leben unserer studentischen Jugend getan. Rur ein ganz kurzer Besuch im Burggraben oder im Egerheim, ein Einblick in die Tätigkeit der Krankenfürsorge, des Arbeitsoer mitttungsamtes und des Wohnungsamtes, der Schuhmacherei, Wäscherei, Druckerei usw. wird ihn eines anderen belehren. Kein Zweifel — manchem geht es besser als vor einigen Semestern, aber die große, übergroße Mehrheit unserer akademischen Jugend würde ihr Studium nicht durchführen können, wenn nicht die segensreiche Studentenhilfe sie •tnrncr wieder stützte und förderte. , Wenn auch jugendliche Sorglosigkeit und studentische Romantik über manche Schwere Hinweg- Hilst oder doch hinwegtäuscht, hart ist doch die Zeit und bitter ost die Rot des einzelnen, viel gibt es zu sorgen, viel zu tun, um hier Abhilfe zu schaffen. Wenn für solche Zwecke der Studentenhilfe auch ständig Mittel aus allen Kreisen zufließen, so ge nügen diese laufenden Einnahmen doch bei weitem nicht, um all die großen Aufgaben, die hier der Erfüllung harren, zu erledigen. Außerordentliche Mittel müssen von Zeit zu Zeit beschafft werden, und so soll auch der nächste Sonntag, der 17. Mai. ein Studenten Hilfstag sein, bei dem auf die Mitwirkung aller Gießener Bürger und vieler sonstiger Kreise unseres Hessenlandes gerechnet wird. Wenn jeder sein Scherflein gibt, kann dem Unternehmen der Erfolg nicht versagt bleiben, zumal doch von früheren Gelegenheiten her die Darbietungen bei Wohltätigkeitsveranstaltungen der Studentenhilfe, an denen sich diesmal auch die Gießener Hochschulgesellschast beteiligt, rühmlichst bekannt sind. Dabei werden am nächsten Sonntag die künsllerischen Genüsse wie nud) die zur Verlosung bereitftebenben höchst wertvollen Gewinne eine besondere Anziehungskraft ausüben. Gretzcner WochemrrarLtpreisc. am 12. Mai (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte Butter 210, Matte 40, Käse 60—70, Weißkraut 30, Rotkraut 45, gelbe Rüben das Päckchen 50, rote Rüden 10, Spinat 20—25, Römischkohl 10, Spargel 130, Unterkohlrabi 6, Tomaten 120, Zwiebeln 25, Meerrettich 40—100, Rhabarber 20—25, Kartoffeln 5, Aepfel 35, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppen Hühner 120 Pf. je Pfund, Blumenkohl 50—150, Salat 20—35, Salatgurken 120, Lauch 5—10, Rettich 30, Sellerie 50—70 Pf. je Stück,Radieschen Bund 20 Ps. kornotizcn. — Tcrgeska-lenber für Dienstag Gießener Theologenschast: 8.30 Uhr Hörsaal 44 Vortrag. — Literarischer Abend Dr. Muckermann: 8.30 Ufjr Katholisches Vereins Haus. — Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur. 8.15 Ahr: Großer Hörsaal der Llniversität öffentliche Frauenvcrsammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: Turf und Liebe. — Astöria- Lichtspiele: Die Bestie. -Settcrvoraussagc. Zunächst wenig Aenderung, später geringe Trübung. Der von Frankreich her nach Mitteleuropa vor- gedrungene hohe Druck hat sich noch oerstärkl, wäh> rend die im Nordmeer erschienene Depression nordöstliche Zugri^tung anzunehmen scheint. •• Zum Gießener LustverkehrS- Hasen-Projett. Die als Flugplatz für den Gießener Luftverkehrshafen in Aussicht genommene Ochsenwiese ist dieser Tage von dem amtlichen Sachverständigen Prof. Eberhardt- Darmstadt besichtigt und nach jeder Richtung hin als sehr gut geeignet für einen Lustverkehrshafen erster und zweiter Klasse befunden worden. * * Ein militärischer Zapfenstreich des 1. Bataillons 15. Infanterie-RegimentS zu Ehren des scheidenden Regimentskommandeurs, Oberst Fett, dessen Dienststelle vom 15. Mai ab nach Kassel verlegt ist, findet morgen abend, gegen 9 Uhr beginnend, statt. Der Zapfenstreich wird von der Reuen Kaserne bis zur Zeughaus- kaserne ntarschieren. Lieber die Marschstraßen werden wir morgen berichten. ”* Personalien. Ernannt wurde der Regierungsbaurat Otto Derth zu Gießen vom 1. April an zum Oberbaurat. In den Ruhestand verseht wurde der Amtsrichter bei dem Antts- gcricht Friedberg, Aintsgerichtsrat Karl P ü ck e I, auf Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Iuli ab. • * D i e Ausübung der Leseholznutzung in den Domanlal- und Gemeindewaldungen ttt auf Grund ministerieller Anordnung in den Monaten Mai und Juni nicht mehr gestattet. * *' Die Goldene Medaille für hervorragende Leistungen in der Musikinstrumentenbranche wurde der Firma R. Schönau in Gießen, Seltersweg, auf der in Offenbach veranstalteten und hielt die Schuld der thi MNLLWLDLL am noAel ......... * ~~ - — * '*■>*"" 2>aä dankbare Seifenpulver Schuhhaus Metropol Seltersweg 19. 20»A Saalbau Sauer 8 Lage zur Probe । Mietgesuche Verkeufhbtollcu. •>4218 D mall Tel.2 IttauchnachlS Bierarofthandlunq. teil« 478Sc gesucht. wünscht. Lchr An« unt-toffilba. d.G. A. (Muter 1rigen Bruders des vorerwähnten Jungen im Haushalt ,\ klagten Honig gefoebt wurde ereignete sich hierbei ein gräßlicher Unglücksfall. dem der jüngere der beiden Knaben zum Opfer fiel. Die Angeklagte. der man die Schuld au maß, erklärte, daß eS ihr unbegreiflich fei. wie der 3unge In den kochenden Honig fallen tonnte und beteuerte, daß fte keine Schuld an dem schrecklichen Unglück treffe. Die Staatsanwaltschaft beantragte Verurteilung zu einer Woche Gefängnis, das Gericht hingegen sprach die Angeklagte frei. Wegen Ichloerer Llrkundenfälfchung In Tat- einheil mit versuchtem Betrug er halte eine Rückfahrkarte 4 Kl., gültig für die Fahrt Aleber- fcheld nach Hirzenhain, tn umgekehrter Aichtung benutzen wollen. Indem er den Stempel „Aück- fahrt" entfernte, wurde aber hierbei entdeckt erhielt der Arbeiter Walter 'Ükau6 Niederscheld an Stelle einer bermlWcn Gefängnisstrafe von 1 Woche eine Geldstrafe von 2 1 Mk. Wegen Unterschlagung angctlagt waren der Arbeiter F ,K. ans H a t g er, zur 3dt in Straf- haft, der Arbeiter I. K. auS Haiger. der Kauf- s’ut ctnneridjtete Fremdenzimmer emviieblt (4M66D Fremdenpenston Kübel. Qiabnbolfitaiie 42. Citfc Weftanlaae. Televbon 2407 Grite Halieftelle bei (ilctirifdicn «roie Viniel am Saufe. Mäblierie» Sdilflb unö Wohujimiiikr mit Küche», vermiet. Mm Dammftr. 89. | Vermietungen | Benfion Branöl Neuen V.inc *42 rjonnineinöüi.5immer blulv lücruflcgiina. Tel. 1085. Dw< PH. Groh Vinmelbnnaen: Miltmoch nachm. I bis 7 Uhr, Wetzfietn strafte Ä I. 0418» BorWe werdrn schnellsteus gereinigt, gespaum und gebügelt. An uahmestelle aw IPolirorftL 15 III. 2 Simmet neun Me »u mieten gesucht von kinderlos, e bcuaar. Schr Armeb unter 04102 a b. (Hieft. Wnv .tun leaüelnfiebenbe (Vtau sucht möbliert Zimmer in ansiänb. Hause. Gchr.Angeb. unter 04107 a. tz. djlefb«»». [Wohnunq8tautoh| Wohnungs tausch: Biete: 1 Hlmmer m. Küche, «oller, Boden, Gab, elehr. VIcbL in bell. 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Heute hatte sich nun A. der übrigens fd)on erheblich vorbestraft ist, dieserh^tlb wegen Betrugs »u verantworten ^as Bericht erkannte auf 4 Monate Gefängnis Der Oberlandjäger H aus Straßebers- b a ch war wegen Veieidlgung Körperverletzung Im Amt und Bedrohung angefiagt. tveil er an- aebiich im August 1921 zu Burschen beleidigende Ausdnicke über den Oberlandjager G geäußert haben soll Weiter soll er bei hei Ausübung seines Amtes vorsätzlich eine Körperverletzung dadurch begangen haben, dast er dem Feugen K vor die Brust stieß und. indem er bei dem tvolher scharfe Schüsse abgab. diese tMburd) bedrohte Der Angeklagte schilderte den Vorgang wesentlich anders Aach den Aussagen einiget Zeugen soll der Angeklagte danrals stark angc- trunken gewesen sein Das Urteil lautete: Weaen Beleidigung erblickt in der Aeußerung übet den Landjäger 3 0 M k. Geldstrafe, sowie wegen Schießens an von Vkenschen besuchten Orten 2 0 Mk Geldstrafe. Bezüglich bei Anllage wegen .Korpervei letzung wurde dem Angeklagten Aotwehr zugebilligt und erfolgte babei bicferbalb und auch wegen der Bedrohung Frei- s^ree.)ung n Bet Neigung zur Korpulenz raten wir Obncn, in der Apotheke 30 Gramm echte Toluba-Kerne zu kaufen, die völlig unschädlich», dabei wirlsanie. den Ansatz verßinbembe Stoffe hi 1 »um gold nael Die Bestandteile stnb auf bet Packung angegeben Geld-Lotterie zugunsten des Odenwaldklubs Ziehung garantiert 15.Mai llUchelire wlnn Mk. 5000 l,o»e ii 1 tlnrk uliid noch ZU hnbeu bei W. B»mnl< r, Selter»- weg 16 und in den bekannten Land. Dai 1925. ttföiefjen $te J« (Em hinter 0«. hielt r. M ijS 'wm orbnunos. ;tbQnli sic vor. "ingen unferer rÖ«täiigteu lm D‘>krc Auzjüh. “brung unb btt LtrhÜltnisse ist “'flen unb ühtn r öa glüubi, h 1 Mnbc btr sntenbllfc stade der hat ttintn unserer hüben- I kurzer besuch «In (Einblid In der Wiener rngsamlcs, bei usw. wirb ihn ei — manchem eflem, aber bit r asademlschen iutd)jül)ttn tön- itubentent)llf( sie oilgleit unb (tu- 5d)roere hinweg ist boch blt jeil t, oiel gibt cs ju liste jii Mitn denlenstiste auch |u|lie6cn, so gc büch bei weitem n, bie bitt bei Auhrrorbrniliche deschasji werben ug, ber 17. Mai , bei dein auf bie r unb older Ion- gerechnet wirb iinn bfiii Unter bleiben, Mal irr bie Sarbie■ ,ngen btr cvu auch bic M' nchmiichsi de- achsicn tionntdß ch bic V>r Brr toolien Sewlm Süden. cktpreisc. irei(e) Sitton hat zu verk ""O Schneider frankfurter Str. 2V. vabccmc Aiib«gut. »den loiuk Strotz deut, (irnte l»2Hi »u vk. Bt. Fincher, Lieh, tkiahnholstr. 2. 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Stabilen auf fein Gebiet selbst bei Abd el Krim be- jreli; habe, um Spaniens Unfähigkeit zum Schule iutirg£d)riltenium noch nicht traute, inzwischen über die Verfolgungen ihnen ihre Arbeitslust gründ'>ch auegm cven hatten ? Tatsache ist. daß Marokko in der Folge ein Räuberstaat wurde, her freilich durch mehrere Jahrhunderte kräftig genug blieb, um sich gegen fremde Eroberungs- versuche zu behaupten -- als Portugals vorletzter Burgunder König Sebastian einen solchen „Kreuz- zug" unternahm, wurde binnen einer Viertelstunde aus der marokkanischen Frage eine portugiesische, da Dom Sebastiano auf dem Schlachtfelde von Ale azar mitsamt seinem Heere „verschwand" —, ober w^rtschastsgeschichtlich trotz mannigfacher Bodenschätze niemals wieder etwas bedeutet hat. Die berüchtigften „Corsaren-Nefter" lagen frei- lich nicht auf marokanischem Boden, sondern weiter östlich: Bugia und Algierr. Tunis wurde 15-35 durch Kaiser Karl V.'überwältigt und vielen Tausenden von Lhristensklavcn die Freiheit zuruckgegeben. 'Iber Algier widerstand ihm sechs Jahre später. Im j^eften schützten Leula und die drei anderen spanischen presidios, zu denen bis Ende des 18. Jahrhunderts das jetzt zu Algerien gehörige Oran kam, einigermaßen den Schiffsverkehr in der Meerenge. Tanger war im 17. Jahrhundert auf kurze Zeit durch eine portugiesische Heirat an England gekommen, wurde aber »on den Stuart-Königen wieder aus- gegeben, weil eine Verrohung der Besatzungstruppen durch den dortigen Aufenthalt befürchtet wurde. Die französischen Gelüste aus Marokko datieren leit der Einnahme von Algier, drei Wochen vor der Juli-Revolution. Es wurde behauptet, daß die langwierige Eroberung des Binnenlandes durch die ungeschützte Grenze des Sultanates noch weiter erschwert werde. Aber die Rif-Kabylen sind in den Vordergrund des europäischen Interesses erst durch die Gefangennahme des preußischen Prinzen Adalbert getreten, die sic sich zu Anfang der fünfziger Jahre herausgenommen hatten. Möglich, daß Piraterie nicht der Ausgangspunkt der dreisten Handlung gewesen ist, sondern die Aufwühlung der reit- giösen und nationalen Leidenschaften durch einen Krieg, den Spanien in jener Periode mit einigem Erfolge gegen das Sultanat führte (Eroberung von Teiuon) Aber dauernd ist ihm eine Erweiterung des Gebietes feiner alten presidios niemals gelungen, auch nicht, seitdem durch ein Mandat der Konferenz von Algeciras und spätere Verträge sie ihm seitens der Mächte zugestaubcn ist. Schon im Jahre 1909 brachte Unzusr edenheit über die schwe- ren Verluste das europäische Mutterland an den Rand einer Revolution. Daß schon damals, ebenso wie in den jüngsten Jahren, die Räuberstämme mit heimlichen Wasfensendungen aus Marseille unterstützt worden sind, unterliegt gar, keinem Zweifel. Wenn sie Frankreich jetzt selbst Schwierigkeiten bereiten, so erntet es, was es gesät hat. Aber zweifelhaft bleibt der Zusammenhang. Verdächtig war auch, daß vor einigen Wochen wieder einmal der Tod des mindestens schon hundertmal totgesagten Rai- suli gemeldet wurde, der in den Kämpfen um die französische Zone eine bedeutsame, aber niemals ganz klare Rolle gespielt hat. Es mag seine Richtigkeit haben, daß der Spanien zugefallene Teil der wirtschaftlich weniger zukunftsreiche ist. Dem französischen Machtstreben liegt er doch im Wege, weil er die Verbindung über See mit Marseille und Toulon erschwert. Aber selbst eine gutwillige Abtretung an Frankreich würde dessen Ländersucht schwerlich fälligen. Auf der zweiten Stufe würde es bann heißen, ganz Spanien läge einer engen Verbindung zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Frankreich im Wege .... Festflug nach München. Don unserem Sonderberichterstatter. —eil. München , 7. Mai. „Das ganze Deutschland soll cs fein!“ Dieser schöne Wahlspruch, der für das Deutsche Museum in München gilt, Hal sich für die Reichsrcgierung in ganz besonderer Weife in die Wirklichkeit umge'ehl, als die 3 u n l e r 6 - Flug-Verkehrs-- A -G. sie einlud, in ihren dreimotorigcn Großflugzeugen von Berlin nach München zu fliegen, um als Auftakt zu den Ein- weihungsseierlichkeilcn des Deutschen Museums einen tiefen Eindruck von der Schönheit der deutschen Landschaft in sich auszunehmen. Wer noch nie flog, dem mag auch ein 'Runbflug über einer Großstadt oder der nahen Umgebung den tiefsten Eindruck machen. Von größter Rachhaltig» feit und nicht mehr auszulöschen ist aber nur der Eindruck eines Fluges weil über das Land, über dessen wechselnde Gestalt, über Tiefebenen, große Wälder. Ströme, über waldiges und kahles Gebirge. über weite, tief unten in der Sonne ruhende Landschaften der Hochebene. 2116 wir furz nach 10 Uhr vom neuen (Berliner Flugplatz des Tempelhofer Feldes ausstiegen, in der Runde die arbeitende Großstadt unter uns Iahen, dann den Flug nach Süden watrdten, über die tiefen, in Grün gebetteten Vororte, glitten wir hinaus ins weite ßanb. Hnö da die erste Stadl: Luckenwalde. Dann die tiefen Furchen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog, das malerische Elbknie östlich von Wittenberg und die vielgewundene 2Eeanc der Schwarzen Elster. Rechts in der Ferne ruhend Golpa und die Großkraftwerke Delitzsch. Sodann die Großstadt Leipzig. Es grüßt das alte Rathaus, der Augustusplatz, er grüßen die Dächer des Hauptbahnhofs und grüßt, die Geschichte umspannend, das Völterschlacht- d e n k m a l. 3n der Ferne leuchtet die Berg- kuppe des Thüringer Waldes auf; in der Rahe die sächsischen Braunkohlenwerke. Das Flugzeug steigt. Das zweite lii ks von uns steuert, st--ht in Sicht näher und überfliegt uns von 250 Meter, wendet sich von hier etwas nach rechts ab, um feinen Weg über Aürn - berg zu nehmen, während wir mit unserem „Weihblauen" Regensburg und die Walhalla begrüßen wollen. Berg um Berg baut sich unter uns auf. Links winkt Plauen, rechts Greiz und Schleiz. Die Malle des Thüringer- Waldes gleitet weit außen rechts vorbei, vor uns tauchen die steilen Bergformen des leuchtenden Gebirges auf. Wir sind in Bayern. Unten liegt Hof, dec große Dcchnhof, kleiner als ein Finger ihn zeigt. 2lun geht es quer über das lachende Gebirge bintoeg. durch die weiten Gegenden der Poizellonfabriken Selb und Wunfirdl. 2luS dem steinbruchvc. witterten Waldstein grüßt cinr Ruine auf dem Schneeberg und dem östlichen Gipfel des Gebirges ein AuZs.ch'.Lturmi herüber. Flüstr und Eisenbahnen find lief in das Land eingegraben und winden sich wie durch Hindernisse vorwärts. Dann der Truppenü v. ngsplah Grasennöbr. 3n Allcn-Amlcrg und bei der Wallfahrt Zlnche in Mariahilf tauch: der erste mächtige Zwiebelturm auf. dann kommt allmählich die Raab, die uns durch R c g c n 6 b u r g -begleitet. Stolz steht im alten Regensburg der Dom. Die Donau glänzt im Mittagssonnenschein. 2Beit und leuchtend unter uns die Walhalla. Mehr zierlich und bescheiden wirft bei Oclheim die B?sreiungöballe. Wie von der Vatur geschaffen sieht hier der Platz aus. wo die Altmühl zue Donau kommt. Und zuletzt die alte Difchofsstadt Freising, in viel- gewundencm Band Dachau, der Flugplatz S ch l e i s b e i m und kann, als ungeheuerer Lusteindruck, leuchtet in der Sonne München. Als wir den Flugplatz sahen, wurde uns noch eine Ehrenfchleife zugedacht über München, über den Hauptbahnhvf, die Bavaria hinüber zur Isar, zum weißglänzenden Deutschen Museum, zurück über Schwabing, eine Runde um die ehrwürdigen Türme der Frauenkirche . .. sanft hinab .... kaum spürbar der Aufprall. Präsent iermarsch und Rationalhymne empfangen die Reichsreg-erung ... Die ganze Festlichkeit zu Ehren des Deutschen Museums und feines 70jährigen Schöpfers Oskar von Miller ist ein einziges Dokument bodenständiger bayerischer Kultur und hervorragenden Münchener Kunstgeschmacks. Schon der erste Eindruck ist überwältigend. Was keine Stadt vermocht hat. München hat es geschafft, hat einen einheitlichen Strahenfchmuck zuwege gebracht. Weiß-gelb und Orang>gelb find das Wahrzeichen zugleich des Straßenschmuckes und des Festzuges, der sich durch die enge innere Stadl und durch weitere Außenstraßen windet, immer wieder durch Tannentriumphbögen hindurch, von Künstlerhand geschasfen. Mehrdcnn 50 Gruppen umfaßt der Zug. jeder geschaffen von einem Professor, einem Künstler. Maler oder einem Kunstgewerbler. Voraus Gruppen, die Verkehr, Farbe und Elektrizität darstellen, wie sie im Deutschen Museum veranschaulicht. Dann ein ungeheuerer künstlerischer Wurf des Malers Schmalz!, eine Darstellung der vier Elemente der alten Welt, das Feuer als Kugel, das Wasser als Halbkugel, die Luft als goldgleißen- des Planetarium, die Erde in ihrer ganzen Schwere mit Modellen großer Münchener Bauten. Hinter ihnen die Münchener Gewerbezünfte als Symbol deutscher Technik, jede einzelne rund unb kraftvoll aus ihren Werkzeugen und Zielen gestaltet Aber nicht die einzelnen Gruppen, nicht einmal die vier Elemente als solch?, sw? > , den tiefen und starten Eindruck. Es ist vielmehr die ganze Wucht deS Geschmackes und der Kultur, die uns hier innerlich packt und auch z:igt. daß nicht nur weltmännische Geschwindigkeit und raschestes Vorwär löst reden, sondern and) bodenständige konservative Festigkeit stärkste K u 11 u r ö> e r l c erzeugen kann. Bodenständigkeit und Gefühl für daS Volkstümlich? sind auch Motiv des EmpsangsabendS im Löwenbräukeller den die Rarhalla den Gästen bietet. einaclcUct durch Hans Sachsens Ansprache aus denRk. istersingem. E-s folgen bunte Hörnersoli bn- letzten bayerischen blauw ißen Postillone, ein Wiener Wal.cr v?i» Hofballett getanzt, und laufend schnurrig' Dinge. Höhepunkt des Abends ist eine lustize Rede des Oberbürgermeisters an den spät von feinen: Pflichten befreiten Reichskanzler unb e n? humorvolle Antwort des Kanzlers mit Apof'rovhi r mg der deutschen Frau. Der Höhepunkt der Bc- grüßnngsfeierlichkeiten ist aber doch der 2lb'nd. den die Stadt in der neuen riesigen Ausstel- lungShall? der kommenden Verkehi saussie'l mg ihren 2500 Gästen gab. Riemerfchmid hat eine im rnaurisch-gotifchen Stile anschließende Hall" gefchaffen. in d?r 3000 Personen bequem an Tischen sitzen können. 3n bi'fern R esonraum müssen die Reden durch Warben und vlastllche Gestalten erseht werden. Darum fbielt sich d r ganze Empfana in sechs 2l"f ügen ab. di?, jeweils zwischen die Gänge d's Essens cinqcftreut, zugleich den nächsten anlündig'n. Zuerst de>- Aufzug der 150 Kellnerinnen, dann d.r 150 rot- b fradten Kellner, die zu dem Weiß bei Tischtücher und dem Schwarz der gastenden Mä n?r l"ife das in München schon jetzt so sehr gcbrv'fne Schwarz-W^ß-Rot ankü"digen lassen. Sch^xtrz- Rol-Gold sah man in dielen Festtag"' nur an Gebäuden, die dein 2te;d> gehören, von allen Münchnern viel bestaunt unb nur selten frebig begrüßt. Mittelpunkt der Auszüge war die Ankündigung des Tischgangeo mit Köchen und grünen Jsarnixen, war die lleberbiingung einer Ehrengabe an Oskar v. Miller durch einen liebreizenden Reigen kleiner und II' alter Kinder, war der Ehrentanz, den schlankwüch'ige Rachkommen erster bayerischer Famllien unter weiß blauem Maibaum den Gästen dirbr.ichten. Immer wieder könnt' man es von d n if‘en aus Rah und F n. vo i D Nischen un? A >U ' h rn hören, so ein Fest, solch eine in sich gef " ne künstlerische Kultur könne in Deutschland ->ur München zeigen. Unb so hat München auf diefem unpolitischen Gebiet aus Anlaß der Feier der deutschen Technik im neuen Deutschen Museum sich den ihm in den letzten Jahren oft nicht zu erkannten ersten Platz an der Sonne deutschen Lebens wieder erobert. Die Hindenburg-Ehrung in (Siesten. "Gießen. 12. Mai 1925. Der Gießener Lokalgeschichte wurde mit dem gestrigen Fackelzug der im Reichsblvck zusammengesahten Parteien, Verbände und Vereine zu Ehren des Reichspräsidenten Generalseld marschall von Hindenburg ein Ereignis eingereiht, das als über- wäüigender Ausdruck vaterländischer Gesinnung für immer einen besonders hervorragenden Platz einnehmen wird. Schon am Sonntagabend erschienen dem neuen Reichsoberhaupt zu Ehren an vielen Häusern die Fahnen, im Laufe des gestrigen Tages wurde aus den Anfängen vom Vorabend eine Fahnenfülle, besonders in den Hauptverkehrsstraßen, wie man sie gleich stark lange nicht mehr bemerken konnte. Die alten Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot und die hessischen Landesfarben Rot-Weiß waren dabei der Trumpf des Tages. Rarnentlich der Seltersweg, der Kreuzplay und die Mäusburg haben sich mit ihrem Flaggenschmuck besonders lobenswert hervorgetan. Aber auch in den andern Straßen- zügen zeigten zahlreiche Häuser die Fahne, die man sonst mit diesem Schmuck nicht bemerken konnte. Rur eine Anzahl öffentlicher Gebäude lag auch gestern abend noch „kahl und tot" 'da, sie wurden erst heute in früher Morgenstunde geschmückt. Durch diese prächtig hergerichteten-.naßen bewegte sich nun gestern abend der F a-ck e l z u g zu Ehren des Reichspräsiden te.i von Hindenburg. Langjährige Ke in r der Gießener Lokalgeschichte betonen, einen sulchen Fackel zug habe unsere Stadt noch nie gesehen, und etwas gleich Glanzvolles werde sie wohi auch sobald nicht wieder erleben - wenn niS; etwa der Reichspräsident. Generalfeldmarschall von Hindenburg in eigener Person mal nach Gieß m kommt. 3n der Tat muß man befennen. daß dieser Fackelzug ein außerordentlich glanzvoller war, sowohl hinsichtlich seiner Länge, wie auch der vortrefflichen Marschdisziplin und vor allem wegen des gewaltigen nationalen Schwunges, der jeden Teilnehmer bis in die Fingerfp Yen beseelte und der zündend ausstrahlte aus die vi len Tausende von Zuschauern, die sich da in dichter Kette zu beiden Seiten der Marschstraßen ausgestellt halten bzw. in großer Menge dem Zug voranschritten. Der Zug hat eben schlechthin nach jeder Richtung die hochgespanntesten Er Wartungen noch weil übertroffen. Die Zuglönze wird auf 2 bis 3 Kilometer geschäht, das richtige Längenmaß dürfte wohl ungefähr in der 21iittc zu suchen fein. Der Vorbeimarsch dauerte über 20 Minuten. Heber 1100 Wachsfackeln wurden ausgegeben und angebrannt, und selbst diese hohe Menfchheitsdämmerung. Der Fund des Taungs-Schädels in Südafrika, der eine Zwischenstufe zwischen Mensch und Affe offenbarte, HM wiederum unsere Blicke auf jene Dämmerungszeit der Erdgeschichte gelenkt, da der Mensch sich allmählich aus dem Tierreich loslöste und seinen Aufstieg zur Höhe der Kultur begann. In diese Zeiten der Menfchheitsdämnierung läßt uns lein Kiwchenfund einen Einblick tun, der uns die Gestalt der ältesten Menschen enthüllte, aber aus aufaesundenen Werkzeugen, den ältesten, die cs gibt, können wir Schlüße auf den Urbeginn aller Kultur ziehen. Das betont der bekannte Prä- hiswriker Dr. O. Hauser in seinem neuesten soeben bei der Thüringer Verlagsanstalt in Jena erschienenen Werk „Urgeschichte", das einen knappen unb klaren lleberblitf über den Bau der Erde, die Menschwerdung und den allmähligen Aufstieg der Menschenrassen zu den vorgeschichtlichen Kulturen bietet. Damit, daß der intelligente Menschenaffe sich in die Höhe reckt und auf den Hinteren Extremitäten marschiert, wird er noch lange kein Mensch. „Menschheitsdämmerung beginnt erst da," sagt der Verfasser, , u)0 das uralte Wesen bewußte Handlungen bis Zu einem zweckdienlichen Ende durchzuführen vermochte und sich endlich Kräfte dienstbar machten, die ihm bisher wesensfremd geblieben. Mit Steinen sich seiner Haut wehren. Rüste mit vom Boden aufgehobenen Kieseln zu tnaden, sind keineswegs '23er- richtungen, die Menschen geprägt haben. Aber einen Stein auszuwählen, ihn mit einigen Schlägen zu einer scharf schneidenden Klinge zu ipalten, den Span in weiterer Ausführung zum Schaben von Fellen erschlagener oder verendeter Tiere zu gestallen, das uenjwdjtc kein Menschenaffe. Das sich langsam zum Menschen entfaltende Urwesen beherrschte ober lernte diese Dinge ober war damit Mensch geworden: ein willenbeseeltes Wesen, in sich die Fähigkeit tragend, jeden Stein in eine gewollte Form zu schassen und ihn so seinen Zwecken dienst- bar zu machen." Hauser hebt hier die Bedeutung der non ihm in Aurillac ausgegrabenen sog. Foli then hervor, die er für die ältesten Kunstvrodukte des Menschen aus dem Tertiär hält. Den Beweis dafür erbringt ihm die „Handlichkeit" dieser Steinstücke, denn sie passen in die Hand, konnten von Daumen und Zeigefinger gehalten werden und verraten damit, daß ihren Benützern die Opposition des Daumens möglich war, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Diese ersten einfachen Werkzeuge sind aber zugleich ein Zeugnis für den Tertiär- menschen, von dem wohl auch noch einmal körperliche Reste zutage gefördert werden. Die ältesten Werkzeuge, deren Charakter ganz zweifellos ist, wurden von Hauser im Quartär in der tiefsten Schicht der Chelles-Funde auf seiner Grabungsstation Longueroche ans Licht gefördert Da sanden sich große rohe Feuersteinklumpen, die bas Rohmaterial barftelüen, bann andere Slum pen, von denen Absplissc weggeschlagen waren, nicht in der Form der gewöhnlichen Kernstücke, sondern als erste absichtlich gewollte Werkzeuge. Noch waren aber die Stücke nicht handlich gemacht, und es war nicht zu ersehen, in welcher Richtung sie gebraucht wurden. Da tritt in anderen Steinen die erste Schneidekante in Erscheinung: in geschickter Weise wird der ursprünglich heriimgelagerte Kalkmantel stellenweise belasten unb bilde? so ben Anpassungsrücken «ür den Handballen. Die Steine mit richtiger Schneidekante unb Handballenanpassung sind die ersten fertigen primitiven Werkzeuge. Bei ber hanb werksmäßigen Herstellung biefer Instrrumente sinb manche Stücke entzweigebrochen ober burch ungeschickte Schläge unbrauchbar gemacht. Auch das Werkzeug zur Herstellung kam zum Vorschein, nämlich Schlag- und Klopfsteine, mit denen die Rohmaterialien zertrümmert wurden, co waren an einer seit Jahrtausenden überdeckten Stelle die Zeugen frühester Werkzeugentwicklung gefunden. Das Wesen, das diese Werkzetige schuf, war bereits durch die Befriedigung des elementarsten aller Triebe, des Hungers, zu einer Urform des Denkens gezwungen worden, unb dieser Denkreflex löste die Anwendung der Opposition des Daumens aus und gestaltete den Stein zum Werkzeug. So war dies Wesen zum einfachsten Hand- werker, zum Steinschläger, und damit zum Menschen geworden. Dem Raubtier aber stand der Mensch noch fast wehrlos gegenüber, und fo erwuchs ihm den aus dem Brand der Bäume, die der einschlagende Blitz im Urwald entjübete, der Gedanke, bie Flam m c zur Abwehr zu verwenben, das Feuer zum Rösten, so wie er bei solchen Waldbränden halbverkohlt ■ Tiere gefunden. „Brennende Aeste und Stämme wurden zur Wohnhöhle geschleppt", so schilb? i Hauser das Herandämmern der Menschheit. „So rasch die plumpen Beine trugen, rannte der Steinzeitmenjch, fachte glimmende Funken zu kleinzüngelnber Flamme unb rettete sich ein Feuer ins Wohnverließ. Man schürte unb legte neu auf — das Feuer war da, unb mit ihm ber anberc gewaltige Großschritt der Menfchheitsdämmerung. Werkzeug und Feuer wurden so in der Hand des aufsteigenden Urmenschen zum ersten und ältesten Kulturbesitz." Anekdoten. Kardinal Wolsey war eines Fleischers Sohn. Er stieg von einer geistlichen Würde zur anderen, bis er Kardinal und Erzbischof von York wurde. „Gottlob, daß Sie nun Kardinal geworden sind," sagte einer seiner Bedienten, „nun wünsche ich nur noch, daß Sie recht bald Papst würden." Der Kardinal fragte, aus welchem Grunde er das denn wünschte. „Ja," erhielt er zur Antwort, „der heilige Peter war Fischer von Beruf, darum setzte er die Fasten ein, damit die Fische um so teuerer verkauft werden sollten. Da aber Eure Eminenz aus der Fleischerzunft stammen, werden Sie doch wohl die Fasten, die ich gar nicht liebe, abschaffen, damit die Fleischer desto mehr verdienen. Den neapolitanischen Gesandten in London, Marquis Caraccioli, fragte man einst, wie es ihm in England gefalle. „Wie soll es mir in einem Lande gefallen, in dem es hundert Religionssekten, aber zu allen Gerichten nur eine Soße gibt", erwiderte der Gesandte. Zur Zeit der Reifrockmode erschien einmal die Frau des englischen Konsuls im höchsten Staat neben' der Favoritin des Kaisers von Marokko. Staunend betastete die Schöne das Kleidungeheuer der Engländerin und fragte lachend: „Bist du das alles selbst?" Rabelais war nicht nur Satiriker, sondern auch Mediziner und als solcher eine Zeitlang Leibarzt eines Kardinals. Als er eines Tages dort Tischgast war, wurde dem Kardinal eine Schüssel mit Oieunaugen vorgesetzt. Rabelais schlug mit einem Stäbchen auf den Rand der Schüssel und sagte: „Schwer verdaulich!" Daraufhin wies der Kardinal die Fische zurück, die nun Rabelais sich nahm und schleunigst vertilgte. „Was soll das heißen?" fragte der Kardinal, „Ihr habt doch die 2leunaugen für schwer verdaulich erklärt!" „Ein kleines Mißverständnis," antwortete Rabelais, „ich meinte die Schüssel" Wir entnehmen diese Anekdoten dem 14. Heft ber „Großen Welt". Verlag. Leipziger Verlags- brutferci G. m. b. H., norm. Fischer & Künsten, Leip zig. Johannisgasse 8. Bescheidenheit ist eine Zier. Bon Professor Kreuzfeld, der zu Anfang des neunzehnten 3ahrhunderts in Göttingen lehrte, erzählt man ein Beispiel ungewöhnlicher Bescheidenheit Als er einmal im zweiten Bändchen der „Besten prosaischen Aussätze der Deutschen" auch einen Beitrag seiner eigenen Feder entdeckte, erklärte er resigniert: „Die Sammlung wird schlechter, jetzt hat man sogar schon einen Aufsatz von mir ausgenommen." (E. B.) Dom Professor Kästner. Als Kästner eines Morgens mitgeteUt wurde, sein Kollege 21. fei in der Rächt verrückt geworden, beantwortete er diese Rachricht mit b?r kurzen Bemerkung. „Erst?" Ein ander Stücklein noch erzählt man vom Witze Kästners. Aus dem Musemn der Göttinger ilninerfität wurde ein Geschenk des Landes- Herrn gestohlett, eine kostbare Silberftufe, nur der leere Behälter blieb zurück. Der Inspektor des Museums fragte nun Kästner, warum wohl der Dieb den Behälter zurückgelassen haben möge. „3e nun “ antwortete Kästner, „damit Sie die Rase hineinstecken formen, die Sie zweifellos voll ber Regierung bekommen werbe." (E.B.) Zahl reichte nicht aus, um allen Nachfragen entsprechen zu können. Dan 71 , Uhr an stellten sich die Zugteilnehmer in der Marburger Straße mit Anschluß im Wiesecker Weg auf, ab >r <■ . n 8Vj M(jr konnte angesichts der großen ordnende Teilnehmermasscn der Abmarsch begonnen werden. Einer mächtigen. Doppelten Feuerschlange gleich, in deren Mitte öic einzelnen Gruppenführer und die Fahnenträger schritten, in strammer militärischer MarschDisziplin, wohlausgerichtet nach dem Vordermann, sorgsam Abstand haltend und jeder Straßcnsituation sich schmregsam anpassend, so schritten sie daher, diese inehr als tausend Fackelträger, straffen Schrittes, leuchtenden Auges. Die in zwei Terle gegliederte Kapelle Topp führte den ersten und den Schlußteil des Zuges an, der Mitte schritt die Kapelle Weller voraus. Unmittelbar hinter dem ersten Teil der Kapelle Topp schritten die Mitglieder der Vorstände der im Aeichsblock verbundenen Parteien und Verbände, ilnb nun folgten die studentischen Korporationen in Wichs, viele ihre Alten Herren an der Spitze, von ihren Fahnen überflattert, und eine so große Anzahl von Vereinen (zum Teil in sehr starker Vertretung), daß wir — da zahlreiche Vereine in letzter Stunde unangemeldet zur Teilnahme erschienen ihre Aomen hier nicht registrieren nwchten, um der Gefahr vorzubcugen, daß ein Verein an dieser Stelle übergangen unb dadurch seine wertvolle (Erinnerung an diesen denkwürdigen Abend womöglich getrübt würde. Bemerkenswert ist aber die TatsacA, daß sich unter Den Vereinen auch manche vom Lande, namentlich aus den Kreisen der 2ungbaueri»schast, des Zungdeutschen Ordens usw., befanden, denen es ein Bedürfnis war, zusammen mit der Bürgerschaft der Provinzial- Hauptstadt dem verehrten Vater Hindenburg bei der Ilcbernahme seines Amtes eine neue Ehrung zu bereiten. Selbst mehrstündiger Anmarsch und elenso lange Marschzeit für den Heimweg waren diesen Volksgenossen vom Lande, denen man besondere Anerkennung zollen muß. nicht zu viel. Manche Häuser erhöhten die starke Wirkung des Fackelzuges durch Illumination mit Lampions bzw. Kerzen, eine Ausstattung der Häuser, die allgemein sehr viel Beifall sand. Aach über einstündigem Marsch erreichte der Zug sein Ziel, den Trieb, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden unb die Festteilnehmer in einem großen Kreis Aufstellung nahmen. 3m Scheine der lichterloh brennenden Fackeln hielt Studienrat Dr. Lenz eine kurze Ansprache an die nach Tauseirden zählende Menschenmenge, in der er den neuen Reichspräsidenten feierte, seine großen Verdienste um unser Volk in großen Strichen ber- vorhob. die Hoffnungen auf seine Führerpersönlichkeit in kurze Worte faßte und der Gießener Bürgerschaft herzlichen Dank aussprach für die große Beteiligung bei der Ehrung des verehrten Reichsoberhauptes. Mil einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg und Dein anschließenden gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes faird die Kundgebung am lodernden Feuer ihren Abschluß. Anschließend fand ip den Räumen der Liebigshöhe ein geselliges Beisammensein statt, zu dem jedermann Zutritt hatte, dem aber nur ein Teil der großen Menschenmassen beiwohnen konnte, da die Liebigshöhe nicht ausreichte, Tausende zu fassen. Der Vorsitzende der Deutschen .Volkspartei in Gießen, Prof. Dr. Kraus- müllcr, der diese Kundgebung leitete, wies in seiner Begrüßungsansprache im Aarnen Der Gießener Ortsgruppe des Rcichsblocks besonders auf die hohe Bedeutung des Ereignisses hin, * dessen man auch hier in heißer Vaterlandsliebe yunö in Verehrung für den neuen Präsidenten * gedenke: die Amtseinführung des ersten vom ■j ganzen Volke frei erwählten Reichspräsidenten, dem auch die Gießener Bürgerschaft mit vollem Vertrauen folge. 3m weiteren Verlauf des Abends hielt Studienrat Dr. Lenz eine kurze Ansprache, in der er noch einmal alle guten Wünsche der Gießener für den Reichspräsidenten von Hindenburg und für sein Wirken als politischer Führer hervor- hdb, der Befriedigung über Den Wahlerfolg Ausdruck gab, die große Bedeutung des Wiedererwachens und Erstarkens des nationalen Ge- dankerrs für unser Volk darlegte und dabei Diz Hoffnung aussprach, daß wir doch noch zu einer wahren Volksgemeinschaft, zu einem wirklich einigen Volke kommen möchten, das dem übelwollenden Ausland gegenüber seine Rechte auf sein Eigenleben als Staat und Volk geltend mache. Jetzt gelte es, mit aller Kraft dem Reichspräsidenten zu folgen, um ihm dadurch die Erfüllung seines hohen Amtes $um Besten des ganzen deutschen Volkes zu erleichtern. Ein freudig aufgenommenes Hoch auf das deutsche Vaterland und seinen Präsidenten von Hindenburg bildete Den Ausklang der begeisterten und begeisternden Ansprache. Postamtmann Kohlhase feierte die deutschen Frauen und Mütter, Denen von den Herren der Schöpfung ein kräftiges Hoch ausgebracht wurde. Bei gemeinsamen Gesängen vaterländischer Lieder und den schneidigen Weisen der vortrefflichen Kapelle Topp blieb man einige Stunden in bester Geselligkeit zusammen. Gegen 1 iBjr fand die denkwürdige Feier ihren Mschluh. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. ri. Lich, 11. Mai. Der gestrige Sonntag war hier dem KampfgegendenAlkoholismus gewidmet. Am Nachmittag hielt Pfarrer Ködding von Eberstadt eine Predigt über die religiös-sittlichen Gefahren des Alkoholrnißbrauchs. Am Abend fand eine Versammlung statt, in der Pfarrer D. Fritsch von Ruppertsburg über die Schäden der Unmäßig- keit sprach, er erläuterte seine Ausführungen durch packende Beispiele. Die Versammlung nahm einstim- sotjMim m wii. Der Den meisten Menschen stellt sich schon vor Dem vierzigsten 3ahre irgendein Merkmal des beginnenden Alters ein, meistens in Form einer unliebsamen Leibesfülle. Korpulenz ist Die Einleitung für allerlei Gebrechen und Schwächen Der reiferen Jahre Sie ist eine Folge Der Verzögerung des Stoffwechsels und Dlutumlaufes und steht im Zusammenhang mit vielen körperlichen Leiden und Beschwerden 3e später Leute korpulent werden, desto länger bleiben sie jung, frisch, lebenSmutig und leistungsfähig. mig eine Entschließung an, in Der geforbert wurde, daß in das neue Schankstöttengeseg das Gemeindebestimmungsrecht ausgenommen wird zum Wohle des Volkes und der Heranwachsenden Jugend und zum Nutzen des gewissenhaften Eastwirtegewerbes. Kreis Friedberg. . Bad-Nauheim, 11. Mai. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten hatte nur eine wenig umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Hauptursache der Einberufung war wohl ein von einem der Beigeordneten und sieben Stadtverordneten gestellter Antrag: „Am Tage der Vereidigung des Reichspräsidenten von Hindenburg sind alle städtischen Gebäude zu flaggen." Durch die inzwischen erfolgten amtlichen Bekanntmachun» gen hat dieser 'Antrag seine Erledigung gefunden. Von den übrigen zur Verhandlung stehenden Punkten der Tagesordnung nahm der nun schon „berühmt" gewordene Punkt über Erhebung des 6. Zi e l s der So «der st euer vom bebauten Grundbesitz die Hauptzeit der kurzen Sitzung für sich in Anspruch. Es sei dazu zusammen- fassend nochmals kurz mitgeteilt: Nachdem das 5. Ziel der Steuer erlassen worden war, machten sich starke Stimmungen im Parlament geltend, auch auf die Erhebung des im März fällig gewesenen 6. Ziels zu verzichten. In mehreren Sitzungen, letztmalig in der letzten Versammlung, war die «teuer Gegenstand von zum Teil sehr erregten Aussprachen. Zunächst wurde das 6. Ziel bis zum April gestundet, dann erfolgten weitere Anträge, die Verlängerung der Stundung, völligen oder teilweifeit Erlaß der Steuer forderten. Die heutige Sitzung hat nun den kategorischen Beschluß gefaßt: Das 6.Ziel wird erhoben. Jedoch sollen Gesuche um Erlaß weitgehendste Berücksichtigung finden. Zur Bearbeitung unb Prüfung ber in bicser Richtung eingehenben Gesuche würbe ein befonberer Ausschuß gebildet. Die Stadt kann aus das 6. Ziel nicht verzichten. Es ist dazu bestimmt, die Lücke in den Einnahmen auszufüllen, die entsteht zwischen dem Abschluß des alten Rechnungsjahres unb dem Zeitpunkt, wo über den neuen Hcwshaltungsplan Beschluß gefaßt werden f ,nn. — Einer Reihe von Geländeoerpach- tunyen, zumeist Kleingärten, stimmte die Versammlung zu. — Die Dbcrrealfdjule will einen Flügel anfchaffen. Aus Elternkreisen hat sic dazu schon Zuwendungen erhalten. Die heutige Sitzung bewilligte noch einen städtischen Zuschuß in Höhe von 1300 Mark. Das Klavier bleibt Eigentum der Stadt. — Ein vorzüglicher kameradschaftlicher Geist beseelt die Mitglieder der hiesigen Vereinigung ehemaliger 116er, die unter der Leitung von Studienrat Dr. K n i e r i e m steht. Das zeigte sich wieder bei der letzten Zusammenkunft am Samstagabend, wo eine von Kamerad O. Schäfer gestiftete Tischstandarte ihre Weihe fand. Gegenstand anregender Aussprache waren die Vorarbeiten zu einer Veranstaltung zugunsten des noch zu errichtenden Kriegerdenkmals, ferner der Vcr- tretertag des Verbandes, ber inzwischen in Marburg stattgefunben hat. — Bei ben F u n b a m entart) e i t e n für bic Mauer, bic zur Zeil um ben neu angelegten Teil des Friedhofs gezogen wird, stößt man" immer wieder auf vereinzelte vorgeschichtliche Funde aus der Latene- z c i t. Bekanntlich ist das Gelände unseres Friedhofs eine in ber Literatur berühmt geworbene ,Tunb- stelle aus bem genannten Zeitabschnitt unserer Frühgeschichte. Kreis Büdingen. nD. Aid Da, 10. Mai. Die ehemaligen 116er vom QanDft urrnBataillon Friedberg haben sich heute hier ein Stelldichein, wozu sich etwa 200 Kameraden aus Oberhessen eingesunden hatten. Die Gäste wurden am Bahnhof von den hiesigen Kameraden mit einer Musikkapelle abgeholt und zogen auf den Marktplatz, wo sie Kaufmann August Langas mit herzlichen Worten willkommen hieß. Born Marktplätze bewegte sich Der Zug zum Friedhof an das Grab des Obersten August Weimer, eines gebürtigen Aiddaers. der Drei Jahre lang Kommandeur des Land- sturmbatailloirs in Markirch gewesen war. Amts« gerichtsdtrektor Fuhr aus Dad-Aauheim, Der Hauptmann im Bataillon war, hielt eine tiefempfundene Ansprache und legte einen Kranz am Grabe nieder. Dann folgte in Der Stadt eine gemütliche Feier des Wiedersehens ber einstigen Kriegskameraden, wobei der blefige Arbellergesangverein mehrere passende Lieder vortrug und noch zahlreiche Reden- ernsten und heiteren Inhalts gehalten wurden. Die Feuerwehrkapelle füllte Die Pausen Durch schwungvoll gespielte Soldatenlieder, Märsche ukw. aus. Die Feier nahm für alle Teilnehmer einen recht DefricDigenDen Verlauf. Kreis Schotte». • Schotten, 11. Mai. Der 23 Jahre alte Arbeiter Karl M e u e r wurde heute nachmittag im D a s a l t st e i n b r u ch bis zum Oberschenkel verschüttet. Durch die schweren Steinblöcke wurden Dem jungen Mann der Ober- und Tlnterschenkel des einen Beines gebrochen. Aach Anlegung eines Aolverbandes durch einen hiesigen Arzt wurde der Schwerverletzte von der (Siebener Sanitätskolonne mittels Auto ab» geholt und in Die (Siebener Klinik überführt. -. Schotten, 10. Mai. Der hiesige V. H. C. unternahm am Samstag eine geschichtliche Wanderung nach Stornsels und Ei n ar t s h a use n, Die äußerst anregend verlief und jedem ernsten Heimatforscher Gelegenheit gab, sein Wissen auf diesem Gebiete zu bereichern und zu vertiefen. Lehrer Stein- Storm- sels zeigte und erläuterte die Ucberrefte Dec ehemaligen Burg Stornsels und gab einen geschichtlichen Tleberblick über ihre Entstehung und ihr weiteres Schicksal im Lause Der Jahrhunderte. Die geschichtliche Vergangenheit von Einartshausen beleuchtete der dortige Lehrer Alles. Den Schwerpunkt seiner Ausführungen verlegte er auf daS Verhältnis der 'Bevölkerung zu ihren Standesherren in den letzten Jahrhunderten. Laubach. II. Mai Das Konzert, bas Der Gesangverein Harmonie gestern abend im großen Saale Des Solms er Hoss unter Leitung von Lehrer M o x t e r - Gonterskirchen veranstaltet hatte, Durfte sich eines guten Besuches erfreuen. Die Männerchöre zeugten von sorgfältiger unD verständnisvoller Schulung. Ebenso hinterließ Der Dortrag Der Herren Dr. Berlin- Gießen (Klavier> und Böckler-Laubach (Bioline) einen tiefen EinDruck. Auch Die von Frl. Liefet Böhme-Laubach vorgetragenen Lieder gefielen in hohem Maße. - 3n diesem Frühjahr fällt die geringe Zahl der Singvögel auf. Rur ganz vereinzelt hört man in den Gärten einmal eine Amse I. Auch Die Finken haben sich selten gemacht. Früher war alles von ihnen belebt. Ebenso schlen Die Stare und Die D r o s s e I n fast ganz. 3m Wald kann man säst dieselbe Beobachtung machen. Man kann wohl im Tleberhandnehmen der Katzen die Ur- fache erkennen. Auch Der rücksichtslos fortgesetzte Fang Der Singvögel im Ausland wird teilweise schuld sein. Der Ausfall Der Getreide- und Obsternte, Die nicht mehr Durch die Vertilger des äln- geziefers geschützt wird, kann wohl hierüber die Quittung geben. )—( Ruppertsberg, 10. Mai. Heute fand bei Gastwirt und Bäckermeister Schlörb dahier eine Tagung der Bäckerinnung Des Kreises Schotten statt, an Der mehr als 20 Bäckermeister teilnahmen. Der Syndikus des Landesverbands, Dr. Maurer, Darmstadt referierte über verschiedene Berufs- und Standes- fcagen und lud zu Der VerbanDstagung in Bensheim, die am 24 .d. M. abgehalten wird, ein. Mehrere Bäcker Der Kreisinnung Schotten werden sie besuchen. - Am nächsten Sonntag feiert Der hiesige Radsatzrerverein Germ ania seine Bannerweitze. verbunden mit einem Gau- fest der o b e r h e s s isch e n Radfahrer- Vereine. Außer den Dem Gau angehörenden Vereinen werden sich auch andere Vereine der benachbarten Orte, insbesondere mehrere Gesangvereine, daran beteiligen. /X L a r d e n b a ch, 10. Mai. Die Wintersaat zeigt hier im allgemeinen ein befriedigendes Aussehen. Rur einige Kornäcker haben gelitten; man wird sie umsäen oder ganz neu bestellen müssen. Der Klee und Die Wiesengräser stehen sehr gut. Auch Die Frühobsl- cr r t e n sind bis jetzt gut Durchgekommen. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 11. Mai. Heute trafen die fünf Autos hier ein, Die für Die vier neuen Kraftwagenlinien vom Reichspostmini- sterium bei einer Erfurter Firma bestellt wurden, so Daß mit Der Ausnahme des Verkehrs noch in Dieser Woche gerechnet wird. Starkenburg und Rheinhessen. * D a r m ft n b t, 11. Mai. Die Stadt Darmstadt hat die Bildung eines st ä d t i s ch e n O r - chestcrs, das 36 Mann stark sein soll, beschlossen. Das Orchester wird der städtischen Akademie für Tonkunst angegliedert. Hessen-Nassau. If Marburg, 11. Mai. Die Leiche Der seit dem 26. April vermißten 16 Jahre alten in Marburg bediensteten Elisabeth Preis wurde gestern bei Der Rehbrücke am Mühl rechen hängend, gefunden. Die Eltern des Mädchens sind aus dem Saargebiet hierher gezogen und wohnen in dem Dorfe Bortshausen. — Ebenso ist auch das Verschwinden einer geistesschwachen Frau aus Goßfelden jetzt aufgeklärt. Deren Leiche wurde nördlich unserer Stadt am sog. Weihenstein aus Der Lahn ge- länDet. — 3n Den letzten Rächten wurden hier mehrfach teils Einbruchsdiebstähle ausgeführt, teils versucht. Den Dieben fielen Silbersachen und Kleidungsstücke in die Hände. bl. Dillenburg, 11. Mai. Die Braun- kohlenindustrie des nahen Westerwal- d e s ist im Abbau begriffen. Eine ganze Reihe von Lagern mußte wegen Erschöpfung aufgegeben werden, während einzelne Betriebe wegen Den hohen Kosten der Abdeckung eingeschränkt werden mußten. Dagegen steigt ein anderer Zweig zu voller Blüte in "die Hohe: Die Basalt- ftetnindustrie, in Der Die bei Den Braunkohlengruben zur Entlassung gekommenen Arbeiter größtenteils Beschäftigung sinDen konnten. fpD. Haiger, 11. Mai. Der MinistLi- Des Innern hat Den Polizeibeamten Wagner, Thomas und Reisch als Anerkennung für ihre ausgezeichneten Leistungen in Der Mordsache Angerstein nennenswerte GelDspenDen überweisen lassen. Ferner tourDe Der Freiwilligen Sanitätskolonne Haiger von Dem RegierungspräsiDenten in der gleichen Angelegenheit eine erhebliche Geldzuwendung gemacht. Frankfurt a. M., 11. Mai. (WTB.) Aus unglücklicher Liebe hat sich im Stadtteil Sachsenhaufen heute eine K o n t o r i st i n mit Leuchtgas vergiftet. Sie hinterließ ein Testa- ment, in bem sie ihren Geliebten, einen u e x-- heirateten Monn, zu ihrem Universalerben einsetzte. fpb. Frankfurt a. M-, ll._JDiai. Die Zahl ber Geschöftseinbrüche in Frankfurt o. M. bewegt sich seil längerer Zeit auf st c t s sinkender K u r v c. Große Einbrüche, wie sic wahrcnb der Inflationszeit an ber Tagesordung waren, kennt bic Kriminalpolizei kaum noch. Die Ursachen bicser gewiß erfreulichen Erscheinung sinb folgende. Seit ber Errichtung her F a h n d u n g s k o in Mission beim Polizeipräsibimn burchstreisen slänbig Beamte bic Stadt unb ihre Schlupfwinkel unb lassen bo- durch die berufsmäßigen Verbrecher nicht mehr Zur Ruhe kommen. Die oolge ist, boß sich diese Herrschaften anderen Städten zugewendet haben, wo ihnen der Boden sicherer zu sein scheint, als am Main. Dann aber ozrbüßen augenblicklich die Haupteinbrecher langjährige Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen; sie bieten damit ber Geschäftswelt eine ge- wisse Sicherheit. Aber n#od) ein anbercr Grunb, mehr wirtschaftlicher Art, kommt für die Einbrecher in Durch knappe Ernährung die Fettleibigkeit bekämpfen zu wollen, hat keinen Zwecks Blutarmut und "Nervenschwäche sind oft die Folgen. Roch schädlicher können JoDkurcn, einschließlich der Kuren mit sogenannten Entfcttungstees, die aus jodhaltigen Pflanzen (Fucus) hergestellt sind, im Einzelfalle wirken. Wer Zeit und Mittel dazu hat, benutzt mit Erfolg gegen Fettleibigkeit Brunnenkuren. Tiber man kann Doch nicht daS ganze 3ahr in Kurorten zubringen. Der Reallol-Bersand in Berlin hat nach den wirksamen Bestandteilen von fünf Der bewährten Kurbrunnen Tabletten künstlich hergestelll, die man jederzeit ohne große Vorbereitungen einnehmen kann, und die gegenüber allen anderen Kuren außerordentlich billig ftnD. Die Kur erfordert keine besondere Diät oder sonstigen Zwang, man wird nicht im Beruf oder in der Erholung gestört, sic verursacht keine Durchfälle oder sonstige Unannehmlichkeiten, und, was die Hauptsache ist, sie wirkt ganz ausgezeichnet. Reaktol hat Dankschreiben von Personen, die ihrer Stellung nach sicher nicht einen überraschenden Erfolg bestätigen würden, wenn er nicht tatsächlich vorhanden wäre, unb sie kann mehrere lausend solcher Erfolgsbcstätigungen aufweisen. Gewichtsabnahmen von 20 bis 30 Pfund sind nichts Seltenes und wotzlgcmerkt, wird das erzielt ohne jede Beeinträchtigung des Wohlbefindens, vielmehr macht sich schon nach Laczer Zeit ein deutlich wahrnehmbares Gefühl größerer körperlicher Frische bemerklich. Atemnot, Kopf- Frage. Bisher fanden sie für khrr «fkchkne WmvBM ben zahlreichen Hehlern glatte Abnahme und «» hielten sofort bares Gelb bafür. Heute werden bb Händler unb Hehler fortwährend durch Beamte r» vidiert und in Unruhe gehallen; sie sind aber auch nicht mehr in der Lage, den Einbrechern sosoä bares Geld auszuzahlen, da sich die allgemeine Geld» knappheit sogar in den Höhlen der Hehler bemerkbar macht. — Der Arbeiter Hans Bogner geriet auf dem Lagerplatz der Firma Earl Prester & Eo. im Ofthafengebist zwischen die Puffer zweier Ei s e n b a h n wä g e n. Er wurde dabei so erheblich gequetscht, daß er in hoffnungslosen Zustande dem Städtischen Kranke»» Hause zugeführt werden mußten. Frankfurter Kammerspiele. Aju Ein Kommerspiel menschlicher Leidenschaften und menschlichen Irrens. Ossip Dymow erzählt das Schicksal einer Frau, er schildert mit russischer Schwere, wie der Dritte, fast absichtslos, die neun Jahre 6e- stehende Einheit zwischen Mann unD*'grau zerstört. Durch diese ungemein glaubhafte Alltagsgeschichte menschlichen Zerbrechens geht der Dichter, weichllch, erfüllt von einer die Realistik des Tages verschleiernden Melancholie...... Ich gehe vorüber, überall vorüber ...“ 'Nirgends macht er langer hall, auch nicht bei der Frau, die Mann und Kind ihm opfert. Der Gatte, ganz unproblematisch, ein guter, einfacher Kerl, beschäftigt fich nicht mit Seelcnanalysen; der Inbegriff seines Daseins ist ihm Frau und Kind. Am stärksten sind die Szenen, wenn Eifersucht in ihm hochschlägt und die Frau sich von ihm wendet. Dju, die Frau, steht zwischen diesen beiden; sie ist eine sich unverstanden fühlende Schwärmerin, verstrickt in die Rehe des Schicksals, welches sie aus ihrer bürgerUchen Ruhe in Gestalt des Dichters aufgescheucht hat. Da sie zur Erkenntnis kommt, ist der Tod die! einzige Rettung aus all Dem Xlnzukänglichen- Aju zieht Die Konsequenzen, ihr Mann ist zerbrochen, Der Dichter geht weiter. ErgreisenD ist die letzte Szene, Da Die allen Eltern Rjus Da# Tagebuch Der Verstorbenen lesen. Fritz Peter Buch inszenierte Die Aufführung verständnisvoll, in stark sprechender Einfachheit. Die Darstellung Der beiden Männer, Odemar (Dichter) und Hart (Gatte), war von gegenseitig ergänzender Charakteristik. Die Aju Fritta Brods hingegen blieb etwas farblos. Man hätte sich diese Frau vibrierender', zerflatternder, weniger gellärt gewünscht. Ganz auf den Ton des Kam- merfpiels war das Elternpaar, Th. Klinkhammer und A. Bauer, gestimmt. Leider zerriß die Einteilung in zehn Bilder Wort und Stimmung unbarmherzig. Auch das Publikum brachte nicht die rechte Anteilnahme entgegen. Turnen, Sport unb Spiel. Vom 5. Bezirk des Turngaues Hessen elt. Wien unb Bubaocft für 100000 ®nbetten, alles übrifle für 100 Tintzeiten.) Telegraphische Auszahlung. 9 Mal 11. Mai Amtliche Noti nma Amtliche Notieruna Geld Brief Geld Brief 168.66 160,08 ili8 6!« 169,11 Buen-.Aires Brls.-AnNv 1.652 1,656 1.655 1,659 21,185 21.245 21 18 21,24 Lbristianta 71,01 71,19 70,81 70,99 Äoptnbaoeu 79,26 79,4!« 79.1.5 79,85 Slockbolni 112,18 112,40 112.18 112,46 ßclfinoforö 10,56 10,60 10 565 10,605 (ttalicii . . 17,235 17,275 17,325 17,265 London. 20.3.5 20,45 20.347 20,397 ‘Jicuöort . . 4,1 IC, 4.3U5 4.195 4.205 Pari? . . . 31.855 ■21.915 •21.81 21,87 Schwel; . . 81,175 81,37.5 81 175 81,375 Spantin. bl ,09 61.25 60.99 61,15 stnvan . . . Wlo de Ian 1,760 1,76« 1.76 0 426 L767 0.424 • 0,426 '1,428 Wien hi *5).. Ceft. abQcft 59,06 59,20 59.055 59,195 Prag . • - 12,425 12,465 i2.4l 12.47 Belzrad . . fi,76.i 6,785 0.78> 6,805 Subnpefl . . 3,88-5 5,91'2 a 88". 5,905 Bulgarien 3,00 3,0 3.0.5 3,0.5 Vifiabon 20,37.5 20,415 20 375 20,425 Damici - - flonft llltu. NO, 75 SO 9 .5 60 8 5 80,9.5 ' .345 2,255 26 -' 2.275 Litzen. . 7.80 7.91 7 89 7.91 Banknoten. U- Geld Brief v'tlaljtbr Noten .... Danl'che ‘J-'citn .... . 31.11 21,21 . 78,94 79,34 . .. . 20,318 20,418 21 77 21.87 Holliindllche Noten . .. sttalienifchc Noten . . . . 168.33 169,19 , 17.215 17,195 Norweallche Noten. . Teukfch.Qestcrr, iiOO Kro Rumanilche Nolea . . . Lchwedtfchr Noten . . . 70,59 70,95 ea 59,042 59.342 * 111,92 112,48 Schwel,er Noten .... epanHcbf Noten .... . 81,11 81,51 . 60/U 81,21 . 12,4X5 12,495 . i.toi 5,875 Tkchrchoslowaklsche yZoten Ungarische Noten Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin. II. Mai. An der heutigen Börse stellte sich heraus, daß die leichte Befestigung der Kurse am Wochenschluh nur vorübergehender Rarur war. Sie vermochte keinerlei Anregung für den heutigen Markt zu geben, die Kaufaufträge aus PuolitumSkreifen blieben vielmehr vollkommen aus. DaS Geschäft wickelte sich dementsprechend bei Beginn deS Derkehrs in äußerst stillem Rahmen ab. Das Kursniveau unterlag dabei nur geringen Schwankungen und gestaltete sich nicht einheitlich. Am Anleihemarkt setzten sich die Erhöhungen fort. Das letzthin für Bankaktien vorhandene Sntereffe lieh heule nach. Die anhaltende Erleichterung des Geldmarktes ist eine Folge des geringen tBebarfa der Börse. Die Sähe für tägliches Geld konnten daher nenervch «ine wertere Ermäßigung erfahren. Für erste Adressen war tägliche» Gell» bereit» zn 8 Prozent vorhanden, ttn übrigen schwankten die Sätze zwischenS und )O Prozent Wonok»geld 9,5 61# 1t/ Prozent. Der Devisenmarkt lag international still, die Aotie- nmgnt unterlagen keinen nennenswerten Deränderungen. London gegen Pari» 93,30, gegen Kabel Reuhork 4,84V». Die Mark wird gemewci au» London mit 20,35, au» Paris 4,58, au» Amsterdam mit 59,235 Frankfurter Schsachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger»-. > J ranksurt a. M„ 11. Mai. Austrieb 1298 Rinder, darunter 341 Ochsen. 39 Bullen 918 Färsen und Kühe. 487 Kälber, 51 Schafe. 2794 Schweine. Rinder: Ochsen: vollsleischig.- auSgewachfene höchsten SchlachtwerbrS 58- 64. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 50-57; Dullen: vollfleifchige ausgemästet? Färsen höchsten Schlachtwvrtes 48—56, vollsleijchlge jüngere 40—47. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 36—39: .Süden und Kühe voll- sleischige auSgemästete Farf.m höchsten Schlachtwertes 48- 64, vollfieischlge auSgemästele Kühe höchsten Schlachtwertes bi» zu 7 Zähren 52—58. wenig gut entwickelte Färsen 45 -54. ältere auS- acmästete Kühe unb wenig gut entwickelte jüngere Kühe 38—48. mäßig genährte Kühe und Färsen 26 — 36, gering genährte Kühe unb Färsen 15—20 Kälber: feinste Mastkälber 70—75, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60—68, geringere Mast- und gute Saugkälber 52—59, geringe Saugkälber 42—50. Schafe Mastlämmer und Masthärnmcl 48— 53. geringere Masthämmel und Schase 40—47. Schweine: vvllfleischige von 80 bis 100 Kilo 73— 75. unter 8Ö Kilo 68- 73. von 100 bis 120 Kilo 73 bis 75. von 120 btfr 150 Kilo 73—75, unreine Sauen und geschnittene Eber 60—70. Marktverlaus: Lebhafter Handel Markt geräumt Des Himmelfahrttage» wegen wird der Schweinemarkt am Mittwoch, 20. Mai. und der Kieinviehmarlt am Freitag, 22 Mai gehalten Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeiger»".) Frankfurt a.M., 11.Mai. ES wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,75 biS 24 Mk Roggen, inländischer 20 bis 23,75. Sommergerste für Drauzwecke 21 biS 26. Hafer, inländischer 18 bis 23, Mais (gelb) 20,75 bis 22,75. Weizenmehl. inländisches (Spezial 0) 37,50 biS 39 Roggenmehl 31 biS 32,50, Deizenklete 13,50 bis 13,75, Aoggenkleie 14,50 bis 14.75. Erbsen 24 bis 28. Linsen 30 biS 40, Heu. süddeutsches, gut und trocken 9,50 bi» 10, Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 16,25 bi» 16,50. Speisekartosseln „Industrie", norddeutsche 4,10 biS 4,30, au» hiesiger Gegend 4,25 616 4,45, weiß- schalige, norddeutsche 3,25, au« hiesiger Gegend 3,25 bi» 3,45 Mk. Tendenz etwa« lebhafter Berliner Produktenbörse. Berlin. II. Mai. Der Produktemnartl war heute schwächer, aber zum Schluß konnten sich die Preise wieder dwa» erholen. Da» In- landangevvt bleibt weniger n«tz knapp, aber teurer. Weizen, märt 260 bis 264, do. Mai 264 bis 264,50, do. Juli 260 bis 261, Roggen mark 223 bis 227. do. Mai 227. do. 3uh 221 bis 222, Gerste, mark. 227 bis 244, Sutter- gerflc 200 bis 215. Hafer, märt 214 bis 222. do. Mai 199 bis 200. do. Juli 188,50. Mais (fr Hamburg 198, do (loko Berlin) 206 bis 210 Für je 100 Kilo 33 bis 36,50, Roggenmehk 30,25 bis 32,75. Weizenkleie 15,20 biS 15.25. Roggen- fleie 16.20 Li» 16,30. Diktoriaerbsen 22 bis 27. kleine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 18 bis 20. Peluschk.n 18,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 19 biS 21, Lupinen, blau 10 bis 11,50, do. gelb 11,25 bis 13,50, Serradelle 14 bis 15,50, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80. Trockenschnitzel 10,40 bis 10,60, Torfmelasse 9,60 bis 9,75. Kartoftelflocken 19.80 bis 20, Zucker 17,50 bis 18,50. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-LImschau".) Mittwoch. 13. Mai. 12 Uhr Rachrichtendienst. 3 und 4 Uhr Wirt- schaftsmeldungen. 4.20 Uhr Rachrichtendienst. 4.30 bis 5.30 Uhr Kinderstunde. 5.30 bis 7 Uhr Rachmittags-Konzert des HauSorchestero: .Lortzing". 7 Uhr Wirtschaftsmellmngen. 7 bi» 7.30 Uhr Uebcrttagung von Kassel: „Ser moderne Kartoffelbau". Dortrag von Diplomagronom Fritz Echweird. 7.30 bis 8 Uhr Funkhochschule. Dortrag von Paul Dekker: „Wie hört man Muftk?" 8 bis 8.30 Uhr Wanderratfchläge des TaunuS- klubs. 1. Dortrag: „Allgemeine Richtlinien". 8.30 biS 9 Uhr Uebertragung von Kassel: Lustiger Kasseler Abend. 9.30 Uhr Rachrichtendienst. Wettermeldung, Sportbericht. 10 bi» 11 Uhr Liederabend zeitgenössischer Komponisten. ContintBt« l«Regeemlnt»l. gummiert and .mprlgniert. für Dime», Herren and Kinder. b> ein*chlagi \ Geichdften erhiltluh. *** \ Achhii.sie lulle s« i'intfittHrfu* Go urteilt ein Oberamtsrtchter! w30 Frauen-Halbschürzen in Druck und Siamosen Mk. 1.75, BunteDamenschürzen Jumperform, in Kattun u. Satin Mk. 2.90, 2.50, Damentücher weiß Linon, besonders preis- Die Veranstaltung soll unserer werten Kundschaft unsere Leistungsfähigkeit zeigen und uns neue Kunden zutühren Restaurant Zum Krokodil“ Vom 13. bis 20. Mat geben wir bei einem Einkauf von Mark 5. - an einen Zeppelin-Riesen-Luftballon gratis! Die erstklassigen 4ö31D WANDERER- Damenstrümpfe prima Makoglanz, Hochferse u. Doppelsohle........Mk. Damenstrümpfe Kunstseide, mitverstärkterHoch- ferse und Doppelsohle, schwarz und in mod. Farben sortiert, Mk. 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Jedenfalls will ich Ihren Vorschlag in Erwägung ziehen und Ihnen in kürzester Zeit Nachricht zukommen lassen, ob und wann ich Sic und Herrn Sandero nochmals eingehend zu sprechen wünsche. — Hätten Sie denn überhaupt genug ausgebildetes Personal, erstens zum Bau dieser großen Menge von Flugzeugen und zweitens zur sachverständigen Bemannnung und Führung derselben?" „Uns stehen die ganzen Leute der Martens- schen Fabrik zur Verfügung, die sich jetzt bereits in Kirgisia befinden. Zusammen mit russischem Ergänzungspersonal reichen sie vollkommen aus." „Martens selber ist vor acht Tagen den Franzosen entflohen." „Und ebenfalls bereits in Kirgisia", fiel Nagel ein. „Ich dachte es mir. Natürlich von den Bolschewisten befreit?" „Ja." „Fabelhaft, diese Leute! Zu Feinden möchte ich sie nur ungern haben. Leider sind sie auch als Freunde noch recht unzuverlässig. Und damit komme ich auf den letzten Punkt der Angelegenheit: Wie dachten Sie sich die politischen Verhältnisse in dem neuen Nordlande?" „Wir müssen unser Neuland dem deutschen Staate als Kolonie anbieten", meinte Nagel. Damit werden Sie wenig Glück haben", lachte Hagen. „Es bleiben bann also nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie treten unter russische Oberhoheit, ober Sie machen sich zu einem selbständigen Staate, erwählen einen Präsidenten und geben sich Ihre eigenen Gesetze." Der Herr, von bem Nagel zuerst empfangen worben mar, betrat jetzt wieber das Abteil. „Wir fahren in die Station Celle ein", meldete er. _ „Dann leben eie wohl", sagte Hagen und reichte dem über den plötzlichen Abschied erstaunten In-, gcnieur'bie Hanb. „Sie werden von mir hören." iur der Erdschichten, soweit sie durch die Anlagen der Gruben bekannt waren. Und nun begann die uns so wohloertraute Tätigkeit unseres Freundes, die zu den überraschendsten Resultaten führte und Hagen und seine Angestellten zu heller Bewunderung hinriß. Zunächst stellte er aufs genaueste den Verlauf aller unterirdischen Anlagen fest, bis er plötzlich an einer Stelle in große Erregung geriet. Es war dort, wo in einer benachbarten Grube auf der sogenannten dritten Sohle in etwa 500 Meter Tiefe ein Verbindungsstollen durchgeschlagen werden sollte. Hier trennte nach seiner Behauptung nur noch ein Stück von etwa drei Meter den Stollen von einem großen Hohlraum, der mit stark komprimierten Kohlengasen angefüllt war. Beim unvermuteten Anschlägen dieses Hohlraums konnte unter Umständen eine der sehr gefürchteten Schlagwetterexplosionen ftattfinben. Rasch würben bie Autos bestiegen, und wir rasten zum nächsten Schachateingang. Hier gelang es noch, bie Mannschaft in jenem Stollen, rechtzeitig zu benachrichtigen. Die Sprenglabung wurde' wieber entfernt unb statt ihrer eine mit komprimierter Lust getriebene Bohrmaschine eingesetzt. Nach Verlaus von zwei Stunben schlug sie ben mit Gas gefüllten Hohlraum an, unb sofort brängten die Schlagweter mit solcher Gewalt aus dem Loche, daß die Maschine beiseite gebrückt und beschädigt wurde. Noch volle 48 Stunden soll es gedauert haben, bis der Druck des Gases völlig nachließ. Herr Hagen verzichtete nun auf weitere Proben der Sandersschcn Fähigkeiten und lud uns zu einem Frühstück in feine Villa ein. Hier leistete sich Sanders noch einen glanzvollen Beweis seiner Begabung, indem er unmittelbar neben der Villa im Park einen artef’ifdjen Brunnen entdeckte, der nur in zehn Meter Tiefe liegen sollte. Wie wir hier durch ein Telegramm erfuhren, ist die Quelle tatsächlich erbohrt und springt selbsttätig ein Meter hock) über die Erdoberfläche. Nach diesem letzten Versuche seiner Tätigkeit war Sanders so erschöpft, daß ich ihn sofort ins Hotel brachte, wo er alsbald zu Bett ging. Am nächsten Morgen fand ich ihn zu meinem Schrecken in einem höchst bedenklichen Zustande. Er,fd)ien bet Bewußtsein, vermochte aber nicht zu sprechen, und sein Puls war kaum mehr zu fühlen. (Fortsetzung folgt.) Herrentücher weiß Batist mit Hohlsaum, feine fi 0 Qualität.......Stück Mk. ^»70 Hosenträger gute Gummigurte, mit Leder- |l Uh patte..........Mk. 1.50, UJü Damenstrümpfe B’wolle, gut verstärkt, schwarz fi f k und farbig.........Mk. Ve I £1 FAHRRÄOER bei F. Schilling, Gießen, Fkf. Str. 23. Bekanntmachung Betr.: Schuh des Buchenaufschlags in den Buchenaltbeständen. Das Betreten der älteren Buchende- stände im Stadttvalde außerhalb der Wege wird mit Rücksicht auf die vorhandene Duchenbesamung verboten. Gießen, den 7. Mai 1925. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. 4868B tzMelMule Ulmzelmaml vorm. Herme>- Gießen, Teleph. 821 Babnliofttr. 60 Prospekt frei. *-va Stonlfntler öot Empfehle flutbürgL Ifligsti AbendSSpeisennacb der Karte. Saal für all. Veranstaltungen passend. Sol. Preise. Corl 8AAM, vorher Hotel Lenz. I .'1 ä"- ljmiWMkiMmn Ä