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Blenais-i ejr.$spiel«: 2 Goldmark u. 2u Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Richterschemen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ternsprech-Anschlüsse: schriftleitung 112, Der- lagundGeschästsstelleSI. Anschrift für Drahtnachrichten SnzelgerAietze«. potischecktonto: Krantfurl a. M. 116M. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvd vn- Verlag: vrühl'fche UniverfitSlr-vuch- und Steinörudcrei R. Lanae in Eiehen. Schnftleitung und Geschäftritelle: Zchul^rahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tageanummer bis zum Nachmittag vorher ohne jebe*Berbinblict)hciL preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8,auswärts 10 Goldpfennig; für Ne» Klame-Anzeigen v 70 nm Breite 35 Goldpfennig, Plahoorfchlift 20" .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr. Friede. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Pech, sämtlich in Gieren. Die Präsidentenwahl Ein demokratischer Vorschlag Die bürgerliche Sammelkandidatur Der Sicherheitspakt in Genf Bot. Schurmann, Botschafter in Berlin? Aeuyork, 9. März. (BZ.) Als Dom Hansabund. Berlin, 9. März. (WB.) Der Hansabund hielt in Berlin eine Tagung ab, an der besonder- auch deutschooltsparteiliche und demokratische Parlamentarier teilnahmen. Der Hansa- polen und der Garanflepatt. England vertritt nach wie vor den 6tanb» Punkt, daß es nicht gewillt ist. Pole« in den Garantiepakt mit einzuschließen, wogegen Herriot wieder betonte, daß Frankreich die Garantie der polnischen Grenre wünsche Beachtenswert ist jedoch, daß Herriot diese Forderung nicht mehr als eine unbedingte Voraussetzung eines Garantievakts mit Deutschland aufgestellt hat. Herriot soll Polen gegenüber darauf hingewiesen haben, daß es im Interesse eines Garanttevakts gewisse Zugeständnisse an Deutschland machen müsse Frankreich scheint tatsächlich in letzter Zeit stark von Polen abgerückt zu sein und ihm scheint an dem Zustandekommen des Garantiepakts mehr zu liegen als an dem Schutz der polnischen Grenzen England hat Frankreich zu verstehen gegeben, daß es zwischen dem britischen Weltreich oder Polen zu wählen habe. Diese Schwenkung der französischen Politik hat in Polen die größte Beunruhigung hervorgerufen. Der polnische Außenminister versucht alles, Frankreich zu bewegen, keinen Garantiepakt abzuschließen, in dem nicht auch die polnischen Grenzen geschützt werden. Herriots Kammermehrheit wünscht zweifellos eine Verständigung mit Deutschland und sieht in dem Beitritt Deutschlands zu einem Garantiepakt eine bessere Sicherheit alS die Festigung und den weiteren Ausbau der polnischen Militärmacht, was doch letzten Endes nur mit französischen Geldern erfolaen kann. Die Rechtsparteie n vertreten dagegen den Standpunkt des Marschall Foch. der In einem engen Militärbündnis mit Polen und der Tschechoslowakei die beste Sicherheit für Frankreich sieht. ( Gelingt es Herriot nicht, eine Verständigung mit England herbeizuführen, und kommt der Garantiepakt wegen der polnischen Frage nicht zustande, so wird die jetzige Kammermehrheit die Politik Herriots nicht mehr weiter unterstützen. Schon heut? ist man in den Koalitionsparteien mit Heriots Außenpolitik sehr unzufrieden und spielt schon mit dem Gedanken. Herriot durch Caillaux zu er'ehen. Die Presse der Linksparteien betont ausdrücklich, daß die französische Politik sich nicht durch polnische Wun'che in ihren lebenswichtigsten Fragen beeinflussen lassen dürfe. Frankreich habe für Polen schon so viel getan, so daß es jetzt von Polen eine Gegenleistung verlangen dürfe, die darin bestehe. Deutschland in der Frage des polnischen Korridors entgegenzukommen. In der polnischen Presse hat sich gegen dieses Verlangen ein Sturm der Entrüstung erholen. Alle Blätter sprechen bereits von einem deut'ch-pol- nischen Kriege. Eigenartig ist immerhin, daß das Geschrei der polnischen Preste und die dringenden Vorstellungen der polni chen Regierung bisher keinen Eindruck auf Frankreich gemacht haben. Polnische Kundgebungen gegen England. Katlowitz, 9. März. lTU.) In einer Demonstrationsversammlung. die sich mit dem Ga- rantiepatt beschäftigte, griff K o r f a n t i) England in einer Rede scharf an Er betonte, daß Polen es England zu verdanken habe, wenn es Oberschlesien nicht bis zur Ober oder restlos bekommen habe. Wenn der polnischen Republik jetzt noch etwas genommen werden solle, dann könnte es nur beißen: Kampf bis zum letzten Blutstropfen! Reuhorker Familie, ist von Haus auS Pädagoge und war ursprünglich Philosophieprofessor an mehreren amerikanischen Universitäten. Schurmann hat in Europa studiert, u. a auch mehrere Jahre in Heidelberg, Berlin und Göttin» ?ien, spricht sehr gut deutsch und kennt Deutsch- and gut. Er war Gesandter in Athen und Peking schafter der Vereinigten Staaten in Berlin kommt der gestern genannte republikanische Parleiboh und Ver'icherungsbankdirektor Charles Dewey Hilles nicht in Betracht. Das Weiße Haus hat bereits offiziell die von der amerikanischen Dresse aufgestellte Kombination ausdrücklich i n Abrede gestellt. Heute verlautet, daß ein amerikanischer Diplomat für den wichttgen Berliner Posten ausersehen sei und daß seine end- gültige Ernennung schon in einer Woche erfolgen wird. Es ist dies der amerikanische Gesandte in Peking. Jakob Gould Schurmann. Schurmann entstammt einet alten holländischen bundpräsident Reichstagsabg. D r. Fischer erklärte, daß der Hansabund jetzt 164 Einzrloer» bänöe und 200 000 Mitglieder zähle. Iu itzrat Schauer berichtete über die Gründung einer neuen Abteilung des HansabundeL für ausländisches Recht, die eine besondere Zeitschrift unter dem Rainen „Gesetzgebung und Rechis- praris des Auslandes" herausgeven wird. Das Präsidium des Hansabundes nahm ferner eine Entschließung an. in der es u. a. heißt. Der Hansabund weist den Versuch des Reichs» landbundes der deutschen Landwirtschlft, gegenüber anderen Erwerbsständen eine Vormachtstellung durch genossenschastlichc Zwangslar teile zu schaffen, auf das ent- schiebens! e zurück. Ebenso lehnt er die Bestrebungen zur Monopolisierung des QI g r c- lreditwesensab. Das Präsidium des H^.nsa- bundes ruft daS Gewerbe, den Handel und die Industrie zu kräftiger Gegenwehr dagegen auf den Eintritt Deutschlands nicht durch eine verletzende Antwort zu erschweren. Die Franzosen verlangen nach wie vor den Eintritt Deutsch- lands ohne Vorbehalte, bevor an einen Sicherheitsvertrag gedacht werden könnte, wahrend einige Ratsmitglieder den Eintritt selbst schon als einen Teil des Sicher- heitsvertrages betrachten. Mit der Entwaffnungskontrolle in Deutschland scheint man noch nicht den Völkerbund betrauen zu wollen. Die Frage dürfte vertagt werden. Ebenso soll das Projekt der Entmilitarisierung des Rheinufers zu- rückgestellt werden. Dagegen scheint der Völkerbund entschlossen zu fein, den Zwischenfällen in Danzig durch seinen technischen Spezialaus- schuh, der alle Beschwerden zu prüfen hat, ein Ende zu machen. s ch ä t f e n, die großen Linien bet politischen Entscheidung verwlsctzen und zu einem Zufallsergebnis fuhren, das dem gewählten Präsidenten nicht das erforderliche Ansehen Im In- und Auslande gibt. Die Deutsche Demokratische Partei hat den Wunsch, daß möglichst eine große Mehrheit deS deutschen Dolles sich auf eine Persönlich.e t vereinigt, die, fest auf dem Boden der Weimarer Verfassung stehend, über den Rahmen bet politischen Parteien hinaus allgemeines An» sehen und Vertrauen in das hohe Amt mit» bringt. AlS eine solche Persönlichkeit betrachten wir den Ptäfibenten deS Reichsgerichts Dr. Simons. Wir sind zu ge» meinfamen Beratungen auch über einen anderen, den erwähnten Voraussetzungen entsprechenden Vorschlag bereit. Die Rechtsparteien zu der Kandidatur Simons. Berlin, 10. März. (Priv.-Tel) Die demokratische Anregung, eine bügerlicho Sam- mclkandidatur für die Reichspräsidentenwahl in der Person des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons aufzustellen, ist. wie der „Lokalanzeiger" schreibt, zu so später Stunde ergangen, dah eine Stellungnahme deS Arbeitsausschusses der rechtsstehenden Gruppen nicht mehr ftatt- finden konnte. Das Blatt glaubt jedoch berichten zu können, dah man diese Anregung außerordentlich ernsthaft beurteile und nur bedauere. dah sie nicht schon eine Woche früher erfolgt fei. denn die Vorbereitungen der rechtsstehenden Gruppen für eine gemeinsame Kandidatur seien inzwischen soweit gediehen, daß es zwecklos fein werde, sich völlig anders einzu- stetten. Zweifellos werde seitens des Ausschusses der rechtsstehenden Gruppen sehr ernsthaft und sehr sachlich mit den Vertretern der Demokraten über die Anregung verhandelt werden. In erster Linie könnten sich diese Besprechungen um die Frage drehen, ob eine bürgerliche Einheitskandidatur mit Einschluß deS Zentrum- und der Demokraten Überhaupt möglich ist. Die Person SimonS müsse dabei in zweiter Linie stehen, um fo mehr, als der demokrattfche Brief in feinem Schlußsatz die Möglichkeit einet anderen Kandidatur als der des Reichs- gerichtSpräsidenten offen läßt. Man werde sich Daran erinnern dürfen, dah z. D Dr. Jarres die in dem Brief erwähnten Voraussetzungen, vor allen Dingen die positive Einstel- lungzurReichsverfassung. durchaus erfüllt. Es könne danach eine andere Kandidatur in Betracht gezogen werden. Dr. Simons werde voraussichtlich für die rechtsstehenden Parteien kaum in Betracht kommen. Hebet die Haltung' des Zentrums zu dem demokratischen Dor- fd)Iag liegt bisher nichts weiteres vor Der Parteivorstand der Deutschen DollSpartei hat ohne Debatte der Kandidatur des Herrn Dr. Jarres für den Fall seiner Aufstellung z u g e st i m m t und gegenüber dem Vorschlag der Demokraten folgenden Beschluß gefaht: Dir stimmen mit der Deutschdemokratifchcn Partei in der Würdigung für die Persönlichkeit des Herrn Reichsgerichcsvräfidenten Dr- Simons überein. Bei der Gegenüberstellung der beiden Persönlichkeiten machen wir aber keinen Hehl daraus, daß wir in der Persönlichkeit des Herrn Dr. Jarres die Vertretung des Reichs, soweit sie in den Händen deS Reichspräsidenten liegt, gut gewahrt sehen würden. Wir glauben daher auch kaum, dah die in dem sogenannten Löbellschen Ausschuß vereinigten Parteien von ihrer bisherigen*Stellungnahme in der Personenfrage abgehen dürften, jedoch sind wir überzeugt, daß jede Mitarbeit und Mitwirkung weiter bürgerlicher staatS- bejahendet Kreise vom Ausschuh nur begrüßt werden tarnt. Wie die „Tägliche Rundschau" meldet, ist von maßgebender Seite der Rechtsparteien den Demokraten auf ihren Vorschlag geantwortet worden. dah man es außerordentlich begrüße, wenn die Demokraten in die staatsbürgerliche Linie einschwenken würden. Man werde den Demokraten Herrn Dr. Jarres als Präsidentschaftskandidaten enbieten, der bei ihnen kaum auf Widerstand stohen könne, da Herr Dr. Jarres in dem von den Demokraten gestützten Kabinett Innen- m i n i st e r war London, 10 März. (WTB. Funkspruch) Der Sonderberichterstatter der „Daily Rews" in Genf meldet. Chamberlain habe mit aller Deutlichkeit zu erkennen gegeben, dah er an eine auf das deutscheAngebot begründete Vereinbarung denke. Chamberlain hat in Paris Herriot erklärt, dah ein militärifches Bündnis zwischen Großbritannien, Frankreich und Belgien ausgeschlossen fei, da es nicht nur bei den Liberalen und der Arbeiterpartei, sondern auch in weiten Kreisen der Konservativen auf heftigen Widerst an d stoßen werde. Wenn es auch der jetzigen Regierung gelingen könnte, das Bündnis durchzusehen, fo würde es von der nächsten Regierung mit Bestimmtheit r ü d g ä n g i g gemacht werden. Deutschland müsse in das Bündnis e i n b e z og e n werden. Die beste Losung sehe England in einem Fünferbun d: England, Frankreich, Beigen, 2 alten, Deutschland. Die Vorbedingungen dafür müßten von den Ver- bünbcien unter sich festgelegt werden, wonach Deutschland zu den enbgüliigen Verhandlungen herangezogen werden würde. Die belgische Haltung gegenüber den deutschen Vorschlägen ist vorsichtig, aber keineswegs ablehnend. B.lgien befindet sich jetzt in derselben schwierigen Lage wie Frankreich wegen seiner östlichen Alliierten. Das Hauptinteresse der Belgier liegt in einer Garantie durch Großbritannien, sei es mit oder ohne gegenseitige Garantie Deutschlands. die. wie zugegeben wird, von moralischem Vorteil sein kann. Die Regierungen der D o - m in io ns sind über die deutschen Vorschläge unterrichtet worden. Man weiß jedoch noch nichts Bestimmtes, wie sie sich dazu stellen. Wenn Chamberlain foinc Erklärung über das Genfer Protokoll abgegeben hat. wird vermutlich der Völkerbundsrat eine Rote an Deutschland veröffentlichen, zu dem Vorschlag Deutschlands, sich Frankreich. Bllgien. England und Italien in einem Garantiepakt anzulchl.eßen. In Völkerbundskreifen ist man der Ansicht, es werde unmöglich fein, mit irgendeinem Pakt vorwärts zu kommen, solange Deutschland außerhalb des Völkerbundes stehe. Die gesamte Arbeit des Völkerbundes für Schiedsgericht. Sicherheit und Abrüstung werde durch das Fernbleiben Deutschlands vom Völkerbundsrat ausgehalten. Das werde zweifellos auch der wichtigste Teil der Erllärung Chamberlains fein, die für nächsten Donnerstag erwartet werde. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Genf. 9. März. (TH.) Die Tagesordnung des Rates wird wegen des verspäteten Eintreffens Hymans und Hadens geändert werden. Die Traucrkundgebung für Granting soll auf Donnerstag verschoben werden. Chamberlain w rd dann feine Erllärung zu dem Genfer Protokoll abgeben. Der zweite und wichtigste Punkt der Tagesordnung ist der Eintritt Deutschlands In den Bund. Chamberlain hat nach seiner Ankunft in Genf mit den führenden Persönlichkeiten deswegen Rücksprache genommen. Den Entwurf seiner Antwort hat er auch mit Herriot besprochen. Die Antwort wird vor der Hebergabe an Deutschland im Rate verlesen und beraten werden. Der Inhalt der Antwort wird streng geheimgehalten. In VölkerbundSkrelsen verlautet darüber folgendes: Hm die deutschen Anhänger des Eintrittes nicht vor den Kopf zu stoßen, soll <* 16 nochmals so ausgelegt werden, dah bet seiner Anwendung auf die besonderen Verhältnisse eines jeden Staates Rücksicht genommen wird. Dieser Paragraph sieht neben militärischen Sanktionen auch wir.scha tliche Sanktionen vor, die in Form einer Wasser- oder Landvlockade gegen den zu bestrafenden Staat anzuwenden wären. Die Mebrzahl der Ratsmitglieder ist der Meinung .daß man bei den geringen Sreit- fräften Deutschlands auf eine militärische Beteiligung verzichten könne und daß auch die Bereitstellung deutschen Gebietes für einen Durchzug fremder Truppen nicht die entscheidende Frage fei. Dagegen wird das größte Gewicht auf die Teilnahme Deutschlands an einer Wirtschaftsblockade seiest. Jedenfalls wird sich der Rat bemühen, Die Ausstellung deS Sozialdemokraten Otto Staun alS Kandidaten für den Posten des 1 Reichspräsidenten hat die Parteien der Weimarer i Koalition in große Verlegenheit gebracht. Die I Gründe, welche die Sozialdemokratie zu biefer । Sftratuur veranlaßt haben, find recht Har: Don l Den Kommunisten ist einer ihrer rabiatesten Führer, der Vorsitzende der kommunistischen JeichstaaSfraktion Thälmann, als Zählkandidat auf gestellt worden. Wenn nun die Sozialdemokraten einen Mann aufstellen, der in dem größten deutschen Bundesstaat jahrelang die politischen Geschäfte geführt hat. fo hoffen sie. die ; Abwanderung derjenigen Elemente ins kommunistische Lager zu verhindern, die In der letzten Zeit an der sozialdemokratischen Partei Irre geworben sind. Es hat den Anschein. alS fei mit ; der Kandidatur Dvaun in erster Linie bezweckt worben, daS gegenwärtige Zahlen- Verhältnis der Sozialdemokratie zum Kommunismus llarzuftellen. Wegen der maßlofen Rekrologc, die daS , Zentralvl gan bei Kommunistischen Partei Deutschlands gegen den verstorbenen Reichspräsidenten Sbert veröffentlicht hat. ist die „Rote Fahne" chr vierzehn Tage verboten worden. Dor ; 'xm Erlaß des preußischen Innenministers Se- : xrtng, welcher dem Erscheinen der „Roten Fahne" für einige Zeit Einhalt tat, hat daS kommuni- ; '1 liebe Zentralblatt immer wieder nachd-rnckl ch I >-hauptet. selbst ein großer Teil der sozialdemo- lratischen Gesolgschaft sei mit der Führung der I rleichsgeschäste durch Ebert und mit bet Art. wie । man ihn zur letzten Ruhe getragen hat. nicht ein- »ctflanben gewesen. Die Sozialdemokratie ist sich I natürlich ganz klar darüber, dah Otto Braun ! Debet im ersten Wahlgange noch — wenn er dann überhaupt noch ausgestellt werden sollte — m zweiten Wahlgange Aussicht hat. gewählt zu rerben. Man wird ben Verdacht nicht los. Xih die Haltung der Sozialdemokratie zur Frage I der EinheitSkanbibaten den Zweck verfolgt, nicht iDieber einen aus ihrer Mitte an d u höchsten Platz , u bringen, den die deutsche Republik zu vergeben hat. TS ist unwahrscheinlich, daß sich die Sozialdemokratie auf Zureden ihrer Freunde von der ! Öeimnrer Koalition schließlich doch noch bestimmen läßt, die Kandidatur Braun zurüdzu- ichen und ihre Anhänger anzuweisen, den Zen- : rumßmnnn Wilhelm Mar? zu wählen. Würde sie Sozialdemokratie jetzt noch um allen, so wären I He Folgen, die mm mit der (Srtritour vermeiden Dofite. in besonders hohem Maße zu befürchten. Die Parteien der Rechten sind sich von j vornherein darüber klar gewesen, drß nur eine s Sinheiiskanbidatur Aussicht gäbe, die I Dahl eines Linksdemtraten ober gir eines So- .calbcmotraten zum Reichspräsidenten zu vcrhin- >cm. Hätte sich die Rechte entschlossen, zunächst i ?inmal für den ersten Wahlgang am 29. März : hllandidaten der einzelnen Parteien aufzu- I stellen, fo hätten sich wahrscheinlich drei oder I a ier bürgerliche Kandidaten bekämpfen müssen : a.ad es auf diese Weise außerordentlich erschwert, später, beim -.weiten Wahlgang, zugunsten eines riebenbuhlers zu resignieren. Ein Reichspräsident, der nicht feiner Partei- I sigehörigkeit. sondern seiner Persönlichkeit wegen gewählt ist. hat nicht die inneren Hemmungen, ■eie Ebert immer wieder überwinden muhte, renn er sich entschloß, diesem oder jenem Mann Xe Führung der Reichsgeschäfte anzuverttauen. 3m Kabinett Luther haben sich zum ersten I Xtal die großen Parteien der Rechten durch. ? etzen können und dabei wemgstens bei einzelnen j ^Persönlichkeiten des Zentrums und der Deomkratie Sefolgfchaft gefunden Es hätte nicht nur die Dahlaussichten für einen rechtsstehenden Präfi- ‘ »entfchaftskandibcrten gemindert, sondern geradezu >rs eben erst zur Macht berufene Kabinett Luther i bedroht, wenn die Rechtsparteien die sogenannte .Handlungsfreiheit" prollamiert hätten Es be- i lieht begründete Aussicht zu der Annahme, daß bei der Aufstellung eines parteipolitisch neutralen Mannes der Rechten erhebllche Seile des Zentrums und der Demokraten für eine aussichtsreiche Rechtskandidatur und nicht für j ene aus'ichtslose Kandidatur eines Mannes ihrer . eigenen Partei stimmen werden. Wer ein Freund reinlicher Scheidung ist. xivb es bedauern, dah nicht einem Einheits- lendidaten der Rechten ein Einheitskandidat der Weimarer Koalition entgegengestettt werden soll. §as Schicksal des deutfchen Volkes kann nur 4 durch klare Stellungnahme, nicht aber durch tak° m | tsche Kniffe entschieden werden Wenn es eines ’ Beweises bedurft hätte, daß die Weimarer Koa- I '.-ition in den sechs Jahren ihres Bestehens nicht in Aktionsfähigkeit gewonnen hat, so ist dieser * Beweis durch den Verzicht auf die Einheits- j knbtbatur der Linken erbracht worden. / die Initiative der Demokraten. Berlin, 9. März. (WTB.) Die demolra- 5 !»che -Re'cchs.agssra ttvn hat ein Schreiben an die Deut che Zen.ru mspartei, b:e Deutschnallo- tale Vollst a tri, die Deutsche Vollspartet, die Laherifche Volkspartei, die Sozialdemokratische Partei und an den Staatsnriu.stec a. D. von Soeben (-3erl.n) als Dorsitzenöen deS Ausschusses der Reichsparte.en gerichtet, in denen . jrr ReichSprä ioentenwahi u. a. auSgeführi wird: Sne Wahlbewegung, in de: eine größere Anzahl von Kandidaten der Parteien r»,träten, würde die Gegensätze der» Deutscher Reichstag. Berlin. 10. März. Vor Eintritt in die Tagesordnung protestiert Abg. S t ö ck e r (Kom.) gegen das Verbot von 11 kommunistischen Zeitungen auf Grund des Republik- schutzgesetzes. Er beantragt die Äufh.bung dieser Verbote und verlangt die sofortige Beratung dieses Antrags. Er verlangt weiter die sofortige Besprechung des Streiks der Eisenbahner. Der sofortigen Beratung des kommunistischen Antrages auf Aufhebung des Verbotes der kom-- munistifchen Zeitungen wird widersprechen. Dagegen wird die Besprechung des Eisenbahner st reiks als vierter Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. Ohne Debatte wird hierauf die Regierungsvorlage genehmigt, wonach die Wahl des Reichspräsidenten auf Sonntag, 29. März, und für einen eventuellen zweiten Wahlgang auf Sonntag, 26. April, gelegt wird. Zur Beratung kommt dann der von den Mchrheitsparteien eingebrachlc Gesetzentwurf, wonach zum Stellvertreter des verstorbenen Reichspräsidenten der Präsident des Reichsgerichts bis zum Amtsantritt des neuen Reichspräsidenten bestimmt wird. Der Entwurf ist von allen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten und Rationalsozialisten unterzeichnet und wird in erster und zweiter Beratung gegen die Stimmen der Kommunisten und Rationolsozialisten an- genommen. Der vom Reichsfinanzministerium eingebrachte Gesetzentwurf, der die Reichsregierung ermächtigt, die aus Anlaß des Ablebens! des Reichspräsidenten entstehenden Ko st en auf Reichsmittel zu übernehmen, wird gegen die Stimmen der Rationalsozialisten und der Kommunisten angenommen. Abg. Koehnen (Komm.) begründet einen Antrag seiner Freunde, der die Regierung ersucht, ihren ganzen Einfluß auf die Reichsbahn- Verwaltung vahin geltend zu machen, daß die Forderungen der Streikenden erfüllt werden. Abg. Schumann (Soz.) weist darauf hin, daß sich die Sozialdemokraten schon bei der Hm» Organisierung der Reichsbahn für eine größere Rücksichtnahme für die Lebensbedürfnisse der Eisenbahner eingesetzt hätten. Die fr.nen Gewerkschaften betrachten den Streik nur als allerletztes Mittel, wenn alle Derhandlungsversuche gescheitert seien. Darum habe auch der Eisenbahner- Verband die Streiks in Sachsen zu.'.ächst nicht sankttoniert, sondern den Verhandlungsweg beschritten. Es wäre unverständlich, wenn die Verwaltung die Einigung an der bescheidenen Forderung einer Erhöhung des Stundenlohns um drei Pfennige scheitern lassen würde. Der Redner ersucht den Reichsarbeitsminisler um schleunigstes Eingreifen. Abg. Dr. Cremer (Dt. Dpt.) beantragt Schluß der Debatte und Heberweisung der Angelegenheit an den Derkehrsausschuß zur schleunigen Erledigung. — Der Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Es folgt die zwette Beratung des Gesetzentwurfes über die Aufnahme von Auslandkrediten durch die Gemeinden und Ge° meirrdeverbände. Rach der Vorlage bedürfen die Gemeinden und Gemeindeverbände zur Aufnahme von Auslandkrediten der Zustimmung des Reichsfinanzministeriums. Rach einem Beschluß des Ausschusses soll das Gesetz auch Anwendung .finden auf alle Kreditverträge, die feit dem 1. März 1925 abgeschlossen worden sind. Dieser l Termin wurde auf einen vom Abg. Keil (Soz.) ■ begründeten soziakdemokratilchen Antrag auf den 1. Februar 1925 verlegt. Die Vorlage wird dann in zweiter und ' dritter Beratung endgültig angenommen. Das Haus vertagt sich auf Dienstag. Auf der Tagesordnung steht der Etat des Reichsjustiz- ministeriumö. Der Warmatskandal. Berlin, 9. März. (Wolff.) 3m Unter* suchungsausschuh des Preußischen Landtags für die Darmat-Kutisker-Angelegenheit wurde dec frühere Staatssekretär v. Möllendorf vernommen, der bekundet: Darmat erschien 1919 in Begleitung des sozialdemokratischen Abgeordneten Wels beim Rcichswirtschaftsminister W i s s e l l, um eine Einfuhrerlaubnis für Textilien zu erhallen. Der Antrag Bacmats sei in den ordentlichen Geschäftsgang gekommen. Der Zeuge ter mag nicht mehr zu sagen, ob d?r Antrag Erfolg gchabt hat. Regierungsra: Weh ermann erklärt, Julius Darmat habe bei den Gesprächen mit ihm nicht unterlassen, seine Beziehungen zu den damals führenden Herren der sozialistischen Partei zu erwähnen. Er stand in einem sehr vertrauten Freundscha-tsverhältnis zu dem damaligen Unter» staatssekretär Baake. Aus den Beziehungen Darmats zu den behördlichen Stellen ergab sich für die Beamten der Reichsfettstelle eine Lage, wie sie gegenüber keinem anderen Partner bestanden hat. Der Zeuge verliest Dann einen Brief des Herrn Rommel vom 19. April 1920, aus dem der Einfluß Barmots auf die deutsche Gesandtschaft im Haag und das Auswärtige Amt hervorgeht. Darmat sei Ende 1919 in Gegenwart Heilmanns und Hermann Müllers im Auswärtigen Amt gewesen und habe dort die Erlaubnis erhalten, zu seiner Informatton einen Bericht des Herrn von Reißwitz einzusehen. Geschäftsführer Pöllwitz von der Reichs- settstellc gibt an. er selbst habe keine V rträge mit Darmot geschlossen; das sei aus sch ließ- l, ch vom Reichswirtschaftsmini st e° vi um geschehen. Die Reichsstellen wurden schließlich ganz übergangen. Man ging direkt zum Reichsw'.rtschaftsministerium. Die Preise seien 20—30 Cents hoher gewes.m als die Kasse- preise. Dafür gab es aber sechs Monate Ziel. Die tatsächliche Lieferung war gerinn; e - teuren Wohl zwei W. ggons Schm [\ und vier W ggons Butter. Aus die Frage des Vorsitzenden gibt der Zeuge an, daß der Sechsmonatkre'dit eigentlich nur aut dem Papier stand. Der Zeuge gibt auf Fragen an, er sei auch n n Barmat zu einer Gescllsch.ft geladen worden E; habe ihm einen Stich ins Herz gegeben, uun er an einem Diner teilnehmen sollte während am selben Tage der Vertrag von Versailles abgeschlossen wurde. Er erinnert sich, zwei Ministerfrauen gesehen zu haben. Auch der damalige Staats- jerretar in Der Reichskanzlei Baake und Hellmann als intimer Freund Barmats seien anwesend gewesen. Von kommunisiischer Seite wird gefragt, wer die „höhere Stelle" gewesen sei, bei der Darmat gut angeschrieben gewesen stt. Der Zeuge gibt an, das seien wohl die Minister Robert Schmidt und Bauer gewesen, überhaupt alle sozialdemokratischen Häupter. 3n der Aachmittagsverhandlung erklärt der preußische Finanzminiü,er a. D. von Richter, er habe vergessen mitzuteilen, daß er mit Heil- mann im Ravember 1921 nochmals über Darmat gesprochen habe. Heilmann habe ihm erklärt, daß sich bei der Firma Bacmat in der letzten Zeit gewisse Schwierigkeiten eingestellt haben, die nur durch u m f a n g r ei che Kredite, für die nur die Seehandlung in Frage komme, behoben werden könnten, von Richter habe erklärt, daß er die Kreditgewährung nicht beeinflussen könnte. Staats- bankpräsident Schröder und andere Herren von der Seehandlung hätten ihm darauf mitgeteilt, daß Darmat bereits 14 Millionen erhalten habe und weitere Kredite ausgeschlossen seien. Ec habe das Heilmann mitgeteilt. Heilmann erklärt sich mit der Darstellung im wesentlichen einverstanden. Bei den weiteren Fragen wurden zwischen den Aussagen von Richters und denen Heilmanns über die Kreditvermittlung H ilmanns süo Darmat Unstimmigkeiten festgestellt, v. Richter behauptet, er fei tatsächlich der Auffassung gewesen, daß Hellmann die Kredite für Darmat AU erhöhen gewünscht habe. Heilmann sagt, wenn ihm der Finanzminister damals mitgeteilt hätte, daß ihm die Sicherheiten zweifelhaft erscheinen, so hätte er feine gesamten Aufsichtsratsposten niedergelegt und ab» gewartet, bis er sie ohne Gefahr des Kompromittierens hätte wieder aufnehmen können. Von Richter betonte, daß ihm Staatsbankpräsident Schröder und Herr Rogge ausdrücklich gesagt haben, daß es um Darmat kritisch stehe. Es sei nicht anzunehmen, daß er kurze Zeit später Heilmann das Gegenteil gesagt habe. Der Tschekaprozeß. Leipzig, 9. März. (Wolff.) Die Ver- nehmiing des Zeugen Koppenhoefer gestaltet sich sehr lebhaft. Der Zeuge bekundet. Reu- ma n n habe bestimmtest erklärt, er habe Rausch nid?', in teil, sondern ihm nur einen Denkzettel geBeu wollen. Er habe aber die Schuld »olt- ständig auf sich genommen, um seine Genossen nicht unnötig zu belasten. Die Angabe P o e g e s , daß Reumann ihn fälschlich der Tat beschuldigte, und Laß er, Poege, erst dadurch zu seinen Angaben veranlaßt worden sei, treffe nicht zu. Pooge habe dies auch nicht cmnehinen können. Poege habe sogar gesagt, wenn er gewußt hätte, wie er in Stuttgart behandelt würde, hätte er sogleich gesprochen, um die Parteibonzen und das Iudengcsindel, das die Partei leitete, hochgehen zu lassen. Hierauf kommt es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen dem Zeugen und dem Angeklagten MargieS, der behauptet, der Zeuge habe ihn zu Geständnissen zwingen wollen. Margies bezichtigt den Zeugen, der dies eindringlichst abstreitet, des Meineides. Der Zeuge bekundet weiter, daß er sämtliche Angaben durch Poege über die (Stuttgarter Fälle auch durch Köni g erhielt. Reumann sei die ganze Zeit über noch ein eing-efleifchter Kommunist gewesen. Gr habe erst gesprochen, nachdem ihn die Partei ausgeschlossen hatte. Die Dienstzeit der Neichsbeamten Berlin, 10. März. (SU) Das Reichs» kabinett hat auf Antrag des Aeichsministers des Innern folgenden Beschluß gefaxt: Die im Hinblick auf die Rotlage des Reichs über die Dienstzeit der Reichsbeamten für die Zeit bis zum 31. Dezember 1925 getroffenen B schlüsse werden vorläufig wie folgt gmildert: Dic Dienstzeit kann aus 51 Stunden wöchentlich herabgesetzt werden, soweit dies ohne erhebliche Mehrauswendung möglich ist. Unberührt bleiben die allgemeinen Grundsätze über die Verpflichtung des Beamten, die ihm übertragenen Arbeiten rechtzeitig ohne Rücksicht auf die allgemeine Regelung der Si-nffftunpen zu erkbi-ren uni> über die Erhöhung der Dienstzeit bei bloßer Dienstbereitschaft. Die Ressortminister erlassen die erforderlichen Aus.ührungsbesttmmungen Der Streik der EisenÄQhnnrbeßter. Berlin, 10. März. (W'lff.) Der Lokalanzeiger" weiß von einem weiteren Rückgang des Streiks der Eisenbahnarbeiter sowohl in Berlin wie in Sachsen zu berichten, während der „Vorwärts" behauptet, daß besonders im Westen die Erregung der Eisenbihnirbttier im Steigen begriffen ist. Die Gr.chorgmi» fotknen der Eisenbahnbe.mten hätten ihre Sympathie ausgedrückt. Rach dem ..Lokalaaz.' hauen gestern im Reichsarbellsmini terium Beratungen slattgefunden. die den Versuch einer gütlichen Beilegung des Konfliktes zum Gegenstand hatten. Eine Anrufung des Reichsarbeitsmi ttsters als Schlichter von feiten der Gewerkschaften sei bisher noch nichtt erfolgt. Parlamrntarische Kontrolle der auswärtigen Politik. London, 10. März. (SU.) Die Arbeiterpartei hat im Unterhaus einen Antrag eingekracht, in dem für das Parlament das Kontrollrecht für die auswärtigen Angelegenheiten gefordert wird. Danach dürfen ohne vorherige Genehmigung des Parlaments keine Abmachungen ober Heber» einkommen mit anderen Staaten getroffen werden, die direkt oder indirekt nationale Verpflichtungen nach sich ziehen. Es sollen im Kriegsfälle Verpflichtungen für Heer, Flotte oder Luftflotte gegenüber anderen Staaten erst nach Mitteilung an den Völkerbund und an alle Staaten, mit denen England in diplomatischen Beziehungen steht, rechtsgültig werden. Pariser Studentendcmonstrationen. Paris, 9. März. (WTB.) George Scello hat in der Sorbonne einen Kurs über Völkerrecht begonnen, mit dem er beauftragt worden ist. Eine Gruppe t>an Studenten, die der ..Action Sranqaife“ nahe steht und mit dieser Wahl nicht einverstanden ist, hat deshalb Professor Scello der Kabinetlschef des Arbeitsministeriums ist' alS er feine Vorlesung beginnen wollte, aus» gepfiffen und einen derartigen Skandal voll» führt, daß der Doyen der rechtswissenschaftlichen Fakultät die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen mußte, die die Lärmenaen ausgewiesen hat Auch im Quartier Latin veranstalteten die Studenten Kundgebungen und versuchten wiederholt, in die Sorbonne vorzudringen, was durch die Polizei verhindert wurde. Fün Studenten sind von der Polizei verhaftet worden, jedoch nach Feststellung ihrer Personalien alsbald wieder freigelassen worden. Cs ist gegen sie wegen Ruhestörung Strafantrag gestellt woden. Aus aller Welt. Hypotßckclrscbwlndri. Berlin, 9. März. (WB.) „Preußische Grund st ücksgesellfchaft" nannte sich ein -unternehmen, das im vergunaenen Jahr gegründet werden war und je st mit der Der- h c, »tun g f einer drei Direktoren en» i' c t c. Ihre Direktoren waren der frühe.e Fliegeroberleutnant v. A l t h a u s . der K.us- mann Ansinck und ein Dr. Moser. Die Gesellschaft wandte sich an Leute, die Hhprthelln cu, ihre Grundstücke suchten, und denen sie mit- teilte, daß sie an Stelle baren Geldes golb= Wertgedeckte Schuldatteste gäbe, die an der Börse bereits mit 12.0 Prozent gehandelt werden. Der Zentralverband des deutschen Dunk- und Dun- liersgewerbes hat schon einmal vor diesem Unternehmen gewarnt. Srvtzdem scheint die Gescllschuft ausgedehnte Geschä'*' g macht zu haben. Bon überall her kam nen Rachsr gen an Die Kriminalpolizei, die sich nun.aeyr mit den Machenschusten eingehend befaßt. Tis jetzt haben sich 100 Hypothekensucher gemeldet, die sich betrogen fühlen. Die Schuldatteste ließen sich nicht du Selb machen, weil sie nichts wert sind. Es fehlt ihnen auch der Steuerstempel des Lan» desfinanzamtes. Vermutet wird, daß die Direktoren sich den größten Seil der Hypothekenbriefe bereits haben beleihen lassen. An Deckung ist nichts vorhanden. Dei den Hypotheken handelt es sich zum Seil um sehr hohe Beträge. Deutsche Schifssbauten für England. Sie Erteilung eines Auftrages zum Dau von 5 Motorschiffen seitens Englands an eine Hamburger Firma beschäftigt eingehend die Londoner' öffentliche Meinung. Die „D^ily Rews" xJ- 4 auf Oie bedauernswerte Lage der britischen Schiffsbauindustrie srwie auf die industrielle Or- g mifation in Deutschland hin, mit der die schwerfälligen englischen Methoden nicht konkurrieren könnten. Auch die „Times" widmet der Frage einen Leitartikel und bezeichnet den Auftrag als sehr beunruhigend und als einen Schlag für den britischen Schiffsbau. Raubüberfall auf ein Postamt. Auf die Postagentur in Hartenberg bei Wernigerode wurde ein Raubüberfall verübt. Als die Tochter des Postagenien abends zwei Mannern, die an die Tür geklopft hatten, öffnete, feuerten diese sofort zwei Schüsse ab. Während die Tochter einen Streifschuß erhielt, wurde der im Hausflur stehende Post- agent s ch w e r v e r l e h t. Als die beiden scharfen Hunde des Postagenten sich auf die Räuber stürzten, ergriffen fie die Flucht und entkamen. Berliner Autounsalle. Berlin, 9. März. (Wolff.) Heute nacht ist gegen 1134 Uhr infolge der schlüpfrigen Fahrbahn ein Kraftwagen gegen eine Gaslc»- ferne und zwei Bäume gefahren. Der Wagen ist umgeschlagen und stark beschädigt liegen geblieben. Der Führer hat einen Armbruch und Kopfverletzung erlitten. Don den Insassen wurde ein Ehepaar schwer, ein anderes Ehepaar und ein fünfter Insasse leichter verletzt. Heute früh gegen 41 2 Ahr hat in Ternpelhof eine Kraftdroschke einen Geschäftswagen über» fahren Der leichte Wagen wurde umgeworfen. Der Kust'cher hat innere Verletzungen erlitten, seine milfahrende F-au nur äußere. Der Führer des Kraftwagens, den die Schuld an dem Zusammenstoß treffen soll, hat in der Kopflosigkeit die Flucht ergriffen. ■itfcncrim’Attefartc.. Zeitweise bewölkt, meist nördliche Winde, Frost, vielfach Schneefälle. Das Gebiet des hohen Druckes gewinnt stetig nach dem Kontinent zu an Raum, während das nördliche Tief im Abziehen begriffen ist. Dei vorwiegend nördlichen Winden wird die herrschende Kälte zunächst noch weiter bestehen. ANS Stadt und Land. Gießen, den 10. März 1925. Die Gelränkesteuer in Gießen. Bezüglich der in der öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses vom 14. Fe» bruar 1925 verhandelten Klagen der Ficmen 3)Gießener Bauhaus und Spiritusfabrik A. & W. Denninghoff in Gießen, b)Ihring-Melchivr, Kommanditgesellschaft in Lich, c) Heinrich Göbel in R i e d e r S h a u s e n gegen die Stadt Gießen w?gm Heranziehung zur Getränkesteuer wurde am Samstag das Urteil des Prvvinzialausschusses v erfändet. Hiernach sind die Klagen als unbegründet abgewiesen worden. Mit den Kosten des Dersahrens, einschließlich derjenigen der anwaltlichen Vertretung der Stadt Gießen wurden die Klägerinnen belastet. Der Provinzialausschuß vertrat den Stand- pmrkt, daß die von dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen erlassene Gemeinde-Geträn ke-Der° brauchssteuerordnung vvm 31. August 1923 ordnungsmäßig zustand? gekommen ist, und daß die Stadt Gießen nach dieser Verordnung sehr wohl berechtigt gewesen sei. von k^m Verbrauch von Bier innerhalb des Derbrauchssteurrbezirks Gießen von den Klägerinnen ema Derbrauchsabgabe zu erheben, die sich aus 5 Prvz. aus dem Großverkaufspreis plus einem Kleinhandelszuschlag von 25 Prvz. berechnet, da diese Derblauchssteuerabgabe 5 Prvz. den in der Stadt Eießen im Jahre 1924 allgemein gültig gewesenen Kleinhandelspreise für Dier nicht übersteigt. Auch hat der Provinzialausschuh sich der Stellungnahme der Deklagten angeschlvssen. wonach die -Brauereien Ihring-Melchior, Kommandit- Kommandttgefellschaft in Lich, und Heinr. Göbel in Riedershaufen als „Einbringer für Dier" in den Derbrauchsfteuerbeziick Gießen anzusehen feien. Gießener am 10. März 1925 (Händlerpreise). Es kosteten: Dufter Pfd. 220 Pf., Matte 40, Käse 70, Wi.sing 20, Weißkraut 15, Rotkraut 20. gelbe Rüben 10, rote Runen 15. Spinat 40—50. Unter-K?hlrabi 10, Grünkohl 20—25. Rosenkohl 60 Fells lat 100, Tomaten 120—150. Zwiebeln 25—30, Meerrettich 40—100. Schwarzwurzel 1 6C bis 70, Kartoffeln 5, Aepfel 10—2), junge Hahnen 120, Suppenhühner 100. Endivien 100 Eier Stuck 12, Blumenkohl 120—150, Salat 5) 9. Uubel, vollen Menlchmme schaulpiel Vauheimer. dieses Sch: nutzen wvl eine Tebui «f. 8 oachtins Ebert sa feier stat dem Ätiegi finden, mu| degen in bi verleg, meri einen Teil. Rektor und Trauerrede Rekens- uni Vries ihn ( ^lchiw'e c M allgem er sich an stellt und I batten |rf M S'aa,! lenkt wocd Feier wur sprechende machte in i tiefen Sinl Hörer. W in bet !"nögebi ^asiden frton be; ÄQt Ä'r ?eise. in ej| !Iqdw^ N la ; 8 AM -LH V v'ti . DJ- L.uch ’fct. k »ä^ä jfiSÄSg ß>'9, Unb flam c6r,üfong ; M ÄMlinqS , &r alk/JW' kt WlNfll-sch fJn Clnma( an f;J°*k» re nt 31 ©dttcfl ich a.) 1 6e,t em ^kurzen a^°Se ein Schn^^ Stunde, bäte*?. 1 ^ielverfprech^^?. ■®’iÄfäte *5 8tl*m£,te,rot- inibet nitfct 2 ’ Unb lt ffeH* £«*. I» teitur, ®tflattoatl1 1 rum 32 •ÄIS Äi£?U’1fl Turner J?te Kr unsm h>j. ““ Iich do die Aus! du «Wbit. die Ä jnen ift. Zoh die Swh. - .retricbSmittel, zu« kwrCl-fi9??Sc hnan‘ jjl ist sMvechLnd. Äid)l'jng Hw alte ’Bor. !nb't sich bet Finonzaus. n unserem heutigen An- W an die ^Pörtemna wta Appell überall De- Wes, zeichmmgssrrudiges Straßenbahn. Sell cnbahnwogen der Grüner jor durch. Äon dort gchi 5.30 Ähr stodttvärlr. Diz •agen wenden am IDielrfct flg von AiederungS- len. Die wir Hörem 6d ich namens der Stadl Lch Provinzialau-schusles der >om 24. Sanuat 1925 li ibt 2i(b gegen das Kreis- Juni 1924 toegen Mcht- iffunq eines Aiedenmgs- , Lich" Revision ar. .tzerichtshvs ver'v'.gi tcisausschuh des Krei'ei tanz dir Anfügung M vm 16. Juni 1924 auf- r Provinzialousschuß au* eisdirellors zu Tiehen bat usgehoben und dir frei4- estäiigt hat. Der demnächf n Entscheidung des Revn ^besondere in den Kreiser -vher Spannung entgegen ersuch aut den Schi*' a wirs sich der l^'h^r rdeiters in der Habe da xdcrllrahe in selb m'rde- m herannahenden Suter- re/ der die Absicht bei -rite, versuchte den Zug " iedoch w irde der Junge W Md iut Seite leer innere WW O*rt 2« jtrbänkn *.,Ä£ - am ^aben uni Um**” innen. Hellen» SW* ■*31 Ä*IW ® l6er$at« °-A> ' Lichtsplelhaur. Deib"- ...hurean “X'SyiS ”S< »ti« Vf entwarf in großen Zügen ein Lelens- und Cha a terbiid des Verstorbenen. Er prieft ihn a.s einen Mann, dessen Wirken der Geschichte angehöre in der schwersten Zeit, als das allgemeine Chaos zu befürchten war. habe tr sich an die Spitze des Deutschen Reiches gestellt und seinem energischen und taktvollen Verhalten fei es nicht zum mindesten zu danlen, daß das D aats'chiss toteber in ruhigere Dahnen gelenkt worden und nicht untergegangen iei. Die Feier wurde eröffnet und geschlossen durch entsprechende Vorträge einer Orch^stermusik und machte in ihrer Schl chtheit und Ein a hell einen liefen Eindruck auf die große Anzahl der Zuhörer. Mufikverein und die Oberklasle der ßiefigen Volksschule. Zur Hebung der Feier trug nutzt wenig di« würdige Ausschmückung der Turnhalle bei. — Wie man hört, trägt sich die Streift- Verwaltung Schotten mit dem Gedanken der Errichtung einer Kadaververwertungs- a n ft a 11. Damit würde das mißständige und auch besonders gesundheitsschädliche Verfuhren des Derfcharrens der gefai nen Tiere ein End« nehmen. Die Anstalt soll in zentraler Lage — und da tarne Wohl die Rähe von Schotten in Betracht — errichtet werden. — Der Kreift Schotten ist nunmehr wieder frei von Maul- und Klauenseuche. Dadurch können nun wieder die Märkte abgehallen werden. )—( Ruppertsburg 9. März. In unserer Gemeinde finden in diesen Tagen Beratungen über bie geblaute Feldbe reinigung statt. Die Abstimmung üjer die Durch ührung des Verfahrens ist für Dienstag. 17. März, von 10.30 bis 11.30 ilbr vormit ags. angeseht. — Don schweren Schicksalsschlägen wurde eine hiesige Familie getroffen. Roch kein Jahr ist es her, seitdem der im Haus verheiratete, Schwiegersohn plötzlich verstarb. Als in voriger Woch- der zweite Sohn getraut wurde, traf die Rachricht ein, baß der Bruder der Braut verschieden fei. Drei Tage später raffle der Tod die noch nicht zwanzigjährige Schwester des jungen Mannes im Wochenbett hinweg, unter Zurücklassung eine- Heinen Mädchens. Die Teilnahme an dem Schmerz der Famllie ist allgemein. § Ulrichstein, 9. Marz. Am vorigen Samstag wurden bei 'Kinder in Sinn unsere drei neuen ©loden gegossen. Leider sind die Pläne zum Wiederaufbau des Turmes erst jetzt fertiggeftellt worden, so daß noch manche Woche, wohl auch über Ostern hinaus, verstreichen wird, bis wir wieder ein rechtes Geläut haben. O Michelbach, 9. März Auch in unterer Gemeinde wurde kürzlich ein St «inbruch erschlossen und ein Derlrag mit einem Friedberger Pslastermeister abgeschlossen. In dem nahen Breungeshain stehen ebenfalls in gleicher Sache die Derhandlungen vor dem Abschluß. -r- Ober-Schmitten, 9. März. Dor zahlreich erschienener Zuhörerschaft erzählte gestern abend ein Chinese in gutem Deutsch und packenden Bildern Heimatliches aus seinem Vaterlande. Eine Anzahl guter Lichtbilder erhöhte die Anschaulichkeit und belebte das Interesse der Zuhörer, die sich willig in daft phantasieumsponnene Riesenreich des Ostens führen ließen, seine zerstörenden und aufbauenden Mächte kennen zu lernen. Mrcid Büdinacn. nd. Ridda, 9. März. Bei der gestern hier vorgenommenen Deigeordnetenwahl wurde Gastwirt und Mehgermeister Heinrich Rullmann mit 412 Stimmen für dieses Ehrenamt gewählt. Einige Stimmen f eien auf andere Personen Der Gewählte war der einzige Bewerber für daS Amt. Die Wahlberechtigten machten nur zu einem Drittel von ihrem Stimmrecht Gebrauch. „ R i d d a , 9 März. Wie in den Waldungen des Forstamts Schotten, wo circa 1 800 Festmeter Fichtenbestand dem W i n d w u r f zum Opfer fielen, so hat der Sturm der Vorwoche auch in dem Harb- Walde beträchtlichen Schaden angerichtet. Entwurzelte Fichten und Buchen sperrten vielfach die Wege unb machten Aufräumungsarbeiten notwendig An anderen Stellen brachen ganze Fichteichestände nieder II Büdingen, 9. März. Die hies'ge Feuerwehr vers mmelte sich gestern nachmittag im Hotel Stern, um dein langjährigen Re e enten des F?U'rlöschwesens, Regie.-ungs ai Wolf, der an das Kreisamt Gießen verseht ist. einige Abschieds st unden zu widmen. Der erste Komma idant, Herrr Schneider, gedachte in längerer Rede der Verdienste des Schcic.enden um die Feuerwehren des Kreises unb sprach den Dank und das Vertrauen der Wehren aus. Regierungsrat Wolf dan.te In bewegten Worten unb versprach, an das schöne Bübingen oft und gerne zu.ückzudenken. Bei den luftigen Klängen der voll'äb.ig versammelten Feuerwehrkap.-ll . sowie EH sonstigen Re en und Darbietungen verfloß schnell der Rachmittag. Die Vertreter verschiedener Wehren fes Kreises schl -ssen sich den Worten des Bü>inger ersten Kommandanten an u.ib entboten an dieser Stelle dem Scheidenden den Abschiedsgruh. Krcitz Lauterbach. rr Schlitz. 9. März. Am Freitag trafen auf einem Ucbungftritt der Stab des Gießener Reichswehr -Da aillons in der Stärke von 8 Offizieren unb 44 Mann hier ein und wurde in Dürgerguarlieren mit großer Herzlichkeit ausgenommen. An Rachmittag erfreute die gleichzeitig emget. offene Reichftwehr- ka pelle untere Einwohners ^at durch ein Konzert auf dem urallen Macllplah, woran sich am Abend im weiten Raum der Turn» Halle ein Wohltätigkeit ekonzert ar.» schloß, das vor ausver'aullem Haufe ftaatfanb. Die Darbietungen wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Mit den Klängen des Deutschlandl cd«s, das von der viechunbertköpfigen Zu- hörerfchar stehend mitgefungen wurde, fand bet Abend einen erhebenden Ab'chluß. Wir geben uns hier der Hoffnung hin, baß dies erst- malige Auftreten der Gceßener ReichSwehrkapelle eine baldige Wiederholung finden möge. Startenburg uns Aycinhessc«. Darmstadt, 9. Mär». Die Derhällnisfe auf dem hiesigen Arbeilftmarkt bessern sich. Die Zahl der Erwerbslosen nimmt ab. die Detmitrlunastätigtest wird lebhafter. Die Zahl der Stcllensuchenben betragt in der Stadt Darmstadt 1008. im Kreise Darmstadt 944. — Der .Deutsche Abend", das Iahresfest des Der- eins für das Deutschtum im Ausland. daS kürzlich hier ftattfanb, hatte einen Reinertrag von 9113 Mark. Der Betrag geht an den Vorsitzenden des Landesverbandes, ©tubienrat Dr. Weckerling in Friedberg, der die Der- teilung an deutsche Schulen im Ausland übernimmt. Kreis Wetzlar. r. Wetzlar, 9. März. Fremde wie Einheimische Hagen oft. und nicht mit chlnrecht, über das Wetzlarer holprigePflastec. Wenn auch im vorletzten Jahre die Hausergasse bift zur Bürgermeisterei hinauf eine gute älmpflaste- rung er, ähren hat, so find doch noch manche Straßen mit den au-gefahrenen. fast kugeligen Steinen gar schlechte Wege für Mensch und Tier. Run sollen die reparaturbedürftigsten Straßen — Krämer- unb Meißedlerstraße —, die bedeutendsten Geschäftsstraßen im Zentrum der Stadt, in nächster Zeit umgep lästert werden. Hoffentlich werden bann auch die übrigen Straßen bald eine Verbesserung erfahren. Hcsien-Naüau. spd. Frankfurt a. M., 9. März. DaS in der Sedbacher Gase 8 wohnende Ehepaar König wurde heute mittag durch Leuchtgas erstickt in feiner Wohnung aufgefunden. Der Gashahn stand offen. Di« Frau lag tot im Bett. Der Mann erwachte vermutlich durch den Gasgeruch unb versuchte, das Fenster zu öffnen, ist aber anscheinend auf dem Wege dahin zusammengebrochen und hat so seinen Tod gefunden: die Leiche lag mitten im Zimmer. — Einer absonderlichen Vereinsblüte, einem .Bund der organisierten Zuhälter", hat die Polizei durch die Verhaftung aller Mitglieder ein rasches Ende bereitet. Der letzte der Burschen wurde am Sonntag ermittelt und festgenommen. Der Bund hatte den Zwed, gegen die Polizei eine Art „Abwehrfront" zu bilden. Das ist auch den Burschen vielfach gelungen. So konnte festgestellt werden, daß im Bahnhofsviertel um die Wechnach szeit nicht weniger als 20 Zuhälter in dieser „Abwehrfront" gegen die Sittenpolizei tätig waren. Hochschulnachrichten. Von brr Lanbc-ö Universität (Ziehen. Dem Assistenten am Graphischen Institut unserer ßanbcs-Unioerfität, Dr. Wolfgang Panzer wurde die venia legendi bei der Philosophischen Fakultät. 2. Abtlg., für das Fach der Geographie erteilt Turnen, Sport und Spiel. Turngau Hessen (D. T.> 5. Bezirk. 22 Dad-Rauheim, 8- März. In der Turnhalle beft Turnvereins 1 860 veranstaltete der 5. Bezirk im Turngau Hessen unter der umsichtigen Qe tung der BezirkSturnwarte Hart- m a n n (Dad-Rauheim) uno Lang (Lcmg-Göns) heute sein diesjähriges Bezirks-Geräte- Wetturnen. Die Beteiligung der DezirkS- bereine war recht rege. 238 Teilnehmer waren angeketen und wurden von Reallehrer S t a u- bach tm Auftrage der Dab-RanHeimer Turner- fchaft herzlich begrüßt. Er gab seiner Freud« darüber Ausdrud. daß dem Geräteturnen in den letzten Jahren wieder mehr Beachtung geschenkt to'tbc. unb mahnte die Jugend, in ffeiß ger unermüdlicher Arbeit diesem schönsten und edelsten Zwllg der Turnerei wieder die alte bevorzugte Stellung im Arbeitsplan der D. T. einzuräumen. Als Gast wohnte der zur Zeit zur Kur hier weilende Gauoberturnwart des Allgäuer Gaues (12. Kreis der D. T.). Turnlehrer Hanft Mayr-Kaufbeuren, dem Wetturnen bet. Er war hochbefriedia,t von dem regen turnerischen Leben und den schonen Leistungen im Gau Hessen. Geturnt wurden Kür- und Pflichtübungen an R^ck Darren unb Pferd unb eine Pflichtfvei- üb ng. Für die aktiven Turner und die Iugend- tuTner (Oberstufei war ein Reunkamps, für bi« 3ugenZ.tumer (Unterstufe) und die Schüler im Siebenkampf vorg'schrieben. Den Höhepunkt der 'BtanHaltung bildeten die allgemeinen Freiübungen für das Gau- und Kreiftfest, die nach Schluß des Wettumenft zur A ift'ührung kämm. Dank der flotten Arbeit des Berechnungft- ausschuiseft konnten um 6 Ußr abends den Siegern schon die Siegerurkunden ausgehändigt werden. In Dertretung des am Erscheinen verh nderten D'zir'svertreters, Stud-enoat Schuchmann- Friedberg leitete Seminarlehrer Thierolf- Friedberg die PreiSverteilung mit einer kernigen Ansprache ein. die zu fle.ß ger Arbeit in den nächsten Monaten aufforderte unb eft allen Vereinen zur Pflicht machte, ihr« ganze Ehre darein zu setzen, nicht nur auf dem Gauturnfest in Friedberg, sondern auch beim Kreisturnfest in Gießen mit Wetlumern, Musterriegen unb Festbesuchern zahlreich vertreten zu fein. Die Lurn erlügend aus Friedberg unb Bad- Rauheim erfreute nach beendigter Arbeit noch durch einige ansprechende Reigen unb Dolkfttänzc. di« viel Änllang fanden. Aus der umfangreichci' Siegerliste rann nachioi^cuo nur ein Aus Aug veröffentlicht werben. Er bringt von jebci Stufe die Ramen der drei erften Sieger und außerdem die Preisträger, (rtneit fic den im Kreise Gießen gelegenen Orten des Bezirk» angehören: Aktive Turner (32 Bewerber, 23 Steg er): 1. Sieger H Wchmann. T u. Spi' Butzbach. 167 Punkte: 2 L Illtan. 2Kli. Bad- Rauheim. 163 P : 3. ®g Reinhard! Tgm. Fried berg. 156 P: 5. W. Kcstler 5v. Lanq-GönS. 144 P-: 6. Hch. Jäger. To Holzheim. 141 P . I u a en bturner-Obcrßufc (35 D'werbe!. 20 Sieger/: 1. Sieger E. Dietz, Tv. Griedel. 162 P-: 2. R. Elias. Tv. 1860 B.rd-Rauheim. 151 P . 3. 2 Birken st od. Tgm Friedberg t^O^- 4 F Lamprecht. Tv. 1860 Bad Rauheim. 147 P 9. F Röhrig. Tv. Holzheim. 131 P: 10. O Dan Tv. Lang-Göns und I. Dingel. Tv ©rüningen. 128 P.: 14 W. Qaur Tv Holzheim, 124 P 15. H. Hofmann. Tv Muschenheim. 122 P. 3ugenbturncr-Ünterfi ufe (42 De Werber, 27 Siezer) 1. Sieger L Urff, T u Svv. Butzbach, 118 P . 2. A Sommerlab. Tv. Oft beim. 117 P: 3. H Reichhold T. u. Svv Butzbach. 115 P.: 4 W Dreyer. To. Lang-Döns. 112 P. 10. W Dm. Tv L mg^öns. 102 P 12 E. Weil. Tv. Muschenheim. 98 P. Schüler 1129Bewerber 100 Sieger): 1. Sieger O. Diedrich Tgm Friedberg. 129 P.: 2. O. Klös. Tv. Lang-Göns, 126P : 3. K. Deder. T. u. Spv Butzbach und R. Dreyer. Tv. Lang-Göns. 125 P: 4 G Hofmann. Tv. Grüningen. 124 P.; 5 K. Wenzel. Tv Lang- Göns. 122 P: 6. K Dah. Tv. Lang-Göns unb E. Mörler. Tv. Holzheim. 121 P.: 9 K Dingel Tv. Grüningcn. 115 P.: 10. H. Müller, Tv Holzheim, 113 P.: 13. O Dingel. Tv Holzheim, 110 P.: 17. E. Müll. Tv Lang- Göns, 106 P: 18. D Ruth unb R. Bops, Tv Lang-Göns. 105 P.: 20. E. Bevvler. Tv. Lang- Göns. 103 P-: 21. I. Fay. Tv. Grüningen. 102 P . 23. W. Römer Tv Lnng-Güns. 100 Tv. 26. W. Wenzel, Tv. Lang-Göns, 97 P: 30. A Bergk, Tv. Lang-Göns. 93 P. Gerichtssaat. fpd. D i l l e n b u r g , 9. März. Am 22. September 1924 tourOe das Stationsgebäude Dillenburg von zwei maskierten Personen überfallen, die die anweseitben Beamten unter Todesdrohungen zwangen, die Stationft- kasse herauszugeben. Bei der Flucht der Räuber' wurden mehrere Schüsse mit den Derfolgern gewechselt, wobei einer der Burschen durch einen Streifschuß verletzt wurde. Wenige Tage später überfielen die gleichen Räub.'r die Stationskasse des Bahnhofs Reu st a d t a. S wobei einer der Räuber durch einen Schuß ’aimr verletzt wurde. In dem Verwundeten ermittelt man den von Dillenburg aus gesuchler, Räubcr. den Schrei ner Richard Beher aus Gelsenkirchen. Sväter nahm man auch feinen Genossen, den Müller Willi Beyer aus Berlin, fest. Jas Limburger Schwurgericht verurteilte nunmehr den Richard De1)er wegen schw-.-ren Raubes und versuchten Totschlags unter Einbeziehung der Strafe für den tieberfall in Reustadt zu insgesamt fünfzehn Jahren Zuchthaus. Willi Beyer erhielt wegen schweren Raubes vter Jahre Gefängnis. Buntes Allerlei. Ehrung deutscher Gelehrten im Ausland. In der ungarischen Akademie der Wissenschaften wurde der Antrag gestellt, den Berliner ülniversitätSprofessor. St latftfefre- tär tm preußischen Minister um für Wissenschaft und Dolksunterricht. Karl Beder, ferner den Berliner ülniversitätsprofefsor der Geschichte Eduard Meyer und den Münchener Unhoerfi- tätsprosessor für Bodenkunde Emil Ramana zu auswärtigen Mitgliedern zu wählen. Der „schiefe Turm von Pisa" droht zusammen- zubrechen. Die Schlagfelle des Turmes wächst fortgesetzt, und ein besonderes Komitee hat fest- gestellt, baß sie innerhalb der letzten hundert Jahre um nahezu vier Meter zugenommen hat. Es hat den Anschein, daß die Fundamente des Turmes, die nicht sehr stark sind, durch lausendes Wasser un erminiert würden. Ein Komitee von Architekten hat erklärt, daß dringende Maßnahmen erforderlich feien, um den Zusammenbruch zu vermeiden. Mit dem Dau des berühmten Turmes wurde bekanntlich im Jahre 1174 begonnen, und bis zur Vollendung waren nicht weniger als 200 Jahre notwendig. Die teuersten Städte. Rach einer Statistik ist die teuerste Stadt der Welt Philadelphia. Es werden bann die Städte, in denen das Leben am kostspieligsten ist, in folgender Reihe auf- geführt: Stockholm, Ofava, Madrid, London, Amsterdam. Rom, Berlin. Oslo, Liffabon, Wien, Brüssel, Paris, Mailand. Prag. Berlin steht also der Teuerung nach so etwa in bet Mitt«. Kirchliche Nachrichten^ Evangel'fch« Gemeinden. Mittwoch, den 11. März, abends 6 Ußr, Paf- sionsgottesdienst in bet Iohanneskirche. * N n , * // dann ernähren Sie es sssori rlidemvondembcrühmtenGeiebrtenGeh. ^<^•1 - Söür 0' 3unh aefunbenen und von mehr aiS 20tX) Aerzten des ' *•••• VY» •V'WW» UUP9Wflll»ll Zn, und ÄUS1 ndes glänzend begutachteten ipezistfchen Saarnahrmiste! , JTIM. 3hciei A'> Dermtc en 1 onbnooiur. 57 11. 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IIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIII l Salonschrank 1 Krcdeuz 1 runder Aus- Aicbtiid) Bei der Stadtverwaltung Gießen ist die Stelle eines desolUkttil (ftdimjto) Beigtorinitteii alsbald zu besehen. Die Wahl erfolgt durch die Stadtverordnetenversammlung auf eine Amtsdauer von 12 Jahren. Ruhegehalts- und Hinterbliebenenbezüge sind die gleichen wie bei den städtischen Beamten. Bewerber, welche die höhere Staatsprüfung für das Hochbau- oder Ingenieurfach abgelegt haben und längere Zeit praktisch tätig gewesen sind, wollen Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Angabe der Gehaltsansprüche bis zum 6. April d. 3s. bei mir einreichen. Der bisherige Stelleninhaber bezog Geholt der Gruppe A XIII der Reichsbesoldungsorduung. Persönliche Vorstellung LiebigNr. 8» v. Tüchiise», fleitziae» MMWrn z. 15. III. ges. [mn Ang. Ektiwar.. Friedrichstrstze 7 I. verleiht ideale, modegeredite Figur. T. C. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unseres lieben Alten Herrn Herrn Ludwig Wacker geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag um 2 Uhr statt. LeletteAgoust^Z'VÄ Harry Berger’Ä,"” Paul BirnerBornhans *."»7 Damen od. Herren können sich bau- ernbed hohes Ein- kommen n uernburd) den Abfay eine» leicht verkäuflichen, in jeb. ■£> ushalt benötigten Gcbiauchs- artifeli an Private. Auch für Wieder- Verkäufer lohnender Verdienst. Schriktl. Angebote unter 02145 an den Gietz. Anz. erbeten. Cafö-Restaurant Liebigshöhe Jur das nm 1. Avril Aiferörfnenbe linier heim werden ein Nah- und Bügelmadchen und ein StatlonsmöOiDen gesucht. 2504 D Provinzial- Pftcgeanflalt.__ süchtig, u. erfahr. MM für Kilche u. HauS ver 1. April f, tagsüber gesucht. Boi zu- stellen nachmittags Awischen 4 ii. ",6 Ubr. Zu ersragen in der toefcbäfteiteQe de» Gietz. VItu. 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MmMls- KeKaurant Dvr und nach dem Theater warme und kalte Speisen u20a Fürstenbsrg-Dräu Stadttheater Mittwoch 1 l.März Zl.miitniodi'llö.-Drn. u. 7* 7 b. nach 10 Uhr- 91 eu ein'udiert! Die verlorene Tochter Lustspiel in 3 Akten von Ludwig Fulda. Der heutigen Ausgabe liegt eine Ankündigung der <>irmft Dr. med.Robert Halm L Co., G. m. b. H., Magdeburg über ^Salvito" bei. 249788 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 10. MLrz 1925 ' Md-Md ’o^nentcffetl r«O $lg._ Wu vttlachn ttC. 1 roeniu nebranwer einen gebraochteo | 80er | 365er Äe 11223er enl Ich gein» ngen das hder bei inan- tten man eich- und 273A Heid M los Ir.ö mtu- ichein. 4 •r^am jeder, halber der A illnem e e"1« (»itör.c rliiL fr Ana» !I. W' eg; 05 s Tk iflcr 1 fru'idjtan!, 160 X130 x 0,b0 iur 100 .« bar 1 sehr guies Cn6t iietnuilOSpitlen 550 Jt 1 gebr. 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Diese Märchenwelt wird gerne in ein Land der Sonne verlegt, m das Schweigen de- tropischen HrwaldeS. wo sich Pa pageien in Palmen wiegen, wo sich Riesenschlangen zwischen butenben Ctjncn winden und Feuerfliegen die schwüle Rächt erleuchten. — Das Sonnen reich der Tropen ist überwältigend schön, und doch hat sich unsere Sehnsucht nur ein Reich der Träume vorgegaukelt. Troy aller 'Bin- der die sich unserem staunenden und anbetenden Auge in den Tropen eröffnen, sieht es dort anders aus. alS wir in der Ferne glaubten. — Dor allem sind die Tropen kein Reich des Frieden- und stiller Träume. Mer in ihnen heimisch werden will und die Eichen und grünen Miesen der Heimat vergessen mochte, der muh den Millen und den Mut zum Kampfe haben, der darf nicht vor Enttäuschungen, vor Fieber und Gefahren zurückschrecken, er muh vor allem zu lernen und zu schauen verstehen. — Dielen Auswanderern ist das tropische Südamerika ein Land der Sehnsucht. Manchen sind ihre Träume erfüllt worden, sie sind heute zufriedene Bewohner DrasilienS. Columbiens oder Paraguays. Andere wieder finb gestorben und verdorben, sie haben weder Glück noch Stern gehabt. Jedoch allen hat daS Abenteuer, hat der fremde Himmel gelächelt. Sie haben den Urwald rauschen gehört, haben gewaltige, sonnendurchleuchtete Ströme gesehen, und sind in der Werk» fiait Gottes, im jungfräulichen Tempel der Ratur gewesen. — Unter den Tropenländern hat Paraguay den Dorzug, dah sein Klima gesund ist. Menn der Einwanderer da- ungefährliche Akklimatisationsfieber überwunden hat. so drohen ihm Weiler keine tropischen Krankheiten. Die Hitze ist in den Mintermonaten — April bis Oktober — nicht allzu drückend und gestaltet dem Europäer, auch im Freien zu arbeiten. — Es ist ein seltsames Leben ht einet werdenden Kolonie ... 3n den 80er Fahren des vergangenen Fahrhundert- hatte die Regierung von Paraguay Profeflor Forster einige Quadrat» mellen reiche- Urwaldgebiet für SiedlungSzwecks überlassen. Die neue Kolonie war nicht leicht »u erreichen Den einzigen DerbindungSweg mit der Auhenwelt und mit der Hauptstadt Assuncion bildeten der Paroguaystrorn bis Darancarita. Don dort ging es mit einem Flachboot auf dem Rio Deghui bis zum Städtchen San Pedro unb weiter landeinwärts durch Urwald. Lagunen und Sumpfland bis zu der einige Meilen entfernten Kolonie. Selbst der Zugang zur Siedlung war ,-nicht ohne Hindernisse. Menn es geregnet hatte, schwoll das Masset im Fluh mächtig an, die Furt wurde überschwemmt und daS Gebiet von Reu-Germania konnte nur schwimmend erreicht werden AuS einer getrockneten Pferde- ober RindShaut wird dann durch Riemen und einige Stäbe ein Rachen improvisiert, der einer verbogenen kleinen Badewanne gleicht, darin wird daS Hab und Gut trocken an das andere Ufer geschafft Auch die Frauen und die Leute, die nicht zu schwimmen verstehen, vertrauen sich diesem gebrechlichen Fahrzeug an. Die geringste Bewegung bringt es zum Kippen, bisweilen sickert auch daS Wasser durch kleine Oeffnungen im Boden, und der Rachen sinkt. Da aber nur kleinere Flüsse und Bäche auf diese Art passiert werden können, so ist die Gefahr nicht grvh. Da dabei nicht gerudert werden kann, so muh ein Schwimmkundiger das seltsame Fahrzeug an einer Schnur an das andere Ufer bringen. Schlimm ist es freilich, wenn beim Uebersehen die blutgierigen kleinen Karaibenfische den Schwimmer Überfällen, ober wenn ein Zitteraal im Grund- schlamm lauert. Hinter dem Flusse führt ein Pfad durch mannshohes Gras, in dem sich allerlei Arten Kultur und Kunst Oftafiens Dortrag von Professor Grosse in der Gesellschaft Siebener Kunstfreunde. DaS an sich recht schwierige Problem, in ehret Stunde feinen Hörern .Kultur und Kunst OstasienS", das bedeutet doch die wesentliche Struktur einer unS gänzlich fremden Welt, nahe zu bringen, hat Professor Dr. Emst Grosse in seinem Dortrag am Samstagabend glänzend gelost. Gr stellte ein ganz allgemeines Prvbl^n, das auch den Abendländern sehr wesentlich angeht. „Das Derhältnis von Kunst und Geben“, in den Mittelpunkt. Dadurch war auf der einen Seite durch den Vergleich mit Europäischem die Drücke zu der uns fremden Kultur gebaut, auf der anderen Seite aber durch die Schilderung der asiatischen Welt nicht allein eine gewisse Wissensbegierde befriedigt, sondern auch ein wichtiges Problem unterer eigenen Kultur ange- packt. Kunst und Leben bedeuteten — denn alles dies ist unter dem Druck amerikanisch-europäischen Einflusses in einer starken Wandlung begriffen — für den Ostasiaten keine Gegensätze, sie sind ihm so sehr dasselbe, dah er lange Zeit überhaupt kein eigenes Wort dafür besah. Die Kunst ist ihm kein im Grunde überflüssiger Luxus, sondern ein notwendiges Lebensbedürfnis. Er kennt keine reine, zwecklose Kunst, all fein schöpferisches Tun ist durch auherkünstlerische Forde- rurgen gebunden. Die .Kleinkunst' unserer Por- Aellanmanufatturen, die .Zieroase", ist ihm fremd. Alles, auch was dem Ausländer so erscheint, ist Gebrauchsaut. ist Gerät und fein Zweck bestimmt wesentlich seine Form. Selbst die ;freie" Kunst der Plastik und Malerei ist gebunden. Die Plastik durch religiöse Forderungen, da sie allein Kultzwecken dient. Die Malerei durch die Lebenssitten des 3apaners und des Chinesen, die fordern, dah der Wandschmuck sich dem 2c- bensrhythmus anpasse. De HHb wechselt das in der Rische hängende Bild je nach Zeit und Hm- ständen — welch feine Sitte, den Gast dadu.ch zu ehren, dah man ein ihm entsprechendes Bild aufstellt. — Auch die Wahl des Bildes geschieht nicht nach rein ästhetischen Gesichtspunkten, sondern jedes Werk hat seine Dedeu- tu na. ethische, religiöse, mag sche — man darf daS jedoch nicht im groben Sinn eines Aber- von Hühnern und Giftschlangen tummeln, zu den ersten Gebäuden der Kolonie. DaS erste Haus und das einzige Steinhauschen, das Rueva Germania in den Jahren aufweisen konnte, gehört der Begründerin. Frau Prof Förster-Rietzsche, der Schwester des groben Philosophen. Es ist ein eigentümliches Gefühl, hier am Rande der Wildnis von einer Dame von allerhöchster Kultur begrüht und in ein Gespräch über Rietzsche« Gedankengang verwickelt zu werden. Auf dem Strohdach der Deinen Veranda summen unterdessen Scharen bösartiger Wespen und flattern Schmetterlinge von seltsamer Gröhe und von schillernder Farbenpracht. Heber den Ananas- beeten und Bananenstauden des Garten- glüht die Sonne und unter den Guayavenbüfchen huschen und rasseln Rieseneidechsen. Auch eine Lanzenschlange windet sich träge über den Weg. Die Frau Professor erlchlägt sie mit einem kurzen Hieb über den Rücken. Giftschlangen, die man sieht, fürchtet man nicht. Besucher kommen. Unter den ersten Heber» siebtem in die schone Landschaft Paraguay- befanden sich sehr viele Mitglieder der gebildeten Stände, die teils Schiffbruch, teils Abenteuerlust oder Hoffnungen auf eine glücklichere Zukunft in die Reue Welt hinausgetrieben hatte. Reben der Kolonie besah ein Herr v. Maltzan eine hübsche Besitzung, da gab es Wangcnheim-, HelserichS. Peter- usw., die tagsüber auf ihren Landstücken — Konzessionen — arbeiteten ober sich mit dem Merken und Brennen von Veh befahlen, sonst sich aber auf dem sogenannten Stadtplatz, im Gasthause von Freytag bewegten, 3agdpartien verabredeten, gemeinsame Ritte planten ober sich einer Siesta nach mehreren Gläsern selbstgebrannten Zuckerrohrschmapses Hingaben. Zuckerrohr. Mais. Tabak, Kaffee, alles würbe aut der Kolonie angebaut. Die herrlichsten Früchte gediehen. ganze Orangen» und Pomme- ranzenhaine wuchsen wild im ungeordneten Walbe. unb mit dem Fortschreiten der Pflanzungen wuchsen die Hoffnungen auf Reichtum unb Erfolg. Aber bet Tabak stank, trotzdem die Pflanzen au- Euba Importiert waren, auch verstand niemand die Blätter richtig zu behandeln. Der Kaffee war ungenießbar, die Maiskörner würben vom MaiSläfer angegriffen unb daS Zuckerrohr zu Arrak gebraucht, den man meistens selbst tränt Das Vieh vermehrte sich zwar jede- 3ahr, unb eS kostete nichts, soviel Rinder ober Pserde zu halten, alS man nur wollte. Aber Reichtümer waren auch damit kaum zu erwerben, da der Wert einer Kuh nur nach dem Preise der rohen Haut bestimmt wurde. Ein Ochse galt für eine Mahlzeit .die besten Stücke wurden herausgeschnitten, gebraten und sofort verzehrt, der Rest muhte fortgetoorfen werden, da sich das Fleisch im heihen Klima nicht einmal eine Rächt hielt. 3m Walde wächst ring« herum da- kostbarste Holz, ber Hrunbay ober der Sisenbaum. ber Quebrachobaum, au« dem der beste Gerbstoff gewonnen wirb und ber, erst einmal in bie Quebrachomühlen geschafft, groben Wert besitzt, ferner ber Palo be rosa, ber QJoira-ro, der Dbira-pyra unb andere mehr, aber alle diese Reichtümer haben für den Kolonisten keinen Wert, well fte sich nicht forlschasfen lassen, unb Transportmittel gibt es nicht — Rach einem 3ahre schwinden dann bie 3llusionen, die notwendigen Erfahrungen sind gewonnen, und nun erst können bie wirllich Tüchtigen mit offenen Augen ber Zukunft entgegenblicken und um Erfolge ringen. Der grobe Erfolg für bie Kolonie war bie Verpflanzung bes Verbabaumes in das Kolonialgebiet. Er gehört zur Familie der Stechpalmen und kommt nur im östlichen Paraguay unb in den südlichen Staaten Brasillens vor. Der Verbatee, der aus den Blättern dieses vier bü8 fünf Meter hohen Baumes gewonnen wird, bedeutet für den Südamerikaner dasselbe, was den Chinesen und 3apanern ber Tee ist. Er ist der Reichtum Paraguays, unb wenn seine Bearbeitung auch viel Mühe erheischt, so ist seine Gewinnung boch lohnend, ba er in Säcke glaubend ober Moralisierens verstehen wollen, sondern alS Formung, Dannung Übersinnlicher Kräfte. So zeigt sich bie ostasiatische Kunst an allen Enden gebunden durch Gebrauchszwecke, durch religiöse Forderungen, durch LebenSlltten. Unb dennoch ist sie freier denn bie abendlänbische Part pour l'art-Kunst. Der Künstler ist hoch- geach et. So sind Töpsernamen auS bem 13. 3ahr- hundert überliefert, ja, man hat einem solchen „Handwerker" einen Tempel errichtet. Die Plastiker gehören zumeist dem Mönchs» ober Priesterstand an, ihr Rame jedoch verschwindet hinter bem heiligen Merk. Dor allem stehen bie Maler in hohen Ehren. 3hre Kunst entwickelte sich parallel mit ber Schreibkunst, so bah ihre Träger ursprünglich Gelehrte finb. 3n ben Malerlisten finben sich selbst Kaisernamen. Als spater bie Malerei Berus wird, überträgt sich die Hochachtung auf bie Hanbwerker. Dor allem aber steht ber asiatische Künstler gesichert im Leben, eben weil er lebensnotwenbige Dinge schafft, so einen viel breiteren Abnehmerkreis hat und von Launen und Konjunktur unabhängig ist. Aber auch für bie Werke selber ist bie Dinbung an Zwecke nur von Rutzen gewesen. Unbeschränkte Freiheit führt, wie bie europäische Malerei sattsam zeigt, auf Abwege. Gerabe am Wiberstand erstarkt bie echte Kra't, und die ostasiatische Tuschmalerei ist auf diesem Wege zu einer Surdjfcelung der Formen gelangt, wie sie abendländische nie erreicht hat. Schliehlich ist solche Kunst auch auf daS Leben von tiefstem Sinlluh. Diese Kunst, die so unmittelbar in daS Leben jedes Menschen eingreift, indem sie ihm sein Gerät m vollendeter Form gibt, adelt den Menschen. Die Sorgfalt in der Behandlung des einfachsten Werkzeuges beim Asiaten verrät die Freude an seiner Schönheit. Und eben dies Sich-freuen-können macht sein Leben lebenSwert, indem es ihn aus der dumpfen Sphäre der blvhen Arbeit heraus- hebt in die freie Welt deS Spieles. Spiel ist die ostasiatische Kunst, und da Spiel lebensnotwendig ist wie Arbeit, so ist jene Kunst lebensnah. Die europäische dagegen in ihrer Hngebundenheit oft Spielerei und lebensfern. Ob es zur Heilung der Klüfte abendländischen Lebens führt, wenn wir den Weg der Ostasiaten zu gehen versuchen, keine Kunst mehr schaffen wollen, sondern gutes Gerät?-- verpackt, leicht transportiert werden kann unb stet« Matz findet. Auch in Rueva Germania gewohnt sich jeder Einwanderer schnell da« Maletrinken an und kommt halb ohne seine Bombilla nicht mehr auS. Die Arbeit in den Rodungen ist hart und der bittere aromatische Tee erfrischt und hilft die schwüle Hitze ertragen. — Ganze Scharen von eingeborenen Paraguayern pflegen am Tage die Kolonie zu besuchen und auf dem Stadtplatz vor der Denta zu lagern. Da die wenigsten unter ihnen eine andere Sprache alS das indianische Guarani können, so ist eine Unterhaltung nicht leicht. Alle sind beritten, die Männer tragen meistens an den blofjen gäben lange Sporen an geschnallt und einen leichten Poncho über die Schultern geworfen. Die Kolonisten vertragen sich gut mit ihnen, siet haben von ihnen die Gewohnheit angenommen, auch die kürzeste Strecke zu reiten und nach ihrer Art den Tag einzuteilen. aber eine engere Vermischung findet nicht statt. Auch kümmern sich die Einwanderer wenig um die örtlichen Revolutionen, die mit viel Lärm rznd möglichst toemg Blutvergiehen verlausen. zumal da sie meistens aus persönlichen Rivalitäten und fast nie auS sozialen Gründen entstehen Herrlich sind bie Abende, wenn sich die Sonne alS immer gröber werdenber Feuer ball schneller und schneller am westlichen Horizonte senkt. Dann tauchen Rudel von Deinen Affen in den mächtigen Lapachobäumen auf, um die hohen Palmen kreisen Hunderte von Papageien, um bie Blüten flattern Kolibris unb bunte Falter, unb all das Getier des Urwaldes erwacht. Die Dunkelheit kommt plötzlich, tote ein schwarzer Schleier, über bie Landschaft, am Himmel leuchten in silbernen Flammen bie fremden Sterne auf. Die Heberftebter, die hierher kamen, um daS Abenteuer und nicht um die Arbeit zu suchen, lauern dann an einer Furt im Dickicht auf ein scheue- Tapir, das zur Tränke kommen mag. oder sitzen in ihren mit Palmblättern gedeckten Hütten, plaudern ober vertreiben sich die Zeit mit Skat oder Poker. Manche verlockt die schwüle, duftende Rach! auch zum Flirten. Viele sehnen sich dann auS dem Urwald zurück nach bem Lärm unb nach dem LuruS der Grohstadt unb nach ben tausenden Bequemlichkeiten der gewohnten Zivilisation, beren Mert man erst recht, wenn sie fehlt, zu schätzen lernt. Rumäniens Rückzug. Der künstlich geschürten Aufregung Rumänien- wegen der Weigerung Deutschlands, die von der Bukarester Regierung geforderte Summe zur Ablösung des Okkupationsgeldes zu zahlen, ist eine auffallende Ruhe gefolgt, die nur hin und wieder noch durch vereinzelte deutschfeindliche Demonstrationen in den ©traben der rumänischen Hauptstadt unterbrochen wird. Der Zweck dieser Kundgebungen dürfte einzig und allein der sein, den Rückzug der rumänischen Regierung zu verschleiern und ihr vor dem rumänischen Volke den Hebergang zu einer friedlichen Verständigung mit der deutschen Regierung zu erleichtern. 3n bet Tat schlägt bie Regierung-- presse bereits viel versöhnlichere Tone an, auch die führenden Wirtschaftskreife Rumäniens treten mit ihren Ansichten, die dahin gehen, dah ein Wirtschaftskrieg gegen Deutschland eine unverzeihliche Torheit gewesen wäre, immer mehr in den Vordergrund. Man stellt sogar an amtlicher Bukarester Stelle jetzt die Dinge so dar, als hätte die Drohung mit bem Wirtschaftskrieg nur bezweckt, Deutschland qn ben Verhandlnngstisch au bringen. Ratürlich ist das eine faule Ausrede, Die Reichsregierung hat von jeher betont, bab eine Einigung nur am grünen Tisch erzielt werden könne. Die Dinge liegen wohl eher so, bab Dratianu bei seinen kürzlichen Verhandlungen in Paris daraus hingewiesen wurde, Rumänien hätte den deutschen Vorschlag, den Streit an die Reparationskommission zu verweisen, anzunehmen und sich im übrigen ruhig zu verhallen. Trefflich ausgewählle Lichtbilder erläuterten ben Vortrag. Herr Prof. Rauch sprach in seinem Schlubwort sicher in aller Anwesenden Hamen, wenn er dem Redner herzlichen Dank zollte. R. (Biefoener Stadttheater. „Pension Tchöller". Onkel Klapproth will ein 3rrenhauS sehen. Hnd der Maler Kibling, seine- Reifen Alfred Freund, braucht Geld. Beiden mab geholfen werden. Also fühlt ihn Alfred zum ehemaligen Musikdirektor Scholler, in dessen Privatpension allerlei komische Leute wohnen: Der Löwenjäger Fritz Bernhardt), der junge Panther verschenkt, die wibbegierige Schriftstellerin Josephine Krüger mit bem nimrnerruhenden Bleistift bie an schwiegermütterlicher Sehnsucht überfliehenbe Amalie Pfeiffer, ber sehr leicht erregbare Major a. D. Grober, und der sehr jugendliche Held und künftige Schauspieler Eugen Rümpel, dem der Buchstabe „l zu sprechen, so schwer fällt. Hier hinein gerät der Onkel Klapproth, tausend Verwickelungen ergeben sich daraus, alles trifft sich in seiner Wohnung wieder, wird einzeln von ihm eingesperrt unb nach der glücklichen Entwirrung deS Knotens befreit — bei der Gelegen hell übrigens finden sich noch gleich zwei Liebespaare ..... Rudolf Doll, ber als Philipp Klapproth gleichzeitig bie Spielleitung führte, war ganz m feinem Element. Stürmischen B i'aß auf offener Szene erntete 3uhu6 Basis als Rümpel in feiner 3mprovifation als „Tarzan, der A fe". 3n Spanne an ber Saane" (ich bin daher) wirb er bei feinem Prvbegastfpiel Furore machen. Flott und lebendig waren auch R 0 r f 0 l k als Dernhardy und Baum als Kipling. Die Da- man Andre (entzückend als 3da) und Rohr (nicht minder nett als Franziska) waren liebreizende Tochter. Ein schlimmer Trottel war die-mal HanS K u r z h 0 f f, dessen Alfred eigentlich die Fäden in ber Hand hat. Schlimmer noch, ganz schlimm HanS Kautz (Gröber). Grober Gott, die Hände! Luise 3 ü n g I i n g 8 3oiephine Krüger soll alSCourths m Ihärifche CH rafterfiubie mcht unvergessen bleiben, auch Vater Scholler (Karl D 0 l ck) verdient seinen Lorbeer. Es gab viel und oft unb herzlichen Beifall, e—s, Tagung des Hessischen Sängerbundes in Gieszen. Der im Oktober v. 3«. in Darmstadt gegründete Hessische Sängerbund hielt am Sonntag für bie ober hessischen Mannergesangvereine im Saalbau Dauer in G i e s) e n eine auherorbentlich gut besuchte Tagung ab. Dor Eintritt in die Verhandlungen erfreute der hiesige Gesangverein .Heiterkeit" durch Vortrag deS Chores: .Das Kirchlein" von Becker. Lehrer Gengnagel, Burg-Gemünden be- grüfjte sodann bie Erschienenen, in-bes. Direktor Hassinger vom LandeSamt für ba« Bil- bungtoefen, Professor Trautmann- Dieben. Rektor S t 0 r ch - Butzbach, Musillehrer Del- l er »Glesien, Musikbirektor M ü 11 e r- Friedberg sowie die Mitglieder des Bundesvorstandes. Er wies aus bie Bedeutung ber Pflege des Gesanges für die innere Gesundung unsere- Volles hin und gab der Hoffnung AuSdruck, hast die Verhandlungen zur weiteren Forderung ber Ideale deS hessischen Sängerbundes beitragen mochten. Hierauf brachte Konzertfänger Schäfer-Darmstadt (Begleitung Fräulein KlauS- Darmstadt) zwei Lieber: .Weihe des Gesanges" unb .Last 0 Well" zu Gehör. Rach Eintritt in die Tagesordnung erstattete ber Vorsitzende deS Bundes. Oberregierung« at Dr. Siegert- Darmstadt, der auch bie weiteren Verhandlungen führte, zunächst Deicht über die Ausgaben unb bie Tätigkeit des Hessischen Sängerbundes, der sich die Hebung des deutschen Männergesanges, sowie die Pflege des Heimatsinnes und des Zusammengehörigkeitsgefühls der hessischen Sänger zum Ziel gesetzt hat. Die Tätigkeit des Bundes soll sich vor allem erstrecken auf bie Abhaltung von Kursen zur Ausbildung von Dirigenten. Veranstaltung von Sängertagen und Massenchorübungen. Beratung der Dirigenten, Verleihung von Rvtenmaterial zur Verbilligung der An- schasfungSkosten. Herbeiführung steuerlicher Erleichterungen für Vereinskonzerte, Auszeichnung alter, verdienter Dundesvereine, Ehrung langjähriger. eifriger Sänger usw. Auherdem hat der Bund besondere Bedeutung alS Vertretung gegenüber der Regierung. Rach den Ausführungen des Referenten ist eS bem Bund gelungen, bezüglich ber Vergnügungssteuer für Konzerte wesentliche Vergünstigungen xu erzielen. Da« in Kürze erscheinende DundeSorgan soll neben ber Pflege deS Gesänge« und des Heimatsinne- als Sprachrohr an die einzelnen Vereine dienen. Reicher Beifall lohnte die ost mit Humor gewürzten Ausführungen des Dun- desvorsihenden. Hierauf berichtete Direktor Hassinger' Darmstadt über die Tätigkeit des Fachausschusses für DesangvereinSwesen am Ganbedamt für daS DilbungSwefen. Gr wie« zunächst barauf hin, welche hohe Bedeutung die Gesangvereine alS Pslegestätten deS GemeinschaftSgedanken« bei dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes haben und welche wunderbaren Kräfte aus dem deutschen Lied für bie Aufgaben deS Alltagslebens entfprinaen. Die hessische Regierung habe grvheS Verständnis und besonderes 3nteresse für bie Pflege deS beutschen Liedes und die Förderung des MännergesangeS. DaS sei bewiesen durch die Schaffung eines Fachausschusses für das Gesangverein-wesen. dessen Tätigkeit erzieherische Aufgaben an unserem Volke dar st eile. Er schilderte sodann da- Wirken diese« Fachausschusses, seit dessen Bestehen eine wesentliche Verbesserung der Darbietungen ber Vereine festzustellen sei. Weiter schilderte er bie Möglichkeit der Befreiung von der Vergnügungssteuer bei Darbietungen, die erziehenden und bildenden Charakter haben. Diese Vergünstigung könne allerdings nur für Dundesvereine, nicht für sogenannte toilbe Vereine in Frage kommen, da die Regierung nur mit Verbänden verhandeln könne. Hm ben Besuchern von Konzerten die Möglichkell zu bieten, den Darbietungen voll und ganz zu folgen, hält der Redner die Schaffung eines Rauch- und Trinkverbotes für derartige Veranstaltungen für unerlä blich. Der (Erna Schumann. Tanzabend im Ttadkkhcater. Hm zwei Führer schart sich heute alle-, was tanzt: 3m Lager deS schauspielerischen Tanze« ragt ValeSka Gert, in dem gegnerischen de« formalen Tanze- steht Mary Wigmann als Pol. Rudolf von Laban als sehr starker @igentoeg:ger soll hier nicht mit gewertet werden. Dem schauspielerischen Tänzer ist Musik und Rhythmus Anlasi und Grundlage seines Tan^e«. Auf Musik und Rhythmus baut er auf: Mll Hilfe von Kostüm und Geste entsteht ein GenreviD? Skizze eines Rausches der Freud? oder Trunkenheit, pointiert betitelt, nach dem Leben hinweisend, an RatürNcheS an klingend. Er zeichnet nach, stellt bar: Kanaille, Dilleteuse, Dieb. Dem formalen Tänzer — und ich Halle nur diesen für den einzig möglichen, weil er dem Grundelement des Tanzes, Rhythmus und Bewegung. am nächsten kommt — ist Musik und Rhythmus Element seines Tanz"s, primärer Bestandteil seiner schöpferischen Ge’ftunq Seelische Spannungen, die im Körverllchen AuSdruck fanden. lösen sich im Spiel der Muskeln: ein ganzes D^wegungs'hsiem: Ruhe. Sammlung. Ausbruch Rückkehr. Erschlaffung bietet seine D elgestaltig- feit bat. Gerade, Parallele, Dreieck. Kreis das sind die Gedichte und Dramen, die der Körper erlebt. 3n ihnen spiegelt sich Ruhe. Kraft. Hast, Krampf. Karrtpf. Freude. Heiterkeit, trauer, Resignation. Stille. So wird der Körper zum Schlüssel bet Sprache des Raumes. Erna Schumann bleibt die Antwort auf bie Frage nach ihrem künstlerischen Glaubensbekenntnis schuldig. Ohne lystemwütig zu sein: Wo ruht der Pol. um den sich die g 3f amte Fracht ihrer getanzten Kunst Lagert? Denn unvereinbar bleibt, was sieschuf, in dem an Konzentration starken, an Bewegung ärmsten mutig geschaffenen „Wintermorgen" (nach Tlchai- kvwsky), in dem an Banalität grenzenden .Wiegenlied" (nach Grieg) unb in dem spielerisch leichten „Polnischen Tanz" (Scharwenka). Erst wenn sie selbst die Entscheidung getroffen hat, welchen Weg sie gehen toxu, erst dann wird ein ernst-eindeutiges Wort über Erna Schumann zu sprechen fein. e—s. -Referent benotete folxrmt aber die bt- fetzt veranstalteten Dirtgentenkurfe und deren Bedeutung für daS Gesangvereinswesen. Weitere derartige Kurse, darunter einer in Oberhessen, stünden in Aussicht. Gr kam weiter auf die Gefangs- toettstreite mi sprechen, die mit Rücks cht auf die hierbei festgestellten Gntartungs- erfcheinungen auf eine Unterstützung seitens der hessischen Regierung nicht rechnen könnten. Rur durch sogenannte Wertungssingen sei ein ziel- bewuhtes harmonische- Zusammenarbeiten der Vereine gesichert. Der Redner besprach dann noch die Auszeichnungen der Vereine und die Ehrung der Sängerveterane durch die hessische Regierung und wies außerdem darauf hin, dah die Zentralstelle für Volksbildung den Vereinen bei der Ausstellung von Programmen für Konzerte usw. helfend zur Seite steht, um auf diese Weife auf gute Darbietungen hinzuwirken. Anschließend an diese Ausführungen wartete Konzertfänger Schäfer» Darmstadt mit einem GefangSvortrag auf. Hierauf fang die »Heiterkeit", Diesten zwei weitere Lieder: „Loreley" und „Wogender Rhein". In der folgenden Aussprache beantragte ein Vertreter der Friedberger Bundesmitglieder, im August ds. IS. ein Vezirksfest für die oberhess ischen Vereine zu veran- ft alten. waS zugesagt wurde. Vilbel bat um Teilnahme der Vundesvereine an dem in diesem Jahre dort stattfindenden Wertungssingen. An der weiteren Aussprache beteiligen sich Rektor Storch- Butzbach (Vorsitzender des Lahntal- sängerbundes) sowie Vertreter aus Diesten, Weilburg, Mehlbach usw. 3m Schlustwort gab Direktor Hassinger Auskunft über die in der Aussprache angeschnittenen Fragen. Bei der hieraus vorgenommenen Wahl der oberhessischen Vertreter für den Bundesvorstand entschied man sich für die Herren: Geng- nagel- Burg-Demünden, Storch- Butzbach, A r h a - Lauterbach, P r ö s ch e r-Vilbel, und Rutiger-Wetzlar. Als Kreisvertreter wurden gewählt: Eberle-Treis, Koch-Diesten, Stork- Altenstadt, Hermann - Lanzenheim und Stumpf- Friedberg. Dem Musikauslchuh gehören aus Oberhessen an: Musiklehrer Deller- Diesten, Lehrer Dechtolsheimer-Dad- Rauheim, Chorleiter Schäfer- Angersbach, Lehrer Rothe- Marburg und ein noch zu bestimmender Vertreter des Wetterauer Sängerbundes. Rach einem kurzen Schlustwort des Vorsitzenden und einem weiteren Gesangsvortrag des Konzertsängers Schäfer-Darmstadt wurde die hai-monisch verlaufene Tagung gegen 5 Uhr geschlossen. k. Wirtschaft. Die Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet. Aus dem Ruhrgebiet gehen uns die nachstehenden eindrucksvollen Darlegungen zu: Die Hoffnungen, die man auf eine B l?bung des Absatzmarktes für Bergwerkserzeugnisse gesetzt hatte, haben sich nicht erfüllt. Die Lage des Ruhrkohlenbergbaues verschlechtert sich vielmehr von Woche zu Woche. Feierschichten über Feierschichten werden eingelegt, da das Syndikat sich genötigt sah, die Aördevziffern von 62 Prozent der Beteiligung auf 50 Prozent her- abzusetzen. Die Kohlenlager auf den Zechen find überfüllt; eS ist mindestens die Förderung von 4 Wochen aufgestapelt. Den Zechm entsteht dadurch ein ganz bedeutender Zinsverlust, der auf monatlich etwa 15 Mill. Mk. zu schätzen ist. Dah unter solchen Verhältnissen der Bergbau nicht in der Lage ist, kürzere Arbeitszeit und höhere Löhne zu gewähren, liegt auf der Hand. Don kvrnmu- nikilcher Seite waren getoaltige Anstrengungen gemacht worden, um am 2. März die Knappen drzu zu bringen, nach siebenstündiger Schicht auszufahren. Aber selbst die politisch-radikalen Bergleute sahen es als Wahnwitz an, jetzt einen Generalstreik herauf zubefchwören; sie folgten nicht der Parole der eigens ins Ruhrgebiet entsandten Moskauer Draht'ieher, sondern der der vier in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Gewerkschat en. Di?se haben nun zwar sich mit dem Zwangsschiedssp'.uch über das Arbeitszeitablommen abge'uni)en, sie haben jedoch das Lohnabkommen gekündigt unb wollen eine Lohnerhöhung, die sie auf 20 Prozent be-> m.'ssen. Seit dem 1. Januar sind die Löhne im (Bergbau stabil geblieben. Die Zechen, die bei der geringen Absatzquote bei gleichbleibenden Gene- ralunfoften meist mit Verlust arbeiten, werden schwerlich bereit sein, eine Lohnerhöhung zuzu- bllligen, da diese ohne Herauf chung des Kohlenpreises ober durch erhöhte Mehreinnahmen infolge verstärkter Absatzmöglichkeit für sie nicht tragbar ist. Die Lage des Ruhrbergbaues ist kaum so ungünstig gewesen tote derzeit. Die Bergleute haben ein Reineinkommen, das kaum für den allerdringendstcn Bedarf ausreicht. Roch vor zwei Jahren hatten sie in der Arbeiterschaft den Spitzenlohn, auf den sie auch im Hinblick auf die Schwere unb Gefährlichkeit ihres Berufes Anspruch erheben dürfen. Heute beträgt bet Spiyenlvhn des Hauers, der bestbezahlten Gruppe, je Schicht 7 bis 7,60 Mk. Für Steuern, Knapp- schal tsgefälle gehen 16 bis 20 Prozent vom Lohne ab. Oegeru'icr anderen Arb iterfatego'ien (Maurer, Anstreicher) bleibt der Lohn des Bergmannes zurück; er ist dem gleich in der Eisenindustrie. Aber während hier der Beschä'tigungsg ad zu- genommen hat und die Zahl der Arbeitslosen sich verringerte, und in einzelnen Bezirken, so im märkischen Kleineisenindustriegebiet die Fabriken voll beschäftigt sind, haben die Knappen auf vielen Zechen monatlich drei und vier Feierschichten. was ihre Einkommensverhältnisse sehr herabdrückt. Die Krise im Bergbau hat sich so verschärft, dah sie nachteilig auf das ganze Geschäftsleben einwirkt. Aus d'N fast allein auf den Bergbau als Rähr- unb Steuerquelle angewiesenen Städten erschallen Aotscyrete. Die geschwächte Kaufkraft der Bergarbeiter und der breiten Masse überhaupt wirkt lähmend auf alle anderen De- werbezweige. Die Kaufmannschaft von Buer, der grotzen Kohlenstädt, von Recklinghausen und anderen Dergtoerksgemeinden hat sich in dringenden Eingaben nach Berlin gewandt. Maßnahmen zur Förderung des Kohlenabsahes zu treffen. Durch das Geschrei über die der Ruhrindustrie gezahlte Entschädigung für Reparationsleistungen ist im Reiche ein ganz falsches Bild über die wirtschaftliche Lage im Mvntan- Revier entstanden. Demgegenüber muh hier einmal von unparteiischer Seite festgestellt werden, dah die vielgenannte Summe nicht allein den Zechen und Eisenwerken zugeflossen ist, fonbern dah daraus auch die anderen ErwerbSzweige entschädigt worden sind. Die Gesamtschäden, die das Ruhrgebiet erlitten hat, sind nicht entfernt abgegolten, etwa 40 Prozent bleiben ungedeckt. Darunter leidet das ganze Gebiet. Die Frachtsätze für Kohle sind viel zu hoch, so dah die ober-schlesische Kohle bis Hannover vvrdringt, die englische die Wasserkante unb Holland der Ruhrkohle streitig macht. Eine gefährliche Konkurrentin ist der Ruhrkohle in der rheinischen Braunkohle entstanden. Diese fördert über 100 Prozent, die Ruhrkohle jst auf 50 Prozent eingeschränkt. Eine halbe Million Ruhr-Knappen befindet sich in gedrücktester Lage. Alle Kreise des Ruhrgebietes fordern gebietei'ifch eine Herabsetzung der Eisenbahn-Koylentarife, die zum Teil das Doppelte unb Dreifache ber Friedensfrachten ausmachen unb nur auf weite Entfernung hin diesen sich nähern. Die Lage im Ruhrgebiet hat sich sehr ernst gestaltet. Es ist hoch an der Zeit, bah man sich in Berlin ernstlich mit den wirtschaftlichen Fragen beschäftigt unb das politisch? Parteigezänk beiseite stellt. Das Ruhrgebiet, das immer die milchgebenbe Kuh für den Staat war, das aber in den letzten Jahren als Reparationsprovinz ungeheure Opfer gebracht hat, muh in die Lage verseht werben, seinen Millionen Arbeitern auskömmlichen Lohn zu geben. Das Ruhrgebiet unb seine arbeitsame Bevölkerung erwarten von der Regierung bie Maßnahmen, die notwendig sind, um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. • • Stillegung des Stahlwerkes der Thyssen-Hütte. Aus Mühlheim (Ruhr) wird dem „D. H. D." gemeldet, dah das Stahs- toen der Thyssen-Hütte wegen Unrentabilität stillgelegt toerben soll. Es wird beibfichtigt. die Belegschaft von 250 Mann möglichst in anderen Abteilungen der Thyssm-Hütte untergubringcn. doch ist mit der Möglichkeit zu rechnen, dah ein Teil der DUegsch rft erwerbsls werd n wird. • Schlechter Absatz im Mitteldeutschen Braunkohlenbergbau. Die außerordentlich milde Witterung verursacht mturgemäfj einen schwachen Konsum in Hausbr-n kohle. Der schlechte Absatz macht sich namentlich im Mifel- deutschen Dr uni hlenbcrgba. bemerkt) r inneren Bezirken (Bitterfeld u. a.) werben bereits Feierschichten eingelegt. Frankfurter Abendbörse. Fr ankf urt a. M. 9 März. Im Einklang mit der gebesserten Haltung an der Rachbörse nahm der heutige Abendverkehr einen ziemlich angeregten Verlauf, wobei neue teilweise ansehnliche Kurserholungen zu verzeichnen waren. Die Rachricht. dah sich Anzeichen eines Abflauens des Eisenbchnerstreiks bem rfbar machen, konnte die freundliche Strömung nur fördern und gab Veranlassung zu Rückkäufen, die sich aber nur auf Montan- und Chemieaktien konzentrierten, gröberen Umfang aber nicht annahmen Reben der Rachfrage, bie für diese Werte hervvr- trat, waren auch einzelne Bankaktien gesucht unb höher, während Elektrowerte vernachlässigt blieben. Auch für deutsche Anleihen blieb ein gewisses Interesse bestehen, doch konnten Kri gsan- leihen ihren Kursstand nur um ein ganz Geringes verbessern. 3m Freiverkehr wurde ber Kurs zu 0,625 genannt. Die Abendb rse schloß angeregt unb in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 3prozentige K Schahanweisungen (1 unb 2) von 1923 1,875. Ausländische Renten: Oefler- reichische Staatsrente v-m 1913 2,45. Bankaktien: (Berliner Handelsgesellschaft 154, Crmmcrzbank 6,10. Darmstädter Bank 13,25, Deutsche Brak 127,62, Discontogesellsch rft 122/5 Dresdner Bank 114,25. Metallbank 113,90, Reichsbank 148.50, Oesterreichische Kreditaktien 9,30. Montanaktien: Gelsenkirchen 86, Harpener 141, Phönix 60,25, Rheinstahl 54.50, Rombacher Hütte 29,37, Stinnes- Riebeck 43, Tellus 3,55, Kal, Aschersleben 13,25, Kall Westeregeln 22,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 28,75, chemische Griesheim 24,70, Elberfelder Farben 25,37, Th. Goldschmidt 21,25 Höchster F-rben 25,50. Holzverkohlung 8,37, Rüt° gerdtoerte 16,50. Elektro.ktien: D.rgmann 17.87, Elektrische Lieferung 100, Licht und Kraft 7,1, Felten 48,25. TransportaHien: Rordb. Lloyd 3,80* Sonstige JndustrieUtien: Kleyer 3.70, Zement Heidelberg 90,25, Dyckcrhoff 4,30, Hol mann 5,80, Gebr. 3unghans 12,12, Karstadt 3,25, Neckarsulmer 8.75, Peters Union 2,175. 3ulius Sichel 2,6(5, Rheinmetall 69, chemische Mainz 9. Weyh und Freytag 3,60, Badischer Zucker 3,40, Frankenthalzucker 4,40, Osfsteinzucker 3,50. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeiger«".) Berlin, 9. März. Die Streik! aae bei der Eisenbahn und ihre Rachwirkung auf die Wirtschaft wurde heute an der Börse lebhaft besprochen. Wenn auch zur Bellegung des Konfliktes die Möglichkeit noch offen steht, den ReichS- arbeitsminister als Schlichtungsstelle anzurufen, so befürchtet man doch eine schädliche Rachwir> tung des Ausstandes. Das Geschäft an den 3nöuflricaftienmärften kam nur sehr zögernd in Gang. Soweit zum Teil Kurse genannt wurden, lagen sie unter denen des freundlichen Wochenschlusses. Eine Ausnahme hiervon machten oberschlesische Montanwerte, Tür ote nch mtt Rücksicht auf ote begonnenen Verhandlungen bett, eines oberschlcsischen Stein- kohlen-SyndrkateS 3ntereffe zeigte. Auch der A n- leihemarkt lag heute zunächst recht fest. Am Geldmarkt ist die Lage bei Wochenbeginn weiter verhältnismäßig leicht, indbefonbere für tägliches Geld. Ss wird unverändert ein Satz von 9—11 Prozent genannt. Si.ie Kleinigkeit ungünstiger liegen die Dinge für Monatsgelb, das aber gleichfalls unverändert zu 11—13 Prozent zu Haven ist. Privatvistont 8 Prozent. Am Devise n m a r 11 zeigten sich für den französischen Franten mehrere Schwankungen, doch wurde die Tendenz gegen Mittag etwas fester. 3talien trotz der Diskonterhöhung kaum verändert. Börsenkurse. Damm: 5®/ Teatldjr 9if(d)5nnfttt)e 4%. Dru'tchk RrlchSaulrihe 87»% Deutsche Reich, anleihe 3°/ Deutsche Reichs inleihe Deuitche Soarvraiiiienaulethe 4% Preußische «onsolS . . . 4° o Hessen........... 8*/e% Hessen 3% Hetzen Deutsche Sertb. Dollar-An l. bto. Doll Schatz-Antreimg.') 4% Holltürten 5% ©ulbmtrffaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Somnirrj. und Brtvat.Bank Türmst, und WatlonalUont . Deutsche Bank......... Deuische Beretußbank . . . . DiSconto Commandlt . . . . Metallbant Miiteldcutiche Ereditbank . . Ocsle.rctchtsche Ereditaustalt Westdank........... Bochumer Guß ...... Buder..S........ . . . . Caro ............. »Luxemburg irchencr Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Äjchersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahiitte.......... £ bcrdcdarf Pilönix Bergbau Rl-einilahl........... 9(iiberf Montan ....... TelluS Bergbau Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Eheramtsche Werke A-btn . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilipp Holjmann...... Anglo-Tonl -Guano Badische Anilin..... . . Edenmche Mayer Slapüt . . Goldsamildt . GrieS eimer Electron .... Höchster ^arnwerte Holjvertoblung ....... Nütgcrswerke........ Echeideanstalt Dllg. Elektriittätr-Sesellschaft Bergmann .......... Mainkrastwcrke Schubert........... Siemen- 1 Halske ..... »dlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Henligenstaedt...... ' ffluln............. Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgcsell ebaft Frankfurt. Pct Union A.-Ä Schud'abrik Her» Sichet........... Hrllfto’f «aldhof...... Zuckenodrtk Frankenthal . . Zuckerfabrik Wogdauiel . . . Vrr’H Schluh» fr re Sdluh Hbent>« b3 le Scblu»- Pu » Sd-Iuftl«. A ittag» b rle 7.3. 9 3 7. 3. 9 3 0.bu7 l> 62 » 610 i 62'1 — 0 83 0.81', 0 825 0 83 0,1-10 0 810 0 80 1 10 1 1 1 1 55 1,09 0.475 0.44 0 5 0 46 0 93 0,925 0,92 0 9 — — 0.90 1 0'. 1 1 ' 1 1 15 0 93 (t 98 0 r0 0,95 94.75 94.: > 'M 75 9, 91,55 91 55 91 65 91 65 9.9 9,9 38.8 9.9 38 5 | 9.7 — 1>4 154 155 156 6.10 6,1 «.12 6,12 13 13 25 13 12 13,13 128 25 127 62 129 128.75 0 41 0 41 — 122.20 1 2 5. 121 90 121 ?9 113.5 113.9 2 1.9. 2 2 9 50 9.30 9.40 9 25 0,115 0,115 —» 0 25 — 83 75 81,1 17.75 17.40 17 17 50 10 45 10.40 10 tl 10.4 77.2. 76 77 9 > 77.25 83 96 83 8.3 139.25 141 i38,20 137 62 17,25 18 25 17. 0 17,-0 1 50 22 5 22 2.2 7.25 6 9 6 9 6 9 9.75 9 625 9 90 9.9 59 25 60 25 59.4 59 54.5 53 25 r2 75 42, 0 43 '3.25 42.25 3 55 3.55 — 86 86 75 85.75 86 40 8,725 3.80 3,75 3.70 - — _ 90.25 90 25 —- _ 5,60 5.8 5,7 5.7 — — 143 51 143.5 28 28 75 28 28 0 475 0,47 s 20 7 5 21 25 103,5 101 2 ,15 *4 70 24 4,1 24 9 25.5 23 24,75 8.13 8 40 16,20 16,50 16,25 16,6 144 143 — 11.35 11,30 11.75 11 40 17,6 17 90 17 40 17,5 90 89 63.6 63, 5 63 63 75 5 74 73,75 72.5 3 80 3,70 3,75 3 70 — 5 50 5.62 5,65 3 5 3 5 — 8,62 8 62 8 75 8,5 — 99 99 0 65 0,65 1,15 _ _ 1 15 1.13 1,12 133 25 1’3 5 — 2,15 2 75 ? 13 3 12 - 3,6 2 675 3.75 4 1 2 62 2,55 3.65 >1 1 > .1,3 11 10 >1 4 50 4 40 — v 50 3 40 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt rlo )i ehern i 2'ru; ,ii j: («tl» ij r : ■ « ■' 7 Am't-°Roti 167, 9 K8.01 167.79 1'8 01 l'Cl ■■'it Buir-Aires 1,658 1.662 1,6(7 1.'68 • Oll voll Bris. Antw 21 19 21 2 21.24 21 30 voll Cliristianla 63 97 64 13 63.97 64 13 voll voll .itoveniiagen 75.11 75 21 75.21 75 3'1 l tu. voll Siocklwlm 113.0» 113 33 113.03 113,31 Oll voll 6rlfingfor6 10,558 10 5 8 10 557 10,5»7 voll voll uialfcn . 17.16 17.0 17 18 17.25 ton voll London. . 20,00 20.05 20,005 20 055 voll voll -.'.’euyork . . 4,105 4,20» 4,195 4,205 60U voll Boris. . . 21 4 21 80 21.79 21.(-5 lou voll Schweiz . 80.69 80 89 80 71 80 92 LOK voll Sva kn . 59 53 W,;7 69 48 59 62 Japan - . 1.691 1.697 1.M3 1,(87 ! Cfl voll h(o de Jan 0,4.6 0,468 0.464 0,466 l oll voll Dien In D - uoll voll C tft adgest 59,13 69,27 59.13 69,27 voll 00.1 Prag 12 44 12 48 12 45 12, «9 ul)u JOÜ Belgrad . . 6.71 6.73 0 71 6 73 von vll Budap.'ft. 6 79 6.81 5.795 5.815 juU Bul arten 8,055 8,06 > E.055 P.065 —üii juU L-tzadon 19,775 20 (i'5 19.775 19.815 Danzig. . . 79.325 79,825 79,325 79.52 voll voll Konst ntin- 2 05 2.10 2 1t 2,12 voll voll Athen. . . 6,64 6 66 6 49 6,51 voll voll Berlin, 9 März. ’ieujrt 0(, Plnicrtfanlfitt Noten ..... 4.174 21 0 4.194 Belgische Noten ...... 21 30 ioll voll roll doll roll Däni'che Noten ...... . 74 st 75 ji 20 07 21 87 H8 09 17 34 Englische Noten........ 19 97 Französische Noten ...... Holländische Noten..... 21 77 167 2 < stt lienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deuisch-Oesterr ,4 ioo Aron« 17 26 L>.74 14 06 roll 6.1'0 6,93 LOll Runiänikche Noten..... Schwedische Noten...... 112 80 113 36 voll Schmelzer Noten....... 80.55 80 95 69 70 12.485 roll roll L Oll Spanische Noten....... 59 40 Tschechoslowakische Roten .. 12 435 Ungarische Noiea ... 6..9 5,81 roll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht deS „Oiefiener Anzeiger«".) Frankfurt a M., 9. März. (Drahibericht des „Gießener Anzeigers".) Es wurden notiert: W^;en, Wetterauer 21,50 bis 25, Roggen, tn- ländischer 22 bis 24,75, Sommergerste für Brau- Sweae 23 bis 30, Hafer, inländischer 17,50 bi« 22,7o, Mai«, gelb 22, Weizenmehl, inländtfcheO (Svl-zial 0f 41.50 bis 44. Roggenmehl 35 bi« 38, Weizenkleie 13 bis 13,50, Roggenkleie 14,25 bis 14,50, Erbsen 28 bis 35, Linsen 42 bi« 50, Heu, süddeutsches, gui unb trocken 9,50 bis 10, Weizen» und Roggenstroh 5,50 bis 6, Treber, getrocknet 20,50 bis 21, Speisekartofseln: Industrie au« hiesiger Gegend 4, weißschalige aus hiesiger Gegend 3,30 bis 3,50 Mk. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-*.^ Frankfurt, 9. März. Oluf trieb, 1410 Rinder; darunter 483 Ochsen, 40 Bullen, 887 Färsen unb Kühe, 484 Kälber, 153 Schafe, 4531 Schweine, Es wurden bezahU für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollft i chiqe ausgewachiene höchsten Schlachtwerts 52 bis 57, junge, fleischige, nicht ausgemästete unb ältere ausgemästete 43 bis 51, mäßig genährte junge unb gut genährte ältere 35 bis 42. Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 45 bis 50, vollsleischige jüngere 37 bis 44. Färsen und Kühe: vollsleischige ausgemästele gärten höchsten Schlachtwerts 50 bis 56, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 40 bis 48, wenig gut entwickelte Färsen 40 bis 49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 38, mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 30, gering genährte Kühe unb Färsen 10 bis 20. Kälber: feinste Mastkälber 72 bis 80, mittlere Mast- unb beste Saugkälber 62 bis 70, geringere Mast- unb gute Saugkälber 50 bis 60, geringe Saug- Aber 40 bis 46. Schafe: Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthämmel 42 bis 50. geringere Masthämmel unb Schafe 32 bis 40, mäßig genährte Hammel unb Schafe (Merz. schafe) 22 bis 28. Schweine: ovllfleischige von 80 bis 100 Kilo 63 bis 65, vollfleischlge unter 80 Kilo 58 bis 62, vollsleischige von 100 bi« 120 Kilo 65 bis 67, vollfleischige von 120 bi« 150 Kilo 64 bis 66, unreine Sauen und geschnittene Eber 50 bis 60. Marktverkauf: Grvhvi^ langsam, Schweine und Kleinvieh lebhaft gehandelt. Groß- unb Kleinvieh ganz. Schweine nahezu ausverkauft. Berliner Produktenbörse ‘Berlin, 9. März. Der Produktenmarkt war ziemlich fest. Die Preisforderungen für inländisches Brotgetreide wurden nicht bewilligt. Dio Lieferungspreise für Weizen stellten sich höh« als für Roggen. Gerste still. Hafer mehr gefragt. Das Geschäft in Mehl unb Futterarme! blieb ruhig. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (mär!.) 250 bis 256. Weizen (März) 275, Weizen (Juli) 295 bis 294, Tenbenz stetig. Roggen (märt) 245 bis 248, Roggen (Juli) 252 bi« 253.50, Tendenz stetig. Gerste (märt) 247 bi« 260, Futtergerste 215 bis 232, Tendenz ruhig. Hafer (märt) 186 bis 192, Tendenz behauptet. Mais (loko Berlin) 217, Tendenz ruhig. Rap« 395 bis 400, Senbetu stetig. Für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.25 bts 36.75, Tendenz ruhig, Roggenmehl 33.75 bis 36.25, Tendenz ruhig. Weizenlleie 14.20 bi« 14.30, Tendenz still. Roggen kl eie 14.30 bi« 14.40, Tendenz still. Diitoriaerbsen 26.00 bis 31.00, kleine Erbsen 20.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 2100. Peluschken 18.00 bis 19.00, Ackerbohnen 19.00 bis 21.00, Wicken 18.50 bis 20.00, Lupinen (blau) 12.25 bis 13.75, Lupinen (gelb) 14.50 bis Iß 00, Serradelle (neu) 14.25 bis 16.50, Rapskuchen 17.00 bis 17.20. Leinkuchen 22.00 bi« 22 50, Trockenschnitzel 9.50 bi« 9 60. Torfmelasse 9.30, Kartoffelslocken 19.40 bl« 19.60 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus ber „Radio-Umschau". > Mittwoch, 11. Marz: 1L55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: RachrichkeNM dienst. 12 55 bis 1 Ufjr: Rauener Zeitzeichen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rach- richtendienst. ,4.30 bis 5.30: Kinderstunde. 5 30 bis 7 Uhr: Rachmittags-Konzert des Hausorchesters unter Mitwirkung eines Solopiston«. 1. Radetzkymarfch Strauß. 2 Ouvertüre zur Oper «Flotte Burschen" Supps. Schlaf wohl. Du süßer Engel Du (Piston-Solo) A t. 4. Puppenfeewalzer Bayer, 5. Brief aus Sorrent (Pistonsolo) Zerkowitz, 6. Potpourri aus der Oper „5)et Dettelstudent" Millöcker, 7. Auf der Wacht (Ton- gemäloe mit Pistonsolo) Dierig, 8. Deutschmeister- Regimentsmarsch Jurek. 7 bis 7 30 Uhr: «Das deutsche Handelsschulwesen", 1. Dortraa von Direktor Lühr. 7.30 bis 8.30: Funchochschule. Paul Beller: „Musikgeschichtliche Wandlungen (Ein Ueberblick über die Geschichte der Musil von den Anfängen bis zur Gegenwart". 13 Dortrag: .Die Oper bis Gluck". 8 bis 8.30 Uhr: A de Rora lieft aus eigenen Werken. 8 30 Uhr: Übertragung von Kassel: Sinfoniekonzert ^Serenaden). Programm: Dolkmann, Fuchs, Reinecke. 9 30 Uhr: Rachrichtendienst. Wettermeldung, Derkehrsnachrichten. Sport. 10 bis 11 Uhr: Ouvertüre, Arie und Finale, ein Zyklus. Singspielabend. 1. Die beiden Geizigen (Ouvertüre, Romanze, Duett, Ariette der Hen- riefte, Marsch der Janitscharen) Grßtry. 2 Die Jagd (Arien von Röchen, Hannchen und Christel) Hiller, 3. Doftor und Apothe.'er (Arien des Gotthold, des Sturmwald und der Rosalie) Dittersdorf, Ausführende: Lena Dößnecker (Sopran), Max Roller (Tenor) und Walter Schneider von Frankfurter Opernhaus. — Ein Kammerorchestei unter Leitung von Dr. Merten vom Frank, furter Opernhaus. Hroscd V'X • ••■XsV WA MM Die Oberwalder. Ttoman von Alfred Dock 17. Fortsetzung. (HatfcDrutf her boten.) Die Frau machte Augen so groß tote ein Teller. Jemand toie4 ihr den Weg ®t hatte gerade die Kasse aufgenom- Augen so groß wie ein Teller. Jemand w.es ihr den Weg. Er hatte gerade die Kasse ausgenommen, hatte die GolDstücke hingezählt. Die funkelten. 'S war eine Lust. Dun trat sie herein. Er tat ganz kühl: .Ei, Hermine, da bist du ja,“ Sie getraute sich nicht von der Stelle. Sie sah gar nicht abgezehrt auS. Eher war sie ein bißchen dicker geworden. Gr streckte ihr die Hand entgegen. Aus einmal hing sie an seinem HalS. Und schluchzte, Daß cS ihm daS Her- zerriß. Und er strich ihr bad wirre Haar auS der Stirn. Wahrhaftig! Da glitzerte eS weih und grau. Sie muhte doch viel gelitten haben. .Sei ftäll“ sprach er ihr zu. .Ich bin so froh, daß ich dich wieder hab'. All die Iahre, daS war ein etruig Warten auf dich. Ich wuhl'S. dah du kommst. Und jetzt das Glück. Guck dich doch um. wie gut mir 8 geht. Mir und dir. Du brauchst dich ein Lebtag nicht mehr zu frrgen. 'S langt für unS zwei. Und so Gott will, für drei,“ nebenan bimmelte da- Ladenglöckchen. Dor der Theke standen Leut«, die bedient sein wollten. Der KrämerSkqrl sah und Hörle nichts. El st ein kräftige- Klopsen weckte ihn auS seinen Träumereien. — Am Sonntag daraus tarnen Dor stand und AvfsichlSrat Im Geschäftszimmer des RenDanten zusammen. Der KrämerSkarl stürzte die Kasse und gab den AnwesenDen Gelegenheit, den Bestand mit dem Buchsaldo zu vergleichen. Dann legte er die Schuldscheine und Urkunden, die ihm anoet- traut waren, vor. Der IöckelSheinrich als Direktor sah da- Einnahme- und Ausgabejournal durch. Obgleich er von Duchsührung höchst un- Dare Dorstellungen hatte, fühlte er sich dem Rechner gegenüber zu der Bemerkung veranlaßt: »Du kannst S. wie der Hannjerg daS Dreschen!" .Ich tu nur meine Schuldigkeit," sagte der KrämerSkarl bescheiden, aber mit einem Gesichts- au-druck. der nicht daran zweifeln lieh, dah er sich seine« vollen Wert- bewuht war. Eine Reihe von Gesuchen um ^turnatzme m bic Genossenschaft war zu erledigen. Unter den Bewerbern wurde der Eberhard Happel in der Walsergasse genannt Diesem war vor ein paar Iahren die Scheune abgebrannt. Im Dors wußte jebcimann, dah er sie angezündet hatte, und ,war blvh darum, weil er gut versichert war. Das gerichtliche Derfahven, daS gegen ihn emgcletttf toor. hatte mit seiner Freispr?chang geendet Seine Ehefrau sagte unter ihrem Eid auS. ihr Mann sei in der Dacht, da der Brand auSgebrochen war. nicht von ihrer Seite gefommen. Durch die Drohungen deS Frevlers cingeschüchtert. hatte sie einen Meineid geschworen. Bald nachher war sie gestorben. Der Mann hatte sich wieder verheiratet und zählte zu den Wohlhabenden im Oil. Um seiner Dergangenheit tollen ihm die Mitgliedschaft zu verweigern, kam in der Der- sammlung niemand in den Sinn. Einzig der Krämerskarl war's, der Bedenken hegte: .Ich will dem Havvcl nie anyä.iaen," sprach er. „3eber muh selbst am besten wissen, wo ihn der Schuh drückt. Mancher glaubt, er ist durch den FinsterwalD. Auf einmal kommt'S, wie's in dem Lied heißt: Gott hat gestürzt dich, ach. so bald Den Abend als den Morgen. Die Stund' ist dir verborgen. Ich mein, die Kass' ist eine Farn li?. Die soll sich sauber halten, soll keinen h-reinlassen, der nicht mit den besten Haaren w-zeist Ist Obendrein sind wir noch eine junge Familie. Und an einem neuen Kleid sieht man einen Flecken eher als an einem alten." »Was der Happel seit in der Salzbrüh' liegen hatt," sagte der IöckelSheinrich. „geht uns gar nix an. Hier dreht sich's drum, to:e he steht. Und da iS nur eine Stimm': he steht gut. Die Kass' Will vor allen Dingen Geschäfte machen. Dessentwegen denk ich. wir nehmen ihn auf." Ein beifälliges Murmeln bewies dem Direktor. dah er sich mit der entschiedenen Mehrheit in Uebereinstirnmung befand. Demnächst gelangte ein Brief zur Derlesung. der bei dem IöckelSheinrich eingelaufen war. Ein Bankhaus in Fulda hielt sich der Spar- und Darlehnskasse zur Besorgung solider Anlage- werte empfohlen. . » wundert mich. daN sie nicht Dabet ^reiben. waS daS für solide Anlagewerte sind," spöttelte der KrämerSkart .'S ist noch gar nicht lange her, baß die Herren Bankiers die KaNen mit den Argentiniern und Portugiesen herein- gelegt haben. Und sind Tausende und Abertausende verloren gegangen. Wann uns einer von den Kujonen kommt, wird er gejagt daß Me Fetzen fliegen." -Don den Papieren verstehen wir n'i," sagte der IöckelSheinrich .Wir haben dich über die Kass' g setzt, und du seist g.chirzt*) genug, dah du dir fein Fett ausS Aug schwätzen lähl." AlS letztei Punkt der Tagesordnung stand das DarlehnSgesuch des Bauunternehmers sut Beratung Der Rechner schilderte Disping als einen reichen Marn, den de Krankheit seiner Frau in d.n Dogel-berg verschlagen. Weil er in der Dollkraft seiner Iahre nicht muß g gehen toollr. habe er den Steinbruch gepachtet. Im Frühjahr loHten am Horn er Hang an hundert Kipper beschäftigt werden. B S nach Allmenrod bin würde man daS Stampfen DeS KloptwerkS hören. Seit OiimS Zeiten habe kein Hahn nach dem Don gekräht, nun rücke es mit einem Schlag in die Reihe der Industrieorte ein. Bei der Gebirgsbahn, von der jetzt die Rede sei. müsse man sich auf Überraschungen jjefaßt machen. Niemand könne die Gewähr dafür übernehmen, daß hier eine Station oder auch nur eine Haltestelle errichtet werde. Komme aber daS Basalt- Werk in Dang, so würde die Eisenbahn sich selbst schädigen, wenn sie den Anschluß daran versäume. Dah die Spar- und Darlehnskasse an der Person des Herrn Bisping und seinem Unternehmen das größte Interesse habe, darüber brauche man fein Wort au verlieren. Das Einnahmefonto weise aus. dah der Kasse Geld in Menge zugeflvssen sei, mehr sogar, als man verwenden tonne. Deswegen stehe man vor der Frag?, ob man den Ueberfluh in StaatSpapieren anlegen oder nach Darmstadt abführen tolle. In beiden Fällen schlage man höchsten- dreieinhalb Prozent heraus. Da fei denn der Antrag deS Herrn Disping doppelt willkommen, der sich bereit erklärt habe, fünf Prozent zu bewilligen. Zum Schluß verlas •) erfahren. Der Karl die Schätzung-Urkunde und fügte hinzu, die vereidigten Makler, D.e das Schriftftüa unterzeichnet hatten, feien Leute, denen man unbedingt Glauben schenken könne. Das wisse er von seinem Aufenthalt im Preußischen her. Dach einer kurzen Pause trat man in die Besprechung der Frage ein. .Der Beschreibung nach schein' S ein großes Gewerk zu sein," sagte der Do'-lSheinrich. „Daß wir aber fünszigtausend Mark Dv.i: geben, will mir nct In den Kopf. Fü.it« . n - Mark! Da wird einem ja ganz schwimme!^ du liebes Gottchei So viel hab ich mein Lebtag noch nci beisammen gesehen." „Fünfzigiausend Mark." er-.ult c der Krä- mer-karl mit einer wegwerfenden Gebärde, ^daö will gar nif heißen. ^ch-dc>sfe Den Umsatz in einem Iahr auf eine balbt Million zu bringen* „Was der Karl Da verdeutscht Hai." bemerkte der Margolsöpcter, der Dem Aufsichtsrat ange- Hörle. „Dagegen will ich weiter nix sagen. Dann alles so kommt, wie he siche verspricht, der- na an tierfo, Milieid. Annoncen-Eroedl ivn Gießen.27,14 L ÄW pciil lüdiiincr Zeichner mit guter Handschrift, in^be on^er. ui Schriften, z tm alebaldiaen X|n,xllti 0 lucht Schr siltche Angevo e «mier 24081) an den (üießener Anzeiger. ASM» Mittwoch früh OUbr eintreffeud Ufte. WorDiee-'^Mfiftfie m. K. 2—3-osündig. Psd. 65 Pf. Große edirnfiidic ohne Kopf 1' r—5-vilindia, Psd. 50 Pf. Portions-§chcllfi>che Pfund 2"> Pf. p»*»c fst. bliitnibcllrr Cnblian o.K. tm Aufschnitt Pkd. 40 Pf im ganzen «Usch Psd. 35 Ps. ff. 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Vvolveten Drogerien unv Porillmerien. Bekanntmachung. gu dem am 11., 12. und 13. Juli d. I. stottsindenden 75jähriaen 3ublläum des Ves ingoereins „Eintracht" Griedel Hessen), verbunden mit dem 1. Dundessest Des Sängerbundes Heusberg - Wettertal sind die Plätze für Karussell, Schießbude, Iuckerstände usw. zu vergeben. D,e Vergebung findet öffentlich meistbietend Samstag, den 28. März, nachm. 6 Uhr, im Gasthaus Ium grünen Baurn In Griedel statt. Die Bedingungen werden vor der Vergebung bekanntgemacht. Auch können dieselben vorher bei dem II. Vorsitzenden Herrn AugustBernharot eingesehen werden. 2474 D Der Vorstand. WesMMMm iäbrt am vtciiaa, 1 en 13. b. M. leer nach ■ MWll.M.WAHllk tvir nehmen Ladung mit. Intern. Lvrdition u. Möbeltransport' Stflörnnj & Benöet. ®.m. 0.0. Gießen Hauv bllro: Marburgerstr. 7, Teleoh 1519-j Ziveigbüt o: Scl-err-weg 5& 2512 D 1 Wasche mit luhns Käse Zelnfl. ümmentb. StDroeiierföfe ' 4 P,d. «5 P'.. 1 Psd. awt 2.40 ff. Edamer '/« Pld. 35 Ps., tu ganzen und halben Äugeln Psd. 'JJif. 1.2 j £ani=(5örfer yandkäse St. N Ps, die Rolle, 10 St. 75 Ps. Hfl. Al!g. StoDgen-fimbtirger */< Pfd. 25 Ps. in Stang. Ps. -DL0,90 Edelweiß Camembert Ötetlfg, Schachtel Mk. 1.70 Emmenthaler ohne Rinde In Schachteln ä 250 «r Mk. 1.20 Gtellig Mk. 1.70 ff. Allgäuer Nomatur 2518 c Pfd. 'Bit 2 - Pumperuickel in Päckchen und Dosen W.GMMK Bahnhosstr. 27. tz-ernsor. 1631. BECHSTEIN Klaviere und Flügel im Urteil der Künstler: Leopold Godowsky: Es ist mir ein wahres Herzensbedürfnis, Ihnen meine unbegrenzte Bewunderung und Begeisterung für Ihre so herrlichen Instrumente Hiermit ausdrücken zu können. Die Schönheit und unendliche Modulations-