Donnerstag, 10. September (925 175. Jahrgang Nr. 2(2 Erster Blatt chafl: stelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anztiaer-iestea. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne iedrDerdindlichireit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm DreiteörtlichS, auswärts 10 Goldpsennig; für Ne- Klame-Anzeigrn v.70mm Breite 35 Goldpsennig, Platzoorschrift 20°,, Ausschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dießen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck vnd Verlag, vrühl'sche Unwerfiläts-Vuch- und bteindruckerei R. Lange in Kietzen. Zchriftlettung und Seschäftrftelle: rchulfttahe 7. Die Schlacht bei Alhucemas. Spauischc L'-gesberichte. — Neue erbitterte Kämpfe. Madrid, 10. Sept. (0D2ZB. Funkspruch.) Die spanischen Blätter melden: Drei Tage lang haben die Transportschiffe und daS spanische und französische Geschwader an der Küste von Alhucemas Landungsmanöver und Schcinlandun- gen inszeniert, um den Feind zu täuschen, so bah endlich die Landung in der Bucht von Cepabitta vollkommen überraschte. Insgesamt waren 112 Kriegsschifse und andere Fahrzeuge versammelt. Das Meer war ruhig und bot den Anblick eine» ungeheuren SeeS. Die französischen und die spanischen Schiffe begannen sofort die Anhöhen der Alhucemasbucht zu beschießen, während alle Flugzeuggeschwader aus Melilla, ungefähr 50 Apparate, sowie französische Wasserflugzeuge Bomben abwarsen. Einige Geschütze der Rifleule erwiderten das Feuer und suchten die französischen und spanischen Schisse zu treffen, was jedoch nicht gelang. Bur eine einzige Granate beschädigte die radiotelegraphische Anlage eines Schisses leicht. Der Schaden konnte aber sofort wieder auSgebessert werden. In der Nacht vom Montag zum Dienstag Wurde der Befehl zur Landung gegeben. Infolge deS Gedränges stießen ein Kanonenboot unb ein Torpedoboot zusammen und wurden schwer beschädigt. Das Torpedoboot konnte jedoch noch mit eigener Kraft in den Hafen von Melilla fahren. Bon 5—9 Uhr morgens bombardierten Flugzeuggeschwader die feindlichen Stellungen. Kurz vor 11 Uhr vormittags begann d i e eigentliche Landung, die ohne Zwischenfall vor sich ging. Um 12 Uhr mittags rückten starke Eingeborenen-Abteilungen gegen die au nehmenden feindlichen Stellungen vor. Es kam zu einem leichten Zusammen- st oß mit b e m Feinbe, aber unter dem Feuer ber Geschwader zog dieser sich bald zu- füd und die spanischen Truppen konnten ihr Ziel erreichen. Die erste LandungS-Abtei- Tung bestand aus 10 Panzerwagen, 2 Abteilungen ber spanischen Fremdenlegion. 3 Eingebore- nen-Abteilungen. 3 Iäger-Bataillonen, 2 Artillerie-Abteilungen. einem Auto-Park. 4 Pionier-Kompagnien und 3 Rabio-Telegraphen- Abteilungen. Gin spanisches Flugzeug wurde vom Feinde abgeschossen und mußte auf die See niedergehen. Die Mannschaften konnten aber von einem französischen Torpedoboot aufgenommen und gerettet werben. Gegen Abend gingen die Truppen unbelästigt auf ber Moro- Nuevo in Biwak. Französifche Meldungen besagen, daß große Flugzeuggeschwader gestern nachmittag erneut die Rifstellungen beschossen haben. Das Hauptquartier Abb ei Krims wurde mit Bomben beworfen. In Madrid herrschte gestern über die Truppenlandung große Begeisterung. Man glaubt, daß die Lage sich jetzt völlig zugunsten ber Spanier verändert habe. Meldungen aus Tanger besagen jedoch, daß die Spanier bei der Landung große Berluste erlitten haben. Die Artillerie der Aifleute soll dabei 21 spanische Schiffe versenkt haben, darunter sieben größere Transportschiffe. Der britische Gewerbschafts- bongreh. London, 10. Sept. (TU.) Der Gewerk» schaftskongreß in Scarborough irahm gestern mit großer Mehrheit einen Antrag auf Bi 1 dung von Betriebsräten in allen Fabriken an. Das ist ber erste Erfolg ber sogenannten roten Bewegung. Auch die Vertagung ber Entscheidung in ber Frage ber Konzentration in den gewerkschaftlichen Organisationen wirb heute etwas pessimistischer beurteilt als gestern. Die rote Bewegung hat keineswegs mit der Vertagung ber Entscheidung eine Niederlage erlitten; vielmehr ist es die Politik des Kon- aresses, wesentlichen unb bedeutungsvollen Entscheidungen auS dem Wege zu gehen. Anderseits wurde aestern ein Antrag des linken Flügels aus Bildung einer Generalgewerftchaft eebnsalls abgelehnt, jedoch treffen hierbei die oben gemachten Bemerkungen über die Politik des Kongresses zu. Die wirkliche Stimmung bei dem linken Flügel zeigt ein Dries des Sekretärs der Kommunistischen Partei. I n k p i n, an den Kongreß. Es heißt darin: Die Negierung habe beschlossen, die Kommunistische Partei wegen ihrer Auftorderung an die organisierte Arbeiterschaft zur Aufklärung der in Heer unb Marine Arbeitenden über ihre Stellung zu den bevorstehenden Arbeitsstreitigkeiten zu bekämpfen. Die Kommunistische Partei fordere den Kongreß auf. das Recht der Arbeiter auf Aufklärung ihrer Drüber in Heet^und Marine zu wahren. Die Bodenreform in Polen. Warschau. S. Sept. (WTD.) Die ver- einigten Senatslommissionen berieten • über die Boden reformvorlage und stimmten über die ersten sechs Artikel des Gesetzes ab. Zu Artikel 4, der den Maximalgrundbesitz bestimmt, war- den Abänderungsanträge angenommen, die den Höchstbesih an Grund und Boden m Industrie- gegenben und Dorstadtorten von 60 auf 180 Hektar, in den Ostgebieten von 300 auf 400 und in einigen anderen Gegenden von 180 auf 300 Hektar erhöhen. Von den Bauernabgcordneten und den Linksparteien wurde angesichts dieses Beschlusses das Ging reif en ber R e - g i crung gefordert. Als ihr Antrag abge» wiesen wurde, verliehen die Vertreter dec genannten Parteien den Saal. Die Konferenz der Außenminister. Ministerialdirektor Gaus hat nach seiner Rückkehr aus London bem Berliner Auswärtigen Amt unb auch bem Reichspräsidenten sehr eingehend Bericht erstattet, er befindet sich jetzt in Aorberneh beim Außenminister Dr. Stresemann unb 1oirb von ba aus nach Whk weiterfahren, um auch ben Reichskanzler zu informieren. In ber Zwischenzeit finben in Genf sehr eingehcnbe Beratungen ber Außenminister mit ihren juristischen Sachverstänbigen statt, die sich einmal um die Sicherheitsfrage selbst, zum anderen um die Einladung an bie Reichsregierun g brehen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, baß schon in ben nächsten Tagen bas Auswärtige Amt von bem Wunsch ber Alliierten nach einer persönlichen Aussprache mit Herrn Dr. Stresemann Ende des Monats in einem Schweizer ober oberitalienischen Ort in Kenntnis gesetzt wirb. Da sich bie Besprechungen ber alliierten Staatsmänner schon seit Tagen hinziehen, gewinnt bie Nachricht an Debeutung. bah an ber bevorstehenben Auhenministerkonferenz auch bie Chefs der einzelnen Regierungen teilnehmen werben. Da Mussolini, der gleichzeitig Außenminister unb Ministerpräsident ist, an der Sicherheitskonferenz teilnehmen will, darf angenommen werden, daß auch bie Ministerpräsi- benten Englands, Frankreichs unb Belgiens nicht zurückstehen wollen, also schließlich doch ber Sortierung Deutschlanbs nach Erweiterung ber Außenluinisterbesprechung zu einer Dollkon- f e r e n z nachkommen werben. Heber bem Ergebnis ber Conboner Iuristen- besprechung liegt nach wie vor ein geheimnisvoller Schleier, bennoch lassen gut unterrichtete politische Kreise burchblicken. bah bie Situation Drutschlanbs auf ber bevorstehenden Auhenministerkonferenz keineswegs so pessimistisch beurteilt zu werben braucht, wie bas burch bie Londoner Presse geschieht. Vielmehr sei es gelungen, bei ber Formulierung ganz wesentlicher Streitfragen ben beutfdjcn Stanbpunkt burchzufetzen. Es habe sich eine ganze Anzahl Einheitsformeln finben kaffen, wäh- renb bie Alternativformeln stark, verringert worben seien. Wenn auch allgemein bavor gewarnt wirb, voreilige Hoffnungen zu hegen, so ist boch im großen unb ganzen ber Eindruck in Berlin ber, bah für Deutschland fein Anlaß vorliegt, mit dem Ergebnis bet Besprechungen unaufrieben zu fein. Wie sich bie Dinge nun weiter entwickeln werben, hängt einerseits von ben Alliierten, anbererseits von bem Kanzler unb bem Außenminister ab. Vermutlich werben Herr Dr. Luther unb Herr Dr. Stresemann boch schon in ben nächsten Tagen nach Berlin zurück- kehren, um noch vor ben Feierlichkeiten im befreiten Ruhrgebiet, an denen nicht nur ber Reichspräsibent, fonbern auch bie Reichsregierung teilnehmen wird, einen Kabinetsbe- schluß über bie weitere Haltung Deutfchlanbs herbeizufiihren. Dr. ©aus in Berlin. Dcr Bericht über die Juriftenkottferenz. Berlin, 9. Sept. (Wolff.) lieber den augenblicklichen Stand der Verhandlungen über den Sicherheitspakt kann das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger in Berlin folgendes mitteilen: „Nach Informationen von unterrichteter Stelle sind die Nachrichten aus dem Auslande, denen zufolge bereits eine Einladung 3 u einer alliierten Ministerbefpre- d) u n g an einem bestimmten Tage und an einem bestimmten Ort ergangen sein soll, aus der Luft gegriffen. Bisher liegt nur die schon vor einiger Zeit ergangene mündliche Einladung durch den französischen Botschafter in Berlin vor. zu der sich die Reichsregierung damals ihre Beschluß- sasfung vorbehalten hat bis nach Kenntnisnahme des Berichtes des deutschen Sachverständigen, Ministerialrats Dr. Gau s. Es ist möglich, daß die alliierten Minister nach ihrer Rücksprache untereinander in Gens und nach Feststellung ihrer eigenen Dispositionen die Einladung nach Berlin richten werden. Es würde aber auch nach diplomatischen Brauch möglich fein, daß sie vor einer präzisen Einladung er st Fühlung mit den deutschen Stellen über die deutschen Regierungsdispositionen nehmen. Bisher ist dies noch nicht geschehen. Die Entscheidung der deutschen Regierung über das formale weitere vorgehen wird erst erfolgen, nachdem das Reichskabinett auf Grund des Gausschen Berichtes sich über den materiellen Stand der Dinge klar geworden ist. Ministerialdirektor Gaus hat am Dienstag zunächst dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt von Schubert und sodann dem stellvertretenden Reichskanzler Dr. Gehler Bericht erstattet. Am heutigen vormittag hat er sich zu dem gleichen Zwecke zu bem Reichspräsidenten begeben. Am heutigen Abend wird er zusammen mit Staatssekretär von Schubert zum Reichsaußenminister Dr. Strefemann unb ba- nach zum Reichskanzler fahren, um biefen Herren seinen Bericht vorzulegen. Erst hiernach wirb bestimmt werben, wann bas Reichskabinett zur materiellen Beschlußfassung zusammentreten kann. Irgendwelche Dispositionen sinb nach blefer Richtung selbst vom Reichskanzler noch nicht getroffen worben. Die Iurisien haben sich streng an ihr Mcmbat gehalten, nach welchem sie in keiner weise bie Stellungnahme ber Regierungen fe ft legen bürsten. Man kann deshalb auch noch nicht von einem aünfliaen oder unaün- stigen Eindruck des Ergebnisses ihrer Besprechungen reden, bevor sich das Reichskabinett mit der Frage besohl hat. Die Iuristenbcsprechung sollte nur den deutschen Sachverständigen über ben Stanbpunkt ber Alliierten hinsichtlich ber juristischen unb technischen Seite bes Paktes informieren. Eine Erörterung ber großen politischen Probleme war ben Iurislcn nicht übertragen worben, unb biese haben solche Probleme nur soweit behanbelt, als sie von ber juristischen unb technischen Erörterung nicht zu trennen waren. Es ist lebiglich ber beiderseitige Standpunkt formuliert, aber es sind keine Beschlüsse gefaßt, sondern nur die Besprechung ver Minister vorbereitet worden. Die Konferenz der Außenminister. Die Zusammenkunft in Lausanne beschlossen. Genf, 9. Sept. (LU.) Von der englischen Delegation des Völkerbundes Wird mitgeteilt: Heute vormittag fand die erste offizielle Zusammenkunft der Außenministcr Chamberlain, Driand, Dandervelde und des ersten italienischen Delegierten beim Völkerbund Scialoja mit den drei Sachverständigen Sir Cecil Hurst, Froma- geot und Rollin statt. Don den drei Außenministern wurde offiziell festgestellt, daß die Londoner Sachverständigenbesprechungen mit dem deutschen Ministerialdirektor Dr. Gaus einen sehr wichtigen Fortschritt in den Verhandlungen über den Sicherheitspakt bedeuteten, so daß eine Des p rechung der alliierten Außenminister mit Dr. Stresemann die beste Aussicht auf Erfolg hätte. Die drei Außenminister faßten den Beschluß, an die Reichsregierung mit der Auftorderung heranzutreten, an einer demnächst stattfindenden Konferenz teilzunehmen. Die Konferenz wird, wie man hört, in Lausanne stattsinden. Die Frage der Beteiligung Italiens an der Besprechung der alliierten Außenminister mit Dr. Stresemann ist noch nicht entschieden. Die Teilnahme der Tschechoslowakei und Polens ist, entgegen den Wünschen dieser beiden Länder, abgelehnt worden. Es ist der Dorschlag gemacht worden, gleichzeitig mit den Verhandlungen über den Westpakt und in der- sell>en Stadt die Dertreter der Tschechoslowakei und Polens mit den Vertretern der Reichsregie- rung zu einer Beratung über die Schieds - gerichtsverlräge im Osten zusammenzu- bringen. 2Iber auch dieser Vorschlag ist bisher auf Widerstand gestoßen. Chamberlain forderte heute vormittag von dem italienischen Mitglied Scialoja für Klärung der Frage der weiteren Teilnahme Italiens an den Verhandlungen eine bindende Erklärung, ob Italien dem Sicherheitspakt beitrete ober nicht. Scialoja wird diese Frage dringend an die italienische Regierung weitergeben und sich die Antwort bis zum Eintreffen weiterer Weisungen aus Rom Vorbehalten. Man rechnet damit, daß die Antwort der italienischen Regierung in zwei bis drei Tagen in Genf eintreffen wird. Die Absendung der Einladung an Deutschland hängt vom Eintreffen der italienischen Antwort ab. Lieber die Teilnahme Italiens sind, wie aus Mailand gemeldet wird, im Lande selbst die Ansichten geteilt. Mus solini wird im Laufe dieses Monats schwerlich Italien und wahrscheinlich nicht einmal Rom verlassen können, wo zwischen dem 15. und 18. September die Verhandlungen des Ministerrats ftattfinben und anderweitige politische Pflichten ihn festhalten. Er wird sich in Lausanne, falls die Paktkonferenz dort stattfindet, durch ben Unterftaatd- fefretär Dina Grandi vertreten lassen. Die faszistischePresse nimmt zum Teil gegen eine Teilnahme Italiens an diesen Verhandlungen Stellung mit der Begründung, daß Italien mit Rücksicht auf das österreichische Problem, auf das die französischen Vorschläge nicht genügend Rücksicht nehme, seine Hand- lungsfreiheit wahren müsse. Besprechungen über den Dawes-Plan. London. 10. Sept. (WTD. Funkspruch) Der diplomatische Berichterstatter des ..Daily Telegraph" meldet, am Montag habe in London eine private, aber bedeutsame Zusammenkunft im Zusammenhang mit dem Dawesplan und mit englisch-amerikanischen Krediten an Deutschland ftattgefunben. Anwesend waren bie Gouverneure der Federal-Reserve-Dank von Amerika, MontaZue Norman, der Gouverneur der Dank von England, sowie Reichsbank-Präsident Dr. Schacht und der General-Agent für bie Reparationen Parker Gilbert. Der Danziger Brieskastenftreit. D a n z i g . 9. Sept- (TU.) Wie bie .Danziger Nachrichten" aus Gens berichten, wird erwogen, dort die Entscheidung ber Völkerbunds kommission über ben Driefkastenkonflift an bas Haager Schiedsgericht zu verweisen. Es sind Zweifel entstanden, ob nicht durch das Gutachten der Kommission in Danzig, das durch das Gut- acht, t des Haager Schiedsgerichts geschaffene juristische Fundament verladen und die Ange- leaenbett auf das politische Gebiet b i n» übergespielt worden sei. Das scheint auch schon daraus hervorzugehen, daß die beiden Parteien, Danzig und Polen, gegen das Gutachten Verwahrung eingelegt haben. Da beide Parteien einen völlig abweichenden Standpunkt vertreten, möchte der Völkerbund anscheinend die Verantwortung für die Entscheidung nicht übernehmen, ohne den Haager Schieds- gerichtshof zu befragen, ob fich die vorgeschlagene „grüne Linie" mit dem vom Haager Gerichtshof aufgestellten Rechtsgrundsatz deckt Der Danziger Senatspräsident Dr. Sahnr wird am Freitag in Genf ertbartet. während der Dbcrfommiffar des Völkerbundes für Sangig. Mac Donne 1 l, am nächsten Dienstag hie> eintrifft. Damit wird es wahrscheinlich, daß die beiden Danziger Fragen im Laufe Der nächsten Woche vom Rat behandelt werden. Ku-Klux-Klan in Berlin. Aufdeckung einer politischen Gehcim- organisation. Berlin, 10. Sept. Die politische Polizei hat in Berlin eine Geheimorganisation aufgehoben, deren Leiter drei Amerikaner waren und die fich zum Ziel gesetzt hatte, in Deutschland eine Organisation zu schassen, die im Aufbau und in allen Formen und Gebräuchen der amerikani chen Ku-Klux-Klan-Bewegung ent- prechen sollte. Die Organisation, die die Polizei etzt in Berlin entdeckte, nannte fich „Orden des eurigen Kreuzes". Seine Mitglieder fielen Ritter des feurigen Kreuzes. 5)icfe Geheim- organifation setzte sich in erster Linie aus Mitgliedern völkischer Organisattonen zusammen. Bei den drei amerikanischen Gründern handelt es sich um einen Studenten Gray auS Chicago, ber vor drei Wochen in sein Vaterland zurückgekehrt ist unb um zwei Deutsch-Amerikaner, Vater und Sohr, nameirs <3 tr ob fein, die in Schlesien verhaftet worden find. Die drei sollen po litische Hochstapler sein, die sich bie Leichtgläubigkeit Zahlloser zunutze gemacht haben, u m si ch die Taschen zu füllen. Die Aufnahme in ben Bund soll sehr leicht gewesen fein, wenn der um den Eintritt Ersuchende nur die erforderlichen Gelder habe aufbringen können. Die Gründung der Organisation reicht in das Iahr 1923 zurück. Als damals eine Reihe völkischer Organisationen aufgelöst wurde, taten sich ihre Führer zur Gründung eines Geheim- bundes zusammen. Einem gewissen Klapp- roth lag die Gründung der Ortsgruppen ob. Außerdem waren in Berlin noch Oberleutnant a. D. Hildenbrandt und Dr. Hübner tätig, bie eine mehr untergeordnete Rolle spielten. Die Ritter des feurigen Kreuzes traten in Berlin mit den obengenannten Amerikanern in Verbindung, bie in ber amerikanischen Ku- Klux-Klan-Bewegung eine Rolle spielen unb auch sonst einen nicht unerheblichen Einfluß besitzen. Die Organisation war an dem Klist r i n e r Putsch nicht unbeteiligt. Der damalige Leiter des Küstriner Unternehmens, Major Buchdrucker, gehört bem Feurigen Kreuz an. Es ist als sicher anzunehmen, daß bie dR o r b t a t e n, die im Anschluß an den mißglückten Küstriner Putsch sich ereigneten, von Mitgliedern des Ordens «ingeführt worden sind. Der obengenannte Kapitän Klapproth wurde gerade verhaftet, als er im Begriff stand, von Wefel aus im Auto über die holländische Grenze zu entfliehen. Bei Klapproth wurde wichtiges Material beschlagnahmt. Dr. Eckener über llmunöfens Polarflugpläne. Zu der Meldung verschiedener Blätter, wonach Amundsen ben Plan verfolge, mit Hilfe der italienischen Regierung im folgenden Iahr den Pol mit einem italienischen Luftschiff zu überfliegen, äußerte sich Dr. Eckener etwa folgendermaßen: „Die Ansichten über die Größe eines den Ausgaben einer Polarsorschung gewachsenen Luftschiffes find auf deutscher Seite geteilt. Die „Internationale Studiengesellschaft für Erforschung der Arktis" hält cm Größen- maß von 150 000 Kubikmeter für erforderlich: die „Luftschiffbau Zeppelin" hält ein Luftschiff von rund 100 000 Kubikmeter für ausreichend. Jedenfalls ist nur ein Luftschif f von erheblicher Größe und Leistungsfähigkeit der Ausgabe gewachsen. Das unstarre italienische Luftschiff des Konstrukteurs Nobile ist an sich eine gute Konstruktion, wenn sie auch nicht an die des deutschen Zeppelin heranreicht. Soviel ist aber klar, daß das ftalienische Luftschiff eine beschränttere Leistungssähigleit hat im Vergleich zu den Zeppelinen der oben genannten Größen. Unter biefen Umständen erscheint es fraglich, ob mit bem italienischen Luftschiff, wenn es wirklich für eine Polarreise ausersehen werden sollte, eine Polarexpedition durchgesührt werden kann, die wertvolle wissenschastliche Ergebnisse zu erbringen verspricht. Bestenfalls kann es sich um eine Ueberquerung des Poles in rein sportlichem Sinne handeln, auf bie Amunbsen stets großen Wert gelegt hat. Rußlands französische Schulden. Paris, 9. Sept' (WTB.) Ministerpräsident P a i n l e o e und Außenminister B r i a n b hoben in Genf den Bericht geprüft, ben Botschafter Ärassm in her norannnonan ---sarJ. — rima überreicht hat. Ministerpräsident Painleoe hat Krassin vor seiner Abreise nach Rußland eine Rote überreichen lassen, in der es die französische Regierung ablehnt, vage und undeutliche, an Bedingungen geknüpfte Vorschläge zu prüfen, und die Sowjetregierung aufgefordert, ihr konkrete und genaue Vorschläge, die nicht an die Gewährung von Krediten geknüpft sind, zu unterbreiten. Kleine polittsche Nachrichten. Der Kreuzer „'S c r l i. n" hat durch den Rvrdvstsee-Kanal seine große Auslandsreise nach Südamerika angetreten. Der .^Berliner Oberbürgermeister Voeß. der hier im Flugzeug eingetroffen war, nahm an der Fahrt des Kreuzers bis Rendsburg teil. * Bei den Fraktionen des Preußischen Landtages sind aus verschiedenen Teilen des Landes Proteste gegen den Beschluß des Gemeindeausschufses eingelaufen, den 2 2. November als Wahl- termin für die Provinziallandtagswahlen gesetzlich einzutragen. Es wird darauf hingewiesen, daß der 22. November der Tötens onntag ist, der sich als Wahltag durchaus nicht eignet. Die Regierung selbst hatte in ihrer Verordnung den 25. Oktober festgesetzt. Das Plenum des Landtags wird bei seinem Wiederzusammentritt die endgültige Entscheidung über den Wahltag zu treffen haben. Am Donnerstag haben im Reichsarbeitsministerium die neuen Schlichtungsverhandlun- gen im Lohnstreit bei der Reichsbahn unter dem Vorsitz des Hamburger Schlichters Dr. Stentzel sowie die Schlichtungsverhanblungen im Lohnstreit der Reichsarbeiter unter dem Vorsitz des Staatssekretärs a. D. Rucdlin begonnen. Auf Grund der Amnestieverordnung ist das Verfahren gegen den Redakteur der in Staßfurt erscheinenden völkischen Zeitung „Mitteldeutsche Presse" Rothaardt eingestellt worden. Rothaardt war in Magdeburg wegen Verleumdung des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil war aber noch nicht rechtskräftig. Der Gerichtshof zum Schuhe der Republik hat auf Grund der Amnestie beschlossen, das Verfahren gegen Trebitsch-Lincoln, den Pressechef der Kappregierung, einzustellen. Trebitsch, dessen bewegtes Abenteurerleben ihn nach dem Zusammenbruch des Kapp-Putsches nach Wien, Prag, Rom und China geführt hatte, war zuletzt politischer Ratgeber Wupeifus und Organisator der englandfeindlichen Propaganda in China. Der Parteiausschuh der Deutschen Demokratischen Partei ist auf Sonntag, den 20. September, nach Berlin einberufen worden. * Als Ersatz für die untergegangene „She- nandvah" plant die amerikanische Marine ein zweimal so arv hes Luftschiff, von mindestens fünf Millionen Kubikfuh Rauminhalt, zu bauen. * Der König von Italien hat bestimmt, daß die Hochzeit der Prinzessin Mafalda mit dem Prinzen Philipp von Hessen am 23. September im Schloß R a c c o n i g r statt- findet. Dom 17. bis 26. September werden in der ' Eifel große französischeManöver stattfinden, die von dem Oberbefehlshaber der Rheinarmee, General Guillaumat, geleitet werden, der sein Hauptguartier in Euskirchen aufschlagen wird. Dom 18. bis 21. September sollen an der bekgisch-luxemburgisch-deutschen Grenze bei Gouvy große belgifcheManöver stattfinden, wobei erstmalig Transportübungen mit Raupenwagen vor genommen werden sollen. Aus aller Welt. Der deutsche Aerztetag. Der 44. ordentliche Deutsche Aerztetag zeichnet sich durch die 25jährige Wiederkehr des Tages der Gründung des Verbandes der Aerzte Deutschlands in Leipzig am 13. September 1900 aus- Der Tag wird durch eine Festlichkeit begangen werden. Gleichzeitig erfolgt zur Erinnerung die Einweihung eines Gedenksteines für den Gründer Dr. Hartmann und die Einweihung eines Aerztehauses in BadVerka zugunsten der bedürftigen und erkrankten Aerzte. Der Deutsche Aerztetag selbst wurde heute in der Aula der Universität Leipzig durch den Vorsitzenden des Deutschen Aerztevereinsbuntes, Geh. Medizinalrat Dippe, eröffnet. Für bis Rcich-s- ministerium des Innern und das Reichsgesund- heitsamt sprach Ministerialrat Dr. Taute, für die Stadt Leipzig Oberbürgermeister 'Dr. Rot h e. für die medizinische Fakultät der Universität Leipzig Prof. Rollh. Ueber das Thema: „D c r Aerzte st and und die Leibesübungen" referierte Medizinalrat Schnell- Halle. Er plädierte für eine maßgebliche Mitwirkung Der Aerzteschast und forderte dementsprechend die Ausbildung von Sportärzten. Die von ihm vorgelegten Leitsätze tourten einstimmig ange- trommen. Ferner wurde folgendem Antrag zu- gestimmt: Die deutsche Aerzteschaft fordert die örtlichen Organisationen aus, die Bestrebungen zur Förderung der Leibesübungen ent- fprechend den im Rahmen der Leitsätze Dr. Schnells festgelegten Grundsätzen lebhaft zu unterstützen und besonders dafür Sorge zu tragen, daß sie in den örtlichen Gruppen des Deutschen Aerzte- bundes für Leibesübungen vertreten sind. 2m weiteren Verlaufe beschäftigte sich der Leipziger Aerztetag mit Der Rechtsstellung der deutschen Aerzte im Lichte des neuen Strafgesetzbuches. Das Referat hierfür erstattete Medizinalrat Pros. Dr. Lechte, Göttingen. Rach einer ausgedehnten Debatte erklärte sich die Tagung mit Den Ausführungen des Referenten einverstanden. Ferner genehmigte Die Versammlung Die Rechnungslegung über das verflossene Geschäftsjahr. Hauptversammlung des ApothekervereinS. In Stuttgart fand die erste Sitzung der ordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Apothelervereins statt. Der 1. Vorsitzende, Dr. Salzmann, Berlin, begrüßte die Mitglieder und Vertreter des Reichs, von Württemberg, Preußen, Sachsen und Stuttgart. Eine weitere Begrüßungsrede hielt Ministerialrat Dr. K a h l t e r, Berlin, für das Reichsministerium des Innern, das den Verhandlungen der Apothekertagung und ihren Ergebnissen mit Interesse entgegensehe. Das Reformwerk, das die große Mehrheit des Apothekerstandes wünsche, sei von wesentlicher Bedeutung. Eine gegensätzliche Auffassung bestehe besonders bezüglich der Gewerbereform. Diese Gegensätze sollen aber zurücktreten. Die Gewerbereform sei in dem Reformprogramm nicht der einzige Punkt, der durch das Reich sapothekengeseh geregelt werden solle. Es gebe auch noch eine Reihe anderer Fragen, Deren ErleDigung zweifelhaft sei. wenn Das Reichsapothekengeseh an Der Gewerbefrage scheiterte. Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker. In Danzig wurde die 30. Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker eröffnet. Als erster Vortragender sprach Geh. Oberbaurat G r a u e r t - Berlin über „Die Elektr o- technik im Schiffbau und in der Schifffahr t". Unter den Aufgaben, die noch einer endgültigen Lösung harren, hob er besonders den elektrischen Schiffsantrieb hervor, der in anderen Ländern, besonders in Amerika, bereits eine umfangreiche Verwendung gefunden hat, während er in Deutschland, dem sonst auf vielen anderen elektrotechnischen Gebieten führenden Lande, hauptsächlich wegen der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit noch nicht Fuß fassen konnte. Generaldirektor Dr. Dr.-Ing. A. Franke- Berlin sprach bann über „M assenfertigung und Schulungswese n". Er legte die besonderen Anforderungen dar, die an Ingenieure und Techniker gestellt werden müssen, die in Betrieben der Massenfabrikation in Konstruktion und Fabrikation beschäftigt find. Die Notwendigkeit, zu ihrer Ausbildung an den Hoch- und Mittelschulen neue Wege einzuschlagen, hob er besonders hervor. Der Verband ist aus den Wirtschaftsnöten der letzten Zeit neugefestigt hervorgegangen und weist einen Mitgliederbestand auf, der den der Vorkriegszeit fast um das Doppelte überschreitet. Am Nachmittag fanden in der Technischen Hochschule Fachvorträge namhafter Vertreter der Elektrotechnik über Spezialfragen aus dem Gebiete „Elektrische Maschinen und Transformatoren" sowie „Elektrische Anltgen" statt. Tagung der deutschen Zahnärzte. Die 66. Jahresversammlung des Zentralvereins Deutscher Zahnärzte, die vom 9. bis 13 .September in Hannover ftatfinbet, hat mit einer Eröffnungssitzung begonnen, an der zahlreiche Vertreter staatlicher und städtischer Behörden teil- nahmen. Japanischer AUegerbesuch in Berlin. Am Vormittag des 15. September treffen in Berlin auf dem Tempelhofer Feld zwei japanische Flieger, von Tokio kommend, zu mehrtägigem Aufenthalt ein. Berlin ist eine der Stationen des Asien — Europafluges, den die beiden japanischen Flieger erstmalig unternommen haben. Arn 14. September verlassen sie Moskau und fliegen über Riga und Königsberg. Die Finanzierung hat die japanische Zeitung ,O s a k a A s a n i" übernommen. verhafteter Hochstapler. In Püttlingen ift ein gefährlicher Hochstapler in der Person des Schriftstellers Hans Fuchs, genannt Ferdinand Kinzelmann, aus D a r m ° st a d t wegen Betrugs in mehreren Fällen festge- nomen worden. Fuchs-Kinzelmann verstand es, sich hie Mittel zu seinem luxuriösen Lebenswandel durch Betrügereien aller Art zu verschaffen und hatte Z u- tritt z u den Höch st en Gesellschaftskreisen. Er Hot sich unter anderem auch als politischer Schriftsteller betätigt und es zustandegebracht, daß ihm der Präsident der Regierungskommission des Saargebietes, R a u l t, eine längere Unterredung gewährte, über die Fuchs bann einen seltsamen Bericht schrieb, den er in einigen ausländischen Zeitungen unterzubringen verstand, während ihn die deutschen Blätter durchweg ablehntcn In vier Stunden von Friedrichshafen nach Budapest. In Budapest ist, von Friedrichshafen kom- mcnD, DaS Deutsche Dornierflug^eug ^Komet" eingetroffen. Es hatte zu Dem Fluge, Der eine PflichtlanDung in Asporn oorsah, vier Stunden zehn Minuten gebraucht Der ungarische Innenmin'.ster v. Rakowski, Der sich zur Begrüßung cingefunten hatte, nahm an einem Schaufluge Des ., Körnet^ teil. Schweres Eisenbahnunglück bei Donauwörth. Augsburg. 9. Sept (WTB.) Amtlich. Der Militärzug 40 347, Der bas 3. Batailldn Des 11. Reichswehrinfaaterte Regiments Konstanz vn» Teile Des AusbilDUngsbataillo.is Donaueschingen von 11 Im aus nach Treuklingen beförderte, stieß am 9. September früh 12,55 bei der Einfahrt in Die Station Donauwörth auf eine über das Merkzeichen ’n das Einfahrtgleis hineinragende Wagengruppe auf. Durch den Anprall tourten der hinter Der Zuglokomotive befindliche Packwagen unD der folgende mit Soldaten besetzte Personenwagen i n e i n an der g e schoben. Der als Zugführer fahrende Oberschaffner S t o h r und der Reichswehrsoldat Fritz Schto ehr von Freiburg i. B. wurden hierbei so schwer verletzt. Daß sie bald Darauf starben. Außerdem wurden vier Reichstoehrso! Daten schwer und zehn leicht verletzt. Der Präsident Der Reichsbahn- direttion Augsburg hat dem Kommandeur Der Truppen persönlich sein herzliches Beileid ausgesprochen und die Verletzten im Krankenhause besucht. Wie hierbei sestgestellt wurde, sind Die Verletzungen ter Soldaten, auch die der Schwerverletzten. glücklicherweise derart, daß noch weitere schlimme Folgen nicht zu befürchten sind Unter dem Verdacht des Gattenmordes verhaftet. In Herne in Westfalen tourte Der Bergmann Broda unter Dem schweren VerDacht verhaftet, im Januar seine Frau und seine fünf Kinder im Alter von 2 His 11 Jahren ermordet und Die Leichen beiseite gebracht zu haben. DroDa. Der jcDe Schuld leugnet, behauptet, seine Frau habe sich mit den KinDern von ihm getrennt. Seit der angeblichen Trennung hat man jedoch von Der Frau und Den Kindern nichts mehr gehört. Zusammenstöße zwischen Wallfahrern und Gendarmen. In Nagyszakacsi (Ungarn) kam es zwischen Wallfahrern und Gendarmen zu einem blutigen Zusammenstoß, wobei eine Frau getötet und eine andere schwer verletzt mürbe. Die Bevölkerung von Nagyszakacsi und Umgegend ist schon seit längerer Zeit in einem religiösen Wohn befangen und gibt ag, daß einem Bauernmädchen die Mutter- gottes erschienen sei. Obwohl der Bischof einen j Hirtenbrief erlassen hatte, in dem er erklärt, daß es sich nicht um ein Wunder, sondern um eine Irreführung handelt, wallfahren Tausende von Personen nach Nagyszakacsi. Am Tage Mariae Geburt nahm die Menge eine drohende Haltung gegen die nach Nagyszakacsi entsandten Gendarmen an, so daß diese von den Waffen Gebrauch machten. Das Jubiläum der russischen Akademie der Wissenschaften. Leningrad, 10. Sept. (WTB. Funk sprach.) Unter den bisher eingetroffenen 129 ausländischen Gästen ist Deutschland mit 24 Delegierten am zahlreichsten vertreten. Von den ausländischen Delegierten sprach der Sekretär der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Planck un Namen der deutschen Teilnehmer nn dem Jubi- läumsfeft den Dank für die Gastfreundschaft aus und sagte u. a., die Energie, mit der in Sowiet- Rußland an Dem wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt gearbeitet wird, (ei bewundernswert und übertreffe alle Erwartungen. Er glaube im Namen der gesamten deutschen Gelehrtenwelt zu sprechen, wenn er erkläre, daß die deutsche Wissenschaft und Technik jederzeit bereit fei, für das weitere Gedeihen des sowjetrussischen Landes tatkräftig mttzu- wirken. . . Brockborff-Rantzau, ber als einziger Botschafter an der Feier der Russischen Akademie teilnimmt, empfing gestern im hiesiegen Generalkonsulat die deutschen Gelehrten, Journalisten und Angehörige der deutschen Kolonie. Im ehemaligen Patais der Reichsduma sand die feierliche Begru- ;ung der Akademie und der ausländischen Gaste durch den Leningrader Sowjet statt. Unter Den Mitgliedern des Ehrenpräsidiums befinden sich Die Sekretäre Der Preußischen Akademie der Wissenschaften Prof. Dr. Planck und Prof. Dr. Lueders. Sinowzew führte in seiner Begrüßungsansprache u. a. folgendes aus: Zum erstenmal in Der Geschichte treffen Die Vertreter Der Weltwiffenschaft mit einem Organ Der Arbeitermacht zusammen. Heber alle Verschiedenheiten hinweg kann eine Gemeinschaft der Wissenschaft mit der Masse des Volkes in allen Ländern auf folgenden drei Punkten beruhen: 1. Bekämpfung der Kriegsgefahr: 2. Herstellung der Planmäßigkeit im Wirtschaftsleben Der Völker, die durch die Konkurrenzanarchie gestört wird und 3. Annäherung zwischen Wissenschaft und Volk. Die Sowjetmacht hat die gemeinsame Sprache Der Gelehrten Der Sowjetunion gefunden und hält es für ihre Pflicht, die Lage der Gelehrten und der Wissenschaft in jeder Hinsicht zu bessern. Der Aeuherung des indischen Professors R a - man bei der Feier der Akademie Der Sowjetunion, daß niemanD eine mächtige Bewegung Der Menschheit zur Freiheit aufzuhalten vermag. kommt eine symbolische Bedeutung zu. Im Anschluß an Die Rede Sinowjews Dankte per Generalsekretär der Akademie Der Sowjetunion. Oldenburg. Dem Leningrader Sowjet, für seinen Beistand in Den schweren Tagen. Pirandello-Uraussührung im Frankfurter Schauspielhaus. „Das Leben, das ich Dir gab.“ Das ist Die Tragödie einer Mutter, Die ihren gestorbenen Sohn mit Der ganzen Inbrunst ihres Mutterherzens weiter leben lassen will, Das Leben, das sie ihm einst gab. Sieben Jahre war Dieser Sohn fern von ihr, und hat trotzdem in ihrem Herzen, in ihr gelebt: nun ist der Heimgekehrte nach einigen Tagen gestorben und Die Mutter kann nicht begreifen, Daß Der starre, leblose Körper ihr KinD ist. ..Schlagt ihn in ein Laken und bringt ihn fort.“ Die Schwester, Die selbst zwei Kinder in der Stadt hat, Der Pfarrer, Der Dem Sterbenden Die Beichte angenommen, sie alle, wollen diese, nicht an Den Tod ihres Kindes glauben wollente. Mutter trösten. Vergeblich, sie bäumt sich mit übermenschlicher, vielleicht mit in dem. Durch Die lange Einsamkeit schon angekränkelten Rcrven- system tourzelnDe Kraft gegen Die Trauer. So versucht sie Dem Toten abermals Leben zu verleihen. indem sie sich selber belügt, sich seine Abwesenheit vortäuschend, „er ist jetzt Dort". Die ganze Umgebung zwingt sie, an Dieses Scheinleben Des Sohnes zu glauben. Aber langsam verlischt in ihr selbst Die Kraft zu Diesem Selbstbetrug Der Liebe, so fetzt sie Denn alle Hoffnung cuf Die Geliebte ihres Sohnes, Der sie seinen migcfanger.cn Brief zu Ende _ schreibt, sie kommen läßt und mit ihr gemeinschaftlich Den Toten unsichtbar um sich zu habest. Die Geliebte. eine verheiratete Frau, Die Mann und Kinder zurücklähl. kommt: noch eine Rächt hält Die Mutter Die Täuschung aufrecht, Dann zerschellt das Gebäude Der Lüge und erst der gesunde Schmerz Der jungen Frau, in Detern Kinde Der Tote auserstehen wird, bringt sie zur Besinnung. Jetzt ist er wirklich gestorben,^ Da. er auch Das Leben in dem Herzen Derer. Die ihn liebten verloren. .Erst das ist der Tod. mein Kind — sich martern, sich trösten, sich beruhigen — erst das ist der Tad" Heber Diesen Worten Der endlich sich zum wahren Schmerz gefundenen Mutter senkt sich der Vorhang „ Sie ist nicht bühnenwirksam, diese Tragödie des Mutterseins. Leben zu geben und erlebest zu müssen, wie dieses Leben durch den Tod oder auch durch das Leben selbst vernichtet wird, ilnb Das Publikum liebt es nicht, aus dem Beharrungspunkt der Oberflächlichkeit gerüttelt zu werten. Vielleichl ist auch manches ungesund, vielleicht stellt sich zwischen diese Mutter und ihre eigenartige Gefühle unsere heutige Zeit, die auch für diese „Gesühlsromantik" zu nüchtern ist und ihr „krankhaft" dazwischen ruft! Denn dieses In-sich-betäuten-toollen der Wirklichkeit, dieses Auflehnen gegen die Ratur und Das Geschick der Menschheit kann im gewissen Sinne pathologisch berühren. Aber trotz allem kreisen Worte um das Geschehen ter Tragödie, die so tief sind und so durchleuchtet von Der Wahrhaftigkeit ter Gefühle, einer großen Liebe, daß sie unbedingt die Hörerschaft in ihren Bann schlagen. Die Aufführung unter ter Leitung _ Fritz Peter Buchs stand im richtigen Verhältnis zum Werk, sie war von großliniger Einfachheit. Wuntervoll. alle ihre bisherigen Leistungen übertreffend, war Leontine Sagans Donna Anna Luna, die Mutter, die anderen scharten sich wirkungsvoll ergänzend um diesen künstlerischen Mittelpunkt. Ludwig Sievert sch'ck in einem düsteren Szenenbild den stilistisch^ drucksvollen Rahmen zu Dieter Mutter-Tragödi' Der Beifall war anfänglich scheu und gi:t w v l auch mehr Den Künstlern als Dem Stück. Wie gesagt, es ist kein Werk für die große Masse. L. W. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. September 1925. Straferlaß in Hessen. i Aus Grund Des Art. 9 Der Hessischen Verfassung hat das Gesamtministerium eine Der- orDnung mit Gesetzeskraft erlassen, nach Der Die bei hessischen Gerichten ober Staatsanwaltschaften anhängigen Strafverfahren niedergeschlagen werben, soweit sie bestimmte, in ber Verorbnung näher bezeichnete Zuwibephandlun- gen gegen bas Gesetz zum Schutze der Republik betreffen, ferner Zuwiterhanblun- gegen bestimmte Paragraphen des Strafgesetzbuches, unerlaubten Waffenbesitz und Zuwiderhandlungen gegen Verbote politischer Parteien oder politischer Verbände. Unter ber Voraussetzung, baß wegen ter Tat voraussichtlich auf keine höhere Strafe als Geldstrafe allein, ober Haft, ober Festungshaft bis zu zwei Jahren, oder Gefängnis bis zu zwe? Jahren allein oder auf eine dieser Freiheitsstrafen neben Geldstrafe oder neben Einziehung erkannt werden würde, werden ferner niedergeschlagen die bei hexischen Gerichten ober Staatsanwaltschaften anhängigen Strafverfahren, soweit sie u. a. öffentliche Kundgebungen im politischen und wirtschaftlichen Kampfe betreffen, falls durch sie oder bei ihrer Veranstaltung strafbare Handlungen begangen Worten find, insbesondere Widerstand gegen die Staatsgewalt, Haus- und Landfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Rötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und mit vorgenannten Zuwiderhandlungen in ursächlichem Zusammenhang stehende Straftaten. Die Straffreiheit findet keine Anwendung, wenn Die Tat nach dem 15. Juli begangen ist. Alle Strafen, die von hessischen Gerichten wegen der in der Verordnung aufgeführten Straftaten vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung rechts- kräftig verhängt und noch nicht verbüßt sind, werden erlassen, wenn die Strafe ober der noch nicht verbüßte Strafrest nur entweder in Geldstrafe allein oder in Haft ober Festungshaft bis zu zwei Jahren ober Gefängnis bis zu zwei Jahren allein ober in einer dieser Freiheitsstrafen neben Geldstrafe besteht. Uebersteigt die noch zu verbüßende Festungshaft oder Gefängnisstrafe die Dauer von zwei Jahren, so wird sie um zwei Jahre gekürzt. Ist von hessischen Gerichten wegen mehrerer der hier genannten Zuwiderhandlungen auf Haft oder Festungshaft ober Gefängnisstrafe erkannt worben, ohne baß die Voraussetzungen für Die Bildung einer Gesamtstrafe Vorlagen, so wird der Straferlaß nur bis zum Gesamtbeträge von zwei Jahren gewährt. Er tritt beim Zusammentreffen von Haft, Festungshaft und Gefängnis oder zweier dieser Strafen zunächst bei der Gefängnisstrafe, bann bei der Festungshaft, im übrigen zunächst bei der früher erkannten Strafe ein. Von der Niederschlagung und dem Sttaferlaß ausgeschlossen sind diejenigen Personen, die zur Durchführung der Straftat ober in Zusammenhang damit ein Verbrechen gegen das Leben, Körperverletzung, des schweren Raubs, der Brandstiftung, ber vorsätzlichen Gefährdung eines Eisenbahntransportes ober des verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauchs von Sprengstoffen begangen haben, oder hauptsächlich aus Roheit, Eigennutz ober sonstigen nichtpolitischen Beweggründen gehandelt ober einen Hochverrat begangen haben. Das Justizministerium ist ermächtigt, bie zur Ausführung bieser Verorbnung erforberlichen An orbnungen zu erlassen. Der Stand der Feldfrüchte in Hoffen. Rach dem amtlichen Saatenstandsbericht für Hessen von Anfang September ist die Getreide- und Hafer: • < ? beendet und im allgemeinen zufriedenstellend gewesen. Infolge Der Augustnieterschläge haben sich die Hackfrüchte, Klee und Wiesen gut erholt und versprechen eine gute Herbsternte. An vielen Orten wird jedoch über Mäusefraß geklagt. Durch Das fcufitc Qtugufttoetter ist in den schl-cht gepflegten Weinbergen Peranospera und Escherich aufgetreten. Fast überall wwd über das Auftreten des Sauertourms geklagt. Im übrigen wird Der Behang als mittet bzto. gut bezeichnet, nur bleiten die Beeren in ter Entwicklung und Reife zurück. Die EaatenstandZnotcn betragen für Hafer 2,9, Kartoffeln 2,3, Zuckerrüben 2,3, Futterrüben 2,5, Klee 2,8, Luzerne' 2,7, De°(Ent-)wäsferungs- wiesen 2,5, andere Wiesen 2,7 und Reben 2,6. (Hierbei teteutet 2 gut unj> 3 mittet. Gicstener Wochenmarttpreisc. am, 10. September (Händlerpreise). Es föfteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butler 220 bis 230, Matte 40, Käse 70. Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 3 bis 10, Rotkraut 15, gelbe Ruten 15. rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10. Bohnen 30 bis 35, Unterkohlrabr 6 bis 8, Mischgcmüse 15. Tomaten 20, Zrebeln 15. Meerrettich 100. Rhabarber 20, Kürbis 3, Pilze 40, Kartoffeln 4 V.. Frühäpfel 15 bis 20. Falläpfel 5. Birnen 20 bis 50. Zwetschen 12, Honig 30. junge Hahnen 100, Suppenhühner 120. Rüsse 80, Preiselbeeren 70. Weintrauben 50 Pfg. Das Pfund: Eier 16. Blumenkohl 40 bis 150, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 40, Einmach- gurfen 2 bis 3. Endivien 15 bis 20, Otetckohlrabi 5 bis 10, Lauch 10. Rettich 10 bis 20, Sellerie 15 bis 20 Pf das Stück: Radieschen 15 Ps bas Bund. Wettervoraussage. Roch keine wesentliche Aenderung Der herrschenden Witterung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 15,3 Grad Celsius. Minimum 9,1 GraD CelsiuS, Aie- terschläge 8,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 10,9 Grad Celsius. ** Dien st stunden des Polizeiamts ab 15. September sind von 8 Ahr vormittags bis 1 Uhr mittags und von 2Vs bis 6 Uhr nachmittags, Samstags von 8 bis l1/? Uhr mittags. Das Meldeamt und Die Reviermeltestellen sind für das Publikum geöffnet von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags, Samstags von 8 bis 12 Uhr vorm. * Aur Warnung. Der frühere Äreisomt»- gehUfe Reinhold Voll von Schotten, der vor U Jahren nach Brasilien auswanderte, ist jetzt wieder in die Heimat zurückgekehrt. Die Hoffnung, üch in der neuen Well eine Existenz gründen zu können, erwies sich als trügerisch. Die Bezahlung ist, an den Kosten für den Lebensunterhalt gemeilcn, äußerst gering und reicht nicht au», die allernötig. ften Lebensbedürsnisie zu befriedigen. Fast alle Deutschen, die in der Nachkriegszeit noch Brasilien ausgewandert, teilen dieses Schicksal. Sie vermögen aber nicht das Reisegeld auszudringen, oder Scham halt sie ab, in die Heimat zu ruckzukehren ü. Tine Dienstansängerschulc der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main ist für dielen Bezirk in Hanau eröffnet worden. Die Dienstansänger de- Elsen- bahnbelricbs- und VerkehrSdienftes. deren Ein- gangssteilen in den Besoldungsgruppen I—V liegen. erhalten dort den für ihren Dienstzweig erforderlichen Unterricht. Der Dienstansänger- untcrricht soll die Anwärter in die allgemeinen Grundlagen des Eisenbahndienstes, seine Zusammenhänge sowie in die Dicnstvorschristen einfüh- rcn. Der Unterricht soll die Ausbildung im praktischen Dienst. welche mehr aus die Ein- Übung von Fertigkeiten abzielt, so ergänzen, daß der Dienstansängcr die inneren Gründe seines Handelns klar erkennt. AIS Dauer des Unterrichts cinlchl. der Uebungsstunden sind vorgesehen für Eisenbahn-Assistenten und Betriebs- Assistenten 6 Wochen, für Weichenwärter 3 Wochen und für Rangierer, Schaffner bei Güter- zugen und Stationsschaffner je 2 Wochen Die Dicnstanfänger erhalten in der Schule Unterkunft und Verpflegung und haben für die Dauer des Unterrichts einen täglichen Zufchusi von 50 Pf. zu leisten. Die Teilnahme am Unterricht ist für die Dienstanfänger der erwähnten Dienstzweige Pflicht. Die ReichSbahngesellschast hat in letzter Zeit schon viel auf dem Gebiete deS Unterrichts- und BildungSwesenS geleistet. Bon den Eisenbahnbedienstelen wird dieses Bestreben der Derwaltung dankbar anerkannt, andererseits erhält die Reichsbahn ein gut geschultes und, wie dies im Gisenbahndienste erforderlich ist, auch schlagfertiges Personal. •• Warnung vor falschen Optanten. Der Laaerdirektton in Schneidemühl sind wiederholt Klagen zugegangen, daß arbeitsscheues Gesindel, in einigen Fällen sogar mit Familie, im Lande bettelnd umherreist und durch erfundene Schilderungen über angebliche Entbehrungen und menschenunwürdige Behandlung Mitleid zu erwecken versucht. ES ist keine Sel- tenljeit, daß Leichtgläubige auf den Schwindel hercinsallen und diesen unsauberen Elementen Hilfe leisten. Kommt man ihnen aber, mit Ar- beitsgegelenheit und Unterkunft, so haben sie keine Ausweispapiere, kommen mit allerlei faulen Ausreden und verduften dann schleunigst. Die Lagerdirektion sieht sich deshalb veran- lasit. vor solchen Schwindlern dringend zu warnen. Jeder Optant, der da« Schneidemühler Durchgangslager verläßt, muß im Besitz des UcbernahmcscheineS mit Lichtbild, der OptionS- urkunde und deS Abmeldescheines auS Polen sein. Wer sich vor Schwindlern sichern will, fordere in jedem Falle diese Auswcispapiere. WK. Für fünf Millarden Mark Anzeigenreklame. Es gibt wohl kein Land, in dem die Anzetgenveklame eine größere Pflege findet alS in Amerika. Wenn die amerikanische Grichästswelt zu ihrer sprichwörtlichen Wohlhabenheit gelangen konnte, so verdankt sie diese nicht zum geringsten Teile einer konsequenten, reklametechnisch und psychologisch gut durchgearbeiteten AnzeigenreName. In welchem Umfange man sich in Amerika der Inseratenreklame bedient. erhellt aus den neuesten Berechnungen, die Reunorker Blätter verössentlichen. Man schätzt den jährlichen Umsatz der Anzeigenrellame in den Berciniglen Staaten auf 1,25 Milliarde Dollars, das sind mehr alS 5 Milliarden Mark. * Einen blühenden Zwetschen- b a u m kann man gegenwärtig in der Gemarkung Großen-Linden sehen. Bei diesem Hundewetter, das uns nun schon einige Zeit .beglückt", dürfte der triebfrohe Baum immerhin eine Seltenheit sein. •• Pers onalie Ernannt wurde am 4. September der Kanzleigehilfe Wilhelm Gilbert aus Heuchelheim mir Wirkung vom 1. September 1925 an zum Kanzlisten bei der allgemeinen Berwaltung der medizinischen Klinik, Sraucnfliml und Klinik für Hautkranke in Gießen. •• Eine Feuerlöschprvbe führte am gestrigen, Rachmittag die .Glückauf" G. m. b. H. mit ihrem Feuerlöschapparat auf OswildSgarten vor. Ein mit Teer und Petroleum präpariertes Holzgcstell wurde angebrannt. Die hoch auf- fchlagenden Flammen der flüssigen Teer- und Benzolmischung erstickte unter der Trockenmasse des Apparats saft augenblicklich Die aus ungehobelten "Brettern bestehende Kiste allerdings wurde kaum vom Feuer ersaht. Der Vorführung wohnte eine grohe Anzahl Reugieriger bei. Auch geladene Vertreter der Behörden und der Presse waren anwesend. •* Zur Richtigstellung In unserem gestrigen Bericht über die Schottener Tagung des Oberhessischen MissionS Vereins für Basel ist richtig zu lesen- Die Gesamtzahl der evangelischen MssionSkräfte betrügt 29 000, nicht 2900. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkl: 25 Ochfen. 9 Kühe. 950 Kälber. 790 Schafe, 1150 Schweine. — Tageskalender für Donnerstag. Stadtlheater. 8 Uhr: Steierer Abend — Verein Rudersport. 9 Uhr Bootshaus Monatsversammlung. — Spielvereinigung 1904. 8' , Uhr .Darmstädter HauS": Monatsversammlung -- Lichtspielhaus. Bahnhoftttaste: .Südliche Liebe". Die hessischen Handelskammern zur Preissenkung. O Die Industrie ' und Handelskammer Mainz hol, wie wir erfahren, als Boron des Hessischen Industrie' und Han- delskammertags zu der Frage der Preissenkung und der Maßnahmen der Negierung in einem Schreiben an den Deutschen Industrie- und Handelstag Stellung genommen. Den darin enthaltenen Ausführungen sind folgende allgemein interessierende Stellen entnommen: „Das System der Zwangswirtschaft und der Preiskontrolle hat nicht nur völlig oerfagt, sondern dos Uebel vergrößert. Das Schiebertum wurde großgezogen, in weiten Kreisen schwand die Achtung vor den Gesetzen, in Handel und Verkehr machte sich eine Abwendung von aesunden kaufmännischen Grundsätzen in weitem Umfange bemerkbar. Man gewöhnte sich an Kalkulationen, die von dem falschen Begriff des „angemesienen Gewinnes" ausgingen, an die Stelle des freien Wettbewerbes traten mehr und mehr schematische Vereinbarungen, leistungs- unfähige Elemente wurden künstlich gehalten. Ganz besonders trug zu diefer Entwicklung dos Lohn- t a r i f w e f e n bei. Dazu kam die ebenso s ch e m a- tische Regelung der Arbeitszeit teils durch gesetzgeberische Maßnahmen, teils wiederum durch die larifoerträge und die Schaffung zahlreicher unproduktiven Arbeiten in den Betrieben. Dabei sind die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung noch fortlaufend g e • wattig gestiegen, sowohl beim Reich wie bei den Ländern und Gemeinden. Ebenso sind die sozialen Xi a ft e n ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft bedeutend gesteigert worden : es sei nur erinnert an die jüngst erfolgte Der- abschiedung des zweiten Gesetzes zur Unfallversicherung, in welchem der Reichstag weit über die Vorschläge der Reichsregierung hinausgehend der Wirt- schasl Lasten auserlegt hat, die mindestens das Doppelte der seitherigen betragen dürften. Die Reichseisenbahn und die R e i ch s p o st, sowie die meisten übrigen öffentlichen Anstalten, die der Allgemeinheit dienen, haben Tarife, die sich weit über den Vorkriegs st and erheben." Die von der Reichsregierung oeröffenttichten Maßnahmen bedürfen nach Ausfasiung der Industrie- und Handelskammer Mainz noch der Ergänzung in folgenden Punkten: 1. Es ist notwendig, die sogenannten not- wirtschaftlichen Verordnungen (bett. Preistreiberei und Kettenhandel) und die Preisprüfungsstellen völlig zu beseitigen, da sie nur eine Beunruhigung der Wirtschaft und eine zwecklose Belastung der Verwaltung bedeuten. 2. Daß die Verordnungen über das Lohn- tartf- und Schlichtungswesen beseitigt werden müssen, haben wir schon angeführt und weifen nur der Vollständigkeit halber nochmals darauf hin. 3. Mit vollem Recht hat der Deutsche Industrie- und Handelstag bereits in seinem Rundschreiben vom 24. August d. I. darauf hingewiesen, daß die soziale Belastung der Wirtschaft unbedingt einer Nachprüfung bedarf, insbesondere daß die Belastungsgrenze der Wirtschaft in dieser Hinsicht festgestellt und dann auch von der Gesetzgebung eingehalten werden muß. Diese Forderung machen wir uns durchaus zu eigen. 4. Auch die Steuerbcla ft ungen von Reich, Staat und Gemeinden gehen vielfach weit über das erträgliche Maß hinaus. Vergleicht man die Ausgaben, die die öffentliche Verwaltung in ihren verschiedenen Zweigen heute verursacht, mit den Ausgaben der Vorkriegszeit, so findet man eine zwei> bis dreifache und häufig eine noch höhere Mehrbelastung. Das liegt zum Teil darin, daß die öffentliche Verwaltung Aufgaben übertragen bekommen oder selbst übernommen hat, die ihr früher nicht oder nur in geringerem Maße oblagen. Hier muß unbedingt abgebaut werden, sodann ist die Arbeitsleistung zum großen Teti geringer geworden. Auch hier muß Wandel geschafft werden, wenn das Gleichgewicht zwischen den Anforderungen der öfientlichen Verbände und der Leistungsfähigkest der Wirtschaft hergestellt werden soll. Auf Einzelheiten einzugehen, kann nicht Aufgabe dieser Aeuße- rung fein. das Der da« und be- Befallenen Beleidigungen mit Bedauern zurück- genommen werden, daß der Kellner unter Heber» nähme 7)er auf feiner Sette erwachsenen Kosten die Prwatklage zurücknehme, und daß der Stein^ brüder alle übrigen Kosten übernehme und gleichzeitig eine von ihm gegen die Ehefrau- des Kellners erhobene Privatklage zurückzog. Auch die Privatklage eines Gärtnereibesitzers von hier gegen einen Generalagenten endete mit einem Vergleich. Alle gegenseitigen Beleidigungen zwischen den Parteien und ihren beiderseitigen Familienangehörigen wurden mit Bedauern zurückgenommen und die Kosten geteilt. Turnen, Sport und Spiel. Vom Turngau Hessen. Turnverein 1860 Bad-Nauheim Inhaber des Weidig-Wanderpreises. ^5 Butzbach. 8. Sept. Zum fünften Male seit 1921 wurde in Verbindung mit dem Abtumen des hiesigen Turn-undSportvereinS um den gelegentlich der 600-Iahrfeier der Stadt Butzbach gestifteten Weidig-Wanderpreis gekämpft. 7 Mannschaften aus dem 5. Bezirk des Gaues Hessen waren zum 4x!00-Meterlauf angetreten. Zn den sehr spannenden Gndlauf kamen folgende Mannschaften: Tv. 1860 Bad-Rauheim I. Schupo Butzbach, T. u. Spv. Butzbach I, Tv. 1860 Bad-Rauheim II. Tv. 1860 Bad-Rauheim I. der seit 1923 di? Weidig-Plc kette zu verteidigen hatte, wurde auch diesmal Sieger, und zwar in der Zeit von 47,1 Sek. Es folgten an zweiter und dritter Stelle: T. u. Spv. Butzbach I (2x/s "A^ter zurück), Tv. 1360 Bad-Rauheim II. Der Turn - Der ein 1860 Bad-Rauheim hat damit die Weidig-Staffel dreimal hinter- chen Hause wohnt, verklagt, weil dieser Mädchen im Treppenhause geschlagen habe. Steindrucker gibt dies zu, behauptet aber. Mädchen habe ihn dadurch, daß es ihn seine Ehefrau vorher durch Schimpfworte leiöigt habe, hierzu gereizt. Rach erfolgter weisaufnahme verglichen sich die Parteien dahin, daß alle bis heute zwischen dem Kellner, seiner Ehefrau und seinen Kindern einerseits und dem Steindrucker und seiner 'Ehefrau andererseits ge- gebniTfe: 100/meter-Cauf : 1. CammetÄrOIbenburg 112 400-Meter-Laus. 1. Kamann-Derltn 52,4. 5000- Meter-Lauf: 1. GeruN-Duisburg 16:24. 110- Mrier-Hürd 'Beginn neuer Kurse Vogtsche BandelsschuleGießen. Vöoethes traße 5zJr X. 8434a Jz Gießen, Afterweg 60, Teleph. 1646. Gottes Wille nahm mir heute nacht 10 Uhr meinen innigstgeliebten, herzensguten, unvergeßlichen Mann, den treusorgenden Vater seines einzigen Kindes, unseren lieben Schwiegersohn, Schwager, Bruder und Onkel Herrn Karl Nies :: Weinbreonerei und Ukörlabrik:: mit erstklassigen Erzeugnissen und Niederlage in Frankfurt a.M. sucht für Gießen und weitere oder engereümgebung einen seriösen und bei der Detailkundschaft bekannten und eingeführten Herrn als Vertreter gegen hohe Provision. 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Ändert ( Denen 2, B„enas K- Unb ir wegungsfteihcit als die Wasserstraße, so daß er selbst die an den Landstrecken gelegenen Zollstätten mit einigen Umwegen leicht umgehen konnte. Daher sehen wir, wie sich an dem Ende des 16. Jahrhunderts etwa gewisse ausgesprochene Kon- turrenzstraßen des Rheinoerkehrs zu Lande zu bei- den Seiten des Stroms nach dem Prinzip des zoll- billigsten Weges herausbilden, „auf die sich die eigentlich doch dem Rhein zustehenden Commercien hinfort verziehen." Don Intereffe für uns sind hier besonders jene in den o ft rheinischen Gebieten sich verstärkenden Verkehrswege, die einen großen Teil des einstigen Rheinoerkehrs über unsere Stadt unb beren weitere Umgebung leiteten. „Wo sonst aller Handel' von Holland, England unb ganz Amerika unb bem Norben ben Rhein hinaus ins Reich unb roieber zurück ging", gehe biefer Hanbel nunmehr über Bremen, bas an die Stelle der niederländischen und rheinischen See- Uaftanb, daß cs der Geschicklichkeit der griechischen Diplomatie wieder einmal gelungen ist, die Aufmerksamkeit der politischen Streife Westeuropas in einem günstigen psychologischen Augenblick auf sich zu ziehen. Die Verhandlungen über einen Sicherheitopalr zwischen Deutschland und Frankreich bzw. der Entente werden in der ganzen Welt mit größtem Interesse verfolgt, deren günstiger Abschluß wird als eines der wirksamsten Mtttel zur Bcsri^ung Europas angesehen. Demnach ist die von griechischer Seite angeregte Analogie auf dem Balkan geeignet, die Sytnpathien Westeuropas auf sich zu ziehen und Gegenstand einer Erörterung im Völkervundsrale schon in der jetzt stattfindenden Tagung zu werden. Dennoch darf die Behauptung ausgestellt werden, daß der vorübergehende mvrallsche Erfolg Griechenlands keinerlei reale Ergebnisse zeitigen wird, und dies nicht etwa aus dem Grunde, weil für eine allgemeine Verständigung zwischen den Dalkanvölkern. die eine wirkliche Befriedung zur Folge hätte, keine Notwendigkeit vorliegt, sondern deshalb, weil der griechische Vorschlag für einen Sicherheitspakt auf dem Balkan eine Idee ist. die den tatsächlichen Verhältnissen unter den Balkanvöllern keine Rechnung trägt. Der Vorschlag des griechischen Außenministers ist mit dem gespannten Verhältnis zwischen Griechenland und Jugos iroien — entstanden durch die Differenzen in der Frage der Verwaltung der Eisenbahnlinie Gewgeli—Saloniki und des Ausgangs Jugoslawiens im Saloniki er Hafen — untrennbar verbunden. Die Rrederlage. die Griechenland im Jahre 1922 in Kleinasien erlitt, bedeutete auch den Verlust der griechischen Machtstellung auf dem Balkan. Die durch ihre Häufigkeit für westeuropäische Begriffe fremdartig anmutenben Staatsumwälzungen, die Griechenland erschütterten, schwächten die innere Lage des Landes, das ohnehin vor Schwierigkeiten stand, die sich als Folge einer unnatürlichen Gebietserweiterung cinftcllten. Diese Umstände gaben den Aspirationen 3ugoflatoiend auf Saloniki neue Nahrung. Die Außenpolitik Jugoslawiens erstrebt mit allen Mitteln einen freien Ausgang nach Saloniki und volle Bewegungsfreiheit im Salonikier Hafen, da der Ausgang nach dem Adriattschen Meer nur von untergeordneter und lokaler Bedeutung ist. Diese Streitfrage bildete das größte Hindernis für die Erneuerung der Verhandlungen betreffs deS griechisch-jugoslawischen Bündnisses, sie blldete die weitere Ursache auch des letzten Staatsstreichs in Griechenland und für sein iittenftveS Rüsten auf militärischem Gebiet. Der Sicherheitspakt ist als ein Mittel gedacht, das diemoralischeSntwaffnung Jugoslawiens erzwingen soll. In Jugoslawien selbst war man sich über diesen Sachverhalt schon im ersten Augenblick völlig im flaren. Der Dorschlag Griechenlands fand wenig Gegenliebe, und in Belgrad wurde unumwunden erklärt, daß den Vorschlägen, die einen Sicherheitspakt zum Thema hätten, die Erledigung einiger ,schwebender" Fragen vorauszugehen hätte. Richt viel anders lauteten die Antworten Rumäniens und der Türkei. Griechenlands Vorschlag ist aber auch durch andere Momente zum Mißerfolg verurteilt Bulgarien, das im Zentrum des Ballons gelegen ist. und als .Friedensstörer" betrachtet wird, wird aus dem Kreise der Verhandelnden auS- geschaltet. Die Fragestellung. Aus welchem Grunde der Außenminister Griechenlands Bulgarien aus dem Streife seiner Erwägungen auSschaltet und seinen Sicherheitspakt zu einem neuen Instrument der bisherigen Siegerpolink auf dem Balkan machen will, muß dahin beantwortet werden, daß Bulgarien der einzige Staat auf dem Balkan ist. dem gegenüber alle übrigen Dallanstaaten in der Schuld stehen: Griechenland enteignete Bulgarien das reiche Gebiet Thraziens und verwehrt ihm den Ausgang zum Aegaischen Meer. Jugoslawien setzte sich widerrechtlich in den Besitz rein bulgarischer Gebiete an der Westgrenze Bulgariens. Rumänien wiederum eignete sich die Kornkammer Rord-Dulgarien- an und rückte diS auf einige Kilometer vor Varna vor. Sogar in dem Falle, daß diese durch den Friedensvertrag fanftioniorten Verluste Bulgariens keine toeitere Berücksichtigung finden sollten, sind Bulgarien heute noch nicht die Zu- gcftänbnHfe gewährt worden, die derselbe Vertrag und die nachträglich eingegangenen Vereinbarungen ihm ein räumen. Der Ausgang zum Aegäischen Meer ist trotz deS Umstandes, daß dadurch die wirtschaftliche Emwicllung Bulgariens gelähmt wird, bisher nicht verwirklicht, und an Stelle des Minderheitenschutzes in Jugoslawien und Griechenland trat eine systematisch vetriebene Verfolgung dieser Minderheiten ein, so daß Bulgarien nunmehr der Zufluchtsort von Hundert- taufenben beklagenswerten Flüchtlingen wurde. Die nationale bulgarische Shiltur wird in Griechisch- und Serbisch-Mazedonien von Grund auS vernichtet, ein weiterer ilmftanb, der eine günstige Prognose auf dem Balkan erschwert. Es erübrigt sich, hervorzuheben, daß der Vorschlag Griechenlands, aus dem bei allen Siegerstaaten erklärlichen Wunsch entstanden, widerrechtlich Erworbenes unter allen Umstanden zu bewahren, nicht imstande ist, alle interessierte Setten zu befriedigen. Die Möglichkeit emec solchen Vereinbarung hat unter allen Hmftänben die Beteiligung auch Bulgariens zur Bedingung, was wiederum eine Wandlung der Anschauungen der Siegerstaaten, Griechenlands, Jugoslawiens und Rumäniens und ihren Opferwillen voraus- seht. Bulgarien, das, obwohl im Weltkriege unterlegen, unter allen Umstanden ein wichtiger Faktor auf dem Balkan bleiben wird, muß die Gewahr dafür erlangen, daß die ihm in den Friedensverträgen zugesprochenen Rechte gesichert werden, daß die bulgarischen Minderheiten auf griechischem, jugoslawischem und rumänischem Gebiet vor Verfolgung und Vernichtung geschützt bleiben. 3m Sicherheitspakt würde dann die freiwillige Vereinbarung ihre Sanktionierung finden uni) dadurch das Gespenst einer dauernden Kriegsgefahr beseitigt werden. Turnen, Sport und Spiel. DerGietzenerSportclubvon19V0, eine Pflegestätte der modernen Leichtathletik. Man schreibt uns: Es ist nicht zu befreiten, daß die deutsche Leichtathletik in der nun fast beendeten Saison einen ungeheuren Aufschwung genommen hat. Wenn z. B. noch bis vor kurzem 100-Zeiten unter 11 Sekunden als etwas ganz Außergewöhnliches angesprochen wurden, so kann heute festgestelli werden, daß wir z. Z. in Deutschland nahezu ein Dutzend Leute besitzen, die solche Zeiten mit größter Beständigkeit laufen. Aber die Spitzenleistungen allein geben noch nicht das richtige Werturteil ab, sondern es müssen auch die Durchschnittsleistungen in Betracht gezogen werden, ilnö da findet man sowohl bei Aktiven, als auch bei Jugendlichen dasselbe Bild. Geht man den Gründen dieses Aufschwunges nach, so ist das einmal die quantitattv stärkere Beteiligung, anderersetts aber auch nichts anderes als Häfen getreten sei. Von Bremen gehe der Weitertransport alsdann auf der Weser bis (Hann.-)Mün- den, von hier per Achse über Kassel—Marburg— Gießen nach Frankfurt und weiter nach Süden. So werde der Rhein von den Seegütern vollkommen gemieden und trotz des großen Umweges über Bremen gelangen die Waren schneller nach dem südlichen Deutschland, als es auf dem kürzeren Rheinwege geschehe. Brauchte doch von Amsterdam nach Bajel eine Sendung wege nber vielen Zoll- und Stapelaufenthalte mehr als ein Vierteljahr, und würden alle Zoll- und Transportkosten allein von Köln nach Mainz ebensoviel ausmachen, wie der gesamte Landtransport von Hann.-Münden bis Augsburg oder Freiburg, welch letzterer auch bloß etwa 20 Tage dauere. Aber auch für die Waren niederländisch-flandrischen Ursprungs war nicht mehr der Rheinweg bis Mainz-Frankfurt die Hauptstraße ins südliche Deutschland und in die Schweiz. Hier hatte ein rühriger flandrischer Fuhrhcrr um 1750 „allen Kaufleuten im Reich und der Schweiz durch offenen Druck kundgemacht", daß er zu bedeutend unter den Rheinwegkosten liegenden Sätzen den Transport von Oberdeutschland über Frankfurt — Limburg — die hohe Westerwaldstraße — Bonn — geradenwegs nach Brüssel unter Umgehung der verschiedenen städtischen Zolle (Köln, Aachen, Lüttich usw.) übernehme, alles per Achse und in kürzester Frist. Die Konkurrenz des Landverkehrs für den Rhein, besonders von Frankfurt an nordwärts war schließlich so stark, daß die auf der ersteren Route Kafiel—Gießen nach Frankfurt gekommenen Landfuhren von hier aus leer in den Rheingau bis in die Koblenzer Gegend hineinfuhren und dort Wein lasten aufnahmen, „also sogar das ureigene rheinisch- unb moselländische Gewächs vom Rheinstrom über Land abführten über Montabaur ober Limburg—G ießen—Marburg nach ganz Westfalen und Niedersachsen", wo dieses seit attersher doch immer rheinabwärts zu Schiff gegangen fei. Um mehr als die Hälfte hätten diese Landstraßen neuerdings (1765) den Rheinverkehr schon verringert, heißt es weiter, und dieser ginge dem vollen Ruin entgegen, wenn erst gar die „geplanten westrheinischen Handelsstraßen-Etablissements, die bereits ausgesühn werden", vollendet wären. der geregelte, modern ausgebaute Athletikbetrieb an sich. Es muß dem Gießener Sportclub von 1900 als ein Glück und den Leitern seiner Leichtathlettkableilung als ein Verdienst angerechnet werden, daß zur rechten Zeit der Anschluß an diesen, auf moderne Grundlagen gestellten Betrieb gefunden wurde Fünf Jahre sind nun verflossen, feit dem Club in C. Paulus, z. Zt. Leiter des Stadtamtes für Leibesübungen in Wetzlar, der Mann wurde, der die Leichtathletik- abteilung zu neuem Leben erweckte und ihren Betrieb neuzeitlich einrichtete. Seine Arbeit zeitigte auch glänzende Erfolge, und der Rame des Gießener Sportclubs von 1900 hat seit dieser Zeit in der Leichtathletik einen guten Klana. weit über die Grenzen unseres Heimatgebietes hinaus. Rach Paulus Weggang übernahm sein bester und fähigster Schüler, der Sprinter Rudi Fi- scher, Die Leitung der Abteilung. Auch jetzt wurde der SiegeSzug fortgesetzt. Doch Fischers Leitung muhte von vornherein als provisorisch Es fehlte auch nicht an Leuten, welche bas liebel an der Wurzel packen wollten unb vollkommen freien Rheinoerkehr forberten. Bereits 1657 bot Kurmainz feine Bereitschaft an, die Rheinzölle voll- kommen zu beseitigen, wenn alle anderen Zollherr« schäften am Rheine dasselbe zusagten. „Damit wür- den die Untertanen ihre Früchte und Wein um so besser zu Geld machen können, in besseres Vermögen geraten unb gerne ben Landesfürsten für feinen Verzicht auf feine Zollrechte schadlos halten." Aber dieser erste Schritt schon scheiterte an dem fiskalischen „Eigennutz der kontrahierenden Zollherr- schasten", die zudem, um gegenüber den „lieben Herrn Nachbarn" keine Repressalie zu verlieren, nicht auf ihren Zoll verzichten wollten. So war die Rheinschissahrt, wie sie im 17. unb 18. Jahrhundert vor uns steht, eine echte Verkörperung vorkapitalistischer, unwirtschaftlich-fiskalischer Verwaltung. Statt den Verkehr zu pflegen, vereinigten sich alle, auch die kleinsten Organe der Oefienllichkeit, um ihn finanziell auszubeuten. Unter der Herrschaft einer solchen verkehrsfeinblichen, bestenfalls mihoerftandenen Wirtschaftspolitik der rheinischen Staaten wurde daher der Rhcin von seiner natürlichen, überragenden Stellung im europäischen und besonders westdeutschen Handelsverkehr zugunsten besonders des ostrheinischen Land- oerkehrs. zum guten Teil verdrängt. Noch bis in die Zeit der deutschen Reichsgründung währte es, bis die letzte innerdeutsche Rheinzollschranke fiel. Jetzt erst, nachdem auch durch den grandiosen Fortschritt der Technik einem gewaltigen Aufschwung des rbei- Nischen Schiffahrts- und Bahnverkehrs freie Bahn geschaffen war, konnte der Rhein sich feine starke Stellung im europäischen Derkehrssystem wieder wie vordem zurückerobern. Aber es war gerade jene oorhergegangene Zeit tiefsten Darniederliegens des rheinischen Verkehrs im 17. unb 18. Jahrhundert, jene Zeit einer wahren Blüte verkehrsfeindlicher, zollpolifischer Mißwirtschaft am Rheine, welche durch die scharfe Heraus- bitbung einiger weniger, ausgesprochener Holzheim. 10. Sept Die hiesige Pfarrstelle, die seit der Versetzung unseres Pfarrers Freitag nach Bleichenbach. Kreis Büdingen, erledigt war, wird nun ab 20. Septbr wieder besetzt. Zum Nachfolger von Herrn Freitag ist Pfarrer Weber, seither in Hahn bei Darmstadt, bestimmt worden. Herr Weber bat schon einigemal hier gepredigt, er ist also der Gemeinde nicht unbekannt, uird es wird ihm leicht sein, sich bald ihr Vertrauen zu erwerben. Gegenwärtig versieht Pfarrer Weber, Grü- ningen die hiesigen Pfarrgeschäfte. Dis zur Ankunft unseres neuen Pfarrers sollen die Wiederherstellungsarbeiten am Pfarrhause, an denen eben Maurer und Weißbinder rege beschäftigt sind, beendet fein. Auch unser altes Rathaus soll allmählich ein anderes Gesicht bekommen. Nach dem Vorbilde anderer Orte war ursprünglich geplant, den alten Fachwerkbau bloßzulegen. Es zeigte sich jedoch alsbald, daß das Holz der Balken an manchen Stellen morsch und fehlerhaft war. so daß man gezwungen war, den schönen Plan fallen zu lassen. — Die hiesige Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens beabsichtigt nächsten Sonntag unter Führung ihres Großmeisters Grieb eine Fahrt auf dem Kraftwagen nach Bleichenbach. Ungefähr 80 Personen werden sich daran beteiligen. Die Fahrt geschieht auf Einladung der dortigen Bruderschaft anläßlich der Einweihung ihres Kriegerdenkmals, dann aber auch zu Ehren des früheren Pfarrers Freitag, der in den letzten Jahren seines Hierseins sehr zur Pflege des jungdeutschen Gedankens beigetragen hat. Kreis Friedberg. i. Butzbach, 10. Sept. Heute fand hier eine von der Bürgermeisterei Lich im Einverständnis mit den Kreisämtern Gießen und Friedberg berufene Versammlung der an der Eisenbahnstrecke Grünberg —Butzbach (bzw. Bad-Rauheim) liegenden Gemeinden statt. Don feiten des Kreisamts Gießen nahm Oberregicrungsrat Dr. Heß, und vom KreiSamt Friedberg Kreisdirektor Gebhard an der Besprechung teil. Zuerst referierte Bürgermeister Völker-Lich über die Schritte, die die Gemeinden, die Obligationsgläubiger der Buhbach-Licher Eisenbahn sind, zur Wahrung ihrer Rechte bei der Aufwertung zu tun haben. Einen großen Raum nahm die Beratung über den Entwurf eines neuen Betriebsvertrages, den die Firma Lenz u. Co. in Berlin als Be- triebsführerin mit der Buhbach-Licher Eisenbahn-Aktiengesellschaft schließen möchte, ein. Man beschloß, keine Entscheidung zu treffen, da der vorgeschlagene Vertrag nach Ansicht der Versammlung bestehenden Verträgen widerspricht. Es wurde beschlossen, mit dem Justizministerium Fühlung zu nehmen, um Aufklärung über die rechtliche Lage zu erhalten. Dann soll die Angelegenheit in Gegenwart der Staatsbehörde in der demnächst stattfindenden Aufsichtsrats- s i tz u n g und der Generalversammlung behandelt werden. Jedenfalls erregte es allgemeines Befremden, daß sich die Betriebsleiterin auf den Standpunkt zu stellen sucht, daß die Verträge nicht genehmigungspflichtig sein sollten. Schließlich verwahrte sich die Versammlung gegen jede Verschlechterung des Fahrplans im kommenden Winter. Kreis Büdingen. △ Nidda, 10. Sept. Die in den letzten Tagen eingetretenen schweren Regenfälle haben das auf Kegeln sitzende oder aus den Wiesen ausgebreitete Grummet vollständig verdorben. Man befürchtet bei weiterem Regenwetter, daß die Nidda über die Ufer tritt und das noch auf den Wiesen stehende Grummetgras überschwemmt, so daß es auch verloren ist. Selbst bei Eintritt von gutem Wetter erscheint es sehr zweifelhaft, daß alles in unserer großen Gemarkung noch geerntet wird. Infolgedessen sind die Preise für Grummetgras sehr niedrig. Die Stadt ließ vor 8 Tagen das Grummgtgras von den städtischen Wiesen versteigern: der Stadtvorstand erteilte aber wegen des verhältnismäßig geringen Erlöses nicht die Genehmigung. Deshalb wurde gestern die Versteigerung zum zweiten Male abgehalten, hatte aber das Ergebnis, daß nun noch etwa 30 Proz. weniger gelöst wurden als das erstemal. Sehr niedrig sind auch die Preise für Falläpfel. Heute wurden solche an dem hiesigen Bahnhof für 2 Mark den Zentner eingeladen. Für Kartoffeln werden ebenfalls nur 2 Mark für den Zentner geboten. Kreis Schotten. Schotten, 10. Sept. In der gestrigen Tagung des Kreis-Lehrervere k n s wurde der seitherige Kreisobmann Karl L i n ck zu Rudingshain einstimmig wiederge- wählt. Die Versammlung befaßte sich vorwiegend mit dem erst in diesen Tagen bekannt gewordenen Entwurf zum Reichsschulgesetz, beleuchtete die daraus unserer Simultanschule drohenden Ge- fahren und zog Mittel und Wege in Erwägung, diese Gefahren abwenden oder wenigstens abschwa- chen zu können. — Die Allgemeine Ortskrankenkasse des Kreises hat ab 1. September den Krankenkassenrechner Friedrich Schnabel zu Ober-Schmitten als Krankenkassen k o n t r o l » l e u r angestellt. Man erhofft von einer ständigen Kontrolle der Erkrankten eine Verkürzung der Krankheitszeit, eine Senkung der Krankenziffern und damit eine starke Verminderung der laufenden Ausgaben. „?" Eichelsdorf, 10. Sept. Auch die vielversprechende Bafaltindustrie scheint gegen wirtschaftliche Krisen nicht ganz gefeit zu sein. Das hiesige Basaltwerk Albert, das etwa 60 Arbeiter und Steinrichter beschäftigt, sah sich gezwungen, infolge Absatzschwierigkeiten und säumigen Geldeingangs feinen Betrieb mit dieser Woche vorübergehend einzustellen. Mit Rücksicht auf die dadurch arbeitslos Gewordenen erhofft man rasche Behebung der Schwierigkeiten und valdige Wiedereröffnung des Betriebs. no. Öber»6eemen, 10. Sept. Durch den Kreisausschuß wurden die R e k l crm <4 i o n e n die gegen die am 5. Juli stattgefundene Bür- germeister-Stichwahl erhoben wurden, als unbegründet verworfen. Somit dürfte Heinrich Kipper VIII. demnächst in seinem neuen Amte als Bürgermeister hiesiger Gemeinde bestätigt werden. —!— Gedern, 10. Sept. In der Basalt- i n d u st r i e, die in der ganzen Gegend vor kurzer Zeit mächtig aufgebläht war, macht sich zur Zeit ebenfalls eine A b s a tz k r i s i s geltend. Einzelne Werke mußten bereits zur Entlassung von Arbeitern schreiten. Um so erfreulicher ist es, daß das Eisenwerk Hirzenhain, wobl bas_ größte Industriewerk Oberhessens, voll beschäftigt ist. Es herrscht in dem Werk, das wohl über 1000 Arbeiter und Beamte beschäftigt, infolgedessen eine rege Bautätigkeit. Ein neuer Werkstättenbau ist im Entstehen begriffen. § Dom hohen Dogelsberg, 10. Sept. Der Teil der Frucht ernte, der noch auf den Feldern ist, scheint dem Untergang geweiht zu sein, da das Regenwetter im Bunde mit den Rebeln fein Ende nehmen will. An die Grummet ernte ist nicht zu denken: aber nicht nur Weizen, Gerste und Hafer sind außerdem bedroht, sondern teilweise, in den höheren Lagen, auch noch Korn. So hat der Wiesen- h o> bei Feldkrücken bis jetzt nur einen einzigen Wagen Korn einfahren können, was angesichts der vorjährigen Mißernte geradezu eine Katastrophe für den Landwirt bedeutet. Rächsten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, wird auf dem Hoherodskops eine D ü r g e r m e i st e r - D e r - fammlung unserer Gegend sein, in der über Anträge auf Steuernachlaß und geeignete Hilfemabnahmen gesprochen und Beschluß gefaßt werden wird. Kreis Alsfeld. m. Mücke, 9. Sept. Ein ziemlich schweres Gewitter ging heute nachmittag trotz der kühlen Witterung über unsere Gegend nieder, das reichliche Regengüsse mit Hagelschlag brachten. Weiteren Schaden richtete es nicht an. während das Gewitter am letzten Freitag durch verschiedene Blitzschläge in die Lichtleitung Störungen in der Stromzufuhr herbei- sührte, die erst am nächsten Nachmittag beseitigt werden konnten. r. Mücke, 10. Sept. In einem Artikel! wurde kürzlich zum Ausdruck gebracht, daß. unsere Mücke, die bereits 250 Einwohner zählt, sich mit Selbständigkeitsgedanken tragt. Dies würde allerdings auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen, da die Mücke teils zu Flensungen, teils zu Merlau gehört. Eine Lösung dieser Frage könnte nur so erfolgen, dah die beiden Gemeinden Flensungen und Merlau, die ja jetzt schon bereits durch die Mücke verbunden sind, zu einer Gemeinde Mücke verschmolzen würden. Eine solche Der- schmelzung würde allen dreien große Dorteile bieten. Die Mücke bildet jetzt schon den Zentralverkehrspunkt der ganzen Gegend, ja des ganzen vorderen Dogelsberges. Postamt, Holzschneiderei/ Daumaterialienhandlungen, Kaufhäuser, Metzgereien, Gasthäuser, Brot- und Feinbäckerei geben ihr schon jetzt das Gepräge einer Kleinstadt. Ein Erholungsheim, das im Sommer stets voll belegt ist, bringt ebenfalls Verkehr und Verdienst. Rur fehlt noch die Wasserleitung. Deshalb wollen die Interessenten der Mücke sich zu einer Wassergenossenschaft zusammenschliehen und eine Leitung vom Eichborn des nahen Burgwaldes nach Mücke an legen. Bei einer Verschmelzung würde dann diese auch den eingemeindeten Dörfern Merlau und Flensungen außer den anderen Vorteilen später zugute kommen, da auch diese noch ohne Wasser^ leitung sind. m. Flensungen. 10. Sept. Die Berg- Werksdirektion Rieder-Ohmen gibt bekannt, daß die Arbeiten an der hiesigen Draun- eifenffeingru be ab 1. Oktober eingestellt werden. Diese Maßnahme ist um so bedauerlicher, als der Winter vor der Türe steht und dem weitaus größten Teil der hiesigen Bewohner die wichtigste Erwerbsquelle entzogen wird. Das hiesige Bergwerk, welches vor fünfzig Jahren erschlossen wurde, hatte gerade in der letzten Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen. Eine Erzwäscherei mit Damps- und zuletzt mit Elektromotvrbetrieb war im Seen- bachtal errichtet worden. Durch Ausstellung einer Baggermaschine wurden die Arbeiten in der Erzgewinnung sehr gefördert. Krc»s Wetzlar. dg. Wetzlar, 10. Sept. Der Sandberg der Firma Buderus, der sich im Lause der vielen Jahre zn einem kleinen Gebirge gestaltete, wird jetzt nach und nach abgebaut. Eine große Baggermaschine arbeitet täglich große Teile des Berges hinweg: der Sand wird wieder in dem Werke verarbeitet. Bei einem Abbau in dieser Weise kann NT*« äp. riinV dir w'V den W iiirrw'1 0 dg> 1 ä,. Mi Ma i?r Stil unie L-ocseN' Wdlir 1 M ße dg. schwer mitML1 3iit Ao rigc ' Dorfe o Eimer M '31 jungen Jungen Hausei rnanö jhc 0 und san MeM Kind- rufe kr Dsen k° .qjnb ö der Ar Arafwa denve auher Den beri zugute über 20C * r Wärter' in ber/ nach fei' Als er ausweic der von Da dar Leiche ( im Altei und drei jpd. t tines einem gi Meist ren De trotz sos, lichen Q Landstri barem 1 der und tendem Tlilgliebt gelne Sio l) eimju^tt aus Msch Einbreche, Wohnung Lager, a Embreche stellt die klNS. — Walte nächtliche men. 1 brüche n von Fij milie S flergif starb ba lenhaus, und ein liegen. dg. r wird uni Firma 3 meisten i Ursprung Weift w Fast für Worfengii wenn aui sie in L e <6 3 Der Außergewöhnlich billige Schuhe Echt Rindleder-Schnürschuhe sehr kräftig Gießen, Bahnhofstraße Besondere Vorteile für WlederverkMnfer Damen-Rahmenstiefel echt Chevreau und Boxkalf. Restposten Herren-Halbschuhe schwarz u. braun eleg. Formen 14.90. 13.90, 11.50, 9.95, Große Auswahl: Arbeitsstiefel Tourenstiefe! 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Um do» Schulleben zu entpolitisieren, untersagt der Minister mit sofortiger Wirkung den Schülern und Schülerinnen daS Tragen von Abzeichen, Bändern und anderen Symbolen jeder Art in der Schule selbst, ebenso bei Veranstaltungen der Schulen, wie Wanderungen Turnspielen ulw. Auch da» blote Mitbringen dieser Abzeichen wirb verboten. Wirtschaft. ' Der amtlicheGrofthandelsind«, f ü r den 9. Seple m ber.^Die auf den Stich- tag 9. September berechnete Großhantelsinder- Ziffer de» Statistischen Reich«am:er> ift mit 127,6 (Vorwoche: 127,5) nahezu unverändert. ' 25-Millionen-Dollat-Anlei he der Rentenbank. Die Verhandlungen der Deutschen Rentenbankftcditan'tali über den Abschluß einer amerikanischen Anleihe haben wie die Berliner Blätter melden, zu einer grundsätzlichen Einigung mit der Rational Eith Bank vf Reuyork geführt SS dürfte sich nur noch um die Erledigung von Formalitäten handeln. Di' Kreditsumme beläuft sich auf 25 Millionen Dollar. Die Anleihe ist mit 7 Proz verzinslich Der Aus- gabekurS. über den noch verhandelt wird, nüifte sich zwischen 92 und 94 Proz. bewegen Di? Bück, zahlung der Anl"ihr soll zu Pari erfolgen. • Herabsetzung der Kohlenpreise um '/, Prozent. 2n der Mitglieterversamm- luna des Rheinisch-Westfälischen Kohlenlhndikats wurde trotz der schwierigen Lage des Ruhr- bergbaus beschlossen, mit Wirkung vom 1. Oktober die Verkaufsprei'e entsprechend der Herabsetzung de Umsatzsteuer um */. Prozent zu ermäßigen, um den PreiSherabsehungsbestrebungen der Regierung nickt durch eine an sich berecktig/c Ausnahme Abbruch zu tun. Die Marktlage wurde dahin gekennzeichnet, daß die Verminderung des WfaheS in den letzten Monaten zum Stillstand gekommen ift. * D i e Beschäftigung der Aga. In einer Besprechung zwischen dem Gesamtvorstand dbr Aga und etwa 40 Firmen der Handelsvertretungen dieser Gesellschaft hat sich ergeben, daß die Vertreterschaft, von der Ansicht ausgehend, der Fabrik wegen ihrer gesunden Grundlage und ihrer guten Erzeugnisse die Sicherheit der Weiterfabrikation zu schaffen, sich verpflichtet hat, in der bisherigen Weise und zu bisherigen Preisen weiter abzunehmen. * Phönix A.-G für Bergbau und Hüttenbetrieb. Die Gesellschaft hat unter der Firma Phönix Eisenhandel G. m. b. H. in Hamm eine besondere Eisenhandelsgesellschaft gegründet. bie sich im wesentlichen mit dem Vertrieb von Drahtcrzeugnissen befassen soll. * Die Produktion der russischen Eisenindustrie. In Rußland haben sich im Monat Iuli 36 Hochöfen im Betrieb befunden, einer weniger als im Iuni. Die Roheisenerzeugung ging laut DHD. von 127 638 Tonnen im Iuni auf 125 074 Tonnen im Iuli herunter. Wartinsöfen waren im Iuli 87 gegen 96 im Iuni im Betrieb. Die Erzeugung von Martins- stahl ging von 173 435 Tonnen im Iuni auf 159 983 Tonnen im Iuli zurück. * Steigende russische Erdölausfuhr. Die russische Erdölindustrie hat jetzt 80 Prozent der Vorkriegeerzeugung erreicht. Wie G. P. Lomoff, der Präsident des Aaphtasyndikat» bei einem kürzlichen Besuch in England mitteilte, stieg die Ausfuhr, welche 1921/22 nur 150 000 Tonnen betrug, auf 300 000 Tonnen im Fiskaljahr 1922'23 und auf 720 000 Tonnen im Iahr 1923/24. Dieses Iahr find nun bereits 1000 000 Tonnen ausgesührt und weitere 200 000 Tonnen verkauft worden. Hauptsorten find Benzin. Heizöl, Kerosin und Schmieröle, vor allem hat eine englische Großfirma mehrere hunderttausend Tonnen Heizöl gekauft und mit ter französischen unb ter italienischen Kriegsmarine find Abschlüsse zustande gekommen. Frankfurter 2lbrr.döö7le Frankfurt a. M., 10. Sept. Die heutige Abendbörse zeigte ein etwas freundlicheres Bild, wenigstens insofern, als neue Kursrückgänge nicht zu verzeichnen waren. Bei ruhigem Verkehr waren die Kurse zumeist gehalten. Einiges Geschäft wickelte sich in türkischen Werten ab, die etwas höher gingen. Am Anleihemarkt waren Kriegsanleihen auf den heutigen scharfen Rückgang leicht erholt. Die Abendbörse tendierte zum Schluß zu etwas gebesserten Kursen. Deutsche Anleihen: 5proz. Peichsonleihe 0,240, Schutzgebietsanleihen 5,700, 4jproz. Hamburger Staatsrente 0,071. Ausländische Renten: Zolltürkcn 7,5, Türken von 1905 6,75, do. von 1908 6,12. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 130, Commerzbank 96, Darmstädter Bank 111,37, Deut- sche Bank 111,75, Dresdner Bank 100,75, Metallbank 78, Mitteldeutsche Kreditbank 93,75, Reichsbank 126, Oeslerreichische Kreditaklien 7,75, Brau- bank 83. Motanaktien. Deutsch-Luxemburger 68, Ilse Bergbau 94,50, Oberbedarf 54, Phönix 72, IcUu5 49. Chemische Aktien: Bad. Anilin 125,50, chemische Griesheim 119, Rütgerswerke 74. Intel- strieaktien: Adlerwerkc Kleyer 47, AEG. 95,50 Bergmann 75,50, Elektrisch Licht und Kraft 96, Holzmann 59,75, Lahmcyer 74,50, Mainkrafl 73,50, Neckarsulmer 70, Schuckert 60,75, Voigt u. Häffner 64, Badischer Zucker 56,50, Offsteinzucker 57. her Berg im Laufe von zwei Jahren abgetragen fein. — Die Goethestraße, die die Verbindung zwischen dem Butlermarft und der Frankfurter Straße herstellt, erhält jetzt eine neue Pflaste - r u n fl. Diese Straße war auch eine von denjenigen, die mit ihren kugeligen Stein köpfen jedem Gehenden und Fahrenden ein rechtes „Kreuz'' waren, zumal sie eine starke Steigung hat. bfl. Atzbach, 10. Sept. Unser hochgeachteter Mitbürger Lehrer Köster und seine Frau feierten am Samstag das Fest der goldenen Hochzeit. Es fand im stillen Familienkreise statt. Herr Köster blickt gleichzeitig auf eine fünfzigjährige Tätigkeit im Schuldienste zurück, (fr war stets ein Lehrer rechter Art. Ein großer Teil unserer Gemeindeglieder ist Schüler bei ihm gewesen, unb alle wünschen dem hochverdienten Manne unb seiner Gattin einen sonnigen, glücklichen Lebensabend. dg. Oberlemp, 10 Sept. Don einem schweren Unglücksfall wurde gestern mittag die Familie Rau teedclbft heimgefacht. 3m Auftrage der Mutter war der achtjährige Iunge der Familie nach der vor dem Dorfe gelegenen Lehmgrube gegangen, um einen Zirner Lehm heimzuhvlen. Nachdem t>ie Mutter .•xi Stunden vergeblich aus da« Kommen ihres 3ungen gewartet batte, schickte sie ihren älteren «imgen zur Grube, der die Mitteilung nach Hause brachte, daß ein großer Teil der Lehm - manb eingeftürgt fei. 3m Gedanken an ib. Kind eilte die Mutter sofort zur Lehmgrube und sand bald nach einigem Durchwühlen des ^-gestürzten Lehmes ihr verschüttete« Kind Die OrtSeinwohuer eilten auf die Hilferufe der Frau herbei, unb auch der schnell herbeigerufene Arzt Dr. Br un tret au«Ehringshausen konnte feine Hille mehr bringen, da da« Kind bereit s verst orben war. Ltarkcnburg und Rheinhessen. • Darmstadt. 10. Sept. Seit Einrichtung der Autoverbindungen der Otenwald- Krastwagenverkehr« A.-G. hat sich der Fremdenverkehr in Erbach im Odenwald außerordentlich gehoben. Die« ist auch den berühmten Sammlungen im Gräslichen Schloß zugute gekommen, die im Monat August von über 2000 Fremden besichtigt Worten sind. * Darmstadt. 10. Sept- Der Schrankenwärter Wilhelm Weiß in Heppenheim hatte in der Rächt zum Mittwoch auf dem Heimweg nach feiner Wohnung den Bahndamm benutzt. Als er einem von Darmstadt kommenden Zug ausweichen wollte, wurde er von einem Zuge, der von Heidelberg kam, ersaht und getötet. Da da« Unglücf nacht« geschah, so wurde die Leiche erst am Morgen gesunden. Weiß stand im Alter von 39 Iahren; er hinterläßt eine Frau und drei kleine Kinder. Hess ::-Nai>u. fpb. Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Frau eines Postbeamten in Sachsenhausen hatte nach einem gebrückten Pilzführer Pilze gesammelt, sie zubereitet unb gegessen. Sie erkrankte unter schweren Lergiftungserscheinunden unb starb traft sofortiger ärztlicher Hilfe. — Bei einem abenb- lichen Einbruch in eine Villa an her Mainzer Lanbstrohe erbeuteten bie Diebe neben 2300 Mark barem Gelb bas gesamte Bettzeug, zahlreiche Klei- der unb bie erreichbaren Schmuckstücke von bebeu- tcnbcin Wert. — Die Polizei verhaftete bie Mitglieder einer Banbe, bie seit Monaten einzelne Stadtteile durch verwegene Einbrüche heimluchte, bei denen bie Burschen es vorwiegenb auf Wäsche unb Silbersachen abgesehen hatten. Die Einbrecher hatten bie Diebsware in einer hiesigen Wohnung aufbewahrt. Man fanb hier ein großes Lager, aber auch eine Auswahl der modernsten Einbrecherwerkzeuge. Das Vorgefundene Diebsgut stellt bie Polizei in ben nächsten Tagen öffentlich aus. — Auf frischer Tat würbe ber Arbeiter Walter Blum aus Wibbersbach bei einem nächtlichen Einbruch ertappt unb f e st g e n 0 m - men. Dem Manne konnten bereits mehrere Einbrüche nachgewiesen werben. — Nach bem Genuß von Fischen erkrankten bie Mitglieder ber Familie Stern-Heß unter sehr schweren Vergiftungserscheinungen. Der Mann ftarb halb nach seiner Einlieferung in bas Krankenhaus, währenb bie Frau, bas Dienstmäbchen unb ein Kind lebensgefährlich erkrankt darnieber- liegen. dg. Don ber Dill, 10. Sept. Viel Interesse wirb unserer heimischen Glockengießerei, der Firma Rinker in Sinn, entgegengebracht. Den meisten Gemeinden ist es jetzt wieder möglich, ihr ursprüngliches Geläute wieder Herstellen zu lassen. Meist werben mehrere Glocken zugleich gegossen. Fast fünf Jahrhunderte hindurch hat sich die Glockengießerei in der Familie Rinker erhalten, wenn auch nicht immer in Sinn. Viele Jahre hat sie in Leun an der Lahn bestanden. Kirche unb Schule. gur Entpolitisierung des Schullebens. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung richtete an die Pro- vinzialschulkollegicn und Regierungen einen Erlast. ter sich gegen die parteipolitische Betätigung der Schüler richtet. Es werde die wichtige Ausgabe der Schule sein, durch verständnisvolle Börsenkurse. (Dtme Gewä0r.) Berlin «tnee *“’• h-w. irrenf-urt a.U? Rlr* 6dl Ttrhnn: 9.8. 10 1 9.9. |u 1.240 u 28 83.8 7.V 105 KM 50,5 68 5 66.635 61.25 ! 59,75 125,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 0,165 111.4 111.15 6$ r . 69,1 97 74.5 9,25 61,9 56,5 11? 11?. 5 4 62 84 52.12 48,62 2.1 45.75 74,3 121.5 111.75 112 75 119.5 56 74 97 95,5 75,5 94.25 8 0,62 64.23 I 68 . 75,4 45,75 78,5 118.5 119 47.5 44.5 53 105.25 124 130,5 110.5 126.7. 138.5 45 60.75 75 5 93.75 7.25 60.75 78 47 44 27 38 60.75 48.75 46 35,5 *1 47 7i- 65 68,75 80 49 58.5 127,75 | »3; 12. | 121.' 59 78 5, 100.12; «6 | 68.75 82,25 0.500 0.130 •>.X10 58 I a. M. 131.9 ■6.5 111.75 00.5 104.75 6-1.75 91.2'i 8 0.02» 0.3425 U 54 0.17 0.3 U.31 0.35 0.82 100,25 64 51.75 11’7 30.4 44 61,75 0.525 0,15 69.2 53.5 106 184 19.5 44 54 5 73.5 64 78.1 0.31 o.»:> 0 r> 5 91.75 94.K- 7.4 65.25 38.25 6 9,7 i.%5 0 365 •V.8 94.8 7 5 59.25 62.75 0.29 *1 75 94.6 7.62 60,75 100 126,5 93,75 7.75 0.03 0.24 J 53-. 64,5 63.6 > 52 4» 28 ”1 0.32 1 0.805 101.5 i6 40 (3n IMatonen T.erf aaLs«drück,. 8oena*fltn#, Loud-m. Rei- trort, (fapnH, 9tlo be 9«nrtro fflr c<*e etnOrit, Wi-n nnb Bnbtixil fto 100000 ^beiten, alle« übrioe für 100 fltotbdten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 65 25 38.25 4.25 0.75 TeuHSe Sirichsanletde . 4 TruNchr yitid)4aukiVe . J* . Tem'jx 4tcu»6anlrt‘rt Xcaikbe evarprunnenanlttOc 4* e JtonfoU 4* . ptfsrn......... 3‘V, tehrn........ T.v Officn......... Dcorlchk Send. Dollar Snl bia-Doll ^datz-Nnirettn-.., <•/, HeUnirfm........ y/0 Ootbmc?itantr ... Berlmer HanbclSatseastbaft «ionnren und Privat-ifant XormlL and NaNonaldant l leut'de Bant......... Tcni'chc timtntbont . . I -.Scc-nlL Üommandit . ■ UMtiallbanf. ......... J’httclt'fimAe tlrebltban? . C cfltnri<6U.91 5.89 6.91 Bulgarien 3,045 3,a->5 3.055 3,065 L'siado» 81,125 21,173 21.125 21,175 Tonjia. . . 80 65 Sti.85 80,65 W.80 Qouftantin. 2,355 2,365 2.395 2.405 «then. . . ö 21 6.26 6.09 6.11 Lcmada. . . 4.195 4,205 4 195 4.205 Uruguay . - 4,20 0,21 4,20 4,21 Berlin, 10. Septbr. (Selb Brief Amerikanische Noten ..... Belage Noten........ Dänische Noten..... . , Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... italienische ittoten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr-.k 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwei,er Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Berliner 4,21 18,55 104,39 <0,314 19,85 168,28 17,8t 92.47 99,05 112,12 KO,92 59.75 12.40 6.843 Börse. 4.23 18,65 104,91 10,411 19 95 160,32 17,89 92.93 50,35 112,68 81,M 60.05 12.46 5.883 /Eigener Drahtbertcht des „Gießener Anzeigers'.) Berlin, 10. Sept. Die Börse stand unter dem Eindruck einer Reihe ungünstiger Wirtschaftsmeldungen, die eine freundliche Stimmung nicht aufkommen liehen. So fand die Verlegenheit bei der Hannoverschen Waggon-Fabrik weiterhin Beachtung, ebe: ? Vermutung, dast die Banken in der Frag: - 3in«- und Provlsionsermäßigu.g no ' . a. . Haltung bewahren irr’. c 1 L Mitteilungen über neuftlicnc "ctru.:' " * gen. diesmal in der Tcxtilindus.rie unb v? c Dividenden-Au-sälle vor io daß bei 1 en lenden Publikums-Interoslc die y rie 1 r gleichfalls zu Pol>lionslö>ungcn n-ii <- av c.'- gebnis hiervon war. daß daS Kursnsvcau in mä ß i ge >r Umfange weiter c U • brodelte. Dies gilt für c . leichte Verfassung be« Geldmarktes 1 .» auf die Tendenz einslußlos. Die Sune lac liches Geld werden offiziell mit 7’ d.s 3 zenk angegeben, während MonatSgeld n . v ucr 10 Prozent an den Marit kommt Im 'S) c- vifen verkehr waren die Umsätze gcr ?:e gestrige scharfe Befestigung der Uolicni’.; :a konnte sich mit 115" gegen London im wesentlichen aufreebterhabeu. Dagegen lag der ländische Gulden mit 12,06' . gegen Londv - ue- geschwächt. Die AeichSmacl notier e g-cca in London 20 36* . Paris 5,26' z. Amsterte n 59,18. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. Bk. 10. Sept. ES wurden notiert: Weizen. Wetterauer 24,50. Aoqgen inländischer 19,50. Sommergerste für Brauzwecke 25 bi« 27,50. Hafer, inländifcher 20 b > 21. Mai», gelb 21 bi« 2125. Weizenmehl, inländisch-.«. Spezial 0 39 bi« 39.50, Aoggeninehl 28 bis 28.25, Weizenlleie 11, Roggenkleie 11,25 b.« 11,50. Tendenz stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtberich! des „Gießener Anzeigers".j Frankfurt a. M., 10. Sept. Austrieb: Rinder 34 Stück; darunter Ochsen 25, Färsen und Kühe 9, Kälber 950, Schafe 790, Schweine 1150. E» notierten: Feinste Maslkälber 90 dis 95, miNlere Mast- unb beste Saugkälber 80 bis 89, geringere Mast- unb gute Saugkälber 70 bis 78, geringe Saugkälber 60 bis 65. Mastlämmer unb Masthämmel 54 bis 60, geringe Masthämmel unb Schafe 45 bis 53, mäßig genährte Hämmel unb Schafe (Merzschafe) 30 bis 44. Schweine: Vollsleifchige von 80 bis 100 Kg. 94 bis 96, unter 80 Kg. 85 bis 93, von 100 bis 120 Kg. 95 bis 98, von 120 bis 150 Kg. 94 bis 96, unreine Sauen und geschnittene (Eber 80 dis 90. Marktverlauf: Bei Schweinen langsamer Handel und Ueberftanb, Kleinvieh lebhaft unb geräumt. Berliner Prodv enbotfe. Berlin. 10. Sept. Der Produktenmarkt hatte heute ziemlich unverändertes Geschäft. D r Verkauf wickelte süh in mäßigem Rahmen ab. E« wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 218 bis 223, do. Sept 244,50 bis 244, do. Oft. 249 bi« 248, Roggen, märk. 170 bi« 173, do. Sept. 188, do. Oft. 192. do. Dez. 192, Gerste, märf. 213 bis 245. Futtergerste 180 bis 185, Hafer, märf. 179 bi« 187, do. Sept. 178, do. Oft. 181 bi« 182, do. Dez 190 bi« 192, Mais (lofo Berlin) 214 biS 218, Raps 355 bis 360; für 100 Kilo: Weizenmehl 30,75 bis 34, Rvggenmehf 24,50 bi« 26,50, Weizenkleie 12 bis 12,20, Roggen kleie 11 bis 11,20, Viktoriaerbsen 28 bi« 32, Futtererbsen 21 bi« 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen, blau 12,75 bis 14. Rapskuchen 16 bi« 16,20. Leinkuchen 22,60 bis 22,90, Trockenfchnitzel 12, Kar- toffclflocken 18,20, Zucker 21. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (AuS der »Radio-LImschau".) SamStrg, 12. September. 3 Uhr: Wirlschaftsmeldungen. 4 Uhr: Wetterbericht ter Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschastsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzcrt des Hausorchesters: Georg Friedrich Händel. 6 bis 6.30 Uhr. Die Iugendstunde: Aus „Gockel, Hinkel und Gackelei" von Clemens Brentano. 6.30 bi« 7 Uhr: Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: Au« Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 7 30 bi« 8 Uhr: Uebertragung von Kassel: Stund« ter Stadt Kassel — „Äus Kassels Theatergeschichte", 2. Teil, Vortrag von Dr. Heinrich Schleichen. 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — Vortrag von Direktor Kraus. „Der Frankfurter Palmengarten im Herbst". 8 30 bis 9.30 Uhr: Sinfoniekonzert. 10 bis 11 Uhr Uebertragung von Kassel: Blasmusik, auSgefühn von ter Musikervereinigung ter Schutzpolizei Kassel. i Probedoee und illustrierte Broschüre über Säng- llngspflefre kostenlos und unverbindlich durch „Linda“-Ge8ell8ch. mb. EL.BerlinW 57, Btllo wstr. 56. Der gefesselte Strom । Roman von Hermann Stegemann. (Nachdruck verboten.) 8. Fortsetzung. zu Vorschrift durch bestens gesorgt. 07396 8169V MWtitz 2 ülarltDlaS 2 ■ M WettSelMMMM 1 und und WWer MMA l Die Getränke sowie Speisen werden ohne Aufschlag verkauft. Der Wirtschafts-Ausschutz. Lager von 8484a Tel. 240 auch nachts Der Vorstand. 6390V (utritt frei! ffljl ■ I fassen, sie an sich und lieh Offenbach a. M. Kaiserstraße 122 Sleßen ist sich sie Kl Gießen Wilsonstraße 15 Ihre am 12. September 1925 stattfindende Vermählung beehren sich anzuzeigen „Das Schönste ist. für leben!" „Ruth!" Er wollte ihre Hände reihen, besann, bemeisterte hierfür ausgebildete Sopinator-OrthopSdie- Schwefteru. voltst. Preislagen. (68358 i Beobachlillig der Suhöberlastoug im May-Splegel-Apparat. Fachkundige, iuüi- oiduelle Anwendung — auch nach örzMcher Werkmöbeln der Wirtschastszentrale für das westdeutsche Handwerk Otto Männche und Frau Ottilie geb. (Bering Möbel aller Art llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll auf Teilzahlung llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll auch kommen mag. Rur den Vater. Hermann, den Vater, den muht du mir hüten. Und wenn ich jetzt hier etwas tue. was ihn mir zum Feind macht, dann bist du noch da. Und du wirst ihn liebhaben und wirst zugleich auch mich verstehen." „Hanns, was ist? Ich hab' schon lange gemerkt, daß 'der Vater etwas in sich hinein- friht. Was willst du tun, Hanns? Sag's mir, mir allein sag's!" Da neigte sich der Ingenieur zu dem Kna- Ben, und es war wie ein großes Geheimnis, das er ihm ins Ohr raunte: „Ich will den Lauffen sprengen und ein Kraftwerk bauen am Rhein." „Den Lauffen sprengen!" schrie der Knabe mit tonloser, in bet Kehle ersterbender Stimme, und Hanns spürte, wie ihn ein wilder Schauer rüttelte. Cs war etwas so älnfahlicheS für den Fischerjungen wie der Einsturz des Himmels. Der Tod der Mutter war dagegen ein natürliches und fahliches Erlebnis. Den Lauffen sprengen, das hieße das Feste, das Bleibende, Unveränderliche stürzen, die Welt aus den Fugen reihen! Aber ging's denn auch? Konnte man den Lauffen sprengen? „Ia, den Lauffen sprengen, glatte Wasser- Bahn schaffen und Bauen, Hermann! Tas ganze Tal hin und Bis weit in den Schwarzwald hinein. Bis Freiburg, Bis in die Schweiz und ins Elsah den elektrischen Strom spannen, dah der Rhein Licht und Kraft ins ganze Land schickt!" Aber darauf hörte der KnaBe nicht. „Den Lauffen sprengen! Ich will dabei sein, Hanns, wenn du den Lauffen sprengst!" In leidenschaftlicher Spannung stieß er die Worte hervor. Lächelnd strich ihm HannS über daS rote Haar. Ein später Gast verlieh die WirtsstuBe der „Post" und kam mit schweren Schritten die Gasse herab. Hanns zog den Vruder in ben Giebelschatten. Plötzlich erkannte er den Heimkehrenden am Gang. „Der Vater!" (Fortsetzung folgt) rW Vullenverkaus. Ein abgängiger, fetter Vogelsberger Dulle soll durch schriftliches Angebot pro Zentner Lebendgewicht verkauft werden. Angebote sind bis zum 16. d. M.» nachmittags 7 Uhr, bet unterzeichneter Stelle, wo die Bedingungen bekanntgegeben werden, einzureichen. Leihgestern, den 10. September 1925. Bürgermeisterei: Heh. 8473V im Freien! Für gute Speisen und Getränke ist die fünfundachtzig Kubikmeter mit einem Wal auS dem Pah berauSgesdrengt wurden? Oder am Ende der AiagarafaU, der zchnmal so hoch ist wie der Rheinfall und zehn Meilen wett brüllt?" a HannS blieb stehen, schlug ihm die Hand auf die Schultern, und halb zu Ruch gewendet, erwiderte er mit vibrierender (Stimme: „Das Schönste auf der Welt ist. wenn es ums Ganze geht! Wenn das Hochwasser kommt und du weiht, das jetzt das Werk hält oder bricht. Und weiht ganz genau, daß es nicht bricht. Das Schaffen, das Allesdransetzen, das ist das Schönste, Hermann." Der Knabe tat einen tiefen Atemzug und schwenkte in trunkenem Iugendmut den groh- köpfigen Rheinhecht im Kreise, daß silberne Blitze von ihm wegstoben. „Ia, das ist das Allerschönste!" bestätigte er voll Inbrunst und drängte sich plötzlich in aus- brechender Liebe an den großen Bruder. Ruch schwieg. Da fragte Hanns Ingold herausfordernd: „Und was sagen Sie dazu. Fräulein Ruth?" Einen Augenblick zögerte sie, dann hob sie die Augen und entgegnete mit einem abweisenden Ton: „Ich? Richts. Ich bin kein Mann. „Dann sagen Sie, was Sie für das Schönste : dod Donaersiao, öen 10. September, bis Samstag, ben 12. September, 5uDinalor-9rt6opiiöie-OOeri(l)wef(8r 3ngt non Der Srontfurter 3entrole zur (oftenlofen llnter- fmfrnng öet 5ü6e onroefenO. 84?6a halten." Wieder schwieg sie eine Weile, atmete tief und schaute über den Strom. Einen Augenblick fiel alles Herbe von chr, und plötzlich sagte sie: einen anderen schweigend weitergehen. Reben chm murmelte der Knabe, als mühte er den Bruder beschwichtigen: „Laß sie, Hanns, sie ist ja nur ein Mädchen." Es schlug zehn Uhr, der Rachtzug kam als Lichterkette oben am dunkeln Waldrand gefahren, und in den Gassen war es schon still und leer geworden. Ioseph Hotz, der Gärtner der Kuranstalt St. Ioseph, sah vor „der alten Post" auf der Für Herbst und Winter neue elegante Herren - Ultter, Schlüvker, Gabardinmäntel. 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Stock (Eingang Ecke BolkSbad) Kein Laden! Kein Laden! 1 Treppe! 07442 Don verlangender Leidenschaft gepadt starrte HannS auf den ziehenden Kahn, brs er an der Biegung verschwand. Run lag er wie ein Räuber im Dusch und wartete. Die Lände war Wetter oberhalb am Altwasser, wo die Strömung noch nicht vom Lauffen angezogen wurde. Sie muhten an ihm vorbeikommen. Rach einer Stunde hörte er ihre Stimmen, Hermann sprach, und Ruth lachte. Da ging er ihnen entgegen. Sie verstummten, als sie seine Gestalt wahrnahmen. Er gab sich zu erkennen und sah, wie Ruth stutzte. Dann kam sie langsam näher, das Gesicht vom Mond weiß gebleicht, barhaupt, mit erkünstelter Fassung zu Hermann sprechend, als wäre nichts geschehen. Der Knabe trug einen armlangen Hecht an den Kiemen, der glänzte wie ein breites, silbernes Schwert in der weihen Rächt. Trotzig blickte er auf den Bruder. Stockend war die Begrüßung, und eine Weile gingen sie wortkarg nebeneinander. Bis Hanns in eine fieberhafte Lebendigkeit fiel. Erinnerungen und Erlebnisse waren mit einem Schlag in ihm erwacht, die zum Mund drängten. Und er begann zu erzählen von dem Bau des Staudammes bei Assuan und der versinkenden Tempelinsel im Ril, den goldroten und tyiolenblauen Dämmerungen und den strahlenden Tagen Aegyptens, erzählte von den braunen ^Fluten des Mississippi und dem Kampf mit den Zyklonen und merkte selbst nicht, wie alles Glanz und Farbe gewann, weil Ruth neben ihm ging. Sie hörte schweigend auf seine ungestüme Rede. Hermann aber fuhr mit lebhaften Fragen dazwischen, hatte Scheu und Trotz verloren und vergaß alles über Fragen und Berichten. „Lind was war das Schönste von allem? Die Pyramiden und die Palmen und die Tempel mit den Königsbildern oder wie üjr die große Mine am Mississippi angezündet habt und marinierte Heringe (eigener Marinade) empfiehlt 8465c J. M. Schulhof, 4 Marktstraße 4, Telephon 119. »efetttgt Herr Dr. med. <5. in 2. hat mit Arrda-Srise bet unreinem Ze Int prächtige Gr folge erzielt. Der St. M. —.68, BWo verstärkt M. 1.— Zur Nachbehandlung ist Herba-Creme befonberl zu empfehlen. Zu haben tn allen Apotheken, Drogerien und Parfümerie» Ass. Mel- unö MWM-Meln 1914, (Sieben Sonntag, den 13. September 1925: Mhrung von Polizei- nnd Setmlzhundeu Vormittags 71/, Llhr: Beginn der Spurenarbeit auf dem Hinteren Trieb. Nachmittags 21/-, Uhr: Beginn der Gehorsams-, Gewandtheitsübungen und Mannarbeit im Philosophenwald. MenbS 71/, Uhr: Bekanntgabe des PrüfungsergebnifseS im Restaurant Philosophenwald. Lürbank und wartete auf das Fräulein. Er war Gärtner, Dadmeister und Masseur in einer Person und erschien auch zuweilen am Bahnhof, um Fremde obzuholen. Hermann übergab ihm den Fisch. Gepreßt klang der Gutenachtgruß, mit dem rns sich von Ruth verabschiedete. Er blickte nach, wie sie mit dem alten Hotz, der den Fisch als Gegengewicht zu einem Postpaket über den Rücken gehängt hatte, die Gasse hinaufstieg und verschwand. „Hanns!" „Ia, was gibt'S!" Er schreckte auf und fuhr leise fort: „Ah, du bist noch da!" -Dann legte er den Arm um Hermanns Racken und drückte ihn fest an sich. „Du, Hanns, ich will auch so ins Freie wachsen wie du. Ich will auch wissen, was das Allerschönste ist." Das weihe Mondlicht, das über den Giebeldächern stand, entfärbte das Gesicht Hermann Ingolds, und Hanns sah den leidenschaftlich gespannten Ausdruck seiner feinen Züge sich seltsam durchgeistigen. Das war nickt mehr der sommersprossige magere Knabe mit den großen roten Händen und dem unsicher zielenden Blick, eine Flamme war in ihm lebendig geworden und erleuchtete ihn von Innen heraus, verklärte sein Gesicht und ans seinen dunkel umschatteten Augen. Da überkam es Hanns Ingold wie ein Vorgefühl kommenden Unglücks. Er dachte daran, daß er heute mit seinem Vater zerfallen war, und den ranken Knaben fester an sich drückend, sagte er: „Das sollst du, Hermann! Ich steh' dir dafür mit allem, was ich vermag." „älnd wenn die ganze Welt gegen uns ist, wir zwei wisien, was das Allerschönste ist, gelt, Hanns!" Herrlich reckte sich das weihe Gesicht mit dem zuckenden Mund und den entrückten Augen aus der dämmernden Rächt, und grobknochige Fäuste umkrampften schmerzhaft den Hals des Hanns, der den Arm noch fester um den hageren Knabenleib schlang und sich von dem Schicksal loszukaufen gedachte, indem er sagte: „Ia, und wir zwei halten zusammen. Was Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein», Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Gießen:: Lindenplatz 1 DolksMIe Samstag, den 12. September, abends 7.30 Uhr (fienetnl wk Nachdem 84810 MWOUMIftMItt Arbeitsvergebung. Auf Grund der ministeriellen Bestimmungen über die Vergebung von Bau- arbeiten sollen die bei dem Deamten- MiethanS 9 in Giehen, Banblock Wilhelmstratze, vorkommenden Glaser-, Schreiner-, Treppen- und Anschlagear- beitcn, sowie die Ofen- und Herdlieferung in öffentlichem Wettbewerb vergeben werden. > Die Bedingungen und Zeichnungen liegen vom Montag, dem 14. September ab. auf unserer Zweigstelle im Physikalischen Institut zur Einsicht offen. Die Angebotsvordrucke werden dort, solange der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die Angebote sind verschloßen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postftei, bis Montag, den 21. September 1925, vormittag« 11 Ahr, dem Eröffnungs- termin, Bei vorgenannter Zweigstelle aB» zugeBen. Die Eröffnung erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bieter. Zu- schlagssrist 14 Tage. Giehen, den 10. SeptemBer 1925. Hessisches Hochbauamt Giehen. Derth. 8478c II. Haupt-Versammlung der MWltt-MWIIM für das Gewerbe für Fahrräder, Motorfahrzeuge, Nah- und Schreibmaschinen Giehen-Stadt und -Land am Montag, 14. September, vormittags 9 Uhr, im „Bayerischen Hof" (Gaub), Bahnhofstraße Tagesordnung: 1. Statuten-Deränderung § 4 und 20. 2. Verschiedenes. g. Vortrag des Herrn Direktors Schüttler von der Handwerkskammer Darmstadt. 848od Der Vorstand. Bei Nichterscheinen tritt § 22 in Kraft._______ »m WW Ihr Vnrtfiill WWMW"" ¥U,1CIL Damenfrisieren Scham punieren elektr. Massage Maniküre 8lMD empfiehlt HansGötz Herren- und OamenlriseurgeschäH Asterweg 1 Jm öet Sirnio Stillos W «Bern tßofl sich glichen! St r O Lh rrdg s« »urückse? SS; äS stürme"^ w Mr der ? |*r *" wundern, wen politischen 81 für Stück lörper h kleine Äeutt sich Vie die ® intellektuelle stellen, dav t sondern von blutsverwani mit ihrem skrupellose , stündlich ers( deutsch und Weiten ar sprechungen wehrt, wird kaum gedore glaubt aus i rüÄarer % dürfen. Atollen Mto* iu juridischer Ar ermattet in biete als ir Grenzen' stammtes schen Bewoh wenn sie i Menschl'chkei nen läßt. Die Gübtirol, in biefem ung erschütternden, Mütter Sübtii „Weltgewissen Seufzer der > ousgetriebene stch fa nicht um Deutsche anderen Sti Land jw einer 60 K nahe es 6 muß gefügt verröcheln, ii ousjuft römen Nergwelt. hi Jahren ein ' einer der M nach Denedi kampfes gen Lch will Dörfer schj, Grenzstation beginnt. Ein feuer, kann Grenzen. M ße können e- BroFen an gröber des i schuld als l ^Cmpfint Der deutsc Nm $ Miloni) b( JJ erobern । S" M k Ä Wr E'ner tzZ ^tairtfdv N'sÄ SÄ' * SM'- Sen. Un| im Zx Ui» -in & * Siebener Anzeiger (General-Anzeiger sürGberhefien) Nr. 2(2 Zweiter Blatt dürfen. un> unf- zur Demokratie genommen und versucht. In Bagdad ein Parlament zu schaffen. Bei einer Be- völlerungSzahl von etwa 3 Millionen Umwohnern stellte sich Davei die übcrrafdicnbc Zahl non g Millionen Wählern heraus, wenn man den von den Scheichen angegebenen Aal) en der Wahlberechtigten Glauben schenken wollte. Man hat daraufhin die Wahlen norläufig verschoben. Wirtschaftlich ist die Lage Me'opotamienS reich und namentlich für den technischen Sachverständigen interessant ist ferner die Ausstellung der Deutschen Reichspost, die die vollständige Einrichtung einer Sendestation vorführt: den durch große Glasscheiben zu betrachtenden Aufnahme- raum, in dem die Künstler spielen, singen oder sprechen, daneben den Derstärkerraum, den Bat- terie- und Maschinenraum. Im ganzen: eine überzeugende Probe deutschen Könnens und der Nachweis, daß der Rundlunk in Deutschland nicht nachhinkt, sondern marschiert. Die preußische Derwaltungsresorm. Eine Denkschrift Minister Severings. 3m Preußischen LandtagLa usschuß für die Städteordnung kam eine Denkschrift deS Innenministers Severing über die geplante Derwaltungsreform zur Verlesung, in der es u. a heißt: „3m Verhältnis vorn Reich zu den Ländern (Preußen) ist zur Verringerung von Dopprl- arbeiten eine klare Scheidung der Zuständigkeit anzustreben. Rach dem § 42 der 3. Steuernotverordnung sollen die Aufgaben der Englands Sorgen in Mesopotamien. Don unserem K-Korrespondenten. Konstantinopel. Anfang September. Der in Genf überreichte Bericht der Wossul- kvmmifsion ist mit so großer Sorgfalt ausgearbeitet worden, mit so zahlreichen Karten und ausführlichem Tatsachenmaterial angehäuft, daß man eher von einem wissenschaftlichen Werke sprechen kann. Offenbar hat man sich nicht einer zweiten geographischen Blamage ausseyen wollen, wie in Oberschlesien. Aber in zu peinlicher Weise werden Für und Wider abgewogen, Rücksichten nach allen Seiten genommen und dadurch nur angestoßen — das geringe wirtschaftliche Material konnte in sicherer Weise, wie offen Italien ist stolz daraus, die „Mutter des ......* ' " echt Den wissenschaftlich-technischen Teil der Funk- ausstellung bestreiten die großen Organisationen, denen die Zusammenstellung und Ausführung des Sendeprogramms obliegt, in erster Linie die F stunde-A.-G., die eine genaue Kopie ihrer Senderäumlichkeiten mit allen Apparaten in natürlicher Größe zeigt und ihren gesamten abendlichen Sendebetrieb in die Ausstellungshalle verlegt hat. Lehr- Donnerstag, (0. September (925 offenbar im Zuge unserer unruhigen Zeit. Frei nach Busch: „Ich, und mein Radio sind immer beisammen!" Der Reisende braucht sich unterwegs den gewohnten Genuß des Radioprogramms nicht entgehen zu lassen, wenn er den Funk-Koffer mitnimmt, der in verschiedenen Ausführungen aus der Ausstellung vertreten ist. Oder der Liebhaber des Wassersports kann behaglich im Paddelboot mit dem neuesten Apparat ohne jede Antenne und Erdung „hören". Was aber der moderne Funkamateur alles braucht, wenn er das tägliche Programm der verschiedenen Sender ausgiebig genießen und nichts auslassen will, glaubt der Laie einfach nicht. Unbedingt notwendig ist dafür z. B. der „Radio- Wächter, der an alles erinnert". Er ist nicht etwa ein gewöhnlicher Wecker, sondern eine ganz neuartige Uhr, die durch zweimaligen kurzen Alarm am Radioapparat zu jeder Darbietung ruft, die man hören möchte. Das Alarmwerk wird durch Einsteckung von Stöpseln in die gewünschten Zeitlöcher eingestellt, und gleichzeitig sind 144 Einstel- lungen am Tage möglich. Armer Radiofreund! Verwelschendes Land. Don unserem k-Korrefpvndenten. Rom, 5. Sept. 1925. Dölkerverschiebungeii hat eS schon immer gegeben und niemand wird es im Ernste beklagen, Venn eine höherstehende Ralfe Bodrn gewinnt tnbän sie sich auf natürlichem Wege, umbllbend und erziehend, auf kulturelles Flachland vor- schiebt. Seit dem Triumphe des Rechts und der Gerechtigkeit aber, seit der Versailler Anbetung der brutalen Bajonettgewalt, feit der Einsegnung ab hoc entstandener Raubstaaten durch den Völkerbund. seither dürfen, um mit Wilson zu reden. Völker verschoben »erben tote vchachfi guten. Richt mehr natürliche Lieber- legenheit entscheidet, sondern irgendeine Konferenz der Feuernrächt igeren. Daß in einem solchen Zett- alter oder sagen wir optimistischer: wahrend einer solchen Epoche der deutsche Gedanke »urückgedrängt wird, geistig tote räumlich kann nicht wundernehmen, denn er ist schon seit' Jahrhunderten nicht mehr aggresstv. sondern höchstens abwehrend. In Goethe bereits fand diese Zurückhaltung ihren sinnfälligen Ausdruck, ein Beethoven schuf in den Zeiten passiver Resistenz seine Sroica als Huldigung an den vor- frürmenben napoleonischen Geist. 3m rheinischen Dulden ohne zu flogen hat die deutsche Pallion vielleicht ihren Höhepunkt oder, wenn man will. Hre furchtbarste Tiefe erreicht. Rur der zeitgenössische Deutsche kann sich aus seiner absonderlichen Weltanschauung heraus wundern, wenn seine Rachbarn diesen seinen unpolitischen Seelenzustand ausnühen. um S t ück für Stück auS dem deutschen Dolks- Ibrper herauszureihen. Wenn selbst kleine Reutrale dabei mitmachen, nehmend oder sich schenken lassend, wie die Dänen, weichend Vie die Deutschschweizer, die in ihrer intellektuellen Oberschicht mit Befriedigung fest- ftdien, daß die Schweiz jetzt nicht mehr von Bern, sondern von Geneve aus regiert wird, und den blutsverwandten Tirolern den Rat geben, sich mit ihrem Schicksal abzufinden, so muß das skrupellose Zugreifen der Großen so selbstverständlich erscheinen wie ein Menageriebild. Es ist deutsch und töricht, gegenüber solchen Ratür- tle&f eiten auf papierene Abkommen und Der- fprechungen zu pochen. Wer sich nicht selbst wehrt, wird gefressen, das fühlt instinktiv jedes kaum geborene Wesen, nur der Pazifismus, glaubt aus der pathetischen Ableugnung unver- rückbarer Raturgesehe ein Geschäft machen zu bedeutend gebessert worden. Mer Die eigentliche Bevölkerung hat davon nur wenig Vorteile unß eS wiederholt sich hier ähnliche- wie in Aegvpten. Baumwolle und Petroleum find hier die Schlagworte. Doch bei dem gefährlichen Mißtrauen der Bevölkerung ist es schwer, großzügige Bewässerungsanlagen zu schaffen und Baumwolle läßt sich im Großen nur anbauen, wenn man willige Unterstützung der Bevölkerung findet. Auch in der Petroleurnsrage ist eine Enttäuschung Londons unverkennbar. Mit dem von Lord Eurzon erstrebten Petrvleummonopol ist es nichts geworden. Der vor einigen Monaten abgeschlossene Vertrag der Turkish Petrol Eomp sichert für England nur 50 Prozent der Vorkommen. Es fehlt daher nicht an Stimmen, N darauf Hinweisen, daß England mit seine» Trup- pen und seinem Gelde nur die Interessen der amerikanischen und französischen Petroieumkonkur» r*ntcn schütze. Der englische Luftfahrtminister Sir Samuel Heare stellte bei seinem Besuche in diesem Frühjahre in Bagdad fest, daß sich die Kosten der Besatzung in diesem Jahre aut über 4 Millionen Pfund (80 Millionen Mark) belaufen werden, falls keine Zwischenfälle erfolgen. Der Hauptzweck feiner Reise war, sich zusammen mit dem Kolonialsekretär Olmert) über die Frage einer Räumung zu unterrichten Eine solche war bei der Unrentabilität des Gebietes ernstlich ins Qluge gefaßt und schon 1923 im Mai hatte Baldwin angekündigt, daß spätestens am 7. August 1928 vertragsgemäß die Räumung erfolgen werde und Mesopotamien als selbständige Ration gelten und in den Völkerbund ausgenommen werde. Um so erstaunlicher erscheint das zähe Fest halten Englands an der Mossulsrage und jetzt der Versuch, sich für ein weiteres Vierteljahr hundert im Irak festzusetzen. Cs scheint nicht an ernsten Sorgen für England im nahen Ork. i zu fehlen. Die Mißerfolge seiner Araberpolitil dazu die unsichere Lage in Aegypten, das Erstarken der Türkei und die Betonung der französisch-türkischen Freundschaft, vor allem jedoch das russische Gespenst mit feinen großen Gefahren für die persisch-englischen Petroleum- Interessen und die Land- und Luftverbindung nach Indien. Petroleum und Indien sind die Angelpunkte der englischen Orientpolitik, daher kürzlich Verstärtung der englifcQtn Truppen in Suez, die endgültige Besitzergreifung Cyperns im Mai und jetzt die erstrebte Festsetzung auf unabsehbare Zeit in Bagdad. Wenngleich der Bericht,der Mossulkommission gefühlsgemäh für Die Türkei spricht, so wird die Regelung der Frage auf der Völkerbundssitzung in Genf doch eine rein diplomatische werden, der gesamte Fragenkomplex der europäischen Polilll — vor allem der Sicherheitspakt! — dürfte mit hineinspielen, denn die Mitglieder Frankreich. Belgien, Tscheche! und Polen werden im günstigen oder ungünstigen Sinne für England zu entscheiden haben. Cs fehlt nicht an Stimmen, die eine neue Vertagung der Mossulsrage prophezeien. Für den Völkerbund würde das kein Ruhmesblatt sein, aber er hat ohnedies nodi keins zu verzeichnen. Für den Frieden im nahen Orient würde darin eine ernste Gefahr zu erblicken fein, denn die Türkei ist bereit, ihr gutes Recht bis zum Aeußersten durchzu- kämpfen, trotz aller Einschüchterungsversuche Englands, das in diesen Tagen zwei Panzerkreuzer zum schwarzen Meer entsandte und seine Mittelmeerflotte in Saloniki ankern läßt. Empfänger, mit Dem man die einheimischen oder nächstgelegenen Sendestationen hören kann, liegt schon um 10 Mark herum, und für 40 bis 60 Mark sind bereits Einlampenapparate zu haben, die einen guten Empfang der meisten europäischen Stationen ermöglichen. Mag bei dieser Preispolitik zu einem nicht geringen Teil auch die nicht ganz freiwillige Rücksicht auf die allgemeine Wirtschaitslage und Geldknappheit mitfpielen, fo bekundet sie andererseits doch das Bestreben, auf dem Radiogebiet „jedem das Seine" zu bieten und weite Dolkskreife an den vielseitigen Bildungsmöglichkeiten des Rundfunks teilnehmen zu lassen. • Reben diesem beachtenswerten Fortschritt in so- zialer Richtung steht mindestens gleichbedeutend die Vervollkommnung der Technik. Eine große Reihe von Reuerunaen und Verbesterungen zeugen davon, daß die deutsche Radioindustrie nicht auf alten Lorbeeren ausruht. Die anfängliche Kompliziertheit der Empfangsanlage ist überwun- den: Vereinfachungen auf der ganzen Linie! Man staunt zuweil^i, mit wie geringen Hilfsmitteln man heute schon „hören" kann. Auch der Mechanismus der Abstimmung der Wellenlänge ist fast überall erleichtert und bietet die Gewähr Dafür, daß man die Darbietungen der verschiedenen Stationen in kürzester Zeit finden und festhalten kann. Besonders auffällig sind die Fortschritte auf dem Gebiete des Lautsprechers. Die problematische Trichterform, die durch ihr Mitschwingen häufig zur Klangverzerrung beitrug, scheint auf dem Aussterbeetat zu stehen. Dafür findet man immer neue trichterlose Formen, die, in edlen Holzarten wie Mahagoni, Nußbaum, Kirsche oder Birke ausge- führt, dem eleganten Heim geradezu zur Zierde gereichen und zugleich auch eine überraschende Verbesserung und Verfeinerung der Klangwirkung dar- stellen. „Der Ton kommt entmaterialisiert heraus, der Ton kommt überhaupt nicht irgendwo heraus, sondern er ist da, ganz frei schwebt er“, heißt es an einer Ausstellungskoje in originellem Radiodeutfch. zugestanden wird, nur aus den deutschen Äon» sulalsberichten des früheren Wilajets Mosful gewonnen werden. Kurz man ist nach Kenntnisnahme des umfangreichen Berichts so klug als zuvor. Praktische Vorschläge werden kaum angedeutet und haben beiderseits, nur große Entrüstung hervorgerufen. London tut das alles in traditionell uneigennütziger Weife nur zugunsten des Königreiches Irak, dessen Mandat ihm vom Völkerbund auf» gebürdet worden ist. Dor allem ein Punkt des Mofsulberichts ist von größtem Interesse, in dem angeraten wird, das strittige Gebiet zu Irak zu schlagen, wenn das Mandat Englands um 25 Jahre verlängert wird. Die Blinddarm» en.tzündung des Königs Fei<^al von Bagdad, die den englischen Schützling nötigte, ausgerechnet in diesen kritischen Wochen die Reise nach London anzutreten, gewinnt in diesem Zusammenhänge eine besondere Bedeutung. Doch ganz abgesehen von Den internationalen Schwierigkeiten, die einer England sehr gelegen kommenden Verlängerung des Mandates entgegenstehen, dürste Regierung und Volk in Bagdad ihrem König, falls er für ein weiteres Vierteljahrhundert goldene Fesseln auf sich nimmt, keinen angenehmen Empfang bereiten und sein ohnedies nicht so sicherer Thron ins Wanken geraten. Die Enttäuschung der Araberwelt ist allgemein. Durch vage Versprechungen hatten sich die Araber verleiten lassen, sich mehr ober_ weniger aktiv gegen die durchaus unbeliebte türkische Herrschaft aufzulehnen und sie haben auch den deutschen Truppen im Kriege viel zu schaffen gemacht. Doch anstatt der ersehnten Freiheit ist ihnen trotz Wilsonscher Punkte ein weit schwereres Joch in Der englischen Herrschaft aufgezwungen worden. Mit Waffengewalt und an geeigneter Stelle mit Gold wird die englische Mandatsherrfchast aufrechterhalten. Rur zu gut ist dem Engländer bekannt, wie sehr er im nahen Orient verhaßt ist und es fehlt nicht an offenen englischen Urteilen, aus denen nur herausge- griffen sei, was Oberst Lawrence, der aus seiner antitürkischen (und antideutschen) Propagandatätigkeit während des Krieges mit der Lage im Orient aufs beste Vertraut ist, schreibt: ..Unsere Herrschaft (im Irak) ist schlimmer als das alte System der Türken, die sich damit begnügten, jährlich 14000 Soldaten im Lande zu halten und jährlich durchschnittlich 200 Araber töteten, um den Frieden aufrechtzuerhalten. Wir (Engländer!), wir unterhalten hier ein Heer von 90 000 Mann mit Bombenflugzeugen und Tanks, mit Kanonenbooten und Panzerautos und wir haben ungefähr 10 000 Araber allein anläßlich des Aufstandes im letzten Sommer (1921) getötet.“ Inzwischen hat es in jedem Jahre nicht an kleineren Aufständen gefehlt und um die englischen Soldaten zu schonen, ist man dazu übergegangen, unter Leitung englischer Offiziere Truppenkörper aus Den christlichen Assyrern zu bilden, Die ein vorzügliches (SolDatenmaterial liefern und gegen Die islamische Bevölkerung gut zu verwenDen sinD. In Den Grenzgebieten zur Türkei und vor allem in Der vom Völker^ bund festgelegten neutralen Zone hat man entgegen allen Abmachungen Die christlichen Resto- riancr angefieDelt, Die mit modernsten Waffen versehen (unter englischer Leitung) des öfteren, sowie auch in Der letzten Woche, größere Einfälle in türkisches Gebiet unternehmen. Dieser verwerfliche Versuch im Interesse englischer Politik christliche Volksstämme aufzuspielen, wirb sich leicht bitter rächen können, es ist dasselbe frivole Spiel, das Dem armenischen Volke so großes Unglück gebracht hat. Um Die großen Schwierigkeiten zu beheben, hat EngkanD im Frühjahr seine Zuflucht sogar geben, einem ihrem ebenso feurigen wie naiven Temperament entsprechenden Ausdruck. „Dir können den Leuten, die sich über das Alto Adige beflogen, feinen besseren Rat geben," so antwortete dieser läge Mussolinis „Popolo d'Italia" nach Berlin hinauf, „als den: kommt und holt es e u ch!" Schon von weitem haut dem aus Italien Kommenden ein Denkmal in die Augen: Da bin ich^ da bleibe ich! Ein direkt auf die DrenAsels- nase gestellter Soldat, überlebensgroß, mit unnachahmlicher Schildwachenposc. 3m übrigen Siebziger Stil, wie alle italienischen Kriegsdenkmäler. Am Bahnhof das üblich: Gewimmel von Utilitär, Carabinieri, Faschisten Die ersteren sind stolz, die mittleren dekorativ, die letzteren liebenswürdig und hilfsbereit. Wer sich über etwas zu benagen hat. braucht sich nur an die faschistische BahnhosSwache zu halten, die macht gleich Dampf auf. Aber schließlich sieht die Grenzstation Tarvis. Verzeihung. Tarvisio. wie irgendein anderer italienischer Bahnhof aus. gehen wir also in die .Stadt". Tarvisio-Cittä liegt nämlich eine halbe Stunde landeinwärts, heißt das. gegen 3tallen zu. Wer an der Grenze übernachten will oder muß. tut gut. gleich bis „6ittä“ zu fahren, sofern der Zug dort hält. Manchmal tut er d. manchmal nicht. Der Bahnhof hier ist nicht nur äußerlich italienisch (die Verwe'.schung fetzt immer mit der Berpslasterung Der Bahnhofsgebäude mit unsagbaren Blechplakaten ein), sondern auch innen: ungepflegte Fußböden, während man auf den österreichischen essen könnte, zerbrochene Fenster. DaS Licht brennt am Hellen Tage, die Türen stehen offen, kein Beamter ist zu erblicken. Aber sieh da. sieh Da. Timotheus: ein österreichischer Fahrplan Der Bundesbahnen. Und auf diesem deutschen Fahrplan sind Die Stationsnamen — italienisch angegeben unD nur ganz schüchtern, klein und eingeklammert Darunter so, wie sie seit älrväterzeiten heißen. Das ist echt deutsch. Wende man nichts von „internationalen Gepflogenheiten“ ein, denn Die Italiener selber verwenden in ihren amtlichen Kursbüchern nur d i e deutschenRamen — wo es sich um von Serbien annektiertes ©ebiet handelt. Der Italiener also schreibt beispielsweise St. Innichen. der Oesterreicher seht dafür etwas Serbisches hin! Sinnend schlendert man die „Stadt“ hinauf. Herr Türhandl hat keine Bäckerei mehr, sondern eine Pasticceria. der Wastl keine Wagnerei, sondern einen Carrozzaio. Man begegnet buchstäblich mehr feldgrünen Soldaten als Einheimischen, Die sich seltsam zwiespältig in Den gemütlichen Gallen mit Den kolossalen Ramen ausnehmen. Mit jenem feinen Takt. Den man Den Romanen nachrühmt, wurden alle nach Italiens großen Siegen über die verduzten Oesterreicher umgetauft: Piave, 4. Rovember usw. ilnb Corso Vittorio Emanuele nicht zu vergessen. 3m Sommerfrischendörfchen Tarvis. ES ist Sonntag, wüstes Gejohle dröhnt aus zahlreichen, zu Offerten umgewandelten Dauern- Ruben. Ueberafi nistet sich das Welsche ein wie HauSschwamm. das Lockere, älnordentliche, das Sichgehenlassen. Warum die Straße spritzen, es geht ja auch so! Furchtbar rasch gewöhnen sich Die rechtmäßigen Besitzer an dieses ..Es gebt auch so“. Warum auch nicht. wird ihnen doch jeder eigene Gedanke ausgebrannt wie eine Schkarrgenbißwunde. Die Kinder und die alten Leute kann man nicht anschauen, ohne daß einem das Wasser in die Augen kommt. Man hat leicht sagen .jetzt müßten die Deutschen erst recht ins verwellchende Land, aber dazu braucht es entweder frischfröhliche lleberfceaugen, Die über alles hinwegschauen können, oder steinharle Herzen. Wer eine deutsche Seele im Leib hat. kann hier seines Lebens nicht froh werben. Ein einziger Tag schon lastet wie ein Alb. Verloren, verloren. Und wer politisch fühlt, den würgt Der Anblick der Eiseiübahn. Seit Jahr und Tag ist der Bahnhof, wie der am Brenner, verstopft mit Holz und Kohlen. Zug auf Zug wandert der dcmtsche Wald nach Italien hinein. Alles gratis. Das ist der „Friede um jeden Preis“. An einem Hause mit aufgezwungenem Welsch hängt ein winziges Vogelbauer mit einer Amsel Darin, Die sich nur zwängend mndrehen kann. Mit einem Blick ohnegleichen schaut sie durchs Gitter hinauf ins freie, lichte Blau. Aber erbarmungslos wie die Sterne im gefühllosen Raum stehen die Berge da, starr, unberührt. rein und groß. Rur in ihrer Unvergänglichkeit liegt Der Vergänglichen Trost. Als neuartiges Kuriosum sei ein Lautsprecher erwähnt, der die Form einer Lyra „nach historisch-künstlerischen Entwürfen" besitzt, angeblich „den edlen Eremoneser Ton erreicht und, gleich einem Bildwerk an der Wand hängend, verwendet werden kann." (Eine Erfindung, die in kultureller Beziehung etwas mit dem neuen Radioapparat in Form eines — Aschenbechers verwandt zu sein scheint . . .) Im übrigen kommt die Verwendung edler Hölzer namentlich in hellen Tönungen außer bei den Lautsprechern auch bei den Aufnahmeapparaten selbst immer häufiger vor, so daß schon der bloße Anblick so einer gut gearbeiteten Empfangs- anlage ein ästhetischer Genuß sein kann. Ueberhaupt sind nicht zuletzt auf dem Gebiete der Luxusapparate ebenfalls Fortschritte zu verzeichnen, die zwar einstweilen ihrer Kostspieligkeit wegen nicht dem gewöhnlichen Sterblichen zu- gute kommen, aber doch der Oualitäts- und Präzisionsarbeit dieser unserer jüngsten deutschen Indu- strie das beste Zeugnis ausstellen. Als Beispiel möge eine Empsängeranordnung hervorgeboben werden, die von der herftellenden Fabrik selbstbewußt als „Radioapparat der Zukunft" bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um einen Achtröhrenempfänger in der Form eines künstlerisch und vornehm wirkenden Schrankes mit eingebauter Rah- menantenne, Lautsprecher und Batterien. Es kommen hier also keine Antenne, kein Erdanschluß und keine Kopfhörer mehr in Frage: der alles umfas- sende Schrank ist überall ohne weiteres aufftellbar und stets betriebsfertig. Bei der Einstellung ärgert man sich über fein unharmonisches Pfeifen mehr, sondern hat sofort einen klaren Empfang und eine klangreiche Wiedergabe, die fast sämlliche europäischen Stationen umfaßt. In dieser Richtung könnte in der Tat die Zukunft des Radiowesens liegen — wenn hinter dem Fortschritt der Technik auch derjenige der Verbilligung nicht zurückbleibt'. Daß das System des tragbaren Apparates sich zunehmender Beliebtheit erfreut, liegt Der Fortschritt im deutschen Radiowesen. l Don M. Büttner. Der Siegeslauf der tönenden Wellen ist ohne Beispiel. Wer hätte geglaubt, daß sie auch das Deutschland der Nachkriegszeit so schnell und gninb- lich erobern würden, daß das deutsche Rundfunkwesen nach kaum zwei Jahren seines Bestehens fast schon eine Million Teilnehmer zählen wurde? Den Beweis dafür, daß die deutsche Technik und der deutsche Erfindergeist nicht geschlummert haben, daß Deutschland den während des Krieges gewon- nenen Vorsprung des Auslandes und namentlich Amerikas bereits eingeholt hat, liefert mit erfreulicher Eindringlichkeit die 2. Große Deutsche Funk- ausstellung, die am 4. September in Berlin eröffnet wurde. Sie zeigt die unermüdliche Arbeit einer Industrie, die innerhalb der deutschen Ge- samtwittschaft schon eine bedeutsame Rolle spielt und sich anscheinend die Parole gesetzt hat: Das Radio für alle! Die Ausstellung findet diesmal zu einem Zeitpunkt statt, der zugleich ein wichtiger Markstein für das ganze deutsche Radiowesen ist: Die bisherigen amtlichen Beschränkungen für den Selb st bau von Röhrenempfängern sind zum größten Teil gefallen, und Der Bastler kann sich somit wesentlich freier als früher betätigen. Unverkennbar steht die Ausstellung denn auch im Zeichen dieser begrüßenswerten Tatsache, was in einer vielfach nicht unerheblichen Der- billtgung zahlreicher Zubehörteile zum Aus- druck kommt. Aber auch die Preise für die Heineren und einfacheren gebrauchsfertigen Emp- fangsapparate haben offensichtlich bei den meisten Herstellerfirmen — und unter ihnen bemerkt man die geschmackvollen Stände unserer größten elek- ttotechnischen Werke — eine beträchtliche Senkung erfahren. Der Kostenpunkt für einen brauchbaren Rechtes" zu sein, und erklärt deshalb mit juridischer Auslegung die ihm durch Zufall und erwartet in den Schoß gefallenen deutschen Gebiete als innerhalb seiner „natürlichen Grenzen" liegend und mithin sein angestammtes Eigentum. Folglich sind die beut- schen Bewohner Eindringlinge, die froh sein müssen, wenn sie der Hausherr noch eine Zeitlang aus Menschlichkeit in der „P o r t i e r s k l a u s e" woh- nen läßt. Die Portiersklause, das ist das deutsche Südtirol, und jedermann weiß ja, wie es heute in diesem unglücklichen „Alto Adige" aussieht. Den erschütternden, letzten Aufschrei und Appell der Mütter Südtirols an die Kulturwelt hat das famose ..Weltgewisien" nicht gehört, ebensowenig wie die Seufzer der von fremden Herren aus ihrer Heimat ausgetriebenen „Optanten", denn hier handelt es sich ja nicht um arbeitslose Belgier, sondern bloß um Deutsche. Roch weniger hört man von dem anderen Stück Neu-Italiens, dem urdeutschen Land zwischen Tarvis und Pontasel, einer 60 Kilometer langen Bahnstrecke, denn, so nahe es dem deutschen Gefühl gehen mag, es muß gesagt werden: Dieses Land ist bereits im Verröcheln, im Begriffe, den letzten deutschen Hauch auszuströmen in die mitleidlose Ewigkeit der starren Lergwelt. Hier hat die Derwelschung in wenigen Jahren ein Meisterstück geleistet. Kaum daß noch einer der Millionen unvorbereiteter Deutschen, die nach Venedig strömen, des aussichtslosen Todes- kampfes gewahr wird. Ich will nicht die an Altitalien angrenzenden Dörfer schildern, nein, das nördlichste, die Grenzstation Tarvis, hinter der jetzt Oeftererich beginnt. Eine Mauer von Feuer und Eisen, Sperr- feuer, kann nicht schärfer trennen als moderne Grenzen. Diele finden das ganz in der Ordnung, sie können es gar nicht erwarten, ihre italienischen Brocken an den Mann zu bringen. Diese Totengräber des deutschen Gedankens trifft weit mehr Schuld als die Italiener, die doch schließlich nur dem Empfinden, Der Stärkere zu sein. Ausdruck ernster Bibelforscher, >e im Saale des Fürstenhofs einen Vortragsabend abhielt. Der Redner, ein Postbeamter Steinbach aus Frankfurt a. M., spr- zwei Stunden, entwickelte die Zahlengebäude ?cs Gründers Rüssel und ermüdete die Hörer durch Anführung einer Un» menge von nichtzusammenhängenden Bibelstellen. Sein Zweck war, darzulegen, daß noch in diesem Jahre 1925 der Untergang der Welt komme, die Toten auferstünden, zuletzt auch die Urväter Abraham, Isaak und Iakob. Die Art, wie diese Leute die Bibel benutzen, ist für jeden bibelgläubigen Menschen ärgerniserregend. Denn sie reihen die Stellen aus dem Zusammenhang, auf welche Weise man das tollste Zeug aus der Bibel beweisen kann. Die anwesenden Geistlichen wiesen den Unsinn und den Mißbrauch der Bibel als Wahrsagebuch gehörig zurück. Als der Vortragende sich rechtfertigen wollte, hatten die Hörer genug und verliehen den Saal. Da auch keine Bücher und Schriften gekauft worden waren, hatten die Abgesandten des Kaufmanns Rüssel sehr schlechte Geschäfte gemacht. !! Büdingen, 9. Sept. Am Sonntag wurden in unserem Kreise Beiaeordneten- wahlen vorgenommen. In Aulendiebach wurde bei sehr xuhigem Wahlverlauf der seitherige Beigeordnete, Bäckermeister Wilhelm Heck, einstimmig wiedergewählt. In Effolderbach waren der seitherige Beigeordnete Iakob Häuser und Robert Lenz aufgestellt. Häuser wurde mit 135 gegen 36 Stimmen, die auf Lenz entfielen, wiedergevxihlt. Auch in Bellmuth wurde der seitherige Beigeordnete August Scherer mit großer Stimmenmehrheit wieder in sein Amt berufen. Einstimmig wählte man in Dudenrod den alten Beigeordneten R a g el wieder. Ein besonders einträchtiges und friedliches Bild bei der Beigeordnetenwahl gab 'die Gemeinde Heegheim ab. Der alte langjährige Beigeordnete Landwirt Adolf Luther wurde mit 76 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Ein Wahlkampf um den Beigeordnetenposten, wie er noch nie stattgefunden haben dürfte, wurde in Babenhausen geführt. Gegen den seitherigen Beigeordneten Louis A l b r a n d war Landwirt Otto Wacker aufgestellt. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis: Albrand 105 Stimmen, Wacker 50 Stimmen Rach der Wahl fanden unter verschiedenen Gemeindeangehörigen heftige Streitigkeiten statt, die sogar noch zu Schlägereien ausarteten. Kreis Schotten. mm Schotten, 8. Sept. Aus den letzten Gemeinderatssihungen: Der Dau eines geräumigen Dierfamilienhauses, das in die Vogelsberger Straße zu, stehen kommt, wurde einstimmig beschlossen. Architekt von der Schmitt wurde mit der Bauleitung beauftragt. Das Haus wird in Bruchsteinmauerwerk. Hohlblocksteinen, mit Verputz errichtet, es soll bis Ende Rovember beziehbar sein. Inzwischen ist der Dau schon weit vorgeschritten. Die Kosten werden sich auf ca. 30 000 Mk. belaufen. — Der neue Bebauungsplan, den das Bauamt für das neu erschlossene Baugelände am Hohenwiesen weg und Über der P f a r r g a l l e entworfen hat, wurde genehmigt. Darnach ist eine neue Straße vom Post- häuschen nach der alten Frankfurter Straße und weiter über die neu angelegte Straße nach der Pfarrgalle vorgesehen. Für späterhin soll diese Straße noch weiter über den Markt nach dem städtischen Wasserreservoir durchgeführt werden. — Ein Teil der alten FrankfurterStrahe wird kanalisiert und mit Wasserleitung versehen, da zwei Baugesuche an der alten Straße vorliegen. Wegen Austausch der Pfarrgalle steht die Stadt mit der Kirche in Verhandlung. — Verschiedene Strecken in der Stadt werden mit Pflaster versehen. — Eine feldpolizeiliche Anordnung wurde vom Gemeinderat beschlossen, nach der in der Zeit zwischen 7 Uhr Wohlfahrtspflege, des Schul- und Dildungs- j wesens und ber Polizei den Ländern nach Maßgabe näherer reich-rechtlicher Vorschriften zur selbständigen Regelung überlassen werden. Die schleunige Durchführung dieses Programms ist mit allen Kräften anzustreben. Im Verhältnis vom Staat zur Selb st Verwaltung ist ebenfalls zunächst auf eine möglichst klare Scheidung der Zuständigkeiten hinzuarbeiten. Voraussetzung für eine Dezentralisation ist der m ö g - lichst leistungsfähige Selbstverwaltungskörper. Es ist deswegen bis zu dem bis zum 1. April 1927 vertagten endgültigen Ausgleich eine ausrei chende Fi nanzie- rung der Selbstverwaltungskörper anzustreben. Es wird zuerst der Kreis (Stadtkreis oder Landkreis) als geeigneter Unterbau für eine Dezentralisation in Betracht kommen. 3m Einzelfalle wird zu untersuchen sein, ob die für die Leistungsfähigkeit des Kreises. zu fordernde Größe gegeben ist. Wo diese Frage verneint werden muß, sind durch Aenderung der Kreisgrenzen (Zusammenlegung kleinerer Kreise) die erforderlichen Doraussehungen zu schaffen. Die Konzentration von Aufgaben auf den Kreis soll die in den dem Kreis angehörigen Gemeinden vorhandenen Kräfte nicht brach liegen lassen. Es muß dafür Sorge getragen werden, daß durch eine zweckmäßi gc Dezentralisation diese Kräfte zu verantwortungsvoller Mitarbeit herangezogen werden. In der Organisation der Staatsverwaltung soll die Entscheidung in die lokalen Instanzen verlegt werden. Der Staat hat sich den Einfluß auf die Besetzung der Kreisinstanz (Landrat) zu sichern. Von einer grundsätzlichen Kommunalisierung der technischen Lokalbeamten wird jedenfalls abzusehen sein, wobei nicht ausgeschlossen sein soll, daß in geeigneten Fallen die Aufgaben dieser Beamten an Lokalbeamte nebenamtlich übertragen werden. Die Kommunalaufsicht über die kleineren kreisangehörigen Städte (mindestens bis zur Größe von 5000 Einwohnern) ist auf den Landrat und den Kreisausschuß zu übertragen. Die staatlichen Verwaltungszweige der Provinz mit Ausnahme der juristischen und Burgverwaltung sind unter einem Oberpräsidenten zusammenzufassen. Reben den Oberpräsidenten tritt ein Provinzialverwaltungsgericht, an welches sich die Disziplinarkammer angliedert. Die besonderen Beschlußbehörden (Bezirksausschuß und Provinzialrat) werden a bg e s cha f f 1 und in die Provinzialregierung eingebaut. In der Zentral- instunz wird nach Durchführung der vorstehenden Maßnahmen innerhalb Preußens und nach der klaren Scheidung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern auch eine Verringerung der Zahl der Ministerien möglich sein. Eine Verringerung der Mitgliederzahl des Landtags und Staatsrates, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht, bleibt jedenfalls anzustreben." Aus der Provinz. Landkreis Gießen. X Allendors (Lahn), 9. Sept. Die Feld- bereiniaungsarbeiten in der hiesigen Gemarkung schreiten gut vorwärts. Verscyleisungs- arbeiten wurden in erheblichem Umfange ausae- fuhrt, das Wegenetz ist festgelegt, jetzt werden Die Grenzsteine gesetzt. Baugelände wird in großem umfange erschlossen, leider ist jedoch schon jetzt wegen des Elsbachs ist eine Ausdehnung der Bauten nach der Länge eingetreten, wodurch das Bild des Ortes beeinträdjtigt wird, da die einzelnen Straßen sich erheblich weit ausdehnen. — Obgleich die G e - treibeernte verhältnismäßig günstig eingebracht wurde, gibt der anhaltende Regen zu Besorgnissen Anlaß, da ein Faulen der Kartoffeln befürchtet wird. Die Grummeternte verzögert sich erheblich, das zum Teil lange gemähte Gras ist dem Verderben ausgesetzt. Die gepflügten Stoppeläcker werden wieder grün !— I Obenhausen, 9. Sept. Das von den Gemeinden Odenhausen, Geilshausen, Rüddings- Hausen und Weitershain in Odenhausen zu erbauende Pfarrhaus wurde soweit gefördert, daß es voraussichtlich am 11. Oktober seiner Bestimmung übergeben werden kann. Die Lieferung und das Anfahren der Baumaterialien erfolgte größtenteils durch die beteiligten Gemeinden, die auch die Kosten gemeinschaftlich aufzubringen haben. Die Einfriedigung des Gebäudes ist wegen der finanziellen Frage vorerst zurückgestellt. Der Reubau ist neben dem Schulhaus errichtet und durch seine schöne Bauart eine Zierde des Dorfes. T Grünberg, 8. Sept. Gestern nachmittag fuhr ein Grünberger Auto auf der Straße Grünberg—Hungen beim Hessenbrückehammer so unglücklich gegen einen Baum, daß das Auto sich überschlug und zum größten Teil zertrümmert wurde. Der Führer erlitt innere Verletzungen, zum Glück sind sie aber nicht lebensgefährlich. Das Unglück soll dadurch entstanden sein, daß der Führer nach einem Gegenstand in seinem Wagen sehen wollte und sich deshalb rückwärts drehte. — Aus der gestrigen Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Zur Lieferung der Rohre zur Kanalisation in der Theo-Koch st raße liegen 2 Angebote vor; von K. Dock, dem bereits die Arbeiten übertragen sind, für den lausenden Meter 9.50 bzw. 11.50 Mk., und von der Fa. Dahm er zu 7.50 bzw. 9.50 Mk.; ersterem wird der Zuschlag erteilt, weil sich diese Lieferung trotz des Preisunterschieds für die Stadt günstiger stellt. — Auf Antrag wird dem A. Röhm die Genehmigung zur Erbauung eines Lagerhauses in der Dismarckstrahe auf Widerruf erteilt. — Der Antrag des Wilh. S ch r ö d e r, bauliche Veränderungen an feiner Scheune in der Bahnhofstraße vornehmen zu dürfen, wird zurückgestellt, um zu versuchen, dem Antragsteller ein anderes Objekt zur Verfügung zu stellen, denn diese und noch zwei uralte Scheunen, die nicht zur Zierde der Stadt gereichen, will man auf irgendeine Art aus der Bahnhofstrfahe entfernen. — Rach einem Schreiben des Ministeriums sind mehrere Räume für die Landwirtschaftliche Winterschule zu beschaffen, denn die bis jetzt von dieser innegehabten Räume müssen der Gewerbe- und Madchenfortbildungsschule überlassen werden. Cs wird beschlossen, zwei größere und ein kleineres Zimmer im Rathause der Landwirtschaftlichen Schule behelfsweise für diesen Winter zu überlassen. — Für die neueinzurich- tenbe Mädchenfortbildungsschule soll Rektor Dender ein Verzeichnis über die erforderlichen Küchengeräte usw. aufstellen. * Lick, 8. Sept. Auf seinen neu errichteten Schießstänoen „Am Seedamm" beeenbete her „Schutzenverein 1913" fein diesjähriges öffentliches Preisschießen. Obwohl von der Witterung nicht immer begünstigt, zeitigte es sehr gute Ergebnisse, zumal diesmal die von der „Deutschen . Spottbehörde" herausgegebene kleine K.-K.- Scheibe verwandt wurde. In Klasse I, stehend freihändig, errangen von 41 Bewerbern Wilhelm Kraus und Hermann Lemmer mit je 25, Karl Schöne, Fritz Drechsler und Ludwig Volz III. mit je 24, Hans Süßel, Karl Freitag und Karl Röhrn mit je 23, Friedrich Gondolph und Matthias Ettl mit je 22 Ringen Preise. Von 27 Bewerbern der Klasse II, kniend freihändig, gingen Preise in den Besitz von Karl Schöne, Hermann Süßel, Heinrich Briegel und Ludwig Volz HI. mit je 25, Wilhelm Reinhardt, Fritz Trechsler, Hermann Uhrhan mit je 24, Jakob Süßel und Ludwig Volz II. mit je 22, Hermann Lemmer mit 22 Ringen über. Die Preise der Klasse III, liegend freihändig, erwarben von 36 Bewerbern Karl Schöne mit 29, Hans Süßel, Konrad Schöne, Ludwig Volz III., Wilhelm Kraus und Jakob Süßel mit je 27, Fritz Trechsler, Karl Renk mit je 26, Hermann Süßel und Heinrich Jung mit je 25 Ringen. Das am Abend stattgefundene gemütliche Beisammensein nebst Preisverteilung bil- bete ben Abschluß ber wohlgelungenen Veranstaltung. Kreis Friedberg. * Friedberg, 8. Sept. Der „Klub für Landwirte" in Franks urt a. M, dessen Geschäftsstelle sich in Fttedberg befindet, und dem die größeren Landwitte aus der ganzen Frankfurter Umgegend als Mitglieder angehören, eröffnete am gestrigen Montag in Frankfurt seine diesjährigen Zusammenkünfte. Als Redner war Universitätsprofessor Dr. Krämer aus Gießen gewonnen, der über das gegenwärtig so hochwichtige Thema: „Zuchtbetrieb, Abmelkwirtschaft und Rassenfrage" einen eingehenden Vortrag erstattete. Prof. Krämer stellte sich in seinen Ausführungen und namentlich auch in der sich an den Vortrag anschließenden Aussprache, an der sich eine ganze Reihe von alten Viehzüchtern beteiligte, auf den Standpunkt, daß im südlichen Teil der Provinz Oberhessen, namentlich im Kreise Friedberg, das schwarzbunte Riede- rungsvieh von den größeren Landwirten recht gut gehalten und gezüchtet werden könne. Dieser Standpunkt wurde von jeher auch von dem Zucht- Verein für das schwarzbunte Riederungsvieh vertreten. Der ausgezeichnete Vortrag fand reichen Beifall. Die Aussprache hat wesentlich dazu beigetragen, diese viel umstrittene Frage weiter zu Hären und in ihrer Lösung einen Schritt toeiter- zubttngen. Kreis Bii-rngcrr. am. Büdingen, 8. Sept. Eine gründliche Abfuhr erfuhr am Samstagabend die Ortsgruppe Offenbach der Internationalen Vereinigung abends und 5 bzw. 6 Uhr morgens keine Person das freie Feld betreten darf. — Ein Teil der Stadtbach soll ausbetoniert, evtl, zugelegt werden, da die Bach als allgemeine Abladestelle für Unrat benutzt wird. — Die städtische Ackerverpachtung wurde genehmigt. Es sind Preise von 16 bis 40 Mk. pro Morgen erzielt worden. Eine Mindesttaxe von 16 Mk. ist pro Morgen festgesetzt worden. — Das Gesuch des Gärtners Komp um Anlage einer Baumschule wurde genehmigt. 4 bis 5 Morgen stehen für diesen Zweck zur Verfügung. Es bestand schon lange ein Bedürfnis nach einer derartigen Anlage, aus der einheimisches Baurn- material, das an das hiesige Klima gewöhnt ist, in Zukunft bezogen werden kann. — Die O b st» ernte ist im allgemeinen hier gut ausgefallen, besonders reich ist die Zwetschen-, Ruß- unb Aepfelernte, Dirnen sind seltener. — Infolge ber anhaltenden Regengüsse, die besonders schwer in den oberen Höhenlagen des Vogelsberges niedergingen, ist die Frucht- ernte sehr schwer mitgenommen, sie gleicht einer totalen Mißernte. Eine Versammlung am nächsten Sonntag auf dem Hohe- rodskopf wird Stellung nehmen über die zu ergreifenden Maßnahmen. Der schwer betroffenen Bevölkerung muß Unterstützung zuteil werden. — Den gemeindlichen Steuerausschlag setzte der Gemeinderat auf 20 Pf. für je 100 Mk. Steuerwert der landwirtschaftlichen Grundstücke und auf 22 Prozent Zuschlag auf die gewerbliche Einkommensteuer, da nach den neuerlichen Steuerfeststellungen des Finanzamts diese Ermäßigung möglich ist. — Dem Besitzer des Haus Luginsland wurden 5 Morgen Ackerland pachtweise zu mäßigem Sah abgegeben. — Für eine wohnungsuchende Familie leistet die Stadt gegen die nötigen Sicherungen Bürgschaft zum Ankauf eines Häuschens. § Ulrichstein. 9. Sept. Die diesjährige Hauptversammlung des Schloßberg- Vereins fand am Sonntag nachmittag im Saale von Groh statt. Postsekretär Meiski eröffnete die Bersammlung, die zwar gut besucht war, die aber ein noch regeres Interesse seitens Erwachsener Verträgen hätte. Dann begrüßte Bürgermeister Appel die Erschienenen und den einzigen Ulrichsteiner Ehrenbürger, Professor Dr. R o e s ch e n von Laubach, der einen eingehenden Vortrag über Stadt und Schloß Ulrichstein hielt. Schon in alter Zeit war unsere Gegend besiedelt, was aus zahlreichen Hügelgräbern hervorgeht, die sich noch heute finden.' In geschichtlicher Zeit wird der Ort 1279 erstmalig erwähnt; schon 1340 begann der Dau der Burg, von der zuerst der Pallas der Rordseite sich erhob, und zwar unter Iohann von Eisenbach, dazu wurde eine Ringmauer errichtet und der Wallgraben angelegt. 1347 erhielt der Ort Stadtrechte. 1570 wurde auf dem Schloß der Graf Dietz von seinen eigenen Verwandten aus- gehoben, weil er feit 1567 ein Schandleben führte und der Schrecken aller Mädchen der Umgebung geworden war; er kam nach Ziegenhain ins Gefängnis, wo er lange Iahre bis zu seinem Tob schmachtete. 1622 brachte der 30jährige Krieg der Stadt schwere Leiden; im 7jähttgen Krieg wiederholte sich das, als 1759 und 1762 um das Schloß erbittert gekämpft wurde 1813 war bann Dlücher in der Stadt über Rächt. Schon diese wenigen Angaben zeigen, wie reich die geschichtliche Vergangenheit unseres Ortes ist. Kein Wunder, daß am 12. September 1890 gelegentlich eines Vortrages Prof. Dr. R o e s ch e n die Erhaltung der Ueberrefte der Ulrichsteiner Schloh- rutne anregte. Dieser Gedanke wurde denn auch vettvirklicht, besonders durch die eifrigen Be- nritfjimgen von Postsekretär Meiski unb Schmiedemeister App el, unserem jetzigen Bürgermeister. Der Histottsche Verein nahm sich weiter ber Sache an, unb 1905/06 fanden Ausgrabungen ber Grundmauern und Ausbau eines Turmes der Ringmauer statt. — In der Versammlung erfolgte Bestätigung bzw. Reuwahl des Vorstandes, dem angehören: Postsekretär Meiski. Vorsitzender, Bürgermeister Appel, als Mitglied von Amts wegen, Veierirärrat Dr. Sauer (Aufsichtsrat), als Beisitzer, Pfarrer Kornmann als Schriftführer. Letzterer schloß auch die Versammlung ab mit wertvollen Rachrichten über die Kirche unb beten Altertümer unb dankte den Veranstaltern, besonders dem Vortragenden. lg. Gedern, 8. Sept. Der heutige Schweinemarkt wies trotz ber ungünstigen Witterung eine recht gute Beschickung auf. Aufgetrieben waren 244 Schweine. Die Preise für Ferkel im Alter von 6 Wochen bewegten sich zwischen 30, unb 40 Mk., während achtwöchige Ferkel 40 bis 45 Mk. pro Stück kosteten. Für Läufer wurden 100 bis 120 Mk. pro Kopf bezahlt. Kauflust und Umsatz waren hinsichtlich der jetzigen Wirtschaftslage und Geldknappheit be- friebigenb. Man hätte jedenfalls seitens der Händler mit noch stärkerem Besuch rechnen können, wenn der Markt im Marktkalender verzeichnet gewesen wäre. Kreis Alsfeld. Erbenhausen, 9. Sept. Gelegentlich ber Renovation eines der ältesten Häuser von hier wurde ein interessanter Münzen- f u n b gemacht. Man fand unter der Türschwslle, von zwei Steinen beschwert, in einer Messingdose, deren Deckel zerstört war, 15 Silbermünzen. Die Messingdose enthielt noch ein vollständig zermürbtes und unleserliches Schrift- st ü cf. Ihr Inhalt bestand aus einigen französischen Geldstücken aus ber Zeit von 1702 bis 1756 in Größe und Gewicht eines Fünf-Mark- Stückes. Wie die Stücke dorthin kommen, wird immer ein Rätsel bleiben. Interessant ist immerhin, daß sich in alten Erbenhäuser Gemeinderechnungen Rottzen darüber befinde:,, daß 1745 „Heu und Hafer nach Weilburg für die Franzosen gefahren" wurde. „Auch nach Gießen" — heißt es kurz und bündig. 1758 heißt es: „Gelder bezahlt für Wach-Patroullien und Reuther". 1760: „Pagage-Fahrten nach Alsfeld, Homberg, Marburg, Cassel; Dragoner einquartiert...“ Jedenfalls vermag dieser Münzfund nachdenklich zu stimmen und durch ihn ein Stück bewegter Vergangenheit lebendig zu werden. Kreis Wetzlar. dg. Wetzlar, 9. Sept. 3m Laufe dieses Jahres ist von der Stadt ein Häuserblock bei Riebergirmes errichtet worden, der vielen Wohnungsuchenden aus der Rot geholfen hat. Trotzdem der Herstellungspreis von Wohnungen sich bedeutend erhöht hat, sind diese« städtischen Wohnungen doch verhältnismäßig preiswert in der Miete. Es sind Musterwohnungen nach jeder Richtung hin, sie bieten auch nach außen ein recht freundliches Bild. In den Bauten sind Zwei-, Drei- und Dierzimmer- Wohnungen. An dem Riedergirmser Weg hat auch die Firma Röchling Neubauten für Werkangehörige erstehen lassen. Durch den Zuzug vieler Familien in diesen Stadtteil sind naturgemäß auch mehrere Geschäftshäuser daselbst entstanden. — Das Ukrainerdenkmal, Pas an ber Außenseite ber langen Friedhofsmauer nach dem Kriege zur Erinnerung an den Aufenthalt der gefangenen Ukrainer in Wetzlar errichtet wurde, scheint nicht von allzulanger Dauer zu fein. Seit der kurzen Zeit seines Bestehens hat es sich an vielen Stellen mit grünem Moos überzogen, das das erste Zerstörungswerk an dem Denkmal anzeigt. Die auS- gemeihelte Unterschrift: „Ukrainerdenkmal 1915 bis 1918.“ ist beinahe verwittert. Die Stadt hat es sich angelegen sein lassen, die Umgebung des Denkmals würdig auszugestalten. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 9. Sept. Die Staatsanwalt- schäft teilt mit: Der Mörder I. Mevn ist am Dienstag von Gotha mit der Dahn abgehvüi und in bas hiesige Landgerichtsgesängnis eingeliefert worden. Er ist geständig. * Darmstadt, 9. Sept. In^Aofheim im Ried erhielt ein Wirt einen Drohbrief, in dem er aufgefordert wurde, an einer bestimmten Stelle 100 Mk. zu hinterlegen. Als Anlaß zu dem Vorgehen wurde das politische Verhalten des Wittes bezeichnet. Dieser ging zum Scheine auf die Erpressung ein und legte ein Kästchen an den gewünschten Ort, verständigte aber auch die ©enbarmerie, die zwei junge Burschen festnahm, als sie bas Kästchen abholen wollten. Hessen-Nassau. T Waldgirmes, 9. Sept. Unser alter Schäfer, auch mit Namen Schäfer, ist nach 60jähriger ununterbrochener Tätigkeit a mts- m ü d e und wird jetzt sein Amt, das er mit seltener Hingabe gepflegt hat, an seinen Schwiegersohn Julius Schmidt abtreten. Mit seinem Vater, der vor 50 Jahren in hohem Alter bei seinen Schafen im freien Felde starb, hat er zehn Jahre gehütet und dann 50 Jahre selbständig seines Amtes gewaltet, manchen Sturm und Blitz über sich gespürt bzw. gejehen. Da auch der Großvater von Jugend an bis ins hohe Alter hinein die Schafe in hiesiger Gemeinde gehütet hat, kann die Familie Schäfer auf ein Jubiläum von mindestens 150 Jahren zurückblicken. Gewiß eine Seltenheit. Hoffent. lich wird diese auch höheren Orts gelohnt werden. ][ Marburg, 8. Sept. Gestern beging ber hier wohnenbe langjährige Kommandant des Kreuzers „Sperber", Kontreadmiral a. D. Foß, seinen 75. Geburtstag. Der Iubilar hat auch ben Untergang bes „Großen Kurfürst" mitgemacht unb damals schwimmend fein Leben gerettet. — Rach dreitägiger Dauer ging gestern hier die Tagung des kurhessischen Landesverbandes evangelischer Iungmännervereine zu Ende. Trotz des unbeständigen Wetters hatten sich etwa 600 Vertreter von 50 Vereinen aus ganz Hessen eingefunden, die in Marburg und den umliegenden Dörfern einquarHert waren. Von ben Der- schiedenen Kundgebungen ist diejenige auf bem Marktplatz zu erwähnen, wobei über 120 Posaunenbläser mitwirkten. Generalsekretär Möpps- Kassel sprach dort über „Unser Ziel". In allen Kirchen fanden Festgottesbienfte statt und in ber reformierten Kirche wurde Sonntag und gestern «abend der Film „Glaube und Heimat" vor- geführt. — Auf dem heute hier abgehaltenen Herb st-Pferdemarkt standen rund 310 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Bei flauem Geschäft wurden für gewöhnliche ältere Arbeitspferde 250 bis 350 Mk., für bessere Tiere 600 bis 850 Mk. unb für eblere Pferde 1000 und mehr Mark verlangt. fpd. Frankfurt a. M., 9. Sept. Für den Posten des Stadtkämmerers als Rach- solger des Prof. Dr. Bleicher standen anfänglich ganz hervorragende Kräfte in Aussicht. Diese Herren zogen aber ihre Zusage aus bestimmten Gründen für Frankfurt zurück. Run griff man zu ben übrigen Bewerbungen. Unter diesen befindet sich auch der sozialistische Bürgermeister Asch von H ö ch st a. M , der bis 1919 Kaufmann war. Herr Asch hat sich bereit erklärt, eine eventuell auf ihn fallende Wahl als Kämmerer von Frankfurt anzunehmen. In einer heute int Schoße des Magistratswahlausschusses vyrgenommenen sogenannten Probeabstimmung fiel die Mehrzahl der Stimmen, abgegeben von ben Sozialdemokraten, den Demokraten unb bem Zentrum, auf Bürgermeister A s ch. Es wird sich nunmehr noch ber Aeltestenausschuß unb bann nochmals ber Magistratswahlausschuß mit ber Angelegenheit beschäftigen. Die endgültige Wahl durch die Stadtverordnetenversammlung soll am nächsten Dienstag erfolgen. fpd. Kassel, 9. Sept. Don der Bezirksver- toaltung des Regierungsbezirks Kassel ist die Stelle eines Landesbankdirektors für die Landeskreditkas se Kassel zur Reube- sehung ausgeschrieben worden. Wie in der letzten Sitzung des Landesausschusses bekanntgegeben wurde, sind 417 Bewerbungen eingelaufen. Born Landesausschuß ist eine Kommission eingesetzt worden, die eine Sichtung vorzunehmen und einen geeigneten Bewerber zur Wahl vorzuschlagen hat. gum Mörlenbacher Mord. * Darmstadt, 9. Sept. Zu ber Meldung, daß in ber Gegend der Mordstelle bei Mörlenbach ein Mann mit einem grünlichen Rucksack gesehen worden sei, erläßt jetzt die Staatsanwaltichaft in Darmstadt folgendes Aus- schreiben: Am Sonntag, 30. August l. I.. gegen 3 Uhr nachmittags, wurden ein Mann und eine Frau beobachtet, die auf der Landstraße, in der Richtung von Mörlenbach kommend, ben Seitenweg einbogen, ber nckch ber Mordstelle zu führt. Der Mann wird wie folgt beschrieben: Etwa 1,70 Meter groß, schmales, langes Gesicht mit kleinem, schmalem, blonden Schnurrbart, 45 bis 48 Iahre alt, trug braunen, sauberen Anzug von schlichtem Aussehen, weichen, dunklen Hut unb schwarze Schnürschuhe. Aus dem Arm eine grau-grüne Windjacke (bzw. Gummimantel), darunter verschiedene nicht erkennbare Gegenstände. Auf bem Rücken einen grünlichen Rucksack. Beschreibung ber Frauensperson: 3m wesentlichen lichen wie in unserem Ausschreiben vom 2. September 1925. Wer über die beiden Personen weitere Auskunft geben kann, sie an anderen Orten gesehen hat, wird ersucht, dies alsbald der Staatsanwalt Darmstadt oder der Polizeibehörde seines Wohnottes mitzuteilen. Mst Kao""' . j)otnl in L«6J” A Men!" ♦ gar«1 I feint" 30t ®e< reut '(Don emma selbst in b I (t ein hetu I Arbeit Wü, I mehrfach^ Großvater e" 5ruch m ™e i Mögens , fahren 3" WcrlrMgs k/Kegen Qi ch h U 'W(5k y“ 5oßingge, HS Sv«*, I Deutsch, Rüi M- K t?r qen^fleri Ä'™ Ms M Trus roeftder Don Mi Auhrgebie! g Ior etwa i gebenden Bei Kistttonzerne um darüber i Krisis dieser den tonne. 1 schäft bereits s der Produstii > werden soll.« • einen erheblü , fU lallen. Da | Hornungen ai || nilfen in Fra P Äotvendigkeit düngen einze r binaui ju eil '' langen. Die I ten Plan befc f um das best i Bekanntlich I schvierigkeite I Eisenindustri r ?u umfangre | ausgenommen I Beuger finit b I Dinnlpaime । . Siefen fiempu ‘ ^Milchen Q iMnz dieser | ,:!ohe Konzern I Iah!, Thyssen | sehendes Iah ‘ tie zu treffen! " Mer Vorbei hvesch. Weir I Mehl, toüti I Industrie bei I Beratungen, . f ammenMt ‘ AohWbis z inbiiürit umla\ ■ gebiete würde f 'M Fottschr r Unternehmung einander wie 1 Verden Hindu L die Preise sammenschluss. »u verbilligw . toimspanne zu nolwendjgenfa Matz f0r( - eines Ei eine rigorose f ivrnit nicht ' W aus ist jungen nichi diese 6egr Ui Nutzung. Stl®tun- u nnten etroleum fettend der Gerichtssaal der Wirtschaft. Frankfurt a-M- O e lung für den L, 9. Sept. Für tc ist der Lichtverteilung Publikun- gen ■' .nttoortung.) A Uhr stattfindet? 8 Siner für viele. Danknoten. H 2L-®. gibt ihre gesamten Erdölintercssen ein- 65.25 69,1 Die Trust-Bestrebungen in der westdeutschen Eisenindustrie. Aachen verfolgt die Entwicklung der Psychologie im bürgerlichen Drama Lessings und seiner Zeit. Fried- archivalische Studien über Die Badezeit im Bolksbad. Die neue Zeiteinteilung des Gießener Bolks- bades ist an und für sich gut. Sie hat jedoch den Nachteil, daß das Bad von Leuten, die beruflich tätig sind — und das ist wohl die Mehrzahl —. nicht benutzt werden kann, da die Geschäftsstunden meistens in der Zeit von 8 morgens bis 7 Uhr abends liegen. Könnte es in Gießen nicht wieder so zu machen sein, daß die Badezeit entweder von morgens 7 Uhr bis abends 7, oder von morgen« 8 bis abend- nossenschastsverbandes in Freudenstadt wurden in einer Entschließung die Genossenschaften darauf hingewiesen, auf dem Gebiete des Bankkredites zu den alten Grundsätzen der Friedenszeit zurückzukehren, und ihnen ferner dringend empfohlen, ihre Bankkredite nur von einer Stelle zu nehmen und gleichzeitig die Bankkredite auf das geringste Maß zu beschränken, um in Zeiten dringendster Not Rückgriffs^ Möglichkeiten an das Zentralinstitut zu haben. Es wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Genossenschaften in der Kreditbewegung möglichste Zurückhaltung üben, um eine Heberfpannung der Bankkredite zu vermeiden. Die Genoffenlchaften wurden weiterhin darauf hingewiesen, bei der Rebernahme von Haftsummen größte Vorsicht walten zu lassen und dabei ihre eigene Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. , be|Cvll*£7fil6t w\ uv» ^euiicyen ^rc>ou.onzcri'.e> li langes je *ii: denen der Deutschen Petroleum A-G. — ofc;,: lp-dgcretocrfc A-G.-KonzemS vereinigt werden .fen saubere" L iülcn. Trägerin der gesamten Petrvleumpolitik rer" -^n dunuv [CT genannten Gruppen soll die Deutsche Petro- :n, "W dem j Itim A-G Herden. Aus diesem Anlaß soll der ®uffliiiiniantclL;f.v i ^rteressengemcinschaftsvertrag Deutsche Petro- s!>erl^.^n voin * .. 5mmen zugeslimmt. durch das beschrieb c; :ic Erdölintercssen des Deutschen Erdöllonzerns tung eine« EisentrusteS in Rheinland-Westsalen tire rigorose Preispolitik zeitigen könnte, besteht hmtt nicht. Dom volkswirtschaftlichen Stand- turft aus ist also gegen 2>ic augenblicklichen Besinnungen nichts einzuwenden: im Gegenteil wird n.m diese begrüßen müssen, beim sie zeigen, daß Mt deutsche Unternehmerschaft gewillt ist. unter Hintansetzung, der eigenen Bewegungsfreiheit MeS zu tun, um den deutschen Produtten ihre bisherige Stellung in der Weltwirtschaft zu erhalten. nn. Büchertisch. — Euphorion, Zeitschrift für Literaturgeschichte. Herausgegeben von Zosef Nadler und August Lauer. 3. 5)eft Leipzig und Wien. Verlags- buchhondlung Carl Fromme, (9. m. b. S). 1925. Das Heft wird eröffnet durch einen höchst aktuellen Auf- jatz von Geheimrat Burdach in Berlin: „Moderner Geschichtssubiektivisrnuv und die Berliner Geschichtswissenschaft. Eine Warnung vor der Mainlinie des deutschen Geistes". Arthur Hübscher in München verteidigt seine Auffassung von Renais- sance und Barock. Max Speter in Wehlen ergänzt unsere bisherige Kenntnis der Ausgaben von Grim- melshausens «implicissimus. Fritz Brüggemann in 97 74.5 >4.62 81 52,12 48,62 37 60 62.1 45.75 71.-2 ' 56,75 112.75 127.5 , 20.4 N 61,75 I 77,75 ' 68,75 । 82,25 Entgegen anderweitigen Meldungen, daß die |of rheinisch-westsättschen Werke Krupp. Phö- ru, Rhein-Elbe-Anion. Thyssen und Rhe'mstahl cirer Holdinggesellschaft übergeben und deren Ge- Dirmc gepoolt werden, meldet die „Köln. Ztg.", daß eine vollkommen neue Aktiengesellschaft gegründet wird, deren Aktien mit denen der Aktto- i2re der bisherigen Anternehmungen mit einem ? winnschlüffel ausgetauscht werden sollen. Aeber Höhe des Aktienkapitals liegen zwar end- lu'tige Entschließungen noch nicht vor. dwch scheint lisah- ettoferigfeiten in vielen Branchen, auch in der S feninbuftrie. daher, daß die Warenerzeugung •u umfangreich ist und daher vom Markt nicht infgenommen werden kann. Die einzelnen Er- - 'ger sind dann zu Verkäufen mit geringer Ge- • nnfpanne ober zu Derlustpreisen genötigt. > ;|cr Kernpunkt deS UebelS haben die rheinifch- > ftfäll|d>cn Eisenmagnaten erkannt. 3n Konsequenz dieser Erkenntnis tauschen zur Zeit fünf roße Konzerne, nämlich Krupp. Phönix, Rhein- 1 cchl, Thyssen und die Rhein-Elbe-tilnion ein- 'ijenbcS Zahlenmaterial auS, um ein Bild für -ic zu treffenden Schritte zu erlangen. Außerhalb Vieler Vorberatungen stehen noch Kloeckner und Zeesch. Wenn man von diesen beiden Gruppen absieht, würde die gesamte westdeutsche Eisen- | iix^jftrie bei einem Erfolg der gegenwärtigen । O:ratungen zu einem einheitlichen Gebilde zu- anmengefaßl werden, das alle Produkte vom der Deutschen Petroleum A-G . die teil- aus dem Portefeuille der Rütgerswerte zur Verfügung gefteUt werden, teils neu geschaffen werden müssen. Zu diesem Zwecke soll einer demnächst einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung der Deutfchen Petroleum A-G vor- gcschlagen werden, das Akttenkapital von 24 Millionen Reichsmark um nominell 11 Millionen Reichsmark zu pari auszugebender Aktien auf 35 Millionen Reichsmark zu erhöhen. Gleichzeittg sollen 4,5 Millionen Reichsmark Genußscheine geschallen werden, welche Anrecht auf Beteiligung am Reingewinn nach Ausschüttung einer Dividende von 8 Proz. auf daS Akttenkapital haben und am LiguidattonScrlöS erst nach den Stammaktien beteiligt sind. Die Genußscheine werden zwischen der Deutschen Erdöl A.-G. und der RütgerSwerle A.-G aufgeteilt. Der Zusammenschluß der Konzerne auf dem Erdölgebiet ist von dem Gedanken getragen, daß es bei der heutigen Wirtschaftslage in Deutschland notwendig ist, das Mineralöl- und De- triebsstofshandelgeschätt einheitlich aus^ubauen und dabei jede Zertplitterung der Kräfte äu vermeiden Dies soll durch möglichst weitgehende Zusammenfallung der bisherigen Einzelorgani- fationen der beiden Gruppen erreicht werden. Nachdem die deutschen großen Konzerne sich über ihre Mineralölpolitik vollkommen geeinigt haben, sind darüber hinaus einer freundschaftlichen Verständigung beider Gesellschaften auf technischem und wirtschaftlichem Gebiet die Wege geebnet. H Gestern begirg *c ifle Som man).-." rber", Äont*; TeburtSla, tr. ntergang des,fok d damals ^ach breilägigr gung deS kuljessi- indes eöangtli- vereine ,u 6abt Detlevs hatten M) ttc einen auS ganz Hella urg imb ben umlitgo- baren. 2fen den mt» ft diejenige auf bm nobei über 120 Do- eraffckretär MppS- nf er In Mn rnstr W md in der Donnie Md tzchera e Md Sjwnat1 vo? M hier adgchastvr 1 standen runb ft) Mlus.Dei flauer»- hnliche ältere 3tk für bessere Tien li e Pferde 1000 und s rich Kainz in Wien legt das „Junge Deutschland" — Eine neue . nOtwendigenfalls die Preise herabzusetzen. damit foy ter Absatz forciert wirb Die Gefahr, daß die Dil- eigenen Bedarf. Ein breiter Raum Stellung und Fenstcrbekleidung gewidmet, da bei der Alisgcstaltung eines Raumes Berttn /SüluW lUlittaq I bart« \ 9 9. 1 0.28 0.35 0,3425 0 54 0.17 0,3 0 81 0.3 0.29 91.75 M.fi 7,62 i-ä-.Nr «uJ 1ml 111 omi' M bas er mit . ... Ifnen SdjtDiKtrfoln ff Don besonderer Seite wird unS auS dem M't feinem Safer btt Muhrgebiet geschrieben Sttlin. 9 Septbr 3mrrifanirfte Sloten..... Bclaüche Sloten Täm cyligenstaedt....... . Meguin............. Mctoreuwerke Mann beim . frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . ^etallgcsell'chaft Frankfurt. Schublabrik Her; . . . ’. * Sichel.............. Zellstoff Waldbof...... ^-luckenabrik Frankentbal . . Zuckerfabrik Wagbäuscl . . . ad)« Mord- i*3“ wn em \7_.6e m 'v der LandstE schwz. Aut» Sdiuhh. 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Amtliche <^cld Slati rung Briet Amtliche Notierung (Selb Brief Ämsi--lllott 168,: 6 169,38 168,96 169,38 Bu-it.'?lireö 1.689 1.693 1,68 1,69 Äris -Antw 18.68 18,72 18 69 18,73 Christiania - 90.54 90,7t 92,38 93,00 .0 open Hagen 105,07 10.5,13 105,19 105,28 Stockholm - 112.43 112.73 112,41 112,61 HelsingforS. y taltcn . . . 10.575 16,911 10.61« 16,94 10,57 17.77 10,61 17.81 London. . '0,846 20,39> 20,316 20,39-; Sicuyork . . 4.195 4.235 1.195 4,2a-, Poris. . . Schwerz . . 19,72 19,76 19,75 19,79 81,13 »1,23 81.01 81,21 Cvanien . 59,68 59.81 59,83 59,97 yavan . . . 1,711 1,715 1,711 1,715 Bio dr Jan- 0.553 0.555 0.558 1.560 Alen in D • Lest, abgest. 39,18 59,32 69,18 69,32 Prag .... 12.43 <2,47 12.432 12,472 Belgrad . . 7.4-5 7,505 7.485 7,505 vudavell. . 5,895 1,915 5.87 5.91 Bulgarien . Is'llabon 3,015 J.055 3,045 3,055 — — 21.125 21,175 Daruip. . . .Qonftantin. 80.68 «O.R3 80.65 80.85 2,43.5 2.445 2,355 2,365 Athen. . . i.24 1.26 6 24 6.26 Canado. . . 4.195 4.205 4,195 4,305 Uruguay . . 4,205 4,215 4.20 0,21 Geld Brief 4.212 4,232 18,66 18,78 104,94 105.46 20.311 -0,411 19,90 to.ou 168.48 169.3? 17.90 18.03 92.32 92.78 58,97 59,27 112.17 112.73 80,95 81.35 59,65 59.95 12.39 12.45 5.843 5.883 Preis 50Pf.das Halbpfund in der bekannten Packung. Marke! Aroma, Nährwert und Billigkeit der Blauband - Margarine sind nicht zu übertreffen. / U Er v- '• - ■ T T H F ■ / \ I / VlniMM «M / xttwan im Wasserdichte 8463a ,'C H -M. oe EtaP G hat fi«! grunöfl Sehl' SIterb Abau «f-N 6er Srf söKWg Sluffdlfui im 3ui ausgefpr noTutom' zeMen richt bi 2ebing' Äontrof ersten Zweite Lufh ginn b ostenei Les A oen hu leihe der ne1 schen 0 garouti W i Waßna reichifch eines schen biet 2 betau bet näi sv begi sigen < sasstmz Ende । nung erfolgt halb l vom öl fein, i fern, öii fiinan müsse an gen Qlui Krebi Meberc fuhren. Dame ten sich eintet sie vv werbe, auch b tyamfc General Aubois, bie getoi in Och Oeftette bei al neten, ' zum L