Samstag, Ttpffi 1925 175. Jahrgang «r. 85 Erstes Blatt 50 50 75 »31 3707c MB f null X>*' We/ w/^ezr kommenden Parteien dem cntgegcntrcten fomt- ten Marsal bespricht dann die Frage der Do r - schüsse der Dank von Frankreich an den Staat uitb gibt ju, daß wiederbvlt uic Praxis geübt wurde, den gesetzlichen Rahmen zu überschreiten, was später je nach Möglichkeit wieder ausgeglichen wurde. Solange der Notenumlauf die gesetzliche Höhe nicht ubev- schritlen habe, föimc die Dank von Frankreich Gefchästspapiere diskontieren, und zwar über die Höbe der vorgeschriebenen Vorschüsse hinaus. Das' sei auch 1924 geschehen Der Notenumlauf sei 1924 niemals höher gewesen als 41 Milliarden. Plötzlich 1925 sei der Umlaut scharser gewesen, aber niemals sei die Grenze von 41 Milliarden überschritten worden. Gelände sür 40 bl5 & Wben. l0te unter«anbee :r erbeten. , Paris, 11. April. (Sil.) Das Kabinett Herriot hat gestern nachmittag im Senate ine Niederlage erlitten. Nach sechsstündiger Debatte über das Finanzprogramm der Regierung blieb Herriot in der Abstimmung über die Vertrauensfrage mit 156 gegen 132 Stimmen in der Minderheit. Herriot begab sich unmittelbar nach der Abstimmung zum Präsidenten Doumergue, um ihm die Demission des Kabinetts zu unterbreiten. Die amtliche Mitteilung über den Rücktritt des Kabinetts Herriot hat folgenden Wortlaut: „Anschließend an die Abstimmung hat sich der Ministerpräsident in Begleitung feiner ‘Mitarbeiter gestern abend um 10.10 Ahr in das Elhsee begeben, um dem Präsidenten der Republik das Rücktrittsgesuch des Kabinetts zu überreichen. Doumergue hat das Gesuch angenommen und die Minister ersucht, bis zur Bildung des neuen Kabinetts die Geschäfte w eiterju* führen. Bei der Aeberreichung des Rücktritts- gesuches dankte Herriot dem Präsidenten der Republik für die vertrauensvolle Mitarbeit und die wertvollen Ratschläge, die er dem Kabinett stets erteilt habe. Doumergue gab feinem Bedauern über den Rücktritt Ausdruck und zollte der Tätigkeit des Ministerpräsidenten und seiner Mitarbeiter vollste Anerkennung. Die Anter- redung dauerte 10 Minuten. Ostergedanken. Don Professor Dr. Rudolf Gucken. DaS Osterfest gehört zunächst der Religion, im besonderen dem Christentum, aber über die einzelnen Religionen hinaus ist es ein hohes Fest der ganzen Menschheit, wir feiern in ihm nicht nur das Wiedererwachen der Natur aus dem Winterschlaf, wir feiern auch das Wirken und Walten des schaffenden Lebens, das unablässig die geistige Welt durchdringt und uns zu neuen Aufgaben beruft. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis znm Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichbei^ preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette brtlichö, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re» Klame-Aiizeigen v 70mn) Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift20° .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Fricdr. Will). Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschemi für den Anzeigenteil: Hans Beä^ sämtlich in Gießen. Nach seiner Ansicht ist alles auf die Vertrauens- krise zurückzuführen. Diejenigen, die die Politik der gegenwärtigen Regierung unterstützten, seien die Arheber dieser Krise. 19" WM Sie in bet MM S'Ss? . bewahrte Fabrikate | in größter Auswahl / Papiere, Platton, Rolbu.Packfilms an. Lager 35*0' ii«mm Sohul- MW MI « Sß MW Sc» üiili M ft unb zu günstigen 8t< igerWalltorltrL«-, m Sauer iefien T^levd. HU Herriot in der Kammer. Die verfehlte Finanzpolitik früherer Kabinette. Paris, 11. April. (Wolff.) Der entscheidenden Sitzung im Senat, in der Herriot in die Minderheit gesetzt wurde, ging eine Sitzung der Kammer voraus, die unter auherordent- lichem Andrang des Publikums zu den Tribünen stattfand, da bekannt geworden war, daß der Ministerpräsident sich über die Finanzlage Frankreichs eingehend äußern werde. Die von den Regierungsparteien eingebrachten Interpellationen tourben von dein Vorsitzenden der radikalen Kammerftaltion, demXAbg. Gazals, kurz begründet, worauf der Ministerpräsident, nachdem die Regierung die sofortige Diskussion der Interpellationen angenommen hatte, das Wort ergriff. Er erklärte, er wolle dein Lande die volle Wahrheit sagen, da die Lage zu oft in unverantwortlicher Weise falsch dar- gestellt werde, was unangenehme Folgen nicht nur im Innern, sondern auch im Ausland zer- tigen lönne. Er werde ziffernmäßig beweisen, daß die Lage nichts Beunruhigendes habe, wenn die nötigen Anstrengungen nicht nur füi die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft unternommen würden. Von der Kriegs- Periode. in der sich die Schuld. Frankreichs um 145 Milliarden Franken vermehrt habe, wolle er nicht sprechen, sondern nur von der Nachkriegszeit. 1920 habe er von seinen Freunderr, obzwar sie sich in der Opposition befunden hatten, verlangt, die von der Regierung angeforderten (Steuern zu bewilligen. Aber schon damals habe er erklärt, daß sie ungenügend seren. Tie gleiche Erklärung sei von der damaligen i Opposition im Jahre 1921 abgegeben worden, i Seine (Herriots) Partei habe ausdrücklich er- । klärt dah der A"g'nblick gekommen sei, um vom Lande die notwendigen Opfer zu fordern. Clementel habe in seiner Bilanz nachgewiesen, dah die Nachkriegszeit mit ihren 165 Milliarden Franken Anleihe Frankreich teu- i-cr au stehen gekommen sei als die K r i e g s z e i t mit ihren 145 Milliarden Aus- das müsse man dem Lande sagen. Nicht die 22 Milliarden Franken Vorschüsse der Bank von Frankreich feien es, die die Lage beschwerten. Man spreche von Schuldigen! Da muss? man doch von denen sprechen, die diese Rückzahlungstermine borbereitet haben, und nicht von denen, die sie zu erfüllen haben. Trotz aller Bedrohungen werde er seiner Pflicht treu bleiben und den Franzosen sagen: Die Anstrengungen, die man von euch fordert, leistet sie freiwillig, denn Ihr werdet eine gute Handlung vollziehen und auch ein gutes Geschäft machen. Anstatt den Zinssatz hinaufzutreiben, werdet Ihr ihn Herabsehen und damit in ge- wissenr Sinne Steuerreformen erhalten. Die Regierungsparteien bringen dem Ministerpräsidenten Herriot eine grobe Ovation dar. Der oppositionelle Abg. Dokanowski erklärt. Hbrriot habe nichts anderes getan, als die Angriffe zu wiederholen, die gegen d i e ehemalige Mehrheit gerichtet worden seien. Die Regierung scheine zu vergessen, dah die Anleihen, von denen man gesprochen habe, abgeschlossen wurden zur Bezahlung des Wieder- aufbaus und der Kriegspensionen. Die Unruhe, die sich im Lande kundgegeben h Umlaufs alle Bedürfnisse befriedigen können. Diesen Spielraum habe die jetzige Regierung „auf gegessen". Das sei ein vielleicht entschuldbarer Irrtum. Wenn man sich täusche, ohne gewarnt worden zu fein, könne man mildernde Lim stände für sich in Anspruch nehmen. Aber die jetzige Re- gierung sei gewarnt worden, denn am 29. Dezember habe der Gouverneur der Bank von Frankreich Finanzminister Clenientel auf die drohende Gefahr einer steigenden Inflation I)ingctoiefen; am 5. und 26 'Februar seien nochmals Warnungen erfolgt. Ministerpräsident Hei - riot habe hierauf geantwortet, dah die Regierung alles Erforderliche tun wolle um eine Erhöhung des Notenumlaufes zu verhindern. Schon am 15. Januar 1925 sei die gesetzliche Grenze des Notenumlaufs überschritten worden um 1360 Millionen und am 12. März um 2623 Millionen und am 2. April um 3-130 Millionen. ein Appell an daS Doll gerichtet werden müsse, um grobe Opfer zu bringen. Diese Opfer habe er erst bringen wollen, nachdem das Budget ausgeglichen worden sei. Die großen Finanzleute und die groben Industriellen, die behaupteten, sie müßten ihm das Vertrauen verweigern, hätten doch ihr Privatbudget in Ordnung gebracht. Warum solle er als Minist erpräsident nicht die Finanzen des Landes in Ordnung bringen? Die <3 t c uer n seien nicht richtig eingegangen. Man habe die Gerichte in Anspruch nehmen muffen, um gegen die Steuerhinterzieher vorzugehen. Unter feinem Vorgänger fei es in gewissen Augenblicken möglich gewesen, eine Jn- slationspolitik zu betreiben. Das sei bei ihm nicht geschehen. Das Land wisse sehr wohl, dah die innere Politik nicht frei-sein könne, U>enn sie von den Finanzen beherrscht werde. Die besten Freunde Franweichs im Auslande forderten dazu auf, die Finanzlage wiederherzustellen. Es scheine, dah seine Regierung für alles verantwortlich gemacht werde. Der Augenblick sei gekommen, um das Land vollkommen über die Lage aufzullären. Das Land müsse auf“ h o r che n, denn er werde jetzt alle 'Verpflichtungen des Landes befanntgeben: Am 1. Mai 3 Milliarden, am 25. September die Rückzahlung der Obligationen vom Jahre 1922 in Hohe von 8.236 Milliarden und am 8. Dezember im Betrage von 10,9 Milliarden. Das sei das Glück, das die Regierung, die dann am Ruder sei, erwarte. Also am 25. Dezember seien 18 Milliarden Franken zuruckzu- zahlen. Im Jahre 1924 habe man von 4 Milliarden, die zurückzuzahlen gewesen (seien, 1,8 Milliarden zurückbezahlt. Wenn das Vertrauen sich m der gleichen Weise aufrechterhalten lasse, müsse der Finaiizminister immerhin noch 6 Milliarden finden. Das dürfe man nicht verheimlichen, Die Natur untersteht dem sogenannten Träg- heitsgesetz. gemäß dem die Erscheinungen in dem vorgefundenen Stand der Ruhe oder Bewegung beharren, bis von außen her eine Veränderung eintritt, die geistige Betätigung dagegen gerat sofort ins Sinken, wenn nicht eine ursprüngliche Straft an fie gesetzt wird: ohne eine Erneuerung vermögen sich die äußeren Formen des Großen imb Echten erhalten, aber sie entbehren belebenden Geistes, sie werden ohne ihn zu emer Sache geistloser Gewöhnung und blinder Nachahmung. Alles Aufstrebende hat einen harten Kampf nicht nur gegen die stumpfe und gleichgültige Menschheit, sondern auch gegen das Kleinmenschliche Im Menschen selbst zu führen, so befindet es sich In fortwährender Spannung und Aufregung. Die Unsicherheit und der Zweifel, die daraus erwachsen. find nur zu heben durch ein Ergriffen- werden der Seele, durch die höhere Macht, durch cin geistiges Wunder, das wie ein überwältigender Strom an fie kommt, und ihrem Streben eine deutliche Richtung anweist. Das Geistige muh immer neu geboren werden, gegenüber den zahllosen Hemmungen und Widerständen des Sa» seins ja gegenüber der scheinbaren Vernichtung bedarf es eines zuversichtlichen Glaubens an hie Möglichkeit einer Steigerung nicht nur an einzelnen Stellen, sondern des ganzen Wesens, «m reine Ansänge, an eine Befreiung von den drückenden Bindungen der Umgebung, bedarf es hen wird, zu der alle Signal ar- machte . hro Zustimmung bereits erteilt haben. Man nimmt an, daß im Sommer der Koni g, die Vertreter der Regierung und des Storthings anläßlich der offiziellen lieber= nähme Spitzbergen einen Besuch abftatten werden. Kleine politische Nachrichten. Der Minister für die besetzten Gebiete, Dr. Frenken, hat eine Reise nach dem besetzten Gebiet an getreten und sich zuerst nach Köln begeben. Don dort wird er in Begleitung des Gen er al-Reichskommissars Schmid eine Reihe von Städten des besetzten Gebiets besuchen. Am Freitag, vormittag fand die Urabstimmung über den am Mittwoch für verbindlich erklärten Schiedsspruch im Hamburger Verkehrsstreik statt. Da sich eine Zweidrittel- Mehrheit für die Wiederaufnahme der Arbeit ergab, ist die Arbeit wieder ausgenommen. Der Verkehrsstreik, der fast 14 Tage dauerte, hat damit sein Ende erreicht. Die offizielle Lettische Agentur teilt mit, daß die Sowjetregierung die Absicht habe, mit den baltischen Staaten einen Garantievertrag abzuschließen. Eine Bestätigung der Meldung von russischer Seite steht noch aus. Zwischen dem englischen Kvlonialminrsterium und der ausftalischen Regierung ist ein Abkommen getroffen worden, wonach in den kommenden 10 Jahren sich in Australien 450 000 englische Auswanderer niederlassen können. Die australische Regierung hat dafür von England einen Kredit in Hohe von 34 Millionen Pfund erhalten. Dieser Kredit soll in der Hauptsache zur Landesmelioration verwendet werden. ♦ Freitag ist der seit längerer Zeit erwartete Rücktritt des amerikanischen Kriegssekretärs Weeks erfolgt, der vom Präsidenten angenommen worden ist. Als Grund zu bet Demission gab Weeks fernen Gesundheitszustand an. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunqlückin Spanien Barcelona, 10. April. (WB.) Havas meldet aus Barcelona: Vergangene Rächt hat sich auf der elektrisch betriebenen Strecke von Sarria nach Bonnanvva ein schweres Eisen- bahnunglücr ereignet. Der Güterwagen eines aus zwei Wagen dritter Klasse und einem Wagen zweiter Klasse bestehenden Zuges, der mit etwa 180 Ausslüglern beseht war und der angeblich mit einer Geschwindigkeit von 110 Km. fuhr, entgleiste an einer schar- f c n Kurv e. Der entgleiste Wagen fuhr eine Strecke lang neben den Schienen weiter. Schließlich wurden auch die anderen Wagen zum Entgleisen gebracht und gegen bte Tunnel- wand geschleudert. Bis jetzt wurden 2 6 L eichen geborgen, 105 Reisende sind verletzt, von denen mehrere entsetzlich ver- l stüwmelt find. Unter den Verletzten sind zanirctcye Kinder. ’JICan benrvQter, öaft noch weitere 50 Personen ihren Verletzungen erliegen werden. vom Zuge überfahre». Der Metzgermeister Scheidt aus Duisburg be» fand sich mit einem Dogcart auf der Rückfahrt von Gladbeck nach Duisburg. Zwischen Osterfeld und Oberhausen scheute plötzlich das Pftrd und rannte gegen eine geschlossene Eisenbahnschranke, Scheidt wurde auf den Bahnkörper geschleudert, Im gleichen Augenblick nahte ein Eifenbahnzug und fuhr dem Metzgermeister beide Arme und Beino ab. Der Tod ist auf der Stelle ein getreten. Zusammenstoß zwischen Zug und Auto. Heute morgen 7 Uhr fuhr an einer Straßen« kreuzung ein Eisenbahnzug der Bröhltalbahn gegen ein französisches Prioatlastauto, dessen Führer noch schnell vor dem Zuge das Geleis überqueren wollte. Das Auto und sein Anhänger wurden 100 Meter mitgefchleist und vollständig zertrümmen. Der ftraftmagenfüßrer und sein Begleiter wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Von den Fahrgästen des Zuges wurde niemand verletzt. Die Lokomotive ist nur leicht beschädigk. Zwei Deutsche in Genua schwer verwundet. R om, 9. April. (WTB.) Zwei junge Deutsche aus Nürnberg namens Johann Laib und Paul Üneittinger, die sich während der Nacht in der Umgebung von Genua bei Mondschein ergingen, gerieten, ohne es zu wissen, in d ie Umgebung der Sperrforts. Sie verstanden den Anruf der Schildwache nicht. Die Schrldwacho geb Feuer und verwundete beide schwer. An der gleichen Stelle ist vor wenigen Monaten eine Englände r i n einem ähnlichen Vorfall zum Opfer gefallen. Wie das „Giornale d'Jtalia" berichtet, werden die beiden Deutschen als der Spionage verdächtig im Hospital von der Polizei überwacht. Im Hotel wurde ihr Gepäck beschlagnahmt. Fünffacher Mord eines Eifersüchtigen In Hillemühle in Nordböhmen tötete der Glasschleifer H a snel, der mit seiner Werbung zurückgewiesen worden war, aus Rache den Gast wirt Popperk, dessen Frau, Tochter und zwei Söhne. Der Täter wurde verhaftet. Schweres Erdbeben in Mexiko. Paris, 10. April. (Wolff.) Wie die „Chicago Tribüne" aus Mexiko berichtet, ist Sombreret, eine Stadt von 10 000 Einwohnern imStaate Zacatecas, im Mittelpunkt des Silberberggrubengebietes, fast vollständig durch die Eruptionen benachbarter Vulkane und durd) zu gleicher Zeit fid) etwa zwölfmal wiederholende Erdstöße zerstört worden. Man glaubt, daß Hunderte von Menschen ihr Leben verloren haben. Ueber das Gebiet wurde der Kriegszustand verhängt. Die genaue Zahl der Toten und Verwundeten wird erst in einigen Tagen festgestellt werden können. Erdbeben in Tokio. Nad) Blättermeldungen aus Neuyork wurde Tokio gestern von mehreren heftigen Erdbeben heimgefucht. Ueber den angertd)teten «schaden liegen noch keine Meldungen vor. EOveres Schadenfeuer in Bergen. Bergen, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Hier brach ein Grvßfeuer aus. Sechzehn Häuser, größtenteils Warenlagen am Hafen, sind zerstört worden. Man veranschlagt den Schaden an Gebäuden und Warenlagern auf 3 bis 5 Millionen Kronen. Zwei Deutsche erschossen. Zu den vor einigen Tagen durch die Presse gegangenen Meldungen Über die Erschießung der Brüder Wilhelm und Johann D v h m e n aus Esch Weiler und die Verwundung des August Schuhmacher aus Stolberg durch einen französischen Posten, der die Genannten auf dem französischen Schießstand bei Stockheim fKreis Düren) beim Kugelsuchen angetroffen hatte, erfahren wir von zuständiger Seite, daß die deutsche Botschaft in Paris bereits angewiesen wurde, den Vorfall bei der französischen Regierung zur Sprache zu bringen und eine gebührende Bestrafung des schuldigen Soldaten und Anordnungen zu verlangen, wetzche die Wiederholung eines derartigen Mißbrauchs der Schußwaffe durch ftanzösische Posten auS- schließen. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. April 1925. Ostern. An einem Frühlingsmorgen des Jahres 1868 wanderte der Dichter Joseph Viktor von Scheffel bei Dettenheim am Oberrhein das Ufer entlang und beobachtete das neue ßeben der Ra- tur, das sich auf den Feldern, an den Bäumen. in der Tierwelt und im Strome regte. Er faßte seine Eindrücke in einem Gedicht zusammen. das von großer Sprachgewalt ist und den Dichter auf der Höhe seiner Raturschilderungl zeigt. Jede Strophe klingt in das biblische Wort aus: „Siehe, es ist alles neu geworden." Der Dichter singt von dem Wiedererwachen der Ra- tur, daran knüpft er den Hinweis, daß gleich dem Winter auch einmal Schuld, Kränkung und herbes Trauern von dem Menschen Abschied nehmen. Endlich stimmt er einen Hymnus auf die Unsterblichkeit der Seele an: „Und ruht im kühlen Schoß der Erde Don allem Schmerz dein sterblich Teil, Getrost, getrost! Ein kräftig Werde Beruft dich einst zu beff'rem Hell. Aus irdfchen Stoffs und Grams Verzehrung Reift unsichtbar ein frischer Keim, Den eines anderen Mai Verklärung Zur Reife bringt in anderm Heim. Dort rauscht's in höheren Akkorden: Sieh! Es ist alles neu geworden." In diesen Tagen erleben auch wir wieder das Kommen des Frühling. Seit Wochen haben die kleinen Vogel früh vor Tag mit ihrem Gesang den Lenz verkündigt, jetzt wftd alles grün, aus dem Leuchten der öDirne nehmen wir neuen Lebensmut. Doch ist dieses Raturgeschehen nur ein Sinnbild für die große Tatsache des christlichen Osterfestes. In Gram und Kummer waren die Jünger begraben, als der Meister auf Golgatha gestorben war. Die Furchtbarkeit dieses Ereignisses wird im Evangelimn mit den Worten beschrieben: Lind es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei. Drei Tage später lief jedoch unter den Getreuen Jesu eine merk- «b-- Drift« das am, s, unb dec - -W Ah »Subic ® bi« i^’Lr kritls so manchs . effi k'L.P! MW A dieser, 3M M li4e etuinen ge w A iicht-Eche S™1* bah ohne den 3efu Auserstehri li-he Streben ist in der Tat anderes als So (aur der Aatui vare unser Sen Halt zerfällt, d mb Geduld zu Dolles zu arb neue Gebiete z Menschengeschle wir Menschen n btc Elendesten: dem Manne 1 ein Fas) einen cs alsbald wie Jesus in der C feigen die Le In nrweedet Cxt RtwudnAG®* Ehret, Nevtn, fä Sfortbv' c« erhätHGießei Drogenhand Bekam Her Wochemm lag, bem 16. $ um 7 Uhr und e Eichen, den 1] W aw15.Apr dois at bem 6d ™ben ivndei Md-AM Md Devba'c 2mer muh toOrtsDoV dah die Wenigen fl 9 Ankie brir vchlveine q wfern Oe at stammen uni Jü. durch t Mizeibehör S weiteren Ansprachen des Bürgermeisters 3 ö ckel - Grünberg und der alten Freunde und Parteigenossen Köhlers.Postbeamter R o r t h - Gieften. B o I l e r - Lang-Gons und Rdalteur Thomas R eu ter - Offenbach, fand die eindrucksvolle Versammlung ihr Gnde. - Die Düste ist im 3ahre 1912 vom Bildhauer Schwarz- Darmstadt entworfen. Die Aufstellung wurde verzögert. weil die Ansichten über den Platz, den sie erhalten sollte, aueetnanbergingen. Gs ist ein BerdiTnst des Kreisvorsthenden, Landtagsabgeordneten Fenchel, daft sie in Gieften ihren ehrenvollen Platz erhalten hat. " Die Anlage eines Siadtparko im Wiesengelände der Wleseck wurde nicht, wie wir am Donnerstag im Stadtverord- neten-Sihungsbericht schrieben von einem Mitglied der Deutschen Volkspa ^"haben £ •3er.S rMK Äte streuen Firma H. Schaffstaedt zuruckblicken. Als jung Mann war der 3ubilar schon einmal siebt 3ahre bei der Firma, bei der er auch feitrr Lehrzeit durchgemacht hatte, so daft er insgesamt Will! kann eintreten bei Hch. 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W W M B A .;?•< UMWB Dtz M •- W __ X ■ ■ Vereine A. L. V. Agronomia. 3822V Sichertshausen, den 11. April 1925. 3830 D AiHverWs Gießen, Wiesbaden, den 9. April 1925. Dor 03173 Sperrplatten a. d. Bieber: heim Grünberg Los Bürgermeister Trais-Horloff. Rubloff.' Hess. Bürgermeisterei Bersrod. Be cker. 3737 D stücke sofort zu verpachten. Näheres einem Epilog eoit Becker, Landgraf- s Shaw, deutsch voir Tre^irsch Philipps-Vlatz 101 Maurerarbeit Tüncherarbeit Anstreicherarbeit Schreinerarbeit Zimmerarbeit Dachbeckerarbeit nn Buche Erle Gaboon Eiche von 3—30 mm Stärke in allen Größen nur beste Fabrikate prompt ab Lager lieferbar. Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre A. H. A. H. E. M. E. M. und Bb. Bb. von dem plötzlichen Ableben ihres lieben Bundesbruders Sächs.-Thür. Landsmannscb.GieBen Zusammenkunft mit Angehörig. 1. Feiertag abends b. LandS» mann Rabnefeld, Pfälzer Hof, »"'v nach vollendetem 66. Lebensjahre am Karfreitag, nachmittags 3/J Uhr, nach langer schwerer Krankheit sanft im Herrn entschlafen ist. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unserun vergeßlicher, herzensguter, treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel MMM. und nach dem Theater Die Beerdigung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt. I. A. d. G: H. Gottmann X X. Die Beerdigung findet statt am Ostermontag, dem 13. April, nachmittags 2 Uhr. Frau Margarethe Bingel geb. Hofmann und Kinder Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Trais- Horloff für das* Rechnungsjahr 1925 liegt vom Dienstag, den 14. ds. Mts. eine Woche lang auf dem Rathaus offen. Während dieser Zeit Können Einwendungen vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 3821D Trais-Horloff, den 10. April 1925. Bürgermeisterei Annerod Horn. I. N. der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Müller und Frau geb. Debus Johanna Steinbach geb. Debus. Rupp und Roll sind Junggesellen Zwei Genießer — daher rund, Und bezüglich ihrer Füße Hält sie »Lebewohl» gesund. 3885a Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Acrzten empfohlene Hühner- augen-Lebcwohl für die Zehen und Lebewohl-Ballenscheiben für die Fußsohle. Blechdose 8 Pflaster 75 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien- geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 11 April 1925. A. L. V. Agronomia. Im N. D. C. zrMlizug.Gelirolk gut erhalt, puff. für gr. schlanke Figur. GashM.GasbM Ofen zu verkaufen 03221 Oflanl. 36ii. i 2 3 4 5 6 Slenograpti. - Gesellschaft Gahelsberger und Damenabteilung(E.V.) Wir eröffnen arr Dienstag, dem 21 Avril, abds. 7 Uhr, in der Stadtknaben- schule einen AOWrkursuS für Damen u.Herren in der ReirbSkurz schritt unter Leitung eines staatlich geprüften LebrerS der ReichSkurzschrtst. UnterrichtSgeld 10 Mk. Anmeldungen an Herrn Fidel Balken, Goetbestr.48, oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. Rupp und Roll und „Lebewohl“ Schützenverein. 3. Feiertag beginnt das ““c MesWebe«. Hans Groß Landwirtschaftslehrer Todesanzeige. Am 5. April verschied sanft nach Gottes Ratschluß unsere liebeMutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Debus Ww. Gesaugt. „Heiterkeit“ 2. Feiertag Frühschoppen im DereinsloKal nachmittags Familien-Ausflug nach der Karlsruhe Rur für Mitglieder. csiod Der Vorstand. Erbsenreiser Bohnenstangen Staketenlatten liefert ab Lager Carl Haasjr,, Metzen Frankfurter Str. 59. 8819c Telephon 1682, MllWk I. Feiertag Frühschoppen im Vereinslokal II. Feiertag Frühschoppen Weinstube Seibel Holzsubmission. Dienstag, den 14. April 1925, nachmittags 2 Uhr soll auf hiesiger Bürgermeisterei nachverzeichnetes Stammholz der Gemeinde Bersrod auf dem Submissionswege vergeben werden: Fichtenstämme 5a-Klasse 45 St. 27,26 Fm. „ 5d-Klasse 256 St. 73,35 „ Kiefernstämme 3. Klasse 1 St. 0,86 „ „ 4. Klasse 3 St. 2,57 „ „ 5. Klasse 12 St. 5,42 „ Angebote sind bis zu genanntem Termin bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung stattfindet. Die Verkaufsbedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. 3826D Bersrod, den 8. April 1925. Ziegenmilch ä Liter 30 Pf., hat abzugeben 03188 A. 8*nhnd« Schöne AusfichnHinterbauS Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dil- lingen für 1925 Aj. liegt vom Mittwoch, dem 15. April 1925, bis einschließlich DienStag, dem 21. April 1925, auf unserem Bureau zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen den Inhalt des Voranschlags schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer .Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Villingen, den 9. April 1925. Hessische Bürgermeisterei. Rühl. 3762D la Bruchsteine i stets vorrätig in m. Steinbruch an der Hardt, gegenüber der Abzweigung nach Heuchelheim, Leichte gute Abfahrt. Liefere auch an Baustelle prompt und billigst C.Rübsamen, Fernruf 1659. M L zu leihen gesucht gegen Sicherheit auf 2Monate,geg.pünktl. Rückzahlung. Offeri. unter «3211 an den Gießener Anzeiger erbeten. Herr Ludwig Bingel Land- und Gastwirt warme und kalte Speisen e,oa Fürstenberg-Drän Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, unseren herzensguten Vater Herrn Johannes Becker Justizsekretär heute an seinem 61. Geburtstage plötzlich und unerwartet zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Gießen, Karfreitag 1925. Für die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharina Becker. Die Beerdigung findet am 14. April 1925, nachmittags 2y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 3829D Arbeitsvergebung zum Bau einer Landjägerwohnung in Rod- „ 7 Klempnerarbeit. Angebote sind auf der Bürgermeisterei Rodheim gegen eine Gebühr von 1,50 Mk. erhältlich. Die Angebote müssen verschlossen, getrennt nach Losen mit der Aufschrift Landjägerwohnung bis zum 22. April 1925, morgens 10 Uhr, auf der Bürgermeisterei abgegeben werden, wo anschließend das Oeffnen der Angebote erfolgt. Zuschlags- frist 8 Tage. 3821D Leicht, Bürgermeister. Stadttheater Sountaa,t2.Avril (1. Osterfeiertag) u. 7 bis geg. st*/?Uhr. Mer Vie Mast. Schauspiel in zrve. Ariszüg. v.Björnson, deuisch v. LVassarge. Montag, 13. Avril (2. Osterkeiertag), von 7 bis 9Vv Uhr: Die verlorene Tocliter. Lustspiel in 3 Akten von Fulda. [37*0 Dienstag, 14 Avril 2. Vorstellung im DleusMg-rialtz'Mon. u. 6" < b. nach 9'/,Uhr! Sie fißiferin. Operette in 3 Akten von Leo Fall. Mittwoch IS.Avril 2. Mlwoffi-rilntzav. Vorstellung von 71 /. bis l01/,U6r: Die likWe Manna Dramatische Chronil in 6 Szenen und einem Epilog von Shaw, deuisch von Trebitsch. Donnerstag, 16. Avril taußer Abonnements v.7'»bltzg . lOUbr: lleüet öie Stott. Schauspiel in zwei Anftüg. v. Björnson deutsch v. Passarge. Freitag, 17. Avril, 2. Zrettog Nolyov.- Vorstellung von 7V- bis 10 Uhr. Wenn wir lotet erwMll. Ein dramatischer Epilog in 3 Akten von Henrik Ibsen, deutsch iin Elias und Sch enther. Sonntag IV.Avril von 7 bis 10 Uhr: DieDelllgejohonni DrammlscheCbronik in 6 Svenen und ZSatkartoffeln ööerroölöec vloue. 3nöufttie. Batet Ml», vevo »sw. auf Lager und wagganmelse. Saat- gerste. Wilken. Erbsen. Kleesamen, norO- üeuMes yalerstrob oreismert lieferbar, sowie Kaliüüngeialz. 42°/0. Tstomasmebl. Cbile- snlveler uuö sonstige Sllngemiltel. Anslanüs- metzle. Futtermittel, valm. samenknltzen ufro. Peter Schepp Landesproduktenhandlung 0S21B Saasen, Telephon Grünberg 5. Bnooiomi fast neu. au verkauf. Anznseh. nach 6 Uhr. Sckulstr. 11 III. H. Gut erhaltenes BMmt Herrenrad zu verkaufen. 03218 Sandgasse 17 Verkaufe eine neue Mähmaschine eine hochträchttge, schwere, gute Milch-u.Fahrkuh teinmal gekalbt) und 60 Zentner Kuhmist. 03189 Lollar, Hauptstraße 28. Gut erhalt, französ. Billard mit allem Zubehör zu verkaufen. Schr. An geb. unter 3672D an den Gies;. Anzeiger erbeten. Gebr. Herd zu verkaufen. 031,0 Wieseck, Gießener Str. 157. Verschiedenes | Meine au der Lahn stehende, seit 5 Jahr, vom Wassersport- Verein Hellas inne- gehabte fcl*halle nebst llolzhalle und Gelände ist ab 1. Okt. d. I ander iveitig zu verpachten evtl, zu verkaufen. H. TrechSler S1 eiin'tv. 73. 3811D n HL^Kriegerverein Gießen Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Johannes Becker Fustizsekretär findet am 14. April, nachmittags 2’/, Tlhr, auf dem Aeuen Friedhof statt. Aege Beteiligung erbittet -S36d der Vorstand. Reichsbund der Zivi!- K ilienslb rechliglen g I f)en3nffl3ferret I | Ihs. Becker g W ist amlO.Avril im 8 Alter von 60 ^ah- K Ä ren gestorben, tej A Wir verlieren H einen neuen mit) q guten Kamerad., H d deffen Andenken wir stets tn Ehren H « halten. 3832D H 8 Die Beerdigung findet am Dienstag, G K den 14. d. Mts. 2l/i Uhr a. d. Neuen G « Friedhof statt und wird um zahl- M g reiche Beteiligung gebeten. Der Vorstand. U Holzsnvmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll folgendes Holz auf dem Submissionsweg verkauft werden: Abt. 26 Los 1 Kiefer-Stämme 4. Kl., 2. St. 1,80 Fstm. Abt. 26 Los 2 Kiefer-Stämme 4. Kl., 23 St. 14,79 Fstm. Abt. 26 Los 3 Kiefer-Stämme 5. Kl., 49 St. 19,60 Fstm. Abt. 17 und 26 Los 4 Kiefer-Stämme 3. Kl., 3. St. 2,28 Fstm. Abt. 17 und 26 Los 5 Kiefer-Stämme 4. Kl.. 6. St. 3,60 Fstm. Abt. 17 und 26 Loos 6 Kiefer-Stämme 5. Kl., 33 St. 12,70 Fstm. Abt. 9 Los 7 Fichten-Stämme 3. Kl., 3 St. 3,57 Fstm. Abt. 9 Los 8 Fichten-Stämme 4. Kl., 15 St. 14,68 Fstm. Abt. 9 Los 9 Fichten-Stämme 5a-Kl., 72 St. 43,17 Fstm. Abt. 9 Los 10 Fichten-Stämme 5b-Kl., 86 St. 28,70 Fstm. Abt. 18 Los 11 Fichten-Stämme 5a-Kl., 3 St. 1,38 Fstm. Abt. 18 und 26 Los 12 Fichten-Stämme 5b-Kl., 19 St. 3,99 Fstm. Das Holz ist entrindet und ohne Ainde gemessen, der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Gebote sind nach Losen und Klassen getrennt zu halten und müssen bis Donnerstag, den 16. April 1925, nach- mittags 2 Tlhr auf unterzeichneter Bürger- meisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Die Kaufbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben, können auch vorher eingesehen werden. Annerod, am 9. April 1925. Bekanntmachung Verpachtung der Wirtschaft „Jur Liebigshöhe". Auf Beschlutz der städtischen Baudeputation wird die Reuvcrpachtung der Wirtschaft hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die Verpachtung erfolgt vom 1. November ds. 3s. ab auf zunächst 3 Jahre. Die Derpachtungsbedingungen nebst Plan und Inventarverzeichnis liegen im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 28, zur Einsicht offen, können auch gegen Erstattung der Selbstkosten in Höhe von 5 Rm. von der unterzeichneten Behörde bezogen werden. Die Bewerber müssen eine Sicherheit in Höhe des jährlichen Pachtpreises leisten können. Pachtangebote werden bis zum 1. Mai ds. 3s. an die unterzeichnete Behörde erbeten. 3807 h Gießen, den 4. April 1925. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Sctb. Leopold Rosenthal, Holzhandlung, Wetzlar, Teleph. 100 .3T65D UMMiMMW Meyersgasse 5 gut geeignet für Landwirtschaft und Geschastszwecke will ich unter günst. Zahlungsbedingungen verkaufen. MüMS WM, MWSI. 1 Dgs Ziege mit schönem Mutterlamm zu verkaufen. Wo? sagt die Ge- schäftsstelled.G.A.«-« i .MiMh« mit fof. beziehbarer beschlagnahme freier 4 Zimmer-Wohnung zu verk. Schr. Ang. g. d. Gieß. Anz. «is» Lebensmittelgeschäft Häuser,Wirtschaften mit und ohne Metzg., Fabrikgebäude, verschiedene Geschäfte, versch. Gelände mit Gleisanschluß. Ladenlokale usw. bietet an 03200 Schleen beSer Moltkcstrake 9 iw»*'” Tocn "nlc'c'u u- jniercssantes fchlttcT* Erve nl1^ Jarabcit' SIan,’;hS sKs- liröen >^und stell-- * ®ae Publikum a iE doppeltes ^Zischen 61 ' Ugland bas 2 y.-.X: Vertrages < Sieben Sau ins heM - k in D>m mit lh auf die Forid einigen und 8» U’ der fanwfc Ziffehlungen, de> x^Ichland für not fftk|CTL - Arh Seit icnent Sch üölkerbunds ist W Center Liga ms fernt. ein Hehl dar in Parlament, vo crc zur ErzeuchM' /vrufcnc Maschiner 1 Men, die schlimm nm das Protokoll §7ane begraben 1 s hche Ausdrucksw chm, „sind alle Pi rnrvpäischen Frie! iftüsche Augenbln ' rifant.“ Das ist er n bar die Erde so Viertel, Rußland Zvölstel und Deu t c l besaß. Aach c gegangenen Jarstel M-l seinem n um die übrigen 3' wurde nad n!«sts und der C I Maerechter I 1 c England, bist I St Linie Kapstadt iH Indien, Frank Iw, und Italic r:4t s. Hier ist bi • -Stiege zu suchen, i Hüelle stehen. A ü M Programm, un Mt weniger Cnerg itnccau, als er ai feinem „Ich fü teg!" beantwortc p Gnische Diktator Senat, mit 6 ^chnnprojelt und i Lushin sofort zu ■Miorgio prei ^s°ttsmann von u Ntn 3ene Heeres P'schen Armee i ^gewicht zu fid V,.der Tenerast Mhm, dah das AK stand, und i 85 lut ihn lein 1 Ä*, Qbctc T«lttrie9 fei dn st "-ue könne blöhfi* ^'^erhvi •inÄ ^^Eeich S Überzeugend Mlrh des ft( ^r chwmden der U'cht zur S°e fc * Mr8 fe * iS01« ift d I bwor I , ^chU"^ und ■ SsS Selineiderin perfekt auch im Wcißnähen, nimmt noch Kunden an. Sonnenstraße 5 03190 (Gaben). 03,U6 Acker an bet schönen Aussicht 1135 qth eventl. getrennt als Garten- Mtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Hi-. 85 Zweiter Blatt )7. w ii ) die alt&evämnten WER"!brandmarken MeisterstCkk EdelstikyF|jTj im lÜlt i" ir. ien jet e b Aus der Provinz Landkreis Gießen. Zamrtag. April 1925 desgenossen. Wafferrfchmieden und neutrale Schildwachen. WaS die letzteren anbelangt. so wurden bereits Jugoslawien und die Schweiz, in weiterem Abstande Oesterreich und die Tschechei, durch meisterhaste Verträge gesichert, die Flanken sind geschützt. Italien braucht Deutschland als Degen, sei es der eines Bundesgenossen oder der eines Sekundanten, Italien braucht die Freundschaft oder mindestens das wohlwollende Deiseiteslehen Englands, denn, Mussolini erwähnte auch das front und frei, das Mittelmeer hat nur drei Zugänge, die blockiert werden tonnten. Dieser Konstellation, wie sie dem kriegsbereiten Italien vorschwebt. entsprechen durchaus alle Züge seiner Politik seit Mussolini, und es ist daher grundfalsch. ihr Wankelmütigkeit vorzuwerfen, weil sie jenseits der Alpen so häufig nicht verstanden wird. Vichts könnte die Breite ihres Kardinal- aedankens besser beleuchten als die Tatsache, dah sowohl Mussolini wie sein grimmigster Gegner auf innerem Gebiete, Vitti, sich hier begegnen. Beiden schwebt als innigst ^u wünschen- de« Ziel das von der Vordfce bis zum Mittel m e e r reichende vertikale Bündnis vor. Daher eine förmliche Begeisterung in Italien jedesmal, wenn das Pendel in Deutschland nach rechts auszuschlagen scheint, wie erst dieser Tage wieder bei der ersten Präsidentenwahl, daher die scharse Front gegen Polen, wobei die römische Presse mindestens nicht toc- Niger kräftige Worte gegen die unnatürliche Danziger Freistaatbildung, den widernatürlichen Korridor und die ungerechte Teilung Oberschlcsiens gebraucht als die deutsche. Für die polnischen Weichselwünsche wird Italien nie und nimmer zu haben sein, nie und nimmermehr für einen französischen oder halbfranzösischen Rhein. Vun muhte aber schon Vitti erfahren, dah Deutschland die dargebotene Dündnishand nicht sehen will. Die pazifistischen Strömungen m diesem Volke, der Sozialismus (der auch von italienischen Deutschfeinden, die allerdings spärlich vertreten sind, gern mit Giftgasen und Torpedierungen und ähnlichen „teutonischen Teufelserfindungen" in einem Atemzug genannt wird), die geringe Aussicht auf Geldmittel bei einem neuen Kriege machen das 65-Millionen-Volk in italienischen Augen zu einem unsicheren Kunden. Italien würde deshalb zwar beide Augen zu- drücken, wenn Deutschland wirklich tun wurde, wessen es verdächtigt wird, nämlich rüsten, laßt aber vorsichtshalber — und so erklärt sich.der scheinbare Widerspruch seiner auswärtigen Politik — die italienischen Räder in der Ententc- maschlnerie noch mitlaufen, leer mitlaufen; es hat seinen Vertreter in dem so grimmig bespöttelten Völkerbund, es seht, formell, seinen Varnen unter jedes gegen Deutschland gerichtete Ententedokument. . Ä Daneben unterhandelt es mit England. Chamberlain nun möchte auch nichts umsonst hergeben. Er zwinkert daher unter seinem schonen Monokel bald Marianne, bald dem deutschen Michel zu. Aber ob auch Köln oder Kattowih gesagt wird, Mussolini weih: Es geht nicht um Rhein ober Weichsel; es geht immer um das M i t t e l m e e r. fit uf !ll ■fllL leit' oer- ces .AV IN. Mr „2- Feiertag Frühschoppen Im wtinsloial nad/mittags kMilien-Ausslük tach der kaistruht Jut für MMrr. 0 Der DochM. MM- Will Dor und nach dm Theater tnonne und kalte Speisen 1 Zürstenberg-DM UMMMM Wir eröffnen au TieliSlag-demSl Avril, abdS. 7 Uhr, in der Äadtknaben- fdnile einen WM«! sürDauienu.Herw> in der Reich-kurz i jchrist unterLeiluna ■ eines staatlich ae- ' prusten VebrerS der Reichßkurzschrilt. UnierrichiSgeid 10 Ml. Anmeldur Uen an Herrn M Eilten, ßottWtr./- oder -u Beginn Set Unteirichtd erbeten. ((•liefert. Heil jenem Schacher hinter den Kulissen des Völkerbunds ist Mussolinis Verachtung der Genfer Liga ins Maßlose gewachsen. Weit ent» |cmt. ein Hehl daraus zu machen, nannte er sie in Parlament, vor gefüllten Diplomaienlogen, ine zur Erzeugung von Weltkriegen ins Leben enc Maschinerie, und ihre Heizer, die Pazi- ilten, die schlimmsten Kriegsmacher. „Vachdem das Protokoll mit einer Blume und einer ränc begraben worDen ist", um die sehr dräsche Ausdimcksweise Chamberlains zu gebrau- sind alle Probleme der Sicherheit und des copäischen Friedens auf dem Tapet. Der Porsche Augenblick ist außerordentlich inter- den Standort deS Denkmals ist indessen noch nich' getroffen worden. An vier verschiedene Plätze ist gedacht worden: An die höchste Stelle der Südseite des Friedhofs vor die Zyprefsenwand des gräflichen Erbbegräbnisses, sodann an den Platz zwischen 11 nterpforte und Et ei nw eg. an der Südseite des Schloßgarlens ; dritten« an die Anlagen der Bahnhosstrahe auf dem linken User der Wetter; weiter auch an den Garten des allen Landgerichts, gegenüber der Fried- richsburg und deni Schlohportale. Zwecks einer öfsenilichen Erörterung der Frage hat der Äricgcrverein in Aussicht genommen, eine allgemeine Versammlung auf Samstag nach Ostern einzuberusen. um die Stellung der Bevölkerung kennen zu lernen. — Die Schnepfen sind abgezogen Seit Ende der letzten Woche wurde von den Langschnäblern nichts mehr gehört und gesehen. Die letzte war am Freitag in der Silbach bei Gonterstirchen, wo immer ein guter Strich war, gesehen worden Hier erlegte der Graf Friedrich Ludwig, wie er in einem Briese von 1801 mitteilt, an einem Abend in der Regel . 10 bis 12 Stück. Voch vor vier Jahrzehnten strichen sie hier wie die Schwalben. Jetzt ist die Beute wesentlich geringer. Wenn ein Jäger, der jedest Abend zum Strich geht. 8 bis 10 Stück in«- gefamt heimbringt, ist er recht zufrieden Jedenfalls ist das „Duschieren" nach den Schnepfen, das sehr überhand genommen hat und fortgesetzt von den „Iagdjägern" betrieben wird, zum großen Teil schuld an den schlechten Ergebnissen des Strichs. Gerade die „Lagerschnepfen" fallen zunächst den rücksichtslosen „Schießern" zum Opfer. Die Hegzeit der Schnepfe müßte unbedingt einige Jahre lang weiter ausgedehnt werden. Dami käme diese Jagd, die so viel Freude macht, wieder hoch. ttrciö Büdingen. Vidda, 9. April. Die Vachricht, daß bef Landtag die Erweiterung unserer Höheren Bürgerschule zu einer Realschule genehmigt hat, rief h.er, wie schon kurz berichtet, die sreudigste Aeberraschung hervor. Schon seit mehreren Jahrzehnten war dies der Wunsch einer großen Zahl angesehener Männer unserer Stadl, namentlich des verstorbenen langjährigen Landtagsabgeordneten Wilhelm Erk, der auch der Gründer der Höheren Bürgerschule war. Am l.Vovember 1880 wurde hier eine Erweiterte Volksschule in einem gemieteten Hause in der Mühlstraße mit 32 Schülern eröffnet. Leiter derselben war der damalige 2. Pfarrer Eckstein hier; als zweite Lehrkraft wurde Schulverwalter Heinrich Andres, der jetzt noch als Kreisschulrat i. R. in Lauterbach lebt, von der Volksschule Vidda an die Erweiterte Voll«- schule verseht. Die Anstalt hat sich im Laufe der Jahre als Höhere Bürgerschule immer mehr entwickelt und in den letzten Jahren Über 100 Schuler gezählt. Die Schülerzahl würde sicherlich hoher gewesen sein, wenn nicht die Untersekunda gefehlt und der abgehende Schüler die früher viel begehrte Einjährigenberech- tigung erlangt hätte. Ollan hofft auf eine stete Steigerung der Besucherzahl der neuen Real- lincr französischen Erfinder jene Marionette er» ||fen: Zunächst die Räumung Kölns verhüten, ri England das Odium einet Umgehung de« Wattier Vertrages aufzuburden und einen Prägungen Frankreichs hin und kennzeichnete klar anö überzeugend das Mittelmeer als den Schauplatz des Kampfes, nachdem sich mit dem verschwinden der deutschen Flotte das Gleich- S-vicht zur See verschoben habe, er hob, alle JTiäftc des Landes aufrufend, beschwörend die Xrmc: Alle würden ungenügend fein, die toirt- Ihastlichen. polit.schm. militärischen Kräfte, auch bec hohe Kulturgrad, wenn sich das Volk einem iorigen Wohlleben hingeben würde und einer kriegerischen Anstrengung n'cht mehr fähig wäre." 'Mussolini ist dabei in nicht höherem Grade (irt „Kriegshetzer", als der römische Kaiser ein Blutsäufer war. wenn er den Damnen nach unten breite. Denn bevor er das tat. richtete er sich nich dem Daumenzeichen der gegenüberfitzenden Malin und diese wiederum befragte erst mit einem Rundblick den Willen des Volkes. Tat- ählich ist es denn auch das italienische Volk, das einen neuerlichen gewaltigst Zu- 'Mnnenstoß zwar nicht will, aber als unabwend- bet empfindet und daher die Rustungspolitik initmacht. , r ,. r Stellt man sich nun einmal auf diesen Standpunkt. so erkennt man ohne weiteres^ daß der p»eursche Friedenspakt in Rom keine Hfere Aufnahme finden konnte als das Genfer Protokoll. Mussolini wie Chamberlain mußten d»:s letztere ablehnen, weil es die französische Vorherrschaft auf dem Kontinent festgelegt hatte, lud die französischen Rheinsorgen sind keine ita- Icmischen und keine englischen. In dürren Wor- ten: Italien braucht für die Auseinandersetzung mit Frankreich — jeder Italienkenner sieht tanrt den berühmten ..populären Krieg" — Dun- schlossen, den diesjährigen A u g u st i n e r s ch u l- । tag am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juni, , abzuhalten. Die Tagung, die sich von Jahr zu ' Jahr einer steigenden Beliebtheit und Teilnahme i erfreut, soll in diesem Jahre eine ganz besondere Weihe erhalten, indem in Verbindung mit einer 1 akademischem Feier am Sonntagvormitlag gleichzeitig die EMhüllung des von dem seitherigen • Zeichenlehrer der Anstalt, Studiemat Roth, geschaffenen plastischen Kunstwerks „Der Fackelträger" stattfinden soll. Dieses Werk soll auf einem der Gänge Aufstellung finden und wird einen hervorragenden Schmuck der Schule bilden. Am Sanistagnachmittag findet eine sportliche Veranstaltung, ein Drerkarnpf zwischen den Oberklassen des Gymnasiums und der Oberreal» schule statt; der siegenden Mannschaft wird ein von dem Vereine gestifteter Wimpel überreicht werden. Auch der Vorabend soll in diesem Jahre durch künstlerische Darbietungen befonber« reich ausgestattet werden, der Sonntagnachmittag wird mit Ausflügen und Zusammenkünften ausgefüllt sein. — In einer aus gestern emberusenen Sitzung beschloß der seither hier bestehende Verein für Handel und Industrie, dem sowohl die Firmen des Groß- und Kleinhandels wie der Industrie angehörten, seine Auflösung. Dagegen soll der frühere D e t a i l l i st e n v e r e i n, der im Intereffe des Kleinhandels in früheren Jahren eine sehr segensreiche Tätigkeit geübt hat, wieder ins Leben gerufen werden. 4 Dad-Vauheim, 8. März. Der vordem Kriege gegründete Heimatverein, der sich die Pflege der heimatlichen Geschichte und Landeskunde als Ziel gesteckt und im Dad-Vau- heimer Jahrbuch schon wertvolle Bausteine zur Heimaturkunde zusammengetragen hat, hat feine Tätigkeit zur Freude aller Heimatfreunde wieder aufgenvmmen. Der 3. Jahrgang des I a b r - buchs, der 1915 fein Erscheinen einstellen muhte, wurde zu Anfang dieses Jahres vollendet, und vom neuen 4. Jahrgang sind bereits zwei □lummem herausgekommen. Daneben will der Hei- matvcrcin aber auch durch Zusammenkünfte und Vorträge den Heimatgedanken und die Heimat- liebe wieder pflegen. Im Sitzungssaal des Stadthauses fand dieser Tage nach langer Pause wieder eine heimatkundliche Zusammenkunft statt, an der Freunde des Vereirrs und der Heimat in größerer Zahl teilnahmen. Dr. Martin berichtete zunächst über die kürzlich im Park gemachten prähistorischen Funde und brachte sie in Zusammenhang mit den früher hier schon toieber- holt vorgenvmmenen ergebnisreichen Ausgrabungen. Sehr viel Interesse fanden dann die von einer Berliner B bliothek geliehenen sehr seltenen Kräuterbücher des im Ausgang des 16. Jahrhunderts an der Kirche zu St. Johannes (der Johann esberaturm ist ein Rest derselben) tätigen lutherischen Pfarrers Konrad Roßbach, von denen das eine 1588 erschien unter dem Titel „Paradeißgärtlein, Darinnen die edelste und für» nembste Kräuter nach ihrer Gestalt und Eigenschaft abcontrafehtet und mit zweherleh Wirkung. Laiblick und Geistlich auß den besten Krau- tcrbüchem und H. Göttlicher Schrifft zusammen geordnet und beschrieben sind. Durch den Ehrw. Herrn Conradum Roßbachium, Psarrherm zu Rider-Mörlen und St. Johanns Berg in der Wetteraw. Allen Haußvätem, Frauwen und in ", sspiN fincJ btnil* AM SfliSw ,m SetehtMotal Srtfe« 3*8eierfan . otsilnnt bad zdenzsall zu schaffen für die spätere Richträu- iung der französischen Zonen; zweitens womog- |j> die augenblickliche Wellaufteilung verewigen, auf jeden Fall aber die Friedensliebe Frank- , ich« ins hellste Licht rücken. Man handelte faher in Rom mit rheinischen und aegyptischen »lagen, mit albanischem Petroleum und uni das rtnalgc spanische Erbe in Marokko, um sich end- ch auf die Fortdauer der Kölner Besetzung u einigen und zu beschränken. Schon damals ?utbc der famose Kontrollbericht mit seinen .HeiseÖlungen", deren Vachweis drolligerweise 'kutschland für nötig hielt, bestellt und prompt schule. Dec Stadtvorstand l>at einstimmig die Kosten für die Anstalt bewilligt. Freilich muh er auch den vor 20 Jahren gemachten Fehler, daß anstatt eines neuen Schulgebäudes für die Höhere Bürgerschule nur ein kleines Haus für zwei Votksschulllassen errichtet wurde, wieder gut machen und den Dau eines zeitgemäßen Re'alschulhauses sobald wie möglich ausführen lassen. △ Echzell, 9. April. Zu einer unumgänglichen Votwendigkeit hat sich die Anlage einer Jugendherberge in hiesiger Gegend erwiesen. Der Vogelsberger Hohenklub ins Auge gefaßt. Die Gemeindeverwaltung hat hat eine solche Einrichtung in unserer Genieindo einen Zuschuß dazu bewilligt. Kreis Wetzlar. r. Wetzlar, 9. April. Die Lahn--Ver» band-Regatta wird in diesem Sommer hier veranstaltet. Eine stattliche Schar von Booten wird sich bann auf der Lahn vereinigen. Leider darf die Eiserne Brücke ihrer verringerten Tragkraft wegen nicht von Zuschauern bestanden werden. Das große Bootshaus am Eingänge des Lahnkanals hat in diesem Jahre eine bedeutende Vergrößerung seiner Wirtschaftsräume und der Räume für die Boote erfahren. Ein stattlicher neuer Bau hat sich an den hohen,älteren Bau angeschlossen. Der Lagerplatz der Firma Schaufler neben dem Bootshause ist von dem Ruderverein käuflich erworben worden. Es kann nun auf diesem neuerworbenen Platze eine große Zahl von Booten der auswärtigen Vereine aufgestellt werden. — Einem längst gehegten Wunsche vieler Einwohner, an sonnigen Tagen auf der Lahn dem Vergnügen des Boot- fahrens huldigen zu können, ist in diesen Tagen ein Unternehmer namens Schulteiß aus Vallendar am Rhein gerecht geworden. In der Nähe der Ausmündung des Lahnkanals unterhalb des cho- spitalwehres hat er ein leichtes Sommerbäuschen am Ufer aufgeschlagen und eine Landeftelle für Boote hergerichtet. Augenblicklich fahren nur sechs Boote, doch wird deren Zahl in dieser Woche auf zwölf erhöht. Die Fahrpreise hat der Besitzer recht mäßig gehalten. Die letzte Einrichtung für Bootfahrten bestand hier in den neunziger Jahren. Mit dem Tode des Besitzers der Boote hörten damals die Fahrten auf. Hessen-Nassau. ][ Marburg, 8. April. In der gestrig« Stadtverordnetensihung wurde die durch den Tod der Lellerin der hiesigen Ge- Iungfrawen, zur Leibes-' und SeÄenarzney zu- gebiauchen, sehr nützlich und auch notwendig". Konrad Roßbach wird als der erste evangelische Pflanzenshmboliker angesprochen. Seine Bücher sind aber auch wertvolle Beiträge zur Sitten- und Sprachgeschichte der Wetterau; nach dieser Richtung sind sie bis jetzt kaum ausgewertet worden. Anschließend daran gab Lehrer O ß - Wald einen geschichtlichen Lieberblick über die wissenschaftliche floristische Erforschung der Um» geburg Bad'Vau Heims. die durch ihren Reichtum an seltenen Pflanzen von jeher von Botanikern gern aufgesucht worden ist. Vachdem Dr. Martin dann mxb Erläuterungen zum Siegel der Herren von Vauheim gegeben hatte, sprach er über das Schicksal der Gießener Glo den» gießerfamilie Henschel, von der ein Angehöriger nach dem hiesigen Kirchenbuch auch in Vauheim ansässig war und in den Lehmgruben der Umgebung verschiedene Glocken der Vachbarschaft gegossen hat. lieber den Schuh der heimischen Pflanzenwelt sprach dami L'hrer O ß w a l d im allgem-nnen und verbreitete sich dann üb^r das Vorkommen der Anemone Pullatitta (Küchenschelle) in der Wellerau. Mallenhaft vertreten ist diese farbenprächtige, im zeitigen Frühjahr blühende Pllan-e auch auf dem (Siebborg bei Wisselsheim. Der Redner regte an. daß sie wie in Bayern. Württemberg und einigen preuß'schen Regierungsbezirken, auch in Hessen, geschützt werden möge. Sämtliche Roferate sanden großes Interesse und lebhaften Anklang Die daraus erfolgend Vorstandswahl Halle W folgende Erg-bnis: Dr Uta r - t i n. Lehrer Oßwald, Dr. H a n st e i n. Dei- georWter Kissel. Buchhändler E Al et ter. ZBad-Vauheim, 10. April. Die Kur ist schon in vollem Gange. Etwa 800 Kurgäste sind bereits anwesend. Dazu kommen zahlreiche Besucher, die das Osterfest über hier weilen wollen In den Tagen nach Ostern tagen hier Hessens Lehrer. Die Kurverwaltung gibt ihnen zur Begrüßung ein Festkonzert unter Professor Windersteins Leitung. Vom 25. bis 21 April findet ein großer R ön t gen kon g reh hier statt, zu dem etwa 2000 Aerzte aus allen Teilen der Welt erwartet weiden Kreis Schotten. □ Laubach, 10. April. Das Andenken an bie im Weltkrieg gebliebenen Sohne unserer Stadt ist zwar durch drei geschmackvoll ausgeführte Tafeln in der hiesigen Kirche geehrt worden. Es ist jedoch vom Krieger» verein angeregt worden, die Erinnerung an die Hellen durch ein besonderes Denkmal wachzuhalten. Der Verein hat sich in dieser Angelegenheit an den Gemeinderat gewandt und mit diesem sich eingehend beraten. Eine endgültige Entscheidung über die Art der Ausführung und •Hont/' Das ist er nun wirtlich. Im Jahre 1914 jfrar die Erde so verteilt, daß England ein Viertel. Rußland ein Sechstel, Frankreich ein zwölftel und Deutschland ein Vierzig- |:e [ besah. Vach einer in die Lesebücher über- j^gangenen Darstelluirg machte sich dieses Dier- ; jigftel in seinem militaristischen ilebermut auf, unt die übrigen 39 Vierzigstel zu verschlucken. Mer wurde nach vollzogenem Triumph des Rechts und der Gerechtigkeit in Versailles die 5rbe gerechter verteilt, und zwar erhielt c. England, bisher so stiefmütterlich bedacht, tie Linie Kapstadt Kairo und die Landbrücke ad) Indien. Frankreich mehr, als es verdauen lanit, und Italien, nach seiner Meinung — ■ d) f *. Hier ist der Herd für die kommenden xciegc zu suchen, die nach Mussolini vor der i'Hwelle stehen. Rüsten, rüsten! lautet daher ' n Programm, und der Vierziger zeigt dabei richt weniger Energie als jener Siebziger, C l e - ricnccau , als er das deutsche Friedensangebot mit seinem ..Ich führe Krieg. Krieg, nichts als ÜBteg!" beantwortete. Jedenfalls hat sich der ialitnische Diktator mit seiner großen Rede vor Mn Senat, mit der er sein eigenes Heeres- icformprojelt und dessen formellen Träger, den tataufbin sofort zurückgetretenen Kriegsminister Giorgio preisgab. wieder einmal als ein Staatsmann von ungewöhnlichem Ausmaß er- vicsen. Jene Heeresreform hatte den Zweck, der 'aszistischen Armee in der Armee das unbedingte Ücbergewicht zu sichern, aber nach viertägigem Rambf der Generale gegen Di Giorgio erkannte Mussolini, daß das Wohl der Ration auf dem Spiele stand, und in einem solchen Falle gibt für ihn kein Uebcrlegcn. Er verwarf den respektablen, aber gefährlichen Optimismus", der Seltlrieg sei der letzte gewesen, rief er aus, der v je könne plötzlich ausbrechen, und daher müsse ran sich beizeiten darauf vorbereiten, -r wies wiederholt auf die bedrohlichen Rü- » (steinbad), 11. April. Das Fest der gol- du en Hochzeit begehen heute, Samstag, 11. April, der Flurschutz i. R. Ludwig Größer und Frau Margarethe, geb. Nicolaus in voller körperlicher und geistiger Frische Dg. Grohen-Buseck. 9. April. Vach Berkaus seines Anwesens wird der seitherige Besitzer der ^Fußmühle". Landgrebe, am zweiten Ofterfeiertag Gr.-Duseck mit seiner Familie verlassen, um sich in Britisch - O st - Afrika anzusiedeln Bereits vor dem Kriege hatte er in Deutsch-Ost-Afrika sich eine ausgedehnte Farm angelegt. Durch ten Weltkrieg aing er als Teilnehmer an den Kämpfen der Schuhtruppe seines Besitztums verlustig, seine Fa- milie wurde ausgewiesen, er selbst kam in Gefangenschaft. Obwohl er hier eine Heimat und zahlreiche Freunde gefunden, hat er sich doch entschlossen, im fernen Afrika noch einmal von vorn anzufangen. Grünberg, 9. April. Die Sperrung der Kreisstraße Grünberg — Lauter ist wieder aufgehoben. . t ©rünberg, 10. April. Bei derDrenn- Holzversteigerung im Distrikt Breite Loh wurden folgende Preise pro Raummeter g^aplt: Duchenscheiter 12. Fichtenscheiter 6. Eichenscheller 11 Buchenknüppel 8, Fichtenknüppel 4, Eichenknüppel 9, Fichtenstockholz 3, Kiefernstockholz 5, Buchenreisig 2, Fichtenreisig 1 Mk. — Für den Veubau des Schulhauses in Lehn- heim wurden jetzt auf Grund von Submissions- angeboten die Arbeiten vergeben. Es erhielten Die Maurer- und Steinhauerarbeit Wilhelm B ö ch e r - Bellersheim, die Zimmerarbeit Georg Haas & Co.-Grünberg, die Spenglerarbeit 3. Von-Eiff - Grünberg, die Dachdeckerarbeit PH. Bender-Grünberg. — Die Bautätigkeit verspricht in diesem Jahre sehr rege zu werden. Es werden Wohnhäuser bauen: Friedr. Deck er , R Ritter Steuersekretär Kreutzer in der Frankfurter Straße, Architekt 3ägcr ein Doppelwohnhaus in der Vähe der Schulstraße, Ober- forst meister Schneider und Karl Seng in der B'.smarckstraße, Lehrer Lauder in der Bahnhofstraße, Ülnterassistent K o ch in der Theo-Koch- straße und Maurermeister R. Dock in der Gartenstraße. Sehnsüchtig erwartet auch die Stadtverwaltung die bestellten Gußrohren zum Gegen der Wasserleitung nach der Warte, damit der Dau des Hochbehälters dort in Angriff genommen werden kann. Kreis Friedberg. sf. Friedberg. 8. Aprll. 3n der gestrigen Vorstandssitzung der Vereinigung ehemaliger Auguftinerschüler wurde be- Dittelmeer, Rhein oder Weichsel? j Von unserem römischen ll-Kvrrespondenten. Rom. Anfang April. Das sogenannte Genfer Protokoll, eine interessantesten Qleuerf(Meinungen auf der bi- zt'matischen Mustermesse der Vachkriegszeit. turbc nicht erst kürzlich, wie man noch immer Um kann, begraben, sondern schon, wie ich da- mils eingehend ausführte, während der vömi» fcen Volkerkmndstagung im vergangenen Dezem- frr. Man konnte höchstens sagen, daß die feiet- px Beisetzung an seiner Geburtsstätte erfolgte, lijdem cs von Chamberlain und Driand in jom, nach Erfüllung seiner Aufgabe, umgebracht igiotben war. Der Sille der Zell entsprechend jaigtc man ihm dami jene pontpösen Phrasen um, V dem Derufspazifisten das Herz höher schlagen trfen. und stellte es noch eine Weile für das laubige Publikum aus Eine doppelte Mission sollte nach den Plänen Stadttheater ' SountakkAprl! * llCflerlw •$' -W* DrainE linb SA !•" rtz'M ■ z-36». Lli I HM iiitb 3 I fltuenweg Sietzen i Jnmifart WM Ni tag 7.: Weitaus Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Fernsprecher 198 Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine Schlafiin Spe Zu jeder Tageszeit warme und kalte Speisen Reichhaltige Speisekarte 3842c wnn Fahrgasse Gießener Wochenmarktpreisc. am 11. 2(pri( 1925 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 230, Matte 40, Käse 70, Wirsing 35, Weiß« kraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, topinot 40—50, Römischkohl 20, Unler-Kohl- acht 8, Mischgemüse 20, Grünkohl 25, Rosenkohl 70, ^Feldsalat 100, Tomate« 130, Zwiebeln 30, Meerrettich 60—100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15—20, Birnen 12, Dörobst 35, Honig 40. rjunge Hahnen 100, Suppenhühner 120—140, Nüsse 80 Pf. je Pfund; Eier 11, Blumenkohl 60—150, Salat 60, «alatgurken 150, Endivien 80, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20—80 Pf. je Stck; Radieschen Bund 20—40 Pf. werbofchure für Mädchen frergewoiLene Stelle der Haushaltungslehrerin Frl. D r ü n g e s aus Kassel übertragen. Am dritten Ostertag findet hier ein großer Kreisfeuerwehrtag statt, dem eine Klebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr vorangeht. bl. Herborn, 9. April. In der Gemarkung Medenbach entdeckte man vor kurzem eine ganze Anzahl von S t e i n b r ü ch e n, die sich zum Teil im Gemeinde- und zum Teil im Privatbesitz befanden. Bei dem Verkauf resp. Verpachtung erzielte man hohe Preise. Strafkammer Gießen. *" Gießen, 7. April. Dec Schuhmacher K.A. auSReichelsheim hatte zusaimnen mit dem Jugendlichen TD. G. für einen neuzugründenden Verein im Auftrag von anderen an Hand einer Liste eine Sammlung veranstaltet. Don den erhaltenen Beträgen behielten sie zusammen 3 Mk. zurück und änderten an zwei Stellen der Aste die gezeichneten Summen entsprechend ab. Das Schöffengericht hatte R. wegen Unterschlagung und Betrugs zu je 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt zur Erzielung einer Verurteilung auch wegen schwerer Urkundenfälschung. Die Straskammer erblickte im Gegensatz zum Vorderrichter in der Liste eine beweiserhebliche Urkunde und verurteilte R. wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Unterschlagung zur Mindeststrafe von einer Woche Gefängnis. Gegen G. wird vor dem Jugendgericht demnächst verhandelt werden. In der Aeujahrsnacht war, wie bekannt, in Heuchelheim in der Wirtschaft von G. durch unvorsichtiges Umgebe» mit einer Armeepistole ein junger Mensch ums Leben gekommen. H. M. und C. S. aus Heuchelheim waren deshalb am 11. Februar 1925 vom Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. S. hatte die Strafe hingenommen. M. dagegen Berufung eingelegt. Er bebauptete, schuldlos zu sein. S. habe ihm die Pistole, nachdem er auf seine Frage, ob sie auch leer fei, von S. eine bejahende Antwort erhalten habe, über den Tisch gereicht, dabei sei der Schuß losgegangen und habe den ihm gerade gegenübersitzeichen W. R. getroffen; er könne nicht einmal sagen, ob sich die Pistole in seiner Hand oder in der deS S. entladen habe. Das Gericht glaubte diesen Behauptungen nicht, zumal sie in wesentlichen Punkten von seiner früheren Aussage abweichrn. Es folgte vielmehr de» Ausführungen des heute als Zeuge auftretenden S. Dieser bekundete, M. habe die Pistole von ihm in Empfang genom- nien, vor sich auf den Tisch gelegt und mit beiden Händen daran hantiert; dabei sei der Schuh gefallen. Die Kammer erblickte die Fahrlässigkeit be£ M, der selbst zugibt, als Soldat mit dieser Waffe ausgebildet worden und mit ihrer Handhabung genau vertraut zu sein, in dem Umstand, daß er sich nicht alsbald s e l b st überzeugte, ob die Pistole leer oder ordnungsmäßig gesichert sei. Da die vom Schöffengericht ausgesprochene Strafe angemessen erschien, wurde die Berufung verworfen. Eingesandt. Die Stoubplage in der Frankfurter Straße. Wer t» der Frankfurter Straße wohnt und zu den regelmäßigen Passanten derselben gehört, ist wirklich zu bedauern. Durch den starlen Autv- verkehr, wie wir ihn in keiner zweiten Straße unserer Stadt haben, wird, durch das zur Zeit herrschende trockene Wetter begünstigt, ein Staub aufgewirbelt, der das Wohnen und Passieren in dieser Straße zu einer Qual gestaltet. Aach dem städtischen Sprihfaß, welches hier lindernd eingreifen könnte, sieht man sich vergeblich die Augen aus. Es wäre angebracht, wenn sich die Stadtverwaltung von Vorstehendem überzeugen und entsprechende Maßnahmen ergreifen würde. Ein Bewohner der Frankfurter Straße. Parsifal; im Schumann-Theater Turnen, Sport und Spiel. Straßenrennen quer durch Ohm- und Lahntahl. Mehr als 200 Rennfahrer und über 1000 Wan- frrsahrer ließen sich in die Meldeliste eintrage». Der Start ist am 2. Ostertag, vormittags 8 Uhr, i» Kirchhain. Die ersten Fahrer dürften gegen 12 Uhr, von Lollar kommend, über die Steinstraße, Westanlage, die Hauptkontrolle Gasthaus Doller, in Gießen, erreiche». Hier sind 15 Minuten Zwangspause, worauf die Wettbewerber durch die Alice- straße. Südanlage, Ostanlage »ach Kirchhain zurückfahre». Unter den Wettbewerbeer» befindet sich auch der bekannte Gießener Straßenfahrer August Deibel. Die Erfolge des Gießeuer Schwimmvereins in Leipzig und Magdeburg. Anschließend an unseren Bericht vom Mittwoch wird uns noch gemeldet: 200-Meter-Brustschwinmren für Damen: Die große Prüfung für Erna Murray-Leipzig, die deutsche Meisterin. Die Schwedin Hjördis Toepel, Tilly Arndt-Gießen und Käthe Büns-Hamburg Ware» ihre gefährlichsten Gegnerinnen. Aach Ablauf der ersten 50 Meter liegt die Hamburgerin vor der deutschen Meisterin. Bei 100 Meter gibt die Schwedin ermattet auf. Erna Murray versucht angestrengt die Spitze zu erreichen. Bei 150 Meter geht sie leicht in Führung, immer noch von Frl. Arndt stark bedrängt. Dann entwickelt sich ein Endspurt, w':e man ihn in der Brustlage selten sicht. Erna Murray gelingt es, sich frei zu machen; sie siegt knapp in der neuen Weltrekordzeit von 3:20 2 Minuten. Aber auch Tilly A r n d t als Zweite unterbietet nicht nur die bisherige deutsche Bestzeit. sondern auch den bisherigen Weltrekord. Eine glänzende Leistung aller drei Schwimmerinnen. Das 102-Meter-Rückenschwimmen gewann dis deutsche Meisterin Frl. Rehborn-Bochum in der neuen Rekordzeit von 1:31 Min. vor Frl Murray und Frl. Arndt. In Magdeburg traf am Montagabend im 10>Mcter-Brustschwimmen Frl. Murray wieder Schöffengericht Gießen. " Gießen, 6. April. Der frühere Eisen- bahnschafftier H. A. aus Wies eck war am 16. Februar d. I. wegen schweren Diebstahls zu 2 Iahren Zuchthaus verurteilt worden. Er war am 27. Aovember v. I. auf den um 5.07 Ahr vormittags in Großen-Duscck abgehenden Güterzug gesprungen, Halle gewaltsam die Plombe eines Stückgutwagens geöffnet und aus demselben 6 Kartons Tabak, die »ach Renzendorf bestimmt waren, in der Aähe der Leppermühle herausgeworsen. Vor der Einfahrt in Reiskirchen war er wieder abgesprungen. A. war auf Grund eines Indizienbeweises verurteilt worden. Aach der Verkündigung des Urteils hat er ein reumütiges Geständnis abgelegt, und dabei auch den Händler B. H. aus Alten-Duseck als Mittäter angegeben. Gegen diesen wurde heute verhandelt. A. und H. haben sich im Gefängnis seinerzeit kennengelernt und sich kurze Zeit vor dem Diebstahl zur gemeinsamen Ausübung des Althandels zusammengetan. H. war am 25. und 26. Aovember den ganzen Tag mit A. zusammen. A. schlief auch die Rächt zum 27. bei H. in Großen-Duseck. Gegen i/25 Uhr morgens gingen sie zusammen fort, H. zur verabredeten Abwurfstelle, A. auf den Bahnhof. Als A. nach Verübung des Diebstahls von Reiskirchen zur Leppermühle kam. hatte H. bereits 5 Kartons in die Aähe der Straße Reiskirchen—Gießen geschafft. Der 6. Karton konnte von beiden nicht gefunden werden. A. blieb nun bei dem gestohlenen Gut, während H. nach Hause ging, um sein Fuhrwerk zu holen. Mit diesem wurde der Tabak nach Gießen ge- bracht, wo ihn A. an den Mann zu bringen Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ™ ^^tg&erjunbig ungöblatt 07 r. 2 9 vom 9. April enthalt: Verordnung über Zuschläge und Prämien für 'JtotltanOScrbeiter. Straßensperre. Statistik über Streik- und AuS« sperrungen. Erhebung der Kurtaxe und Bädern gelber in Dad-Aauheim. Aenderung der Orts« sahung der Gemeinde Ettingshausen. Dienftnach» richte». Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-älmschau".^ SamStag, 11. April: 4.30 bis 6 Uhr: Aachmittags-Konzert des Hausorchesters: Bach und Händel. 1. Bourree, Bach. 2. Air a. d. Suite in v-Dur, Dach. 3. Ouv. z. d. Oratorium „Samson", Händel. 4. Phans. und Fuge in V-Moll (Klaviersolo), Bach. 5. Largo a. d. Konzert in V-Moll, Bach. 6. Trauermarsch a. d. Orat. „Saul", Händel. 6 bis 7.30 Uhr: Vortrag von Dr. Wilhenn Heinitz- Hamburg: „Richard Wagners Parsifal" (mit musikalischen Erläuterungen durch Flügel und Grammophon). 7.30 bis 8 Uhr: Zunkhochschulc. Vortrag von Prof. Dr. Schultz: „Frank Wedekind und das neuere deutsche Drama". 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Rektor Wchrhahn: „Ostergebräuche und -sitten". 8.30 bis 9.30 Ahr' Passions-Konzert. 1. Brandenburgisches Konzert in v-Dur, I. S. Bach. 2. „Ich will ben Kreuzstab gerne tragen". Solokantate, I. S. Bach. 3. Arie aus der Matthäuspassion mit obligater Gambe, I. S. Bach. 9.30 Uhr; Aachrichtendienst, Wettermeldung. Sportbericht. 10 bis 11 ilbr: Szenen aus Goethes Faust. (Studierstube bis Osterchöre.) Ausführende: Mitglieder der Frankfurter Bühnen. Ostersonntag, 12. April; 8 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wari- burg-Derein. 4 bis 5 Uhr: Aachmittagskonzert des Hausorchesters: Verdi. 1. Ouv. z. Op. „La Forza del Destinv". 2. Barcarole a. d. Op. „Die Sizilianische Vesper". 3. Monolog des Iago a. d. Op. „Othello". 4. Phantasie a. d. Op. „Don Carlos". 5. Arie des Renee a. d. Op. „Maskenball". 6. Phantasie a .d. Op. „Othello". 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Blumen am Fenster", Vortrag von Palmengariendireklor Kraus. „Von Blumen und Gärten". Vorlesungen von Gertrud Paulun. 7 bis 7.30 Uhr: Dr. Wilhelm Heinih-Hamburg: Prüfung der Gehörschärfe unserer Funkteilnehmer nach Spezialübungsplatten des Phonetische» Laboratoriums der Universität Hamburg. 8.30 bis 9.30 Uhr: Giovanni Battista Pergvlesi 1710 bis 1736). 1. Kammertrio in 8-Dur. 2. Arietta „Se tu m’ami“. 3. Sonate für Diolincelto uird Klavier in F=5hir. 4. a) Arie a. d. Op. „La serva padrona". b) Siziliana „Ogni pena piu spietata". 5. Kammertrio in G-Dur. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Volkstümliches Mandolinenkonzert. Ostermontag, 13. April? 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier mit Ansprache von Pfarrer Vömel. 4 bis 5 Uhr: Aachmittagskonzert des Hausorchesters, Früblingsmusik. 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 8.30 bis 9.30 Uhr: Das Niederdeutsche Osterspiel aus Redentin vom Iahre 1464. Ausführende: Mitgliedei- Frankfurter Bühnen, ein Kammerorchester. Anschließend. Aachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 12 .April: Parsifal. Montag, 13.: Parsifal. Dienstag, 14.: Der Barbier von Sevilla. Mittwoch, 15.: Tiefland. Donnerstag. 16.: Margarethe; im Schumann- Theater. Der Barbier von Sevilla. Frei- mßrt’s Ei-Scto Beste'zümEiereialegen ■ 3M van Baerle & Co., Worms a. Rhein B Erste deutsche Wasserglasfabrik. Gegr. 1833 ■ In allen einschlägigen Geschäften zu haben. Ein neues Heim für das Forstinstitut nach 100 Jahren seines Bestehens. Wie uns von berufener Sette mitgeteilt wird, sind die seit mehr als 4 Iahren zwischen der Hessischen Regierung und der Stadt Gießen geführten Verhandlungen zur Beschaffung eines neuen Heims für das Forst- inftitut unserer Landesuniversität zu einem für beide Teile glücklichen Abschluß gelangt. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer nichtöffentlichen Sitzung am 8. April d. I. de» ihr von der Stadtverwaltung vorgelegten ' Tauschvert rag, durch den seitens der Stadt das ehemalige G amisonlazarett dem Forstinstitut als künftiges Heim überlasse» wird, während sie selbst wertvolles Wiesengelände dafür eintauscht, einstimmig genehmigt. Dieses Ergebnis ist um so erfreulicher, als es mit dem Zeitpunkt, in dem das Forstinstitut auf ein 1 OOjähriges Bestehen zurückblicken kann, zusammenfällt. Eine schönere Gabe als ein neues Heim hätte ihm aus diesem Anlaß nicht beschert werden können. Ein großer Anteil an bem Gelingen des unter oft recht mühevollen und langwierigen Verhandlungen von allen beteiligten Stellen seither verfolgten Planes fallt unserer Stadt zu. War sie es doch, die zur Wsung der R a u m - frage, als der Ausbau des Forstinstttuts in dem von der Landesuniversttät beantragten Umfang von der Staatsregierung beschlossen worden war. die Hand geboten hatte. Sie tauschte das Garnisonlazarett gegen die Städtische Kaserne, die in den Besitz der Reichswehr überging, em, um es unter günstigen Bedingungen nunmehr dem Forsttnstitut zu eigen zu gctxm. So ist sein Fortbestand, dank der Hilfe der Stadt, gesichert. Sein Ausbau, der neben der bereits vor 4 Iahren in Aussicht genommenen Bildung von drei forstlichen Abteilungen den Anschluß von drei weiteren Abtei tung en für forstliche Bodenkunde, Forstbotanik und Forstzoologie vorsieht, wird nun die Aufgabe der nächsten Iahre sein. Möchte es dem Forstinstttut beschieden fein, in einmütigem Zusammenwirken aller dazu berufenen Stellen und interessierten Kreise des Waldbesitzes, des Holzhandels und der Holzindustrie das Ziel seines Ausbaus zu erreichen, das es sich in jenen, für seine Zukunft entscheidungsvollen Tagen des Iahres 1920 gesetzt hat! Kleine Strafkammer Metzlar. D Wetzlar, 8. April. Unter bem Vorsitz des Lanbgerichtsbtrektors G u n ft aus Limburg wurden heute folgende Fälle verhandelt: Wegen Widerstandes und Beleidigung waren der Förster a. D. H. aus Hai- g e r und dessen Ehefrau angeklagt. Die Angeklagten waren vom Amtsgericht Dillenburg mit Geldstrafen von 150 bzw. 100 Mk. verurteilt worden. Hiergegen halle» die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt. Die Angeklagten, die bereits 73 bzw. 60 Jahre alt und noch nicht vorbestraft sind, besitzen in Haiger ein Wohnhaus, in welchem ein gewisser H. de» 1. Stock als Mieter innehatte, während die Eheleute B. als Zwangsmieter 2 Mansardenzimmer bewohnten. Als H., der Mieter des 1. Stockes, mit dem sich die Angeklagten nicht gut standen, am 15. 10. 1924 aus dieser Wohnung auszog, schlossen sie die Wohnung ab und gaben den Schlüssel dazu bei der Polizei ab. Das Wohnungsamt sprach nun die freigewordene Wohnung dem Lanchäger B. zu, wogegen der Angeklagte diese Wohnung dem Zwangsmieter B., der schon seit 3 Jahren eine Wohnung suchte, versprochen hotte. Da die Angeklagten in Haiger den Ruf nicht besonders friedlicher Vermieter genossen, wollte der Landjäger B. nicht gerne in die ihm zugewiescne Wohnung einziehen und äußerte dieses auch bei der Besichtigung der Wohnung dem Angeklagten gegenüber. So kam es, daß der seitherige Zwangs- Mieter B. in die freigewordene Wohnung zog. Der Aufforderung des Wohnungsamtes an den Angeklagten, ben 23. wieder hinauszusetzcn, kam der Angeklagte nicht »ach. Es kamen nun 2 Polizeibeamte am 21. 10. 1924 auf das Anwesen des Angeklagte»^ Zu diesen kam noch der Landjäger B., dem ursprünglich die Wohnung zugewiesen war. hinzu. Der Angeklagte kam gerade aus der Stadt. Er hatte einen schweren Spazierstock bei sich, auf den er sich stützte. Als er hörte, zu welchem Zweck die Beamten da seien, schimpfte er aus diese los und nahm schließlich eine drohende Haltung an, indem er mit dem Stock herumfuchtelte. Einer derPolizei- beamten versuchte, dem Angeklagten den Stock zu entreißen, was diesem aber nicht gelang; es kam schließlich so weit, daß der eine Polizeibeamte mit der Handkette den Angeklagten an den Händen fesselte. Die Ehefrau des Angeklagten sah diesen Vorgang vom Fenster mit an, kam hinzu und soll, wie die Zeugen bekunden, schwerste Beleidigungen gegen die Beamten geäußert haben. Die Ehefrau ging darauf wieder in das Haus, * verschloß die Türen und machte es so den Beamten unmöglich, in das Haus zu gelangen. Nachdem nun einer der Polizeibeamten versucht hatte, einen Schlosser zum Ausbrechen der Tür zu holen, dies ihm aber nicht gelang, wollte dieser die Tür mit einem inzwischen herbeigeholten Brecheisen aufbrechen. Der Ehemann, der sich mitllerweile etwas beruhigt hatte, veranlaßte nun, daß die Tür aufgemacht wurde, nachdem er entfesselt war. Später wurde dann auch die Wohnung geräumt. Nachdem das- Wohnungsamt 2 Tage später die Wohnung dem Hinausgefetzten zugesprochen hatte, konnte dieser wieder einziehen. Die Angeklagten bestritten, die Beamten beleidigt und ihnen Widerstand entgegengesetzt zu haben, sondern gaben an, von den Beamten beleidigt worden zu fein. Während die eidlichen Aussagen der Beamten im Sinne der Anklage lautete, standen die Aussagen der von d er Verteidigung, Rechtsanwalt Hornberger in Gießen, benannten Zeugen, die ebenfalls unter Eid erfolgten, in direktem Widerspruch zu diesen. Es wurde ein ärzliches Attest verlesen, das über die durch Fesselung des Angeklagten, die leinhalbe Stunde gedauert hoben soll, enstan- benen Verletzungen Auskunft gibt. Das Gericht kam zur Vertagung der Verhandlung und Ladung von 6 weiteren Zeugen. Der Kaufmann Walter B. aus Wetzlar, her vom Amtsgericht Wetzlar wegen Preistreiberei freigesprochen und wegen Betrugs zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, hatte hiergegen Berufung eingelegt, ebenfalls hatte die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt. Die Verhandlung ergab folgendes: Für eine an den Zeugen B. in Gräveneck gelieferte Radioanlage und Ersatzteile hatte der Angeklagte 985 Mark gefordert und von dem Zeugen über diesen Betrag drei Wechsel erhalten. Infolge Vermögensverfalls des Zeugen D. konnten diese Wechsel nicht eingelöst werden, und es kam zur Zivilklage. Nachdem seitens des Angeklagten die Wechselklage anhängig gemacht war, erstattete der Zeuge B. Anllage wegen Betrugs und behauptete, daß für die ihm gelieferte Radioanlage teilweise alte Bestandteile zur Verwendung gekommen seien, und daß der geforderte Preis viel zu hoch sei. Der Angeklagte bestritt die Verwendung alter Bestandteile, behauptete vielmehr, sämtliche gelieferten Teile seien bei der Lieferung neu gewesen; auch sei er der Geschädigte und nicht der Zeuge, denn durch die Verluste, die er durch den Zeugen erlitten habe, sei er gezwungen worden, sein Geschäft aufzugeben. Der als Sachverständiger geladene Elektrotechniker H. aus Wetzlar erklärte, er habe die Anlage erst vier Monate nach der Einrichtung gesehen und könne daher keine dahingehenden Angaben machen. Da die Angaben des Angeklagten nicht zu widerlegen waren, kam das Gericht zur Freisprechung. Schleier der Pierrette und Tänze. Samstag 18.: Hosfmanns Erzählungen; int Schumann^ Theater: Schleier der Pierrette und Tänze; Iosef- legende. Sonntag, 19.: Figaros Hochzeit; im Schumann-Theater: Iosefslegende; Aida. — Schauspielhaus: Sonntag. 12. April. Goethes Faust l.Teil. Qllontag, 13.: Der Kreidekreis. Dienstag, 14.: Goethes Faust 1. Teil. Mittwoch, 15.: Goethes Faust 1. Teil. Donnerstag, 16.: Louis Ferdinand Prinz von Preußen. Freitag, 17.: Goethes Faust 1. Teil. Samstag. 18.: Bummelstudenten. Sonntag, 19.: Goethes Faust l.Teil» auf Frl. Arnvt und Sri. Büns. (Die Schwedt» kam nicht in Frage.) Erwartungsgemäß siegte auch hier die Meisterin sehr knapp vor Frl. Arndt und Frl. Büns. Der Dienstagabend sah abermals das deutsche Dreigesttrn der Damen- Brustschwimmerinnen am Start in Magdeburg. Auch die 400 Meter gewann Frl. Murray, stark bedrängt von Frl. Büns-Hamburg und Frl. A r n d t - Gießen. Erste Frl. Murray: 7:23.6 Min. Zweite: Frl. Büns: 7:24 Min. Dritte: Frl. Arndt: 7:30 Min. Frl. Arndt zählt heute zu den besten Schwimmerinnen Europas. Am 19. April trifft sie in Bochum ebenfalls mit Frl. Murray im Brustschwimmen unb Frl. Rehborn im Rückenschwimmen zusammen. Der Gießener Schwimm- verein ist mit Recht stolz auf seine Meisterin. Vom Arbeiter-Turu- und Sportbund. Weitere Erfolge der Gießener Arbeiter-Sportler. Am Sonntag fand'der diesjährige Kreis- frühjahrswalblauf in Mörfelden bei Frankfurt a. M. statt, an dem auch zwei Sportler der Freien T u r n e r s ch a f t Gießen, O. Balser und O. R ü s p e l e r , teilnahmen. Reben einer starken Konkurrenz wurden große Anforderungen an die Teilnehmer gestellt, denn die Strecke ging meist durch ansteigendes Gelände, und die Langstreckler mußte» schon alles aufbieten, um sich durchsetzen zu können. Im 5000-Meter-Lauf belegte Balser- Gießen knapp hinter Siegle- Diebesheim den 2. Platz; der nicht in Form befindliche Otto R ü s p e l e r mußte sich mit dem 5. Platze begnügen. Der vorjährige Kreismeister mußte sich trotz oller Bemühuygen auf den 3. Platz zurückdrängen lassen. Man konnte auch hier feststellen, daß in ben Wintermonaten fleißig gearbeitet wurde und infolgedessen die Leichtathletik gut marschiert. versuchte. H. leugnete hartnäckig. Die ruhigen Bekundungen deS A. aber wirkten überzeugend. Es kamen noch einige andere Momente hinzu, die ebenfalls auf Sy als Täter hinwiesen. Insbesondere sprach der Umstand sehr für das Schuldbewußtsein des H., daß er sich im Vorverfahren, als er einem Zeugen gegenübergestelll werden sollte, in seiner Scheuer versteckte und von de» Kriminalbeamten aus dein Heu gezogen werden mußte. Das Gericht hielt den Ausführungen der Staatsanwaltschaft entsprechend H. für überführt und verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Ein Monat der Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Geschäftliches Die natürlichen Pflanzenkräfte im Ungarischen Wasser Faßhauer kräftigen Verven und Körper und heilen Migräne, Ischias und Rheuma, 3‘J1ss Auskunft: Univ.-Apotheke zum goldenen Engel. 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Für den geschäftlichen Teil: Paul Schubert, Karl Volck, Karl Juhnke, Auguste Mareks, Jul. Baste. Beleuchtungseffekte: Ludwig Keim. II. Teil: Vergnügungsrummel im „chines. Viertel": »Im Kreidekreis" - Opiumhöhle - Kabarett TANZ (Kapelle Well - Well) Teebude - Kaffee-Ecke - Speiseplatz Weinstuben - Bierausschank Tombola. Preise für Vorstellung und Fest: Prosz.Loge,I.RangLog.) 800 und I. Rang VorderplJ blUU Orchester, I. Sperrsitz) ... 7nn und I. Rang Mitte . .( Mlc /1UU HÄitzu:LRang}Mk.6.50 III. Sperrs., II.RangVor-J derplatz u. Prosz. Loge II. Rang.....' II. Rang Mitte . . . II. Rang Rückplatz . Galerie..... Mk. 5.50 Mk. 5.00 Mk. 4.75 Mk. 4.50 Kartenverkauf an der Theaterkasse und bei Frau Huntemann ab Donnerstag, den 9. April in den Kassenstunden. Die verehrlichen Geschäftsinhaber, die gütigst geneigt sind, für die Tombola zu stiften, werden um freundliche Benachrichtigung gebeten, wann Abholung der Gegenstände erfolgen darf. Das Festkomitee. LA.: Schubert. 3760c WMWlMWR auf dem flsroalösgatten. WMWWgen all. All, 5 WM Wells, SiWlMeln, Betlaufs- nun WrlfAWMen. Am UM" 3. Feiertag auf dem MeBplatz: Großes Kinder-Osterfest Jedes Kind erhält ein Geschenk gratis! HOB 5 W flö (onjertterl öle <5166. Slüöttoflelle. Frei-Konzert. Bei Wlkill öerSunleHielt: Unter BorantrittöerffileBenerstoöttopelle groß. Lamnion-Fackelzug öer ©ieöener jagend. lim regen äufnend) bittet Sie dilsoruDue Gletzes des Beteins reifender s Weiler. WklAr Lmidmirt 14jähr. Jun- UJJll gen die Landwirlschaft? RflCfiMI Hochstämme und nildClI niedere Buschrosen Familienanschluß erwünscht. Schriftl. Angebote mit. 03155 an d en Gieß. Anz. 1200 qm Karten mit viel Obst, hinter der schönen Aussicht, ganz oder geteilt zu verkaufen 03174 । Ebelftraße 3G p. | Flieder - Clematis u. Ampelopsis Seitchi und anderes Pflanzenmaterial für den Haus- und Ziergarten. Rudolf Schneider, Gartenbaubetrieb Schiffenberger Weg 61. 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Osterfeiertag Ausflug: Treffpunkt 2 Ähr Bahnübergang Schiffenberger Weg. 03167 Der Vorstand. 1. Feiertag, vormittags „Schipkapaß" 2. Feiertag, vormittags „Darmstädter Haus- Unsere diesjährige Gesellenprüfung findet Mittwoch, den 22. April ds. Is. statt. Anmeldungen zu dieser Prüfung haben bis zum 15. April ds. Is. bei der Geschäftsstelle der Fleischer- Innung Glesien, Dahnhofstrasie 71 (Seitenbau), zu erfolgen. Nähere Auskünfte werden dort gleichfalls erteilt. 38240 Gießen, den 6. April 1925. JetteWnWlMiMer MWec-Wling (Siegel Louis Vogt Vorsitzender. Pachtacker 625 qm, vor dem Philosophenwald, versetzungsbalber abzugeben. Neu erbaute Gartenbütte kann gegen Erstat- lung der Material- kosten übernommen werden. 03101 Dammttraße 24 I. 2 größere lecker an d. Krosdorierstr. und ein Acker am Wißmacherweg und eine Wiese in der Schwarzlach zu ver- pachten. 03206 August Schwan Moltkestraße 16. KOME. FREILAUF QM HEUE MODELL Nr. 85 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverhessen)Samstag, U. April 1925 politische Osterbetrachtungen. •Bon öflerrcidjejdjem Vizekanzler a. D. Dr. Felix Frank, Wien. Geil ich im Januar des heurigen Jahres in Be- gleitung des Präsidenten 2 inghoser die Gast- freundlchast unserer reichsdcutschen Freunde genießen durste und die Gelegenheit gefunden hatte, im persönlichen Verkehr mit ihnen einen Gedanken- austausch über die großen Fragen der gesamtdeut- schon Politik zu pflegen, ist die Entwicklung nicht stillgestanden. Mehr denn je steht heule das Deutsche Reich im Mittelpunkte der internationalen politischen Betrachtung. Go ungeheuer schwer die Wunden auch sind, die der Friede von Versailles dem im Reiche vereinigten deutschen Bolkskorper geschlagen hat, und so drückend sich msbesondere die in diesem Vertrage zum Ausdruck kommende Aechtung für unser Volk erwiesen hat, so war er doch nicht imstande, das zu erreichen, was gewisse Staatsmänner und Generale, die ihm zu Gevatter standen, damit bezweckt haben. Deutscher Fleiß, deutsche Tüchtigkeit und Unermüdlichkeit haben in Verbindung mit der jetzigen Außenpolitik der Reichsregierung erreicht, daß das Deutsche Reich nicht um Aufnahme in die Reihe der gleichberechtigten Rationen zu bitten braucht, sondern von den früheren Feinden gebeten wird, sich aufnehmen zu laßen. Welcher unendliche Fortschritt liegt insbesondere in der Art der Behandlung, die die deutschen Vorschläge zum Garanticpakt in London gefunden haben gegen- iiber der Behandlung, die das Deutsche Reich in früheren ähnlichen Fällen hinnebmen mußte. Es kann naturgemäß nicht unsere, der Deut sch - Ocsterreicher, Ausgabe sein, zu den einzelnen Verhandlungspunkten, die in den Unterhattungen der außenpolitischen Aemter von London, Paris, Prag ufro. erörtert werden, Stellung zu nehmen: jedenfalls betrachten wir uns aber als Teil des deutschen Gesamtvolkes diesen Verhandlungen gegenüber nicht als desinteressiert. Wir sind ja durch den Friedensoertrag von St. G e r m a i n in eine ganz besondere Lage gebracht. Während andere deutsche Volksteile fremdnationaler Herrschaft unterworfen wurden, hat man dem so verbleibenden armseligen Rest des alten Oesterreichs die „Selbständigkeit gelassen. Die bekannte Bestimmung der Friedensverträge von Versailles und St. Germain, die den Anschluß Deutsch-Oestereichs an das Deutsche Reich von der Zustimmung des Völkerbundes abhängig macht, sollten diese „Selbständigkeit" noch Dcranlern. Wir gleichen so einem Glied, das aus einem Körper herausgeschnitten, für sich selbst sort- existieren muß, ohne daß ihm seine Transplanation auf einen anderen lebendigen Körper, der es seinerseits mit neuer Lebenskraft erfüllen würde, gestaltet wäre. — Zwar werden in diesen Tagen der internationalen Diskussion über die in den Garantiepakt auf- zunehmenden Artikel die Stimmen jener immer lauter, die das Ziel der mitteleuropäischen Entwicklung in einer engeren Verbindung der Machfolge st aalen der ehemaligen Habsburger- monarchic erblicken. Und es ist gewiß sehr bemerkenswert, daß nunmehr gerade das P r ag e r K a - b i n e t l, das vordem von einer Verbindung, die auch nur die Icifefk Erinnerung an die alte Monarchie wecken könnte, nichts wissen wollte, immer mehr und immer eindringlicher den Gedanken des Zusammenschlusses dieser Staaten propagiert, wobei cs grundsätzlich kaum einen Unterschied macht, ob dieser Zusammenschluß Donauföderation genannt wird oder nicht. Denn der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n es ch sagte ja in der Debatte, die sich an sein außenpolitisches Expose anschloß, selbst, daß die Begriffe ^Konföderation, Zollunion ober Wirtschaftsgemeinschaft" sehr fließende seien. Wir befinden uns aber in lebhaftestem Widerspruch mit diesem Minister, wenn er „möglichst engen wirtschaftlichen Beziehungen bei der Auf- re ch le r h a l t u n g der politischen und wirtschaftlichen Souveränität" bas Wort redet. Denn, wenn er die wirtschaftlichen Beziehungen über den natürlich auch von uns gewünschten Abbau der Handels- und verkehrspoltti- schen Beschränkungen hinaus gepflegt wissen will, so ist dies mit einer politischen und wirtschaftlichen Souveränität nicht vereinbar. Wir verweisen nur kur; auf die Entwicklung, die vom Deutschen Zollverein naturnotwendig über bas Zollparlament zum Deutschen Reichstag sührte. — Ob nun ber vom tschechoslowakischen Außenminister so lebhaft propagierte Zusammenschluß bann Donanföbera- Hon ober kleine Entente ober wie immer heißt, barauf kann es uns nicht ankommen. Jedenfalls müssen wir eine Entwicklung auf das schärfste ablehnen, die die 'Jiad)folgeftaaten ber alten Monarchien einem politischen Machtzentrum mit ber Spitze am Prager Hrabschin unb mit einem not» locnbigen Gegensatz gegen bie Politik bes Deutschen Reiches zusammenfassen will. Für uns kann es nur eine Lösung bes österreichischen unb bamit bes mitteleuropäischen Problems überhaupt geben, unb bas i ft der Anschluß Deutsich-Oesterreichs an bas beutjdje Mu11erlanb. Dieser Gebanke war unb ist es auch, ber bie Großbeutsche Volkspartei dazu bestimmt, die Sanierung der öffentlichen Finanzen unb nunmehr auch der Wirtschaft als politisches Ziel zu erstreben. Denn wir wollen zum Deutschen Reich nicht als abgehärmte Bettler kommen, sondern als gleichwertige Brüder, bie bie in unserem Volkstum so reich entwickelte Mannigfaltigkeit burch bie Einfügung unserer bajuvarisch- östereichischen Stammeseigentümlichkeiten in ben Gesamtkörper ber Ration bereichert. Wir sind uns aber darüber klar, baß bie Sanierung, bie ja, wie nun auch von ihren ursprünglichen Gegnern anerkannt wirb, einem guten Ende entgegengeht, nur eine Etappe zu bem großbeutschen Enbziel sein kann. — Wir Deutschösterreicher mußten oft bebauern, baß man im Deutschen Reiche ber österreichischen Frage nicht jene Aufmerksamkeit zugewenbet hat, bie biese Frage nicht nur für uns, als bie unmittelbar Betroffenen, sondern für bas gesamte beut- sche Volk hat. Gerabe nach bem Verlust ber Kolo- nien unb ber überseeischen Beziehungen wirb unser Volk ja noch mehr als vor bem Kriege seinen Blick nach bcin Oft en unb Süboften lenken müssen. Dabei wirb Wien bas natürliche Emporium beut- scher Wirtschaftskraft unb Kulturentwicklung nach dieser Richtung werden müssen, unb es wirb zu verhindern sein, daß dieser Entwicklung hier in der alten deutschen Kaiserftadt ein Riegel vorgeschoben wird. So rufen wir unseren Brüdern im Reiche zu ben Ostern 1925, bie uns bas erstemal nach bem verlorenen Kriege als ein Fest auch ber politischen unb kulturellen Aufwärtsentwicklung erscheinen können, unsere besten Wünsche bafür zu, daß sie unter bem neu zu wählenben Staatsoberhaupt ben Weg zum beulschen Wieberaufstieg finden mögen. Die Lösung des Aufwertungsproblems. Auch eine Osterbetrachtung. Don Lairdgerichtsbireklor Dr. Wunderlich, MdR., Dorsitzender des Aufwertungsausschusses. 3n den letzten Tugen des März 1925 hat die Reichsregierung endlich nach ntonatelangen Erwägungen und Prüfungen die zwei Gescchentwürfe der Oeftentlichkeit betaimtgcgcbcn, durch die sie das Aufwertungsproblenr endgültig losen will. Sn dem neuen Entwurf will sie die Auf w e r - tunfl d er privat rechtlichen Derhält- nisse, die sie bisher schon einem Sondernuf- wertungsrechte unterstellt, im wesentlichen also der Hypotheken. Pfandbriefe, Obligationen, Spar- guthaben und Dersicherungsansprüche regeln, in em anderen behandelt sie die öffentlichen Anleihen des Reiches, der Länder und Gemeinden. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Entwürfe irgendeinen Menschen restlos befriedigen werden. Dem einen geben sie noch zu weit, dem andern erscheinen sie nicht weitgehend genug. Immerhin werden wohl die Kreise, bic sich in ihren § Öffnungen und Wünschen auf höhere Aufwertung getäuscht sehen, bei wettern größer sein als die. die sich zu stark belastet suhlen. Sn der Sat schlicht sich namentlich das Aufwec-rungs- gesetz, das die privatrechtlichen Ansprüche be- trifft, eng, allzu eng an die 3. Eteuernotverord- nung an. die nunmehr feit nahezu 14 Monaten eine so schwere Beunruhigung in die Kreise der Hhpr thekengläubiger, der Sparer und Rentner getragen hat. Der Zweck dieser Zeilen soll jedoch nicht sein, Kritik an diesen beiden Entwürfen zu üben. Dazu wird erst der rechte Augenblick sein, wenn die Entwürfe wirk^ch beim Reichstage eingegangen sind. Zur Zeit liegen sie dem Reichsrate zur Deschluhsassung vor, ihr Wortlaut steht also noch keineswegs endgültig fest und man wird gut tun. mit seiner Stellungnahme zu warten. bis sie der Reichsrat verabschiedet hat und das Kabinett danach endgültig schlüssig geworden ist. in welcher Gestalt es sie bem Reichstage vorlegen will. Rach den letzten Erklärungen ber Regierungsvertreter und Aufwertungsausschüsse ist damit zu lrechnen. daß sic um den 20. April 1925 herum beim Reichstag eingehen werden. Uns liegt nunmehr daran, von diesem Ausschüsse aus die großen Gefahren hervorzuheben, die die Hinausschiebung der Lösung des Aufwertungsproblems für unser Dolk mit sich gebracht hat. IJnfer Dolk ist jetzt tatsächlich in zwei grobe Heerlager gespalten. Auf der einen Seite stehen die Millionen der durch den Währungsverfall verarmten Gläubiger. Sparer und Rentner, auf der anderen die Schuldnerkreise, im wesentlichen Grundbesitz und Wirtschaft. die sich gegen die Aufwertung überhaupt oder wenigstens in einem größeren Umfange als die dritte Eteuemotverordnung vorsah, sperren. Dazu kommt, daß die Aufwertungsfrage in den letzten Wahlkämpfen Don den Parteien in ihr Wahlprogramm aufgenommen worden und damit zu einem Gegenstand des Partei- k a m p f e s geworden ist. Wenn man nun bedenkt, daß im letzten Jahr das deutsche Dolk zweimal zum Reichstag gewählt und in wenigen Wochen zum zweitenmal wegen des Reichspräsidenten zur Wahlurne schreiten muß, so kann man sich vorstellen, wie tief diese an sich schon bestehenden Gegensätze aufgewühlt worden sind. Die Unmenge von Driesen, Denkschriften und Eingaben, die tagtäglich bei Reichstagsabgeordneten, insbesondere den Mitgliedern des Aufwertungsausschusses Einlaufen, gibt ein trauriges Bild innerer Zerrissenheit und Derhehung. lind mir will scheinen, als wenn beide Teile über das Ziel hinausschießen. Die verarmten Sparer und Rentner, mit Recht verärgert unb verbittert, können in ihrer Erregung größtenteils die Schwierigkeiten des Problems, die schon für einen nüchtern und kühl abwägenden Mann außerordentlich groß sind, nicht mehr übersehen und erliegen häufig den Schlagworten. Da werden Forderungen erhoben unb nachgesprochen, über deren Tragweite sich der einzelne gar keine Dorstellung machen kann und will. Die Organisation gibt das Wort aus unb Millionen sprechen es nach. Hierzu gehört der Ruf: Fort mir der Dritten ©teuer- Notverordnung! Gewiß enthält sie eine Fülle von Härten, Lücken, Unbilligkeiten, aber die Folgen, die eintreten würden, wenn sie ersahlos aufgehoben würde — wie es der Reichstag kürzlich in unbegreiflicher ilebereilung für den 30. Juni 1925 beschlossen hat —, machen sich die wenigsten Har. Alle Inhaber eines Sparguthabens würden außerordentlich bestürzt sein, wenn sie — außerhalb der Vorschriften der Dritten Steuernotverordnung — einen Zivil- Prozeß gegen die Sparkasse für jeden Einzelfall anfttengen müßten. Gewiß sind die Vorschriften der Dritten Steuernotverordnung gerade über die Regelung ber Ansprüche gegen össent- liebe Sparkassen lückenhaft und ansechkbar. Wie aber ber einzelne Sparkassenbuchgläubiger feinen Anspruch auf Auswertung im Zivilprozeß begründen unb bcmcifcn follte, wenn all« einhc ■ lichen Vorschriften über bie Hypothelenaulwer- tung und die Vildung einer Teilungsmasse beseitigt wären, kann ich mir beim besten Witten nicht vorstellen. Die Mehrzahl der Sparer toill irgendwelche wirtschaftliche Erwägungen und Vorstellungen einfach beiseite lassen: für sie ist die Aufwertungsfrage eine reine Rechtsfrage die unabhängig von allen Wirtschastsproblemen gelöst werden könne. Unb boch müßten schon die einfachsten Erwägungen die großen Zufam- menhängc vor Augen führen. Wenn der Grundstückseigentümer feine Hypothelenzinsen in alter Hohe wieder abführen foll, muß er die Verfügung über fein Grundstück zurückerhalten, muß also die Wohnungszwangsw irtschast aufgehoben werden. Das aber führt einerseits dazu, daß die Hauszins st euer beseitigt werden muß, womit aber bie großen Fragen unserer ©tcuergdetigvbung unb bce Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern unb Gemeinden angeschnitten werden, anderseits dazu, daß die Gehälter unb Löhne erhobt werben müßten, was die Produltwnskosten unserer Wirtschaft steigert, unteren Erport gefährden und damit bie Durchführung ber ganzen Dawesgesehe in Frage stellen kann. Alle diese Probleme hängen unmittelbar zusammen: eins kann nicht ohne Einfluß auf das andere gefaßt werden. Die Aufwertungsfanatiker gehen sogar so weit, daß sie alte politischen Fragen lediglich unter dem Gesichtswinkel der Auswertung betrachten. Sie bilden Parteten, die zu den Reichstagswahlen mit eigenen Listen auftreten Diele find sich einig in der Frage bei Auf Wertung, an alle übrigen Fragen ber Innen- und Außenpolitik denken sie überhaupt nicht. Das Bild größter polttischcr Unreife aber bot sich bei der letzten Reichspräsidentenwahl, als der Sparerbund Stimmenthaltung empfahl. Mit der Frage, in wessen Hand künftig auf sieben Jahre die Führung unseres Staates gelegt werden sollte, wurde bas Auf wertungs Problem verkoppelt. die zwar eine wichtige politische Sette bat, bei der Wahl aber sicher nicht entschieden werben kann, da es unmöglich ist, die Kandidaten auf Einzelsragen, auch wenn sie noch so wichtig wären festzulegen. Dieselben Uebertrcibungcn und Verstiegenheiten aber auch auf der Gegenseite. Ich habe es lebhaft bedauert, baß im Januar 1925 die verschiedenen wirtschaftlichen Verbände lL^nb- wirtschaft, Industrie, Handel, Danken) sich einstimmig gegen jedwede Erhöhung der Auswertungssätze ausgesprochen haben unb daß noch neuerdings die Handelskannner Leipzig starr an diesem Standpunkt festgehalten bat; nur ein einziges Mitglirib dieser Kammer hat den Mut ge habt, in der Aussprache hervorzuheben daß weite Schichten der Bevölkerung diesen Beschluß nicht verstehen würden. Dieses glatte Ablehnen jeden Verkauf durch unfere fahrt ad - 3far cfler FAHRRÄDER aiyeiitätsmorke von WeltnX Elegante neue Modelle Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Bon Karl-August von ßaffert 14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Schließlich müssen Sie sich verpflichten, mir das genaue Resultat Ihrer Forschungen mitzuteilen, damit ich in der Lage bin, zu beurteilen, ob sich tatsächlich ein gewinnbringendes Unternehmen daraufhin aufbauen läßt. Sollte letzteres der Fall fein, was ich nichts glaube, so würden dann erst die eigcnttichc» Schwierigkeiten des ungeheuerlichen Geldbedarfs beginnen. Das ist freilich noch Zukunftsmusik, aber ich möchte auf alle Fälle die spätero Rechtslage klären. Die denken Sic sich die Sache, Herr Nagel, falls ich etwa die Hälfte des Betriebskapitals aufbrächte und Sie die andere Hälfte?" ,Lch zweifle nicht, daß sich selbst in unserem verarmten Deutschland Geldgeber fänden, die ihre Kapitalien in einem derartig aussichtsreichen Unternehmen anlegen werden. In dem von Ihnen an- nommenen Falle würden doch wohl Sie dieselben Rechte haben, wie meine etwaigen Hnterrnänner oder Aktionäre." „Das wäre nicht gerecht", warf Linda ein. „Herr Nagel ist der Vater des Gedankens, der aber ohne die Tätigkeit des Herrn Sanders unausführbar bliebe. Beide Herren müssen daher, gleichgA- tig, wieviel Geld sie später dem Unternehmen zu- bringen, einen ausschlaggebenden Einfluß erhalten." „Selbstverständlich bekommen die Gründer, zu denen Sie ja auch gehören. Fürstin, einen anständigen Gründergewinn", rief Stratoff. „Das ist bei jedem Geschäft so üblich. Mich interessiert nur die etwaige politische Lage des neuen Unternehmens. Wir werden Neuland in Besitz nehmen, das niemand gehört. Mit anderen Worten, wir bilden einen neuen, unabhängigen Staat. Selbständigkeit ist schön, aber gefährlich. Täten wir nicht gut daran, uns einer Großmacht anzüglichem?" „Sollen wir uns etwa Rußland anschließen?" fragte Linda. „Das beste wäre cs, falls Sie nicht für Rumänien plädieren. Deutschland kommt wohl kaum in Frage, weil wir dann vor räuberischen lieber- griffen ber Franzosen nicht sicher wären." „Selbständig müffen wir bleiben", erklärte Nagel. „Natürlich habe ich den Gedanken, einen Teil der Einnahmen des neuen Staates meinem verarmten Baterlanbc zuzuführen." „Ihre etwas unpolitische Offenheit freut mich, junger Mann", sagte Stratoff. „Ich glaube, wir werden zusammen arbeiten können. Und da will ich ebenfalls offen sein und Ihnen mitteilen, daß der Staat Kirgisia auch zum großen Teile mit deutschem Kapital gegründet ist. Sollte Ihr Unternehmen Erfolg haben, so werde ich Sie persönlich mit meinem großen Kompagnon bekanntmachen. Also wir sind uns wohl einig, daß die Erträgnisse sowohl Deutschland wie Rußland zugute kommen sollen. Rumänien erhält natürlich auch seinen Teil", setzte er mit einer Verbeugung gegen die Fürstin hinzu. „Ich glaube, im Prinzip können wir diesem Vorschläge zustimmen", meinte Sanders. „Jetzt müßte uns Herr Nagel nur noch auseinandersetzen, wann nach seiner Ansicht die Reise zum Nordpol beginnen kann. Lange Zeit haben wir nicht mehr, denn sobald der Herbst kommt, wird es in den nördlichen Breiten recht unangenehm." „Ich kann sofort nach Deutschland fahren", sayte der Ingenieur. „Mit Hilfe meines Freundes wird die Ausrüstung und Verproviantierung des Flug- Zeuges in vierzehn Tagen vollendet fein. Geeignete Flugzeugführer und etwa zwei weitere Hilfskräfte stellt mir die Fabrik in Gotha. Sie verfügt über unternehmungslustige und tüchtige Leute. In spätestens drei Wochen hoffe ich bann in Kalmikowskaja einzutreffen." „Wie groß wird Ihr Benzinbedarf in ben Depots fein?" fragte Stratoff. „Für jebes genügen 10 000 Liter." „Ich werde sofort nach Ehristiania unb Neuyork telegraphieren unb gebe Ihnen nach Gocha Nachricht, ob und wann bas Benün bereitgestellt ist. Wieviel Geld brauchen Sie für die Reise nach Deutschland?" „Die Ausrüstung mit Proviant, Kleidung, Benzin, Ersatzteilen und vor allem die Beschaffung ber nötigen wissenschaftlichen unb aeronautischen Instrumente bürste 50 000 Dollar betragen", meinte Nagel. „Sie bekommen einen Kreditbrief über 100 000 auf bie Deutsche Bank in Berlin. Ist sonst noch etwas nötig?" „Wie erhalle ich bie Päße für mich unb meine drei Begleiter?" „Die bekommen Sie auf ber Sowjetbotschaft in Berlin. Ebenfalls über die Botschaft bitte ich Nachricht, wann Sie in Gotha abfahren. Ein öffentliches Telegramm an mich wäre unratsam." „Dann werde ich also noch morgen nach Deutschland abreifen", sagte Nagel. „Hoffentlich bereitet mir die Petroleumgesellschaft keine Schwierigkeiten." „Dafür werde ich sorgen", sagte Linda. „Was raten Sie mir, an Kleidung mitzunehmen, unb wie- viel Gepäck darf ich mitbringen?" „Das Flugzeug besitzt eine große Tragfähigkeit, fo daß Sie sich in Ähren persönlichen Bebürf- niffen nicht zu beschränken brauchen. Für bie Polarfahrt rate ich zu bequemen, wollenen Kliebern. Die übrigen Sdeibungsftütfe für eine etwaige Landung im Nordlande werbe ich für alle Teilnehmer besorgen. Sehr lieb wäre es mir, wenn Herr Sanders mich nach Deutschland begleiten könnte, um mich bei meinen Vorbereitungen zu unterstützen." „Herr Sanders muß mich nach Kalmikowskaja bringen", sagte Linda. „So ist es richtig", lachte Stratoff. „Die Frau Fürstin übernimmt bereits bas Kommando ber Expe- bition." Er roanbte sich an Nagel. „Zeigen Sie uns, daß Sie nicht nur Ingenieur und Held sind, sondern aud) ein tüchtiger Organisator. Eswarten Ihrer noch ganz andere 'Aufgaben." „In spätestens drei Wochen treffe ich bei Ihnen ein", sagte Nagel kurz. „Gut, junger Freund!" rief der Russe. Ich prophezeite heute morgen bereits, daß Sie Glück haben würden. Beweisen Sie, daß ich recht hatte." Zweiter Teil. 1. Sehr herzlich wurde bas Wieberjehen ber beiden Kriegskameraben. Als aber Martens vernahm, daß ber " lang gehegte Plan feines Freunbes ber Derwirlichung entgegenging, schien er doch bebent- lich. „Mißtraust bu der Tüchtigkeit deiner Flugzeuge?" fragte Nagel. „Die sind erprobt unb über allen Zweifel erhaben. Aber schließlich steckt in jeber Maschine ein Kobold, ber seine Tücken im ungünstigsten Augenblick hervorkehren kann. Unb eine derartige Tücke vermag euch den sicheren Tod bringen." „Hattest bu solche Bedenken, wenn cs galt, einen feindlichen Schützengraben zu nehmen?" „Damals ging es um Deutschlands Ehre." „Geht es fetzt um weniger? Ich will Deutschland wieder ehrlich machen unb beutscher Tüchtigkeit zu neuer Geltung verhelfen.' „Dann fahre in Gottes Namen", sagte Martens. „Meine „Schwalbe" erhälst bu umsonst gestellt. Wie steht cs aber mit aer Bebienungsmann» schäft'" „Verfügst bu über tüchtige unb anständig gesinnte Leute, die ihr Letztes vergeben würden?" „Ich habe eine Anzahl prächtiger Jungen in meinem Betriebe: Ingenieure von Beruf, frühere Offiziere, aber auch famose Arbeiter. Willst bu mit ihnen reben?" „Am liebsten sofort." Martens gab einige Anweisungen ins Telephon, unb kurze Zeit barauf waren zehn junge Männer im Bureau ihres Chefs versammelt. Nagel erlunbigte sich bei jedem einzelnen nach Tätigkeit, Gesundheit unb Familie. Zwei Verheiratete schieb er aus. Als biese bas Zimmer verlassen hatten, setzt« er ben übrigen in kurzen Worten seinen Plan auseinander. Er erklärte, daß es sich herbei vorwiegend um wssenschaftliche Zwecke handle, die aber unter Umständen für Deutschland große Bedeutung erlangen könnten. Gebraucht würden zwei Flugzeugführer und zwei Hilfsingenieurc, bie funkentelegrophisch ausgebilbet seien. Als Gehalt stellte er 1000 Dollar pro Monat in Aussicht, bie nach glücklicher Heimkehr zur Auszahlung gelangen würben. Für einen etwaigen Tobesfall erhielten die Hinterbliebenen 10 000 Dollar. Herr Martens übernähme die Bürgschaft für die Erfüllung ber Bebingungen. Alle acht Männer erklärten sich bereit, mitzu- fahren. Da keiner freiwillig zurücktrat, sollte bas Los entscheiben. Der junge Ingenieur Liebharb bat Martens, ihm ein paar Worte zu gestatten. „Fliegen Sie anstatt mit einer Maschine mit zweien unb nehmen Sie uns alle mit", sagte er zu Nagel. (Fortsetzung folgt) Carl Garte. Wetzlar Fernsprecher 442 und 443 3185a Drahtanschrift: Cegewe Drahtmatratzen-Schonerdecken matratzeHliib-ii. Polstermöbel • Stellige Äuflege- . Zu bezieben doreb alle einscbläglgen Geschälte Lieferung nur an Wiederverkäufer Datum: der Banknoten. FLEISCH-EXTRAKT LIEBIG einer Dividende den Aktionären von Hypotheken- ober Obliga- Gläubigern des Unternehmens Rechtlich ober dürfte Heber ein» gleich, ob z. D. schäft in Gestalt oder in Gestalt tionszinsen den Eine gute Suppe ist der St^z der Hausfrau. Sie kann sich jetzt eine solche zu jeder Mahlzeit bereiten, denn der echte Liebig Fleisch - Extrakt ist wieder zu haben Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Zeit, Geld und Brennmaterial spart die Hausfrau, die in ihrer Küche Liebig Fleisch-Extrakt verwendet, denn er enthält alle Extraktivstoffe des besten Ochsenfleisches in gebrauchsfertigem Zustande Tnrgegenkommens toirb svellicy von einzelnen In- [ buftrien nicht gebilligt: vor mir liegen ein Artikel des Generaldirektors der Lingner Werke in Dresden und der Brief eines hervorragenden TextilindustrieUen, die beide in den schroften Ausdrücken den Satz von 15 Proz. Tlufwertung Derurteilen und weitgehenden Erleichterungen das Wort reden. Es ist gar nicht zu leugnen, daß eine ganze Anzahl Unternehmungen weit über die jetzt geltenden Sätze in der Hypotheken- rmd Obligationenaufwertung hinausgehcn könnten, ohne deswegen ihre Weiterentwicklung zu gefährden. Einzelne tun es freiwillig, aber teiber verhält sich die grobe Masse ablehnend, ja es gibt Fälle, in denen Schuldner durch hohnvolle Angebote ihre Gläubiger noch reizen und verbittern. Erst kürzlich würbe mir aus einer groben Stadt Mitteldeutschlands ein Fall durch Briefe nachgewiesen. in denen der Käufer eines großen Apo- thekengrundstückö mit Apothelergerechtigkeit die aus 1911 ausstehende Restkaufgeldhypothek von 500 000 Mart im Herbst 1923 mit einem Milliardenschein ablösen wollte, während der das Angebot enthaltende Brief mit einer 20-Mil- liarden-Marte freigemacht war. Solche Fälle haben die Stimmung der Gläubiger und Sparer mit Recht maßlos verbittert. Bei jeder Gemeinde gibt es ähnliche Fälle. Ist es ein Wunder, wenn sich dann die Stimmung überschlägt? Run wird neuerdings aus Kreisen der Wirtschaft verbreitet, eine ftärfere Aufwertung schaffe neue zusätzliche Kaufkraft und müsse deshalb zu neuer Inflation führen Ich halte derartige Ausführungen für falsch. Ich möchte hier dazu soviel bemerken. Zunächst sollen ja nur Zinsen der aufgewerteten Kapitalien ausgezahlt werden, gar nicht das Kapital selbst, das ja bis 1932 gestundet bleiben soll. zugeführt wird. stimmung herrschen, daß der Gläubiger vor dem Aktionär kommt. Aber selbst wenn eine höhere Der Osterwunsch kann jedermann in der Preutzisck-Süddeutsche« Klasscnlotterie erfüllt werden. Neber 38 Millionen Reichsmark werden insgesamt in der bevorstehenden 25. (251.) KlassenloNerie ausgesvtelt. Darunter befinden sich Gewinne von 5 0000, 300000, 200 000, 100000 RM., ferner an den so sehr beliebten Mittel- gennnneu: 116 zu 5000 RM., 324 zu 3000 RM. 532 zu 2000 RM. 1048 zu 1000 RM. und noch zahl- reiche andere Gewinne. Der gröfete Gewinn im günstigsten Falle beträgt 2 Millionen RM. auf em ganzes DovvelloS, 1 Million RM auf ein ganzes Los. Schon in jeder der 4 Borklassen kann ein Höchstgewinn von 100000 RM. erzielt werden. Zn der Haupt- und Schlußklasse allein werden 131000 Gewinne und 2 Prämien von zusammen über 29 Millionen RM ausgesvtelt. Wer noch an dem Svrel bteter größten und geivinnreichsten Votierte teilnebmen will, muß sich beeilen, da der Ausverkauf der Lose bevorsleht. Die riesige Nachfrage nach Losen ist der überzeugendste Beweis dafür, welch großer Beliebtheit und welch uneingeschränkten Bertrauens die staatliche Klassenlotterie in allen Kreisen der Bevölkerung sich erfreut. 3757id Ziehung 1- Klasse noch in dieser Woche, nämlich am 17. und 18. April 1925. Weiterhin ist es für bte innere Kaufkraft ganz bet Gewinn einer Aktiengesell- Aufwertung vom wirtschaftlichen Standpunkte be» benflidj wäre, mühte aus politischen Gründen den Sparern und Rentnern entgegengekommen werden. Die ganze Frage ist zu einem sittlichen Problem geworden, die Fälle, wo im einzelnen grobe Ungerechtigkeiten vorkamen und einzelne Schuldner auf Kosten ihrer Gläubiger bereichert worben find, schreien zum Himmel. Das verletzte Rechtsg-efühl fordert Sühne. Der Staat muh dafür sorgen, dah die Mähe der entrechteten Sparer und Rentner toieber Vertrauen zur Gesellschaftsordnung und zum Staat selbst gewinnt. Rur wenn hier zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten wieder Frieden einzieht, können wir aus dem gegenwärtigen Zustand innerer Spaltung wieder herauskommen. Gerade die Wirtschaft mühte in ihrem eigensten Interesse alles daran sehen, um die jetzt in weiten Kreisen des Mittelstandes, der Beamtenschaft und der Arbeiterschaft gegen sie bestehende Animosität zu beheben. Sie kann selbst nicht gebeiben, wenn sich weite Schichten des Volkes gefühlsmäßig gegen sie einstellen. Schliesslich werden für die Lösung des Aufwertungsproblems im grossen dieselben Grund- jähe gelten müssen, die ba£ berühmte Reichs - Gerichtsurteil vom 28. Rovember 1923 für jeden Einzelfall aufgestellt bat: es.muß ein billiger Ausgleich zwischen den Interessen Der Gläubiger u nd Schuldner gefunden werden. Opfer werden beide Seite bringen müssen. Das deutsche Volk hat insgesamt durch Krieg. Revolution und Inflation Mesenwerte verloren. • Diesen Schaden werden alle Schichten des Volkes gemeinschaftlich tragen müssen. Gerade das Osterfest, das ja den Opfer- gedanken in den Mittelpunkt ferner Betrachtungen stellt, mag jeden Volksgenossen daran mahnen, daß er seine eigenen Sonderinteressen unterordnen muß dem Wohle des großen Ganzen, dessen kleiner Teil er ist Die Depression, die seit Wochen auf ... Börse lagert, hat sich auch in der letzten Woche Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. 1. Ofterfeiertag, den 12. April. Dietzen. Stadtkirche. 9'/,: Pft. Mahr. 11:Km- derkirche für die Matthäus- und Markusgem. Pft. Mahr. 6: Pft. Decker. Deichte für die Konfirmanden aus der Markusgem. und deren Angehörigen. — Zohanneskirche. 97,: Pfr. Dechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfr. Bechtols- Heimer. 6: Pfarraff. Schultheis- - Kirchberg. 10. 11: Hl. Abendmahl s. d. alten Gemeindeglieder von Staufenberg. 17,. Mainzlar. 17,; Heiliges Abendmahl für die Alten der Gemeinde. — Watzenborn» Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10 (Kirchenchor) anschl. Konfirmationsbeichte. Garbenteich. 17- • - Wieseck. 9',: (Frauenchor) Opfer für die Ausschmückung der Kirche. 172: Deichte. 2. Ofterfeiertag, den 13. April. Gießen. Stadttirche. 97,: Pfr. Becker. Konfirmation der Kinder a. der Markusgemeinde. Feier des heil. Abendmahls. 2: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden a. der Matthäusgemeinde Pfr. Mahr. 6: Psarrass. Hertel. JohanneSkirche. 97,: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Johannes- gemeinde. Pft. Ausfeld. 2: Vorstellung u. Prüfung der Konfirmanden (Knaben) aus der Lukasgemeinde. Pfr. Dechtolsheimer. 6: Pfarrer Dechtolsheimer. — Kirchberg. 10: Konfirmationsfeier. (Kollekte für die Epileptischen-Anstalt in Rieder-Ramstadt. — Wahenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg 7,9: Rachbeichte. 9: Konfirmation und Feier des heiliges Abendmahls. Garbenteich. 1: Konfirmation anschl. Deichte und heiliges Abendmahl. (Kollekte fürs Kruppcllheim). - Wieseck. 9 . Feier der Kon- firmatton; im Anschluß Feier des heiligen Abendmahls. (Opfer für den Kapellenbau in Ober» Mörlen.) Rachm. 5. KonfirmationSnachfeier. Osterdienstag. 273: Ofterfeier der Äinbcrfirdje (bei gutem Wetter im Walde). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 11. April. 4 u.7 Deichte. Ostersonntag, 12. April. 67, Deichte, 7 Messe, Kom d. Jüngl., 8 Kom-, 9 Hochamt m- Pred., 11 Messe m Pred.» 27, Vesper m. Segen, 47, und 7 Deichte. - Hungen. 3 Hochamt und Pred. — Lich. 10. Hochamt u. Pred. — Ostermontag, den 13. April. Gießen 67, Deichte, 7 Besse, 8 Kom., 9 Hochamt, 11 Messe, 27, Andacht m. Segen. - Grünberg, 9*/3 Messe m. Pred. - Lich. 77, Hochamt. - Laubach 1C Messe u. Predigt. — Hungen. 6 Oster-Andacht. Franksutter Getreidebörse. lEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers^ Frankfurt a. M., 9. April Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 20 bis 24, Roggen, inländ. 19 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 29, Hafer, inländ. 17 bis 21. Mais, gelb 19,50 bis 19,75. Weizenmehl, inländ., Sp^ial 0 35,50 bis 36,50, Roggenmehl 30,50 bis 33, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 14,50. Tendenz ruhig Berliner Produktenbörse. B e r 11 n, 9. April. Der Produktenmarkt zeigte heute, wie vorauszusehen war, Feiertagsstim- mung. Das Inlandangebot war sehr gering. Gerste nach wie vor still. Hafer bei Rachfrage für Konsum behauptet. Futterartikel ruhig. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, mark. 247 bis 250, do. Mai 255 bis 255,50. do. 3uli 255 bis 256, Roggen, märk. 230 bis 233, do. Mai 224 bis 225, do. Juli 223 bis 224,50. Gerste, märk. 210 bis 213, Futtergerste 185 bis 205, Hafer, märk. 190 bis 199, do. Mai 180 bis 181, do. 3uli 181, Raps 390. Leinsaat 380 bis 385; für 100 Kilo: Weizenmehl 32.25 bis 34,75, Roggenmehl 31 bis 32,75, Weizenkleie 14, Roggenkleie 14.40 bis 74.50, Dil- toriaerbfen 23 bis 29, kleine Erbsen 19 bis 21. Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 18,50 bis 20, Wicken 19 bis 21, Lupinen, blau 10 bis 11,50, gelb 12 bis 14, Serradelle 13 bis 15, Rapskuchen 15,20 bis 15,50, Leinkuchen 21,30 bis 21,60, Trockenschnitzel 9,90 bis 10,20, Torfmelasse 9,20, Kartoffelflocken 19,10 bis 19,50, Zucker 17,50 bis 18,50. 5% Deutsche RckchSanlelde . 4% Deutsche ReichSanleihe . 5V,°/o Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche Reichsanletbe . Deutsche Sparprämienanleth« 4% Preußische KonsolS ... 4% Hessen 3'/,% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anwetsog.'j 4% Zolltürken ........ 6% Goldmextkaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbaot . Deutsche Bank......... Deutsche VereinSbank .... DiSconto Commandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Credttbank. . Ocftcneichlsche Creditanftalt. Westbank............ Bochumer Suß ....... Buderus....... Caro ... Deutsch-Luxemburg . Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke AscherSleben. . .. Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte Oberbedarf Pbömr Bergbau Rhcinitahl........... Ricbcck Montan ....... Tellus Bergbau..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann..... Anglo-Cont-Gaano ., ... Badische Anilin ........ Chemische Mayer Alavü» .. Goldschmidt TT. .* Griesietmer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke Scheidcanstalt......... Allg. ElektrstitätS-Gesellfchast Bergmann...... Mamkraftwerke Schuckert Siemens & HalSke ..... Adlcrwerke Kleyee ..... Daimler Motoren. ..... Heyltyenftaedt........ Megurn......... Motorenwerke Mannbeim . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgesewchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhtabrik Herz Sichel Zellstoff Baldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel - . . Br1,> 4,198 21.19 17 20.15 21 68 168 09 17 37 67 32 W.2 7 $13 39 81 85 59,95 U 46 5.80 bet der gegenwärtigen Lage des Geschäfts dteses so gut wie gar nicht. Die Erklärung des Zen- trawerbandes des Deutschen Bankier- und Bcmk- gewerbes fand im allgemeinen zwar Beachtung, drückte sich aber, da der Inhalt bereits bekannt war, in den Kursen nicht aus. 3mmerhin lagen heimische Staatsanleihen durchweg gehalten, während daneben der Markt der türkischen Werte weitere Beachtung fand. Wie schon erwähnt, spielen hier neuerliche Erwartungen über die Kuponzahlungen eine Rolle. Am Geldmarkt ist die Unsicherheit gewichen, die in den letzten Tagen mit Rücksicht auf die Prolongationen der Seehandelskredite bestand. Der GeQmarkt zeigte daher ein ausgesprochen leichtes Gepräge. Tägliches Geld wurde unvermindert mit 772 bis 91/2 Prozent, Monatsgeld mit 9 bis 11 Prozent genannt. Am internationalen Devisenmarkt war der Bedarf geringer, sodaß Kursveränderungen kaum eintraten. Der französische Franken schwankt gegen London zwischen 92,19 bis 92,97. Aus dem Auslande lagen heute folgende Markmeldungen vor: London 20,10, Paris 4,63i/2, Amsterdam 59,621/2. Börsenkurse. -IsBleitenGr11® M, . HexeoscbuO. Rheuma, Ne™- und Ischias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. - Fragen Sie Ihren Arzt. - In allen Apotheken erhältlich. Dost. 12,6%Lithium,0,46%Chinin, 74,3% Acid. acet, salic. ad 100 Ämylum. 16sg nicht gehoben, wenn dies auch weniger in einer weiteren Ermässigung des Kursniveaus als in einer fast völligen Geschäftsstockung zum Ausdruck gekommen ist. Die Börse ist wieder einmal in der Stimmung, dass sie ungünstigen Rachrichten williger Gehör schenkt als günstigen. Vor allem hat der Abbau der Geschäftstätigkeit und des Personals nicht nur bei den Grossbanken, sondern auch bei den Privatbanken auf sie ein t schlechten Eindruck gemacht, wobei man vergisst, dah der Apparat, der dem Effektengeschäft heute zur Verfügung steht, noch ganz wesentlich umfangreicher ist, als in der Vortriegszeit, und dass also, selbst wenn sich das Effektengeschäft wieder hebt, ein Leerlauf in der Organisation stattftnden muh, den zu vermeiden die Banken bemüht sind. Dass auf der anderen Seite gewisse Anzeichen vorliegen, die für eine geringe Besserung der Konjunktur sprechen, bleibt einstweilen ohne Beachtung. wohl in erster Linie, weil die Lage in der Schwerindustrie immer noch recht deprimierend ist. 3m allgemeinen ist dagegen die Ziffer der Erwerbslosigkeit in wenn auch langsamen Rückgang begriffen, und auch der Anteil der Kurzarbeiter ist zur Zeit so gering, wie überhaupt nicht im 3ahre 1924. Wie stets zu Zeiten von Geschästsstillc hat sich die Börse in dieser Woche wieder lebhafter daran erinnert, dass der Börsenumsahstempel immer noch ein Vielfaches des Vorkriegsstempels beträgt, und diese Stimmung hat in einer Eingabe des Dörsenvorstandes an das Preussische Handelsministerium Riederschlag gefunden. Bekanntlich sieht die neue Steuervorlage eine Halbierung Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mark auSgedrückt- BuenoS-NireS, London, Neu- York, Fapan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest kür 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Kell, 4.178 21 09 77.0t 20 0 "> 1 58 167 23 17 29 16 98 18 97 112 79 80 95 59,65 1-. 40 5.78 der derzeitigen Stempelsteuer vor, uno oet Bor- senvorstand glaubt zum mindesten eine weitere Halbierung dieser Sätze verlangen zu müssen. Wenn man berücksichtigt, dass der Vorkriegs- stempel nur 0,3 pro Mille betrug, so muh man allerdings den jetzigen Vorschlag von 3 pro Mllle für Kunden stempel als exorbitant bezeichnen, und nicht mit älnrecht sieht der Dörsenvorstand in derartig hohen Sähen eine Drosselung des Effekten verkeh^. Bei der langsamen Art der Behandlung der Steuerentwürfe wäre zu fordern, dass sich die gesetzgebenden Instanzen vorweg mit der geplanten Aenderung der Kapitalverkehrssteuern beschäftigen sollten, damit die wenn auch durchaus unzulängliche Milderung der Stempelsteuern möglichst schnell in Kraft tritt. Am Geldmarkt ist die in der Vorwoche befürchtete Versteifung nach dem Ultimo zwar ein- getreten, doch konnte sie schnell überwunden werden, da wider Erwarten die Seehandlung die ihr von besonderer Seite zur Verfügung stehenden Gelder dem Martt weiter belassen kann,, und es ist sogar der Umstand eingetreten, dah die Geldnehmer teilweise die Prolongation gar nicht in Anspruch nehmen wollen, weil ihnen die Sähe zu hoch find, und auf der anderen Seite der Bedarf für kurzfristige Mittel bei der völligen Stockung gering ist. * Wiederaufnahme der Kreditgewährungen. Dem Vernehmen nach hat die Preußische Staatsbank dis auf einen kleinen Betrag alle an Banken ausgeliehenen und am 15. April fälligen Beträge auf 3—5 Monate prolongiert. Die Rückzahlung soll in verschiedenen Terminen, nämlich im Juli, August und September erfolgen. Eine Prolongation der Gelder über diesen Termin hinaus ist nicht ausgeschlossen. Das „Berl. Tageblatt" erfährt in bezug auf das assgekündigte Wiederauflebenlassen der Tätigkeit der Golddiskontbank, daß eine Wiederaufnahme der Kreditgewährungen der Golddiskontbank zu erwarten ist. Seitens der Golddiskontbank seien Kreditgewährungen für die Dauer bis zu 6 Monaten, in Ausnahmefällen sogar bis zu 9 Monaten, in Aussicht genommen. * Die Lage im 2vubr ber g bau. Die zum Konzern der Essener Steinkohlenbergwerke gehörende Zeche „Gottfried Wilhelm" in Essen- Rellinghausen hat sich wegen des anöaucrnbcn schlechten Absatzes genötigt gesehen, abermals 50 Arbeiter zu entlassen, nachdem schon vorher 150 Bergleuten gekündigt worden war. Die Landesgenoffenschaftsbank e. G. m. b. H. zu Darm stabt verschickt foebeir ihren Bericht über das zwölfte Geschäftsjahr: 1924. Die Anzahl der Genossenschaften hat sich im Berichtsjahr um 50 vermehrt. Am 31. Dezember 1924 waren der Bank 1 Zentralgeschäftsanstalt, 432 Kreditgeiwssei^chasten, 63 Bezugs- und Absahgenossenschaften, 19 Winzergenossenschaften, 27 sonstige Genossenschaften, 4 Vereinigungen, 3 Einzelpersonen, zusammen also 549 Mitglieder mit zusammen 1277 Geschäftsanteilen zu je 3000 Rm. gleich 3 831000 Rm. Geschäfts- guthaben und einer Gesamthaftsumme von 38 310 000 Rm. angeschlossen. Eingesetzt wurden 559 000 000 Rm. Die Bilanzsumme einschliesslich Giroverbindlichkeiten beträgt 18 440 234,73 Rm., der Reingewinn 181 336,40 Rm. Nimmt die Generalversammlung den Vorschlag von Vorstand und Auftichtsrat an, den Reingewinn mit je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrück- lage zu überweisen, so betragen der Reservefonds 127 905,50 Rm., die DetriebsrücNagc 127905,50 Rm., die Rückstellungen 44189 Rm., die Reserven zusammen 300 000 Rm. Dyckerhoff & Widmann A. --G.» Biebrich a.RH. Die Hauptversammlung beschloss die Erhöhung des Grundkapitals von 7,3 Mill. Mk. auf 9,415 Mill. Mk. Die Verwaltung teilte mit, dass die Kapitalserhöhung durch die Erweiterungen, die das Unternehmen in letzter Zeit vorgenommen hat und auch noch weiterhin beabsichtigt, notwendig geworden fei. Die Ausgabe der neuen Aktien geschieht zu einem Kurs von 100 Prozent. Main-Kraftwerke A. - G. in Höchst a. M. Der Geschäftsabschluss für 1924 weist einen Reingewinn von 1 789 342 Rm. aus, aus dem 8 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 6 Proz. auf die Vorzugsaktien in Vorschlag gebracht werden sollen. Frankfurter Qlbcnbbörfe Frankfurt a. M., 9. April. Bei geringem Besuch war die Abendbörse still und fast geschäftslos. Einige Umsätze, die aber ohne Belang waren, fanden in verschiedenen Lcckalwertrn statt. Die Sttmmung ist an Hand der geringen Rotterungen als ziemlich gehalten zu bezeichnen. Dir Abendbörse schloss in lustloser Haltung. Deutsche Anleihen: ZwangSanleihe 47. Ausländische Renten: Bagdad II 9,50. Dankaktten: Bank für Brau- industrie 1,85. Commerzbank 109,50, Darmstädter Bank 137, Deutsche Bank 135, Dresdner Bank 108,20, Mitteldeutsche Credttbank' 99,75, Oester- reichische Kreditaktien 8,30. Montanaktien: Deutsch - Luxemburg 73, Rheinstahl 51, Kali Aschersleben 17, Kali Westeregeln 21,87. 3n- dustrieaktien: Adlerwerke Kleyer 3,55, Badisch: Anilin 139 87, Fuchs Waggon 1,30, Ludwig Ganz 0,145, Chemische Griesheim 26,50, Gebr. Fung- Hans 12, Metallgesellschaft 128. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers".) Berlin, 9. April. Die letzte Börse der Woche stand völlig unter dem Zeichen der nunmehr herangerückten Ofterjeiertage. Schon der "besuch der Börse war ein geringerer als sonst, wozu auch wohl der jüdische Feiertag beigetra- gen haben mag. Die Umsätze waren daher sehr gering, so dah sich die Festsetzung der ersten Kursnotierungen etwas hinauszögerte und durchaus für alle Werte bei Beginn des Verkehrs nahezu festzustellen war. Die Tendenz konnte aber im wesentlichen als behauptet be- zeichnet werden. Aeuhere Gründe beeinflussten Berlin, 9. April. Amerikanische Not« .... 4 Belgische Noten . ...... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Deutsch Lelterc ,Lim Kron« Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten . Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . Frankknrti. M. Vertin Sch,utz. Rur» Schluhk. Abend» hörte SchlnH. Kur» Schluß» Mittag b’rle 8.4. 9 L 8. 4. 9 4. 0,650 O.661 r 655 0,'05 0,665 — 0 7! —— 0,69 0,695 0 675 0 685 — — 0,785 0.78' 0,350 0,380 9 35 036 0-72 • 0,730 0,74 0,73« 0,73 — 0,82 0.75 0 80 — 0,75 0,80 0 735 — 0.76 0 72 94,75 M 75 94 75 94,75 61,55 91 55 91 75 91.75 10,275 10.13 10,5 9,9 — — 39,5 — 146,5 146,75 146,5 109,50 109,5 109,50 109,50 137 137 137 137 135 135 135 135 0 28 0,36 116 75 — 117,2.5 117 117 114,25 114,5 •— 99,7.5 8.3 99,75 100 ton 8 3) 8,50 8,5 0,235 0,11 0 12 — — 79.5 79.5 79 85 84,9 15,70 16 25 10,75 9,75 10 10,25 72,75 73 72 S 72.4 80,62 81 5 80.70 80,62 — — 134,8. 135,25 17 17 17 17,25 21,9 21.9 22,13 22,25 76 77 75.25 75.25 9,8 9,625 9 5 9,62 59 62 59,8 49 40 59.50 51 .1 50,8 50.5 104.5 102,75 104,5 103,60 3 35 3,55 — — 80 .5 80,13 «1 10 81,10 82,75 83,75 83,25 84 90,2.5 90*5 - 88,20 88 62 67,4 88 — 140 138 140,25 139,90 140 139,50 > 109 IDO1 t09,25 109 26,25 26,5 26 60 26,62 134 133.5 133,75 133,90 7,85 7.80 —— 15 15,5 15,13 15,50 137,25 136 5 —- — 11 13 11,15 11.13 11.20 — 91,75 92,13 92.5 91 91 — —■ 63 — 62 25 62,2 72,50 73 71,75 72,75 3 50 3,55 3,50 3.50 5,55 5 4 5,50 5,5 3,05 3,05 — — 7,4 < — 8 — HO 110 0,675 0,67 — 1.19 1,2 1,12 1,2 128 128 —— 3,25 2,2 2,13 2,12 3 9 3 6 3,62 3,62 2,45 64 2,45 2,45 13 13 13 13 13,2 4 4 4,70 —- -- 3,39 3,4 3,4 3,4 R. April 9 April Amtliche Notierung Geld Vries Amtliche chel» loHertii ÄnUt.-choN. 167.59 168.01 167.59 lfij.01 Bucu.«Aires 1,593 1.597 1.603 1,6)7 Brss.-Antw- ?1.16 21.22 21 14 51 20 Christiania. 67.00 67 16 67.17 67 33 Kopenhagen 77 20 77 40 77 20 77.40 Stockholm • 113,03 113,31 113,030 113.31 Hclsmgfors. 10.584 10,604 10,56.5 17.2’5 10,605 Ztalicn. . 17 23 17 27 17.295 London. . . 20.073 20 1-3 20 075 20,125 Neuhork . . 4,195 4,205 4.195 4,202 Poris. . . 21,64» 21,7’5 21 54 21 60 Schwei; . - bl 0 81 20 81,05 61.25 Spanien. 69 6:3 59 77 W 73 69,87 Japan . . . 1,738 1,743 1,738 1,742 Nio de Jan. 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Dann ging ich nach Oberstdorf und da hörte ich von einem Herrn E. von Ihrem Nymphosan-Slrap. Sofort bestellte ich diesen. Ich habe 14 Pfund zu- genommen, kein Fieber mehr und Auswurf hat auch sehr nachgelassen und spreche Ihnen meinen herzlichsten Dank aus. Hochachtend O B. in O. So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dankschreiben. Best.: Bals. Mvr. cts. 3%, Na. benz.0,1®/«, Na. br. 2%, Ferr. pept. oxyd. liqu. aa 5®/0, Extr. Malt. 24%, Sacch. 16% f. emuls. Preis p. Hasche Mk.3.—. Zu haben in Gießen: Apotheke „Zum goldenen Engel“. Allcinherstdler: Nymphosan A.-G., München 38. Herrenzimmer Speisezimmer Haus-Standuhren liefert unter günstigen “°D Zahlungs-Bedingungen Krewinkel, Gießen, MW 52 Brüche find heilbar ohne Operation, ohne schmerzhafte Einspritzung. Vollständig ohne Verufsstörung. In Behandlung kommen: Leisten-, Schenkel-, Hoden-, Nabel- und Bauchbrüche. Sprechstunde in Gietzen: Sonntag, den 19. April, vorm. 8—1 Uhr, Bahnhof - Hotel. Dr. med. £>. L. Meyer, prakt. Arzt, 5D«laibeöanh nicht Allei vo'ernn! ic -Oenr !$>• -K ch 1 Nr. 85 Pienes Blatt Gießener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Vverhefsenf Samstag, U April 192«^ Buntes Allerlei. Die deutsche Naturschutzpark-Bewegung. Heilige Home unb geweihte Plätze gab In uralten Seiten, und man kann, wenn man Will, in dieser- frommen Scheu vor der unberührten Natur das Vorbild jener Gedanken sehen, die in neuester Zeil zur Errichtung von Naturschuhparken geführt haben. Aber was damals aus unbewußter Frömmigkeit geschah, das wird heute dcirch das unaufhaltsame Fortschreiten der Zivilisation zu einer bewußt geforderten Notwendigkeit. Heber all in der Dell wird die freie Qtafur in ihrer jungfräulichen Schönheit verwüstet und verdrängt, und so ist man denn zuerst in dem Lande, in dem man am meisten Raubbau getrieben hat, in den Bereinigten Staaten, dazu übergegangen, einzelne Schutz- gebiete zu schassen, in Denen ebenso den mit Untergang bedrohten Menschen, den Indianern, wie der Tier- und Pflanzenwelt Zufluchtsstätten geschossen wurden. Die Alte Welt ist diesen» Beispiel gefolgt, und großartige Echuhporke sind verschiedentlich angelegt, so in der Schweiz und in Italien. Auch bei uns in Deutschland und im stammverwandten O e st e r r e i ch war kurz vor dem Kriege eine Rü<«schubpart-Bewegung entstanden. Der Vater des Gedankens war der bekannte Naturforscher Dr. Kurt F ö r i d c , und im Zähre 1909 trat er mit Gesinnungsfreunden zur Gründung eines Bundes zusammen. Es war äußerst schwierig, in unserem Vaterland, wo jedes Stück Erde gebraucht und der Wirtschaft nutzbar gemocht werden soll, einen solchen letzten Fleck ilmatur zu erhalten. Doch Hot der Verein Naturschutzpark sich in der Lüneburger Heide ein Gebiet von 3600 Hektar gesichert, und in Oesterreich ist ein Park von 1140 Hektor im Salzburger Gebiet am Nord- hange der Hohen Tauern entstanden. ;3n dem Jahrfünft von 1909 bis 1914 nahm der Verein einen großen Aufschwung und umfaßte viehntausende von Mitgliedern. Der Krieg Hot sein Wirken gehenunt, aber-nicht erstickt, und heute hat er die Durchführung seiner Ausgaben wieder mit vollen Kräften ausgeiwmmen Es bleibt freilich itod) viel Arbeit zu lelften, denn bisher tarnt nur in beschränktem Blaße der Tier- unh Pflanzenwelt der unbedingte Frieden gewährt werden. Doch ist erreicht, daß der Zauber der niederdeutschen Heidelandschaft unb b:8 Heidewaldes auch noch fernen Enkeln in aller Ursprünglichkeit sich offenbaren wird, und es ist eine hohe Kulturpflicht der Gegeitwart, für die Erhaltung ehrwürdiger Naturdenkmäler zu sorgeit. Karfreitag als Grohreinemachelag. Am Karfreitag sollen zwar alle Arbeiten ruhen, aber der Volksbrauch nutzt die heiliyen Kräfte dieses Tages doch zu mancherlei Verrich- tungen aus. Besonders die geplagte Hausfrau hat an diesem Tage viel zu tun, denn ev herrscht der Glaube, daß alles Ungeziefer — ebenso wie die riexen und bösen Geister — am .Karfreitag am sicher- sten und besten vertrieben werden kann. Deshalb i|t dieser hohe Festtag in manchen Gegenden der ag des G r o ß r e i n e m o ch e n s. Die Arbeit wird mit ganz neuen Besen vorgenommen, die vorher in der Kirche geweiht sein müssen. Im Schwarzwald beginnt man mit dem Fegen und Kehren bereits in der Karsreitagnocht um 12 Uhr. Die Arbeit soll bis zum Morgen durchgeführt werden, und dann werden die Besen an einem Kreuzweg niedergelegt. Man sand früher solche Besen am Karfreitagmorgen zu ganzen Hausen, aber jeder mann ließ sie liegen, denn sie hatten ihre Wirkung getan, und die weitere Verwendung solches Besens ward zum Unglück. Für das Kehren bestehen besondere Bestimmungen. So soll man die Treppen von unten nach oben fegen und den Kehricht aufheben. Dos bringt Segen ins Haus, und das ganze Jahr über ist viel Geld im Spinde. In Böhmen kauft die Hausfrau einen Besen, bei dem sie nichts abhandeln dar,, kehrt unter Gebeten am Gründonnerstag oder Karfreitag ganz allein dos Haus, trägt den Kehricht in der Mitte der Stube zusammen und verbrennt ihn im Ofen. Damit schützt sie das Haus gegen Einschlagen und bringt Glück für dos ganze Hahr herein. Auch die Ställe werden am Karfreitag gereinigt, weil dann das Vieh gut gedeiht. ' Osterrätsel-Wettbewerb. Der Osterhase, den böse Zungen immer wieder einmal in dos Reich der Fabel weisen möchten, hat, den Lästermäulern zum Trotz, bei feinem diesjährigen Besuch beim Rätselonkel wieder eine ganze Reihe von prächtigen Ostergefchenken für die fleißigen Rätsellöser und -löfcrinncn abgeladen. Da aber der Rätselonkel den Fleiß und die Geschicklichkeit seiner Freunde nicht bis in alle Einzelheiten von sich aus kennen kann, hat er sich des Brauches entsonnen, der auch sonst int Leben üblich ist, um die Tüchtigkeit eines Menschen festzustellen: Er will eine Art Prüfung anfteUcn und schreibt des.halb wieder einmal einen Rätsel-Wettbewcrb aus, an dem sich alle Abonnenten des „Gießener Anzeigers" beteiligen dürfen. Der letzte Einsendungstermin für die Lösungen ist Samstag, 18. April. Auf den Umschlag muß deutlich das Wort „R ätfel»-W ettbe- werb" geschrieben sein, damit die Redaktion die Briese gleich richtig und ohne Aufenthalt an den Rötselonkell weitergeben kann. Außerdem ist der Rätsellösung beizufügen die genaue Angabe von Vornamen, Nome, Alter, Schulklasse, Wohnort und Straße. Die Lösungen werden zusammen mit den Namen der Preisträger am Samstag, 25. April, im „Gießener Anzeiger" veröffenllicht. Silben-Rätscl. Aus den 88 Silben: a — ach — an — änt — av — avl — bcer — berg — blu — da — da — dam — de — da — da — del — del — der — der — e — e ---e — ed — ei — fot- — fried — früh — gar — gam, ge — gur — Hal — hän — her her — hum — ja — jahr — kämm — Ian — Ian ke — ke — lec — ter — land — le — le — lei len — lor — man — me — nier — mor — ne — ne — nei — ner — nid — nor — och — ot— phir — po — rent — ro — ro — fant — säum — sche — schon — fc — fe — fei — fon — ft en — ft en — tc — ten — ti — tung — wa Wold — weg — Win — wort — ze - sind 44 zweisilbige Worte Au bilden, in denen je zwei beliebig aufeinander* folgende Buchstaben, in der Reihenfolge der Worte aneinandergereiht, ein Epigramm von Hebbel ergeben. Die Duchstabengruppe des letzten Wortes enthält drei Buchstaben. 1. Pflanze. 2. Amphibium 3. Gerichtsperfon. 4. Gabel. 5. Komponist. 6. Wind. 7. 3m Ruhestand lebende Gehaltsempfänger. 8. Christlich- germanifcher Dichter. 9. Jahreszeit. 10. Kultiviertes Land am Haufe. 11. Ansammlung von Tieren. 12. Stoff 13 Gasthaus. 14. Kohlen- reft. 15. Körperteil. 16. Gegerbte Haut. 17 Gebirge. 18. Verwandtschaftsgrad. 19. Sagenhafter Berg. 20. Handwerkszeug 21. Bräunlicher Vorname. 22. Lasttier. 23. Entgegnung. 24. Wäschestück. 25. Gedicht. 26. Pflanze. 27. Mythische Figur. 28. Schiffsgerät. 29. Mittelalterlicher Sagenheld. 30. Rest. 31. Polnischer Mädchenname. 32. Fluß 33. Zugtier. 34. Stadt in Ober Hessen. 35. Ausruf. 36. Aniversitätsmitglied. 37. Sagenhafter Hmid. 38. Nuß. 39. Stadt in Mitteldeutschland. 40. Znsel im Indischen Ozean. 41. Straßenteil. 42. Teil eines Möbels. 43. Militärischer Ausdruck. 44. Dichtung. Kreuzworträtsel. 135 10 131 14 17 16 9 31 Es bedeuten: Von links nach rechts: 1. Philosoph, 2 Dichter, 3. Dichter, 4. Stimmlage, 5. Blume, 6. Ern- gang, 7. Ostseebad, 8. europäische Hauptstadt, 9. Dramenfigur, 10. Stadt in Hessen, 11. Leckerei, 12. Ortsbezeichnung, 13. Teilbetrag, 14. Schlitten, 15. 3fel im Mittelmeer, 16. Badeort, 17. Weltreisender, 18. Mittelsperson, 19. Streife, 20. Staat in Afrika, 21. Komponist. Don oben nach unten: 22. Begrenzung, 23. chemische Substanz, 24. Teil eines Hafens, 25. Rösselsprung. fun» land wir len glut die die an in durchs zwei- gen de flü- un» lot» lelnb bau- strah» de- gen gen 0* nen- me hoch nen den ge- blick» le- ge- ftem fer ten ber gol» Hin- die lein fon» fier» wand mit schmückt vö- lau» bald hell ber fest wie glot- ling heim- die glück- scheu li» len früh» ge- genb veil» du li- scheu ling tet fe- früh» land sag' rau» und das hold. ger ins schrei- chen sie- mit bringst chem Krieasgott, 26. französischer Literarhistoriker. 27. Figur der deutschen Heldensage. 28. Sängrr. 29. Stadt in Indien. 30. germanische Gottheit. 31. griechische Sogenfigur. 32. Muse. 33. Aus- fichtsinstitut. 34. Körperteil, 35. Fluh, 36. Landschaft in Südarabien. (^utzisferuttgsausgabc. q I r m b i c Zn die erste wagerechte Reihe sind die in der nachstehenden Aufgabe vorkommenden Dokale, in die erste senlrechte Reihe die Konsonanten in zu suchender Weise einzutrogen. Somit erhält man den Schlüssel zu der Aufgabe, besonasazorunenizuzoza nebebeni sanebebuni zazo zuninuniba zibano ncziza nebebeniba rirunisosuni- ba nuzusonasazo banizini sizunesezo zibano banizi* niza beninuniba zaniso rusobebesi bobubuniba bo« zazonizubesonasazo. Blumen Rätsel. aj Begonie, Elematis, Dahlie, Edelweiß, He» livlrop, Zmmergrün. Zris, L?vkoje, Maßliebchen, Stiefmütterchen, Tuberose, Usombora-Deilchen. b) Aster, Enzian, Erika, Jasmin, Zris, ZSlondmohn, Lilie, Maiglöckchen, Rose, llfam- baro-Deilchen, Zinnio Eine Dame erhält von feilen eines Herrn einen Strauß, gewunden aus ben unter a verzeichneten Blumen. Sie errät sofort dessen Bedeutung, indem sie die Anfangsbuchstaben richtig aneinanderveiht. Die Dame sendet daraus umgehend dem Herrn ebenfalls einen Strauß, zusammen gestellt aus den unter b verzeichneten Blumen. Dieser entnimmt aus deren Anfangs buchstaben zusammengezogen sofort die richtige Antwort. Auslösungen. Wagische- Quadrat« Bcsuchskartenrösselfprung, Friedrich von Schiller. Silbenrätsel. ,.WaS dem Herzen widerstrebt, läßt der Kops nickt ein.“ 1. Weizen. 2. Akelei. 3. Salome. 4. Damast, 5. Elisabeth, 6. Medoc, 7. Haggai, 8. Erdbeben, 9. Rixdorf, 10. Zuckerfirup. 11. Esperanto, 12. Nationalpark, 13. Westminster. 14. Isolde. 15.. David. 16. Euphrat, 17. Rebus. 18. Stinnes. 19. Tanne. 20. Raguso. 21. Eichel. 22. Basalt. Zur Erinnerung. — Dienstag — dein. Gast. ® oft eilt Kreuzworträtsel. Don links nach rechts: 1. Peter, 2. Trape.z, 3. Anis. 4. Nerv. 5. Udo, 6. Tee, 7. Rabat, 8. Lene. 9. Stern, 10. Tor. 11. Eis. 12. Rar. 13. As. 14. Seesen, 15. Enak, 16. Ei. 17 Ala, 18. Lu, 19. Eli, 20. Hellas, 21. Rebe. 22. Famulus, 23. Antenne, 24. Leander, 25. Achen, 26. Eunuche. Don oben nach unten: 27. Pate. 28. Energie, 29. Tier, 30. Es, 31. Tran, 32. Rot, 33. Puder, 34. Eden. 35. Zozelsgaß, 36. Natron, 37. Eben 38. Reede. 39. Lora, 40. Tandem, 41. Esel 42. See, 43. Recha, 44. Sieben. 45. Kallche, 46. Lau. 47. Urne. 48. Lende. 49. Lurch, 50. Etat, 51. Fern. 52. Alm, 53. Neu, 54. Ne. lieber dem Glockenläuten Türme sind Pforten zu einer anderen Welt. Dorum sind die Türmer und Torwarte auch andere Menschen als wir übrigen. Sie wohnen hoch über uns allen und haben einen Abstand nicht nur zu den Eiligen, sondern auch zu den Menschen. Sn- können warten, sie können schweigen, und können schauen, durchschauen. Aber sie können auch erzählen, lange und gut erzählen, und bas macht ihnen Freude. Sie suchen sich die Menschen aus, mit denen sie ein Gespräch anknüpfen. Das alles macht, weil sie auf den Türmen wohnen. Es war eine Auszeichnung, auf dem Turm wohnen zu können. Man war fast so etwas wie der Schutzpatron der Stadt, wenn man da an der Wand feiner kleinen Stube das rote Tuch und das Feuer- horn hängen sah. Oder wenn man nock Sonnenuntergang der stiller werdenden Stadt iyr Schlummerlied blasen konnte. Es hat nie eine Zunft der Türmer gegeben. Dazu waren es zu wenige. Und es würde nie eine gegeben hoben, den dazu waren sie viel zu einzig, einmalig in ihrer Art. Wenn man olle Türmer her ganzen Erde zusammenrufen wollte, sie würden sich auch nicht wohl fühlen unter ihresgleichen. Sie sind ins Alleinsein hineingewachsen seit Vater und Großvater und Urahne: das bleibt. Denn die Türme haben ihr eigenes Leben mit ihren Treppen und kleinen Fenstern und den großen, schwingenden Glocken, von dem sie abgeben und in das sie ihre Bewohner einfpinnen. Sie verlangen so mancherlei Dienste, die jeden Tag um dieselbe Stunde mit nie versagender Pünktlichkeit getan werden müssen. Da ist die laut und hart in die Stille tackende Uhr, deren große eiserne Zeiger draußen am Zifferblatt der Stadt unten die Zeit ansagen. Da ist die Feierabendglocke und die Daterunser- glocke und die Sturmglocke, die an langen Seilen ruhig in ihrem Gestühl hängen und warten, bis sie den Mund auftun und mit ihrem Klingen über das Land hin rufen dürfen. Gan; oben aber in der Spitze, wo nur noch schmale Leitern durH das Gebälk führen, in dem Reiche der Fledermäuse und der leichtbeschwingten Tauben, da ist, auf der letzten Sprosse, der Ausguck, den ich bei allen Türmen am meisten liebe. Da gleitet das Dach steil noch unten fort, und der Turm selbst hängt wie eine Halskrause über den Schultern. Man könnte träumen, ein Riese zu sein unb aufzustehen und, mit dem Turm als steinernem Mantel angetan, durch das Land zu wandern, in die Städte hinein, mit riesigen Füßen von Platz zu Platz zu schreiten und sich dabei zu schütteln, daß die Glocken wie riesige Schellen im Innern erklingen oder langsam und bedächtig mit dem Pulsschlag des Herzens dröhnen. Settsam mannigfach sind die Gefühle, wenn man so einen Jahrhunderte alten Kirchturm besteigt. Ich wüßte kein Geschehen zu nennen, dos so gegensätzliche Stimmungen unmittelbar aufeinanderfolgend auslöft wie gerade der Besuch eines Glockenturmes in der otabt. Mit dem gewaltigen Schlüssel in ber Hanb öffnet man, ungemein wichtig schon, bas schwerfällige Schloß ber kleinen Pforte, hinter der die steinerne Wendeltreppe von Lichtspalt zu Lichtspalt auswärts kriecht. Schon nach zwanzig, dreißig Stufen ist man in gleicher Höhe mit den umliegenden Dächern, und jeder Blick hinaus zeigt, wie hoch hinaus man schon ist über all den anderen, die ba unten umherkriechen. Dann kommt ein Stockwerk, geräumig, breit, mit Hellen Fenstern. Hier kann man verschnaufen. Schon ist man Nachbar nur noch des leise aufsteigenden Rauches unb ber hurtigen Tauben, bic ihre luftigen Streife um die Schornsteine unb Giebel ziehen. Unb eine kleine Beklemmung legt sich um das Herz. Es ist nicht eigentlich klar, worum. Dann kommen hölzerne Treppen mit engen Wänden bis hinauf zum großen Uhrwerk, das unentwegt tick, tack, tick, tack sagt. Ganz laut in die leere Stille hinein. Und dann die Glocken. In schweren Stühlen hängen ihre Riesenleiber reglos stumm. Durch die halboffenen Schallöcher schlüpfen Sonnenstrahlen unb spielen mit ben Buchstaben ber Inschrift. Der Winb, ber fingenb durch die Luken tanzt, hat mit leisen Schwingen dunkle Patina aufgelegt. Ehrwürdig spricht so der fromme Spruch des Glockengießers zum Auge. Dann eine Tür — und unten öffnet sich die Stadt. Die klein ist das alles auf einmal! Unb wie allein stehe ich hier oben. Die Häuserblocks schließen sich zu Körpern zusammen, Straßen werden zu Adern, in denen das Blut des Verkehrs rollt. Menschen unb Tiere verschmelzen zur Einheit: Lebendiges Wesen, das sich sinnvoll im Organismus des größeren Körpers der Stadt bewegt. Alle die Hunderte und Taufende von Einzelwillen, die uns so verschieden gerichtet erscheinen, solange wir selbst mitten zwischen ihnen stehen, werden von der höheren Warte des Turmes aus zu Willenskomplexen, die gleichgestalteten Ausdruck finden: Bewegung. Alles andere wird unwichtig. Individuelles an Kleidung, Haltung, Gedanken, Freude, Sorge fällt ab und ordnet sich ein in den Rhythmus des Stromes der Straße. Unten im Turm schlägt die Stunde. Sechs lange, schwere Tone. Sie hallen über die Dächer hinab auf das Pflaster der Straßen, fallen zwischen die Reihen unb Gruppen auf ben Plätzen, bie sich aneinanber oorbeischieben unb sich gegenseitig burch- bringen, ohne darauf zu achten. Nur füllt sich gleich darauf die Menge in den Straßen stärker an und ber Strom des Verkehrs fließt breiter und schneller einher. Keiner aber schaut herauf zu dem riesigen Zifferblatt mit den schweren, eisernen Zeigern, die von Minute zu Minute weiterrücken, unbeirrbar in ihrer Sicherheit. Eines von den Kinden allein blickt, einer plötzlichen Eingebung folgend, steil am Turm empor. Es erblick» ben fremden Menschen da oben, der herunterwinkt. Da schicken seine kleinen Händchen den Gruß zurück, unb auch seine Gefährten unb Kameraden lassen ihre leuchtenden Augen heraufgrüßen. Irgendwo am Ronde der Stadt hat ein kleiner Tolpatsch nicht aufgepaßt. Ein roter Luftballon steigt zwischen die Dachfirste unb klettert immer höher, vom Wind getrieben. Jetzt ist er nahe am Turm, schon höher als ich. Unb bie zwanzig Kinderaugen unb -Hände haben ihn schon erwischt und sie jubeln: „Da, da! Ein Luftballon!" Wie er kam und verschwand, ist er auch vergessen, mit ihm der fremde Mann auf dem Turm. Den aber freut es doch zu wißen, daß wenigstens Kinderaugen noch manchmal ben Weg finden, heraus aus Zweckmäßigkeit, Pflicht und Gesetz und hinauf nach einem bunten Luftballon, der sekundenschnell vorüberfliegt, ober nach einem Taubenschwarm ober nach einem fremden Mann, der freundlich nickend ihrem Spiel zusieht .... Unter mir beginnt das Abendläuten. Langsam, schwer, feierlich unb laut quellen bie Klöppelschläge aus bem Turm. Don ben anderen Türmen kommt Antwort. Ueber die ganze Stadt spannt sich ein Netz von Tönen, dessen Fäden zu der tief am Horizont stehenden Sonne laufen, von der all bas Klingen auszugehen scheint. Unb mit ber tiefer finfenben Sonne senkt sich bie golbene Last klingenden Lichtes tiefer unb tiefer in bie abenbliche Lanbschast: die Ferne verschwimmt, unb bie Nähe gespenstert mit langen Schatten. Da steige ich hinab zu ben schwingenden Glocken und stehe inmitten des ungeheuren Brausens wie in einem kleinen Nachen auf stürmischer See: Zitternd schwingt das Gebälk, cs tanzt jede Fiber des Körpers in dem lauten Aufschrei des geschlagenen Erzes, in gigantischem Schwung wendet sich oas große Rund der Glocke dir zu, donnernd trifft ber Klöppel den wuchtigen Mantel, und auf- brüllend schreit dir der erzene Mund seinen Ruf in bie Ohren, baß dir der Atem vergeht und du zitternd und Hein dastehst, gewärtig, von bem Orkan der Töne hinweggewirbelt zu werben, hinaus, wesenlos irgendwo über die Stadt, ihr ben Sonntag anzujagen. c—s. Elster unb Krähe auf Notgeldscheinen. Originelle Notgeldscheine schildert un8 Albert Erhardt in der .Ornithologischen Monatsschrift". Sie flammen von Grevesmühlen in Mecklenburg, das als Krähenstadt bekannt ist. 3n fünf farbigem Druck zeigen diese Notgeldfcheine den nordwestlichen Stadtteil unb die Kirche, die sich in den klaren Fluten des Dielbecker-Sees spiegeln. Während eine Elster mit einer Goldmünze im Schnabel und ein Käppi tragend zum Fluge anseht, übernehmen die »Grevesmühlener Krähen" die Bürgschaft für die Geldscheine, indem sie durch zwei dargestellte Übertreter stolz erklären lassen: „CBenn uns bei Heister stahlen hett ok Gold und Edelstein, för 50 Pfenning fünb noch gaub bei Grevesnwhlner Kreib'n." Man verlange ausdrücklich I Gießener Brauhaus-Pilsener| Verkauf durch: Fritz A. Nennstiel, Fachgeschäft für den gesamten Bureaubedarf, Seltersweg 81 Vw Fernruf Nr. 1196. 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