an 9 137tf) eb. Ahler 1925 «UM gejunhen rfreut an Gießen 'Odr in «Nm W« ades p*ki ' ^rmstadub? Wahrt äs Nr ►ria abends 8 Uhr esdlschaftsanzug imc iperation, oW lollftänbig °h« en=, SöenSel, wchbrüch-^ ,: Samstag. 6‘” kzls.WW gstrabe 4. S» s'sss **#s ick |oW«d «Säte * f* Sfi ^n^elLete mich $*5- ememv» & 1< Meiste not. Dienstag, 10. Zebruar 1925 irs. Jahrgang Ztr. ö-t Erstes Statt l£< Annahme von Lnzetae» sirr bie Tagesnummer Die zum Nachmittag vorher ohne jebeDerbtnbtichlleit. Preis für l mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Dre.teLrtlich8,au»wSri» 10 Goldpfennig; für Re- klame-SInjcigen o 70mm Brette 35 (Bolbpfcnnig, Platzvorschrift 20°, ?luf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. (fcuiücton: Vr.Friebr.Wilh Langes für den übrigen Teil: Grifft Blumschem; für de» Anzeigenteil: HanoVech, jamtlich in (Biefjen. Köln. 9. Febr. (ID5:5.) Der Reichskanzler Dr. Luther ist zum Besuch b'S besetzten Rhrin- landes hier eingetroffen. Rach feiner Ankunft stattete er dem Oberbürqermrister Dr. Adenauer und dem Karbinal-Erzb schof Dr. Schulte einen Besuch ab und empfang dann den britischen Delegierten von Köln. Zu Ehren des Reichskanzlers veranstaltete di: S adt Köln heute abend ein Festessen, während dessen Oberbürgermeister Dr. Adenauer den ReichSkon'.ler begrüßte und in eindrücklichen und beredten Worten die wirtschaftlich' Rotloqe des Rheinlandes und die b'ttere Enttäuschung über die Richträumung am 10 Januar schilderte. Tiit den Millionen Menschen, die das Rhri-land bewohnen, verfahre man im Zeitalter der 'S emo- kr atie tote mit einem Reger stamm tm innersten Alrika. Die Rheinlande hätten das Vertrauen zu bem Reichäka-z'er. daß er die Der- Handlungen mit aller Energie durch'uhre w'.d dast es ihm gelingen werde, noch vorhandene Delurch- tungen auf der Gegenseite über Rüstungen Deutschlands zu zerstr"uen. wie er das sch^n getan habe. Er schloß: Wir wissen und vertrauen, daß Ihre Politik s-ch nicht lediglich auf fable Bernunft stützt sondern daß ihr dec machttoe Antrieb des Gemüts und des He ze.-is, den 3h-en die Liebe zu Ihrer zwe ten Heimat de Lteoe zum Rheinland gibt nicht fehlen wftd. 3n btefem Tertrauen, meine Damen und Herren, bitte ich zum Ausdruck zu geben, der Herr Reichskanzler lebe hoch. hoch, hoch! Hierauf ergriff Reichskanzler Dr. Luther gesund zu werden, erschüttert, bann tragen bie Arbeiter die Folgen des wirtschafüichen Schadens mit. Rur wenn unsere Industrie erliartt, kann sie bessere Lohn- und ArbeftsbeblngungQi gewähren. Daß die Industrie die Pflicht hat. schon jetzt das Möglichste in dieser Hinsicht zu tun. wird von einsichtsvollen Kreisen nicht verkannt. Die Regierung hat die Pflicht, alles zu tun, um die Lage der breiten Masse so zu bessern, als es die Verhältnisse eben ermöglichen. Ander- seits hat sie auch die Pflicht, staats- und Volks- feindlichen Bestrebungen, wie sie die Kommunisten verfolgen. nachhaltig entgegenzutreten. Die kommunistischen Pläne müssen von vornherein vereitelt werden. Wir brauchen Ruhe im Lande und Ordnung. Wo sich Mißstände zeigen, wo sich Ungerechtigkeiten enthüllen, da soll unverzüglich eingeschritten werden Es ist manches nicht so, wie e8 sein sollte. Hier muß gesäubert werden. Die Arbeiterschaft soll Vertrauen haben zur Regierung, daß sie für sie tun wird, was möglich ist, ohne die Grundlagen unserer Wirtschaft zu erschüttern, sie soll aber auch wissen, daß sie Putschereien zu unterdrücken weih. Der Tschekaprozeh. Der Kanzlerbesuch am Rhein. Dr. Luthers Rede im Kölner Gürzenich. — Räumung und Sicherheit um den gewaltsamen Umsturz in Deutschland. I die Diktatur des Proletariats herbei- zuführen und fobarm etwaige Verräter an der kommunistischen Sache zu beseitigen. Dazu sollte eine straffe, zentralistische, militärische Organisation dienen, für die Waffen. Sprengstoffe und Munition beschafft werden sollten. Der militärische Leiter der ganzen Geheimorganfta- tion soll der Russe Skobelewsky. Alias Gorew. gewesen sein. Auch die verwerflichsten Mittel sollten angewendet werden. So wird der Tscheka vorgeworfen, sich Cho le ra - u n d T h » phusbazillen beschafft und Versuche damit angestellt zu haben, Weiter soll sie Atten- ta t c gegen General von Seeckt. Stin- nes, von Dvrsig und andere politische Persönlichkeiten geplant haben. Der Hauptgegai- stand der Ds^andluna wird die Ermordung des Friseurs Rausch bilden. In den kommunistischen Zeitungen wurde die Tscheka ckls 2lbwehr- organisation gegen die Spitzel in den eigenen Reihen bezeichnet. Die Verhandlung findet unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Rietoer statt. Die Anklage vertritt Reichsanwalt Dr. Reumann mit Unterftütjung von Landgerichtsrat Flöget. Erscheint täglich, außer Sona* unb Feiertag«. Beilagen: viehenerFamilienblLtter Heimat im Bilb. BlonaB’Bejrgspreis: 2®olbmath u. 20 ®olb« Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch.Anschlüffe: Schriftleitung 112, Der» lagunbEeschäftssteNeSl. Anschrift für Drahtnach- richtem AniefaerGietze«. povscheckkonlo: SranffMrt a. M. 11686. Kommunistische Pläne. Don unserem Sortmun^er Mitarbefter. Di- Wahlniederlage, die die Kommunisten am 7 Dezember erlitten haben, hat ihre Führer für tunte Zeit stutzig gemacht. In Moskau hatte manÄ einen Sieg öet Sonmuniften geW«. FLr fap Riederlagc rächte sich Moskau dadurch, daß verschiedenen Söldnern der Brotkorb hoher gehängt wurde. Das hals. Die Extremisten, die allen Parlamentarismus verwarfen und nur im Terror daS Heil erblicken, bekamen ilebertoaffer. Die Führer, die des Trotzkismus verdächtig sind, wurden kalt gestellt. Die schärfste Richtung gibt den Ton an. Für einen bevorstehenden Put s ch Wird 'alles vorbereitet. Die Wa f en- und Muni- tionSfunde in K ö l n und in anderen Orten geben zu denken. In L ü t g e n - ® o r t m u n b ist dieser Safle In einem Hause, das von Kornrnunlsten bewohnt wird, eine Explosion von Handgranaten erfolgt, bei der zwei Bergleute^ Vater und Sohn, schwer verletzt wurden. Der Sohn ist inzwischen gestorben. Die Verletzten und einige andere Personen sind überführt. Sprengstoffe aus der Grube mit nach Hause genommen zu haben, um daraus Handgranaten und Bomben anzusertigen Sie liehen durchblicken, daß etwas bevor stehe. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Funde in Köln. Lütgen-Dortmund und in Mitteldeutschland in ursächlichem Zusammenhang stehen. Auch ist die in H a 11 c abgehaltene Betriebsräte - K o n f e r e n z für den mittelbeut- schen Bergbau" nur der Auftakt zu der Aktion die für den gesamten Bergbau geplant ist. ImRuhrgebiet w llen die Ko mu iste.i den Bergarbeiter streik pr k ami r.n zug'.e ch soll er im rheinischen und mitteldeutschen Braunkohlenrevier wie auch tm Aachener Steinkohlenrevier ausgerufen werden. ' Die Öage ist gegenwärtig sehr gespannt. Im Ruhrdergbau fordern die Bergarbeiter die Achtflundenschicht für alle Arbeiter über Sage und die Siebenstundenschicht unter Tage. Die unterirdisch beschäftigten Arbeiter siick) für eine gewisse Frist bereit, 7V- Stunden zu arbeiten, verlangen jedoch dafür die halbe ©tunbe besonder- und mit 25 Prozent Zuschlag bezahlt- Die Zechenbesther erklären das für unmöglich. 3m Frieden habe die Arbeitszeit 8V3 Stunden und bet Hauerdurchschnittslohn Mk. 5.60 je Schicht betragen gegen Mk. 7.06 heute bei 8 Stunden. Die Randzechen müßten auf der 81/, stündigen Schicht (es ist jedesmal die Sin- und Ausfahrt mit ein- gerechnet, die die effekftve Arbeitszeit um eine Stunde verkürzt) bestehen, da sie sonst die Verluste nicht wettmachen könnten, mit denen sie letzt arbeiteten. Auch die Arbeiter im rheinischen Braunkohlenrevier haben daS Arbeftszeftabkom- men gekündigt. Die Verbände der Metallarbeiter haben das mit der Gruppe Rordwest getroffene Lohn- und Arbeitszeitabkommen gleichfalls zum 1 Marz gekündigt. Der Kamps um Lohn und Arbeitszeit wird also auf der ganzen Lime ent- Hilfe angedeihen lassen, hätte die Regierung hier in erster Linie einspringen muffen. Wenn Verstöße auf dem Gebiete der Ertoerbslossnunter- stützung vorgekommen wären, so liege die Schuld nicht bei den Gewerkschaften. Der Redner fordert für die Erhöhung der Unterstützungssätze eine Zwischenlösung und einen Ausgleich der einzelnen Sähe in den verschiedenen Wirtschaftsgebieten. , Abg. Hartmann (Sem.): Die beste Lösung der ErwerbSlosenfrage liege in der Beschaffung von Arbeitsmöglichkeit. Hier müsse besonders die Erschließung von Moor- und Oedländereien in Angriff genommen werden. Abg. Dartschat (Dem.) beantragt einen Betrag von 80 Millionen vorwiegend für die Unterstützung solcher Erwerbslosen zu verwenden, deren Unterstühungsdauer abgelaufen ist. Der Redner fordert weiter eine Summe von 80 Millionen zur Herstellung von Klein- und Mittelwohnungen und zur Oedlandkullivierung. Abg. Rädel (Komm.) verlangt Erhöhung der Mittel für die produktive Erwerbslosen für- sorge auf 500 Millionen Mark. Ministerialrat Weigert wendet sich gegen die Ausführungen der Linken, als ob die letzte Erhöhung der Unterstützungssätze eine Knickerei sei. Für den Wohnungsbau sei die produftive ErwerbSlosenfüriorge ungeeignet 3m kommenden Frühjahr werde voraussichtlich unter den Bauarbeitern keine Arbeitslosigkeit herrschen, eher werde es an gelernten Arbeitern fehlen. Die Beratungen wenden sich dann dem Ab« schnftt Tarifverträge, Lohn- unb Einigungswesen zu. Abg. Gok (Dnat.) stellt nach seinen Erfahrungen als Beisitzer im Schlichtungsausschuh feft daß die SchlichtungSeinrichtungen nur sehr kümmerliche Erfolge gehabt hätten. Es fei ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, daß die Un- ternehmer irgendein Interesse an niedrigen Löhnen hätten. (Lachen links.) Er habe an r i ch t i g e n Deutscher Reichstag. Berlin. 9. Febr. Am Regierungstisch: Reichsarbeitsminister Dr. DraunS. Präsident Lobe erofft^t die Sitzung um 2 20 11b r und teilt mit daß der Wg. Hos 1 e (Zentr.) sein Reichs t ags manba t nieder g e l e g t habe. (Lebhaftes Hott hört I) Die Einzelberatung des Reichsarbeitsministeriums toirb fortge etzt mit der Besprechung des Äbfchnfttes: Arbeitsvermittlung und Erwerbslosenfürsorge. Abg. Dreh (Soz.) wendet sich gegen die zahlreichen De 11 i eb S ft i 11 eg un g en bei Reichsbetrieben, wodurch Saufende ton atfeUCTn erwerb-los geworden seien. Da die Privatbetriebe diesen Erwerbslosen großzügige Leipzig. 9. Febr. (Wolff.) ‘Bor bem Staatsgerichtshof zum Schuhe der Republik beginnt morgen der große politische Prozeß gegen die sogenannte .Deutsche Tscheka amtlich als Prozeß gegen Reumann und Genoffen bezeichnet. Angellagt sind 16 Kommunist^, samt' sich wegen Hochverrats bezw Beihilfe bazu in Tateinheit mit Geheimbündelei. gemäß dem Republiffchutzgeseh: einige von ihnen auch toeaen Verabredung zum politischen Mord, wegen W o r d e S und weiter wegen Vergehens gegen das S p r eng st of f g esetz und die Was s enordnung. FauMet, daß nach dem Muster der russischen 1 Tschcka die deutsche Tscheka gebildet worden sei, In Gürzenich sah man die hervorragendsten Vertreter deS Rheinlandes, wie den Oberpräsidenten FuchS. den Regierungspräsidenten Grasen Adelmann, den früheren Vizekanzler Dr. Jarres, der jetzt wieder als Oberbürgermeister der Stadt DuiSbuig wirft, ferner den Kardinal Erzbischof Dr. S ch u l t e. Generalsuper- intendant Klingemann. Reichsjustizminister Dr. F r e n f e n . Landeshauptmann Dr. Horion , die Verleger der Kölnischen Zeitung Re wen unb Dumont, Geheimrat Strauß. Generaldirektor Shlberborg Geheimrat Hagen, den Führer der Vereinigten Zentrumsparteien Münig. Exzellenz Wallraf, nahezu sämtliche Abgeordneten des Rheinlandes, die Vertteter der Universität, Wissenschaft und Kunst. Rechts neben dem Kanzler sah der alte August Thyssen. Um 11,39 Uhr hat der Kanzler die Weiterfahrt nach München angetreten. der ftanzöfische Ministerpräsident bereit, die nördliche Rhrinlandzone sofort zu räumen, nachdem die Beseitigung der Deutschland etwa nachgewiesenen Verstöße in der Abrüstung sicher- gestellt ist?" Ich habe auf diese Frage eine Antwort bis heute nicht bekommen. (Hört, hörtl) Wohl aber ist von politischer Seite in der französischen Dresse ausgesprochen worden, daß die Räumung der Kölner Zone nicht etwa nur von der Entwaffnungsfrage. sondern auch davon abhängig gemacht werden solle, daß vorher ein besonderer Sicherheitspakt zugunsten Frankreichs zu st an de kommt. Ich kann nicht annehmen, daß in dieser Auffassung die Antwort der französischen Regierung zum Ausdruck kommt. Immerhin kann ich bei der begreiflichen Deunruh gung. die über diese Frage nicht nur im besetzten Geb et, sondern in ganz Deutschland besteht, folgendes bemerken: Ich hab- namens der beutf4' ; Reichsrenie- rung ausgesprochen, daß die beut h- Reich re- gienng bereit ist, an der So)...: 1 der © dy-r- hesisfrage positiv m tjuarbeiten. Sollte man aber, meine Damen und Herren, von der Lösung dieser Frage die Räumung abhängig m a ch e n , s o mutz dieser Gedanke, der keinerlei Begründung im Vertrage von Versailles findet, mit allem Rachdruck zurückgewiesen werden. (S hr richt g!) Cs wäre nicht nur das G-genteil des Geistes, der zur Genugtuung Deutschlands im Londoner Abkommen zum Ausdruck gekommen ist. fonbern er war überhaupt das Gegenteil des Gedankens internationaler Vereinbarung. 3a. meine Samen und Herren, das Gegenteil des Gedankens der Sicherungsverträge selbst. Denn auch diese Siebe- rungßoerträge müssen eben, wenn sie ihren Zweck erfüllen tollen, unter dem Gesichtspunkt der Achtung vor den Verträgen stehen. (Sehr wahr!) And diesen Gesichtspunkt der Achtung vor dem Vertrage müssen wir auch für die Bestimmungen n Anspruch nehme», die sich beziehen auf die Räumung der nördlichen Rheinlandzone, und in denen von Sicherung^bedingungen nichts enthalten ist. das Wort. Meine Damen und Herren! Rheinlands Schicksal ist Deutschlands Schicksal! Rheinlands Freiheit ist Deutschlands Freiheit! Das ist die Auffassung der deutschen Reichsregierung, und die Ihnen auszusprechen, obwohl es für jeben Deutschen selbstverständlich ist. bin ,ch zu Ihnen gekommen. Wir haben in unserer Arbeit dafür gesorgt, die Rheinlande nicht zu elfter Reparationsprovinz zu machen. Wir werden in unserer weiteren Politik dafür sorgen, daß die politischen Auseinandersetzungen zwifchenDeutsch- land und den Miierten nicht zum Schaden des Rheinlandes sich vollziehen. (Bravo.) Der Reichskanzler kann von der Frage per Richträumung der nördlichen Rheinlandzone nicht sprechen, ohne immer wieder in die Welt hinaus- zurufen, daß die Grundlagen für die einseitige Entscheidung der Alliierten über die Richt- räumung b i s zum heutigen Tage nicht mitgeteilt worden sind. Der ^zatbeftaiw ist also der, dah die Voraussetzungen für Verhandlungen über die Räumung ausschliehsich von Seiten der Alliierten nicht befolgt worden sind. Zu Verhandlungen ist die deutsche Regierung, wie ich bei jeder sich bietenden Gelegenheft ausgesprochen habe, bereit. Die deutsche Regierung ist ebenso bereit, berechtigte Anstände, die etwa von Seiten der Verbündeten in der Frage der Entwaffnung erhoben wurden, ober die sonst zur Kenntnis der deutschen Regierung kommen, 'auf das schnellste aufzurollen. Ich habe tu eirter Rede die ich am 30. Januar vor den ausländischen Journalisten, also vor der Weltof ent- lichkeit gehalten habe, an den Herrn französischen Ministerpräsidenten die Frage gerichtet: „ brennen. _ , . . Die beiden großen Dergarbeiterverbande, der Verband der Bergarbeiter Deutschlands und her Geweilverein christlicher Bergarbeiter, nehme'-, eine scharfe Stellung gegen das Arbeftgebertum ein. In christlichen Bergarbeiterversammlungen ist offen von dem bevorstehenden Kampf gesprochen worden. Die Bergarbeiter sind nicht nur unzufrieden mit dem Lohn und mit der Arbeitszeit. sondern auch mit der Knappschaft. deren Leistungen in keinem Verhältnis stünden zu den hohen Beiträgen. Biel zur Erregung bel- getragen haben auch die je nach Parteistellung scharf kritisierenden Auslassungen der Gewerk- schafts- und Tagespresse zu den an die Ruhr- industriellen gezahlten Mgeltungen für die Ende 1923 von der Industrie übernommenen Micum- ßaften. Sie Arbeiter fordern, daß aus diesen Zuweisungen auch sie cire Entschädigung bekommen für die Einbussen, die sie unter dem Druck der Verhältnisse durch niedrige Löhne und Ar- ^eit. Arbeitslosigkeit unb Feierschichten er- ^"^an'^siehl, es ist viel Zündstoff vorhanden. Die K o m m u n i st e n . die sich bisher etwas im Hintergrund gehalten haben unb die Gewerkschaften Arbeit verrichten lassen, bereu Frucht in ihre Scheuer bringen wollen, halten letzt anscheinend die Zeit für gekommen, um die Arbeiter zu Schritten zu perleiten. die verhängnisvoll für unsere Wirtschaft werden müssen Ob. wenn die Massen aufgeregt und erbittert sich zu Anbesonneuheiten hinreihen lassen der Gewerkverein und der Dergarbeiterverband sie noch in der Hand haben, steht nach, den Erfahrungen im Mai 1923 unb im Mai 1924 sehr dahin. . . _ _. —. Es darf nicht verfamft werden, daß Die Arbeiterschaft namentlich deS Ruhrgebietes in den beiden letzten Jahren große Opfer gebracht und viel gelitten hat. Die Ur- fache liegt in dem Druck, der auf das ohnmächtige Deutschland ausgeübt wurde. Amnah- lich scheint eS besser werden zu sollen: die Industrie kommt mehr unb mehr in Gang. Aber noch find große Schwierigkeiten zu bewältigen. Der Absahmarft. der durch den Krieg unb noch mehr durch ben Friedensvertrag eingeengt wirb, muß langsam zurückerobert werden. Das Ausland ist nicht durch Reparationen belastet, seine Industrie hat nicht entfernt die Steuerlasten zu tragen wie die deutsche Industrie, die allein aus dem Dawes- abkommen ml* V/r Milliarden vorbelastet ist. DaS tonn natürlich nicht ohne Rachteils auch für den deutschen Arbeiter blei- Ben. Folgen sie den Putschisten, die das Chaos wollen, um ein utopisches Reich aufzurichten, dann sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen, flvird unsere Industrie jetzt, wo sie sich anschickt. ich auch, daß die Gegnerschaft gegen daS Kabinett nicht ausartet in hämische Feindschaft. W«mn wir nicht di« Grundlage für unsere Zusammenarbeit übeihaupt verlieren wollen, dann müssen wir im parlamentarischen Zusammenleben auch lernen, die Gegnerschaft nur sachlich zu gestalten. Die Opposition g-hört zum parlamentarischen 'Betrieb. Die Opposition darf aber nicht Feindschaft sein und, wenn sich die gegenwärtige Regierung auf eine Mehrheit stützt, unb sich auf eine Mehrbeit stützen muß, wenn sich gerade darin der parlamentarische Grundgedanke unseres SiaatSwe'enS auSwirkt, so lege ich doch ein ebenso große- Gewicht darauf, immer wieder zu betonen, daß diese Mehrheitsbildung keinen Ausschluß der anderen von der Mitarbeit bedeutet, die bereit sind, im staatsbejahenden Sinne mftzuarbeiten. (Bravo!) Unb, da die ganze überwiegende Mehrzahl unserer Devöllerung zu solcher staats- oeiahenden Mitarbeit bereit ist, so ist eS gerade in her Stunde der Rot Aufgabe des führenden Reichskanzlers, nach seinen Kräften dafür zu sorgen, baß die deutsche Wittensbildung sich aus so breiter Grundlage vollzieht, wie nur irgend möglich. Zweierlei habe ich in den Rh ein landen In mich ausgenommen. Ich möchte sagen: Deutsches Sein und deutsches Werben. Deutsches Sein, auSgedrückt in ber Kultur des Rheinlandes. in bet deutschen Kultur des Rhein- landcs, die älter als ein Jahrtausend ist, und die aus bem deutsche Volk nicht hinweggebracht werden kann, bic ihren Ausdruck gefunden hat in den unzähligen äußeren Gütern, aber auch in unzähligen seelischen Werten, die eng verschlungen sind mit bem deutschen Wesen über- Haupt. 11 nb deutsches Werden, bas ist bas, waS sich vollzieht auf bem Boden deS Inbustrie- gebietes, nicht beschränkt aus das Ruhrgebiet, obwohl dort das Kräftigende zum Ausdruck kommt Hier in Köln, angesichts des Kölner Domes, fordere ich Sie auf, mit mir zu rufen: Es lebe der deutsche, deutsche, deuffche Rhein, er lebe hoch, hoch, hoch!) Die Versammlung erhebt sich unb stimmt begeistert in den Ruf ein. (Beifall unb Händeklatschen.) GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck und Verlag , vrühl'fche Univerßlätr-Vuch- und Steintruderci R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Lchulftraße 7. Das ganze deutsche Doll weiß mit Sicherheit und wirb es von Tag zu Tag mehr wissen, daß es sich bei ber Lösung ber Kölner Frage nicht uni eine Frage des besetzten Gebietes, sondern um die Frage Deutschlands handelt. Herr Oberbürgermeister Dr. Adenauer hat die Freundlichleit gehabt, seine Ausführungen in einem Hoch auf ben gegenwärtigen Reichskanzler ausklingen zu lassen. Ich sehe dann eine grundsätzliche Zustimmung zu den Zielen der Politik, wie sie die gegenwärtige Regierung verfolgt. Denn es handelt sich nicht um die Person, sondern darum, ob wir die geeignete Form gefunden haben, Deutschland wieder zur Geltung zu bringen. Gerade aus dem Geiste heraus, den ich im Rheinland suhle, aus bem Geiste, der das gesamte Schicksal über kleinen unb kleinsten Zwistigkeiten fehen will, möchte ich von biefer Stelle aus bic Ditte an Deutschlanb richten, ber gegenwärtigen Reichsregierung bic Dahn für bic Arbeit frei zu öffnen. Dazu rechne ich auch, bah bie hämischen Versuche, Zwistig- lw„t leiten zwischen bie Mitgsieber des Kabinetts Ist zu säen, eingestellt werben. (Bravo!) Dazu rechne Lohnen Interesse. <$u meoere Löhne seren ctn Zeichen dafür, dah ein Betrieb krank sei, und kein Unternehmer werde daS wünschen. Was allerdings der richtige Lohn sei, wisse kein sterblicher Mensch, auch der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses nicht. Der Redner fordert De- sertiaung des § 6 der Schlichtungsordnung über Berömdlichkeitserklärungen. Der Arbeitsfriede werde durch diese Bestimmungen nicht gefördert, sondern nur gestört. Abg. Aufhäuser (Soz.) wirft den Unter- nehmerverbänden vor, sie bemühten sich, nun sie wieder Boden unter den Füßen fühlten, soziale Reaktion zu betreiben. Der Redner richtet besonders heftige Angriffe gegen die Danken, die nach Einheimsung ihrer riesigen Inflationsgewinne jetzt nicht nur die Papierscheine, sondern auch die Angestellten eingestampft hätten. Den auf die Straße geworfenen Micum-Ange- stellten habe das Reichsarbeitsministerium den Rat gegeben, sich nach Paris zu wenden. Warum habe man nicht denselben guten Rat gegeben, als es sich um die 700 Millivnen-Ruhrentschädigung handelte. 2lbg. Dr. Pfeiffer (St. Dpt.) erklärt, das System der Zwischentarife widerspräche dem System der Dertragsfreiheit. 2lbg. Stegerwald (Ztr.) bezeichnet es angesichts der Machtlosigkeit der Gewerkschaften als eine Staatsnotwendigkeit, daß von Staats wegen in das Derhalten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingegriffen wird. Aba. Schneider (Dem.) betont die Rot- Wendigkeit des Schlichtungswesens, um die Gefährdung öffentlicher Interessen durch den Arbeitskampf zu vermeiden und weiter zu verhindern, dah die Lebenshaltung der Arbeiterschaft auf ein unerträgliches Riveau herabgedrückt wird. Um 6V2 Uhr wird die Haushaltsberatung unterbrochen. Die über die Beschlüsse des Ausschusses hinausgehenden Anträge in der Erwerbslosenfrage werden abgelehnt. Es wird dann die zwecke Beratung des Wirtschaftsabkommens mit Siam bei der in der letzten Sitzung Dsschluhunfähig- keft des Hauses eintrat, fortgesetzt. Zur Abstimmung steht der grundlegende Artikel 1, der fcic Zustimmung zu dem Abkommen enthält. Die Abstimmung ist namentlich. Abg. Koch-Weser (Denr.): Es muh durch die namentliche Abstimmung festgestellt werden, ob die Deutschnat ionalen die Konsequenzen aus ihrer Anschauung über den Vertrag ziehen, oder ob diese Worte, die der Agitation entnommen wurden, nur als billige Scheidemünze angesehen werden können. Abg. S ch u l z - Dromberg lDnat.) erklärte unter lebhafter Unruhe der Linken, er wolle noch einmal feststellen, dah der Abg. von Frey- tag nicht gesagt habe, der Vertrag verstoße gegen die Ehre und Würde des Reiches, sondern er habe nur von einer Schädigung des 2In sehens des Reiches gesprochen. Das sei ganz etwas anderes. (Lautes Gelächter links) Abg. Dittmann (Soz.) hält der Rechten vor. sie wolle nur die Macht in die Hand bekommen, drücke sich aber um die Verantwortung herum. Die Deutschnationalen wollten in der Regierung bleiben und den Dürgerblock für ihre Zwecke ausnuhen. Sie sollen jetzt aber auch gezwungen werden, Farbe zu bekennen. (Beifall links.) 8 «eft tag-Corvins t>en (Dtntl.), der von lebhaften Aha-Rufen der Linken empfangen wird, erklärt, daß die Haltung der Demokraten und Sozialdemokraten seine Freunde veranlaßt hätte, ihre Stelllung zu dem Vertrag noch einmal zu prüfen. (Minutenlanges Gelachter links.) Ein Teil unserer Freunde stimme dem Vertrag trotz mancher Bedenken im Interesse der Siam-Deutschen zu. Der Auhenminister habe zwar Milderungsgründe angeführt aber fc’TP Einwendungen nicht berührt. In seinem G'samturteil habe Stresemann im einzelnen zu- sunJnen müssen. (Lebhafter Widerspruch.) Der Redner behandelt unter dem Gelächter der Linken'die Vorgänge des letzten Samstag und hält es für durchaus unzulässig, eineauhenpoli- tische Frage nach innenpolitischen Gesichtspunkten zu entscheiden. Eine Mehr- p?lt für die Vorlage sei unter allen Umständen gesichert. Eine Ablehnung des Vertrages hätten auch seine Gegner nicht gehofft. (Minutenlanges Gelachter in der Mitte und links.) Es sei not- venkng, dah eine große Partei im Reichstage darüber tatkräftig wache, dah die Interessen Landes nicht geschädigt werden. Dieses Ziel sei auch durch die Kritik am Samstag erreicht worden. (Erneutes Gelächter links.) Jetzt handle es fich darum, dah unsere ausländischen Dezie- b ungen nicht zum Spielball parlamentarischer Leidenschaft gemacht werden. (Gelächter in der Mitte und links.) Deshalb hätten sich seine Freunde, die Gegner des Vertrages seien, entschlossen, dafür zu stimmen. (Schallendes Gelachter in der Mitte und links.) Abg. Dittmann (6'5.) stellt unter der Heiterkeit der Linken fest, dah die sozialdemo« kratrsche Erziehungsarbeit bn den Deuts hnatio- nalen Erfota gehabt habe. (Lachen rechts) Abg. Koch-Weser (Dem.) Beantragt, zue Rede des Abg. v. Freytag zum öffentlichen Anschlag zu bringen. (Große Heiterkeit.) So habe noch niemand die Derantwortungsl.'ftgktit ferner eigenen Rede im Reichstag öffentlich dargelegt. (Unruhe rechts. Lebhafte Zustimmung links.) Der Zweck des Vorgehens der Demokraten sei es, die Hohlheit der deutschnationalen Agitation, die sich fünf Jahre lang breitgemacht habe, öffentlich festzustellen. (Zustimmung links und in der Mitte. Gelächter rechts.) Abg. Graf Westarp (Dntl.) erklärt sich damit einverstanden, dah die Rede seines Partei- fteundes zur Weiterverbreitung im Lande angeschlagen wird. (Heiterkeit rechts.) Das werde vielen Leuten die Augen öffnen. Dem Volke werden die Augen geöffnet über den Zynismus der Demokraten und Sozialdemokraten, eine Frage der Außenpolitik lediglich zu entscheiden nach innenpolitischen und taktischen Rücksichten. (Zustimmung rechts. Lachen links und in der Mitte.) Die Abstimmung über Artikel 1 ergibt die Annahme der Vorlage mit 244 gegen 129 Stimmen bei einer Enthaftung. Dagegen stimmen die Sozialdemokraten, Kommunisten und Rationalsozialisten. Die Vorlage wird darauf in dritter Lesung und in der Schlußabstimmung angenommen. Das Haus vertagt sich auf Dienstag 2 Uhr nachmittags. Reichsarbeitsministerium. Schluß 7 Uhr. Die Kandidatur Marx. Berlin. 10. Febr. (Priv.-Tel.) Zur heutigen Wahl des preußischen Ministerpräsidenten schreiben die Blätter, dah Marx voraussichtlich mit derselben Mehrheit gewählt werden wird, wie Braun. Marx werde fein Kabinett auf der Grundlage der Weimarer Koalition bilden und versuchen, die W i r t s ch a f t sp a r t e i zur Stützung seines Kabinetts heranzuziehen. Laut dem „Vorwärts" soll das preußische Ministerium des Innern unter der Leitung Seve -- rings verbleiben. Das Verfahren gegen Sofie und Bauer. Berlin, 9. Febr. Wie das „Tageblatt" meldet, richtete der Rechtsbeistand Dr. Höfles an den Generalstaatsanwalt die Bitte, vom Erlaß eines Haftbefehls gegen Höfle Abstand zu nehmen, da Höfle nicht daran denke, sich des chm drohenden Strafverfahrens durch die Flucht zu entziehen. Der Klagevorwurf gegen Höfle lautet zufolge auf passive Bestechung und Amtsvntreue. Gegen den ehemaligen Reichskanzler Bauer soll ebenfalls bereits ein Ermittlungsverfahren auf Grund der Anschuldigungen eingeleitet worden sein, daß er gegen die seinerzeit bestehenden Vorschriften Ankäufe von Devisen zum eigenen Vorteil getätigt fjabe. Ferner soll die Frage geklärt werden, ob sich Bauer dadurch einer strafbaren Verletzung der Schweigepflicht schuldig gemacht habe, daß er den Gebrüdern Darmat politische und wirtschaftliche Informationen aus Reichs stellen zugeleitet habe, auf Grund deren die Gebrüder Barmat Devisen spekulativ nen zum Schaden der Währung des Reiches vorgenommen hätten. Der Himmelsbachprozeh. Berlin. 9. Febr. (Priv.-Tel.) Rach dreitägiger Pause wurde der Himmelsbach-Prozeß heute wieder ausgenommen. Roch vor Eintritt in die eigentliche Verhandlung kam es zunächst zu sehr erregten persönlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Privatkläger Himmels- b a ch und dem beklagten F e r n b a ch. bzw. den beiderseitigen Rechtsbnständen. Die gegenseitige ©rregung steigerte sich noch, als Fernbach erklärte, Rechtsanwalt Bäcker habe bei ihm auf jedem Kehrichthaufen herumgesucht, um gegen ihn Material zusamme-zutv'aen. Zeuge Rechtsanwalt Wiltberger berichtete zunächst über die technische Konferenz vom 22. Oktober 1924, die sich mit der Durch ührung des Londoner Abkommens beschäftigte. In dieser oKnferenz gab das französische Forstkomitee die Erklärung ab, dah es über die unbegründeten Eingriffe gegen die an den Verträgen beteiligten deutschen Firmen sehr erstaunt sei. dah die Alliierten schon vorher zu viel größeren Abholzungen entschlossen getoefe ntoären, und zwar habe man zwei bis drei Jahre hindurch jährlich 400000 Fe st Meter abholzen lassen wollen, wofür bereits ein starkes Angebot nichtdeutscher Firmen vorgelegen habe. Wecker bek nbete der Zeuge, dah nach seiner Kenntnis der Dinge Himmelsbach nach Fertigstellung der Verträge ihm gegenüber es als die nächste Aufgabe bezeichnet habe, an die Regierung zwecks Eintritt in die Verträge heranzutreten. Er sei dann entrüstet gewesen, als er hörte, Berlin habe diese Vertrage noch nicht einmal sehen wollen. Außerdem hätte der Vorsitzende des französischen Forstkomitees keinen Gießener Konzertverein. Rudolf Serkin (Klavier). Volle B-Dur-Alk ^rde in gespanntem Rhythmus — eine andere Welt ersteht vor uns. Eine aufsteigende Linie setzt ein; durch eine Fermate unterbrochen, erhebt sie sich wieder, immer gesteigerter, dann fällt sie in Oktaven- gangen herab, verklingt im Pianissimo. Wieder die Anfnngsakkorde, jetzt ausweichend nach v°Dur. Der v-Akkord schwillt an und geht in einen Passagenteil über, der zum Thema in O vorbereiten will. Plötzlich löst es sich im Daß ab, wird von den Mittelstimmen ausgenommen, und nun wächst es sich in der Oberstimme aus. Ein kurzes Intermezzo führt zu einer Gesangsmelodie, die nach wenigen Takten in ihrer Wiederholung durch dauernden Stiller in einer Mittelstimme immer erregter wird; feste Akkorde führen zum Abschluß deS ersten Seils. Das rhythmische Motiv der Anfangsakkorde wird zum Thema eines Fugatos, das sich immer mehr zur KlarHkraft erhebt, und unterbrochen durch ein Cantabile in bi-Dur zur Wiederholung der Themengruppe überleitet; diesmal das erste Thema erregt und bewegt. Zum Schluß senkt sich der Satz llanglich bis zum ppp; ein plötzlicher Fortissimoakkord schließt ihn av. Das Scherzo (B-Dur) erwächst aus einem einzigen kurz geteilten Motiv. Einem Trio (B-Moll) mit einer einfachen melodischen Linie folgt eine kurze Presto-Episode, die wieder zum Scherzo führt. Hine kurze Coda leitet für wenige Takte von B nach H und dann verklingt das Scherzo in B. Der dritte Sah, ein breites Agadio (appas- fionata e con molto fentimento). ein Suchm nach Trost nach Erhebung. Einem breitausgesponne- ren bis-Moll-Them 1 folgt ein zwe teZ in gleicher Tonart, aber weniger fest mit den begleitenden Akkorden verbunden, gleichsam über ihnen in rhythmisch bewegten Figuren schwebend. Sin Zwischensatz in O-Dur mit sich antwortenden Stimmen der Höhe und Tiefe führt nach mehrfachem Anllingen wieder hin zum ersten Thema, das diesmal in Zweiunddreihigstel aufgelöst erscheint. Immer wieder neues Suchen — dann ein ergebenes Verllingen im Bis-Dur-Akkorden. Die erwachenden Kräfte des letzten Satzes finden ihre letzte Sammlung, ihre letzte Dan- nung und Formung in einer Fuge. Ein Largo, oft intermezzoartig durch Steigerungen unterbrochen, führt zum Allegro risoluto, mit einem voller Energie gespannten Thema; und so wird die strengste aller Formen zum Ausdrucksmittel voller musikalischer Feinheiten, zur Fassung titanenhafter Kraft. — Dies das Werk. — Mit feinen gewaltigen Klängen, wie wir es heute hören, hat es Beethoven nur in seiner Phantasie geschaut, weck über das hinausgehend, was die Instrumente seiner Zeit ihm an Klangkraft ju geben vermochten; obwohl der neue Drvad- wvodflügel ein Geschenk des Londoner Fabrikanten an den Meister, die klangliche Anregung zu dieser Sonate gegeben hat. Serkin ließ die von Beethoven geahnten Klange Erfüllung und Wahrheit werden. Mit I ötoeifel daran gelassen, daß Paris in energisch- 1 ster Weise die Lieferungen aus den Verträgen verlangen würde. Himmelsbach habe deshalb von der Regierung verlangt, sie solle den Firmen wenigstens Kredite geben, dann wäre der Wald stehen geblieben und man hätte den Franzosen mit Hilfe dieser Kredite das Holz anderweitig verschafft, aber auch darauf habe sich die Regierung nicht eingelassen. Wiesbaden englisches Hauptquartier? Paris, 10. Febr. „Echo de Paris" meldet aus Mainz, dort laufe hartnäckig ^as Gerücht um, daß die Engländer ihr Hauptquatier nach derRäumungderKönerZone in Wiesbaden aufschlagen werden. Seit 2 Tagen besichtigen Offiziere des brftischen Genera Istabes die Baulichkeiten, die zu militärischen Zwecken Verwendung finden könnten. Holland lehnt den Garantiepalrt ab. Amsterdam, 9. Febr. (Wolff.) Zu den in verschiedenen ausländischen, namentlich englischen und französischen Blättern erschienenen Artikeln über die etwaige Teilnahme Hollands an einem westeuropäischen Garantie- Pakt, der Frankreich, Belgien, Holland und England umfassen solle, wird dem „Telegraaf" aus dem Haag berichtet, daß nach Auskunft von maßgebender Seite für derartige Betrachtungen nicht die geringste tatsächliche-Un- ter läge bestehe. Daß man Holland bewegen könne, sich einer solchen Übereinkunft anzuschließen, müsse als vollkommen ausgeschlossen betrachtet werden. Auch das „All- gemeen Handelsblad" weist scharf den Artikel des englischen Oberstleutnants Repington im „Daily Telegraph", in dem dieser Vorschlag zuerst gemacht wurde, in einem längeren Aufsatz, der die Ueberschrist trägt: „E i n unerwünschter Ratschlag", mit dem Hinweis zurück, daß die Riederlande bereits im Weltkrieg für ihre Sicherheit allein Sorge getragen hätten und glaubten, damit irt Zukunft auch a in besten zu fahren. Ein neuer Smowjewbrief DieBolschrwisierung der französischen Kolonien. Paris, 10. Febr. (TU.) Die „Liberte" veröffentlicht in großer Aufmachung einen vom 2. Dezember datierten Brief Sinowjews an den Ausschuß der französischen kommunistischen Partei, in dem er eine verstärkte kommunistische Propaganda in den französischen Kolonien fordert und den Abgeordneten Doriot zum Leiter des Propagandadienstes vorschlägt. Ferner kündigt Sinowjew an, daß den französischen Kommunisten ein Betrag von IV2 Mill. Franken in Ratenzahlungen durch den Pariser Vertreter der „Iswestija", Rappaport zu Propag-andaztoecken in den Kolonien ausgehändigt werden wird. Die „Liberte" beschuldigt Herriot. das vorstehende Dokument, das ihm durch eine offiziöse Agentur am 27./28. Dezember bekannt wurde, der Ö elfen 11 i f e i t vorenthalten zu haben. „Wir -beschuldigen Herriot", schreibt die „Liberte", „Frankreich wissentlich dem Bolschewismus auszuliefer n.“ Pasiischs Wahlsieg. Das Ergebnis der jugoslawischen Wahlen. Belgrad, 9. Febr. (SU.) Die gestern stattgefundenen Wahlen zur Skuptschina haben einen Sieg der Regierung gebracht. Die Gesamtzahl der Mandate ist 315. Die absolute Majorität beträgt demnach 158 Sitze. Die Regierungsparteien haben zusammen 162 Mandate errungen, von denen 141 auf die radi- kal:n Rationalisten (bisher 108) und 21 auf die selbständigen Demokraten (bisher 15; Ptibitsche- witschpartei) entfallen. Die Raditschpartei zieht mit 68 Abgeordneten in das neue Parlament ein (bisher 70 Sitze). Die Demokraten (Dawidowitsch- Partei. bisher 33 Sitze) gehen aus den Wahlen mit 39 hervor. Die slowenischen Kleri- taten haben 19 Mandate bekommen (bisher 24). die bosnischen Moslems 13 (bisher 18), die mazedonisch en Sürken 1 Mandat (bisher 14), die Deutsche Volkspartei 5 (bisher 8), die serbische Bauernpartei 4 'bisher 11), die slowenischen Landwirte 1 Sih. Die Sozialdemokraten, die in der alten Skuptschina 2 Abgeordnete hatten, sind dieses Mal ohne Mandat. Die Wahlen sind im ganzen Lande im allgemeinen ruhig ve laufen, nur aus Bosnien und dem Delowarer Kreise werden Zusammenstöße zwischen opp sckienellen und Re- gierungsanhängem gemeldet. gigantischer Kraft einerseits und feinstem Rachgehen anderseits gab er das gewaltige Werk wie aus einem Guß. Wer so die Sonate zu meistern vermag, (wir haben augenblicklich nur wenige, die es To vermögen) der tft zu Größtem berufen; denn aus ihm spricht nicht nur der hervorragende Pianist, sondern der kongeniale Musiker. Schubert ^-Dur-Sonate (op. 120) gehört einer ganz anderen Wett an. Frei von allem Aufgeregten, Problematischen, voller Beschaulichkeit, voller intimer Klangfreudigkeit und voller Empfindsamkeit. Dort idas dramatische Ringen, hier das lyrische Moment im Vordergrund. Die einzelnen Sähe fügen sich völlig der althergebrachten Form, kurz und durchsichtig, flar in ihren Durchführungen. Wie einfach das zweite Thema des Andante, und wie ergreifend schön wußte es Serkin zu gestalten. Und im dritten Satz — ein Spielrondo im besten Sinne — welche möglichen Steigerungen, und wiederum das Leichtbeschwingte, Dewegungsfrohe eines längst entschwundenen Zeitalters wurden durch Serkin wach: ein Stilkünstler. Den Abschluß des Konzertes blldeten Regers Variationen und Fuge über ein Thema von I. S. Dach. Ein choralmähiges Thema wird zunächst in strenger Weise orgelmähig variiert, von Variation zu Variation gesteigert; das Thema selbst zieht sich tote ein Faden hindurch. In den weiteren Variationen ist das Thema im einzelnen nicht mehr Lecker, sondern wird in seinem Ge- samtcharafter zum Anreger. Da werden die verschiedensten Stimmungen wach, in breiter Kan- lilene. in impressionistischer Klcrngauflösung, in Aus aller Wett. Furchtbare Bluttat in Dens. Eine furchtbare Bluttat hat sich in dec Samstagnacht in Dens zugetragen, wo der zwecke Sohn des Bergmanns Franz seine Hochzeit feierte. Der 19jährige Gebhardt Goß mann Hopfte gegen ein Llhr nachts gegen die Fenster des Hochzeithauses. worauf der Bruder des Bräutigams Christian Franz, auf den Hof ging um zu sehen, wer geklopft hatte. Er wurde im nächsten Augenblick durch einen Schutz des Gohmann tödlich getroffen. Hierauf sprang der Bräutigam seinem Bruder zu Hilfe, erhielt ebenfalls einen lebensgefährlichen Schuß und starb an Verblutung. Als dann der älteste Bruder auf den Hof hinausging, legte der Gohmann auch auf ihn an. aber die Pistole versagte. Gohmann wurde verhaftet. Man bringt die Bluttat mit Streitigkeiten aus der Reujahrsnacht in Verbindung. Haarmann entlastet Grans. Der Massenmörder Haarmann hat am 5. Februar, als er in einem Auto zur Feststellung wichtiger Daten durch die Stadt gefahren wurde, einen Brief abgetoorfen, heran den Vater des Mitverurteilten Hans Grans gerichtet war. Dieser Dries, der ein Geständnis Haarmanns enthält und den Zweed hat. seinen Freund Grans zu entlasten, befindet sich im De sitz der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger Grans. Rechtsanwalt Lotze, übermittelt uns eine Abschrift des Briefes, in dem Haarmann sagt, daß Grans von den Mordtaten keine Ahnung gehabt habe und dah er, Haar- mann, den Grans aus Rache zu Anrecht schwer belastet habe. Wie weit dem neuen Geständnis des Sexual« mörders Glauben geschenkt werden darf, muß durch neue Antersuchungen festgeftcllt toerden. Dem Verteidiger des Grans wird mit diesem Brief die Handhabe zu einem Wiederaufnahmeverfahren gegeben, zumal Haarmann inzwischen auch vor ben Richtern seine Grans belastenden Aussagen widerrufen hat. Die Verteidiger, Iustizrat B e n f e y und Rechtsanwalt Lotze, hatten heute bereits eine Untcrrebimg mit dem Oberstaatsanwalt. Don der Burg Saaleck. Auf der Burgruine S a a l e ck bei Bad Käsen wurde bei Erneuerungsarbeiten die alte H a us- k a p e l l e der Burg aufgefunden. Man kannte sie aus der Geschichte der Burg, hatte sie aber bisher noch nicht entdecken können. Die „Duckau" im Kieler Hafen angekommen. Das Rotorschiff „Buckau", das Donners- tagnachmcktag 5 Uhr mit einer für Schottland bestimmten Holzladung von Danzig auslief, ist nach 68stündiger Fahrt Sonntagmittag um 1 Uhr in der Kieler Ducht eingetroffen. Es ankerte zunächst in der Kanalmündung bei Holtenau und ging dann zur Germaniatoerst, wo es mit einer Funkanlage ausgerüstet wurde. Die Verzögerung der Ankunft — man hatte die „Duckau", die für die Fahrt von Kiel nach Danzig nur 44 Stunden benötigte, bereits Samstagnachmittag erwartet — erklärt sich aus den Stürmen der letzten Sage. Ramenllich am Freitag und Samstag hatte das Schiff schwere Böen zu bestehen, bei denen die Rotoren infolge starker Döen aus Rord und Rordtoest nicht in Tätigkeit treten tonnten. Sturzwellen schlugen über Deck und das Schiff schlingerte heftig, ohne aber ernstlich in Gefahr zu kommen. Auch ein Schneesturm, der Samstagabend über die „Duckau" hereinbrach, wurde gut überstanden. Die Weiterfahrt durch den Kanal wird voraussichtlich am Dienstag erfolgen. Wetterkuriosa aus Rußland. Rach Dlättermeldungen aus Moskau herrscht in Südruhland 20 Grad Kälte und liegt meterhoher Schnee. Die Eisenbahn Tiflis- Datum ist durch Schneeverwehungen unterbrochen. Die Tabak- und Südfruchtplantagen sind längs der Küste des Schwarzen Meeres bis zur Krim durch die Kälte schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Kaspische Meer ist stellenweise zugefroren. Im Gegensatz zu dieser ungewöhnlichen Kälte in Süd-Ruhland steht die auffallende Wärme in Mittel- unt Rordruhland. Seit der Gründung von Petersburg ist in diesem Jahre zum ersten Male die Retoa nicht zugefroren. Hungersnot in China. Aus Peking wird gemeldet: In der Prv^ vinz Chili sind 1 600000 Menschen in diesem Winter vom Hungertode bedroht. Aehnliche Verhältnisse herrschen in 18 anderen Provinzen. Der Hunger in China ist so allgemein, daß die Frage: „Haben Sie etwas zu essen!" zum geflügelten Wort gehört. Die Hochwasserkatastrophen haben über 5000 Ortschaften zerstört und beschädigt. Die Zahl der Menschenopfer konnte bisher unmöglich abgeschätzt werden; es mutz sich jedoch um eine ganz ungeheure Zahl handeln. Ungezählte Tausende sind obdachlos, wandern umher und schlafen im Freien. Es fragt sich, wieviel Menschen den Winter Überstehen können. starker Erregung, in gesteigertster Klangentla-» düng, technisch bis an die Grenze des Leistungsvermögens gehend; und dann wieder die Reger eigentümliche Weichheit. Der Wechsel der so vielseitigen Erregungen und Stimmungen findet seine Krönung, wie bei Deethoven. in der Fuge; hier ein chromatisches Thema, aber dennoch in sich einheitlich geschlossen. Immer höher türmen sich die Klangmassen, der thematische Dau wird immer reicher, vielseitiger, mit vollen Akkorden schließt das Werk; ein getreues Abbild Regerschen Schassens, seiner impulsiven Ra- tur. Wenn Reger uns nichts anderes hinterlassen hätte, dies Werk würde ihn« uns für alle Zeiten in feinem reifsten abgeklärten Können offenbaren. Das über allem Persönlichen stehende, religiöse Thema Bachs wird zum Zeugnis feiner Persönlichkeit. Mck welcher Wärme setzte sich Serkin für dieses monumentale Werk ein! Voller Kraft, den feinsten Stimmungen nachspürend, das technisch scheinbar Llnmögliche in vollster (Selbftber- ständlichkeck meisternd. Man vergaß den Vermittler, — es war eben Reger, der zu uns sprach. Pianist und W rk waren eins geworden der Künstler zum Künder einer Persönlichkeit. Der Abend war der Höhepunkt der bisherigen Reihe der Solistenkonzerte. Das Publikum jubelte, mit Recht. Immer wieder wußte Serkin sich zeigen, er, der Große, immer wieder in seiner bescheidenen Art. -in« leit. ■n M in ö ■tDo beriiw • iint Äbttfe 1 ®o 5ieit 1 Jwj’1«1 Ng der^Mnn erhielt L,"'!' ”91 b ®’fc« «t«nä. Hsütj e'n SeftL :edß^S Lohe, SÄ m dem Ä Dorvtaten 7 Haar. ■ »u Anrecht $ Verual« m foul, Mh 2 > 'ehMckt ranS toirb mii einem Dieder- .xWOTnann in- 7C Trane be- Wt Die ^r, b Rechtsanwalt Unterredung erf. .beiDaöKSsea lc alle Hous- r Älan kannte hatte sie aber m. 1 anzeldmMn. . daS Domers- für Schottland in»ig cwslief, ift mittag um !Ahr letroffen. Ss ünbung bet Hol- rmaniawersl, wv rüftet wurde. Die man halle die von Äel nach te, bereits LamS- ärt sich aus den Qtamentlid) am ls Schiff schwere * Rotoren infolge 'oröwelt nicht in i titel[en ftyu- fingerte heftig, . kommen, lu t) Lend über Ue ut übetftan- den Kanal wird ieigen. ußland. i Moskau herrscht id Kälte und -isenbahn Dflis- igen unterbrochen, tagen sind längs es bis zur Stirn itleidenschafl ge- che Meer ist n Oegcnfafi z» n Süo-RuUand in Mittel- unk ng von Peters- ersten Male die Ina InderPrv' Menschenin nfletUbebe- > herrschen, m 18 aer in §hma ist L°b°» «"Ä rtimbbefW fer konnte bishe' muh sich M 1 handeln. -Np Da wandern m- Ut sich, ** en können. -»er 9rCn3tn&^C öjnn ß>2 £r Kimmungen fw ä£ in'gd^T w“1Ki^ . 9» SftÄ i! eL id* vollst? T- IS- vergab.?^ uns rger..^/w^'' «6*y ■#, »in- 135 126 117 71 76 81 44 41 47 50 29 31 35 33 108 66 50m a t Schurr Der Dein den Orten der Ortsklassen 1. für Personen über 21 Jahre..... 2. für Person en unt. 21 Jahren 3. al» Familienzuschläge für: a) den Ehegatten . . - b) die Kinder und sonstige unterstühungsberechttgte Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesiher, die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- und Futzwegen eingefriedigten Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dah Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 43 des Feldstrafgesehes mit Geldstrafe von 1—10 Mark bestra't werden. Drehen, den 9. Februar 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Or Rosenberg. 14008 (Vermietungen | MI. MM au oermieien 01231 »rQufT.etr.125H Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 16. Januar 1925 bei der Firma Leopold Mayer in Giehen: Die Zweigniederlassung in Hungen ist aufgehoben. Am 29. Januar 1925 die Firma Hildebrandt & Tie., Giehen. Gesellschafter stnd die Kaufleute Hermann Hildebrandt und Paul Schild, beide in Giehen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Jan. 25 begonnen. Am. 3. Februar 1925 bei der Firma Otto Loitsch. Giehen: Die Firma ist er- loschen. Am 4. Februar 1925 bei der Firma Hermann Salzmann, Giehen: Die Firma ist erloschen. Am 5. Februar 1925 bei der Firma A. Reinig vorm. Sartorius, Giehen: Adam Reinig ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Die Firma ist mit Attiven und Passiven auf Wilhelm Georg in Giehen als Alleininhaber übergegangen. Der Wilhelm Georg Ehefrau, Therese geh. Heh zu Giehen ist Prokura erteilt Giehen, den 7. Februar 1925. 1389c Hessisches Amtsgericht und hohe Wertschätzung. Die Sparbüchse- Ich habe in meiner Jugend eine Sparbüchse gehabt, wie wohl jeder Junge. Pfennig wurde zu Pfennig gelegt, bis eine Mark zusammen war. Danach ging es rascher, besonders mit Hilfe der OnkelS und Tanten, die zu Besuch kamen. EineS Tages war der grohe runde Kahlkops mit den grinsenden Zügen so schwer, dah er entleert werben muhte. Das war der Anfang meiner Ersparnisse. Diese Sparbüchse hat lange Jahre unbenutzt gestanden. Einige Kupservfennige waren darin zurückgeblieben und ein Rickelfünfer: die Pfennige hatten Grünspan angeseht. weil keiner mehr an sie dachte. Rur nach der Inflationszeit, als sie wieder Geltung erhielten, holte ich lächelnd den alten geschrammten dicken Kahlkopf herunter und zählte meinem kleinen Reffen die grünlichen Münzen vor: 11 Pfennige und das Rickelstück. Der Junge griff nach bem Fünfer und hielt ihn für etwas besseres als das Kupfer: aber die Zeit hatte sich verändert: die Kaufleute nahmen die Pfennige zu ihrem alten Wert an. nicht aber das Rickel. muttlalische 'ItoTfübTungen schloff»« Nch ven Dar* Handlungen an unb wurden von den Anwesenden f«hr bextänig ausgenommen. Uraufführung in Darmstadt. Andre Heller Die Spielzeugschachtel. • Giehen, 6. Sehr. Der etwa vorbestrafte Christian Fredrich von Frankfurt a. M. war von d:m AmtS-ierichl Friedberg zu sieben Monate n Gefäng nis verurteilt worden, weil tr Mitte Septem ber 1923 zusammen mit anderen Personen in der Gemarkung Okarben etwa 5 Zentner Kattoffvsi gestohlen hatte, «eine Berufung wurde ber- Bekanntmachung. Der durchberatene Boranschlag der Gemeinde DelterShain für Rj. 1925 liegt vom 10. biS 16. L MtS. auf unserem Bureau zur Einsicht der Jntereffenten und Erhebung von Einwendungen offen. Zu der beschloffenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Beltershain, den 8. Februar 1925. Bürgermeisterei Beltershain- Hormann. 139vu A B C D u. E Reichspsennige RubiaeS. elegant eingerichtetes M» mit elektr. Licht in ber Nahe ber Klinik gei chr Lchristliche #1'.- eb. unter 01222 o. Gien. Anz erb. Aus Stadt und tianb. Giehen, den 10. Februar 1925. e 70. Geburtstag des Geh. MrdizinalratS Prof. Dr. Vosftus. Am heutigen Tage begeht drr frühere Direktor der hiesigen Universitats-Augenklinik Geh. Medizinalrat Professor Dr. DosstuS setnen 70. Geburtstag Geboren vmrde Dosstus zu Zembelburg (Westpr.) als Sohn elneSArztes fcme Studien vollsührte er in Kontgskxng wo er im Jahre 1879 das Staatsexamen bestand^ Schon bald nach dem Gramen kam er nach Giehen. wurde hier Assistent des damaligen Direktors der Augenklinik des vielen Diehenern noch bekannten Ophthalmologen QL b. .Sippe L Im Jahre 1881 beschäftigte sich H tu« ana- tomisch deiMerkel m Rostock und S chw a l be in Königsberg, ferner auch vorübergehend an der UniLrlitäts-Augenklinik zu «^ttagen unter Leber, dem späteren Ordinarius in Heidelberg. 1882 wurde Dosfius Sekunbararzt an ' der Universitäts-Augenklinik in Königsberg, die damals von Jakobson, dem Freund und Schüler des berühmten Gründens der modernen : Ophthalmologie Prof. Al brecht v. Graefe, Angehörige Einfchliehlich der Familienzuschläge darf die Unterstützung, die ein Erwerbsloser erhält, in keinem Fall folgende Beträge übersteigen: Beamter sucht sofort nnt möbliert. Zimmerm.Bent ieL Licht',i.gl.rub Hause. Schr. Ang- 'n Preis n. 01234 n. v. G. r.nz. in den Orten der Ortsklaffen A B C D u. E Reichspsennige 325 305 285 265 Soweit die Gesamtunterstützung den durchschnittlichen QlrbeitSverdienst vergleichbarer Arbeitnehmergruppen erreichen würde, dürfen die Familienzuschläge die Unterstützung, bie der Erwerbslose für seine Person erhält (Hauptunter- Qlrbeiisvergebung. -Bei der Kreisbauverwaltung Giehen, Landgraf-Philipp-Platz 3. Zimmer 18 liegen die Berdincmngsunterlagen über Begebung von Schreinerarbeiten Weitz- binberarbeiten. Glaferarbeiten, Schlosser, arbeiten. Beleuchtungsanlage und Installationsarbeiten zum Deubau eines Bierfamilienhauses für die Gemeinde Wieseck offen. _ . Berdingungstermin: Montag, den 23. Februar 1925. Giehen, den 6. Februar 1925. Kreisbauverwallung Tlehen. E e l l a r i u S. 1349c flCfC3o hTu« habilitierte sich 1882. wurde 1887 »um auherordentlichen Professor ernannt und fungierte un W nlerlemester 18 9 93 nach dem Tode I a k o b s o n s alS stellvertretender Direktor der Äbnigdberper Klmik. Qlls bann A v Hippel Rachfolger Jakobsons wurde. erhielt Bossius den Rus nach Giehen. dem er am 1 April 1890 Folge leistete. Bei seinem Amtsantritt 'and DolsiuS bn ber hiesigen alten Äaleme. dem jetzigen Finanzamt in welchem damals die Kliniken untergebracht waren, eine noch recht primitive Augenabteilung vor. Er setzte es sich zum Ziel, der Ophthalmologie in Giehen eine würdige Stätte zu bereiten und den hessischen Augenkranken eine allen Anforderungen neuerer Zeit entsprechende klinische Behandlung zu verschaffen. Wer das in der Fricbichst ratze im Jahre 1907 vollendete Gebäude der jetzigen Univ.- Augenklinik auch nur von auhen betrachtet, erkennt. dah BossiuS dieses Ziel voll erreicht bat. Kaum eine andere Universitätsstadt kann sich rühmen, eine solche allen Anforderungen der Hygiene im weitesten Mähe entsprechende Augenklinik zu besitzen. Auch die Inneneinrichtung der Klinik wurde in sachverständiger Weise auf das hervorragendste eingerichtet und dauernd durch rechtzeitige Beschaffung moderner Hilfsmittel auf der Höhe gehalten. Zahlreiche Ai-genkranle unseres Hessenlandes und der benachbarten Umgebung bis weit in daS Siegener Land hinein verdanken der klinischen Erfahrung und der sicheren Hand von Adols Bossius die Rettung ihres Augenlichtes. und mancher wird am heutigen Tage, wenn er diese Zeilen lieft, sich dankbar der Zeit erinnern, die er in der Klinik zur Heilung seines Augenleidens zugebracht bat Bossius hat auch in wissenschaftlicher Hinsicht setn Fach durch klinische und pathologisch- anatomische Arbeiten bereichert. Er war Herausgeber der im Berlage von Marhold erscheinenden ..Sammlung zwangsloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Augenkunde", von der zehn Bände vvrliegen. die aber den Schwierigkeiten der Rachkriegszeit zum Opfer fiel. Auch ist er Öer Verfasser eines umfangreichen Lehrbuches, welches vier Auflagen erlebt hat und inS Russische und Japanische überseht worden ist. Die letzten Jahre seiner Amtstätigkeit wurden durch das schwere Schicksal unseres Landes verdüstert, welches Bossius tief mitempfand. Hatte doch auch er seinen hoffnungsvollen ältesten Sohn dem Daterlande opfern muffen. G^undtzeitsrücksich- ten veranlaßten ihn. im April 1923 sich vom klinischen Dienst zurückzuziehen und am 1. April 1924 in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Sein liebenswürdiges Wesen verschaffte ihm in weiten Kreisen der Bürgerschaft Freundschaft tÜbung), nicht überfteigen. Die selbständigen Unterstützungen, bte mehrere in einem gemeinschaftlichen HauSstand lebende Familienmitglieder erhalten, dürfen insgesamt das Zweieinhalbfache der Unterstützung nicht übersteigen, die dem höchstunterftühten Mitglied ber Familie für seine Person zusteht. Borstand der Familie gilt im Sinne dieser stimmung alS ihr Mitglied. Perfekte Stenotypistin üeltunfl uonSßert •jirmaioiortgdttdjt. Nur erste Strafte finden Berück- ^!ÄIÜS« torHtiue» GeballSsorderung u. Anaabe »ruhe irn Eintritts unt. 01210 an den Giey- An». der ausgezeichnete Sportfilvi von den Hochschulen für LeibeS-Hebungen in Berlin und Spandau zur Borführung, der überall mit Begeisterung aufgenommen worden ist. Herr Dr R. W. Schalte ist ein Hauptvertreter der psychologisch-methodischen Richtung in den Gebieten von Turnen. Sport und Gymnastik. Er ist der Bersaffer des grundlegenden Werkes „Sifl- nungS- und LeistungSprü ungen im Sport", das mit einer Einführung durch Geheimrat Dr Sommer in Dietzen erfchenen ist. Der Flm zeigt eine lange Reihe von Sportteistungen und ihre Wissenschaflliche Messung. Er bür te ein Ereignis auch für die Sport-Freunde in Dietzen barft eilen. — Berein für Luftfahrt. Der für morgen. Mittwoch, angetünbigte Bortrag von Prof. Dr. Hollatz fällt aus. (Siehe Anzeige.) — Landwirtschaftlicher DortragS- kursuS in Giehen. In der Turnhalle am Os Waldsgarten findet morgen der von der Land- wirtschaf:Skammer veranstalte:e Doct-agslursus für Landwirte statt. RähereS enthätt der Anzeigenteil unserer Ausgabe vom vor. SamStag. Geschäfllicheii. Zuckerhaltige Speisen regen bic Drusentätigkeit an unb vermehren io di: Ber dauungssäste. WaS bas heitzt. wirb am besten derjenige zu schätzen wissen, ber auf b'e Gesunderhaltung seines Körpers bedacht ist. 3nt Hinblick hieraus kann z. B. ber praktischen HauSfrau. namentlich wenn Kinder zu versorgen sind, mit bestem Gewissen empsohlen werden, möalichst oft als sähe Rachspeise Oetker-Puddings auszutragen. O Bolkszählung 1925. Dem Reichs- rate ist durch das ReichSwirtschasrsministerium der Entwurf eines Gesetzes über bic Bolks -. Berufs- unb Betriebszählung 1925 Dorgelegt worden. Die Volkszählung soll nach dem Entwurf im ganzen Deutschen Reiche mit Ausnahme deo Saargebiete- vorgenommen werben. Die' letzte allgemeine Dolkszählung wurde am 1. Dezember 1910, bie letzte allgemeine Bernis- unb Betriebszählung am 12 Juni 1907 durchgeführt. UD. Die älniversitätSbibliothek fordert in unterem heutigen Anzeigenteil alle Entleiher — nutzer ben Studenten — auf, sämtlich? entliehenen Bücher in ber Zeit vom 16.-21 Februar zur Revision vorzulegen Werke, bie noch weiter benötigt werden, können gegen Ausstellung neuer Leihscheine weiter «ntl ehen werden. '• Ermäßigung der Steuerverzugs Zinsen. Rach einer Verordnung deS Reichstinanzministers. die mit dem 1. Febr. 1925 infraft getreten ist. werden auf Grund des § 104 der Reich-abgabcnvrdnung ober auf Grund anderer Dorschriften der ReichSsteucrgcsctzc dem Reiche geschuldete Steuerverzugszinsen von 18 auf 12 Prvz. herabgesetzt. Soweit bei ZahlungS- vusschub Zinsen zu entrichten sind, wird der ZinSfiitz von bisher 12 Prvz. auf 9 Proz. ermäßigt Bei Steuerstundung wird der Höchst- zinSfutz gleichfalls von 12 auf 9 Proz. herab- gofeht Für bie Zeit vom 1. Februar 1925 ab findet der ZinSfutz von 12 Proz. bei Verzugszinsen von solchen Beträgen Anwendung, bte vor dem 1. Februar 1925 fällig geworden sind. Ist vor dem 1. Februar Zahlungsaufschub ober Stundung bei einem ZinSfutz von mehr alS 9 Proz jährlich bewilligt worden, so beträgt der ZinSfutz 9 Proz. für die Zeit ab 1. Februar. •• Befreiung der Zimmervermietungen von der älmfahfteuer. ^om Finanzamt Gi«chen wird uns geschrieben: Rach der Zweiten Verordnung des Reich-Präsidenten über wirtfchalll ch n'toenb ge Ot'uermitbeningen vom 10. Rov. 1924 find mit Wirkung vom l.Ian. 1925 Richtunternehmer für dk B^-brr- gung zu vorübergehendem Oluf enthalt von der erhöhten Umsatzsteuer befreit GS fallen hierunter solche Personen, die im Gegensatz zu den Hotelbesitzern und Gastwirten alS Privatpersonen möblierte Räume vorübergehend (tage- unb wochenweise) zu einem TageSfah von zwei Mark ober mehr vermieten. Weiterhin sind diejen'gen Steuer pflicht gen. bie Mieter zu ständigem Aufenthalt auf- nehmen (Studenten. Schüler. Äau?teute ufto.). von der Umfa^ftcuer be'rett bi? auf d? Einnahmen zur Bestreitung ihr?S Unterhalts angewiesen sind. GS kommen befarigen Zimmervermieter in Frage, die aus Brrmietung-en monatlich nicht mehr alS 70 Re chsmark vereinnahmen. •• Preu h. -Süddeutsche Klassen- lotterte. Rach der nihtamt'ichen TagsSliste sind bis jetzt von den Hauptgewinnen gezogen worden (ohne Gewähr): 500 000 Mk. auf Rr 91 350 300 000 Mk auf Rr 82011. 100 003 Mk. auf Rr. 118979 Die Ziehung der Schluhklasse endigt am 28. d. MtS. —d. Bei der gestrigen Ruhholzversteigerung ber Stadt Gietzen wurden bezahlt: Kiefernbauholz 3., 4. und 5. Kl. 32 bis 40 Mk.. Fichtenbauholz 3., 4.. Sa und 5 b Kl 34 biS 40 Mk., Sichenbauhvlz 2. bis 6 Kl. 36 bis 105 Mk.. Ahornstammholz 6. Kl. 20 Mk.. Fichtenderb- unb Reisslängen 1. unb 2 Kl. 23 bis 30 Mk., Gichenderbstangen 1. Kl. 30.50 Mk. je Fstrn.. Sichennuhscheiter 48 Mk., Fichtennutzreisig 2 Mk. je Raummeter. /v Der Berein evang. Organisten und Chorbirigenten in Hessen hielt im Bereinsjahre 1921 drei Hauptversammlungen in den Städten: Mainz am 6. Oktober, in Bensheim am 29 Dezember und in Fr edberg am 2 Januar 1925 ab. Um den Mitgliedern des BereinS den Besuch zu er leichtem, soll für bie Folge die Abhaltung von Tetlversammlungrn in den einzelnen Provinzen beibehalten werden. Auf jeder Bersammlung wurde ein Geschäftsbericht erstattet und Bortrage gehalten. Kirchen- »Die Sdielzeugschachtel". ein Ballett S.r Kinder von Andre H e! I e mit ber Tlulit von laute Debussy, erlebte am Donnerstag im Hrff Landesrheater feine brutsch: Uraufführung Die mehr eine Pantomime als ein Ballett bar- stellende Handlung führt Puppen in einer Spiel- zeugschachtel vor: sie gibt ein Abbild deS menschlichen LebenS oder soll es geben. In dem Ballett wird Ne Liebe eines Soldaten zu einer Puppe geschildert: aber der Soldat mutz sich ihre Siede erst im Kampfe mit Polichinell erringen Der Soldat wird hierbei verwundet, unb nach bem alten Rezept datz OlUfc.b Liebe eimelt pflogt ihn bic Puppe unb wendet ihm ihre Regung zu Zwanzig Jahre später sieht man daS Paar glücklich im Besitze eine* Landhauses, umgeben von einer Schai Kinder, und Polichmell ist alv Türhüter angestellt. DaS Spiel brich' plötzlich ob. intern sich ber Deckel über be SptelHeug schachtel senkt unb alles wieher in feine früher? Stellung zurückkehrt Parodie unb Karikatur smd bie Hauptelemente, auf der bie Musik D e busshs sich ausbaut, aber im ganzen erweist sich diese Art als einförmig: und wie die Hand lung. ist ebenfalls die Musik arm an Erfindung. Sie klingt überdies manieriert wegen ber ständigen Verwendung der Ganztonlelter. S^vn^r bietet sie für die Entfaltung von Tänzen wen'g Gelegenheit. Der Beifall, den de an sich vorzügliche Ausführung fand, war sehr stark doch kann er nicht über die innere Leere unb Hohlheit bie’cS Balletts hinwegtäuschen das weder Kindern noch Erwachserven etwas zu sagen weist unb daS bei etwa einstündiger Dauer stellenweise recht langweilig ist. Der Uraufführung ging al« Erstaufführung Die Geschichte vom Soldaten" voraus, die gelesen, gespielt und getanzt wird nach einer Dichtung von Ram uz und wozu Igor 6 t r a winS kh bie Musik geschrieben hat. Wenn auch diese Ausführung starken Beifall beim Publikum hatte, so galt dieser doch wesentlich den Dai- toorfen. Der Hausierer Heinrich von K e u h vwi Alsfeld hatte im Winter 1924 25 des öftere" gebettelt unb war keiner geregelten Arbeit nachgegangen. so datz die Behörden sich feiner Familie annehmen mußten. DaS Amtsgericht Als selb hatte ihn deshalb zu drei Wochen Aaft unb UebtrtocHuna an die LandeSpolizettebörde verurteilt. Die Strafkammer sah mit Rücksicht auf bie seitherige llnbrstrafthrit des von Keutz von ber ^leberweifung an die Landes Polizei be börbc ab und bestätigte im übrigen das angefochtene Urteil. Das Amtsgericht Herbstein hatte einen Land Wirt wegen falscher Anschuldigung zu 1 Monat Gefängnis verurteilt, weil eS für erwiesen erachtet batte, dost er wider besseres Wissen den Bürgermeister seine- Ortes wegen AmtSunter- schlagung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hatte. Die Strafkammer sprach frei. Sie konnte nicht feststellen, datz der Angeklagte die ^Iniichtigkeii feiner Anzeige gekannt hatte unb billigte ihm. soweit Beleidigung vorlag. den Schutz des 8 193 St. S D. (Wahrnehmung be rechiigter Interessen) zu. Rundfunk-Programm des frankfurter Lenders. (Aus ber „Radio-ttmschau".) Mittwoch, 11. Februar: 1 30 bis 6 Uhr: Opernnachmittag deS ber» stärkten HauSorchester«. 6 bl« 7 tthr Märchen- stunde. 7 bis 7.30 Uhr: Bortrag von Mar Beu- mann: »Alihebräische Vokalmusik7,30 ilbr: Bortrag von Paul BrNc»: „Bach unb Händel". 8 biS 8,30 Ubr: Die Besprechung (Literarischer Teil). 8.30 älhr: Dläserlonzeri des Offenbachee- Musikvereins unter Leitung von Kapellmeister Zülich. 10 bis 11 Uhr: Kirchweih zu Trudelsing. Die 11 Pfennige bdam mein Reffe als Spareinlage samt ber Sparbüchse: er fängt dasselbe Spiä an. daS ich einst mit grotzem Stolz getrieben habe. Run mag er von Onkel zu Onkel, von Tante zu Xante gehen und einsam- mein, ohne dah am Ende bic Kupfermünzen mehr gelten als bie höheren Stücke, wenn eS die wieder und Rickel gibt! Dor den Schlitz, in den das Geld hineingeworfen wirb, habe ich von innen wieder ein Stück Tuch geklebt, damit der Heine Kerl bie Münzen nicht herausschütteln farm Den Schlüssel hat er nicht bekommen, ber ift in meiner Hand geblieben Sobald bie Büchse gefüllt ist. foll er mich besuchen, dann wollen wir sie gemeinsam öffnen und das Geld auf ein Sparkassenbuch legen, damit er sparen lernt. Er soll sparen lernen, wie wir alle sparen gelernt haben, die dann unterwegs bie furchtbare Enttäuschung erlebt haben, datz man in wenigen Monaten ohne Schuld verlieren kann, waS man in Jahren unb Jahrzehnten zufammengetragen hat. Ich habe ihm feinen blonbcn Scheitel gestrichen. als er so voller Hoffnung vor mir stand unb mich fragte, ob Sparen schwer sei. Ja. es ist schwer, gerade heute besonders schwer, wo man nicht weih, ob die andern am Ende nicht doch die Klügeren sind. wird eine gute Hebung für dich fein“, habe ich ihm getagt. „Hebung. Onkel, wofür?" „Damit du Achtung vor dem Gelbe bekommst." Reue Zeit: du sparst wieder! -er. Die (^rtoctbdlofenfürforqc. Die Höchstsätze ber Erwer b»- losenunterstühung b tr ge’ vom 9 Februar ab in unserem WirtschaitSgebler bis auf weiteres wochentäglich Gickencr ^odicnmarftpreife am 10. Februar 1925 (Händlerpreise). Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter 2 Mk., Matte 35. Käse 70. Wirsing 20, Weih kraut 15, Rotkraut 20, gelbe Ruben 10 bls 12 rote Rüben 15. Spinat 50. Unter-Äoblrabi 8, Grünkohl 25. Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 100. Tomaten 150. Zwiebeln 15 Meerrettich 40 blS 100 Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Repsel 15 bis 20. Dirnen 10 bis 15. Dörrobst 30. Honig 40 Pf. bas Pfund. Eier 14—15, Blumenkohl 120 bis 200, Endivien 100, Lauch 5 biS 20, Rettich 20 bis 70 Pf. bas Stück. Wcttervoraussaae. Bedeckt bis wolkig. mUbe, südliche bis westliche Winde. Regenfälle. . Ganz Mitteleuropa ist in den Wirkungs- bereich einer ausgedehnten nordwestl chen Depression gekommen, deren Rückseite im A laotischen Ozean liegt Für die nächsten Tage tst damit keine durchgreifende Ausbesserung der Wetterlage zu erwarten. Die Zufuhr ozeanrscher feuchter Äft hält an. Bornolizcn. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: V/2 ilfcr „Stein unter Siemen — Allg. Deutscher Frauenverem: 8 Uhr ©aal- bau Sauer offentL Bersammlung mit Bortrag. — Lichtspielhaus Bahnhosstrahe: „Die Ribelungen". — Astoria-Lichtspiele: „Zirkusdwa". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei auch an dieser ©teile daraus hingewiesen, datz am Donnerstag, 12. Februar, keine Abonnement-Vorstellung statt» finbet — Leib und Seele im Sport" ist der Titä des DortrageS. den auf Veranlassung des akademischen Ausschusses für Oerbev-^ebun- gen in Giehen Herr Dozent Dr. R W. Schulte von ber preußischen und deutschen Hochscyule für 2eibed»ilcbungen in Derlm-Spandau am Donnerstag. 12. Februar, oben!« 8Vt Uhr, tm Palast-Lichtspielhaus halten wird. Dabe^ kommt 3n Gleich- und Vrehstrom- hochspannungr - Anlagen vollständig erfahrener älterer Elektriker gesucht. Schriftliche Angebote mit Angabe der seitherigen Tätigkeit unter 13670 and. Gießener Anzeiger. Sämtliche aus der Universiläls- Bibliothek vor dem 20 Januar 1925 entliehenen Bücher (mit Ausnahme der von Studenten entliehenen) sind bis spätestens 21. Februar d. I. zurückzugeben. 1397D Giehen, den 9. Februar 1925. Der Direktor: Dr. (Ebel. __ Schneider - Zwangs- Innung Giehen. 5 Wir ersuchen unsere Mitglieder, sich an der am Mittwoch, dem 11. Februar, nachmittags 2 Uhr. stattfindenden Handwerker-Versammlung zahlre ch zu beteiligen. Der Vorstand. WMlMll am Seltersweg gegen gute Mete von alter, solider Frank, futter fttrma für bald oder später gesucht. Schriftliche Angebote unter 01221 an den Siebener Anzeiger erbeten. stellern. Strafftammer AltersvereinigungGießen Verstärkte originelle Hauskapelle Bis 2 Uhr geöffnet 1405c Leib und Seele imSport‘,|5ödtt n für alle Verwen- 1391D Vortrag eingeladen. 1286 V Gewerbeverein und Innungen Kausbefitzer-vereinE.v^Gietzen. Bauplatz Vortrag 1406V 1388V 13961) Hartgeld 13n utrfcnfen Mn ♦liwvwjrw aller Garanue, fo- unter aller Garantie, f°' 1401c werden. beruf. 01227 Lustspiel in 5 Auf« VUIIIPICI “iii «uv Günther »üßen (ll/Btlbetn) • c von Shakespeare, norm. B. Stuhl Hudif. «smramgrap Oieustadt 21/23. • Tel. 374. [I,O7D einzureichen finb; 5. Verschiedenes. Gießen, 9. Februar 1925. Der Vorsitzende. Wiener. Krieger-Verein Giehen Bankangestellte! ffiitf roofl), oen 11. Seötuar. uöenö5 8 llljt. im ganfm. vmtesvous. Boröanioge 15 Alle am Wohnungsamt auf der Dringlichkeitsliste vorgemerkten Wohnungssuchenden bitten wir, auf unserer Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 46, vorzusprechen. Gleichzeitig werden alle Hausbesitzer ersucht, freiwerdende Wohnungen bei uns anzumelden. 01205 GefMosl oon ZreuMn onö Förderern öer WMsM ©leben (Siebener AihWolgeWAsO. Der für Mittwoch, den 11. Februar 1925, angekündigte Für Industrie und Steinbruchbesitzcr! Eine Benzol- lokomotive Jabr. Deutzer Mo- torensabrik, 12 P. 8., 65 Spur, neu; eine fahrbare 0,064 Komprefsor- maschine Fabr. Deutsche Maschinenfabrik, mit komvULustbohrgerät neu. mit. gllnst. Bedingungen au verk. H. Nu st, Steinstr. 42. Morgen Mittwoch, den 11. Februar: von Herrn Dozenten Dr. R. W. Schulte, mit dem großen Sportfilm von den Hochschulen für Leibes-Uebungen in Berlin und Spandau am Donnerstag, dem 12. Februar 1925, abends 8 /4 Uhr, im Palast-Lichtspielhaus am Kirchenplatz in Gießen. Saalplätze 1M., für Studenten 60 PL, Logenplätze 1.50 M. Akademischer Ausschuß für Leibes-Uebungen. Die Beerdigung uns« re» gntcnKameraden Heinrich Schott Lehrer i. N. izysv findet Mittwoch, 21/, Uhr nachmittag», auf dem Neuen Friedhof statt. Rege Beteiligung wünscht der Vorstand. SlbellW 0.8. Soüelioo 0.8. SeeWko. 8. Seeioiös 0.8. grüne Heringe frische Bückinge feinste Tafelbutter empfiehlt billigst ClileiiilHi Bahnhofstrafie 59 Telephon GG. u°»c HartueM-Tresore und kombinierte für Papier und Ochin. Ein Mädchen, da» gut bürgerlich kochen kann, b. hohem Lohn gesucht. I Schrift!. Angebote I unter 1392V an den V' Gieß. Anz. erbeten. Stelle frei für iiiWlii) zur praktischen und theoretlschen AnSbil- düng im Apoth'ker- von Herrn Professor Dr. |ur. Hollah Darmstadt, über Rechtsprobleme der Lustfahrt findetdös^G^tragcndcnnicht statt! Einkaufsbeutel großes Format, in allen Volledersorten von Mk. 7.50 an Prima Vollrindleder mit 2 Schlössern u. Griff, per Stück Mk. 8.- gfleoer Betern Me». Die Beerdigung unseres guten Kameraden. Julius Alker AmtSgerichts-Oberassiitent findet 'Mittwoch 2 Uhr auf dem Neuen Arleöhof statt. Rege Beteiligung wünscht der Vorstand. OÄster-toste (1908) Wiederbeginn der Proben Musiker aller Orchester- Instrumente auch vorgeschrittene Dilettanten, die dem Verein beizutreten wünschen, wollen ihre Anmeldung im Musikhaus Busch vorbringen. 1385D Stadttheater Mittwoch ll.Kcbr. U.MNwolv-Ad.-vrlt. von 7* . l'tö 101/« Hör: Die luftigen Möer non Dinüfoc. Hntoetfligts- BeftoutanL Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen 920a Fürstenberg-Dräu Astoria-Lichtspiele,Seltersweg Heute bin elnecbl. Mittwoch: Anita BerterS-CIrciisdlva 6 Akte. Ferner: Der Sturz ins Glück Schauspiel in 6 Akten mit Hflnny RfMnwald« An. Klidinger. Seltersweg 79 Spezialgeschäft feiner Lederwaren Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, nutzere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Herrn Julius Alker Amtsgerichtsoberassistent geziemend in Kenntnis zu setzen. - Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet (,3STD) der Vorstand. Blumenfreunde müssen jetzt beginnen, ihre Pflanzen zu düngen mit Alberts Blumendünger (hochprozentige Volldüngung) seit Jahren bewährt! Harnstoff (Floranid) ca. 46 % Stickstoff Blumendünger „Ovis“ (organischer Dünger) Hornspäne, feine (organischer Stickstoffdünger) Für den Garten düngt man jetzt vermischt ausgestreut: pro 100 qm Thomasmehl 5 Pfd. „ 100 „ Kali 40% 6 „ (später noch etwas Stickstoff) Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr., Ecke Wolkengasse 1338c Telephon 1403. 500 qm, tu der Nähe derRodheimer Str., sofort zu verkaufen. Bevorzugt werden Interessenten, die sofort milbauen rool- leinReihenhausl. Zu erfrag. i.d.GeschastS- .relle d. G. A. 01225 Ein gut erhaltenes Adler- Zahrrad ZU verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gie- hener Anzeig. 01207 Stel|engeBnohe Junger, dranl^c- kundiger Eisenhändler W 5le(lnng als Wnöet. Schrift!. Angebote unter 01211 an den Gicfi. Anz. erbeten. P Verkäufe j Villa beziehbar, von Privatmann zu verkauf. Last Amend Mittwoch, den 11. Februar 1925, abends 8 Uhr: Großer karnevalistischer Abend unter Mitwirkung Heinz Längers Rheinlands bester Grotesk-Komiker WMÜMkWlW Mittwoch, den 11. Februar, 2 Uhr im Saalbau Sauer (am Oswaldsgarten) Thema: WMkikl-UWKWWW Redner: Sen 6sW, LsssrsgsOMviieiel, SamW! Sm SWikr,Iikelksl SklSmmelkslMiiirr DlHMskShk. Alle Handwerker und Gewerbetreibenden sind hierzu HerrAuerbach-Berlin spricht über: 1395c „Sie Gehaitsverhältnisse der Bankangestellten“ Dir laden alle aakangestellten häft. ein. WÄm!. üssi!IiiiiW8di!Iki!-söldM SwtiiiBcrnn ßie jen uom Sloten fircu; Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung soll Donnerstag, den 26. Februar I. I., nachmittags 5 Uhr, im Saale Nr. 52 des Landgerichtsgebäudes zu Gießen statt- finden, wozu alle Mitglieder des Iweig- vereins hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht; 2. Rechnungsablegung und Entlastung des Schatzmeisters; 3. Festsetzung des Jahres« beitrage; 4. Beschlußfassung über Anträge von Mitgliedern, die mindestens 1 Woche vor der Versammlung bei dem Vorsitzenden Sprlse- kartoffeln empfehlen 01"9 Weise & Petri Graben str.7,T. 1313 r. 1 dungszwecke, liefert, ferner offeriert wallerdichtes Segeltuch und Planen in jeder Gröhe N°C IN. ei), mtifllflein Sackgrofihandtu. g ©leben Diezitrafie 4. Kleine Zimmer arbeiten als Reparaturen, Anfertigung von Gartenhäusern aller Art und Einfriedigungen aus halbrunden u. kantigen Latten ec. empfiehlt ito Georg Scbiteta Ola« Zimmermeistcr. Empfehle mich in Lieferung von Da®. Spalier n. Zaunlatten zu billigen Preisen. Jobs. Lang Q121Q «HotQ* Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Heute leteter Tag: Die Nibelungen Der II. u. letztelell: Kriemhilds Bache Gewaltig ist der Eindruck dieses Werkes. Hagen besonders, die Verkörperung der Treue bis zum Tod. ist die alles überragende Figur. Die schöne Kriemhild, im Spiel der unerbittlichen Rache sich selbst übertreffend, eine Meisterleistung ohnegleichen. Beginn der Aufführungen: 3.30,5.45 u.8.20 Uhr. AusgcwShlte vornehme Musikbegleitung! Großes Orchester Preise* 1. 1.20. 1.80, 2.50 Mk. Schüler, Studierende und Militär nachmittags Ermäßigung. 1399c WA Me n. otihie öerinae jeden Mittwoch eintreffend; sowie täglich frische Bückinge, Pfd. 40 Pf., ff. Marinaden, wie Btö- marckh., Rollmops, la Gurken: Essig u. Salz, ff.Sauerkraut, Pfd. 15 Pf. W i w tos, tot lÄger M Wilhelmstrahe. verein Rudersport Donnerstag, den 12. Februar abends 8 Ubt s im Bootsbaus r MetzelWpt T. V. 1846. Die Einlafikarten zum Maskenball können von Mitt- moch an abgeholt das schon gedient bat, rer sofort oder 15. Februar (1403D gesucht. Waschfrau und Büglerin wird gehalten, grau CeoDoW Blum Wetzlarer Weg 15. Wegen Erkrankung meines jetzigen Mädchens suche tch oi23T ML Mädchen mit besten Empfehlungen, das auch im Kochen bewandert ist, bei gutem Lohn in kleinen Haushalt von 2 Pers. Eintritt möglichst v. 15.Jebr. KllU 3UIIU5 HOtWIÖ Nordanlage 21 I. verloren Geldtasche mit zwei Schlüsseln aufdem Wege Schul- nrafie b.Mühlstrahe. Gegen Belohnung abzugeben 01224 Miiblstrabe 3G v. Vereine | Gasherde Kocher u. Tische Gasschläuche Gaskochtöpfe. Beaueme Teilzahlg. H. Schön Marburger Str. 22. Teleph. 274. 01214 2 Dezimal- wagen zu verkaufen [01233 Leibgesterner Weg 9. (Verschiedenes Geschäftsmann sucht kurzfristig 2500 Mk. gegen gute Zinsen. Schr. Angeboie unt. 01236and. Giefi.Anz. 1000 Mk. gegen la ländlicher- beik nnd Hobe Zinsen sofort zu leiben ae- iucht. Schrift!. An- ncboic unt. 01220 an d. Gien. Anzeig, erb. Zweigs Heirat wünsche ich mit kath. Fräulein ob. Witwe In Briefwechsel zu treten, am liebsten tvo mir Gelegenheit geboten ist, in Gast« »virtschafl ob. sonstiges Geschäft einzn- heiralen. Bin 30 I. alt, Junggeselle, ge- schästöerfahren und vermögend. Ernstgemeinte Angeb. u. 1394D an d- G. Anz. Diskretion zugesich. und erwünscht. Deutsche Kurzhaarhündin 8Monate all, dunkelbraun getigert. Halskette mit Aufschrift: Dr. Schmidt, Somit1?, entlaufen. Abzugeben geg. Belohnung Westa«- l.i ge 49 p. "1210 innA nnpiintpl jbtsilonangeDoiq Neuheit! VerlagSgesellschast sucht gegen Gebalt und hohe Provision Reisende in Stadt und Land. Evtl. Uebergabe der KreiSdirektion. [1S9.as kann, wird sich schon von selbst durchsetzen. versammelt. Kreis Friedberg. Z Sab-Staubeim. 9. Febr. 3m Dienste Der Kostenbeschallung für Das noch zu emätfcnöe Kriegerdenkmal stand gestern aber» em Familienabend des Krieger- und Mili- tärvereins .Hassia". Es toar bre ^ste festliche Scranftaltung des Vereins feit 1914. Da auch andere Derbände dazu em geladen hatten, war der Flora-Palast bis zum letzten Platz gefüllt. An eine kernige Begrüßungsansprache des Präsidenten, ©tabto. Ehr. Schäfer, schloß sich ein sehr reichhaltiges Unterhaltungsprogramm, um & auMhmg ttd> ber ®mnerturn- pevein besonders verdient gemacht hat. 3m Mittelpunkt des 2lbends stand das vieraktige Schauspiel .Sie Heldin von SranSoaal von 5S Off ermann, das mit seinen erschütternden Szenen und lebenden Bildern einen tiefen Eindruck hinterlieh und der vaterländischen Stim- mung voll und ganz zu ihrem Rechte verhalf. Turner und Turnerinnen des Mannerturnverems zeigten unter Leitung von Oberturnwart W ack das Deutsche Turnen in ferner reichen Siel- gestaltigkeit. Stürmischen Beifall erntete der ober- hessische Heimatdichter Georg Heh aus Lei h- aestern der auf Bitten eines HA gen Heimatfreundes hin einmal von seinem Grundsatz, nur in Wandervereinen gelegentlich w)t;uwntlen, ab- gewichen war und sich m den Dienst ^9 4* en Sache, der Der Abend dienen sollte, gestellt hat. Er konnte nicht genug ferner ^ch^u ernsten und heiteren Dialcktdichtungen zum Bortrag bringen. Daß man lieber den Beginn des Tanzes hinaus- schob unb Dafür Herrn Heh noch Horen wollte das ist der beste Beweis für die Heimatkunst unseres oberhessischen Dialekt Dichters zu wecken versteht. __________ □ Laubach. 9. Febr. Auf Der heutigen g r äff. Holzversteigerung, Die im „©olm- fer Hof " stattfand, kam der Raummeter S u ch e n- scheitel auf 11 bis 12 Mk.. Buchenknup- pel 1. Kl. auf 6 bi- 8 Mk.. 2. Kl. auf 4 bis 6 Mk. sog. „Ziegelei-Holz" (minderwertig) 3 bis 4 Mk.. Fichtenknüppel gegen 3 bis 4 Mk. Das Holz steht in den Revieren Gonterskirchen unb Ruppertsburg. O Schotten. 9. Febr. 3m Gasthaus zum kühlen ®runb hielt am SamStag abend der Männergesangverein Schotten seine erste Hauptversammlung ab. Der Prov. Vorsitzende Alles erstattete Bericht über Die Dertrcterversammlung des RidbalalsängerbundeS in Ribba. 2Nsbann wurden die Statuten in ihren Grundzügen genehmigt. Der prov. Dorstand wurde endgültig gewählt und ihm noch 2 Beisitzer zugeteilt. Den Beitrag setzte man auf vierteljährlich 80 Pfennig fest. Weiter be- schloh -die Sedammlung nach einigen Ausführungen des Dirigenten Weitz über 3mcd unb Ziele des Hess. Sängerbundes den Bei- tritl zu diesem Sunt). Hervorgehvben zu werden verdient Der einmütige Geist. Der in der von 46 Mitgliedern besuchten Sedammlung herrschte. Der De rein zählt z. Zt. über 50 Danaer. Rach einigen schön vorgetragene Liebern schloh der Dorsitzende die Sedammhmg mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Verein. O Freienseen. 9. Febr. Demnächst feiert der Kirchendiener 3ung von Freienfeen. daS seltene Fest der Diamantenen Hoch» 8C1 tj—( Ruppertsburg. 8. Febr. Am Freitag sand im hiesigen Gemeindewall) die erste Brennholzver steigerung biefe8 Winters statt. Wohl an 300 Steigerer au$ ben Orten Ruppertsburg, Dillingen. Ronnenroch, Ober- Dessingen, Münster, Wetterfeld u a. hatten sich eingefunben. Rach Dem Sedauf der Versteigerungen in anderen Wäldern muhte man auch hier auf hohe Preise gefaßt sein. Allem bte Erwartungen wurden übertroffen. TS ko stet^i.Duchen- Scheiter 15 biS 17,50 Mk., Buchen-Knüppel 10 bis 12 50 Mk., Duchen-Stöcke 9 biS 11 Mk. unb Duchen-Reifig 1 biS 2 Mk. pro Rm Der Gern einbe. Die in der glücklichen Lage ist noch zwei gröbere Drennholzversteigerungen abhalicm zu können, ist bie hohe Einnahme zu gönnen. Allein ben Käufern Drängt sich doch unwill- kürlich die Frage auf: Worin liegen diese hohen Preise begründet, die doch in diesem gehoben Winter gar nicht den Kohlenpreisen angepaht finZ>??» Aus dem Dogeisberg. 8. Febr. 3m Februar jebes 3ahres, in Der Zeit, wo keine bäuerliche Arbeit Drängt, erwacht in unterer Dörflichen Welt ein schöner Brauch. Das sogenannte „6 trid engere n“. Unsere Frauen erinnern sich ihrer DerwanDten, Gevatterinnen unD Selannten, Die in benachbarten ober entfernteren Dörfern wohnen, unD machen sich auf, sie zu besuchen und ein paar SagftunDcn bei ihnen zu .stricken". Anbere Frauen, Die gleichfalls verwandtschaftliche Deziehungen zu Dem Dorfe haben, schließen sich an, unD so toanDcrt man, Den unvermeidlichen Henkellorb mit Dem Stnck- Die Rationalgalerie in Berlin besitzt mehrere tausend Studienblätter und Skizzen von Menzels Hand. Adolf Menzel hat sich sein Leben lang nicht viel um .Richtungen" und .Strömungen auf Dem Gebiet Der Kunst gekümmert. Schon in früher 3ugend bewahrte er sich Den klassizistischen unb romantischen Strömungen Der 3eit gegenüber seine künstlerische Unabhängigkeit. Wenn man ihn durchaus irgendwie rubrizieren will, mag man ihn einen .Realisten" nennen. Schärfste Beobachtung und getreue Wiedergabe Der Statur tn ihren verschiedensten Aeuherungen war ihm Kunst. Vorschriften. Bocklin hat ihn deswegen einmal spöttisch einen „groben Gelehrten" genannt. Reiche Erfolge waren Adolf Menzel be« schieden. Drei Hohenzollernkaiser haben ihn mit Ehrungen überhäuft. Wllhelm II., Der Deutschen Künstlern, die Stoffe auS Der Hohenzollernge- schichle verherrlichten, ein Mäzen zu fein Pflegte, machte ihn zum Ritter DeS „Schwarzen Adler- OrDens" und zur adligen ©feilen Die kleine Erzellens war sehr stolz auf Rang und Titel unb pflegte kein Hoffest zu vcdäumen. Heber MenzelS Urwüchsigkeit und Derbheit und gelegentliche Formlosigkeit kursierten allerhand ortgmclle Anekdoten. Drohe Freude machte Dem Künstler eine einzigartige Ehrung, Die ihm Kaiser Wilhelm II. einmal im Frühjahr 1895 zuteil werben liest. Er erhielt eine Einladung nach Sanssouci. Als Erellenz — einen gewaltigen Zylinder auf Dem groben Haupt balancierend — Die Stufen Der Terrasse erklettert hatte, erwies ihm eine Wache. Offiziere in friDerizianischer Uniform, militärische Ehrenbezeugungen, fommanb-ert vom Kaiser selbst in ber Maske Des B^wrS Len- tulus. Adjutanten des Alten Fritz. Alle Damen unb Herren bes Hofes, die an dem Menzelfest teilnahmen. sowie Die Lakaien trugen echte Kostüme Der friderizianifchen Zeit. Die Tafel- nmDe" und das .Flötenkonzert', die beiden be- rühmten Eanssouci-Bilder MenzelS wurden von Damen und Herren der Hofgesellschaft in ben historischen Räumen bargcftellt. Kerzenlicht durchschimmerte die Zimmer, und die Rokokomusik machte bie Täuschung fast vollständig Wo Licht ist. ist auch ©chatten. 2ldolf Menzel war ein Rationalist, ein ©eelenvettvanbter Les- fingS: ihm fehlten Temperament. Enthusiasmus. Seine schöpferische Phantasie warb von einem ungewöhnlichen, scharfen Verstände gezügelt vielleicht zu sehr gezügelt, unb hier ist bie Grenz« teiner Kunst. Holzschnitt ausgesührt wurden. Ferner führte er die Illustrationen zu ben perlen ^'edrichS des Groben aus. sowie zu ^em grohen Holzschnttt w^rk »Aus König Friedrichs Zeit" unb ähnlichen ^^neben hatte Menzel sich aber auch mit aller Energie auf Die O e l m a l e r e t g.evwrfen. Die Rechtskonsultation" und der .Gerichtstag find Meisterstücke feinster Beobachtung und Far »en National“ aalcrie — stammen aus dieser Zen 9 Aber Menzel war auch em ausgezeichneter Fontane sagt einmal von ihm. »1. wer ist Menzel? Menzel ist i-Sr Meles. Sim nicht ui faacn: Alles! rninde.^ns ist er D'e ganze Arche Roah. Tier und Meillchen. Putthühner. Gänse. Papagei n andc-nten Schwerin und Seydlitz. Leopold von Dessau. Der alte Zieten. Ammen, Schlossenuagen. Zeathol'sche Kirchen, italiensche Platze. Schuhschnallen. Broten. Wa.^ und Eisenwerke, Stadträte mit und ohne goß) ne K^te. Minister, mißgestimmt m Kaschmirhosen. Straußfcöcrn. Hofball. Hummermayonnaise. Der Kaise^ Moltke. Gräfin Hacke. Dwmarck. Er Durchstudierte ,, Sic gioB unö kleine OMt; toaS kreuchtunö fleucht N Abt tiintiim Sptegelbtlde Meder . hmb. Lauterbach. 8. Febr. Gestern waren eS 40 Iahrre. seitdem Molkerei - 3 n » spektor Ehristoph Möller m Den Dienst Der hiesigen Mosterei getreten war. 3n selten geistiger und körperlicher Frische konnte der 3ubilar diesen Ehrentag begehen. Herr Moller darf sich wegen seines lauteren, freundlichen Wesens nicht nur in hiesiger Stadt, sondern auch weit Darüber hinaus der größten Hochachtung uno Wertschätzung erfreuen Das kam bei seinem 40 Sicnftjubiläum so recht zum Ausdruck. Er hat die ganze Entwicklung Der hiesigen Molkerei von ihren kleineren Anfängen biS zu ihrer heutigen Blüte unD Gröhe mitgemacht. Heute gehört sie ja wohl mit zu ben größten unb bcbeutcnDJtcn Molkereien Deutschlands. Der Jubilar Darf stolz Darauf sein, dah er durch seinen Fleiß. feine Gewissenhaftigkeit unb Treue dazu beigetragen hat, die Molkerei zu dieser Höhe zu bringen. Während deS Kriege- und in Den fügenden Jahren ist seine treue Qlrbeit Dem Betriebe besonders wertvoll gewesen. An dem Ausdruck der Anerkennung hat es Darum aud) bet fron 40. Sicnftjubiläum des Jubilars nicht gefehlt Sie Molkereigenossenschaft Lauterbach-Fulda hatte e8 sich nicht nehmen lassen, zu Ehren ihres trauert unb geschätzten Beamten in ben Raumen der hiesigen Molkerei eine Feier zu veranstalten. Mit den Beamten unb Den Arbeitern war Der Aussichtsrat Der Molkereigenossenschaft erschienen. In herzlichen, anerkennenden Worten wurde von dem Aufsichtsrate, von ailolfcrcimfbcftor Sona der aus Fulda u. a. Der treuen ersprießlichen Wirksamkeit deS Molkereiinspektors Moller gedacht und durch Geschenke Der Anerkennung der treuen Dienste Ausdruck verliehen. Auch seine Mitarbeiter erfreuten ihn durch eue schöne Schreibgarnitur. Mit herzlichen persön- lichen Anerkennungsworten überreichte KreiS- biidtor St. Michel ein Diplom Der hessischen Staatsbehörde, in dem der Minister für Arbeit unb Wirtschaft bie höchste Anerkennuna der Staatsbehörde für die treu geleisteten Dienste unb die besten Glückwünsche Dem Jubilar ouS- sprach. Die Freude und Glückwünsche deS hi^ sigen Kirchenvorstanbes. zu dessen eifrigen unD treuen MitglieDem Herr Möller gehört, brachte Dekan Müller in herzlichen Worten zum Ausdruck. Etarkenbura und Nkcinhcsscn. ' D a r m st a d t, 9. Febr. (Eig. Bericht.) Bef Der Haupt st aatskafse sind Ünrcgcb mähigkeitcn aufgeDcdt worden Der Schaden beläuft fich nach Den bisherigen Feststellungen auf 3 000 Mark. 3m Zusammenhang mit Dieser Angelegenheit ist ein Strafverfahren gegen zwei Sureaugehilfen eingeleitet worDen. Die Ortsgruppe DarmstaDt Der Deuts chn a 11 o - nalcn Dolkspartei hat für btc Beratung ihrer Mitglicbcr einen Wohnungea u S- schuh gebilbet. ber aus Mietern unb sitzem in gleicher Zahl unb einem juristischen Berater besteht. — Seit Dem 31. 3an. w'rD der HerrschastSdiener A D a m H u m m . der am 15. Rovember 1887 in BenShcim geboren ist, per- m i h t. Er war am Abend Des 31. 3an. in bie Stabt gegangen unb ist nicht wieder zurückge- Er hatte sich früh ein gründliches zeichnerisches und malerisches Können erworben. Diese sozusagen handwerksmähige Grundlage ist■ W immer auherordentlich zustatten gekommen Durch strenge Sclbsterziehung hatte er es erreicht^datz er auch mit ber llnken Hand malen konnte. Alles Kunstzigcunertum war ihm widerwärtig. Das Abhängigsein der Künstler von „Stimmungen war ihm unverständlich. Er konnte jednzeit arbeiten. Morgens stand er früh auf, unb abenDÄ Dflcgte er vor Dem Schlafengehen einen kräftigen Rachttrunk zu tun. Aktstudien reizten ihn geringsten, und Italien, bas Land ilersehnsucht. war chm ziemlich gleich- - - ■ • 1 ’ i Italienreisc ist er Landkreis (Dicken. II. Lollar. 9. Febr. AuS der jüngsten GemeinderatSsitzung >st zu 6013^.01. An der Sitzung nahm Reg,-rungsbaume,ster Schneider vom Kreisamt G.esten teil^ um He vom Äreubauamt auSgearveUeten Entwürfe eineÄ Mehrfamilienhauses zu e-lautcriK Um der Wohnungsnot etwas zu fteuern. tiug sich Der Gerne nderat schan seit einiger Zeit mit dem Gedanken der Scrichtuna eines Mehrfamilienhauses Es wurde deshalb das Kreisbauamt edudj. in bider AngelegLihe t Vorschläge zu machen, ©o wurden den, heut- zwei Wohn- auSzeichnungca durch den Bertrller des Kreis- bauamtes vor gelegt und emge^fc Darüber Auf- Därung gegeben. Rach langer Sebatte Jam man zu dem Beschluß, den einen d-r beiden Ent- toüdc zur Ausschreibung zu bringen Sic laut- gewordenen Wünsche zu den Arbeiten nur ortsansässige Handwerker heranzu- ziehen, sollen berücksichtigt werden. - Ein Ge- such der Frau Okerwa-lt meist er Bruck um Sc- fr etung von den Dodchriften des tz 45 der Allgemeinen Bauordnung wurde befürwortet. — Her Geflügelzuchtverein Lollar hält am kommenden Sonntag hier eine Ausstellung ab und ersucht um Stiftung eines Eyren- Dreife*. Ein entsprechender Geldbetraa wurde genehmigt. Der in d esem Jahre ablaufende Pachtvertrag mit Apotheker Welker in Allendod soll auf fünf Jahre verlängert werden. Der Bürgermeister Wirb zu d e er Ser- handlung beauftragt, wie auch zum nächsten Punkt, das Gesuch deS Heinrich Deibel II.. He Ermäßigung ber 3 agdpacht brtr. t Grünberg. 9. Febr. 3m Gasthaus L3um Wilbcn Mann" hielt Dr. Sell aus Kassel vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen feflelnben Vortrag über,baS Ausland- ‘guuqdit usbunaynjsn^, 21® uin 1 (p j 1 n d q He durch Di? Vorführung vom LichtbilDern e.ginzt fourben. sanden bei den Besuchern eine sehr beifällige Aufnahme. 3m Anschluß an den Vortrag wurde eine OrtSgruppedesVereins für daS Deutschtum im Ausland gegründet , der alle Anwesenden als Mitglieder beitraten. — Die Vergnügungssteuer für He karnevalistischen De ra n sta 11 u n - gen wurde hier auf DaS Zehnfache Der sonstigen Sähe erhöht. ri Lich . 9. Febr. Reiseprediger W i e m e r sprach gestern hier und in Riederbessingen in ber Kirche und hielt am Abend im hiesigen Gemeindesaal einen Lichtbildervortrag über die Mission der Herrnhuter Brüdergemeinde unter ben Indianern unb Mischlingen in Mittel- unb Südamerika. Herr Wiemer bereiste früher regelmäßig ganz Oberhessen. Inzwischen war er im Dienst der Brüdergemeinde in Polen tätig. Don frort ausgewicsen. hat er seine frühere Tätigkeit als Missionsprediger wieder auf genommen und findet in allen oberhessischen Gemeinden, He er besucht, dankbare Zuhörer. - Lauter. 9. Febr. Gestern abend sprach Prvfellor Dr. R 0 e s ch e n-Laubach im Saale deS Pihschen Gasthauses über Die S ch 1 cksa 1 c unseres Dorfes im Siebenjährigen Krieg Der LandjugenDbund. Ortsgruppe Lauter hatte alle Vereine und sämtliche Bewohner fre« Dorfes zu dieser Versammlung eingeladen, die auch au8 Der UmgegcnD. aus Drünberg usw. sehr gut besucht war. Der VoditzenDe. Landwirt Wilhelm Zimmer lDinamuhle) eröffnete bie Versammlung und sprach wre Befriedigung aus. den bekannten DeschichtS- und Altertums- sodchcr in ihrer Mitte zu sehen. Zunächst sprach Prof. R 0 c s ch e n über das T reffe n vom 21. März 1761. Der Feldzug 1761 auf Dem westdeutschen Kriegsschauplatz ist nach dem -Urteil Friedrich deS Grohen und Rapolevns. der sich auf St. Helena eingehend mit dem Studium des 7jährigen Krieges befaßte eine hervor- ragende Leistung des Herzogs Ferdinand von Braunschweig. Die Eröffnung fand hauptsächlich auf hessischem Boden statt. 3m Februar überfiel Herzog Ferdinand die Franzosen in ihren Winterquartieren. Er griff Titan *xn1ch ebenen Orten an. bei Langensalza. Sri&lar, ^arbürg. DaS deutsch-englische Heer ruckte mit Der Hauptmasse gegen Schwalm und Ohm vor und begann bie Belagerung von Kassel unb Ziegenhain. Die von den Franzosen stark besetzt waren. 3n ber Mitte deS März aber Drangen die Franzosen unter dem tüchtigen Herzog von Broglie wieder vor und eS kam am 21. März zu Dem für Die deutschen Waffen verhängnisvollen Treffen von Grünberg und Laubach. Rachdern vorn 14. biS 16. März leichtere Treffen zw fchen den bei» Deifcitigen Vortruppen bei Lauter (auf dem -Hecgfeld"). bei Queckbvrn (am .Hällefch-Bcrg ). Siangcnrob (am .Schönborn"! stattgefunden hatten. drang General Luckner. ber Ur-Urgrohvater des im Skltlrieg berühmt geworbenen .Seeteufels". am 19. März biS Laubach vor mit 15 Schwadronen und 4 hessischen Grenadier-Bataillonen (zusammen gegen 3500 Mann), der Erbprinz von Braunschweig stand m't gegen 4000 Mann in der Gegend von Grünberg: das Hauptquartier war in Lehnheim. Die Deutsche Hauptmacht stand bei Homberg an Der Obm. Die französische bei Butzbach. Hungen. Lich Am Morgen des 21. brach Der rechte französische Flügel (12- 13 000 Mann) gegen Drünberg von Lich aus auf. der linke (5000 Mann) von Con- Dorf über Lumda gegen Atzenhain. General Dicsbach. ein geb. Schweizer, rückte gegen Lau- bach vor und griff hier Den General Luckner um 2 Ahr mittags an. Es gelang Luckner je- dvch. seinen Gegner abzuschütteln, und sich über Weickartshain unb Flensungen nach R-ederohmen zurückzuziehen. Mittlerweile war der Grbpnn.z von Braunschweig bei Atzenhain überfallen wor- den. In regelloser Flucht zogen sich seine Truppen nach Burg-Gemünden zurück. Zum Gluck traf gegen 3 Uhr General Luckner bei Rieder- ohmen ein und fiel Den verfolgenden Franzosen in Die rechte Flanke. Trotzdem verlor D:r ®rtp prinz Die Hälfte seines Truppenkörpers, gegen 2000 Mann. 11 Kanonen und 19 Fahnen. 3m Herbst 1762 erlebte Lauter wieder die Schrecken des Krieges. Vorn 9-11 September nahm bas deutsche Hauptheer eine feste Stellung ein. wobei Grünbcra in Der Mitte. Laubach am linken Flügel, die Hohen von Reinhardsham am rechten Flügel logen. Am 10. und 11. September sanden wieder hitzige Gefechte bei Laubach unb Atzenhain statt, worin jedoch die Franzoler mit schweren Verlusten abgewiesen wurden. Auf einer schematischen Karte zeigte Der Redner die Bewegungen ber Heere sehr anschaulich. Auch wurden Abbllbungen Der Heerführer unb farbige Zeichnungen der französischen unb deutschen Truppen jener Zeit geboten. Reicher Beifall folgte Den anziehenden Ausführungen, dem der Vorsitzende lebhaften Ausdruck gab. Bürgermeister 21 f f zeigte sodann noch Gemeinbevechnungen von 1753—63. welche die schweren Kriegs Drangsale des Dorfes bewiesen. Eine lebhafte Aussprache folgte, wobei noch manche anziehende Einzelheiten vom Redner geboten wurden. Unter vaterländischen Gesängen unb angeregter Unterhaltung blieb man bis zur mitternächtigen Stunbe Die kleine Exzellenz. Kur 20. Wiederkehr von Adolf von Menzels Todestag am 20. Februar 1925. Von Albert Raetz. Mit fürstlichem Gepränge wurden Die sterb- Lchcn Ucberreste des greifen Meisters an jenem rauhen Februartage vor 20 Jahren zu Grabe ge- getragen, und hinter seinem Sarge schritt an per Hpihe eines glänzenden Trauergefolges Wilhelm II.. Deutscher Kaiser und König von Preuyen. Reunzig anspruchsvolle Lebensjahre voll rast- kosen Schaffens und voll großer Erfolge hatten ihr Ziel gesunden. Es wollte manchem seiner Verehre- gar nicht eingeh:n. daß er die interessante Personl.chkeit des kleinen Mannes unb großen Künstlers im © a f e 3 0 ft b am Potsdamer Platz ober in Frederichs Weinstuben sehen sollte: den großen markanten Kopl- von ber Maurerfraise umrahmt — mit der bartlosen Oberlippe unb ben scharfen, klugen Augen hinter ben großen Brillengläsern. Der Aufstieg ist Adolf Menzel nicht leicht geworden. 3m Jahre 1815 wurde er in B r cs- 1 a u als Sohn eines Lithographen geboren. Als er 15 Jahre alt war. siedelten seine Eltern nach Berlin über. Zwei Jahre lang hatte er sich auf ber Akademie fortgebildet: da starb fein Vater. Run hatte er für den Unterhalt ber Familie auf- ?utommcn unb konnte fein Studium nicht fort» etzen. Mit eifener Energie nahm er Den Lebenslampf auf. Er wandte sich der Graphik zu. 3m 3ahre 1833 erschienen feine litographierten Federzeichnungen ..Künstlers Erdenw allen". Rach ber Herausgabe von zwölf ebenfalls litographierten Blättern aus ber brandenburgischen preußischen Geschichte betätigte er snh als Buchillustrator und schuf die berühmten Zeichnungen zu Kuglers .Geschichte Friedrichs des Großen", die Dann von Unzelmann und Den »cbrüDern Vogel in Musterhafter Weise in ehrt. Alle lllachsorschungen nach ihm waren bisher ergebnislos. Hesscn-Naskau. fpd. Frankfurt a. *TR. 9. Febr. Gefälschte Rentenmarkscheine über eine Mark sinb '"eit einigen Tagen in Frankfurt und seiner nächsten Umgebung in großen Massen im Umlav. Sie sind unschwer als Falschscheine kenntlich, bi sie unleserliche Unterschriften tragen und mit Fett aufgedrückte Wasserzeichen haben. Die Falschscheine tragen durchweg die Reihenbe^cichn'.mg F. D. 14 mit nachfolgenden verschiedenen Ziffern. — An einem der letzten Nachmittage wurden aus einer Wohnung der Eisernen Hand ein Gobelin von hohem Wert, viele Kleidungsstücke und eine Kassette mit zahlrei-chcn Wertsachen gestohlen. — Eine Diebesbande bestiehlt mit reichem Erfolg Autos, die vor Läden oder anderen Gebäuden halten, in raffinierter Weise. In den meisten Fällen eignen sich die Burschen die n I n c und Mäntel an. Dis jetzt konnte die Bande noch nicht erwischt toerben. Wirtschaft. * Auslösung von Außenhandels- stellen. Das Reichswirtschastsministeriu'n lost nunmehr folgende Außenhandel Zellen auf: Sie Außenhandelsstelle Oele und Füte, die Außenhandelsstelle der Figarettenindustrie, die Außenhandelsstelle für Rohholz und Erzeugnisse der Sägeindustrie, der Reichsbevollmächtigke sürAus- und Einfuhrbewilligung von Mineralölen. * Frankfurter Hypothekenbank. Frankfurt a. M Die Gesellschaft, die eine a. o. H.-D auf den 14. Februar einberufen hat, legt nunmehr ihre Reichsmarkeröffnungsbilanz per- 1. Jan. 1924 vor, die ein Reinvermögen von 6,785 Mill. Rm. ausweist. Es wird vorgeschlagen, das Stammaktienkapital im Verhältnis von 81/»: 1 auf 5,285 Mill. Rm. in der Form umzustellen. daß die Stammaktien von je 1030 Pm. auf 120 Rm. ermäßigt werden. Das Vorzugsaktienkapital wird im Verhältnis von 40:1 zu- fammengelegt. jede Vorzugsaktie über 1003 Pm. wird auf je 25 Rm. ermäßigt. 5>er gesetzlichen Rücklage werden 1,5 Mill. Rm. überwiesen. In der Bilanz werden u. a. aus gewiesen unter den Aktiven: Dankgebäude mit 0,5 Mill, Rm., Forderungen mit 6.407 Mill. Rm., Wertpapiere mit 0,125 Mill. Rm., unter den Passiven: Kreditoren mit 0,075 Mill. Rm.. aufgewertete Hypotheken der Pfandbriefteilungsmasse mit 39,263 Mill. Rm. und aufgewertete Kommunoldarlehen der Kommunalobiigations-Teilungsmaise mit 0,632 Mill. Rm. Diesen beiden letzteren Posten stehen entsprechende Betröge auf den Lequida- tionskonten gegenüber. Die Pfandbriefgläubiger können nach dem Prüfungsbericht aus der mit den aufgewertrten Hypotheken zu bildenden Teilungsmasse nicht auf eine volle Ibprozentige Aufwertung rechnen. Frankfurter Abendbörse. Fr ankfurt a. M., 9. Febr. An der heutigen Abendbörse konnte sich eine etwas freundlichere Strömung durchsetzen: das Angebot wurde verdrängt durch ein wenn auch geringes Deckunasbedürfnis der Spekulation am Platze, das aber nicht ausreichte, dem Geschäft einen flotten Verlauf zu geben. Die Umsätze blieben klein und auch die Kursbesserungen waren im allgemeinen nicht erheblich. Rur am Montanmarkt erreichten sie vereinzelt bis zu 2V2 Prvz. Chemie- und Elektroaktien hatten stilles Geschäft bei nur gering gebesserten Kursen. Am Dankenmarkt formten Reichsbankanteile ihren Verlust um etwa 1 Prozent aufholen. Sonst wareü die Kursveränderungen bescheiden. Auf dem Anleihemarkt war die Tendenz für heimische Renten fast unverändert. Ausländische Renten tendierten etwas fester. Die Börse schloß in ruhiger, gebesserter Haltung. Deutsche Anleihen. Sprvzentige Kriegsanleihe 0,825. 3VsProzentige Preußische Konsols 1275. Ausländische Renten: Bagdad k 12,25, Bagdad II 10,25. Montanaktien: Bochumer 88.50. Buderus 19,50. Harpener 140 Phönix 63,37. Rheinstahl 59, Rombacher Hütte 31. Stinnes-Riebeck 46, Laurahütte 8,25, Kali Aschersleben 19,50, Kali Westeregeln 24. Chemische. Aktien: Badische Anilin 30,87, Scheideanstalt 21, Elberfelder Farben 25,75, Höchster Farben 25.87. Holzverkohlung 9, Rütgerswerke 18,50. Clektroaktien: AGG. 11,85, Licht und Kraft 81, Schuckert 70. Bankaktien: Dank für Drau- tndustrie 2,15, Berliner Handelsgesellschaft 163, Commerzbank 6,50, Darmstädter Dank 13, Dis- contogesellschast 18,15, Rtetallbank 18,40, Mitteldeutsche Creditbank 1,95, Reichsbank 75,50, Oester- reichische Kreditaktien 9,62. Transportwerte: Rordd. Lloyd 3,85. Sonstige Jndustrieaktien: Kleher 4.10, Aschaffenburger Zellstoff 31, Zement Heidelberg 9Q.75, Daimler 6. Deutsche Erdöl 63, Dyckerhojf 4,70, Spinnerei Hammersen 21,50, Holzmann 5,50, Kemp Stettin 0,55, Me- tallgesellschaft 16,25, Reckarwerke Stammaltien 7,90, Peters Union 2,5'25, Rheinisches Metall 10,85, Julius Stichel 2,60, Wavh und Frehtag 3,90. Frankenthalzucker 4,60, Heilbronnzucker 3,90, Stuttgartzucker 3.90. Prioritäisobligationen: 2b/,gprozentige Lombarden 9,80. do. von 71 9,80, I. Anatolier 13,75, II. Anatolier 11,12, III. Anatolier 9,75. ! : Börsenkurse. (Ohne Dea-ahr.) Srantfnrt t. M. S’rrHn 3'/,° Montan. . Beffftorf »aldhof...... Zuckerfabrik jfianfent&at . Zuckerfabrik Waghäusel . . 5% Deutsche Neichsanleive 4% Deutsche Neichsauleibe o-/s% Deutsche Heikhsauleig 3% Deutsche Ncichsanlethe Deutsche Sparprämienanleih 4% Preußische Konsols . . 4° o Hessen.......... 3'/2°/o Vossen......... 3% Hessen Deutsche Wcrtb. Dollar-An dto- Doll-Schatz-Anweisng- 4e/o Zolltürlen ..... 5% Ärldmexilaner Berliner Handelsqescllschaf Commerz- und Privat-Lanl Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank Deutsche Bereinöbank . . . Diseonto Commandtt . . . Metallbank.......... Mitteldeutsche Creditbank. Lesterrcichische Creditanstal Westbank........... Bochumer Guß Buderus........... Caro ............ »-Luxemburg irchener Bergwerk« . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Laurahütte.......... Lberbedarf. . . . Phönix Bergbau Rgeinstahl. . . . Riebeck M, TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Llood .... Cheramische Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann..... Analo-Tont-Guano ...» Badische Anilin....... Chemische Mayer Hlaöta . Goldschmidt......... GrieS ebner Electron . . . Höchster Farbwerke..... Holzverkohlung ...... RütgerSwerke Scheideanstalt........ Mg. ElektrizitätS-Gesellscha Bergmann.......... Mamkraflwerke..... Schuckert........ Siemen- 4 HalNe .... Adlerwerke ökleyer ..... Daimler Motoren. .... Heyligenftaedt Megum......... Frankfurter Lrmatmten . . Konservenfabrik Braun . . Melallgesellchaft Frankfurt Pet. Union A -T. ..... Schuh'abrik Her» Sichet..... ....... Zellstoff Saldhof...... Schli's;. ku.xs 'ScMufek. 2Ibci'.ö« börse SAltifi. fiuts Schlutzk. '.Wittag« ' I-ptfe 7. •>, 9 2. 7. 2. 9 2, 0.825 0,825 0,835 0,830 1,10 -V- 1,10 1.10 1,10 1,10 1,135 1,09 1,59 1.525 1,51 1,505 0.56") 0,.W0 o, 0,595 1,30 1,312 1,28 1,28 — — 1,52 1,34 -— 1,40 1,19 1,3 1,30 1,4 1,30 94,75 94,75 94,75 94,75 90,5 90,2 90,3 90,2 10,9 11 10,75 ' 10,75 41,75 41 165 163 163,75 162,25 6,50 6,50 6,50 6.50 13,15 13 13,40 13,2 13 12,55 12,9 12,6 0,39 0.4 — 18,3 18,15 18,40 18 18,90 18,40 —— 1,90 1,95 2 2 9,75 9,62 9.62 9,75 0,135 0,125 0,2 0,2 88 88,5 89 85,75 20 19,5 19,9 18,25 13,62 12,10 12,9 12,4 86.5 82,5 84 82.50 91,13 90,75 91.13 90,6 141,5 140 139,75 137,5 20,13 19,5 20,25 24,62 24 24,25 23,25 8.4 8,25 8.5 8,10 14 12,4 13.5 12.65 64 63,4 64,4 62,6 59.25 59 59.9 57,50 48.75 46 48,1 45,75 3,60 3,75 29.4 28.25 29,25 28,62 3,62 3,85 3,75 3,70 - ... — 99,25 98,75 — 5,60 5,50 5,5 5,1 • ------ —- 162 156 31,30 30,9 31,90 30 0.5 0,52 —W «— 23 21,13 22,5 21,25 25,8 24.62 26 24,50 26,9 25,9 26,25 25,50 9,45 9 —• —* 19,5 18,5 18,9 18 21,50 21 — 12,05 4,85 12,20 11,70 19,2 19,25 19,25 18.90 14 13,62 71 70 71,25 88,5 — 79 — 79,75 4,1 4.101 4,20 4 6,2 6,25 5,7 4 3,75 —— —* 10,5 10,5 11 11 0,625 0,63 — W, 1,1 1,1 1,18 1,1 16 6 16,25 2.55 3,525 —■ 2.5 4,25 4.2 4,875 4.2 2 725 2,60 2,7 2,65 12 9 12.62 13,13 12,50 4,95 4,6 — 4,1 4 — — Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*.) Berlin, 9. Febr. Die Börse eröffnete zu Wochenbeginn in außerordentlich zögernder Haltung. Aus den verschiedenen Auslandsanlethen Oer Deutschen folgert man eine starke Vorbelastung der Erträgnisse unö eine Schmälerung der Dividenden. Sin zweites maßgebendes Moment sind die Erfahrungen am Ultimo Januar, und man versucht schon jetzt zu Ultimo Februar flüssig zu machen. Der Beweis für das Gesagte He$t darin, daß hauptsächlich Monatsgeld gesucht wird, das gegenwärtig noch in ausreichender Mengs $ur Verfügung steht. Es lag daher ander Vörie ganz allgemein reichlich Angebot vor, daS nur zu sehr niedrigen Kursen ausgenommen wird. Die Kurse verloren am Montanmarkt gegen Samstag 1,5 bis 2,5 Prozent. Stark angeboten waren Köln-Reuessen und Rheins!ahl. Don oberschlesischen Werten waren Kattowitzer Stahl rückgängig. Auch Elektrowerte sind angeboten. Stinnes lagen vernachlässigt und abgeschwächt. Völlig interesselos lag auch der Markt der Schiffahrtswerte, wo besonders Hamburg-Süd eine starke Einbuße erlitten. Chcmieaktien liegen ebenfalls abgeschwächt, besonders Oberkoks mußten sich eine starte Kurseinbuße gefallen lassen. K a l i to e r t e waren angrbotcn zu abgeschwächten Kursen. Sehr lustlos lag auch der Vankenmarkt, nur (Berliner Handelsgesellschaft wiesen etwas bessere Nachfrage auf. Sehr zurückhaltend war der heimische Renten markt. Die Lage am Geld- maitt ist vielfach ein wenig entspannt, tägliches tGeld 9 bis 12, Monatsgeld 10 bis 13 Prozent p. a. Am internationalen Devisenmarkt ist eine gewisse Abschwächung eingetreten. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt ge die Katharsis, die Reinigung, nach diesem Erleben nicht auSbleiben. e—s. Hochschulnachrichten. Darmstädter Ehrendoktoren. D a r m st a d t. 9. Febr. (WTB.) Rektor unb Senat der Technischen Hochschule Darmstadt haben die Würde eines Doktor-Jng. y. c. verliehen: Auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Jngenieurwesen Geheimen Regierungsrat Hertwig, ord. Prof, für Statik und Eifenbau an der Technischen Hochschule Berlin, in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Ausbau der staatlichen Wissenschaften, sowie mit Rücksicht auf seine erfolgreiche Tätigkeit als Hoch- fchullehrer. Auf einstimmigen Antrag der 2D5t. f. Mathematik und Naturwissenschaft Oberstudienrat i. R. Prof. Egon Ihne in Darmstadt in Anerkennung seiner Verdienste um den Ausbau der Pflanzen Phaenologie und ihrer praktifchen Verwertung im Obstbau und der Landwirtschaft. Dr. Adolf Dauer, ord. Prof, der Hochschule Stuttgart und Vorstand der geologischen Landesaufnahme In Württemberg, wegen feiner Verdienste und Forschungen auf dem Gebiete der Geologie und der Gesteinskunde, insbesondere der praktischen und technischen Geologie. Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zvbeltitz. 63. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Zwei sehr glückliche Menschen saßen sich gegenüber und plauderten von der Zukunft. „Ich verlange natürlich nicht, daß Theda und Hellmut sich mit ihrem Unyug übereilen", sagte ©ort, „aber den Tag unsrer Hochzeit wollen wir sestseyen. und bis dahin müssen sie unser Rest geräumt haben, das versteht sich von selbst." „Es ist ja rasch geschehen, Hellmut nimmt nur seine paar Möbel mit und seine kostbaren Markenschränke nebst Inhalt, alles Sonstige gehört zum Schlosse." ..Weißt du, Lexe, ich möchte nicht gern im Schlosse wohnen — es hat doch etwas Störendes für mich, tagtäglich mit der Theda zusammen zu kommen — und es ist auch nicht nötig. Ich werde mich vorläufig im Forstvorwerk ein» quartieren, da sind immer ein paar Gastzimmer frei." ' „Wenn du es möchtest, warum nicht. Im übrigen wird die Uebergabe durch Hellmut auch einige Zeit erfordern. Du darfst nicht vergessen, was sich in deiner Abwesenheit alles geändert hat. Durch die Erschließung der Kaligruben hat sich der ganze Wirtschaftsplan verschoben. Wir haben einen Riesenbesitz zu verwalten, Gert, wir müssen (Bergmann, Kaufmann und Landwirt sein — wir, sage ich immer, denn ich will mittätig sein, sonst kann ich nicht leben." „Sollst du sein, ich freue mich darauf, solch eine Frau kann ich brauchen. Du hast die Stiftsherrschast übrigens so glänzend geleitet, daß dein Organisationstalent mir auch in Grvß-Ponar von Wert sein wird. 11 nb wer soll denn nun Domina auf der Wesenburg werden, toemt du daS Zepter Niederlegst T Alexe kicherte fröhlich. „DaS überlasse ich meinen Rachtgespenstern. Eine ZukunftSfreube blüht uns übrigens auch da. Die Tanten sind uralt, und wenn man die letzte zu Grabe getragen Rat und weder bei den Horas noch bei den MeV« vingS unverheiratete Weibchen aufzutreiben sind, so wird das Fibeikvmmih aufgelöst und der Ertrag fällt an die beiden 6tu ein winziges Kummerchen auf deiner weihen Seele?" „Ach lieber Gert, meine Seele ist nicht weih sie hat ihre Sonnenflecken. Aber das ist eine alte Erkenntnis, sie kann mich nicht ernst stimmen Rein — eS war nur eine Frage, die mir in diesem Augenblick durch den Kops ging, und vielleicht markierte sich das Grübelfältchen auf der Stirn, weil ich sie mir nicht beantworten kann," „Latz mich die Antwort suchen. Wie war die Fraget Ein weiches, fast wehmütiges Lächeln, das »auch eine Sehnsucht andeuten konnte, spiegelte eine Seelenregung im Gesicht Aleres wieder „Warum", sagte sie, „fanden wir uns nicht schon vor Jahren so wie heute? Richt schon damals, als wir zum ersten Wale uns unsrer V''; bewuht wurden? Denke, wie anders wäre da .i alles gekommen! Das ist die Frage, die Mir fv plötzlich einfiel — eS war nur ein Ein» U'. leidvollen Umwege zu unfern Muck nötig aewesen?" Der Ernst einer inneren Bewegung trat auch aus die Züge Geris. „Warum?" wiederholte er. „Muh man jede Frage beantworten? Eine neue Frage, die ich verneinen möchte ..Er griff nach fernem Sektglas und leerte es hastig ... „Ich war damals ein Tor, heut' weih ich es. Eine Reflexion sollte meine Leidenschaft bändigen. Das war Unsinn. Die Liebe ist nicht Verstandeswerk. 2Eber, Lexe, ich will nichts bereuen. Irgendwo in Indien sah ich eine Erinnerung an den griechischen Mythus. Ein Relief: neben dem Amor die Reme- sis, und beide hielten ihre Dogen gespannt. Die Deutung ist klar. Die Nemesis soll die Rächerin verschmähter Liebe sein. Gut. Gros und Remesis zielten auf mich und trafen, sie trafen mein Herz sunü fehlten nicht, unb fo ist meine Liebe zur Remesis geworben. Soll ich barüber verzweifeln? Rein, Lexe — ich danke den Gottern!" Er sprang auf und fiel ihr zu Füßen. Mit hingebender Zärtlichkeit strich ihre Hand über fein Haar. Aber ihr Herz war unendlich schwer. Er hatte eine so süße Symbolik für die strafende Göttin gefunden. Doch die Remefis galt auch als Reiderin alles Glücks unb war bie Unerbittliche, die jeben Frevel rächte. 15. Der Viererzug Alexes hielt vor dem Haus auf ber Höhe, ber Kutscher ftanb vor den Pferden, die Zügel in der Hand, unb Alexe trat ein Fvehe war soeben aus dem Institut heimgekehrt unb begrüßte die Kusine in heiterer Sorglosigkeit. „Also glücklich zurück, Lexe?" sagte sie. „Wie ist alles verlaufen? War die Auseinanbersehung mit Gert schwierig?" „Rein, Freße ...“ Sie sahen sich in der kleinen Wohnstube gegenüber, durch die an diesem Spätnachmittage schon das Grau der Dämmerung webte. Frehe sah in den Zügen Aleres einen unerwarteten Ernst und einen nervösen Reiz, und das machte sie unruhig. „Erzähle", bat sie. Mexe sprach mit etwas gedämpfter Stimme, aber gelassen und unverkennbar herzlich im Ton.. „Du mußt Mut haben, Frehe", begann sie, „es kam nicht alles so, wie wir glaubten. Unb bah eS anders kam, lag an verschiedenen Momenten. 3n ber Hauptsache baran, daß Geri seine Gefangenschaft mit bem Grafen Austien teilte unb von ihm wußte, daß er dich als seine Verlobte betrachtete." Frehe erblaßte jäh. „Das kann er nicht gesagt haben," erwiderte sie. „Unser Verlöbnis erlosch schon vor zwei Jahren. Gs war eine feste Abmachung, die nur ihn unb mich anging — aber er selbst hatte sie getroffen. (Brüher Dorotheas lügt nicht. Unb für mich ist er noch heute so gut wie verschollen. Seit seinem Abschied von mir hörte ich nichts, nichts mehr von ihm." „Er hat sich in Kaschgar von Gert getrennt unb wollte über Ssarepta zurück —- hierher zu dir. Möglich, bah ihn noch eine Weisung der Oberen mit einer letzten Mission betraute." | „Sei es. Ich bin meiner Verpflichtung gegen ihn ledig." „Er mag anders denken. Aber das ist feine Sache unb beine. Jedenfalls teilt Geri den Glauben Austiens. Und ich muh hinzufügen, daß er sehr froh war, dich in so guter Hand zu wissen. Du weißt vielleicht gar nicht, wie reich Austien ist. ilnb nun legt er doch auch das Gewand der Armut wieder ab, er ist nicht meßr der Vruber Dorotheas, er hat den Schwur gehalten, den er seiner Mutter gab, er führt dich auf feine böhmischen ober mährischen (Besitzungen — Frehe, bist du denn eine Närrin, daß die glänzende Sicherstellung deiner Zukunft dir so gar nichts gilt! Und noch dazu an ber Seite eines so tadellosen Ehrenmannes! Gert schwärmt für Austien." „Austien lebt also noch?" „Mein Gott, ich sagte es dir ja! Er schrieb bie nie, weil er bir bie Freiheit des Herzens lassen wollte. Man kann spötteln darüber, aber in ber Sittlichkeit seiner Auffassung liegt doch ein erschütternder Ernst. Auch ich spöttele nich( bei aller meiner Skepsis. Ich respektiere biefr Kraft der Seele. Sie ist groß, sie ist groß." Ein bittendes Lächeln zuckte über das weihe Gesicht Frehes. „Du redest mir gut zu, Lexe", sagte sie, „du gibst mir (Bonbons, um mir den bitteren Kern schmackhafter zu machen. Sprich endlich die Wahrheit! Gert will nichts mehr; von mir wissen. Gib eS doch zu!" (Fortsetzung folgt.) a 2 A Z) E ä- 3, 3v “ l 0 i 6 W ..82 hs L Hl e s 1 I 22 L ,w. I y