ar. 35 Erstes Statt 175. Jahrgang Mittwoch, fl. Februar 1925 Erscheint täglich, außer Sonn- und feiertags. veilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. menets Btjrcispreis: 2®olbmarh u. 20 Moldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsfe: Schriftleitung 112, Der- IagundBeschäs1sstelle51. Anschrift für Drahtnachrichten An zeiyer-iesteii. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiMr General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'sche Universikälr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: SchuHttatze 7. Annahme van Anzeigen für di« Tageanummer dis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlichS, auswärts 10 Goldpfcnnig; für Re» Klame-Anzeigenv 70mm Breit« 35 Goldpfennia, Plotzvorfchrift20* .Aufschlag. - Verantwortlich für Politist u. Feuilleton: Dr.Friedr. Wilh Cong«; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchem; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Dr. Marx, preußischer Ministerpräsident. In der Stichwahl gegen Dr. von Richter mit 223 gegen 162 Stimmen gewählt. Einen Ministerpräsidenten hätte Preußen also glücklich wieder. Rachdem der Sozialdemokrat Braun dankend abgelehnt hat, ist — diesmal erst im zweiten Wahlgang - der bisherige Reichskanzler Marr gegen den Vertreter der Rechtsparteien, den ehemaligen Finanzminister Dr. v. Richter, gewählt worden. Derselbe Herr Marr, der noch vor wenigen Wochen, als er vom Reichspräsidenten uneingeschränkte Vollmacht zur Bildung eines Rcichs- kabinetts hatte, cs ausdrücklich ablchnte, eine Regierung der Weimarer Koalition zu bilden, übernimmt jetzt in Preußen den Auftrag, gerade das zu tun, was er imReich nicht wollte, llnt) derselbe Herr Marx, dem die Sozialdemokraten vorwarscn, daß er als Reichskanzler den „Skandal der Ruhrkredite" gedeckt hat, der schlimmer sein soll als je ein Panama, wird jetzt von diesen Sozialdemokraten zum Ministerpräsidenten gewählt, und zwar unter Aufopferung der eigenen Ansprüche, die von den Sozialdemokraten doch vielleicht als der stärksten Partei innerhalb der Koalition geltend gemacht werden konnten. Als der Präsident das Ergebnis der Wahl mitteilte, kamen von rechts her Zwischenrufe: »Wie lange?" Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Wenn man nach den, Schicksal des Herrn Braun urteilen darf, müßte auch Her: Marx vor eine unlösbare Aufgabe gestellt sein und über kurz oder lang die Wahl ablchnen. a auf der Linken tun ober io sieges- gewiß. als ob fic ihr Kabinett und ihre Mehrheit schon in der Lasche hätten. Wclche Unterlagen für diese Rechnung bestehen, ist vorläufig noch nicht ganz klar zu ersehen. Wenn sie c!wa aus die D e u t s ch eDolks- Partei spekulieren sollten, so verrechnen sie sich, es sch?inl, als ob sie sich bestimmten Illusionen darüber hingegeben haben, daß der Austen- ministcr Dr. Sircsemann auf die Landtags'rakiion einwirkcn würde, um wenigstens ein Gewehr bei Fuß gegenüber dem Kabinett Marx zu erreichen, seither aber weiß das Zentrum, daß davon unter keinen Umständen die Rede sein kann, die Deutsche Volksvartei wird je*-io Kabinett an dem sie nicht beteiligt ist. be- fn^hfcn Mr'T-i'n aber w'r"^ sie siß an einem Kabinett der Weimarer Koalition nicht. Bleibt als letzte Hoffnung die W i r t s ch a f t- liche Vereinigung, und hier scheint cs nicht ganz ausgeschlossen, daß die Mauer ins Wanken gerät. Ein Teil der Wirtschastl-chcn Vereinigung ist non der demokratischen Seite her gekommen, und aus diesem (Segment heraus, vielleicht zusammen mit den sechs Hannoveranern. die ja lange Zeit Hospitanten des Zentrums waren, mögen sich Einflüsse geltend gemacht haben, die in irgendeiner Form einer .Unter ft üljung des Kabinetts Marx das Wort reden. Fallen diese Stimmen der Weimarer Koalition zu oder bleiben sie auch nur bei der Abstimmung neutral, dann wäre eine k n a p p e M e h r h e i t gesichert, die für das Vertrauensvotum ausreichen würde und späterhin jedes Mißtrauensvotum ausschließen müßte. Aber Herr Dr. Marx hat bisher noch nicht bewiesen, daß er eine Kampfnatur ist. es ist deshalb auch wenig wahrscheinlich, daß er bereit ist, sich an die Spitze einer ausgesprochenen Kampfregierung zu stellen. Soweit wir wissen, hat er ttch mit Händen und Füßen zunächst gegen die Uebernahme des Mandats gesträubt, auch auf Einflüsse hin, die sich aus den Kreisen der Reichstagsfraktion geltend machten, bat aber zuletzt auf einen Appell an sein Pslicht- bewußtscin hin nachgegeben und sich im Interesse seiner Partei in die Bresche geschlagen. Baut er wirklich ein Kabinett der Weimarer Koalition auf, dann bedeutet das nicht nur einen Bruch, sondern tatsächlich eine Verleugnung der Vergangenheit, und das alles eigentlich nur um eines Augenblicks Erfolges willen. Rimmt man den günstigsten Fall an, daß die So-ialdem k.atie der Wirtschaftsparte, goldene Drücken baut und ihre sämtlichen Minister aus dem Kabinett zurückzieht, um sich mit Herrn Eevering zu begnügen, daß der Wirtschafts- Partei weiter auf dem Gebiete der Wohnui gs- fragc erhebliche Zugeständmsse gemacht werden und sie auf diesem Wege halb oder ganz nach links herübergehclt wird — obwohl es doch zum mindesten noch sehr zweifelhaft ist, wie diese Partei als Vundesgenossin des Herrn Severing vor ihren Wählern bestehen soll —, dann ist damit zwar eine Mehrheit geschaffen, aber gleichzeitig für die weitere Entwicklung in Preuße i der Streit verkündet. Mau braucht gar nicht daran zu tonten, daß von rechts her Obstruktion um jeden Preis gemacht wird, eine sachliche Opposition ist mehr als hinreichend, um dieser Regierung das Regieren auf- die Dauer unmöglich zu machen. Wenn also das Zentrum das Ziel verfolgt, für eine ruhige Entwicklung in Preußen zu sorgen, dann ist der Weg. ton es jetzt einschlägt, der erste, um dieses Ziel nicht zu erreichen. Ein: Zentrumspolitik. die sich auf die Weimarer Koalition verbeißt, ist nicht staatserhaltend, sondern nur dickköpfig. Sitzungsbericht. Berlin, 10. Febr. Das Haus ist sehr stark beseht. die Tribünen überfül.t. Präsident Bar:els er^net die Satzung um 2,20 Uhr und spricht ton Abgg. Dr. Arn Zehnhof (Ztr.) und Dr. von Campe (D. Dpt.), die heute ihren 70. bzw. 65. Geburtstag feiern, die Glückwünsche des Hauses aus. Vor Eintritt in die Tagesordnung legt Abg. K u 11 n e r (Soz.) scharse Verwahrung ein gegen den Vorwurf der Verleumdung, der ihm in der vorigen Sitzung von ton Kommunisten gemacht worden ist. Es erfolgt zunächst die Wahl des Mini st e r prä si de n ten. Zntrlm. Soiatono- lraten und Demokraten stimmten für Marx (Ztr.), die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei für Dr. v. Richter (D. Vpt). die Kommunisten treten für Pieck (Komm.) Cin. Die Wirrschaftspartei will für ihren eigenen Kandidaten Ladendo rf f stimmen und im Falle eines zweiten Wahlganges weiße Zettel abgeben. Die Rationalsozialisten stellen in toni Abg. Dr Körner einen eigenen Kandidaten auf; tm zweiten Wahlgang werden sie für Dr. Richter stimmen. Um 3,15 Uhr verkündet Präsident Bartels das Ergebnis der Ministerpräsitoutenwahl. Es wurden abgegeben insgesamt 444 Stimmen. Das Haus zählt 450 Abgeordnete, so daß nur 6 fehlten. Unbeschrieben war nur ein St mmzettel. Die absolute Mehrheit beträgt also 222. Es haben erhalten: Dr. Marx (Ztr.) 219. Dr v Richter (D. Vpt.) 153, Pieck (Komm) 43, Laden dorff (Wirt. Dergg.) 16, Dr. Körner (Rcrt.-Soz.) 11, v. Campe (D. Vpt.) 1. Es muß also Stichwahl zwischen Dr. Marx und Dr. d. Richter stattfinden. Bei der Stichwahl werden abgegeben 445 Karten. 17 Zettel waren unbeschrieben, ungültig waren 43 Stimmen. Marx vereinigte 223 Stimmen auf sich. Dr. v. Richter 162. Präsident Bartels verkündete darauf, daß Ma rx zum Ministerpräsidenten gewählt ist. Diese Bekanntgabe wird von der Mitte mit Beisatt begrüßt. Die Kommunisten rufen: Wie lange! Darauf erfolgt die Wahl zum Landtagspräsidenten. Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten stimmen wieder für Bartels (Soz.). 3n der endgültigen Wahl zum Landtagspräsidenten wurden 443 Karten abgegeben 4 Stimmzettel waren unbeschri ben, einer ungültig. Es erhielten Bartels (Soz.) 215, Dr. v. Kries (Dntl.) 179 und Dieck (Komm ) 43 Stimmen. Bei der Stichwahl wurden abgegeben 441 Karten, davon 14 ungültig und vier weiße Zettel. Auf den Abg. Bartels (Soz.) entfielen 215, auf Dr. v. Kries 182 Stimmen. Abg. Bartels (Soz.) wird somit endgültig zum Landtagspräsidenten gewählt. Dann erfolgt durch Zuruf die Wahl zum Vizepräsidenten. 1. Vizepräsident wurde Münch en'. 10. Fchr. (Wolff.) Reichskanz- lcr Dr. Luther traf heute mittag um 1.10 Uhr in Begleitung des Staatssekretärs Kempner. des G Heimen Legationsrats Saller und d"s Regierungsrats v. Stockhausen, von K^ln kommend, in München ein. Zum Empfang hatten sich auf dem Hauptbahnhof cingcfunton Ministerpräsident Dr. Held. Staatssekretär Dr. Ritter. v. Frank vom Reichsverkehrsministerium Zweigstelle Bayern, der Präsident der Eisenbahndirektion München v. Bölcker. Regierungsrat Wallraf als Vertreter tos erkrankten Gesandten tos Reiches in München, Frhrn. v. Hantel, und Beamte des Ministeriums tos Aeußern und der Polizmdirektion. Der Reichskanzler begab sich alsbald in das Ministerium des Aeu- Hern. Darauf begab sich der Kanzler in Begleitung tos Ministerpräsidenten und des Innenministers in das Landtagsgebäude, wo der Landtagsvräsitont in Anwesenheit der Frak- tion'veif t) en ton und tos Landtcgspräs diums den Kanzler mit einer Ansprache bew.llkommnete und in der er dem Wunsche Ausdruck gab. daß die st aalspolitischen Rechte der Länder gewahrt bleiben möchten. An ton Empfang tos Reichskanzlers schloß sich ein Empfang der Vertreter der Münchener und auswärtigen Presse durch ton Reichskanzler in dem Sitzungssaal der ehemaligen Kammer der Reichsräte an. Bom Landtag aus begab sich der Reichskanzler in das Münchener Rathaus, wo ein Empfang durch die beiden Bürgermeister, Schar- nagl und Dr. Kusner, und die Vertreter der Stadtratsfraktionen im Repräsentationssaal ftatt» sand. Außerdem nahmen Ministerpräsident Dr. Held, einzelne Staatsminister, der bayerische Gesandte in Berlin Dr. v P reg er, und tor Vertreter des Reichsgesandten an tor Begrüßung teil. — Rachtom der Reichskanzler sich in das Gedenkbuch der Stadt München eingetragen hatte, gab die Stadtverwaltung zu Ehren des Reichskanzlers ein Frühstück. Am Abend folgte der Reichskanzler mit feiner Begleitung einer Einladung des Minlfterpräsidenten zu einem Abendessen, zu dem auch der Apostolische Runtius P a c c II i, Kardinal Faulhaber, die Gesandten Württembergs und Preußens in München, der Landtag sDr. v. Kries (SntL). 2 Vizepräsident Dr. Porsch und 3. Vizepräsident Garnich (D. Vpt.). 3m Anschluß an die Präsidentenwahl verlangt Abg. Pieck (Komm.) die sofortige Beratung der kommunistischen Ainnestiean - träge. Er wird wegen des Ausdrucks .Bande von Dlutrichtern" zur Ordnung gerufen. Der Antrag auf sofortige Beratung scheitert, da Widerspruch erhoben wird. Das Haus vertagt sich darauf auf Mittwoch. ' ton 18. Februar. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme der Regierungserklärung. ferner der Antrag v. Lampe über die Auslegung tos Art. 45 der Verfassung über die Wahl des Ministerpräsidenten. Die Kabinettsbildung. Zentrum nnd Demokraten. — Lcvcring als ^ndiminiftcr. iletor die Absichten von Dr. Marx teilt die „Germania" mit, daß Marx' 3toal immer die E r- reichun g einer wahren Dolksgemein- schast gewesen fei. An deren Verwirklichung fei im preußischen Landtag im Augenblick jedoch noch weniger zu denken, als es im Reichstag tor Fall sei. Es werde Marx deshalb wohl nichts anderes übrig bleiben, als ein kleines Kabinett aus Zentrum und Demokraten zu bilden. Das Zentrum dürste neben dem Präsidium die Ministerien für 3ustiz, Wohlfahrt, Finanzen und Landwirtschaft besehen; die Demokraten sollen das Kultur- und Handelsministerium erhalten, während das Innenministerium, wie bereits gemeldet, von Severing als Fachmini st er weiter v e rwa ltet werden soll. Marx hat die Wahl noch nicht angenommen. Er wird das erst tun, wenn er die Verhandlungen mit den Parteien abgeschlossen hat. Er wird sich mit Ausnahme der Kommunisten und der Völkischen mit allen Parteien in Verbindung sehen. Don dem Verhalten der Parteien wird es dann abhängen, wie Marx sein Ministerium bilden wird 3m Landtag wurde die folgende Ministerlifte diskutiert: Marx (Zentrum) Präsidium Severing (Soz.) Inneres, Am Zehnhofs 'Zent mm) 3ur‘i-, Hirtsieser (Retrum) Wo l ahrt. Dr. Schreiber (Dem ) Handel (?). Dr. Hoepker-Aschof ( en) Fi-mnzen, Hermes 'Zentrum' La id orts af (?). Decker d r bs>rg- S attss k etä ' Kultus (?). als OiaatSfe’retä f l. ihm vorn Zentrum toigcgc6cn werden Lammers. Präsident, die Staatsminister, Staatssekretäre und Staatsräte. Kirchenpräsident Dr. (Beil und die beiden Bürgermeister Münchens geladen waren. Daran schloß sich ein Empfang beim Ministerpräsidenten, zu dem u. a. die Präsidenten der obersten Reichs-, Staats- und Gerichtsbehörden sowie (Bertrctcr der Religionsbekenntnisse, das Präsidium des Landtages und Vertreter sämtlicher Fraktionen mit Ausnahme der Kommunisten, verschiedene Reichstagsabgeordnete, die Rektoren der Uniöerfität und der Technischen Hochschule, Dertreter der Gewerkschaften aller Richtungen und Beamtenverbände, der industriellen, landwirtschaftlichen, gewerblichen und Handelsorganisationen und Körperschaften sowie die Dorsihenden der Berufsorganisationen der Presse und der Verlegerverbände geladen waren. Dr. Held begrüßt ton Reichskanzler. Es verdiene Dank, daß Dr. Luther nach den bitteren Tagen Dotter Enttäuschung die Regierungsbildung zustande gebracht und sich selbst an die Spitze gestellt habe. Besonders dankbar werde es empfunden, daß er trotz tor Last tor Arbeit schon in ton ersten Tagen feiner Kanzlerschaft Bayern seinen Besuch abftattet. Wir erblicken darin das Bekenntnis, daß er auch für die Reichspolitik auf die Mitwirkung de r Einzel st a a t e n ton allergrößten Werl legt, und daß er dem zweitgrößten Bundesstaat Deutschlands ein besonderes Interesse entgegenbringt Reichskanzler Dr. Luther 3ch habe als ersten Leitgedanken für die ganze Arbeit meines Kabinetts die Rotwendtg- keit rein sachlicher Arbeit ausgesprochen. Ich habe bei tor Zusammenkunft mit einer Vertretung tos Landtages aussprechen können, daß für meine Art. die Dinge unseres Staatslebens zu sehen, die gesamte politisch: Vertretung tos deutschen Volkes sich ja nicht allein im Rerchs- tage vollzieht, sondern in den Länderparlamenten . wenn auch selbstverständlich in der durch die Reichsverfassung gegebenen Abgrenzung tor Zuständigkeiten. Die Zusammenkunft heute abend mit Vertretern der gesamten bayrischen Bevölkerung führt mit zu der Betrachtung, daß nach dem geschichtlich gegebenen Ausbau unseres Deutschen Reiches mir sich gegenseitig umrd)Iin- tor Kraft nebeneinander stehen die Gedanken, die das einheitliche Volk in feiner Stärke zum Ausdruck bringen will, und die Gedanken, Bayern und Reich. Der Reichskanzler in München. — Die Bedeutung der deutschen Landwirtschaft. die die bodenständige Verbindung der einzelnen Teile tos deutschen Volkes in ihrer engeren Heimat betonen. In tom Zu- sammenklang dieser beiden großen Leitgedanken scheint mir die besondere Eigentümlichkeit unseres Reiches zu liegen. Wir müssen auf diesem geschichtlich gegebenen Wege weiter schre ten. um in dieser Form die Lösung unserer schweren politischen Ausgaben zum Ruhen deS Reiche- durch« zusühren. Bei dieser Gegenüberstellung tor beiden großen, sich gegenseitig umschließenden Leitideen liegt es nahe, daß man vom Standpunkt des einzelnen L.rntoS in erster Linie an die Dinge senkt, die in dem einzelnen Lande eng verbunden find mit dem Boden, eng verbunden mit der Ratur. In Bayern ergibt sich daraus der Gedanke an die Landwirtschaft. Das bringt zu der Lieberzeugung, daß wir überhaupt in Deutschland ohne starke Entwicklung tor Erzeugung unseres BodenS nur mit trüben Augen in die Zukunft blicken können. So richtig es aus tor einen Seite ist, daß wir int Weltverkehr Waren miteinander austauschen müssen, so wenig wir unS von diesem Weltverkehr etwa aue- schließen könnten oder wollten, so sehr wir die AuSsuhr mit allen Kräften wieder steigern wollen, so bleibt doch die sichere, jeden Augenblick greifbare Grundlage unsere- Dolkslebens die Erzeugung der heimatlichen Scholle. Aus der anderen Seite wissen wir, daß Deutschland an Krediten so arm geworden i ft wie nur irgend möglich. Es sind Entwicklungen im Gange, um die Kräfte der Landwirtschaft so zusammenzufassen. daß sie in die Lage kommt, von sich aus wirtschast- liche Ausnahmekredite zu nehmen. Ich bin nicht imstande, über die Einzelheiten im Augenblick hier zu sptechen. Aber ich wollte durch diese Ausführungen Ihnen jedenfalls da- eine vor Augen führen, daß der gegenwärtige verant- wortliche Leiter der Reichsregierung sich voll dessen bewußt ist, welche Bedeutung für das Weiterleben unseres Volkes die Entwicklung toi deutschen Landwirtschast hat. Das ist vielleicht nicht einmal nur eine deutsche Angelegenheit. Wir stehen in weiten Teilen tor Welt vor der Tatsache, daß DevölkerungSmengen vorhanden sind. die. gemessen an ton alten Vorstellungen. wievicle Menschen auf tor Erde wohl leben könnten, als Lleberdölkerung erscheinen. Diesem Problem kann man nur gegenübertreten, wenn man mit aller Kraft die S teige r u n g der Erzeugung deS BodenS vornimmt. Hierin liegt in allererster Linie eine eigene Aufgabe tor Landwirtschaft Ich glaube nicht, daß der Staat in ganz entscheidende W ise in solche Dinge einzugreifen vermag Richt das Land, nicht das Reich d'e eigene Kraft des Berufs st andes m-'ß hür ohne Zweifel das Beste leisten. Im Mittelpunkt dieser Frag« steht immer wieder tor Zw ifel woher die notwendigen Kredite beschafft werden können. Jede Steigerung der Erzeugung, nicht nur in tor Landwirtschaft, sondern überall, auf allen Gebieten. ist in der entwickelten Wirtschaftsform in tor wir heute leben, abhängig vom nottoen« digen Gelbe, vom notwendigen Kredite Die Steuerreform. Berlin, 10. Febr. (WB.) 3m Reichstagsausschuß für (Stcuerfraqen gab Staatssekretär Popih einen ausführlichen Bericht über die bevorstehende Steuerreform. Vorweg wie- er auf ton engen untrennbaren Zusammenhang der drei großen, zur Zeit schwebenden Fragen deS Finanzausgleichs, tor Aufwertung und der Steuergesetzgebung hin, deren gemeinsame beschleunigte Lösung erstrebt werden müsse. Heber das Aufwertungsproblem könne keinesfalls ohne sorgsame Beachtung der Einnahmewirtschast entschieden werden. Die Gesetzentwürfe find in erster Linie das Steuerüberleitungsgefeh, da- sich mit der Frage besaßt, was aus den Vorauszahlungen des Jahres 1924 wird und wie die Dorauszah- langen für 1925 gestaltet sein sollen. Das weiteren kommt zur Behandlung ein neues Einkommensteuergesetz, ein neues Körper- schaftssteuergesetz, ein Gesetz über Vermögenssteuer. ein Reichsbewertung s- g e f e h, ein Gesetz über Verkehrs steuern und endlich ein Gesetz über die gegenseitigen Desteuerungsrechte vom Reich, den Ländern und Gemeinden. Grundsätzlich sei die Einheitlichkeit in der Gesetzesausführung und die Vervollkommnung tos Rechtsschutzes auf steuerlichem Gebiete wieder in Geltung gebracht worden. An tor Einheitlichkeit der Reichsfinanzorganisation wird sestgehalten werden müssen, dagegen soll als berechtigt anzuerkennender Wunsch der Länder in höherem Maße, als es nach ton Vorschriften tor Reichsabgabrnordnung der Fall ist. den Behörden der Länder und Gemeinden an tom Deranlagungsgefchätt die Beteiligung gewährt werden. Weiter wird in ton Gesetze" vergessen, daß die Dorauszahlungen zur Einkommensteuer nicht mehr monatlich zu leisten lind, sondern vierteljährlich. Die Zahlungstermine sotten so gelegt werden, wie sie dem besonderen Bedürfnis tor Steuerpflichtigen entsprechen. DaS gilt vor allem für die Landwirtschaft, die nur dreimal im 3ahre Steuern zahlen sott und zwar am 15. Februar. 15. Mai und 15. Rovember, weil der Zahlungstermin vom 15. August noch mitten in die Erntezeit fällt, in tor naturgemäß flüssige Mittel fehlen. Bei tor ErnkommensteE müsse man sobald möa, nch wieder zu einer Besteuerung nach dem Ertragswert kommen. Die Einkommc-nsbelastung werde nicht über 33Vj Prozent hinausgehen dürfen. Wenn der Reichsral nichts Wesentliches ändere, so würden künftig bei 24 000 Mark Einkommen 15 Proz., bei 48 000 Mark 20 Proz., kurz vor 100 000 Mk. 25 Proz., und 33' , Proz. kurz vor 600 000 Mk. erreicht werden. Bei der Vermögenssteuer müsse man an dem Satze von 0,5 Prozent fest- halten. Einer weiteren Steigerung der Sähe ständen schwerwiegende Bedenken entgegen. Das verloren gegangene Kapital müsse neu gebil- d e t werden. Aus diesen Gründen müsse für die nächste Zeit auch eine Bermögenszuwachssteuer unerwogen bleiben. Dagegen solle der Abzug am Kapitalerträge als wichtiges steuer- technisches Hilfsmittel aufrechterhalten werden. Auf dem Gebiete der Kapitalverkehrssieuern würden gewisse Milderungen der Steuersätze vorgeschlagen. Auf dem Gebiete der Erbschaftssteuer werde man nicht bei den bisherigen Sätzen bleiben können, soweit es sich um die Heranziehung wirklich großer Erbanfälle handele. Die Progression, die bei einer Million Toldmark aufhöre, solle daher weitergesiihrt werden. Beim Kindeserbe werde die Höchstbelastung künftig 15 Prozent betragen. Die Heranziehung der werbenden Betriebe, die sich in öffentlicher Hand befänden. also etwa die Gas- und Elektrizitätswerke der Gemeinden, die Bergwerke der Länder usw. solle weiter ausgebaut werden. 3n diesem Punkt sei allerdings mit dem größten Widerstand zu rechnen. Was dos Problem des steuerfreien Lohnbetrages betreffe, so sei eine Heraufsetzung des steuerfreien Lohnbetrages nicht wohl erträglich, doch solle vorgeschlagen werden, daß, wenn mehr als drei Kinder vorhanden sind, die Senkung des Steuersatzes nicht ein Prozent, sondern jedesmal zwei Prozent für das vierte und weitere Kind betrage. Die Befreiung des Ehegattenerbes solle in Zukunft fortfallcn, wenn leibliche Abkömmlinge des Erblassers vorhanden sind. Derbrauchsabgabengesetze oder Erhöhungen von Derbrauchsabgabengesehen, die sich mit dem notwendigen Lebensbedarf befassen, würden keinesfalls gebracht werden. Die Erhöhungen der Derbrauchsabgaben würden sich lediglich auf auf den vermeidbaren Derbrauch, also auf gewisse entbehrliche Genuhmittel beschränken. Die Aufhebung der L u x u s st e u e r erscheine nicht angängig. Was die 11 m s a h st e u e r anlange, würden neue Vorschläge nicht unterbreitet werden. Deutscher Reichstag. Berlin, 10. Febr. Am Regierungstisch: Aeichsarbeitsmimster Dr. Brauns. Dor Eintritt in die Tagesordnung erhält das Wort zu einer Erklärung Abg. Dr. D e ct e r - Hessen (D. Dpt.), der sich gegen Angriffe des Berliner Tageblattes im Zusammenhang mit Krediten wendet, die in der Zeit des passiven.Widerstandes deutschen Wirtschaftsverbänden ge- geben worden sind. Der Redner bestreitet zunächst. daß die „H i ka" nach Beginn des Ruhrkampfes gegründet und dem Aeichswirtschafts- ministerium unterstellt worden sei. Die „Hika" sei bereits im Jahre 1919 unter einem f o - zialdemokratischen W i rt s ch a ft s m i - nister gegründet worden, um in der schweren llebergangszeit gewerbliche Unternehmen Mittel für die Demobilmachung zu gewähren. Als es während des Ruhrkampfes motwendig geworden sei, auch kleineren und mittleren Unternehmungen mit Krediten beizusprin- Aen, habe man der Einfachheit halber die schon bestehende Organisation der „Hika" benutzt. Die Großindustrie sei schon wegen der beschränkten Mittel der „Hila" von vornherein davon ausgeschlossen gewesen. Der Redner weist dic Behauptung zurück, daß er mit der Schwerindustrie versippt und verschwägert sei und bezeichnete diese Behauptungen als gemeine und ehrabschneiderische Derleu mdüngen. Er Jei. nur einmal im Vorstand der Rheinischen Stahlwerke getoefen. Dieses Verhältnis sei gelöst worden, als er in das Kabinett Cuno eingetreten fei. 2tur einem Düsseldorfer Werk sei ein Kredit eingeräumt worden, da sonst einige tausend Arbeiter hätten entlassen werden müssen. Eine später auf seine Deranlas ung eingeleitete Untersuchung sei ergebnislos geblieben. Die Rückzahlung sei bald danach erfolgt. Die vom „Berliner Tageblatt" genannten angeblichen Verwalter der „Hika" im Ministerium seien in Wirklichkeit nur Referenten: beide seien pflichttreue Beamte, von denen einer der sozia Idem akratischen Partei angehöre. Wenn im übrigen ein Betrag von 2000 Goldmillionen genannt werde, so sei ja schon festgestellt, daß höchstens ein Betrag von 10 Goldmillionen in Frage komme. Der Redner schließt, daß er das Urteil über diese Dinge dem Hause und der Oeffentlichkeit überlasse. Eine anständige Presse werde sich gewiß nicht dazu her- geben, dem Ausland Kampfmaterial zu liefern. (Großer Lärm bei den Soz.) Hierauf wird die zweite Beratung des Etats des Reichsarbeitsminlsteriums fortgesetzt, und zwar mit der Besprechung über den Abschnitt Tarifvertrag und Lohnwesen. Abg. Frau Böhm (Deutschnat.) fordert baldige Vorlegung des Heimarbeiter lohn- gesetzes. Auch zum Schutze der Heimarbeiter seien Schiedsgerichte notwendig. Abg. Frau Senden ^Soz., wünscht, daß bei den Handelsvertrag;v rhandlungen auch Ar- beitnehmerverrreter zugez <.n werden. Das würde wesentlich zur Verständigung beitragen. Die Rednerin beantragt, Mittel für die Heranbildung von Arbeitern in Wirtschaftsfragen in einer Arbeite rakademie zu bewilligen. Ministerialdirektor S ihn er erklärt, die Tätigkeit des Schlichters habe sich durchaus bewährt. Eine Siatistik darüber werde herausgegeben werden. Die Tarife der Ange teilten wären nie zustande gekommen, wmn nicht das Ar- bsitSminister'um mit einer gewissen Energie eingegriffen hätte. lieber i. Fr g? der Ausschußüberweisung eines sozialdemo'r^tisck ■* Antr ages a.f B^w ll'gvng von 20 000 Mel sü dieAl'demjed .'Arbeit i n §t n ■> i f • -1 a M. ’n ß AusV 'N erfolg m ,d ' i ’ -vn r< ,N>- felhaft bl "st. Mi 189 c 9 3 * V ' Derwe sung an be:. Haupt >. ss.p^tz b schlosser' Es folgt die Besprechung des Abschnitts Wohnungs- und Siedelungswesen und zwar zunächst des Wohnungswesens. Abg. Silberschmidt (Soz.) betont, daß auch hier Bestrebungen im Gange seien, die alten Zustände der ungebundenen Wohnungs- Wirtschaft toieber einzuführen. Der Redner fordert, daß die Mittel für den Wohnungsneubau in gleichem Maße von der Gesamtheit getragen werden. An einen Abbau der Wohnungszwangswirtschaft und des Mieterschutzes dürfe man nicht denken, sondern wir müßten zu einem Dolks- wohnrecht kommen. Abg. Winnefeld (Dt. Dpt.) erklärt, die Wohnungsfrage dürfe nicht nach politischen Motiven behandelt werden. Der Redner fordert Abbau der Wohnungszwangswirtschaft und des Reichsmietegesetzes und Schaffung eines Uebergangsgesehes. Mit höheren QRicten müsse selbstverständlich auch ein Steigen der Löhne verbunden sein. Abg. Dartschat (Dem.) hofft, daß noch ein Einverständnis zwischen den Hausbesitzern und Mietern möglich ist. Eine Aenderung in der Wohnungszwangs- wirtschaft müsse auf jeden Fall erfolgen. Selbstverständlich könne die ganze Zwangswirtschaft heute noch nicht fallen. Abg. Rönneburg (Dem.) betont, daß die "Voraussetzung für die Beseitigung der Zwangswirtschaft eine umfassende Hausbautätigkeit fei. Der Redner fordert, daß dem Wohnungswucher entgegengetreten wird. Der Redner verlangt weiter ein Bodenreformgesetz, um der Bodenspekulation entgegenzutreten. Abg. Dr. Steiniger (Dtntl.) wünscht einen planmäßigen Abbau der Wohnungszwangswirtschaft und eine große Einheitlichkeit in der Verwendung der Hauszinssteuer. Der Redner tritt insbesondere für eine Abhilfe der Wohnungsnot in Oberschlesien ein. Ein Vertreter des Reichsfinanzminrsteriums betont, daß die Regierung bestrebt sein werde, auf eine Vereinheitlichung der Miet- sähe in den Ländern hinzuwirken, Weiterberatung Mittwoch. Der Tschekaprozeß. Die kommunistische» Kampf- orga»rsatio»en. Leipzig, 10. Febr. (WTB.) Vor dem ersten Senat des Staatsgerichtshofes zum Schutz der Republik begann heute der Prozeß gegen die sogenannte deutsche Tscheka. Das Polizeipräsidium hat Ansammlungen und Demonstrationen in der Umgebung des Reichsgerichts verboten. Das Gerichtsgebäude und dec Verhandlungssaal sind von der Polizei stark gesichert. Der Verteidiger lehnte den Staatsgerichts- hos in seiner ganzen Besetzung, namentlich den Senatspräsidenten Riedner als Vorsitzenden wegen Befangenheit ab. Der Reichsanwalt bat um Ablehnung der Anträge. Die Verteidigung erklärte, daß die Reichsanwaltschaft einen Unterschied mache zwischen rechts und links und in der Aufnahme von Verfolgungen gegen rechts viel vorsichtiger sei, als in solchen gegen links. Rach längerer Beratung, die das Gericht in der Besetzung von drei Beruisrichtern vorgenommen hat, wurde der Ab- lehnungsantrag gegen Riedner als unbegründet zurückgewiesen. Rach dieser Entscheidung trat der Gerichtshof noch einmal in voller Besetzung zusammen, um nach kurzer Beratung den Antrag der Ablehnung des gesamten Gerichtshofes abzulehnen, der nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts unzulässig sei. »- Zn der Rachmittagssitzung stellte die Verteidigung Anträge, den Angeklagten Reumann auf seinen Geisteszustand hin zu untersuchen und auch feine Angehörigen darüber zu hören. Das Gericht lehnte die Anträge ab und nahm die Vernehmung des Angeklagten Reumann auf. Reumann ist 35 Zähre alt, von Beruf Schriftsetzer und gibt zu, daß fein Vater und ein Bruder von ihm geisteskrank seien und halt sich aber für völlig normal. Er äußert sich ausführlich über die K o m m u n i st i s ch e Partei, die sich in eine rechte unter Brandler und eine linke unter Maslow und Ruth Fischer teile. Beide kommunistischen Parieren hätten die Ausgabe, die politische Macht an sich zu reißen, mit allen, auch verfassungswidrigen Mitteln. Diesem Ziel diente auch der Eintritt der Kommunisten in die sächsische Regierung: er sollte den Auftakt für einen bewaffneten Aufstand in Deutschland bilden. Er, Reumann, sei von Brandler mit der Organisierung des revolutionären Komitees beauftragt worden. Das Komitee bestand aus sieben Personen, von denen jeder eine Abteilung leitete. Der militärische Organi« sationsleiter war Ulbrich. Die eigentlichen militär-technischen Angelegenheiten leitete Skoblewary, der seinen Sih in der russischen Botschaft hatte und dem ein General st ab aus meist russischen Genossen zur Derfüaung stand. Die Abteilung Verkehr leitete der Abgeordnete Heckert, die Abteilung Ernährung Zwan Katz Daneben gab es Rachrichten-, Derbindungs-Ab- teilungen und andere. Das revolutionäre Komitee hatte die Aufgabe, einen bewaffneten Aufstand vorzubereiten und zu führen. Eine b so dere Zersetzungs-Abteilung wirkte unter der Leitung des Abg. Eber le in. Die Abteilung sür Waffenbeschaffung unterstand dem Abgeordneten Pieck. Zm Oktober 1923 sei in der Wohnung des Abgeordneten Koenen der Alarm- und Mobilmachungsbefehl beschlossen worden, der 'durch Kuriere sofort den Leitern der Bezirke zugestellt wurde. Untersvchungs-Ausschuh im Himm^sbsch-Skan^al. Darmstadt, 10. Febr. (TU.) Die deutschnationale Landtagsfraktion hat einen Antrag auf Einsetzung eines Unter- suchu-gs AuSsch sses z r Prüfung be< Hi n nel» bach-St in als ingebracht, 'er lautet: Aw Grund - es Art le 3 36a >cr V r ffung bean-ra-en wir He Einsetzung eines Unten uchungs-A sfchaßes 1. ur B-Weiserhebung und Feststellung der - i 1 u 9 c es hessischen Stines du ch e ). nm sbach-.Konzern, 2. ;ur Prüfung der Schu 1 h (g e und der Möglichkeiten eines Schadenersatzes Der Barmat-Skandal. Dr. Höfle verhaftet. - Vor weiteren Verhaftungen. Berlin, 10. Febr. (TU.) Reichspostmini- ster a. D. Dr. Höfle, ist am Dienstag nachmittag gegen 5V2 Uhr, nachdem er zu einer Vernehmung bei Oberstaatsanwalt Dr. Linde bestellt worden war, im Gerichtsgebäude fest genommen worden. Kurze Zeit darauf ist gegen ihn der formelle Haftbefehl wegen passiver Bestechung ergangen . Wie die Blätter melden, liegen die Gründe zur Verhaftung Dr. Höfles in den Angaben Zulius Barmats, der Höfle schwer belastete. Ferner habe sich herausgestellt, daß in den letzten Tagen in den späten Abendstunden verdächtige Kisten aus der Villa Dr. Höfles fortg^schafft worden seien. Die Verhaftung fei also wegen Verdunkelungsgefahr erfolgt. Wie das „D. T." hört, ist der Zentrumsabgeordnete Lange -Heger- Mann vom Vorstand der Zentrumsfraktion des Reichstags aufgefordert worden, fein Reichs - tagsmandat niederzulegen. Lange- Hegermann ist dieser Aufforderung bisher noch nicht nachgekommen. Die Staatsanwaltschaft soll die Zentrumsfraktion darum ersucht haben, Lange-Hegermann zur Riederlegung seines Mandats zu veranlassen. Andernfalls würde die Staatsanwaltschaft an den Reichstag das Ersuchen um Aufhebung der Immunität stellen, da Lange-Hegermann in Untersuchungshaft genommen werden soll. Bauer soll aus der S. P. D. ausgeschlossen werden. Berlin, 11. Febr. (T. 11.) Der engere Bezirksvorstand der Berliner Parteiorganisation hat, wie der „Vorwärts" meldet, in seiner Sitzung vom 10. Februar zum Fall Dauer folgenden Beschluß gefaßt, den er dem ertocitcr» ten Vorstand zur Annahme empfehlen wird: „Der engere Bezirksvorstand ist der Ueberzeugung, daß das Verhalten des Genossen Bauer gegenüber der Partei einen so schweren Vertrauensbruch darstellt, daß die Voraussetzungen des § 28 der Organifationsstatuten gegeben sind. Er hält deshalb die weitere Zugehörigkeit des Gen off en Dauer für un m o g l ich." Dr. August Müller aus der Sozialdemokratischen Partei ausgetreten. Berlin, 10. Febr. (TU.) Staatssekretär a. D. Müller, der zur Zeit eine außerordentliche Professur an der Berliner Universität bekleidet, ist aus der Sozialdemokrati- schgn Partei ausgetreten. Dr. August Müller beabsichtigt, sich der De mokratischen Partei anzufchließen. Dr. Müller hat sein Mitgliedsbuch dem Parteivorstand übersandt. Zn einem Begleitschreiben führt er aus, daß er seit seinem 20. Lebensjahre, d. h. seit 30 Zähren, der Sozialdemokratie angehört habe. Er müsse sich nun aber von ihr trennen, nachdem sie feinewiederholten Warnungen nicht beachtet hätte, ohne falsches Mitleid die Elemente aus zu sch al ten, die sich in Geschäftsverbindungen mit Öen Gebrüdern Darmat eingelassen haben. England und die Räumung. Keine Verknüpfung mit der Sicherheit London, 10. Febr. Der hiesige Vertreter des WTB. erfährt, daß die von verschiedenen Blättern heute morgen gebrachte Meldung, wonach der Bericht der interalliierten Kontrollkommission in dieser Woche veröffentlicht werde, vollkommen unbegründet ist. Zn unterrichteten Kreisen hat die von auswärtiger Seite stammende Meldung, daß die Ueberreichung der Rote der Alliierten in der Abrüstungsfrage verzögert werde, um vorher eine gemeinsame Vereinbarung in dieser Frage zu erzielen, Befremden erregt und wird als ein Versuch bezeichnet, die Sicher- h e i t s f r a g e im allgemeinen mit der nach englischer Ansicht rein legalen Frage der Räumung zu verknüpfen. Es wird von britischer Seite erneut nachdrücklichst betont, daß die Fragen der Kölner Räumung, der Sicherheit und der interalliierten Schulden nichts miteinander zu tun haben und v ollkommen g e - ‘rennt behandelt werden müssen. Rach der hier vert.e'.enen Auffassung wird die Räumung Kölns in dem Augenblick erfolgen, in dem Deutschland die von den Alliierten gestellten Abrüstungsforderungen durch geführt hat. Es wird in britischen Kreisen nicht angenommen, daß angesichts dieser entschiedenen Haltung der konservativen Regierung irgendwelche Schwierigkeiten seitens der französischen Regierung zu erwarten sind. 2Ius aller Welt. Sturmschäden. Ein schwerer S ü d w e st st u r m hat am Montag und Dienstag über der holländischen Westküste gewütet und hat teilweise schweren Schaden verursacht. Zn Amsterdam ist die Feuerwehr bis heute früh fast ununterbrochen beschäftigt gewesen, die durch losgerissene Dachrinnen, Reklameschilder und Schornsteinteile für den Fußgängerverkehr entstandene Gefahr zu beseitigen. Der Straßenbahnverkehr ist sehr stark eingeschränkt worden und hat teilweise, namentlich in den Außenbezirken, umgeleitet werden müssen. Der letzte von Rotterdam nach Amsterdam abgehende Spätzug hat Amsterdam erst mit vierstündiger Verspätung erreicht, da er durch umgestürzte Telegraphenleitungen aufgehalten worden ist. Auf der Maas bei Rotterdam ist eine ganze Anzahl Schiffe, auch mehrere große Dampfer des Rotterdamschen Lloyd, darunter dessen größtes Passagierschiff, l o s g e r i s s e n worden. Zn Rotterdam sind mehrere Straßen für den Verkehr von der Polizei gesperrt worden, da'mehrere Personen durch herabfallende Dachbekleidungen verletzt worden sind. Im Untersuchungsgefängnis getraut. Wie die Blätter melden, wurde der wegen Doppelmordes angeschuldigte frühere Berliner Polizciwachtmeister Ge rth in der Kapelle des Moabiter Untersuchungsgefängnisses getraut. Mit seiner Frau war Gerth bereits vor feiner Tat verlobt Wettervoraussage. Stärker bewölkt, nächtliche Wkühlung, tagsüber milde, mit Regenfällen ist zu rechnen. Das ungewöhnlich milde Wetter, das unter der Einwirkung südwestlicher Luftströmungen gestern in unserem Bezirk herrschte, dauert noch fort, wenn auch die Morgentemperaturen, durch Wärme-Ausstrahlung bei schwach bewölktem nächtlichen Himmel bedingt, wieder tiefer lagen. Der Kern der nördlichen Depression hat sich fetpaell nach Skandinavien verlagert, ohne daß ihre Ausläufer bisher unserem Bezirk Rieder- schläge gebracht haben. Zedoch besteht die Aussicht auf Verschlechterung der Wetterlage fort, da über den britischen Znseln und Frankreich der Luftdruck weiter beträchtlich gefällten ist und die Zufuhr ozeanischer Luft anhält. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Februar 1925 * Kleingeld. Da in hiesigen Geschäftskreisen über Mangel an Kleingeld geklagt wird, sei darauf aufmerksam gemacht, daß die hiesige Reichsbankstelle mit reichlichen Mengen an 50-, 10-, 5°, 2- und 1-Pfennig-Stücken versehen ist und den an sie herantretenden Ansprüchen wird genügen können. Das Brot wird teurer! Die Zwangsinnung für das Däckergewerbe im Landkreis Gießen zeigt an, daß sie vom 11. Februar (Mittwoch) ab den Brotpreis auf 80 Pfennig festgesetzt hat. Der Zugendring veranstaltet ani Mittwoch, 18. März, ein Gitarre-Konzert (Walter Schütz - Dresden) im Saalbau Sauer. Der Reinertrag flieht dem Wohlfahrtsamt Gießen zu. Der Verkehrsverein Gießen hielt seine diesjährige Hauptversammlung unter öer Leitung feines 1. Vorsitzenden, Stadtv. Winn. am Montag abend im Hindenburg ab. Gemessen an dem Besuch der vorjährigen Hauptversammlung war die jetzige recht gut besucht, trotzdem hätte aber die Beteiligung an diesem Abend namentlich aus den Kreisen der Geschäftswelt noch viel stärker sein müssen. Der Geschäftsbericht für das Zahl. 1924 zeigte, daß der erst seit gut Jahresfrist wiedererwachte Verein für die Verkehr swerbung recht tüchtige Arbeit geleistet hat: es sei in diesem Zusammenhang nur an den Slugtag im Oktober v. Z. erinnert. Zn günstigem Lichte zeigen sich auch die Ka'senverhältnisse, die dem Verein für seine bevorstehende bedeutsame Arbeit ein gutes Rückgrat gewähren. Geschäftsbericht und Rechnungsablage fanden die e.nftim- mige Billigung der Versammlung. Der Vorstand wurde in der bisherigen Zusammensetzung wieder- gewählt und durch Zuwahl einer Anzahl Herren noch erweitert. Cs sollen nun innerhalb des Vorstandes Ausschüsse für die Spezialbearbeitung bestimmter Fragen gebildet werden. Für die Tätigieit des Vereins im neuen Geschäftsjahr wurden von dem Vorsitzenden und in der Aussprache aus der Versammlung heraus reiche Anregungen geben. Znsbesondere beschäftigte man sich mit der Frage der Errichtung einer §e ft balle, die im Znteresse der Verkehrswerbung von allen Seiten als erwünscht, ja als notwendig bezeichnet wurde. Heber die Platzfrage waren die Ansichten geteilt, doch scheint eine Mehrheit für die Errichtung dieses Baues auf dem Trieb zu fein. Einmütig war man in dem Entschluß, daß sich der Verlehrs- verein mit ganzer Kraft für die Verwirklichung dieses Planes einsetzen wird. Weiter wurde Beschwerde geführt über zu geringe Abend- und Rachtbeleuchtung der Straßen unserer Stadt: es wurde von der Stadt „mehr Licht" gefordert. Schließlich kam man noch auf die Fragen Gießen- Wicseck, Zndustriegewinnung, Belebung der Messen usw. zu sprechen. Wie der Vorsitzende betonte. wird sich der Vorstand bemühen, allen Anforderungen der Verkehrsordnung mit Sorgfalt gerecht zu werden, er erbittet dazu aber auch die eifrigste Unterstützung durch die Geschäftswelt, in deren Znteresse diese Arbeit ja in erster Linie geleistet wird. D i e Vereinigung für Feuer» bestattung für Gießen und 11 m- gegend beschloß in einer am Sonntagnachmittag im Rebstock hier stattgehabten, gut besuchten Versammlung, den von der städtischen Daukommifsion vorgcschlagendn Bau eines Verbrennungsofens auf dem Reuen Friedhof durch Zahlung eines großen jährlichen De trags zur Amortisation der Dausumme, sowie durch Zeichnung von Anteilscheinen zu fördern, so daß zu hoffen ist, daß mit Beginn des Frühjahrs mit ten Bauarbeiten begonnen wird. Bei der regen Aussprache kam klar zum Ausdruck, daß der Bau eines Verbrennungsofens für Gießen schon längst hätte erfolgen müssen, zumal in der Rach- kriegszeit kleinere Städte wie Gießen den Dau gewagt haben, der hiesige Friedhof bald wieder belegt und im benachbarten Wetzlar die Erbauung von den städtischen Dehörden bereits beschlossen ist. Der Verein in Suhl hat 7000 Mitglieder und Hatte das erst vor Zahresfrist errichtete Krematorium bereits die 100. Einäscherung. Cs wurde dringend empfohlen, für beglaubigte Anordnung der Feuerbestattung zu sorgen. Der Vorstand ist hierzu zu jeder Auskunft bereit. ** Frauengruppe der Deutschen Volkspartei, Man berichtet uns: Am Montag veranstaltete nach längerer Pause die Frauengruppe der D. Vp. eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Hindenburg. Frl. Maria Birnbaum gab einen trefflichen Heberblick über dic politischen Ereignisse der letzten Wochen. Sie sprach zuerst über die Regierungsbildung im Reich und entwarf dabei ein lebendiges Tild von dem neuen Reichskanzler Dr. Luther, in dessen Persönlichkeit sich nüchterner Tatsachensinn mit warmer Daterlandsl ehe vereinige. Die Rednerin skizzierte sodann das Regierungsprogramm, das der Kanzler in seiner Antrittsrede bekanntgegeben. Allem Anschein nach kann man dem neuen Reichslabinett vol'es Vertrauen entgegenbringen. Sodann ging Sri. M. Birnbaum zur Frage der Regierungsbildung in Hessen über. Sie wies auf die Schwierigkeiten hin, die durch dic Zahlenverhältnisse der Fra'tionrn und ihre politische Haltung verursacht würden, und erwog eventuelle Lösungsmöglich eiten. Zn der anschließenden Pause erfreuten Frau Fischer, Frau Laqueur. Frau Popp ort und Fmu Schudt durch musikalische Vorträge. F.l. Maria Birnbaum ergriff sodann wieder das Wort. Sic sprach von der politischen Schulungswoche zur Bekämpfung der Schuldlüge, die in Darmstadt stattgefunden. Dssr Zweck der Veranstaltung sei gewesen, die den verschiedensten Parteien angehörenden Teilnehmerinnen mit autben IC. bkhluiw , ‘ * MÜ* A»LUnl6 Cln8® Da* £• durch *«Är* .M S-t 1 Land. 8e6tuat 1925 hfft81 ,Wrt. t-M ^urer! 5i. °erbc im o]n »m n.8rtje uf «0 eranftaltet am °nzert (Walter a-?et '^in- ,®i«ben du. :vn ,®'eh«n ammümg nnl:v ■ e,a>tb Tßir.n CS abl ®Mlcn Dauptdersamin. Mwbt. troutan dl-I-m 3bcnb 2r Grschäfteivrl! ' Teschäftsbrricht der erst feil flU( 'n für Ne 3er» e>t g?kiftet ^u, >fl nur an den rt- 3n flünftigem w:chUtm|ie. du end: bebeuifame ihren. T:fchW. ndrn Mt e.nftim» '9. Der Tbtftanb nenirhung irieker- 2t Anzahl hrrirn n innerhalb öö e Epejialbkarbei- ldet tarten. Für ins im neuen l VorliyeM und isammlung heraus besondere beschäl- |e der tzmchiung Interesse der Der- en als erwünscht, vurde. lieber die ten geteilt, doch ($md)tung bietet . Einmütig mar h der DerleürS- e ^.xtouMuxig Leiter wurde 'Le- ,ng: Abend- und unserer Stadt: es Licht" gefordert. ;ic Fragen Sieben- Belebung der Ml- ier Aorsipide be- id bemühen, allen rdnung mit Sorg- irbittet dazu aber ,g durch die Se- e diese Arbeit jo । für Feuer- en und um- im Sonntagiw ehabten, gut be- n der städtrschcn -Bau einer Aer» ■n Friedhof durch ;:n Lr^trags M sowie durch 3#®* ordern fo dah »u Fruhiahrs mit 'tb. A-i er regen 2Iu9brud, dahdn i für ®^:nÄ zumal in ! Gießen den -» * $ s* Jj w*'“ w 'vX®" kÄ *£ ®r Luther. Mr tiajvn- hterner 2«^te ^^^'rungsprv' A *®JS* lernet ^Vnnman Än nach ent' 'es Jirnbarn" Sri. ^/ieffe.n W.i> ö!f iM .SjJn der )glich^",j ^er. I «Sä Wf1 £ wÄ. icrmncn «ch dntoanbfrrtcm Material auS btrt Archiven I bet am Krieg beteiligten Länder zu versehen, um He »um Kamps gegen die Schuldlüge zu rüsten. Die Tagung habe einen erhebenden Der- laus genommen und in ausgezeichneter Weise zu politischer und nationaler Schulung beigetragen. Bornotizen. — TageSkalender für Mittwoch. Stadttheater: 7'. Uhr .Die luftigen We b-r von Windsor'. — Deutschnationaler S’yanMunge« gehllfenverband: 8 Uh. Äaufrn. DeremShaus Oeffentl. Versammlung für Bankangestellte. — Radklub Germania. 8'.- Uhr AuherordentluHe Hauptversammlung Dereinslokal. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Mutter und Kmo . Die DortragS-Dereimgung hat für morgen. Donnerstag Hofrat Ferdinand TH c i f! e r aus Bad-Homburg zu einem Licht- hiibcr/Bortrag über das .Badeleben in alter und neuer Zeit" eingeladen. Der Redner wird «eine kultur- und fittengefchichtlichen Ausführungen durch etwa hundert Lichtbilder illustrieren, die vor allem die Schönheit und den Reichtum, der unserer deutschen Heimat in ihren (Bäbern ?u eigen ist vor Augen fuhren sollen. Sin Besuch dieses lehrreichen Dortrages ist weiten Kreisen unterer Bürgerschaft zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.) Landkreis C4kf$rn. ' ® r 0 h c n» ß i n b c n, 10. Febr. Der G e - sangverein „Harmonik feiert am 14. und 15. Juni fein 75jährigeS Bestehen, verbunden mit einem Gelangwrttstrrit. D Lang-Gons. 9. Febr. DaS vom ® e- sangverein ..Frohsinn" am Sonntag gegebene Konzert zeigte den Derein auf chorisch hervorragender Höhe. Zu einem edel timbrierten Chvrklang (der Derein hat mit seinen 80 Sängern beste- Qtunmatetial) tritt das Resultat der musi- lalisch hochstehenden Leitung des Chormeisters Heinrich Blast: eine mustergült-ge rbM^miW" und dynamisch? Elastizität txrbinbct sich mit seltener GestaltungSkunst. Austerdem fallt die gute sprechtechnisch: Schulung auf; sämtliche Chor- catbiefungen waren frei von Intonationsschwan- fungen. Stimmungsvoll wurde die Dortragsreihe mit Kettenhofcrs schwungvollem Chor ..Hymne an die Musik" eingeleitet, dem Kompositionen von Angerer. Baumann. Curti und Richard folgten. Angenehme Abwechslung zwischen den Männerchören brachte die Mitwirkung der Hüttenkapelle Buberus-Röchling. Wetzlar. die unter Kapellmeister Rothe ihre Dorträge efalt und sauber spielte. Chor und Orchester brachten gemeinsam zwei kleinere Werke von Jüngst ..Schifserftändchen" uyd „Defper- gefang" toiilfam zu Gehör. Richt vergessen sollen die prächtigen Leistungen des Dereins- q u a r t e 11 e bleiben, die durch das ausgeglichene Otimmaterial einen Genust für die Hörer bildeten. Die zahlreiche Zuhörerschaft — die Turnhalle war bis aus den letzten Plast beseyt — war mit Recht sehr beifallsfreudig. Chor und Dirigent fügten der Dereinsgefchichte des ..Frohsinn" ein neues Ruhmesblatt ein. I Watzenborn-Steinberg. 8. Febr. Ein stimmungsvoller, harmonisch verlaufener F a - mtlienabenb vereinigte am heutigen Sonntagabend unseren Kirchengesangverein mit seinen passiven Mitgliedern im Sommerschen Saale zum .Goldenen Löwen" in Watzenborn. Schon der äußere Eindruck war einladend und festlich. Weist gedeckte Tische im Blumenschmuck. 3er Leitgedanke der ganzen Deranstaltung: ..Hab' Sonne im Herzen" ... Reine Freude im heimatlichen, dörflichen Gewände. Unsere trauten Dvlks- ljeder, die wir immer wieder so gerne fingen: „3m schönsten Wiefengrunde". ..Heidenröslein". ..Am Brunnen vor dem Tore". .Droben stehet die Kapelle" umrahmten ein außerordentlich reichhaltiges Programm, das in buntem Wechsel Ernstes unt Heiteres aus den reichen Schätzen unserer Dichtkunst. Tonkunst uff. bot. Es würde zu weit führen, einzelnes auszuzählen. Hier heiht es: ..Komm und sieh". Und zu (Riern standen vorzüglich geschulte Kräfte zur Dersügung. Doch eins soll nicht vergessen fein. Das waren: Das vrächtig gestellte lebende Bild vom ..Hans und der Liefet" unter Gesangsbegleitung. Ein einzigartig schöner Anblick. Ü"d dann De»- Reifen ..Altwcibcvlanz" zur Einführung von allen gelungen: .Horch, was kommt noir brauße.i ic - So herzlich haben wir wohl lange nicht mehr gelacht. R:ides war von Fräulein Lang trefflich eingeübt, ihr und allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank. Eingang-- und Schlußwort sprach der Ortsgeistliche. Alles in allem ein unvergeßlicher Abend, der der guten Sache neue Anregung und Förderung bringen wird. * Steinberg, 10. Febr. Am Samstagabend kirrte der hiesige Gesanaver „Jugendfreund" unter Leitung seines Dirigenten öeorg Harnisch fein 37. vttstungsfest Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Gesang unb Theater-ftücke verschönten den Abenb zur allgemeinen Zufriedenheit. t Trais a. Lda 10 Febr. Einen genußreichen Abend bot der hiesige Mannergesangverein „fli ebet !r an a“ durch die Deranstaltung eines Familienabends am Sonntag in Dills ©aal. Der Derein. der in diesem Jahre auf fein SOjähriges Bestehen zurück- blicken darf, gab schöne Proben seiner Kunst unter der Leitung von Lehrer Eberle, hier, die allgemeinen Beifall fanden Auch die beiden mit großem Geschick gespielten Theaterstücke, »Herzog Heinrich am Finkenherd" von Herwig und .Das Schwert des DainokleS" von Putlitz. wie die eingestreuten Orchestermufikstücke: F'.garo-Ouverturr und Lustspiel-Ouvertüre von Äcter-'BtHa zeugten von gutem Geschmack der Dereinsleitung. die ihren Gästen nur Wertvolles darbot. — Das 50jährige Jubiläum des Dereins soll diesen Sommer in Verbindung mit einem Gesangwcttstreit gefeiert werden, wozu bereits 20 Vereine ihre Teilnahme zugefagt haben- t Allendorf a. Lda.. 9. Febr. Gestern sand dahier der Delegiertentag des Lumdatalfängerbundes, des Mitbegründers des .Hessischen Sängeroerbandes. statt. Dem Lumdatalsängerbund gehören jetzt 11 Vereins an. Es wurde beschlossen, in .Kürze ein WertungSsingen dahier abzuhalten, bei dem jeder Derein, einen aufgegebenen Chor (Dolkslieb) und einen fetbstgewählten Chor zu fingen hat. Daran anschließend soll eingehende Kritik der Leistungen stattfinden. V Londorf. 9. Februar. Dec Gesangverein ..Frohsinn" hielt gestern Abend im Saale des Gastwirts Börger fein diesjähriges W.nterpergnügen ab. Das Programm, welches aus Chören. Dolksliedem. einigen Konzertstücken für Klavier. Dioline unb Cello, sowie einem von allen Mitwirkenden flott gespielten Singspiel »Maiennacht" bestand, erntete starken unb wohlverdie iten Beifall. Der Chor »Sturm- Wogen" von Wengert. welcher sowohl an Sänger als an Dirigenten große Anforderungen stellt, zeigte den Qkrein auf seiner Höhe. Die einzelnen Konzertstücke waren ein Kunstgenuß. Drei Sololieder von Löns, schön vorgetragen, c.innerte.i an den Todestag des Dichters. Richt unerwähnt tollen einige Couplets eines Gönners des Dereins auS Reu-Ifcnburg fein, welche wahre Lachsalven auslösten. Leider mußte ein Theaterstück unb einige Lieder des etwas zu reichhaltigen Programms wegen ausfallen. Bei einer D r- [ofung und Tanz gingen die Stunden rasch herum Der Derein. der unter der tüchtigen Leitung des Musiklebrers Kasten aus Gießen ft eßt, kann mit Befriedigung auf feine Leistungen zurückblicken. t Grünberg. 10. Febr. 3n der gestrigen Gemeinderatssitzung wurden d'.e Dedin- gungen für die diesjährigen H 01 z v e 1 st e i gelungen — die erste findet am 12. bS. Mts. statt festgesetzt. Auswärtige Käufer werden Aiiaclaffen. Wird das gekaufte Holz innerhalb 4 Wochen bezahlt, so werden keine Zinsen berechnet, anderiifalls pro Monat 1 Proz. — Da bei der staatlichen Submission das Grün- beiger Ruhholz leine Berücksichtigung fand, soll cs Ende Februar oder Anfang März der staatlichen Submisfion angefügt werden. Die Zaf l'ingsbcd ngungcn sind den staatlichen gleichgestellt. — Da durch die Räumung der Teiche im Drunnental der Fischbestand sehr gelitten hat. bat der Pächter um Ermäßigung der Pacht von 50 auf 25 Mk. bis zum Jahre 1928. Der Ditte wurde entsprochm. — Der Gemeindrrak genehmigte d.e Bestellung von zwei Waggon Röhren bei dem dmtfef/en Gußwerkverband. Die Röhren sollen als 21.1» fd (ußleitunq zu dem ueuzuerbauenden H 0 ch hetz ä 11 e r bienen. Der Preis der Röh'.en stellt sich pro Waggon auf 2000 Mk. — Abermals wurde ein Ge uch der Bäcker auf Herabsetzung des Holz Preises für das seinerzeit überwiesene Holz zui-ückgrstellt. um das Gutachten des Försters einzuholen. — Don dem Dorfitzenden. Beigeordneten Fuldat, wurden u. a. noch die Kosten bzw. Erträge des Stadtwaldes bekanntgegeben. 3m Zahle 1911 betrug die Roheinnahme 23 140 Mk.. Werbungskosten 14 038 Mk.. Reinertrag 9405 Mk: 1912: 24 970 Ml., bzw. 14 061 Mk, bzw 10 928 Mark: 1913 . 22 806 Mk.. bzw. 13 897 Mk.. bzw. 8909 Mk.: 1914: 34080 Ml., bzw. 14 066 0H?.. bzw. 20 013 Mk.: 1923: 53.5 Dill., bzw. 3440Bill , bzw. 3436Dill.: 1924: 35 786 Mk., bzw. 16 544Ml . bzw. 19 242 Mk. • Dillingen. 10. Febr. Bei der gestrigen Bau- und Rutzholzversteigerung wurden im Durchschnitt bezahlt: Eichenstämme 2. und 3. Kl. 40 Ml., 4.. 5. unb 6. Kl. 25 bis 26 Ml. Xieltmitammc von ber Tare, unt. günnigen Sebinflunflen auf 5Fahre gegeben. Lefchastungszeit 12—14 Tage. Lchriftl. Anträge unter 01462D an ben Gleßener An», erb. ten Großes Fabrikkontor jucht per sofort oder zu Ostern einen Lehrling mit Primareife. Selbstgeschriebene Angebote unt- 1457D an den (Siegener Anzeiger erbeten. I Mr Mr i ■ Heute unb morgen treffen ein: I 9 J5d. o. st Dfb. 30 Ps. B im Ausschnitt Pfb. 35 Pf. ■ iff.6o6ilauobne ^stb. 60 tu. I tm Ausschnitt Pfb. 70 Pf. Z Miiste notöfee-StDenüfiBe 6 2- bis S^pfünbig, Psb. 85 Pf. 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Die OnkelS und Vormünder sind ein wenig verärgerte sie runzeln die Stirne und heben drohend den Ringer, denn, wie daS eben auch in den politischen Kinderstuben zu geschehen pflegt, der Sprößling ihrer staatsmännischen Weisheit hat sich einige üble Streiche zuschulden kommen lassen. Er ist nicht mehr der geduldige Musterknabe, der mit frommem Kindersinn gläubig alle» hinnimmt: Widers pruchs- a,e i st regt sich. Zweifel werden laut und in Genf mag sich der Völkerbund die Frage stellen: WaS wird auS unserem ungeratenen Kinde?... Das neue Oesterreich, wie cs vor zweieinhalb Jahren auf Grund der Genfer Protokolle unter Ach und Weh in die Welt gesetzt wurde, ist sozusagen in die Flegeljahre eingetreten. Es befindet sich derzeit in jenem krisenhaften Lnt- wicklungszustand. wo die guten und schlechten Regungen sich völlig ziel- und planlos aus- wirken und wo kein Mensch sagen kann, waS braus werden soll: ob bad kuriose Geschöpf politischer Verlegenheit als Taugenichts zugrunde gehen oder ob es als brauchbares Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft sein bescheidenes Plätzchen an der Seite oder im Schatten der europäischen Staaten finben wird. Man hat uns in der Person des General- Vommisfärs einen eifrigen Mentor mitgegeben. der sich seiner verantwortungsvollen Pflichten durchaus bewußt ist. der mit Sorgfalt über daS Tun und Lassen seines Schützlings wacht, der teils in Güte, teils in Strenge seinem schwierigen, erzieherischen Geschäft obliegt und. je nachdem, lobt oder tadelt. Belohnung oder Strafe in Aussicht stellt. Er hat nur den einen Fehler: einem pädagogischen System zu huldigen, da- sich auf Grund doktrinärer Kleber zeug ungen etwa die Aufzucht eines Dorzugsschülers zum -Ziele setzt. Er hält sich a l l z u ä n g st l i ch an den seinerzeit gefaßten idealen Entwicklungsplan und teilt sogleich weniger gute Fortgangs- und Sittennoten aus. wenn er seine Theorie mit der Praxis in Widerspruch oeraten liebt. Eine modernere Erziehungsmethode müßte aber ihre Gesetze gerade auS den individuellen Verhältnissen «ableitcn, müßte ganz b'sonders allen triebhaften Regungen mit weitgehendem Verständnis entgegenkommen. selbst dann. wenn sie sich zunächst etwas ungebärdig ankündigen. Die Lebensfähigkeit Oesterreichs ist nicht nur ein materielles und wirtschaftliches Problem, denn unsere Zukunft wird ebensosehr auch von der moralischen und geistigen Verfassung des neuen Oesterreichs mitbestinnnt werden. Als gute Deutsche wollen wir das Geistige lieber überschätzen und getrost behaupten, daß es das Ausschlaggebende sein wird, daß also alles von der Lösung der geistigen Krise, in der wir jetzt besangen sind, abhangt. Wir stecken, wie gesagt, in den Flegeljahren: das heißt in einem Zustand des Ueberganges. der Garung, des Kräfte- auSgleichs. Und die Brust deS neuen Oester- reichrrs beherbergt — ach — zwei Seelen, die sich in so enger Nachbarschaft nur schwer vertragen. Die eine bat das Talent, die Lust, den Mut zu leben, zu schaffen, sich emporzuarbeiten Sie ist unternehmend, modern, sachlich, unsentimental, aber noch nicht sehr gefestigt im Charakter und infolgedessen gerne bereit, über die Stränge zu bauen, zu exzedieren. sich die Finger zu verbrennen. sich Schlappen zu holen. Die andere Seele lebt in ständiger Angst und Sorge, haßt alles Ungewöhnliche. alles Unbequeme, wittert überall Gefahren und kämpft mit wahrem Fancr- tiSmus für die Durchsetzung einer mehr duckmäuserischen Weltanschauung. Auf der einen Seite steht die Begabung und die unabhängige Gesinnung, auf der anderen das System der Bevormundung d^s obrigkeitlichen Welens. das und noch aus den Zeiten der Gegenreformation im Blute steckt, d's in b-r bureaukvatischen Herrschaft sich auswirkl. und das, zum Teil gewiß sehr unberechtigterweise, in der Perlon des Generalkommissärs einen Anwalt zu haben glaubt. Wenn es dem neuen Oesterreicher gelingt, die alte hureaukratische Gewandung abzustr-ilen. den Hof- rarvmenschen zu unterdrücken, dann wird der Tüchtige obenan Tein, dem es weder an Krediten fehlen wird, kurz an allen den wirtschaftlichen Postulaten. die lediglich auf Grund guter Sittenzeugnisse kaum zu erreichen sind. Spielzeug. Von Hellmuth Unger. Ich habe noch einen Mann gekannt, der auf einem vorsintflutlichen Zwettadr fuhr. Das Vorderrad war halbmannshoch, das Hinterrad winzig wie das Rädchen eines Puppenwagens. Die Gummibereifung dick wie ein Daumen. Die Leute nannten diesen Mann ein Original, weil er sich seiner Zeit nicht anpassen wollte. Als ich mein erstes Zweirad geschenkt bekam, gab es schon Freilauf und Rücktrittbremse. Mein Vater studierte noch beim einer Oelfunzel. wir Jungen taten es nicht mehr unter Gas und elektrischem Lichte. Die Zeiten wandeln sich, niemals aber der Zeitgeschmack der Kinder. Und doch sind sie als Kinder ihrer Zeit die wahrhaften Träger aller großen und menschlich neuen Gedanken. Wir spielten in unserer Jugend mit Dampfmaschinen und Luftgewehren. Dann kamen die Dlechmodelle der Automobile auf. Heute spielen die Jungens nur noch mit Flugmaschinen. Da nicht jeder ein teueres Modell besitzen kann, macht sich die Jugend ihre Nieger selbst. Aus Papier. Aus Schulschreib- heften reißt sie beschriebene Seiten, faltet und knifft sie mit Sorgfalt und Geschick, bringt sie ins Gleichgewicht, stößt sie in die Luft. Und die Heinen Eindecker gleiten aufwärts, beschreiben Spiralen und Kurven, schweben einige Sekunden dahin und stoßen dann wieder zu Boden. Und das Spiel beginnt von neuem. Fahrräder und Automobile sind Alltäglichkeiten geworden. In fünf Jahren kann jeber für fein gutes Geld durch Europa fRegen nach (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Mittwoch, u. zedruar 1925 Der österreichische Beamte, der entschiedene Exponent des alten obrigkeitlichen Systems, fühlt es genau, daß es diesmal ums Ganze geht, daß eS sich in nicht allzu weiter Ferne entscheiden muh, ob er seine Vormachtstellung im öffentlichen und privaten Leben behalten wird oder nicht. Man hat ihn aus feiner Lethargie ausgeschreckt, er ist unruhig geworden und reagiert mit hysterischer Gereiztheit auf alles waS sich feiner Autorität nicht mehr beugen will Er fchlägt blindwütig um sich, spielt den starken Mann und gefällt sich in der kraftmeierischen Pose, die aber immer ein Zeichen dcr Schwäche, der inneren Unsicherheit ist. Seine dunklen Instinkte richten sich gegen alles Ersolgrcichc. Lichte. Lebensfrohe, gegen die Welt, gegen das Leben, gegen die Wirklichkeit. So führt er ; D. von feinem Wiener Bureau aus einen frischen, fröhlichen Krieg gegen d i e Weltmarktpreise für Getreide und sperrt den Generaldirektor unserer größten Brotfabrik ein. weil er sich weigert, das Brot billiger zu verkaufen, als es ihm die Kalkulation, die nicht bloß die Anfchnffunaskosten. sondern auch die Erneuerung ber Gel reibe Vorräte in Betracht zieht, gestattet. Weil also einer beim Einkauf geschickter manierierte und weil er überdies seinem Unternehmen die besseren Maschinen besorgte, muß er in den Arrest.... Und weil überhaupt ein jeder, der Geld verdient, verdächtig ist. Das nennt man dann Kamps gegen die Teuerung Bei der Aktion gegen die Brotfabrik war aber noch eine ganz besondere Verlogenheit mit im Spiele, denn den Teuerungsbekämpsern kam es einzig und allein darauf an. einem anderen, weniger leistungsfähigen und weniger fachmännisch geführten Unternehmen, das der sozialdemokratischen Partei gehört. Verlegenheiten zu bereiten. Daß unter der Einwirkung der sensationellen Verhaftung der Drotpreis herabgesetzt wurde, vor allem aber, daß der sozialdemokratische Betrieb zu dem Eingeständnis gezwungen wurde, viel weniger rationell zu arbeiten, das ist gewiß ein Erfolg des behördlichen Eingriffs. Die Sozialdemokraten haben sofort der unangenehmen Situation die Spitze abgebrochen, indem sie schleunigst ihre Brotfabrik an ein rein kapitalistisches Konsortium verkauften. Im übrigen wissen sie nur zu genau, daß der künstlich gedrückte Drot- vreis nicht lange zu halten sein wird, daß bann die bürgerliche Regierung und das kapitalistische System das Odium einer unausbleiblichen Preiserhöhung wird tragen müssen und daß e-s ein Phyrrussieg gewesen ist. den unsere schneidigen Bureaukraten errungen haben. Viel ärgerlicher noch als solche Abenteuer auf wirtschaftlichem Gebiete sind die von der hinterwäldlerische Gesinnung getragenen Einmischungen der Behörden in das intimste Privatleben bet Bevölkerung. Mag die Wirtschaftspolizei in den verworrenen ökonomischen Verhältnissen unserer Tage immerhin noch eine gewisse Daseinsberechtigung erblicken, die Existenz eines Sitten ft aated ist mehr als problematisch. Gewiß soll weder einem geschäftlichen noch einem sittlichen Liberi in ertum das Wort geredet werden: aber die Uebcrgriffc der Wirtschaftspolizei und dcs Sittenamtes sind die krassesten Beispiele für die Auswirkung der pharisäerhaften Moral, die unsere bundesstaatlichen Aemter bcb'*rrfd)t. Unb diese Moral lähmt die heimische Schaffenskraft und schreckt die fremde ab; sie ist ferner mitschuldig an dem Zustand der Unruhe und der Unsicherheit, her unseren Vormündern derzeit so wenig gefällt. Kein Zweifel, auch der gestrenge Herr General- kvmmissär würde gewiß gerne ein Auge zubrücken und Fehler unb Sünden Pardonnieren, wenn endlich die Schranken der verlogenen Moral fielen, bi? ber Entfaltung bes anerkannten und vielgerüf'ntten ofte’Tei-bifd)en Talents überall hinbernd im Wege stehen. Zentrum und Bayerische DolKspartei. Der kurz vor den letzten Wahlen hergestellte Waffenstillstand zwischen dem Zentrum unb der Bayerischen Dolksvartei, ber sich barauf bezog, daß die Dolksvartei sich nur in Bayern das Zentrum nur im übrigen Reich betätigen 'olle, droht in d i e Brüche zu gehen. Die Bestrebungen ber Reichsparteileitnng des Zentrums. die auf d-»m Zentrumsparteitag in Bayern deutlich zum Ausdruck kamen, eine eigene bayerische Z e n t r u m s p a r t e i zu gründen. bat im Laaer der Bayerischen Dolksvartei eine starke Unruhe ausgelöst, die um so größer ist. als aus der Stellungnahme des Zentrums geschloffen werden kann, daß der alte Kampf dem Kursbuche. Unb unsere Jungens werden bann neue Spielereien haben. Die kleinen Mädchen werden auch in hundert Jahren noch mit Puppen spielen. • Frankfurter Theater. Im Operettentheater wurde des Böhmen Redbal, bekannt als Mitglied des Böhmischen Streichquartetts, ausgezeichnete Operette „Pole n b l u t" zu wirksamster und künstlerisch-erfolgreicher Aufführung gebracht. Es ist ein außerordentlich erfreulicher und lobenswerter Rückgriff auf den llassischen Operettenbestand, die blühende Melodik dieses Werkes unterscheidet sich von ber musikalischen Phraseologie ber zeitgenössischen Operettenliteratur wie ein mozar- tisches Allegro von einem modernen Shimmy. In Dertl Gräbener und dem Tenor S u ch ° mann besitzt das Theater am Eschenheimer Turm allerdings auch prädestinierte Kräfte, die ber Aufführung den darstellerischen Erfolg sicherten. Im Schauspielhaus erschien Georg Kaiser mit dem grob-theaternden „Brand im Opern- hau s". Das Beste an diesem Schauspiel, das in jeder Szene die schmissige Faktur des routinierten Praktikers zeigt, ist die Frankfurter Ausführung, obwohl ihr das rechte Tempo anfänglich fehlte. 1763 brennt die große Oper in Paris nieder. Dieser Dorgang wirft Perspektiven auf tie spätere französische Revolution, aber Kaiser macht ein billiges Theaterstück mit Farnllienkata- strophe, Ehebruch, Schuld und, — nein, eine Sühne gibt es nicht, nur verwechselte Leichen, ehre Tragik, die aus dem Milieu ber verkom- wieder aufflammen wird. Run ist eS ja bekannt, baß das Zentrum den Abfall Bayerns niemals hat verwinden formen und daß eS nur auf den Augenblick gewartet hat, bet ihm zur Wiedereroberung der bayerischen Domäne günstig erschien. Jetzt hält daS Zentrum diesen Augenblick für gekommen, mit Reuwahlen im Reich und 5um bayerischen Landtag ist vorläufig nicht ^u rechnen, so daß allo Zeit genug vorhanden ist. den Kampf um die Macht auSzutragen Aber auch die Bayerische Volkspartei wird die Dinge nicht an sich herankommen lassen. Sie crflärtc schon früher einmal und auch heute wieder, daß daS Dorgehen des Zentrums sie vor schwere unb weittragende Entscheidungen stellen wird. Welcher Art diese sein werden, darüber schweigt man vorläufig in München noch. Soviel dürste aber fest stehen, daß auch die Bayerische DolkSpartei über d i e Grenzen des bayerischen Staates hinaus vorstohen wird. Turnen, Sport und Spiel. Die Skimeisterschaft von Deutschland und Oesterreich 1925. München. 9. Febr. ($.11.) Am SarnStag unb Sonntag wurde in Kitzbühel in Tirol die Skimeisterschaft von Deutschland und Oesterreich für 1925 unter lebhafter Beteiligung abgetragen. Eie fiel an En dier - Schrei- bcrhau. Deutsche (5'ishokey-Mcisterschaft. Garmisch, 9. Febr. (TU.) Am Sonntag wurde auf dem Rießer fee die Deutsche Eishockeymeisterscha^t ausgetragen. Der Berliner Schlittschuhklub verlieh als Meister für 1925 die Eisfläche. Dom Turngau Hessen (D. T.) • Dad-Rauheim. 9. Febr. Der Turnverein 1860, ber größte Verein am hiesigen Platze, hielt am Samstagabend seine von rund 200 Mitgliedern besuchte 65. Hauptversammlung in feinem Dereinshnuse unter Leitung des 1. Dors. PH. Weih ab. Den Jahresbericht erstattete ber 2. Dorsitzende. Turner O ß w a l d. Eingehend verbreitete sich der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Bericht über die Tätigkeit ber D. T. und des Vereins im abgelaufenen Jahr Der Derein zählt 724 Mitglieder, darunter 14 Ehrenmitglieder. Die Zahl ist unter den Einwirkungen der Geldentwertung urtb ber Arbeitslosigkeit gegen das Dorjahr etwas zurückgegan- gen. Geturnt wurde mit zusammen 6224 Turnern (durchschnittlicher Besuch einer Uebunqsstunde27) und 3803 Turnerinnen (auf eine Uebunqsstunde kommen 22 Teilnehmerinnen). In besonderen Uebungsstunden wurden außerdem betrieben: Dolksturnen von 325 Turnern, Spiele von 782 Turnern und 159 Turnerinnen. Fech - t e n von 466 Turnern. An den turnerischen Der- anftaltungen des Bezirks (Hallenreckturnen, De- zirksgeländeläufe. Dezirksturnfest, Weidig-Stas- fel), des Gaues (Gausportfest. Gauturnfest. Gau- turnfahrt, Gaufrauenturnen. Will-Staffel), deS KreiseS (Austragung ber volkstümlichen Meisterschaften. Feldbergtiirnen) unb an nationalen Wettkämpfen in Heidelberg unb Frankfurt a. M. tncihm der Derein mit reichen Erfolgen teil. ES wurden von' Turnern. Turnerinnen. Schülern zusammen 119 Einzelsiege (darunter 21 erste Preise bezw. Meisterschaften) unb 12 Mannschaftssiege errungen, außerdem erzielten zwei Musterriegen beim Gauturnfest in Biedenkopf die Rote „sehr gut“. Den Andreas- schild im Dereinswettkampf errang Turner Wiener, der Weidig-WanderpreiS wurde zum 2. Mal von der 1. Man n schäft des Dereins erkämpft. Die Fechter hatten bei verschiedenen auswärtigen Veranstaltungen zusammen 12 Siege (darunter 1 ersten) zu verzeichnen. Unter Leitung des Fechtlehrers Karl Roll- Gießen hat die Fechterriege in letzter Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Das Turn - und Sportabzeichen des ReichsaussckusseS für Leibesübungen wurde we'- teoen MitgsiÄwrn verliehen, so daß jetzt sieben Derrinsangehörige Inhaber der Auszeichnung sind. Die Turnerin Dina Schneider sowie die Turner E Bareiter. K May.kLam- vert. k Hahn, k Gerth, H. Grün- schlag. Die Gesangsabteilung des Vereins übte an 44 Abenden mit einem Durchschnittsbesuch von 40 Sängern Die Geschäfte des Vereins wurden in 21 Vorstandssitzungen, mehreren AuSschußsihungen und Mitgliederversammlungen erledigt Der Kassenbericht des Kasienwaris, Ehrenmitgliedes Franke, schloß ab mit 7951 Mk. in Einnahmen und 7913 Mk. in Ausgaben Die vom Dereinsd'ener unterschlage- nen -<00 Mk. waren von den Angehörigen bödmen en Gesellschaft durch den Ring des Königs an der Hand der Ehebrecherin symbolisiert toirb, die man für die Geliebte Ludwigs hält. Die Szenen sind technisch gut gegliedert, aber das Stück läßt kalt, es fehlt ihm die innere Wahrheit, die geschichtliche Größe und das Ethos. Aber die Darstellung vor allem mit F. Hart, Ellen D a ub unb Fritz Obemar war sicher, klug, voll Wärme unb Verständnis. Ein Stück überaus fleißiger Künstlerarbeit, vom Tag, für den Tag. L. W. Pausenlose Don-Juan-Aufsiihrung. Seit Jahren arbeiten unsere Bühnenbildner an der Ausgabe, den Mozartschen Don Juan so aufzuführen, daß die dramatische Einheit der Handlung und Musik nicht durch störende Umbaubaufen zerrissen wird. Wie der Obersviel- Iciter Meyer Walden berichtet, ermöglicht Heinz Grete in Mannheim mit einem eigenen Konstruktionssystem. das hiermit erstmalig auf der Bühne Verwendung fmdet, einen lückenlosen Ablauf der Handlung, ohne doch auf die bildmäßige Wirkung verzichten zu müssen. Im Gegenteil stellt Gretes Dekorationssystem das plastische Element der Szene in den Vordergrund und vermag zugleich durch feine sinngemäße technische Durchbildung eine höchst abwechslungsreiche Raumgliederung zu erzielen. Dadurch wurde es dem Spielletter ermöglicht, den dramatischen Vorgang gänzlich innerhalb desjenigen Raumes zu entwickeln, der nach der Partitur sinngemäß vorgeschrieben ist. Der baufenlofen Wiedergabe des Ortginalwerkes steht allo, wie die Mannheimer Reuinszenierung bezeugen soll, fein Hindernis mehr entgegen. selben demnächst wieder erseht. Der Vereins- beitrag für 1925 mußte auf 10 Mk festgesetzt werden 9 Mitglieder konnten für 25jähriae Mitgliedschaft durch UcberrcÜbung von kunstvollen Ehrenurkunden geehrt werdest, außerdem der Turner Heinrich Hartmann, ein alter bekannter Turner im Gau Hessen, für 60j ä h - rige Vereinszugehörigkeit. Der verdienstvolle Oberturnwart Fritz Hartmann, dcr nahezu ein Menschenalter al- Turnwart tätig wat und jetzt fein Amt niedergelegt bat, wurde zum Ehrenturnwart ernannt, während Kommerzienrat Gg. S t e u l e r i Koblenz) als ein Förderer der Turnsache die Ehren- mitgliedschaft verliehen wurde. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wurde durch Einreihung eines Schwimmwarts und eine- Jugendwart- aus 19 erhöht Die Ergänzung-- und Ersatzwahlen hatten da- Ergebnis, daß der langjährige 1. Vorsitzende PH Weiß einstimmig wie- dergewählt wurde. Mit Rücksicht darauf, daß er in der Bezirksleitung de- 5. Bezirk- des GaueS Hellen sehr stark beschäftigt sei. lehnte der 2. Vorsitzende. Turner O ß w a l d. zum großen Bedauern der ganzen Versammlung eine Wiederwahl ab An seine Stelle trat Real- lehrer Ltaubach in den Vorstand. Um 2> • Uhr nacht- konnte die sehr anregend verlaufene und von vorzüglichem Turnergeist getragene Versammlung mit einem begeistert auf genommenen .Gut Heil' auf die deutsche Turnsache geschlossen werden. Der Männerturnverein steht im Verhältnis zu seiner Mitgsiederzahl mit seinen Leistungen hinter seinem älteren und größeren Bruder nicht zurück. Seine gutbesuchte Hauptversammlung konnte über fleißige, erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Jahr berichten. Die Mitgliederzahl beträgt 200. Die Einnahmen betrugen 2085 Mk.. die Ausgaben 1992 Mk Der Jahresbeitrag wurde aut 6 Mk. erhöht. Aktive Turner turnten an 95 Abenden mit einer Ge- samtbcsuchSzahl von 1824 (Durchschnitt 19). Turnerinnen an 96 Turnabenden mit einer Gesamtbesuchszahl 1440 (Durchschnitt 15). Schülerinnen in 48 Turnzeiten mit einer GesamtbesuchSzahl von 768 (Durchschnitt 16), Schüler in 90 Tum- zeiten mit einem Gesamtbesuch von 1620 (Durchschnitt 18). Bei auswärtigen Veranstaltungen wurden zusammen 64 Einzelsiege, 2 Musterriegensiege mit der Rote »Sehr gut“ und ein Meisterschaftssieg am Darren erkämpft. 1. Vorsitzender bleibt weiter Turner W. Solzmann, technischer Leiter Oberturnwart D. W a ck. 4. DorfKirchenvorstehertaqungs D. ReichelSh eim, 9. Febr. Mit einer Gemeindeversammlung wurde die 4. D o r f - kirchenvorstehertagung in Oberhessen und zugleich die erste in der Wetterau gestern eingeleitet. War schon am Vorabend der Fest- saal überfüllt, so zeigte erst recht die Teilnehmerzahl am Eröffnunasgvttesdienst am Morgen des heutigen Haupttages und die sich anschließende Hauptversammlung, welche Fortschritte dre Dorfkirchenbewegung in der jüngsten Vergangenheit gemacht hat, weil sie einem dringenden Bedürfn S der ländlichen DvlkS- seel' entspricht. Rach einem SröffnungsgotteS- dienst (Predigt: Dekan S c r i b a - Eichelsdors) hielt der Vizepräsident der Kirchenregierung. Ge- heimerat Dr Bernbeck, einen tiefgründiges Vortrag über . Die Aufgabe der Kirchenvorsteher in 'Bezug auf die finanzielle Lage der Landeskirche und der Einzelgemeirrde", in der er neben den allg meinen Aufgaben auf die durch die besondere finanzielle Rotlage der Kirche gegebenen Pflichten der Kirchenvorstände hinwies. Eine gründliche AuSfprache, die sich an d.e Ausführungen des R dnerS anschloß, bewies, welchen eindrucksvollen Widerhall der Vortrag gefunden hatte. In der AuSiprache traten neben mehreren Pfarrern die Kirchenvorfteher Postsekretär Z i n f) c r und Beigeordneter Deith au- ReichelSheim unb Bürgermeister Leun au8 Großen-Linden hervor Rach der Mittagspause, die die Teilnehmer als Festgäste in die einzelnen Familien der Gemeinde g'führt hatte, ergriff der hessische Landesjugendpfarrer Zentgraf auS Darmstadt das Wort zu seinem Vortrag über den Kirchenvorsteher und die Jugend seiner Gemeinde. Während er schon am Gemeindeabend die Stellung des einzelnen Christen zu der Jugend in der Gemeinde behandelt hatte, beleuchtete er jetzt an einer Reihe von Beispielen auS seiner Berufsarbeit die Jugendnot der Gegenwart, die nach Mitarbeitern auch unter den Richtgeistlichen unb nichtbeamtcten Jugendfreunden schreie. Um der in der Jugend herrschenden Verwirrung in sittlichen Dingen und ihren entsetzlichen folgen für das Familienleben und die Kinderer^ehung zu steuern, sei überall die Schaffung chr'stllcher Jugendgomrinschaften erforderlich, um die sich Entfernung von Otto Dix' -Schützengraben" andern Kölner Musenm. Dix' viel besprochenes Bild „Der Schützengraben", das die Stabt Köln vor einem Jahre ankaufte und das inzwischen als Eigentum der rheinischen Hauptstadt auch auf der Frühjahrs- auSstellung der Berliner Akademie der Künste ausgestellt war, ist dieser Tage von seinem Platz im Wallras-Richartz-Museum abgehängt worben. Das Bild, dessen künstlerische Eigenschaften außer Zweifel stehen und auch von den bedeutendsten Malern Deutschlands, Liebermann und Corinth an der Spitze, anerkannt worden sind, fand Widerspruch. Um vorzubeuqen, hatte eine vorsorgliche Museumsdirektion bas große Bild schon hinter einen besonderen Vorhang in einer eigenen Rische aufgehängt. Run besteht die Möglichkeit, daß das Gemälde endgültig fortgenommen wird. Das in Austausch für den Dix aus dem Museum fortgegebene Gemälde eines englischen MalerS um 1800. ein Porträt eines englischen General- Sir William Leecheh, ist unverkäuflich geblieben. Mozart- und Goethe-Festspiele in Vaden. Gegenwärtig sind Bestrebungen im Gange, das Schwetzinger Echlohtheater dem Mannheimer Rationaltheater anzugliebern. Dort sollen im Frühjahr und Herbst jeben Jahres Mozart- und Goethe-Festspiele veranstaltet werden. Die Erneuerung des Schwetzinger Schloh- theaters kostet ungefähr 100 000 Goldmark, welche von den Städten Mannheim unb Schwetzingen aufgebracht werden sollen. Die Stadt Schwetzingen will den Betrag mit einer Lotterie, deren Auflegung bereits von der badischen Regierung genehmigt worden ist, hereinbringen. eine 3ugenb schare, die jung sein wolle unter den Augen Jesu Christi. Sodann setzte sich der Vortragende mit den neuen Arbeitsmöglichleiten auseinander, die durch das Reichsjugendwohl- fahrtsgefth auch für die Kirche geschaffen sind. Er rief die Knchenvorflände zu rühriger Mithilfe an drr Jugendarbeit in ihren verschiedenen Arbeitszweigen (Jugendgerichtshilfe, Schutzaufsicht u. a.) auf. In der anschließ enden Diskussion unterstrichen die anwesenden Lehrer und der Referent des Jugend- und Wohlfahrtswesens am Kreisamt Friedberg, Regierungsrat Grein, die Ausführungen des Redners aufs nachdrücklichste, indem sie betonten, daß vornehmlich die Kirchenvorstände zur Arbeit an der Jugend der Kirchengemeinde berufen seien. Damit schloß die Tagung, die unter der geschickten Vorbereitung des Ortsgeistlichen. Pfarrer Rühl- Reichelsheim, einen für alle Teile befriedigenden Verlauf genommen haben dürfte. Schöffengericht. * Gießen. 9. Febr. Hinter verschlossenen Türen verhandelte das Gericht gegen den Landwirt Adam Dauernheim aus Weckes- heim. Dauernheim ist kürzlich wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem Kind, zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden; in der Verhandlung hatte eine andere Zeugin bekundet, er habe auch mit ihr in den Jahren 1918 bis 1920 fünfmal strafbaren Verkehr gehabt. Rach eingehender Verhandlung wurde der Angeklagte, der öffentlich verkündeten Llrteilsverkün- digung zufolge, der Anzucht in einem Falle für überführt erachtet. Die anderen Fälle gelten trotz der beeidigten Aussage der inzwischen eidesmündig gewordenen Zeugin als nicht genügend erwiesen. Die Strafe lautet auf zehn Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Mit der früheren Strafe von zehn Monaten wurde eine Gesamtgefängnisstrafe von fünfzehn Monaten gebildet. Gleichfalls unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurden die Räherin L. I., die Mutter K. I., die Frau M. W.. alle in Glauberg und die Witwe A. V. in Hanau, die L. I. wegen Abtreibungsversuchs zu drei Wochen Gefängnis, die übrigen wegen Beihilfe zum Abtreibungsversuch zu je dret Monaten Gefängnis verurteilt. Die L. I. war bei Begehung der Tat noch keine achtzehn Jahre alt; das Gericht beschloß bezüglich ihrer, die Straf- Vollstreckung auszusehen. Die Angeklagten waren nur teilweise geständig, ihre Angaben ergänzten sich aber zu einem einheitlichen Bild. Wegen Verfälschung einer Eisenbahnwochenkarte erhielt der Arbeiter F. W. von Heldenbergen eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Buntes Allerlei. Kinder mit mehreren Müttern. Kürzlich wurde berichtet, daß in einem Tiroler Krankenhaus zwei Mütter um ein Kind stritten, von dem sie beide behaupteten, cs sei das ihre. Der Arzt traf die salomonische Entscheidung. daß der Säugling drei Jahre lang aufgezogen und barm entschieden werden solle, zu welcher Mutter er gehöre. Derartige erstaunliche Vorfälle sind gar nicht so selten, wie man denkt. Vielmehr kommt es öfters vor. daß mehrere Mütter auf ein Kind Anspruch machen. So wurden in einem Londoner Krankenhaus zwei dreijährige Knaben behandelt, die beide an Diphterie erkrankt waren. Der eine Knabe wurde zwei Monate vor dem anderen entlassen und der Mutter des anderen Knaben übergeben. Der Irrtum wurde erst vvn der zweiten Mutter entdeckt, als man ihr den ärgeren Jungen übergab. Run wurden die Kinder ausgewechselt, wobei die erste Mutter erklärte, sie hätte sich bte Veränderung im Aussehen ihres Jungens dadurch erklärt, daß sie durch die Krankheit hervorgerufen sei. Ein taubstummer Kriegsteilnehmer, der fein Ichbewußtsein verloren hatte, wurde von fünf verschiedenen Müttern als ihr Sohn „erkannt". Jede behauptete mit Bestimmtheit, es wäre ihr Äinb_ aber schließlich stellte es sich heraus, daß der Mann eine Waise war. Ein sehr merkwürdiger Vorfall ereignete sich bor einiger Zeit. Eine Mutter und eine Tochter gaben im selben Hause und zu derselben Stunde einem Knaben das Leben. Infolge des freudigen Ereignisses war das Haus bald mit Verwandten und Freunden erfüllt, die die Babys von Hand zu Hand reichten, und da sich die beiden glichen wie ein Ei dem anderen, so wußte man plötzlich nicht mehr, welches das Kind der Mutter und welches der Tochter sei. In dieser schwierigen Lage erklärten die beiden Mütter, daß das eine Daby so gut sei wie das andere, und wählten nach Gutdünken das eigene aus. Aber die beiden Kinder werden niemals wissen, ob ihre „Mutter" ihre Schwester ist oder ihre Großmutter, und sie werden nie herausbelommen. ob der eine der Onkel des anderen ist oder der Reffe. Ein ähnliches Problem suchte man durch eine Blutprobe zu lösen. Zwei Frauen wurden in einem Entbindungsheim zur selben Zeit Mutter. Es scheint nun, daß die Wärterinnen die Babys verwechselten, denn merkwürdigerweise erklärten beide Frauen das eine Kind als das ihre. Unter- dessen starb das andere Baby, und nun entbrannte ein erbitterter Kampf unter den beiden Müttern, da jede das überlebende Kind haben wollte. Sie einigten sich schließlich dahin, sich der Entscheidung einer Dlutuntersuchung zu unterwerfen; ein Arzt untersuchte das Blut der beiden Mütter und das des Kindes und wies dann das Baby einer von ihnen zu. Richt selten erhält jemand auf ganz natürlichem Wege, nämlich durch Adoption, zwei Mütter. Aber von diesem Mütterreichtum erfahren die Betreffenden manchmal erst sehr spät. So meldete sich bei einem Herrn in mittleren Jahren eine Frau, die erklärte, sie wäre seine Mutter; sie habe ihn als Kind der Frau übergeben, die er immer „Mutter" genannt, und diese habe ihn adoptiert. Da die andere „Mutter" tot war und der Herr nichts von der Geschichte wußte, glaubte er, die Frau sei eine Betrügerin, und wies sie ab. Rachher entdeckte er aber, daß er tatsächlich adoptiert worden war, und suchte nun eifrig nach seiner wirklichen Mutter, konnte sie aber nicht wiederfinden. Derartige Streitfragen kommen wie zu Salonros Zeiten auch jetzt noch manchmal vor Gericht. Ein merkwürdiger Fall war der eines Fünfzigjährigen, der von zwei Müttern als ihr Sohn in Anspruch genommen wurde. Er bat den Gerichtshof, zu entscheiden. Eine der Frauen behauptete, sie hätte das Kind der anderen Frau zur Adoption übergeben. Aber das Gericht konnte feststellen, daß sie zur Zeit der angeblichen Adoption erst sieben Jahre alt war. und daher entschied das Gericht, daß die andere Frau seine Mutter sei. Der schlagfertige Shaw. Als sich Shaw nach der Uraufführung eines seiner Stücke auf der Bühne zeigte und vor dem brausenden Beifall des Publikums verbeugte, drang plötzlich aus einer Ecke ein schriller Pfiff an fein Ohr. Shaw blickte auf, sah scharf nach der Richtung, aus der der Pfiff gekommen war, trat ein paar Schritte vor und sagte dann, während alles gespannt stillschwieg: „Mein Herr, ich bin ganz Ihrer Meinung, aber was vermögen wir zwei gegen die vielen?" Wirtschaft. O Zur Ausnahme von Ausland- krediten durch Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände. Dem Reichsrat wurde durch das Reichsfinanzministerium die Geschäftsordnung der Beratungsstelle für Auslandkredite vorgelegt. Die Geschäfte der Beratungsstelle werden vom Reichsfinanzministerium geführt. Die der Beratungsstelle zur Begutachtung vorzulegenden Kreditpläne werden vom Reichsfinanzministerium einer vorbereitenden Prüfung und (Bearbeitung unterzogen. Soweit es erforderlich und zweckmäßig erscheint, wird das Reichsfinanzmrnisterium mit den Kredit- suchenden Vorverhandlungen führen. Die beschlossenen Gutachten werden vom Reichsfinanzministerium ausgearbeitet und durch den Vorsitzenden und ein anderes beauftragtes Mitglied der Beratungsstelle unterzeichnet. Die Zustellung der Gutachten erfolgt durch das Reichsfinanzministerium. * Staatlich e Unterstützung der elsässischen K a l i i n d u st r i e. Das französische Ackerbauministerium trifft zur Begünstigung der Verwendung des Kalidüngers Vorbereitungen zur Einführung eines Prämiensystems. Die französische (Regierung will den Ertrag der Abgabe. der sich im Jahre 1925 auf etwa 4 Mill. Franken belaufen dürste, für Preisermäßigungen der elsässischen Kalidünger verwenden. * Bochumer Verein für Bergbau und Guhstahlfabrikation zu Bochum. Das vergangene Geschäftsjahr verlief, wie der Geschäftsbericht des Vorstandes hervorhebt, infolge des Ruhreinbruches, der späteren Micum- Verträge und des Bergarbeiterstreikes unter außerordentlich ungünstigen Verhältnissen. Rach Wiederaufnahme der Produktion erreichte diese infolge der Arbeitswilligkeit der Belegschaft in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder die alte Höhe. Es ist seither gelungen, den Werkstätten und Walzwerken einigermaßen ausreichende Beschäftigung zuzuführen. Die neuen Anlagen in Höntrop arbeiten mustergültig. Die gegenwärtige Beschäftigung ist zwar besser, doch liegen die Preise immer noch ungünstig. , • Amerikas Geldausleihungen im Jahre 1924. Rach dem Berichte des Handelsdepartements in Washington wurde im Jahre 1924 mehr amerikanisches Geld an das Ausland verliehen, als in irgendeinem anderen Jahre. Mehr als eine Milliarde Dollars wanderten an auswärtige Regierungen, Provinzoder Stadtbehörden, während 132 902 050 Dollar von Privatgesellschaften geliehen wurden. Der bei weitem größte Prozentsatz der Anleihesumme ging nach Europa. Es erhielt im ganzen 567 770 000 Dollar, während auf Kanada und Reu-Fundland 244 295 344 Dollar entfallen. Die Statistik führt nicht sämtliche amerikanischen Anleihen auf, die ans Ausland vergeben wurden, weil viele der Anleihen erst zum Schluß des Jahres vergeben wurden. Frankfurter (llbendbörse. Frankfurt. 10. Februar. Die bessere Stimmung der Mittagsbörse, die bereits an der Rachbörse einer schwächeren Strömung weichen mußte, ist an der Abendbörse durch neue scharfe Abgaben völlig zum Erliegen gekommen. Das abgegebene Material, für das sich nur geringes Entgegenkommen zeigte, übte einen weitgehenden Druck aus, so daß die Besserungen wieder ver- koren gingen und neue Kursverluste bis zu 4 Prozent zu verzeichnen waren. Die schwache Tendenz, in welcher die Abend börse schloß, erstreckte sich auf den ganzen Markt. Starkes Angebot zeigte sich namentlich für Kriegsanleihen. für die eine amtliche Rotiz von 0.765 festgesetzt wurde, aber späterhin auf neues scharfes Angebot bis auf 0,745 sank. Stärkere Kurs- einbuhen hatte wieder der Montanmarkt, aber auch die Werte des Chemiemarktes mußten ansehnlich im Kurse zurückgehen. Am Elektro- und Bankenmarkt erfolgten nur geringere Rückgänge. Die Börse schloß in größter Lustlosigkeit in schwacher Haltung. Deutsche Anleihen: 5pro- zentige Reichsanleihe 745, 4^ ^-Prozentige Preußische Schätze 0,6. Ausl. Renten: Zolltürken 11,12. Bankaktien: Adca 3,6, Dank für Brauindustrie 2,15, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 4,15, Berliner Handelsgesellschaft 163, Commerzbank 6,50, Darmstädter Bank 13, Discontogesell- schafk 17,15, Metallbau! 18,25, Mitteldeutsche Creditbank 1,95, Reichsbank 74.50, Oesterreichische Kreditaktien 9,80. Montanaktien. Harpener 138. Mannesmann 66,50, Caro 12,50, Phönix 61,87* Rheinstahl 57,50, Rombacher Hütte 3050, Stin- nes-Riebeck 46,50, Tellus 3,75, Laurahütte 8, Kali Aschersleben 19, Westeregeln 23,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 30, Chemische Griesheim 24,50, Elberfelder Farben 25.12, Th. Goldschmidt 22,25, Höchster Farben 23,35, Holzverkohlung 9,10, Rütgerswerke 18,50. Elektroaktien: AEG. 11,80, Licht und Kraft 7,90, Felten 44,50. Sonstige Jndustrieaktien. Kleyer 3,90, Aschaffenburger Zellstoff 31, Deutsches Erdöl 60,50. Dyckerhoff 4,50, Spinnerei Hammersen 21,62, Gebr. Junghans 13, Metallgesellschast 16, Rheinisches Metall 10,85, Julius Eichel 2,60, Badischer Zucker 4. (EorfenTurfe. 5e/> Deutsche Rcichsanscibe . 4n,d Deutsche Reichsanleihe . 37}% Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche Svarprämienanleihe 4fi/0 Preußische KonsolS . . . 4” o Hessen........... 3’770 Hessen.......... 3% Helsen........... Deutsche Werib. Dollar-Anl. dto. Doll-Schatz-Anweisug.') 4°/0 Zolltürken......... 5% Goldmexikaner Berliner Handelsqesellschaft. Commerz« und Prrvat-Bank. Darmsr. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank . . . . DiSconto Commaudit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oestcereichische Creditanstalt. Weltbank............ Lochumer Guß........ Buderus............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... .irallwerke Äschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... Oberbedars........ . . Phonir Bergbau Rheinstabl........... Nie deck Montan ....... TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Zlopd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano Badische Anilin........ Chemische Mäher Alapin . . Goldschmidt.......... Gricsi eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ RütgerSwerke ....... Schctdeanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mamkrastwerke Schuckcrt.......... . Siemens & Halske...... Adlerwerke Kleher ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt Meguin............. (frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellschast Frankfurt. Pet. Union Ä.-G-. Schuhfabrik Her; Sichel * Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . ftrnnFfurt-t. M. Berlin Schluß, fiurs iSchluhk. Avend- börfe Schlutz. Kur, Schluß. Mittag. b7r|e 9. 2. | 10 2. 9. 2. 10 2. 0,825 0,745 0,830 0,785 — — 1,10 1,04 1,10 1,08 1,09 1,07 1,525 1,43 1,505 1.47 0,560 0,550 0,595 0,54 1,312 1,29 1,28 1,24 — 1,3 1,34 1,50 1,40 1,4 — 1,6 1,30 — 1,30 1,39 94,75 00,2 94,75 90,25 94,75 94,75 90,2 90,35 11 11,13 10,75 11,25 41 41 —— 45,75 163 163 162,25 6,50 164,90 6,50 6,50 6,50 1.3 13 13,2 13,20 12,55 12,75 1?,6 12,62 0.4 0,40 - — ** 18,15 17,25 18 18 18,40 18.25 1,95 1,95 2 *> 9,62 9,8 9,75 9,75 0,125 0,13 0,2 —• 88.5 — N,75 89,75 19,5 19,90 18.25 19,80 12,10 12,50 12.4 12,9 82,5 84,5 82.50 84,25 90,75 93 90,6 92,75 140 19,5 ’S 137,5 143,13 19,90 24 23,50 23,25 23,75 8,25 8 8,10 8.1 12,4 13,75 12,65 13 63 4. 61,9 62,6 64 59 57 5 57,50 56 60 46 46,5 45,75 47,25 3,75 3,75 — — 28,25 29,25 28,62 28,62 3,8ö 3,75 3,70 3,75 98,75 98,75 5,50 5,62 5,1 5,7 — — 1.56 160,5 30,9 30 30 30,50 0,52 0,5 — — 21,13 22.25 21,25 22,90 24,62 24.5 24,50 24,62 25,9 25,6? 25,50 25,75 9 9,10 — 18,5 18,50 18 18,6 21 21,25 — — 11.85 11,80 11,70 12 19,25 19,50 18,90 19,10 13,6? 14 — 70 70.5 68,5 70,60 79 82.75 79,75 81,75 1,10 3.90 4 4 6 5.8 5,7 6 3,75 .3,75 — 10,5 10,75 11 10,5 0,63 | 0,62 — 1,1 1,1 1,1 1,1 16,25 | 16 2,525 1 2,525 2,5 2,5 4,2 4,62 4,2 4.2 2,60 2 60 2,65 2,65 12,62 12,65 12,50 12,75 4,6 4,75 —— •— 4 4 — 1 — Devisenmarkt Berlin —Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-Atres, Loudon, Neu« hört, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Men und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Lslegrap bische Auszahlung. 9. Februar 10. Februar Repart. Amtlich« Notierung Mimlid): Jtotierjii • Geld . Brief Geld 'Brief 9. I 10. Am».-Rott. 168,84 169.26 168,94 169,36 vol^voll Brss.-Antw. 21,47 21,53 21,41 21,47 volljvoll Christiania. Kopenhagen 63,99 64,15 64,07 64,23 vollcholl 74,91 75,09 74,61 74,79 volljvoll Stockholm . Helsingfors. 113,03 113,30 113,02 113,30 voUwoll 10,557 10,597 10,559 10,599 voll^voll Italien. . . 17,42 17,46 17,38 17,42 voll voll London. . . 20,025 20,075 20,007 20,12 voll voll Rcupork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 DOUiDoU Baris.... Schweiz . . 22,57 22,63 22,69 22,77 vollwoll 80,90 81,10 80,90 81,10 voll voll Spanien . . Wien in D - 59,78 57,92 59,73 ■ 59,87 volllvoll 1 Oest. abgcst. 5,909 5.929 5,908 5,928 voll^voll Prag Budapest. . 12,37 12,41 12,36 12,40 vollwoll 5,805 5,825 5,815 5,835 voll voll Buen.-Aires 1,672 1,676 1,674 1,678 vollwoll Bulgarien . 3,055 3,065 3,052 3,062 voll voll Japan . . . 1,628 1,632 1,648 1,652 ÜOlLuoU Rio de Jan. 0,479 4,181 0,469 0,471 vowvoll Belgrad . . 6,84 19,98 6,86 20,02 6,89 6,91 ooüooll Lissabon . . 19,98 20,02 .oUiooU Banknoten. Frrnw 10. Februar. GeV» Brie? Report Amerikanische Raten ..... 4,172 21,35 4,192 21,45 ton toll Belgische Roten .... Dänische Roten .... 74,36 74,74 voll Englische Noten.... Französische Roten . . 20,06 20,16 voll 22,61 22,73 toll Holländische Noten . . 168,50 169,36 voll Italienische Noten . . 17,46 17,54 voll Norwegische Noten. . 63,84 64,16 voll Dcutsch-Ocstcrr., a 100 Kronen 5,91 5,93 voll Rumänische Noten . . 2,14 2,16 voll Schwedische Noten . . 112,72 113,28 voll -schweizer Roten....... 80,95 81,35 voll Spanische Noten....... 59,55 59,85 voll Tschechoslowakische Noten . . 12,33 12,39 voll ungarische Noten . . . . • e e 5,78 5,80 voll Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 10. Febr. Die Börse eröffnete heute in freundlicherer Stimmung, die in der Hauptsache auf Rückkäufe der Spekulation zurückzuführen ist. Doch auch die Rachrichten, die aus Päris über eine günstigere Entwicklung der Handelsvertragsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland kommen, wirkten in belebendem Sinne auf die Börse ein. Das Kursniveau setzte im allgemeinen gegenüber den gestrigen Schlußkursen höher ein. Am Montan- markt betrugen die Kurserhöhungen ca. 0,5 bis 3,5 Prozent. Sehr lebhaftes Interesse bestand für Harpener. Der Markt der E l e k t r o w e r t e zeigte ein lebhafteres Aussehen, besonders gefragt waren Felten; auch Stinneswerte vermochten ihre Kurse erheblich zu befestigen. Am Schifffahrtsmarkt blieb die Tendenz uneinheitlich. Eine nennenswerte Befestigung erfuhr derKali- markt, auch Freiverkehrskaliwerts lagen gebessert. Von chemischen Werten bestand für Oberkoks größeres Interesse. Am Bankenmarkt zeigte sich gesteigerte Rachfrage nach Berliner Handel, die ihren Kurs befestigen konnten. Auch Reichsbankanteile waren leicht gebessert. Der Markt der ausländischen Renten liegt fest. Wesentliche Kurserhöhungen erfuhren hier Zolltürken. Größeres Interesse Be» stand auch für Kolonialwerte, angeregt durch den Antrag des Senators Dorah im amerikanischen Senat auf Freigabe des beschlagnahmten feindlichen Eigentums. Auch am heimischen Renten markt herrschte flottes Geschäft. Die Lage des Geldmarktes ist konstant geblieben. Am internationalen Dev isenmarkt sind keine nennenswerte Kursveränderungen eingetreten. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Diahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.» 10. Febr. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 25,75, Roggen, inländischer 22 bis 25,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 32, Hafer, inländischer 14,50 bis 23, Mais (gelb) 22,75 bis 23, Weizen- mehl, inländisches, Spezial 0 41 bis 44.50, Roggenmehl 36,50 bis 40, Weizenkleie 14,75 bis 15, Roggenkleie 15 bis 15,25. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. Febr. Der Produktenmarkt zeigte eine neue Abschwächung, da die Aus- landmeldungen ermäßigt und in solcher Situation die täglichen Abgaben der Reichsgetreide- stelle um so nachdrücklicher wirken. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märf. 247 bi« 250, do. März 269. do. Mai 2& bis 285. Roggen, märf. 246 bis 249, do. März 263, do. April 272 bis 273, do. Mai 280 bis 279,50. Gerste, märf. 255 bis 270. Futtergerste 215 bis 240. Hafer, märf. 188 bis 195, do. Mai 225 bis 224, Mais (loko Berlin) 226 bis 228. do. Mai 212, Raps 400. Leinsaat geschäftslos; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34,25 bis 36,50, Rog- genmehl 34,25 bis 36,50, Weizenkleie 16, Rog- genkleie 16, Viktoriaerbsen 29 bis 34, kleine Erbsen 22 bis 23, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 19 bis 20, Lupinen, blau 12,50 bis 14,50, do. gelb 15,50 bis 17, Serradelle, neu 16 bis 18,50 Rapskuchen 18,40 bis 19, Leinkuchen 24,50 bis 25, Trockenschnitzel 9.60 bis 9,80. Torfmelasse 9 80, Kartoffelflocken 20,40 bis 20,80. geitschristenschau. — „Das Th eats r", die bekannte illustrierte Halbmonatsschrift für Theater und Gesellschaft, bringt auf dem soeben zur Ausgabe gelangenden ersten Heft des sechsten Jahrgangs ein Vierfarbenbild der Käte Dorsch als 3ayt Dazu wird in einem kleinen Artikel allerlei Amüsantes über die Entwicklung und die Anschauungen dieser Künstlerin erzählt. Fritz Engel behandelt im Anschluß an die jüngsten Vorgänge in dem Leitartikel „Der Star" die wirtschaftlichen Fragen, die den deutschen Bühnen gegenwärtig so viele Sorgen bereiten. Sehr aufschlußreich ist ein reich illustrierter Aufsatz von Emil Pirchau über „Dis Geburt der A u s st a t t u n g". Aros plaudert über die filmischen Ereignisse des letzten Monats. (Verlag »Das Theater", Berlin-Charlottenburg 2.) 1595 „D i e Große Welt" überrascht in ihrem 10. Heft durch einen Roman: „Die entführten Toten", von Hilde Stein. Gin auf konsequent kühner Logik und unter exakter Kenntnis modernster Technik raffiniert-geschickt geschriebener Kriminalroman. (Verlag: Leipziger Verlagsdruckerei G. m. b. H., Dorrn. Fischer & Kürsten. Leipzig, Johannisgasse 8.) (5) Die „Lustigen Blätter", daS beliebte und in der ganzen Welt bekannte Witzblatt, eröffnen ihren 40. Jahrgang mit einer besonders prächtig ausgestatteten Revue-Runnner. Reizvolle Bilder von Ehrenberger, Heiligenstaedt, Dombrowski, Fontan, Simmel, Trier, köstliche Textbeiträge von Moszkvwski, Presber u. a. machen die farbenfrohe Rümmer zu einem fröhlichen Genossen, mit dem es sich vergnügt ins neue Jahr hineinrutschen läßt. (7) — Die „M eggendorser-Blätter" bringen in jeder Rümmer durch immer neue Witze, Anekdoten und Humoresken so viel Anregung zum Lachen und zur Freude, daß frohe Stimmung alle Leser ergreift und festhält bis zum nächsten Heft! Lyrische und aktuelle Gedichte, Zeitglossen und satirische Betrachtungen ergänzen den durch künstlerische Bilder und Karikaturen stets abwechslungsreich und amüsant gestalteten Inhalt, der — stets unpolitisch — damit eine immer erfreuliche Lektüre ist — für jedermann. Briefkasten der Redaktion. Fragesteller. Leer vermietete Zimmer im Llntermietverhältnis unterliegen b:r Wohnung-- zwangswirtsch.aft nicht, wenn sie an Ginz el- personen vermietet werden. Werden sie aber an eine Familie abgegeben, dann gelten noch die Bestimmungen des Mieterschutzgesehes. — Wegen des Militärpasses müssen Sie sich an die zuständige Reichsarchivstelle des Truppen* teils wenden, dem Sie zuletzt angehörten. Die Adresse dieser Reichsarchivstelle erfahren Sie auf dem Dersorgungsamt in Gießen, Alte Klinik. Ein Versuch wird Sie überzeugen t köstlicher Geschmack ' würziges Aroma neue volle Formate Rot U Pfg., grün 5 Pfg., Salem Covr.'ier 6 Pfg. Cabinet 8 Pfg..Exquisit 10Pfg. das Stück. Nur echr mit Firma: Oriental. Tabak-u. Cigaretten - Fabrik Xenidze" Jnh. Hugo Ziete. Dresden. ■> / • ■ ™ C/ZrC Otfi 1880 (Dachdruck Derboten.) 64. Fortsetzung. 'tb. Ein Urteil über indFbu ) 1«)4 Seltersweg 91 •r> ie wurden nicht Lindenplatz 1 798D 1417V Telephon 658. Pfund 96A ,SS Pfund 45 A 10 Stück 1.65 Vollmilch Kondensiert, gezuckert, Dose 50a Pfund 68a Apfel-Gelee und Ingenieurbesuche Aug. Kilbinger, Seltersweg 79 1164D Bahnhofstraße 26, Ludwigstr. 20 Wal!torstr.24, FrankfurterStr.89 Schade& Füllgrabe Die rote Kafchgar Roman von Fedor von Zvbeltitz. Mehding in bcr Umgegenb verurlachte ÄcIUmiL der feine Schwerer kannte, ahnte wohl etwas von den entschlutzreisen Dorbereitungen zu tbrei Reise an die Riviera aber auch seine Freude war herzlich, indes Tdeda jubelte. Gottlob, nun war ja alles in Ordnung, und sie konnte ungestört und mit festen Schritten der Mutterschaft entgcgcngeben. auf die sie hoffte. Sie wollte ein Kind haben. Gert hatte viel zu tun. er war von früh bis abends beschäftigt. und qönnte er sich einmal eine Paule, so hing er bie Flinte über die Schulter und pirschte in den Wald. Die Bei- Handlungen mit dem Anwalt und dem Gericht wegen der Aufhebung der Todeserklärung und bet Grbauseinanderfetzung nahmen ihn stgrk in Anspruch Dazu kam die Uebergabe de» Delitzes die Hcllmut nickt oberflächlich behandelte, er hatte doch den Ehrgeiz. Gert zu beweisen, daß er ein treuer und gewissenhafter Dcrwaltcr gewesen war Unb es war in der Tat erstaunlich wie er die vernachlässigte Gutswirlfchast in die Höhe gebracht hatte. Die letzte Ernte twr glänzend gewesen die neuen Derluche In der Saat- >ucht hatten sich bewährt, mit Stolz konnte er auf seine Buchführung verweilen. Aber natürlich die Goldadern von Grvß-Pouar tvaren die Kali gruben Und in b:zug aus ihre kommerzielle Aus tcutung gedachte Gert, mit Hellmut Hand ir Hand zu gehen. Man nahm die Pläne des alter Geisbach wieder aus. man wollte die Derk.' von Lckwichelde unb G'wß-Ponar vereinigen dann hatte man auf dem Kalimarkte die Ueber- macht Alexe war in dieser Zeit täglich mit Gert zusammen, man fuhr gemetnsam über die Felder man tuhr in die Gruben, man sah nachprüsend über den Büchern. Alere war schon Herrin in Groh-Ponar Sic hatte die Begabung, sich auch bei der Dienerschaft, bei den Feldarbeitern und Grubenleuien rafck beliebt zu machen. Die unerwartete Heimkehr Gerts wurde gefeiert: es war ein lebendiges (Bencnftüd zu der stiller Totenfeier in der Schloßhalle mit jener Büsti Gerte die mehr dem jungen Heine glich als dem Gefangenen im Kalmückenlager lFortsetzung folgt.) Kinderwagen Stntf weltberühmt und unerreicht Schwere Siedeier 10 Stück 1.40 unb 1.20* Marmeladen eigener Fabrik Iwetschenlatwerg . . . Pfund 50a Gemischte Marmelade Pfd. 40a Dreifrucht-Marmelade Pfd. 45 a Iohannisb.-Marmelade „ 48a Iohannisbeer-Gelee . 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Weicker, Apotheke In Lollar, H. F. Gelfl’er, LoUer, nod allen einschlägigen Geschälten. Frisch von der See eingetroffen: Tabliau ohne Kopf Pfunb 32^> im Ausschnitt 36a unS heiraten. Schmähe uns. wenn du willst. Aur versuche nicht, uns zu trennen. Du kannst öS auch nicht — diesmal bin ich die Stärkeve Du hakt keinen Beweis gegen mich, unb wenn bu töricht genug fein wolltest, bie Gerichte anzurufen. so würbest bu bid) selbst strafbar machen, weil du verschwiegst, daß Gert noch lebte, als Dheda zur neuen Ghc schritt. Sündigte ich. so hast bu mitgesündigt ' »Aus Liebe zu ihm", schrie Freye und brach in die Knie. Alexe beugte sich über sie unb zog sie cmfr. .Sei fein Kind. Frehe". sagt sie sanft. ..Es kommt ein anderer statt deS Erwarteten - wir wissen, er ist unterwegs, unb bu wirst mit ibm glücklicher werden als mit Gert. Hätte er dich begehrt, ich wäre still zur Seite geblieben. Er wählte mich, nun füge auch du dich" .Geh", hauchte Freye mit schwacher Stimme .Ja. ich will gehen. Vielleicht kam ich zum letzten Male zu bir. Vielleicht verfolgt mich dein Hast. Ach. Frehe. ich ertrage ihn. Meine Liebe besiegt deinen Haß. Ich bin ein Weib wie du. 3db habe ein Herz wie du Aber du unterlagst, weil ich die erste war! Tröste dich mit Hundert« tausenden — und warte auf den Nächsten!" Frehe fühlte einen Kuß aus ihrer Stirn, der sie erschauern ließ Dann hörte sie das Zuschlägen der Tür und sah. daß sie allein war. Sie setzte sich und weinte bitterlich. Allein ihr war in Ausruhr. Sie dachte nicht — doch, sie dachte, dachte an ein Fläschchen Digitalis, das noch im Arzneischrank stand, die letzte Medizin. die die Mutter genommen hatte. TDenn sie cs leerte, setzte der Herzschlag aus Sie dachte an Gift und Tod — wie verschmähte Liebe so oft an bas Sterben denkt. Sie würbe sehr krank, und als sie nach überwundener Krisis wieder zum Bewußtsein kam. sah sie Austien an ihrem Bette sitzen. Ein Zugzusammenstoß zwischen Ssamara und Kinel hatte ihn schwer verletzt und zu einem längeren Ausenthalt im Hospital verurteilt. Run war ei seit drei Tagen zurück und sand zu seinem Erschrecken Freye krank vor. Ein Telegramm rief eine ärztliche Fachgröße aus Hannover nach Kappietlch. Der Mann erkannte sofort, daß es sich um keine organische Störung handelte, sondern um einen Niederlage: Robert Schönau „Olein, das gebe ich nicht zu. Gert hat noch die alte Freundschaft für dich „Die alte Freundschaft?" rief Freye. ,.3a. Du hast sie für Liebe gehalten. Das war dein Recht, es konnte dir niemand wehren. Aber mich trafst du damals mitten ins Herz Denn ich war die erste. Freye. und ich habe alle Bitterkeit und Verzweiflung schmecken müssen. alS ich fühlte, daß diese kleine, sanfte, elegische Freundschaft über meine Liebe trumphierte. Der Triumph ist zu Ende, weil ich meinen ewigen Menschen wiedergesunden habe. Weiht du. was da- heißt? Es heißt das Selbst meiner Persönlichkeit. das zum letzten Kampfe rüsten konnte. Freye. mir liegt nichts daran, dir wehe zu tun — im Gegenteil, in meinem Glück mochte ich auch dich glüdlich wissen, und da- Glück wird mit dir sein, wenn du vernünftig bist. Aber begreife auch meine Kampfstellung zu dir. Stellung nur, eS braucht keine Amazonenschlacht zu werden. Du tratst zwischen mich und den Mann, den ich liebte. Run wirst du »urüdtreten müssen." „CeK.“ rief Freye, „bu hast mich betrogen! 2lls"du Gerts Brief verbranntest, da sprachst du nicht von meiner alten Freundschaft, sondern von meiner alten Liebe! Unb rietst mir mit deiner falschen Zunge, ich möge schweigend seine Rückkehr erwarten — dann sei er frei und mein!“ ,Und nun ist er mein", antwortete Alexe. Auch sie stand auf. 3&re Stimme klang noch immer ruhig, der Ton nicht scharf. Aber die ..Kampfstellung" war da. Zwei Rivalinnen schauten sich in die Augen.....3d) zog nicht aus. ihn mir zu gewinnen. 3ch betrog dich also auch nicht 3d> reiste ihm im 3ntereffe von Theda und Hellmut entgegen, um zwischen beiden Parteien gütlich zu vermitteln. Run sahen wir uns wieder nach langen 3ahven. Und unvermutet standen wir beide vor der Entscheidung. Wir hörten die Rohrflöten der 3ugend unb holten auS der Tiefe der Erinnerung, was frisch und blühend geblieben war Wir sanden uns zurück. Wir haben uns verlobt. Wir werden Umwälzung in der Kleinwohnungs-Heizung durch Etagsnhelzung inlsgekoslen ren durch Brennmateriai- ersparr.is herausrjewirtschaftetl v ßp’pi'lß' Behagl.Wärme in all. Räumen, \ lUllullui Bedienung nur eines Orens, U staubfreie Zimmer. Durch gleichmäßige temperaturen dauernde Gesundheit! Kostenlose Beratung, Projekte BECHSTEIN Klaviere und Flügel 1129a Telephon 1269 Pirhnrd Waaner- Die Bechsteinschen Pianos sind tönende Kicnard wagne . Wohltaten für die musikalische Welt. An alle Hals- und Lungenleidende! Hören Sie das Urteil Ihrer Leidensgefährten: Meinen aufrichtigen Dank anssprechend, kann ich denNYMPHOSAN- ■VtRUP allen Lungenkranken empfehlen Ich leide seit 5 Jahren an offener Luneen-Tuberkulose und hatte chon alle Hoffnung an eine Besserung auf gegeben. Nach dem \ erbrauch von 3 Haschen Ihres Lungenbalsams lafleS mich bedeutend erleichtert Df^XfschlafÄ NÄCehinästdlt'Tnd'd« Ä’ ÜS ffSStaKS? kh kann ^CB.dsÄCem mit di«erP' tückischen Krankheit Getroffen Mit- So ^dnttnlichUlauteentdie hlt 'täglich bei uns eingehenden Dankschreiben. S!r KpS ^rÜ-emuKeis2^MÄ-. Zu haben in Gießen: Apotheke „Zum goldenen Engel“. Alleinhersteller; Nympbosan A.-G., München 38. 900A S rfctzetnunaSkvmpler. der auf eine UebergangS- form zwischen Hystcrte und Reurafthenie schlichen ließ, und da er derbe Ausdrücke liebte, so erfiärtc er einfach: „Es ist nii weiter wie ein Rerven- klaps. hervorgerufcn durch irgendeine ungewöhnlich starke seelische Erregung. 3d) kann nur ein bisfel Brom verordnen, aber Trost, ermutigender Zuspruch, liebevolle Behandlung. Ruhe unb Ortswechsel sind in diesem Falle besser aU Medizin . . Austien. der sich im Miss Ions tuje cinquartiert hatte, lieft eine geprüfte Pflegerin kommen und txxir selbst tagsüber beständig im HauS auf der Höhe, um die Kranke überwachen zu können. Sein Entschluß stand fest, wenn Freye gesundet und mit ihm einverstanden war. wollte er sie sofort mit auf feine Güter nehmen, gleichgültig, was die Gemeinde und bie Leute ringsum zu dem plötzlichen Aufbruch sagten. Die Hochzeit konnte nachgehvlt werden . . . Freye sah mit den wieder klar blickenden Augen verwundert auf den Mann neben ihrem Bett. Wat das Bruder Dorolheus? — Er trug nickt mehr den bis zum Halse geschlossenen lutherischen Schwarzrock, sondern war modisch gekleidet. unb sein gebräuntes Gesicht lächelte fie ssTÜtig und licbcnb an. unb dann kniete er vor dem Bette nieder, küßte zart ihre Hand und sagte: „Run bist du erwacht. Frehe — unb nicht wahr, nun erkennst bu mich wieder? Unb nun werbe ich noch einmal um dich, in unveränderter treuer Liebe. Ich pflege dich gesund, und bann packe ich dich sorglich ein unb nehme dich mit. OrtSveränderung. Land lüft und Ruhe sind alles, was der Arzt verordnet hat — ein berühmte- Tier, dem man Glauben schenken kann. Und das sollst du haben. Ich habe ein Gut im Scharkatal. löstlich gelegen zwischen,den Moldaubergen, da wollen wir hin . . Es wat wie die Stimme eines Erlösers. Sie sah in seine treuen Augen und hatte nur das Gefühl eines großen Danks. „3a". flüsterte sie, „nimm mich mit, nimm mich mit. nimm mich fort. Unb bald . . ----- Gert wohnte im Forstvorwerk. mitten im Buchenwald Das war ihm recht so, denn hier hörte er nichts von dem Getose. daS seine Heimkehr und seine Verlobung mit Alere von Gg. Appel Zentralheizungen Gießen Kaffee werden wegen ihrer besonderen Eigenart seit Jahrzehnten allerseits bevorzugt. Ueberzeugen Sic sich durch einen Probekauf, Emmericher Waren-Expeditlon EiforiHriketts von Zechen des Ruhr-Reviers Rauch- und geruchfreie Verbrennung Keine Flugasche und keine Staubbildung Höchster Heizeffekt Schlackenfrei Gutes und billiges Heizmaterial für Stubenöfen und Zentralheizungen_______________ Zu beziehen durch alle Ksblenhaod'nngan PhilippineIapke-Glenz Auktionator in Bad-Nauheim. WWWsWtilj! Schuhmacher, die Scknhwarcn anlcgeu wollen und Haus- u. 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Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen auf Montag, den 16. März 1925, vormittags 10 Ahr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Ar. 103 Termin anberaumt Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis znm 2. März 1925 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Giehen. 14236 Bekanntmachung. Die Geschäftsaufsicht über das Vermögen des Schneiders Lucian Becht in Giehen, Brandgasse 5, wird auf Antrag des Schuldners aufgehoben. Giehen. den 9. Februar 1925. 1429 _________Hessisches Amtsgericht.________ Nutzholzversteigerung Samstag, den 14. Februar, von vormittags 10 Ahr ab, werden in den Waldungen der Gemeinde Staufenberg, DistrikteBirken und Maistrauch versteigert: Eichenstämme: 3. Kl. 2 Stück -- 1,19 Fstm. 4. „ 15 „ =7,30 „ 5. „ 12 „ =4,76 „ Kiefernstämme: 2. Kl. 1 Stück = 0.87 Fstm. 3. „ 11 „ =8,70 „ 4. „ 6 „ =3,03 „ 5. „ 3 „ =1,25 . Fichtenstämme: l.Kl. 1 Stück = 2,75 Fstm. Eichen-Auhscheit=14,00Rm. (fürSchreiner und Küfer geeignet), Eichen - Auhknüppel = 19,00 Rm. (für Wagner geeignet). ..Zusammenkunft auf der Staatsstraße (Äefenbach) in der Aähe der Haltestelle Friedelhausen. Staufenberg, den 9. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Staufenberg. Meyer.1426D Subniisfions-Holzverkaus. Aus dem Wald der Gemeinde Lehn- 6eint soll das Kiefern- und Fichtenholz auf dem Submifsionswege verkauft werden Kiefern-Stämme: 3. Kl. 5 Fstm. 4. „ 15 „ 5. „ 180 ,, Fichten-Stämme: Fstm. Kieferngrubenholz zirka 10 Festm. Angebote, die von außen als solche kenntlich zu machen sind, müssen bis zum 23. Februar 1925, nachmittags 1 Ahr, bei der Bürgermeisterei Lehnheim verschlossen nnd portofrei vorliegen. Die Gebote können nach Klassen oder nach Durchschnittsangebote abgegeben werden. Das Holz ist ohne Rinde gemessen und nicht geschält. Vorherige Einsichtnahme des Holzes wird empfohlen, da spätere Einwendungen bezüglich Güte und Messung des Holzes keine Berücksichtigung finden können. Wegen Einsichtnahme des Holzes wende man sich an Herrn Förster Edelmann, Merlau, auch erteilt jede weitere Auskunft unterzeichnete Stelle Zahlungsbedingungen ein Drittel am Tage nach der Aeberweisung, zweites Drittel 1. Mai, Rest 1. Juli 1925. Rach dem Fälligkeitstermin werden Bankzinsen berechnet. Verspätete Angebote finden keine Berücksichtigung. Zuschlagsfrist 3 Tage. Lehnheim, den 9. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Lehnheim. Dickhardt. 1425D MniW auf Giflen-ötomMi Im Wege schriftlichen Angebots kommen zum Verkauf: 1418D Eichenstämme 3. Kl. 1 Stck. 0,92 Fstm. 4. „ 56 „ 33,52 „ Angebote sind verschlossen bis zum 18. Februar 1925, nachm. 3 Uhr, mit Aufschrift „Holzangebot" an die unterzeichnete Stelle einzureichen, woselbst die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. Bordorf b. Nidda, am 9. Februar 1925. Bürgermeisterei Borsdorf. Widdersheim. 1. Kl. 22 2. „ 62 3. „HO 4. „ 46 53- , 47 Schuhwaffen aller Art ‘ 14403 besonders Mauserpistolen, Kal. 7,63, mit 1000-m- Diiier und Anschlagkasten, sowie einwandfreie Para- bellumpistolen (08) kaufe laufend zu höchsten Tagespreisen und überbiete jedes Angebot mit 5 Mk. Hermann Becker, Giehen Telephon 1658 Kaiserallee 10 Telephon 1658 PIANO* _ FLÜGEIr 3 auch für KunflfpieL ß W. ARNOLD A.~G. 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Lda., Distrikt Wand (1. Schuhbezirk) folgende Holzfortimente versteigert: 1 Eichen-Stamm 2. Kl. mit 0,59 Fstm. 3 Eichen-Stämme 3. „ „ 1,76 „ 24 „ 4. „ „ 10,91 „ 32 „ 5. „ „ 11,91 „ 20 „ 6. „ „ 5,53 , 38 Rm. Eichen-Ruhscheit, teils gespalten, teils rund 249 „ Buchen-, 22 Rm. Eichen-Scheit 230,5 n „ 95,5 n Eichen, 2 Rm- Kirschen-Knüppel 361 „ „ 81Rm. Eichen-Reihholz 29 „ 31 „ „ Stockholz. Zusammenkunft im Distrikt Wand bei Brennholz Ar. 1. Allendorf a. d. Lda., 10. Februar. 1925. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. _____________Rein.________14420 Nutz-und Brennholz-Verkauf. Die Oberförsterei Aeustadt, Kreis Kirchhain, verkauft am Freitag, den 20.Februar d. 3-, von vorm. 9 Ahr ab, in der Gastwirtschaft der Witwe Pfalzgraf in Merzhausen öffentlich meistbietend: Eichen: 9 Stämme B 4. u. 5. Kl.=4,56Fstm. 2 Rm. Auhrollen 2 Meter lang. Buchen: 1 Stamm A 2. Kl. — 1.43 Fstm. 770 Rm. Scheite und Knüppel Erlen: 2 Stämme B 5. Kl. = 0,79 Fstm. Radelholz: 42Stämme 2.-4.KI.—15,30Fstm. Zahlungen können im Termin geleistet werden.__________________________1431D Holzsnvmifsion. Montag, den 16. ds. Mts., kommen aus dem Gemeindewald Geilshausen folgende Holzsortimente auf dem Sub- misfionswege, bei günstigen Zahlungsbedingungen, zum Verkauf. 1. Fichtenst. 1. KI. 1 St. mit 5,10 Fstm. 2. 2. „ 7 „ ff 20,56 „ 3. 3. „ 58 „ 106,00 „ 4. „ 4. „ 37 „ ff 40,60 „ 5. 5a« „ 91 „ 65,08 „ 6. 5b« „ 206 „ 59,14 „ 7. tiefernst. 1. „ 3 „ •• 5,86 „ 8. 2. „ 6 „ ff 5,78 „ 9. 3. „ 25 „ ff 27,09 „ 10. „ 4- „ 49 „ ff 37,32 „ 11. „ 5- 205 „ ,, 86,19 „ Die Angebote sind verschlossen, nach Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Montag, den 16. Februar, nachm. 21/, Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst in Anwesenheit der erschienen Bieter die Eröffnung erfolgt. Angebote mit zusammengezogenenKlas- sen oder mit Vermerk versehene haben keine Gültigkeit. Die Verkaufsbedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben und können auch an demselben Tage vorher eingesehen werden. Nähere Auskunft erteilt Förster Wallenfels. Geilshausen, den 10. Februar 1925. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. 1458V WlUl SkMinWker ongetommen! Franz Mobs und Frau Eva geb. Kübel Gießen, den 10. Februar 1925 ...................................——................. r Für die uns so reichlich erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich unserer Goldenen Hochzeit sagen wir hiermit herzlichen Dank Conrad Heppner und Frau 9. Februar 1925 .. ................................................. 01262 W- IUI) M- WM, MM liefert 40c kariös jr. fftankpirierstMU iniiiiiiiiiiniiiiininiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiii DARM5TAEDTER HAUS Münchener Spatenbräu Freitag! KAPPENSITZUNG NB. Empfehle meinen renovierten Saal, hundert Personen fassend, zur Abhaltung von Familien- und Vereinsfestlichkeiten. W. BEUCHERT. Hotel Prinz Carl Donnerstag, den 12. Februar: Schlachtfest / sMüelsslyule „Hermes" Solmftosflkafte 60 Ehf^ korresp. weif sprach. a. Handelsfacher. Anmeld.ina täglich