Ur. 238 Erstes Blatt 175. Jahrgang Samstag, 10. Moder 1925 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Universitäis-Buch- und 5teindruckerek K Lanze tn Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen o 70 . in Breite 35 ldoldpfennig, Platzvorfchril'1 20" ,Auf- chlaq. Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r Friedr Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteile HansBeck, sämtlich in Gießen Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags Beilagen: GiehenerFomilienblätter Heimat im Bild Monzör-kezvgrpreir: 2 Goldmark u 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: schristleitung 112, Der« kagundTeschästsstelleSI. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: gtanffuti a M 11686. Locarno. Don Professor Dr. Otto Hoetzsch, M. d. 2L*) Seit dem 5. Oktober ist die Konferenz von Locarno im Gang. Zum fünften Alale treffen sich Entente-Minister und deutsche Minister zur Verhandlung der Fragen, für die der Friedens! chluß eine Lösung sein sollte und tatsächlich nicht gewesen ist. Wir lassen die Grinne- rungen an die verschiedenen vergeblichen Versuche der Deraangenheit auf sich beruhen. Der London ew Konferenz von 1924, die den wirtschaftlichen Dawes-Plan brachte, soll in Locarno jetzt eine Konferenz folgen, die den Dawes-Plan politisch ergänzt. Denn das ist der Kern und der innere Sinn der ganzen Aus- Änandersehung. Und die an sich nicht grobe Geneigtheit der übermächtigen nordamerikaaischen Finanzmacht, Europa zu seinem Wiederaufbau die dringend notwendigen Kredite zu gewähren, sie hängt davon ab, ob und wie die Staaten Europas dort die Kraft finden, einen Schritt weiter zur Vefrledung, zum Ausgleich der Gegensätze unter sich, zur Vermeidung neuer kriegerischer Konslikte und Storungen zu tun. Aegativ steht zunächst einmal fest, dah dafür das Instrument des Völkerbundes versagt hat. Das Genfer Protokoll, das gerade diesen Zusammenhang vorwärtsbringen sollte, ist im September begraben worden, der grobe Zusammenhang von Sicherheit, Abrüstung und Schiedsgericht verblaht. Man muh. um diese Dinge weiter yu bringen, eben doch wieder zu dem System der soaenannten regionalen Abmachungen greifen. Also zu einem Verhältnis von zwischenstaatlichen Verträgen, die sich ergänzen sollen und mit denen im Grund also doch wieder das Staatenshstem der früheren Zeit entsteht. Wichtiger als diese mehr theoretische Feststellung ist, daß es ohne Deutschland schlechterdings nicht geht. Die Einsicht ist in die Köpfe der Entente-Staatsmänner Loch nun gedrungen, dab man zwar unter sich vielleicht einen Pakt schlieben konnte, ohne Deutschland, und also gegen Deutschland, dah aber damit rein nichts gewonnen wäre. Es kommt für sie daraus an, Deutschland zu einem freiwilligen Beitritt zu diesen neuen Verabredungen zu gewinnen. Das ist etwas Aeues, und das kann für den, Frieden Eurovas fruchtbringend und fördernd sein. Damit ist aber auch schon gesagt, woraus es zentral in Locarno ankommt. 3m Grund saht sich alles, was wir von dreier Konferenz für Deutschland fordern, in dem Wort der Gleichberechtigung zusammen. Das bedeutet nicht nur, was allmählich ja ,4v-eder selbstverständlich geworden ist, eine Behandlung Deutschlands gleich zu gleich am Konferenztisch. Das bedeutet sehr viel mehr: von der Räumung Kölns, der Entwaffnungsnote, der Reform des Rheinlandregimes an bis z"m Artikel 16 des Völkerbundes, der allgemeinen Abrüstung und der Kriegsschuldfrage und der Sicherstellung einer Revision des Friedensvertrages, unter dem Deutschland nicht leben kann. 3m Wort Gleichberechtigung ist die Plattform für d'e Vertretung der deutschen Lebensinteressen geg<>bm, wenn man dieses Wort in seinem vollen 3nhalt und tiefsten Begriffe saht und den anderen mit allem Rachdruck immer wied-n- vor Augen führt, dah die neue Aera von Recht und Schiedsgericht und friedlicher Beilegung internationaler Konflikte schlechterdings nur möglich ist zwischen Gleichberechtigten. Mit der formellen Anerkennung des Wortes darf sich Deutschland nicht abspellen lassen. Wie gesagt, vom Rackisten bis zum Fernsten muh es auf den vollen 3nhalt dieser Gte'chberech- tiguna bestehen. An den Lebensnotwend'gkeiten, die sich als konkrete Schlußfolgerungen daraus ergeben, muh festgehalten werden bis zum letzten Ende. ob auch die Konferenz darüber scheitere! 3e klarer und bestimmter Deutschland seinen Standpunkt so vertritt, um so stärker w'rd denn auch die Wirkung auf die Weltöffentlichkeit sein, die d-ese Konferenz verfolgt. 3hr Gang wird nicht leicht sein, weil trotz allen Vorerörterunaen eine gemeinsame Plattform. eine Verhandlungsgrundlaae, em eigent- lickes Derhandlungsvroaramm, nicht vorliegt. 2lb- qeseben von dem Londoner Entwurf, den die juristischen Sachverständigen, der Beteiligten besvrochen haben, fehlt es an jeder Grundlage und Einigung für die Verträge, die zustande kommen sollen, nämlich den Abeinpakt und die bchiedsverträae Deutschlands nvt Frankreich, Del- alen, Polen, Tschechoslowakei. Es wird einer sehr sicheren und zielbewuhten Führung auf deutscher 6-eite bedürfen, wenn die deutsche Vertretung In diesem Hin und Her und Durcheinander nicht die Richvina verlieren soll. 3eder andere, mit dem verhandelt wird, will ja nur eins: Der Engländer den Rbeinpakt, der Tscheche seinen Vertrag mit Deutschland ufw. Deutschland aber steht im Kreuzfeuer von allen Seiten. Darum ist es auch ganz richtig und gut, wenn es nicht nur durch seinen Auhenminister vertreten ist. Es ist die Schuld der früheren deutschen Regierungen, die die K r i e g s s ch u l d f r a g e schleifen lassen, wenn diese jetzt gewissermahen unvermittelt in dieses an sich schon nicht sehr übersichtliche Gewirr von Verhandlungen herein- dkatzt. Aber es war eine absolute Pflicht der deutschen Regierung, diese Frage zur Diskussion in stellen und ins Rollen zu bringen. Hat jemand im Ernst geglaubt, die Deutschnationalen wurden *) Mit diesem Aufsatz setzt unser auhenpoliti- scher Mitarbeiter nach seiner Rückkehr auS dem Urlaub seine regelmähigen Veröffentlichungen zur auhenpolitischeu Lage fort. Zuspitzung in Locarno. Der Streit um den Völkerbund. — Das Durchmarschrecht und der Ostpakt. Locarno, 10. Oktober. (XU.) Wie der Sonderberichterstatter der Telunion aus gut unterrichteter Quelle erfährt, haben die gestrigen persönlichen Besprechungen der Politiker und der 3uriften noch nicht zu irgendeinem Abschlußergebnis über den § 16 der Völkerbundsahung geführt, vielmehr muh man aus den Stimmungen der beiden Lager den Eindruck gewinnen, dah die Lage sich weiter sehr ernst zu spitzt. Es ist sehr fraglich, ob es einen praktischen Zweck hat, dah die heutige Vollkonferenz sich bereits mit dec weiteren Beurteilung dieses schwierigen Problems befassen kann, infolgedessen besteht immerhin eine gewisse Möglichkeit dafür, dah man die Rachmittagssihung ausfallen läßt. Unter diesen Umständen würde Chamberlain also doch noch zu seinem Wochenende kommen. Es ist Grund au der Annahme vorhanden, dah man die Frage des § 16 zunächst zurückgestellt hat, und dah die Besprechungen .die den gestrigen Tag ausfüllten, auch auf andere Fragen ausgedehnt worden sind. Man weih, dah die deutsche Delegation eine Reihe von Forderungen in petto hat, die als unverzichtbare Voraussetzungen des Paktabschlusses aufrechterhalten werden müssen. Cs ist -natürlich, dah die Fragen, die sich namentlich auf die Verhältnisse im deutschen Westen beziehen, nicht in einer Vollkonferenz zur Sprache gebracht werden können, da die Konferenz. im strengen Sinne des Wortes bekanntlich nur der Pakter örte- tung gilt. Man versucht deshalb offenbar, ähnlich wie auf der Londoner Konferenz die Räumung des Ruhrgebiets verhandelt wurde, eine Lösung dieses Problems in der persönlichen Aussprache zu erreichen, die gestern stattgefunden hat. Aus den Themen allein geht schon die Wichtigkeit der gestrigen Besprechungen hervor. Man hat allgemein den Eindruck, als wenn der Freitag der wichtigste Tag während des ganzen bisherigen Konferenzverlaufs gewesen ist. Sollte man heute in einer Vollkonferenz weiter in die Materie des Artikels 16 hineingehen, so ist die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, dah der Konflikt dann heute zum Ausbruch kommt. Allerdings ist man auf allen Seiten bestrebt, eine solche Zuspitzung zu verhüten. Von mahgebender deutscher Stelle wird betont, dah die Stimmung in der deutschen Delegation fest ist. Meldungen, nach denen die deutsche Delegation in den wesentlichen Fragen des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund und der Ostverträge zum Rachgeben bereit sei, gehen auf Ententequellen zurück. Auf deutscher Seite legt man entschieden Wert auf die Feststellung, dah sich der deutsche Standpunkt in diesen lebenswichtigen Fragen nicht geändert hat. Erfreulicherweise hat die deutsche Delegation ihren Stundpunlt mit einer derartigen Zähigkeit vertreten, dah von prominenter gegnerischer Seite, gesprächsweise gesagt wurde, „etwas so Dickköpfiges wie die Deutschen gäbe es doch so bald nicht wieder". Ratürlich dürfen wir uns durch solche Wendung, so schmeichelhaft das Kompliment ist, nicht verführen lassen, auch nur einen Schritt zurückzuweichen. 3m Gegenteil, die nächsten Tage werden vielleicht eine noch viel größere Zähigkeit verlangen. Bei dem Kampf um den § 16 (Durchmarschrecht) handelt es sich jetzt im wesentlichen um die moralische Seite der Verpflichtungen zur passiven oder aktiven Teilnahme an irgendwelchen Völkerbundsexekutionen. Gewiß kann Deutschland, wenn eS Mitglied des Rates ist, durch seine Stimme die für Exekutionen notwendige Einheit verhindern. Die Bestimmung kann aber praktisch so sein, daß Deutschland sich schwer ins Llnrecht setzt, menn es seine Stimme negativ ins Gewicht wirft. Es liegt auf der Hand, welche Gefahr sich für uns ergibt, wenn lvir dieser Möglichkeit einer neuen 3nfamierung nicht von vornherein ausweichen. Wir haben allen Grund, uns nicht etwa durch den Hinweis scheumachen zu lassen, dah nicht die Entente, sondern der Völkerbundsrat zuständig ist. Der englische Auhenminister dürfte selbst auf dem Standpunkt stehen, da von den zehn Mitgliedern des Rates ja vier i n L o c a r n o anwes e n d sind und zwar die einflußreich- ft en, denen es bei der Wichtigkeit der Angelegenheit nicht schwer werden dürfte, ihren Einfluß entsprechen) einzusetzen. Es besteht die Möglichkeit, daß der Rat im Anschluß an die Kon e.enz schon sehr bald, vielleicht sogar hier oder wenigstens in einem nicht !so fernen Ort, vollständig zusammengeru- fen würde, um die Entschließungen der in Locarno anwe'enden Ratsmitglieder formaliter zu sanktionieren. Ein Teil der französischen Presse ergeht sich in einer Stimmungsmache, die auf deutscher Seite peinliches Aussehen erregen muß und keinesfalls mit dem versöhnlichen Geist zu vereinbaren sein dürste, in dem die Konferenz gerade nach der betonten Auffassung der Gegenseite doch eigentlich geführt werden soll. Rament- lich tun sich Havas und „Temps" in ihrer Kampagne gegen den deutschen Standpunkt hervor. Darin wird z. B. gesagt, daß der Zeitpunkt gekommen sei, in dem Deutschland zwischen dem Okzident und dem Orient, zwischen Europa und Asien wählen müsse. Dazu ist zu bemerken, daß die Diskussion über den § 16 der Völkerbundssatzung noch Tange nicht zum Abschluß gekommen ist. Die Wor e Briands, daß alle Staaten Konzessionen machen müßten, beziehen sich arch auf diesen Punkt. Es ist gar keine Rede davon, daß allein von Deutschland Konzessionen verlangt werden. Es liegt Grund zu der Annahme vor, daß auch die Gegenseite diese Unmöglichkeit durchaus begriffen hat, zumal die gestrigen Fühlungnahmen von deutscher Seite ausgiebig in dieser Richtung benutzt wurden. persönliche Besprechungen. Locarno, 9. Off. (T. 11) Das Ereignis des Tages bildete die Begegnung Stresemann— B r i a n d. Rach einem Genfer havastelegramm ist anzunehmen, dah die beiden Staatsmänner im Verlauf der einstündigen Unterredung das aefamte Problem der deutsch-französifcken Besprechungen nach allgemein philosophisch-politischen Gesichtspunkten erörtert haben. Die wirtschaftliche Dieder- a u f r i d> t u n g Europas sei ohne die Zusammenarbeit der Rationen, die noch unter den Nachwirkungen des Krieges leiden, nicht möglich. Das gelte besonders von Frankreich und Deutschland, die wegen ihres Reichtums und ihrer Interessen aufeinander angewiesen sind. Die Intercssengemeinschast beider Länder lege daher beiden Regierungen entsprechende Pflichten politischer Solidarität aus. Am Rachmitlag hatte der Reichsauhenminisier eine neue Unterredung mit Briand. Selbst- verständlich können Einzelheiten über diese Unterredung nicht mitgeteilt werden. Es läßt sich aber nach der Stresemann nahestehenden „lägt Rundschau" aus Grund von Informationen aus bester Quelle sagen, dah ihr Resultat eine weitgehende Annäherung hinsichtlich der Aufsasiungen von Artikel 16 der Völkerbundssatzung war. Auher der Unterredung Dr. Stresemanns mit Briand sand eine Besprechung des Reichsauheu- Ministers mit Dr. Benesch statt, die jedoch, wie von beiden Seifen erklärt wird, ganz zufällig zustande gekommen sei und keinen politischen Charakter getragen habe, weiter hat der britische Auhen- miuister Chamberlain dem Reichskanzler Dr. Luther einen Besuch abgestattet, den dieser bald daraus erwiderte. Bei all diesen Unterredungen soll der belgische Vermittlungsvorschlag zumArtikellödesvölkerbundsstatuts (Durchmarschrecht) eine Rolle gespielt haben. Der „Lokalanz." weih zu melden, dah die Aussprache zu einer weiteren Klärung des Standpunktes der verschiedenen Konferenzteilnehmer geführt hätte, ohne dah man allerdings schon von einer lleber- brückung der bestehenden Gegensätze in den Auffassungen sprechen könne. Vandervelde soll am Nachmittag in einer Unterredung mit dem Staatssekretär v. Schubert seine Vermittlungsaktion in der Völkerbundsfrage fortgesetzt haben. Auher diesen Besprechungen der Delegafions- sllhrern fand noch eine Zusammenkunst der I u - r ist en im Lsplanaden-Hotel statt, die bis in die späten Rachmittagsslunden hinein gedauert hat. Dabei handelte es sich aber nicht um eine eigentliche Juristenkonseren; in dem bisher üblichen Sinne, das geht schon daraus hervor, dah nicht alle fünf Sachverständigen an dieser Zufammenkunst beteiligt waren, vielmehr hatte Dr. Gaus nur die Herren jahrelang leiLenschaftlich einen Kampf gegen Artikel 231 geführt haben und jetzt im entscheidenden Augenblick damit sich abspeisen lassen, daß nichts geschehe? Was hat die ganze wissenschaftliche Arbeit, die Arbeit der Verbände usw. für einen Sinn gehabt, wenn das nicht, wo die Dinge zur Entscheidung drängen, eingesetzt wird? 3etzt kam der Moment, und wie gesagt, Schuld der früheren Regierungen ist es, wenn der Boden nicht genügend dafür bereitet war. Zu Gleichberechtigung tm tiefsten Sinne gehört es, daß Deutschland diesen Makel von sich abstreift. Man sage der anderen Seite darum mit aller Destimmiheit, daß, wenn sie wirklich Deutschlands Beitritt in den Bund der Völker, in diese erlauchte Gesellschaft der Rationen, di« ein neues Verhältnis der Staaten begründen soll, wünscht, sie Deutschland von dem Makel des Artikels 231 frei machen muß. Darum soll man nicht Herumreden. Das soll man nicht verschleiern, sondern man soll sich überlegen, was die deutsche Politik längst hätte tun sollen, auf welche Weise man taktisch diese Frage vorwärts bringt. Westvertrag, Ostvertrag, Völkerbund (an die Ablehnung des Artikels 16 sei nur eben erinnert), Kriegsschuldfrage bezeichnen die Hauptpunkte eines Derhandlungsprogramms. das im einzelnen noch nicht vorliegt. Man blicke einmal in das große Aktenwerk des Auswärtigen Amtes und lese die Vorbereitung der zweiten Haager Konferenz von 1907, vergleiche dann, wie damals das Derhandlungsprogramm fertig war, als die Konferenz begann, oder man tue das gleiche mit dem Berliner Kongreß von 1878. Man versteht dann, wie recht es war, so entschieden auf der Unterscheidung zwischen Dorerörterung und beratender und beschließender Konferenz zu bestehen. Auch die Konferenz von Locarno ist nur eine beratende Konferenz. Rach Lage der Dinge kann sie trotz aller großen Aufmachung nichts hurst und Jromageot zu einem Diner ein- gcladen, während der belgische und der italienische Sachverständige am wontaa einer gleichen Einladung folgen werden. Line solche Teilung mußte oorgenom- men werden, weil die beschränkten Räumlichkeiten, über die Herr Dr. Gaus verfügen kann, nicht ausreichen, um alle fünf Herren auf einmal zu vereinigen. Es ist aber selbstverständlich, daß man sich bei diesem Lsscn nicht nur einen guten Apvelit und eine gesegnete Mahlzeit gewünscht hat, sondern sich auch mit den Hauptproblemen befaßte. Rian befthäftinte sich eingehend mit dem Artikel <6 und soll sich über eine Reuformulierung dieses Artikels geeinigt haben. Man nimmt an, daß die weiteren Beratungen nunmehr glatter oonffaften gehen werden. Den Verlauf der weiteren Verhandlungen denkt man sich folgendermaßen: Montag werden die Tschechen und die Polen von der Auhen- ministerkonseren; gehört werden oder, wie eine andere Version lautet, an der Diskussion teilnehwen, falls bis zum Montag der Westpakl unter Dach und Fach gebracht fein sollte. Dienstag bis Donnerstag dürften abschließende Sitzun- gen ffafffinben, in denen die letzten Formulierungen der schwierigen Probleme durch die Juristen den Ministern vorgelegt werden. Man nimmt cn, daß die leitenden Staatsmänner am kommenden Freitag Locarno für einige Taae verlassen werden, um sich mit ihren Kabinetten in Verbindung zu sehen, und nach einer Woche erneut zusammenfreten. Presseempfünge. Locarno, 9. Okt. (Täl.) Der Freitag war der Tag der Presseempfänge, ttxnt jeder der Auhenminister das Bedürfnis hatte, seine Politik vor dem Auslande und 'vor allem vor seinem eigenen Lande zu verteidigen. Austen Chamberlain eurpfing am Vormittag die engllsche Presse und gab ihr folgende Erklärungen ab: Der OptirnuS- mus, der mich bei den Verhandlungen in Locarno auch heute beseelt, erscheint mir berechtigt. Der Verlauf der Verhandlungen ist g ü n st i g e r als man erwarten konnte. Manche Schwierigkeiten, deren Tleberwindung uns vorher große Kopfschmerzen machte, haben sich in Locarno leicht lösen lassem Andere dagegen, die wir bereits vorher gelöst hatten, sind zu ernsten Streitfragen geworden. Tleber den vermutlichen Verlauf der Konferenz kann ich nichts Voraussagen. Bei solchen delikaten Fragen läßt sich weder der Ausgang noch das Ende der Konferenz bestimmen. Es ist uns vorgeworfen worden, daß wir in Locarno Geheimdiplomatie trieben. Dieser Vorwurf ist völlig unberechtigt; denn alles, was wir in ßxarno beschließen, wird den Parlamenten offen und frei borge legt werden. Meine Tinter- reZnmgen mit Dr. Stresemann und dem Reichskanzler Dr. Luther haben viel zur Klärung der Gegensätze beigetragen. 3n offener und freundschaftlicher Form haben wir uns über alle Streitfragen aussprechen können. Gestern hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Herrn B en e s ch zu sprechen, heute erwarte ich den Grafen S k r z h n s k i gleichfalls zu einer Aussprache, lieber den Abs chluß der O st Verträge zwischen Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei läßt sich zur Zeit noch nichts bestimmtes sagen. England ist an dieser Frage naturgemäß nicht interessiert, möchte sich aber die MöglichLeit Vorbehalten, wenn die Zeit gekommen ist, zu ihrer Lösung beizutragen. Senator Scialoja empfing am Rachmittag die gesamte in Locarno weilende Presse und schilderte seine Eindrücke. Die Vertagung der Konferenz auf Samstag dürfe als ein gutes Zeichen gedeutet werden; denn wenn man nicht die Hoffnung hätte, zu einer Verständigung zu gelangen, so wäre es besser gewesen, die Konferenz bereits gestern abzubrechen. Die Möglichkeit der Verständigung fei jedenfalls nach wie vor vorhanden, obgleich von einer Besserung nicht gesprochen werden könne. Die Staatsmänner hätten nicht nur die Schwierigkeiten in Locarno im Auge zu behalten, sondern auch schwerwiegende Rücksichten auf die Stimmung in ihren eigenen Lände r n zu nehmen. Gerade die öffentliche Meinung in den Heimatländern könne den Erfolg der Konferenz gefährden und gerade deshalb sei die anderes sein. Die letzten Entscheidungen fallen erst vor der Schluhkonferenz, in der vollen Urbersicht über alle Verhandlungen und Beschlüsse. Wer auf deutscher Seite das anders darstellt und betreibt, gibt das 3nteresse seines eigenen Vaterlandes preis. Deutschland soll bis zur Grenze der Möglichkeit an dieser Konferenz mitarbeiten, aber die Erwartungen, die an sie geknüpft sind, können, wie die Dinge liegen, nur gering sein. Man arbeite mit, aber man halte sich in jedem Augenblick die Linie vor Augen, über die Deutschland nicht hinausgehen kann und darf. Man durchdringe sich m:t dem vollen 3nhalt dieses Wortes von der Gleichberechtigung, und nur mit diesem festen Boden unter den Füßen wird die deutsche Vertretung in Locarno für ihren Staat wirklich etwas herausholen! Geheimhaltung Bei Verhandlungen eine 2iot Wendigkeit. 3n wenigen Lagen werde man die Aussichten besser beurteilen können. Italien befindet sich auf der Konfereirz in der gleichen Lage wie England. Italien sei aas der Rolle des Beobachters, die es in Genf noch gespielt habe, Heraasgetreten und arbeite in dem gleichen Sinne und unter den selb en Verhältnissen wie England an dec Verständigung mit Eine Stunde nach den Erklärungen Scialojas empfing. Gras SKrzynsKi t)ic Presse. Er betonte eingehend, daß er zu. stärkerer Zurückhaltung gezwungen sei. Er sei nach Locarno gekommen auf Grund des Notenwechsels zwischen der französischen und der deutschen Regierung. Das deutsche Memorandum vom 9. Februar habe den Ostpakt im Zusammenhang mit dem Weüpakt gebracht. Die Antwort Polens sei die Anwesenheit Skrzynskis in Locarno. Mit dem gleichen Geiste der Verständigung wie die anderen in Locarno weilenden Staatsmänner trete er an die Lösung der europäischen Friedensfrago heran, aber die Sicherheit Europas könne nicht durch die Garantierung eines Streifen Landes zwischen Frankreich und Deutschland allein erreicht werden. Sie müsse sich auf alle bedrohten Grenzen erstrecken. Mit Tschitscherin habe er in Warschau politische und wirtschaftliche Verhandlungen geführt; denn Polen hoffe mit allen seinen Rachbarn zu friedlicher Regelung aller Streitfragen zu gelangen. Ruhland dürfe bei der Regelung der europäischen Sicherheit nicht abseits stehen. Bereits in Weingen Monaten werde er Herrn Tschitscherin seinen Besuch in Moskau erwidern, und er hoffe bei dieser Gelegenheit die friedlich« Annäherung zwischen Rußland und Polen weiter zu fördern. Der Ausdruck. daß Polen auf Frankreichs Garantie bestehe, sei nicht am Plaste, doch sei Frankreichs Garantie für Polen wünschenswert. Polen erhoffe den Aufbau des Ostpaktes auf Grund und im Einvernehmen mit den bereits vorhandenen Derträ- gen; denn der § 16 des Dölkerbundpaktes sei nach seiner Anschauung für die Verhandlungen nicht so bedeutsam, wie er hingestellt würde; denn er finde nur Anwendung, falls ein Staat den andern angrcife und bei den Locarner Verhandlungen handele es sich nicht um Krieg, sondern um die Sicherung des Friedens. Die Garantie des Ostpakts EuglischePresscstimmen zur Konferenz. London. 10. Oft. (DTD. Funkspruch.) Der „Times"-Vertreter in Locarno meldet, es bestehe guter Grund zu der Annahme, daß die politische Delegation zu der Aeberzeugung gelangt ist, der französischen Garantie der östlichen Schiedsgerichtsverträge sei in der französischen und polnischen Presse eine Wichtigkeit beigemessen worden, die sie nicht Serbien c. Die Frage drehe sich jetzt vielmehr um den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Man glaubt, daß, wenn Deutschland in den Völkerbund eintrete, unter der Bedingung. dieSahun» gen des Bundes vorbehaltlos anzunehmen. und wenn Artikel 16 unverändert bleibt zusammen mit den Rechten und Pflichten Frankreichs gemäß diesem Artikel, dann werde Polen ohne Gefahr auf die französische Garantie verzichten und sogar auf eine Verbindung der Ostverträge mit dem Westpakt. Aber in diesem Falle fordere der polnische Standpunkt, daß der französisch-polnische Vertrag und die Rechte und Dflichten Frankreichs gemäß Artikel 16 der Dun- dessahungen in Kraft bleiben. Der tschechische Standpunkt scheine ähnlich zu sein. Ein Vertreter der „Westminster Gazette" in Locarno erfährt von gut unterrichteter Seite, Polen bestehe nicht auf der Garantie Frank- _ reichs, vorausgesetzt, daß im Sicherheitsvakt anerkannt werde, dab kein Hindernis für einen Durchmarsch Frankreichs durch die entmilitarisierte Zone zu Polens Beistand stehe, wenn Polen von Deutschland angegriffen werden feilte. Aus ein französisches Durchm-irschrechl durch Deutschland zur Unterstützung Polens gegen einen russischen Angriff sei Polen bereit zu verzichten. um dadurch die Regelung oes Problems des Eintritts'Deutschlands in den Völkerbund zu erleichtern. Der Bericht schließt: „Somit scheint das Problem des Paktes im Westen wie im Osten auf gutem Wege zu einer Regelung zu sein." Ein Saar-Delegatten für Locarno Saarbrücken, 10. Oft. Hm für den Fall der Behandlung der saarländischen Frage die Interessen deS Saargebiets in geeigneter Weise wahrnehmen zu könnnen, begibt sich heute eine saarländische Delegation nach Locarno Ihr gehören an von der deutsch-saarländischen Volkspartei die Herren Röchling und Schmelzer, ferner der saarländische Zentrumsführer L e v a ch e r. Hugo Preuß °f. Berlin, 9. Oft. (TA.) Heute nacht um 3 Ahr ist der ReichSministe- s. D., Hugo Preutz. der Schöner der ReichSversassung von 1919 und demokratischer LandtagSabgeordneter einem Schlaganfall erlegen. Reichsminister a. D. Hugo Preuß wurde am 28. Oktober 1860 in Berlin geboren. Er besuchte dort das Gymnasium und wandte sich auf den Aniversiiäten zu Heidelberg und Berlin dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften zu. Seinen persönlichen Reigungen folgend, ließ er sich nach Abschluß seiner Studien im Zähre 1889 als Privatdozent an der Berliner llnite: t fit n e er. 3n kec Fortsch iit i c i Volkspartei betätigte er sich besonders auf dem Gebiete der Kommunalpolitik. Er war als Vertreter dieser Pavtei lange Jahre Stadtverordneter in Berlin. 3m Jahre 1910 wurde er zum unbesoldeten Stadtrat in den Magistrat Berlins gewählt, welches Amt er bis zu seiner Ernennung zum Staatssekretär des Innern, die am 15. Roveml er 1918 durch den Rat der BvlkSbeauftragten erfolgte, innehatte. Bel der Bildung deS Koalitionsministeriums am 6. Februar 1919 durch die Rationalversammlung in Weimar wurde er zum Reichsmini st er des Innern ernannt. Als solchem fiel ihm die wichtige Aufgabe zu, die Formulierung der neuen Reichsverfassung zu leiten. Der Wahlkreis Berlin wählte ihn bei den Wahlen zur preußischen Landesversammlung am 26. Januar 1919 als Vertreter der deutschen demokrattschen Partei, ebenso im Jahre 1921. Vom Reichsministerium des Innern ivat er mit t dein Kabinett Scheidemann im Juli 1919 wieder zurüct. Jedoch wirkte er noch bis zum Abschluß der Reichsversassung im August 1919 als Kom - m issar der Reichsregierung mit. Hugo Preuß hat den Entwurf zur Weimarer Verfassung her- gestellt, dem wesentlich zentralistische Tendenzen zu Grunde lagen. Dieser Entwurf ist jedoch bei der weiteren. Beratung und Ausarbeitung der Reichsverfassung durch die von den Parteien vereinbarten verschiedenen Kompromißformeln vielfach durchlöchert worden. Die Teilnahme der Reichsregierung. Berlin, 9. Oft. (WTB.) Der Reichsarbeitsmini st er hat namens der Reichs- regienmg an Frau Preuß folgendes Beileidstelegramm gerichtet; Zu dem schweren Verlust, der Eie und Ihre Söhne durch das unerwartete Ableben Ihres Gatten und Vaters betroffen hat, spreche ich Ihnen namens der Reichsregierung mein aufrichtiges Beileid aus. Der Verstorbene hat in seiner langen verdienstvollen Tätigkeit als Lehrer der akademischen Jugend, als Abgeordneter und vor allem als Reichsminister des Innern dem Daterlande seine besten Kräfte gewidmet und ihm untec Hingabe seiner ganzen Persönlichkeit gedient. Als Schöpfer unserer Verfassung wird der Verblichene in der Geschichte deS deutschen Volkes und des Reiches unvergeßlich fortleben. Gleichzeitig richtete der Deichsarbeitsminister an den Vorstand der Reich stagsfrak- tion der Deutschen Demokratischen Partei folgendes Telegramm: Zu fern schweren Verlust den die Deutsche Demokratische Partei durch das Ableben Ihres hochverdienten Mitgliedes Dr. Preuß erlitten hat. spreche ich namens der Reichsregierung mein aufrichtigstes Beileid aus. Das verdienstvolle Wirken des Dahingeschiedenen zum Besten des Vaterlandes sichert ihm ein bleibendes Andenken im deutschen Volke. Der p r eu hische Ministerpräsident hat an Frau Preuß und an die Landtagsfraktion der Deutschen Demokratischen Partei Beileidstelegramme gerichtet. Ebenso hat der preußische Minister für Handel und Gewerbe der Witwe telegraphisch sein Beileid übermittelt. Die Preisbildung der Kartelle. Darlegungen des Reichswirtschafts- minifterinms über die Rückkehr zu Festpreisen. Berlin, 9. Oft. (Wolff.) Bekanntlich hat sich das Reichswirtschaftsrninisterium feit langem nachdrücklich für eine Beseitigung des Vorbehalts freibleibender Preise (Berechnung erfolgt zu den am Sage der Lieferung geltenden Verbands preisen) aus den Lieferungs- und Zahlungsbedingungen eingesetzt. Diese Bemühungen hatten den Erfolg, daß eine Zahl von Verbänden in Erkenntnis der wirtschaftlichen Rotwendigkeit, dah sich der Warenverkehr auf einer festen Grundlage vollziehe. die Zreibleiberckklausel aufgegeben bat und dazu übergegangen ist, zu den am Tage der Auftragsbestätigung geltenden Preisen zu verkaufen und zu liefern. Es dürften mehr als ca. 150 Verbände in den letzten Monaten auf diese Weise zu Festpreisen übergegangen sein und damit die Rückstände der Inflationszeit aus ihren Lieferungs- und Zahlungsbedingungen auSgement haben. Gegen eine Reihe von Verbänden, Die den Anregungen des Reichs Wirtschaftsministeriums keine Folge gegeben haben, wurde beim Kartellgericht Klage auf Beseitigung des Vorbehalts freibleibender Preise aus den verbandsmäßigen Lieferungs- und Zahlungsbedingungen und auf Gewährung des Rücktrittsrechts aus Verträgen, die unter diesen Bedingu:—n abgeschlossen sind, erhoben. Die Klagen richteten sich zunächst gegen 15 Verbände, die vorn.legend der Glasindustrie, Ziegelindustrie, keramischen Industrie, Sertilinbuftrie, Eisen- und Eisen verarbeiterchen Industrie angehören. Wenn es angesichts der Tatsache, daß der Reichsverband der deutschen Industrie in mehrfachen Entschließungen und auch die Vereinigung der Arbeitgeberperbände nachdrücklich betonten, daß eine Gesündung unserer Wirtschaft wesentlich von der Rückkehr zu Festpreisen abhangt und daher im Interesse der Gesamtwirtschaft ein Versauf zu festen Preisen verlangt werden müsse, noch einer besonderen Begründung bedürfte, daß die Anwendung dieser Klauseln die Gesamt wirtschaft gefährdet, so genügt eS wohl, auf folgendes hinzutveisen: Für eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft ist d i c Schaffung einheitlicher fester Kalkulationsgrundlagen von ausschlaggebender De^utung. Das System des Verkaufs zu festen Preisen sichert und beruhigt die Preisbildung durch die grundsätzlich Psyche logische Einstellung der an der Preisbildung beteiligten Kreise. Da der Verkäufer. der zu Festpreisen verkäust, ein Hausse-Risiko insbesondere für die Entwicklung läuft, dagegen Vorteil aus einer Senkung zieht, ist er an einer Preissteigerung für die verkauften Mengen nicht interessiert. Bei Anwendung des Vorbehaltes freibleibender Preise ist die Einstellung des Verkäufers eine umgekehrte. Er zieht einen Vorteil aus jeder Preissteigerung und kann bei einer Preissenkung nur verlieren. Die Bedeutung, die der Handel in der Vorkriegszeit für den Preisausgleich gehabt hat, ist bekannt. Die Möglichkeit, in der früheren Weise preisausgleichend zu wirken, ist ihm unter der Herrschaft freibleibender Preise genommen. Wenn ihm jede Lieferung, die an ihn erfolgt, zu gegebenenfalls erhöhten Preisen im Zeitpunkt der Lieferung berechnet wirb, ist er außer Stande, wie früher, aus den laufenden und zu günstigen Festpreisen getätigten Abschlüssen und unter Verzicht auf eine volle Ausschöpfung des Markt- oder Der- bandspreises im Zeitpunkt der Lieferung den Verbrauch au beliefern und damit auf die Markttendenz und auf die Preispolitik des Verbandes mäßigend zu wirken. Die Klausel freibleibender Preise wirkt noch auS weiteren Gründen preissteigernd. In erster Linie ist schon die erwähnte grundsätzliche Einstellung der an der Preisbildung beteiligten Kreise ä la Hausse von Bedeutung. Dazu kommt, daß die Hausseeinstellung des zu freibleibenden Preisen abschließenden Verkäufers das Streben nach einer Kostensenkung erfahrungsgemäß cinschläfert, weil er mit der Abwälzung auch unwirtschaftlicher K o st e n auf d en Käufer rechnen kann, während ein Verkäufer zu Festpreisen in Wahrnehmung der Daifsechancen seine ganze Tatkraft darauf verwenden wird, seinen Betrieb voll auszu-. nutzen und ihn technisch und organisatorisch zu rationalisieren. Preissteigernd wirkt auch die Tatsache, daß als Folge der Anwendung dieser Klausel eine stärkere Festlegung von Kapital zu unwirtschaftlichen Zwecken erfolgt. Dies ist beim Handel insofern der Fall, als die Angewißheit über die Hohe des eigenen Einkaufspreises den Weiterverkauf vor erfolgter Lieferung sehr erschwert und daher der Warenumschlag verlangsamt wird. Bei der Industrie wird dagegen vielfach, uni einen höheren Preis zu erzielen, die Lieferung in der Hoffnung auf Preiserhöhungen über Gebühr binausgezogen. Das hat zur Folge, daß der Hantel wenn er vor erfolgter Lieferung an ihn die Ware weiterverkauft, das Risiko einer späteren Preiserhöhung läuft, was er wieder durch entsprechende Risikozuschläge aus- gleichen muß. Die Sozialdemokraten gegen eine deutsche Einheitsfront in Böhmen. Prag, 10. Olt. (TA.) Im Austrage der deutschen Sozialdemokratischen Partei hat deren Vorsitzender Dr. E z e ch den Vertretern sämtlicher bürgerlichen deutschen Parteien den Beschluß übermittelt, wonach die sozialdemokratische Partei die Bildung einer deutschen Einheitsliste für die kommenden Wahlen und den Gedanken einer deutschen Einheitsfront überhaupt ablehnt. Die Vertreter der übrigen deutschen Parteien verhandelten über die durch die sozialdemokratische Absage geschaffene Lage. In den Beratungen kam die außerordentliche Enttäuschung der übrigen deutschen Parteien darüber zum Ausdruck. Der Schritt der Sozialdemokraten wurde gerade jetzt angesichts der fortdauernden neuen Angriffe auf den Besitzstand des deutschen Volkes unbegreiflich erklärt und darauf Omgetotefen, tm?, die t7chechischen Sozialisten seit 1916 in einer engen organischen Verbindung mit den übrigen tschechischen nationalen Parteien stehen und dah daS tschechische Volk seine politischen Erfolge zum größten Teil der Z u s a mm enarbeit aller tschechischen Parteien verdankt. Die übrigen deutschen Parteien werden ihrerseits den Versuch machen, trotz der sozialdemokratischen Absage Vereinbarungen zur Bildung eines Wahlblocks wenigstens untereinander zu treffen. Französische Rücksichtslosigkeiten in der Pfalz. Landau, 9. Ott. (WB.) Am 5. und 6. Oktober hielt eine französische Abteilung schwerer Artillerie beim Militärbahnhof Bundenthal bei Pirmasens Schießübungen in Richtung auf den Schießplatz Bitsch in Lochringen ab. Dabei 'wurde das etwa 70 Meter vom Standort der Geschütze in der Gemarkung Bruchweiler liegende, erst im Jahre 1923 erbaute Anwes en eines Landwirts durch den Luftdruck schwer beschädigt. Das Dach des Hauses wurde zumteil abgedeckt und daS ganze Gefüge des Hauses gelost. Die Familie des Landwirts mußte sich zwei Tage im Keller aushalten. Ein Kind der Eheleute verfiel infolge der Detonationen in Krämpfe und liegt schwer krank darnieder. Am 6. Oktober ging bei den Schießübungen ein Schuß au kurz und explodierte sechs Kilometer vom Abschuß entfernt auf einer Wiese in der Gemarkung Fischbach bei Dahn. Auch tiefer Fall zeigt die Gefahr, der die Bevölkerung frei solchen Schießübungen ausgesetzt ist. Dor einem Generalstreik in Frankreich. Paris, 10. Oft. (WTB. Funljpruch.) Wie die Morgenblätter berichten, sind in den Vorstädten von Paris gestern abend dret Kommunisten verhaftet worden, als sie vor Fa« brllrn Flugblätter an die Arbiter und Passanten verteilten, in denen die bei einem Derkehrs- streik einzunehmende Haltung vorgeschrieben wird. Die Flugschrift enthält außerdem einen Protest gegen denMarokkotrieg. Rach einem Verhör durch den Polizeipräsidenten sind die Verhafteten wieder in Freiheit gesetzt worden. Die kommunistische „Humanite" veröffentlicht den Befehl, heute vormittag 10 Ahr in Paris den Derkehrsstreik zu beginnen. Der Streik soll sich auf die Straßenbahn und die Autobusse erstrecken, ob er auch die Hoch- und Untergrund- bahn erfassen wird, bleibt abzuwarten. Die kommunistische Partei hat heute nacht Plakate anschlagen lassen, in denen die Arbeiter auf- gefordert werden, am kommenden Montag in einen 24stündigen Proteststreik einzutreten. Es wird sich zeigen, ob das bedeutet, das am kommenden Montag in ganz Frankreich der von den Kommunisten angekündigte 24ftündige politische Streik in Erscheinung tritt, der unternommen wird, um gegen öle Lebensmittelteuerung und den Krieg in Marokko und Syrien zu protestieren. Beschießung von Teluan. Paris, 10. Oft. (TA.) Die französischen Blätter melden aus Tanger, daß Abd el Krim erneut mit der Beschießung von Tetuan begonnen hat. Man vermutet, daß der Rifführer eine unsichtbare 105-Millimcter-Kanone 12 Kilometer südöstlich der Stadt aufstellen ließ. Seit einigen Tagen wird daS Feuer der Rifsoldaten auf den Palast des Oberkommissars konzentriert. Die spanischen Offiziere und Beamten haben damit begonnen, ihre Familien nach Ceuta zurückzu- schicken. Der Kreuzer „Pari s" ist von Marokko kommend, in Toulon schwer beschädigt eingelaufen. Im Verlauf der militärischen Operationen hat er etwa 15 Granattreffer erhalten und muh in Reparatur gehen. Die Kämpfe in Syrien. Beirut, 9. Oft. (HavaS.) Die Hauptabteilung der mobilen Truppen des Generals Gamelin hat die Wasserstellen bei Mozraa und Sojen erreicht, an denen die Abteilung des Generals Michaud in der Recht zum 3. August gelagert hatte. Die Franzosen haben dabei eine starke Drusenabteilung zurückgeworsen, die versuchte, sich ihrem Vormarsch entgegenzusehen. Wettervoraussage. Vorübergehend zunehmende Bewölkung, nordwestliche Winde, tagsüber toärmer, nachts Frost, nur vereinzelt Riederschläge. Dir Hochdrucklage über Europa, hat an Stärks verloren, das starke finnisch: Sief gewinnt dagegen etwas Raum in südwestlicher Richtung nach Mitteldeutschland hin, wo die Temperaturen infolge TageSeinstrahlung etwas gestiegen find. Größere Störungen sind jedoch vorläufig unwahr-, scheinlich. Gestrige Tagestemperaturcn: Maximum 11,6 Grad E., Minin,um minus 0,6 Grad C.. heutige Morgentemperatur 1,7 Grad C. In Rordshrien haben französische Flieger die Zeltlager von Beduinen beschossen. Die Beduinen haben versucht, gegen die Eisenbahn AlepP o—D a m a s k u s vorzustoßen. Auch in Südshrien sind an verschiedenen Orten Aufruhrbewegungen zu verzeichnen. Die betreffenden Orte sind beschossen worden. Die Reorganisation der finnischen Wehrmacht. Helsingfors, 9. Ott. (LA,) Das Komitee zur Reorganisation der WehvEScht Finn» lands hat seine Tätigkeit beendet und festgestellt, daß die politischen B^iehungrn Finnlands zu anderen Staaten die Möglichkeit eines Krieges, den Finnland als Angreifer beginnen würde, ausschliehe. Die einzige Macht, die Finnland bedrohen könnte, sei Rußland. Die eventuelle Kampffront mit Sowjetruhland wäre jedoch so ausgedehnt, daß ihre Verteidigung mit Hilfe von Fe st ungen unmöglich wäre. Dos Komitee nimmt an, daß Finnland hauptsächlich einen unerwarteten An griff in: Karelien zu befürchten haben Fennie, daher müßten im Kriegsfälle die Hauptwehrkräfte auf der Linie Ladogasee—Finnischer Meerbusen mobilisiert werden. Der größte Teil der ständigen Armee mühte im Südosten deS Staates konzentriert werden. Die gegenwärtige Organisation der Armee gebe keine Garantie vor Aeberraschungen: für vortommende Fälle könnten nicht genügend Divisionen auf gestellt werden. Das Komitee betont, daß weder eine Verkürzung der Dienstzeit, noch eine Verringerung des jährlichen Kontingents möglich sei. DieGrund- prinzipien des finnischen Flottenprogramms mühten in der taktischen Aeberlegen- heit der finnischen Flotte über die leichten Seestreitkräfte des Feindes bestehen. Das Komitee hebt hervor, daß seine Vorschläge als das Minimum der zur Sicherheit des Staates erforderlichen Schutzmittel zu betrachten seien. Protest der fremden Mächte in Peking. London, 9. Oft. (TA.) Der holländische Gesandte Überreichte der chinesischen Regierung im Ramen aller Mächte eine Protestnote gegen das amtliche Rundschreiben, in dem alle ausländischen Kosuls als bestechlich hin- gestellt werden und in dem behauptet wird, dah in den Augen der Fremden jeder chinesische Staatsangehörige als vogelfrei erklärt werde. Der holländische Gesandte verbat sich im Ramen des diplomatischen Korps eine solche Sprache gegen befreundete Mächte. Aus aller Welt. Zum 1OO. Geburtstag des Präsidenten Paul Krüger. A m st e r d a m, 10. Ott. (WTB. Funksprach.) Die meisten Morgenblätter erscheinen als G e - denkausgaben zur Erinnerung an Den 100. Geburtstag Paul Krügers, des ersten Präsidenten der Südafrikanischen Republik. In verschiedenen Städten Hollands und von zahlreichen Verbänden wird dieser Tag heute festlich begangen werden. In Pretoria sind zur Gedenkfeier Paul Krügers fast alle Holländer Südafrikas zusammengekommen. Ihre Zahl ist so groß, dah sie auf den Sportplätzen lagern müssen. Die Erinnerungsfeier soll sich nicht allein auf die Holländer beschränken, auch Engländer, vor allem der englische Gouverneur. werden an den Feierlichkeiten teil- nehmen, die durch eine Kranzniederlegung am Grabe Paul Krügers eingeleitet werden. Die Studienstistung baß brutschen Volles. München, 9. Ott. (Wollf.) Am Freitag und Samstag tagt die Zentrale des Arbeitsausschusses der Studienstiftung des deutschen Dolles. Die Etudienstiftung des deutschen Volkes ist zu Beginn des Jahres von der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft ins Leben gerufen worden zu dem Zweck, besonders tüchtigen, begabten und menschlich bewährten armen Abiturienten das akademische Studium zu ermöglichen. In diesem Jahre find insgesamt 681 Gesuche eingegangen. Aus der Zahl der Bewerber konnten 219 zunächst für ein Studienjahr in die Studienliste des deutschen Volles aufgenommen werden. Die gegenwärtige Beratung dient einer Aussprache über die zukünftige Gestaltung der Studienstiftung des deutschen Voller. Zu der MordassLre Rosen. Breslau, 9. Oft (Wolff.) Zu der gestern mit» geteilten sensationellen Meldung eines 'Berliner Blattes über die Mordangelegenheit Rosen, wonach das Ermittlungsverfahren positiv ergeben haben soll, daß die Wirtschafterin Reumann in Gegenwart ihrer Tochter, Frau Standke, zwei Männer zur Ermordung des Prof. Rosen gegen Vorausbezahlung von 200 Mark und das Versprechen einer weiteren Zahlung von 100 Mark gedungen hat, wird von amtlicher Seite mitgetetlt, daß diese Nachricht von Anfang bis zum E n de erfunden ist. Explosion in einer amerikanischen Gasanstalt. St. Louis (Missouri). 9. Oft. (Wolff.) In einer Gasanstalt ereignete sich eine Explosion der Ammoniaktanks, durch die drei Personen getötet und 30 verletzt wurden. Durch die Explosion, welche sämtliche Fensterscheiben des Gebäudes zertrmnmert, wurde ein großer Brand hervorgerufen, der aber aus seinen Herd beschränkt werden konnte. Schweres Dauunglück. In einem Reubau der Eg erschien Porzellan« sabrik Marttnroda bei Ilmenau erfolgte gestern abend ein Deckeneinsiurz. Mehrere Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden drei Tote gemeldet. i "au-iag, LZ & c4b--'65 TQiuten- nn,. ? bte @ Lj^uftoßtn. »l5” Orte» # « tn«n. Si/eLNtufit, *'c betreff 8&S ie eine Protestnote gegen eiben, in dem alle aus« s als bestechlich hin« ) in dem behauptet tourt, 1 Fremden jeder chinefifihe 'ogelfrei erklärt »erde, mbtc verbat /ich ® ichen Korps eine solch >ele Wachte. ler Welt. Nebortstag des i Paul Krüger. !. Oft. (WM. Funispruchj »lütter erscheinen als ®e- iut Erinnerung an den I Krügers, des ersten Pck tonischen Republik. 3n D« illands und von zahlreichen ,« lag i-ut- W£ Pretoria sind zur So •» fast alle N*.^* mmen. 3$re N «H । sä»S ex? ,„ 6m SW* * m A«Md-- °M« -» ! ring»«11 wi”M W in#« «®* Oh. (M) am LA ri° 3“w\ F Ä w«6,i ®itl' WS W, e8 tuten- ■ seu i« t* rn Spulen w° & mCi# Ilgen, begabt«dv ermvglch-N' £ ng0L t 881 S V -Bewerbet ~tu6ienlW ienjahr tn * ^en. eufgenommen^gi^ M öie?l ? er Studie"' . Gestaltung Der en Dolles. f Ilordassäre ^^stern nist' sDM^Ä 2-lÜ? „ Meldung w ^ge?S^Liüvertzebs isversab^en P ,-r> cynta"^ t'nfen LZ.G ign^Ar»»^^ L -l» ’S flt d" Im von 7 bis 9'/, Uhr Schillerstraffe 18. Die Beisetzung findet in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Georg Karl Sehrt, Rektor i. R. Frau Anna Dern Witwe Familie Wilh. Heinr. Dern Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Hilda Hammerschlag geb. Herz Moses Hammerschlag und Frau Max Hammerschlag und Frau. Eliso Luley geb. Heilmann Wilhelm Luley, Rechtsanwalt Fritz Luley, Rechtsanwalt P.iihpp Luley, Reg.-Baumeister Felice Luley geb. Geil Elisabeth Luley geb. Knell Irene Luley geb. Tietz und Enkelkinder. l«1 «Ä ei« i 8‘« Orünberg (Hessen, Forsthaus), Lengfeld (Odenw.), Gießen, 9. Oktober 1925. Allen denen, die uns in unserem schweren Leid treu zur Seite standen und uns ihre Teilnahme zum Ausdruck brachten, herzlichen Dank. Liebigstr. 83 Laden. Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in Treis a. d. Lda. statt 9461V iE', Stimm tnflfiei nl-r Mädchen kann d Schneidern gründlich erL Wo? sagt die GeschäftSst. d. Gieff. An-. (08315 Die Beerdigung findet Montag, den 12. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Israelitischen Friedhofes aus statt 08290V "hl jS hdf) man I««» '.i eigene iw §z tcäre ein die Drennerfrage v&ni Operrii 8h. siebener gndaut nüt WtMnlflüte Thea 2*1 -belİmi)oni Versprecher ®fte $aufe 6ci ^inere Pause fr6«1 e-Sin7w für das V «Mfung der $ »»SST iiet Heute abend 10 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit im 84. Lebensjahr unser lieber guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Daniel Schmall Danksagung. Für die vielen Beweise freundlicher Teilnahme während der Krankheit und nach dem Heimgange unseres lieben Verstorbenen sage ich im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank. bU’I'S, UtÄuMA u' ®ttO f Aatetallea^ Motor- Fahrrädern. Vernickelungswerk Mtaiserallee /, Stadttheater Sonntag, 11. Okt., 1. Solmrag-Mo.-Vrst. von 7 b. geg. 9'/, Uhr Skk SlüllSvIlZ Lustspiel tn 3 Akten von Nickels. c DienStag. 13. Qkt., l.v'ekSlag-Avu.-vrsl. Zu Max Halbe s 60. 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Oktober 1925 Die Beerdigung findet Montag, den 12. Oktober, nachmittags l1/, Uhr, Todes-Anzeige. Heute nacht entschlief sanft mein lieber Mann, unser herzensguter, für uns stets so ireubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Um Hin Hammerschlag im 85. Lebensjahre. Junge Mädchen für leichte Arbeiten gesucht. 9469V Todesanzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied gestern in der Klinik zu Gießen meine liebe, unvergeßliche Frau, unsere herzensgute Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin, Tante und Gote Frau Anna Margarethe Heß geb.Hörber im blühenden Alter von 36 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Heß IV. Familie Heinrich Körber Wilhelm Körber Elise Kürber Familie Joh. Heinrich Heß nebst allen Angehörigen. Rödgen, Watzenborn, den 10. Oktober 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, 11. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Rödgen vom Eltemhause aus statt. 08327 horex- Motorrad 7.6 P. 8. ArcoSport- Motorrad 12. 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Dec ran, lienischen Presse h gepredigt, Äalren an seiner Äordgre Sn Italien hat «r eine Donaulonsote Jugoslawien rersta gegenüber einem d 2eutsch!and winde u ist, daß seit der ' MMisie oon 6( per Dunsch nach in 3/dficn größte Jedes Ding k> gibt sich in diesen 5rage um das lirols. 300000 '< Konen Italienern politische Klugheit a schwer über si faschistischen Pol Deutschen ruhig ' in der ganzen We. so behandelt, wie die öffentlichen Sch vatunterricht, ükersc Nischen Priestern; m rate die Faschistensc müde, national linnen. Die Haup der deutsche . Das Land südlich agrarischen C lchrt, dah nationa tobten möglich, «6U vom Kern bi geschlossen. Die i HvMa' e enlum Teil auch die Te romanischen 6in[d wird gerade but oer Droh wach^ man bereits selb! diese Taktik luöem der deutle'. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater und Großvater Professor Joseph Luley nach arbeitsreichem Leben am 6. Oktober 1925 unvermutet zu sich zu rufen. Beltorolim WSW enwfiehlt feine tolfllitfilea. 9,61 D £cUv. Ang. u. 9465D i Schauspiel tn bret an den Gieff. Anz. I Aufzügen von Halbe. Heues Beos mit 10 Zimmern, Stürbe und Diele, geeignet für (Stuben« tenhanS oder kleine Gemeinde, sofort be- ziehbar, günsttg zu verkaufen Schrift!. Angebote unt 08326 an den Gteff. Anz. Heute nacht 2.45 Uhr entschlief sanft nach langem, mit Geduld getragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutten Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Hainer geb. Schmidt im Alter von 40 Jahren soo m auf 6 Monate bei 30facher Sicherheit u. B0J Mk. Rückzahlung gesucht. Dchr. Angebote unt 08293 an^en^ ®teh Anz^ Zentra heiznngs- beiüeDDDQ morgens, mittags und abends zu ver- Meres, onftünh. »A das btc Hausarbeit versteht und kochen kann, in kl-, ruhigen Haushalt sofort gesucht. Borzustellen von 6—8 Uhr abdS. bet Fran Professor Delbrück, Berg- straffe 9 1. [08611 Wegen Erkrankung m. jetzig. 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Schenk schien in Stimmung und spjelte und sang mit einem entzückenden Charme, der ungemein Wohltat. Den etwas billigen Scherz in der Ohnmachtsszene verzeiht man ihm dabei germ Die beiden andern Gäste' Anita Franz (Kurfürstin Marie) und Georg Ernst (Graf Stanislaus) schienen etwas farblos und matt. Paul Westermeyers Professor Würmchen sei noch wegen seiner guten Charakterisierung erwähnt: die übrigen: „Grüß Euch Gott! Alle miteinander!" so mag man über dessen Schicksal vorläufig beruhigt sein. Eine Zurückstellung der Brennerfragc Hal auch in O e st e r r e i ch s e l b st ein verschiedenes Echo ausgelöst. On kon'ecvativen Kreisen Oesterreichs ist man allzuleicht geneigt, die durch den politischen Fernblick gebotene Zurückhaltung Deutschlands als nationalen Verrat hinzustellen. On die'em Zusammenhänge sei nur daran erinnert, daß gerade von jenen Kreisen der auch heute noch nicht aufgegebene Plan ausging, Oe st erreich in eine Personalunion mit 3 t allen zu bringen: man führte wirtschaftspolitische Erwägungen dafür ins Treffen und auch die dadurch möglich gewordene Wiedervereinigung mit dem Deutschtum Südtirols. Es soll über diese 3dee hier kein Werturteil gefällt werden: auf welcl em Wege aber das deutsche Gesamtintereffe eher gewahrt wird, durch einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland ohne Südtirol, oder durch den an 3talien, vielleicht, aber kaum wahrscheinlich, mit Südtirol, darüber gibt es wohl reine Diskussion. Für Deutschland muh die Brennersrage gegenüber der Anschluhfrage von sekundärer Bedeutung sein. Das Publikum erkannte den Fleiß und die Anteilnahme des Ensembles an und kargte nicht mit seinem Beifall, älnd so herrschte in dem festlich vollen Hause den ganzen Abend über eine frohe Stimmung, die als gutes Omen bei Beginn der Spielzeit gern festgestellt werden soll, e-s. Tausend Jahre rheinische Kunst. Dr. H. Lempertz In der Dortragsvereinigung. Die Dortragsvereinigung hatte am Donnerstagabend in die neue älniversitätsaula eingelaoen, wo Dr. H. Lempertz -Köln über das Thema. „Ein 3ahrtausenb rheinische Kunst" sprach. Das Rheinland hat schon zur Zeit der Römer und ihrer Besiedelung des linken Rheinufers mit starker Eigenkultur die fremden Ele- mente mit Bodenständig-Eigenem durchdrungen. Unö auch diese Zeit muß man, den Rahmen des Themas sprengend, hinzunehmen, wenn man die rheinische Kultur in ihrer überall durchdringenden Eigenart ganz erfassen will. Das Rheinland hat, vermöge seiner besonderen Lage, stets eine Vermittlerrolle gespielt, sei es vom Westen zum Osten oder vom Süden zum Rorden. Schon die Porta Rigra zu Trier (3. 3hdt.) zeigt durch den griechisch-römischen Grundton der Klarheit und Großzügigkeit eine leichte Auflockerung der Fläche durch das ästhetische Moment der Wider- holung. Durch Karl den Großen kamen südliche Motive und südliche Bauart an den Rhein, deren Vorbilder in Ravenna standen. 3m 10. bis 11. 3ahrhundert belebte sich die glatte Fläche in der Sehnsucht nach Körperlichkeit mehr und mehr zu dreidimensionaler Körperlichkeit. 3n der Architektur beginnt das rheinische Eigenleben am deutlichsten in der Matthias- Kapelle zu Schwarzheindors (1160) sich durchzusetzen. Die Auflösung des Profils durch das Wechselspiel von Mauer und Säule geht parallel mit der Modellierung des Gesamtkörpers. Die aufdännnernde Gotik bringt in die dunkle Abgeschlossenheit der romanischen Kirche das Spiel des Lichtes. Auch mildert sie die noch byzantinisch strenge Konventionalität dec Plastik durch französische Beweglichkeit, wobei die rheinische Liebenswürdigkeit, die leicht an Weibliches an- klingende Haltung der Gebärde und die Lust am Fabulieren sich mit hineinwebt. Die Kirchenbauten zu Limburg, Heisterbach Freyburg sind Belege dafür. Die Rot der Zeit, Pest, Mißwachs, Brand, ließen religiöse Schwärmer ausstehen, deren Geistesrichtung ihren Riederschlag fand in der immer krasseren Leidensdarstellung Christi der älngackeuze. Ommer lebensnaher wird die Darstellung der Künstler. Der Meister des „Marienlebens" sieht schon den Raum als Eigenwert in der Komposition der Bilder. Die Gestalten, die bisher in genialer Llnbetontheit sich dem Bildganzen zugunsten seiner Hauptfigur eingliederten, fangen sevständig zu leben an und auch die Farben bekommen ihre eigene, neue Bestimmung. Hier sind bereits die ersten Lebenszeichen der erwachenden Renaissance zu spüren, die auch die Architektur dahin beeinflußte, die strenge Dreiteilung des KivchenschiffeS aufzuldsen Hörer ging dahin, dem ausgezeichneten Redner bald wieder mit gleich lichtvollen und Intcp- essantcn Darbietungen zu begegnen. — Die Madrigal-Vereinigung Darmstadt gab unter Leitung von Privatdvzent Dr. Friedrich Roack gestern abend im Kurhause ein Konzert, das sich cineä vorzüglichen Besuches erfreuen konnte. Alte Lieder und Madrigale, Volkslieder und Kunstlieder auS neuerer Zeit kamen zum Vortrag. Obwohl die Darbietungen auf künstlerischer Höhe standen, verhielt sich das Publikum zunächst zurückhaltend unt> verstand sich, erst im Verlauf des Konzerts, als altbekannte Volkslieder zum Vortrag kamen, zu stürmischem Beifall. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 9. Oft. Der Kreiskassen- obermspckwr Hansel wurde durch Beschluß des Kreisausschusses mit Wirkung vom 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Als Rachfolger, als Kreiskassenrechner, wurde der seitherige Krcisrechnung5inspektor Hofmann bestimmt. Die Stelle des Kreisrechnungsinspektors wird vorerst nicht wieder besetzt werden. — Die hiesige Landwirtschaft hat dieses Oahr eine besonders gute Kartoffelernte zu verzeichnen, die alle Erwartungen weit übertroffen hat. Auch die Obsternte war durchweg gut. — Der in Büdingen beheimatete Storch, der auf dem Rathaus sein Rest hat und schon seit mehreren Wochen nach dem Süden verzogen schien, ist heute plötzlich wieder zurück- gekehrt. Dieser Vorgang ist bis heute noch nicht beobachtet worden. Was mag der Storch nur beabsichtigen? Kreis Schotten. lg. Gedern, 9. Oft. Wachtmeister Rau, der mehrere Oahre am hiesigen Orte tätig war. wurde mit Wirkung vom 15. ds. Mts. nach Heppenheim a. d. Bergstraße verseht. Wir verlieren in ihm einen allezeit pflichtgetreuen Beamten, der sich durch sein aufrechtes Wesen die Wertschätzung weiter Kreise gewann. Kreis Lruterbach. !*! Lauterbach, 9. Oft. Die Wohnungsnot konnte durch den Reubau von 14 Familienwohnungen, die dieser Tage zum Teil bezogen wurden, bedeutend gemildert werden. Dor Rest wird am 15. Rovember bezugsfertig werden. letzten Oahrzehnten Walnuhbäume an»u» pflanzen. Der Verbrauch der wohlschmeckenden, gesunden und nahrhaften Früchte steigert sich von Oahr zu Oahr. Kaum eine andere Baumfrucht wird von den Kindern so freudig angenommen, als gerade die Walnüsse. Auch zur Anpflanzung an den Landstraßen eignet sich der Ruhbaum. Hessen-Nassau. <> G ladenbach, 9. Ott Heute morgen gegen ülhr brach in dem Anwesen des Spediteurs Decker, Bahnhofstraße 2—4, aus unbekannter ülrsache Großfeuer auS. Die Stallung und der Dachstuhl des Doppelh au* s e s brannten vollständig a b, die übrigen Stockwerke wurden stark beschädigt. Dank dem raschen Eingreifen der hiesigen Freiwilligen und Pflicht- feuerwehr wurde eine weitere Ausdehnung des Brandes auf die benachbarten, mit großen Ernte» Vorräten gefüllten Scheunen verhindert und unübersehbares Ülnheil von der Gemeinde abgewendet. bl. Aus dem Dilltal, 9. Ott. Der den diesjährigen Ob st Versteigerungen hielten sich die Angebote in mäßigen Grenzen. Der Preis stellte sich auf 12 bis 15 Mark je Zentner. Der Ertrag an Aepfel war gut; Dirnen und Pflaumen gab es weniger. fpd. Frankfurt a. M., 9. Oft. Die Gemeindevertretung Sossenheims nahm den vom Bürgermeister entworfenen Gingemein- dungsvertrag mit Frankfurt an, der bei der Verabschiedung noch einige Zusatzforde- Aus der Provinz. Landkreis Gießen. • Wieseck, 10. Oft. Das Fest der Goldenen Hochzeit feiern heu.e. 10. Oktober, in voller Rüstigkeit die Eheleute Talth. Schnabel. : Aus demBuseckerTal, 9. Oft. Om Laufe dieses Sommers wurde an Waldrändern und Bergäbhängen des öfteren, namentlich durch Kinder, eine Schlangenart gefangen und getötet, die man als Kreuzottern zu bezeichnen glaubte. On Wirklichkeit waren es Verwandte der ganz harmlosen Ringelnatter, die Schlingnattern oder auch glatte Rattern genannt. Sie erreichen wohl dieselbe Länge wie die Kreuzotter, etwa 80 Zentimeter, unterscheiden sich aber von dieser durch einen dunkleren Fleck im Racken und zwei Reihen derselben Flecken, die sich über den Rücken hinwegziehen. Schlingnatter heißt sie, weil sie ihre Deute mit einigen Windungen ihres biegsamen Leibes umschlingt, während die Kreuzotter ihre Opfer durch einen Dih ihrer Giftzähne tötet. Man nennt sie such noch glatte Ratter, weil sie vollkommen glatt ist, während die Schuppen der Ringelnatter gekielt sind. Die Schlingnatter nährt sich t>on Eidechsen. "Blindschleichen und kleinem Ungeziefer und ist für den "Menschen völlig ungefährlich, genau wie die in unserer Gegend immer seltener werdende Ringelnatter, die allerdings bis 1 Meter lang wird. Man sollte auch die Schlingnatter, die sonst nur in Gebirgsgegenden angetroffen wird, vor der Ausrottung bewahren. — Wer gerade Glück hat, kann zuweilen in unserem Tal ein seltenes Stück unserer heimischen Dogelwelt bewundern. Es ist ein Pärchen Gabelweihe, im Volksmund „Gabelschwanz" benannt. Diese Vögel, es find Raubvögel, haben die Größe eines Mäusebussards. Ohren Horst haben sie errichtet im höchsten Gipfel eines Daumes im Eichwald zwischen "Bersrod und Allertshausen. Die Förster sind von ihren Oberförstereien beauftragt, diese so selten gewordenen Vogel zu schonen. — Eine ganze Kolonne Elstern kann man täglich im Wäldchen bei Dersrod beobachten. Die scheuen Vögel durchstreifen von dort aus. von Hecke zu Hecke fliegend, daS ganze Feld. t Grünberg, 10. Oft. Zu dem am 14. und 15. Oktober hier stattfindenden GalluSmarkt, verbunden mit Ferkelmarkt, wird seitens der Stadtverwaltung und der Geschäftswelt eine rege Tätigkeit entfaltet. Große Mengen von Waren jeglicher Art werden in die Stadt geschafft, um die Lager und die Derkaufsstände zum Gallusmarlt recht reichlich auszustatten. Die Käsewiese, der Platz des Gallusmarttes, hat sich für dieses Oahc als zu klein erwiesen, es mußte deshalb noch Privatbosih herangezogen werden. Außerordentlich zahlreich liegen die Anmeldungen vor, kommen doch nicht weniger als fünf Karussels verschiedener Art, mehrere Schiffsschaukeln und Schießhallen, Panorama, Zirkus, Tauchergruppe, Tierschau und eine große Anzahl neuer Sehenswürdigkeiten. Weit über 600 Derkaufsstände sind angemeldet, darunter sehr bedeutende. Zum erstenmal wird in diesem Oahre ein großes Kaffeezelt errichtet, was besonders für die Auswärtigen von Dedeutung ist. Die namhaften Hotels und Restaurants machen die arößten Anstrengungen, um ihren Gästen ein reichhaltiges und abwechie- lungsvolles Programm zu Meten; genannt seien hier das Hotel „Hirsch", der „Wilde Mann", sowie daö Restaurant Wilh. Zumpft und Gast- und Lichtspielhaus Deltrop. On der Turnhalle gastiert die Gruppe Henrich Frankfurt-Griesheim, die hier allbekannt ist. Hoffentlich hat nun der Himmel ein Einsehen und schafft seinerseits die Vorbedingungen für ein volles Gelingen des Marktes, damit die Geschäftsleute und Markt- stände auf ihre Rechnung kommen. — Gestern nachmittag wurde unser neuer "Bürgermeister Oöckel durch Oberregierungsrat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen in feierlicher Weife vereidigt und in das Bürgermeisteramt eingeführt. Bürgermeister O ö ck e l versicherte, daß ihm die Förderung des Allgemeinwohls unter Ausschaltung aller Parteipolitik stets die vornehmste Pflicht seines amtlichen Wirkens sein werde. Kreis Friedberg. • Friedberg, 9. Oft. üleber einen schweren Raubüberfall auf einen Frankfurter Chauffeur meldet der Friedberger Polizeibericht folgendes: On der Rächt auf den 9. i>8. Mts., morgens gegen SVt Ülhr, wurde ein Frankfurter Ch auf feur auf der Straße Ober-Rosbach— Friedberg überfallen, und zwar auf folgende Weise: Gegen iy2 älhr wurde der in Frage kommende Chauffeur in Frairkfurt a. M. an dev Hauptwache von einer Dame und zwei Herren beauftragt, sie nach Friedberg, Frankfurter Straße 14, zu fahren. Als er ungefähr zwischen Beinhardshof und Ober-Rosbach fuhr, wo das Schienengleise der Erzgrube die Landstraße schneidet, bekam er den Auftrag, langsam zu fahren. On diesem Augenblick wurde der Wagenführer von einem der Onfaffcn nach vorheriger Zertrümmerung der Glasschuhscheibe mit einem dicken Stein auf den Hinterkopf geschlagen, so daß er besinnungslos wurde. Der Chauffeur besaß jedoch noch soviel Geistesgegenwart, den Wagen zum Stehen zu tringen. Die 3nsassen benutzten diesen günstigen Moment, sprangen aus dem Wagen, ergriffen die Flucht und entkamen unerkannt. Die Täter werden wie folgt beschri^en: Die beiden männlichen Personen: 1. Etwa 25 Oahre alt, grauer Airzug, 1,60 Meter groß, hellblonder Bart. 2. Etwa 28 Oahre alt, dunller Anzug, 1,68 Meter groß, dunkelblonder Haar-Anflug. Die weibliche Person: ülngesähr 23 Oahre alt, Größe 1,63 Meter, dunkelblondes Haar, ohne Hut und trägt aus der Bluse einen roten Selbstbinder. Da bis jetzt jegliche Spur Von den Tätern fehlt, bitten wir sachdienliche Mitteilungen an das Friedberger Polizeiamt, Kriminalabteilung, gelangen zu lassen. 2$. Bad-Rauheim, 9. Oft. Die Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft, der See- berein und die Ortsgruppe beä Vereins für das Deutschtum im Auslande haben sich, wie früher schon eimnal berichtet, zu einer Arbeitsge- meinschaft zusammengeschlossen. Hauptzweck derselben ist die Veranstaltung gemeinsamer Vorträge. Der erste Vortrag dieses Winters fand gestern abend in dem bis zum letzten Platz gefüllten Saal des Sprudelhotels statt. Als Redner war Admiral v. M a n t e y - Berlin, Leiter des Onstttuts für Marinegeschichte und Verfasser des bekannten Buches „Auf See unbesiegt", gewonnen, er sprach über die Skakerrak» schlacht. Der Redner verstand es, die angespannteste Aufmerksamkeit der großen Versammlung an sich zu fesseln, und fand zum Schlüsse wärmste Worte vaterländischen Empfindens, die die Anwesenden zu lebhaftestem Beifall hinrissen. Der Abend, der von Amtsgerichtsdirektor Dr. Fuhr eröffnet und beschlossen wurde, war höchst fesselnd. Der allgemeine Wunsch aller Zu- und den Kirchenraum als eine Ganzheit zu erfassen. Was so fremd aus Otalien nach Deutschland kam, wurde im Rheinland mit rheinischer Lebendigkeit erkannt und in den Riederlanden zu höchster Blüte ausgereift. Denn auch die Rieder- lande rechnen in tieferem Sinn zu Deutschland, und es ist nicht nur die geographische Gebundenheit des Rheinlaufes, die das betont; es ist die rheinisch-deutsche Kulturgemeinschaft, die alles, was an den Ufern des Flusses wohnt, ^ufammen- schließt zu einer geistigen Einheit. Die Renaissance brachte dem Rhein abwärts das italienische Mottv der Loggia. ES wird, dem Drängen nach neuen Formen, nach größerer Ausweitung und nach der Freude am Licht rasch aufgenommen. Die reichen Möglichkeiten der Ontarsienarbeit erschöpfte das rheinische Handwerk in vollendeter Kunst, ebenso wie es in der Bearbeitung deS Porzellans sich ganz auf die spielerische Grazis des so beweglichen Stoffes ein^ufleilen verstand. Das Barock, an Fürstenhöfen zu hoher Blüte gebracht, führte im freiheitlich gerichteten Rheinland eine eigene, hohe Blüte. Schloß Bennrath in Düsseldorf ist eins der bezeichnendsten Beispiels dafür. Die Romantik hat in der Düsseldorfer Malschuls ihren bedeutendsten Riederschlag gefunden. Hans v. Maries, ein geborener Elberfelder, verrät am besten die Freudigkeit am Fluss« der Linien, an dem starken Körpergefühl und der Sinnlichkeit, die alle Dinge mit starker Lebendigkeit und warmem Blute erfüllt. Friedrich von Wille mit seiner angeborenen Liebe zur Eifel gilt als wichtigster Vertreter eines Ompressionis- mus mit jener großgeschauten Erfassung des Raumes, die überall Beziehung zu Luft, Licht und Ülmgebung zeigt. August Macke endlich als Vertreter rheinischer Kunst der Gegenwart, hat in Bonn dieselbe Luft geatmet wie das Oahrtausenü vor ihm. On seinen Bildern wacht beziehungsreich das Wesen der Dinge auf, sie verraten ihr« Ahnen und sprechen von italienischer Farbenfülle, französischer Grazie und deutscher Onnigkett. So ist der Rhein von Straßburg bis Köln! und weiter abwärts bis Amsterdam die große Schlagader, in der ein starkes Gefühl für daS Lebendige in der Kunst fließt. Der- ripuarischa Franke ist der vollkommenste Vertreter jene- lebensfroyen und starken Geschlechtes, das fett einem Occhrtausend deutscher Kultur fremde Güter klug und freudig einverleibte und zu großenk und starken Eigenleben weckte. Spielleitung: (Westermeyer) flott und beweglich. Das Bühnenbild erwies sich im ersten 2TEt in Bezug auf die Dachziegel als renoviert. Die zweite Szene war gut gewollt, leider wurde die künstlerische Einheit des Bildes durch den Durchblick aus der Tür auf Dersehstücke ä la 1901 zerrissen. Om dritten Akt wurde der Himmel derartig mißhandelt, daß es kein Wunder wäre, wenn e£ morgen regnete. Och ließe mir das auch nicht gefallen .... Om übrigen wurde das Orchester von Kapellmeister E. Reff flott dirigiert. Om 2. Akt bei dem Professoren-Duett allerdings hätte eine sorgfältigere Modellierung notgetan. Auch die Ouvertüre brauchte noch eine leichte äleberarbei- tung, um mehr Fluß und Lockerung zu erreichen. Die Chöre waren auf dem Posten. Die Brennerfrage. Von unserem Wiener Berichterstatter, Dr. Emst R i e st n e r. Die Tse.i.enie ch.ä-.lung der Pakckonserenz zu Locarno auf die deutschen Westgrenzen hat die Frage einer Garantie der Brennergrenze durch Deutschland gegenstandslos gemacht. Oene Einschränkung, die offenbar auf den Wunsch Englands zurückzuführen war, sich von kontinentalen Konflikten möglichst femzuhallen, bedingte zugleich auch ein gewisses Abrücken der öst- lichen Rachbarn Deutschlands, sowie Italiens von Frankreich. Polen unterhandelt mit Rußland, die Tschechoslowakei erkundigt sich in Berlin selbst über die Möglichkeiten, eine versöhnlichere Stimmung einzuleiten, ülnd Otalien blickt ebenfalls nach Rorden. Die Absetzung der Drennerfrage von der Tagesordnung der Paktkonferenz gibt Anlaß zu taktischen Erwägungen, wobei nicht zu übersehen ist, daß die Aufrollung der Brennerfrage durch Musfolini eigentlich verrät, baß man in Otalien mit der Möglichkeit des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland rechnet, da nur dann Deutschland in die Lage käme, eine Drennergrenze, die ja seine eigene sein müßte, zu garantieren. ES wäre ein politischer Fehler, wollte man die Brennerfrage in einem Zeitpunkt aktualisieren, da die Absprengung Otaliens von der Entente in den Bereich der Möglichkeit gerückt ift Kürzlich ging die Mitteilung eines deutschen Generals durch die Presse, daß Mussolini ein Angebot gemacht hat, das letzten Endes auf ein deutsch-italienisches Militärbündnis hinauslief. Die'e Meldung würde nicht nur der impulsiven Art Mussolinis, sondern der allgemeinen politischen Entwicklung auf dem Kontinent überhaupt entsprechen. Ein Ausbau der italienisch-deutschen Teziehungen müßte vor allen politischen Belastungen sorgfältig serngehalten werden. Verhältnismäßig geringste Bedenken noch würde ein Aufrollen der Anschluhfrage erregen. Der franzosenfreundliche Teil der italienischen Presse hat zwar stets den Grundsatz gepredigt, Otalien dürfte im eigenen Onteresse an seiner Rordgrenze keine Großmacht dulden. Sn Otalien hat man darunter in erster Linie eine Donaukonföderation oder ein übergroßes Jugoslawien verstanden, während die Stimmung gegenüber einem durch Oesterreich vergrößerten Deutschland mindestens eine geteilte war. Sicher ist, daß seit der Amovierung der italienischen Wunschliste von der Tagesordnung in Locarno der Wunsch nach Verständigung mit Deutschland in Otalien größte Resonanz gefunden hat. Oedes Ding hat zwei Seiten. Zunächst ergibt sich in diesem Zusammenhänge die bange Frage um das Schicksal Deutschsüd - tirols. 300 000 Deutsche stehen nahezu 40 Millionen Otalienern gegenüber. Bei aller, durch politische Klugheit gebotenen Zurückhaltung ist es schwer über sich zu bringen, angesichts der faschistischen Politik gegenüber den südtiroler Deutschen ruhig Blut zu bewahren. Rirgends in der ganzen Welt wird eine deutsche Minorität so behandelt, wie in Südtirol. Man italienlfiert die öffentlichen Schufen, verbietet deutschen Privatunterricht, überschwemmt das Land mit italienischen Priestern: man zwingt deutsche Gemeinderate die Faschistensahnen zu küssen und wird nicht müde, nationale Demütigungen zu ersinnen. Die Hauptsache aber bleibt doch, daß der deutsche Kern unberührt bleibt. Das Land südlich des Brenners trägt dazu agrarischen Charakter; und die Geschichte lehrt, daß nationale Entwurzelung wohl in den Htädten möglich, bei einem Bauernvolk, noch dazu vom Kern der Tiroler Aelpler, ist sie ausgeschlossen Die italienische Schulpolitik mag ein Analpha e ettun le anzüchfen; Deam.entum, zum Teil auch die Geschäftswelt mag einen stärkeren romanischen Einschlag bekommen. Aber selbst hier wird gerade durch den faschistischen Ifebermut der Trotz wachgehalten und verhärtet, so daß man bereits selbst in Rom einzusehen beginnt, daß diese Taktik nicht zum Ziele führt. Halt zudem der deutsche Reisestrom nach Südtirol an, Gießener Stadttheater. „Der Vogelhändler". Operette von K. Zeller. Das Gießener Stadttheater begann seine Spielzeit mit einem Gastspiel des Offenbacher Operetten-Ensembles. Der erste Theaterzettel vermied es, den Ra- men des Komponisten zu verraten, auch hielt er sein Versprechen nicht, größere Pausen durch Glockenzeichen bekannt zu geben. So verstrich die erste Pause bei Dunkelheit auf den Fluren nutzlos, die Heinere Pause, in der das Publikum sich draußen erging, wurde dagegen so kurz gehalten, daß für das Vorspiel zum nächsten Akt eine wesentliche Bereicherung durch die musikalische Mitwirkung der Türangeln herauskam. Temperamentvolle Auseinandersetzungen bei offener Szene hinter den Kullfsen sind ja seit der Wiener Spuck-Affäre nichts neues mehr. Herr „Quatsch" holte sich dabei einen leichten Heiterkeitserfolg. , Die Fabel: Adam, der Dogelhändler aus Tirol. liebt die Briefchristel in der Pfalz. Oedes 3ahr kommt er mit seinen Vögeln herüber. So auch diesmal. Gerade am selben Tage halt aber der Kurfürst Oagd in jener Gegend Baron Weps, sein Waldmeister, besorgt die zu schießende Wildsau, nicht ohne dabei einen kleinen Affen mit Heimzutragen. Sein Reffe, gleich ihm in großer Geldverlegenheit. spielt die Rolle des plötzlich abflerelften Kurfürsten, so daß sein Oheim seine nicht ganz einwandfreien Geldgeschäfte prompt erledigen tann. Die Briefchristel erbittet in Pri» vataudienz im Pavillon ein Amt für ihren geliebten Adam — da kommt, verllerdet die KurfÜrsttn Marie dazwischrn. Es gibt ein hell- lvses Durcheinander, das sich langsam im zweiten Härt und nach einigen kurzen Verwicklungen im dritten zur allgemeinen Befriedigung restlos gelöst wird. * Heinz Steinbrecher (Adam) führte durch seinen Gesang im ersten Akt den schlagenden Beweis daß er feinen Ramen zu Recht fuhrt. Später (flat justitia) fang er mitunter richtig Glfe Simon, noch vom letzten Winter her bekannt, lang die Briefchristel. Ohr Piano scheint weicher geworden zu sein, im Sorte bleibt die Stimme Immer noch etwas scharf. Etwas mehr rungen erhielt. Augenblicklich schweben noch Der- hanblungen zwischen Sossenheim und Frankfurt a. OH. über einige besondere Bedingungen der Eingemeindung. In Sossenheim hofft man jedoch» daß eine baldige Einigung eintrete. Man glaubt, daß die Eingemeindung bald Tatsache sein werde. Schwere Notlage des Weinbaues in Rheinhessen. -fr Aus Rheinhessen, 9. Oft. Wer das frühere Rheinhessen mit seinem ausgelassenen Leben, feiner langes- und weinfrohen Bevölkerung gekannt, seine von urwüchsigem Humor und überschäumender Lebensfreude getragenen Feste mitfeiern durfte, der ist heute enttäuscht. Rheinhessen ist still geworden, man kennt es nicht wieder . An seinen Grenzen, wo die grünen Fluten des Rheines rauschen und Industrie und Handel im Olkittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens stehen, pulst ja noch starkes Leben. Aber im Innern, wo kaum ein industrielle- Unternehmen anzutreffen ist, ist die Stimmung eine sehr gedrückte. Daran trägt weder der Krieg noch die Besatzung, die hier kaum bemerkbar wird, die Schuld. Der Weinbau hat aufgehört, rentabel zu sein. Die Olt i fr- ernten der letzten Jahre in Verbindung Mit Wein preisen, die unter dem Vortriegs- durchschnttt liegen, haben das Land verarmen lassen und werden, wenn nicht andere Verhältnisse eintreten, die weinbautreibende Bevölkerung dem Ruin entgegenfuhren. Die Wirtschaften sind leer, die Geschäftsleute klagen und die Winzer wissen nicht, woher sie das Geld zum Bezahlen ihrer Steuern und Olbgaben nehmen sollen. Die schwere Arbeit in den Weinberaen, die jahraus, jahrein auf den Winzern lastet, brachte eine Vernachlässigung der Viehzucht mit sich, die sich jetzt bitter rächt. In Ställen, in denen einst 10 und 12 Stück Rindvieh standen, findet man jetzt noch 3 und 4. Es fehlen die Mittel, den Viehstand zu ergänzen und aufzufrischen, um wenigstens aus der Milchwirtschaft sich sichere Einnahmen zu verschaffen. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage macht sich eine starke Abwanderung bemerkbar. Ein bekannter Marktflecken, dessen Bevölkerung sich während Jahrzehnte um die Zahl 1100 bewegte, ist jetzt auf 600 zurück- gegangen. Unter der Einwirkung dieser wirtschaftlichen Depression haben auch die Gemeinden als solche stark zu leiden. Die Gemeindekassen sind leer und selbst dringende Bedürfnisse können nicht befriedigt werden. Schulen und Kirchen, Pfarr- und sonstige Gemeindehäuser können nicht hergerichtet werden, weil das dazu nötige Geld fehlt. Man beschränkt sich darauf, nur das unumgänglich Notwendige zu bewilligen. Die Erkenntnis, daß der Weinbau unseren Zeilverhältnissen nicht mehr Rechnung trägt, hat schon viele Winzer veranlaßt, Weinberge, die al- Aecker Verwendung finden können, auszustechen und anders zu bewirtschaften. Die Gemarkungen mit Qualitätsweinen werden sich durch chre hohen Wein- Preise auch für die Zukunft durchzusetzen wissen. Wie aber den Produzenten der weniger begehrten Landweine zu helfen ist, da- ist «ne Frage, für die eine Lösung gefunden werden mufr soll nicht eine überaus fleißige und strebsame 03e- völkerung wirtschaftlich zu Grunde gehen. Kunst und Wissenschaft. Zur SO. Wiederkehr des Geburtstages von Erwin Nohde. Erwin Rohde war eine der kraftvollsten Gelehrlenpersöiilichkeiten der vorigen Generation gewesen. Auf dem weiten Gebiet der griechischen Philologie waren seine Forschungen bahnbrechend. Am 9. Oktober 1845 als Sohn eines Hamburger Arztes geboten, hatten begeisternde Lehrer schon aus der Schule die Liebe des Knaben zum Griechentum geweckt. 1865 bezog er die Universität Bonn, um sich dem Studium der klassischen Philologie zu widmen. Rach wenigen Semestern folgte er seinem Lehrer Ritschl von Bonn nach Leipzig. Hier lernte et Rietzsche kennen und sofort schlang ein sicherer Instinkt zwischen den beiden Ausnahmemenschen ein Freundschaftsband, das für das ganze Leben hielt. Als dritter gesellte sich Richard Wagner dem Freundschaftsbund zu. Die Freunde schwelgten in Philosophie und Musik. Als Rohde dann nach Kiel ging, um seine philologischen Studien zu beenden, begleiteten ihn unvergeßliche Erinnerungen an das Erleben mit den Freunden. 1869 unternahm Rohde eine längere Reise nach Italien, um sich ein Jahr später in Kiel zu habilitieren. 1872 rückte er zum Extraordinarius auf. 1876 wurde er als Ordinarius nach Jena berufen, 1878 fiedelte er nach Tübingen über. 1886 folgte er einem Ruf nach Leipzig, noch im Herbst desselben Jahres nach Heidelberg, wo er bis zu feinem Tode 1898 wirkte. — Als Privatdozent hatte Rohde schon 1871 Vorlesungen über die Geschichte des griechischen Romans gehalten. Aus dieser Arbeit heraus entstand sein zweibändiges Werk „Der griechische Roman und seine Vorläufer" (Breitkopf & Härtel, Leipzig, 1876, 2. Auflage 1900), das für die philologische Methode richtunggebend wurde. Vor allem hat Rohde auch der Forschung über die griechische Religionsgeschichte neue Wege gewiesen mit seinem unsterblichen Werk „Psyche, Seelenkult und Unsterblichkeitsglaube der Griechen" (Mohr, Tübingen, 1894; anläßlich der 80. Wiederkehr von Rohdes Geburtstag ist die 9. 10. Auflage als Jubiläumsausgabe erschienen). Rohdes kleinere Abhand- lungen sind in zwei Bänden gesammelt erschienen (Mohr, Tübingen, 1901). Besonders anziehend wirkt bei Rohde die vollendete Form, in der er die Ergebnisse seines umfassenden Denken- wieder- gibt. Er verbindet mit seiner Gelehrtennatur ein Stück Künstlertum. Otto Crusius hat uns in seiner feinsinnigen Biographie Rohdes (Mohr, Tübingen, 1901) ein schönes und vollendetes Bild des Gelehrten und des Menschen gezeichnet. Joseph Rosenstvck Generalmusikdirektor des Hess. Landestheaters. Darmstadt, 10. Oft. Zum Rachfolger des verstorbenen Generalmusikdirektors Michael Dal- ling wurde der seitherige erste Kapellmeister deS Hess. Landestheaters Joseph R o s e n st o ck ernannt. Joseph Rosenstock stammt auS Wien, wo er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst ein Schüler Franz SchreckerS war, dessen Unterricht er im Klavierspiel und in KompositivTislehre genoß. Er wirkte dann mehrere Jahre als Pianist in der Oeffentlichkeit und wurde zweiter Kapellmeister beim Philharmonischen Chor in Wien und sodann Lehrer an der Opernschule und Hochschule für Musik in Berlin. Rach kurzer Wirkungszeit als musikalischer Assistent am Württembergischen Landes- theater in Stuttgart kam Joseph Rosen- stock im Jahre 1922 als Kapellmeister an das Hessische Landestheater In Darmstadt. Im Sommer dieses Jahres wurde er zum ersten Kapellmeister ernannt. 50 Jahre Ordinarius. Anläßlich des 50jährigen Jubiläums als Ordinarius an der Universität Marburg wurden dem früheren langjährigen Direktor des Ch«nifchen Instituts, Geh. Rat Prof. Dr. Z i n ck e , zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil, u. a. durch die Spitzen der Universität, den Kurator, den Rektor und die Dekane. Don der Universität Frankfurt. Geheimrat Prof. Dr. H e l m b e r g e r, derzeit Rektor der Universität Bonn, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger von Prof. Max Ernst Mayer angenommen. Damit ist cs endlich gelungen, den seit 2' 2 Jahren verwaisten Lehrstuhl für Straf- und Kirch e n r e ch t nach langen Bemühungen mit einem Kriminalisten von internationalem Ruf zu besehen. Turnen, Sport und Spiel. Slädtewettkampsim Kunstturnen Eisenach — Fulda—Gießen. Zu dem morgen stattfindenden Wettkampf tritt die Gießener Mannschaft (T. V. v. 1846) in folgender Aufstellung an: Reuter, Daum, Böck- lein, Hofmann, Strack, Kreiling, Gartenschläger. Dies ist das letzte Treffen genannter Städte. Es wird ein heißes Ringen geben, denn jede Mannschaft wird alles daran fetzen, den Kampf für sich zu entscheid-n. Der Besuch dieses Wettkampfes ist daher nochmals jedem zu empfehlen. Für die Mitglieder des 0kreht8 sind die Preise entsprechend herabgesetzt. Siehe heutige Anzeige. Amtsgericht Wetzlar. ü W etz lar, 8. Oft. Dem Betriebsleiter Hermann G. von Wetzlar war wegen Verübung groben Unfugs — er hatte in »iner Straße von Wetzlar uriniert - durch die Polizeiverwaltung Wetzlar eine Strafverfügung über 9 Mk. Geldstrafe zugestellt worden. G. beantragte hiergegen gerichtliche Entscheidung. Das Gericht vermochte in der Handlungsweise des Angeklagten keine Uebertrelimg des § 360 Ziffer 11 — grober Unfug — zu erblicken, weil zu der fraglichen Zeit keine Leute auf der Straße waren und daher eine Belästigung des Publikums nicht in Frage kam. Auch konnte von einer Verunreinigung der Straße feine Rede sein, da es in der betr. Nacht regnete. Weiter hatte der Angeklagte dem Polizeibeamten seinerzeit einen falschen Namen angegeben. Infolge eines Formfehlers in der polizeilichen Strafverfügung — es war nämlich nur das Strafgesetz, nicht aber die strafbare Handlung in demselben enthalten — konnte auch wegen dieses Deliktes keine Destrap fung erfolgen. Das Gericht erkannte daher auf Freisprechung. Der Maurer Wilhelm K.» b?; Optiker Heinrich G. und der Hilfsarbeiter Heinrich ^E. auS Garbenheim hatten in einer Nacht im 3ult durch Singen auf der Orts st raße groben Unfug und r u h e st ö r e n d en Lärm verübt. Die Polizeiverwaltung diktierte dieserhalbi jedem 30 Mk. Geldstrafe zu, wogegen sie gerichtliche Entscheidung beantragten. In der heutigen! Verhandlung gaben die Angeklagten zu, gesungen zu haben, doch sei dies außerhalb des Ortes gewesen, während der Zeuge, Nachtwächter 21, eidlich ausfagte, daß die Angeklagten am Ausgang des Dorfes, wo noch drei Wohnhäusev stehen, gesungen haben. Das Gericht ermäßigte die Strafen auf je 10 Mk., Hilfsweise 2 Tage Haft. Wegen Ueberftb Leitung der Polizeistunde hatten sich der Wirt Paul G., der Kaufmann Willi W., der Fuhrunternehmer Theodor W.. der Kalkulator Willi Th. und der Lehrer Jakob Sch. alle von Wetzlar, zu verantworten. Den Vorgenannten waren durch amtS- r ich! erliche Strafbefehle Geldstrafen über je 5 Mk. zudiktiert worden, weil sie an einem Tage im Juli über die Polizeistunde vergilt hatten. Hiergegen erhoben sie Einspruch Die Verhandlung ergab folgendes: Der Wirt G. hatte im Juli anläßlich seines Geburtstages die übrigen Angeklagten zu einer Familienfeier geladen. Da private Räume nicht zur Verfügung standen, wurde die Feier im Wirtslokal abgehalten. 2llle Angeklagten wollen sich aus diesem Grunde für berechtigt gehalten haben, über die Polizeistunde hinaus zu verweilen, und bestritten daher jegliche strafbare Handlung. Das Gericht kam auch zu einem freifprechenden Urteil, da es die Angeklagten nicht als „Gäste" im Sinne der Verordnung ansah, zumal der Wirt die Angeklagten zu einer Geburtstagsfeier eingeladenj hatte. Klavierspiel verschönt das Leben im eig. Heim bei Benutzung der weltberühmten Grotrian Steinweg-Instrumente 'Alleinvertretung: „ Pianohaus August Förster Fernruf Nr. 1367 GIESSEN Bahnhofstr. 65 B Qegr. 1876 - Filiale: Lieh (Oberhessen) Reit- und Fahrklüb Gießen und Umgebung Sonntag, 11. Okt., nachm. 2 Uhr, auf Blchler's Hardt (Rennbahn) Internes Reit-Turnier mq anderen Plätze 50 Pf. Abends 8'/, Uhr: Gemütliches Beisammensein mit Preisverteilung im „Hotel Hindenburg11 Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Gikmeier & Loeb. Gießen, und das. jenige deren Inhaber: des Kaufmanns Sally Loeb, Gießen, und des Kaufmanns Friedrich Eikmeier, Gießen wird heute am 9. Oktober 1925. vormittags 11'/, Llhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Stahmann Louis Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Koukursforderungen find bis zum 31. Oktober 1925 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschluhfaffung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schuffes und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag, den 13. November 1925, vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Sitzungssaal Nr. 101, Termin anberaunU. 9488c Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmaffe gehörige Sache in Befih haben oder zur Kvnkursmaffe etwas schuldig find, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Derpstichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 31. Oktober 1925 Anzeige zu machen. Heffisches Amtsgericht in Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Die Personenstandsaufnahme nach dem Stand vom 10. Oktober 1926. Durch Beamte des Polizeiamts Gießen werden an alle Wohnungsinhaber Woh- nungslisten ausaegeben, die von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung nach dem Stand vom 10. Oktober 1925 auszu- füllen und alsbald dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter zu übergeben sind. Die Nichterfüllung dieser Verpflichtung kann mit Geldstrafe belegt werden. Die näheren Bestimmungen bezüglich der Eintragungen sind au8 den Vordrucken ersichtlich. 9232B Gießen, den 3. Oktober 1925. Der Oberbürgermeister. 3. B.: Dr. Seid. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. rt wurde heule bei der Firma Main-Weser-Basalt- werke, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Saasen bei Gießen in Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesell- schafterversammlung vom 16. Mai 1925 ist das Stammkapital auf 18000 Reichsmark umgestellt worden. § 5 der Satzungen ist geändert. Gießen, den 5. Oktober 1925, 9458c _________Hessisches Amtsgericht.________ Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 14. Oktober und wenn nötig, Donnerstag, dem 15. Oktober 1925, jedesmal mittags von 12 Ahr an, werden im Hofe des Städtischen Hospitals, Asterweg 25, eine große Anzahl zum Teit noch sehr gut erhaltener Gegenstände, aus Nachtäffen herrührend, wie Möbel, Küchengeräte und dergleichen mehr, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert, Gießen, den 7. Oktober 1925. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). __________I. V.: Or. Seid. 9455c Bekanntmachung SperrzeilfürTauben £ie Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 12. Oktober bis 9. November 1925 einzuhalten, andernfalls die Tauben- Halter zu gewärtigen haben, dah sie bestraft und die Tauben von dem Feld- schutzpersonal abgeschoffen werden. Gießen, den 5. Ottober 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: vr. R 0 s e n b e r g. 9489B Bekanntmachung. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Rodheimer Straße zwischen der Eisenbahnunterführung und der Krosdorfer Slraße tollen in zwei Losen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck sind spätestens am Freitag, dem 16. Oktober d. I., vormittags 11 Ahr, im Stadtbauamt abzugeben. Daselbst sind Angebotsvordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Oktober 1925. Stadtbauamt Gießen. Braubach. 9490B Fr. ff Seltersweg 81 A /ßlelefeld.Herryiwäschev Spezialität: Oberhemden ’ n eb fflefl. Erstklassige Aus-, 1 führung. Eigene Fabrika-/ X tlonin Biele f eld. Reich hal-Zl \tlg sortiertes Lager in fi X^weißen u. farbigen Zf Stoffen, Achtung! SM MAM! ßetten-SoHleü ii.WWU.50 3amen-5owno.w Bit. 3.50 genäht Mk. 1.— mehr 56iilireoaralöilaOti! YM. Blum Ktrchenvlatz 8 08325 ta s Slielel Fulda G. 1. Wiche Maschinen für Schreiner, Wagner MM 4624D 5* 1 er v 06 • 3F S » Akkumulatoren- Ladestatlon! Reparaturwerkstatt f.Batterien aller Systeme. 08260 Reparaturen elektr. 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Sie war wieder au, dre Erde zurückgekehrt, über die sie sich eine Viertelstunde lang, nur in Gefühlen und mit der Seele lebend, schwebend erhoben hatte. Am anderen Morgen fand sie in Ingolds Wohnung die ersten hundert Exemplare seiner Schrift und sah und las, als hätte sie leinen einzigen Buchstaben davon gekannt, ilnö aus dieser Schrift reckte sich der Hanns Ingold, der sie an diesen Tisch gezwungen hatte. Sie nahm die Umschläge zur Hand und begann die Adressen zu schreiben. Das Verzeichnis lag neben ihr. Hanns hatte es noch selbst angelegt, die letzten Vamen waren beinahe unleserlich. Als sie auf Ellenrieders Vamen stieß, hielt sie inne, zögerte eine Zeitlang und ließ ihn dann aus. Der Kommerzienrat hatte auf ihre Mitteilung, daß Hanns erkrankt sei, geantwortet, er bedaure das und hoffe, später wieder von ihm zu hören. Ein kurzer höflicher Brief, mit der Maschine geschrieben, mit Vermerk und laufender Äummer versehen und flüchtig unterschrieben. Aber Ruth wollte ihn zum Vorwand nehmen, um den Kommerzienrat zu sprechen und ihm die Broschüre zu überbringen. Schon häufte sich der Stapel gelber Um- schlüge auf dem Tisch. Da stutzte sie. buchstabierte den Namen, der einer der letzten war, und las plötzlich und unwillkürlich laut: Bylander. Das Blatt in ihrer Hand zitterte. Langsam stieg ein Erlebnis aus der Tiefe ihrer Erin, nerung, das. dort untergetaucht, seine volle Frische bewahrt hatte. Als wäre sie auf einmal eine andere Ruth, erlebte sie ihr Verhältnis ' ®er Dirt 11 emer Sammle ’ö.Me nicht 8ur ffleiec m im ■jSÄäS Drucksachen oller Att »XtÄTS die vrühl'sche Unlversttäts-vruSLrLi. R. Longe, (Siehrn. Sthuiftr. 7. I 1 ganzes Leben Jugend I ®anz überwältigt von der Fülle der Teilnahme an unserer goldenen Hochzeit, wie sie sich in Telegrammen, Zuschriften, wundervollen Llumenspenden und sonstigen freundlichen Andenken, vor allem aus unserer alten Heimat Gießen und Umgebung kund getan hat, drängt es uns, dem Gefühl lebhaften Dankes, das uns bewegt, Ausdruck zu geben. Da es unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken, bitten wir, es fteundlich anzunehmcn, wenn wir den Gießener Anzeiger, der ja in jedes Haus kommt, beauftragen, es allen zu sagen, wie wohltuend uns alle Beweise der Teilnahme, der Liebe und Anhänglichkeit sind. Die in Gießen verlebten Jahrzehnte mit ihrem reichen Inhalt sind tief und unvergeßlich in unsre Herzen geschrieben. Lebenslang bleiben wir auch in der Ferne mit Gießen eng verbunden. Pfarrer D. Schlosser und Frau. »©©•©»•eeroee 'Ssroj RiesengSnse, xBpr Enten etc. Re- llUlUl’’luJv fefjafit.hämmer. Stellen- Braunschweig. nadiweis frei. 8064A ÄVaÄ.«MMWMlile. W 7.32 „ 2 schönt das Leben utzung der weltberühmten iweg-lnstrimtite Vertretung: , August Förster ESSEN Bahnhofstr. 65 B alt: Lieh fOberhestn) veraclfrt Rrttiffol Hausbesitzer-Verein (e.u) CteftentaialHMiMMw^ 9529D 9170D Klug muß man sein ! A A Nessel »UL1IAN GISff » ? Gegründet 1851 Gegründet 1851 MWwkl-W |S'»„,.u5 Alicestratze 11 (neben Hess. Hof). Saalbau Sauer Bahnhofstr. 1631 9526D S Möbel Flockköper. i.25,95 Hemdentuch >110,75 Kapital und Reserven 135 000000 RM Zahlreiche Niederlassungen in Deutschland usw., auch Wa**erbruch. Ö r> 1. Vortrag des Herrn Dr. jur. Ruckelshausen: „Das Hypothekenaufwertungsgesetz", erläutert durch praktische Beispiele,' 2. Errichtung einer Kreditorganisation des Zentralverbandes- 3. Gtellungnahme zu den Gtadtverordnetenwahlen- 4. Allgemeine Aussprache. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder gebeten. Letzte Quittungskarte ist zwecks Kontrolle am Saaleingang vorzuzeigen. Der Vorstand. Männer- und Frauenvereiniguflj der Maithäusgemeinde deblEf*traUe9 Anfragen sind z. richten n. Kttln. Ubiorring 24. Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen garnnt. reiner Bic- ncn Bliiteu-Schlcu dcr-Honig edelster Qualität. 10 Psd.- Dose franko Nachnahme 11 Mk.. Halde 6.50 Dtk. Garaniie: Zurücknahme. Rektor SVeinbt, Groh- imkerei n. Honigver- fanbJIemelingenlOS. Keine Beralsstörnog. Naturgem. schmerzlose Be« handL v. Leintenbruch Eröffnung Spesen- und provisionsfreier Depositenkonten Spezial-Arzl Dr. met Königes halt Sprechst. v. 9-1 Uhr am Freitag, «.Oktober, in Morgen Sonntag, abends 8 Uhr Das künstlerische Kabarett-Programm der Frankfurter Rundfunk- Größen Näheres siehe Anschlagsäulen Eintrittspreise: I- Mk. und 2- Mk. 9477c NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 .. . . , , NUR FÜR FRACHTEN: \lordd. 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Okt. 1525, nachzn. 4 Uhr KONZERT in der neuen Aula d Universität Gießen, Ludwigstraße. Mitwirkende: Fräulein Rosemarie Kölke, Men (Sopran) Herr J. Radu, Gießen (Klavier). Zum Vortrag kommen: Männer-, Frauen- und gemischte Chöre von G Angerer, H. Sonnet, W. Beim, C. Kreutzer. A.Uth- mann, Weinreis, 0. Seyffert, C. Kromer. Preise der Plätze: 1. Pl. Mk. 1.50, 2. PL Mk. 1.-, 3. Pl. 75 Pf. Karten im Vorverkauf bei: Challies, Neuenweg, Ob erb ess. Volkszeitung, Gewerkschaftsh., Zigarrengenossenschaft, Walltorstr., Fris. Kleinschmidt. Neustadt 9478D o^xxxaooooooopooccocnoooQocnonocoocc H laufendes niouatitches Einkommen ■ ■ u. Dauerexistenz bietet sich tücht. Ber- ■ ■ tretet« durch Besuch von Landwirten ■ ■ und Btehhaltern. Off. u. Dutat die Schuhe — pflegt das Leder! la Bananen frisch eingetroffen Pfund 70 Pf. „Innrnnf" LedkMittklWg. Mrchenvlav 10. Nuß- \ iz-t. Eier■ \K°h- Anthrazit) ’€n Untonbriketts Buchen-1 Brenn Fichten-1 holz Anmachholz liefert bilL frei Haus. 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Bei dein Aufwecfen der Frage, was zu geschehen hat, um Deutschland zu befähigen, die Wirtschaftskrise zu überwinden, erhebt sich sofort die weitere Frage: „Liegt die jetzige deutsche Arbeit und das aus ihr hervorgegangene Er- Aeugmtr in der Richtung, die Deutschland aus den Wirtschaftskrisen heraus,ührt? ' Alnö im Anschluß daran erwächst die dritte Frage: „Ist die Methodik der deutschen Arbeit, die deutsche Arbeitsweise, eben dieser selben Richtung gemäß?" Die deutsche Handelsbilanz ist passiv. Sie war es schon im Jahre 1913. Aber heute ist diese Passivität viermal so hoch als damals. Betrug der deutsche Einfuhrüberschuß im Jahre 1913 V72L Millionen Mark, so betrug er im Jahre 1924 2600,7 Mil.ionen Marl. Damals konnte Deutschland sich das leisten, und fuhr gut dabei: hatte es doch große ausländische Kapitcr-lsanlagen, die alles abglichen. Heute hat Deutschland reine Verschuldung in irgendwelcher Kreditform. Roch markanter wird das Bild der deutschen Handelsbilanz, wenn wir uns die allerjüngste. Entwicklung ansehen. Beträgt doch für das erste Halbjahr 1925 das deutsche Pas- sivsaldo rund 2,7 Milliarden Mark. 2llso hat Deutschland in diesem Halbjahr dieselbe Alnter- bilanz wie im ganzen Jahr 1924. Besonders bemerkenswert sind die Zahlen, wenn man das große Maß der deutschen Verpflichtungen aus Friedensvertrag und Dawesabkommen noch daneben hält. Wenn nun auch noch berücksichtigt wird, in wie starkem Maße die deutsche verarbeitende Industrie auf Rohstofseinfuhr angewiesen ist, dann erhellt ohne weiteres, daß die Exportfähigkeit der deutschen Industrie das Problem der heutigen deutschen Wirtschaft darstellt. Ausfuhr ist nicht etwas, was man so nebenbei machen kann. Es ist ja verständlich, daß der Bedarf und die Aufnahmefähigkeit des deutschen Annenmarktes zunächst die Aufmerksamkeit auf fich zieht. Selbstverständlich hat dieser Markt, der sich durch die 60-Millionen-Zifser der eigenen deutschen Bevölkerung charakterisiert, eine gewisse Aufnahmefähigkeit, aber er gehört zu einem Wirtschaftskörver, der außerordentlich blutarm ist. Die Reihe der Irrtümer. beginnt jedoch, wenn man glaubt, daß eine Blutzufuhr ausschließlich erfolge durch das Einbringen ausländischer Kredite. Dem ist nicht so. Dem steht Ichon entgegen, daß die ausländischen Kredite überwiegend kurzfristige sind. Und hier beginnt ein weiterer Irrtum, nämlid) der, daß es der deutschen Industrie vorwiegend an Betriebskapital mangele. Der Mangel an Betriebskapital ist zwar offenbar, aber die deutsche Hauptsorge äst tatsächlich Mangel an stehendem Kapital, -nicht an Betriebskapital. Alm ein Geringes ist dies bei eiirzelnen Industrien verschieden. (Der Landwirtschaft fehlt überwiegend das Betriebskapital.) Aber ganz besonders merken diejenigen Industrien wo es fehlt, die heute der rauhen Luft der Welt wirtschaft ausgesetzt sind, also die Exportindustrien. Auch die Schifffahrt und deren Rebenindustrien, wie Werften »sw., sind hier hinzuzuzählen. Aeußerlich kommt Lies zum Ausdruck in der vielfach beobachteten Reigung mancher Industrien, 'die gewährten kurzfristigen Kredite für Betriebsanlagen und Betriebsverbesserungen zu benutzen. Der Weg. der aus den Wirtschaftskrisen her- ousführt, ist der Weg zu Exportgewin- ren. Run kommt der Einwand: Das Ausland feilt ja gar nicht die deutsche Arbeit. Es fällt zunächst aus. in welch' weitem Maße die I n - rustvlalisierung fast sämtlicher 2leberseeländer Fortschritte gemacht hat. C8 ist einfach erstaunlich, wie im Verlauf der letzten zehn Iahre in Alebersee, besonders in Asien, wirtschaftlicher Aufbau betrieben wurde. In der Textilindustrie Europas blieb die Zahl 2er Spindeln konstant: in Asien wuchs sie um 65 v. H.: allein in Iapan vermehrte sich 2ie Spindelzahl während des Krieges um 150 ». H. Die Industrialisierung Chinas ist unbeschreiblich. Stundenlang wandert man durch 2ie Industrieviertel vieler chinesischer Städte, Der Nechtspiegel. kräften) nicht verständlich sind. Es ist übrigens ein Irrtum, daß z. B. das Taylorsystem in Amerika weit verbreitet sei. Im Jahre 1918 arbeitete nur 1,2 v. H. aller fabrikmäßigen Industrien nach diesem System. Cs ist nicht un- intercisant zu hören, was einer der maßgeblichsten Beurteiler dieses Gebietes, ö'- Kieler Ra» lionalölonomen Fr. v. Gottl-O ilien'eld, zum Beispiel über das Ta Korsys.e n äußert. Gr sagt: „Wie sehr der Taylorismus im Taylor,' ffiem arbeitstechnisch schon über," eigen ist, verrät sich schließlich so, daß hier das System mit seinem eigenen Sinn in Wi^e sprach g:rät. Denn alles in allem brächte daö Taylorsystem die Tragödie deS Facharbeiters nit sich, jedenfalls liegt der Taylorarbciicr ausdrücklich über den „Angelernten" hinaus, zeigt diesen „veredelt", um desto schär'er den Fccharbeitcr in sich selber zu verneinen. Aber just auf den Facharbeiter weist der Zeiger der technischen Entwicklung! Als die ,Jc/’tc Konsequenz moderner Technik" ist al'o das Taylorshstem zugleich die hellste Inkonsequenz da-u." Das Airteil des Wiffenschaftle"s interessiert nicht nur wegen der darin enthaltenen Ablehnung, sondern noch mehr wegen des Hinweises auf das, was in der kommenden spezifischen deutschen Betriebswiffenscha't dringend Berücksichtigung finden muh, und das ist die stärkste Hervor.'ehrung der Persönlichkeit, der persönlichen Tüchtigkeit und der persönlichen Intelligenz. Iegliche öde Mechanisierung und Bu» reaukratisierung muß zurü..tree- gegen diese Gesichtspunkte. Rur auf diesem Wege wird es möglich sein, eine Arbeitsweise zu schaffen, mit der cs möglich sein wird, hochwertige Qualitätsware für die Ausfuhr herzustellcn. Ohm Paul. Zu seinem 100. Geburtstage am 10. Oktober. Don Dr.„F. Ernst. Wenn wir heute an seinem 100. Geburtstage .die Gestalt Ohm Paul Krügers auf uns "Dürfen lassen, so haben wir das Gefühl, einer •öagenfigur gegenüberzustehen, einer Erinnerung -aus einer allen verschollenen Ballade, einer 'sremdartigen Ausgeburt Holzschnitthaft dichtender Volksphantasie. So sehr hat die Gegenwart und Sie jüngste Vergangenheit all die gutgebahnten Wege der Empfindung, die zu ihm hinführten. Ichwer wegsam gemacht. Stellen wir uns vor: Lord Roberts, Kitchener und ihre Engländer, Sie Tausende von Burenfrauen und Duren- Zindern in ihren Konzentrationslagern verhungern und verkommen ließen, welche die gefangenen Burenkämpfer durch elektrisch geladene Drähte Steten, fanden die Hilfe eben dieser Buren und derselben Kommandanten, die damals gegen sie Irlbst standen, als es sich 1914 darum handelte, Deutschland klein zu kriegen. Weiter: die schärf- ften Pamphlete, die gegen England und Englands Burenpolitik geschickt wurden, die Zeichnungen ton Veber, Karan d'Arche und Paul, die alles Englische in seiner Perfidie bis unter die Haut entkleideten, sind von Franzosen, von Parisern, Geschaffen, gaben die Ansicht ganz Frankreichs iinb wurden bei ihrem Erscheinen um 1900 in Frankreich begeistert gefeiert, jenes Blatt z. B., auf dem die alte Königin von England vor Yaul Krüger von ihrem Thron herunterrutscht Lind aüfgelost auf den Knien liegt, Paul Krüger aber antwortet: „Beruhigen Sie sich, alte Dame, Die sind ja bloß in der Auffassung der anständigen Leute entthront!" Das ist etwa zehn Iahre vor Ausbruch des Weltkrieges, also wenige Iahre, ehe Frankreich und England sich schon über die Aufteilung Deutschlands verständigten. Ain6 wir, die wir unS vor Durenbegeisterung — übrigens aus gut- nordischem Gefühl heraus — nicht genug tun konnten, erlebten die (allerdings milde) Rieder- werfung und Knebelung durch dieselben Duren, entlassen worden, da die Mitglieder des Betriebsrats solches vom Arbeitgeber unter der obigen Begründung verlangten. Der Entlassene strengte die Entschädigungsklage gegen die in Frage kommenden Betriebsratsmitglieder an. Rach Abweisung in der ersten Instanz erwirkte er am Landgericht Hamburg (IX 276 25) in letzter Instanz ein obsiegendes Urteil. Gründe: Der Betriebsrat habe für die Ver- einigungs f r e i h e i t der Arbeiter einzutreten. Fordere die Arbeitnehmerschaft die Entlassung eines Mannes wegen seiner politischen oder gewerlschafts- feindlichen Gesinnung, so sei es Sache des Betriebsrates, zur Duldung aufzufordern: andernfalls mache er sich einer groben Pflichtverletzung schuldig. Das Detriebsrätegefetz fei in gleicher Weife ein Schutzgesetz für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Dem Kläger sei nachweislich durch seine Entlassung ein Schaden entstanden. Die Schadensersatzpflicht der Be- tlagten sei sowohl aus § 823 Abs. 2 BGB. (Verstoß gegen ein Schulgesetz, als auch aus § 826 BGB. (Verstoß gegen die guten Sitten) begründet, denn ein derartiges Hlnausdrangen des Klägers aus feiner Stellung und ein solcher Druck auf die Betriebsleitung fei sittenwidrig. Unl. W. G. 88 1, 3. Irreführung durch den Namen einer A rnra. Die an und für sich rechtmäßige Führung einer Firma' kann wegen Verstoßes gegen die § 1, 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb unzulässig sein, wenndieFirmenbezeichnung irreführende Angaben enthält. Der zu dem Anspruch auf Unterlassung Berechtigte (§ 13 des Gesetze?) kann unter Umständen sogar die Löschung derartiger in der Firmenbezeichnung enthaltenen Angaben fordern. (Urteil des 2. Zivilsenats II. 205/24 vom 12. Juni 1925.) Tarifvertrag: Passive Resiste,,-';. In dem hier fraglichen Tarifvertrag ist die passive Resistenz nicht ausdrücklich als verbotenes Kampfmittel aufgeführt. Aber der in dem Bescheide des Reichsarbeitsmini ft ers vom 30. April 1923 geäußerten Ansicht (Reichsarbeitsbl. Amtl. T. S. 530), daß passive Resistenz kein Streik sei, kann nicht b e i g e p f l i ch t e t werden. Sie ist sogar schlimmer als ein Streik. Denn sie will die Streikwirkung ohne nachteilige Folgen für die Arbeiter erreichen. Sie hangt der tatsächlichen Arbeitsniederlegung das Mäntelchen der Vertragstreue um, um neben dem Druck auf den Arbeitgeber den Lohn ohne (3egenleiftung von ihrer Seite zu erhalten und um, wenn der Arbeitgeber sich Polizeistunde. — Geschlossene Gesellschaft.— Duldung von Gästen. In Hessen besitzt ein Verein ein eigenes Vereinshaus mit Schanlwirtfchaft. Eine Wirttn besitzt die Schankkonzession. Sie verzapft den Vereinswein gegen Provision. Ende September 1924 besichtigten die Vorstandsmitglieder nach einer Sitzung die längst geschlossenen Wirtsräume und tranken dabei nach Eintritt der Polizeistunde zwei Flaschen Wein, die demnächst der Wirttn in natura zurückerstattet wurden. Die Vorstandsmitglieder wurden von der Anklage der Uebertretung des § 365 StrGB. freigesprochen. Diese sehe voraus, daß die Ausnahme des Gastes und seine Duldung über die Polizeistunde hinaus in Au sü düng des Schankgewer- beserfolgt sein müsse. Loyiergäste,Privatgäste, Personen, die etwa infolge eines Gewitterregens Unterschlupf suchen, Angestellte einer Wach- und Schließgesellschaft, die eintreten, um auf eine unverschlossene Tür aufmerksam zu machen, können in einer Schankstube Aufnahme finden, ohne daß dadurch der Tatbestand des § 365 erfüllt wird. Da nun die Vorstandsmitglieder des Vereins n i ch t als Gäste, sondern als Hausherren in der Schankstube verweilten, da die Angeklagte auch den Wein nicht gewerbsmäßig feilgehalten hat, dieser Wein sogar Eigentum des Vereins war, so lag weder eine Uebertretung nach § 365 StrGB. noch eine Ausübung des Schankgewerbes vor. Es hatte deshalb Freisprechung au erfolgen. Seitens der Wirtin kam auch eine Duldung der Anwesenheit von Gasten deshalb nicht in Frage, weil sie weder die Befugnis nach die Macht befaß, die Vorstandsmitglleder hinauszuweisen. (Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt vom 8.5. 1925.) 8 24S BGB. Keine Aufwertung (Umrechnung) bei längst erledigten Geschirmten. Das Geschäft wurde im Mai 1919 geschlossen und ist in der Zeit bis etwa Mai 1920 durch Lieferung und Zahlung des Kaufpreises erfüllt worden. Auf solche beiderseits längst erledigte Geschäfte finden die später entwickelten Grundsätze über die Aufwertung keine Anwendung. (Urteil des RG. Zivilsenats IV. 653/24 vom 25. April 1925.) Schadensersatzansprnch eines Entlaßenen gegen den Betriebsrat. Ein Handlungsgehilfe war alsbald nach feinem Eintritt wieder aus feiner Stellung wegenRicht- Zugehörigkeit zu einer Organisation die bei uns für ihr verratenes Volk Gelder gesammelt hatten. Alnd Wilhelm II., der damals in Deutschland durch das Telegramm an Krüger nach Köln, es sei ihm nicht möglich, ihn in Berlin zu empfangen, viel böses Blut gemacht hatte, wird von denselben Engländern, zu deren Vorteil er dies Telegramm losläht (und vielleicht den englischen Feldzugsplan ausarbeitete) über die neutrale Grenze gedrängt. In gleicher Weise wie Ohm Krüger ins Exil. Man sieht, es ist, wie es im Trinkliede heißt: rechter Hand, linker Hand, beides vertauscht. Aino doch, wenn man den Buren als staatlichem Element wohl nur dann noch gut sein kann, wenn man, wie gewisse voraussichtige Börsenspieler, sehr ä la Courage spekuliert, so muh man dem Leben und Wesen Paul Krügers rückhaltlose Verehrung bezeigen. Es ist, wie aus einem altgermanischen Mythos herausgeschnitten, wie eine Islandsage von Snorri Skalagrimm oder ©unnlang Schlangenzunge erhält. Aleber ihn rauscht die Weltesche Igdrasil, um ihn fliegen die dunkeln Raben Hugin und Mugin und seine Südafrikaschicksale hüllen sich in einen nordischen Dunst ein, als ob sie sich in Rieflheim abspielten. Rur, daß er fetbft es nicht wußte und nicht in Eddastabreimen, sondern in Bibelsprüchen aus dem Iordantal dachte und redete. 2lm 10. Oktober 1825 auf der Farm Vaal» bank in der Kapkolonie geboren, kam er mit elf Iahren auf den „Treck". Die Engländer, die seit 1806 (durch Raub) in der Kapkolonie herrschten, hatten eine besondere Art, den Buren, den bisherigen Besitzern, den Aufenthalt angenehm zu machen: sie verkauften den Buren Sklaven, wenn das Geld bezahlt war, erklärten fich durch ein Gesetz die Sklaven für frei, allerdings sollten die bisherigen Besitzer eine Entschädigung erhalten, die zwar auf dem Papier leidlich aussah, dadurch aber wertlos war, daß sie nur in London in Empfang genommen werden konnte. Was ben Buren natürlich unmöglich war, so daß dies Verfahren in Wirklichkeit glatte Enteignung war. Darüber in Wut versetzt, begeben sich die Buren von ihrer alterworbenen Scholle auf den Treck, d. h., sie setzten ihre Wagen und Pferde Hand nach ihm au-streckte. Krüger, dessen Ideal ein konservativ-patriarchalischer Bauernstaat war (ohne eS zu wissen, war er doch immer ein Altißländer), wehrte sich gegen die liberalen Gelüste der Fremden, des Alitlanders, zerbrach einen von ihnen in Iohannisburg ange",ettelten Aufstand, fing auch den Einfall der Chartered Companie unter Dr. Moses Iameson ab, den bekannten Iamesonraubzug, konnte aber, trotz aller diplomatischen Geduld und Größe nicht verhindern, daß der von Chamberlain beschlossene Krieg ausbrach. Am 19. Oktober schiffte sich der Fünfund» siebenzigjährige auf dem Kriegsschiff „Gelderland" der Königin Wilhelmina nach Europa ein, deren Vermittlung er aber vergeblich erbat. Er erlebte noch die heldischen Großtaten der Buren Delareys und des Deutschland bis an fein Ende getreuen de Wet, er erlebte Modderfontein und Tugela, er mußte in der Fremde als ein Greis, dein im fernen Heimatland die getreue Lebensgefährtin allein gestorben war, Woche für Woche diesen Kampf von 15 000 Freiheitskämpfern gegen mehr als 20 000 Engländer, bis zum bitteren Ende, dem Friedens schluh am 31. Mai 1902, auskosten, bei dem er ganz ausgeschaltet wurde. Als er am 14. Iuli 1904 in Clarenz in der Schweiz auf dem Stervebette lag, ahnte er wohl nicht, daß Louis Botha, der begabteste der Führer im Burenkriege neben de Wrt, schon drei Iahre später zum Ministerpräsidenten der britischen Kolonie Transvaal ernannt werden würde. Alnd er hätte sich wohl geschüttelt vor Schrecken — oder aber als ein Diplomat, der zweimal die Engländer als Herren seiner Heimat wieder draußen gesehen hatte, würde er vielleicht auch uns bescheiden mit dem Kopse genickt haben, wie er es liebte. Weil ihm vielleicht, wie so manchem anderen, aus der Betrachtung seines Lebens und des „rechter Hand, linker Hand, beides vertauscht" der Trost hätte - erwachsen können, daß plötzlich über Rächt jähe Veränderungen kommen können, und daß damr bereit sein alles ist. Fabrik an Fabrik. Ein Bild, das sich auch äußerlich in nichts unterscheidet von Industrie- bildern, wie wir sie z. B. aus dem Ruhrgebiet kennen, von 6er Bedürfnislosigkeit des chinesischen Arbeiters gar nicht zu reden. Im Iahre 1913 führte Indien für 5 Millionen Dollar Baumwollmafchinen ein, im Iahre 1922 waren es schon für 25 Millionen Dollar. Aehnlich sieht es auch mit der S t a h l Warenfabrikation Australiens aus, die sich annähernd verdreifacht hat. Aleoerall eine industrielle ©elbftänöigmac' ung. Auch England spürt es in seinen Dominien. Hinzu kommt die Verschiebung der Ausfuhrrichtung in anderen Ländern, z. B. das starke Vordringen der Ausfuhr ter Vereinigten Staaten nach Südamerika und, für Deutschland nicht minder fühlbar. in das europäische Rußland. Amerika ist heute fast ausschließlich der Lieferant von Werkzeugmaschinen für Rußland. Roch ein anderes muß beachtet werden, das ist die internationale Almgruppierung der Industriestandorte, das Wandern der Industrien in d i e Rohstoffgebiete Wir sehen dies z. B. bei der Pa vier- und Holzmasse'abrikation in Finnland und Kanada, bei der Eisenindustrie in Schweden und Spanien und ebenfalls in verschiedenen Aleberfeelänöern wie Australien (Erzverhüttung), Südafrika (Leder- und Schuhwarenindustrie) usw. Kommt hinzu, daß öie_ neuen Industrieländer in ihrer nicht unbegründeten Furcht vor den alten Industrieländern — zu denen auch Deutschland gehört — sich dadurch ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhalten suchen, daß sie sich zollpolitisch schützen. Alnd doch soll und muß Deutschland Export treiben. Es gibt eben nichts anderes, als alle Schwierigkeiten überwindend die deutsche Konkurrenzfähigkeit höher zu entwickeln. Und diese Konkurrenzfähigkeit kann nur in der besonderen A r 1 und in der besonderen Herst e l l u n g der deuffchen Erzeugnisse liegen. Ein besonderes Merkmal technischer Erzeugnisse ist es, daß je nach Art und Herstellungsweise zwischen Qualitätsware und Massenware unterschieden wird. Allerdings ist dieser Alnter- schied nicht so zu verstehen, daß nicht auch Massenware von sehr hoher Qualität sein kann. Vielmehr ist der Unterschied besser so fest- zulegen, daß in.der Qualitätsware ein hohes Maß persönlicherIntelligenz des Entwerfenden und Aussührenden, gepaart mi* einer gewissen Reuheii und besonderem wirtscha tli.hem Vorteil bei der Benutzung, zum Ausdruck kommt. Bei der Massenware dagegen sind diese Eigenschaften mehr auf den Durchschnitt bezogen. Es ist sehr Wohl möglich, daß auch Qualitätsware eine Mengenbefriedigung größeren Umfanges gestattet. Wie steht es nun mit den Erzeugnissen der „neuen Industrieländer" in Alebersee. Rach allen Rachrichten von dort kann man feststellen, daß deren Erzeugnisse überwiegend unter den Begriff „Massenware" fallen. Wie könnte es auch wohl anders sein. Denn was der Qualitätsware unbedingt zugehörig ist, die „wissen- schastliche Tradition", die läßt sich nicht aus der Erde stampfen. Daß Deutschland hier einen Vorsprung hat, ist zweifellos. Cs gilt also heute, zielbewuht. systemattsch und umfaffenb den Export auf Qualitätsware einzustellen. Leider muß man feststellen, daß für, diese Rottverckngkeit noch nicht das rechte Verständnis herrscht. Das gilt auch für manche Industriezweige. Immer noch tut man so, als wenn es rnögllch wäre, Maffen- und nochmals Massenware los zu werden. Zum Teil ist das erllärlich aus der Lage des Innenmarktes. Hier aber hat der Begriff „Massenware" eine wesentlich andere Bedeutung. Wenn heute nicht in stärkstem Maße Qualitätsware hochverfeinert und in vielgestaltigster Spezialisierung zur Ausfuhr kommt, dann ist der Weltmarkt nicht für Deutschland zu erringen. Es ist bekannt, daß das, was der Techniker als „R o r m u n g“ und „Typisierung bezeichnet, in der Erzeugung der Vereinigten Staaten in außerordentlichem Maße durchgebildet ist, jedenfalls viel stärker als in Deutschland. Ohne Zweifel besitzt der Amerikaner hier einen Vorsprung, was deswegen beachtenswert ist, weil Rormung und Typisierung gerade der Massenware zugute kommen. Zwischen Aleber» fee bzw. Amerika und Deutschland könnte sich in Bewegung und zogen tiefer ins Land, weg von den Engländern. Solche Geschäftsgebarung nennt man, wie bekannt, fair play. Wilde, grausige und erhebende Abenteuer, Kämpfe mit Zulus, Ansiedlung im Transvaal-Lande, mit sechzehn Iahren Besitzer einer Farm als Weideplatz und einer zweiten zur Fruchtbestellung, so fing der junge Paul Krüger an. Er wohnte auf der Farm Wctterkloof und dorthin holte er auch 1842 im Alter von 17 Iahren die Iungsrau Maria du P l e s f i s als seine Ehefrau. Vier Iahre später verlor er sie wieder, zugleich mit dem Kindchen, das sie ihm geboren hatte. Ihre Schwester Gosina Wilheunina du Plessis, seine zweite Gattin, schenkte ihm neun Söhne und sieben Töchter. Seinen ersten Löwen schoß Krüger mit vierzehn Iahren, danach füllte urgermanische Iagd, Iagd auf Löwen, Büffel, Elefanten und Rashömer viele seiner Tage au3. Bei einem Schuß fbrang Jf)m der Büchsenlauf und riß ihm die linke Hc>M entzwei. Auch die Beschreibung, wie er diese zerrissene Hand, die so gräßlich aussah, daß sogar der große Burenhäuptling Pot- gieher allein vom Anblick fast ohnmächtig wurde, mit Terpentin behandelte, und die vorragenden Knochenspitzen sich selbst mit dem Messer ab» schneidet, mutet wie ein Stück Dinlandsaga an. Allmählich kommt Krüger in leitende Stellung, hilft dem Bruderstaat, der Orange-Republik, gegen die Dasutos, überwindet durch lluge Politik und scharfes Zugreifen einen Bürgerkrieg, wird 1877, als Transvaal von den Engländern annektiert wird, vergeblich als Alnterhändler nach London geschickt, ist 1880 die Seele des Freiheitskampfes gegen die Engländer, der durch den ruhmvollen Sieg bei Majuba unter Ioubert und Kronje gekrönt wird. Seit 1883 wurde er viermal zum Präsidenten der Transvaalrepublik gewählt und leitete sie glänzend, aber burisch, was den Engländern nicht recht war. Da geschah ihm daS Unglück, daß in Kimberley Diamanten und im W'.twaterswand märchenhaftes Gold fich fand, zugleich in England Chamberlain, den wir vom Anfang des Weltkrieges her kennen, die Politik leitete und Cecil Rhodes in Südafrika seine kalte Finanz- vielleicht eine Arbeitsteilung vorbereiten, dort die Herstellung von Massenware, hier die Herstellung von Qualitätsware. Ist nun die Methodik oer deutschen Arbeit, die deutsche Arbeitsweise, dieser Richtung (Ausfuhr von Qualitätsware) gemäß? Eine zweckmäßige Detriebsorganifation ist nach dem Krieg doppelt notwendig geworden. Eine Tatsache darf dabei nicht außer Betracht bleiben, nämlich die, daß die übervölkerte Wirtschaft notwendigerweise in ihren Formen zur Bureaukratie neigt. Ganz salicht kann man es auch so ausdrücken, daß, wenn wenig Arbeit und viele Arbeiter vorhanden sind, der S t r e k- kungsvorgang bureauftatische Forn en annimmt. Cs wäre nun aber bequem, wollte man alle betriebsorzanffatoriscLen Mängel hierauf zu» rüccsühren. Im allgemeinen kann man sagen, daß die'Wissenschaft von der zweckmäßigen De- triebsorganisation (wis enschaftliche Betriebsführung) noch Reuland ist. Einer der ersten, der einen kräftigen Vorstoß auf dieses Gebiet machte, war bekanntlich der Amerikaner Taylor. In der Rachkriegs-,eit, überwiegend auf Sonntagsdienst d.Aerzte u. Avotbeken qm 11.10.25 Frl. Dr. GJüriler Dr Wolf. Hirlchavocheke. Jabnarzt: Dp. Buchinger, Liebigstrnße Tlnve^vvtiftUdh fte/)rw*r/i * „Jlomd-SteifaM zur Wehr setzt, den Anschein zu erwecken, als seien die Arbeiter die Angegriffenen und nicht die Angreifer. P q s s i o e R e s i st e n z ist d a h e r e i n unlauteres Kampfmittel, ein verschleierter Streik. (Urteil des 3. Zivilsenats NI. 322/24 vom 9. Juni 1925.) AuS der Juristischen Wochenschrift. § 157, 242 BGD. Beruht die Preisberechnung beim Dertragsschluh auf einem dem anderen nicht erkennbaren Rechnungsfehler, so liegt kein Verstoß gegen die guten Sitten vor, wenn, trotz eines Miß- Verhältnisses der Leistungen, der Verkäufer am Preise festgehalten wird; eine Anfechtung wegen Irrtums hat dem Käufer gegenüber ebenfalls keinen Erfolg. (Urteil vom 1. April 1925: 394'24. I. Vber- landesgericht Köln.) § 117 HGB. Dem Kommanditisten, der als solcher Geschäftsführer ist, kann die Goschäftofüyrung nur durch gerichtliche Entscheidung entzogen werden.— Kläger war mit einer größeren Einlage in die beklagte Kommanditgesellschaft eingetreten. Der abgeschlossene Vertrag bestimmte in § 3: ..Herr L. erhält dos Recht, jederzeit ohne Aenderung seiner Rechtsstellung als Kommanditist im übrigen in die Gesellschaft als Geschäftsführer einzutreten. Das Recht und die Pflicht des Herrn L. sollen im Falle seines Eintritts als Geschäftsführer die gleichen sein, wie sic .... dem Kommanditisten S. zugebilligt sind." Don diesem Rechte machte der Kläger Gebrauch und trat als Geschäftsführer ein. Alsbald schon kündigte die Kommanditgesellschaft dem Kläger dos Verhältnis als Geschäftsführer für sofort, weil er seinen Pflichten in keiner Weise nachgekommen sei; seine Vergütung solle ihm entzogen, an seiner Eigenschaft als Kommanditist aber mchts geändert werden. Auf seine Klage wurde die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt. Es wurde eine v e r - tragliche Erweiterung seiner Gesellschaftsrechte angenommen. Eine Kündigung der Stellung als Geschäftsführer mit der Maßgabe, daß der Kläger im übrigen feine Kommanditisteneigenschaft beibehalten solle, sei rechtlich nicht denkbar. Bon Gesetzes wegen können sich die Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft eines ihnen mißliebig gewordenen Kommanditisten nur durch Kündigung nach § 132 HGB., welche die Auflösung der Gesellschaft zur Folge hat (§ 131 Nr. 6 das.), oder durch Erzwingung der vorzeitigen Auflösung der Gesellschaft nach § 133 daselbst oder durch Erhebung der auch auf die Kommanditgesellschaft Anwendung findenden Ausschließungsklage des § 140 HGB. entledigen. Das Reoistonsgericht stellte sich auf den Standpunkt des Vorderrichters, daß die den, Kläger derart verliehene Geschäftsführerbefugnis ihm nur durch gerichtliche Entscheidung entzogen werden könne. (Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 28. April 1925 ; 290/24 IL) Auslesebedeutung der Säuglingssterblichkeit und Säuglingsfürsorge. Zur Ausstellung „Mutter und Kind" in Gictzen. Die Rassenhygiene, ein in neuerer Zeit besonders gepflegter Zweig der allgemeinen Gesundheitslehre, zeigt uns, daß hinsichtlich der Fortpflanzung von Eigenarten nicht alle Individuen die gleichen Chancen haben. _ Die Zusammensetzung einer Rasse in ihren körperlichen und geistigen Qualitäten bleibt sich im Laufe der Generationen nicht gleich, sondern ist einer Auslese unterworfen, bereit Intensität und Richtung einerseits durch die Summe der jeweiligen 11m- ivelt- und Existenzbedingungen, andererseits durch die Erbaualitäten des Individuums bestimmt ; wird. Der primitiven Raturvölkern aus niedriger kultureller und zivilisatorischer Stufe, die diesen 5 ungünstigen Einflüssen durch technische Hilfsmittel nicht entgehen könneit, werden alle Individuen, welche sich den gegebenen Umweltbedin- aungen nicht anzupassen vermögen und ihnen keinen Widerstand bieten können, früher oder später scheitern und ihnen erliegen müssen. Rur auf die Ergebnisse der Jagd mit einfachsten Hirfs- mitteln und auf das Sammeln idrer Nahrung angewiesene Daturvölker gehen deshalb aller ihrer Angehörigen verlustig, welche körperliche Miß- böbungen der Glieder, der Sinnesorgane ober eine wenig widerstandsfähige Körperkonstitution aufweisen, da sie sich im Kampf mit den Raturgewalten, Tieren und Feinden nicht ausreichend zu wehren vermögen. Rur die stärksten, gesündesten und widerstandsfähigsten kömien sich behaupten und fortpflanzen, und erzeugen vermöge ihrer guten Ccbgualitäten die gleiche biologisch gute und widerstandsfähige Nachkommenschaft. Niedere Kulturstufe bedingt also eine schärfere Auslese (Eliminierung) der Untüchtigen und wirkt erhaltend und verbessernd auf die tüchtigen Rasse- Qualitäten. Mit Fortschreiten der Kultur und der technischen Fertigkeiten wird nun in dieser Auslese eine Aenderung eintreten. Manche körperlichen Fehler, die unter anderen Umständen zu einer frühzeitigen Ausmerzung ihres Trägers und seiner Ausschaltung von der Fortpflanzung geführt haben würden, werden korrigiert und her Träger somit in den Stand gesetzt, sich wie ein vollwertiges Stammesglied zu verhalten. Er kommt dadurch auch zur Fortpflanzung und vererbt seine ungünstigen Eigenschaften weiter. Zum Schaden der Rasse! Denn ihre Zusammensetzung ändert sich jetzt Qualitativ zuungunsten der erb* biologisch vollwertigen Glieder. Fortschreiten der Kultur geht also in vielen Fällen Hand in Hand mit einer Verschlechterung der geistigen und körperlichen Rasseeigentümlichkeiten. Diese Auslese tritt nun nicht erst in dem Alter ein. wo der Mensch sich den vollen Gefahren des Lebenskampfes gegenübergestellt sieht. Sie beginnt bereits nach der Geburt und dauert daL ganze Leben hindurch an. Ja sie erreicht ihren zahlenmäßigen Gipfel bereits im ersten Lebensjahr. So gehen bei Naturvölkern gut die Hälfte aller Neugeborenen im ersten Lebensjahr schon zugrunde. Wir dürfen heute mit etwa 16 Proz. Absterben der Kinder im ersten Lebensjahr rechnen. In den ersten Lebenstagen bis etwa zum 10. sind durchweg vererbte und vererbbare konstitutionell' minderwertige Anlagen und angeborene Mißbildungen für den Ausfall von Neugeborenen maflgcbenb. Zumeist ist für die Vererbung syphilitische und tuberkulöse Erkrankung der Eltern, sowie Alkoholismus der Erzeuger verantwortlich zu machen. Weiterhin ist im ersten Jahr für die Auslese der Säuglinge in der Hauptsache das Heer der Ernährungsstörungen maßgebend. Daß sie nicht wahllos beliebige Individuen befallen, sondern nur solche mit einer besonderen Disposition, die minderwertig und im Interesse des Fortbestandes einer tüchtigen Rasse weniger geeignet sind, beweisen sorgsame statistische Untersuchungen. Die Verfolgung des Lebensganges von schwer erkrankten und nur durch sorgsamste Pflege geheilten Säuglingen ergab, daß sie zu über 50 Proz. mit Zeichen irgendwelcher Minderwertigkeit behaftet waren. Der bekannte Kinderarzt Czerny spricht auf Grund seiner reichen Ersahrungen auS, daß die Säuglingssterblichkeit eine Auslese ist und in der Hauptsache minderwertige, also für den Fortbestand einer tüchtigen Rasse ungeeignete Elemente trifft. Vei oberflächlicher Betrachtung erscheinen die unanfechtbaren Ergebnisse rassenhygienischer Betrachtung und Forschung unvereinbar mit fäug- lingssürsorgerischen Bestrebungen unserer Tags. Diele sozialhygienisch interessierten und tätigen Persönlichkeiten verschließen sich deshalb diesen Ergebnissen und Gedankengäügen, da sie anscheinend ihren humanitären Bestrebungen zuwider- taufen und sie bei ihrer Anerkennung zur Tatenlosigkeit zwingen müßten. Wir sagen: anscheinend! Denn die Anerkennung der rassen- hygienifchen Erkenntnisse zwingt durchaus nicht zur Untätigkeit in der Sauglingsfürsorge. Wer das sagt, verkennt die Angriffspunkte der Säuglingsfürsorge. Denn diese beginnen nicht erft beim Neugeborenen, sondern schon längst vor seiner Erzeugung, schon bei der geistigen und körperlichen Vorbereitung auf die Ehe und der Wahl her Ehegatten. Wenn diese lediglich in der fürsorgerischen Behandlung des erkrankten Säuglings bestünden, dann hätte die Tatenlosigkeit eine gewisse Berechtigung. SäuglingSfür- forge ist zum großen Teil Anwendung der Erkenntnisse der Rassenhygiene und zu einem weiteren nicht geringeren Anteil Aufklärung über zweckmäßige Behandlung des gesunden und kranken Säuglmgs mit dem Ziele, ihn vor den Gefahren zu bewahren, die auch dem normal veranlagten Kinde drohen. Es würde innerhalb des engen Rahmens dieser kurzen Bemerkungen zu weit führen, im einzelnen darzutun, wie sich die vassehygienischen Bestrebungen mit den Zielen und Mitteln der Säuglingsfürsorge verbinden, so interessant und volkshygienisch wichtig diese Erkenntnisse auch sind. Besser als Aufsätze in Tagesblättern dies vermögen, führt in ihr Verständnis die mit Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus den 39 Silben: bern — bett — bürg — chau — des -- e — e — ei — er — eu — eu — frei — glau Hard — i — ka — land — lig —- na — na — nus — o — pe — Pi — ra — ra — ral — rath — reth — ti — ste — fte — sther — ter — u — u — vel — ven — za bilde man 15 Wörter, die nachstehende Bedeutung haben: 1. Stadt im Rheinland, 2. griechischer Dichter, 3. Stadt in Italien, 4. deutscher Dichter, 5. Planet, 6. Fürstengeschlecht, 7. Stadt im Freistaat Sachsen, 8. männlicher Personenname, 9. biblischer Ort, 10. Name aus der griechischen Mythologie, 11. geographische Bezeichnung, 12. Fluß und Gebirge in Rußland, 13. Muse, 14. Stadt in Anhalt, 15. weiblicher Personenname. Richtig gebildet ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn eine Lebensregel. Kopsvorsctzaufgube. Ente, Sau, Laube. Lisa, Eid, Alter, Pik, Rain, Ruhe!, Tat, Acker. Den vorstehenden Wörtern setze man einen weiteren Buchstaben als Kops vor. Diese Buchstaben ergeben, zusammengezogen, eine in Gießen zum Dauerzustand gewordene Naturerscheinung, Besuchskartenrätsel. A. K. Rettich Was ist der Herr? Das Autounglück. ..... grab war die „n“ beseitigt, da fährt schon das Auto in die „f“ — drei Mann ihr Leben so verlieren. — 22 10 30 1V 15 21 's kann auch nur in Berlin passieren! Kreuzworträtsel. Es bedeuten: Donlinksnach rechts: 1. Geographische Bezeichnung, 4. Nebenfluß der Donau, 7. Stadt in Westfalen, 8. Ausdruck im Rennsport, 10. kleines Lastfuhrwerk, 11. Dovpelfalz, 12. biblische Person, 13. gesellschaftliche Stellung, 14. biblischer Stammvater, 16. türkischer Sultan, 18. Name auS der griechischen Mythologie. 20. Sohn Jakobs, 21. nordische Gottheit, 22. Paarzeher. 23. Teil des Schisfes. Von oben nach unten: 1. Börsenpreis. 2. Zeitrechnung, 3. deutscher Staat, 4- volkstümlicher Name eines Vogels, 5. Festsaal. 6. Metall, reichem Anschauungsmaterial ausgestattete Ausstell u n g „M utter und Säugling" ein. Ihr Besuch ist allen, denen die Gesunderhaltung ihres Kindes und die Zukunft unseres Volkes am Herzen liegt, warm zu empfehlen. O. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 11. Ott., 6st/s Al&r: Carmen. Montag, 12.. 7l/j -Uhr: Das Rhetngold. Dienstag. 13., 7 Uhr: Fidelio. Mittwoch. 14., 7Vs Ahr: Cavalleria rufttcana; hierauf: Der Bajazzo. Donnerstag. 15.. 7 übr; Der fliegende Holländer. Freitag, 16., 7 Uhr: Der Waffenschmied. Samstag, 17., Xx/» 4lhr: Der Troubadour. Sonntag, 18., 5 llfjr: Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Sonntag, 11. Oktober, 71/2 Uhr: Ein Volksfeind. Montag, 12.. 8 Hör: Bürger Schippet, Dienstag. 13, 8 Albt: Ernst (Bunburh). Mittwoch, 14., 7*/, 41hr: Wie es 7. Raubtier, 9. musikalische Form, 15. Bad hi Hessen. 16. Stadt in Algerien, 17. schlechte Charaktereigenschaft, 18. Gedichtform. 19. fron* zösischer Dichter. Auslösungen. Entzisserungsausgabe. , 4 Wer trocken Brot mit Lust genießt. Dem wird es wohl bekommen; ~ Wer Sorgen hat und Braten ißt, ' 2 Dem wird das Mahl nicht frommen. -y (Goethe.) f Ein Geheimnis. ) List - Last - Lust. Desuchskartenrätfel. Zigarettenfabrik. Rätsel. Buch —• Halter — Buchhalter. Kreuzworträtsel. T MEjU im IL4 Silbenrätsel. 1. Stativ. 2. Oku», 3. Violine, 4. Idyll. 5. Elba, 6. Lanolin, 7. Leonidas, 8- Efendi, 9. Ashae, 10. Theodorich, 11. Edikt, 12. Serenade, 13. Oppeln. — Soviel Leute, soviel An>< sichten. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Okloberfest. »Du, Alter, da siecht ma a tots Kaibi mit sechs Haxen, genga ma nei —" „21 wos, Lara* fart, t kauf mir an Rausch, nachher siech i a lex bendigs mit acht!" („Jugend".) Wohltätigkeit. Ein gut gewachsener, kräftiger Mann läutete kürzlich an der Tür eines Pfarrhofs in dep Nähe von Kopenhagen und wollte die Pastors* frau sprechen, die als sehr wohltätig bekannt! war. „Frau Pastor", sagte er, „ich mochte Ihre Aufmerksamkeit aus die schlimme Lage richten, in die eine arme Familie in der Stadt gekommen ist. Der Vater ist tot, die Mutter ist zu Eranf, um arbeiten zu können, und die neun Kindey hungern. In toenigen Tagen sollen sie gus ihrer Wohnung vertrieben werden, wenn ihnen nicht jemand mit der Miete hilft, hie sie für das letzte Vierteljahr schuldig sind. Es handelt sich um 125 Kronen. Wollen Sie ihnen nicht helfen?" „Die armen Menschen! rief die Pastovssrau mitleidig. „Darf ich fragen, wer Sie find?" Der menschenfreundliche Fremde wischte sich die Augen mit dem Taschentuch und antwortete schluchzend: „Ich bin der Hauswirt!" Zensuren-Mathematik. „Also wieder einen heruntergekommen!" sagt der Vater zu dem Spröhling, der ihm seine Zensur überreicht. „Das ist mir nie passiert!" „Bist du denn stets der Letzte gewesen, Papa?" euch gefällt. Donnerstag, 15-, 3 Mr: Erstes Gastspiel von Luigi Pirandello mit der Truppe deS Teatro d'Arte in Rom: Sechs Personen suchen einen Autor. Freitag. 16. Okt, 8 116r: Zweites und letztes Gastspiel von Luigi Pirandello mit der Truppe des Teatro d'Arte in Rom: So ist eS — ist es so. Samstag. 17. Okt., 71/? Mitt Wie es euch gefällt. Sonntag, 18., 7*4 Wie es euch gefallt, 1--------Der 1. Staatswanderpreis für Lastwagen — \ in der 1. Großen Russischen Prüfungsfahrt 1923 für beste Gesamtleistung fiel gegenüber einer internationalen Konkurrenz an Vomag - Sieger 5 I l = - § - Auch in der 2. Russischen Prüfungsfahrt 1925 erringt Vdmag den 1. Preis für beste Beschaffenheit des Wagens nach der Fahrt und für Wirtschaftlichkeit mit 3>/I To.-Lastwagen (Fahrmeister Krause) Hiermit fällt der Staatswanderpreis endgültig an VOM AG - Der Erfolg ist um so höher einzusch&tzen, als der Vomag-Wagen nicht | I wie die anderen Teilnehmer die teueren Riesenluft-Reifen benutzte, = i sondern auf betriebsicheren Fulda-Ries en -Kissen-Reifen fuhr. I äiiiiifiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiHiiiiilUilniniiiiniinitiiluiiiiiiHiiiiiiiliiiliiiiiHiiHillllill'IMHHUiiMiiiiliiilliiiiiiuiiHlliilillilliilllliHHiiiUiiniiHiiHiiiiiiiiiiiiiiimuimilliininHilUiiiliiimiiiiin Durch seine Siege in den beiden schwierigsten Prütungsfahrten der Welt hat der Vomag - Lastkraftwagen bewiesen 1 1. seine hervorragende Bauart, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit 2. seine unübertroffene Wirtschaftlichkeit und Billigkeit im praktischen Gebrauch. VogüäntMsche Maschinenfabrik A. - <*., Plauen L V. Gesellschaftertirma des Deutschen Automobil-Konzern (D. A. K.) Leipzig. Vertretung: Georg Karl Reit, Werkzeugmaschinenfabrik, Gießen O418D imimmaMuiewiiuitiuznur, lisch« % fwngeu. "^°vsgab< Lo< mit nu,‘ M' bö** V und }. ®«6lni»l6l. -: ,, 10 Jen. < ceimni« 'Soft^a * ltt«nrätfe[. Ü|tl Nfeolter. ®0lWjel. 1 0fci Ä7« UW “titfci. 'kenkapp« WÄ nachhn siecht a £ „„, (.3ugen6H.) Ilatigkrlt, itr. Wtigrv Uqm, i^tü, einti ^onbcfs in « und tirollte die Pastorj- ? lehr wohllätig befand Mn- •$ möchte 0H« 5 glimme Lage richten, j« m m der Stadt getanm , die Mutter ist $u krani. ct, und die neun Kinde ikagen Wen sie flui ihre, werden, Denn ihnen nicht b»st, hie sie für bas letzte iinb. SS handelt sich um 5'1« ihnen nicht Hessen?" ichen!" ries dir ^astvrSirau stützen, wer Sie sind?" endliche Fremde mischte sich TalcheMch und anfoerhle der HaMirt^ fDathematll. n -eruntergckpmmm!" sagt ihling, der idm seine Zen's « nir MW M zewesen, ^apa7' Xom: Sechs Personen suchen ;, 16. Ott, 8 Ar: ZtvriteS van Luigi Pirandeuv mrt fr? d'Art« in Rom: So ü mstag, 17. Oft, ?’: Ar. t Sonntag. 18-, 7*4 ühr lafrenheit | . Krause) s Persil . fljh- / 4// MMWM Das ist gerade der besondere Vorzug, den dieses einzigartige Waschmittel bietet: Sie können es für Wollt Bunt- und Seidenwäsche genau so gut verwenden wie für die Weißwäsche auch! Empfindliche Stoffe Wascht man natürlich niemals heiß, sondern Nähmaschinen Waschmaschinen . Milchzentrifugen / < Fahrräder / X /<» W«sch inen-Industrie Wilhelm Jimg WIL Klein • Linden —Gleöen Gegründet 1901 ”c MUK von Sctatwalle! — je nach Art und Farbei — kalt oder schwachwarm. IW gute Mgn zuzüglich Spinnlohn. M. Herrn. Sehmidl l, Lieb Rübenschneide Wieviel Geld 1 u Schutzmarbk 17MD H REINHARÖT CRAMEFU-FRAENKEL: A. G. wird nicht heutzutage für untaugliche Futterkalke weggeworsen? Kal! ist aber nicht Kalk! Sie gehen sicher, wenn Eie die vorzügliche, stets anerkannte M. Brockmann's „gwerg-Marke" in allen QröSen, sofort und preiswert A. J. TRÖSTER-B UTZBACH FRANKFURT A.M. fertigen seit Jahrzehnten als Spezialität: LADEN-EINRICHTUNGEN Umbauten, Ergfenzungsteile als Futterbeigabe verwenden. Vorsicht beim Einkauf! — Echt nur in gelben Original-Pack. - nie lose! 'U/snr^Drockmann'sPatenl-NahrsalzKalK— MVIs der physiologisch vollkommene Mineral- Nährstoff. — Prospett kostenfrei. 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Es dürste führen sein vnWnismä vvlMWmei Rärfikn *5e lichem Geld Monate vei bifit geblieb nähme bei der Xentenbi (Selber fifeint markt zur De auch wohl eir inslonllahes f Dielsach wird bei der drohet und AeiLsba riähiaung des irgendwelche mit einer Er herfnühft fein daß sich die - entfliehen d Erntee' Die 6!ai die Ergeb, folgendes. 5 behandlet. S beendet. In des Degens dorben. Auc nur in schleck 3m allgemein beginn der 2 Jen. Sie Rat ®.le ohnehin r grohen Seit t? Vaiilants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle lMess Installationsgeschäfte. Illustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos Joh.Vaitlant * Remscheid. Wemehe MsttiutMffl Men-Sim M Glezeii-LM. Wir machen unsere Mitglieder auf die MWU Älter i W ausmerksam, die oom 11. bis 18 Oktober d 3s. in der Aula der Universität gezeigt wird und deren Besuch wir angelegentlichst empfehlen können. Freikarten für die Mitglieder der Allgemeinen Ortskrankenkasse (Metzen—Stadt werden täglich von 8 bis 1 Uhr am Kassenschalter II ausgegeben. Für die Mitglieder der Ortskrankenkasse Gietzen— Land werden entsprechende Bescheinigungen bei den Ortsstellen ausgegeben, die ebenfalls zum freien (Eintritt berechtigen. ,474c Die Borstände. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Sonntage ein kleiner PreiBaufechlag Anfang: Werktage 4, 6, 8.15 Uhr Sonntage ab 3 Uhr Jugendlichen ist der Zutritt verboten! Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen Der letzte Mohikaner GAktenach dem „Lederstrumpfvon James F.Cooper Wer kennt nicht Coopers meisterhaften Roman des Untergangs des roten Mannes. Wir bringen hier eine glänzende Verfilmung dieses Werk es, über dem auch im Film ein Schimmer der Romantik der Prärie ruht. Ferner: 9491c „ER11 als Matrose wider Willen Groteske in 5 Akten mit Harold Uoyd Jugendliche haben Zutritt Sonntags ein kleiner Prelsaufschlag r ............................ Bis einschließlich Dienstag der große Sittenfilm ■ lieMtatae Ein Zeitbild in 8 Akten, nach dem gleichnamigen bekannten Roman von Bettauer. in den Hauptrollen: Gräfin Agnes Esterhazy Asta Nielsen, Werner KrauB, Greta Garbo, Einar Hanson, Karl Ettlingen Damenwäsche eigener, geschmackvoller und solider Verarbeitung in den besten Qualitäten zu vorteilhaften Preisen Taghemdenvorrätigabje 1.30 Hemdhosen vorrät.ab.«6.75 Beinkleider » , ^3.75 Taillenröcke - *.«8.50 Nachthemden - ».«6.75 Untertaillen . ,.#3.75 Wäsche-Garnituren (2- und 3-teiiig) in jeder Preislage! Damen-Trikotagen R’bana Hessisches Leinenhaus C.O. REUTER Seltersweg 73,Teleph.2465 9533a Turn-Verein von 1846 Gießen. Sonntag, den 11. Oktober 1925 nachm. 3 Uhr in der Turnhalle Steinstraße Städtewettkampf im Kunstturnen Eisenach-Fuida-Gießen Samstag abend 8’° Begrüßungsabend im Hotel Köhler Sonntag abend 8°° Familienzusammenkunft mit Ta^z Vorverkaufs - Stellen: Chr. Spieß, Neustadt, E. Jung, Seltersweg, J. Köhler, Schulstraße. Preise fßr die Mitglieder nur an der Kasse: I. Platz 1.50, II. Platz 1.—. 9503c ■mOSILOINI der bewährte, dauerhafte Fussbodenbelag Enwvgni» dw Köln-Rottweil Aktiengesellschaft Bertin nw Vorstand auch nur beipflichten, wenn er dem Verlangen, die Posten, in denen im Termingeschäft gehandelt werden darf, von 6000 Mk. auf 3 oder gar auf 2000 Mk. zu ermäßigen, Widerstand entgegenstellt. Wenn man berücksichtigt, dah vor dem Kriege der Terminhandel nur in Posten von 15 000 Mk. möglich war und dah damals die Kurse doppelt und dreifach so hoch waren wie heute, so scheint in der derzeitigen Regelung der Kapitalarmut genügend Rechnung getragen zu sein. Man ist in Kreisen der Schwerindustrie der Meinung, dah trotz der derzeitigen Krise der innere Wert unserer Mon- tanpapiere in den augenblicklichen Kursen nicht zur Geltüstg kommt. Dem ist aber wohl ent- gegenzuhalten, dah, solange unsere führenden Werte keine oder nur eine sehr geringfügige Dividende verteilen, kaum Aussicht besteht, dah sich die Kurse mehr nach oben regulieren, denn mehr als je muh heute der Kapitalist darauf bedacht sein, für seine Kapitalien einen Zins zu erhalten, und solange in Kontokorrent noch 14 Proz. Zinsen gezahlt werden müssen, w'.rd man vorziehen, unmittelbar der Industrie Darlehen zu gewähren, als durch Beteiligen in Form von Aktienerwerb die unsichere Aussicht zu erhalten, vielleicht einmal einige wenige Prozent Dividende zu erhalten. Selbstverständlich sind die A'iqen der Börse zur Zeit aus Locarno gerichtet. Man erwartet von einer Klärung der politischen Lage nicht nur eine Rückwirkung auf das Wirtschaftsleben Deutschlands, sondern vor allem eine Stärkung des ausländischen Vertrauens in die Wiederqesund-ng und damit eine Beteiligung des Auslandes in deutschen Werten; denn eine durchgreifende Besserung der Börse kann auf Iahre hina"s nur vom Ausland kommen. Die letzten Tage haben dem Geldmarkt eine nicht unwesentliche Erleichterung gebracht, und die ileberwindung des Ultimo war somit weniger schwierig, als vielfach befürchtet worden ist. Es dürfte d'-es in erster Linie daraus zurück- zuführen sein, dah d'e Reichskreditaesellschaft zu verhältnismäßig geringem Satze Ausleihungen vorgenommen hat, so dah auch in den Dagen der stärksten Verstt^fung keine Rachsroge nach täglichem Gelde. wie dies beim Ättimo der letzten Monate verschiedentlich der Fall war, unbefriedigt geblieben ist. Zur Zeit ist auch die Hereinnahme des Gegenwertes der Amerika-Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt zu verspüren. Diese Gelder scheinen in erster Linie am Privatdiskontmarkt zur Verfügung gestellt zu werden, worauf auch Wohl ein weiteres Rachgeben des Privat- diskontsahes für kurze Suchten zurückzuführen ist. Vielfach wird hieran die Vermutung geknüpft, dah bei der großen Spanne zwischen Privatdiskontsatz und Reichsbankd'skont mit einer baldigen Er- Mähiaung des letzteren zu rechnen ist. Werm auch irgendwelche währungstechnische Schwierigkeiten mit einer Ermäßigung des Bankdiskonte^ kaum verknüvst sein dürften, so glauben wir doch nicht, dah sich die Reicksbank in absehbarer Zeit hierzu entich/iehen wird. Grnteeryebnisse in Preuhen. Die Statistische Korrespondenz berichtet über die Ergebnisse der Ernte in Preuhen folgendes: Die Futterrüben baben ihren Stand behauptet. Die Halmiruchternte ist jetzt durchweg beendet. In den östlichen Gegenden ist infolge des Regens ein grober Teil des Hafers verdorben. Auch der Sommerweizen ist vielfach nur in schlechtem Zustande eingebracht worden. Im allgemeinen konnte die Halmfrucht vor dem Beginn der Re'^nveriode restlos geborgen werden. Die Kartoffeln neigen vielfach zur Fäulnis. Die ohnehin recht knappe Grummeternte ist zum großen Teil verdorben. * " D i e G r o h h a n d e l s i n d e x z i f f e r. Der amtliche Großhandelsindex des Statistischen Reichsamtes für den 7. Oktober ist gegenüber dem Stande vom 30. September (114,1) um ein Prozent auf 125,3 gestiegen. * WeitereMahnahmen gegenKar- teile. Wie die „Täglich-- Rundschau" meldet, hat das Reichswirtschastsministerium beim Kartellgericht gegen 15 Verbände verschiedener Branchen die Klage auf Grund der Kartellverordnung eingereicht. Es handelt sich diesmal um Gleitpreise, sowie um die Freibleibensklausel. " Zur Beschäftigung der Braun- kohlenindustrie. Wie wir erfahren, ist der Braunkohlenbergbau auf Grund der von ihm abgeschlossenen Iahresverträge bis zum 31. März des nächsten Iahres voll be'chästigt. Die Erlöse • sind jedoch bei einzelnen Gesellschaften verschieden und vielfach durch den starken Wettbewerb der anderen Kohlensorten nicht unwesentlich beeinträchtigt. * B e n z & Co., Automobil- und M o - t orenf aöri k 21.-®. i n Mannheim. In den letzten Tagen sind Gerüchte verbreitet worden, daß die Firma Benz & Co. in Zahlungsschwierigkeiten geraten sei. Die Verwaltung der Benz & Co, Automobil- und Motorenfabrik 21.-®. in Mannheim erklärt hierzu, daß diese Gerüchte unbegründet sind, dah sie bisher ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt habe, daß der Status der Firma ein zufriedenstellender sei und von Zahlungsschwierigkeiten keine Rede sein kann. ♦ Friedrich-Alfred-Hütte, Rheinhausen (Riederrhein). Das Abbauprogramm auf der Friedrich-2llfred-Hütte, das bekanntlich zu Krupp gehört, ist nunmehr durchgesührt. Es sind im Laus der letzten Monate etwa 1500 Arbeiter entlassen worden, so daß die Belegschaft noch etwa 7000 Mann beträgt. • Die Kredite für den Stumm- Ko nz er n. Wie der Deutsche Handelsdienst erfährt, sind die Verhandlungen über die Kredit« für den Stumm-Konzern nunmehr abae- fchlossen, nachdem sämtliche beteiligten Banken und Bankiers ihre Zustimmung zur Prolongation ihrer Forderungen erklärt haben. Weitere Einzel- fjeiten dürften in zwei bis drei Tagen bekannt- gegeben werden. * Di e Verhandlungen über die Bildung des Eisentrustes. W.e der DHD. von unterrichteter Seite erfährt, haben die Mrhandlungen über die Bildung des Eisen- trustes in den letzten Tagen einen günstigen Verlauf genommen. Die Arbeiten sind auf allen Gebieten fortgeschritten, doch sind neue Ergebnisse, die die Oeffentlichkeit inteiessieren könnten, bisher noch nicht zu verzeichnen. ‘ Starke polnische Holzausfuhr 1 92 5. Die Holzausfuhr Pofens im ersten Halbjahr 1925 ist sehr viel größer gewesen als zu der gleichen Zeit des Vorjahres. Rach der amtlichen Statistik wurden im ersten Halbjahr 1925 1 473 300 Tonnen Holz ausgeführt, gegen 886 800 Tonnen im ersten Halbjahr 1924. Diese große Zunahme entfällt ziemlich gleichmäßig auf alle Holzarten. Besonders stark zugenommen hat die Ausfuhr von Papierholz, die 200 000 Tonnen betrug (77 200) und die Ausfuhr von Rundholz, und Klötzen, die 261 200 Tonnen (103 800) erreichte.. Die allgemeine Zunahme der Ausfuhr erklärt sich hauptsächlich durch große Lieferungen von Rundholz und Schnittwaren nach Deutschland. Ramentlich aus Westpolen wurden infolge des Eulenfraßes große OKengen Rundholz nach Deutschland geliefert. Aber auch von Papierholz war Deutschland ein starker Abnehmer. Das zweite Halbjahr 1925 wird ganz andere Zahlen bringen, da infolge des Zollkrieges mit Deutschland der Hauptabnehmer für das polnische Holz weggefallen ist. Hieraus erklärt sich die augenblicklich schwierige Laae der polnischen Holzindustrie, die solange keine Wendung zum Besseren erfahren dürfte, als nicht die Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland zu einem günstigen Abschluß gelangen. * Polen auf dem Wege zur Inflation. Die polnische Regierung hat die Absicht. in den nächsten Tagen Schatzscheine für 50 Millionen Zloty herauszugehen. Das diesbezügliche Sejmgeseh läßt eine Emittierung von 100 Mill. Zloty Schahscheine zu. Die Regierung hat aber bisher nur 40 Mill. Zloty herausgegeben. Börsenkurse. Frank urt a.M. Berlin Schluh- fiurs Sä ;uij. ’21bcn)- f cblu5-» *>U i Srdufct iittai Tahnr 8 1). 9 10 •’o 9 10 5% Deutsche RelchSanletbe ■ 4% Deutsche RcichSanleche . 3Va% Deutsche Reich-anleibe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe 4°/0 Preußische Koniols • • 4% Hessen 3 */?/" tzcffen.......... 3% Hrricn Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dtp. Doll.-Schntz-Anweisng.*) 4e/0 »tolltürken....... 5*/o SoIbmeriTaner ..... verltntt Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche DereinLbank ■ ■ . . DiSconto Lommandtt . . . Metallbank....... Mitteldeutsche Lredtlbcmk. Oefterrrtchische Lredttanstalt Weltbank .......... Bochumer Guß . ...... BuderuS...... Taro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Haroener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütle ....... Lberbedars Phönix Bergbau ..... Ryeinsrahl........... Rielreck Montan ...... TclluS Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . , Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Corn.-Guano .... Badische Anilin..... Chemische Mayer Sklavin . . Goldschmidt Gries - eintet Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... RülgerSwcrke ......... Scheidcanstalt ........ Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkrastwerke ........ Schuckerl........... Siemens & Halske ...... Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt........ Meguin. ... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-iS Schuhfabrik Her; Sichel. . Zellstoff Daldbos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0.2275 0 23) 0,2275 | 2825 — — 0.29 ! 0.29 0 29 0,275 0.28 1.27 5 — 1.450 0.4 0,18 — 0.11 1.1325 ; ) 1375 0.26 i 275 O.26'> 1 0.265 — — 0 28 0,23 — 6,21 0 25 0,21 — — 0.28 j 0,225 9 J .25 90/25 91.75 : 91.75 95,6 95 85 96 1 96 7,7 7.7 7.4 7,9 - 39,5 - ! — 124 122.75 124* 124,7* 94° 94,4* 94 75* 94,75* 104° 106° 104.2* 105,6* 1H4.13 105,75 104,6* 105.9* 101.5° 75 100,75 102* 101.7* 102 ,6* 77.5 76.5 — 92 92 — 91.5* 7.3 7.8 7.4 7,25 0,028 0,028 0,025 — — 64,75* 63,5* 48 44.5 — 46.25 38 38.5 — 31* 6b* 68.25* 65* 68.2 * 68-9° 70.75 68.5* 71* 100 103.5* 99.75* 103,5* 113 115 112.9 115.25 118.25 120.25 17,62 18.62 36 37,25 38,4 38 42.5 46 -♦ 69 75 72 69.5* 72.25* 55 57 55' 57* ;i 72 5 72 72.5 54 54 — 58* 59.75 — 60* 63 65,75* 64 75* 65.4* — — — 67 67 — — 52,75 52,5 52,1 52,25 — — 89.75 92,5 119.5 120,25 119,5 >20 — — — 67 25 67,5 67,5 68.5 115.75 117 75 Hi 118 116 5 H8.4 116 HO 51.5 52,5 62 62 62,25 63 89 89,5 11.25* 94* 92 75* 94.25° 70 5 72.75 71 73,13 71.5 71.5 — — 60 63* 60.5* 63,75* 74,5 76,5* 73.5* 77,5' 34,5 ] 35.5 34.75 85.13 34 5 34.85 34.25 34,13 26 26 — 35 35 35 35,25 — I — — 0,3 , 0.3 — — —- — —• — 95.5 96 — — 59 5 59,5 57,5 58,5 26 *6.5 — 25 4,55 4,4 4 4 55.75 79.5 ;s 78.5 5i 55,75 — 5a,'5 u"> 55 54,5 55 Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Schuldenrerhältnisse. Kolonialwerte waren sehr beachtet, vor allem Diamant-Shares. Don heimischen Renten waren Kriegsanleihe mehr bevorzugt. Schutzgebiet hatten dagegen tillcres Geschäft, der Kurs stellte sich auf 5,47'/,. Am Geldmarkt macht die Erleichterung weitere Fortschritte. Tägliches Geld 9 bis 10,5 Proz. Monatsgeld nahezu umsatzlos 10,5 bis 11,5 Proz. Am Devisenmarkt lagen nordische Devisen sehr fest. Das Pfund stellte sich gegen Kabel auf 4.64' iG- Paris gegen London 104,4. Die Marl wird gemeldet: aus London 20,34, Amsterdam 59,23V«. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. kKn Billiauen Mark ouSgedrücki- BuenoS-AtrrS, London, Neu- york Yap au. Rio b» Janeiro für eine Einheit, Wien und Bud'avcu kür 100000 Ein beiten, alle« übrige rür 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. 8 Okkvr 9 Okt r. Amtliche Noli runa ^elb : Brie' Amtliche Notierung Amn.-:Kol. Buen.-Airc^ 168.62 169,04 168 59 169.01 1.72-3 1.25 1.721 1,725 Ärss-'Antw 18.M 18.88 H 8? 18.86 Sbriftianin 82.35 82,55 83,40 83.60 siopenhagen 101,22 101.48 101.17 1'11, Slprfbolni 112.44 112,72 10.5X5 112,56 112.84 Hclsingfors 10.555 10 555 10,559 Italien ■ • 16.81 16.88 16 83 16.87 London. J0.316 20.366 -0.311 20.361 Peunork . 4,19: 4,215 4.195 4.20' Paris - - ■ 19.44 19.48 19 40 >9.44 Schweiz . ^0 88 11.08 ■O 87 81.07 Sparen 60,.1 60.47 60.30 60,40 Iavan . . . -Hio be Jan . ,716 1,720 11.636 1.717 > 627 1.721 > 629 1.629 Dien in D-- Ccft. obaeft 59.17 69,31 39.17 59.3i Prag .... 12.425 12.465 12,42 12,4i «Mrad . . 7.43 7.4 7.43 7.4- Bnbapest. >,875 5.895 5.872 5,8'2 Bulaaricn 3.055 3.065 3.045 3^.55 S'ITaboii 21,225 .0,275 t\ 225 21,27. Danzig. . 80.50 »0-75 SO 55 80.75 Konst.ntin- 2,495 2,415 2,405 2,415 Alben 6 03 6 11 6 09 6.11 Canaba- . 4.193 4,205 4.195 4,207 UruQuah 4 25 4.26 4.205 1.215 Banknoten. Berlin, 9 Oktbr Gelb Briet Amerikanische Noten ..... • .189 4.209 Belgische Noten ....... 18,95 18,05 Däni'che Noten ....... 101 40 101,90 20,37 Englische Noten - ....... 20.27 Französische Noten ...... 19,44 19 54 168.20 169.04 itl. licnische Noten...... 16.81 16.89 Norwegische Noten..... 84 44 84.87 Dcutsch-Qesterr, 5100 Kronen Rumänische Noten...... □8.99 59.29 — — Schwedische Noten ..... 112.22 m.78 Schweizer Noten ....... 80,6 81.05 Soantsche Noten ...... 0.20 >0.50 Tschechouowalische Noten . . 12,375 12.435 Ungarische Noten . . .... 5,82/ 5,M>7 Frankfurter Abendvorse Frankfurt a. M., 9. Ott. Die Abendbörse verkehrte bei immer noch kleinem Geschäft in gut behaupteter Haltung. Trotz der freundlichen Strömung verschärfte sich die Zurückhaltung, die allseits geübt wurde. Der Anleihemarkt war geschästslos. Kriegsanleihe hörte man zu 0,230. Auch das Mediogeschäkt lag ohne Anregung. Die Abendbörse schloß ruhig zu gehaltenen Kursen. Ausländische Renten: Zolltürten 7,90, Ungarische Goldrente 10,55. Bankaktien: Bank für Dvcru- industrie 80, Commerzbank 94,37 Medio, Darmstädter Dank 106 Medio, Deutsche Bank 105,75, Deutsche DereinSbank 75, Diskontogesellschaft 101,75, 102 Medio, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 92, Reichsbank 133,50, Oefter- reichische Kreditaktien 7.30. Montanaktien: Gelsenkirchen 70,75, Otavi 25, Kali Aschersleben 115. Schiffahrtsattien: Hapag 59,75, Rordd. Lloyd 65,50, 65,75 Medio, Baltimore 48,50 Monastir 10,62. Bad. Anilin 120,25. Industrieaktien: AEG. 94, Dyckerhoff 33,50, Eßlinger Maschinen 37,50, Lahmeyer 76,75, Lechwerke 68, Inag 0,42, Siemens Halske 76,50 Medio, Zellstoff Waldhof 79,50. Frankfurter Getreidebörse, (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 9. Oft. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23, Roggen, inländischer, 17.25, Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer, 19.50 bis 21, Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 37 bis 37.25, Roggenmehl 25 bis 26.25, Weizenkleie 9.75 bis 10, Roggenkleie 10.25 bis 10.50. Tendenz: Geschästslos. Beriine: Prsduk'e. dürfe. Berlin, 9. Oft. Der Produktenmarki war fast umsatzleer und die Preise gingen weiter nach unten. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märf.) 209 bis 211, Weizen (Oktober) 226, Weizen (Dezember) 228 bis 227.50, Weizen (Marz) 232 bis 232.50, Roggen (märf.) 150 bis 153, Roggen (Oktober) 167 bis 166, Roggen (Dezember) 170, Roggen (März) 178 bis 178.25, Gerste (mark.) 210 bis 233, Futtergerste 170 brs 175, Hafer (märf.) 182 bis 190, Hafer (März) 190: für je 100 Kg.: Weizenmehl 27.25 bis 31.25, Roggenmehl 21.75 bis 24.25, Weizenkleie 10.35 bis 10.60, Roggenkleie 9 bis 9.30, Diktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Speiseerbfen 26 bis 28, Futtererbfen 21 bis 24. Wicken 22 bis 25, Rapskuchen 14.50 bis 15, Leinkuchen 21.30 bis 21.60, Trockenschnitzel 10 bis 10.25, Torfmelasse 8.50 bis 9, Kartoffelstöcken 14.75 bis 15, Zucker 20 bis 20.25. Berlin, 9. Oft. Die feste Deranlagung der letzten Tage machte auch heute an der Börse weitere Fortschritte. Obwohl die neueren Meldungen aus Locarno nicht so optimistisch gestimmt waren, hält die Börse doch an dem Glauben fest, daß auch aus dieser Konferenz für die deutschen wirtschaftlichen und politischen Derhältnisse etwas Ersprießliches herauskommt. Die sicherlich nicht optimistisch gehaltenen Ausführungen des Geheimrats Klöckner tun dieser Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil, die Börse hört bei ihrer derzeitigen Dersassung nur das Günstigste heraus, und die Hoffnung, daß der Höhepunkt der Krise überwunden und unter gewissen Bedingungen eine Besserung 'kn Aussicht steht, belebte das Ganze. Auch die technischen Momente des nahe bevorstehenden Medio tragen zur Befestigung bei, da die Baisse- Spekulation in erheblichem Maße den Beginn des Terminhandels ausgenutzt hat und sich vor Äeberraschungen schützen will. Im Terminhandel waren Kursbesserungen festzustellen, die bei Montanwerten 2 Prozent ausmachten. Das gestern schon bemerkte Interesse für s r e m d e Renten hielt auch heute cm. Man verspricht sich von der Locarno-Konferenz einen besseren Voden für die Regelung der europäischen Büchertisch. — Heber Kleiderformen und Stoffe, über Hüte und Mäntel unterrichtet sich die Frau am besten durch das soeben erscheinende Heft 10 der „Reuen Frauenkleidung und Frauen- fultur“. (Derlag G. Braun, Karlsruhe.) Die Abbildungen zeigen herbstliche Straßen» und Rachmittagskleider, Mäntel und Pelzmäntel, Herbstkomplets, Kleider mit Iacke, Haus- und Arbeitskleider, Kassak, Kinderkleider. Im Terf- teil steht an erster Stelle der Modebrief von Frau Emmy Schoch-Leimbach. — Das 9. Heft (2. Iahrgang) von „D e r Die Das" vereinigt Kurf Martens, Rorberf Iagues, El Correi, Awertschenko, Tschechow, Höllriegel und andere Autoren, um auf bald anmutige, bald phantastische Weise die Sorgen des Alltags wegzuzaubern. (Derlag, Leipzig. Iohannisgasse 8.) — „Die Kun st", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (F. Qfcudmann A.-G., München, Preis für das Dierteljahr 6 Mk.) beginnt mit dem soeben ausgegebenen Oktoberheft ihren neuen Iahrgang. Wie e» dem Prinzip der Zeitschrift entspricht, bietet daS Heft in anregender Abwechslung und sinnvoller Kom- positwn Werke älterer, neuer und neuester Kunst aus allen Gebie:en des weiten Bereiches freien und angewandten Kunstschassens. Zu ausge- zeichne.en, allgemein verständlich geschriebenen Aussägen hervorragender Fachmänner bringt „Die Kunst" besonders schöne Reproduktionen von Kunstwerken. Eindrucksvoll zieht diesmal die rheinische Malerei der letzten hundert Iahre vorbei. In pikan-em Gegen'ah dazu steht der Lleberblick über die Malerei der Schweiz von Füßli bis zu Martin Lauterburg im Rahmen eines reichillustrierten Aufsatzes über die Große Schweizer Kunstausstellung in Karlsruhe. Im Teil der angewandten Kunst dokumentiert eine Veröffentlichung über die schwedische Abteilung auf der Internationa'en Kunstge verbe-Ausstel» hing in Daris, daß die Zeitschrift auch dem Kunstschaffen jenseits der Grenzpfähle ihre volle Aufmerksamkeit zuwendet. — Delhagen & K l a s i n g s. Monatshefte überraschen mit jedem neuen Heft. Wer die Bilder Carl Bantzers. eines unserer deutschesten Maler, im Oftobech:ft betrachtet, und die feinsinnige Würdigung liest, mit denen sie der hervorragende Kunsthistoriker Pros. Dr. Karl Woermann geleitet, der fühlt mit Stolz, was eS bedeutet, ein Deutscher zu sein. Aus dem sonstigen reichen Inhalt sei auf die farbenprächtigen Bilder des Dichters Hermann Hesse hingewiesen, der auch ein bedeutender Maler ist und die luganesische Landschaft künstlerisch so fein empfindet, wie sie Iosef Ponten In Worten schildert. Das 19. Heft der „Großen Welt", bongt Photographien aus aller Welt, spannend wie Geschichten; von Colin Roß, dem bekannten Welt- reisenden, eine Plauderei und seltene Aufnahmen; von Fr. Mayer einen geheimnisvoll bunten Reisebrief aus Konstantinopel; von Alfons von Czibulka eine indische legendarische Erzählung; Rovellcn von Isjagin, Mac Orlan, Mansfield und M4rimhe, die Sie nach Rußland, Amerika. England und Frankreich verzaubern, mitten hinein in gewaltige oder stille Schicksale; unb noch vieles andre an Bildern und Schilderungen. Verlag Leipzig, Iohannisgasse 8. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 11. Oftober/lS. n. Trinitatis. Stadtkirche. 91/,; Pfarrasf. Hertel. 11: Kinderfirche für die Markusgemeinde. Bsarrass. Hc-rtel. 6: Pfr. Mahr. Feierl. Eröffnung des Äonfirmanbenunter* richts (Mattbäusgemeinde). - Johanneskirche. 9'/, Zugt. Militärgottesdienst. Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche f. d. Iobannesgemeinde. Pkr. AuSfelb. 6: Pfarrastistent Schultheis. 8: Dibeibesprechung im Iohannessaal. Pft. Müller. — Kirchberg. 10; 11: Heiliges Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar. — Mainzlar. 1%. - Wieseck. Evang. Gemeindesaal, Ludwigstr. 11. Rur Abendgottesdienst: 7'/,. — Watzenborn-Darbenteich. Watzenborn-Steinberg: 9: Beichte, anschl. Gottesdienst und heftig. Abendmahl der Alten. Garbenteich: 1. (Kollekte.) Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 10. Ottbr. 41/, u. 7 Deichte. Sonntag, den 11. Oktbr. 19. Sonntag nach Pfingst. 61/, Deichte, 7 Messe, Kom. d. Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pred., 11 Wesse m. Pred., 5'/, Christenlehre il Andacht. Dienstag und Freitag abds. 6 ist Rosenkranzandacht mit Segen. — Grunberg. 9V, Weste mit Predigt. - Hungen. 91/, Hochamt mit Predigt. — Lich. 7'/', Weste mit Predigt. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 11. Oktober. 8.30 bis 9.30 Ähr: Morgenfeier, veranstaltet vom Warfburg-Verein, Frankfurt a. M 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Man- bolinenftub „Frischauf". 4 bis 5 Ähr: Die Stunde der Iugend: Aus dem deutschen Märchenborn, Hexenmärchen von Grimm: Die sechs Schwäne. Der Liebste Roland (für Kinder vom 4. Iahre ab. 5 bis 6 Ähr: Rachmittagskonzert des HauS- Orchesters, Die Oper der Woche. 6.30 bis 7 Ähr: .Lebenskunst", 7. Vorlesung: Aus den »Apho» rlSmen zur Lebensweisheit" von Arthur Scho» penhauer. 7 bis 8 Ähr: Stunde des Rhein« Mainifchen Verbandes für Volksbildung: „Hupf tens letzte Tage" von Konrad Ferdinand Meyer: 1. Meyer über seine Dichtung („Mein Erstling"): 2. Vorlesung aus „Huttens letzte Sage“, gelesen von Frau Meißner. 8 30 bis 9.30 Ähr: Konzert der Mannheimer SrioBereinigung, vorllassisch« Kammermusik. 10 bis 11 Ähr: Theater-Hörspiele. Montag, 12. Oktober. 4.30 bis 6 Ähr: Rachmittagskonzert deS Hausorchesters, Märsche berühmter Komponisten^ 6 bis 6.30 Ufjr: Die Lesestunde (Die Rovelle): „Colomba" von Prosper MHrimse. 6.30 btS 7 Ähr: Die Bücher stunde. 7 bis 7.30 Ähr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Röhrensender 1", 24. Kursvorfrag von Dr. P. Lertes. 7.30 bis 8 Ähr: Stenographischer Fortblldungskursu» für alle Systeme (Diktat von 150 Silben ab aufwärts). 8 bis 8.30 Ähr: „Conrad Ferdinand Meyers Klangbild im künstlerischen Vortrag“, Vortrag mit Rezitation von Äniversitätslektov Roedermeyer-Frankfurt a. M. 8.30 bis 9.30 Ähr: Conrad Ferdinand Meyer. 10 bis 11 Ähr: Äebertragung von Kassel: Zweiter Abend Kasseler Musikfreunde. Gallusmarkt in (Brünberg Jum diesjährigen 0523c WOM GWAMMMmSM«» 3 empfehle ich mich wieder in altbekannter Weile mit pfehle ich mich wieder in altbekannter Weise mit dienen kann. Sitzgelegenheit ist ausreichend und bequem. Karl Christ, Bäcker. 9510c damit verbunden ist. Die aufzutreibenden Tiere, über welche 71 Bim UheAh vorschriftsmäßige Ursprungszeugnisse mitzuführen sind, dürfen n w&w. <£■ ta S18 Bl b B w GBl nur aus Ortschaften stammen, die kein Sperr- oder Beobachtungsgebiet bilden. 0507c 9509c Karl Schmierer, Grünberg empfiehlt sein Lager in 9522c Tags vorher). 9505c 9513c »GOGGGOW Wir treu die guten Ooalitäten in 9511c < ff. Wei«« Gut bürgerliche Küche »»••»•6®e»eeeeeeeeeM®®6i Hadeka-Haus j Bahnhofstratze 2. 9517c Eine wirklich gute und doch billige Mandolinen C |H«t M. 12.-. 9229c erstkl. musikal. Darbietungen! Es ladet ein Hermann Eiertänzer. Am 2. Tage Kinovorführung: der wundervolle Singfilm Weißt du noch? Grünberg i. H., den 10. Oktober 1925. Bürgermeisterei Grünberg. 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Gleichzeitig bringen wir zur Kenntnis, daß Mittwoch, den 14. Oktober, vormittags ein Oefen und Herden in allen Ausführungen (schwarz und emailliert). Ferner: Keeeelrümpfe, Kupfer-Kessel ohne Elnlare, Ofenrohr und -Knie, Herdroste, Kesseltüren, Kohlenkasten, Kohlenlöffel. Feuerhaken naw. Herrn. Aug. Christ Grünberg in jedrr Orkislsge Lghlungsrrleichterung! kürz-, weib- nnö WoUmoten i Spottroejleo, seltnen unöSeüra: Damen-nnö 6enenü0ien.inß6en: : Domni- nnö fiinöermäleln |> Villa Emilia Grünberg i. H., Gießener Str. nächst Gallusmarkt. Am 14. Oktober ab 4 Uhr LV erstklassige Tanzgelegenheit. Meine gut gepflegten Weine u. Biere bringe ich in empfehlende Erinnerung. Mittagstisch von 12 bis 2 Uhr Kalte und warme Speisen zu feder Tageszeit. •»* Heinrich Hamel ww C. Rübsamen, Gießen i-s Fernsprecher 1659, Am BoraLend, Dienstag, den 13. Oktober = Große Metzelsuppe = Konzert und Damenbedienung. 9520a 3»m Gallusmarkt! 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