Blatt 175. Jahrgang Freitag, A Juli (925 r. Die französische Niederlage in Marokko Annahme der Kriegs :r. mäßige Wirkung und vergleicht damit wie er sich durch die neuen Vorschlag orschläge ergibt. Für BH - r rbeiter Wilhelm rn für die Ge- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher ohne jedeDerbindlichkcit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichZ, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen o 7vn m Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschnft 20' ,Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilletoru 3. D.: Ehrhard (Eoers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein;für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. les. I3 und Klauen- »örhten sich den Kommunisten anschliehen, damit iie Aktion gegen den Krieg zu einem guten -Mle geführt werden könne. Wenn man auch de Kommunisten verfolge, so würden sie doch die :n Gegenstände. L bis 30. Juni gemeldeim Met Dekcmni- Pvlizeiamt, n. Ht. 159 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags. Beilagen: crießenerFamilierchlätter Heimat im Bild. !NonatS'»<;ugrpreir: 2Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, ciiuch bei Nichterscheinen -on einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Iernsprech-Anschlüsse: Zchriftleitung 112, Der» ligundGeschäftsstellebl. Inschrift für Drahtnach. i chteniAnzeigerSietzen. Postscheckkonto: firanffurt ü. M. 11686. Die Opposition gegen das Marokko-Abenteuer Kredite. — Ständiges Vordringen der Rifkabylen 5 ä **. Msä xt\ wsdrfvnderr Übertreter, daß Ainden- der Fall ß« erheben. tln*nu ethxittet. Die französische Wahlreform. Paris, 9. Juli. (Wolff. Die Gesetzgebungs- kommifsion der Kammer beschäftigte sich gestern mit der W a h l r e s o r m. Nacheinander wurden der Antrag über die einfache Rückkehr zur Arrondissements- wahl mit 14 gegen 12 Stimmen abgdehnt, und die Rückkehr zur Departementslistenwahl mit 22 gegen 3 Stimmen abgelehnt; dann der Antrag, in den Är- rondisfements, in denen mehrere Abgeordnete gewählt werden müssen, Listenwahlen vorzunchrnen, mit 17 gegen 6 Stimmen. Der Geseßgebungsaus- schuß der Kammer hat also keine positive Arbeit geleistet, und es wurde schließlich beschlossen, die Frage der Wahlreform bis Oktober zu vertagen. Al: W ?cn erhL nmt 4$ tun sich schlagen. Ministerpräsident Paiuleve habe d e Dot- Scndigkeit gezeigt, Abd el Krim zu beweisen, dent Herriot erklärt, die Kammer nehme bie Erklärung der Regierung mit Freuden zur -7rnntnis. Als elfter Diskussionsredner ergreift der lknnmunistische Abgeordnete Marcel Cachin das Wort. Die Kredite, die morgen verlangt würden, |1 Dirben sicher viel größer sein als die, die man heute fordere. Rach seiner Ansicht seien I bereits Milliarden In Marokko vergeudet »wrden. Die Regierung verheimliche dem Lande hi t eigentlichen Ausgaben, die die französische Ansehung von Marokko erfordere. In M a« rof f o Befinde man s i ch in vollem R liege. Ministerpräsident Painl ede ruft: Wer trägt d i e Schuld daran? Cachin antwortet: Gewiß nicht der Redner, fre* sich im Augenblick auf der Tribüne befindet. Vor einigen Wochen wäre ein Friede leicht |U erlangen gewesen. Vor sechs Wochen habe s sich um das Risgebiet gehandelt, heute 'vielten sich die militärischen Ereignisse weit ■»Dm (Rif gebiet ab. Cs sei unmöglich, zu Ileugnen, daß eine gewisse Anzahl von (Stämmen, hie Frankreich Gehorsam zugesagt hätten, sich jetjt nicht mehr gebunden fühle. Er höre immer baDon sprechen, daß Abd el Krim zuerst bell reft werden müsse, und daß man deshalb Ver- ckungci. und besseres Kriegsmaterial abgehen lassen müsse. Aus diesem Grunde müsse die 'Regierung sagen, wie weit sie gehen wolle. Er erinnert daran, daß vor einigen Jahren j| die üiga für Menschenrechte von Marschall kdyauteh gefordert habe, daß er die Er - i flärung 7)c r Menschenrechte-in Ma ° ’ roffo übera ll anfdjlagen lasse. Der sozialistische Abgeordnete Darennes ruft dazwischen: Wir fordern auch den Anschlag ;* 'ne ©co r g i e n. Wenn man die Diktatur von ‘ IloSfau annimmt, kann man sich nicht für die Sckklärung der Menschenrechte aussprechen. Cachin erwidert: Ich bin für die Diktatur Proletariats, und Sie. Herr Darennes, sind ‘ütarpft, also für die gleiche Diktatur. Darennes erwidert: Im übrigen hat Ruß - la n b keineswegs die Diktatur des Proletariats, Imbern eine Diktatur von Tyrannen. Cachin erinnert daran, daß Außenminister tzichon vor Jahren versprochen habe, daß die rMtärische Besetzung in Marokko nur von kurzer :: Sauet fein werde. Das sei vor 15 Jahren der ; Fall gewesen, weil Pichon die Gefahr erkannt IcEe. Das marokkanische Volk sei 15 Jahr- / iunderke frei gewesen. Wenn man es jetzt mit L, Ödoalt unterdrücken wolle, dann werde man , Ich auf einen gefährlichen Weg begeben. Mi- Müsterpräsident Palnlev 6 ruft dazwischen: |-Tenn man gegen Abd el Krim kämpft, rettet wuQTi die Einwohner Marokkos vor der Unter- Irädung. Cachin fährt fort: Der Parteitag vom flitzten Sonntag hat auch die militärische Räu- । numg des Maroklogebiets gefordert. Die kommunistische Partei wird den Wider- : stand gegen den Marokkokrieg organisieren, zurückgeaangen. Der Rebne. gibt bann einen Ueberdlick über den bisherigen Fi n a n z a u s g l e ich und feine ziffern- Den Zustand, GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Steuerbebatte im Hessischen Landtag. S a rm ft a b t, 9. Juli. (Eigner Bericht.) Prä- fibent 21 b c l u n g eröffnet bic Sitzung um 9.30 Uhr. 21m Rcgicrungstisch: Staatspräsibcnt Ulrich sowie bie Minister Henrich und Raab. 2lus ber Tagesorbnung steht der Staatsooran- schlag für 1925, und zwar Kapitel 9 und 10. Diese Kapitel behanbeln bic R e i ch s st e u e r n, bie L a n- besfteuern unb bie indirekten Auslagen. Zu Kapitel 9 beantragt ber Ausschuß, bie Einnahme mit 29 800 000 Mark zu bewilligen. Die Einkommensteuer ist mit 22 800 000 Mark angelegt, bie Körperschaswsteuer mit 2 200 000 Mk., bic Umsatzsteuer mit 3 900 000 Mk., bie Gründer- werbssteuer mit 550 000 Mk. unb bie Rennwett- steuer mit 300 000 Mk. Zu Kapitel 10 beantragt ber Ausschuß, bie Einnahme mit 34 573 000 Mk. unb bie Ausgabe mit 5 242 000 Mk. zu bewilligen. Es liegen noch mehrere Anträge vor, doch beantragt ber Ausschuß hierzu, diese Anträge abzu- lehnen. Mit diesen Kapiteln ist die Beratung des F i na n z ge s e tze s verbunden, über das Abg. Lux (Soz.) Bericht erstattet. Anranzminiftcr •’pcnridi führt aus: Im ursprünglichen Voranschlag waren cnsprechend dem Ergebnis des Jahres 1924 als Anteil an den Rcichsftcucrn eingestellt 33,7 Millionen. Es blieb ein ungedeckter Fehlbetrag von 6,7 Millionen, der mit 4,5 Millionen auf bie Gcmcin- ben abgewälzt werben sollte. In bem Nachtrag zum Bubget wird wegen der Herabsetzung der Lohn- steuer die Einnahme aus Rcichsftcucrn auf 27,9 Millionen herabgesetzt. Gleichzeitig ergeben sich für den laufenden Etat besondere neue Mittel in Höhe von 5,8 Millionen, fo baß ein ungedeckter Fehlbetrag von 8,3 Millionen verbleibt. Hiervon sollen jetzt auf bie Oemeinben 3,4 Millionen überwälzt werben. Der Minister legt bann bar, baß im Vergleich mit einer Reihe größerer ßänber Hessen auch nach biefer Rückübcr- wälzung seine Gemeinden noch günstiger behandelt wie jedes andere Land. Der Anteil des b e fe lj t en G c b ie t e s an der Einkommensteuer im Jahre 1919 mit 49,8 Prozent ist im Jahre 1924 auf 38,1 Proz. 1925 ergäbe sich feine Verschlechterung. 19 2 6 bringe eine Verschlechterung und kein Zuschlagsrecht. Die Reichsregierung verweise in verstärktem Maße auf die Mietzinssteucr, darauf könne man aber den Etat nicht stützen. Der Redner schließt mit der Hoffnung, daß bei Besserung der Wirtschaft bie (Steuereingänge größer werben möchten als jetzt angenommen werden muß, baß bann gemäß dem Antrag Kaul die geplante Mehrbelastung der Gemeinden unwirftam werden könnte. Abg. Lux (Soz.) spricht über Steuerfragen vom Standpunkt der Sozialdemokratie aus; seiner Rede schickt er eine Bemerkung voraus, daß die gegenwärtige Regierung die vorher versprochenen Reformen noch nicht durchgeführt habe. Die weiteren Ausführungen gründen sich auf bie Ansicht, daß bie Erzbcrgersche Steuerreform zu loben sei. Er wendet sich daher u. a. gegen Uebermeifung von bestimmten Stcucrarten an die Gemeinden. Zum Schluß seiner Rede verliest Abg. Lux eine längere Erklärung der Sozialdemokratischen Partei, in ber bie Pläne der Reichsregierung zu einer Steuerreform abgelehnt werden. Die ablehnende Haltung der hessischen Regierung wird gebilligt unb bie Erwartung ausgesprochen, baß bie Regierung in biefer Haltung fest bleibt. Nach ber Pause spricht als Vertreter bes Zentrums Abg. Weckler. Er meint, bei allen Parteien sei ber Wille zum Sparen vorhanben gewesen, nur über bie Wege sei man verschiebener Meinung. Der Rebner wendet sich bann gegen ben Bauern- b u n b. Er glaubt nicht, baß bas Zuschlagsrecht der ßänber zu ben Gemeinden einen Jdealzustand schaffen wird. Die mraen Steuervorschläge wären nichts anderes als die Ideen Erzbergers. Der Redner erörtert Dann die Wirkung verschiedener Steuer- arten und unterbreitet dem Hause einige Wünsche; er verlangt u. a., daß die Kirchensteuer endlich einmal auf eine re chtkiche Grundlage gestellt wird. Zum Schluß verliest ber Redner zum Finanzausgleich, wie er von der Reichsregie, rung geplant wird, eine längere Erklärung, die dem Sinne nach sich mit der sozialdemokratischen Erklärung deckt Der Präsident teilt mit, daß ein koin muri i st i s ch e r Antrag dem Hause ^gegangen ist, worin die Abberufung des hessischen Ge- sandten in Berlin verlangt wird, wegen seiner Abstimung über die Zollvorlage im Reichsrat. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) bemerkt, die Reichsregierung habe das Bestreben, im Finanzausgleich einmal Ordnung zu schaffen. Zur Reichsregierung gehöre jetzt auch das Zentrum. Früher habe die ßinfe erklärt, nach dem Zusammenbruch habe sie eine Konkursmasse zu verwalten unb bies als Milderuogsgrunb angeführt. Die jetzige Reichsregierung habe auch eine Konkursmasse zu verwalten. Der Finanzminister habe von einer Schicksalsgemeinschaft ber ßänber gesprochen; bas Reich müsse hier in bicse Schicksalsgemein- schäft einbezogen werben, (ßebhafter Beifall rechts.) Diese Frage Dürfe nicht zu einer politischen gestempelt werben. Das Reich müsse einen Zwang ausüben, sonst komme in die Fmanzvcr- hältnisse keine Ordnung. Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz habe ber Sauembunb stets ab* gelehnt; sie sei ein Ausfluß ber sozialbemokratischen £,5t fc Reifes. ö*lbuiWfen pWnetn “ inner, E Leinde * in die ln Frage eßen: Dandervelde bei Briand. Paris. 9. Juli. (WTB) Ein Dericht- 2 2 . fhWsc* 22-3 UMM sWfyh&A o •*<» - sischen Politik zwei Schwächen, durch die sie sehr gefährdet werde: die Zentralisation der Finanzen durch die Erzbergersche Finanzreform und das Uebermaß von Verstaatlichun- g e n. Eine Reihe von politischen Führern aus anderen Lagern — der Redner- meint u. a. den Minister v. Brentano — habe die Schädlichkeit des Erzbergerfchen Systems anerkannt. Nach weiteren Ausführungen verliest der Redner eine Erklärung ber Deutschnationalen Partei, in der Forderungen aufgezählt sind, wie in den bekannten Ersparungsanträgen der Deutschnationalen. Der Staat habe sich in seinen Aufgaben übernommen, deshalb wird die Ucbertragung der Schuttasten und ber Baupolizei auf bie Gemeinden gegen Uebsr- lasiung von Steuern gefordert. Die Erklärung schließt mit der Ablehnung des Staatsvoranschlags und des Finanzgesetzes. Um 2 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen. Die Untersuchung des Falles Himmelsbach. Darmstadt, 9. Juli. Der Ausschuß zur Untersuchung des Falles Himmelsbach trat heute nachmittag wieder zu einer Sitzung zusammen. Anwesend sind Finanzminister Henrich und Landforstmeister im Ruhestand Joseph. Zunächst wird Oberförster Eckardt eidlich vernommen. Er erflärt erst nach dem Tode des Oberforstrates Kallenbach nach Darmstadt gekommen zu sein und hat mit ihm über die Angelegenheit nicht gesprochen und war nur mit der Abschätzung der Schäden durch die Holzhiebe der Firma Himmelsbach befaßt. Der Zeuge berichtet dann eingehend über die Holzbestände der Firma, namentlich die im Ko st Heimer und im Dinger Hafen lagerten. 3m Anschluß an diese Mil- • teilungen verliest der Zeuge einen Treuhandvertragsentwurf über die Holzlieferungen vom t Februar 1924 und erläutert die Punkte, die - sich auf Holzbeschlagnahme beziehen. * Prokurist Wörne macht darauf aufmerksam, daß es sich um einen Vertragsentwurf und nicht um einen Vertrag handelt. Mit dem hier zur Verhandlung stehenden Gegenstand habe dieser Vertrag so gut wie nichts zu tun. Die Fl 0 hlisten , die Oberförster Eckardt verlesen habe, seien falsch, denn es befinde sich darunter Holz, das nie der Firma Himmelsbach gehört habe. Prokurist Wörne weist ferner - darauf hin, daß zahlreiche Angebote, namentlich französische'-, deutscher und holländischer Firmen auf die Zusatzhiebe Vorgelegen haben. Der Zeuge Oberförster Eckardt gibt zu, dah auch anderes Holz als das der Firma Himmelsbach unter den Beständen war. Direktor 3osef Himmelsbach fragt den Zeugen, ob er denn nicht die viel größeren Mengen der Firma S t i n n e s und anderer Firmen gesehen hätte. Der Zeuge meint, es seien größere Mengen fremden Holzes nicht vorhanden gewesen. Aus den Fragen von Aus- fchußmitgliedern geht hervor, daß die Aufstellung angezweifelt wird. Auch wird von einem Mitglied des Ausschusses auf den Ausdruck des Zeugen „Vermutung" aufmerksam gemacht. Direktor Himmelsbach hält dem Zeugen entgegen, daß er gesagt hat, die Firma hätte ein Vielfaches ihrer früheren Be- stände im Hafen liegen gehabt; Tatsache wäre aber gewesen, daß es viel weniger war. Dev Zeuge hätte doch einfach die Firma Himmelsbach um Auskunft angehen sollen, sie hätte ihm alle Auskünfte gegeben; anstatt dessen wären Erkundigungen von anderen Personen eingeholt worden. Oberregierungsrat Pennrich soll über die Verhandlungen der Firma Himmelsbach mit Oberforstrat Kallenbach aussagen; er war früher schon vernommen worden. Wesentlich war seine Erklärung, . dah Oberforstrat Kallenbach die schwierige Lage der Firma anerkannte, aber eine Genehmigung des Vertrages sei nicht ausgesprochen worden, wie das auch aus der Antwort an die Firma Himmelsbach hervor- geht. Finanzminister Henrich verlangt eine Feststellung darüber, ob Oberforstrat Kallenbach feine Befugnisse überschritten hätte. Prokurist Wörne weist aber darauf hin, daß das Antwortschreiben keine.Ablehnung Dar» stelle, das könne man nicht einmal aus der verstümmelten Form, in der das Schreiben in der Denkschrift der hessischen Regierung wiedergegeben sei, abieiten. Finanzminister Henrich erklärt, das widerstreite allem, was bisher von Oberforstrat Kallenbach und Oberregierungsrat Pennrich gesagt worden fei. Abg. Kaul richtet an Oberregierungsrat Pennrich, der darzulegen sucht, daß das Ant- wortschreiben eine Ablehnung sei, die Frage. War es ein Verbot? Zeuge: Rein. (Bewegung.) Vorsitzender: Die Sache ist doch woyi so: Sie wollten die Verträge nicht genehmigen, aber auch nicht ein Verbot aussprechen. Der Zeuge bestätigt dies. Abg. Kindt meint, die Firma hatte um Erlaubnis für die Schläge bitten müssen. Prokurist Wörne macht darauf aufmertfam, daß kein Verbot bestand. Das R e i ch h a b e das Verbot aufgehoben. Eine Stellungnahme der hessischen Regierung wäre trotz aller Versuche nicht zu erreichen gewesen. Erst am 98. Mai tarn das Verbot; hätte die hesslschs Regierung uns vor Abschluß Der Vertrage eine klare Antwort gegeben, so wäre rein Baum ge- ^^Rach längeren Auseinandersetzungen erklärt Abg. Ritzel: lieber die Unterredung des verstorbenen Oberforstrates Kallenbach mit dem Vertreter der Firma Himmelsbach 'ft nur cm lebender Zeuge da, Oberregierungsrat Pennrich. Dieser gibt auf Befragen zu, daß Ooerforstrat Kallenbach ihm persönlich gesagt hat, er erkenne die Zwangslage, in der sich die Firma Himmels- oach befinde, an, aber man könne ihr nicht helfen. (Bewegung.) * Cs wird dann für etwa eine halbe Stunde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Hierauf wird Landforstmeister i. R. Joseph vernommen. Der nochmals betont, daß er nicht annehmen tonne, Oberforstrat Kallenbach habe eine abweichende Meinung als seine vorgesetzte Behörde gehabt. Direktor Himmelsbach behauptet, Landforstmeister Joseph habe den Finanzminister nur sehr mangelhaft unterrichtet, der Minister haoe daraus den Vorwurf des Landesverrates gegen Die Firma erhoben. Minister Henrich erwidert, er habe sich allerdings geirrt über die ventes, aber an der Sachlage ändert dies nichts. Prokurist Wörne stellt noch fest, daß em Raturdenkmal, die Kaiser- oder Taler-Eiche, entgegen der Behauptung des Landforstmeisters Joseph, nicht von der Firma Himmelsbach gefällt wurde. „ , Gegen 7 Uhr werden die Verhandlungen abgebrochen und auf Samstag 9 Uhr vertagt. Deutscher Reichstag. Trotz der umfangreichen Tagesordnung war das Haus am Donnerstag recht schwach besucht, d. h. der größte Teil der Abgeordneten hielt sich weniger im Sitzungssaal als in den Wandel- gängen und dem Reichstagsrestaurant auf.^llnter diesen Umständen wäre beinahe die ganze Sitzung an der Beschluß Unfähigkeit des Reichstags auf - geflogen, wenn nicht im letzten Augenblick zur Abstimmung übet den Antrag auf Freilassung der inhaftierten kommunistischen Abgeordneten Heckert und Pfeiffer die Mitglieder des Hauses im Sturmschritt herbeigeeilt wären. So kamen denn glücklich 176 für und 143 Stimmen gegen den Antrag zusammen. Die beiden kommunistischen Mitglieder werden also in Zukunft wieder die Linke des Hauses zieren. Darm wurde in die erste Beratung des Initiativantrages der Regierungsparteien über die Erhöhung der Bier - undTabaksteuer eingetreten. Sozialdemokraten und Kommunisten, die die ersten Redner vorschickten, benutzten diesen Antrag, um nicht nur die Bier- und Tabaksteuer abzulehnen, sondern auch das ganze Verhalten der Regierungsparteien in dieser Frage in Grund und Boden zu kritisieren. Die Vorlage ging aber trotzdem dem Steuerausschuß zu, während das Finanzministerium den Regierungsent» wurf, der im Ausschuß abgelehnt wurde, zurückzog. Der Handels- und Konsular-Ver- trag mit den Vereinigten Staaten wurde dem Handelspolitischen Ausschuß überwiesen; dann trat das Haus in die Beratung des Grenzabkommens mit Polen ein, das bis auf die Regelung der Baulichkeiten in den Grenzgebieten angenommen wurde. Auch der Spitzbergen-Vertrag fand die Annahme durch das Plenum, das schließlich in die Weiterberatung des Haushalts des Ministeriums für die besetzten Gebiete eintrat. Die Vorbereitung der deutschen Antwortnote. Berlin, 9. Juli. (TU.) Wie wir erfahren, wird die deutsche Antwort auf Die Sicher- heitsnote Briands gegenwärtig noch im Auswärtigen Amt vorbereitet. Der Entwurf liegt dem Kabinett noch nicht vor. Am Freitag begibt sich der Reichsinnemnini- ster Schiele nach Königsberg zur Tagung des Vereins deutscher Zeitungsverleger und am Samstag fährt der Reichskanzler zu dem angefünDigten Besuch nach Dresden. Es ist daher anzunehmen, daß sich das Kabinett kaum vor Montag über die Antwortnote schlüssig werden wird, so dah die vom Reichskanzler zugesagte Aussprache über die Rote im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages frühestens in der Dienstag-Sitzung stattfinden Dürfte. Die politische Aussprache im Reichstag, die nach der Absendung und Veröffentlichung Der deutschen Antwort erfolgen soll, wird voraussichtlich mit der dritten Lesung des Etats verbunden werden. Der englisch-russische Konflikt. London, 9. Juli. (WTB.) Infolge der ministeriellen Erklärung im Unterhause nimmt die Besprechung der e e n g l i s ch - r u s s i s ch e n Beziehungen in der Presse beträchtlichen Raum ein. Während die „Westminster Gazette" und der „Daily Herald" melden, daß Radowski gestern im Flugzeug eingetroffen sei, glaubt die „Daily Mail" zu wissen, daß der russische Geschäftsträger allen Erwartungen entgegen nicht in London eingetroffen sei. Dem Blatt zufolge befaßte sich das Kabinett gestern nicht mit der Krise in den englisch-russischen Beziehungen. Die Politik der Regierung sei augenblicklich abwartend. Ein wichtiger Faktor sei jedoch die wachsende Unruhe der Mitglieder der Konservativen Partei, die sich Lord Birkenhead in der Forderung anschlössen, daß die Beziehungen mit Rußland abgebrochen werden müßten. Wie verlautet, widersetzen sich sowohl Baldwin wie Chamberlain jeder derartigen Aktion. Der Bruch mit Rußland würde die Lage des russischen Außenhandels beinträchtigen und die industrielle Lage des Landes nicht bessern. Auf zahlreiche Fragen wegen der englisch-russischen Beziehungen erklärte Chamberlain, das Unterhaus habe alle Informationen erhalten, die er geben könne. Tom Williams wies auf die Meldung In Der Bucht von Ohmurs stürzte ein M i l i- waren auf der Stelle 101. Aus Stadt und Land Pf.; Salat, Stück 50 bis Pf.; Rettich, Strecke Gießen—Frankfurt an Sarns- von sen Gießen gefahren, Frankfurt ab 12,57 nachm. Gießen an 2,42 nachm., der Zug hält in Vilbel Groß-Karben, Rieder-Wöllstadt, Friedberg, Dad- tärwasserflugzeug aus einer J etwa 300 Metern ab. Die beiden I tagen der Vorzug 794, Gießen ab 4,39, gefahren. — Strecke Frankfurt — Schlitz: Dom Sonntag, 12. Juli ab, verkehrt der Personenzug 2512 (S) Schlitz ab 4,30 nachm. wie an Werktagen, Aus aller Welt. Schweres Explosionsunglück bei Berlin. Berlin, 8. Juli. (TA.) Heute nachmittag ereignete sich in Britz bei Berlin ein schweres Explosions- und Drandunglück. In Den Detriebsräumen Der Zilmverwertrngsgesell- schäft Eandt & Co. fing ein Filmstreifen Feuer, das schnell um sich griff. Bisher sind zwei Tote und acht Schwerverletzte zu verzeichnen. Zu der Brandkatastrophe in Britz erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die Feuerwehr ist ummterbrochen tätig, um des Feuers Herr zu werden. Sie spritzt Wasser aus einer B- unD drei C-Röhren. Der Lagerraum, in dem etwa 2000 Kilo Fi lme lagerten, ist vollständig ausgebrannt. Von dem anliegenden Wohnhaus Jahnstratze sind die Fenster bis zum dritten Stock hinaus ausgebrannt. Die Zahl der Opfer läßt sich noch nicht übersehen. Die Firma Scrndt u. Co. verarbeitete alte Filme. Das Vandervelde, diese Besetzung sei eine interalliierte und keine belgisch-französische Angelegenheit und setze einen Meinungsaustausch zwischen den Mächten voraus. Die beiden Minister werden morgen ihre Beratungen im Verlaufe des Frühstücks fort» sehen, das der belgische Botschafter zu Ehren Vanderveldes geben wird. Ratifizierung des Washingtoner Abkommens. Paris, 8. Juli. (WTB.) Die Kammer hat das Washingtoner Abkommen betreffend den Achtstundentag ratifiziert. An der Abstimmung haben sich 545 Abgeordnete beteiligt. Rauheim, Butzbach. Ebenso wird auf der also Schlitz ab 4,13, Bad Salzschlirf an 4,37 zum Anschluß an Salzschlirf an Personenzug 556 nach Gießen (Gießen an 7,33). ” Di e Gewerbesteuer-Erhebung des Kreises wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Man beachte Die Bekanntmachung. ** E i n Schwindler treibt gegenwärtig in unserer Stadt sein Anwesen. Er erschien gestern mittag bei Dem Kassierer eines hiesigen Vereins und zeigte einen Schein vor, nach Dem er den Betrag von 19.50 Mk. „für Die von dem Vorsitzenden bestellten Bücher" zu kassieren habe. Als der Kassierer erklärte, ohne ausdrückliche schriftliche Zahlungsanweisung des Vorsitzenden könne er nichts auszahlen, tat der Mann sehr erstaunt, verschwand aber doch schließlich. Dasselbe Mannöver versuchte er Dann bei dem Kassierer eines anderen Vereins, und hier hatte er das Glück, auf seinen Wisch 16 Mk. zu erhalten. Ratürlich hatte Der Vereinsvorsihende keinerlei Bestellung aufgegeben. Da anzunehmen ist, dah Der Gauner sein übles Treiben auch anderweitig fortsetzen wird, fei hiermit vor Dem Kumpan gewarnt und empfohlen, wenn irgend möglich, seine Festnahme zu veranlassen. — lieber Die Tätigkeit eines andern Schwindlers meldet Der Polizeibericht: Zu Der betanntgetoor» Denen Festnahme eines Schwindlers in, Fried- berg ist mitzuteilen, Daß es sich Dort um Den langgesuchten Betrüger Ernst Queiser geb. am 6. Februar 1879 zu Kassel, hanDelt. Er hat bei seiner Festnahme selbst zugegeben, daß er im Kreise Gießen beim Kolportieren Der illustrierten Monatshefte „HessenlanD" etwa 60 Personen geschäDigt habe. Da bisher nur in einem Falle Anzeige erstattet wurDe, werben Die Ge- schäDigten ersucht, Der Kriminalpolizei Gießen weitere Unterlagen zu geben. Filme in großen Bottichen getrocknet zur Gewinnung von Bromsilber. Man vermutet, daß Mel Dabei zulässige Höchsttemperatur von 40 Prozent; überschritten worben ist, so daß Selbstentzündung in Frage kommt. Die bisher heraus- geschafften Leichen, eine männliche und eine weibliche, konnten noch nicht identifiziert werden. , Grohfeuer. ‘ 6,48 nachm. — Strecke Gießen —Grun- uer berg: Von morgen ab erhält der Personenzug Paris, 8. Juli. (WTB.) Außenminister 569, Gießen ab 10,46 Ahr nachm., in Göbelnrod Briand hat heute abend 6.30 Ahr den bet- Aufenthalt; Ankunft in Grünberg 11,28 Ahr gischen Außenminister Vandervelde empfan- nachm. — Strecke Frankfurt —Gießen: gen. Die Unterredung dauerte 45 Minuten. Ab morgen, Samstag, wird Der Vorzug 793 Vandervelde sprach sich über Das Ergebnis s Samstags beschleunigt von Frankfurt nach Der Unterredung mit Briand sehr befriedigt aus. Pressevertretern versicherte er, Die Richtlinien Der belgischen Außenpolitik seien Durch Das LonDon er Abkommen unD Das Genfer Protokoll fest gelegt. Auf eine Frage über Die Räumung Der Städte Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort antwortete _. .. rr^ Blumenkohl, Stück 0.10 bis 1.70 Dre italienische Frnanzkrise. Stück 10 bis 15 Pf.; ©aiatgurien, Rom 9 Juli. Wolff.) Der Finanzminister 70 Pf.; Einmachgurken, Stück 10 bis 15 Psi; De Stefani und der Wirtschaftsminister Ober-Kohlrabi, Stück 20 bis 25 Pf.; Rettich, Rava sind zurückgetreten. I Stück 20 Pf.; Radiescyen, Bund 15 Pf. Der König hat Die Demission angenommen. ■ Er ernannte zum Finanzminister den Grafen <- Fahrplan-Aenderungen. Don Dalji, Den früherren Gouverneur m ^npohd, h^e, Freitag, ab verkehrt auf Der Strecke unD zum Wirtschaftsmimster Den Abgeordneten G rünb e r g—L on Do r s der Werktagszug Belluzzo. 2568 ab Gießen 3 Min. später, also Gießen ab Du?U 2 e i ^n°a b m e an der Hußfeier ist Gießen, den 10. 3uh 1925. das Recht eines jeden freien Staatsbürgers, gleich- Rektor her Landes-» viel welche Stellung er bekleidet. Wie immer wir -Ver 1 UVi. -vuhwv» die Sachen betrachten, der Schritt ist eine UniDerfttÖt» Stampf an läge. Aus dm Schritt des Nun,ms das Lektoratsjatzr 1925/26 wurde der muh geantwortet werden Wenn Rom ohne ®e- DI&cntti$2 Professor Dr. Karl Surfer »um anöten be, uns auskommt, |o wird d,° Republik Rektor unserrn LniPerfilät gewählt. ohne Gesandten beim Vatikan auskommen. Das Echo in Oesterreich. Gießener Wochenmarktpreise. Wien, 9. Juli. (WB.) Der Konflikt zwi- am ^ 3uh 1925 MnDlerpreise). scken Der Tschechoslowakischen Republik unD Dem Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt. Vatikan begegnet in Oesterreich großem Interesse. Butter, Pfd. 2.00 bis 2.10 Mk.; Matte, Pfd. Sie ©tunDe“ melDet bnite, in Wiener katholi- 35 Psi; Käse, Pfd 65 Psi: Wirsing PfD. 40 Pf.; scheu Kreisen sei aus Der Besorgnis heraus, daß Weißkraut M. 40 Pf-I gelbe Ruben, Pichen eine längere Dauer Des Konfliktes 25 Psi; rote Ruben, Päckchen 2o Psi; Römisch- das Vrestiae Der katholischen Kirche I kohl. PfD. 15 bis 20 Pf.; Bohnen, Pfd. 60 Psi; auch^m Ausland- schädigen könne, Erbsen, Psd^ 40 Ps.t Mischgemüs^ Psd^ 20 Pstt Der Gedanke aufgetaucht, von hier aus eine ^omaten, ^fD. 0.80 bis 1.00 ^k., Zwiebeln, Vermittlung zwischen Den beiden streitenden Pfd. 20 Psi; Tcharbarber, Pfd. 20 Pf., P6ze, Parteien herberzuführen. Von einer Persönlich- JPfb. 50 Psi; Kartoffeln neue Pfd. 15 Psi. feit die volitifch Dem Katholizismus sehr naye I Dorrobst, Pfd. 35 Pf-, Kirschen, Pfd. 70 bis stehe, und d^rch ihre offline Stelle , biploma- 80 93t, SeibeKeeren 5ßfb 50 P t Stachelbeeren, tisch zur Intervention qualifiziert erscheine, werde Pfd. 35 Pf. Johannisbeeren, PfD. 35 bis 40 Psi, bereits inoffiziell an Den Vorbereitungen einer Erdbeeren Md- .1-20 Mk.; Himbeeren, Pch. 70 derartigen Vermittlung gearbeitet. Pst 1.20 ' Mk.7°Ei?r IZ bks Ä" PI eines Morgenol^lies hm. nach der alle Informationen, die für den Abbruch der Beziehungen notwendig seien, sich 'n den Händen des Forel gn Office befinden. Chamberlain sagte, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen werde von der Re- qierung gegenwärtig nicht erwog en. Er ver- ivies dann auf seine frühere Erklärung daß die Regierung sich volle Aktionsfreiheit vorbehalten müsse. Konflikt ZWiichenVatikan imh h(>r 5fdhcdbo51owolicie I Bei der (Stettiner Schreibmafchl- UUV nengefcllfcbaft ist Feuer ausgebrochen. Abbernfunq dcs päpstlichen Gesandten Das rasch um sich griff und das Lager ein- " Rom 9 Juli (WTB.) Der „Osservatore Ko- «scherte Der Schaden ist beträchMch. Der Brand' ÄÄ’“’ b'ta hann Huß, das in Prag am 6. 3uli mit be- Thphusepidemle. soliderer Feierlichkeit in Szene gesetzt wurde, der QiuS Düsseldorf wird gemeldet: In Re- Präsident der Republik den Ehrenvorsih und der yiges wütet feit Wochen eine Typhusepi- Ministerprasident die Leitung ehrenhalber ubernom- p e m i c, Deren Ursache noch nicht ermittelt ist. men haben, Hal der heilige Stuhl den Pro- Bisher wurden 36 Todesfälle von Typhusver- gcr Runlins Monsignore Marmaggi den Alls- hacht gemeldet, von denen sich 23 als positiv trag gegeben, entschieden Verwahrung emjulegcn erwiesen haben. Die Seuche verläuft ziemlich und rag sofort zu verlassen. harmlos. Rur ein Todesfall ist. eingetreten. Die ‘Debctfe Augenblicklich befinden sich noch fünf Typhus- tränte im Krankenhause. LM tschechrscyen Senm. In Kranichs elD a. D. 3 Im finD 25 gjer- iöraa 9 Juli. (WB.) In Der heutigen Tonen an Typhus erkrankt. Das BaDen in Sitzustg D& Senats ergriff Senator Rienner der Ilm wurde verboten. (Deutsch-Soz.) nach Der Beratung des 5)anDelS- Hitzewelle in Amerika. abkommens mit Amerika das Wort zu^einer Rede $n ben östlichen Staaten ist eine starke hitze- aber Die ^kugelegen^it Maragg . welle aufgetreten. In Den beiden letzten Tagen klärte: Es ist befreindlich^daß siish ereigneten sich aus diesem Grunde etwa neun (Seiten einer Erörterung der Angelegenheit aus Todesfälle. Eine große Anzahl Gebäude wurde gewichen worden ist. Der Affront, Den per vis beschädigt, hörige päpstliche Runttus gegen Den Präsidenten Durc9 oen 'ÖU9 8 Der Republik und gegen Die Regierung unter- | Flugzeugabsturz, nonunen hat, geht alle Staatsbürger un. Ich glaube, daß der freisinnige Teil Der tschechischen Ration alle Ursache hat, sich über diesen Vorgang auf das Heftigste zu erregen. Sind wir ein selbständiger Staat und haben wir unsere politischen und kulturellen Ziele selbst zu besttmmen, i oder hat eine auswärtige Macht, wie der Wettervoraussage. Vatikan das Recht, sich in unsere Ange- Zeitweise starker bewölkt, tagsüber warmer, legenh eiten einzumischen? Die Ab- später Abkühlung, keine oder schwache Rieder- reise des Runtius an sich ist höchst schläge. belanglos, aber nicht nebensächlich ist Die Absicht, Die Damit verbunden war, das Be- treben, sich in unsere innere Angelegenheiten t Es W'chiMeen. Mainz Msinden vnhantzein.MMl | test Gätennungsoier B - Tagesk- Aatholisches Verein Künstler. - W Wädchenhändler vo spiele: »Die MW - Der Gel Freitag, abend, pür lung ab, in der beschassung beshrvä Sani al Allendl ; tag sand in hiesi berichtet, die Dur j ganze Woche doch- , ben im Sor/e beot ■ ben nüber jum erfa einander gegenüber: Volk und der pe didwig Diehmai tätigfeit der Segne1 ! rzielen, und Düra ; xoßer Etimmenme! 68 Stimmen abgej Bolt 357 auf sich rann IV. erhielt 9 । fauler 3; Mi ( Tchvn kurz nach 8 s ! lokal umstellt, dem | Wahlergebnis. Auf i M, Vie es Allen TiW i,io Uhr, als drängte alles »u i Meisters, um diesem chor unter seinem ne/ pielte verschick yeit, die ich meine" mltgesungen. Der seit", mit der $ tung seines Dirig. -«Ätz. •.St' 2 Cßolftnü’0' „rin Mkf 06’nicT, bcne*h begriiö16 ßcfe'nÖD C d) M und e.n A *Nt die PZ/ibbclM1 auf * S? (idjcriM f*Ä * “ ÄS •".1 ff ®‘- Z-L tot oiel in” (mach übet bie °rM L bet Snlmurf il)1 3 « x Mer Aber es ble'ben noch Frage öer Slenilsat nroWC I Stä Antritt ft rDift Sch Ito. ’ - ? ltarke j)jhe, JS Wen Taqen lUnoe ttmn ? 11 «L * te^6tnQ|x. M. Der i» efn* 2Bln i7 2ran- HBeta tj. ^örjte ein Mili. -<*te sage. fÄr >°ämer. 'Mache Aiidrr, ld Land. m 10. 3uli 1925. der Landes- lt. 925/26 wurde der rl Bürker zum vahlt. arktpreise. Merpreise), eigen Dochemnack: W!.: Maite. W iitling, W. 40 be Rüben, Mächen :n 25 U: Aöinisch- iobnen. Psd. 60 U: lemüle. Psd. 20 U: .00 M.: Zwiebeln. M>. 20 U; Pilze. cuc, Wb. 15 W: chen. Wb. N «t Pf.! Stachelk.-cren. Md. 35 biS 40 U: Himbeeren, Pfd. 70 Pf.; tzutzvenhühncr, f 13 bis 14 U: i 1.70 Ps.: Salat, lurlen, Stück 50 bis ick 10 bis 15 P'.: i 25 Pf.; Rettich, md 15 Pf. ii derungen. Don t auf der Strecke der DerktagsM er also Gießen ad liehen-Grün« Ä 11.28 » d im W ® t von Franlfart naa> :t ob 12.57 * 3ug halt w "rr ladt. Friedberg. ^ nfo wird auf^r a^furt-nL ehrt der an. wie an ME Personenz M 590 *tFS * . treibt 9e9^wär!T?, ■ (Vr erschien ge ’en-, y w® H«rr d-m ^'L sie M.W WsL >°ch sfes? ’b&8$fpConrÖ , sei Wjt? icg-nd .'Jft Q»'!.1 6t W sftÄ* löJ,^,ieren c , mci# §olp°r- etwa o0.^ e"Cb^et ’fn'Ste 0e# $>* leben- rneisterwa 6724c Sonntag, den 12. Juli 1925 Samstag, den 11. Juli 1925 Städte - Billardwettkampf Wietzen - Karlsruhe Eintritt frei! im Klubheim des Ersten Gießener Billard-Clubs „Cafs Amend (Eintritt frei! £.k>*X. Ai "4 / alle gangbaren Breiten auf Lager ZI h Der Z «mvlei und 4 im Dau begriffen. — Die Bürger- h I dahier findet erst im nächsten Pianos, Flügel, Harmoniums liefert unt günstigen Zahlungs-Bedingungen Blnach'M XuwikhanM, Gießen K,1D Jahre statt, da der derzeitige Dürgermeister erst fünf Jahre im Amte ist. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg. 9. Juli. Am Sonntag fand dahier, wie schon kurz berichtet, die Wahl eines Beigeordneten statt. Gewählt wurde der seitherige Beigeordnete Friedrich Fritz mit 275 Stimmen. Sein Gegner Konrad Högy Hl. erhielt 54 Stimmen. Es machten ins- gefirmt 73 Proz. der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bon einer Wahlagitation und einer Trinkerei vor der Wahl war nichts ZiisHr lllvk-M Stück 16 Vs, 10 Stück Mk. 1.50 MdMSM.MllMII Gießen, Neuenweg 32 gigsd CUPREX einzig und allein schnell u sicher Ungeziefer aller Art samt Brut (Nissefier) bei Mensch und Tier. Zu haben in Apotheken und Drogerien- MMMMld Babnbosstr. 27, Feruivr. 1631 Kreis Friedberg. :: Pohl-Göns. 9. Juli. Rach der Berufs- und Volkszählung befinden sich in unserer Gemeinde 135 Haushaltungen. Die Einwohnerzahl beträgt 700, davon 347 männlich, 353 weiblich. Es sind 124 Wohnhäuser vorhanden Prima naßgestreckle Wet-W» ÄÜ3EE Ijerba.Selfe beleu'.a«, nachdem vß dahin alle aru>etcn '"•-’-'kiiv Mittel oertaptm. Lostals B t m -A5 8^0 Miftärtt ©t L- 3S roenblung tft Lerbo-Creu-e v-sonders au )kn. Au oaben m ollen «vorderen. Drogerien uub »jifümerten spd. Frankfurt a. M, 9. Juli. Sn der Vorkriegszeit verkehrten im Frankfurter Hauptbahnh 0 f täglich nahezu 600 Züge. Diese VerkehrSkurve, die in der Rachkriegszeit äußerst gering war, hat sich später wieder gehoben und erreicht augenblicklich die Ziffer von 228 eintreffenden und 233 auSsahrenden Schnell- und Personenzügen täglich. Bierausschanl-Vüsettr Metallabdeckung Bierausschank-Zäulen Ausführungen Vier-Armaturen etc» Polizeiverordnunger. $SÄ 3atoä Lies, 3taW o. Bl., 13 Langestr. 35. Fachmännischer Rat und Besuch kostenlos. gMtss Anläßlich der Großen Fachausstellung^ für das Hotel- und Gast, virtsgcwerbe vom 2.-7. Mai 1925 zu Offenbach a. M. wurde nir für hervorragende Leistungen die Goldene Medaille und der Ehrenpreis der Stadt Offenbach a. M. zuerkannt lungme Lieder. Die Freia Turnerfchsfk und der Gemütlich le itSverein veranstalteten einen F a ck e l z u g. ebenfalls mit der Der- einsfahne voran. Auch die Deutsche Turne r s ch a f t lieh es sich nicht nehmen, an der Huldigungsfeier sich zu beteiligen und dem Bürgermeister die Glückwünsche darzubringen. Es wurden verschiedene Ansprachen gehalten. Für den Gesangverein sprach Wilhelm Luh II.. Friedrich Kersting sprach im Rainen der Freien Turuerschaft und Gemütlichle.tsverein, und Karl Faber brachte die Gluck- und Segenswünsche der Deutschen Turnerschaft dar. Bürgermeister Volk bankte gerührt und gelobte, sein Amt auch in Zukunft treu und gewissenhaft zu führen, wie in den vergangenen elf Jahren, so daß er es vor Gott und Menschen mit gutem Gewissen verantworten könne. Sein Grundsatz sei: Sebent das Seine iGleiches Recht für alle. Er forderte alle Anwesenden auf. dahin zu w.rken, daß jeder in Zukunft bestrebt sein möge, Frieden und Einig. Feit zu stiften, fest zufaminenzuhalten und das Wohl der Gemeinde über die Partei zu stellen. > Dorf-Güll, 9. SuIL Gestern feierten wir hier gemeinsam mit der Gemeinde Holzheim unser diesjähriges M i s s i o n s f e sl. Es ist dies ein alter Brauch, der nun wohl schon 75 Jahre bestehen mag. Don Anbeginn verfolgt dieses Fest den Zweck, bei der Bevölkerung Interesse zu wecken für die Ausbreitung und Förderung der Inneren und Aeuheren Mission. Es findet jährlich am 1. oder 2. Mittwoch im Juli abwechselnd hier und in Holzheim statt. Früher nahm dieses Fest immer einen großen Umfang an. Tausende von Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung trafen sich hier und zeigten damit ihre Opferwilligkeit und Anteilnahme an diesem gewaltigen Hilfswerk. Auch gestern war, begünstigt durch die Witterung, ein starker Besuch festzustellen. Pfarrer K ö d d i n g , Eber st ad t, der nach dem Scheiden unseres Pfarrers Freitag die Vertretung für unsere Gemeinde übernommen hat, richtete zunächst Worte dec Begrüßung an die Versammelten. Gemeindegesänge und Vorträge des hiesigen gemischten Chors wechselten miteinander ab. Als Redner waren gewonnen Pfarrer O b e r s ch m i d t. Frankfurt a. M. und Missionar Maus, Barmen. Letzterer hat 38 Jahre In China gewirkt; äußerst interessant waren seine Ausführungen über seine dortigeen Erlebnisse. Das Schluß- gebet sprach Lehrer Ratz, Oberhörgern. Möge uns dieser alte Brauch noch lange erhalten bleiben. :/: Utphe, 9. Juli. Am Sonntag wurde hier, wie bereits kurz berichtet, der seitherige Bürgermeister Friedrich Dietz, von vier Splitterstimmen abgesehen, e i n st i m m i g wiedergewählt. Von 327 Wahlberechtigten hatten sich 249 beteiligt. Am Abend wurde der „Maien" — nicht Motze wie es in einem andern Bericht dieser Tage hieß — vor seinem Haus aufgepflanzt, ein Brauch, der in der Gegend hier allgemein üblich ist. Der Gesangverein Lorelei brachte ein Ständchen dar, worauf der Beigeordnete Raab in einer Ansprache die Verdienste des wiedergewählten Bürgermeisters hervorhob. Schon der Ausgang der Wahl zeigte, in welchem Maße er das Vertrauen der Gemeinde genießt. * Lumda, 9. Juli. Bei der hiesigen D u r - germeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister H. Schultheiß nicht mit 129 Stimmen, wie irrtümlich berichtet, sondern mit 22 8 Stimmen wiedergewählt. Stimmberechtigt waren 269 Personen. Hiernach haben 85 Prozent für daS bisherige Ortsoberhaput gestimmt. Bevölkerung gut Verfügung. Während bet Hauptprobe werden die vereinigten Posaunen- chdre von ölauberg und Obermockstavt. die in dankenswerter und selbstloser Weise ihre Dienste zur ^Beifügung gestellt haben, auf ein oder mehreren Plätzen unseres Städtchen» Blatz-Kon- zerl veran^altcn. D«r FestgotteSdlenst, der liturgisch retch auigeftattet ist. bringt 2 Massenchöre unter Leitung von Pfarrer Die. Stumpf- Eschenrvd. Die Fcstpredigt hält Pfarrer Rau- mann- Schwickartshausen. Rach einer Kaffeepause beginnt um 4 Uhr die Rachfeier, die bei gutem Wetter auf dem zur Verfügung gestellten Marktplatz, bei schlechtem Wetter in der Kirche gehalten wird. Die Rachfeier steht unter dem a roß en Leitgedanken „Heimat und Vaterland", oem Hof Prediger Widmann- Gedern in der Hauptansprache Ausdruck geben wird. Heimat- und Vaterlandslieder der Einzelvereine unb zwei große Massenchöre werden dtesen Gedanken im Lied verherrlichen und mit verschiedenen Ansprachen abwechseln. Auch der neue Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, hat zu der Rachversammlung sein Erscheinen in Aussicht gestellt. Mit den Abendzügen werden die Gäste nach einem hoffentlich recht schönen Tage wieder unser Städtchen verlassen. •/- Lindheim, 8. Juli. Am Sonntag sand in unterer Gemeinde das erste der drei diesjährigen Gustav-Adolf-Feste unsere» Dekanats statt. Im FestgotteSdienst predigte m eindrucksvoller Weise Pfarrer Göbel. Wolf, der in letzter Stunde für den leider erkrankten Festprediger eingesprunaen war. Gemeindeliedet und Chöre verschönten die Feier. In der Rach- versammlung sprachen außer dem Ortsgeistlichen die Herren Pfarrer Werner, Usenborn, und Pfarrer Göbel, Wolf, als Vorsitzender des Zweigverein» in begeisterter und begeisternder Weise übet die Gustav-Adolf-Sache. Das Fest war sehr gut besucht. Stc».^enburg und Rheinhessen. spd. Offenbach, 9. Juli. Durch planmäßige Detrügereten hat der erwerbslose 45jährige Heinrich Anton Müller von hier zahllose Offenbacher und noch mehr Frankfurter Geschäftsleute um erhebliche Summen geprellt. Müller kaufte gegen eine keine Anzahlung und die „Verpfändung" feine» Schreibtisches von den Geschäftsleuten Waren, besonders Wäsche. Sobald er im Besitz der Waren war, verschleuderte er sie zu Schund- preisen. An die Bezablung der erheblichen Rest- f um men dachte er nicht. Runmebr liefen die Anzeigen bei der Polizei hausenweise ein. Müller ist jetzt aus Offenbach verschwunden und soll in Frankfurt fein Schwindlerhandwerk fort- setzen. — Personalien. Ernannt wurden: Der Lehrer Ludwig Lotz zu Leihgestern zürn Rektor an der Volksschule daselbst: der Lehrer Hermann R a u zu Beuern zum Lehrer an der Vottsichule iU Klein-Linden, der SchulamtSanwärter Fritz Bötticher aus Herbstein zum Lehrer an der Volksschule zu Stockhausen, Kreis Lauterbach, d« SchulamtSanwärter- Ludwig Deubel aus Rudingshain, ^reis Schotten, zum Lehrer an bet Volksschule zu Eichelharn, Krers Lauterbach: der Schulamtsanwärter Georg Pfeiffer aus Gießen zum Lehrer an der Volksschule zu Rimbach Kreis Lauterbach: die Schularnlsanwär- terin Emilie Vierter aus Darmstadt zur Lehrerin an der Volksschule zu Klein-Linoen, Kreis Gießen: der Schulamksanwärter Otto Philipp aus Watzenborn-Steinberg zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Seemei'., Kreis Schotten. " Die Bereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hessen, der eine große Zahl ton Juristen und Äerzten angehören, hielt ihre 22. Tagung in diesen -tapen in Darmsladt unter dem Boriitz des Oberlandesgerichtsrats Dr. M a y e r ab. lieber den neuen Entwurf des Strafgefegbuches referierte zuerst pros. Mittermaier, der den Entwurf eine entschiedene Fortbildung des von W19 nannte und als brauchbar begrüßte. Bemerkenswert und heftig angefeindet i t di- große richterliche Freiheit, die allerdings viel ach ohne genügend fe,te Leitung blerbt und eine ehr sorgfältige Durchbildung der Straf- rcditler fordert. Daneben ist die starke Rücksicht auf die Gesamtversönlichkeit des Täters Xu beachten, die auf die Schuldbetrachtung und die Anwendung der sogenannten sichernden und bessernden Maßnahmen einwirkt. Auch hier liegt natürlich eine gewisse Ge- jc.ijr. Die Verfeinerung des Schuldgedankens kann leicht zu übergroßer Milde führen. UcberatI zeigt sich die Bedeutung psychologischer Schulung. Bemerkenswert ist es auch, daß das gemeinjchädliche Verhallen der Arbeitsscheueii überhaupt nicht mehr bestrast, sondern nur im Arbeitshaus behandelt werden soll, wenn nötig, lebenslang! Während Rechtsanwalt K. Neuschäffer aus Darmftabt bie richterliche Freiheit begrüßte, hielt Professor Graf Dohna aus Heidelberg sie, übrigens mit dem Vorsitzenden, sur viel zu weitgehend. Ministerialrat Balser sprach über die ärztlichen Eingriffe unb freute sich, daß der Entwurf ihnen verständig gegenüberstehe, auch bei der Unterbrechung der Schwangerschaft. Aber es bleiben noch viele Zweifel, so z. B. in der Frage der Sterilisation. Hier blieben der Aerzte- schaft noch große Ausgaben für die Entwicklung ihrer Auffasfungeen. — Die nächste Tagung soll in Mainz stcutsinden und über das Strafenwesen verhandeln. Am Nachmittag wurde der neueingerich- tete Erkennungsdienst des Polizeiamts besichtigt. Bornotizcn. — Tageskalenber für Freitag. Katholisches 2^rernshaus 8 ilfor Konzert blinder Künstler. — Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Die Mäbchenhänbler von Reutzork'. — Ästoria-Licht- spiele: „Die Mäbchenhänbler von Reuyork." — — Der Gewerbeverein hält heute, Freitag, abenb, pünktlich 8.30 Dlhr eine Verfarnm- Itmg ab, in der die Möglichkeit von Kredit-' beschaffung besprochen werben soll (siehe Anzeige). LanokrciS Gictzen. al. A l l e n b o r f (Lahn), 8. Juli. Arn Sonntag fanb in hiesiger Gerneinbe, wie schon kurz berichtet, bie Dürgermei st erwähl statt. Die ganze Woche vorher konnte man ein reges Treiben im Dorfe beobachten. Seit 47 Jahren standen trieber zum erstenmal z we i Kanbrbaten einanber gegenüber: Der seitherige Dürgermeister Volk unb der pensionierte Eisenbahnschaffner Ludwig Di eh mann IV. Trotz der rührigen Tätigkeit der Gegner konnten diese keinen Ersolg erzielen, unb Dürgermeister Dolk siegte mit großer Stimmenmehrheit. Im ganzen wurden 458 Stimmen abgegeben, wovon Bürgermeister Doll 357 auf sich vereinigte. Ludwig Dieh- m an n IV. erhielt 96 Stimmen, Philipp Wall- häufer 3; zwei Stimmzettel waren ungültig. Schon kurz nach 8 älhr abends war das Wahl- kvkal umstellt, berat jeder war gespannt auf bas Wahlergebnis. Auf ben Straßen bot sich ein Dilb, wie es Allendorf noch rächt erlebt hatte. Gegen i/210 Uhr, als bas Ergebnis bekannt wurde, Drängte alles äu der Wohnung des Bürgermeisters, um diesem zu gratulieren. Der Musikchor unter seinem Dirigenten Theodor Wagner spielte verschiedene Weisen, das Lieb „Freiheit, bie ich meine“ wurde von allen Anwesenden mitgesungen. Der Gesangverein „Einheit", mit der Fahne voran, fang unter Leitung seines Dirigenten Köhler vier wohlge- zu merken. Die Wahl nahm einen sehr ruhigen, schönen Derlauf. ,4rcid Alsfeld. >-r> Alsfeld, 8. Juli. (Stadtoorstands- f» yung.) In der heutigen Sitzung gab der Dor- fitzende unter Mitteilungen eine Erklärung ab in der Angelegenheit der Verlegung der H a u s - haltungs schule in Lindheim nach Friedberg. Es fei in Kreisen der landwirtschaftlichen Be- oölterung des Kreises Alsseld das Gerücht oer- breitet, die Stadt Alsfeld hätte die Schule nach Alsfeld bekommen tonnen, die Stadt habe aber dieses Angebot abgelehnt. An diesem Gerücht sei kein wahres Wort, ein solches Anerbieten sei nie- mals der Stadt gemacht worden. Er habe an der beschloßenen Verlegung der Schule nach Friedberg erst durch eine Zeuungsnotiz über die Friedberger Stadtverordnetensitzung Kenntnis erhalten. Die Stadt Alsfeld hätte ^cherlich dasselbe Angebot gemacht wie die Stabt Friedbera. — Voranschlag der Ober - R ealfchule Alsfeld für das Rj. 1 9 2 6. Der Doranfchlag sieyt eine Zufchuß» leiftung der Stadt für das Rj. 1926 in Höhe von 30 773 Mk. vor, während der Doranfchlag für 1925 einen Zuschuß von 32 279 Mk. vorsah. Trotzdem die persönlichen unb sachlichen Kosten um etwa 11 OOO Mk. gestiegen sind, ergab sich eine Derrinsie- rung des städtischen Zuschußes, die veranlaßt wird durch die etwa 10 OOO Mk. betragende Mehreinnahme aus Schulgeld, infolge Der allgemeinen Schulgelderhöhung und durch den Umstand, daß der Anteil der Stabt an den ungedeckten persönlichen Kosten für das Rj. 1926 35 Proz. oeträgt, während er für 1925 40 Proz. beträgt. Der Vor- anschlag wurde ohne Aussprache genehmigt. — Voranschlag der höheren Bürger- Mädchenschule für bas Rj. 1 92 6. Der Voranschlag, der sich mit 12 856 Mk. in Einnahme und Ausgabe beweg!, sieht eine Zuschußleistung der Stadt in Höhe von 3027 Mk. vor. Der Voranschlag wurde gleichfalls genehmigt unter derselben Dor- aussetzung wie im Beschluß vom 19. August 1924, b. h. die Eltern müßen sich verpflichten, den unproduktiven Teil der persönlichen Ausgaben durch ein erhöhtes Schulgeld selbst aufzubringen. Wie der Vorsitzende bemerkte, beträgt diese Erhöhung des Schulgeldes 4 Mk. monatlid). — Vergebung von Arbeiten und Lieferungen: Die noch dem diesjährigen Doranfchlag vorgesehenen Arbeiten für NeuherPellung von Bürgersteigen, für den weiteren Ausbau der Jugendherberge unb für Verlegung der Wasserleitung vom unteren Walkmühlweg, sowie für Ausbesserungen am Zwöls- familienhaus wurden nach den Vorschlägen der Baukommission jeweils an den Wenignehmenden vergeben. — F e sl h a l l e : Für die neuerbaute Festhalle wurde die Anschaffung von zwei Hand- feuerlöschapparaten beschlossen. Bei dieser Gelegenheit wurde von mehreren Seiten angeregt, zur Erzielung einer beßeren Rentabilität der Festballe während des Sommers dort an Sonntagen Dolks- k o n 3 e r t abzuhalten. Der Vorsitzende gab bekannt, daß derartiges bereits geplant fei, das erste Volks- konzert finde am Sonntag, 19. Juli, in der Halle statt. — Verschiedene kleinere Vorlagen, Gewährung einer Mietsentschädigung für vorübergehende Einstellung eines Postkraftwagens in einer Scheune, Erhöhung der Mietsentschädigung für den zweiten Geistlichen und Gewährung einer Vergütung für den Mitprediger an der Dreifaltigkeitskirche wurden genehmigt. — Ein Gesuch um Genehmigung zum Abbruch eines Hauses, an dessen Stelle ein Neubau treten soll, wurde genehmigt, jedoch darf die Niederlegung nicht eher erfolgen, als bis für den Mieter non dem Wohnungsamt eine andere Wohnung beschafft ist. — Eine Anzahl Reklamationen gegen d i e Einschätzung des Wassergelbes wurde nach den Vorschlägen der Finanzkommission erledigt. — Ein Gesuch des Siedlungsver- e t n 5 um Anbringung einer Zapfstelle der Wasserleitung für das verpachtete Kleingartengelände am Friedhofsacker wurde gegen Zahlung eines Waffe» gelbes von 10 Mk genehmigt. — Die her Vorsitzende noch mitteilte, findet morgen in her Alice- ftraße eine Teerprobe mit dem neuen Staub- binöemittel Dialit statt, zu der er die Herren des Stadtvorstandes zwecks Besichtigung einlade. Je noch dem Ausfall der Probe sollen alsdann weitere Straßen damit geteert werben. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 9. Juli. Die Dorbereitungen zu der am Sonntag, 12. Juli, hier ftatt- finbenben Derbandsfeier bet Kirchen- gesangvereine Bübingen, Gebern, Glau- berg, Obermockstadt. Ortenberg, Wallernhausen unb Wenings sinb fast beendet. Heber 300 Quartiere stehen bank bet Gastfreunbschaft ber Hessen-Nassau. Jl Kirchhain, 8. Juli. Die Leber- e g e l f e u ch e, die im hiesigen Kreise zuerst auftrat unb ben Diehbesrtzem so großen Schaben brachte, scheint allmählich zu verschwinden. Es werden nur noch wenige Fälle gemeldet: es steht zu hoffen, baß sie nach unb nach verschwindet. 1( Biedenkopf, 8. Juli. Dom Unglück verfolgt wird die Familie des Wegewärters F i s ck b a ch aus oem nahen Dorfe Eickelshausen. Rackdern vor etwa Jahresfrist die Ehefrau Fischbachs bei einem Bahnübergang von einem Zuge überfahren unb getötet wurde, kam jetzt daS 4jährige Töchterchen der Famllie unter das Auto einer Firma aus Wallau und blieb auf der Stelle t o 1. bl. Dillenburg, 8. Juli. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung dem Kriegerverein den Paradeplay zwecks Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen des Weltkrieges zur Verfügung zu stellen. Die Kosten beS Ghrenmals schätzt man auf 14 000 Mark, bie zur Hälsie von ber Stabt unb zur Hälfte durch eine Lotterie gebeckt werden sollen. Neue 87430 MoM HeiieSommet-üloltn, JM.30PI. 6elöe Jtafienet . . W IM nene magoetjutget. Bin. 12 BI. SrlKßeitfllienildffloinaten Psund 60 Pf., dte Steige mit ca. netto 15 Pfund 8.20 Pf ZliW MsW'ZllMkll Dutzend Mk 1.— Strickwesten Strümpfe Socken emvsteblt 05810 MWm-stkilkmi Karl Beck Nordanlage Ecke Weierstraße Nmandern von Strickjacken au Westen. Anstricken von Strümpfen. ftn Marburg. 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Der Kreistag des Kreises Giehen hat mit ministerieller Genehmigung die Er- Hebung eines Teils der Gewerbesteuer für das Rj. 1925 in Gestalt eines Zuschlags zu den Einlommensteuervorauszahl^ngen beschloffen, und zwar: von 3°/n in der Stadt Giehen und von 18°/0 in den Landgemeinden. Die Steuer wird mit den Einkommen- steuervorauszahlungen und der staatlichen Gewerbesteuer fällig und ist von den Gewerbesteuerpflichtigen gleichzeitig mit diesen Steuern an dem für deren Zahlung mast- gebenden Termin bei der zuständigen Finanzkaffe bzw. der zuständigen Unter- erhebstelle zu entrichten. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung erfolgt Mahnung und Beitreibung auf Kosten des Schuldners. Gießen, den 6. Juli 1925. 6748D Der Vorsitzende des Kreistags. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes 3. August k neue Kurse. . Gießen. Sonntag, 12.Juli: Grünberg—Laubach —Scholten. 5'/, Srd. Abf. 8.16 Uhr. Lrtrall- wagnn- liita (mögt. 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Juli 1925, abends 8*/, Uhr, im Saale des Kath. DereinShauseS zu Giehen, Liebigstrahe. Tagesordnun g: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Jahresrcchnung sowie der Bilanz nebst Gewinn- und Berlustberechnung für 1924. 3. Verfügung über den Reingewinn. 4. Revisionsbericht. 5. Entlaftung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. 7. Verschiedenes. Giehen, den 10. Juli 1925. Der Vorstand und Ausstchtsrat. N. B. Die Bilanz nebst Gewinn- und Derlustberechnung für das Jahr 1924 liegt ab heute bei unserem Rechner, Herrn H. W ö l f e r, Liebigstrahe 68, in der Zeit von 7-8 Uhr abends zur Einsicht der Mitglieder offen. 6723V 52. Mtelrheinischer streirturnfeft zu Giehen vom 31. Zuli bis 4- August 1925 Wir brauchen für die Kartenausgabe sowie für die Kontrolle an den Eingängen eine Anzahl Leute (abgebaute Beamte und dergleichen), die möglichst bei früheren Festen in ähnlicher Position tätig waren. Soweit nicht persönliche Meldung bereits erfolgt ist, erbitten wir schriftliche Bewerbung an den Unterzeichneten, Schanzen- stratze 12, bis Montag, 13. Juli, eintreffend. Der Finanzausschuß: Bergen, 1. Vorsitzender. 6745c instrumenre und Zubehör taufen Sie gut und billig bei ßeliöDl Kitiiier MtallenWung Schiffenberg. Wen 16 izwischen Berg- und (yutenberniir.) ,,tiD Preisliste gratis. Kopfläuse beseitigt radikal „Eaa. alement“. E Karn, Drogerie, Schulstraße, 4U,D Carl Seibel, Germania - Drogerie. Frankfurt Str. 39. Villa IM Vorort v. Glesien, 9 Zimmer, Badez., Küche und Zubehör, ca. 2 Morn. Garten, auch als Sommerfrische geeignet, bill. zu verkaufen u. nach Kauf sof beziehbar. Schr. Ann. u. 05807 an den Giesi. Anz. Gebrauchter MtzekSItz- nnö clezemsW sehr billig zu verk. Rodheimer Str. 2 Stgb. rechts. Anzus. 12—2 mitri6-8qbdS. Jedes Quantum grüne Erbsen ZU verkaufen Leihgest. weg 2\. Teleph. 1308. oww Am Dienstag, dem 7. 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H. B. statt. Der Vorsitzende. Wer erteilt für drei Wochen einem Quin» inner Unterpacht in Latein ? Sehr. Ang. m. '4'reis u. 05811 a. d. G. Anz. Befielet Sen W Frau ZUM HJoffflen, Blüten nnö Ansvefiein Oer Sörner-Böldje. (Schriftl. Angebote unter 05814 an den Gtesiener Anzeiger. Größere WimAgst Nähe Glesiens zirka 3 0—400 qm Räume, darunter schöner Saal, sehr geeignet für Zigarren-, Papierfabrik ob. dergl., günstig zu verpachten. Genügende Lagerräume auch vorhanden. Schr. Ang. u. 05803 a. d. G. Anz. Tüchtiger WMtv Milse auch Heimarbeiter, sofort gesucht. 06813 Wolkengasse 16. Saubere putzsrau gesucht. 05822 SclterSwea 33 Laden. bester Marke, gegen bar zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote mit Angabe v. Preis u. Marke u. 05826 an den G. Anz. erbeten. Altes Blei tBletröhrem kauft Brühlsche Druckerei U,D Schulitr. 7'9. Notare allerbeste Fabrikate, in allen Größen allerbilligsL 1605 c Jarl Schunck. teHÄ Sonntag, 12.Jnli: Frankfurt. Abfahrt 9.42 Uhr, Sonntagskarie 4. Klasse. 6734c Ml. 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H. 518 an den Giesiener Anzeiger. r,^A A Zrcrtag, 10. Juli 1925 Giehener Anzeiger (Senerai-Anzelger für Gverhessen) nt. 159 Zweites Blatt Jarten) re Oe. A.-V, D. n. ftern. Iu» v fl- z- 1. it. 'V ib. t. ite an ig. 5517 leit): Dl. it V L, ing ilcher Katalog in Form einer gröberen Deröfsentlichung ist in Vorbereitung — in bescheidener Weise nicht die Absicht als zielgebend hinstellt, Meisterwerke von allerhöchster Qualität und allergrößtem internationalem Wert zu einer vereinigen, so ist doch eine ganze Reihe von Bildern zu erwähnen, deren Wert und E.genart sie sehr nahe dem Vorraum zum Allerheiligsten Hefner, GefiOreipul Hftnsfadf R 3 allerbeste Fabnka- te, in allen Größen ». allerbilligsi Carl Schunck. en 24. rd allergrößtem inter- öffentllchen Schau zu bk, Ä n,dk- ■b brache ^ch Uhr, Der Prozef; gegen Angerftein Fortsetzung der Zeugenvernehmung. Bühne _ , , ______ ... den ganzen Abend über erfolglos bekämpft wurde. Der „Erfolg" des Abends, wenn man so sagen „Fortuna". Wir erinnern1 noffl- malsandnösE tag staiifiidendc, Ai-LMM t« Lollar. abcnd » = । ®6U ä Vanderf-^ 5.00 SfiSjei Sektion Gielen. 11, und 12. Juli: Abfahrt Samkiag L25 Uhr nach Cbet> WldderShelin. Marsch über Glaub- tal - Rclppenl - Schollen lubernaa? tenl.2oimiaaMarlch iiberHoherodskov Jägerhaus-Grün berß.___ S$Ä ML darf, stand auf vier Augen: Kurt Joachim Baum (Robert Heinecke) und Felix Norfolk (Graf von Traft). So mancher Literaturfeuilletonismus dieser beiden Rollen wurde im Spiel lebendig. Baums jugendlich aufwallender Robert brach überströmend aus in Schmerz und Freude, wie er in Selbstbeherrschung auch hier die Grenzen sprengte — pendelnd zwischen oben und unten, aufstrebend, doch noch echne Wr^zelhalt irn neuen Boden, Stürmen der Leidenschaften vielseitig preisgegeben. Norfolks Graf sicher gegründet auf 'selbstgebautem Fundament, in dessen Mörtel kein Stäubchen Un- Arn Tage steigt das Thermometer in der Sonne über 50 Grad, europäische Soldaten ersticken in den , — .— .... . Schützengräben, und die Nächte sind so schwül und I Verletzung zu erleichtern und zu gestehen. foncn mit diesem Beil zu erschlagen, die seiner Frau einmal älnrecht getan hätten. Von Selbstmordgedanken hat Angerftein damals nicht gesprochen. Die Schwiegermutter habe oft Die Suppe anbrennen lassen, das Dienstmädchen sei unsanber gewesen, und dann hat er die Erlebnisse vom Montag geschildert, wie er einen nach dem andern niedergeschlagen habe. Angerstem I Cr schildert ihm, wie der ungefähre Gang gewesen sein werde: erst die älnterschlagung, der damit verbundene Verlust seiner glänzenden Slel- 1 lung und nun den gereiften Entschluß des Angeklagten, nunmehr alles zu vernichten. Der Angeklagte beteuerte immer wieder, nichts getan zu haben. Der Zeuge erklärte hierauf dem Angeklagten, daß ihm dann weiter nichts übrig» bleibe, als den Angeklagten den acht Zeichen gegenüberzustellen. Da der Angeklagte immer noch kein Geständnis ablegen wollte, wurde er auf einer Bahre in die Leichenhalle gebracht. Hier lagen die acht Opfer nebeneinander auf dem Boden, auf der einen Seite die vier männlichen, auf der anderen Seite die vier weiblichen Ermordeten: in der Mitte blieb ein schmaler Gang. Auf diesen Gang wurde die Bahre mit dem Angeklagten niedergeseht und diesem wurden die Reichen einzeln gezeigt. Der Angeklagte sah sich die ILeichen an, bat, als ihm die feiner Frau vorgezeigt wurde, etwas höher gehoben zu werden, damit er besser sehen könne, gab aber keinen Ausdruck der Teilnahme oder Erregung zu erkennen. Angerstein wurde nun wieder in sein Krankenzimmer zurückgebracht und der Zeuge will den Eindruck gewonnen haben, dah der Angeklagte ein Gefühl der Erleichterung hatte und daß er jedes Wort, das gesprochen wurde, werm auch mit geschlossenen Augen, verfolgt hat. Die dritte Vernehmung des Angeklagten fand am 3. Dezember 1924. nachmittags zwischen 2 und 3 Tlhr, durch den Zeugen statt. Hier erklärte der Angeklagte, das) er die Summen, die er angeblich unterschlagen habe, jederzeit ersehen forme. 3m übrigen hat der Zeuge diese dritte Vernehmung nur als örtlich zuständiger Richter protokollarisch festgelegt, das eigentliche Geständnis ist zu Protokoll des spateren Zeugen, Amtsgerichtsrats Kühne aus Herborn, festgelegt worden. Der nächste Zeuge ist der Polizeibetriebs- assistent Wagner aus Ha'ger. Dieser kam am 3. Dezember 1924 in das Krankenzimmer zu dem Angeklagten, um ihn zum Geständnis zu bringen. Der P ol izei betriebs assist ent R e i ch a r d t — der nächste Zeuge — befand sich bereits bei dem Angeklagten. Zeuge begrüßte den Angeklagten und unterhielt sich mit ihm über den Vorfall. Er hielt ihm vor, wo Angeklagter am Montagnach- sicherheit der alten, abgebrochenen Grundmauer ein- geschlossen ist. Nita Andres Alma gehört noch mit in die Spitzenleistungen des Abends; sie brachte viel dirnenhaft eitle Dummheit in ihre Szenen. Die nicht sehr glückliche Leonore spielte Elfriede Basedow schlicht und herb, der Lebejüngling Kurt fand in Max Hofmann einen glatten, lebendigen Darsteller. Ein ganz prächtiges Paar, fabelhaft in der Maske, von laxer Breitheit im Spiel, schmutzig breit in der Sprache, war das Ehepaar Michalsky (Carl Juhnke und Erika Rohr). Die übrigen Figuren des Vorder- wie Hinterhauses, wichtig im Gegenspiel, fielen leider stark gegen die vorgenannten Leistungen ab. Dieser ganz primitive Vater Heinecke: Wenn doch Herr Goll einmal vergessen könnte, daß er Komiker ist! (Dies: ,Zch Dcrflucf) dich doch noch" mit der Kohlenschaufel in der nicht gelähmten Hand — ich hab's erlebt, daß da Leute im Theater geheult haben vor Erschütteruna!) Die ganz schlichte Frau und Mutter Heinecke (Luise Jüngling) ermangelte doch vieler Güte, die aus tiefstem Born der Mütterlichkeit schöpft — der Schmerz dieser Frau überzeugte nicht Auch mit Adolf Te 1 eky hat man schon viel öfter sympatisieren können als diesmal; die mangelnde Durchblutung der Rolle (mag die an sich blutleer sein), im Anfang nicht merkbar, solange die Luft im Hause Mühlingk noch temperiert und wohl ventiliert ist, ward am Ende in der Schlußszene ganz offenbar. So blieben doch zu viele Wünsche gerade bezüglich einer einheitlichen Durchdringung des Stof- fes offen, als daß man sich mit der Aufführung als Ganzes einverstanden erklären könnte. Mag es an mangelnder Vorbereitungszeit liegen oder woran sonst, im Leben entscheidet nun einmal der Erfolg. Zum Schluß gab es Beifall. Auch Blumen. Hätte man — wir haben immerhin sommerliche Hochsaison — einen geeigneteren Griff in der A u s- wähl des Stückes gehabt, wären Künstler und sen Wen billigst ÄM. Uiiiim WUW I h”c,§roett ge,I IJm u. tjn Miti WUotMi t.Telephon 2403. t ^."kgbr.KIov. ^Harmonium» bringt. Da ist ein Fra A n g e l i c 0 , aus Wiesbaden herbeigebracht, die thronende Madonn 1 mit Engeln und der Heiligen Katharina darstellend, mit Originalrahmen, Holz, auf Leinwand übertragen, an Pracht und Innigkeit vieles überragend. Da ist das Porträt eines Goldschmiedes von Lorenz Lotto, von ganz seltsamer Gebärde und Farbwirkung, und noch ein Venezianer, Tintoretto, mit einer Kreuztragung Christi. Roch einmal nach Florenz zu gehen: der Zufall stellte vier Bilder Agnolo Bronzinos zusammen. aus dem Besitz des Landgrafen von Hessen, von Mumm und von Rothschild, davon das Brustbild eines jungen Mannes wohl das interessanteste. AuS Rothichildschem De ih stammt auch der große Franz Hals, das Bildnis der Cme entia von Derestehn. Zwei Franzesco de Goyas, zwei Wirtshausszenen von 3 a n Steen, Rubens, Rembrandts, Spanier, Deutsche, viele noch Unbenannte. von Be'aimten selten Gesehenes — die Ausstellung wird reichen Stoss zu fruchtbarer Diskussion und lebendiger Anregung geben. Die Stadt Frankfurt hat ihren alten Ruf als Sammelstadt und Kulturzentrum von neuem bekräftigt, um so eindringlicher, als nicht öffentliche, sondern private Kunstgesiimung hier getätigt wurde — dem Städelschen Institut aber gebührt der Ruhm, lebendig mitgearbeitet zu haben, anregend und befruchtend, Wächter der Kunst nicht hinter trübem Fensterlicht, sondern Künder und Herold vor geöffneten Lempelwren. e-s. Madrid und Marokko. Don E. von Ungern-Sternberg. Madrid, Ende Juni. Qenbarmcn und Wachen, galonnierte Diener in Kniehosen und geschäftige Sekretäre umstehen den Eingang zum Präsident|chaftspalaft an der (Eaftel- lana, in dem hinter dreimal verschlossenen Türen die spanisch-französische Marokkokonferenz tagt. Geheimnis umgibt die Verhandlungen, und Schweigen soll über die Verlegenheiten hinweghelfen, die sich der Versamlung auf Schritt und Tritt bieten. Der Vorsitzende, General Jordana, der Regierungschef, Marquis Admiral Magaz, Stabsoffiziere und Dl- ilomaten kommen und gehen, und in den Dorfalen itzen geduldige Journalisten, um zu "fahren, was ie fchon lange wissen, nämlich, daß das Risgeotet blockiert werden soll, daß Frankreich und -Spanien den Frieden wollen, und daß Add el Krim noch immer kämpft. v .. m , Sonnenglut brennt über Madrid, nur am Nach. Mittage ballen sich über dem Guadarrama blauschwarze Wolkenmassen an, und grelle Blitze zucken über dem Horizont. Ein heißer Wmd fegt dann über Recolctos und die Caftellana, schüttelt die schmächtigen Palmen an der Plaza de Colon und die hohen Bäume vor dem Präsidentschastspalais. Die Luft ist unerträglich schwül, die Konferenzmit- glieder müssen ihre Mappen zusammenpacken und sich zur Erholung in die lustigen Hallen des Ritz- Hotels begeben, wo eine weiche Zigeunermusik die Sorgen einlullt. Die Sitzungen schreiten langsam vorwärts, Berge'von Schwierigkeiten liegen vor ihnen, die man gern umgehen möchte, und so machen die Herren Auszüge in den Escorial ober nach To- lebo, wo das Marokkoproblem nicht brückt. Marokko ist so nahe von Spanien, nur bie etwa 30 Kilometer breite Meerenge trennt bie beiden feindlichen Länder. Aber es ist weniger bas tiefe Wasser, bas Spanien unb Afrika scheibet, als eine unüberbrückbare Mauer von Vorstellungen unb Jbealen, die nur durch blutigen Kampf niederge- rlsien werden kann. Der Südwind trägt den Odem Marokkos nach Madrid, ein direkter Telephondraht verbindet den Konferenzsaal mit dem Hauptquartier in Tetuan, und Tetuan wieder steht in Verbindung mit dem französischen Teile Marokkos. Tetuan, die alte Maurenstadt, ist heute bie spanische Vorwacht gegen bas roilbe Rif, gegen bas undezwun- gene Reich Abb el Krims. Das Schwert ist ber Schlüssel zum Himmel, lehrt ein Spruch des Koran, und die ihre Glieder im Kampf verlieren, denen werden Engelsflügel wachsen. Für die wilden Berber des Rif hat der Tod keine Schrecken, denn im Kampf mit den Christen ist ihnen das Paradies sicher. Für sie ist der Glaube keine abstrakte Möglichkeit, sondern die Religion ist ihnen offenbarte Wahrheit, der tiefste Sinn ihres Lebens, an dem zu zweifeln, das Leben verneinen hieße. Man soll aber die Berber nicht idealisieren. Nachkommmen ber Numiben unb Vanbaien, man« beln sie auch heu« in den Fußstüpfen iljiw grausamen Vorfahren, sie (mb Kulturzerstörer, weil sie keine Kultur haben, und weil sie bie Verfeinerungen Europas hassen unb verachten. Als geborene Krieger haben sie von Europa nur ben Gebrauch der modernen Kriegswaffen gelernt. Sie sind unübertroffene Schützen, verstehen auch mit Handgranaten und Maschinengewehren umzugehen, da sich in ihren Rcihqn Europäer befinden, Instrukteure aller Nationen, die im Weltkriege brotlos geworden sind, und die nun als Glücksritter bei Add el Krim Dienste genommen haben. In ihrer Lebensart sind die Berber erstaunlich mäßig, es ist aber fast unmöglich, ein kriego-rifches Volk zu besiegen, das ein unzugängliches Gebirgsland ohne Zufuhrstraßen bewohnt unb zulrieben mit einer Hanbvoll Datteln unb Zwiebeln lebt. Die Art bes Kriegführens ist grausam. Abb el Krim z. B. hat ben Caibs der Stämme, die sich ihm nicht auf den ersten Befehl anschlossen, bie Ohren abschneiben lassen, sie in Weibergewänber geflcibet unb unter Peitschenhieben als abschreckenbes Beispiel burch bie Duars treiben lassen. Die äußeren Mauern von Fez würben mit ben blutigen Köpfen Hingerichteter Rebellen verziert, bie auf langen Stäben in ber Sonne börrten. Auch bie Rifberber pflegen keine Gefangenen zu machen, unb wenn es boch geschieht, so tun sie es, um ein Lösegelb zu er- halten. Wenn bei Bibane, Tazza, Uazzan ober lau« nat die Schlacht tobt unb die Franzosen ihre vor- geschobenen Stellungen aufgeben müssen, so kann man sich in Europa keine richtige Vorstellung von den Dualen eines marokkanischen Krieges machen. Gießener Stadttheater. Sudermann: „Die Ehre". Gastspiel bes Kurhauslhealers Bad-Nauheim. Stofflich: Natürlich kommen solche Dinge bauernd vor. Wenn sie Staub aufroirbeln, gerät ein Zimmer, eine Wohnung, bestenfalls ein ganzes Haus ein wenig durcheinander. Alles andere geht feinen Gang. Hie und da staubt es auch; heute, morgen, später . . . Problematisch: Das wa»' 1889 im Les« singtheater Berlin natürlich ein Ereignis. Das erregte nicht nur Berlin — jeder Einzelne allerorts wurde hier durchgerüttelt. Das war neu. Das hatte noch niemand gesagt, das war „Natur", war ,Leben"; das waren Probleme! Einmal gejagt freilich, verlor das Wort an Farbe und Klang. Es bleichte im helleren Lichte des roeitereilenben Tages. Uns packt es nicht mehr; Problem ward Evifode, Ereignis in Parenchefe (ein wenig Staub? Ach ja). Dramatisch: Handfester Naturalismus, Klaue des jungen (32jährigen) Löwen, Erstlingswerk. Grünem L eit>. -.Schock? 6Uc heiß, daß (einer der Offiziere in feinen Zelten fchla- fen kann. Verläßt aber jemand in ber Verzweiflung feine geschützte Stellung, so fällt er von ber nie fehlenben Kugel bes Rifkriegers. Fremdenlegionäre unb Scncgaljolbaten allein genügen aber nicht im Kriege gegen Abb el Krim. In ber spanischen Zone beginnt bereits bei Tetuan ber Gefahrenbereich. Die Eisenbahnzüge tonnen nur am Tage verkehren, ba sie in ber Dämmerung ber Nacht von feinblichen Schwärmen deschos- fen werben, unb auf ben naheliegenden Hügeln knattern bereits die Schüsse der Anhänger Abd el Krims. In Tetuan brodelt bas Dölkergemisch Marokkos. Es ist bas Zentrum ber von Isabel vertriebenen spanischen Guben, ber Sepharbiten, bie hier einen ganzen Stabtteil, bie Juberia bewohnen, unb bie in Kleidung unb Sitten treu bie Gebräuche früherer Jahrhunderte bewahrt haben. Sie halten sich für bie Aristokraten unter ben Guben unb schauen lächelnd auf manchen europäischen Adel herab, ba manche unter ihnen ihren Stammbaum birett von den alten jüdischen Königen unb von ben Mokka- bäern herleiten. Trotz bes Unrechtes, bas ihnen Spanien vor Jahrhunberten angetan hat, ist ihre An- hänglichkeit an bas Mutterlanb groß; ihre Umgangssprache ist ein etwas veraltetes Spanisch, bas nur jetzt in den gebildeteren Schichten, dank den Schu- len und der Propaganda der Alliance Jsraelite, vom Französischen verdrängt wird. Auch heute noch trennt die marokkanischen Juden von den Mauren, Arabern und Berbern eine Kluft. Die herrschende Bevölkerungsklasse bilden bie Mauren und israelitischen Araber unb im Rifgebiet die Berber. Die Mauren sind stolz unb geschmeidig, dem Christen gegenüber falsch unb oftmals tückisch. Geber von ihnen trägt bie Mienen eines Königs zur Schau, selbst der Bettler in seinen ab- stoßenden Lumpen will als Heiliger erscheinen unb blickt fast verächtlich auf ben Europäer. Wenn ein vornehmer Maure im langen weißen Burnus unb bunten ober gar grünen Turban langsam auf seinem Maultiere burch bie krummen Gassen reitet unb fein Kritiker vielleicht glücklicher bei ber Arbeit gewesen. Das mag, Kritik ber Kritik, für beibe Teile eine Entschuldigung sein. Dor wem? Gegenseitig! Vor dem künstlerischen Gewissen. Dem Publikum —was ihr wollt! e=s. Städelsches Kunstinstitut. Ausstellung von Meisterwerken alter Malerei aus Pribatbesth. Das Stäbelsche Kun st Institut zu Frankfurt a. M. wird für bte nächsten Wochen trotz der ihrem Höhepunkte entgegengehenden Sommersaison den Brennpunkt des hess'.schen — und darüber hinaus — Kunst Interesses bilden. Ist es doch gelungen, einen seit vielen Jahren gehegten Wunsch, alte Meister aus Frankfurter Privatbesitz der Oessenllichkeit zu zeigen, endlich erfüllt zu sehen. Das 25jahrige Jubiläum des Städelschen Museums-Vereins hat jetzt den Anlaß zu der AussteUung gegeben, die am Mittwoch unter der liebenswürdigen Führung des Museumsleiters. Herrn Professor Dr. S w a r z e n s k i, der Presse gezeigt wurde. Es kann nach einer ersten, flüchtigen Orientierung nicht die Aufgabe fein, hier umfassend und tiefergehend das Material kritisch zu würdigen; möglich und als erste Einführung zweckdienlich erscheint lediglich die Wiedergabe des Gesamteindruckes unter Einschaltung ganz kurzer Betrachtungen über besonder- auffallende Kunst- schähe. Rach den Zähren, in denen Znslationswellen manches Goldkorn über den Frohen Teich hinüber- spülten, zeigt hier, glücklich machend, ein Blick, dah doch noch Vieles, schwer und wert belastet, auf dem Grunde liegen geblieben ist. älnd das ist nicht allein Freude am Roch-Besitz, daS ist — den Hut ab — Derantwortungsbewuhtsein und — die Hand her — lebendige Verbundenheit mit den Ewigkeitswerten der Kunst. Wenn das vorläufige Verzeichnis — ein ausführlicher, wissenschaftlicher (Eigner Bericht des „Gießener Anzeigers". — Nach- druck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.) Vierter Derhandlungstag. ♦ Limburg, 9. Juli 1925. Zunächst wird Amtsgerichtsrat v. Hemskerk vom Amtsgericht Dillenburg als Zeuge vernommen. Er schildert eingehend, wie er am 1. Dezember v. I., abends gegen 7 Uhr, die Nachricht von der Tat erhielt unb welche Vorkehrungen er baraufhin ge- 1 «toflen hat. In ber Angelegenheit würben hn Lause des Abenbs in Sechshelden auch zwei verdächtige Personen verhaftet, von benen die eine eine Brandwunde hatte. Sie wurden aber bald darauf wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 2. Dezember hat nun der Zeuge den Angeklagten als Zeuge in der Angelegenheit vernommen, ba ber Arzt, der den Angeklagten operiert hatte, erklärte, Angeklagter werde höchstens noch zehn Tage leben, erjolate bie Der» nehmung Angersteins als Zeuge eibligj, unb zwar aus prozessualen Grünben. Der Angeklagte war, wie Zeuge betunbet, bei ferner Vernehmung bei vollem Bewußtsein. Er erzählte bie Geschichte von versucht, so ist es ein Anblick, den man nicht vergißt. Sie sind fanatische Mohammedaner, unb trotz ber engen Berührung mit den Christen ist kaum je ein Maure zum Christentum bekehrt worden. Wenige Mauren genießen eine europäische Bildung. Einige wenige studieren auf der mohammedanischen Universität in Fez, die meisten aber begnügen sich mit dem Unterricht in den Tamas, d. h. in den öffentlichen Schulen der Moschee, wo sie den Koran auswendig lernen und bann den Titel Si. b. h. Herr, ober Sibi, großer Herr, führen bürfen. Die Religion ist es, bie Berber unb Mauren zusam- menschmiedet, benn die Rifberber sind im Vergleich zu ben stark verweichlichten Mauren Wilbe geblieben. Der Madriber Kaufmann soll nun über bas weitere Schicksal ber Gebiete jenseits der Meerenge von Gibraltar entscheiden. Es ist nicht ein Kampf ber Spanier und Franzosen mit Abb el Krim, es ist ein Ringen ber westlichen Zivilisation mit bem Geiste Afrikas. Unb cs scheint, baß man sich bort drüben hinter dem Diebel Musa wenig oder gar nicht um die Beschlüste kümmern will, die am grünen Tisch gefaßt werden. Die Konferenz hat die Blockade des Rifgebietes beschlossen, und franzo- bem UeberfaU durch Einbrecher in abgebrochenen Sätzen, wie es eben ein Kranker zu tun pflegt. Die zweite Vernehmung des Angeklagten hat Zeuge an demselben Tage zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags vorgenommen. Bei der Vernehmung am Morgen bat der Angeklagte noch ben Zeugen, sein (des Angeklagten) Frau zu grüßen und zu sagen, es gehe dem Angeklagten besser, sie solle sich seinetwegen nicht beunruhigen. Der Angeklagte erwähnte auch, daß der Zeuge Wagner, der ihm am Montagnachmittag 200 Mark 'zurückgegeben hatte, noch eine Quittung über diesen Betrag erhalten müsse. Bei der Vernehmung am Nachmittag sagte der Zeuge dem Angeklagten die Tat auf den Kopf zu unb hielt ihm bie gegen ihn sprechenden einzelnen Verdachtsmomente vor. Der Angeklagte tat zuerst, als wenn er nichts verstände und erklärte: „Ich verstehe Sie nicht!" Als ihm ber Zeuge erklärte, baß Anger- steins Frau tot fei, rief ber Angeklagte: „Meine arme Frau!" mit einer Stimme, bie Zeuge als „markiert" bezeichnet. Zeuge riet bem Angeklagten nunmehr, fein Gewissen angesichts seiner schweren gab an, daß er zuerst mit feiner Frau gemeinsam aus dem Leben scheiden wollte, dost diese aber dann seinen Vorschlag abgelehnt habe, cv sei dann in mächtige Wut geraten. Rach Ablegung dieses Geständnisses verfiel der Angeklagte in einen einflünbigen Schlaf. Am Abend erzählte er noch feiner Umgebung von den Unterstützungen, die er feinen Verwandten habe zukommen lassen, er hatte auch das Leiden seiner Frau nicht mehr ansehen können und hätte alles auf die Dauer nicht mehr weiter aushalten können. Der Zeuge bekundet auf Befragen, daß er auf Verlangen von Angerftein früher einmal für diesen ein Kaninchen schlachten mußte, weil der Angeklagte angeblich kein Blut sehen kann. Unter allgemeiner Spannung betritt nun der Bruder des Angeklagten, der Katasterober- sekretär Max Anger st eitz aus Essen, als Zeuge den Saal. Der Zeuge erklärt, daß er von dem ihm zustehenden ZeugniSverweigerungs- recht keinen Gebrauch machen wolle, daß er sich aber Vorbehalte, auf Fragen, die feinem ober feiner Angehörigen Ansehen schaden lönnten, die Auskunft zu verweigern. Der Vorsitzende erklärte, dah er keine Fragen stellen werde, worauf der Zeuge mit seinen Ausführungen beginnt. Er gibt in fliehender Rede ein anschauliches Bild seines Lebens von seiner Jugend an. Seine Eltern haben 10 Kinder gehabt, von denen der Angeklagte das siebente gewesen ist. Seinen Bruder Fritz habe er eigentlich nie richtig kennengelernt. Als der Angeklagte geboren wurde, war der Zunge 12 Jahre alt. Der Zeuge ist dann im Jahre 1907 ins Ausland gegangen unb erst im Jahre 1920 nach Deutschland zurückgekehrt. Er hat nach seiner Rückkehr 1920 auch der Familie Angerstein einen Besuch abgestattet. Seine Schwägerin Käthe bezeichnet der Zeuge als weich veranlagt, die immer viel weinte und über ihr Leiden sprach. Ende April 1924 erhielt der Zeuge von Frau Angerstein einen Brief, es war der erste dieser Art. Sie schrieb in diesem Briese u. a., Zeuge werde sich wundern, von ihr einen Brief zu erhalten, sie fei aber so elend und werde Wohl bald sterben, nur der Glaube an Gott und den Heiland erhalte sie noch aufrecht. Diesen Brief I hat der Zeuge anfangs Mai beantwortet, der Die Aufführung stand unter einem Un- Sa lag eine ständige Spannung zwischen und Zuschauerraum, die von der Bühne her । N!M Sonntag, ir.Juli-, । Frankfurt. ' Abfahrt 9.42 Uhr, 11 SonniagSlane 4. ftlafie. 6734o mittag überall in der Stadt gewesen uxar. Der Angeklagte bestritt dies erst alle?, gab es bann aber doch zu. 2Us der Zeug: ihn fragte: ..Wer sind nun bie 20 Räuber?", hielt Angeklagter die Hand vor sein Gesicht und stöhnte. 3cugte sag'.« nun, indem er m.t der Hand auf den Angeklagten deutete: „®a liegt er!" Darauf fuchtelte Angerstein mit den Händen in der Lust herum unb rief: „Ruß. Ruß. mir wird ga:y schwarz!" Zeuge erklärte nunmehr, Angerstein soll ihm nichts vormachen. er solle fein Gewissen erleichtern, er wolle doch wieder gesund werden, worauf Angerstein erwiderte: „3a, ja. ich will wieder gesund werden!" Der Zeuge gab dem Angeklagten bekannt. dah fein Bruder gekommen fei. unb ob er in dessen Gegenwart vielleicht ein Geständnis ablegen wolle. Der Angeklagte bejahte dies, woraus ber Bruder geholt wurde. Rach kurzer Begrüßung ries Angerstein dem Bruder zu: „Spucke vor mir aus!" Dann legte der Angeklagte in Gegenwart des Bruders ein umfassendes Geständnis ab. verlangte aber vorher, daß Zeug« das Zimmer verlasse, da er nur von ehrlichen Leuten umgeben fein wolle. Der Zeuge bekundet weiter, daß der Walzenrevolver, der am Abend nach der Tat im Schlafzimmer vorgefunden worden ist, nicht geladen war. Der Zeuge hat trotz eifrigster Rachforschungen auch nicht feftsteilen können, daß der Ermordete Kiel am Montagmorgen in irgendeinem Geschäft in Ha'qer Brötchen gekauft hat. Der Angeklagte selbst sei als gottesfürchtiger unb Wohltat ger Mann in Haiger bekannt gewesen. Der nächste Zeuge ist der Polizeibetriebs- affiftent Reichardt aus Haiger. Dieser bestätigt im Wesentlichen die 'Bekundungen deS Vorzeugen. Bezüglich deS Geständnisses des Angeklagten am 3. Dezember 1924 bekundet der Zeuge, Angerstein habe erklärt, als er seine Frau erstochen hatte, sei ihm der Gedanke gekommen, daß er im Keller ein Beil habe, mit dem er sonst immer die Hühner geschlachtet habe. Es fei in ihm der Entschluß gereift, jetzt alle Per- i; 'NadWrer- ü verein fischen und. spanische Kriegsschiffe patrouillieren an der Küste entlang. Drei deutsche Dampfer wurden als des Waffenschmuggels verdächtig von den Fran- zosen angehalten, die gern einen Sündenbock fjn- den wollten, sie mußten aber bald wieder befreit werden, da sie anstatt mit Waffen mit Fischen beloben waren. Der Kampf tobt überall an der fron« zösischen Front fort und an mehreren Stellen mußten die Franzosen den Rifkabylen weichen. Das Schicksal der französischen Kolonialmacht steht auf dem Spiel, und dadurch wird auch das Schicksal Europas berührt. Die Tatsachen entwickeln sich jenseits der Säle der Madrider Konferenz. Diele weltbeherrschende Völker sind durch bie Säulen bes Herkules am Rif gezogen und find in der Vergänglichkeit aller Dinge verschollen und ver- darben. In der Weltgeftaltung ist alles im Fluß. Auge gleichgültig über die Menge gleitet, die ehr- I Die Madrider Konferenz hat nicht die Macht, dem furchtsooll den Saum feines Gewandes zu küssen | Schicksal Frankreichs ein Halt zuzurufen. a e- 11 ■ u hi Vereinigung alle : v 1 (Nachdruck verboten.) 7 17. Fortsetzung. an den Universitäts-Restaurant £300 5613a Inh.: F. C. Günther Plockstraße 5 Fernsprecher 198 Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Mittag- u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine : '?k in met- Propä- mit den Vereinigung ehem. Angehöriger des Giehener Realgymnasiums. Man berichtet uns: Am vorigen Samstag wurde die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Real-Ghrnnasiurns zu Gießen ins Leben gerufen. Turnen, Sport und Spiel. Vom Billard-Sport in Gießen. Man schreibt uns: Am Samstag, 11. Juli, und Sonntag, 12. Juli, findet im Klubheim des 1. Gießener Dillardklub (Cafe Amend) ein Städte-Wettspiel zwischen Karlsruhe und Gießen statt. Der hiesige Dillardklub stellt fol- gende drei Herren: Aubin, Schleppen und Paulus der Karlsruher Mannschaft entgegen. Der Wettkampf verspricht sehr spannend zu werden, da Karlsruhe über erstklassige Spieler verfügt. Die Leitung des gesamten Wettspiels liegt in den Händen des hiesigen Dillardmeisters H a u b l. durch dessen Bemühungen dieses Wettspiel zustande kommt. Neuer Sieg Houbcns. Krefeld, 9. Iuli. (Wolff.) Bei dem heutigen Wettlaufen ist es H o u b e n - Krefeld gelungen, die Amerikaner P a d d o k und Murchison im 100-Meterlauf einwandfrei in 10,6 Sekunden erneut z u schlagen. Schüler- Krefeld konnte im 200-Meterlauf einen sicheren Sieg gegen Imbach-Schweiz erringen. aber der Sah gilt auch umgekehrt, wie nem alten Lehrbuch der philosophischen deutik. stebt." Fräulein Thorben schob den Teller Spargelresten weg: Die gut (D°i Die Ab Weltmarkt her Welt w nur um ru etzten Dort handel auf ; Aeunhundertneunundneuzig von tausend Verlobten, die den Film unserer liebenswürdigen Wirtin sehen werden, werden im Halbdunkel die Hände ihres Liebsten drücken und pharisäisch seufzen: dem Himmel sei Dank, so werden wie niemals sein." „Es wäre etwas ganz anderes," setzte Hauptmann Kassel hinzu, „wenn uns die Tante auch einen Film vvrsühren könnte, auf dem der Milchausträger und sein Weib noch nicht verheiratet sind. lind sogar dann wäre es nicht so sicher, daß die erbauliche Dilderserie wirken würde. Man glaubt so gerne, was man will, heißt es. Fräulein Fob Roman von Anders E j e. Spezialität: Rahmeis in Portionen ■ Schlemmerbecher Lieferung von Torten und Gebäck außer dem Hause „Willst du sagen, daß die Leute beugen ihrer eigenen Sinne zweifeln würden?" Der Leutnant lüftete den Hut mit dem grünen Band und verschwand. Fellips setzte seine Wanderung zwischen den Kastanienbäumen fort, aber ohne Zweck. Fräulein Fob traf er erst am Mittagstisch, — leider in einer allzu großen und geschwätzigen Gesellschaft. Der Leutnant hatte ihm herzlich für die gute Wegweisung gedankt: zwar hatte er das Paar Repin-Kassel nicht genau in der angegebenen Laube getroffen, aber gleich daneben. Fellips lachte etwas verlegen, innerlich aber fluchte er. Wenn er für andere eine Begegnung vermitteln sollte, half gewiß der Zufall mit. Fräulein Thorben war in ihrem Element. Ihr Humor schlug Funken. Eine Stunde vor dem Mittagessen hatte sie einen der Milch- austräger des Gutes in seiner Wohnung ausgesucht und war Zeuge eines ganz besonders saftigen ehelichen Zankes geworden. Die ganze Sache hatte sich um eine Bagatelle gedreht, die der normale unverheiratete Mensch nicht des unschuldigsten Schimpfworts für wert erachtet hätte, aber der stille eheliche Haß verfügte eben über tüchtige Reserven, — ein Wort gab gewöhnlich das andere, und sofort war man aneinander geraten. Die alte Karoline hatte gottlob die Filmkamera im Rucksack und konnte alles aufnehmen: die wütend verzerrten Gesichter, die unverhüllte Raserei, das Geraufe und die Schläge. Zum Schluß ergriff der Mann ein Beil und wollte seiner ehelichen Hälfte eins auf den Schädel geben, — aber da lief das Weib davon in den Wald. Auch dies Ende war mit auf den Film gekommen, wenn auch in verkleinertem Maßstab. Konnte man sich etwas Entzückenderes denken? „Mit diesem Film werde ich in den Dörfern herumfahren," schloß Fräulein Karoline, „und es müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn der das Heiratsfieber nicht etwas dämpfen könnte." Doktor Burelli fühlte sich in Stimmung, die Frage zu diskutieren: „Ich fürchte," sagte er, „daß das Fräulein Thorben die Fähigkeit der Leute überschätzt, einen demonstrierten Fall auf sich selbst zu beziehen. Man tut sich — gottlob — gewöhnlich so phantastisch leicht, seine eigenen Verhältnisse zu isolieren und in eine eigene Klasse zu versehen. Mädchen von neunzehn und einem Mann von fünfunddreihig Iahren. Der Kies zwischen den Grasbeeten knirschte unter eiligen Schritten. Was war dies für ein langer Bengel mit dem grasgrünen Band um den Strohhut? Herr Fellips beschattet seine Augen mit den Händen. Rein, den Kerl dort kannte er nicht. Ietzt winkte von weitem der andere mit dem Hut. „Ergebener Diener, Herr Bankdirektor, ergebener Diener. Herrliches Wetter heute, ganz einfach herrlich, Herr Fellips. Ia, ja, hier lebt man und tut sich tagaus, tagein gütlich .....“ „Entschuldigen Sie, aber....." „Sollten Sie mich nicht mehr kennen? Carlton, Leutnant Carlton vom dritten. Regiment. Ietzt erinnern Sie sich, nicht wahr? Wir trafen uns zuletzt beim Bankett beim französischen Gesandten. War ein gemütlicher Abend, nicht wahr, aber teuer, verdammt teuer." Fellips wünschte den Leutnant zum Teufel. Ietzt war also die Sammlung wieder vermehrt um einen unerträglichen Schwäher, einen Hanswurst. Es war höchste Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. „Was wünschen Sie?" „Pardon. Ich fragte nach Frau Repin. Man sagte mir, daß ich nur nach Frau Repin zu suchen brauche, wenn ich Hauptmann Kassel treffen wolle And Hauptmann Kassel ist mein nächstes strategisches Ziel, da er mich hierher eingeladen hat." Verwünschter Kassel, dachte Fellips. Laut aber sagte er, ohne sich darüber Vorwürfe zu machen, daß er mit jedem Worte log: „Wenn Sie quer hinüber zum anderen Ende des Parkes gehen, finden. Sie eine rote Scheune mit weißem Eckbalkon. Gleich rechts davon kommen Sie zu einem kleinen Pavillon mit bemalten Fenstern und geblümten Gardinen, und hintev dem Pavillon ist ein kleiner Steig. Den gehen Sie, bis Sie zu einer Laube kommen, dort sind Sie am Ziel. Die Beschreibung ist wohl ein wenig verwickelt, aber der Herr Leutnant verfügt wohl über große Terrainkenntnis. Au revoir." fragte sie. „Ia, das will ich," beharrte Kassel, indem er einen Blick mit Frau Repin tauschte. „Sowie es sich um die Liebe handelt, zweifeln die Leute an allem — außer an ihr." „Es kommt darauf an, in welchem Grade man verrückt ist," siel' Leutnant Carlton ein, der sich mit der Wirtin auf guten Fuß stellen: wollte, weil er den ersten Tag auf Besuch war. „Du meinst, wie verliebt," wiederholte Kassel, „ganz richtig. Wenn man sich vor der Liebe warnen ließe, entweder durch das, was meine hochgeschätzte Tante Zeugnisse der Sinne oder Burelli philosophische Propädeutik nennt, mit anderen Worten durch gesunde Vernunft und Artellskraft, dann wäre diese Filmkamera ebenso überflüssig wie ein zweiter Pikbub' im Kartenspiel. Wer, wenn er verliebt ist, sich von Ver- nunstgründen leiten läßt, ist ein richtiger alter Perückenstock, — und das ist, glaube wenigstens ich, ein Glück für die Welt." Fräulein Karoline schlug mit der Faust auf den Tisch, — ihr guter Humor war wie fort- geblasen: „Es ist nicht die Liebe, die ich aus der Welt schassen will, sondern die Ehe," sagte sie zornig. (Fortsetzung folgt.) «n dahresoe ;D- gegenübe Dem Rü Mch ein St l ens 25-30 M Seit ist L, °uf 10, Men (ej„s. i5 Mill, i S u sich logur auf 15 iUt liegt ^ofoct seine Ehefrau angeklingelt und sich nach ihr erkundigt. Nachdem sie von dem Ausflug zuruck- gekehrt seien, sei die Begrüßung der beiden Eheleute äutzerst herzlich gewesen. Auch will oeuge damit, daß er sowie der Angeklagte die Kosten des Ausfluges je zur Hälfte bestritten, nur beweisen, daß Angerstein nicht etwa über seine Verhältnisse lebte, sonst hätte Fritz als Gastgeber die ganzen Auslagen bezahlen müssen. Der Zeuge schildert nun weiter seine Erlebnisse während des Besuches in Haiger. Der Angeklagte hatte auch die Absicht geäußert, zu bauen, er habe behauptet, ein Guthaben bei der ^irina zu haben, das voll aufgewertet werde. Der Zeuge hat nun bis Ende Rovember 1524 feine Rach- richt mehr von Angersteins erhalten. Am 1. Dezember 1924 erhielt er ein Telegramm folgerten Inhalts: „Bruder Fritz Überfällen, foiort kommen! Dr. Popo." Ein zwei-es Telegramm gleichen Inhalts erhielt er kurze Zeit darauf von seiner Schwester aus Dillenburg. Zeuge begab sich nun fofon von Essen nach Haiger. Als er dort un Krankenhause ankam, war die Kominislimi im Krankenzimmer feiner Bruders. Die ganze Situation tarn dem Zeugen unheimlich vor. Ec wurde zunäclm nicht vorgelassen. Er sah, wie man eine Bahre zu den Leichen hinaustrug. Er glaubte, sein Bruder habe den letzten Wunsch geäußert, seine geliebte Frau noch einmal zu sehen. Die Bahre wurde zurückgebracht. Zeuge bekundet, daß es die schrecklichste Rächt , gewesen sei, die er in seinem Leben durchgemacht habe. Dann endlich wurde er zu seinem Bruder hinzugelassen, der ein Geständnis ablegle. Zeuge schildert nun eingehend die Vorgänge. .. Nach den Bekundungen des Zeugen wünscht der Sachverständige Professor Dr. Herberg -Bern näheres über die Familienverhältnisse der jamilie Angerstein zu erfahren. Der Zeuge erklärte, daß er sicy über diese Fragen vor der Oesfentlichkeit nicht auslassen wolle. Es wird hierauf von der Berteidigung der Antrag gestellt, für die weitere Vernehmung des Zeugen die Oesfentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit auszuschließen. Dieser Antrag wird seitens des Gerichts abgelehnt. Professor Dr. Herbetz stellt hierauf einige [fragen an den Zeugen über die Wohnungsoerhältnisse, unter denen seine Eltern mit den vielen Kinder» gelebt haben. Aus der Aussage des Zeugen geht 'hervor, daß die Räume, die den Eltern des Zeugen zur Verfügung standen, in ihrer Anzahl sehr gering waren und daß die Kinder beiderlei Geschlechts bis zum 10—12 Lebensjahre gemeinschaftlich in einem Bette schliefen. Der Amtsgerichtsrat Kühne aus Herborn hat das Protokoll über die Vernehmung des Angeklagten ausgenommen, während die Sektion der Opfer in der Turnhalle 'n Haiger ftattfanb. Bei dieser Vernehmung war der Bruder des Angeklagten zugegen. Zeuge bestätigt im wesentlichen die Angaben des Amtsg-»:ichtsrats v. Hemskerk. Der Zeuge Schupobeamter Lahmeyer aus Wetzlar war zur Bewachung des Angeklagten in der Klinik in Gießen abkommandiert. Zeuge dein starker Anteilnahme die Vorbereitungen zur Gründung der Vereinigung verfolgt habe, und wies auf den Wert der Vereinigung hin, der ta der Pflege der alten Schulfreundschaften zum Ausdruck komme, sowie auf das GefüA der Zusammengehörigkeit, das durch die Vereinigung gestärkt werde. In dieser Hinsicht fei die Vereinigung ein Beispiel für unser Volk, ja geradezu eine vaterländische Tat. Die Begeisterung, mit der dem Rufe, hier zu erscheinen, Folge geleistet worden sei, sei ein viel verheißendes Zeichen, das Gewähr biete für das Gedeihen und den Bestand der Vereinigung. Hierauf dankte der Vorsitzende mit herzlichen Worten und schloß die Gründungsversammlung, der Erwartung Ausdruck ausgehend, daß die Schulkameraden, die heute noch außen stehen, baldigst sich der Vereinigung anschließen möchten. Abends fand dann in denselben Räumen ein Festakt statt, zu dem auch die Familien-Angehörigen der Teilnehmer zahlreich erschienen waren. Er wurde eröffnet durch eine warmherzige Begrüßungs-Ansprache des 1. Vorsitzenden, m der dieser auch der verstorbenen ehemaligen Schulkameraden gedachte und insbesondere derer, die ihre Treue zum Vaterland mit ihrem Herzblut besiegelten. Im Mittelpunkt des Festaktes stand die Festrede des Pfarrers Ernst Decker, der insbesondere die ethischen Werte der Vereinigung hervorhob. Ihm ist das Werden dec Vereinigung ein Symptom für den kommenden Zusammenschluß, den Frühling des Deutschen Volkes, das Offenbarwerden der DeutschLN. Seele. Die höhere Ausgabe der Vereinigung ist ihm der Dienst Tür das Vaterland durch das Wachsen des Einheitsgedankens. Richt Feste zu feiern fei der Sinn der Vereinigung, nein, in solcher Gemeinschaft müsse man einmal all das, was trennt, was scheidet im Leben, ausschalten, sich über die Parteien stellen, nicht unter die Parteien und nur das Gemeinsame schauen. Der Redner erntete für seine wertvollen Ausführungen reichen Beifall. Der Festrede voraus ging ein Prolog, der von stud. Phil. Scheel gedichtet und formvollendet gesprochen wurde. Umrahmt war sie von musikalischen und gesanglichen Darbietungen. Als ganz hervorragend darf der Vortrag der Mozart-Serenade bezeichnet werden, deren drei Sähe von einander getrennt zu Gehör gebracht wurden durch Iustiz-Inspek- tor Dayersdorf, Fabrikant Eg ly , Hermann Fabian, Studienrat Dr. Hillen- brand und Studienrat Kraus. Die glänzende musikalische Darbietung wurde von einer andächtigen Zuhörerschaft begeistert aufgenommen. Mit gewohnter Meisterschaft fang Frau Dr. Müller-Bangert Rezitativ und Arie aus „Die Schöpfung" von Haydn, die Arie der Gräfin aus „Figaros Hochzeit" von Mozart und das Lied des Pagen aus „Die Hugenotten" von Meherbeer. Sanitätsrat Dr. Becker gab dem Dank der Zuhörerschaft für diese herrlichen^ Genüsse in beredten Worten Ausdruck und überreichte der Sängerin einen prächtigen Rosenstrauß. Dem Festakt schloß sich nach kurzer Pause eine geseilige Abendunterhaltung an. Zu1 deren Beginn gedachte Studienrat Dr. Schmoll des Deutschen Vaterlandes in tief empfundenen Worten, worauf die Versammlung das Deutschlandlied sang. Anschließend fand eine sehr gelungene Theatervorführung des Schauspiels von Björnson „Die Reuvermählten" statt, die den Mllwirkenden, den Damen Fräulein Rohde, Frl. Starck, Frl. Köhler und den Herren Scheel und R i h e r t wohlverdienten reichen Beifall eintrug. Der gemütliche Teil brachte dann noch verschiedene Vorträge und musikalische Darbietungen. Ein lleines Tänzchen verhalf zum Schluß auch der Ingend zu ihrem Recht, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß auch die Aelteren tüchtig mittaten. Alles in Die nachmittags 4 12br im Saalbau Sauer am Oswaldsgarten stattfindende Gründungs- Versammlung hatte zahlreiche ehemalige Angehörige des Real-Gymnasiums von nah und fern herbeigeführt. Als Vertreter .der Schule war Oberstudiendirektor H e n l erschienen. Ferner hatten sich zahlreiche Herren des Lehrer- Kollegiums eingefunden, desgleichen der frühere Leiter des Real-Gymnasrums, Oberstudiendirektor Dr. Dauer, am Abend war auch Ministerialdirektor 12 r ft a ö t erschienen. Vollzählig war ferner der Iahrgang 1833 zugegen, der schon früher eine geschlossene Vereinigung unter sich gebildet hatte. Die Degrüßungs-Ansprache hielt der 1. Vorsitzende, Santtätsrat Dr. Becker -Sprendlingen. Er schlug sodann vor, den seitherigen Vorstand zu bestätigen, was von der Versammlung einmütig gebilligt wurde. Hierauf sprach Studienrat Dr. Schmoll über „Zweck und Ziele der Vereinigun g“. Der Redner sührte aus, daß es die erste und selbstverständliche Pflicht der Vereinigung sein müsse, das Anders ken an die im Weltkriege gefallenen Helden durch Errichtung einer Gedenktafel zu ehren. Der ideelle Zweck der Vereinigung sei die Pflege der Kameradschaft unter den ehemaligen Schulkameraden: der Redner wies nach, tote Sie Vereinigung auch in materieller Hinsicht selbst mit kleinen Mitteln sehr viel Segensreiches leisten könne. Der 1. Vorsitzende dankte dem Redner und eröffnete die Aussprache, die allerseits lebhaftes Interesse erweckte, noch manchen wertvollen Gedanken hervorbrachte und bewies, wie allerseits in den Kreisen der ehemaligen Schulkameraden der Wunsch nach Zusammenschluß _ hervortritt. Es wurde als ganz besonders wünschenswert bezeichnet, daß der Vereinigung alle diejenigen Beitreten sollten, die dem Real- Gymnasium angehört haben, einerlei in welcher Klasse sie die Anstalt verliehen. Im Anschluß daran wurde die Beitragsfrage erörtert. Festgesetzt wurde ein Mindest-Iahresbei- trag von 3 Mark für Mitglieder in selbständiger Lebensstellung unS ein solcher von 1 Mark für diejenigen Mitglieder, die sich noch in beruflicher Ausbildung befinden. Der Beitrag wurde bewußt in den niedrigsten Grenzen gehallen, um jedem ehemaligen Angehörigen der Schule den Beitritt zu ermöglichen. Die nächste Veranstaltung wurde auf den 1. Samstag im Iuli des nächsten Iahres festgesetzt. Ferner wurde die Gründung einer Ortsgruppe Gießen beschlossen, die den baldigen Zusammenschluß sämtlicher Gießener Kameraden herbeiführen soll. Als Vertreter der Schule sprach dann Oberstudiendirektor Henk. Er hob hervor, daß die Schule . Es Ä te fing glieber 6i|eno»'1 ßilcr^S leiten 6erel*e Hl Eonderpr WitbE ßtdit lei « M Ayll J®. wundert. Dl Mepunlt b« waren außer ehern noch zu ba, einiges Men wir haben, W 1 Jibcl gelcha jen mit der stern, das h 2tußflang u tirche. Die Gituraen u Kirchberg, führten all dem Glaul heute noch bekamen, & doch die 1 wirken in u Gnade, ach mit deiner wir in den schüttete es liches Wett Kun i wurde ger den Freur führt. Di nur gab durch die der Heim, 15 Wagen uni) jeigten geMche oöi auch die lob unserem un „Fromme" c barem Herz, Teilnehmern Gießen, Kidda, Orte heim, Lolla berg, Kutte Lumda, Gei struth, Kein lau, Mder> Muschenhein Kürgermeist' zichten, in . auf die Aei rusammen: i «nei Shulin O-rtbu- tunbet daß der Angeklagte als ihm Egei-arsen mürbe, intimen L-rk-hr mit «S gepflogen zu haben, dies energisch abstritt. Beson fiere Erregungen sind dem Zeugen bei dein Angeklagten hierbei aber nicht ausgefallen. Der Untersuchungsrichter, Landgenchwral K u l e n l a m p von Limburg, der die $orunterfud)ung in vorliegender Sache geleitet hat, bekundet, d tz der Angeklagte bei seinen Vernehmungen nie be- sonders erregt war. Professor Dr. P f e i f e r aus Frankfurt a. M hat die Eheleute Angerstein öfters behände«Er bekundet, daß der Angeklagte oft "der Kopf schm - zen geklagt habe, außerdem wegen Augen-, lkasen und Kehlkopferkrankungen in Behandlung war. Frau Angerstein war in letzter Zeit bis zum Skelett abgemagert und wog nur noch Pfund. Em tuberkulöse Erkrankung der Lunge^ lag aber .nach Ansicht des Sachverständigen bei tfrau llngerste nidy)ierauf wird der Bergverwalter Nix als Zeuge vernommen. Dieser kennt den Angeklagten bereits sei dem 1 September 1916. Der Angeklagte hatte bei der Firma van der Jypen die kaufmanmsche der Zeuge die technische Leitung. Zeuge schildert den Angeklagten als einen fleißigen tüchtigen Menschen. Ende November 1924 hat Zeuge nun feft- qcfteUt, daß ein Posten im Journal, das der Angeklagte führte, nicht richtig gebucht war. Zeuge stellte die erhalb den Angeklagten am Samstag vor her Tat zur Diebe und sagte, das mache er nicht mehr mit. Der Angeklagte hat darauf den Zeugen scharf angesehen, hat die vorgelegten Belege an sich Genommen und ist in die Stadt gegangen Zeuge KBgte uon dem Vorfall den Direktor Ge- nerotzki und bat diesen, doch zur Reoifion nach Haiger zu komemn. Bei der später vorgenommenen Revision wurden dann die weiteren falschen Buchungen aufgedeckt. Der Zeuge bekundet auf Befragen der Verteidigung, er habe niemals Mit dem Angeklagten Sachen gemacht, die der Oe fentl.chkeit zu verbergen gewesen waren. Zeuge bestreitet entschieden, daß der Angeklagte noch Ansprüche an rückständigem Lohn an seine Firma habe. Der Angeklagte, der gestern erklärt hatte, er werde heute erzählen, was er dem Zeugen zu verzeihen hat, erklärt, diesbezüglich befragt: „Ich werde das später tun." Der Vorsitzende erklärt, daß er dem Angeklagten jetzt die Gelegenheit dazu gebe, später werde er darauf nicht mehr zurucllommen. Der 2(ngetlagte gibt hierauf keine Antwort. Es gibt hierauf der Bücherrevisor Laux sein Gutachten ab. Alls dem Gutachten des Provinzial- chemikers Dr. Völker aus Gießen, der die vor- fundencn Afchenrefte in der Heizung untersucht hat, geht hervor, daß in dieser Heizung an jenem Tage and) ein Buch zur Verbrennung gekommen fein wird nunmehr ein Teil der von dem Angeklagten geladenen Entlastungszeugen vernommen, dis'aber meistens die in ihr Wissen gestellten Tatsachen nicht bestätigen. Ein weiterer Teil der Zeugen gibt über die von dem Angeklagten in Auftrag ‘gegebenen Bauanschläge Auskunft. Es wird noch der Verwalter des Konkurses Angerstein, Rech- mmgvat Heymann aus Dillenburg vernommen, der über den Stand des Konkurses Angerstein Bericht erstattet. Besonders interessante Einzelheiten kommen hierbei nicht zur Erörterung. Die Verhandlung wird alsdann auf Freitag vormittag vertagt. □ HE] Universitäts-Cafe mit eigener erstklassiger Konditorei keine kommt ihr gleich I " WM - ;: - L M V 'M J tot AS-'i -7'Ls .sei 5?y»in» 'S?9' knieä ®« * ftSg SZL *«&* mit ih^w ?tet- tit ö4 JA* is iS!? ®crte Qi»’ SS-L $*&.- Äl® )l unter die une schaue T e«*» rmK .^strebe voraus M Tcheel J®* Äk &unb «rsang. derdvrragmd fat Moi>e bezeichnet Zander getrennt WWhft* Egly, Her. Hillen- u i. Dir giänzende dvn einer aMch. ausgenommen M Frau Dr. Kül. iö Ane aus .Die Arie der Gräfin Mozart und öa8 Hugenotten" von Decker gab dem ese herrlichen Te> isdruck unb über« Prächtigen Dosen« mch kurzer Pause terhaltung an. ! Studienrat Dr. aterlandes in tief i die Versammlung Wehend sand eine chrung des Schau« nivermähllen" statt, Damen Fräulein J?o/jfcr und -en ■t iwljfoeTbienten gemütliche Teil re Vorträge unb i kleines Tätlichen Jugend zu ihrem l bleiben soll, daß rittaten. Mes in von tausend ‘Beter liebenswürdigen i im Halbdunkel die en und Pharisäisch anf, so werden wie deres," l'ehte Haupt« ans die Tante auch aus dem der Milch« vch nicht verheiratet > cs nicht so sicher, erie wirken wurde- man will, heiht es, .ckchrt, wie in mei- losophischen Prvpa. den Teller mit den die 2* «’S E jtocifcln turlmr harck E tauschte- 11 «“*? Ach B«. BÄ* erhebt. » der >der durch d -inne ■Sfey? [ ys»*-' ‘Ä? *•' 6.85 1 8.13 69,25 67.375 5 I 0,95 Telegraphische Auszahlung. 8 I«l, Brief Geld Getreid und Pianos Flügel 53,50 57 Frie- guten regu- Zuge- erfor- Mill. 72,25 2,25 52 56 72 57,25 37 9,7 67,5 6.75 34.9 120.5 97 13 11« 119,7 62 53,62 57 denshöhe liegt. Man kann rechnen, dah bei Zechen zur Zeit je Tonne Förderung bei lären Abschreibungen rund IVO bis 2 Mk. setzt wird. Große Bergwerksgesellschaften dern allmonatlich Zuschüsse von 1 bis 1,5 120 97 118 119,5 108 96 8-13 0,1 75.5 50,25 49 66,75 56 107.50 110 19,50 53 85,50 67,90 73 0,8 2,1 2.8 • 36 9,70 67,5 72 50.1' 51 68,25 57 108.90 119 127 50 50.5 86 13 7,60 761 51,50; 52 | 68 I 56 109,5 I 108,5 I 125 1 50,25 50' 87.4 59 99,25 122,13 83.1 113 113 69,5 93,25 72,75 59,6 76.5 59,13 55 48.5 67.75 allem ein wohlgelungener Abend, der sicher in jedem Teilnehmer den Wunsch hervorgerusen Hal, daß die neugegründete Vereinigung des öfteren mit ähnlichen Zusammenkünften und Veranstaltungen hervortreten möge. Sp. (ßigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers.) Frankfurt a. M., 9. Juli. Es wurden notiert: Welzen (Wetterauer) 22,75 bis 24, GEGRÜNDET 1876 Bahnhofstr. 65b GIESSEN Telephon 1367 Filiale: Lieh Oberheseen. 58.1 100 122,50 i 82,75 1 112 1112,50 I 69,30 Die Entstehungsursache der Finanzkrise beruht darin, daß die Kohlenpreije den hohen Selbstkosten nicht entsprechen. Bon Mitte 1924 bis zur Jetztzeit sind die Kohlenpreije um ungesähr 28 Proz. herabgesetzt worden; gleichzeitig sind aber die Löhne um 30 Proz. gestiegen, und es haben die Material- Amtliche 'Jloti ruttfl Geld Brief 0,41 0,82 10M 67 2.8 38.25 9.40 77 66,75 6,7 36,5 120.75 97 118.25 120 108 93 0.125 75.5 52.2 50 68.62 57 110 108 18.60 50 54.9 86.75 69 73,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. iq»Oi 1*600 «Äetten. olleS ubriae fOt 100 Äichetl 58.90 74.5 59.25 53,4 47,9 66,5 120 , 97.25 118.25 119.5 I fr» 124,13 0,44 81.13 112.50 114.40 5,80 68.25 103,5 92.75 71.62 83.5 59 74.25 67,5 53.5 43 47.5 < Pianohaus 0,895 103 681 2,6 I 39,5 9.60 | 80.5 | 54.25 1 57,5 I 72,25 I 58| 122.5 I 0,44 i 83 112,5 113.50 5.75 70 103,5 93,75 '6 60 76 58,50 54.75 43 47,5 Doggen (inländischer) 19,50 biS 21,50, Hafer (inländischer) 19,50 biS 22, Mais (gelb) 20,50 biS 21, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 37 biS 37,50, Vvggenmeyl 29,75 bis 30,25, Weizenkleie 11,60 bis 11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Temdenz: Fest. Frankfurter Echlachtdiehmartt. Frankfurt a. M, 9. Juli. Auftrieb: 3 Rinder; darunter 1 Ochse und 2 Kühe; 922 Kälber; 401 Schafe; 601 Schweine. Es wurden für 100 Pfund Lebendgewicht gezahlt: Kälber, feinste Mostkälber 70 biS 76, mittlere Mastrind beste Saugkälber 60 bis 68, geringere Mosl- und gute Saugkälber 52 bis 58, geringe Saugkälber 45 bis 50; Schafe. Weidemastschase: Maftlämmer und Masthämmel 48 bis 52, geringere Masthämmol und Schafe 40 bis 45, mäßig genährte Hümmel und Schaf« (Merzschafe) 18 bis 36; Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 83 biS 8^. vollfleischige unter 80 Kilo 78 bis 82. vollfleischige von 100 bis 120 Kilo und 120 biS 150 Kilo 83 bis 84. Marktverlauf: Schleppender Handel, am Schweinemarkt kleiner äleberftand. Berliner Produ cn'iö'k. Berlin 9. Juli. Der Produktenmarkt hatte keine nennenswerte Veränderung aufzuweisen. Mehl blieb wieder stark gefragt. Futterartikel ruhig. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (3uli) 260.50 bis 259.50, Roggen (mätL) 230 biS 232, Roggen (Juli) 219.50 vis 218.50, Winter-Gerste 200 bis 203, Futtergerste 202 bis 216. Hafer (märt.) 233 bis 242, Haler (Juli) 192 biS 192.50, Mais (loko Berlin) 213 bis 215, RapS 340 bis 355; für je 100 Kg.: Weizenmehl 33.50 bis 36.00, Roggenmehl 31.25 biS 33.25, Weizenkleie 12.80, Rogaenkleie 13.40, Diktoriaerbfen 28.00 bis 34.00, kleine Erbsen 25.00 bis 26.50, Peluschken 23.00 bis 26.00, Wicken 25.00 biS 27.00. Lupinen (blau) 12.00 bis 13.00, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.50, Rapskuchen 15.40 bis 15.60, Leinkuchen 22.40 bis 22.60, Trockenschnitzel 10.40 bis 11.00, Torfmelasse 9.60, Kartoffelflocken 23.90 biS 24.10. wurden im freien Verkehr zu 0,340 biS 0.3371/, gehandelt. Die Abendbörfe schloß ruhig in befestigter Haltung. Deutsche Anleihen. Schuyge- bietsanleihe 5,370. Ausländische Renten: 5pro- zentige adgestempelte Silbermerikaner 13. Baick- aktien: Berliner HandelSgesellschaftt 120,50, Commerzbank 97,12, Darmstädter Bank 118, Dls- contogesellschalt 107,75, Dresdner Dank 101,75, Mitteldeutsche Creditbank 96, Reichsbank 123,50, Rheinische Kreditbank 90, Oesterreichische Kredit- akiien 3,12. Montanaktien: Deutsch-Lurernburg 68,25, Mansselder 59,75, Kali Aschersleben 119. Chemische Werte. Badische Anilin 124,12, Elberfelder Farben 114,12. Th. Goldschmidt 81,12, Höchster Farben 114,37, Holzverkohlung 5,80. Transvorlwerte: Rordd. Lloyd 56, 3prozentiae Monastir 7,15. Industrieaktien. Daimler 53,50, Dycker hoff 40, Ehlinger Maschinen 56, Spinnerei Hammersen 19, Gebr. Iunghans 70. Börsenkurse. Wartburgausflug desDerbandes evangelisch-kirchliü)er Frauenvereine. 5 Es war eine grobe Sache, die rund 1000 Teilnehmer aus Oberhessen nicht bloß hin nach Eisenach und von dort wieder heim zu bringen, sondern auch in den 7 Stunden des Aufenthaltes dort so zu führen, dah olle befriedigt waren. Wir dürfen vorweg berichten, dah die Aufgabe in vorbildlicher Weise von der VerbandSleitung gelöst wurde. Die ^rrat)- rangen bei dem ersten Ausflüge des Verbandes auf die Wartburg waren benuht worden um nun alles noch besser zur Ausführung zu bringen. Die Vorsitzende, die F u r st i n E l i s a - bet h von Erbach-Schonberg, die Ver- bandöselretärin nahmen persönlich an dem Ausflug teil. Besonderen Dant verdienen die M,t- glieder des „Christlichen Dolksdienstes zu Eisenach, die die Führer und «Myrerinnen der 5 Abteilungen stellten, und wenn alles klappte, dann lag es nicht wenig an ihrer Hilfe. Der Sonderzug ging aus von Friedberg 5.35 vormittags und sollte die Teilnehmer 11.01 nach Eisenach bringen, über Giehen—Fulda. Leider hatte man 40 Minuten Verspätung, die nachher bei der Wartburgbesichtigung einige Schwierig- leiten bereiteten. 3ebe der 5 Abteilungen hatte ihr Sonderprogramm und ihren Sonderweg zur Wartburg. Die wunderbare Umgebung der Stadt, sei es nun Drachenschlucht, Hohe Sonne oder Pflugensbergs Burschenschaftsdenlinal, und das Idyll der Waldschänke wurden genügend bewundert. Die Besichtigung der Wartburg als Höhepunkt bedurfte bei dem Massenandrang, es waren außer den gewöhnlichen Sonntagsbesuchern noch zwei andere Extrazüge mit Besuchern da. einiges Warten und Kampf, aber missen möchten wir doch nicht, die Stätte gesehen zu haben, wo unser Reformator uns die deutsche Bibel geschaffen hat. Das schlichte Lutherstübchen mit dem wundervollen Blick von den Fenstern, das hat es allen angetan. Und dann der Ausklang in der Weihestunde in der Georgen- kirche. Die Lutherlieder und Schriftworte des Lituraen und Predigers Dekan Guhrnann- Kirchberg, seine Predigt über 1. Joh 5, 4 führten alle zum Brunnquell des Evangeliums, dem Glauben, der Welt überwunden hat und heute noch überwindet. Was wir da alle mitbekamen, besonders die Frauen und Mütter, die doch die Mehrzahl waren, möchte es sich auswirken in unserem Leben! „Ach bleib mit deiner Gnade, ach bleib mit deinem Worte, ach bleib mit deiner Treue", so klang es aus. Während wir in dem wundervollen Gotteshaus feierten, fchüttete es vom Himmel, sonst hatte man herrliches Wetter. Run ging's zum Bahnhof und Abschied wurde genommen von der schönen Stadt und den Freunden, die uns treu und selbstlos geführt. Die Heimreise verlief programmgemäß, nur gab es die übliche Verspätung, diesmal durch die Kreuzung in Zell-Romrod. Wer auf der Heimfahrt einen oder den anderen der 15 Wagen besuchte, überall tonten die Lieder unb zeigten die Stimmung der Teilnehmer. Ob's geistliche oder weltliche Weisen waren und ob auch die löbliche Dorfjugend von Z e 11 uns bei unserem unfreiwilligen Aufenthalt dort als „Fromme" abgestempelt hat, es kam aus dankbarem Herzen das Lied, das erschallte. Untere Teilnehmerinnen kamen aus den Frauenvereinen Gießen, Friedberg, Eberstadt, Leihgestern, Ridda, Ortenberg, Fauerbach, Wieseck, Heuchelheim, Lollar, Mainzlar, Daubringen, Staufenberg. Ruttershausen, Treis und Allendorf a. d. Lumda, Geilshausen, Rödgen, Beuern, Linden- struth, Reinhardshain. Flensungen, Mücke, Merlau, Rieder-Ohmen, Riedergemünden, Elpenrod, Muschenheim. Einige Vereine muhten wegen der Bürgermeisterwahlen auf die Teilnahme verzichten, in anderen Orten wurde mit Rücksicht auf die Vereine die Wahl verlegt. Wir fassen zusammen: Ein Tag, der allen viel gegben hat. Airs dem AmtsverkündtFungsblatt. • DaS DmtsverkündigungSblatt Rr. 54 vom 7. Juli enthält; Voranschlag der Kreiskasse des Kreises Gießen für 1925. — Ordentliche Sitzung des Kreistages des Streifet Gießen. — Äriegergräberfürforgc. — Verkehr mit Giften und Arzneimitteln. — Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Albach, Obbornhofen, Bellersheim und Langsdorf. — Azstylen- Derordnung. — Aufhebung der Straßensperre Langsdorf—Lich unb Steinberg—Grüningen. — Turnunterricht — Statistik der körperlich Behinderten. — Dienstnachrichton. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSasmainde. GottrSd. i. d. Synagoge (Südanlage). SamStag, den 11. Juli. Dorabd. 7.45, morg. 8.30, abds. 8.55 u. 9.35. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der »Radio-Umschau".) Samstag, 11. Juli. 12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 Uhr: Wirtschaftsmeldungen 4 ^lhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 TIHr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Tlhr. Rachrichtendienst. 4.30 biS 6 LIHr: Rachmittags-Kongert des HanS-Orche- sters: Reue Schlager. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ahr: Jugendstunde: AuS dem Roman „Unter Geiern" von Karl May. 6.30 bis 6.45 Uhr Briefkasten. 6.45 biS 7 Uhr: Aus Historie und Fantasie (Anekdoten unb Rätsel). 7 biS 8 Uhr: „Die Klanggeheimmsse deS modernen Orchesters III: Die Blechblasinstru- mente“, Vortrag von Dr. Wilhelm Heinih- Hamburg. 8 bis 9 Uhr: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Direktor O. Kraus: „Der Frankfurter Palmengarten im Sommer". 8.30 bis 9.30 Uhr: Musikalische Stilgeschichten in praktischer Darstellung. Fünfter Abend. 10 bis 11 Uhr: Der Revisor. Komödie in fünf Aufzügen von R. Gogol. preise eine Erhöhung von 15 bis 18 Proz. erfahren. 'Senn man den Derkausswert der Kohle 1913 gleich 100 setzt, so beträgt er jetzt 89, seit Ansang 1924 (diese Zeit ebenfalls aleich 100 gesetzt) ift eine Ermäßigung der Preise auf 65 eingetrclen. Es zeigt sich also, daß trog Vermehrung der Lasten der Kohlenpreis, am Realwert gemessen, unter Wirtschaft. Die Zukunft des Ruhrbergbaues. (Don unserem Essener Mitarbeiter.) Die Absatznot kommt zum großen Teil vom Weltmarkt her. Die Gesamtsteinkohlenförderung der Welt war im Jahre 1924 mit 1180 Mill. To. nur um rund 50—60 Mill. To. geringer als im letzten Dorkraegsjahr, während der Gesamtwelthandel auf 75—80 Proz. seiner Vorkricgshöhe zu« rückgina. Für Deutschland ergab sich im Jahre 1924 ein Jayresoerbrauch an Kohle von rund 135 Mill. To. gegenüber einer Borkriegsmenge von 156 Mill. To. Dem Rückgang der Berbrauchsmöglichkeit steht jedoch ein Steigen der Förderfähigkeit auf mindestens 25—30 Proz. über Friedensstand gegenüber. Zur Zeit ist die Aufnahmefähigkeit des Marktes nur auf 10,2 bis 10,5 Mill. To. monatlich zu schätzen (einschließlich Reparationslieferungen ca. 11,5 Mill. To.) während die Förderhöhe auf 13 Mill. To. sich beläuft und die Fördermöglichkeit sogar auf 15 bis 16 Mill. To eingeschätzt wird. Zur Zeit liegt deshalb auf den Zechenhalden eine Menge von 9,5 bis 10 Mill. To. unoerwertbar; diese Menge stellt beinahe eine Monatsförderung dar und repräsentiert einen .Wert von rund 180 Mill. Mk. Eine grundsätzliche Besserung des Absatzes ist höchst unwahrscheinlich. Auch wenn man einmal von den Fragen der allgemeinen Konjunktur ganz absieht, so ergeben sich Zweifel, die auf der völligen Umstellung beruhen, die in der Art des Brennstoffverbrauchs schon seit Jahren zu beobachten ist (Wärmewirtschaft, Elektrifizierung, Oelver- braud), Ausnutzung der Wasserkraft ufro.). Mark. Bei einer der größten Bergwerksgesellfchaf- ten hat sich das Verhältnis der Reserven im Ver« gleich zur Sortriegs3eit auf 35 bis 40 Proz. ver« schlechtert. Eine wichtige Rolle spielen weiter noch die sozialen Probleme. Trotzdem die Zahl der im Ruhrbergbau installierten Pferdekräfte sich im Der« gleich zur Vorkriegszeit um über 400 000 erhöht hat, ist die Schichtleistung je Kopf der Gesamtbelegschaft immer noch nicht auf Dorkriegshöhe gekommen (1913 884 Kg., jetzt 845 bis 850 Kg). Die steuerlichen Lasten drücken außerordenllich; bei der Ruhrkohle macht die steuerliche Belastung jetzt ungefähr 7 Proz. des Preises gegenüber 1,8 Proz. vor dem Kriege aus. 3n Gemeinden mit ungünstigen Gewerbesteuerverhältnissen (im Ruhrgebiet die Regel) ruhen aus der Tonne Kohle Steuerlasten von 1,50 bis 2 Mk. Auch nach der bereits erfolgten Frachtermäßigung im ftüfientarif betragen bei den für die Ruhrkohle besonders wichtigen Entfernungen die Frachten immer noch 150 bis 180 Proz. vom Frieden. Aus allen diesen Gründen müssen diejenigen Betriebe, die nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, aus dem Produktionsprozeß immer mehr ausscheiden. Diese Entwicklung ift zur Zeit im vollen Gange; auch die stärksten Gesellschaften werden von ihr nicht verschont; seit dem 1. Januar 1923 sind über 105 000 Bergarbeiter zur Entlassung gelangt; von ihnen konnten bis auf ca. 6500 bisher alle Unterkommen in anderen Berufen finden. Wenn weitere Entlassungen kommen, womit zu rechnen ift, wird das wohl nicht mehr möglich fein. * Preußische Sparkassen-Statistik im Mai 1925. Der Statistischen Korespondenz des Preußischen Statistischen Landesamtes entnimmt der D. H. D., das die erfreuliche Entwicklung der Einlagen im spar- und bankmäßigen Sparkassenverkehr im Mai weitere Fortschritte gemacht hat. Sie haben sich um weitere 60,89 Mill. Rm., d. h. um 8,9 Proz. gehoben, und damit seit Jahresbeginn um 337,4 Mill. Mk. ober um 83,2 Proz. erhöht. Während die absolute Zunahme im Industriegebiet und Bauernland des Westens und Nordwestens mit Ausnahme von Schleswig-Holstein (plus 25,44 Proz.) und der Rheinprovinz (plus 18,18 Proz.) überall, nämlich in Sachsen um 18,69 Proz., in Hannover um 12,46 Proz., in Westfalen um 2,72 Proz. unb in Hessen-Nassau um 16,05 Proz. hinter ben entsprechenben Beträgen bes Dormonats zurückgeblieben war, hatte sie sich im Osten nur in Ostpreußen (minus 22,92 Proz.), ber Grenz- mark (minus 73,85 Proz.) unb in Niederschlesien (minus 17,79 Proz.) verrninbert, sonst aber weiter verstärkt. Die Notierung der Dorkriegsanleihen offiziell eingestellt. Berliner Bcrre. Berlin, 9. Juli. Die Vorgänge während der letzten 48 Stunden gaben der heutigen Börse naturgemäß das Gepräge. Sie hatten^ im allgemeinen zur Folge, daß die Zurückhaltung vom Dörsengeschäst in Publikumskreisen heute so stark war, daß vielfach mangels jeglicher Aufträge die Kurs- fest sehungenausfallen mußten. Die Unsicherheit über die zur Zeit alle Gemüter bewegenden Vorgänge ist auch bei der Kulisse so stark, daß diese für eigene Rechnung zunächst nur wenig Abschlüsse tätigte. Es kann ohne Heber- treibung gesagt werden, daß die heutige Börse in einem ausgesprochen lethargischen Zustande eröffnete. Das Kursniveau selbst erfuhr gegen ben Vortag, an dem bekanntlich nur Freiver- kehrssähe zu hören waren, keine wesentliche Aen° berung, lag aber im Vergleich zu den Schlußkursen der Dienstag-Dörse einheitlich schwacher. Die Rotierungen der Vorkriegsanleihen von Reich, Ländern u. Kommunen werden ab heute offiziell eingestellt. 3m Frei- verkehr nimmt das Geschäft in diesen Werten trohde n seinen Fortgang. Vei Beginn handelte man Kriegsanleihe mit 0,320, 3,5prozentige Preußische Konsols mit 0,425/435, 3,5prozentige Reichsanleihe zu gleichem Kurs, Schutzgebiet mit 5,30 und 5,20. Völlig vernachlässigt und auch etwas ermäßigt lagen Dorkriegspfandbriefe. Alle sonst für die Börse in Betracht kommenden Vorgänge auf wirtschaftlichem Gebiet während der 'letzten Tage traten gegenüber den Ereignissen am Anleihemarkt in den Hintergrund. Am Geldmarkt war tägliches Geld mit 9 bis 10 Prozent gefragt, die Gesamtlage jedoch erleichtert. Monatsgeld nominell 10 5 bis 11,5 Prozent. 3m Devisenverkehr lagen Oslo und andere nordische Devisen matt. Die italienische Lira dagegen war erholt. Die Mark notierte in London 20,42, Paris 5,08'/., Amsterdam 59,39. Frankfurter Abendbörfe. Frankfurt a. M., 9. 3uli. An der heutigen Abendbörfe war die Stimmung auf etwas gebesserte Kaufneigung freundlich und zuversichtlicher. Eine wesentliche Kursaufbesserung erzielten chemische Papiere, die etwas lebhafter umgeseht wurden. Auch die anderen Märkte ließen für die wenig notierten Werte' feste Haltung erkennen. Die günstige Strömung übertrug sich auch aus den Pfandbriefmarkt und Reichsanleihen; letztere 107,75 I 107,75 91.25 90 95 5 96 «•/. ZoMÄrtUi......... 5°/e öotonterttaner Vrrllner HandelLaeselllchasl. tommeti« and Privatbank larmft und Nartoaalbaut . Deinickre Dank ..... Droddjf viretnSbank .... Dtscanlo Lommaudti Mrtallbam ...... MiitelLenrschc Creditbank . . Dtfterrtifiiräe CreditanstaU. Weltbank ......... vlXvwncr @a6 ■ ...... DnderuS ■ ■ ......... Coro ...... DnMcd'Lup'mbllrg ..... i*tlfenlicd)rntr derQtoatle. . Harpener Derabao Äanroerfe Aschersleben.... SvUwcrk Weskeregrk». .... Üamebnttc.......... Oberbebari ..... Phmvr '3era bas ...... «LtnNahl .......... 8rebed Monum........ TellaS Bergbau. ..... Hambnrg.AmerUa Paket. . . Worbbeurttier Llavd . . . Lberaanjche Werke Albin . . Zementwerk Heidelbevi, . . . Pbikivv HoljUiano .... Bnoio-6»m^Qnan» ,. ... Badische Anilin....... Lbemliche Mayer Slavin .. Goldschmidt ..... Grtrsveimer Electron .... Höchsier ^artnoerie ...... ßefowrtoHuna........ RätgerSwerke ........ LcheideaustaU ....... Allg ElektrizttätS-Gelellschaft Btromaiui . . . ...... Mamnaftwerke ........ Sch ackert Siemens .50 — 4% Hetzen ....... — — 0.60 — yy/o vesseo ..... — — Tfo Heilen.......... 0.485 ** 0,53 Deutsche Wertb. Dollar Anl. 89.75 89,75 91.75 91,75 bto- DoU-.Schav-Lowelillg..) 93.3 93.75 93.5 93. i iUnit.«dtou. ' IBS ' Ikü.'üt ■ 168.10 iW.fe Soen-'AireS 1.691 1,69« 1.693 1,697 Brss-AnM- 19 36 19,40 19,40 19,14 Lhristiania. 75.11 75,29 74.26 71,44 «ovenbagen 86.54 85.76 86,36 86,58 Liockdolm - 112,46 112.74 112,59 112,87 tzcMngsorS- 10.5t2 10,602 10,562 10.602 stroltcn. . 15.23 15,27 15.41 15,48 Bonbon. . 20,389 20,441 20,390 20.442 Neuyork . . 4.195 4.205 4,195 4,205 D«ris. . . . 19.59 19,63 19,645 19.735 Schlvei» . - 81 44 «1,64 11.47 81,67 Spanien . 60.92 61. OS 60.92 61,08 Japan . . - 1.716 1.720 1,716 1,720 5iio bc Jan Dien in D.« 0.454 1.456 0.459 0.461 Ceft. abgeft 59,057 59,197 50.057 69,19. Prag ... 12.432 12,472 12,43 12.47 Bclarad . . 7.38 7.40 7,36 7.40 'Lvbapcst. . 5.895 5,915 i,fcf5 5,915 Bnlearien 3,025 3,035 3,025 3,035 B'ssäbon 20 775 40,825 20,825 20,875 Danzig. . - 80 84 11,04 80,81 81 04 Konstantin. 2 29 2,30 2,295 2.305 Ltden. . 6 29 7.01 6.99 7.01 Banknoten. 4.177 4.197 19,33 19,53 «6 08 87,52 20.356 20,466 19.60 19 70 167,.8 168.62 15,45 15,53 74.07 74,43 59,05 59,35 — — 112,32 112.88 81.60 82 00 (>0.75 61 05 12.397 12.457 5,85 5,89 Viele Kn- ihr «achemn-un-en -eG eine große Anzahl regulärer Schuhe wesentlich im Preise herabgesetzt! Wir haben 075 Gelegenheitskauf! Schwarze Schulstiefel mit holzgenageltem Boden AISON-AUS VERKAUF PREISWERT Wir bitten um Besichtigung unserer Fensterl 6721a Nur noch bis 15. Juli I Einkaufspreis: OSSIS ItiBEST Etagengesehält Gießen, Kaplansgasse 18, 1. Stock 6746a Statt Harten! Holzheim, den 10. 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