re ? s -2, re »re 2 öS Cä g te ti Er 1 L © ■Q 2 3 L >2 >v : 3 • K 'O > & v 0 3 Ä re ft rcr •3 > a° ß m äs’ (- 5 O ** fc S □ 5" tif •■ y Cä V re 5 P CO .3 3 tö k« re ® U-r:- ’?«>£ CB 3 re ''„ o- yre 3 SVÄL,»2 re « J k re s> 7-L- 3 o *&p:"s 3 <<*o n °'r' poäcfl^y ft *2,2-"c ? fHFS."*' ?-Mu- MBlk »yre i 2 5-re ® 3 @ ö'CfS 0--3 rt fhSeSl E«3 » h®'hs« ’tshj $ Nr. 154 Erstes Blatt (75. Jahrgang Donnerstag, U. Juni 1925 Erscheint täglich, aufoer Sonn« und feiertags Beilagen: ©tefeener Jamilienblätter Heimat im Bild. !Honats«Bejiigsprels: 2 Boldmarl, u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sernjpre ch'Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lag unbGeschästsstellebl. Anschrift für Drahlnach» richten: LnreiaerSietzen. Pollscheckkonto: Sranffnri a. M. 11686. MchenerAnzeiger - General-Anzeiger für Oberhefsen vnick und Verlag: vriihl'sche UniverfitätL-vuch- und 51eindruckerei R. Lange in Kietzen. Zchriftleitung und Kefchäftsftelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher ohne jebeDerbinblichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite SrNich8, auswärts 10 Goldpjennig; für *Kc» klame-Anzeiaen v 70n>m Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrift20° ^Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Gange; für den übrigen 2eil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. | Der Rheinlandpatt in französischer Beleuchtung. Eine allgemeine Sicherheitsgarantie. Paris, 10. 3uni. (WB.) Der Vertreter der Havasagentur in Gens will in dec Lage sein, über die französische Antwortnote in der Frage des Sicherheitspaktes neue Angaben allgemeiner Art machen zu können. Die Aote werde daran erinnern, dah Deutschland seinerzeit Frankreich mit einem festen Vorschläge des Abschlusses eines Sicherheit s p a k t e s besaht habe. Die französische Aote, die von Großbritannien gebilligt werde, werde nur zum Ziele haben, ergänzende Aufschlüsse zu erhalten, die das aufmerksame Studium des deutschen Memorandums notwendig mache. Das deutsche Memorandum gehe beunruhigenderweise über verschiedene Fragen mit Stillschweigen hinweg. Cs erwähne z. D. nicht den Völkerbund, dem Frankreich und seine Alliierten angehören und dessen Verpflichtungen sie übernommen hätten. Cs sei notwendig, bevor man sich in weitere Verhandlungen über den Pakt einlasse, zu wissen, ob Deutschland geneigt sei, durch seinen Eintritt in den Völkerbund z u den Dedingungen. wie sie in den Kreisen des Völkerbundrates im vergangenen Herbst aufgesührt seien, dieselben Verpflichtungen zu übernehmen. Es sei ferner notwendig, schon jetzt zu präzisieren, dah der Abschluh eines Sicherheitspaktes mit Deutschland eine Diskussion der im Vertrage von Versailles enthaltenen Rechte und Pflichten nicht nach sich ziehen könnte. Diese Einwände würden ebenso gut für Belgien wie für Frankreich gelten, da natürlich Belgien zu dem Pakt, wenn er abgeschlossen werde, zugelassen werden müsse. Da die deutsche Regierung sich erboten habe, mit den Weltmächten Schiedsgerichtsverträgc abzuschliehen, erkenne Frankreich an, dah diese Verträge eine natürliche Ergänzung zu dem Rheinlandpakt darstellen würden. Aber es verlange ausdrücklich, dah diese Verträge sich auf alle Konflikte bezögen und eine Intervention für den Fall zu- lichen, dah eine solche gemäß dem Sa,ie-sgerichts- vertrage nach einer Verletzung desselben ausgeübt werden müsse. Um diesen Schiedsgerichtsverträgen ihren vollen Wert zu geben, mühten die am Rbeinlandabkommen teilnehmenden Mächte eine zusätzliche und individuelle Garantie hinzufügen. Für den Fall, dah ein vertragsschließender Teil, ohne au feindseligen Handlungen seine Zuflucht zu nehmen, seine Verpflichtungen nicht erfüllen könnte, mühte der Völkerbundsrat die Maßnahmen Vorschlägen, die zu ergreifen seien, um dem Vertrag Geltung zu ver- fchasfen. Der Havasvertreter fährt dann fort: Die deutsche Regierung habe sich in ihrem Memorandum erboten, auch Schiedsgerichtsverträge mit allen Staaten abzuschließen, die sich hierzu bereit fänden, also auch, wenn man richtig verstanden habe, mit Polen und der Lschecho-Slowalei. Frankreich müßte Kenntnis nehmen von dieser Erklärung. Aber es bemerke, und zwar mit Billigung von Großbritannien, daß die Alliierten aus den Verträgen Rechte hcrleiten, auf die sie nicht verzichten können, und auch Verpflichtungen, von denen sic sich nicht l o s l ö s e n könnten. Die ins Auge gefaßten Verträge dürsten dielen Verpflichtungen keinen Abbruch tun. Wenn Deutschland mit seinen Rachbarn Verträge dieser Art abschlleßen würde, könne jeder der Signatare des Vertrages von Versailles, wenn er es wünsche, als Garant hierfür beitreten. Dieses System der allgemeinen Sicherheitsgarantie hätte nur dann Wert, wenn alle ins Auge gefaßten Abkommen, also der Rheinlandpak: und die Schiedsgerichtsverträge, zu gleicher Zeit in Kraft treten würden. Diese dem Geiste des Völkerbundsflatuts entsprechenden Vertrage würden vom Völkerbund registriert und unter seinen Schutz gestellt. Außerdem könne jeder, dec wolle, daran teilnehmen. Wenn die Vereinigten Staaten glaubten, sich eines Tages entschließen zu können, dann würde Frankreich es mit Freude begrüßen, wenn die große amerikanische Ration an einem Werke des allgemeinen Friedens teilnehmen werde. Chamberlain an die englische Presse. Genf, 10. Juni. (XU.) Der englische Außenminister Chamberlain gab Pressevertretern heute nachmittag folgende Erklärung ab: „3er Kerl ist auch noch Lehrer!" und erhält d^halb einen Omungd- ruf.) Ministerialdirektor 11 r ft a b t bestreitet, aß hier eine Strafversetzung vorliege, sondern es handle sich nur um eine Versetzung im 3 n t reif e des Dienstes. Von einem Disziplinarverfahren gegen den Studi nrat wäre abgesehen worden. Er hat. wie die Gerichtsverhandlung ergab, nicht den Mut gehabt, für das was er getan hat, auch einzutreten. Seine Behauptung. er habe das Flugblatt nicht gelesen, hat ihm das Gericht nicht geglaubt. Diele Ableugnung hat ihn um die Achtung in Offenbach gebracht, darum war seine Versetzung im Interesse des Dienstes notwendig. Rach Alsfeld wurde er verwiesen, weil er dort keine Anhänger und kein Echo hat: auch war damals gerade eine Stelle in Air seid frei geworden. Der Antrag des Ausschusses auf Ablehnung des Antrages Galm wird mit 26 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Vertreter der Rechtsparteien geben Erklärungen zu ihrer Stellungnahme ab; sie billigten nicht die Versetzung von der Schmitts gerade nach Alsfeld. Abg. Scholz erklärt als Vertreter der Deutschen Volkspartei, dah die Form der Abstimmung es ihr unmöglich gemacht habe, ihren Standpunkt darzulegen, infolgedessen sei sie gegen den Ausschuhantrag gctre'en. Zum Schluß versagt das Haus noch der Vorstellung der Staatsanwaltschaft Darmstadt, ein Strafverfahren gegen den Abgeordneten Galm einzuleiten, die Genehmigung. Rächste Sitzung Montag, 10 Uhr: Staatsvoranschlag. Die Not der Junglehrer. Tentscher Reichstag. Berlin, 6. Juni. Ein tommunistischer Antrag auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Geschke (Komm., wird dem Ge- schäftsordnungsausschus; überwiesen. Die deutsch-ungarischen Verträge übrr Steuerausgleichung, Rechtsschutz und Rechtshilfe in Cteuersachen werden ohne Debatte in allen drei Lesungen angenommen. Cs folgt die erste Beratung des Abkommens zwischen Deutschland und Polen über Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) führt in der Aussprache Beschwerde über tue von Polen verlangten unerhört hohen Postgebühren und über die schikanösen Hindernisse, die Polen der Einreise Deutscher bereitet. Abg. Schulz- Bromberg (dn.) bestätigt die Beschwerden der Vorrednerin und beantragt ilebertoeifung des Abkommens an den Auswärtigen Ausschuß. Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes betont, daß dos Abkommen gerade die mit Recht gerügten Tiebelstände beseitigen solle. Das Abkommen geht an den Auswärtigen Ausschuß. Das Gesetz über die Weltpostvereinsverträge wird in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenommen. Zur Besprechung kommen dann die Anträge verschiedener Parteien, die der Rot der Junglehrer steuern sollen. Abg. Mumm (Dn.) empfiehlt im Ramen des Dildungsausschusses einen von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten unterstützten Antrag, im Haushalt für 1925 ausreichende Mittel zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Junglehrer und zu ihrer wissenschaftlichen, praktischen und pädagogischen Fortbildung einzustellrn. Qn>g. Rcubauec (Komm.) beantragt, für diesen Zweck 40 Millionen Mark in den Etat einzustellen. Die Junglehrer könnten durch den Ausbau des Schulwesens und durch Verminderung der Klassenstärke Beschäftigung finden!. Abg. Seiffert (Völk.) empfiehlt die Heranziehung der jetzt stellungslosen Junglehrer zur Jugendpflege und zum Ersatz für viele erkrankte Lehrkräfte in Berlin. Der Ausschuhontrag wird angenommen. Abg. Helling-Weser (So.;.) begründet einen Antrag des Ausschusses für Wohnungswesen, wonach die Pachtverordnung vom 19. Juli 1920 bis zum Jahre 192? verlängert und in einigen Punkten geändert werden soll. Abg. Becker-Arnsberg (Ztr.! beantragt die Vertagung der Angelegenheit, bis die Beschlüsse Preußens in derselben Frage vorliegen. Abg. Külz (Dem.) wandte sich gegen die Vertagung. Mit 184 gegen 104 Stimmen wird die Vertagung beschlossen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Gegen 4 Tlhr schlägt Präsident Lobe vor, die nächste Sitzung am Freitag, nachmittags 2 Uhr abzuhalten mit der Tagesordnung „Haushalt des Reichsminister des Innern und Gehalt des Ministers" In der Abstimmung wird der Vorschlag des Präsidenten angenommen. Preußischer Landtag. Berlin, 10. Juni. Nach Erledigung von Eingaben wird eine Novelle zum Gesetzentwurf betr. die Erhaltung des B a u m b e st a n d e s und die Erhaltung und Freigabe von Uferdämmen im Interesse der Volksgesundheit erster und zweiter Beratung ohne Aussprache erledigt und unverändert a n- genommen. Zur weiteren Förderung des Baues von Kleinbahnen wird ein Kredit von 2 Millionen angefordert. Die Vorlage wird dem Hauptausschuß überwiesen. Das Haus wendet sich zu den Nooellen betr. die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen. Der Hauptausschuß empfiehlt die Genehmigung der Vorlage, nach der die Geltungsdauer des Gesetzes vom 28.2.1924 bis Ende März 1926 verlängert werden soll. Abg. Dr. W i e m e r (D. Vp.) erklärt namens seiner Partei, daß eine Reform notwendig sei. Es seien zahlreiche Härten und Ungerechtigkeiten vorhanden. Deshalb sind wir für einen möglichst kurzen Termin und schnelle Arbeit. Wir schlagen den 30. September für die Geltungs- . dauer der jetzigen Steuer vor. Abg. Schulz- Sta- lpen (Dschn.): Wir lehnen die Vorlage ab und for- F-dern die Regierung auf, sofort andere Vorschläge an den Landtag zu bringen, damit diese ungerech- 1 teste aller Steuern endlich verschwindet. Finanzmiuifter Dr. Höpker-Aschoff. Den Vorrednern gegenüber möchte ich doch darauf Hinweisen, daß die Grundvermögenssteuer bei der Landwirtschaft allerhöchstens 250 Millionen erbringt (Hört! hört! links), während das übrige von den anderen Bevölkerungskreisen getragen wird, und daß daneben die Bevölkerung noch mit 650 Millionen Hauszinssteuer belastet ist. Gewiß ist diele Steuer schwer jju tragen. Aber das ist doch nicyt etwa das eigentümliche für die Landwirtschaft, sondern alle Stände haben unter der Steuerlast zu leiden. Es ist eine Ungerechtigkeit, wenn immer wieder hervorgehoben wird, daß nur die Landwirtschaft leide. (Große Unruhe und lärmende Zurufe rechts.) Wir können unmöglich in drei Monaten und ohne Rücksicht auf das Reichsbewertungsgefetz eine Reform zustande bringen. Wir brauchen also die F r i ft bis Ende März 1926, um die Reform auf der neuen Grundlage aufzubauen. Unser ursprünglicher Gesetzentwurf decht sich in diesem Punkte wörtlich mit einem Antrag der Deutsch- nationalen Partei. (Hört! hört! links.) Auch der Staatsrat hat unsere Vorlage gebilligt. Nach unserer Voraussicht müßte am 1. Oktober eine neue Verlängerung von drei Monaten beschlossen werden. Alle Statsnotwendigkeiten sprechen für den von uns gewünschten Termin. Ich kann also nur nochmals bitten, den Antrag Meiner abzulehnen. Abg. Dr. Wäntig (Soz.): Wir halten die Grundsteuer auch heute noch für unhaltbar, aber eine grundlegende Reform in Preußen jetzt oor- zunehmen, scheint uns unmöglich. Abg. Thiele (Soz.): Wenn man dem g e - werblichen Mittelstand zur Hilfe kommen will, darf man diese Frage nicht noch mit der landwirtschaftlichen Kreditfrage bepacken. Wir sind durchaus bereit, auch dem gewerblichen Mittelstand zur Hilfe zu kommen und halten den Zentrumsantrag auf Bewilligung von 20 Millionen Mark für den richtigen Weg. Abg. K ö l g e s (Zentr.) weift auf die Leere des Saales hin, als ein beredtes Zeichen von dem Grad der Teilnahme, den der gewerbliche Mittelstand findet. Dem Handwerk und dem Gewerbe muß endlich geholfen werden. Abg. Bayer- Waldenburg (D. Vp.) beantragt, in dem Antrag die Worte „und die Konsumgenossenschaften" zu streichen. Das Haus nimmt bann die namentliche Ab- ftimmung vor über die Notverordnung, die die Geltungsdauer der Grundsteuer bis zum 30. Juni festlegt. Zunächst wird mit 160 gegen 104 Stimmen der Notverordnung die Genehmigung erteilt. Vom Zentrum ist ein Kompromißan- trag eingebracht worden, dem die anderen Regierungsparteien beitraten und der das Grundsteuer- gcfetz bis zum 31. Dezember 1925 verlängern will, lieber diesen Antrag wird wiederum namentlich abgestimmt. Er wird mit 182 gegen 109 Stirnen angenommen. Die übrigen Anträge sind dadurch erledigt. Es folgt die Beratung der Anträge über die Kreditnot des Mittelstandes und der Landwirtschaft usw. Abg. Dr. Leidig (D. Vp.) berichtete über die Ausschußverhandlungen. Der Ausschuß hat die Bereitstellung eines Betrages von 50 Millionen für Handwerk, Einzelhandel und Konsumgenossenschaften empfohlen und schlägt außerdem eine Reihe von weiteren Maßnahmen zur Behebung der Kreditnot vor. Abg. v. Rohr (Dschnl.): Auch die Kon- umenten haben ein unmittelbares Interesse an der Behebung der Kreditnot der Produzenten, des Handwerks und der Detaillisten. Die Landwirtschaft ist mit tiefster Besorgnis über ihre neuerliche ungeheure Verschuldung erfüllt. Zudem stellt die furchtbare Dürre bereits die Ernte des Sommerkorns in Frage. Die Ausfchußanträge haben ja erfreulicherweise zum größten Teil unseren Anregungen Rechnung getragen. Die Zinssätze für Neubauten müssen auf ein wirtschaftlich tragbares Maß herabgesetzt werden. Die Postscheckeinnahmen sollten der Wirtschaft mehr zugute kommen. Mindestens sollte ihr ein Betrag von mindestens 100 Millionen Mark langfristig unter billigen Zinssätzen wieder zur Verfügung geteilt werden. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff: Es oll hier eine Sonderaktion aus Staatsmitteln für den gewerblichen Mittelstand in die Wege geleitet werden. Es fragt sich, woher die Mittel genommen werden sollen, um die 50 Millionen flüssig zu machen. Es kann nur auf die verfügbaren Ueber- chüsse und auf eine andere Verteilung zurückgegriffen werden. Eine Erklärung, die 50 Millionen zur Verfügung zu stellen, kann ich nicht ohne weiteres abgeben. Wenn es aber der Mindestantrag ist, daß wir umdisponieren können, so bin ich damit vollkommen einverstanden. Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag 12 Uhr vertagt. PamlLVss Marok oreise Zusammenkunft mit Primo de Nrvera. Paris. 10. Juni. (WB.) Havas meldet aus 'Barcelona: Das Flugzeug, das den franzö- isfchen Ministerpräsidenten, der sich nach Marokko begibt, um sich an Ort und Stelle über die Lage zu informieren, an Bord hat, ist um 7.45 älhr in Barcelona gelandet und um 8 Tlhr in Richtung Alicante weitergeflogen, wo es um 9.25 TIhr spanischer Zeit gesichtet wurde. Das Flugzeug ist um 6.30 Uhr abends in Rabat eingetroffen. General Primo de Rivera will Freitag in Rabat eintreffen, um mit Pain-- lev« über die Frage der französisch-spanischen Zusammenarbeit in Marokko zu verhandeln. Painleve hat in Barcelona Journalisten gegenüber erklärt, er glaube, daß man bezüglich der Marokkofrage zu einem französisch-spanischen Einverständnis und zu einer Politik der Zusammenarbeit kommen werde, die die Unterwerfung der Rifleute erleichtern würde. Dieses Zusammenarbeiten könne sich für den Augenblick auf den Waffen- »anbei gemäß den Abmachungen des Völkerbundes erstrecken. Die Verhandlungen in Madrid könnten zu einer Zusammenarbeit zu Dreien mit den treirgebliebenen Rifleuten führen. Man müsse es den Rifleuten begreiflich machen, daß es in ihrem eigenen Interesse liege, Bedingungen anzunehmen, damit ein dauerhaft.. Friede erzielt werde. Auf der Tagesordnung der am Montag beginnenden Konferenz stehen folgende Punkte: 1. Tlnterbindung des Waffenschmuggels. 2. Prüfung der Grenzberichtigung beider Zonen entsprechend den Bestimmungen des Vertrages von 1912. 3. Ausweisung verdächtiger Personen. 4. Rachrichten-Austaufch zwischen beiden Lagern. 5. Förderung der französisch-spanischen Zusammenarbeit in Marokko. Erbitterte Kämpfe in China. Hebet 200 Tote. — Versenkung von Dampfern. R e u y o r k, 10. 3unl (I. U.) Rach den letzten Meldungen aus Kanton hat sich aus den bisherigen Kämpfen in der Stadt eine förmliche Schlachl entwickelt. Bisher hak es auf beiden Seiten über 2 0 0 Tote gegeben. Die chinesischen Söldner haben die Besatzung des größten Kanonenbootes der Regierung durch Bestechung zu veranlassen gewußt, im Hafen eine Reihe von Handelsschiffen zu versenken. Mehrere Tausend Studenten zogen vor das Auswärtige Amt. Eine Abordnung verlangte u. a. die Entsendung russischer Truppen nach Schanghai, um das Fremdenviertel zu besetzen. Da die Antwort des Außenministers die Menge nicht befriedigte, zertrümmerte sie das Mobiliar, Spiegel und Fensterscheiben. Die Generäle Tschang-Tso-Lin und Feng-Vu-Hsiang haben wegen der Schanghai-Angelegenheit an den Präsidenten Tuan-Schi-Jui ein Telegramm gesandt. Tschang-Tso-Lin gibt eine Darstellung der Vorfälle in Schanghai und fordert den Präsidenten auf, das Volk zu schützen und die ganze Angelegenheit mit Festigkeit zu behandeln. Er und feine Mitarbeiter glaubten, so schließt das Telegramm, protestieren und in dieser Zeit eine Einheitsfront mit Tuan-Schi-Jui zeigen zu sollen. Das Telegramm ist von Tschang-Tso-Lin und seinen wichtigen Generälen unterzeichnet. Das Telegramm Feng-Vu-Hsiangs lautet ähnlich und ist ebenfalls von ihm und seinen Untergebenen unterzeichnet. In London werden die Verhältnisse in China nach wie vor als b e s o r g n i s e r r e g e n d angesehen. Doch sind für die nächste Zeit keinerlei diplomatische Schritte zu erwarten. Die im Herbst stattfindenden Verhandlungen über die Erhöhung der chinesischen Zölle sollen nach Auffassung maßgebender Kreise die Gelegenheit geben, die Beschwerden und Sorgen Chinas zu erörtern. Das Maß des Entgegenkommens der Dertragsmächte wird sich indessen nach der weiteren Entwicklung der Dinge richten. Man wird Garantien dafür verlangen, daß die Vermehrung des chinesischen Staatseinkommens in Zukunft nicht lediglich der Finanzierung des Bürgerkriegs und Unruhen dient. Kleine politische Nachrichten« Der preußische Ministerpräsident Braun hatte für Mittwoch zu einem politischen Bierabend eingeladen. Es waren u. a. erschienen: Reichspräsident von Hindenburg in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner, der Reichskanzler Dr. Luther mit den Reichsministern Dr. G e ß l e r und Dr. Freuten sowie Dr. (5 t in g I. Ferner waren anwesend die zur Zeit in Berlin weilenden preußischen Minister Professor Dr. Becker, Steiger, Dr. Höpker- Aschoff und Dr. Schreiber sowie die Vorstände der Fraktionen des preußischen Landtags. Ferner sah man den Reichstagspräsidenten Loebe, den Landtagspräsidenten Bartels und die beiden Vizepräsidenten des Landtags. Weiter waren anwesend sämtliche P r e u h ischen Staatssekretäre, der Polizeipräsident von Berlin, Oberbürgermeister Dr. Böß, Stadtverordnetenvorsteher Haß, Direktoren der Berliner Hochschulen, sämtliche Gesandten der deutschen Länder, die preußischen Bevollmächtigten zum ReichSrat. der Präsident der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft von H a r n a ck, eine große Anzahl von parlamentarischen führenden Persönlichkeiten, der Wirtschaft und der Gewerkschaften und zahlreiche Vertreter der großen Berliner und auswärtigen deutschen Presse. Die Besatzungsbehörde hat das Verbot der drahtlosen Telegraphie zugunsten der Schulen, der Sanft-, und der Presse teilweise aufgehoben. Der Besitz und der Gebrauch der drahtlosen Telegraphie ist in jedem Einzelfalle von der Genehmigung der Besatzung abhängig. Die Lage der Zeche General Blumenthal I/II hat sich in den letzten Monaten derartig verschlechtert, daß die Verwaltung beim Demobilmachungskommissar Entlassungen großen U m - a n g 5 beantragt hat. In der gestrigen Verhandlung vor dem Demobilmachungskommissar wurden die zum 15. Juni angekündigtcn Entlassungen g e- nehmigt. Weiter wurde die Entlassung von 850 Belegschaftsmitgliedern einschließlich Beamten zum 1. Juli bewilligt. Der versammelte Gesamtoorstand des Reichs- b u n ö e 5 deutscher M ieter e. V. hat Ent» chließungen angenommen, in denen u. a. gefordert wird, daß die bestehenden Bestimmungen des Mieterschutzgesetzes in jeder Beziehung nicht nur ür die Wohnräume, sondern auch für die gewerblichen Räume a u f r e ch t e r h a 11 e n bleiben. Eine weitere Entschließung wendet sich gegen die Behandlung der Sparguthaben in der Regierungsvorlage und fordert den höchstmöglichen Aufwerfungssatz für diese Guthaben mit Hilfe der Wegsteuerung eines Teiles der Jnflationsgewinne. Die siebente Tagung der deutschen Wohnungsämter in Stuttgart, die aus allen Teilen des Reiches stark besucht war, faßte folgende Entschließung: Die Vereinigung deutscher Wohnungsämter hält es für zweckmäßig zu prü- en, ob ein reichsgesetzlicher Sparzwang für Ledige zur Beschaffung von Hypotheken für den Wohnungsbau einzuführen sei. Sie ersucht b* = halb 1. den Deutschen Städtetag und den Reichstädtebund, die Angelegenheit baldmöglichst zu bearbeiten, 2. den Deutschen Sparkassenverband, eben» alls zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. Das preußische Staatsministerium hat beschlossen, die Verleihung der Rettungsmedaille wieder aufzunehmen, da hierin kein Verstoß gegen die Reichsverfassung erblickt wrrd, und nachdem die Reichsregierung vor erniger Zeit sich auf den gleichen versasfungsrechtltchen Standpunkt gestellt hat. Aus aller Welt. Brand einer Zuckerfabrik. Berlin, 10. Juni. (WTB.) Heute früh gegen Uhr bemerkte der Fabrikwächter der Aktien» Zuckerfabrik in (Brächen auf seinem Rundgange durch die Fabrikräume in der abseits liegenden Futtermittelmischstation einen Brand, der vermutlich durch Selbstentzündung entstanden ist. Die im ersten Stockwerke lagernden 200 Zentner Futtermittel verschiedener Art, Halmkern- schrot, Malzkeime und Roggenschnitzel verbrannten, ebenso tausend leere Zuckersäcke, die über diesem Stockwerk lagerten. Das Hauptfabrikgebäude war durch eine massive Mauer von dem brennenden Gebäude getrennt, so daß für die Fabrik keine besondere Gefahr bestand. Der durch Versicherung gedeckte Schaden wird auf 70—80 000 Mark geschätzt. Das Bellheimer Fährhaus abgebrannt Das Beltheimer Fährhaus, wo sich am 31. März das große Pontonunglück der Reichswehr ereignet hatte, ist durch Brand völlig zerstört worden. Von dem Hausrat des Fährmanns Huck, der an jenem Tage durch feine mutige Hilfeleistung mehreren Soldaten das Leben gerettet hatte, konnte nichts geborgen werden. Kesselexplosion auf einem Dampfer. Im Hafen von Aberdeen ereignete sich auf dem deutschen Fischdampfer „Sthame r" aus Cuxhaven eine Kesselexplosion, durch die Oberingenieur Linnemann getötet wurde. Russischer Demonstrationsflug nach China. Wir hören aus Moskau: Mittwoch früh ist ein Luftgeschwader, bestehend aus 6 Luftschiffen mit 20 Personen Besatzung, nach der Mongolei und Peking abgeflogen. Diese 7000 Kilometer lange Rekordstrecke führt durch das Uralge» birge, Sibirien, über den Baikalsee und die Wüste Gobi. Beim 2kuschied betonte Rykow die große kulturelle, politische und wirtschaftliche Bedeutung des Luftverkehrs mit China und die Wichtigkeit eines solchen Sympathieaktes während des erbitterten Kampfes des chinesischen Volkes für feine Befreiung. Paul Vetter Intendant in Kassel. Der Musikschriftsteller Paul Bekker aus Frankfurt wurde durch den preußischen Minister für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung endgültig zum Intendanten des Kasseler Staatstheaters ernannt. Herr Bekker wird sein Amt Anfang August mit dem Beginn der neuen Spielzeit antreten. Der Magistrat und die städtische Kunstkommission in Kassel wurden bet der Ernennung Bekkers vom Minister übergangen. Dieser erklärte, daß die Befürchtungen für das Schauspielhaus unbegründet seien. Die Regierung sorge für die künstlerische Hohe des Hauses durch die Berufung geeigneter Kräfte. Wettervoraussage. Wenig Aenderung der herrschenden Wetterlage. Aus Skandinavien wird überall Barometerfall gemeldet. Während das Hochdruckgebiet weiter west- wärts wandert, bringt das Tief von Norden und Osten her ein. Morgen dürfte unsere Wetterlage — abgesehen von der Möglichkeit örtlicher Gewitterstörungen — noch wenig verändert sein, während in den nächsten Tagen im Falle eines weiteren Vordringens des Tiefs eine Aenderung des Witterungs- 1 charakters möglich ist. Aus Stabt und Land. Donnerstag, den 11. Sv<. "225. Ist die Lahn Derzeitcy. ? Der Kreis-Medizinalrat Dr. Walger tc.it uns mit: In Gießen und Umgegend sind Gerüchte im Umlauf, daß in Marburg eine Ty phus- epidemie herrsche, und daß die L a h n v er» eucht und das Baden in der Lahn gefährlich ei. Abgesehen davon, daß, wenn wirklich ein« nat Typhusbazillen in die Lahn hineingerat n ein sollten, der Fluß auf feinem 30 Kilometer langen Laufe von Marburg bis Gießen längst die natürliche Selbstreinigung vollzogen haben würde, so daß eine Gefahr bei uns nicht mehr bestünde, so haben meine Erkundigungen beim Kreisarzt in Marburg ergeben, daß von einer Typh.nsepi.de- mic in Marburg keine Rede if?T" Die Veranlassung zu diesen Gerüchten gab wohl das Vorkommnis, daß in einem in der Rähe der Lahn gelegenen Hause in Marburg vor einiger Zeit vier zugereiste Personen an Unterleibstyphus erkrankt sind. Die Jnsektions- quelle war Einschleppung von auswärts und die Erkrankten wurden sofort in die Universitätsklinik überführt und die erforderlichen Desinfek- tionsmahnahmen veranlaßt. Weitere Erkrankungen haben sich auch nicht ereignet und die ge- amte Einwohnerschaft Marburgs einschließlich Professoren und Studenten freut sich beim fröhlichen Baden in der Lahn des sonnigen Sommerwetters. Möge die Einwohnerschaft Gießens und Umgegend unbesorgt hier das Gleiche tun. . " Voraussichtlich weitere Stundung der am 15. Juni fälligen Vermögenssteuer rate. Die ursprünglich am 15. Mai fällige Vermögenssteuervorauszahlung wurde durch ein besonderes Gesetz vom 27. Mai bis zum 15. Juni ausgesetzt. Der Reichstag ging dabei von der Annahme aus, daß bis zu diesem Tage das dem Reichstag vorliegende neue Vermögenssteuergesetz, das die Vorauszahlungen neu regelt, angenommen fei. Da aber nach dem augenblicklichen Stand der Beratungen bis zum 15. Juni mit der Annahme des Gesetzes nicht gerechnet werden kann, hat der Hansabund beim Steuerausschuh des Reichstages angeregt, rechtzeitig durch ein neues Gesetz die am 15. Juni fällige Vermögenssteuervorauszahlung bis zur endgültigen Verabschiedung des neuen Der- mögensfteuergesetzes auszusetzen. Der Hansabund empfiehlt, die Vermögenssteuer nicht vor Ablauf der gesetzlichen Schonfrist, somit nicht vor dem 22. Juni, zu zahlen, da bis dahin mit einer weiteren Hinausschiebung der Zahlung zu rechnen ist. ** Ausgabe neuer Rentenbankscheine über 50 Rentenmark. An Stelle der bisherigen wird ein neuer Rentenbankschein über 50 Rentenmark in den Verkehr gebracht. Der neue Rentenbankschein ist 85 mal 155 Millimeter' groß und auf weißem, mit einer gemusterten Riffelung versehenem Papier gedruckt. Das rechtsseitig im Papier eingeformte Wasserzeichen stellt Eichenlaub und Kreuzdorn in ornamentaler Verarbeitung dar. Die Wirkung dieses Wasserzeichens wird durch die lachs- rosa Färbung des Papierstreifens, der kupferbraune und grüne Fasern enthält, erhöht. Auf der Vorder- feite befindet sich rechts ein etwa 40 Millimeter breiter Schaurand, der in seinem oberen Teil die Bezeichnung „50 Rentenmark" enthält. Im Druckbild des Scheines befindet sich rechts ein von einer schmalen Zierleiste umgebenes, braun getöntes, rechteckig eingerahmtes Kopsbildnis eines Landarbeiters. Darüber und darunter find Guillochenmuster angebracht, von denen das untere die Wertzahl „50" enthält. Der durch eine breite Zierleiste umgebene, in den Farben grün, braun und blau spielende Zahlenuntergrund trägt die in deutschen Buchstaben und schwarzer Farbe aufgedruckte Beschriftung. In der Zierleiste stehen oben links mb unten rechts die Reihenbezeichnung und Nummer in roter Farbe. In der linken unteren Ecke der Vorderseite befindet sich in einem ausgesparten, von einer feinen Zierleiste umgebenen runden Feld der Trockenstcmpel mit einem Aehrenbündel und Umschrift: „Deutsche Rentenbank Berlin". Die Rückseite zeigt links einen etwa 40 Millimeter breiten unbedruckten Rand. Das in den Farben braun, gelb und grün spielende Druckbild besteht aus reichverzierten Guillochen in verschiedenartigen Formen. In einer runden Guilloche in der Mitte des Bildes befindet sich ein Aehrenbündel. Darüber und darunter steht wellenförmig gebogen die Inschrift „Deutsche Rentenbank", rechts und links die Wertzahl „50" und unten der Strafsatz. Die Beschriftung ist in brauner Farbe auf- gedruckt. ** Verwaltungsoberinspektor Otto Koch T. In der Nacht zum Mittwoch ist der Amtsvorstand des städtischen Versicherungsamtes und der Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, Derwaltungsoberinspektor Otto Koch, im Alter von 42 Jahren verstorben. In Leihgestern als Sohn des dortigen Lehrers Koch geboren, kam der nun Entschlafene schon früh mit unserer Stadt in Berührung; er besuchte hier die Schule, diente bei den U6ern als Einjährig-Freiwilliger, und nachdem er in verschiedenen auswärtigen Verwaltungen tätig gewesen, darunter in Offenbach, den Feldzug mitgemacht hatte, trat er am 1. Dezember 1918 bei der hiesigen Stadtverwaltung ein. Hier gelang es ihm bald, sich die Wertschätzung seiner Vorgesetzten, Kollegen und weiter Kreise der Bürgerschaft zu erringen. Man wird das Andenken des pflichteifrigen, allezeit hilfsbereiten und liebenswürdigen Mannes stets in bester Erinnerung behalten. ** Gefaßte Diebe. Die am 9. I. Mts. be- tamügegebenen und beschlagnahmten Schaf- und Ziegenfelle wurden nach den angestellten Erhebungen in der Nacht zum 4. d. M. aus dem verschlossenen Güterbahnhof in Friedrichsdorf i. T. gestohlen. Es kommen die am 8. hier festgenommenen zwei Personen als Täter in Frage. Eine derselben wird noch von der Staatsanwaltschaft Oldenburg steckbrieflich verfolgt. Die vor einigen Tagen bekanntgegebene gestohlene goldene Damen» uhr mit abgebrochenen Zeiger, wurde hier ermittelt und konnte der Eigentümerin zurückgegeben werden. " F r a u e n g r u pp> e der D. V. P. Man berichtet uns: Bei herrlichem Wetter vereinigte sich sebr zahlreich die Frauengruppe der D. V. P. zum Ka* ee im „Philosophenwald". Geschäftsführer Weißer lieh in begeisternden Worten die durch Sage und Geschichte geweihten Stätten des Rheins an unferm innern Auge vorüberziehen. Ör gab in gedrängter Form einen Heber- blick über fast 2000 Jahre rheinisch-deutscher Geschichte und zeigte, wie die Völkerschicksale Europas letzten Endes immer am Rhein entschieden worden sind. So brachte er den Hörern zum Bewußtsein, was der Rhein für Leulscknaiid und die Zukunft des deutschen Volkes bedeutet. • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtoiehmarkt: 1 Ochse, 11 Kühe, 1294 Kälber, 109 Schafe, 1026 Schweine. Bornotizen. — Tc»ge»kalen der für Donnerstag. Südwestdeuischer Radioktub u Uhr Physikalisches Institut iStephanstraße): Dortrag. - Dund H-us und Schule. 8 Uhr. Llohannessaal: Dort rag. — Lichtlpiclyaus. Vaynhosstraßc. .Dir vier Ehen des Mathias MerenuS". — A^vria-Lichtspielc: .Lustspielwochc". — ‘Jt o t f r e u 31 a g 1925. Die Vorstände des Alice-Frauenvercin». der Sonitätskolonne und des Zweigoerrins Dom Roten Kreuz veranstalten im Rohmen des Rotkreuztages 1925 am Sonntag, 14. Juni, vormittags 11 Uhr, auf Oswaldsgarten eine Rettungsübung der Sanilätskolonne und laden zu nachmittag 4 Uhr zu einem Konzert auf der Ltebigshöhe ein. Auch Hausfammlungen werden veranstaltet. -- Deutsche Sau- und Siedlungs- gemeinschaft. Aus die am Samstag, abends 8.30 11 ßr. im Saalbau Sauer ftattsindcnde Der- fammlung der Deutschen Dau- und Siedlung»- gemeinschast, der Vereinigung der schaffenden Stande Deutschlands zur Behebung der Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit, sei an dieser Stelle nochmals aufmerksam gen,acht. (Siebe Anzeige.) Die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeintchaft organisiert den Wohnungsbau mit zinslosem Gelbe auf gemeinnütziger Grundlage. — „Die Ostafrikaner — und wi r." lieber dieses Thema, das angesichts der Rückkehr deutscher Missionare m unsere frühere Kolonie Deulfch-Ostafrika besonders aktuell ist, wird am Freitag abend 8 Uhr im Johannis-Saal der ehemalige Bischof und Missionsdirektor der Brüdergemeinde D. i) e n n i g sprechen. Selbst lange Jahre hindurch auf afrikanischem Boden tätig, danach an führenden Stellen des deutschen Missionslebens in der Heimat berufen, ist Herr D. Hennig, wie wenige in der Lage, über den gegenwärtigen Stand der Afrika-Mission und ihre Zukunft zu reden. Ange- sichts der neu aufbliiljenöcn Arbeit an öenjenigen Stätten, von denen die deutschen Missionare durch den Krieg vertrieben wurden, darf der Besuch des Aortrages weitesten Streifen empfohlen werden. Näheres siehe besondere Anzeige. Landkreis (Wieweit. t Treis a. d. Lda., 10. Juni. Zum Nachfolger des in den Ruhestand getretenen langjährigen Straßenwortes Joh. Georg Kehr I. dahier wurde Heinrich Rabenau dahier bestellt. v Londorf, 10. Juni. Am Sonntag fand die ®cneralnerfammlung der hiesigen Spar- und Dorschustkasse statt. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, dast die Kasse im abgelaufenen Jahre, dem ersten nach der Inflationszeit, dank der guten Geschäftsführung sich recht gut entwickelt hat und den Ansprüchen vieler Kreditsuchender gerecht werden konnte. Die Zahl der Mitglieder ist großer geworden. Die Hochstsummc der Kreditgrenze wurde für den Geschäftsanteil (zwei kann jedes Mitglied erwerben) aus 2000 Mark festgesetzt. Auch die Zahl der Einleger hat sich erfreulicherweise gehoben. Mrcie -ricdbcrg. Bad-Rauherm. 10. Juni. Wir haben bereits im Rachwrnter davon berichtet, und die Rotiz wurde aus dem .Gieß. Anz." in zahlreiche andere Blätter übernommen, dast in führenden Wirtschastökreisen Bestrebungen im Gang find, hier einen Kurverein nach dem Muster von Bad Kissingen ins Leben zu rufen. Die wirtschaftlichen Organisationen, vor allem die Hotina (Hotelindustrie). die Aerztevereinigung, der Einzelhandel. haben in mehreren Vorbesprechungen die Frage eingehend erörtert. Augenblicklich ist man an der Beratung der Statuten, die nach Durchsprache in den Organisationen zunächst in einer großen öffentlichen Versammlung zur Diskussion gesteUt und anschließend der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden sollen. Das Arbeitsfeld des früheren Kur- und Der- schönerungsvereins und der noch rührig tätigen, aber nur mit geringen privaten Mitteln arbeitenden Derkehrskolmnission soll bedeutend erweitert werden. Eine großzügige Propaganda für das Bad soll im In- und Auslände einsetzen, vor allem durch eine runfangreiche Zeitungsreklame mit großen Sammelinseraten. Dann sollen ..B a d- Rauheimer Wochen" nach dem Beispiel anderer Badeorte veranstaltet und die Schaffung eines Flughafens bald verwirklicht werden, da man sich von der Deranstaltung von Rund- flügen, wie überhaupt vom Anschluß an den Flugverkehr sehr viel für die Zukunft des Bades und die Hebung des Fremdenverkehrs verspricht. Ausgehend von dem Gedanken, daß jeder, der von der Kur lebt, auch etwas für sie tun muß, sollen alle Äurintereffenten zu einem Zwangsbeitrag verpflichtet werden, dessen Hohe sich nach der wirtschaftlichen Lage des .Steuerpflichtigen" richtet und von der städtischen Steuerkommission festzusehen ist. Wirtschaftskreise tarieren unter Zugrundelegung der Kissinger Sätze den Jahresbeitrag auf 100 000 Mark, mit welcher Summe der Kurverein allerdings schon eine ansehnliche und sicher auch erfolgreiche Propaganda entfalten konnte. Kreis Schotten. )—( Gonterskirchen. 9. Juni. Am nächsten Sonntag findet dahier die Bürger- meisterwahl statt. Gegner des seitherigen Bürgermeisters Lind ist der Beigeordnete Graf. 3m benachbarten Ginarts Hausen kandidiert der Bürgermeister Karpf infolge seines hohen Alters nicht mehr. Dort stehen sich der Beigeordnete Ludw. Jochim und der Schreinermeister L. Merker gegenüber. In beiden Orten gehen die Wogen des Wahlkampfes sehr hoch. )— ( Ruppertsburg. 9. Juni. Gestern fand die Heugrasversteigcrung unserer Gemeinde statt. Infolge der reichlichen Futterernte einerseits und der geringen Kaufkraft der Verbraucher andererseits blieben die Preise weit hinter denen des Vorjahres zurück. Wuh* rend 1924 pro Morgen 90 txö 120 Mark bezahlt wurden, war derselbe jetzt schon für 30 dis 40 Mark zu haben. — Am letzten Sonntag unternahm der hiesige Gesangverein Sängerbund auf 3 Leiterwagen einen Ausflug nach Ulrichstein und dem Oberwald. Etwa 50 Mitglieder beteiligten sich daran. Don prächtigem Wetter begünstigt nahm er einen recht schonen Verlauf. „?* Eichelsdors, 10. Juni. Heute morgen verunglückte in einem der hiesigen Basältst e i n b r ü ch e der riiäßrige* Heinrich R a u h. Ein id.roerer Dasaltblock löste sich über dem ahnungslos Arbeitenden, fiel hcra!> und zerschmetterte ihm Schulter und Schlüsselbein. Der Schweroei letzte wurde in einem Sanitätsauto der Chirurgischen Minik zu Gießen überführt. Mrciö Budingcu. !’! Lindheim, 10. Juni. Große (irr eg eng ruft die Verlegung der landwirtschaftlichen Haushaltungsschule von hier nach Friedberg in der hiesigen Einwohncr- schaft hervor. Dor fast 40 Jahren wurde die Anstalt hier gegründet ynb hat der Gemeinde und der ilmgcgenb einen guten Damen und manchen Vorteil eingcbracht. In Friedberg soll nun von der Landwirtschastskammer eine neuzeitliche Haushaltungschule mit einem Kostenanschlag von 200 bis 300 000 Mark errichtet werdens die Stadt will den Platz strilen und das Geld leihen. Die Bauern befürchten eine bedeutende Erhöhung der Umlagen zur Landwirtschastskammer die bei der jetzigen Rotlage schwer ins Gewicht fallen. Mrcie Alsfeld M Alsfeld. 9. Juni. Stadtvor- ftandsfitzung. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende u. a. bekannt, daß der Betriebsleiter des städtischen E'ektrizitätsweries. Robert Wolf, am 25. Mu- ,. I. fein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stadt begangen habe, wozu er ihn namens der Stadtverwaltung beglückwünschte. Die Grasversteigerung von den städtischen Hospitalwielen, sowie von Gewannwegen, die am 5. und 6. Juni abgehalten wurde, wurde genehmigt. Der Erlös pro Morgen Wiese betrug im Durchschnitt etwa 25 Mk. — Deigeordnetenwahl Für die am Sonntag. 21. Juni, bestimmte Wahl eines Beigeordneten wurde der Wahlvorstand und die Gemeindewahllommission gebildet und der hierüber gefaßte Beschluß besonders protokolliert. — Die vom Ministerium deS Innern erhobenen Beanstandungen zu dem vorgelegten Entwurf der abgeänderten Ortssatzung über die A nstellungs- und Besoldungs- verhältnisfe der G e m e i n d e b e a m t e n in der Stadt Alsfeld, die im wesentlichen redaktioneller Qlatur sind, wurden mit geringen Ausnahmen im wesentlichen angenommen. — Verschiedene Mietverträge mit Bewohnern in den städtischen Häusern wurden ohne Aussprache genehmigt. — Für die Erbauung des zweiten Sechsfamilienhauses hat der Staat nachträglich ein weiteres Baudarlehen in Hohe von 2700 Mk. zu 2 Prozent Zinsen gegeben. Die Darlehnsanfnahme wurde genehmigt. - Vergebung von Bauplätzen: Aus ihr Ansuchen wurde den Geometern Ploch und Balh unter Abrundung des Beschlusses vom 24. Februar ein Bauplatz von 23 Meter Frontlänge anstatt 21 Meter Länge zum Preise von 2 Mk. pro Quadratmeter in der Tilemann Schnabelstraße käuflich abgegeben. — Die Eifen- bahnverwaltung läßt die Wegunterführung in der Hohl, da daS Bauwerk reparaturbedürftig ist, erneuern. Bei dieser Gelegenheit hat die Stadt beantragt, daß die lichte Weite der Unterführung von 4,50 auf 6 Meter verbreitert werde im Hinblick auf die spätere, dort zu erwartende Straßenverbreiterung. Die Eisenbahn verlangt dazu, daß die Stadt die Mehrkosten für die Erweiterung deS Bauwerkes, die auf 3000 Mk. veranschlagt sind, übernimmt. Die Versammlung beschloß Demgemäß. — Die Lieferung von Randsteinen für die Herstellung von neuen Fußsteigen wurde der Firma Josue L ö b in Mayen zu ihrem Angebot übertragen. — Dem Kaufmann Johs. H e I b i g in der Mainzer Gasse, der baullche Deränderun- gen in seinem Hause vornehmen will, wurde gegen Revers auf jederzeitigen Widerruf gestattet, in dem Bürgersteig vor seinem Hause einen Transportschacht für Kisten anzulegen gegen eine jährliche AnerlennungSgebühr von 5 Reichsmark. — Für das am 27., 28. und 29. Juni d. I. stattsindende Radsahrerfeft, verbunden mit dem 25jährigen Stiftungsfest des Radsahrvereins Brabant in Alsfeld, wurde ein Ehrenpreis gestiftet. — Die Miete für den Festp 1 atz und die neu erbaute Festha 11e für das am 21. Juni stattfindende Sportfest des Alsfelder Sportvereins wurde auf 200 Mk., für das Radfahrer-Bundesfest am 27. bis 29. Juni auf 300 Mk. festgesetzt. — Dem Turnverein wurde für die Benutzung seines Klaviers in der Turnhalle zum Turnunterricht der Schulen eine monatliche Vergütung von 5 Mk. ab 1. Mai 1925 gewährt. — Dem Hausmeister Werner an der Mittelschule soll als Entschädigung für seine Mühewaltung bei der Durchführung der Quäkerspeisung im vergangenen Winter die Pacht für fein Gartengrundstück hinter der Mittelschule in Hohe von 15 Mk. für das Jahr 1925 erlassen werden. — Am Schlüsse der Sitzung belchwerte sich Herr Laun über mangelhafte Wasserversorgung im Gebiete der neuen Hochdruckleitung, die nicht mehr ausreiche. Der Vorsitzende gab hierzu nähere Erläuterungen über Verbesserungen in der Wasserversorgung. — Herr Waldeck führte Beschwerde über das Stadtbauamt wegen der Lieferung des Küchenherdes für das Hotel „Deutsches Haus", die er als nicht korrekt bezeichnete. Der Vorsitzende lagt Prüfung der Angelegenheit zu. !*! 21 u s b e m Vogelsberg, 10. Juni. Fast überall haben die Bürgermeisterwahlen xur Wiederwahl der seitherigen Ortsoberhäupter geführt: Appenrod Bürgermeister Glatchaar, R a i n r o d Bürgermeister Dippel, Ehringshausen Bürgermeister Schäfer,, Erbenhausen Bürgermeister Heldmann, Zell Bürgermeister Simon. Dannerod Bürgermeister Aug. Koch, Bußfeld Bürgermeister Heß. Ruppertenrod Bürgermeister Bolzing, Homberg Bürgermeister epamer. Lehrbach Bürgermeister Stuhl. Udenhausen Bürgermeister Hall Reibertenrod Bürgermeister Schmidt, Liederbach Bürgermstr. Meß. Bleidenrod nengeroählt «chultheiß an Stelle von K. Leim. Ärrit Lauterbach. & Lauterbach, 10. Ium (Die ftäbt. Wasserversorgung.) Sin seit Jahren herrschender Mißstand, die Wassernot in unserer Stadt, ctz nunmehr durch die Zuführung einer neuen Quelle zu den bereit» beste den dm 3 Quellen behoben worden. Mit der Erschließung ter sog. Hahnenteichauelle an der Dir- lammet Straße ist Lautervach auf dem Gebiete der Versorgung der Stadt mit gutem Trink- und Brauchwasser ein gutes Stück vorwärts gekommen. Runmehr dürfte die Wassernot der früheren Jahre endgültig behoben und damit einem langgehegten Verlangen der Bürgerschaft Rechnung getragen sein. Die neue Hahnenteichquellwasser- leitung bietet in bezug auf ihre technische Anlage den Vorteil, daß sie sowohl den Hochdruckbehältcr. als auch den Riederdruckbehälter gleichzeitig mit Wasser versorgen kann. Der Hochdruckbehälter hat insofern eine Verbesserung erfahren, als er mit einem weiteren Behälteranbau, der lOOÄubif- inet er Wasser aufnimmt, versehen worden ist. Diefer Anbau bietet gegenüber den alten Behältern den technischen Vorzug, daß eine lonRante Wasferreserve s Feuerreserve, für einen Brandfall in einer Menge von 50 Kubikmetern stets vorhanden ist. Während seit 24. Dezember 1924 eine provisorische Versorgung der Stadt aus der Hahnenteichguelle erfolgte, ist durch die Fertigstellung des BehältcrandaueS t'? neue Hahnea- teicßqitflle dieser Tage endgültig in den Betrieb der ftäbt. WasserwcrkSanlcigen eingestellt worde., Die Wasseimenge der Hahnenteichquelle hat die an sie gestellten Erwartungen wesentlich übertroffen, so daß die Stadtverwaltung mit dem nunmehr zu Ende geführten Werke vollauf zufrieden fein kann Turnen, Sport und Spiel, tyiesiener Ruderer-Tieq. Der hiesige Ruderklub »Hassia" 1906 weilte am t>. und 7. Juni in Mülheim (Main) aus der dortigen 50. Regatta des Süddeutschen Rudcrverbandes. Bei starker Konkurrenz und großer Hitze konnte der Verein mit der Mannschaft K. Rupp. Bernd- Valentin. W. E i s e n b o ch und W. Peter, Steuer: E. R ol l, den Gaftvierer als Sieg nach Haufe rubern. Für die kommende Saison ein beachtenswerter Anfangserfolg, der zu weiteren Hoffnungen berechtigt. 3m 2. Achter und Schüler-Vierer, die ebenfalls gemeldet gewesen, wurden die Mann- schäften mit geringem Abstand zweites Boot. Durch weiteres eifriges Training wird es dem Verein vergönnt fein, noch weitere Erfolge auf rudersportlichem Gebiete in diesem Sommer zu erringen. Bezirköturnen des 5. Bezirks int Tnrngau Hessen (D. T ) Nieder-Weiiel. 7. Juni. Aus Anlaß feines 25jährigen Jubiläums war dem hiesigen Turnverein die Abhaltung des diesjährigen volktümlichen Bezirksturnens des 5. Bezirks im Turngau Hessen (D. T.) übertragen worden. Verein und Bevölkerung hatten alles aufgeboten, um dem Fest einen würdigen äußeren Rahmen zu geben. Was hier liebesvolles Verständnis für die Aufgaben der edlen Turnerei an fleißiger Vorarbeit alles geleistet hat, darf als vorbildlich bezeichnet werden. Nicht nur die turnerischen Anlagen auf dem von der Gemeindeverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellten, in herrlicher Landschaft gelegenen Festplatz waren in jeder Beziehung mustergültig und sanden den ungeteilten Beifall der Turner, auch das festliche Kleid, baß das Dorf mit feinen neuoerpußten Häusern, seinem reichen Schmuck mit Waldesgrün und Fahnen bot, und nicht zuletzt die herrliche Gastfreundlichkeit der gesamten Bevölkerung wirkten wohltuend auf die Festgäste. Daß der festgebende Verein bestrebt mar, den Gästen auch auf geistigem Gebiete Anregungen zu geben, zeigte das entsprechende Festbüchlein, Das in die sehr interessante Geschichte unseres durch seine Johanniterkirche bekannten Ortes sowie in die Geschichte des aufstrebenden Vereins einführt. In Anwesenheit von Gauoberturnwart Will (Gießen) sanden am Samstagnachmitag bereits die Wettkämpfe für Die Schüler statt, die auf diese Weise von dem am Sonntag nicht zu vermeidenden Festgetriebe ferngehalten wurden, eine Einrichtung, die sich in jeder Beziehung bewährt hat und auch anderwärts Nachahmung verdient, will die Turner- schäft die von ihren Führern immer wieder geforderte erziehliche Seite Des Deutschen Turnens zur Geltung kommen lassen. Der SamstagabenD vereinigte sämtliche Mitglieber Des sehr starken fest- gebenDen Vereins auf Dem FrieDhofe zu einer G e» bächtnisfeier für Die Toten, von Denen allein 21 während des Weltkrieges auf Dem Felde Der Ehre geblieben sinD, ausgehenb von Dem schönen Gedanken, Daß man auch in Der Freude der Verstorbenen gedenken muß. Pfarer Sack sprach ergreifende Worte des Gedenkens. Es folgte Dann am AbenD noch eine Sitzung Der Kampfrichter, Der sich auf Dem Festplage ein Kommers anschloß, bei Dem neben dem Turnverein auch der Radfahrer- verein und Die beiden Gesangvereine durch gute Darbietungen für Unterhaltung sorgten. Feierlich gestaltete sich Die Ehrung Der noch dem Verein angehörenden einstigen Gründer, 17 an der Zahl. Ein erfrischender 4.Umgang führte heute früh sämtliche Wetturner von Butzbach aus nach dem Festplatz, wo im Angesicht geweihter lumer- statten wie Des Schrenzers, Des FelDbergs unD Der trutzigen Feste Münzenberg fofort die Wettkämpfe unter Leitung Der Benrksturn warte Hartmann (BaD-Nauheim) unb J* a n g (Lang- Göns), ausgetragen würben. Der Fünfkampf umfaßte in allen Stufen: Stabhochsprung, öeitfprung, Kugelstoßen,Lausen unb eine Freiübung.Begünstigt Durch das prächtige Wetter und Den einwandfreien Turnplatz wurden Durchschnittlich bessere Ergebnisse als in Den Vorjahren emelt. Besonders die Leistungen Der Landoereinc ocrDienen hohe Anerkennung. Daß für sie auch in Der Deutschen Turner» jchaft bei beharrlichem Dillen unh tätigem Fleiß Erfolge winken, dos beweisen u. a. Die bciDen jüngsten Bezirksoercine, die Turnvereine in E b e r- ft n D t und Birklar. Am Nachmittag (kitteten Die Turner Des Bezirks durch einen eindrucksvollen Festzug dem gastlichen Festort ihren Dank ab. Auf Dem Feftplatz bildeten die allgemeinen Freiübungen, ausgeführt von 400 Turnern, einen turnerischen Glanzpunkt, der im kleinen einen Vorgeschmack gab von der erhebenden Wirkung, Die demnächst öle großen Massenvorführungen Der Turner auf Dem Friedberger Wauturnfeft und Dem Gießener Kreisturnfeft haben werden. Ganz auf die Pflege des turnerischen Geistes- lebens waren Die Ansprachen von Bürgermeister Winter und Des Bezirksvertreters. Stubienrat Schuchmann (FrieDberg) eingestellt. Das gute Verhältnis Der Ortsvereme zu Dem Jubiläumsver- ein zeigte sich in zahlreichen Jubiläumsgaben, Die in Gestalt von Fahnennägeln und Fahnenschleifen überreicht wurden. Die Jungfrauen des Orks stifteten dazu noch eine kleine Standarte, die die Firma H i s g e n (Sich) in schöner Ausführung geliefert hat. Turnerische Bonührungen oerfdne- Denfter Art füllten dann den Nachmittag aus und trugen dazu bei, für die Turnsache in weiten Kreisen zu werben. Der Berechnungsausschuß hatte unter Leitung Der Turner Holler (Lang-Göns) und Richter (BaD-Nauhciins so vorbildlich flott gearbeitet, Daß um 4 Uhr nachmittags schon sämtliche UrkunDen ausgefertigt waren unD Die Siegerverkündigung bereits vor dem festgesetzten Zeitpunkt erfolgen konnte. Der zweite Gauoertreter. Redakteur Schneider (Butzbachs, leitete Die Siegerve rkön- Digung mit einer kernigen Ansprache ein, in Der er Den Dank der Gauleitung an Den gaßlidjen Feston übermitelte. Wir bringen nachfolgend, wie üblich, einen Auszug aus Der Siegerlisto, Der außer Den Drei ersten Siegern jeDer Stufe noch Die preisgekrönten Turner namhaft macht. Die den im Kreise Gießen gelegenen Bezirksvereinen angehören. Aktive Turner (38 Bewerber, 26 Sieger): Ehrensieger R. Kaiser, Tv. Lang-Göns. 90 P.: 1. Sieger K. Bernhard, To. NieDer Wöllstabt, 84 P.: 2. W. Klock, T. u. Spo. Butzbach, 82 P.; 3. K. Klee. Tv. Holzheim, 79 P.; 6. W. Bepp- ler, Tv. Lang-Gons, 75 P., 11. D. Franz, Tv. Holzheim, 68 P.: 17. D. Weisel, Tv. Birklar, 50 P. Jugendturner, Obcrftufe (57 Bewerber, 51 Sieger): 1. Sieger W. Schäfer, Tgm. Friedberg, 10.3 P. ;2. F. Metzger. Tv. Mün )en- berg, 98 P., 3. L. Großmann, T. u. Spo. Butzbach, 89 P.: 5. W. Weil, Tv. Lang-Göns, 87 P.; 7. W S ch m i d t, To. L a n g - G ö n s . 83 P.; 8. K. Jung, To. Holzheim, 82 P-; 12. H. Eifer, Tv. M u s ch e n h e i m , 77 P.; 13. W. Brück, Tv. L o n g - G ö n s , 76 P- . 18. K. Schmidt, Tv. Müschen heim, 71 P.. 19. W Krausch, Tv. Muschenheim, 70 P.-, 21. D. Zöller, To. Lang Göns, 68 P.. 24. K. Wirth, Tv. Mu- schenheim, 62 P.; 25. H. Schneider, To. Eber- stadt und F. Röhrig, To. Holzheim, 61 P : 27. H. Kloß, Tv. L a n g - G ö n s . 59 P., 28. F. Wei- sei. To. Eberstadt, W Röhrig, To. ^olx. yeim unb I. oay, Tv. Grüningen, 58 P.; 31. W. Laux, To. Holzheim, 52 P. Jugendturner, Unterstufe (77 Bewerber, 56 Sieger): 1. Sieger L. Müller, To. Griedel, 111 Ü; 2. K. Fischer, Tgm. Friedberg, 103 P.-> 3. A SommcrlaD, To. Oslheim, 97 P.; 4. W. Dreier, To. Lang-Göns, 94 P.; 5. W. Dem, Tv. Lang-Göns, 90 P.: 6. K. Muller, To. Lang - Gön , 89 P.: 7. F. Reitz, Tv. H o l z- h e i m , 88 P-: 9. Ehr. Schäfer, Tv. Gröningen und O. Müller, Tv. B i r k I a r, 84 P.- 10. O. Artz, Tv. Lang-Gons, E. Weil, Tv. Muschenheim unb H. Müller, Tv. Holzheim, 82 P.; 11. D. Leibig. To. Grüningen unb D. Möller, Tv. Lang-Göns, 79 P. ;15. Ph. Herbert, To. Eberstabt, 74 P., 18. K. Weckmann, Tv. Eber stabt, 70 P.: 20. K. Seitz unb O. Schmibt, Tv. Birklar, 67 P.: 22. E. Hock, Tv. Lang- Göns, 65 P.: 23. O. Wagner, Tv. Müschen- heim, 64 P.: 25. K. Reitschmibt, Tv. Eber- stabt, 61 P.-, 26. E. Gasche, To. Müschen- beim, 60 P-: 27. W. Jung, Tv Holzheim, 59 P.: 28. W. Becker, Tv. Muschenheim, 58 P.; 29. K. Schneiber, Tv. Holzheim, 57 P-: 33. H. Weil, Tv. Muschenheim, 53 P., 35. W. Hofmann, To. Grüningen, 50 P. Schüler (132 Bewerber, 98 Sieger): 1. Sieger K. Diehl, Tv. Kirch-Göns, 124 P.: 2. A. Witzel, To. Nieder-Mörlen, 106 P.: 3. H. Haub Tv. Nieber-Weisel, 95 P.: 5. A. Webemann, To. (Eber- ftabt, 86 P.: 7. E. Morler, To. Holzheim, 82 P-: 10. W. Bender, To. Grüningen unb R. Dreier, To. Lang-Göns, 79 P.: 13. K. Faber, To. Lang-Göns, 75 P.: 14. W. Schäfer, To. Eberstabt, 74 P.; 16. A. von Diemer, Tv. Eberstabt. 72 P., 18. H. Weisel, Tv. Birklar unb W. Saus, To. Moschen- beim, 69 P: 19. H Benber und P. Pfeffer, Tv. Eberstadt, 68 P.-. 20. H. Webemann, To. Eberstabt, 67 P.: 21. H. Sann, To. Holzheim, 66 P.: 22. A. Rergk, Tv. Lang-Göns, 65 P.: 23. E. Müll, To. Lang-Göns unb W. Weisel, To. Birklar, 64 P.; 21. H. Schmanbt, Tv. Eberstabt, W. Gasche, Tv. Muschenheim, R. v. Diemer, To. Eberstabt unb H. Haub, To. Muschenheim, 63 P.: 25. H.Plitsch. Tv. Grüningen, 62 P.: 26. A. Wirch, To. Muschenheim. 61 P.: 29. K. Datz, Tv. Lang-Göns, 58 P-: .31. A. Meyer, Tv. Grüningen, 56 P.; 33. H. Marsteller, Tv. Gröningen unb E. Heckmann, Tv. Muschenheim. 54 P. 34 K. Hofsmann, Tv. Müschen- beim. W. Zeiß, Tv. Holzheim unb E Mattheis. Tv. Eberstabt. 53 P.. 35. H. Klee, Tv. Holzheim. 52 P-: 36. D. Bender. Tv. Grüningen, 51 P Aus Vcm NmtsvcrkündigunstSblott. * Das AmtsverkündigungSblatt Rr. 46 Dom 9. Juni enthält: FriedhofsordTrungen mit entsprechenden Polizeiverordnuneen der Gemeinden Rodheim a. d. Horloff, Rabertshausen, Kesselbach und RüddingShausen. — Vekärnpsung deS unlauteren Wettbewerbs. — Errichtung eines Bureaus des FeldbereinigungSkommiffars in Lauterbach. — Dienstnachrichten. 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Was wir bis jetzt an f©genannten Schulorganisationen in neuster Zeit erlebt haben, trug meist den TodeSkeim von vornherein in sich. weil'S letzten Endes keine Organisationen, sondern Konstruktionen waren, die sich zwar auf dem Papier hübsch ausnahmen. die aber trotz der mannigfachen Hilferufe in der jüngsten Zeit an Vlutleere starben. „Don der Höhe reiner Begriffe läht sich kein Dildungs- shstem konstruieren", diese- Wort Pestalozzis allen EvndorcetS der neusten Revolution mit ihren Scheuklappen breit unb groß ins Stamm- buch« — Wie aber? „Jedem das Seine!" heistt der altpreustische Spruch. Dem "Begabten die höchste Bildung, ob er arm oder reich ist. Die vietjährige Grundschule z. B. ist al- vierjähriger ZwangSkurs für alle eine Ueberspannung des Grundsatzes von der Gleichheit der Menschen. Man kann die allgemeine Gleichheit als Grundsatz aufstellen: man kann sie auch gar häufig mit Macht erflrebcn; das Bestreben ist oft lobenswert: Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichheit in staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten, Gleichheit in der Treue zum Vaterland, aber der Gleichheit des Bildungsganges hat unser Herrgott felber fein entfd>iebenc8 Olein entgegengesetzt, indem er Gescheite unb dumme schuf. Mag fein, dast der Schulbegabte nachher im Leben ein weniger nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft barstellt als der Schulunbegabte. Die Schule hat innerhalb des Rahmen- des Erziehungsshstems vorwiegend die geistige, die intellektuelle Ausbildung, die Uebermtttelung geistiger Lehrgüter — das Moralische usw. versteht sich von selbst. — Mag sein, dast ein tüchtiger kleiner Rechner unb Rechtschreiber nachher im Leben als Verbrecher enbet. Aber auch die neuste Methode ändert nichts an der Tatsache. dast die drei grundlegenden Weisheiten bet Grundschule vom einen bereits in drei, vom andern nicht in vier Jahren begriffen werden. Raub am Volksgut bedeutet es. wenn die Schule nicht au- jedem. befonders auch dem "Begabten, da» Bestmögliche heraus holt Jedem das Seine! Run aber zum eigentlichen Thema! Das Leben ist reicher, als eine Zweiteilung vorfehen möchte Es gibt und wird immer Begabte geben, die die höchste Stufe der Schulbildung nicht erklimmen können, denen trotz aller in der "Ber- faffung verankerten Erziehungsbeihilfen die Hochschule verfchloffen bleibt, weil sie fchon früher verdienen müssen, als jeder akademische Beruf zulästt. Es gibt weiterhin mittlere "Begabungen die Menge, die bei angemessenem eigenen und entsprechendem Bildungswillen der Eltern eine mittlere Reife erreichen können. Es gibt mäßige Begabungen, die bei eisernem Fleiß in hartnäckiger andauernder Arbeit, unterstützt durch ein bildungswilliges Haus, sich durchringen zu er- „"Der blaue Vogel". (Saftspiel des deutsch-russischen Kabaretts im Stadttheater. Solche Olbende gehören zu den wichtigsten Eindrücken, die das Theater vermitteln kann. Das bleibt auf jeden Fall fest zuhalten, auch wenn, an anderem Maßstab gemessen, schon viel, viel besser musiziert und gespielt worden ist beim .blauen Vogel". Es ist ein eigenes Gefühl, angesichts dieser Leistungen sich einmal wieder klar zu werden, wie weit wir gelegentlich, und zum Glück nicht überall, doch im Theater vom eigentlichen Theaterspielen abgekommen sind. Denn was wird hier anderes gemacht als gespielt, als auf der Schaubühne etwas verabfolgt, daS in erster Sinie und in ganz ursprünglicher Form sich an das Auge wendet, gesehen — und an das Ohr. gehört zu werden. Unb dieses Theaterspielen in seiner schlichten, ehrlichen Art. das frei ist von allem Kokettieren mit tieferem .Sinn" und großer „Bedeutung". daS ist es. waS so beglückend froh macht und einem wieder Lust gibt, am Theater mitzuarbeiten. (Denn auch der Zuschauer muß ganz aktiv mithin, wenn Leben gedeihen soll auf der Bühne.) Allein schon die ganze Qkrt, die Dekorationen zu stellen, ist erfrischend in ihrer Wirkung. Hier sieht man stets und in jedem Qlugcnblicf. baß man im Theater ist, in jenem geheimnisvollen Reiche, wo Puder und Schminke herrschen unb aus einem Komödianten einen König ober Harren oder ‘Bettler machen. Jeder Behelf bleibt als solcher betont, seien es Wolken, die, aus Pappe gemacht, stets nur wie aus Pappe gemachte Wolken angesehen werden wollen, seien es Blumen aus Papier, die mit aller Offenheit als Papierarbeit gelten wollen. Diele bewußte Klarheit und Eindeutigkeit, die dieses Theater zum künstlerischen Erlebnis werden läßt, steht überall obenan. Es ist wieder einmal ein ganz stark beweisendes Musterbeispiel für den echten Theaterinstinkt Heinrich Kleists, dessen Aufsatz über bas „Marionettentheater" der Katechismus jedes wahren Schauspielers und Spielleiters war — und i ft Man muß das nur einmal ansehen, wie diese Leute aus der Kulisse kommen und sofort jenes differenzierte Wechsüspiel von seelischem und Srperllchem Ausdruck beginnt, fei es mit geweiterten Lehrzielen. Es gibt gute, mittlere und schlechte Begabungen mit m.-.ß gern und ichlcch em Vildungswillcn. sowohl leitend der Eitei-n wie seitens der Schüler. — Eine andere Betrachtung lei hier eingeflochten Die akademischen Berufe beanspruchen rein zahlenmäßig einen nur kleinen Bruchteil eines Volkes. Weit zahlreicher sind die mittleren Berufe vorhanden, am zahlreichsten die unteren "Berufe. Die Worte: unten, mittel und hoch sind hier rein nach der schulischen Vorbildung genommen, die zur sachgemäßen Ausübung eine- Berufes nötig ist. Eine Wertung der Einzelpersönlichkeit bloß nach der Vorbildung wäre selbstverständlich falsch. Der Mensch wertet sich im allgemeinen durch das. was er ist und leistet, nicht durch leine schulische Ausbildung — Für die akademischen Berufe besteht nun feit Jahrhunderten ein festgegliederter Schulweg, der je nach den Erfordernissen des Lobens bereichert und organisch ausgestaltet worden ist Für die unteren Berufe ist feit hundert Jahren die Volksschule gegründet worden, deren Ziel und Lehrplan ebenfalls reiche Ausschmückung erfuhr. Dazwischen fehlt nun aber der fest umriffenc Schulweg zur mittleren Reife für die groß? Masse der mittleren "Berufe. In Darmstadt hatte man vor der Revolution die Mittelschulen. Wie sie waren, bedeuteten sie keine Lösung des Problems, sondern nur einen Änfah zur Lösung, der auf halbem Wege stecken blieb und den deshalb, anders als in Preußen, ein verdientes Schicksal ereilte, als man die Mittelschule zerschlug. Halbe Arbeit rächt sich immer. An ihrer Stelle schuf man als Ersah im Rahmen der Volksschule die Klassen mit erweiterten Lehrzielen. Diese kranken nun. besonders, was die Knaben anbetrifft, an dem liebel all dieser Reugründungen, an c.nem chronischen Schülermangel Alle Kunst einer nachsichtigen Auslese und der zäheste Wille der Schöpfer dieses Ersatzes kann auf die Dauer nicht über den Mißerfolg hinwegtäuschen. Was man mit der Einrichtung der erweiterten Klassen erreicht hat. wissen wir Lehrer ziemlich genau, besonders die unter uns. die in den nach der Auslese noch bleibenden parallelen Hormalfiaffen zu unterrichten haben. Denn diese „Rormalllassen" können auch vom besten Lehrer nicht mehr zur normalen Höhe geführt werden. Es sind, wenn man will, bessere Förderklassen. Um einer Schul- tonflruftion willen pumpt man die Jahrgänge alljährlich aus. Unb woher dieser Mangel an Begabten? ES weht eben alles, was einigermaßen laufen kann, zur höheren Schule ab — ohne Unterschied dcr Stände. Wir in der Volksschule haben die Einrichtung, die höhere Schule hat die Schüler dafür Auch hier kann man von einem verdienten Schicksal sprechen. Cs rächt sich, daß man blindlings zerschlug. Man hätte besser den bestehenden Ansatz zur Mittelschule, die immerhin eine Geschichte hatte, ausgebaut als zerstört. Das Weiterbauen ist im allgemeinen weniger schwierig als das Reubauen. Daß der jetzige Zustand für höhere und niedere Schule auf die Dauer nicht zu ertragen ist, liegt auf der Hand. "Die höhere Schule hat schon früher reichlich über den großen Ballast, den sie bis zur Tertia, zur Untersekunda mitschleppen muß, zu flogen Ursache gehabt. Rach dem Zerschlagen der Mittelschule muß dieser sich entsprechend vergrößert haben. Wenn dadurch das Riveau der höheren Schule auf die Dauer nicht beeinträchtigt werden soll, muß Abhilfe geschaffen werden. Das kann u. E. nur erreicht werden durch Gründung und Ausbau einer Schule, die zur mittleren Reife führt, eine geschlossene Bildung gewährleistet und den Bedürfnissen des Mittelstandes genügend Rechnung trägt. Die neue Mittelschule ist an unb für sich auf zwei Wegen zu erreichen: von der Volks- unb von der höheren Schule aus. Sie kann, wie früher, im Rahmen der Volksschule verbleiben und in etwa sechsjährigem Kurs auf der vierjährigen Grundschule auf bauen. Dann müßte die höhere Schule aber unter strenger Beachtung ihrer eigentlichen Aufgabe: Vorbereitung für die Hochschule, frühzeitig ihren Ballast abstoßen, bezw. ihn von rornherein verweigern Gangbarer ist unter heutigen Verhältnissen bei dem Drang aller Kreise nach der höheren Schule ein zweiter Weg, eine Lösung von dieser aus dadurch, daß sie. unter Aenderung ihrer Ausgabe. Kurse ober ganze Schulen für mittlere Reife einrichtete. Ich stehe aber nicht an, ben ersten Weg aus verschiedenen Gründen für den richtigeren zu halten. — Wie dem auch sei. auch der Mittelstand hat ein Recht auf eine Schule, auf der er seine Fachbildung auf bauen kann. Jedem das Seine! Der Urbericht. Ohne jede Vorbereitung hat man in Paris einen gewaltigen Kanonenschuß gelöst und den Bericht des Generals Walch als Chefs dor alliierten Kontrollkommission über das Ergebnis der Militärlontrolle an Deutschland veröffentlicht, und zwar nicht in seiner Gesamtheit, sondern auszugsweise, also auf gut deutsch getagt, entsprechend frisiert. Daß die Veröffentlichung, nachdem sie monatelang zurückgehalten wurde, gerade in diesem Augenblick erfolgt, hat selbstverständlich seinen guten Grund. Denn die von ben Franzosen beeinflußte Presse hat sich wohl gehütet, ben Gesamtinhalt der Entwaffnungsnote samt ihren Anlagen zu veröffentlichen, fic hat vielmehr nur die Rote selbst mit ganz kurzen Angaben über die Anlagen verbreitet, und da die Rote relativ höflich gehalten ist im Vergleich zu dem, was wir von früher her gewohnt waren, die Welt also nicht erfuhr, auf welch fadenscheinigem und lächerlichem Grunde sich die Beschwerden über die deutschen „Verfehlungen" stützen, so wurde zum Teil wenigstens der Zweck erreicht, der breiten Masse vorzuspiegeln, wie liebenswürdig unb entgegenkommend die Entente gegen Deutschland fei, obwohl die'es gefährliche Deutschland immer noch bis an die Zähne bewaffnet wäre. Und diesen Eindruck" soll der Bericht der Kontrollkommission jetzt erhöhen, darauf ist er zugestuht. Aber er wird doch nur bei sehr leichtgläubigen Lesern Eindruck machen: jedenfalls ist es ganz charakteristisch, daß die „Ere Rouvelle" den Mut aufbringt, das Kind beim rechten "Hamen zu nennen unb die neugierige Frage an die französischen Militärs zu richten, wo denn die dreißig- bis vierzigtausend Kanonen, die fünf bis sechs Millionen Handfeuerwaffen und die dreißigtausend Flugzeugmotoren sind, die Deutschland nötig hätte, wenn es Frankreich wirklich gefährlich werden wollte. Eben weil sie nicht da sind, muß aus jeder Mücke ein Elefant gemacht werden, muß mühsam alles Her- Halten, was an Geschwätz v der Denunziation der Kommission zugetragen ist. In ganz Deutschland hat sie einige zehntausend Cisenstücke gefunden. die vielleicht einmal zur Herstellung von Maschinengewehrläufen benutzt werden können, die aber sehr viel besser zum friedlichen Gebrauch zu verwenden sind. Dieser Fund wurde noch vermehrt durch hundert Kisten, in denen „Material für die Herstellung von Kriegswaffen verpackt" waren. Man bebenfe, mit diesen hundert Kisten will Deutschland den Revanchekrieg gegen Frankreich führen. Weil das der Kommission doch selbst zu absurd vorkommt, hilft es sich mit der Behauptung, es sei wahrscheinlich, baß sie oft an ähnlichen Lagern vorübergegangen sei. Bleibt also nur ber Ausweg, daß man in Deutschland jeden Fleck Erde umgräbt, um zu versuchen, ob da vielleicht noch einige Kugeln verborgen sind. Darüber hinaus die Klagen über den bösen Willen der deutschen Regierung, die etwas seltsam anmuten angesichts der Tatsache, daß mehr als zweitausend Kontrollbesuche gemacht wurden, und der Vorwurf, daß das deutsche Heer kein Heer von Freiwilligen, sondern eine Kadres-Armee sei. 3a, wo sollen wir denn Freiwillige herbekommen, wenn man uns die zwölfjährige Dienstzeit zur Pflicht macht?! Und in dem Stil geht es spaltenlang weiter, der ganze Bericht ist eben nur eine einzige Entschuldigung dafür, daß die Kommission nichts gefunden hat, und daß es ihr trotz aller Provokationen nicht gelungen ist, Zwischenfälle zu lockertem Minenspiel unb freien Gliebern, sei es stark formal gebunden mit starrer MaSke und marionettenhafter Bewegung. Die oft groteske Ueberfteigerung in ber Kleibung, die in ihrer absoluten Freiheit bie fabelhaftesten Wirkungen gestattet, bebingt Beziehungen zu Tönen unb Gesten, bie wiederum auf derselben Linie liegen, (ohne störende Unterbrechung durchgehalten auch bei der Entgegennahme des Beifalls), unb bie restlose, wie selbstverständliche Erfüllung all dieser Forderungen ist es, die den „blauen Vogel" zu einem künstlerischen Wertfaktor allerersten Ranges stempelt. Das Programm (in dem wir gern als stark charakteristisch für Iushnhs Arbeit und als Zeitbild in bizarrer Spiegelung die „Amerikan Dar" und „Time is moneh" gesehen hätten) liegt feit Jahren fest. Die „Abendglocken" und „"Burlafi" fangen uns kürzlich die Don- Kosaken (in unerhörter Vollendung): hier blieb Kabarett-Milieu gewahrt. In Mitteln und Wirkung infolgedessen ganz anders, auf anderen Ebene gleich gut. Tschastufchki (Sieber russischer Fabrikarbeiter) und Strelotschek (Lied vom Jägerlein) sind anspruchslose kleine Wilieu- skizzen mit scherzhaftem Einschlag: das Publikum fang — nach bekannter Melodie — „russisch" mit. Sehr stark, musikalisch wie rhythmisch bewegt, ist der König, der seinen Tambour rief, besonders durch die Figur des Harren. Wie überall, so fanden auch hier die „Zinnsoldaten" einen großen Beifall. Sie sind aber auch wirklich allerliebst, ein rokokkohaftes Spielzeug mit etwas abgegriffener Farbe. Hierher gehört weiter „Wanka-Tanka" und das „Russische Spielzeug" mit einem reizenden Püppchen. Zutiefst erschütterten aber bie „Leierkastcnleute" mit ihrer grauenhaft kalten Sachlichkeit, dem falschen Intonieren des kleinen Mädchens unb ihren fast leblosen Akrobatenkunststücken. Unb bann der Blick, der um Geld bettelt..... Die Konzertmeisterin Frl. Schuster, das Wunderkind der Truppe, die ein erstklassiges Diolinstück zu Gehör brachte, schien gestern das Stiefkind des Konferenziers W. Orlow zu sein, jedenfalls wurde sie nicht angesagt. Orlows Conference war lebendig und flott und fand vollen Anllang in dem trotz der reichlich späten Ankündigung des Abends recht gut besuchten Hause. Auf dem Heimweg drängte sich mir der Gedanke auf: Jedes Publikum hat das Theater, was es verdient. e-s. Grenzgeschichten. Von Heinz Scharpf. Wütend Hemmte der Herr aus Berlin fein Monokel ein. „Sagen Sie mal, Derehrtrster, Jedanken sind doch zollfrei?" „Oh," nickte der "Beamte malitiös, „Sir führen sicher keine mit!“ Das Fräulein war einer Ohnmacht nahe. Man gab ihre intimsten Wäsc^stücke dm Augen aller Reisendm preis „Ach, Herr Zollinspektor," piepste sie flehentlich, „seien Sie doch galant . . „Gebrauchen Sie keine Fremdwörter hier an ber deutschen Grenze!"' erscholl hinter ihr eine erbitterte Volksstimme. Cs war im wunderschönen Mai-käferjahr Anno 1920. Da setzten zur Dezimierung des kleinen braunen Schädlings pro abgelieferten Liter sowohl bie Dora ribergischen als auch die Schweizer Gemeinden einen Geldbetrag aus. Da aber die Schweizer das Elffache der Oesterreicher bezahlten, war es nur natürlich, daß die Vorarlberger sich eines schwunghaften Maikäferschmuggels befleißigten. "Beim Zollhaus in H. stand der Schweizer Grenzwächter Lüthi und hielt strenge Wache. Kein einziges dieser listigen Vorarlberger Kinder, die harmlos mit ihren Milchkannen an- gerückt kamen, entging seinem scharfen Auge. Alle Augenblicke sprang er aus seinem Häuschen hervor, hob einen Deckel auf und stürzte dann mit Befriedigung den Inhalt ber Milchkannen auf Den Boden, fröhlich zufehend, wie die befreiten Maikäfer in ber Richtung nach der Schweiz davonschwirrten. Beim Eintritt nach Oesterreich wurden die Reisenden nach eventuell mitgeführten Rauch- Materialien befragt. „Zigarr'n? Zigaretten? . . ." erscholl bie monotone Stimme des Beamten ununterbrochen. „Haben Sie vielleicht Virginier?" ließ sich plötzlich dazwischen der tiefe Baß eines Passanten vernehmen. Tante Melanie, die gute alte Dame, passierte jeden Tag bie Grenze, um ihre Freundin jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle zu besuchen. schaffen, die den böfen Willen Deutschlands augenfällig hätten machen können Hessische Missionskonferenz. y Mainz. 8. Juni. Heute fand in hiesiger Johann,skirche die Hauptversammlung der hessischen Missionskonferenz statt, die keiner einzelnen Missionsgefellschast dient, sondern allgemein million-wissenschaftliches Interesse verfolgt unb somit das Missionsinteresse fördern will. Die Verhanblungen standen auf bemerkenswerter Höhe Rach einer von Pfarrer Glock- Mainz gehaltenen Andacht eröffnete Professor Werner- Friedberg als Vorsitzender mit herzlichen Begrüßungsworten die Verhandlungen. Der Schriftsührer. Pfarrer K ö d d i n g verlas den Jahresbericht und Pfarrer Schäfer- Ober-Ronbach den Rech- nungsablchluß. der ein günstiges 'Bild zeigt?. Missionsbischof D. Henning- Herrnhut hielt darauf ein hochinteieffantes Referat über: „Die Stellung der Frau in ber beiden-christlichen Kirche", auf Grund eines umfassenden Materials, das erst kürzlich von allen deutschen Misslvns- seldern durch Ausfüllung ausgesandter Fragebogen gesammelt wurde Das ganze Material wird demnächst in dem Baller Mifsionsmagazin erscheinen. Die neue Zeit (seit 1914 haben z. D. 21 Staaten den Frauen das Wahlrecht verliehen« übt auch auf die Stellung der heidnischen und heiden-christlichen Frau einen bemerkbaren Einfluß aus. In her Diskussion sprach unter andern die gerade anwesende Miß Glocke- London. Mitglied der internationalen Missionsvereinigung. in englischer Sprache herzliche, versöhnende Worte, die von einer Dolmetscherin überseht wurden. Am Rachmittag versammelte sich eine Wissionsgemeinde an demselben Ort und hörte den Vortrag von Prof. K n ö p p-Alzey über: „Das Urchristentum als Missioiismaß". tiefgehend unb eine lebhafte Besprechung Hervorrufen b. Oberkirchenrat Wagner- Darmstadt begrüßte als Vertreter der evangel. Kirchenbehörde die Dersanimlung, und mit herzlichem Dank für alles Gebotene schloß der Vorsitzende die Konferenz. Abends Hang die Mission-Veranstaltung mit einem Gemeindeabend im evangelischen Vereinshause aus, wo noch einmal Missionsbischof D. Hennig sprach. Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 9. Juni. Zwei in den Landsturmbaracken in der Kaiserallee wohnende Familien sind anscheinend wegen ihrer Kinder miteinander verfeindet, und es kommt de-halb ab und zu zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen. Eine solche fand auch Anfangs Februar statt, die dann Gegenstand der heutigen Privatklage bildete. Schimpfworten von der einen Seite folgten solche von ber andern, die .Kinder der einen Partei griffen noch in den Streit ein, und es wurde auch eine Wurzel bürste herüber- und binübergetoorfen. DaS Ende vom Liede war, daß heute nicht nur die Angeklagte, sondern auf Deren Widerklage hin auch die Privatklägerin gestraft wurde. Das Gericht war der Meinung, Daß unter ben vorliegenden Umständen von der Vorschrift des Gesetzes, bei auf ber Stelle erwiderten Beleidigungen beide Beleidiger oder einen von ihnen für straffrei erklären zu können, kein Gebrauch zu machen sei, daß vielmehr beide Telle zu bestrafen seien. Demgemäß wurde die Angeklagte, Die die bei weitem schwereren Beleidigungen begangen hatte, zu einer Geldstrafe von 40 M k., die Privatklägerin Dagegen zu einer solchen von 2 0 Mk. verurteilt. Der Richter entließ die beiden Parteien mit der Ermahnung, in Zukunft gegenseitig Ruhe und Frieden zu halten, andernfalls aber, wenn sie sich wiederum gegenseitig schimpfen Mit en, ruhig zu Haufe zu bleiben und nicht wieder an Gericht zu laufen, da alsdann wiederum beide Teile bestraft werden würden. „Zoll" und „Paß" kannten die spinöse, leicht gereizte Erscheinung und ließen sie anstandlos passieren. Die hätte keinen Zahnstocher geschmuggelt, diese grundehrliche Haut, soviel Menschenkenntnis besaß ein jeder. Ihr bißchen Geld trug sie in einem Strumpf mit sich, den sie jedesmal hoch zeigte, um ja nicht in den Verdacht der Geldmitnahme zu gelangen. Die Zollbeamten winkten schon von weitem ab, wenn sie sich in ihrem Eifer vordrängte. „Schon gut, Frau Steuereinnehmerswitwe, schon gut . . .“ Aus diese Art gelang es Tante Melanie, im Saufe Der Zeit in aller Gemütsruhe bier- taufenD Paar Strümpfe aus Deutschland einzuschmuggeln. T. wollte mit seinem RaD von A. nach B. A. liegt in Bayern, B. gegenüber in Oesterreich. Beim Zollhaus in A. also mußte T. ab- sihen unD seinen Paß vorweisen. „So, so, mit'm Rad! wott'n S nach B. ? fragte Der Zollbeamte stirnrunzelnd, „zu was Denn nacha?" Rur um Den Ort zu besichtigen, auf eine halbe Stunde." Der Zöllner ließ X in das Zollhaus treten, schlug murrend ein Buch auf und blätterte lange Darin. Dann seufzte er herzzerbrechend und nahm einen Bleistift zur Hand. „Allo", begann er von neuem, „wann D wirklich mit’m Radi über Die Grenz' wott'n, hoben wir erstens amal 10 Mark Zotthinterlegung, Dann 120 Prozent Zollzuschlag und 25 Prozent Steuer . . Er schrieb das alles auf einen großen Bogen und fing zu rechnen an. Plötzlich aber sprang er auf. schmiß den "Bogen hin und sagte: „Allo, so fahr'n S' halt in Gottesnamen zua. wann S' eh in ahner halben Stund wieder z'ruck kemma." Es gibt auch galante Zollbeamte. In Paraguay. Da passierte eines TageS ein Ehepaar fre Grenze. „benor." Mutierte der dienst habende Beamte, „was führen Sie Wertvolles mit sich?" „Richts," lachte Der junge Mann, „außer meiner Frau, die lasse ich Ihnen aber mit Vergnügen Da.“ „©enor,“ salutierte Der Beamte wieder, „tote können Sie sich mir gegenüber eine Derartige Beamtenbestechung erlauben?" , ■ Schöffengericht Gießen. * Gießen, 8. 3uni. Dem Strafgefangenen Aug. Fr. war zur Last gelegt, anfangs Januar 1925 in der Zellenstrafanstalt Buhbach eine Bescheinigung eines Strafanstaltsbeamten über Arbeitsleistungen gefälscht und versucht zu haben, durch Borlage dieser gefälschten Urkunde sich einen höheren Arbeitsverdienst gutschreiben zu lassen. Die Beweisaufnahme ergab starke Unstimmigkeiten in den Aussagen der verschiedenen Zeugen, so daß das Gericht zu einer Freisprechung mangels ausreichenden Beweises kam. Der schon mehrfach vorbestrafte Molkereigehilfe B. H. aus Schmölau erhielt wegen eines Fahrraddiebstahls SMonateGcfängnis. Wirtschaft. Die Kohleuproduktion iu Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaats Hessen weist für den Monat M a i 1925 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 35 213 Tonnen, verlaust wurden davon 14 395 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verschiedenen Rohkohlen wurden neben Schwelereiproduften erzeugt: 1577 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen eine Anzahl Stein- Preßkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selb st Verbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 15 998 Tonnen Rohkohlen, 1926 Tonnen Rahprehsteine, zusammen 17 924 Tonnen Braunkohlen und Brarmkohlenprodufte im Gesamtwerte von 99 439 Rm. * Günstiger S t a'n d der deutschen Zuckerversorgung. -Sta laufenden Wirtschaftsjahre haben wir, wie» der D. H. D. erfährt, in Deutschland aus Erzeugung, Anfangsbeständen und Einfuhr insgesamt 17j4 Mill. Dztr. Zucker (Rohzuckerwert) zu erwartea. Ausfuhr und Verbrauch in den ersten 8 Monaten des Wirtschaftsjahres, also bis zum 1. Mai 1925, beanspruchen rund 11.4 Mill. Dztr., so daß an diesem Tage ein rechnungsmähigter Aeberschuß von 6 Mill. Dztr. noch zur Verfügung stand. Deutschland wird also bis zum Beginn der neuen Ernte noch einen Aeberschuß in daS neue Wirtschaftsjahr übernehmen. An eine Einfuhr von Ausland« zucker ist unter diesen Umständen, wie vor wenigen Tagen auch amtlich bekcurnl gegeben wurde, zur Zeit nicht zu denken. * Farbwerke vorm. Meister Lucius und Brüning, Höchst a. Main. Die o. H.-V. genehmigte auf Vorschlag des Aufsichtsrates 8 Proz. Gewinnanteile auf die Stammaktien und 3V» Proz. Gewinnanteile auf die Vorzugsaktien zu verteilen. Im den Aufsichtsrat wurde der Gesandte a. D. Dr. Adolf von Brüning, Berlin, welcher turnusgs.'mäß ausschied, wiedergewählt. An Stelle des Grafen Louis Schimmelpenninck von Rycnhuis. welcher aus Gesundheitsrücksichten sein Avftichtsratmandat niederlegte, wurde Graf Dutger E. Schimmel- - penninck in Haag in bcn Aufsbchtsrat gewählt. * Reue Betriebsanlagen beiThhs° 1 s en. Die Gewerkschaft Thyssen hat eine neue ,. Kohlenwäscherei aus Eisenbeton gebaut. Ein neuer * Sckmchtbock steht vor seiner Volle-üdung. Zwischen v den Kohlenförderschichten sind Kvhlenschirmc und - in den Koksförderschichten der Baar einer Trans- portbrücke in Angriff genommen. - Meguin A.-G.. Stilliugen (Saar). Das 1920 zur Aebernahme der Anlagen der damals noch im Saargebiet domizilierenden deutschen Gesellschaft gleichen Ramens von französischen Interessenten Marine et Hommecourt errichtete Unternehmen weist für 1924 bei Franken 8 Millionen Kapital eine Anterbilcmz von Franken 1.94 Millionen auf. * Zusammenschlußbest rebungen der europäischen Rotenbamkein Anläßlich der Anwesenheit des Reichsüankpräsiden- ten Schacht in Wien 'wurde über den Zusammenschluß der europäischen Rotenbamken unverbindlich konferiert. Die Initiative ging von den englischen Danken aus, nachdem England den Goldstandard wieder ausgenommen hat. Devisenmarkt Derlin—Frankfurt a. M. /J,I Billionen Mark ausgedrückt. BuenoS-AireS, Sunbqn, Neu- York, Japan. Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapcss fnr 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 9 Juni 10. Juni Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Briet Geld ibner Amft.-Rvlt. 168,59 169,01 168 51 169,01 Bucn.-Nires 1.681 1.685 1.617 1,681 Brn-Anlw. 20 ,17 20,2. 20 39 20,45 Christianta. 70,16 70,64 70,51 70,69 .Kopenhagen 78,92 79,12 78,95 79,15 Stockholm . 112,24 112,52 112,28 112,56 Helsingfors. 10,573 10,613 10,573 Italien. . . 16,71 16,75 16,65 London. . 20,387 20,439 20,390 20,442 Neuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris.... Schweiz . . 20,55 20,61 20.625 20.685 81.315 81.51. 81.42 81,62 Spanen. . 61,22 61,38 61,37 61,53 Japan . . . 1,720 1,72- 1,710 1,714 Bio de Jan. 0.461 0.463 0.457 ),459 Wien in D-- 59,057 59,197 Oest. abgest- 59,057 59,19 Prag .... 12.425 12.46. 12.431 12,471 Belgrad .. 7.05 7,0 7.11 7,1 < Budapest. . 5,5üb 5,91. 5,895 5,915 Bulgarien . 3,055 3,06. 3,055 t 3,065 Lissabon 20,475 20,525 20 475 20,525 Danzig. . - Konstantin- 80,87 81,07 80 87 <1.07 '.26 2,27 2-255 2,265 Athen. . • 7.14 7.1« 7 14 7,16 Banknoten. Berlin, 10. Juni- Geld Brief Amerikanische Noten . . 4,176 4,196 Belgische Noten . . . . » * . 20,30 20,40 Dänische Noten - . .. » k A 78.70 <9,10 Englische Noten..... 20,350 2O,4:'O Französische Note» ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr.,Li00.Kroueo 20,59 168,18 16,67 70,42 59,09 20,69 169,01 16,75 70,78 59,39 Rumänische Noten . . . — —- Schwedische Noten . . . 112,08 112,64 Schweizer Notev .... 81,35 81,75 Spanische Noten .... Tschechoslowakische Notel 61.20 61,50 12,435 12,495 Ungarische Noten . . . 5,855 5.875 Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 10. Juni. (TU.) Die leichte Erholung an der heutigen Rachbörfe übertrug sich auch auf den Abendverkehr, nach kurzem Verlaufe aber kam es bereits wieder zu einem Tendenzumschwung, der erneut die schlechte Verfassung der Börse zum Ausdruck brachte. Obwohl bemerkenswertes Angebot sich nicht bemerkbar machte, bröckelten die Kurse wiederum ab. Rur einige wenige Werte vermochten sich zu behaupten. Das Geschäf twar ziemlich lebhaft, besonders für chemische und Montanwerte. Am deutschen Rentenmarkt eröffneten 5prozentige Kriegsanleihen erholt mit 0.328, erfuhren dann aber eine neue Abschwächung auf 0.315. Aenlich verlief der Psandbriefmarkt. wo die Tendenz zum Schluß gleichfalls neue Abschwächungen zeigte. Die Börse schloß ruhig mit Reigung zum Rachgeben. Deutsche Anleihen: 5prozentige Reichsanleihe 0.328, Schuhgebietsanleihe 4.5. Ausländische Renten bprozentige Goldmexilaner 37.25. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 118.50. Eommerzbank 100, Darmstädter Bank 123, Deutsche Bank 121, Diskonto 109, Dresdner Bank 103, Metollbank 88.25, Mitteldeutsche Creditbank 98, Reichsbank 118.75, Oesterreichischc Kreditaktion 7.37. Mvnta- aktien: Buderus 48.50, Deutsch-Luxemburger 71, Gelsenkirchen 56.50. Ilse Bergbau 88, Mannesmann 77.50, Phönix 86.50, Rheinstahl 70, Tellus 2.45. Chemische Aktien: Badische Anilin 107.25, Chemische Griesheim 100.50, Scheideanstalt 100, Elberfelder Farben 100, Th. Goldschmidt 80.12, Höchster Farben 100.25, Holzverkohlung 5.60, Rütgerswerke 52.37. Transportwerte: Rordd. Lloyd 54.25, Baltimore 56. Industrieaktien : Adlerwerke Kleyer 54.50, Deutsches Erdöl 89, Licht und Kraft 88, Lahmeyer 65.25, Julius öid>el 40, Wayß und Frehtag 70.75, Zucker Heilbronn 53. Berliner Börse. (Eigener Drohtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 10. Juni. Die pessimistische Stimmung der Börse verschärfte sich weiter. Aus allen Marktgebieten kam es gleich zu Beginn des Verkehrs zu neuerlichen starken Kurssenkungen, die namentlich in den führenden Spekulationswerten durchweg mehrere Prozent ausmachten. Man hat den Eindruck, als wenn der Grund hierfür weniger in äußeren wirtschaftlichen Gründen, als in rein technischen Ursachen zu suchen ist. Die Börsenspekulation hat durch die anhaltende Verflauung der letzten Woche e r - I hebliche Geldgewinne einstecken können und scheint sich, hierdurch ermutigt, noch in größerem Umfange nach unten zu engagieren. Diese Vermutung sindei auch darin ihre Bestätigung, daß die Lage des Geldmarktes, soweit Tagesgeld in Betracht kommt, unverändert leicht ist. Die Umsätze auf diesem Gebiet sind jedoch recht klein, da der Geldbedarf für Baisseengagements gering ist. Tägliches Geld ersordert 7',—9 Proz., Monatsgeld 94—112 Proz. Zu einem starken Kurseinbruch kam es bei der Schutzgebiets-Anleihe, die mit 4,20 umgesetzt wurde und damit in den letzten Tagen zwei Prozent verloren hat. Die starken Kursverluste der Schiffahrtsaktien, die gestern auf Hamburger Arbitragekäufe eintraten, setzten sich nicht in gleichem Ausmaße fort. Dagegen gaben heute Kolonialwerte und auch V 0 r - kriegspfandbriefe gleichfalls nach. Im Devisenmarkt hat sich der französische Frank gegenüber dem gestrigen Nachmittag etwas verschlechtert. Paris—London 99,15. Eine leichte Erholung erreichte das englische Pfund mit 4,86*/ia gegen den Dollar. Heutige Marknotierungen werden gemeldet aus Amsterdam 99,25, London 20,42, Paris 4,84, Zürich 122,80. Börsenkurse. 9. 6. Datum: 0.37 | 0,10 Src: ljurler Getreidebörse. Schluß. | 59,5 42 9,25 3,40 59,75 76 62 111 12 8 100 8,75 63 80 62,."i 61 41 18 70,75 64 100 123,13 123,62 73 110 90,25 100 6,50 93 76,5 74,25 2,60 0,45 0 85 109 2,25 89,75 i 92,5 ! 7.51 37,37 I 114.25 0.5 85,2 112,5 114.25 6.4 60 107,5 94,50 0,50 I 0,26 I 0,39 0,60 ; Frankfurt a.9)ij Berlin Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescllichaft Frankfurt Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel • . 5% Dcnttche MelchSanlelhe . <% Deutsche Reichsanleihe . B'/a% Deutsche Reichsanlcihe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche L>vnrprämienanlethe 4% Preußische Koniols . . - 4% Hessen S'A/Vn Hessen 3% Helsen.......... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-SchaS-Anweisng.ft 4% Zolltürken 5% Goldmexikaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank........ Deutsche Dereiusbank .... Disconto Commandit ... Metallbank........... Mitteldeutsche Ereditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Westbank........... Bochumer Guß ....... Buderus..... Caro ...... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . .. Kaliwerk Westeregeln .... Lanrahütte «... Oberbedarf. . ........ Phönix Bergbau ...... Rheinstahl Riebeck Montan . . Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . ... Eheramische Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann ...... Analo-Cant.-Guano . . ... Badische Anilin....... Chemische Master AiavÄ .. Goldschmidt Griesheimer Electron .... Höchster Harbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke......... Schetdeanstall ...... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft B-rrgmann ...... Momkrastwerkr ..... Schuckert . . . ........ Siemens 4 HalSke ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Schlich k. Abei.ü- bBrie Schluß. Rurs Schlubk Mittag börle 10 6. 9. 6. 10 6. 0.328 0,37 | 0.315 — 0,38 0,34 -- 0.38 0,295 0.425 0,505 0,435 0.20 0.21 0,195 0,335 0.40 0,305 — — — _ — — 0,35 0,40 0,43 89.75 91,75 91,75 92,4 92,5 92,75 6,75 7.62 6,5 —— —— — 118.5 124,13 120 100 100 100 123 123,25 123 121 124 122 72 — — 109 110 UM) 88,25 — — 98 100 98 7,37 7,5 7,37 0,10 — — — 56,13 52 48,5 46,5 48,5 — 61,5 58 71 74,25 71 56.5 6t 58 105 111 105 11 12.6 11.37 — 15 13.8 45 50 40 5.875 6.2 5,5 86,50 91.75 — 70 75.25 73 73 74.5 73,5 2,45 — — 50,25 51 — 54,25 60,75 55,25 — — ■ 70 — — 5) 63 61,5 — 101 98 107,25 114 107,75 — —— 80,13 85 80 100,50 113 99 100.25 113,50 100,5 5.6 — 52,37 60 52,25 100 — — 90,75 94,75 90 — 66 64 79,5 —— — — 62 55,75 78 — 77,75 54,5 62,75 57,10 53 60 52,5 40.5 — — 46 46 43,75 — 76 68 0,45 — — 0,75 0,8 0,9 103 — — ! 2,1 2,2 2,18 2,8 — — 10 43 39 i 8.5 9 8,8 3,30 — — 56 59 54,25 (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 10. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22—24,25, Roggen, inländischer 20—22,50, Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 25,50, Hafer, inländischer 19—23, Mais, gelb 21,25 bis 23,25, Weizenmehl, inländisthes, Spezial 0 38,75 bis 39,50, Roggenmehl 30,75—32,25, Weizenkleie 12, Roggenkleie 13. Tendenz:Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. 3uni. Am Produftemnarkt traten infolge höherer Auslandsnvtierungen mäßige Preiserhöhungen für Weizen ein. Roggen vom Inland angeboten und von beimischcn Mühlen gekauft. Die guten Ernteausfichten für Roggen brachte eine Preissteigerung für Roggen, der für Weizen nur 6-enig, Hafer fest. Fufterartikel wenig belebt. Es notierten je 1000 Kilo: Weizen, märk. 267 bis 270, dto. 3uli 2721/, bis 273V->, Roggen, märk. 217 bis 222, dto. Juli 217 bis 218. Gerste, märk. 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 218, Hafer, märk. 238 bis 246, dto. Juli 200 bis 201^ ... Mais (La Plata) (loko Berlin) 209 bis 212; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36,50, Roggemnchl 29,75 bis 31,75, Weizenkleie 13,80, Roggenkleie 14,10 bis 14,20, Dikioriaerbfen 23 bis 28, Kleine Erbsen 23 bis 26. Futtererbsen 21 bis 23, Peluschkm 19,50 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 21 bis 24, Lupinen, blau 10 bis 11; dto. gelb 13 bis 14, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80. Trockenschnitzel 10, Torftnelaffe 9,75 bis 10, Kartvffelflocken 19,30 bis 19,50. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Freitag, 12. 3uni. 12 ilfjr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Ahr: Wirt- schaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Ahr: Hausfrauen- Rachanittag in Musik und Wort. Programm u. a.: „Was mache ich mit meinen Kindern iw den Sommerferien?", Vortrag von Frl. Dr. Maria Türk. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.10 AHr: Zuristensunk. 6.10 bis 6.30 Ahr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 60 Silben aufwärts). 6.30 bis 7 Ahr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weftliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Frehtag (Fortsetzung). 7 bis 7.15 Ahr: Die Besprechung. 7.15 bis 7.30 Ahr: Esperanto- Anterricht. 7.30 bis 8 Ahr: Aebertragung von Kassel: Vortrag von Frau Geheimrat Kraus: „Hauswirtschaftliche Berufsschulen". 8 bis 8.20 Ahr: Vortrag von Dr. Dusch, Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Frankfurt a. M.: „Die Volks-Berufs- und Betriebszählung in der Rächt vom 15. zum 16. Juni". 8.30 bis 9.30 Ahr: Georges Dandin. Komödie in 5 Akten von Mokiere. 10 bis 11 Ahr: Tanzmusik von Jonnys Hawaiian-Dand, Wiesbaden. Kirchliche Nachrichten. (Zsr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 13. Juni, Freitag abd. 7.45, Samstag vorm. 8.00, nach in. 4.30. Sabbatausgang 9.35. Wochengottesdienst morg. 6.30, abends 7.00. IvhUSMkM zu beseitigen, ist der unmittelbare Zweck der Nahrung. Der Sättigungswert einer Speise richtet sich aber danach, wie lange das Hungergefühl durch ihren Genuß beschwichtigt wird. Die Ergänzung einer Mittagsmahlzeit oder des Abendtisches mit einem Oetker-Pudding schafft eine wirksame, anhaltende Sättigung. Gut satt sein bedeutet aber kräftig und widerstandsfähig sein. Welche Mutter möchte diesen Vorteil z. B. nicht gern bei ihren Kindern sehen? Sie stellen ohne besondere Umstände einfach und schnell einen Pudding aus Dr. Oetker’s Puddingpulver her und haben für ca. 35 Pf. einschließlich der Zutaten, eins der besten n. billigsten Nahrungsmittel die es gibt. Gel ichsanweisung ist jedem Päckchen aufgedruckt. Verlangen Sie nur »Originalpäckchen" (niemals lose) mit der Schutzmarke»O et ker's Hell köpf". Die beliebten Oetker-Rezeptbücher erhalten Sie kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr.A. Oetker, Bielefeld. y 1191 SS V Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Laffert. 63 Forlletzung (Rachdruck verboten.) Kaum war der Befehl hinausgegangxn, als der Lautsprecher meldete: „Wichtiger Funkspruch von Transp«rtschiff 67, das von Petrolea hierher fliegt: Unabsehbare Flie- germasfen aus südöstlicher Richtung im Anfluge, die 4,15 nachmittags etwa 50 Kilometer von Platinia entfernt waren. Telegramm noch nicht beendet. Schluß folgt alsbald." .Kersten griff nach der Karte, die Nagel ihm reichte. „Aus südöstlicher Richtung?" wiederholte er. „Dann haben die Gegner uns eine Falle gestellt. Jetzt ist es bereits 4.21 nachmittags. Sie fliegen mit dem Winde, machen also das Kilometer in vierzehn Sekunden. In sechs Minuten können sie hier fein. — Verbindung mit Kommando der Transportflotte!" befahl er der Zentrale. Dann wandte er sich an den Ersten Offizier: „Kampfflieger sollen sofort in Richtung Platinia abwenden. Sobald das geschehen ist, orientieren Sie den Führer über die Lage!" Er rief in den Schalltrichter, wo das Kommando der Transportflotte sich unterdessen gemeldet hafte: „Transportflotte sofort in Richtung Archangelsk auffteigen! Wann kann das letzte Flugzeug fort fein?" „Wir können nur paarweise starten. Ein vor kurzem einsetzender scharfer Wind zwang uns, alle Maschinen wieder in der Halle unterzubringeu." „Dann so rasch wie möglich starten. Feind kommt aus Richtung westlich Grönland. Befehlen Sie sofort und melden Sie sich gleich wieder." Kersten wandte sich an Sanders. „Ich fürchte, ein Teil unserer Transportflotte ist verloren. Ich hatte ausdrücklich befohlen, daß olle Flugzeuge außerhalb der Halle startbereit hegen sollten. Das kommt davon, wenn man nicht überall seine Augen hat!" „Ich bewunderte Ihre Ruhe dem Führer der Transportflotte gegenüber, der die schwerste Schuld auf sich geladen hat!" „Vorwürfe in diesem Augenblick würden ihn völlig kopflos machen. Jetzt heißt es zu retten, soviel als möglich ist." „Die ersten beiden Transportflieger sind hoch!" rief Sanders, der mit einem Glase beobachtet hatte. Gleichzeitig meldete der Führer der Transport- flotte: „Befehle find gegeben. Soeben startet das zweite Paar." Kersten erwiderte: „Ueberraschend wird die Annäherung einer starken feindlichen Luftflotte aus südöstlicher Rich" tung gemeldet. Es ist zu erwarten, daß der Feind bereits in den nächsten Minuten über Platinia erscheint. Lassen Sie den Rest der Flugzeuge (0 lange starten, wie es der Gegner erlaubt. Sie selber dürfen natürlid) erst mit der letzten Maschine aufsteigen. Zunächst ist Richtung Archangelsk einzuschlagen, um vom Gegner abzukommen, demnächst nach Petrolea zu fliegen. Sollte der Feind die Flugzeughalle mit Bomben bewerfen, so lassen Sie alle Mannschaften in die unterirdischen Räume treten. Die bereits gestarteten Flugzeuge orientieren Sie, bitte, durch Funkspruch." Der Zweite Offizier meldete: „Beobachtungsstellen 1 und 2 melden südöstlich in etwa 3000 Meter Höhe das Erscheinen feindlicher Flugzeuge, die in diesem Augenblick bereits den Verteidigungsring überschreiten." „Dann müssen wir sie auch von hier aus sehen können", sagte Kersten. Sanders blickte burd) einen der großen Sucher, die in der Außenwand des Gefechtsstandes leicht beweglich angebracht waren „Ich sehe sie!" rief er. „Es sind mindestens fünfzig Flugzeuge." Der Erste Offizier meldete: „Kampfflieger können in fünf Minuten über Platinia fein. Erbitten Gefechtsanweisung." Kersten befahl: „Rücksichtsloser Angriff auf alle feindlichen Flieger, in erster Linie aus diejenigen, die direkt über der Flugzeughalle kreisen. Rasche Vernichtung der ersten Flugzeuge wird den Feind veranlassen, alle Kräfte einzusetzen " Helle, blitzartige Erscheinungen flammten an drei Stellen in der Rohe des Beobachtungsstandes auf, denen ein gewaltiges Krachen folgte. „toie haben uns entdeckt", meinte Sanders und dachte dabei an Linda, die gewiß in zitternder Angst in ihrem Kämmerchen hockte. „Das ist nicht gesagt", erwiderte Kersten, und als gleichzeitig nach an den verschiedensten anderen Stellen scharfe Explosionen ertönten, setzte er hinzu: „Der Feind belegt systematisch das ganze Gelände mit schweren Bomben. Er rechnet mit unseren versteckten Abwehrbatterien, die er zu vernichten hofft" Der Zweite Offizier meldete: „Störungsschäden in Batterie 201 und 66. Drei Geschütze außer Gefecht gefetzt, die übrigen intakt." „Sie können tausend Geschütze vernichten, uns bleiben doch noch genug zum Siege", sagte Kersten. Jetzt wurde aus das unheimliche. Tacktack der Maschinengewehre hörbar. „Sie beschießen unsere Transportflieger!" rief der Erste Offizier. Alle blickten gespannt auf den schwachbewölkten Himmel oberhalb der weißen Flugzeughalle. Dem ungeübten Auge nur schwer erkennbar, kreuzten mehrere weiße Vögel in großer Höhe. „Ein Flugzeug stürzt brennend ab!" meldete der Zweite Offizier. Er ergriff ein Glas und setzte hinzu: „Einer der Transportflieger ist es." Ein schwarzer Rauchball sank aus großer Höhe langsam zur Erde und schleppte einen langen, dunklen Streifen hinter sich her. Jetzt schlugen helle Flamemn auf. Der Fall wurde schneller, die Flammen größer. „Bombentreffer in die Flugzeughalle!" rief der Erste Offizier. An zwei Stellen des langen, weißen Gebäudes erschienen dunkle Explosionswolken. Der Zweite Offizier meldete: „Beobachtungsstand 3 schätzt die Zahl der feindlichen Flugzeuge auf etwa hundert. Von diesen befindet sich gut die Hälfte innerhalb des Der- teidigungsringes." Kersten rief die Nachrichtenzentrale an: „Was machen die Kampfflieger?" „Fnnkenverbindung mit ihnen vermag nicht durchzudringen. Die feindlichen Flugzeugftationen geben mit allen möglichen Wellen und stören dadurch die Verständigung." „Aber die Kampfflieger empfangen trotzdem die Funksprüche der Zentrale?" „Sicherlich. Unsere große Station vermag alle gegnerischen Wellen zu durchschlagen." „Dann ertellen Sie, Befehl an die Funkstation, mit den bereits erkannten feindlichen Wellen andauernd starke Störungszeichen zu geben." Er wandte sich an Sanders: „Wenn die Franzosen uns zu stören versuchen, dann wollen wir wenigstens auch ihnen jeden Funkverkehr unterbinden." Eine heftige Detonation ließ den Beobachtungsturm hin und her schwanken. Die große Glasscheibe auf der südlichen Seite wies Sprünge auf. „Gut gezielt!" rief Kersten. „Dicht zu" Füßen des Turmes muß der Treffer gelegen haben." Linda erschien in der Tür. Ihr Gesicht war bleich, aber gefaßt. „Ist etwas geschehen? Können wir helfen?" „?UIe5 wohl!" rief Sanders munter. „Haben Sie keine Angst; es geht gut." Gehorsam verschwand sie wieder. Der Zweite Offizier rief: „Beobachtungsstand 5 meldet Eintreffen unserer Kampfflieger. Er behauptet, es sei fast unmöglich, in der großen Hohe unsere Flugzeuge von den feindlichen zu unterscheiden." Der Erste Offizier meldete: „Vier von unseren Transportflugzeugen find abgeschossen. Die Flugzeughalle liegt zur Hälfte in Trümmern. Die Funkstation erhielt zwei Treffer. Zwei Mann toi, drei verwundet. Ein Mast zerstört. Betrieb geht auf Referveantenne weiter." Kersten rief: „Befehl für Funkstation: Störungszeichen unterbrechen. Befehl an Kampfflieger mit vollster Intensität durchgeben, daß alle unsere Flugzeuge als Kennzeichen andauernd weißes Licht zeigen." Er trat mit Sanders an das nach Norden führende Fenster. Im gleichen Augenblick fing wieder ein Maschinengewehr an, einige andere folgten, und dann ratterte und knatterte es ummterbrochen. „Der Tanz beginnt!" sagte Kersten. „Meldung von Stand 4," berichtete der Zweite Offizier, „unsere Kampfflieger zeigen weißes Licht. Fünf feindliche Flugzeuge stürzen ab, zwei davon brennen." „Ich sehe noch weitere Maschinen heruntergeben!" rief Zanders. (Fortsetzung folgt.). E o et o R -3' «o 3 3 CD L- Ä rs e 3 L- Z O 3 CS Ch> «Ä$ Ch> G o 2 Ö <* © CT n 0 dN 0 E 2«® 0 $ a o yo E R R 8 3 a ;X,a m331 l- G, -C t~ E R oE t*> c E 0 s o £§«■ 0 £ ® 3 « G. M £ o ± •s 3 5-ER 2 E 2 0E a 'S S R ® T* e CO E €" IO c -=5-0 e> o0.. E .LE £ <£> 0 E 5 >O .3 =02 c? s s 6 R to ö AK fc ° *• yo © ® R C rt0 R R R RJi D CD TB E .5® Ji0 CM 2 u® R E 2 E 6K » T« ® CT E§ © R 0 6®« n 6 y. a R 0»R UL' E 0 2 3 o> o 3 ™ E CT0 3 C e « -xn « « E 'S 0 C S ® E = to E 5 © 3 0 R « CT V E« e6 Ct W *C « 3^"2 « E E Q a-o a d tfP tf? ö ..a E^ oÖJ cj 5 gR R R ®£ E E 5 © R 181 *- r- M 3 3R2. in Z R o LZ R R R R R R E E e? O) © E § ff 0 © E o V9 CM 05 •3 5 5-2 ZE 0 © B S CR s .E Gl E E 3 A §8 ^0 y® 2 R R 6 R 6 R 6 % £ «O es e E SS L ° 3 90 E 0 6 E Z RS. i L 2fl 3 EAX R 6 in 8 8 E 3 ■ 0 B Q e s R 5.E £ - .E £"■ L'SR' ^Z 3§ © E CT 3 E Evo 3 8 2» E 2*>£ R 8* E0- S.£<3 ZP5 tj b 0 Q 11 <= = 0 E 0 O r,® E^«h £ 3,2 e Cv • Gi s±R £0 ö® 3 3 © — Ao Ez CT — 22 ff£? ^§Z «n» ■^02 _ 3 r§ ?z>n «ü=^50c- 3 p ee'8'F §~ «3a ZSZ pCT§ EhJ w E — po R =»S c 3 «0 0 ÄE u EZRaZZ CT—H 3> BZZ ™. ZL qO'3 -- ^® a & o .E -S?-.TL2 B5 ■O E E R^C AAiH E = g R 5 3 z>'5 0-2 ’S §e5 Gl Gl o2R °R o C’E§ E O G> ?®ß 12.55 RÖ?.t: E^3 e c M®^ I^Sgi- E^ E^to Er e eWe w_© a 5 0ä ® FZ v.5S « -§p® : — C . •SX&- §5 0 00 P e» 0t' © C._CE .. ZTZZk» o c'--' 2=3 ■<® 0 5 M <** ZZffßs-Z ß y S.E E. E — oo ® 0 a - -'S k E£ä! -- *• .V. 'S « 'ü E •ff-l Ro.5 o 3 2 = 3 «2-® oyaEmß £#A£«^. E - CS _ O o gr CT E E 0 c! E £ LS 'ZHtzR^ a acp- 3. ä ^2 Mm 0.2 0= s 5a " ®Z2 5® b0= 2Za — Gl E q3 O '•'OÄ Ew- 5 g CT E E 3- Ofpi C „ c*- 5 E c E ö >0a_"q"o. »5- ^g0?£ *,9rS 5 E 5 E 3 e^E s®s 52-5 ??2e 2R CTO •2/^a u§®g: 0- CT © 3 3 ■11 Eo 5 ■=_ E LAZ R e - -3au P '-»-3 .2 3^ o T 3 " ® O-— 3 3 ——0-g c 5-S2 g- •§? 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