Nr. M Erstes Blatt 175. Jahrgang Montag, U. Mai 1925 Erscheint täglich, aufjet Sonn, und feiertags. Beilagen: GiehenerFamilienblötter Heimat im Bild. Monatr-Vezuorprelr: 2 Goldmari« u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewal!. Fernsprech.Anschlüssk Schristlcitung 112, De« lagundGeichöstsstelleöl. Anschrift für Drahtnach richten AnjeigerEiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAilzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Oruck und Verlag: vrühl'fchc Universiläls-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchäflrftelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeigen fürdieTageynummervis zum Nachmittag vorher ohne jedePerbindlichNeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich^, auswärts 10 Gold rfennig; für Ne ■ Klamt-Anzeigen v 70.i ni Breite 35 Goldpfcnnig, Platzvorschrift 2vi , Auf ■ schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 0r.Friedr.Wilh Lange: für den übrigen Teil; Ernst Dlumschein:sür den Anzeigenteil: Hans BeL, sämtlich in Sieben Die Lage in Preußen. Die Weimarer Koalition ist im Preußischen Landtag mit sechs Stimmen in her Mehrheit geblieben. Der Mihtrauensantrag der Deutschnationalen gegen daS Kabinett Braun wurde mit 222 gegen 216 Stimmen abgelehnt. Da dieser >iufallSsieg nur dadurch möglich wurde, dast neun Abgeordnete der Rechten fehlten und ein Kommunist sich auf die Seile der Sozialdemokraten geschlagen hatte, liegt also für die ‘Regierungsparteien fein Grund zu großem Jubel vor. Die Regierung selbst scheint sich der zweifelhaften Bedeutung des Erfolges auch voll bewußt zu sein, denn sie hat darauf verzichtet, ihr Wetterbestehen von einem förmlichen Dertrauens- votum abhängig zu machen. Die Verhandlungen, die mit der Rechten über eine Umbildung oder Erweiterung der jetzigen Regierung geführt wurden, 5c.gen deut.ich, daß sich das -Zentrum in seiner jetzigen Rolle nicht recht wohl fühlt und klar eilannt hat, daß bei Beibehaltung des jetzigen Koalitionsverhältnisses über lurz oder lang doch das Kabinett wieder vor die gleiche Frage gestellt wird. Deshalb durfte auch mit dem Abstmimungs- ergebniv die Frage der Regierungsumbildung noch nicht begraben sein. 3n der neuen Woche werden die Berhanb- hingen, die vornehmlich der Abg. Dr. von Richter leitete, ihren Fortgang nehmen, es befiehl nach dem bisherigen Gang der Besprechungen Aussicht, daß es möglich fein wird, die noch vorhandenen Gegensätze zu überbrücken, und daß vor allem das Zentrum sich bereit finden wird, der Rechten nicht unbedeutende Konzessionen zu machen. TBnnn man allerdings zu Rande kommen wird, läßt sich jetzt noch lischt Voraussagen Die Krise in Preußen bau' fori, der Schlüssel zu ihrer ßpfung liegt in den Händen des Zentrums. Die Munizipalwahlen in Frankreich. Auch in der Stichwahl «rosse (Erfolge dc6 Vitifdblorfd. Paris, 11. Mai (1.11.) Die 'Beteiligung an ben gestrigen Suajroahicr war wißerst rege. Die Wahlurnen wurden um st Uhr geschlossen. Die Stidp wählen in 'Varis bedeuten einen unbestreitbaren Erfolg für die Linksparteien. Die künftige Zusammensetzung des Pariser Gerne! noeratcs wird folgende sein. 47 Vertreter des nationalen Blocks, 25 Mitglieder des LinkskarleUs und 8 Kam» n'uniffen. Der nationale Block büßt 3 Sitze ein, das iii’ifsfartell gewann zwei und die Kominu- niflcn einen Sitz. Jliiifallcnö ist bei dem Ergebnis der Stichwahlen der Umschwung, der sich zugunsten der Kommunisten vollzogen Hal. Die Kommu- niften haben sich zwar von ihrer Wahlniederlage am Sonntag erholt, doch sind ihre ursprünglich sehr hochgelp.innie,' Hoffnungen nicht in Erfüllung gegangen Dao lantölaricU hat nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in der Provinz neue (Erfolge davongetragen und dem nationalen Block zahlreiche Städte, darunter Calais, Amiens und Dünkirchen entrissen. Besonders schwere Rückschläge erlitt der nationale Block im Elsaß, wo er Straßburg den Sozialisten überließ, und K 0 I - mar den Radikalen. In Mühlhausen sind 31 Vertreter des Kartells und 5 Vertreter der Rechten gewählt worden. Das frühere Verhältnis war 18 Vertreter der Linken gegen 18 Vertreter der Rechten Die Wahlbeteiligung war nicht sehr rege. Räumung und Sicherheit. Vor einem brit sch-französischen cm Kommandanten von Berlin, dem Oberbürgermeister, dem P 0 l i z_ell Präsidenten und dem Kommandeur der Schutzpolizei empfangen. Die zehnjährige Tochter des Reichskanzlers wird einen Blumenstrauß überreichen. Don dem Bahnhof Heerstraße fahrt der Reichs- Präsident mit feiner Begleitung, dem Reichskanzler. dem Reichsminister des Innern, den Staatssekretären Meißner und Kempner, dem Polizeipräsidenten und dem Kommandeur der Schutzpolizei bei gutem Wetter in offenem Wagen über den ReichskanzlerP'ay, die Dis- marckstraße, die Charlottenburger Chaussee, das Brandenburger Tor und die Strafte Unter den Linden zum Haus: des Reichskanzlers in der Wilhelmstrahe. Auf dem Wege werden die Verbände und Vereine, die sich in einer Stärke von etwa 200 000 Mann gemeldet haben, nach besonderer Plahordnung zur Begrüßung Ausstellung nehmen. Vom Brandenburger Tor ab wird der Wagen des Reichspräsidenten durch einen Zug berittener Schutzpolizei eskortiert werden. Der Reichspräsident und seine Begleitung nehmen zunächst im Hause des Reichskanzlers Wohnung. Abends wird der Reichspräsident beim Reichskanzler in kleinem Kreise das Abendessen einnehmen Am 12. Mai vormittags 11.45 Uhr wird der Reichspräsident mit dem Reichskanzler bom Haufe des Reichskanzlers zum Reichstag fahren, bei gutem Wetter ebenfalls in offenem Wagen, und zwar durch die Wilhelmstraß: über Die Linden, das Brande.rbarg-er Tor und die Friedrich Eoert-Steah: zum Portal 4 d.s Reichstags. wo er von einem Vizepräsidenten und dem Direktor des Reichstages empfangen wird. Um 12 Uhr betritt der Reichspräsident gemeinsam mit dem Präsidenten des Reichstags die Prä- sidententribüne im Plenarsitzungssaale. Der Präsident des Reichstags kündigt an, daß der Reichspräsident den durch Art. 42 der Reichs, ersassung oorg schrie öenen Eid leisten wird. Der Reichspräsident leistet daraus den Eid. Der Präsid nt deS Reichstag; spricht den Glückwunsch deS Reichstags zur Uebernahme deS Amtes aus, der Reichspräsident dankt in einer Ansprache an den Reichstag und bringt darauf ein Hoch aas das Deutsche Reich und das deutsche Volk ans . St. Martin bei Marseille ein Cliteregi - ment gebildet das der Sch ff nach Casablanca gebracht und von dort aus an d.e Front geführt werden so'l. Maschinengew.hrabte lungen n Perpignan und Sragnignon hiben ebenfalls A.^toe sung erhalten sich für den Ausbruch nach Marc klo bereitzuha.l n Aus franzö.ischec Seite macht man sich auf blut ge unb verlustreiche Kam fe gefaßt. Ma-"al Liauley scheint die Absichi zu haben, d e Offensive erst toi .'Der zu ergreifen tomn alle Vordere tungrn getroffen sinh. Rach einem Angriff ist es den Rifleuten gelungen. auf eine: Brette von 30 Kilometer in die fran’öf f ;e Stellung einzubrechen. , Das unmittelbare Ziel des französischen Oberkommandos besteht nun darin, die Front durch rasche Angriffe auf die eingedrungenen feindlichen Stoßtrupps toiederherzustel.'en. Die Frage ist nur. fo meint der „Inlransigeant", ob die französischen Truppen recht-eilig an der Grenze haltmachcn und nicht in der Hitze der Verfolgung in die spanische Zone binübergerifen werden. Abd el Krim wird die Absicht zugeschrieben, den äußersten linken Flügel der Franzosen bei El Ribano zu überflügeln. Seit einigen Tagen werden an diesen Ort verdä chtige Truppenbewegungen beobachtet. In den ‘Blättern herrscht allgemein der Eindruck, daß die Rifsoldaten von Offizieren befehligt werden die ihre Feuertaufe auf den europäischen Schlachtfeldern bestanden haben. Mimst er Präsident P a i n l e v e hat nach Beendigung dos Minifierrates über die Lage in Marokko den Vertretern der Presse mitgeteilt, er sei fest entschlossen, in entschiedenster Form die Aufruhrversuche der unterworfenen Stämme zu unterdrücken, um die Rückwirkungen zu beschwören, die diese Agttation auf Französisch-Marokko haben könnte unb um die Ruhe auf der ganzen Linie an der französischen Marokkogrenze zu sichern. Die Lage in Französisch-Marokko sei gegentoärtig st abilifiert Mehrere Festungen, die noch umzingelt seien, seien durch Flugzeuge verproviantiert worden. Man könne erst in einigen Tagen eine Operation erwarten, das heißt, wenn die von Marschall Alsdann begibt sich der Reichspräsident. bc- aleitd von dem Präsidenten deS R« dem Reichskanzler, zur groß?n Freitreppe an den KönigSplatz. Hier bringt bei Reichskanzler ein Hoch auf den Reichspräsidenten auS, an das sich das Deutschlandlied anschließt. Während der Feier im Reichstag fonvi i rt auf dem KönigSplatz eine Kapelle der Reichswehr. Vor dem Reichstagsgebäude steht mij der Front zum Portal 1 eine Ehren ko mpagnie des Wachregiments Berlin der Reichswehr. Der Reichspräsident, begleitet vomReichswehrm'N.ster. schreitet die Front der Chrenkonipagnie ab und fährt mit dein Reichskanzler im Kraftwagen, geleitet von einer Schwadron Kavallerie es Reiterregiments Ar. 4 über den Kön'gsplatz, an dem BiSmarckplah vorbei durch d'.e Friede,,e- allee, das Brandenburger Tor und die Wilhelm- firaße zum Haufe deS Reichspräsidenten. Hier empfängt der Stellvertreter des ReichZ- präsidenten. Dr. Simons, den Reichspräsioe.i- ten und übergibt ihm die Geschäfte. * Rachmittags werden der Reichskanzler, die Reichsminister sowie der Chespräfident d:L Ober- rechnungShoses beim Reichspräsidenten vors"rechen und ihre Glückwünsche barbringca. Es schließt sich ein Feühftück an. zu dem der Stellvertreter des Reichspräsidenten Einladungen nn den Reichspräsidenten, den Reichskanck r. i ic Reichsmlnister. den Präsidenten des Reich den Chefpräsidenten des Rechnungshofes. ic Chefs des Heeres und der Marineleitini - c Staatssekretäre des Bureaus des R IchZPräsi eiten unö der Reichskaitzlei sowie den Major v. Hindenburg unö Gemahlin hat ergehen lassen. — Für den 13., 14. und 15. Mai sind eine Reihe von wetteren Empfängen vorgesehen, batuntcr am 14. Mai ein Empfang der fremde n Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger. HindenburgsDank an Hannover Hannover, 10. Mai Reichspräsident von Hindenburg hat au den Bürgermeister Frick nachstehendes Schreiben gerichtet: Hochverehrter Herr Bürgermeister! Ihnen als dem Vertreter der mir seit langer Zett so liebgewordenen Stadt Hannover, spreche ich meinen allerherzlichsten Dank aus für Ihr so freundliches Schreiben vom 5. d. M. und ^cn herrlichen Blumenstrauß, der Ihr Schreiben c- gleitete. Mit besonderer Dankbarkeit begrüße .ch 6ie große Freundlichkeit, die mir die Staut dadurch erweist, daß sie mir mein H iS weiter zur Verfügung stellt. Ich hoffe, öfter in den Mauern des schönen HMinover ein '2 ruhige Tage verleben zu können. Die Stadt, n der meine geliebte Frau ihre letzte Ruhestätte fand, ist mir eine zweite Heimat geworben. Meinen Dank schließlich für Ihre 10 freundlichen Wünsche. Möge mit Gottes Hilfe meine Amtsführung dem deutschen Volke zum Segen gereichen. Mit vorzüglicher Hochachtung und dc.i herzlichsten Grüßen an Sie, den gesamten Magistrat und alle meine Mitbürger bin ich Ihr ergebener g ez. v. Hindenburg. Liautey für alle Waffengattungen beaatrn 1 ort Verstärkungen in den Stellungen eingetroffen sein werden. Wenn die KonzenirationSbeweiung beendet sein werde, werde man mit allen Atlions- mittcln, die die Lage erfordere, den entscheidenden Schlag führen Je strenger und rascher man die Schlußhandlung durchführe, um so Wenger kostspielig werde sie sein. Frankreich fei von keinem Eroberungswillen beseelt. Es handle heute in vollem Einverständnis mit der britischen und spanischen Regierung. Das Attentat im Burgthealer. Poltt scher Racheakt einer erin. Wien, 9. Mai. iWolfs t Das Attentat im Dutgtheater ruft größte Au,rcg^.lg hervor. Di- Blätter fordern eine gründliche Untersuchung des Vorfalles und betonen, daß nerabe Oesterreich wegen der immer wtederkehrenden Behauptung, daß hier das Zentrum der Dalkanagi- t a t i 0 n fei. ein Interesse an der restlosen Aufklärung habe. Ueber das Attentat berichl.ii die Blätter noch folgende Einzelheiten: In der zto:i cn Loge des dritten Ranges waren währenv deS ersten Teils der gestr'gen Vorstellung vier Personen anwesend, zwei Herren und zwei Damen, anscheinend Bulgaren, die zunächst ruhig die Vorgänge auf der Bühne verfolgten Während des fünften Alles zog ein? inzwischen hinzu- gckommene Dame plötzlich einen Revolver und feuerte auf b i c beiden Männer. Der eine erhielt einen tödlichen Kopfschuß, der zwette einen Schuh in die Schulter, einen ins Gesicht und einen in den Arm und brach schwer verletzt zusammen Der Tote ist der 46jährige Kaufmann Dimttri Arnautowitlch. der Verletzte oer Student Bogdanowitsch. Die Täterin ist die 23jährige Menzia Kami ein Sie war im Verlaufe der Vorstellung in die Loge eingetreten und hatte mit den Insassen eine kurze Unterredung. Bald darauf hatten die zwei Damen die Loge verlassen, während die Täterin mit den Sterten darin gutudblteb. 2iod> ihren Angaben hatte fie von vornherein d i e Absicht, gegen QlrnautOüic ein Attentat zu verüben. Sie bezeichnet ihn als einen sehr schlechten QKa= -c Monier, der vor mehreren Jahren z w c i gute patriotische Mazedonier ermordete, i ic sie habe rächen wollen. Darum sie dieses Attentat gerade während der Dorstellung vec- übte. erklärte sie damit, daß ihr D.-gner stets gut bewaffnet gewesen sei und sie fürchten muhte, von ihm erschossen zu werden, w:rur sie ihn auf der Strahe oder sonstwo übcrfalten hätte. Sämtliche Personen d-es blutigen Dramas stammen aus Krisevo in Mazedonien. Die „‘Heue Freie Presse" erfährt, der ermordete Dimitri Arnautowitsch Panizza sei identisch mit dem Mörder des betannten mazedonischen Führers Doris Sara soff. Er selbst sei Mazedonier von Geburt und habe an den Bewegungen in Mazedonien lebhaften Anteil als Mitglied der revolutionären mazedonischen Organisation genommen. Als 1906 die Organisation mit dem mazedonischen Obersten Rat in Sofia in Konflikt geriet, wurden die Führer dieses Rates Sarasosf und Garwanvsf .3 u m Lode verurteilt. Das Todesurteil wurde von Panizza in Sofia vollstreckt und zwar in der Meise, daß Garwanoff und Sarasosf bei einem Gastmahl, daS Sarasosf gegeben hatte uird an dem and) Panizza teilnahm, in_ dem Augenblick von ihm erschossen wurden, als Sara- soff seine Gäste in den Hausflur geleitete. 1920 organisierte Panizza, der nach der Ermordung SaDanfli die Führung der mazedonischen Föderalisten übernomnren hatte, wäh- i enb der Regierung Stambolijskis die Banden, die die Auto no mist en belämbfcn sollten 3n einem Gefecht bei Rewrodok im bulgarischen Teil von Mazedonicm, tourben diese Banden zurück- geschlagen. Panizza, der vom mazedonischen Komitee zum Tode verurteilt worden war, flüchtete nach Griechenland und trieb sich seitdem in b:n Bergen des griechischen und serbischen Teiles von Mazedonien herum. Später wurde er aus Griechenland ausgewicsen und. da er einen serbischen Pah hatte, nach Serbien abgeschoben. e Die Ci Hebungen der Polizei haben ergeben, daß die Attentäterin £ic Tochter ein.'s wohlhabenden Bulgaren ist, die vor zwei Monaten nach CBten gekommen war, uir sich hier wegen eines schweren Rieren- lcidens ärztlich behandeln zu lassen. Bei ihrer blutigen Vernehmung gab sie zunächst an, keiner rclituchen Partei anzugehören und bezeichnete sich als nationale Mazedonierin, die mit c; r autonomistffchen Partei empfinde. Die Täterin ist in Haft, auch die beiden .nderen Insassen der Loge, in der sich das b'u- iae Drama abgespielt hat, wurden vorläufig >' ierrvahrurg genommen, bis bas Attentat in alb n Ein'n'hü:.'.^ aufgeklärt fein wird. Die Erhebnns.n gestatten sich sehr schwierig, weil die in Betracht kom- m.nden Personen der deutschen Sprache nur in ge- '.ir.genr Maß- mächtig sind In den Wohnungen der .Mazedonier, die im Jnrgtljeater anwesend waren, wurden Haussuchungen öorgenommen. Es wurde viel 'Material beschlagnahmt, über dessen Inhalt aber nichts Näheres zu erfahren ist, weil alle Papiere in fremder Sprache verfaßt oder in fremden Schriftzeichen geschrieben oder gedruckt sind. Die Frau des Ermordeten weiß bis heute noch nicht von dem Tode ihres Mannes. Ihr Instand ist ernst. Sie tonnte n 0 d] _n i d) i verhört luer- . den, da sie infolge einer Schußoerleßung der Junge .nicht sprechen kann. Der anbere Begleiter des 5Ermordeten, Ivan Bogdanowitsch, welcher • von vier Schüssen getroffen ist, liegt in ernstem aber r nicht hoffnungslosem Zustande darnieder. Im Burgtheater wurde heute vormittag der Tatort untersucht und dabei sestgeftellt, daß ein Geschoß auf die Bühne und eins im Parkett des Zuschauerraums aufgeschlagen ist. Deutschlands Wirtschaftslage. Der Neichswirtschastsrriimster im Reichstag. Berlin. 9. Mai. 3n der Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichs- wictschaftsministeriums erstattete Abgeordneter Dr. Wienbcck lDeutschntl.) den Bericht des volkswirtschaftlichen Ausschusses über Handwerks- und Mittelstandsfragen. 3n einem Ausschuhantrag wird die Regierung ersucht. dem Reichstag einen eine Berufsorganisation des Handwerks behandelnder Gesetzentwurf beschleunigt vorzulegen. Weiter wird eine Prüfung der Frage verlangt, ob die Preistreibereiverordnung nicht aufgehoben werden könnte. Andere Ausschuhanträge wenden sich gegen die Mißstände im Wander- und Hausierergewerbe. Schließlich wird eine Aeu- vrdnung des Berdingungsweseirs verlangt. Abg. Wentzel (Dtschnll.) erklärt, das Handwerk habe zu Minister Reu haus das Der- trauen, daß der Minister den praktischen Forde- 1 ungen sein Augenmerk zuwenden werde, deren es bedarf. DaS Handwerkerorganisatloasgeseh, ,uf das die Beteiligten schon vier Jahre warteten, müsse schließlich Dorgelegt und dem Handwerk müsse Gelegenheit gegeben werden, vorher dazu Stellung zu nehmen. Da^ Kleinge- werbe bedürfe des Schutzes gegen die Konkurrenz der Genossenschaften. Die Deutschnationalen seien bereit, der üleberspan- nung des Genossenschaftswesens entgegenzutreten. auch wenn es sich um landwirtschaftliche Mittelstandsgenossenschaften handele. Abg. Esser (Ztr.) weist darauf hin, daß die Handwerkskammer in diesem Jahre auf das 25jährige Bestehen zurückblicken könne. Ihre Sätifjfcit habe sich im allgemeinen bewährt. Auw die künftige Organisation des Handwerks müsse sich eng an die staatliche Einrichtung anlehnen und sich frei von jeder politischen Tendenz halten. Für Handwerk und Kleingewerbe sei dringend Kredithilse notwendig Die Hauptsache fei aber die Selbsthilfe. Der Redner richtet an die Regierung die Aufforderung, bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen das Handwerk besser zu berück- ichllgm. Abg. Bartschat (Sem.) stellt mit Genug- uung fest, daß in der letzten 3eil bei den Eltern jie Re gung gewachsen sei, die Sohne dec Hand- werk-lehre zu uführen. An alle Kreise des Volkes müsse die Mahnung gerich et werden, den Haut Wecker für seine ehrliche Arbeit pünktlich zu bezahlen. Bei dem durch die Inflation geschaffenen Mangel an Betriebskapital könne das Handwerk heute gar nicht mehr mit vielen Außen - ständen arbeiten. Der Minister solle endlich sich über die von anderen Stellen ausgehenden Widerstände hinwegsehen und das Handwerks- organisationsgeseh fd;kunigft herausbringen. ReichswirtschaftsrurnisterDr. Neuhaus weist dann auf die bevorstehend: Handels- und z 0 l l p 0 l i t i sch e Debatte im Rrich-- tage hin Bei der Zolltarifnovelle, die seht in endgültiger Fassung vorliege, handel: es sich um eine Aebergangslö s u n g . um ein Hmidelsverrrags inst rumc 0 Di< Entscheidung über unsere dauernde zollpolitisch: Einstellung werde erst bei Vorlage des endgültigen Zolltarifs fallen. Schon in den nächsten -eagea werd: bei den deutsch-französischen Verhandlungen in die Einzelberatung über di: künftige Eisen- und Textilcegelung eingetreten werden. Bei den deutsch-italienischen Vechandlmigen sei mit einem Abschluß für Anfang Mai zu rechnen. Rock' Annahme der Zolltarifnovelle dürfe dann bis zum Sommer Dm: cnögüliigc Handelsvertrag zustande kommen. Für unsere deutsche Wirtschaft werd: die in Aus- ichi stehmde Rückkehr zur englischen Schutzzoll- poli^Ü in einzelnen Industriezweigen drückend empfunden werden Die deutsche Wirtschaft trete eigentlich erst jetzt in die Epoche der Aebergavgswirtschaft ein. Es lägen allerdings Symptome vor. die bereits auf eine allgemeine Besserung der Wirtschaftslage Hinweisen. Der Minister verweist auf die Entspannung des Arbeitsmarktes. die Entwicklung des Warenmarktes, die Steigerung des Güterlaufs und der Produktion hin. 3n steigendem Maste finde auf denr Weltmärkte heute wieder ein verschärfter Konkurrenzkampf statt. Die Wiedereinsetzung der G 0 l d - Diskontbank solle gerade dem deutschen Aus- uhrhandel Erleichterungen bringen. Der Minister bespricht dann die Rotwendigkeit einer wirksamen Beeinflussung des allgemeinen Preisniveaus. Das Reichswirtschaftsministerium werde sich für eine Senkung der Kosten einsetzen, die die Generalunkosten unserer Wirtschaft belaste. Es würde in diesem Sinne brr der Gestaltung der Frachttarife und beim Ausbau der Steuergesetze mitwirken. Die H a l d e n b e st ä n de an der Ruhr seien auf 6 bis 10 Millionen Tonnen zu schätzen. Der Grund dafür liege in der katastrophal enAbsatzlage. Den Schwierigkeiten werde seitens der Kohlenwirtschaft durch eine Ausgestaltung des Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats entgegengetrekn werden.^ Sie Entscheidung darüber werd: in den nächsten Wochen fallen. Große Bedeutung werde aber für die Kohlenwirtschaft die in Aussicht genommene Aenderung des Eisenbahntarifs baten, der schon in den nächsten Tagen in Kraft treten soll. Mastnahmen zur Einführung eines neuen Verfahrens zur Gewinnung von Oel seien bereits in die Wege geleitet. Sie Verhandlungen zur Behebung der Kreditnot des gewerblichen Mittelstandes seien im wesentlichen abgeschlossen. Rach Durchführung dieser Kreditattwn werde die Frage einer besseren Ausgestaltung des ganzen nrittelländischen Kreditwesens geprüft werden. Ser Referenten- Entwurf über die Reichs handwerks- 0 r g a n i f a 11 0 n sei den Ländern bereits zu- gestellt worden. Der Entwurf über den endgültigen Reichswirtschafts rat werde in naher Zeit zur Diskussion stehen. Der Reichswirtschaf ts- rot werde auch in dieser Zusammensetzung den Bedürfnissen nach sachkundiger Arbeit trotz stacker Herabsetzung der Mitgliederzahl in weitgehendem Maß^ entsprechen. (Beifall.) Abg. von Raumer (D. Vpt.) verlangt größere Beschleunigung bei der Einbringung der Zolltarifvorlage. Die Geduld der Wirtschaft und des Reichstags seien bald erschöpft. Reichswirtschaftsminister Dr. R e u h a u s stimmt dem Vorredner durchaus darin zu, daß die schleunige Verabschiedung der Zolltarifnovelle notwendig sei. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten und Lieferungen werde auf das bedrängte Gewerbe im besetzten Gebiet besonders Rücksicht genommen werden. Abg. Schmidt-Berlin (Soz.) wünscht die Einrichtung eines Kartellamtes und eines Kartellregisters. Das Wirtschaftsministerium habe jetzt schon die Möglichkeit, Auswüchsen des Kartellwesens vorzubeugen. Aber es machte davon leider viel zu wenig Gebrauch. Abg. S t ö h r (Völk.) wünscht die Einbeziehung der Handwerksgesellen in Die Handwerks!ommcrn, um so eine Art Volksgemeinschaft innerhalb des Handwerks zu schaffen. Abg. Mollath (Wirtsch Vgg.) verlangt eine wesentliche Erhöhung des zur Kredithilfe für den Mittelstand bereitgestellten Fonds. Weiterberatung Montag mittag Kleine politische Nachrichten. Reichkanzler Dr. Luther traf Samstag abend mit zwei Begleitern in Hannover ein und begab sich sofort zum Reichspräsidenten v. Hindenburg, wo eine mehrstündige Unterredung stattfand. Bei dem Reichspräsidenten wurde dann in kleinem Kreise das Abendesten eingenommen. Reichs^ kanzler Dr. Luther kehrte noch in der Rächt zum Sonntag nach Berlin zurück. Der Stellvertreter des Reichspräsidenten, Dr. Simons, hat dem Kaiser und der Kaiserin von Japan zu der Feier ihrer silbernen Hochzeit, die am 10. Mai ftatt» sand, seine aufrichtigsten Glückwünsche telegraphisch übermittelt. Zu der am 16. Mai stattfindenden Eröffnungsfeier der I a h r t a u s e n d a u s - stellung in Köln sagten ihr Erscheinen von der Reichsreg'.crung der R e i ch s k a n z l e r, dec Reichsauhenminister, dec Reichsminiftec für die besetzten Gebiete, Frenken, und von der preußischen Regierung Ministerpräsident Braun, Innenminister Severing und Wohlfahrtsminister Hirtfiefer zu Reichskanzler a. D. Marx, der sich von seinem Grippeanfall erholt hat, ist von Sigmaringen wieder in Berlin eingetroffen. Er war am ScmU tagnachmittag bereits im Reichstag anwesend und wird auH bei der Vereidigung des neuen Reichspräsidenten zugegen fein. 3m Juni wird mit der Verhandlung der Finanzfkandalprozefse begonnen. Den Anfang wird der Prozeß gegen Holz m a n n und den Regierungsrat Bartels machen. Holzmann stand mii K u t i f t c r in Beziehungen. Bartels ilt Der frühere Leiter der Fremden- polizei. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf versuchte Erpressung, Betrug und Bestechung. Bei schönem Wetter wurde unter großem Pi'blikumandrang — etwa 90 000 Personen waren erschienen — durch den König nach einer Ansprache des Herzsgö von ‘3er,.’ die britische Weltausstellung in Wembley eröffnet. Vertreter Dec polnischen monarchistischen 'Parteien, Darunter Politiker und frühere Generäle sollen in einer geheimen eifcung den Prinzen Sixtus von Bourbon zuiii Kronprätendenten gewählt haben. Nach längerem Krankenlager ist m Bukarest Der ehemalige rumänische Ministerpräsident und Vor- itzende Der forffchrittlichttonservotioen Partei, Alexander M a r g h i l 0 m a n , im Alter von zweiundsiebzig Jahren gestorben. Hundertjahrfeier des Börsen- vereins deutscher Buchhändler. Leipzig. 11. Mai. (211.) Aus Anlaß der Feier des hundertjährigen Bestehens des Dörsenverrins der deutschen Buchhändler l‘üu> aus allen Tellen des Reichs Verleger, Sortimenter, Antiquare usw. nach Leipzig geeilt, um diesen Tag festlich zu begehen. Auch Vertreter aus dem Ausland, besonders aus Oesterreich und der Schweiz, sind zahlreich anwesend. Der Börfen- verein hat eine umfangreiche Festschr i f t her- ausgegeben, die Beiträge namhafter Schriftsteller und Künstler enthält. Die Festlichkeiten, die bis Dienstag andauern werden, begannen am Samstag mit einem Empfangsabend im Palmengar t^r. Am Sonntagvormittag findet die feierliche Einweihung des Ehrenmals für die int Weltkrieg gefallenen deutschen Buch- Ha ndl er in der Buchhändlerbörse statt. Das Denkmal ist ein Werk des Berliner Bildhauers Professor Kolbe. Am Samstagnachmittag sand dir diesjährig: ordentliche Hauptversammlung des Börsenvereins fü den Buchhandel im Buchhändlerhause statt. 3n dem Geschäftsbericht wird daraus hingewiesen, das) der Buchhandel unter der Ueberteuetung besonders zu leiden habe, da seine Erzeugnisse nicht zum notwendigen Lebensbedarf gehörten. Es müsse alles getan werden, um die Selbstkosten nach Möglichkeit herabzusehen. Aus diesem Gebiete liege die Hauptaufgabe für die Organisation. Erstaunlich bleibe auch dieses Jahr die Höhe der Verleger Produktion. Selbst wenn gegenüber dem Vorjahr ein weiterer Rückgang zu v.r- zeichnen sei, so fei dies noch tosmig, aber doch immer noch zu viel gegenüber der gesunkenen Kaufkraft. Große Verluste feien daher unvermeidlich. Hemmungen 1 in Absatz treten besonders auf dem Auslandmarkt Hervor. Der Bericht geht Dann auf die einzelnen Zweige des Buchhandels ein und stellt fest, daß Da8 Weihnachtsgeschäft für Buchverlag und Sortiment nicht den gewünschten Ausgleich für die vorjährige Stagnation brachte. Die Zahl der Mitglieder des Börsenvereins betrug am 1. April 1925 4917. Zum Schluß wird darauf hingewiefen, daß dem oft ausgesprochenen Verlangen, einen Vertreter des Buchhandels in den Reichs - wirtschaftsrat zu entfenöen. bisher feine Erfüllung zuteil geworden fei. Dem Reichstag gehöre aber jetzt Berlagsbuchhändler Rippe! aus Hagen an. Eine Entschließung richtet an den Vorstand die dringende Bitte, sich mit allen Mitteln bei den zuständigen Reichsstellen für die Aufrechterhaltung des Laden- p re i s e s einzusetzen. Am Montag findet im Buchhändlerhaus ein großer Festakt statt. Der Stellvertreter des Reichspräsidenten Dr. Simons hat an den Börsenverein Deutscher Buchhändler in Leipzig anläßlich seiner Jahrhundertfeier folgendes Telegramm gerichtet: Dem Börsenverein Deutscher Buchhändler spreche ich zu seiner Hundertjahrfeier meine Glückwünsche aus. Ihr Verein hat in seiner hundertjährigen Arbeit nicht nur eine mustergültige Organisation des deutschen Buchhandels g^chaffen, sondern sich auch um das gesamte putsch: Schrifttum bleibende Verdienste erworben, deren das Reich beute dankbar gedenkt. Möge Dem Börsenverein auch in Zukunft erfolgreiche Arbeit und gute Weiterentwicklung be° schieden fein. Der Berliner Anwaltstag. Berlin, 10. Mai. (Wolff.) Set Vorstand des Deutschen Anwaltvereins hatte heute einen außerordentlichen Anwaltstag nach Berlin ein- betufen. Der in der Philharmonie zusammentrat. Einziger Punkt der Tagesordnung war die Aus- sprache über die Rechtsnot. Der Vorsitzende des Deutschen Anwaltvereins, Dr. Drucker, konnte fast 2000 Anwälle benutzen. Reichs- justizminister Dr. F r e n i e n begrüßte Di: Versammlung namens des Reiches. Er sagte u. a.: 3n den zwölf vergangenen Jahren seit dem Anwallstagc in Breslau sind schwere Stürme übe runfer Vaterland dahingebraust. 3n diesen Stürmen hat auch das Recht, das Fundameick. jeglichen Strel-ens, schwer gelitten. So blicken wir Denn auf Dem Gebiete Des Rechts lebens auf eine Zeit der Unrast, der Wirrnis, des Hastens und Des Suchens zurück. Das Schmei'z- luchste bei einem Rückblick auf diese Zeit ist aber Die Erkenntnis, daß auch Die Autorität des Rechts und der Glaube an feine sieghafte Kraft nicht unversehrt aus dem Sturm hcrvvrgegangen silid. Der Ge- dante. daß nicht das Recht, sondern die Wacht das höchste fei, und daß Das Recht mißbraucht und ausgebeutet werden Dürfe, und daß es gebeugt werden kann, wenn dies den Machtintcrefsen entspiichl. hat erschreckend um sich gegriffen und vergiftet in gleichem Maße das staalliche Leben nach außen wie im Innern. Denn wie das internationale Leben diese Rechtsbeugungen geseheii hat. und daß das internationale Leben selbst in Rot ist, hat unser Volk auf tem Leidenswege, den wir feit dem un- glü.liichen Kriege beschr tten haben, nur gar zu häufig erfahren. Das Schicksal meiner lieben rheinischen Heimat unb das Schicksal meiner Heimatstadt Köln erinnert uns tagtäglich an Den schweren ungleichen Kampf, den jetzt das Recht gegen d 1 e W a ch t zu kämpfen hat. -LebhastL Zustimmung.) So gilt es Denn auch auf Dem Gebiete Des Rechtes Wiederaufbauacosic zu leisten im internationalen Leben wie in Dem unter unseren Volksgenossen. Di: Allgemeinheit: rechnet hier vertrauensvoll auf ihr: Witarbell. Ihre Rechnung wird leine D:r::oll? «ein. Sei Anwaltstag trat Dann in seine e'igenllrcheic Arbeiten ein. DreMainzeLSängerimNeichstag Am ßonntaguormiliag II Uhr hat im Reichstag Der offizielle Empfang Der anläßlich Der Iahrtausendfeier der Rhein- lande nach der Reichshauptstadt gekommenen Mainzer Sänger Durch Die Reichsregierung unD Die Stadt Berlin statlgefunden. In der großen Wandelhalle des Reichstags begrüßten sich Der Berliner Rheinische Wänner- gesangverein und Der Mainzer Männergesangverein dura- Die Lieder ..Fröhliche Rheinlande" bzw. ..Morgenlied im Walde". Hieraus-b e w i l l- fommnctc die rheinischen Gäste als Vertreter der Reichsregierung Reichstagspräsident Lobe, als Vertreter Des Ministeriums^für die besetzten Gebiete Generalreichskommissar Schmid und als Vertreter der Stadt Berlin Bürgermeister Sr Scholz. Reichstagspcäsident Lobe totes auf die Leiden hin, Die gerade das Rheinland in Deutschlands schwerster Zell hat tragen müssen. Er betonte die Treue und Anhänglichkeit zum Reich, die allen verlockenden Versprechungen der Franzosen mannhaften Widerstand entgegengesetzt haben. Dafür — so schloß Reichstagspräsident Löbe seine Ansprache - gebührt Ihnen unser Dank und die Versicherung, daß wir nicht ruhen werden, bis auch am schönen Rhein und int goldenen Mainz das deutsche Lied wieder frei aus allen Kehlen erklingen kann, bis diese herrliche Gegend, friedlich gebettet zu Den übrigen (Bauen Der deutschen Lande, keine Bedrohung mehr zu fürchten braucht. In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen im Deutschen Reichstag und in Berlin. Auch Generalreichskommissar S ch m i d sprach Dann im Sinne des Vorredners und dankte den Sängern für ihre edelmütige Absicht, auf ihrer Fahrt auch für den in bedenklichem Zustande befindlichen Mainzer Dom zu werben. Als Vorsitzender des Mainzer Männer- gesangvereins dankte Sr. Gaßner der Regierung und der Stadt Berlin für Den herzlichen Empfang. Mit dem Deutschland- Li c d schloß die eindrucksvolle Feier, an der unter anderen Persönlichkeiten Frhr. v. Binge- teten als Vertreter des Hess. Staatsniini- st e r i u m s und Polizeivizepräsident Dr. Frie-. densburg teilnahmen. Aus aller Welt. Schwerer Automobilunfall bei Walfch« Heidelberg. 11. Mai. ($11.) Gestern abend 7.27 Ahr wurde bei der Station Roth- Walsch bet Strecke Heidelb^'g—Bruchsal—Karlsruhe ein Lastkraftwagen, der sich bei einem Gesangfest in St. Leon befunden hstte, von dem Schnellzug D 161 Heidelberg- Bruchsal—Stuttgart erfaßt. Dabei wurden e I f Personen, sämtlich aus Walsch stammend, getötet. Vier Personen wurden verletzt. Der gleich nach dem Anglück die Anfallstelle das- ficrenbe Schnellzug D 1 Berlin — Karlsruhe brachte die Verletzten nach Heidelberg. Saf Unglück konnte geschehen, weil der Schrankenwärter vergessen hatte, die Schranken rechtzeitig zu schließen. Eröffnung des Flughafens „Ruhrgebiet". Bei Herves-Dorsten wurde am Sonntag der neue Flughafen „R uhrgebiet" e r 0 f f n c r. Um 4.30 Uhr traf das erste Iunkersflugzeug vom Fernflug aus Erfurt mit zwei Fahrgästen ein. • ■ Wettervoraussage. Zeitweise aufheiternd, doch mehrfach wolkig, tagsüber milder, meist trocken. Unter der Zufuhr kälterer Luftmassen haben sich die Reste der Nordjeedepression aufgefüllt. Don Südwesten her ist schnell hoher Druck nachaefotgl, so daß heute morgen über Frankreich, West- und Mitteldeutschland ein Hochdruckgebiet mit Verhältnis- mäßig niederen Temperaturen sich erstreckt, die im Laufe des Tages erheblich ansteigen dürften. Ucbcr Island und den britischen Inseln ist heute starker Druckfall eingetreten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Mai 1925. ©ewerbe geriet u nb Kaufmanns geriet der Stadt ©ietzen. Die Antlarheit Der wirtschaftlichen Lage iml ihren oftmals wilden Konjunkturschwankungen, wie sie eine Eigenart der Rachkriegszeit war uni) geblieben ist, hat auch den Svndergerichten eine starke Mehrbelastung gebracht, Die zwecks beschleunigter und vereinfachter Rechtsprechung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschaffen worben sind, den Gewerbe- und Den Kaufmannsgerichten. Seit dem 1. Januar 1924 sind ihnen bekanntlich Durch die Rei h-gescy- gebung viele Dt* den Ausgaben zugewies:n worden, die früher Den exhlichtungsausschüssen oblagen, insbesondere die Streitigkeiten aus dem Betriebsrätcgesey. Aber auch abgesehen von dieser gesetzlichen Bemrehrung Des Ausgaben- kreises bleibt eine starke Zunahme der anhängigen Sachen zu verzeichnen. Im Vergleich zur Vorkriegszeit werden auch weniger Sachen Durch Vergleich erledigt. Es mag dies damit zusam- menhäugen, daß die Organisationen jetzt in größerem ilmfangc auf beiden Seiten die Parteien vertreten. Während die Einzelpersönlichkeit Den Rechtsstreit scheut und einen annehmbaren Vergleich gern eingeht, um nur den Prozeß loS zu sein, sehen die Organisationen mehr das Grundsätzliche des Streitstoffes und wollen eine rechtsverbindliche Entscheidung haben als Richtschnur für ihr weiteres Verhalten und für die Rechtsberatung, die sie ihren Qltitgliebem geben. Das überaus umfangreiche heutige Arbeitsrecht besteht aus zahlreichen Gesetzen und Verordnungen, bei denen oft mehr auf Geschwindigkeit als auf Brauchbarkeit gesehen toori>en ist. Sie sind zu^ staiide gekommen teils noch unter dem Drucke der politischen Amwalzung. teils unter dem noch schwereren Swucke der katastrophalen Fincmznot des Reiches. Ein langes, forgfälliges Durch- arbeüen und gewissenhaftes Ausseilen, wie es früher üblich war und toi-e es notwendig wäre, konnte oft nicht ftattfinben So ergeben sich im 2r eröffn«'- rsflugyug«« gaffen ein elf. uiWal^äp Sil.) Mett Station MH* mchsal-Sarlh bet sich bei lefunbtn hotte, l Heidelberg- ei tonrben e f f sch ftammenb, ' btrltji. $?: tzllstelle Vas» - ÄrJUuVe ttq. Da üu» D^taalei» tzchrankei 2lä;stae d' d°> •'$8? ‘u«tie7£ t. ehrjach wolkig, ittnaiien W anfgeiulU.-Bon :utf nachgcM- eich, Leit' und mit «rhältms- erstreckt, b« m t btirften. U»601 *«» •uir.uui ’■ e ReichsgesE^ ugewiesr" ®, ^5rf)en con en den Qjcr« neb'^ÄoS 'll i wjf rehr °"7-*ÄL 5« ch aöf rt-y Äg Ja ««* * !"°e.rgesana. ^inlanbr " deioili. f Steter M Lobe ^.besetz,en ^duntz als ;Gne'"tt Di ÄÄ1 * ’wanlaub ch »mülioL 'fielen zum Bungts der WC«"* 'la^ralibyn Ä»en unla ,r nicht ruhen 6ein und i» > toieba itei $ diese Herr, den übrigen Bedrohung iesem Sinne ™ Deutschen hmid sprach d banlle den fy. aus ihrer Zustande beleben. iet Maner- ter der X> lr den Herz- utschsand- Seiet, au der- hr. v. Singt- aatSmini» mt ®r. Arte- durch a) Gcwerbcgericht abgehaltenen Termine betrug: Die Zahl der folgende Aufstellung ein Bild: seit 1914 Arbeit-recht zahllose Streitfragen, von denen nur ein Teil bisher durch Stellungnahme deS Reichsgerichts entschieden worden ist. 3n vielen dieser Zweifelsfragen stehen sich die deutschen Gerichte in zwei Lager gespalten gegenüber. Auch diese UmftTÜtcitiKil und Undurchsichtigkeit deS heutigen ArbeitSrechis ist ein Grund, warum so vielfach die Entscheidung gesucht wird und nicht der Vergleich. lieber die Zunahme der Prozesse Anz< 1 hlder anhängigen Klagens a) Gewerbegericht b) Kaufmannsgericht 1914 88 15 1922 109 20 1923 144 21 1924 132 34 Von diesen Streitigkeiten wurden erledigt -6 'S "ra = *v JE rt c rfuum - -urteil ü a c ä R = *££ 1914 61 9 3 1 14 1922 18 43 5 25 28 1923 40 19 25 38 22 1924 48 28 6 21 28 b) K a ufmannsgerlcht 1914 11 1 0 3 0 1922 10 4 2 1 3 1923 14 2 1 3 1 1924 18 1 1 8 7 Gewerbegericht Kausmannsgericht 1914 99 16 1922 150 36 1923 221 34 1924 180 50 Fahnen heraus! Vie Reichsregierung und die Canbesctgicrun- geu haben alle Dienststellen angewiesen» morgen, Dieoslag, zu Ehren des neuen Reichspräsidenten zu flaggen, wir fordern unsere Mitbürger auf, der hohen Bebeutung des morgigen Inges ebenfalls durch reiches Beflaggen der Häuser gerecht zu werden. Gicszcner j-j ''cnmnrtWrcifc. am 9. Mai (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 biS 220. Matte 35 biS 40. Köse 50 bis 80. Weißkraut 25. Rotkraut 40, rote Rüben 10, Spinat 20 biS 25. Römischkohl 10 bis 15, Spargel 100 bis 160. Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 20. Tomaten 150, Zwiebeln 20 bis 25. Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50. Rhabarber 25. Kartoffeln 5, Dörrobst 40, Honig 40. junge Hahnen 100. Suppenhühner 120 Pf das Pfund. Gier 10 bis 11. Blumenkohl 120 bis 180, Salat 20 bis 35. Salatgurken 120 bis 150, Lauch 5 bis 10, Rettich 20. GÄerie 50 bis 80 Pf das Stück, gelbe Rüben Päckchen 50 Pf. Radieschen 'Dd. 20 bi» 25 Pf Bornotizen. - Laaeskalenber für Wontag. 7 30 Uhr: Aufstellung zum Zackelzug zu Ehren des neuen Reichspräsidenten. Rach dem Fackel- v-ifl vaterländische Feier auf der LiebigShöhe.— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Ellen Kürti. — Altoria-Lichtspiele. Die Bestie. — Die Deutschnationale Volks- Partei hat für Mittwoch, 13. d». Mts., in das Tc werbehaus eine Hauptversammlung nbcrufcn. Tagesordmrng siehe Änzeige. — Literarischer Abend. Der durch seinen Dortrag über Dostojewski bekannte Literat Dr. Diedrich Muckermann wird morgen, Dienstag, abends, im Kathol. Dereinshaus sprechen über das Tbcma: „Das neue Europa in der Dichtung der fflegenmart**. (Siehe Anzeige.) • • Bon der Universität. Professor Elbert Russell vom Quäker-College in Swarthmore, Pennsylvania, einer der geistigen Führer der Quäker in Amerika, der schon im vorigen Semester Dorträge an der Lloiversität gehallen hat, wird nächstens noch einmal al» Gastdozent der Universität sprechen. Seine Borträge in englischer Sprache über ..The Spiritual Interpretation of History" finden statt Milt- woch 13. Mai, 5—6 Uhr, und Freitag. 15. Mai, 8—9 Ühr, im Hörfaal 45 der Unioerfität. Die Vorträge sind vom Englischen Seminar veranstaltet. Gäste sind willkommen. • • Eine ösfen lliche Stadtverord- netensiyuug wird am kommenden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr beginnend, im Stadthaus Bergstraf^ stattfinden. Ruf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Vorlagen: Erhebung e:ncr städtischen Sonbersteuer vom bebauten Grundbesitz für 1925, Errichtung einer Bollshalle, Errichtung einer FeuerbestattungSanlage auf dem Reuen Friedhof * * D i eh cutige Hindenburgehrung. Der heute (Montag) abend stattfindende Fackel- zug bewegr sich durch folgende Ströhen: Mar- bürget Straße, Dalltorstraße, Marktplatz, Sellers- tueg, Alicestrohe, Ludwigstrohe, Kaiserallee nach dem Trieb. * Der Volkshalle-Derein fordert in unserem heutigen Rnzeigenteil die Rnterl- Yeinzeichner auf. die erste Einzahlung von etwa in Drittel auf die gezeichnete Summe bereiten- alten. Die Betrage sollen in den nächsten *igm abgehvll werden. RähereS in der Anzeige. ' Die Plakatausstellung in der i.nhalle am Oswaldsgarlcn, die von der Festung für das 32. Miltelrheinische Kreistutn- in Gießen zur allgemeinen Besichtigung srei- eben wurde, war gestern das Ziel sehr vieler . iburgcr. die mit lebhaftem Interesse die aus- rcIlten 110 Entwürfe besichtigten. Die Aus- llung kann noch bis einschllchlich Donnerstag, weil» von 2—6 Uhr nachmittags, in Augcn- )ein genommen werden. 3u den Kommuni st en-Berhaf- sngen in Gießen, über die wir am Don- •.untüg schon berichteten, ist weiter mitzuteilen. daß inzwischen eure Frau aus Grund einer Haft- beschwerde aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen wurde: die Rnschuldigung gegen fie bleibt jedoch bestehen. Vorher wurde schon einer der Verhafteten wieder auf freien Fuß gefetzt In Haft befinden sich jetzt noch acht Personen, denen zur Last gelegt wird, Handgranaten hergestellt und sich dadurch gegen das Sprengstoff gescy vergangen )u haben. Die behördlichen Ermittelungen sind weiterhin rege im Gange, und zwar nach die verschiedensten Richtungen hin, die auch über die Grenzen unserer Stadt hinausgreisen. Obwohl noch reiche Ärbell bis zur Aufdeckung aller Fäden zu leisten ist. kann damit gerechnet werden, daß es gelingen wird, alle Verstöße gegen dir Gesetze sestzustellen. :e Einescharse Auseinandersetzung mit schlimmem Llusga na ereignete sich gestern vormittag zwischen 8 und 9 Uhr in einem Hause der Äaplansgasie. Dort geriet eine geschiedene Frau M. in ihrer Wohnung mit einem Manne, mit dem sie ieu längerer Zeit ein Verhältnis hatte, in einen Wortwechsel, der damit endete, daß der Mann die Frau mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf schlug, wobei die Schädeldecke eingeschlagen und das Gehirn verletzt wurde. Die schwernerletzie Frau wurde in bewußtlosem Zustand in die Limit gebracht, wo sie heute morgen noch ohne Bewußtsein war. Der Tater ging alsdann flüchtig. Es handelt sich dabei um den Ähloffer Adam Färber, geb. am 10. August 1886 zu Kirchbannen. Bez. Kassel. Färber ist 1,65 bis 1,70 Meter groß, hat schwarze Haare, kurz gestutzten Schnurrbart, sonst glatt rasiert, ovales Gesicht. Er trug braune Hosen, blauen Rock, blaue Schlossermütze und rotbraune Sport- strümpfe mit Borde. * • F e st g e n o m m e n und dem Amtsgericht zugeführt wurde ein Versicherungsinfpektor. der in Fulda mehrere Betrügereien und Llrkunden- fälschungen begangen hat. • Terminverschiebung s ür Vermögenssteuer- und Einkommensteuer- Vorauszahlungen? Der Zentralverband deS deutschen Großhandels macht darauf aufmerksam, daß am 15. Mai eine weitere Rate der Vermögenssteuer und am 10. Mai die monatlichen Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer-Dor- «szahlungen fällig werden. Der Zentralverband des deutschen Großhandels hat jedoch an den Steuerausschuß des Reichstags den Antrag gerichtet, der zur Zeit äußerst schwierigen Lage der Wirtschaft durch eine Verschiebung dieser Termine Rechnung zu tragen, bis eine Verabschiedung der zur Zeit im Reichstag zur Beratung stehenden Steuergesetzentwürse erfolgt ist. Es dürfte sich also empfehlen, vor Entrichtung der genannten Steuern noch etwaige weitere Rachrichten abzuwarten. Bekanntlich kann während einer Schon- frist von 7 Tagen (Vermögenssteuer bis 22. Mai, Einkommen- bzw. KörperfchaftSsteuervoraus- zahlungen bis 17. Mai) die Steuerleistung ohne Rechtsnachteile erfolgen. °* Zur Förderung des Baues von Grünfutter-Silos hat das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft einen Kredit von vorerst 750 000 Reichsmark bereit- gestellt. Mit der geschäftlichen Abwicklung des Darlehensgeschäftes wurde die Reichskredit-Gesellschaft Berlin W 8, Behrenstraße 21/22. betraut. Diese wird die einzelnen Eilobaudarlehen zu 7 v. H. jährlich auSgeben und sich hierbei zur Vermittlung örtlicher Dankinstllute oder Landwirtschaftskammern bedienen. ES wird Vorsorge getroffen, daß der Landwirt den Kredit zu etwa 8V2 v. H. jährlich erhält. Für den Kubikmeter des zu erbauenben FuttervehällerS werden 10 Rm. als Darlehen gegeben, jedoch nicht mehr als insgesamt 3000 Rm. je Besitzer. Die Darlehen dürfen bis längstens 1. Dezember 1926 ausgeliehen werden. Der Darlehensnehmer wird also in der Lage sein, zur Tilgung seiner Schuld zwei Ernten in Anspruch zu nehmen. Alle näheren Bedingungen werden die Interessenten bei ihren zuständigen Landesregierung^ bzw. Landwirtschaftskammern erfahren. ES darf erwartet werden, daß die nützlichen Bestrebungen der deutschen Landwirtschaft, sich in der Futter- Versorgung selbständig zu machen, durch den Reichssilokredit einen kräftigen Impuls erhallen Werden. e* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t vi eh ma r k t: 341 Ochsen. 39 Bullen, 918 Färsen und Kühe. 467 Käll>er, 51 Schafe, 2794 Schweine. Landkreis Giessen. '*! Klein-Linden, 9. Mai. Heute wurde in der Nähe des Bahndammes Gießen—Wetzlar von c 'iem Bahnbeamten ein kleiner Luftbal - 10 n anfgcjunden, der die Aufschrift der Firma I. Kuhl-Neunkirchen trägt. Ferner ist an dem Ballon ein Zettelchen angebracht, woraus außer einem Gruß die Adresse eines Mädchens aus Neunkirchen im Saargebiet zu ersehen ist. — Eine Z i ° geunerhochzeit sand gestern auf der Straße Klcin-Llnden—Dutenhofen am Aliendörfer Wäldchen statt. Es hallen sich ungefähr 70 der braunen Gesellen mit Pferden und Wagen zu der Feier ein» aefunden. Die Zigeuner kamen aus der Gegend von Natibor in Oberichlesien. ö" Lollar, 1L Mai. Einen sehr schönen Erfolg erzielle der hiesige Arbeitergefangver- ein .Lorwörts" bei dem Gauwertungssingen des Arbeiter-Sängerbundes „R h e i n » 3R a 1 n g a u* am gestrigen Sonntag in Frankfurt a. M. Dort wurde von dem Verein He- g a r s „Schlafwandel* bei starker Konkurrenz Zur vollsten Zufriedenheit gesungen. Wer weiß, welch große Anforderungen gerade dieser Ehor an den Sänger wie an den Dirigenten stellt, der wird das große Lob, welches dem Verein durch die Krillk bereitet wurde, erst richtig zu würdigen wiflen. Als Strititer fungierten zwei sehr bekannte Frankfurter Musiksachverständige. t Grünberg. 9. Mai. In der letzten G e - meinderatSsitzuna wurde das 02 a r 11 - st a n d g e l b für Großvieh auf 20 Pf., für Kleinvieh (Kälber, Ferkel) auf 10 Ps. festgesetzt. — Rach der Submission für das Brennen von R u f s e n st e i n e n wurde dem Theodor A l b a ch als dem Billigsten der Zuschlag erteilt. — Dem Vorschlag, Lehrer Bender zum Rektor an der hiesigen Volksschule zu ernennen, wurde zu- geftimmi. — Zur Deckung des Fehlbetrags von 413 Wk. aus dem Jahre 1924 haben die Schafhalter für icbe» Schas. das zur Herde getrieben wirb, eine Mark zu zahlen. Mrcie Ariedbcrg. Sf Friedberg. 9. Mai Die hiesige katholische Kirchengemeinde mußte während des Weltkrieges von ihrem Gekaute von drei Glocken zwei für das Vaterland abliesern. Dank der Opferfreubigteit der Gemeindemit- glieder konnten jetzt drese beiden Glocken wieder ersetzt werden. Am Donnerstag wurden die bei R i n k e r in Sinn gegossenen Glocken in feierlicher Meise auf einem geschmückten Lastwagen eingeholt und einstweilen in der Kirch« ausgestellt' die kirchliche Weihe soll am 17. M a i stattfinden. Die Glocken haben ein Gewicht von 17 und 10 Zentnern, die eine trägt die Inschrift .Königin des 5rieben#, bitte für uns", die andere .Den im Weltkriege 1914'18 Gefallenen zum dankbaren Gedächtnis". Beim Einbringen der Glocken hiell Rechtsanwalt Schröder vor der Kirche eine Ansprache, in welcher' er seiner Freude über die Wiederbeschasfung der Glocken Ausdruck gab. allen Spendern dankte und darauf hinwies, daß die Bedeutung der drei Glocken ©laubc, Liebe und Hoffnung sein solle. 3n einem von der Evangelischen Vereinigung # veranstalteten Vortragsabend sprachen gestern abenb das Mitglied der Ost- asienmission, Pfarrer Schröder, über ..Buddhismus und Christentum, Parallelen und Gegensätze" Aus Grund feiner langjährigen Tätigkeit in Japan und China war der Redner m der Lage, au» eigener Amchauung ein äußerst interessantes Bild von deni Kullurzuflande bar ostasiatischen Lander zu entwerfen. Er wieS nach, daß nur 3ajxrn als der kulturelle Führ« deS OstertS zu betrachten fei, während die anderen Länder, wie China und Korea, sich in keiner Beziehung mit Japan messen könnten, bestehe doch z. B. das chinesische Voll zu 93 Prozent aus Analphabeten. Schon heute ließe sich nachweisen. wie auch unsere Kullur, Kunst und ßittcratur durch den Osten beeinflußt werde, wie selbst hervorraaende Senter, wie Rich. Magner. Rietzsche und selbst Goethe. ..in ihren Schriften von buddhistischen Anschauungen beeinflußt se'M. älmgekehrt ist natürlich ber Einfluß der westlichen Brldung auf den Osten noch bem«llicher, zwn Tveltkulluren stoßen hi« auseinander: bei dies« Auseinandersetzung muß auch Deutschland dabei fein, denn es hat ein Recht daraus. Anknüpfend an diese Betrachtungen entwarf der Redner dann eine geistvolle Parallele zwischen Buddhismus und Christentum. Man täte Anrecht, den Buddhismus nur als eine Philosophie zu betrachten, in Wirklichkeit sei er eine Religion und zwar eine Religion ohne Götter: während 3nbien diese Religion bereit8 zum größten Teil abgeschüttelt habe, sei sie noch in Zapan fest begründet. Zwischen den beiden Religionen beständen viele gleichartige, ab-'r auch ehensoviele diametrale Strömungen. Der Buddhismus fei vielfach eine Religion der Dekadenz und es herrsche in ihm noch der krasseste Ab«glaube. ein Pessimismus und eine Verzweiflung an der Welt, während im Christentum das Vertrauen auf Gott und der Würde der Arbeit maßgebend seien. Es sei unsere Pflicht, die Kräfte des Buddhismus, die uns nichts geben könnten, zu überwinden und zu bekämpfen. Der geistvolle Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Kreis Büdingen. ,,‘i“ Nidda, 9 Mai. Der Koreaner Han Hongkong hat in den letzten Wochen sowohl hier, als auch in den verschiedensten Orten der Umgebung Lichtbildervorträge über China, Japan und Korea gehalten. Der Dortragende, der auf einer deutschen Universität studiert, spricht ein gutes Deutsch und versteht es, die Schilderungen des fernen Ostens, der Sitten und Gebräuche mit trefflichem Humor zu würzen, so daß die Zuhörer den Ausführungen mit großem Interesse folgen. ,,?* Aus dem Niddatal, 9. Mai. Die M a if ä f e r treten in diesem Jahr in erschreckend großer Zahl auf; wir scheinen es mit einem sogenannten Maikaferjahr zu tun zu haben. Beim Umpflügen des Bodens stößt der Landwirt immer noch auf neue Scharen, die im Begriffe sind, sich zum Lichte emporzuarbetten. Die braunen Gesellen befudjen mit Dorliebe Zwetschen-. Buchen- und Eichenbäume, und in der Abenddämmerung schwirren sie mit lautem Brummen an uns vorüber. Dielleicht rächt sich jetzt der Mastenmord des Maulwurfs, den man, einer Modelaune folgend, vor einigen Jahren so unbarmherzig vernichtete. Denn er ist fast das einzige Tier, das imstande ist, den Engerllngen, diesen gcfährllchen Zerstörern des Wurzelwerks, beizukommen. — Die Bienen, die noch in voriger Woche gefüttert werden mußten, hoben in dieser Woche reichlich Honig eingetragen. Ihr Blütentisch ist eben gut gedeckt, denn der gelbe Naps und die reich blühenden Apfel- und Birnbäume bilden willkommene Atzung. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 9. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung gab gestern ihre Zustimmung zu dem Vorschlag der Stadtver- wallung, daß die Ginmdgebühr für dreislammigc Gasmesser, ohne Rücksicht auf die Zahl der verbrauchten Kubilineter (früher bis 16 Kbm. 50 Pf.) 1 Mark beträgt. Der Gaspreis wurde so festgesetzt, daß 1—5 Kbm. 20 Pf.. 6—30 Kbm. 18 Ps.. 31—ICO Kbm. 16 Pf. 101-500 Kbm. 15 Ps.. 501—10 000 Kbm. 14 Pf., 10 001 bis 50 000 Kbm. 13 Ps.. 50 001—100 000 Kbm. 12 Pf. und über 100 000 Kbm. 11 Pf. kosten werden. Für vbic kleineren Verbraucher ist der Preis durchschnittlich um 1 Pf. herabgesetzt worden. Für bauliche Instandsetzung. Strahenherstellungen ufw. wurden im ganzen rund 300 000 Mark bewilligt. Mrcie Wetzlar. * Riederklee n, 9. Mai. Sie jüngste Generalversammlung unserer Spar- und Leih lasse e. ®. m. u. Sy. hatte für die Genos- sentchast eine ganz besondere Bedeutung. Die Kaste hatte bisher aus eigener Kraft gewirkt. Sie gehörte keinem Verband und keinem genossen- schastlichcn Zentralinstitut an; nun aber sind die Zellen anders, die Verhältnisse schwieriger geworden. Die genossenschasttiche Selbsthilfe weist den Weg des Zuswnmenschluslcs und der Anlehnung an gleichgesinnte Menschen und gleichgeartete Bestrebungen Dem Beispiel anderer Genostenschallskassen im Kreise TSetzlar folgend, faßte daher die Generalversammlung etnXlmmig den Beschluß, dem Verband der na flau- ischcn landwirtschaftlich Genossenschaften c. V. ip -Wiesbaden b e i g u 11 c t c n. und ermächtigte den Vorstand, diesen Anschluß sofort zu vollziehen. vcfien*9l Uhr. Preise der Plätze: 1 «DK. und 50 Pß Einfach möbl. Nm» für soiort gesucht. Stadtmitte od. nach den Kliniken zu. Schrtfti. Angebote unter 04151 an den Gieß. Linz, erbeten. Suche v. 28. Mai b. 7. Juni 2 eleg. möbl. Schlafs, m. je 2 Betten und Morgenkaffee evt. 1 Wohnz. in gut. Haufe, p.od.IEtg. z. Jerienoitsenth. 5. miet. Lchr. A. mit Preisang. u. 04158 n. d. G. A Möbliertes Zimmer im Zentrum der Stadt, sucht ver sofort junger solider Kaufmann «Nicht- räucher». Schr. Angebote unter 04165 an den Gieß. Anz. Gin großes leeres Zimmer zum Unterstellen von Möbeln fof. gesucht. Näheres """ Eugen Find Walltorstrane 6. UlMMWSWMWM! Am Dienstag, dem 12. Mai, nachm. 2 Uhr. findet auf beni Felde des Landwirtes Christoph Wallenfels in Allendorf a. d. Lda. über dem alten Friedhof eine Vorführung von schiniedestählernen Beet-, Wende- und gweischarpslügen aus der rühmlichst bekannten Pflug-Fabrik von Gebr. Eberhardt, Ulm, statt, wozu die verehr- lichen Landwirte hiermit freundlichst eingeladen werden. Eine gleiche Vorführung findet am Donnerstag, dem 14. Mai, in Grünberg, auf dem Felde des Herrn Hermann Rühl an der Gießener Straße (Nähe des Viehmarktes) statt, wozu ebenfalls freundlichst ein- geladen wird. 5riedrichL.weih,Grünberglhess.) Land-Maschinenhanblung Reparaturwerkstatt Ersatzteil-Lager. Zirka 3000 fm Kiefernstammholz von 20— 35 cm Durchmesser, sowie größere Mengen Fichtenlangholz II., III. und IV. Klasse zu kaufen gesucht. 4850D Saubere ehrliche MM sofort gesucht, .tzu erfragen in derGe- schästsst. d. G.A.^'v [Stellengesuche] Suche für meinen Neffen, 16 Jahre, Oberfekunda- Neife, für sofort kaufmännische Lehrstelle in gutgeleitetem En- gros- oder Fabrikattonsbetrieb. Schr. Angeb. unter 4686V an den Gieß Anz. Aelteres, besseres Mädchen sucht Stelle als Stütze, im Kochen und allen Hausarbeiten erfahren. Am liebsten bei alt. Ehepaar ober einzelner Persönlichkeit. Schr. Angebote unt. 04171 an b. Gieß. Anz. erb. Sucke für 14jähr. Mädchen auf einige Wochen leichte Beschäftigung Sckr. Angeb. unter 04172 a. d.Gieß. Anz. | Verkäufe j Ein sprungfähiger Vogelsberger Bulle zu verkaufen Krofdorf Nr. 253. Verschiedenes W16° Mobiliar wie Büfett, Schreibtisch, Bücherschrank, Sofa, Spiegel, Kleiderschrank. OStühle, 1 Bett usw. zu verk. Nordanlage 31 I. Mehrere tüchtige Mroer stellt sofort ein z Welf. Freitag Wetzlar, Braun- selserstr. 38 a. f».,« Junges HausbüFschGhßn vom Lande gesucht. Carl Seibel .^>v Germania-Drogerie Frankfurter Str. 39. Fahnen BonnerFahnenfabrik in Bonn ^ss j Vermietungen^ Möbl. zimmer evtl, mit 2 Berten, zu vermiet. 4842V Bismarckstr. 4V. Möbl. Wohn- ii. Alchimiiitt I au Herrn aus guter Familie zu vermiet. Südaniage 16 I. Benilon Bianöl Neuen Baue 22 Sonnige mööi.3imnier Gute Verpflegung. Tel. 1085. v^. 2-Zimm.-Wobng. gegen 3-Zimm.-Woling. zu tauschen gesucht. Schrtfti. Angebote unter 04133 an den Gieß. Anz. erbeten. Wohnungs tausch: Biete: 1 Zimmer in. Küche. Keller, Boden, Gas, elektr. Licht, in best. Lage. Suche: 2 ob. mehr. Zimmer mit Küche und Zubehör. Schr.Angeb. unter 04166 a d. Gieß. Anz. Zunger Mlkttgkselle sofort gesucht. 0UG9 C. Svamer Reiskirchen. 1 Eine1 Die • schasi bui W be: einem unserer ' der Hau rifen d buttion i weislich Teil geg< schon w e l Wäre da; sunden Tc Umsatz! selbst in v als das gibt schlie daß nicht Herr 0, die viel überaus w WM btt Men^ hing als wie vor wenn \ methvdei forderliä T Don t Als antrat, gl dieser nek sluhreichst« sür inrmei nisse bewe c*n 3rttui 3n ix st'schen P, dessen, das gewesen V Kommunis nach dem wurde. B Person de! Heerestves, das auf ( ^acht lvoi !yurr M Trotz p6te Sch ?"■ Seine ‘•"f im L - bei i ytSotnj, ZL in .Alan ü»2f» Der reichen 21 die der und der- richtet v bet Detc hautet der Pe Mahnab' zits gehl sorge . gäbe", 1925 W sei M im* iöM'r 21 aa*k Set S-schl schließlich lung^mitgl holt erhob schäft gern schen C wiesen tve Aeichsbah lung über Ausgaben günstig hält eine, der nach dieses 3a dem l?nö 1. Aiäkz 1 für Äepar oufgeführt. bezahlt wi ebenfalls iich für t belastur Höhe von genommen! ! reditvi noch nich Nr. M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Die Reichsbahn. Eine Entgegnung Generaldirektor Oesers. 'Berlin 11. Mai. (WTD.) Aus Die -ahl- reichen Angriffe. Die in der letzten Zeit gegen die deutsche Reichsbahngescll schast und deren Generaldirektor Oeser gerichtet worden sind, bat heute die Verwaltung der Reicdsbahngcsellschaft geantwortet. Sic behauptet, daß es sich bei der letzten Erhöhung der Personentarife keineswegs um eine Maßnahme zur Deckung eineS vorhandenen Defizite» gehandelt habe, sondern um eine Vorsorge zur Deckung künftiger Ausgabe n. Der Voranschlag für das Geschäftsjahr 1925 habe sich als durchaus vorsichtig erwiesen, es sei jedoch durch Die Erhöhung der Arbeiterlöhne im März sowie durch die Steigerung weiterer persönlicher Ausgaben eine Erhöhung auf der Ausgabenseite eingetreten, die der Deckung bedürfe. Der Beschluß der Personentariferhöhung sei ausschließlich auf Anregung der deutschen Derwal- tungsmitglieder gefaßt worden, so daß die wiederholt erhobenen Vorwürfe, die Aeichsbahngesell- schaft gerate immer mehr unter ausländischen Einfluß, als unbegründet zurückgewiesen werden müßtev. Die Finanzlage der Aeichsbahngcsellschaft könne nach der Aufstellung über die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben im laufenden Iahre nicht als ungünstig bezeichnet Werdern Der Etat enthalt einen Ausqleichsfonds von 110 Millionen, der nach den geschlichen Bestimmungen im Laufe dieses Jahres aufgebracht werden muh. Außerdem sind bereits 200 Millionen von den am 1. Mäkz 1926 fälligen 300 Millionen Reichsmark für Reparationszahlungen auf der Ausgabenseite aufgesührt. Da am 1. März bereits 100 Millionen bezahlt wurden und Die Septemberzahlung mit ebenfalls 100 Millionen sichergestellt ist, ergibt sich für das laufende Jahr eine Gesamt- belastung für Reparationszwecke in Höhe von 400 Millionen. Der in Amerika auf- genommene kurzfristige Bereitschafts- k red i t von 15 Millionen Dollar brauchte bisher noch n i ch t in Anspruch genommen zu werden. * Die Reichsbahn behauptet, daß ihre Wirt- schast durch dic Lage Der deutschen Gesamtwirt- schast bedingt werde. DaS trifft nur bis zu einem gewissen Grade zu, die Ursachen unserer wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen in der Hauptsache in den viel z u hohen Tarifen der Reichsbahn, die unsere gesamte Produktion unendlich verteuern und, wie nachweislich festgestellt worden ist, zu einem guten Teil gegenüber den ausländischen Erzeugnissen schon wettbewerbsunfähig gemacht haben. Wäre Dagegen die Reichsbahn rechtzeitig zu gesunden Tarifen zurückgekehrt, dann hätte sie Den Umsatz wesentlich erleichtert und davon selbst in viel höherem Maße profitiert, als das heute Der Fall ist. Die Reichsbahn gibt schließlich selbst in verschleierter Form zu, daß nicht Die auslänDischen Kommissare, sondern Herr Oeser die Verantwortung für Die viel z u hohen Tarife trägt. Es wäre überaus wünschenswert, wenn endlich einmal von feiten der R e i ch S r e g i e r u n g Den Verhältnissen bei der Reichsbahn etwas größere Beachtung als bisher geschenkt werden würde. Rach wie vor bleibt es unklar, woher die Reichsbahn, wenn sie an ihren bisherigen Derwaltungs- methoden festhält. Dic für Die Reparationen erforderlichen Summen hernehmen soll. Trotzkis Genesung. Don unserem Moskauer E. U.-Mitarbeiter. Moskau. Ende Aprll. Als Trotzki feinen letzten Krankheitsurlaub antrat, glaubte man bereits ganz allgemein, daß Dieser neben Lenin lange Zeit hindurch einflußreichste Sowjetpolitiker Die politische Bühne für immer verlassen habe. Die jetzigen Ereig- niffe beweisen es jedoch, daß diese Mutmaßung ein Irrtum war. Ön den Reiben Der Russischen Kommunistischen Partei kadn man es Trotzki nicht vergessen, daß er bis zum Umsturz Menschewik gewesen ist unD selbst nach Dem Hebert ritt zur Kommunistischen Partei nie ein Edelbolfchewist nach Dem Rezept Der Dritten Internationale tourDe. Bei Den zahlreichen (Streitereien um Die Perfon Des ehemaligen Volkskommissars für Das Heereswesen — hier in RuhlanD nennt man das auf gut kommunistisch Diskussionen — ist Trotzki zu unzähligen Malen Der Vorwurf gemacht worDen, Daß er innerlich immer Sozialrevolutionär geblieben sei. Daß Trotzki an Diesen Vorwürfen selbst Die größte Schuld trägt, kann nicht b effritten werden Seine Politik einer F r a k t i o n s bi l- Dung innerhalb der Kommunistischen Partei muhte bei Der Einstellung Der übrigen Führer- schast SowjetruhlanDs logischerweise zu Derartigen Ergebnissen fühl en. In Der ersten Zeit des bolschewistischen Regimes, also in der Periode des sogenannten Kommunismus, kamen Dic oppositionellen Reigungen Trotzkis nie so recht zum Vorschein. Die Kämpfe mit den Grenznachbarn und die militärischen Interventionen Koltfchacks, Denikins. Wrangels und der anderen Weih- gardistensührer bereiteten Der Sowjetregierung größere Sorgen als Einzelheiten Der inneren Politik. Daß Trotzki in jener Zeit au£ den Trümmern der zaristischen Armee ein schlagkräftiges rotes Heer aufstellte und den Bürgerkrieg zu einem für Sowjetruhland siegreichen Ende führte, ist fein Verdienst, das das kommunistische Rußland nie unterschätzt hat. Erst als mau an den inneren Ausbau des Sowjetstaates schritt, merkte man im Kreml, daß Trotzki auch unangenehm werden kann. Man darf nicht vergessen, daß Sowjetrußlands Innenpolitik bisher in erster Linie von dem Grundsatz geleitet war, eine lebensfähige kommunistische Wirtscha,ft zu schaffen. Die verflossenen Jahre haben es deutlich genug gezeigt, daß es Der Moskauer Regierung wohl schwerlich gelingen wird, dieses Ziel überhaupt je zu erreichen. Immer, tnerm es sich wieder einmal herausgestellt hatte, daß man mit Der eigenen Kunst am Ende angelangt war. setzte man eine „Pjeredhschka"-Pause — eine Atempause — ein, machte Dem Privatkapital Konzessionen, ermunterte Den Privathandel zu gesteigerter Aktivität. Sobald man aber merkte, daß das Privatuntermehmertum an Boden gewinnt. fehle wieder Dic rückläufige Bewegung ein. Mit ungeheuren Steuerlasten und den unglaublichsten Schikanen wußte man es noch immer zu verhindern, daß die dem Privatkapital gemachten Versprechungen nicht in Erfüllung gingen. UnD dann begann die ganze Komödie wieder von «hom. Augenblicklich jat die kommunistische Wirtschaft wieder einmal Den Konkurs angcmeldct. Alle Versuche, die in Der letzten Zeit angestellt worden sind, mißglückten. So lächelt man denn wieder einmal Dem Privatkapital freundlich zu. Rach Den zahllosen traurigen Erfahrungen, die Dic Privatunternehmer in Rußland gemacht haben, wird man ihnen diesmal aber recht gut zureden muffen, bis sie sich wieder tätiger am Wirtschaftsleben beteiligen werden. Das weih man auch im Kreml nur zu gut. So hat man fich Denn kurzerhand entschlossen, Trotzki aus der Verbannung zurückzuholen und ihn als Lockmittel zu benützen. Der Schachzug ist ohne Zweifel nicht ungeschickt. Trotzki, Der von Den hundertprozentigen Kommunisten in Verruf gebracht worden ist. ein Anhänger des „Kleinbürgertums" zu fein, wird auf Das Privatkapital sicher einen beruhigenden Einfluß ausüben. Unbeantwortet ist vorläufig noch lediglich Dic Frage, in welcher Form Trotzki wieder an Den Staatsgc- schästen teilnehmen toirD. Daß er wieder das Volkskommissariat für Hccreswescn übernimmt, erscheint ausgeschlossen. Dazu fürchtet man eben Trotzki im Kreml viel zu sehr. Dann aber könnte dieses Manöver auch kaum dazu beitragen, dem Privatkapital neuen Mut zu machen. Man wird deshalb nicht fchlgehen, wenn man annimmt, daß Trotzki eine Stelle angeboten werden wird, Dic imstande ist, Die russische Wirtschaftspolitik unmittelbar zu beeinflussen. Die Entscheibung über Den weiteren Verlauf Der Dinge steht jetzt unmittelbar bevor. Der 14. Ko ngreß der Russischen Kommunistischen Partei, Oer hier soeben eröffnet worden ist, wird außer Den Fragen Der Bauernschaft, Der Parteiorganisation und Der Landwirtschaftssteuern auch Darüber beraten, welch e Regierungsfunk- tioncnTrohkiübcrtragen werden sollen. Trotzki, um den sich in den letzten Woche« bereits ganze Legenden gebildet haben, wird zum Schluß der Parteikonferenz aus Dem Kaukasus in Moskau eintreffen. Von dem alten Haß gegen Trotzki ist jetzt in den Moskauer Regierungskreisen nichts mehr zu merken. Im Gegenteil! Man sucht die Gegensätze auszugleichen, und, wo sie zu kraß sind, schaut man eben durch Die Finger. Als kürzlich eine Anti-Trohki-Dro- schüre erschien, schlug die „Prawda", das Organ Der kommunistischen Partei, sogar einen Diesen- krach. Trotzki toirD bei seiner Rückkehr Moskau kaum wiedererkennen. Die hohen Regierungsposten finD fast sämtlich von neuen Männern beseht. Der berüchtigte ehemalige Leiter Der Tscheka, Dsershinski, umtänzelt liebevoll das Privatkapital. ilnD auch Stalin, Kamenew, Larin u. a. schlagen jetzt plötzlich ganz neue und bisher unbekannte Tone an. Trotzki wird in Moskau jedenfalls Diel zu staunen haben. Die Kriegsziele der Entente. Den haltlosen und unbegründeten Vermutungen und Behauptungen über Die Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges, die gegenwärtig Lord Grey in seinen Erinnerungen aufstellt, können gerade jetzt neuentDecfte Tatsachen entgegengehalten werden. Die Süddeutschen Monatshefte geben im neuesten Sonderheft unter Dem Titel „Die Kriegsziele Der Entente" eine zusammenfaffende ilcber- sicht und eine Auswahl Der neuen, bisher in keiner Sprache veröffentllchten 300 russisch-französischen Dokumente, die zu gleicher Zeit vollständig in „Iswolski im Weltkrieg" heraus- kommen. Wiederum tun wir Blicke in Die innerste Werkstatt Der Staatsmänner Der Entente, diesmal in die Kriegsziele unserer Gegner. Deren Erörterung bis in Das Iahr 1913 zurückreicht. Deutschland sollten auf beiden Flanken große Stücke feines Gebietes entrissen werden: Darüber hinaus wurde Die Vernichtung seiner wirtschaftlichen und politischen Macht als unbedingt erforderlich angesehen und eine weitgehende Lockerung Der Einheit des deutschen Reiches angeftrebt. Oesterreich-Ungarn sollte zertrümmert werden. Da Derartig umfassende Ziele Den Staatsmännern Der Ententemächte vorschweb- ten, nimmt es nicht wunder, wenn wir aus den Akten erfahren, daß diese Staatsmänner alles taten, um sich gegenseitig zum gemeinsamen Aushamcn bis zum Ende zu verpflichten. Schon am 5. August 1914 depeschierte Iswolski nach Petersburg, die französische Regierung sei Damit einverstanden, daß Rußland mit Italien über den Anschluß an die Entente verhandle. Besonders bemüht sich Rußland in Der Folgezeit. Dic Auslösung Der Donaumonarchie zu empfehlen. Höchst lehrreich hierzu sind Die in Dem Heft hierfür ausgearbeiieten Denkschriften des kroatischen Politikers Supilo und des russischen Generalkonsuls in Marseille, Salviati. Aber auch gegen Deutschland selbst schmiedete Petersburg seine Pläne. In den Abmachungen mit Frankreich vom März 1917 gestand cs diesem Elsah-Lothringcn und das linksrheinische Gebiet zu. Aus allem ergibt sich, daß Der sogenannte Verteidigungskrieg gegen "Den deutschen „Angreifer" tatsächlich ein Eroberungskrieg allergrößten Stiles war. Da sich von Anfang an die Ziele Der Entente als so weitgehend erweisen, liegt Die Bedeutung der neuen Dokumente für die Beantwortung Der Frage nach Der Schuld am Kriege auf der Hand. Darum gehört auch dieses sich spannend lesende Heft in Die Hände aller. Hochschulnachrichtcn. Deutsche Studenten nach Schottland. Eine Echottlandreise deutscher Studenten will das Auslandsamt Der Deutschen Studentenschaft zusammen mit Der Schottischen Studentenschaft in Der ersten Hälfte des Iuli ins Werk sehen. Englische Studenten in Deutschland. Ferienaufenthalt in Deutschland für englische S t uden ten sucht das Aus - lanDamt der Deutschen Studentenschaft zu vermitteln. Es liegen Anträgen englisch: r Studenten vor. di- Den Wunsch haben, in deutschen Familien gegen Erteilung von ilntcr- richt in englischer Sprache ilnterfunft zu finden. Deutsche Interessenten werden gebeten, sich mit dem Auslandaint der Deutschen Studentenschaft, vharlottenburg, Kurfürstenallcc Dau 12, in Ber- L inDung zu setzen. Die Reichsmiete seit Der Festigung Der Währung. Don Iustizinspektor Otto Schroder. Für sämtliche hessischen Gemeinden ist für den Monat April und mnrmcbr auch für Mai Die Reichsmiete auf 80 v. H. der Friedensmiete festgesetzt worden: in diesem cafc ist auch hie Son der st euer- vom bebauten Grundbesitz enthalten, so daß also der Mieter keinerlei Steuern und Abgaben mehr an den Vermieter zu entrichten bat. Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, hie vorerst bis zum 1. April erhoben wurde, wird mit Bestimmtheit demnächst wieder aufleben. Sie wird ^vom Vermieter sowohl wie vom Mieter als eine Der unsozialsten Steuern empfunden, zumal sie nur zum geringsten Teil der Schafsuitg neuen Wehnraums zu Dienen bestimmt ist. Solange die Sondersteuer auf die Ruhungsberechtigten umgelegt wurde, war die Miete entsprechend niedrig: nachdem jetzt der Vermieter sie allein zu tragen bat, wird ihm die erhöhte Miete zu einem erheblichen Teil wieder weggesteuert. Der Mieter beansprucht mit Rücksicht Darauf, Daß er nahezu dic Friedensmiete zahlt, angemessene Instandhaltung der Wohnung: Der Vermieter macht geltend, daß diese Miete ihm ja nur zum Teil zufließt. Die Besitzer von Miethäusern sind wohl in ihrer Mehrzahl nicht den Kapitalisten zuzuzählen und haben gleich den Mietern einen schweren Kampf um ihre Existenz zu führen. In der auf 80 Proz. Friedensmiete feft- gefchten Reichsmiete sind Die einzelnen Posten, aus denen sich die gesetzliche Miete zusammen- ictzt, nicht spezialisiert Ist das angängig? Das Rerchsmietengesetz gibt genaue Vorschriften über die Berechnung Der gesetzlichen Miete. Es geht aus von der sog. Grundmicte: das ist Die Friedensmiete abzüglich bestimmter Hundertsätze für Betriebs- und Instandsetzungskosten, ferner für die Heizstosfc für Sammelheizung oder Warmwafscrveiforgung und für andere Rebenleistungen (z. D. Glasversicherung). Zu dieser Grundmiete treten Zuschläge in Hundertsähen für Betriebskosten, laufende Instandsehungsarbeitcn und große Inst andsehungsarbeiten, eventuell auch ein Sonder- zufchlag für gewerblich genutzte Räume. Diese Rodung der gesetzlichen Miete war auf die — hoffentlich für immer — hinter uns liegende Zeit Der fortschreitenden ©elhenttoerlung zugeschnitten. Detm wenn jetzt nach der Stabilisierung Der Währung zu Der in Hessen gültigen Grundmiete (Friedensmiete abzüglich 20 Proz', bzw. weiterer 9 Proz. für Sammelheizung und 3 Proz. für Warmwasserversorgung) noch Die verschiedenen Zuschläge zugerechnet würden, ergäbe sich eine Reichsmiete, Die wahrscheinlich die Friedensmiete über ft eigen würde. Eine solche Miete wäre aber mit Rücksicht auf die äußerst nichtigen Löhne und Gehälter zur Zeit nicht tragbar. So war es notwendig, die Reichsmiete abweichend von den Bestimmungen dcs Reichsmietengesetzes zu regeln; das ist in Hessen schon seit April 1924 geschehen. Die gesetzliche Handhabe dazu bot Die Dritte Steucrnotvervrdnung (§ 27), die eine anderweitige Regelung der Mietzinsbildung ausdrücklich zuläßt und Den Ländern nahelegt, allmählich Die gesetzliche Miete Der FrieDensmiete anzugleichen. Es ist also durchaus zulässig, die Reichsmiete unter Zugrundelegung der Freden s miete (nicht Der Grund miete) festzu- sehen. Da jetzt Die Prozentsätze für Instandsetzungskosten usw. nicht mehr angegeben werden, ist auch Dic im § 6 (bzw. Art. 6 der Hess. Ausführungsbestimmungen) erwähnte Befugnis Der Instand- sehungsstelle illusorisch geworden, daß sie bet Verweigerung des Vermieters eine Instand- setzungsarbeit selbst vornehmen lassen und an- ordnen kann, daß Der Mieter einen entsprechenden Teil des Mietpreises an die Instandsehungs- siclle zu entrichten hat. Ohne Festsetzung eines bestimmten Hundertsatzes Dürfte em solcher öffentlich-rechtlicher Eingriff nicht angängig fein. Bei Dieser Gelegenheit muh einer weitverbreiteten irrigen Auffassung über die Verpflichtung des Vermieters zur Instandhaltung der Wohnung entgegengetreten werden. Vielfach wird angenommen, notwendige Instandsehungsarbeiten brauchten erst dann vorgenommen zu werden, wenn ausreichende Beiträge (seither in Hundertsätzen ausgedrückt) angesammelt seien. In diesem Sinne war das Reichsmietengesetz seit seinem Bestehen nicht aufzufassen: es ging von der im Bürgerlichen Gesetzbuch ausdrücklich als Pflicht des Vermieters getroffenen Bestimmung aus, daß dieser die Mieträume für Die Dauer Der Mietzeit in gebrauchsfähigem Zustand zu erhalten hat, daß er also auch notwendige Instandsetzungs- arbeiten über den Rahmen der geleisteten Beiträge hinaus vornehmen muh. Eine Verpflichtung des Mieters zur Anrufung der Inssandsehungsstelle besteht nicht: dieser ist nach wie vor berechtigt, wenn der Vermieter mit der Vornahme notwendiger Reparaturen in Verzug kommt, solche selbst bewirken zu lassen und Die aufgctocnDcten Beträge an der Miete abzuziehen. Rur in dem einen Falle, dah das Recht zur Aufrechnung v e r t r a g l ich ausgeschlossen ist, empfiehlt es sich, die Instandsetzungsstelle anzurufen. (Sie Aufrechnung ist alsdann trotz des vertraglichen Verbots gemäß § 28 des Mieterschutz- gesetzes zulässigI) Zu Der neuen Festsetzung der Reichsmiete ist noch folgendes zu bemerken: Außer Der LOprozentigen Friedensmiete hat Der Mieter Den Wasserverbrauch. Der an Unkosten 2V2 Proz. Der Friedensmiete übersteigt, in angemessenem Verhältnis zu tragen. Ferner ist er verpflichtet, für besondere Leistungen des Vermieters, welche die Raumnutzung betreffen, aber nur einzelnen Mietern zugute kommen, aufzukommen, also neben dem oben erwähnten erhöhten Wasserverbrauch für Spiegelglasversicherung, Aufzüge u .dgl. Auch sind nunmehr für gewerbliche Räume, falls hie gesetzliche Miete gezahlt wird, in beschränktem Mähe wieder besondere ZuMontag, H. Mai 1925 schlage gewährt worden: zu der gesetzlichen dcnsmicte von 601 bis 1800 Rm ein Zuschlag von 10 v H., über 1800 Rm hinaus ein solcher von 15 v. H. der Friedensmiete. Bei einer FricdenS- iniete unter 600 Rm. einschließlich darf ein Zuschlag nicht verlangt werden Wcim für geil- rbliche Räume und Wohnräume eine einheitliche Rsictc besteht, so setzt in Streitfällen auf Antrag DaS Mieternigungsamt den auf Den gewerblichen Raum entfallenden Teil der Frieden-- 116er=Tag in Marburg. 1*1 Die altehrwürdige Lahnstadt Marburg war SamStag und Sonntag Der Sammelplatz des Derbande- ehemaliger 116er rnib seiner Kriegsformationen: R.I.R. 116, L.I.R. 116, 222. III. I.R. 254. 186 . 418 und ihre Er-sah- Bataillonc. In beträchtlicher Zahl waren Die alten Soldaten, meistens Feldzugstcilnehmer. erschienen, galt Dic Tagung Doch in erster Linie Der Errichtung Des 1 16 e r - D e n k m a l s in Gießen, durch Das die DankeSpslicht an die in treuer Vaterlandsliebe gefallenen Kameraden Dargetan werden soll. Am SamStag abend bcrfammcitcn sich Die Gäste in den Stadtsälen zu einer Begrüßungsfeier. Kamerad Stcitz - Marburg begrüßte Die Gäste namens Des Marburger 116er-D.'reinS. Im Auftrag des DerbanDes sprach Major a. D. Lindenau- Gießen. Kamerad Lüder S vom Hessischen Gcschichtsverein hielt einen Vortrag über den Deutschrittervrden und dir Heilige Elisabeth. Die Frühjahrsvertreterversammlung begann Sonntag um 10 Uhr auf BoppS Terrasse. Vertreter hatten entsandt Dic 116er- Dercine aus Gießen, Frankfurt. Offenbach, Darmstadt, Alsfeld. Lauterbach. Vogelsberg,Bad- Rauhcim usw. Den IahrcSbcricht erstatte Major a. D. Lindenau- Gießen. Er zeigte Die erfreuliche Tatsache, daß in Den Kreisen der ehemaligen Regimentskameraden der Gedanke des Zusammenschlusses immer mehr Anklang und Sympathie findet. Rechner Konrad Becker- Gießen erstattete Den Rechnungs bericht. Dann berichtete Der Vorsitzende über Den Stand des 116er-Denkmals aus dem Landgras- Philipp-Plah zu Gießen. Der Denkmalsentwurf des Bildhauers Arnold- Beuern kommt zur Ausführung. Rach Den entmutigen) Berechnungen sollen Die Kosten iunD 25 000 Mk. betragen: Davon sind 10 000 Mk. aufgebracht, während noch 15 000 Mk. zu Decken sind. Die Stadt Gießen hat Dazu 2000 Mk. bewilligt, außerdem stellt sie Baumaterial, will Die Anlagen um das Denkmal Herstellen und für ihre, Unterhaltung sorgen. Um die weiteren Mittel aufzubringen, follen Die Dcrbandsmitglicder Beiträge leisten. Sammlungen in den Vereinen veranstalten und Denkmaiskartcn verlaust werden. Happel- Gießen regt die Abhaltung eines Blumentages zum Besten des Denkmals an und findet Damit allseitige Zustimmung, so daß der Vorstand mit Der Ausführung beauftragt toirD. Der Dlumcntag soll gelegentlich des Kreis- turnfestes in Gießen am 2. August ftatt- finden. Da man an diesem Tage mit einem Besuche von 35 000 Personen rechnet. Das Denkmal soll am 5. und 6. September eingeweiht werden. Damit wird ein Regimentsappell Der 116er und seiner Kriegsformationen verbunden. Das Programm der Eintocihungsfeier ficht vorläufig folgendes vor: Samstag Wohltätigkcitsvorstcllung int Stadttheatcr unter Leitung des Herrn Iuhnks (Dorfpruch, Festspiel und lebende Bilder aus Der Regimcntsgeschichtc), für Sonntag Fcldgottes- dicnst auf Dem Kasernenhos, gemeinsamer Zug der Vereine zum Denkmalsplatze, Einweihungs- feier mit KranznicDcrlcgungen, Mittagessen, kameradschaftliches Zusammensein und Volksfest auf Dem Trieb. Wenn möglich, soll Montag eine Rachfeicr mit Wiederholung des Festspiels im Stadttheatcr ftattfinhen. Die Vertreter von Alsfeld, Lauterbach usw. regen an, daß Früh- unD Spätzüge auf Den vberhessischen Dahnen beantragt werben. An sämtliche Äricgert>ereinei Hessens sollen Einladungen ergehen. Von Der Regimentsgeschichte deS aktiven Regiments 116 sind noch etwa 1000 Stück vorhanden, man hofft sic gelegentlich des Regi- mentstages und durch Den Buchhandel abzusehen. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt: Lindenau, Mohr, Bcder, Volz, August Roll, neugewähkt als 1. Schriftführer Schmalz- Gießen Außerdem gehören zu dem erweiterten Vorstand Die Vorsitzenden sämtlicher Regimentsvereine. Als Beisitzer werden noch gewählt Damm, Bill und Stork- Giehcn. Der Herbstvertretertag findet am 15. Rovem- ber ds. Is. in Offenbach, die Frühjahrstagung 1926 in Bad-Rauhcim. Die Herbsttagung 1926 voraussichtlich in Alsfeld statt. Major a.D. Lindenau -Gießen schloß mit Dankcswortcn die echt kameradschaftlich verlaufene 93erfammlung und gedachte des alten Regiments 116. Unter Leitung des Kameraden Lüders- Marburg wurden Die Universität und die Elifabcthcnkirche besichtigt. Ihren Abschluß sand die Vertreterversammlung durch einen Ausflug nach Marbach, woselbst die ehemaligen! Untcrvffizierschülcr tagten. --------------------------------------- ! Turnen, Sport und Spiet Die Kunstturnmeifterschafterr der Deutschen Turnerschaft in Frankfurt am Main. vo. Sie Mcisterschaftskämpfe der Deutschen Tumerschaft im Geräteturnen, welche am 16. und 17. Mai in Frankfurt a. M. vor sich gehen, haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gezeitigt. Trotz der Ausscheidungskämpfe in allen Kreisen, bei Denen scharf gesiebt wurde, sind 606 Tu rner und 344 Turnerinnen zu Den vcrschicDcnen Kämpfen zugelasscn worden. Im Zehnkampf ber Männer finD, nach Den Ausscheidungskämpfcn zu urteilen, die aussichtsreichsten Der Münchener Kurz, Männer- turnvrrcin von 79, Schunk, Turnverein Brunn- Döbra. Schampcra, Turnverein Hattingen, sowie der Zwölfkampfmeister Kober. Breslau. Aber auch Der junge Hamburger Daika und Stamm. Männcrtumvercin Braunschweig, sind aussichtsreiche Kandidaten. Im Sechs- kampf Der Frauen wäre Frl. Della- fiär zarte, roeißi J. IHÖha, Dro ). WlnlerholL geben zu können. Dörfenkurse. Datum: die l Bankno ten. Berlin, 9. Mal. Geld Brics KrewDroa. Amui Noll, P. Wallenlels, Drog. 0. MsiKck.Km Laden: Marktplatz 8. Es bi5 bis ßaut tteom 4llc * Bergnrann Elektrizitäts-Werke QI.®., Berlin. Der Aufsichtsrat genehm igle die Bilanz nebst Gewinn- und Drrlustvechnung -ür das Geschäftsjahr 1924. Der Bruttogewinn beträgt rund 6,8 Mill. Rm. Bach Abzug der Handlungsunkosten der Zentralvcrwaltung in Höhe von 650 000 Rm. sowie der Abschreibungen von ca. 1 Mill. Rm. verbleibt ein ^leberschuß von 5,15 Mill. Rm. Davon wird über die Hälfte durch Steuern (2,3 Mill. Rm.) unb soziale Lasten (0,6 Mill. Rm.) verbraucht. Aus dem Rest von 2 271 330 Rm. soll eine Dividende von 5 Proz. auf das Stammkapital von 33 Mill. Rm. verteilt und 621 330 Rm. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die o. H.--V. ist auf den 5. Juni einberufen. * Deutsche Petoleum - A.-G.—Rüt - gerswerke A.-G. In den Aufsichtsratssit-- zungen der durch Interessengemeinschaft vereinigten Gesellschaften sind die vom Vorstand vorgelegten Bilanzen für das Jahr 1924 genehmigt worden, nach denen die Deutsche Petro- leum.-A.°G. einen Gewinn von 167 0000 R-M. und die Rütgerswerke A.-G. einen Gewinn von 335 000 R.-M. erzielt haben. Es ist beschlossen worden, der aus Ende Juni einzuberufenden H- V. vorzuschlagen, die ausgewiesenen Gewinne auf neue Rechnung vorzutragen. Eine Dividendenausschüttung kommt demnach nicht in Frage. In dem Geschäftsbericht wird ausgeführt, daß die Gesellschaften trotz des Darniederliegens der beut« chen Wirtschaft im allgemeinen und der den Gesellschaften durch die Ruhrinvasion zugesügten Schäden im besonderen, in der Lage gewesen wären, eine Dividende zu verteilen, wenn die Gewinne nicht durch die übermäßige Steuerbelastung (bei den Rütgerswerken allein 2,8 Millionen R.-M.) nahezu aufgezehrt worden wären, lieber die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres wurde mitgeteilt, daß die im letzten Vierteljahr des Berichtsjahres begonnene Hebung ich iinzwischen weiter fortgesetzt hat. Wenn nicht unerwartete Störungen eintreten und sich die Steuerlast erträglich gestaltet, darf für das lallende Lahr ein befriedigendes Ergebnis erwartet werden. sich gebessert. Futterartikel waren ruhig, notierten per 1000 Kg.: Weizen, märk. 260 264, do. Mai 265,50 bis 266, do. Juli 262 Wirtschaft. Die Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet. Don unserem Essener Mitarbeiter. dieser wieder zugeführt werden. Besser als dem Bergbau geht es der Eisen- n.duslrie. Drs Bild ist jedoch uneinheitlich. Während z. B das Stahlwerk Hoesch in Dortmund voll und auf Monate hinaus beschäftigt ist, hat die zum Stinnes-Konzern gehörende Dortmunder Union am 1. März 200 Angestellte entlassen. Die Werke des Stinnes-Konzerns haben überhaupt in größerem Umfang den Personalabbau begonnen. In sehr schwierigen Verhältnissen befindet sich auch die Firma Friedrich Krupp in Essen. Sie hat die im Kriege gewaltig ausgebauten Werkanlagen nur zum Teil noch in Betrieb. Die Umstellung auf reine Friedensarbeit war eine bewundernswerte Leistung, kostete aber auch Riesensummen. Krupp stellte sich (neben den früheren Erzeugnissen an Schienen, Rädern, Eisenbahnmaterial usw.) auf den Bau von Kraftwagen und Apparaten um. Aus der großen, 8000 Personen beschäftigenden Artilleriewerkstatt wmde eine Lokomotivfabrik, die wöchentlich fünf Lokomotiven Herstellen konnte. Die Reichsbahngesellschaft und vormals die Reichsbahn gaben an Krupp nur geringe Aufträge, der Export nach dem Ausland nahm nicht den erhofften Umfang an, und fo beträgt heute die Arbeiterzahl der Kruppfabrik in Esten mit 20000 nur 60 Prozent der Friedens- belcafchaft. Von zehn Direktoren sind sieben aus- geschieden. Es sollen noch tausend Beamte entlassen werden. Krupp von Bohlen und Halbach hat aus Sparsamkeitsgründen die fürstliche Villa Hügel verlassen und in der Dependance Wohnung genommen. Das Kruprschc Hochofenwerk zu Sayn ist stillgelegt und avr dem Werk Rheinhausen sind Einschränkungen erfolgt Bester beschäftigt sind die Thyssen- werte in Hamborn: die Thyssenschen Kohlenzechen konnten noch Leute einstellen. Befriedigend beschäftigt ist der Bochumer Verein. Auf den anderen großen Werken ist der Beschäftigungsgrad uneinheitlich. Gut beschäftigt ist hingegen die märkische Kleineisenindustrie, im Kreis Iserlohn gibt es beispielsweise nicht einen Arbeitslosen. Eine Krise so schwerer Natur hat das Ruhrgebiet wohl kaum je durchgemacht. Die gesamten Verhältnisse müssen sich den Zeitumständen anpassen. Es vollzieht sich eine innere Umstellung. Nach der Revolution war die Zahl der Arbeiter und Beamten stark vermehrt worden, ohne daß eine vermehrte und damir verbilligte Produktion die Folge war. Die Zurücklchraubung zu normalen Verhältnissen vollzieht sich nun unter schweren Wehen. Die Geld entwertung und die „Flucht in die Sachwerte" hat große Summen Geld verschlungen oder festgelegt in Bauten, die nun keinen Ertrag abwerfen. Aus- ländüches Kapiml ist sehr teuer, inländisches kaum I zu erlangen, denn die Kapitalbildung ist noch sehr schwach. Nur verbilligte und vermehrte Gütererzeugung kann allmählich zur Kapitalneubildung, zu niedrigerem Z.nsfuß und zur Verbesserung des Realeinkommens führen. Diesen schmerzhaften Prozeß zu erleichtern und die Not der Bevölkerung zu lindern, muß sich die Regierung mit allen Mitteln angelegen sein lassen. Erleichterung der Steuerlasten, durch sparsamste Verwaltung in Reich, Staat Provinz und Gemeinden, Herabsetzung der Güter- s: achten sind die vornehmsten Mittel dazu. Die Hoffnung ist berechtigt daß die Neukonsolidierung der deutschen Wirtlchaft gelingen wird; gelingt sie nicht, dann ist Deutschland nicht in der Lage, die ihm auferlegten Verpflichtungen zu erfüllen. Das Ausland kann „ i? nicht feine Märkte verschließen und dennoch Tribut von uns verlangen. Deutschland muß auch wieder Kolonien haben, um seiner Bevölkerung Brot und Beschäftigung in ausreichendem Maße Diis vollende! worden, i lands Kn' fett werde». Sie E M, gnduirtlunj in veranso 305$ Apparat nicht tote öern mit r siihrung f dadurch usw. otbc' das Dersti erläutert i Flirt den Slofl turne edel eine Stall, Kn kant Idee u; uns Berwii Der g- skllms ist (I welcher an luung edel zu sehen, ale lunger der Riesen ton-Museu 5. Mai 191 von Gelel begristerli kurz dar Deutscher Miiseum- sicherl. Dan t zunß der sowie nid privater 0 Sammlunf werden. D für das 3 Kreisen un Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 9. Mal. Tendenz: Abgeschwächt. — Die Börsenhaltung lieh am Wochenschluh eine nennenswerte Aenderung nicht erkennen, was bei der augenblicklichen Verfassung und dem Fehlen jeglicher Kauflust auch nicht zu erwarten war. Die Börse eröffnete in nicht unfreundlicher Haltung, doch konnten sich die Kurse nur teilweise behaupten. Neu auftretenbe Realisationen begannen wieder die gestern hervorgetretene Erholung zu verdrängen und bewirkten leichte Kursrückgänge. Das Geschäft zeigte den üblichen stillen und lustlosen Samstags- oerkehr. An den Aktienmärkten, wo sich der Handel in kleinerem Nahmen als gestern bewegte, lagen Montanwerte nicht einheitlich. In chemischen Werten trat wieder etwas Angebot hervor, doch waren die Kurseinbuhen nur minimal. Elektrowerte lagen ruhig, desgleichen Banke n w e r t e , von letzteren lagen Reichsbank um 1,3 Proz. gebessert. Bon Schiffahrtswerten konnten sich Hapag um 2 Proz. erholen. Auto -, Bau- und Zuckeraktien lagen unverändert. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere hatte sehr stilles Geschäft und meist niedrigere Kurse. Am deutschen Rentenmarkt machte sich infolge der Reichstagsverhandlungen, die sich mit der Aufwertungsfrage beschäftigen, eine neue Verstimmung bemerkbar, 5proz. Reichsanleihe senkten sich auf 0,565. Ausländische Renten lagen vernachlässigt. Der Freiverkehr war lustlos. Api 0,9, Beckerstahl 1,15, Beckerkohle 6,4, Benz 4,4, Brown-Boveri 60 Proz., Growag 0,130, Petroleum 13,75, Ufa 74 Proz. Der weitere Verlauf brachte verstärkte Reali- sationsneigung, wodurch die Tendenz allgemein schwächer wurde. Der Geldmarkt ist verhältnismäßig leicht. In täglichem Geld war jedoch die Nachfrage wieder etwas stärker, wodurch der Zinsfuß wieder I pro Mille erhöht werden mußte. Monatsgeld hörte man mit 9z bis 11 Proz. Am D e - d 1 f e n m ti r 11 war das Geschäft ruhig. Paris ist bei einer Pfundparität von 93 und einer Dollar- Parität von 19,16 weiter leicht erholt. Das englische Pfund lag dagegen bei einem Dollar-Gegenwert von 4,85 etwas schwächer. Die Mark wird aus Neuyork unverändert mit 4,199 gegen den Dollar gemeldet. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".! Berlin, 9. Mai. Die heutige Samstag- börfe eröffnete bei geringem Geschäft in gut gehaltener Stimmung bei teilweise etwas festeren Kurfen. Der Pesfimismus der letzten Tage scheint zunächst überwunden zu sein. Hierzu mag der Almftanb beigetragen haben, daß Reuwahlen in Preußen zunächst nicht vorgenommen werden und noch Aussichten auf eine Verständigung über eine Verbreiterung der Regierungsbafis bestehen. Gerüchte, daß das Jnterventionskonsortium Interventionen auf breiterer Grundl age vorgunehmen beabsichtigt, sind nach unseren Erkundigungen nicht richtig. Die Tatsache, daß meiser. München 1860, und Frl. Jbh, Männrr- turnv-erein Nürnberg und Frl. Pfennig vom Al gemeinen Turnverein Zittau fast gleichwertig. Frl. Otto, Kassel. Frl. Mieth, Kiel, Frl. Sautter-Göppingen hoben gleichfalls so gute Leistungen in den Vorkämpfen erzielt, daß sie für die ersten Plätze in Frage kommen In den Einzel-Gerätemeisterschaf- ten treffen sich am Reck als ernsteste Bewerber KargoI. Bochum, Rord, Göppingen, Schunk, Brunnhöbra und Kurz, München. Am Darren wären Platzek, Bochum, wiederum Kurz, München und Mach, Turnverein Hindenburg als ernsteste Bewerber zu erwähnen. Beim Pferdturnen ist L o s ch, Dortmund, Meine!, Turnverein Georgenlal und Reichert, Döckingen zu nennen. Um die Meisterschaft an den Schaukelringen kämpfen der frühere deutsche Meister Linke, Berliner Turnerschaft. Ohms, Turnklub Hannover und Weise, Leipzig. Im Dreikampf sind die erfolgreichsten Mähl. Hamburg. Heuler, Hannover, Schor- r i g, Turnklub Herne und ScholPP, Turngemeinde Eßlingen. Bei dem Siebenkampf der Aelteren sehen wir altbekannte Wettkämpfer. wie Müller, Hastener Turnverein, den ersten Sieger in München. Mühlner, Breslau, Gv. tsch, Berlin-Schöneberg, Müllegger, Altena. Felsiüg, Dortmund und Decker, Äürnberg. Im Dreikampfder Frauen sind fast gleichwertige Gegnerinnen Frl. Otto, Kassel, Frl. Reuter. Lüdenscheid, Frl. Jbh, Rürn- berg, Frl. Reimann, Derliner Turnerschaft und Frau Dlathmann, Lüdenscheid. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrüc». BuenoS-AireS, London. Wen- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien and Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheit«.) Telegraphische Auszahlung. Sofort Alchen a 8aup[aö 3L J,r heute j "ngsbou - 51 leider Gabriel 0. 'Nibau, w A-en- ur }^r durch ifi°nnen ro, f°°n I« 100 S'" uni te »-S & -E öin$.n bi ।c r e r g Qq -Ä ■Ärtt ^4 s vlmerlkanliche Noten .»».. Belgische Noten . ...... Viinische Noten ..... Englische Noten ....... Fmmösische Nolen ..... HoUöndische Noten ...... italienische Noten Norwegische Noten Deutfch-Ocsterr., ä 100 Krone» Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schwerer Noten . Svnnischr Noten .. Tschechoslowakische Note» . . Ungarische Noten ... . . . Berliner Produktenbörse. Derlin, 9. Mai. Der Produktenmarkt war bei knappen Angebot im Lieferungsgeschäft fest. Gerste nur feine Drausorten gefragt, Hafer bei inländischem Angebot fest. Das Mehlgeschäft hat die Interventionen fortgesetzt werden veranlaßte jedoch die Spekulation, in ihren Darsse-Engage- ments vorsichtiger zu sein, und die gestrige Besserung ist daher im wesentlichen auf die Deckungskäufe der Spekulation zurückzuführen, die auch heute noch andauernd anhalten. Reben Montanwerken waren auch Schiffahrts- werte gebessert, während chemische Aktien zunächst wieder leicht abgeschwächt sind. Der Verlauf der Verhandlungen des Aufwertungsausschusses dürfte einen Druck auf die Kriegsanleihen ausgeübt haben; gegen Mittag hörte man fünf- prozentige Reichsanleihe mit 0,57, während in sonstigen Renten kaum Geschäfte zustande kamen. Die Erleichterung am Geldmärkte hält an, tägliches Geld ist reichlich angeboten mit 8,5 bis 10 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 11,5 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt war das englische Pfund leicht abgeschwächt. Die Dotierungen der Mark im Auslande sind kaum verändert. Mit ungeheurer Wucht lastet noch immer Wirtschaftskrise auf dem Zentrum der deutschen Schwerindustrie, dem Ruhrgebiet. Von Woche zu Woche verschärft sich die Lage im Bergbau. Schien cs zuerst, als ob nur die in den südlichen Randgebieten liegenden Magerkohlenzechen unter der Äbsatzkrise leiden dürsten, und hatte man damit begonnen, die entlassenen Bergleute dieser Zechen nach Hamburg und Hamm zu verpflanzen, so werden jetzt auch die im Emscher-Bezirk gelegenen Fettkohlenzechen mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch diese müssen fortgesetzt Feierschichten einlegen ober Arbeiter entlassen. So sind allein im Gelsenkirchener Bezirk neuerdings 6000 Bergarbeiter entlassen worden. Selbst die staatlichen Zechen ii* Best Recklinghausen leiden unter Absatzmangel. Die Not unter den Bergarbeitern wächst, 262,50, Roggen, märk. 223 bis 227. do. Mai 227 bis 227,50, do. Juli 225 bis £21-, Gerste, märt. 227 bis 244, Futtergerste 203 bis 215, Hafer, märk. 214 bis 222, do. pomm. 210 bis 216, do. Mai 197,50 bis 199, Mais (La Plata) Mai 206 bis 210; per 100 Kg : Weizenmehl 33 bis bis 36,50, Roggenmehl 30,50 bis 32,75, Weizenkleie 15,20 bis 15,30, Roggenkleie 16,50, Viktoria- erbsen 22 bis 27, kleine Erbsen 20 bis 22, Futtev- erbsen 18 bis 20, Peluschken 18,50 bis 20, Acker- bohnen 19 bis 20, Wicken 19 bis 21, Lupinen, blau 10 bis 11,50. do. gelb 11,25 bis 13,50, Serradelle 14 bis 14,50, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Trvckenschnihel 10,40 bis 10,60, Tvrsmelasse 9,50, Kartoffelflocken! 19,80 bis 20, Zucker 17,50 bis 18,50. 5% Deutsche Metchöanleld- . 4% Deutsche ReichSanleih« . ß'/i% Deutsche ReichSanleih, 9% Deutsche Reichsanlethe . Deutsche «Lvarprämienanletb« 4% Prcnhische KonsolS . . . 4°/0 Hessen........... 3‘/a% Hessen y/o Hessen Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schaiz-Anweisng.') 4°/o Zolltürken 5% Goldmexikaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nattonalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinLbank DiSconto Commandtt Mctallbanl........... Milteldeutsche Credttbank. . Ocsierreichische Credttanstalt. Westbank........... Bochumer Guß « BuderuS..... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerk» . . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. ...» Laurahütte......... Oberbedarf ...... Phönix Bergbau Roeiussahl ...... Riebcck Montau ..... Tellus Bergbau ... Hamburg-Amerika Paket. . t Norddeutscher Llopd .... Cheramische Werke Albt« .. Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann Analo-Com-Guauo ..... Badische Anilin....... Chemische Mayer «lapü, .. Goldschmidt Grieslietmer Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... RütgerSwerke ......... Echeideanstalt ........ «llg. ElektrizttätS-Gefellschaf» Bergmann .......... Mainkraftwerke ....... Schuckert ......... Siemens & Halske ..... Adlcrwerke Kicher ..... Daimler Motor«. ..... Hehltaenstaedt Megutn. ..... Motorenwerke Mannbetm . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz...... Sichel Zellstoff Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel • . • Buntes Allerlei. Eine Kunstausstellung gehörloser Künstler. In den Räumen der neuen Landestaub- stummen-Anstalt zu Schleswig wird Anfang August eine einzigartige Ausstellung eröffnet werden. Es sollen hier nur Werke von gehörlosen Bildhauern, Malern, Graphikern usw. iw großem Umfange gezeigt werden, um festzustellen, welche Mnstlerischen Leistungen beim Fehlen des Gehörsinns unter der Voraussetzung guter Begabung und sachgemäßer Ausbildung bei ausdauerndem Fleiß möglich sind. Die Organisation dieser Ausstellung wird von dem Direktor der Taubstummenanstalt durchgeführt, der bei der Auswahl der Werke von anerkannten Kun stsachver ständigen unterstützt wird. Es liegen bereits sehr viele Meldungen aus allen Teilen Deutschlands vor. Die internationale Vriefmarkenausstellung in Paris. Die Briefmarkenausstellung. die jetzt im Pavillon de Marsan, einem Teil des Louvre, in Paris eröffnet worden ist, enthält Teile von kostbaren prta Daten Sammlungen, die bisher noch nie einem größeren Kreis gezeigt wurden. Allein die Schätze, die britische Sammler gesandt haben, werden mit mehr als zwei Millionen Mark bewertet. Einige der seltsamsten Marken, die überhaupt zu sehen sind, beq finden sich in der Sammlung von Hawai-Marken des Parisers Theodore Champion. Lichtenstein aus Neuyork zeigt feine überaus seltenen Serien der frühesten kanadischen und neufundländischen Marken sowie die von Neubraunschweig und Neuschottland. Eine Hervortagende Sammlung von. holländischen Ostindien-Marken ist die des Engländers Marren. Die schönste Sammlung von Ceylon-Marken ist die von Anthony de Worms, während der Londoner Henry Harvey die vollständigste Sammlung von englischen Marken aus der Zeit der Königin Viktoria ausstellt. Der 2000. Geburtstag des Virgil. Im Jahre 1930 will Italien die 2000-Jahrseiep des 70 v. Chr. geborenen römischen Dichters Virgil, der in ganz besonderem Maße als Vertreter des lateinischen Genius gilt, festlich begehen. Schon jetzt beginnen die ersten Vorbereitungen. Die Reale Acca- bemia Virgiliana di Szienze, ßettere ed Arti in Mantua hat u. a. eine Vergil-Bibliographie angekündigt, bei der weltliterarischen Bedeutung des Dichters kein kleines Unternehmen. Nun verbreitet auch die Gesellschaft „Atene e Roma" in Florenz einen f.ireinifcben Aufruf, der sich an die Gelehrten der ganzen Welt mit der Bitte wendet, zu einer Sammlung, die das Andenken Virgils würdig feiern soll. Abhandlungen jeder Art Über rha, ferne Werke und jein Nachleben be.gufieuern. Spielplan der Frankfurter Theater^ Opernhaus. Dienstag, 12. Mai: Der Schatzgräber. Mittwoch, 13.: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Donnerstag, 14.: Der fliegende Holländer. Freitag, 15.: Die Hugenotten. Samstag, 16.: Mignon. Sonntag, 17.: Die Meistersinger von Äürnberg. — Schauspielhaus. Dienstag, 12.: Die Andacht zum Kreuze. Mitt,- woch, 13.: Die Andacht zum Kreuze. Donnerstag, 14.: Der G'wissenswurm. Freitag, 15.: Goethes Faust 1. Teil. Samstag, 16.: Goethes Faust 1. Teil. Sonntag, 17.: Der Kreidekreis. -- 3 Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) ' !Hs Dienstag, 12. Mai: 12 Tlhr Nachrichtendienst. 3 und 4 Ahv Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Mr Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 ilbr Aachmittags-Konzert des Hausorchesters: „Alt-Oesterreich". 6 Llhr Wirtschafts- Meldungen. 6 bis 6.30 Tlhr Die Lefestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Frehtag (Fortsetzung). 6.30 bis 7 Ahr Vortrag von Postinfpektor Schumacher: „Was der Rundfunkteilnehmer wissen soll". 7 Uhr Wirtschastsmeldungen. 7 bis 7.30 ilfjr Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtes: „Antisoziale Gebrechen", Vortrag von Stadtarzt Dr. Reinheimer. 7.30 bis 8 4Ihr Funkhochschule. Vortrag von Dr. F. Lübbecke: „Die Frankfurter Altstadt (1. Geschichte)". 8 bis 8.30 Uhr Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: „Der Stand der Hcmdelsver- tragSverhandlungen und die deutsche Außen- Handelspoliti5'. Referent: Syndikus Mahr. 8.30 bis 10 Ahr Konzert des Märzschen Madrigal- Chors Frankfurt a. M. (Deutsche, italienische und niederländische Meister). Anschließend: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. bis ictzt find 11)000 Knappen arbeitslos. In kürzester 'Zeit wird sich diese Zahl verdoppelt haben. Auch dis übrigen Bergarbeiter befinden sich in einer ernsten Notlage, da ihr Einkommen durch die außerordentlich zahlreichen Feierschichten ganz erheblich verringert wird. Betriebsräte verschiedener Zechen haben sich in Eingaben an die Reichsregierung gewandt und diese auf die ernste Lage aufmerkfam gemacht, die noch schärfer in die Erscheinung treten wird, wenn die im unbesetzten Gebiet geltenden Bestimme gen für die Erwerbslosenunterstützung auch für das besetzte Gebiet Gesetzeskraft erlangen. Dann .werden Tausende der Armenfürsorge überwiesen. Daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Auswanderung sad) Nordamerika, Brasilien, Argen- , hüten und anderen Ländern zunimmt, ist natürlich. 7 Erfreulicherweise können aber auch manche Arbeitskräfte, die frufjer in der Landwirtschaft tätig waren, Vfeatfd eefl ffei Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- SowTA VIA Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, RbbIbU ilPlliPh Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. ■ Illi Oie meisten Gegenstände lassen sich durch SarlllU Ml lllvll U1U chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder 1 wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20 D Frankfurt a.M.^ Berlin Srf)hiß- fiurs Schluhk. Adend- börle Schluß Kur» Schluß» TUttoq 8. 5. 9 5. | 8. & 9 5. 0,5825 0,568 0.5825 0,57 — —- 0.595 — 0,58 0,60 0.585 0.59 0.72 0,72 -- 0.73 0,34 0,33 0,335 0,33 0,645 0,62 0,62 0,625 0,75 0,75 —- —» — — — 0,72 0,70 0,70 0,70 0,74 94,75 94,75 94,75 94,75 92,4 92,4 92,5 92,5 0,35 — 9,4 38 38 42,5 136 137,5 138 138.5 102.50 102.40 102,25 102,50 125,5 125 125,4 125,4 124,62 124,4 124,5 125 80 80.5 T— — 114.25 114 114,40 114,5 103,75 103,75 w — 90,90 99,75 100 100 7,95 8 8 8 0,11 0,11 0,2 0,2 — 70,13 71.5 72 71 70,5 71 73 f ,J -2 72.5 92,50 94 93 94 72 —■ 72,25 74 124,5 127 124.50 125,75 15,62 — 15.40 15,75 19.62 19,9 19.5 19,75 67,5 68,5 68,25 67,75 7.75 8 7,62 8 111 112 110,62 111,9 95 91.5 94,90 95,4 93,5 95 93,50 94,5 3,25 3,10 — w* 66 69,25 67,40 67,75 69.5 -— 69.25 70,10 — _ 75.6 75.50 — — 74 73,75 73,25 74,25 — — 12:; 127,75 136,45 136,75 135,75 136 0,44 0,44 —— — 101,50 103 101,25 102,4 126,90 126,25 126,62 126,9 127.62 127,75 127,3 127,7 6,875 6,95 — ——» 13,5 13,50 13,13 13,50 120 120 — 108 107,25 107,5 107,5 — 83.5 83,5 85 91,25 91,25 — — — — 79,2.5 80 66 66,25 65,25 66,5 3,05 3,10 3 3,10 4.95 4,7 4,90 5 50 50 «— — 7,25 7 6x75 6,5 — 101 101 — .0,52 — 1,01 1,16 1,2 1 120 120 — — 2,15 2,175 2,12 —— 3 2,9 3,L5 3,25 61.25 52,5 51 51 11.4 11,6 11,6 11,62 3.65 3,7 — — 3 3 3 — 8 Mai 9. Mai Amtliche Kcld )7oti rung Brief Amtliche Geld Notierung Bnef Vlinst.-Oiou. 168.59 169,01 168.66 169.Ü8 1,656 Buen.-AireS 1,668 1,672 1,652 Brss Antw. 21 195 21,255 21.185 21.245 Christiania. 70,46 70,64 71,01 71,19 Kopenhagen 79,15 79,35 79,26 79,49 Stockbolm . 112.23 112,51 112,18 112,46 HelsingforS. 10,565 10,605 10.56 10,60 Italien . . . 17,245 17,285 17,235 17,275 London. . 20,358 20,408 20,35 20.45 Neupork . . 4,195 4,205 4,i95 4,20.5 Parts... Schweiz . . 21,90 21,96 21,855 21,915 81.17 81,35 81,175 81.375 Spanien . . 61.07 61,63 61,09 61,25 Japan . . . Rio de yan. 1,761 0.422 1,767 1.421 1,760 0,424 1,761 0.426 Wien in D - 59,06 59,20 Oeft. abgest. 59,055 39,195 Prag . . . . Belgrad . . 12,487 12,467 13,425 12,465 6.76 6,78 6,765 11,785 Budapest. . Bulgarien . 5.887 3.00 6,907 3.07 5.885 3.05 6.9)2 3.0« Lissabon 20 375 20,425 89,97 20,375 80,75 20,425 Danzig. . - 80-77 80.95 Nonstanti» 2.245 2.255 1,245 7.89 2,255 Athen. , 7 89 7.91 7,91 4,18 4,20 21,15 81,25 79,03 79,43 20,32 20,42 31,835 21.935 168,28 169,14 17,24 17,92 70,89 71,85 59.05 59.35 —— —— 112,00 112,5(1 81,15 81,55 60,85 61,15 12.44 12,50 5.855 5.875 Aus Natur und Technik. 8 rr ü< I ”,771 ■ ' ■! aw* - n| ■ 11 ■ ■ " ' I V ■ HiniW? ^m^^hyÄQ^yÄjRz^Ty<‘V/ körperlich sehen. Dao verdanken wir dem Umstande, dah wir, wie wir zwei Äugen, so auch zwei Ohren haben. 'Wie der Abstand der Äugen der eigenihdje (gründ sur da» körperliche Sehen ist, so ist auch der Abstand der Ohren die Ursache für das körperliche ))bren: (E» ist zunächst ganz klar, das; man, wenn der Schall z. L. von recht» kommt, mit dem rechten Ohr lauter hört al» mit dem linken, da eben da» rechte Ohr der Schallquelle zugekehrt,da» linke aber abgewendet ist. Es kommt ober noch etwa» an« dere» in Betracht: Der Schall bestehl bekanntlich au» einer Folge von Lustverdichtungen und Lustver- bünnungen, bei der Tonhöhe der Stimmgabel z. B. aus 440 Verdichtungen und 440 Verdünnungen in der Sekunde, die sich mit einer Geschwindig- feit von 333 Meter in der Sekunde fortbewegen. Das bedeutet, daß bas eine Ohr bei einem von der Seite her kommenden Schall rund ' ,nooe Sekunde früher von einer Verdichtung getroffen wird als das andere, da» vielleicht gerade noch von der vorhergehenden Luftverdünnung erreicht wird. Für die beiden Ohren tritt also das ein, was der Physiker eine Phasenverschiebung nennt. Das Matz dieser Phasenverschiebung nun ist es, das uns — namentlich in Verbindung mit der verschiedenen Tonstärke — die Richtung zum Bewußtsein bringt, au» der ein Schall kommt. Daneben sagt un» die Stärke des Schalls, seine Schärfe, seine Zurückweisung von Gegenständen manches über die Richtung und die Entfernung der Schallquelle. Man könnte denken, da» seien alles theo- retische Erwägungen, die keinen praktischen Wert haben. Nun ist aber in diesen Tagen eine Nutzanwendung aus ihnen gezogen worden, die etwas geradezu Erstaunliches zustande bringt: Das räumliche Hören mit dem Doppelkopffernhörer. In München hat man Im Opernhaus zur Opernübertragung zwei Ohren ausgestellt, zwei Mikrophongruppen, und von feder (gruppe eine besondere Leitung zu jedem der beiden Fernhörer eines Doppelkopffernhörers gezogen. Da nämlich bisher bei Doppelkopffernhörern beide Sern* Hörer durch denselben Strom erregt wurden, so entstand kein räumliches Hörbild: Es entstand für das Ohr dieselbe Erscheinung, wie für das Äuge bei den betrügerischen Stereolkopbildern, bei denen zwei gleiche Bilder neben einander geklebt sind, und man konnte deshalb im Doppelkopsfernhörer nicht räumlich hören. In München hört man nun aber die Opernübertragung im Doppelkopffernhörer räumlich, weil eben die beiden Ohren — wie in der Wirklichkeit — nicht von einem gleichen Schallbild, sondern von nach Stärke und „Phase" verschiedenen Bildern getroffen werden, also z. B. das eine von einer Luftverdichtung, das andere von einer Luftverdünnung. Die Schwierigkeit ist vorläufig die, datz man zwei Doppelleitungen braucht, also vier Drähte, nämlich für jeden der beiden Fernhörer zwei be- sondere. In München geht die Sache daher vorerst nur im Opernhörraum in unmittelbarer Nähe der Ausführung. Es ist noch nicht zu erkennen, wie man dieser Schwierigkeit Herr werden soll. Leichter kann man sich die Durchführung schon für den Rundfunk denken, für den sie von ganz außerordentlicher Bedeutung ist, denn wenn mir in Zukunft für beide Hörer getrennte Uebermittlung der Töne bekommen, so werden Musik und Sprache so ungemein lebenswahr und natürlich, daß wir gar nicht mehr werden begreifen können, wie wir uns jemals mit der jetzigen Art der Uebermittlung abfinden konnten. Erft durch die Auswirkung dieser neuen Entdeckung werden Die Musik und die Sprache aus einem flachen, unkörperlichen Bilde zu einem der Wirklichkeit entsprechenden räumlichen Bilde und der Genuß des Hörens steigert sich auf ein Vielfaches. In diesem Zusammenhang möchte ich die Funkgäste noch auf eine Erscheinung Hinweisen, über die ich In den Fachzeitschriften näheres veröffentlichen werde: Bei vielen Doppelkopfsernhörern hört man einseitig, wenn man darauf achtel. Man hat bei manchen das Gefühl, als käme Der Schall von rechts ober von link», ja, bei manchen glaubt man nur auf einem der beiden Fernhörer zu hören: wenn man aber den tönenden Fernhörer abhebt, fo überzeugt man sich, datz der scheinbar tote Fernhörer doch tönt, und zwar gut. Die Ursache dieser Erscheinung ist die: In jedem Fernhörer wird durch die ankommenden Ströme der Magnetismus bald geschwächt, bald verstärkt. Wenn nun die beiden Fernhörer falsch zusammengeschaltet sind, so wird durch denselben Stromreiz, der ja beide praktisch gleichzeitig durch- fließt, der Magnetismus Im einen gestärkt, wenn er im anderen geschwächt wird. Infolgedessen wird bei dem einen das Schallblech angezogen, wenn es im anderen losgelassen wird: Das eine Ohr wird non einer Luftverdichtung, das- andere aber gleichzeitig von einer Luftoerdünnung getroffen. Wir bekommen also eine Erscheinung, wie wir sie bei Stereoskop- bildern hätten, wenn wir etwa ein positives und ein negatives Bild nebeneinander klebten, also Bilder von derselben Platte, bei denen auf dem einen das schwarz ist, was auf dem anderen weiß ist — und umgekehrt. Aus den obigen Ausführungen wissen wir, daß die Phasenverschiebung — in diesem Fall die Verschiebung um 180 Grad — den Eindruck des Hörens von der Seite her Hervorrufen mutz, und wir kennen ohne weiteres auch das Abhilfemittel: Wir müssen die Zuführungen zu einem der beiden Fern- Hörer vertauschen, dann hören wir den Schall nicht mehr einseitig und wir Horen auch weit besser, weil dann auch unserem Gefühl nach beide Ohren hören. Ich kann allen Funkgästen nur empfehlen, ihre Fernhörer daraufhin einmal zu beobachten und nötigenfalls einen von beiden — natürlich nicht beide — umzupolen. Sie werden einstweilen großen Nutzen für ihr Hören davon haben, bis wir zum räumlichen Hören am Funk kommen. Das Sehen ist ein weit verwickelterer Borgang als das Hören, und so kommt es, daß wir zwar den Fernsprecher haben, aber noch nicht den Fernseher, datz es noch nicht recht gelungen ist, das körperliche Sehen beim bewegten Bild — dem sogenannten Kinematographen — der Allgemeinheit zugänglich zu machen, während cs nicht dem leisesten Zweifel unterliegt, daß die weit jüngere, erst aus den letzten Tagen stammende Erkenntnis des räumlichen Hörens in verhältnismäßig kurzer Zeit im großen in die Wirklichkeit umgefetzt werden kann und umgefetzt werden wird, denn sie ist reif dazu. Wahrlich wieder ein gewaltiger Triumph des Menfchengeistes, uns über Drähte oder auf den Flügeln elektromagnetischer Wellen mit dem Ohr einen fernen Raum und den Ort der Schallquellen darin empfinden zu lassen) V----------------- ' Das Deutsche Museum in München. Von Dipl.-Äng. Mangold. (Nachdruck verboten.) 2^s Deutsche Museum In München ist vollendet und am 7. Mai diese» Jahres eröffnet worden. Dieser Tag ist als ein Markstein in Deutschland» Kulturgeschichte zu bezeichnen, dessen sich unsere Kinder und Enkel noch mit Stolz erinnern werden. Da» Deutsche Museum ist die größte natur- wissenschaftlich-technische Sammlung der Welt, deren Ausgabe es ist, durch Ausstellung von Apparaten, Maschinen und Modellen, ausgehend von den für die Technik grundlegenden Zweigen Mathematik, Physik, Chemie und Astronomie eine historische Entwicklung der gesamten Technik und Industrie zu veranschaulichen. Das Wesentliche hierbei ist, datz die gezeigten Apparate, Maschinen und Modelle zum Teil nicht tote Ausstellungsgegenstände sind, fon r dem mit mechanischen Einrichtungen zur Bor führung versehen sind. Der Besucher bekommt dadurch zugleich ein Bild, wie die Maschine usw. arbeitet. Wie ungeheuer wichtig dies für das Verständnis ist, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden. Für den, der im Siege des Geistigen über den Stoss das schönste Borrecht des Menschentums erkennen lernen will, ist dieses Museum eine Stätte, welche er gar nicht oft genug besuchen kann. Wir Deutsche dürfen stolz sein, daß Die Idee und Verwicklung dieser Gedanken bei uns Verwirklichung sand. Der geniale Schöpfer und Leiter des Museums ist Geh. Baurat Dr. Oskar 0. Miller, welcher an seinem 70. Geburtstage die Genug tuung erleben konnte, fein Lebenswerk 3. T. vollendet zu sehen. Miller erhielt seine ersten Anregungen al» junger Ingenieur Im Jahre 1878 beim Besuch der Riesenhallen des damals neuen South Kensington-Museums in London. 25 Jahre später, am 5. Mal 1903, durfte er eine Gedanken einem Kreis von Gelehrten und Technikern vortragen lind fand begeisterte Aufnahme einer Vorschläge. Auf der kurz daraus stattfindenden Tagung des Bereins Deutscher Ingenieure wurde die Gründung des Museums endgültig beschlossen und finanziell gesichert. Dank der tatkräftigen und allseitigen Unterstützung der Reichs-, Landes- und städtischen Behörden sowie nicht minder der Industrie und zahlreicher privater Gönner konnte schon 1906 ein Teil der Sammlungen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werben. Drei Millionen Besucher gaben den Beweis für das Interesse, da» dieser Sammlung in allen Kreisen unseres Volke» entgegengebracht wurde. Ausschnitt aus dem Salzbergwerk. Sofort bei der Gründung hatte die Stadt München auf der sogenannten Museumsinsel einen Bauplatz zur Verfügung gestellt. Hier entstand nun der heute in seinem ersten Teile — dem Aurstel- lungsbau — fertige Neubau neben dem Entwurf de» leider allzufrüh verstorbenen Professors Dr. Gabriel 0. Seidl. Der andere Teil, der Bibliotheksbau, welcher neben einer großen Bücherei auch Studien' und Vortragssäle enthalten soll, konnte leiber durch die Ungunst der Berhältnisie noch nicht begonnen werden. Der Hauptbau hat eine Länge und Breite von je 100 Meter und besitzt in fünf Stockwerken eine Bodenfläche von 45 000 Quadratmeter. Ein 40 Meter hoher Turm, welcher hauptsächlich physikalischen und meteorologischen Zwecken dient, ist mit seinen drei großen Zifferblättern für Barometer, Windmesser und Hygrometer das Wahrzeichen des Deutschen Museums. Zwei kleine charakteristische Sternwartskuppeln auf Flankentürmen schließen die Nordsront ab, welche von einer großen drehbare« Mittelkuppel überragt wird. Von der gewaltigen räumlichen Ausdehnung des Ausstellungsbaues bekommt man einen Begriff, wenn man sich vorstellt, daß ein Rundgang durch alle Ausstellungsräume einschließlich der Treppen und Korridore eine Weglänge von 1 6,5 K i l 0- m e tc r aufweist. In diesen Zahlen wird eine bisher einzigartige Zusammenfassung unserer ganzen Kultur und Zivilisation geboten, rot c mir s i e noch nirgends b e - > 1 tze n. Ein 15 Meter hoher Ehrensaal im ersten 3tocf umlapiefjt die Denkmäler und Bildnifsc der hervorragendsten deutschen Forscher und Techniker wie Leibnitz, Helmholz, Siemens, Krupp usw. Wenn es auch vielleicht schöner gewesen wäre, wenn man im Erdgeschoß mit den grundlegenden Naturwissenschaften hätte beginnen können, so ist dies aus dem Grunde ohne Belang, weil cs in keiner Weife zu empfehlen Ist, wenn man die einzelnen Abteilungen durchrast. Bel der Fülle des Gebotenen und der so interessanten Einzelheiten kann der Besucher nur dann wirklich etwas mit nach Hause nehmen, wenn eMiidjt mehr wie eine Abteilung auf einmal besucht. Gesamtansicht des Deutschen Museums mit dem geplanten Bibliotheksbali. Die in einer großen lichten Halle untergebrachten Kraftmaschinen weisen besonders wertvolle historische Stücke auf. Man kann hier die Entwicklung vom Anfangsstadium bi» zur heutigen Vollendung verfolgen. Unter anderem Ist auch eine getreue Nachbildung der Dampfmaschine von Watt aus dem Jahre 1788 zu sehen. Die Abteilung Verkehrswesen, welche eine wertvolle Ergänzung zu der in diesem Sommer In München abgehaltenen Verkehrsausstellung bildet, zeigt uns neben alten Schlitten, Post- und Reise- kutschen auch die neuzeitlichen Verkehrsmittel wie Lokomotive, Fahrrad und Kraftfahrzeug. In der langgestreckten Lokomotivhalle steht eine Nachbildung der Puffing-Billy-Lokomotive, welche vor dem englifchen Original den Vorzug hat, datz sie betriebsfertig, ift. Das Flugwesen einschließlich Freiballons, Flug- zeuge und Luftschiffe ist im Zwischenstock in besonderen Räumen untergebrachl. Weitere Teile des Verkehrswesens sind Der Eisenbahn einschl. der Sicherungsanlagen, Der Brückenbau in feiner gesamten Entwicklung bis heute, Die W a s s e r st ra tz e n mit ihren oerroanDten Gebieten und Die Halle" Schiffswesen. Letztere umfaßt sowohl Handels- als auch Kriegsschiffe. Im ersten Stock sind Mathematik, Physik, Chemie und verwandte Gebiete untergebracht. Die Physik nimmt entsprechend ihrer Vielseitigkeit Den Hauptteil ein. Wir müssen uns heute Darauf beschränken, nur kurz ihre Gruppen zu nennen. In Der Mechanik sind die Originalhalb- kugeln Des MagDeburgers Otto Guericke samt Luftpumpe zu sehen, mit denen er 1654 seine bekannten Versuche zum Nachweis Des Luftdruckes unternahm. Sehr lehrreich sind Die Gruppen Wellenlehre und Elektrizität. Telegraphie und Telephon werden von den ersten Versuchen bis zur heutigen Vollendung gezeigt. Daran schließen sich Optik und Akustik an. Mehrere Laboratorien aus Dem 11., 16. und 18. Jahrhundert machen uns mit Den Errungenschaften Der Chemie vertraut. Die folgenben Säle sind Der chemischen Industrie gewidmet. Alte Bergwerkgebetstube. Das zweite Obergeschoß, welches die Gas- und Elektrotechnik umfassen wird, ist vorerst Dem Besucher noch nicht zugänglich. Im Dritten Obergeschoß geben zahlreiche Originalmaschinen Die Entwicklung Der TextilinDu » ft r i e sowie Die VerwenDung Der pflanzlichen, tieri- schen unD künstlichen Fasern bis zur moDernften Spinnmaschine roieDer. Besonders interessant ist Der Blick in eine alle Papiermühle, wie sie vor 150 Jahren zur Herstellung von Büttenpapier aus Lumpen Diente. Den Schluß bilDet Das hochinteressante Gebiet der A st r 0 n 0 m i e. Ein Planetarium noch Ptole- maus vermittelt uns Die alte Auffassung, Datz Die ErDe feststehe und Die Sonne mit Den Gestirnen sich um sie bewege. Ihr gegenüber gibt bas kopernikani- schc Planetarium Die richtige Auffassung wieder. Darstellung Der Planeten, astronomische Instru- mente, Darunter das Originalfernrohr von Frauenhofer, welches derselbe vor hundert Jahren für Die russische Sternwarte in Pultowa gebaut hatte, und Modelle berühmter Sternwarten schließen sich an. 3m Dftflügel ist die Landwirtschaft untergebracht. Diese Abteilung zeigt, wie durch die Ver- wertung wisicnschaftlicher Forschung Die Ertragfähigkeit unseres Bodens auf ein Mehrfaches gesteigert werden kann. Daran schließen sich Die Landmaschinen zur Bodenbearbeitung, Aussaat und Ernte an. 3m Brauerwesen erweckt Die Gegenüberstellung einer bayrischen Brauerei ohne alle Ma- schinen vor hundert Jahren mit einer modernen Großbrauerei allgemeines Interesse. gießt. Daß er seine Zigarre in der Milte anbrennnt, oder daß ihm das Anzünden nicht gelingt, weil er das Streichholz weit davon holt. Zwei Ursachen sind es im wesentlichen, die uns Das körperliche Sehen Durch Die Zweiäugigkeit vermitteln : Je näher uns ein (BegenftanD ist, je näher uns also Der Schnittpunkt Der Ihn erfassenden Seh- strahlen liegt, desto mehr müssen wir Die Achsen Der Augen aus ihrer gleichlaufenden Stellung zusarn- menbewegeil, so daß sie sich also ihre Verlängerungen näher vor unserem (Besicht schneiden. Der Winkel Dieser Verdrehung, mag er auch noch so Balancierdampfmaschine von Watt. klein fein, gibt uns ein Maß für Die (Entfernung Des betrachteten Gegenstandes, Denn wir wissen ja aus Der Geometrie, Daß Die Höhe eines Dreiecks — in diesem Fall die Entfernung Des Gegen- ftanDes — bekannt ist, wenn wir Die Grundlinie — Die (Entfernung Der Augen von cinanDer — und Die beiden anliegenden Winkel — die Winkel der Sehslrahlen gegen Die GrunDlinie — kennen. Es wirkt aber InsbefonDere noch ein zweiter Umstand mit: Wenn wie einen nahen Gegenstand mit zwei Augen betrachten, so verdeckt er für das eine Auge einen anderen Teil Des Hintergrundes, als für das andere: man kann sich hiervon leicht überzeugen, wenn man mit ausgestrecktem Arm den senkrecht ausgestreckten Zeigefinger abwechselnd mit dem rechten und mit dem linken Auge beirachlel. co erzeugen die logenannten stereoskovischen Bildpaare beim Betrachten durch einen sie zusammen- faffenben Apparat ein körperliches Bild, weil sie mit zwei Apparaten gleichzeitig ausgenommen sind. Die etwa Augenabstand von einander hoben. Leider wird Dabei viel Betrug verübt: Ungemein viele Stereoskopbilder finb einfach in der Weife hergestellt, Daß zwei gleiche Photographien, Abzüge von derselben Platte, neben einander geklebt finb: Solche Bilder können natürlich niemals ein körperliches Bild Hervorrufen. Neben diesen beiden Haupturfachen wirken noch viele andere zum körperlichen Sehen mit, so z. B. insbesondere der Schatten, und zwar sowohl der Schatten, den die Körper auf andere Körper werfen, als auch der, der auf sie fällt — z. B Der Schatten des oorgestreckten Arms auf die Brust —, Die VerfchieDenheit Der Beleuchtungsstärke Der Flä- chen eines Körpers, Die Größe eines Körpers — je ferner er uns ist, Desto kleiner sieht er aus — Die Schärfe, in Der er uns erscheint unD manches anDere. Wie ist es nun mit Dem räumlichen Hören? Bekanntlich können wir mit ziemlicher Genauigkeit feststellen, aus welcher Richtung ein Schall kommt unD haben auch ein Gefühl für Die (Entfernung Der Schallquelle. Wir hören also auch räumlich, wie wir Blick in Die alte Papiermühle. Räumliches Fernhören. Von Karl Ammon. Dem Menschen sind zwei Augen gegeben; nicht etwa Deshalb, weil DasAuge ein so ungeheuer wichtiges GlieD für Den Menschen ist, daß ihn Die 'Natur gewissermaßen mit einem zweiten Kluge, einem '.Dorratsauge, ausftatten wollte, lonDern um ihm Das körperliche Sehen zu ermöglichen. Wir sehen ja unsere Umwelt nicht wie ein aus eine Fläche gemaltes Bild, sondern wir haben bei ihrem Anblick Den Deutlichen Eindruck ihrer Körperlichkeit, der (Entfernung der Gegenstände und ihrer Teile von uns — unD Das verDcmken wir Dem Umstande, daß wir zwei Augen haben. Der Einäugige, namentlich Der von Geburt (Elnanäugige, entbehrt Diesen Ein- Druck: er kann keine (Entfernungen abschätzen: bei ihm kommt es vor, wenn er sich nicht Durch Tasten über die Entfernungen vergewissert. Daß er Den Kaffee vor oder hinter der Tasse auf Das Tischtuch Da» Unter- und Erdgeschoß fasten In erster Linie Gebiete aus Dem Bergbau unD Der Maschinen- technlk. BeginnenD mit Der Gruppe Geologie kommen wir zum Bergwesen. Die Darstellung beschrankt sich nicht Darauf, BilDer unD Modelle zu zeigen, nein, die einzelnen Raume sind zu scheinbaren Bergwerken ausgebaut, fo Daß wir glauben, uns wirklich tief unter Der (Erbe zu befinden. Wir sehen, wie Erz vor mehr als 300 Jahren im Tagbau gewonnen wurde, die Einrichtungen eines modernen Bergwerkes zum Teil betriebsfertig. Besonders interessiert ein mexikanisches Gold- bergroirt. Meisterhaft ist die Salzgewinnung dar- gestellt, an die sich das Stein- und Braunkohlen- bergwerk anschlietzt. (Einen würdigen Abschluß diese» Gebietes bietet eine alte Bergwcrkgebetstube. Darauf folgen Die zum Bergbau erforderlichen Maschinen sowie Die Anlagen zur Verschüttung Der Erze unD Stahlbereitung. Feuer am Nordpol« Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von Laffert. 38 Sortierung. (Nachdruck verboten.) Besonders wurden die Leistungen der deutschen Führer und Ingenieure erwähnt, aber auch Amerika, Japan und Rumänien erhielten ihren Dank ausgesprochen. Frankreichs Intrigen wurden nur kurz mit dem Hinweis auf die fehlgeschlagenen Störungsversuche einer stets Unfrieden stiftenden Macht abgetan. Nach dem Frühstück forderte Stratoff die Fürstin zu einer Autofahrt durch die neuerstandene Großstadt des fernen Ostens auf. Gern willigte Linda ein, und in gemäßigter Fahrt ging es über die weiten, großzügig angelegten Boulevards, vorbei an prächtigen Regierungsgebäuden, großen Kaufhäusern, Theatern und Kinos bis zur Chinesenstadt, wo das dichtgedrängte, unübersehbare Gewimmel des Ostens herrschte. „Ich begreife nicht, wie dieses Land sich so schnell von der Revolution erholen konnte", sagte Lindo. „Es liegt eine naturwüchsige Kraft im russischen Volke", erklärte Stratoff. „Zunächst mußte man die Leute nn Arbeit gewöhnen, und das haben wir Bolschewisten mit eiserner Zuchtrute erreicht. Weiterhin gaben wir aber auch den Unternehmern die Möglichkeit, sich neue Reichtümer zu erwerben. Denn der Staat vermag nie die Initiative des einzelnen zu ersetzen. Wenn ich mich selber seziere, so muß ich eingestehen, daß auch ich bereits auf dem besten Wege bin, zur Partei des Reichtums und der Intelligenz überzuschwenken, weil ich keine Lust verspüre, eines Tages zu den Besiegten zu gehören. Aber das muß zwischen uns beiden bleiben, sonst könnte man mir doch noch einen Strick daraus drehen. Aus demselben Grunde lehnte ich auch das mir mehrfach angebotene Amt eines Volkskommissars ab. Wozu sich unnötig exponieren?" „Und doch spielen Sie eine bedeutende Rolle in Ihrem Lande," sagte Linda. „Der uns unentgeltlich zur Verfügung gestellte Extrazug von Wladi- wostock bis Moskau und der Empfang durch die Behörden beweisen es zur Genüge." „man schätzt mich als überzeugten Kommunisten, der mit den Waffen des Kapitalismus unser Land in die Höhe zu bringen versucht. Und für unser Unternehmen hat man nach meinen Berichten besonderes Interesse." „Was wird nun weiterhin geschehen?" „Ich informiere die Regierung persönlich und versichere mich ihrer weitgehenden Unterstützung, sofern nicht das Geld in Frage kommt, denn das haben sie selber nickt. Dann versuche ich, mit Hilfe meines deutschen Kompagnons das Unternehmen ausreichend zu finanzieren. Unterdessen bleiben wir aber auch sonst nicht untätig, sondern werden sofort mit dem Bau neuer, großer Flugzeuge beginnen." „Und wann wird der nächste Flug zum Nordpol stattfinden?" „Nicht vor Anfang nächsten Sommers. Sie haben also vollauf Zeit, Ihren Winter in Kairo ober Biskra zu verbringen." „Ich will dieses Jahr nicht verreisen", sagte Linda. „Vorläufig bedarf ich etwas Ruhe. Und dann bleibe ich lieber in Rumänien. Dort bin ich nicht zu weit vom Felde Ihrer Tätigkeit entfernt. Als einer der Gründer des Unternehmens muß ich mich von Zeit zu Zeit von den Fortschritten überzeugen. Und der Flug von Saratu oder Bukarest nach Kalmikowskaja ist ja nicht allzu weit" 15. Nagel war auf Stratoffs Wunsch von Moskau aus direkt nach Berlin gefahren und hatte den Großindustriellen Herrn Hagen, den geheimen Geschäftsfreund des Russen, in einem dringenden Brief um eine persönliche Unterredung gebeten. Umroenbenb erhielt er folgendes Telegramm: „Sie werden ersucht, am 26. dieses Monats 3 Uhr 45 Min. nachmittags den v-Zug Nr. 15 in Lehrte zu besteigen. Herr Hagen hält sich bis Celle zu Ihrer Verfügung. Wagen 5, Sitzplatz 1—4." Nagel fuhr morgens nach Lehrte und stand zur angegebenen Zeit vor dem bezeichneten Abteil erster Klasse, dessen Vorhänge zugezogen waren. Ein auf dem Gange stehender Herr fragte ihn, w?n er zu sprechen wünsche. Der junge Ingenieur zeigte schweigend sein Telegramm. „-Ich werde Sie anmelden", erklärte der Herr. „Doch müssen Sie mir kurz den Zweck Ihrer Unterredung sagen." „Es handelt sich um persönliche Mitteilungen Herrn Stratoffs aus Kalmikowskaja." Der Herr verschwand, und gleich darauf wurde Nagel eingelassen. Ein mitelgroßer, einfach aussehender Herr in kurz geschnittenem, dunklem Dollbart sah in der Ecke und diktierte einer Sekretärin in die Schreibmaschine. Zunächst schenkte er dem jungen Ingenieur keine Beachtung, sondern ließ den Brief beenden. Dann sagte er kurz: „Fertigmachen und gleich zur Unterschrift Herdringen." Die Sekretärin erhob sich und verschwand. Hagen wandte sich an Nagel. „Bitte Platz nehmen und kurz berichten." Eine plötzliche Verlegenheit ergriff den jungen Ingenieur, so daß er feine wohloorbereitete Rede vergaß. Dann riß er sich zusammen und begann: „Ich war der Leiter der gerade zurückgekehrten Nordpolexpedition." „Meinen Glückwunsch zu dem schönen Erfolge. Wo befinden sich die übrigen Teilnehmer?" Heute wohl bereits in Kirgisia. Ich verließ sie in Moskau." „Bitte weiter." „Im Auftrage Herrn Stratoffs soll ich von den Resultaten unserer Reise berichten." „Gut. Aber bitte recht kurz. Alles Wissenschaftliche fortlaffen und nur die greifbaren Ergebnisse erwähnen, falls es solche gab." „Wir entdeckten ein großes Platinlager, das leicht auszubeuten ist. Dadurch werden wir imstande sein, binnen kurzem alle Unkosten der Unternehmung zu decken." „Brachten Sie Proben mit?" „Wir hatten weder Zeit noch Werkzeuge, um die Ader anzufchlagen. Nur durch die Wünschelrutentätigkeit des Herrn Sanders wurde sie fest- gestellt." „Ich hörte- bereits von ihm. Was verbürgt, daß er sich nicht irrt?" „Meine felsenfeste Ueberzeugung, die sich auf seine glänzenden Erfolge stützt. In Rumänien war ich mehrfach Zeuge unfehlbarer und ans Wunderbare grenzender Ergebnisse." „Fanden Sie sonst noch etwas?" „Kohle, deren Abbaufähigkeit zweifelhaft ist, und ein großes Eisen- und Erzgebiet. Vor allem ein unermeßliches Erdöllager in geringer Tiefe." „Halten Sie die In Ihrer Denkschrift angeführte Aufstellung einer Kraftstation am Nordpol für ausführbar und vor allem für gewinnver- sprechend?" „Die Wirklichkeit übertraf meine Hoffnungen." „Das freut mich", sagte Hagen. „Was wollen Sie aber von mir?" „Ich hoffe, daß Sie unsere Vorbereitungen finanzieren, um schließlich der ausschlaggebende Faktor des ganzen Unternehmens zu werden. Da ich nun weiß, wie sehr Ihre Zeit belastet ist, so mache ich den Vorschlag, einen Ihrer sachverständigen Angestellten zu beauftragen, das ganze Problem eingehend mit mir durchzusprechen. Vielleicht gelingt es, ihm die Ueberzeugung beizubringen, daß mein Plan keine Utopie ist." „Der Vorschlag läßt sich hören. Nehmen wir also einmal meine Bereitwilligkeit an, Ihnen zu helfen. Welcher 2lrt sollen Ihre vorbereitenden Un- ternehungen fein?" „Als erstes muß so schnell wie möglich bas Platinlager ausgebeutet werden, damit wir Betriebskapital in die Hand bekommen. ^Jm Laufs dieses Winters bauen wir eine Anzahl großer Flugzeuge, die bei Beginn der guten Jahreszeit das nötige Material sowie die auserwählten Arbeiter und Ingenieure zum Pol bringen." „Wieviel Arbeitskräfte haben Sie vorgesehen?" „Anfangs sollen es vierzig Männer fein. Dis Hälfte wird direkt an den Arbeiten zur Platingewinnung beschäftigt, der Rest sorgt lediglich für die leiblichen Bedürfnisse der ganzen Kolonne. Hierher gehören: Einrichtung der Unterkunftsräume, Sorge für Essen und Kleidung, Aufstellung und Bedienung der Maschinen für Heizung und Beleuchtung, Entladen der neu eintreffenden Flugzeuge und ähnliches." „Haden Sie das Gewicht des Materials berechnet, das vor Beginn der Arbeiten herbeigefchafft werden muß?" „Ich stellte es auf sechzig Tonnen fest." „Dann brauchen Sie aber eine große Anzahl von Flugzeugen." „Der neue Typ unserer Maschinen vermag bet voller Bemannung noch eine Nutzlast von einer Tonne zu tragen." (Fortsetzung folgt.) „Proben Sie, dann loben Sie!“ Dreiring eine In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Preis: Paket 45 Pfennig. 2738V ocooooooocooodqcdo Jetzt ist es Zeit eine Blutreinigungskur . zu machen! Das Wirksamste, Bene u. Reellste ist MDolW 1 Flasche Mk. 2,10 und Mk. 1.20 Reformhaus Kreuzvlatz 5. aie8 Hein-Schoille alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. Eintritt frei! Eintritt frei! Eröffnung von laufenden Rechnungen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots Eröffnung v. provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Ankauf von Wechseln auf Inland u. Ausland Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen sehr schnell, wenn man den Schaum von Zuckcr'sPatent.Medizinal-Seife abends eintrodnen läßt. Schaum erst morgens abwaschen u. mit Zuckooh-Creme nachstreichen. Großartige Wirkung, von Taufenden bestätigt. In allen Apotheken, Drogerien, Parfümerie-u. Friseurgeschästeu. Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes DeiiMioaliule Volkspariei Mittwoch, den 13. Mai 8« Uhr abends im Eewerbehaur Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Versetzung des 1. Vorsitzenden. 3. Parteitag in Frankfurt am 17. d. M. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erbittet 4839c der Vorstand. Stahlkammer mit Schrankfächern unter Selbstverschluß der Mieter 3256D Frisch gebrannter EdWelHMtouWf sowie sämtliches Baumaterial Künstliche Dünger: Kalidüngesalz, Natron-Salpeter, schwefels. Ammoniak auf Lager vorrätig bei wilh. Rühl, Srohen-vuseck 4844D Telephon Nr. 1. Herz & Co Bankgeschäft Neuen Baue 23 Gießen Tel. 1303 u. 1304 VORTRAG über Kochen, Braten und Backen im neuen Modell des Rieschel - Wellsieb - Grudeherdes am Dienstag, dem 12. Mai, um 4 Uhr im Saalbau Sauer. 4789V — Hanea-Handels-Schule = J. Kunzeimann Tel. 821. Gießen. Balinhof»tr.60 vormals Hermes. Kurse in allen Handelsfächern und Fremdsprachen. Anmeldung täglich. Prospekt und Auskunft frei 4720a WON empfiehlt in la Qualität Saat-Niemand Inh.: Eugen Scheel us-v Mäusburg 17. Gießener Hochschulgesellschaft und Gießener Studentenhilfe TTTTTTTTnTi7iiihii.iiiiiininiimrnTinriTTriiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiniiiiiiHiiiiiimiiiiiiiiihniiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiirrnTTTnTinT.rm Geselliger Abend am Sonntag, dem 17. Mai, in den Räumen der Universität, Ludwigstraße 4 Uhr: Märchenstunde für Kinder im Radioraum (kleine Aula, Dierröhren- apparat von der A. E. G. mit Lautsprecher),' anschließend Radiovor- sührungen daselbst. 5 Uhr: Konzert in der Reuen Aula. Mitwirkende: der Casseler a-eappella-Chor unter Leitung von Herrn Laugs, 1. Kapellmeister des Casseler Staats- theaters, sowie die Herren Andreae (Violine), Delp (Klavier), Schliep- hake (Cello). 7 Uhr: Einfaches Abendessen im großen Hörsaal, Tischmusik. Darauf geselliges Zusammensein mit künstlerischen Darbietungen, Radiovorführungen, Studentenorchester, Tanz, Erfrischungen. Verlosung: Hauptgewinn ein Dierröhren-Radioapparat von der A. E. G. mit Lautsprecher. Eintrittskarten zu 2 Mark, Kinderkarten für die Märchenstunde zu 50 Pf. bei Herrn E. Challier, Neuenweg- Frau M. Huntemann, Seltersweg; in den Möser'schen Zigarrengeschäften,- der Ferber'schen Buchhandlung, Seltersweg,' im Studentenheim- sowie an der Kasse. Studentenkarten zu 1 Mark bei Hausverwalter Ritter und im Studentenheim. Bei günstiger Witterung findet vormittags von 11.15 bis 12.15 Militär- Konzert unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters W. Löber mit Blumenverkauf vor der Universität statt. 4833D Die für Ticustno, den 12. Mai 1925 angefetzte Holzversteigerung Nr.7 findet in der Gastwirtschaft Will». Sckepv, Taajcn, statt. 4852D Grünberg, den 11. Mat 1925. Hess, stz-orstamt Gr ün b er g. Bringe mein Geschäft empfehlend in Erinnerung Franz Bock Tapezierer,Polstereru.Dekorateur Liebigstr. 93 Telephon 2432 4605D Dienstag, den 12. Mai, abends 8.30 pünktlich, im Vorlesungsgebäude, Hörsaal 44 — Vortrag —■■■ — des Professors D. Wilhelm Lüttge, Heidelberg: Religion und Kunst Eintrittskarten (Mk. 0.80, für Studenten Mk. 0.40) am Saaleingang. — Um Interesse bittet 04103 die Giehener Theologenschaft. Trinkt „CHABESO“ (zuckergeiükt) DaS vorzügliche Taselgetränk, der Labetrunk der Sportwelt aS ideale Erfrischungsgetränk. Aus reinen Naturprodukten hergestellt. Man verlange überall Cbabeso. ftemlptc Schnftl-'tt lagundEcl Anschnst!' *pS 5*b“u Sieben«^ Heimat Malr-v 9@olbmQrl Pfennigs auch W’ von einzeln Sas c * Di/r llu Süiijt nst'ch-LanM verkehr im der Eifenba! nehmen. Di cültonlu (generalkon! Ämt und : Polen huri Paron Un Beratungen auf Grund ' den, dauerte hal Dorläufi --largard nn schtigung ncl verständige i Polin Derli §cr QIntici siger Kon der Dur der sich da eignete, zu rcgung Folg: geh yetoorfen, nutze, sond Der „Vazel die (i6fur£h Lnglu.f Do scheu <>te fei Liefe Meinung a Acichsrcgier fremden. Eine folcfc Ms objefi «flicnin? s Wfd'c veru i’tutjdjt tag! "Skrai Mu M Uch i üMLchi tii ribor nut lourde unt nichts aus polnisch