Nr. 288 Erstes (Et|d)eint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Eeingsprels: 2 Reichsmark und _ 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüss«: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: »nzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Zrankfvrt am Main 11686. Blatt Mittwoch, 9. Dezember 1925 175. Jahrgang SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Schufttrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20Jmehr. Chefredakteur. Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Füße!» sämtlich in Gießen. Hessischer Landtag. Darmst.adt, 8. Dez. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung am 10.30 ilbc mit einem Rachruf auf den verstorbenen Abgeordneten Hofmann- Seligenstadt (Zentrum), der sich grvhe Sympathien durch die Lauterkeit fernes Eharakters und feinen Fleth auch über den Rahmen seiner Partei hinaus erworben habe. Die Abgeordneten erheben sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen. Nachfolger des verstorbenen wird der Schreinermeister Laudenbach e r . D'.eburg. Wie Präsident Adelung mit» teilt, war Aechnungsdirektor Köhler am ^Oktober 25 Jahre im Bureau des Landtags tätig. Gr widmet ihm aus diesem Anlaß warme Worte der Anerkennung für feine Dienstleistungen. Kleine Anfragen. Abg. Kindt (Dtschn.) fragt an, wre sich d,e Einnahmen aus den Iagdwafsenpassen stellen. Aus der Antwort des Aegierungsver- trelers ist zu entnehmen, dah sie stark zuruck- gehen, und zwar betragt im letzten Aechnungs- iahr die Abnahme 163 800 Mark. Abg. Dingeldey (D. D.) fragt an, warum den Beamten der Staatsanwaltschaft nicht das Kleidergeld ausbezahlt wird, das ihnen auf Grund eines Landtagsbeschluffes in gleicher Hohe wie den Kriminalbeamten der Polizei zusteht. Staatsrat Dr. S ch w a r tz teilt mit, daß der Fi- nanzminister seinen Widerspruch zurückgezogen hat, es würde daher jetzt den Beamten das Kleidergeld ausbezahlt. Eine Anfrage des Abg. D i n g e l d e l) wegen Verbots des Offenhaltens der Geschäfte in Gießen aus Anlaß des großen Turnfestes und einer größeren Regimentsfeier will Minister Raab morgen beantworten. Eine Anfrage des Abg. Dingeldey wegen K r e d i t h i l f e für Den gewerblichen Mittelstand und den Einzelhandel im besetzten Gebiet wird von Minister Ra a b dahin beantwortet, daß vom Reich, der Hessischen Kommunalbank und der Hessischen Landeshypo- thekenbank Kredite bereitgestellt worden sind. Die Regierung wäre sich bewußt, daß sie u n - zulänglich seien, aber bei der Finanzlage des Staates könnten weitere Kredite nicht bereitgestellt werden. Hierauf wird in die Tagesordnung eiugetreten. Zu einem Antrag des Abg. Dr. Wer- ner (Sn.) und Genossen wegen Vorlegung eines neuen Landtagswahigesetzes hat der Ausschuß mit Mehrheit beschlossen, den Antrag für erledigt zu erklären. Abg. Dr. Werner (Dn.) be- fürroortet seinen Antrag in der Aussprache mit einem Hinweis auf andere Länder, von denen einige, obwohl sie größer wären, eine geringere Anzahl von Abgeordneten hätten. Er macht auf eine Reihe von Mängeln des Wahlverfahrens aufmerksam, die sich namentlich bei der Listenwahl und jetzt bei den Kommunalwahlen her- ausgefteUt hätten. Staatspräsident Ulrich erklärt, wenn in eine Prüfung des Wahlverfahrens eingetreten werde, so müßte man auf Beseitigung aller Mängel bringen. Werde eine Reform des Wahlrechts beschlossen, so würde sich die Regierung ihr nicht widersetzen. Die Mehrheit des Hauses nimmt den Aus- schuhantrag an. der dahin geht, daß Her Antrag Dr. Werner durch die Aegierungsantwort für erledigt zu erklären sei. Zu einem Antrag der Abgg. Dr. Wer -> ner u. Gen. zur Überprüfung d e r V.e r- fasfung hat die Mehrheit des Ausschußes Ablehnung beschlossen, die Minderheit wünscht Zustimmung. Abg. Dr. Werner befürwortet in mündlicher Rede seinen Antrag un) zählt eine Reihe von Punkten auf, die da ür sprechen: das Haus lehnt indessen den Antrag ab. Ein Antrag der Abgg. Kindt (Deutschntl.) u. Gen. will eine Abänderung der Verfassung zur Einführung der Wahlpflicht. Avg. Riepoth (D. Vp.) teilt als Berichterstatter mit, daß der Ausschuß den Antrag durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt hat. Abg. Kindt (Dntl.) meint in mündlicher Begründung seines Antrags, durch Strafgelder würden die Mehrkosten bezahlt. Das Haus stimmt dem Aus» schuhantrag zu. Ein Antrag der Abgg. Werner (Dntl.) u. Gen. bett. Aufhebung des Gesetzes zum Schuh der Republik wird vom Hause für erledigt erklärt. Abg. Dr. Werner weist in der Aussprache auf den Widerspruch in dem Verhalten der Sozialdemokratie hin, die im Reichstag für die Aufhebung fei. Abg. ® a I m (Komm.) spricht sich aus anderen Gründen als der Vorredner ebenfalls für die Aufhebung des Gesetzes aus, das Haus tritt jedoch dem Aus» schußbeschluh bei. Don der Abg. Frau Birnbaum (D. Dp.) wird Klage geführt über die unzulängliche Pvstbestettung in den Land- orten und in den Städten. Briefe von Darmstadt nach Gießen brauchten manchmal zwei Sage. Als ein Antrag Glaser abgelehnt wurde, Strafen wegen Versäumnis der Fortbildungsschule in ganz Hessen zu erlassen, ertönten von der Galerie Pfuirufe. Der Präsident rügt dies und droht im Wiederholungsfälle die Galerie räumen zu lassen. Bemerkenswert ist, dah eine Vorstellung des Hausverwalters im Landtag wegen Einstufung in eine höhere Besoldungsgruppe von der Mehrheit des Hauses, insbesondere von der Spzialdemckratie abgelehnt wurde, während die Parteien der Rechten sie befürworten. Abg. Delp (Soz.) spricht dagegen' und verweist auf die Folgen, denn auch M anderen Hausverwalter Das deutsche Eigentum in Amerika. Berlin, 8. Dez. (WTB.) Der Gegensatz, »der zur Zeit besteht zwischen dem lebhaften Wunsch der deutschen Eigentümer des in den Vereinigten Staaten beschlagnahmten Ver- mögenä auf Freigabe dieses Eigentums und den durch den 'Vertrag von Berlin „einschliehlich der in ihm ausgenommenen Bestimmungen des Vertrages von Versailles" den Vereinigten Staaten gewährleisteten Rechts, die Kriegsforde- rungen ihrer Angehör.gen, die zur Zeit durch die in Washington tagende deutsch-amerikanische Schadenlommission geprüft und festgesetzt werden, aus dem beschlagnahmten deutschen Eigentum abzudecken, hat feit längerer Zeit zu Versuchen geführt, den Gegensatz «durch Herbeiführung einer unmittelbaren und freundschaftlichen Verständigung zwischen den beiden Interessentengruppen zu überbrücken bzw. zu beseitigen. Rach der Lage der Sache konnten zu diesem Zwecke die emgeleiteten Verhandlungen nicht von den beiderseitigen Regierungen geführt werden, sondern nur von privater Seite. Die Verhandlungen, die durchaus privater Ratur waren, führten dann unter teilweiser Mitwirkung des amerikanischen Schatzamtes zu einer im Interesse aller Beteiligten zu begrühen- den Lösung des Problems, das auch im amerikanischen Kabinett als mögliche Grundlage erachtet wurde. Auch die deutsche Regierung erachtet, unbeschadet des von ihr eingenommenen Rechtsstandpunktes, den Plan als eine annehmbare Losung des Freigabeproblems. Die Grundidee des zu schließenden Abkommens, an der streng seslgehallen ist, ist die bereits betonte (Einigung der beteiligten beiden Gruppen unter Pch, die als eine günstige Voraussetzung für eine gesetzgeberische Aktion des Kongresses erachtet wird. Die beiden weiteren, die Verständigung beherrschenden Grundgedanken sind: 1. daß, soweit von einem Opler, das durch das Zustandekommen desPlanes bedingt wäre, die Rede sein kann, dieses Opfer zwar nur als ein rein temporäres von beiden Seiten gebracht wird und 2. daß ferner den Schwierigkeiten des T r a n s f e r p r o b l e m s (d. h. der Umwandlung der unter dem Daroesplan von Deutschland zu zahlenden Goldmark in fremde Währung) dadurch Rechnung getragen wird, daß bestimmt in dem plan vorgesehene Zahlungen wahlweise sowoh tin Dollar wie in Gold- mark geleistet werden können. Bei dem Plan ist davon ausgezanzen worden, daß die amerikanischen Ansprüche, soweit sie privaten Interessenten zu'tehen, den B-trag von 130 Millionen Dollar (einschließlich der sehr erheblichen auf gelaufenen Zinsen) nicht üb erfteigen, und daß andererseits das noch als beschlagnahmt vorhandene deutsche Eigentum etwa 150 Millionen Dollar in bar £>. h. in Gold oder in Liberty Bonds) und etwa 80 bis 100 Millionen Dollar in nicht realisierbaren Werten betragt. Es sind ferner di? Ansprüche derjenigen Deutschen berücksichtigt, deren Eigentum entweder von der ameri- kmischen Regierung benutzt, oder aber durch Requisition oder auf anderem Wege ohne Entschädigung enteignet ist. Es ist in Aussicht genommen, daß diese Ansprüche durch einen von der amerikanischen Regierung zu ernennenden Arbiter (Schiedsmann) geprüft, festgel gt und bis zum Betrage von 100 Millionen Dollar (also falls sie in ihrer Gesamtheit einen höheren Betrag erreichen sollte. Pro rata) und in einer noch näher zu erörternden Weise befriedigt werden fallen. ES ist außerdem die Heranziehung des im Sreasurydepartements aus früheren vor den 4. März 1923 fallenden Zinscingängen gebildeten Fonds von zi fa 30 Millionen Dollars, wovon ein geringerer Teil auf die in Betracht kommenden Interessenten entfällt und an dem ihnen nach dem amerikanischen Gesetz ein formelles Eigentums- oder Forderungsrecht nicht zusteht, im Interesse der Befriedigung der amerikanischen Gläubiger in§ Auge gefaßt. Endlich ist die Heranziehung der gesamten in Deutschland zugunsten der ‘Bereinigten Staaten zu leistenden Daweszahlungen (d. h. also sowohl für die Besatzungskosten wie für die amerikanischen Entschädigungsansprüche bestimmten Beträge), die an den amerikanischen Treuhänder abzusühren wären, in der Weise geplant, daß auf dieser Grundlage von den Vereinigten Staaten für Kapital und Zinsen garantierte und in spätestens 25 Jahren rückzahlbare Bonds ausgegeben werden, und zwar in Hohe von 255 Millionen Dollar. Die Bonds sollen aus den Daweseingängen durch Los abgedeckt und, wie schon erwähnt, in Dollar oder Goldmark der ameri- kanischen Regierung zurückgezahlt werden. Seweit die Rückzahlung in Goldmark erfolgt, ist für jede nach dem ersten Jahre folgende Aus- zahlung eine in jedem Jahr um y2 Prozent steigende Prämie vorgesehen. Auf dieser Grundlage ist die Verständigung zwischen den beiden Gruppen über die vorhandenen Werte, d. h. also über 150 Millionen Dollar deutschen baren Geldes und 80 bis 100 Millionen Dollar nicht realisierter deutscher Werte unh anderseits 250 Millionen Dollar Dvnds, so gedacht, daß diejenigen deutschen Eigentümer, deren Vermögen drüben auf Grund des Alien Enevh Act beschlagnahmt wurde, und noch vorhanden ist, dies mit der Maßgabe zurückerhalten, dah anstelle eines Betrages von 50 Millionen Dollar baren Geldes 50 Millionen Bonds gegeben werden, und dah die bereits oben erwähnten Eigentümer von Werten, die von der amerikanischen Regierung benutzt oder ohne Entschädigung enteignet worden find, bis zu 100 Millionen Dollar in Bonds erhalten. Die amerikanischen Gläubiger ihrerseits erhalten außer den außerhalb des beschlagnahmten Eigentums vorhandenen 30 Millionen Dollar in bar 100 Millionen Dollar in Bonds^ Danach ist also der Zahlungsmodus zwischen den eigentlichen Gruppen der Eigentümer des vorhandenen beschlagnahmten Eigentums und den amerikanischen Forderungen so, daß die Deutschen außer den nicht realisierten Werten von 80 bis 100 Millionen Dollar 50 Millionen Dollar in Bonds und 100 Millionen Dollar in bar erhalten. Dem Grundgedanken einer Verständigung der beiden Gruppen entspricht es dabei, daß dieses Ergebnis durch die Zustimmung der in Betracht kommenden Interessierten gebilligt fein muß. Es ist zu wünschen, daß sich die Bedingungen durch eine bereitwillige Mitwirkung aller beteiligten Kreise erfüllen lassen, damit noch in diesem Winter Raum geschaffen wird für die Stellungnahme des amerikanischen Kongresses zu diesem zwischengrupplichen Plan. Sollte feine An- nähme im Kongreß erreicht werden, so wäre damit ein Problem gelöst, das ohne eine Verständigung wie sie hier versucht worden ist, in absehbarer Zeit sicherlich nicht zu einer für die deutschen Interessenten annehmbaren Lösung führen dürste. Es würde damit auch der kapitalarmen deutschen Wirtschaft eine nicht hoch genug einzuschätzende Belebung zuteil werden, die um so nachhaltiger (tin dürfte, als jedenfalls in amerikanischen Ban'krcisen mit Bestimmtheit erwartet wird, daß der Kurswert der auszugebenden Bonds pari fein wird. DesPräsidentenCoolidge Botfcha t an den Kongreß. Washington, 8. Dez. Heute ist dem Kongreß die alljährliche Botschaft des Präsidenten zugegangen. Präsident Coolidge erneuert darin eine Reihe von Vorschläg n. die der AuftrerFamkeit der gesetzgebenden Körperschaften schon früher anempfohlen worden sind, und in ihrer Gesamtheit die ümrißlinie eines umfassenden gesetzgeberischen Programms, für dringende innere uip internationale Fragen geben. So macht die Botschaft des Präsidenten Vorschläge für Steuererleichterungen und befürwortet den Beitritt Amerikas zum Weltgerichtshof. Sie verlangt ferner, daß dem amerikanischen Flugwesen nachdrückliHe Forderung zuteil werde, und besteht auf peinlicher Innehaltung der Anti-Alkohol- Gesetzgebung. Zum Thema der auswärtigen Beziehungen erilärt der Präsident, der Erfolg der Konferenz von Locarno rechtfertige die von der amerikanischen Regierung b folgte Politik, die es den europäischen Staaten überlassen habe, die besonderen europäischen Probleme zu lösen, ohne die Vereinigten Staaten mit hinoinzuwik- keln. Gr fügt hinzu, auch die Abrüstungsfrage fei ein ausgesprochen europäisches Problem, doch würden die Vereinigten Staaten jeden Schritt, den die europäischen Länder zur Verringerung ihrer Rüstungen unternehmen sollten, mit besonderer Dankbarkeit begrüßen. Aber wonn die amerikanische Regierung auch im allgemeinen für die Abrüstungsidee eingenommen sei, lege sie doch keinen Wert darauf an einer Ab.üfiungs- konferenz teilzunehmen, deren Tagungsort und deren Zusammensetzung so gewählt sei, daß mit der Wahrscheinlichkeit des Scheiterns von vornherein gerechnet worden müsse. Der Präsident behandelt dann die Schuldenbehandlungen mit auswäci.gen (Staaten. Er vertritt die Meinung, daß die bereits abgeschlossenen üebereinfomnien keine ungerechtfertigte Belastung der Schu.dner bedeuten und dah sie für beide Teile erfreuliche Auswirkungen zelligen würden. Zur Frage des beschlagnahmten deutschen Eigentums etf.ärt die Iahresbotscha t: Zwischen den beteiligten Parteien sind Verhandlungen über die endgültige Verteilung der in den Händen des Verwalters für fremdes Eigentum befindlichen Vermögensbestände im Gange. Bis zum Abschluß dieser Verhandlungen empfehle ich, jede positive Gesetzgebung irgendwelcher Art zu unterlassen. Vorläufig sollten wir im Delitz dieses Eigentums verbleiben, das wir als Sicherheit für die Befriedigung der Forderungen festhalten. auf die unser Volk und unsere Regierung Anspruch haben. würden dasselbe verlangen. Abg. Dr. Keller (Dtfch. Vp.) macht darauf aufmerksam, daß er früher schon einen Antrag gestellt hat, alle Hausverwalter wegen ihres anstrengenden Dienstes hoher e'.nzustufen. Abg Leuschner (Soz.) schlägt als Ausweg die Anstellung einer Hilfskraft vor. Rach weiterer Aussprache wird die Vorstellung gegen die Stimmen der Rechtsparteien abgelehnt. Abg. Dr. Werner (Dtschn.) erstattet einen ausführlichen Bericht über eine Dorste.lung des Landesverbandes Hessen des Deutschen Akademischen Assistentenverbandes. D.e Vorstellung ist von der Mehrheit des Finanzausschusses abgelehnt worden. Abg. Kindt (Dtschn.) spricht für die Bewilligung der erforderlichen Mittel. Ministerialrat L o h l e i n meint, die Staatsfinanzen konnten die Mehrbelastung nicht tragen. Der Antrag des Ausschusses wird angenommen, die Vorstellung ist damit abgelehnt. Schluß der Beratungen um 12.45 ühr: nächste Sitzung Mittwoch, 9 ühr. Minister von Brentano. 70. Geburtstag. Der hessische Minister des Innern Otto Rudolf von Brentano di Tremezzo ist am 9. Dezember 70 Jahre alt geworden. Er entstammt einer aus Tremezzo in Norditalien im 18. Jahrhundert in Deutschland emgewanderten Familie, aus der eine Reihe von Persönlichkeiten hervorgegangen ist, die im deutschen Geistesleben beroortraten, wie Clemens Brentano und feine Schwester Bettina (von Arnim), deren romantische Dichtungen heute noch nicht vergessen sind, ferner der Philosoph Franz Brentano und der Nationalökonom Lujo Brentano (Vettern des Ministers). Der Reichskanzler Freiherr von Hertling war fein Onkel. Otto Rudolf von Brentano ist am 9. Dezember 1855 in Darmstadt geboren. Er besuchte die Gymnasien zu Büdingen und Gießen, studierte an den Universitäten zu Gießen und München und legte 1881 die Staatsprüfung ab. Im folgenden Jahre ließ er sich in hriebberg als Rechtsanwalt nieder und siedelte im Jahre 1891 nach Offenbach über. Arn 1. Januar 1900 wurde er zum Notar ernannt. Während feiner Offenbacher Tätigkeit trat von Brentano zuerst in der Oeffentlichkeit hervor. Er gehörte mehrere Jahre lang dem Stadtverordneten- kollegium von Offenbach an; er wurde Mitglied des Landwirtschaftsrates und war längere Zeit auch juristischer Beirat der Landwirtschaftskammer, der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Notariatskammer. Im Monat Mai 1897 trat von Brentano in die Hessische Zweite Kammer ein und gehört seitdem ununterbrochen dem Landtag an; er steht also seit nahezu drei Jahrzehnten im parlamentarischen Leben Hessens und ist fast ebenso lange der anerkannte Führer der hessischen Zentrum spar- t e i. Nach den Ereignissen des Novembers 1918 wurde er Justizminister und nach dem Rücktritt des Ministers Fulda etwa 2} Jahre später auch Innenminister. Als Politiker gehörte der Minister zu den Befürwortern einer Regierung auf breiterer Grundlage als sie die gegenwärtige Koalition (die Weimarer Koalition) in Hessen bietet. Das war der Anlah, daß ihn die Rechtsparteien des Landtags nach den Wahlen des vergangenen Jahres zum Staatspräsidenten ausersehen hatten ;es kam indessen keine entscheidende Mehrheitsbildung zustande, denn bei der Staatspräsidentenwahl im Januar d. I. erhielt der bisherige Staatspräsident Ulrich 32 Stimmen und Minister von Brentano 34 Stimmen. Das Zentrum schlug sich dann wieder zur alten Koalition, und am 24. März wurde Staatspräsidenten ausersehen hatten; es kam in- ordnung der Regierung wurde Brentano mit dem Ministerium des' Innern betraut und zum Stellvertreter des Staatspräsidenten ernannt Auch verblieb ihm die parlamentarische Verantwortung für das Justizministerium; der leitende Iustizbeamte erhielt im Kabinett eine beratende Stimme. Neue Vergewaltigung des Deutfcht ms in Sübtirrl. Italienischer Rcli^ionsuutcrricht in den schulen und .talienischc Predigten. Bozen, 8. Dez. (TU.) Die saszlstlschen Behörden dehnen jetzt ihren Kamps gegen das Deutschtum in rücksichtsloser weise auch auf die deutsche Sprache in der Kirche aus. 3n Bozen, wo eine italienische Kirche schon feit langem zur Verfügung steht muß jetzt auch in der deutschen Kirche neben dem deutschen Gottesdienst ein italienischer abgehalten werden, der jedoch nur sehr schwach besucht wird. Um die Notwendigkeit dieser Einrichtung zu beweisen, haben die Behörden angeordnet, daß die deutschen Schulkinder verpflichtet sind, die italienischen Predigten zu besuchen, ferner hat die Schulbehörde für den ganzen Bezirk Bozen angeordnet, daß der Religionsunterricht an die deutschen Kinder in italienischer Sprache ; u erteilen ist. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat )"r Folge, daß dem Seelsorger die Erlaubnis zur Erteilung des Religionsunterrichtes entzogen wird. Die Mosiulfrage vor dem Vösirerbundsrat. Annahme des Haager Gutachtens. — Die Türkei übcrst mmt. Tü. Genf, 8. Dez. Die mit Spannung erwartete Sitzung des Rates über die Regelung der Mossulfrage wurde heute nachmittag eröffnet. Sir Austen Chamberlains Platz hat der englische K.loniclsekretär Amery eingenommen. Die Türken, die am Ratstisch Platz nahmen, werden von Munir Veh, dem türkischen Gesandten in Bern, geführt. Der türkische Außenminister, der glrichfalls in Genf weift, ist zu dieser Sitzung nicht erschienen. Die Verhandlungen beginnen mit der Verlesung des Gutachtens des Haager Gerichtshofes, das die Zuständigkeit des Rats erklärt. Die Entscheidung müsse einstimmig gefaßt werden, wobei die beiden streitenden Parteien an der Abstimmung teikzunehmen hätten, ohne daß ihre Stimmen gezählt werden würden. Der Bericht- erstatter tzÄ Rats, der schwedische Außenminister ilnben, empfiehlt dem Rat die Entscheidung des Haager Gerichtshofes zur Annahme. Kolonialminister A m e r y wiederholt die Versicherung der englischen Regierung, im voraus dieser Entscheidung des Rats z uz u st im men, für den Fall, daß auch die Türkei sie annehmen wird. Munir Dey dagegen lehnt die Antwort des Haager Gerichtshofes ab. Der Rat sei nicht zum «Schiedsrichter berufen, sondern seine Aufgabe sei, zu vermitteln und zu schlichten. Auch die Türken stechen auf dem Standpunkt, daß der Beschluß des Rats einstimmig gefaßt werden müßte, doch müßten die Stimmen beider Parteien gezählt werden. Linden machte dann den Vorschlag, über das Rechtsgutachten des Haager Gerichtshofes abzustimmen ob das Urteil des Rats bindende Ära't haben soll und ob es einstimmig gefällt werden müsse, wobei J>k Stimmen der beiden Parteien nicht gezahlt werden dürften. Lieber die Frage, wie nun über das Haager Rechtsgutachten abgestimmt werden soll, entspann sich ein erbitterter Kampf, denn bereits hier erweist es sich, daß die Türkei das Mitzählen ihrer Stimme verlangt, während sämtliche Ratsmitglieder dies ableh- n e n. Leider hatte der Haager Gerichtshof es vergessen. anzugeben, welche Abstimmungsmethode bei der Abstimmung über sein Gutachten selbst anzuwenden sei. Die Situation wird noch weiter durch eine Erklärung Munir Drys kompliziert, nach der die türkische Delegation nur Vollmachten besähe an den Verhandlungen des Rats teilzunehmen, aber keine Vollmachten habe.eine Entscheidung des Rats als Schiedsrichter bindend für die Türkei anzuerkennen. Die Sitzung wurde schließlich nach fünf Llhr für eine Stunde ausgesetzt, um den Ratsmitgliedern Gelegenheit zur Aussprache zu geben und sich über diese Frage schlüssig zu werden. Dann gibt der Vorsitzende Scialoja bekannt, daß zur Abstimmung über das Haager Rechtsgutachten geschritten werden würde, und daß die Stimmen Englands und der Türkei bei der Feststellung der Einstimmigkeit nicht mitgezählt werden, da sie den interessierten Parteien angehören. Er begründete diesen Standpunkt mit dem § 15 des Völkerbundpaktes. Bei der nunmehr unter atemloser Stille erfolgten Abstimmung gab nur die Türkei ein „Rein" ab. Alle anderen Stimmen erklärten sich für Annahme des Gutachtens. Munir Bey begründete seine ablehnende Stellungnahme mit seinen Vollmachten, die es ihm aestatteten, an den Verhandlungen teilzunehmen, solange der Rat sich auf eine vermittelnde Tätigkeit beschränke. Weitere Vollmachten können ihm nur von dem Parlament in Angora erteilt werden. Er fasse daher den Beschluß des Ratkomitees lediglich als eine Empfehlung auf und erwarte, daß der Rat in ieiner Dennittlungsrolle fortfahren werde. Der schwedische Außenminister, linden, erwiderte darauf, daß die vermittelnde Tätigkeit des Rates noch nicht beendet sei. Die Industrie in der deutschen Wolgarevublik. 1 Trotzdem die Wolgadeutsche Republik einen aus- ^gclnrochenen Agrarstaat darstellt, ist es der Fabrik- in?dftrie gelungen, tm Wolgagebiet Wurzel zu fassen. , Von den einzelnen Wirtschaftszweigen hat in der Wirtschaft der Republik die getreideverarbeitende I n d u st r i e die größte Bedeutung. Hinsichtlich der industriellen Kulturen steht die T a - bakindustrie an erster Stelle: so wird in diesem Jahre zur Verarbeitung eine Ernte von ca. 5000 Tonnen Tabak erwartet. Besondere Bedeutung hat die landwirtschaftliche Maschine n i n d u st r i e, die in erster Linie Naphta- traktoren und Worfelmaschinen herstellt. Weiterhin weist die Wolgadeutsche Republik ein dichtes Retz von Sägemühlen auf, die für die Bevölkerung das notwendige Holzmaterial liefern. Auf dem Gebiete der Kleinindustrie muß besonders die Pro* öu ftion der sog. Sarpinka hervorgehoben werden. Mit der Anfertigung dieses Baumwollgewe* des sind ungefähr 10 000 Weber beschäftigt. Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Professor Robert Schmidt. Deutsche MöbetkunsttmLause derJaHrhnnd. rtc. Am Montagabend fand zum erstenmal wieder seit verganaenem Winter eine jener ausgezeichnet gewählten Veranstaltungen der Gesellschaft Gießener Kunstfreunde statt. Die neue Saison scheint also begonnen zu haben. Hoffen wir es. Der große Hörsaal des physikalischen Instituts, in dem die Vorträge in Ermangelung eines so bitter notwendigen eigenen kunstwissenschaftlichen Dortragsraumes leider Gottes stattfinden mußten, war wenigstens in feinen oberen Teilen recht gut besetzt. Indessen entsprach die Größe der Besucherzahl doch nicht der Qualität und Bedeutung des Vortrages. Einer der Führer in der Geschichte des deutschen Kunstgewerbes, Prof. Dr. Robert Schmidt, Direktor des Frankfurter Kunstgewerbemuseums, sprach über deutsche Möbelkunst im Laufe der Jahrhunderte. Was seinen Vortrag über andere gleichen Themas erhob, war weniger das angenehme, aber zunächst nicht minder billige Mittel eines reichen Lichtbildermaterials, als die außerordentlich geistvolle Vielgestaltigkeit und zugleich die fast mathematische Klarheit seines Aufbaus. Von besonderer Bedeutung war die starke Einstellung auf die Kunst der Gegenwart und die selten zu findende Fähigkeit, von ihr aus ohne dos unterbrechende Historisieren weltfremden Gelehrtentums die Kunst vergangener Zeiten mit Wärme zu behandeln und auch dem Laien verständlich zu machen. Die lebendiae Auffassungsweise sprach sich auch aus in der Wahl der Vergleiche, in der Schärfe der Gegensätze und vor allem in der Art, wie die Möbel bineingestellt wurden in ihren ursprünglichen Zusammenhang mit der Architektur, den Menschen und der Lebensweise ihrer Zeit. An den Anfang setzte Schmidt den Otto-Heinrichs-Bau des Heidelberger Schlosses, und im Gegensatz zu ihm das Palais Am Großen Garten in Dresden. Er schloß mit der Turbinenfabrik der AEG. in Berlin. Von einem Renaissancezimmer ausgehend, entwickelte er an einer Schweizer Ratsstube von 1467 das Wesen der spätgotischen Innendekorotion. Das GegendieKriegsschuldlüge (Sine Shuibflelutt i englischer Geistesarbeiter. London. 8. Dez. (TLI.) Gestern abend wurde eine von zahlreichen und hervorragenden Geistlichen. Gelehrten und Schriftstellern unterzeichnete Petition an die Regierung veröffentlicht, tie für eine Abänderung von zwei Destimmungen des Friedens- Vertrages von Versailles eintritt. Die Petition erklärt, daß abgeändert werden müsse der Artikel 231, der den LIrsprung des Krieges auf den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten zurückführt und Artikel 227 bis 30. die sich gegen Vergehen gegen internationale Moralität und Heiligkeit von Verträgen richten. 3n der Petition wird ferner darauf hingewiesen, daß die ®eiftedt>er» fasjung, die die alliierten und aisozierten Mächte in den genannten Artikeln zum Ausdruck brachten, jetzt zum größten Teck verschwunden sei. Cs sei offenkundig, daß diese Artikel ungerecht seien und ein ernstes Hindernis für internationales Einvernehmen bilden. Die Regierung wird daher dringend aufgefordert, entweder die Artikel ohne weiteren Verzug abzuändern oder ihre Absicht dadurch zu bekunden, daß sie diese Destimmungen unberücksichtigt läßt. Llnter den zahlreichen hervorragenden Persönlichkeiten, die diese Petitionen unterzeichnet haben, befinden sich Pr o f e s s o r e n der Llniversitäten Cambridge, Oxford, Manchester, London, Liverpool, Birminghcun. sowie die Schriftsteller Dernhard Shaw. Professor Keynes, Wells, ferner die Di schöfe von Manchester und Dirmingham, sowie der Dekan von Bristol und zahlreiche andere. Langsam verschwindet eine der ungeheuerlichsten Kriegslügen nach der anderen. Erst vor wenigen Tagen wurde im englischen Llnterhause mit der Kadaverlüge gründlich aufgeräumt, jetzt ist man einer ungleich schwereren Llnwahr- heit zu Leibe gegangen, der Lüge von der alleinigen Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges. Wohl handelt es sich hier vorerst um einen Vorstoß von Geistlichen, Gelehrten und Schriftstellern, ihre laute und vernehmliche Forderung nach Beseiti- gung des Schuldparagraphen wird und muft im Auslande ein lebhaftes Echo finden. Mögen die veränderten internationalen politischen Verhältnisse wesentlich am Zustandekommen dieser Petition beigetragen haben, letzten Endes ist sie aber doch ein wertvolles Ergebnis unseres nimmermüden Kampfes gegen das Fundament des Versailler Schandvertrage;. Schon sind nicht unwesentliche Teile dieses Dik ates gesallen beziehungsweise umgeformt worden, es wird auch der Tag heranbrechen, der uns gänzlich von diesem Joch befreit. Besatzung und Wohnungsnot. D e r l i n. 8. Dez. (WTB.) Wie das WTD. erfahrt, hat der Oberbefehlshaber der französischen Desatzungstruppen dem Generaldelegierten der Reichsvermögensverwaltung beim alliierten Oberkommando in Mainz mitgeteilt, daß er für den französischen Desatzung-abschnitt den Defehl erlassen habe, bis zum. 1. April 1926 von jeder Reuanforderung von Räumlichkeiten abzusehen. Die Reichsvermögensverwaltung in Koblenz ist angewiesen worden, bei der britischen und belgischen Armee auf den Erlaß eines gleichen Befehls hinzuwirken. Die Erwerbslosenfürsorge. Derlin, 9. Dez. (Wolff.) Gestern abend fand eine Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Reichstagsfrak- ttionen mit Ausnahme der Kommunisten und der Völkischen über die Versorgung der Erwerbslosen statt. Das Ausmaß der Erhöhung der Erwerbslosenfürsorge konnte noch nicht bestimmt werden, weil sich noch nicht übersehen läßt, bis zu welcher Hohe die Anzahl der -Erwerbslosen ansteigen wird. Das Urteil im Dolcbttohvrozeb. München, 9. Dez. (WTB.-Drohtrneldung.) Im Dolchstoßprozeß wurde heute das Urteil verkündet. Der Beklagte Gruber wurde wegen fortge- setzten Vergehens, teils der Beleidigung, teils der üblen Nachrede zu einer Geldstrafe von 3000 Mark ev. 20 Tagen Gefängnis und zur Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Musikzirnmer Friedrichs d. Gr. in Sanssouci bildete den Hintergrund für einen ausgezeichnete Charakteristik des Rokokos. Die Besprechung des Zopf- rneisters David Röntgen in Neuwied gipfelte in einer Apotheose deutscher Kunstfertigkeit und Technik. Amüsant und erheiternd wirkte die Gegenüber- stellung der Möbel vom Ausgange des vorigen Jahrhunderts mit ihren Vorbildern in der Renaissance und Gotik. Der leicht hingleitende flüssige Vortrag wär reich untermischt mit geistreich charakterisierenden Anekdoten. Wie wir hören, ist zu hoffen, daß in Kürze eine andere Stütze deutscher Wissenschaft durch bte Gesellschaft der Kunstfreunde ihre Kraft in den Dienst des Gießener Kulturlebens stellen wird, dem zu einer seltenen Höhe nichts fehlt, als der mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu bewerkstelligende Ausbau feines kunstwissenschaftlichen Instituts. Die heffische Grönlandexpedition Wie wir seinerzeit mitteilten, war im Juli dieses Jahres eine wissenschaftliche Expedition nach Grönland abgereift, die von dem Professor der Geographie an der Universität Gießen Dr. Fritz K l u t e und dem Assistenten am Geologischen Institut der Tech- Nischen Hochschule in Darmstadt H. K. E. Krüge r, der seinen Wohnsitz in Bensheim hat, unternommen worden ist. Die Kosten des Unternehmens hatte zum größten Teil der hessische Staat getragen und der Landtag hatte die Mittel bewilligt. Es handelt sich hier eigentlich um eine Dorexpedition, Die in erster Linie die Aufgabe hatte, expeditions- technische Erfahrungen zu sammeln für eine größere Expedition, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird und Grönland erforschen soll. Professor ftlute hatte sich die Aufgabe gestellt, die Veränderungen in der Gestalt des Landes zu erforschen, die durch die Vereisung hervorgerusen werden. Krüger widmete sich geologischen Forschungen, die insbesondere der Nugsuak-Halbinsel galten, wo Sedimente des Tertiärs und der Kreide mit dem Grundgebirge und jungeruptiven Gesteinen zusammen Vorkommen. Die Expedition führte ein Klepperboot und ein Floßboot, eine Leica-Kamera für photographische Aufnahmen sowie eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen mit, die von deutschen Firmen Die FrnanzvorschlSge Loucheurs. Paris, 9.Dez. (TU.) Die Blätter oeröffent- lichen den Wortlaut der neuen Finanzvorschläge Loucheurs, die aus sieben Einzelplänen bestehen. Die Vorschläge der Regierung bezwecken zunächst die Ausgleichung des Budgets für 1926 und Maßnahmen zur finanziellen Wiederaufrichtung des Landes. Der erste Teil der Finanzpläne bringt eine E r - Höhung der Tarife für Tabak, Stempel, Postgebühren und Alkohol, ferner die Erhebung einer 22prozentigen Taxe aus dem Umsatz von Grund st ticken und Häusern. Weiter sicht der Entwurf noch eine bedeutende Erhöhung der Erbschaftssteuer vor. Loucheur verspricht sich von diesen Steuern einen Gesamtbetrag von sieben Milliarden für 1926. Der für die finanzielle Sanierung bestimmte Anteil von etwa vier Milliarden soll, wie dies bereits im Finanzprogramm Pain- leves vorgesehen war, der Aino rtisations- kaffe zugeführt werden, deren Schaffung von der Karner schon gebilligt worden ist. Die weiteren Abschnitte des Finanzvrogramms Loucheurs betreffen zunächst die Maßnahmen zur Verhinderung der Steuerhinterziehung und der Kapitalflucht, weiter die Gewährung von Vergünstigungen an die Inhaber von Namenspapieren, die gegenüber den Trägern von Jnhaberwerten bevorrechtet werden sollen. Schließlsich sieht der Entwurf eine Konversion der Renten vor. Der Umtausch soll aber nur einen freiwilligen Charakter tragen. Endlich ist eine Erhöhung der Personen- und Gütertarife auf den Eisenbahnen geplant, wobei Loucheur von dem Grundsatz ausgeht, daß die Bahn von ihren Benutzern selbst erhalten werden müsse. Der Kampf um Damaskus. London, 9. Dez. (TU.) Reuter. Die Aufständischen, die sich in der Rachbarstadt von Damaskus, Kadern, zusammengerottet haben, wurden am Montag abend von französischer Artillerie beschossen. Fünf hervorragende nationalistische Führer, die angeblich an dem Angriff auf Kadern am Abend des vergangenen Freitag beteiligt waren, wurden von den französischen Dehörden verhaftet. Rach einer Llnited Preß-Meldung haben die Franzosen die Herrschaft in ihren Stellungen in Damaskus verloren. Die Aufständischen können fast alle Stadtteile unbehindert betreten und beherrschen die Mehrzahl der Vorstädte. Die französischen Truppen fanden bei der Besetzung von Hasbaya, die sie als großen „Sieg" aufmachten, die Stadt von ihren Bewohnern verlassen. Die Aufständischen hatten sich vorher nach Riak zurückgezogen. <5ie erhalten nunmehr Zuzug von Hauran. Reue Mannschaften strömen den Aufständische zu Hunderten zu. 3m Rorden sind die Anführer der Aufständischen mit der Organisation der neuen Streitkräfte beschäftigt. Man erwartet einen neuen Angrift aus Homs. Niederlage Tschangsolins. Berlin, 8. Dez. (TU.) Die „Dossifche Zeitung" meldet aus Peking: Die Mukdenpartei (Tschangso- lin) ist durch einen überraschenden Sieg des aufständischen Generals Kuosungling total z u f a m ° rnengebrochen. Fast alle Minister der Pekinger Regierung, die Parteifreunde Tschangsolins waren, sind geflohen. Das politische Durcheinander ist vorläufig unübersehbar. Tuantschiwei, der bisherige Reichsverwefer, hat noch einmal den Versuch unternommen, eine Konferenz der Marschälle einzuberufen. Der (Erfolg ist jedoch tm jetzigen Augenblick, wo der christliche Generäl Fengshufiang unumftrittener Herr von Nordchina ist, zweifelhaft. Die Hauptstadt ist vorläufig ruhig, doch befindet sich Tientsin in Kampsgesahr. Aus aller Welt. Das Verschwinden der Sängerin Jurjewskaja. Die Ermittlungen der Berliner Kriminalpolizei in der Angelegenheit des Verschwindens der Sängerin an der Berliner Staatsoper Jurjewskaja lassen vermuten, daß die Sängerin aller Wahrscheinlichkeit nach durch Selbstmord geendet hat. Laut „Voss. Zig." ist das an die Sängerin gerichtete Telegramm über die angebliche schwere Erkran- geliefert waren, um ihre Brauchbarkeit zu erproben. Die Verpflegung geschah nach der Methode Sie- fanssons, d. h. es wurden keine großen Prooiant- uorräte mitgenommen, sondern man lebte fast ausschließlich von der Jagdbeute. Grönland gehört politisch zu Dänemark; die dänische Regierung hat ein Handelsmon pol in dieser Kolonie und erteilt selten Europäern die Erlaubnis zur Einreise in das Land, die jedoch den beiden deutschen Forschern erteilt worden ift. Diese schifften sich auf dem dänischen Regierungsdampfer „Hans Egede" im Juli nach Grönland ein. Der Dampfer wurde in Umanat verlassen. Rach der Landung wurde das notwendige Personal engagiert und von Llmanak aus die Reise mit einem Motorboot, einem großen anderen 10 Meter großen grönländischen Doot (Llmiak) und verschiedenen kleineren Booten fortgesetzt. In diesen Booten sowie zu Fuß und im Schlitten wurden so in 4 Monaten über 1000 Kilometer grönländischer Landschaft durchreist und shstemattsch erforscht. Die große Halbinsel Rug- suak wurde im Sommer durchquert ein Unternehmen, das bisher noch nie versucht wurde, da bisher die Halbinsel nur im Winter mittels Schlitten als begangbar galt. Unter großen Schwierigkeiten wurde in Begleitung zweier Grönländer diese Aufgabe glänzend gelöst, wobei die Forscher mit einem Zentner Gepäck auf dem Rücken einen 700 Meter hohen, stark vergletscherten Patz überschreiten mußten. Daraus wurde eine Reise in das Innere der Insel unternommen, wobei Pros. Klute einen 1200 Meter hohen Berg erstieg. Bei Rietenberk war dann später eine große Anstauung von Eisbergen zu bezwingen. Die Strecke war besonders fa)toierig und gefahrenreich, da die Fahrt durch so schmale Wasserrinnen ging, daß man die Eisberge links und rechts stellenweise mit der Hand berühren konnte. Die Fahrt ging dann über Jakobs» havn nach Egedesminde und von da nach God- havn, hieraus mit Hundeschlitten wieder ins Innere, bann wieder zur Küste zurück bis hinaus nach Holstenbork. Am 14. Rov. wurde bann von Holstenbork aus über Julianhaaf-Koftenhagen wieder die Rückreise nach der Heimat angetreten. Die Ausbeute der Expedition ist derart groß, daß H^sen nunmehr über die zweitgrößte Samm- tung ihrer Mutter von dem Gatten der Jurjewskaja anscheinend mit deren Einverständnis in Berlin an sie abgesandt worden, um ihr dazu zu dienen, einen Urlaub bei der Intendantur der Staatsoper zu erwirken. Die Rachforschungen nach bem Derbleib der Vermißten werden eifrig fortgesetzt, doch die gewaltigen E'.smassen in der düsteren und unheimlichen Schöllener Schlucht machen sie fast unmöglich. Beim Aufhacken dtÄ Eises wurde der Fetzen eines Kleides gefunden, das als der Sängerin gehörig erkannt worden fein soll. Tasche, Mantel und Mütze sand man an einem Baum hängend vor. Gelb hatte die Sängerin nicht bei sich, dagegen fand man in dem Koffer im Hotel einen größeren Geldbetrag. Beim Mieten des Zimmers im Hotel „Krone" erklärte die Sängerin, daß sie sofort einen dringenden Brief schreiben müsse. Dieser in russischer Sprache geschriebene Brief war an ihren Gatten, Herrn von Bremer, gerichtet. Herr von Bremer soll diesen Brief auch bei sich tragen, sich über den Inhalt aber nicht geäußert haben. Man hegt Zweifel, ob Frau^Qurjewstaja überhaupt tot ist. Man vermutet sogar, daß die Sängerin, da ihr Mann sie eventuell in ihrer Künstlerlausbahn behindere, nach Amerika geflüchtet ist. Die Hausgenossen versichern alle, daß sie keine Morphinistin gewesen ist, und daß sie kein Morphium besaß-. Der Chef der Berliner Kriminalpolizei, Regierungsbirektor Dr. Weiß, erklärte einem Vertreter bes „Tag", er könne noch nicht genau sagen, ob die Sängerin Selbstmord begangen habe. Er sei jedoch nicht der Ansicht, daß eine Person, die Selbstmord begeht, sich selbst erst die Pulsadern öffnet und bann noch eine Strecke zu Fuß geht, um sich in einen Fluß zu stürzen. Es sei auch möglich, baß Frau Jurjewskaja durch Mord ober durch einen Unfall ums Leben gekommen ift. Bisher sei nur lediglich ihr Ver» schwinden festgestellt. Er erwarte noch heute abend Antwort aus der Schweiz auf feine Anfrage. Geburtstag des finnischen Komponisten Sibelius. Aus Anlaß des 60. Geburtstages des Kornvo^ nisten Professors Jean Sibelius widmen die finnischen Zeitungen diesem Huldigungsartikel. In Finnland finden anwährend 200 Konzerte statt, bei denen Werke des Komponisten zur Aufführung gelangen. Der finnische Reichstag beschloß, die Sibelius gewährte Staatspension auf 100 000 Mark jährlich zu erhöhen. Dem Komponisten wurde ferner eine durch nationale Subskription aufgebrachte größere Geldsumme überreicht. Der finnländische Reichs Präsident verlieh Sibelius das Großkreuz des Weißen Rosenordens und besuchte ihn persönlich. Die Finnische Kunstakademie verlieh dem Komponisten die Ehrenmitgliedschaft. Bei dem Jubilar sind zahlreiche Adressen und Glück- wlinschteleglramme eingegangen. Schweres Explosionsunglück. Auf bet Zeche „De Wendel" Abteilung Ben- zolsabrik in Herringe bei Hamm erplobiertc ein in Reparatur befindlicher Gaskühler auf ungeklärte Weise. Zwei an dem Kühler beschäftigte Schlosser wurden durch die Explosion 20 Meter in die Tiefe geschleudert und starben nach kurzer Zeit an den erlittenen Verletzungen. Sin dritter Schlosser kam mit einer leichten Handverletzung davon. -- 1 Wettervoraussage. Meist bedeckt, Lagestemperaturen über Rull und RiederschlLge (meist Regen), südliche bis westliche Winde. Während die Minirnal-Temperaturen unseres Bezirkes gegenüber dem Vortage nur wenig gestiegen sind, setzte sich heute morgen die Erwärmung schneller durch. Rur in Südostbeutschlanb reichen die Morgentemperaturen noch bis an minus 10 Grad Celsius, während West-, Mittel- und Rorddeutschla id schon Temperaluren bis zu 6 Grad über dem Gefrierpunkt ausweisen. Die Zufuhr warmer Luft verstärkt sich weiter, da ein mit seinem Kern zwischen Island und Irland liegender Wirbel auf dem Kontinent mit seinen Ausläufern weiter an Raum gewinnt und der hohe Druck nach Südosteuropa zurückgedrängt wird. Gestrige Tagestemperaturen? Maximum minus 3,5 Grad Celsius, Minimum minus 18,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 3,5 Grad Celsius. tung von Gesteinen der Westküste Grönlands verfiigt. Außerdem wurde eine große Menge wertvoller Schaustücke mitgebracht. Das Material wirb den Sammlungen der technischen Hochschule in Darmstadt und der Llniversität Gießen zugesührt werden. Besonders wertvolle Funde wurden auf der Halbinsel Rugsuak gemacht. Auch über 700 photographische Ausnahmen konnten hergestellt werden, die der deutschen Wissenschaft zugänglich gemacht werden sollen. In Llmanak hatte die Expedition auch ein zufälliges 3uf amnxentrtf.cn mit der amerikanischen Mac Mellan--Expedition. Ein besonderes Verdienst der Expeditxon ist es, daß auf Grund der Tagebücher und Aufzeichnungen Krügers jeder andere Forscher in der Lage ist, die begonnenen Forschungen fortzusetzen. Darmstädter Gedächtnisfeier für BaUing. Darmstadt, 8. Dez. Der Musilverein! Darmstadt, dessen Dirigent Generalmusikdirektor Michael D a (l i n g war, veranstaltete gestern im Großen Haus des Landestheatcrs eine Gedächtnisfeier für den Verstorbenen. Es war eine Aufführung von Beethovens ,M i s s a solemnis" .unter der Leitung von Dr. Karl Muck, der Dalling im Leben nahegestanbcn hatte. Auch Siegfried Wagner war bei der Gedächtnisfeier anwelend. um den toten Meister zu ehren, der eine Reihe von Jahren Festspieldirigent in Bayreuth war. Chor, Orchester und Solisten! leisteten Hervorragendes an diesem Abend, der durch vi'le Proben auf das sorgsamste vorbereitet war. Die Kunst Dr. Mucks verlieh dem Werk alle weihevolle Stimmungen. Die Solopartien, die Frau Jacobs, Frau Schmidt- Illing sowie den Herren Hans Hoefflin und Robert H a g n e r übertragen waren, trugen den Stempel echter künstlerischer Leistungen. Dasselbe gilt auch von der Wiedergabe des „Denetz ic tu s" durch Konzertmeister Drumm. Das Konzert war für Darmstadt ein Höhepunkt der musikalischen Veranstaltungen,' das Theater war, was jetzt eine Seltenheit ift, bis auf den letzten Platz besetzt. eine Turnen, Sport und Spiel SMIlMMMemW! 'V) 10/ule liefert ule -(Sier 'Nudeln, Zum fesfsdvncius TeU SLV auch nachts Räucher- Sagemehl trocken ab Vager Carl Haas |r., Arauksurt.Ttr. 59« Tettvdou lff-2. burtstag, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Aula nkelmannfeier. Johann Joachim den, um ein Aufrauhen und Abnutzung zu verhindern. Die obere Seite der Skier streicht man am besten mit Oelsarbe an. Dabei wird die schwarze Farbe bevorzugt, weil sie sich nicht nur von der Schneefläche gut abhebt, sondern auch dem Auge beim Laufen Ruhe gewährt. Will man seine Skier gut erhalten, so müssen sie jedeSmal nach Gebrauch sofort von Schnee und Eis gereinigt und dann gebunden aufbewahrt werden. Der für die Bindung erforderliche Holzklotz soll 8 bis 10 Zentimeter hoch sein und ruht am besten auf der Stelle, an der sich der Absatzpunkt befindet. 3n einem lühlen Raum sollen die Schneeschuhe stets mit der Kante am Boden liegen oder mit den Spitzen nach unten an die Wend gestellt werden. Stellt man sie nämlich mit den Spitzen nach oben, so sammelt sich am unteren Teil Feuchtigkeit an, die in der kalten Luft zu Eis wird und bei ----- A Um die Bezirksmeisterschaft in Hessen-Hannover. tz. „Regen, Schnee und Sturmgebraus halten niemals uns zu Haus." Der Fußball sollte seiner Lieberlieferung treu bleiben, anstatt die Spiele wegen Schnee uird Kälte abzusagen. Das ist eine neue Mod? im Fußbnllspvrt. Die Vor- kriegs- und die ersten Rnchttiegsjahre kannten diesen Zustand nicht. Auf jeden Fall fühlte man sich in Kassel bemüßigt, die beiden auf dem Programm stehenden Spiele „S p o r t" - M a r- bürg und Spiel v.—S. C. 03 Kassel aus obigem Grunde abzusagen. Aber auch die beiden anderen Treffen Borussia Fulda-Osterode und 05' Göttingen-Gießen 1900 kam nicht zum Austrag. Die beiden reisenden Mannschaften Öftere t>? und ©ie':ei vernichteten. Damit war der eigentliche De-irkLligaspi'lbetrieb am vergangenen Sonntag gleich Rull. Der Verzicht von Osterode hat aber noch eine Folge, da die Derzichtleistung auf eine Spielaustragung in dieser Serie seitens der Osteroder bereits zum dritten Male erfolgte. Insofern nämlich, als Ost er: de daraufhin ausschndet und seine sämtlichen in der 2. Serie errungenen Pluspunkte an die in Frage kommenden Gegner abgibt: Diese sind der F. E. Wetzl ir, der s. Zt. in einer Schwächeperiede in Osterode 1:3 verlor und fein Tabcllennachbar Hann. -Münden, der 0:1 verlor in einem Spiel, in dem Osterode feine bekannte Maurerkunst zeigte. Aber selbst durch diesen außergewöhnlichen Punktgewinn ändert sich in der Reihenfolge der Tabelle nichts. Die Klärung in der Mcislersch ftsf age sbeht noch bevor. Durch die dauernden Spielveel'gungen tst nunmehr der T. L. A. in Terminverlegenheit ge- kommen. Seine neueste Bekanntmachung lautet demzufolge, daß die Plätze so vom Schnee gereinigt werden müssen, daß die Spiele programmmäßig vor sich gehen können. Zu erwähnen ist im Anschluß hieran noch, daß der Meister bis zum 1. Febr. 1926 dem W. S. B. gemeldet sein muß. ____ xtt beachten. Sn jedem Zug« »erben genügend Ramherabtelle mitgesührt. •• Die Ortsgruppe Gießen des „Bundes deutscher Bodenreformer" veranstaltete am Sonntag im Hotel Schütz einen geselligen Abend zur Feier des 60. Geburtstages von Adolf Damaschke. Sm Mittelpunkt der von Musik- und Gesang-vorttägen verschönten Veranstaltung stand ein tunbiget und wohldurchdachter Vortrag von FortbildungS- schullehrer Friedrich Huf über die Persönlichkeit und Lebensarbeit des Führer- der Deutschen Dodenreformer. Der-Vorsitzende konnte die fteufcig angenommene Mitteilung machen, daß der jüngste Ehrendoktor der Gießener theologischen Fakultät am 12. Januar hier öinen öffentlichen Vortrag zu halten gefoenft über die religiös-sittliche Dedeulung der Bodenreform. Skibehandlung. Wie der Ruderer seinem Boot, der Reiter seinem Pferd, der Automobilist seinem Fahrzeug. kurz wie man allen Sportgeräten und Tieren stets eine sorgfältige Pflege angedeihen lassen muß. um nicht bei der Ausübung des Sports durch irgendwelche Vernachlässigungen bestraft zu werden, so muh auch der Schneeschuh- läuser die langen Bretter kennen und sich um ihre Pflege sorgen. Jeder Skiläufer sollte sich zunächst mit dem Wesen der Schneeschuhe im allgemeinen und im besonderen belanntmachcn. Was die Form anlangt, so ist beim Ski sehr wenig Einheitlichkeit anzutreffen. Länge, Breite, Prosilierung, ßmicn- führung durchlaufen alle Skalen der Verschiedenartigkeit. Sn nordischen Ländern gilt als der beste Typ der Telemark-Ski. ein Schneeschuh von durchaus einfacher Konstruktion, graziös in der Linienführung, sanft in der Aufbiegung. Man hält heute nicht mehr sklavisch an der Regel fest, daß die Länge des Skis der Höhe entsprechen müsse, die der Besitzer mit ausgestreckten Armen erreicht. Ein Anfänger wird sich leichter mit kürzeren Brettern zurechtfinden, ein:n Meisterfahrer stört die Länge nie. Für schwieriges Terrain sind kurze Qlier aber immer zu empfehlen. Was die Holzart anlangt, so nützen sich Tanne. Fichte und Lärche rasch ab und sind nicht genug widerstandsfähig gegen Bruch. Leichte Skier werden viel aus Ahorn und Birke her- gestellt. Buche ist zu schwer und zu wenig elastisch, liefert dafür aber glatte Bretter. Die bevorzugte Holzart ist Esche wegen ihrer Widerstandskraft und Elastizität. Für Sprunaslier verwendet man mit Vorliebe Hickoryholz, wegen seiner Glätte und seines Gewichts, ferner als Fournierholz für die Laufsiäche. Eichenholz tut ähnliche Dienste, während Rußbaum total ungeeignet ist. Fast 90 Prozent aller Skier werden aus Esche hergeftellt: Hickory steht an zweiter Stelle. Was hat nun der Läufer au tun? Er hat darauf zu feilen, daß die Schneeschuhe vor allem immer eine glatte, harte und ebene Lauffläche aufweisen. Das läßt sich durch Smprägnieren und durch öftere- Abschlei'en erreichen. Für die Imprägnierung empsiehlt sich: Fichtenharz, Teer, gekochtes Leinöl oder Schellack, entweder jedes Mittel für sich oder einige dieser Mittel zusammengekocht mit einem kleinen Zusatz von Graphit, Fischtran, Talg, Schmäh, Paraffin, Stearin, sind als Smprägnierungsmrttel nicht so emp- fehlenswert wie die Harzärten, weil Fett langsam trocknet, was zwar gegen Feuchtigkeit gut ist, aber das Holz nicht hart und gleitend macht. Rach bewährtem Rezept erwärmt man die 2m- prägnierungsmasse so lange, bis sie flüssig wird, bestreicht dann die unteren Seiten der Skier und reibt mittels der Flamme einer Lötlampe (offenes Hottfeuer im Freien, offenes Kamin- feuer) die Masse in das Ho.wobei man sich natürlich in acht nehmen muß, das Holz nicht anzukohlen. Zum Schluß bestreicht man den Skier mit gekochtem Leinöl. Werden sie einige Tage vor der Imprägnierung iwch mit warmem Wasser bestrichen, wodurch das Holz porös und weich wird, so saugen sie noch mehr Smpräg- nierungsstofs auf. Rach vollständigem Eintrocknen schleift man die unteren Fläch, n der Bretter mit feinem Sand oder Schmiergelvapier ab, wobei die Kanten der Skier besonders behutsam behandelt werden müssen. Zeigen die Schneeschuhe bei sportlicher Benutzung sogenannte kahle Stellen, so muh die Imprägnierung erneuert toer- bie Dampfzuführung nach der jeweilig herrschen- ben Außentemperatur durch entsprechende Detäsi- gung der Stellvorrichtungen in den Abteilen, der Drosselventile und der Dcrtellungssch'.eber geregelt werden. Die Wagenaufsichtsbediensteten und das Zugbegleitpersonal sind ohne Schwierigkeiten in der Lage, für die Regulierung der Heizung entsprechen» den genannten Maßnahmen zu sorgen. RDV. Rücksicht auf Richtraucher in der Eisenbahn. Die Beachtung des Rauchverbots in den Nichtraucherabteilen der Züge, besonders in der 3. und 4. Wagenklasse, läßt flur Zeit wieder viel zu wünschen übrig. Die Reichsbahndirektionen haben jetzt ihr Personal erneut angewiesen, gegen ilc&ertrcter des Verbotes einzuschreiten. ilm Weiterungen zu vermeiden, kann nur empfohlen werden, das Verbot Kreisamts Gießen auf Aufhebung des Poltzetbefehls vom 1. Ott 1925. 2. Klage der Auguste Schmidt Witwe zu Hungen gegen den Polizeibefehl des Kreisamt Gießen auf Aushebung des Polizeibefehls meisterwahl in Merlau: hier: Berufung des Ludwig Schlosser und des Heinrich Meinhardt m Merlau gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 16. Juli 1925. 4. Bürger, meisterwahl Herchenham: hier: Berufung der Re- klamanten Ludwig Dietz und anderer gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 23. September 1925. . •• D i e AutoomnibuSlinie Wie - seck — Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil ihren vorläufigen Fahrplan. Danach befährt das Unternehmen in Wteseck und Gießen zwei Strecken, deren eine von Wie- seck aus in Gießen über die Ostanlage führt, während die andere über die Rordanlage geht. Beide haben den Bahnhof zum Zielpunkt. Außerdem sollen zu gewissen Zeiten noch Wagen nach den Kliniken gefahren werden. Räheres in der Qlnlünöigung. " Die Ausstellung der Steuerbücher betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen. . •• Ehrende Anerkennung der hte. sigen Freiwilligen S a n i t ä t s k o l o n n e durch die Reichsbihn. Anläßlich der Alar- n-.ierung des Eisenbahn-Hilfszuges der Station Gießen in der Nacht vom 17. zum 18. November zur Hilfeleistung bei einem angenommenen Eisen- bahnunglück im Dahr.hof Butzbach wurde die Freiwillige Sanitätskolonne Gießen zur Unterstützung mitalarmiert. Der Kolonne ist nun nachstehendes Dankschreiben zugegangen: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft Reichsbahndirektion Frankfurt (M.) An die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen. Für die Teilnahme an der Uebung am 17.d. M. in Butzbach sprechen wir unseren verbindlichsten Dank aus. Mit Genugtuung haben wir feststellen können, daß Sie allen Anforderungen voll gerecht wurden. Besonders heroorheben möchten wir das rechtzeitige Erscheinen der Mitglieder, deren sachgemäße Ausbildung und vor allem die bewiesene Umsicht beim Transport der 'Beilegten. Wir haben das Vertrauen, daß Sie uns auch im Ernstfälle überaus wertvolle Hilfe leisten werden. gez. Unterschrift. RDV. Die Heizung der Züge. Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft hat die in Betracht kommenden Dienststellen auf die sachgemäße Bedienung der Heiz- vorrichtungen für die Heizung der Züge hinge- wiesen. Reben der Regelung des Dampfdrucks in der Heizleitung durch den Lokomotivführer soll Winkelmann, geb. 9. Dez. 1717 zu Stendal in der Altmark, ermordet am 8. Juni 1768 in Triest durch einen nach seinen antiken goldenen Ringen und Münzen lüsternen Italiener, ist nicht durch seinen tragischen Tod der Nachwelt merkwürdig, sondern durch sein erfolgreiches Wirken für die antike Welt. Noch immer, wenn ein Stil sich erschöpft hatte, griff man auf die Einfachheit und Klarheit des klassischen Stils zurück. Winkelmanns unsterbliches Verdienst ist, daß er in dem Rokoko Dresdens zuerst in die Antike zurückgeführt und dann in Rom im Dienste des Kurfürsten von Sachsen und des Kardinals Albani ordnend, erklärend und in geletzten Schriften bahnbrechend gewirkt hat. Er ist längst überholt, wie auch die Kunstwerke, die damals in Pompeji und Herkulanum dem vom Vesuv im Altertum verschütteten Boden entrissen wurden, eine unabsehbare Schar neuer Funde sich anreihte und eine Literatur zeitigte, die seine Werke überragt, niemand aber konnte ihm das Verdienst rauben, das Interesse an der Archäologie in Deutschland nicht nur geweckt, nein, auch zur Lebensfähigkeit ausgestaltet zu haben. Kein Geringerer denn Goethe widmete ihm eine Lebensbeschreibung, einen Nachruf. Es heißt darin: „So war er denn auf der höchsten Stufe des Glücks, das er sich nur hätte wünschen dürfen, der Welt Der» schwunden. Ihn erwartete sein Vaterland, ihm geeckten seine Freunde die Arme entgegen, alle eußerungen der Liebe, deren er bedurfte, alle Zeugnisse der öffentlichen Achtung, auf die er so sehr Wert legte, warteten seiner Erscheinung, um ihn zu überhäufen." Auf Ersuchen des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums wird Pro» fesior Dr. Delbrück sprechen über „Die Theoda- sianische Kunst". (Siehe Anzeige im gestrigen Blatt.) — Eine Ausstellung „Die Entwicklung des Kinderbuches" ist gegenwärtig in der Buchhandlung Keißner, Schulstraße, hergerichtet. Der Eintritt ist frei. (Siehe Anzeige.) — „Wie bleibt die Frau jung und schon?" lautet das Thema zweier Borträge, die Dr. Kaufmann» München heute im Saalbau Sauer halten wird. (Siehe gestrige Anwige.) Der Vortragende hat sich, wie er uns mitteilt, mit der Materie schon seit Jahren beschäftigt, er kennt die in Betracht kommenden Präparate genau und vermag seinen Zuhörerinnen sehr beachtenswerte Aufklärungen und Anleitungen zu geben. *• Sitzung des Provinzialausfchuf- se s. Am nächsten Samstag, vormittags 8j Uhr beginnend, findet im Sitzbngssaal des Regierungs- gehäutes zu Gießen eine öffenntliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Wilhelm Matthes II. in Bettenhausen gegen das bis 40 Pf. je Stück. Boruotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 71/- Uhr .Heimliche Brautfahrt" «Ende 107* Uhr). — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums, 8 Uhr: Großer Hörsaal der Universität, Lichtbilder-Vortrag. — Kaufmann. Verein: 3'/, Uhr. Kaufmänn. Ver- einsyaus, Vermögenssteuer-Vortrag. — V.A.D.: 8 .Uhr „Frankeichaus" Vortrag. — Vortrag über Schönheitspflege: 8 Uhr „Saalbau Sauer". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Lustspiel-Pro- nramm". — Astoria-Lichtspiele: „Die Sklavenkönigin". — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Anläßlich der Aufführung von Puccinis .Tosca" am kommenden Fre.tag darf daran erinnert werden, daß drr letzten Aufführung einer Puccim-Oper hier, der von .M a - darne Butterfly" anfangs Mai d. 3. ein ganz außerordentlicher Erfolg beichteten war. Der .Gießener Anzeiger" schrieb damals in der Besprechung am 7. Mai: .Sine Ausführung, wie man sie nur selten erleben kann, selbst an den größten Bühnen, in solcher Besetzung und solcher Form!" Sine gleichwertige Aufführung ist auch wieder für Freitag zu erwarten, da die Frank- siirter Oper gerade die Puccinischen Werke vorzüglich besetzen kann. — Der Konzert-Verein schreibt uns, daß sein nächstes Konzert, in der Reihe der Abonnementslonzerte das vierte, am Sonntag, 13. Dezember, stattfindet. Gs ist im Gegensatz zu den ersten drei, die rein instrumental waren, dem Gesang gewidmet. Als Sänger ist der in Gießen noch unbekannte Daritonist Karl Hamme-, Konzert- und Opernsänger in Köln, gewonnen worden. Dem KLntter werden eine prächtige Stimme und so hervorragende musikalische Eigenschaften nachgerühmt, daß er als ausgemachter Liebling des Kölner Publikums ?ilt. Auf seinem Programm stehen a l t i taten i s ch e und H ä n d e l s ch e Arien, Lieder von Wolf und vor allem der hier lange nicht gehörte und so beliebte sechszehnteilige Liederzyklus ..Dichterliebe" von R. Schumann. Die Begleitung am Klavier hat der von früher her bestens bekannte Herr Paul Meyer aus Frankfurt übernommen. — Bei dieser Gelegenheit sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß daS zweite Orchester-Konzert, entgegen der Vorankündigung, nicht, wie herkömmlich. Sonntags, sondern ausnahmsweise an ein:m Mon- tag stattfindet, und zwar am 11. Januar. Es soll damit einem von vielen Seiten geäußerten Wunsche willfahren werden. — Der Verein derFreun de deshuma- nistischen Gymnasiums hält, so schreibt man uns, am 9. Dezember, Winkelmanns Ge» Aus der provinzialhauptftadt. Gießen, den 9. Dezember 1925. Liebigfeier. Im physikalisch-chemischen Institut der Universität fand am Montag eine würdige J a hrhun » dertfeier der Professur Justus Siebt q s statt. m , Nach herzlicher Begrüßung der «Bcriammlung durch den Vorsitzenden der „Gesellschaft Liebig-Mu» feum, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer, hielt Sanitäbrai Dr. med. et phil. Kranz- Busch (Wiesbaden) eine glänzende Festrede über Lustus von Liebig, der Forscher und der Mensch", die sich zu einer eindrucksvollen Apotheose des genialen Forschers und großen Menschen erhob. Liebigs Leben, fein Kämpfen und Siegen wurde eingehend und fesselnd dargestellt. Der Redner schilderte in beredten Worten die unsterblichen 23er» bienftc dieses großen Reformators auf dem Gebiete der Chemie, Agrikultur und Medizin für die Menschheit. Gießen ist durch Liebig die Geburts» Hätte der deutschen Chemie geworden, und die T)ulbe droben auf der Liebigshöhe die Wiege der modernen Landwirtschaft in der ganzen Welt. Schon allein durch die Entdeckung des Chloroforms sei Liebig einer der größten Wohltäter der Menschheit -gewesen. Dr. Kranz-Busch zeichnete sodann ein scharf umrissenes packendes Bild der geistigen Persönlichkeit Liebigs und wies auch mit Nachdruck darauf hin, von welch hohem Wert für unsere Zeit und für unser Volk ein so leuchtendes Vorbild echt deutscher Charakterstärke, Tatkraft und Idealismus fei. Liebig, einer der größten und edelsten Männer unserer Nation, sei mit Recht em Wegweiser und Führer zur Höhe edelsten Menschentums zu nennen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. — Nachdem Geheimrat Professor Dr. Sommer dem Redner für feine hervorragende Darstellung der Persönlichkeit Liebigs und feine zu Herzen gehenden Ausführungen den wärmsten Dank ausgesprochen hatte, erörterte er die schwierige Finanzlage des Liebig- Museums. Das kleine Vermögen ist durch die Inflation verloren gegangen. Neuerdings sind umfangreiche Reparaturen nötig geworden, für die lebe Deckung fehlt. Es sind für bauliche Zwecke 10 000 bis 15 000 Mark erforderlich. Durch einen neuen Aufruf, der gedruckt vorliegt, soll versucht werden, die zur Rettung des Museums nötigen Mittel zu verschaffen. Es ist dringend zu wünschen, daß sich auch der hessische Staat und die Stabt Gießen hierbei beteiligen. Gictzcner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem gestrigen Wochenmarkte: Butter 210—230, Matte 40, Käse 65—75, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 40, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 30, Rosenkohl 50, Feldsalat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meerrettich 30—80, Schwarzwurzeln 50. Kartoffeln 4. Aepsel 15—18, Birnen 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 80 bis 110, Nüsse 60-90 Pf. je Pfd.. Eier 19-20, Blumenkohl 60—120, Endivien 10—20, Ober-Kohl- rabi 10. Lauch 5—10, Rettich 10—20, Sellerie 20 die in der kalten Luft zu Eis wirb und scharfen ^Stößen die Bruchfähigkeit erhöht. llnb noch ein Wort über die Stiefel, die derselben Fürsorge bedürfen, wie die Skier. Als ImprägnierungLftüssigkeit ist hier erprobt: 100 Gramm Vaseline und 60 Gramm Paraffin im Wasserbad zu schmelzen und mit 1 Liter Benzin zu mischen (Vorsicht!). Mit dieser erwärmten Flüssigkeit wird der Schuh übergossen und dann in einem warmen Raum getrocknet. Der (Stiefel ist dann nicht nur wasserdicht geschmiert, sondern das Fett ist auch in da« Leder gedrungen. Da Benzin verflüchtet, macht sich der Schnceschuhläuser. obwohl der ganze Stiefel imprägniert ist, beim Gebrauch nicht die Strümpfe und Hände fettig. Danach gehantelt, wird man viel Aerger und Schaden vermeiden. M. H. ■ ttl Aus dem 4. Bezirk im Turngau Hessen. Z Lauterbach, 8. Dez. Der 4. Bezirk im Turngau Hetzen (Alsfeld—Lauterbach—Schlitz) hielt am Sonntag in Wa11enrod seine zweite bieswinterliche B e z i r k s v o r t u r n erst u n b e unter der umsichtigen Leitung bcs Bezirks» turnwarts 21. Bastian- Attfeld ab. Trotz der schwierigen Derkehrsoerhälmisse im Vogelsberg waren fast alle Bezirksvereine zur Stelle, ein Zeichen bafür, wie die ländlichen Turnvereine bestrebt finb, jede sich nur bietende Ausbilbungsgelegenheit auszunutzen. 35 Turnwarte und Vorturner nahmen an der anregend verlaufenen Turnstunde teil. Durch- geturnt und eingehend besprochen wurden die für die Gauoeranstaltungen in 1926 vorgeschriebenen Drbnungs» und Freiübungen. Gegenstand gründlicher Belehrung, besonders in bezug auf die Turn- spräche, waren außerdem die für das Dezirksgeräte» turnen vom Turnausschuß des Gaues bestimmten Wettkampfübungen an Reck, Barren und Pferd. Nach ter Turnstunde fand eine Beratung statt. Dabei wurde beschlossen, bas Bezirksgerätewett- turnen, das sog. Hallenturnen, am 31. Januar 1926 in Maar abzuhalten, woselbst de meue Hofmann- sehe Saal eine vorzügliche Gelegenheit für derartige Winterveranstaltungen bietet. Als Ort für das nächst- jährige B e z i r f 01 u r n f e ft, das die Volksturner des Bezirks auf den Plan führen wird, wurde G r 0 ß - Fe l d a bestimmt. Als Zeit für diese Veranstaltung kommt der erste oder zweite Sonntag im Juni in Bettacht, da die Bezirksturnfeste laut Gaubeschluß mindestens drei Wochen vor dem Gau- tumsest in Nidda erledigt sein müßen. In (Ergänzung der bei der vorigen Dorturnerstupbe getätigten Wahlen wurde Lehrer Dem» Nieder- Ohmen, eine im Bezirk und (fhu sehr rührig tätige und geschätzte Turnerpersönlichkeit, zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden gewählt. Erster Bezirksvertreter bleibt Redakteur Ehr. (9 u n t r u m = Schlitz. Mit einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil!" auf bas weitere Blühen des 4. Bezirks konnte Be- zirksturnwart B a ft i a n , nachdem er noch zu fleißiger Vorarbeit für bas Droge Gauturnfest in Nidda (2. Sonntag im Juli 1926) gemahnt, die anregend verlaufene Turnertagung beschließen. 11596c gegen Barzahlung: Professor Friedrich Lenz 116021) 11575V Schneider - Zwangs-Innung des Kreises Gießen. Krofdorf, den 7. Dezember 1925. 11558 D den Kasse einzusenden. 115898 | Vermietungen) Der Bürgermeister. 11587V Schellfische, groß, o. Kopf Cabiiau, im ganzen Fisch Cabliau, im Ausschnitt.. Rotbarsch ............ teelachs............. ff. Bückinge........... 1 Lärchenstamm 4. Kl. — Distr. 3a. 115 Fichtenstangen 1. Kl.: 1,12 fm. Los 4: 0,42 fm in Los 5: Für die vielen Beweise wohltuender Anteilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Frische Fische Portions-Schellfische ... Pfd. 20-S) Holzsubmission. Die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg hat aus dem vorjährigen Einschlag zu verkaufen: Los 1: 2 rm Eichenschichtnuhhvlz 2 m lang in Distr. 5. Los 2: 129 Fichtenstämme in Totali- tat: 5 St. 2. Kl. = 7,06 fm. 33 St. 3. Kl. = 25,86 fm, 86 St. 4. Kl.--20,21 fm. Los 3: 8 Kiefernstämme in Totalität: 4 St. 3. Kl. — 2,70 fm, 4 St. 4. Kl. - . 25-9> , 25H , 28.9) . 259) , 309) . 609, JJWa Donnerstag, den 10. Dezember 1925, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Reuenweg dahier, zwangsweise Gießen (Ludwigspl. 10), Rathenow, Berlin, Bayreuth, Hamburg, Bielefeld. Queckborn am 5. Dezember sanft entschlafen ist. Ehre seinem Andenken. Für die Hinterbliebenen in tiefem Schmerz: Wilhelmine Ludwig. Nachruf. Unsern Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege Karl Köhler II., Schneidermeister Giehen, den 8. Dezember 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seib. Die Beisetzung findet Samstag, 12. Dezember, um 111/- Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Koosoni- verein e. G. 8/20 UM elenamer Viersitzer, offen, mit allen Scin- kanen.äusterst prets- weri zu verknusen. Anzahlung 2500 Mk. Degenhardt, Cassel, U138A Qnerauec 38. 2 Kaffenschränke, 3 Schreibmaschinen, 4 Schreibtische, 1 Bücherschrank, 1 Schriftschrank, 1 Schäftesteppmaschine | 2 Klnderwagen.neu. 1 Motorrad, 1 Fast Sherry-Brandy, mehrere Fässer Ocker, Kreide, Lacke u. v. a. Ferner bestimmt: einen Poften weihe Turnschuhe, Fuh- ballstiefel, einen klein. Posten Herren- und Damensttefel. Dern Gerichtövollzieb.i. Gichcn, Steinttr. 13 General Vertretung mit grohem Bestand für Giehen und Oberheffen von Versicherungs-Ges. eines gr. alten Konzerns = neu zu be etzen. ------ 5-8000Mk. 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Dezember d. 3., vormittags 9 Llhr, an das Bürgermeisteramt Krofdorf, woselbst zu diesem Zeitpunkt der Eröffnungstermin stattfindet. Krofdorf, den 8. Dezember 1925. Nach langen und schweren Leiden entschlief am 8. Dezember, mittags, meine inniggeliebte Frau, unsere liebe Schwester, Schwiegertochter, Nichte, Schwägerin und Tante Hildegard Lenz geborene Freiin von Wolzogen im eben begonnenen 43. Lebensjahr. Danksagung. Aufrichtigen Dank für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden, womit man unseren teuren Entschlafenen ehrte. Auch dem Herrn Pfarrer und Herrn Benner, Sekretär des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, sowie allen übrigen Korporationen lür ihre schönen Worte am Grabe unseren tiefgefühltesten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Mohr geb. Sommer 11571V und Kinder. Watzenborn-Steinberg, den 8. Dezember 1925. Bekanntmachung Die Rechnung der israelitischen Reli° qtondnemeinbe Gienen für das Rechn 'ng - if.Öt 1924 (1. Avril 1924 bis 31. März 1925) licat .ytr Einsicht der Beteiligten acht Tage mim in der Wohnung des Unterzetchn.'ten, Alweitrane 2, offen. Einwendungen gegen dtese Rechnung können nur wahrend dieser «Zrtst znge- igflen werden. Giehen, den 8. Dezember 1925. Der Vorstand der israelitischen Neligions- aemeinde Gtetzen. 2 outs Marcus. 11582V Gießen, Marktplatz 22. Bekanntmachung. Alle am 10.Okt. 1925 in Giehen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer werden hiermit aufgefordert, im Stadthause Bergstraße 20, Zimmer Ar. 14, vormittags in der Zeit von 8-1 Uhr die für 1926 erforderlichen Steuerbücher ausstellen zu lassen und zwar ist es Sache jedes Steuerpflichtigen, dafür zu sorgen, dost er zu seiner ersten Lohn- oder Gehaltszahlung im Jahre 1926 im Besitze seines Steuerbuches ist. Personen, deren Arbeitslohn aller Voraussicht nach den Betrag von 80 Rm. monatlich nicht übersteigt (Lehrlinge. Lehrmädchen, weibliche Hausangestellte). bedürfen keines Steuerbuchs. Zur schnelleren Abwicklung der Steuerbück-er-Ausstellung und insbesondere zur Vermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, dah die Arbeitgeber die Steuerbücher für ihre am 10. Oktober 1925 in Giehen wohnenden Arb itnehmer bei der obenerwähnten Stelle abholen lassen. Die vorherige Einreichung einer Liste mit den Ramen der Arbeitnehmer ist ratsam. Ruhegehaltsempfänger und ihre Hinterbliebenen, die ihre Bezüge von auswärtigen Kassen erhalten, haben ihr Struerbuch unverzüglich der auszahlen'- Jn|tr Maro für hiesiges Ver» waltungsbureau sofort gesucht. Verlangt wird flotte Handschrift, hinreichendeKennt- nis in Stenographie ((Babelsberger) und Maschinenschreiben (Adler oder Kontinental). Schrift!. Angebote unter 11559D an den Giesi. Anz. erbet. Mg. Jtüulfiti mit flotter Handschrift für hiesiges Bureau per soiort« gesucht. Etgen- bändig geichrieb. i'lnaeb mit Ge- linltsfotberuitn u: 11595, a.d G Anz. Nur solides, ölt. 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Gesegnet feien die alten Gesichter, die sich über unsere Kindheit geneigt haben, und in deren Obhut fid) alles tecklich hervorwagte, was in dem Kindergemüt entstehen wollte, in Deren aushor. chendes Ohr alles, was wir sagten, hineinging, wie in eine Heimat, weil sie Zeit u n d R u h e für uns hatten. Aber wir wollen nicht warten, bis wir in den Ruhestand verseht sind, um dann erst den Reichtum des nahen Verkehrs mit den Kindern, die in unseren Bereich kommen, zu ge- die'em Gebiet noch nicht genügend gesetzt hat. D'.e Frau hat lange Zeit geglaubt, denselben Mitteln durchsetzen zu müs'en Mann. Mer das ist eben der große sich für einen Preis. Solche Wertungen zeigen und Irr" eg gewesen. Denn ihr Weg kann nur der Psad der dienenden selbstlosen Liebe sein. Eine Frau, die anders denkt, verrät sich und ihr Geschlecht an den Mann. So notwendig und also auch berechtigt alle politi'chen Forderungen der Frau im Berus sind, so darf die Frau doch auch hier nicht verlernen, durch alle diese Kämpfe hindurchzuschauen. Es gibt ja genug politische Frauen, d'e ihre Art nicht verleugneten, und durch sie hat unser öffentliches Leben eine unendliche Bereich erung er'ahren. Wo immer echte Frauen in das Politische eingegrifsen haben, da haben sie den Menscben im Menschen angerufen, da haben sie sich um die Seele ihres ist für die Atmungsorgane gut; auch der Schlaf erfährt dadurch erwünschte Vertiefung. Säuglinge brauchen an kalten Tagen noch ein leicht erwärmtes Zimmer zum Schlafen. Mer von einem Jahr an kcnrn jedes Kind — solange es gesund ist — stets, auch im kalten Winter, im ungeheizten Zimmer schlafen. Es ist das eines der besten Mhärtunqsmirtel für die Atmunas- organe überhaupt. Manche Kinder decken sich gewohnheitsmäßig während der R '.cht im Schlafe auf. Da müssen die Eltern entweder öfter Nachsehen, oder die Bettdecken müssen mit einer Schnur am Bett festgcbunden werden. Für Menschen, die Don Jugend auf an Schlafen bei offenem Fenster gewöhnt sind, ist daö Schlafen bei geschlossenem Fenster kaum erträglich. Wirklichen Erfolg wird man in der ganzen Abhärtungsfrage nur bei voll gern Eingehen auf die Eigenart jedes einzelnen Kindes haben. Der kindliche Körper ist zwar jung, daher elastisch und anpassungsfähig, aber man darf ihn nicht künstlich und irgendeinem schlecht begründeten Prinzip zuliebe, naturwidrig unter Bedingungen bringen, die für ihn nicht geeignet sind. Vorübergehende oder längerwährende Schädigung ist sonst die sichere Folge. Sind wie es falsch ist, weil das Rachbarskind vielleicht mit neun Monaten schon laufen kann, das nun auch von dem eigenen zu erwarten, so unrichtig ist es, dem Kind den Mantel zu versagen, weil ein anderes Kind ohne Mantel bei (altem Wetter herumläuft. Richt nach Dorsch if- ten und am allerwenigsten nach einem falsch verstandenen .Ehrgeiz" darf man handeln wollen, sondern immer nur nach dem, was dem einzelnen Kind gut ist. Das erkennt man aber vor allem an dem Einfluß auf sein Allgemeinempfinden. In der Regel ist ja beim Kind viel wichtiger als Wiegen, Messen und andere älntersuchungsmethoden, die einfache Beobachtung, wie es sich fühlt, ob es vergnügt und munter ist, ob es spielt usw. Auch die Abhärtungsbestrebungen werden noch diesem Gesichtspunkt den. größten Erfolg erzielen. j kannte Müllersche System soweit es sich auf Leibesübungen bezog, gute Einbürgerung fand, daß aber der Teil mit den Wasser Übungen fast von allen wieder verlassen wurde, die sie versucht hatten. Bei Kindern ist jedenfalls die methodische Anwendung von kaltem Wasser zur Whärtung nur mit alleräußerster Vorsicht zu gebrauchen. Kinder sollen natürlich abgehärtet werden. Die Mutter, die ihr Kind aus Angst vor einer Erkältung vor jedem Windhauch behüten möchte, die es am liebsten in Watte Pakten und zwischen Glasscheiben sehen würde, die leistet ihrem Kinde leinen Dienst. Denn eineß Tages muß es doch ins Freie, es kommt mit Krankheitskeimen aller Art unweigerlich in Berührung, und dann entsteht nur um so rascher und heftiger eine Erkrankung, der ein wind- und wettergewohntes Kind nicht ausgesetzt ist. Kinder die mit schwächlicher Konstitution geboren sind, also oft Kinder tuberkulöser Eltern usw.. müssen allerdings besonders behättt werden, aber nicht im Sinn einer Verweichlichung und Verzärtelung, sondern gerade im Sinne einer Kräftigung und vernünftigen Abhärtung des ganzen Körpers von frühester Jugend an. _ Was bezweckt Abhärtung? Sie Begegnung mit Krankheitsleimen aller Art läßt sich nicht vermeiden. Die Kräftigung des Körpers ist daher von großer Bedeutung, denn nur dann kann er eingedrungene Keime rasch unschädlich machen und wieder entfernen. Eine Erkältung, eine örtliche älnterkühlung schafft sofort Punkte verminderter Widerstandsfähigkeit im Körper: dort siedeln sich die Krankheitskeime an. Daher erkranken Menschen, die zu Erkältungen neigen, Diel häufiger als andere, bei denen das nicht der Fall ist. Das Ziel vernunftgemäßer Körperausbildung muß es sein, die Reigung (Dw- position) zu Erkältungen herabzusetzen. E-n wichtiges Mittel dazu ist eben dieAbhärtu ng des Körpers gegen Witterungseinflüsse und plötzliche Temperaturänderungen. Der ganze Körper, namentlich tue Haut, soll habet so geübt werden, daß bei Veränderungen befaßend ober verneinend sein — zeigen uns auch, was denn von einer Frau erwartet wird und nach welcher Richtung ihr Wesen liegt. Fra: en, die um d'e Anerkennung der Frau im öffentlichen Leben kämpf en, ha-en die G e'ch- heit von Mann und Frau als eine Tatsache hingestellt. Mer zu oft verwechselte man die Gleichheit des Wertes mit der Gleichheit der Art. De Art von Mann und Frau ist so ungleich wie mög'ich, ja das Wesen v-m Mann und Frau ist verschieden. Fmuenidea e können nicht Männerideale sein, Mütter'ichle t, das höchste Ziel der grau, kann einem Manne nicht die letzte Richtung geben. Das We en von Mann und Frau ist grundverschieden, d. h. in Grunde verschieden. Aber Frauen wert kann weder höher noch tiefer stehen als Manneswert. Sind so gilt denn hier der gleiche Wertmatzstab und die gleiche Forderung. Je höher die Wertmöglichkeit eines Menschen, je gottnäher fein Wesen, um so tiefer die Schuld, um so teuflischer sein älnve'en. Gewiß, wir können einen Menschen auch entschuldigen, sein We'en auf äußere Le^ensbedingun^en zu- rüefühten. Rur können wir ihn dann nicht mehr werten. Ohne das Wagnis der eigenen Schuld kein Wert, ohne den Mut der eigenen Derant- wortung keine „Höhen, die Seelenhöhen sind" (George). Von der Schuld eines Menschen al'o können wir nur reden, wenn wir ihm eine hohe Fähigkeit, eine Werthöhe zumuten. älnd so hat auch nur der das Recht, von der Schuld der Frau zu sprechen, der ihre Gröhe anerkennt und ihre Art verehrt. Die Werthöhe, zu welcher die Frau strebt, nennen wir die Frauenseele. Eine Frau, die das immer rollende Rad des die oft im Getriebe zerriebenen wollen sagen lassen. Wir dienen wenn wir dem Kinde dienen. Beruf bsr Frau. Von Kurt Plachte. Bis in das Leben der Gegenwart hat Freude. Wer die Jugend Hit, hat dir Zukunft. Eine Zukunft möchtm toi: all: haben, möchten nicht untertauchen in ein Richts ober Vergänglichkeit. Es gibt ein gutes Mittel dagegen. Wer, und sei es im übrigen ein g^n' unbekannter Mensch, von d.m nicht Diel laut wird in der Weltgeschichte, wer Don dem Besten seines Wesens so Diel er kann als Samenkorn in Kindesseelen legt, der hat etwas für die Unsterblichkeit getnn. rufen. Ihr! — die ihr Mütter seid! Vom erzieherischen Wert des Schenkens. Von Elisabeth Werner, Alumnatsschwester an der Staatlichen Bildungsanstalt, Berlin-Lichterfelde. Schenken ist eine Kunst, die von vielen Menschen nicht verstanden wird. Sie begnügen sich damit, in einen Laden zu gehen, etwas zu kaufen und nicht im geringsten daran zu denken, .ob das gewählte Geschenk dem anderen Freude machen wird oder ob er es gebrauchen kann. Und gerade das Wertvolle an einem Geschenk ist nicht sein relativer Wert, s andern das Bemühen des Schenkenden, etwas zu finden, was dem anderen eine Heber« raschung ober die Erfüllung eines heimlichen Wunsches ist. „Sinnvolles Schenken" wollen wir unsere Kinder lehren, denn wir geben ihnen damit eine große, innere Freude, die sie fühlen läßt, daß Geben freudiger, glücklicher macht als Nehmen. Die meisten Kinder schenken gern; je kleines sie sind, desto unüberlegter natürlich. Mit weich' strali- lendem Gesichtchen bringen uns die Kleinsten irgend etwas, was sie gefunden haben: bunte Steinchen, Blätter ober Blumen, und wie leuchten ihre Augen, wenn wir uns über ihr Geschenk freuen! Werben die Kinber größer, so ändern sich wohl die Geschenke. Sie bringen uns dann vielleicht schon etwas Selbstgebasteltes ober etwas, was sie von ihrem Taschengelb erstanden haben, doch die Freude des Gebens ist die gleiche geblieben. Und diese Gebe- sreudigkeit wollen wir im Kinde erhalten. Sie kann uns ein guter Gehilse bei der Erziehung des Kindes fein. So können wir mit dieser Gsbcfreudigkeit eine gewisse 0 p f e r f r e u b i g f ei 1 verbinden; z. B. soll vor Weihnachten nicht nur das Spielzeug zinn Verschenken ausgesucht werden, was nicht mehr in Ordnung ist oder woran das Kind keinen Gefallen mehr findet, sondern das Kind soll lernen, sich von einem ihm lieben Spielzeug zu trennen, um damit einem armen ober kranken Kind eine Freude zu machen, ohne dem fortgegebenen Buch ober Spielzeug lange nachzutrauern. Weiter können wir den Kindern zeigen, wie sie ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen durch ein Geschenk ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen können. Machen wir sie einmal darauf aufmerksam, wieviel Arbeit und Mühe sie oft ihren Eltern, Erziehern und Lehrern machen und wie diese immer darauf bedacht sind, ihnen das Leben so schön wie möglich zu gestalten, und fordern wir sie dann auf, doch einmal zu überlegen, wie sie ihnen eine Freude bereiten können, so sind sie gleich dazu bereit. Es beginnt nun ein eifriges Nachdenken darüber, was Mutter wohl gut gebrauchen könnte, worüber Vater sich freuen würde. Das Taschengeld, die Ersparnisse werden gezählt, Material wird eingekauft, und ein eifriges Arbeiten beginnt. __ scheu Gut und Böse, Leben sind und wie das Hohe, Reine, Edle an das Riedere, Gemeine, Unechte in uns verhaltet bleibt. Aber solche Urteile — sie mögen nun die mit beseelten Händen die wirren Falten glatt streicht, eine Frau, die mit beseeltem geistigen Auge den Pfaden nachgeht, die ein Menschenkind in die Irre führten, eine solche Frau ist berufen, den QIZann zurück usühren in fein Eigentum, in die Mitte seines We enS, in seine Seele. Frauen, dazu berufen, ein Kind wachsen zu sehen, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, und immer wieder voll heiligen Staunens das große Fremde, Schöpferische zu erkennen, das in einem jungen Menschenttnde durchbricht, Frauen, die in dieser wachslümlichen Entfremdung des Menschens von sich selbst ihn immer wieder leise zurückleiten zu sich selbst, solche Fra. en tragen in sich den göttlichen Funken: das Ewig-Weibliche. Sie erüllen das Gebot der höchsten Liebe: immer zu warten und immer da zu sein. Die Mütterlichkeit durchleuchtet üjr Wesen und formt ihr Tun. 3rt ihrem Schoße wird auch wieder das neue Leben unseres Volkes reisen und sie werden — so hoffen wir — das Leben auch des ärmsten Menschenkindes hülen. Müt.er, die solche Liebe in sich tragen, werden nicht nur das Kind veredeln, sondern auch den Qllann. Das Hinanziehende und Hineinziehende ihres Wesens w'rd dem Mann immer wieder die innere Linie seines Handelns zeigen. Sie ziehen ihn in die Innerlichkeit, die 2nnen- Seite des Lebens hinein, sie speisen sein Tun aus Quellen des älrlebendigen und geben ihm so ein Gefühl für das Echte, das er im Kampf des Tages allzuleicht verliert. Ich kenne Frauen, die an ihrem Rähkorb sitzen und schweigend dem Gespräch der Männer lauschen, älnd während sie Stich bei S ich nähen, bessern, lösen, ve.k. üpfen, fällt plötzlich ein feines ruhiges Wort in den Streit der Männer, das diese aufhorcken läßt, älnd wenn der Mann es versteht, die Frau zu ehren, dann wird er begreifen, daß die Frau das Leben adeln, den Alltag veredeln und „himmlische Rosen" ins irdische Leben flechten und weben kann. Denn dies ist die Bedeutung der Frau für den Mann: bessern, lösen, verknüpfen, schlichten und binden.---Aber wenn dies alles wahr ist, ist dann nicht die Tragik der heutigen Frau eine ungeheure? Ist dann n'ch' ihr Schicksal ui erträg ich? Jedenfalls das Schick'al der Frau, d'.e nicht Mutter werden kann? Die selbst hinaus muß in das harte rücksichtslose Männer leben? D'e im Kampf um ihr nack'es Dasein in der Behauptung ihres sozialen Platzes polittch werden muß? und um die Gleichstellung und Gleichheit der Frau kämpfen muß? Ich weih hierauf nur eine Antwort: daß Frauen, die dies schwere Los trifft, einen heroischen und heiligen Kampf kämpfen, um In dem äußeren Kampf ihr inneres Wesen zu bewahren, Fra en, die nicht Mutter werden können, sollten trachten, Mütter zu sein d. h. ihre Mütterlichkeit hineinzutragen in ihren Beruf. Es gibt ja schon heute Ausgaben im sozialen Leben, welche die Frau „erfüllen" kann, Berufe, zu denen die Frau — und nur die Frau — berufen ist. Cs gibt in der Fürsorge, in der Seelsorge wahrhafte Mutter-Berufe. denen nur die Frau gewachsen ist. Wenn die schlechthin unentbehrliche Stellung der Frau im sozialen Das junge Geschlecht mit der Lebens zu durchglühen und zu durchleuchten — das ist eure Zukunftsaufgabe, dazu seid ihr bc- nießen. Wir wollen s uns nicht nehmen lassen, auch so lange wir im ilmtrieb des Lebenstages stehen, ein wenig Zeit für sie zu Habern Wir wollen nicht immer lagen, wenn so ein kleiner Fragegeist fsmint mit seinen hundert Anliegen, ach, Kitzd, ich hab: Wichtigeres zu denken, oder: habe Rötiges zu tun, oder öerglei- Leben noch nicht genügend anerkannt und erkannt ist, so müssen wir an diesem Punkte auch von der Schuld der Frau sprechen, die sich auf durch- Frau eine zwiespältige Stellung. Heber niemand sind in der Geschichte der Menschheit so widersprechende Urteile ge ä.lt. Dau den ältesten bis zu den jüngsten Völkern wurde die Frau heilig gesprochen oder verrucht, verehrt oder verachtet. Entweder sie galt den Männern als die Mutter Gottes, die Priesterin, das Ewig- Weibliche oder sie war ein Arbeitstier und sank herab zur nutzbaren Sa he. Entweder verkörperte sie die höchste Würde oder sie verlauste uns s.lbst, ilnb es zahlt sich durch viel Wärme, Kraft und Luft, nicht Wasser zur Abhärtung des Kindes! Don Dr. W. Schweisheimer. Mit Theorien kann man vielleicht einen Hausen fanatisierter Menschen zu einem Ziel führen, das dem natürlichen Zustand entgegengesetzt ist. Sie werden immer da versagen, wo uns die Ratur rein gegenübertritt: beim Kinde. Von all den ungezählten Theorien, die bei der körperlichen und geistigen Erziehung des Kindes angewandt wurden, hat sich auf die Dauer nur das bewährt, was wirklich dem Bedürfnis seiner Ratur entsprach. _ .. . _ Das Wort von der A b h a r t u n g des Kin- des beruht auf richtigem Kern. Schlimm ist es nur, wenn daraus eine irregeleitete Theorie ein falsch verstandenes Schlagwort bildet. Vor geraumer Zeit war ein Verfahren "modern', das inzwischen — wenn auch leider nicht ganz — wieder abgewirtschaftet hat. Die Kinder wurden nämlich jeden QEorgen oder Abend in eine Wanne mit leitungskaltem Wasser gebracht oder unter eine kalte Dusche gestellt. Das angeblich abhärtende Prinzip dieses Vorgehens in einer allmählichen Verlängerung der Zeitdauer des kalten Bades oder der Dusche. Die Kinder sträubten sich gegen die unangenehme Störung ihres De- haglichkeitsgefühls. Rur mühsam konnten sie überredet oder gezwungen werden, die alltägliche Kaltwasserbehandlung zu erdulden. Die Folge war: zahlreiche Kinder erfuhren in kurzer Zeit höchst unangenehme gesundheitliche Schädigungen, flc wurden blutarm, litten ständig an Katarrhen bet Atmungsorgane und ließen Zeichen hochgradiger Rervofität erkennen. Die Kinder wurden krank gemacht statt gesund. . Dolche Gewaltmatznahmen können sich bei einzelnen Erwachsenen gut bewähren. Der Mehr- zahl auch der erwachsenen Menschen wird dadurch keine Förderung gebracht. Es ist das beispielsweise klar daraus zu ersehen, daß das dein Temperatur und Feuchtigkeit die natürlichen Schutzmittel rasch in Tätigkeit treten können. Die Blutgefäße der Haut erweitern sich bei Wärme, verengen sich bei Kälte der Umgebung. Die Haut gibt dementsprechend mehr oder weniger Wärme ab. Abhärtung soll die Hautgefäße lehren, sich nach Bedarf rasch zusammenzuziehen und wieder auszudehnen. Dadurch gelingt es, örtliche liniert ühlurg-n und die Schaffung eines Angriffspunktes für Kranlheitskeime zu vermeiden. Das Bestreben, die Kinder frühzeitig adzu- härten, geht also von einem richtigen Gesichtspunkt aus. Rur muß man babei überlegt Dorgeben. Die vernunftmätzige Abhärtung wird vom Wasser als Abhärtungsmittel viel weniger Gebrauch machen als von der Luft. Kinder gehören von Jugend auf möglichst viel ins Freie, bei Regen und Wind so gut wie bei mildem Wetter und Sonnenschein. Rur Säuglinge und kleine Kinder wird man bei zu kaltem und rauhem Wetter wegen ihrer zarten Atmun"sorgane nicht ins Freie tun. Voraussetzung ist bab:i allerdings geeignete Kleidung. Hierbei »spartanisch" vorgehen zu wollen, rächt sich bitter. Kleine Kinder geben verhältnismäßig Diel Wärme an die Umgebung ab und werden drum rascher kalt cis Erwachsene. Man muh sich immer nach dem Wetter richten, nicht nach dem Kalender! Und darf Kinder deshalb nicht an kalten August tagen in leichter Sommer kleidung herumlaufen lassen, so wenig wie man sie in warmen Ianuartagen allzu warm einhüllt. In b:r warmen Jahreszeit find „Luftbäder" bei Kindern gut; sie werden dazu abends vor dem Schlafengehen 5 bis 10 Minuten ganz entkleidet und dürfen fo herumspringen. Das macht ihnen Spatz und fördert die Abhärtung. Im Winter muß das Zimmer, in dem ein Luftbad genommen wird, natürlich erwärmt sein. Besonders wichtig ist das Schlafen bei offenem Fenster und in ungeheiztem Zimmer. Die ständige Erneuerung der De-,brauchten Lust und ihr Ersatz durch sa-'.erk^ftreichere Volkes gesorgt, da haben sie die Qlatur zur Kultur umgeoilbet und durchgeformt. Kultur- wille ist Wille zum Doll, Wille zur Gemeinschaft. Und cs gibt keine Gemeinschaft ohne Liebe. Es gibt im ganzen Menschenleben icincn (SinLang ohne die Paarung des Strengen mit dem Zarten, und die Che, auf die sich dieser Schillcrsche Gedanke bezieht, ist em Urbild, un Gleichnis des Vo.kslebens. Wie kein Familienleben denkbar ist ohne Mutter, so ist kein Dolks- leben möglich ohne die Frau als Trägerin und Hüterin der Kultur. Man spricht mit Recht von dem konservativen, bewahrenden Charakter der Frau. Ihre Ausgabe ist es, zu bewahren und zu behüten. Wo die Sitte eines Landes verfällt, da ist es die Schuld der Frau. Wo die artfremde, cntarie.ibc Mode ihren Einzug hält, da ist es die Schuld der Frau. Wo der gute Ton eines Hauses oder einer Gesellschaft schwinde', da ist es die Schuld der Frau, deren Lauterkeit eine Trübung erfuhr, fo dah Kinder und alte Leute. Don AnnaSchieber. Ich las neulich die Einleitung zu den ge- frömmelten Christuslegenden der schwedischen Dich- terin Selma Lagerlös. Sie erzählt da von der stillen Stube ihrer Großmutter, in der die alte Frau und das Kind — eben die Verfasserin — beisammensaßen und in der aus dem Schah der Mten ein schier unerschöpflicher Reichtum von Märchen, Sogen und Geschichten in das begierig horchende Ohr des Kindes hinüberging. War eine Geschichte erzählt, so legte die alte Frau bie Hand auf den Kopf des Kindes und sagte. Das ist alles so wahr, wie dah ich dich sehe und du mich siehst. Als ich das las, da spürte ich den geheimnisvoll-ehrfürchtigen Schauder, der dabei durch das Kindergemüt hindurch gegangen fein mag. Und mir war, als sehe ich den Ursprung des tiefen Märchentons, der durch die Werke der Dichterin hindurchgeht, und verstand eS so gut, daß sie jetzt noch, in reifem Alter, von jenen Stunden dankbar reden muh. well so viel innere Schönheit von ihnen ausfloß. — Und es stand vor meiner Seele auch eine alte Frau und auch ein kleines Mädhen, die gingen miteinander durch einen großen, sonnigen Garten, und der Garten stieß an den Friedhof an. Da gingen sie hin und her und die alte Frau, die ein gütiges und heiteres Gesicht hatte, pflegte ihre Pflanzen liebreich uno mit regem Eifer und hörte daneben zu, was das Kind zu erzählen hatte. Sie sagte selber nicht so viel, aber sie verstand so herrlich zuzuhoren. Denn baß Kind hatte eine lebhafte Phantasie, und im Wohls in des sonnigen Gartenlebens gedieh ihm der Traum von einem noch schöneren Garten, in dem alles gedieh, was man sich nur denken könnte. ES gab keinen Wunsch, der dort nicht erfüllt worden wäre, es wuchs alles an Bäumen und Büschen, was das Kinderherz begehren konnte und kannte keinen Unterschied zwischen Demünftigcn und unvernünftigen Wünschen, eß war alles da. Aber das Kind wollte das alles nrcht allem genießen, sondern die Dinge erhielten erst recht Leben und Gestalt, wenn eS alles der^Groß- muttcr erzählen konnte. Da brachte jeder Sag ein Reues hinzu, es war Schönheit ohne Ende, und die alte Frau lächelte so herzlich dazu hinein, und hatte für alles ein freundliches und kluges Auf merken, und hielt es nicht für nötig, das Kind daran zu mahnen, daß das ja alles nur geträumt sei, und daß es auch gar nicht gut und notig fei, daß sich alle Kinderwünsche erfüllen. Sondern sie lebte mit dem Kinde in dem schönen Garten und es war ihnen beiden ein Eden. Viel- leicht hat die alte Frau hie und da über den 3aun in den Rachbargarten hinübergesehen, wo die DorauSgegangenen schliefen, und hat ihre Wünsche, die anders waren als die des Kindes, und von denen sie auch nicht wußte, wie viele ihrer einst erfüllt würden, in einen andern ©ar- tn, den sie auch nur im Geiste sah, vorausge- schickt. Gesagt hat sie nichts davon. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke: so geht eine warme Welle über mich hin, von Sonne und Ruhe und Geborgensein. Das war einmal. Wie viel könnte ich erzählen von der alten Frau, die meine Großmutter war. von ihr und von andern alten Menschen, die meiner Kindheit Freunde waren. Wie viel könnte man erzählen davon, wie die ganz Alten und die ganz Jungen zusammenpassen, weil die einen noch mcht und die andern nicht mehr im Getriebe des Tages stehen, weil sie beide nicht so sehr von Sorgen und Lcidensch asten bewegt sind, wie die, die sich mitten durchs Gewühl hindurchkämpfen müssen. Wie viel unverlierbar Gutes fließt in ein Kindergemüt hinüber aus dem ganz unbefangenen Zusammensein miteinem alten Menschen, der etwas von unvergänglicher Jugend im Tiefsten seines Wesens bewahrt hat. Und wie viel Teil am werdenden Geben, am immer neuen Frühling deS Menschengeschlechts kann ein einsames, alterndes Herz daran haben, dah es sich mit Kindern umgibt, ihr Werden beobachtet, mit ihnen lebt, und gebend und neh- mend in einem Säftekreislauf der Liebe mit ihnen steht. Mit diesem Arbeiten sind wir nun bei den Geschenken, die die Kinder selbst nnfertigen. Sollen diese Geschenke wirtlichen, erzieherischen Wert haben, so müssen wir diese Geschenke richtig beurteilen und dem Kind die Möglichkeit gN mir,»“1"L« BärM M b°SE'°L,W° to- Sr »““.i. St*’ Ä >emi er Hw* .. yirflub Senn obschon nfl4 s'UA-°^ 'ButgetnW,"ei2L Men nD* LrKtz- e ^S fo lange. W I Qlteni M ' mit dem fl D Mven * 0^' ... f teSKapUe erein Polhbhmnia. der Jubilar ist, brachte am Ständchen. Der TereinS« Im Äermann, würdigte Jubilars, der den Verein d Tat unterstützt hat. Tech- in seinen Danlesworlh n regsames Mitglied M 2ej. An, Lamslagaboiü er- ßolfsbitbungsoenin Winter 1925,26. Aach einem lt durch den Asrsitzenden aav über die Deranstaliuntzen dee 1924/25. Die Liblivthek, von der Kreistasse der Kni- d von der Dereinskasie etwa rben, erfreute sich recht eifri» 1500 Sönbe wurden im im Die SJorträge des Skr- und ganzen recht gut be* nachsvigende Personen den -. Pros. Dr. S)timte von iche Liedeiungen in Deutsch« Vberhessen". Lehrer Mul« igshausen: „Sie Tätigkeit der rhaltung in der Mrtrume. Barth von Sroßen-Bueck: Schriftsteller Kart W dr Lichtbildervortrag über btt Lehrer Aau van Seuern. der „Eine W"W. üOn sjarrer Haupt van 0>M Ahein" und in eintmÄ, der Spiritismus eine W ■eltor Philip'-»»" 3Ä n*tr Mundortdichter. «W» SMZ jrtrag von M---- Alle SortenWinterschuhwaren kaufen Sie preiswert und gut ~ im Schuhhaus Benner. § fand eine Führung durch das Gießener Musea m_ftatt. Ferner wurde das Schauspiel Schillers „Wilhelm Teil" im Gießener Stadttheater besucht. Die Jahresarbeit beschloß eine dreitägige Wanderung der Jugendgruppe unter Führung des 1. Vorsitzenden an den Rhein. Ein genauer Bericht des Vorsitzenden über diese Fahrt rief den Teilnehmern die Erinnerungen zurück an das schöne Stück des deutschen Vaterlandes, das sic gesehen hatten. Aehnlich wie im verflossenen Jahr soll auch die Tätigkeit für das kommende Halbjahr durchgeführt werden. Eine mehrtägige Wanderung der Iugendabteitung durch Thüringen wird die Winterarbeit abschließen. Anschließend an die Generalversammlung erhielt Lehrer Schmoll von Elpenrod, ein Führer auf dem Gebiet der Volksbildung, das Wort zu einem Vortrag über „Die große französische Revolution und Napoleon !.". Prachtvolle Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. Reicher Beifall aller Anwesenden und der Dank des Vorsitzenden lohnten die trefflichen Ausführungen des Redners, der nun schon seit 1921, mithin zum fünftenmal unsere Winterarbeit mit einem Vortrag unterstützt. o. Ober-Bessingen, 8. Dez. Die Wahl de« neuen Gemeinderats wurde vom KreiSamt Gießen bestätigt, so daß in den nächsten Tagen die Verpflichtung er olgen kann. — Der hiesige Gesangverein hat ein besseres Harmonium für seine Hebungen von der Firma Riedhaus> und Pappe bezogen. Die nicht unerhebliche Anschaffungssumme wird dem Verein durch Mitglieder und hiesige Einwohner unverzinslich vorgeschossen. Ein schönes Zeichen des Gemeinsinnes der Bewohner und des herzlichen Verhältnisses zwischen Gemeinde und Gesangverein zur Zeit der Geldknappheit. — Die Wetter ist seit 2 Tagen festgefroren und bietet eine herrliche Schlittschuhbahn. Die Menge Wildenten, die seither die Wetter bevötterten, ist daher ver'schwun'den. Kreis Büdingen. △ Nidda. 8. Dez. Die hiesige Ortsgruppe des Vereins zum Schutze des Deutschtums im Auslande hatte äu einem Vortrag des deutschrussischen Kolonisten Heine über „Erlebnisse eines Mitkämpfers aus dem roten Ruß- land" in den Gambrinus eingeladen. Der Redner hat den Krieg als Gardeoffizier mitgemacht und später gegen die Bolschewisten gekämpft. Der hochinteressante, bis zum Schluß fesselnde Vortrag fand bei den Zuhörern großen Beifall. Viel Anklang fanden auch die Lieder, die der Vortragende nach seinen Ausführungen unter Begleitung seines Nationalinstruments, der Balalaika, den Anwesenden bot. y. Bad Salzhausen. 8. Dez. Vor zwei Jahren erbauten die Eheleute I. W i l d h o ck hier ein stattliches Haus und eröffneten darin eine Pension und Gastwirtschaft „Zur Jägersruh". Infolge der großen Kreditschwierigkeiten und der hohen Verzinsung des Baukapitals konnten die rührigen Geschäftsleute das Unternehmen nicht mehr halten. Es ist deshalb der Konkurs eröffnet und der gerichtliche Verkauf des Anwesens auf den 5. Januar d I. angeordnet worben. — Apotheker Dr. Wer - n e r in Mergetheim, früher in Gießen, verkaufte sein am südwestlichen Ende des Parkes gelegenes Landhaus an Oberbademeister Möbus dahier für 5000 Mk. y. Kohden, 8. Dez. Unsere H a l t e st e l l e ist schon seit 2 Jahren geschlossen. Wiederholte Eingaben der Ortsbehörde an die Eisenbohndirek- t i o n, der Staatspräsidenten und den Landtag um Wiedereröffnung und Halten der durch ben Ort fahrenden Züge waren bisher erfolglos, wodurch eine große Erbitterung unter den Einwohnern herrschte. Nunmehr hat die Bahnverwaltung end- lich den Wünschen der Interessenten entsprochen und genehmigt, daß vom 1. Januar kommenden Jahres wieder alle Züge hier halten sollen, wenn die G em e i n b e b i e Kosten der Beleuchtung der Haltestelle übernimmt. Dem Vernehmen nach hat der Ortsvorstand diese Bedingung angenommen, um den Arbeiterinnen, die seither täglich zu Fuß von hier nach den Papierfabriken in Ober-Schmitten und zurückgehen mußten. wieder Fahrgelegenheit zu verschaffen. Kreis niicM>crq. ss. Friedberg, 8.Dez. Der dritte Vortrag, ben der Volksbildungs-Verein in diesem Winter veranstaltete, führte in Wort und Bild nach dem schönen Spanien. Seminarlehrer G a tz e r t, besten Vorträge sich hier allgemeiner Beliebtheit erfreuen, erzählte von einer „Frühlingsfahrt nach Andalusien', die er in diesem Jahre ausgeführt fjat; an der Hand einer Reihe prachtvoller, von seinem Reisegefährten Studienrat Roth aufgenommenen Lichtbilder gab er ein lebensvolles Bild von der Landschaft, den Sitten und Gebräuchen und ben Bauwerken dieses interessanten Landes. — Der hiesige, unter Leitung ges Amtsobergehilfen Vogel stehende Kavallerie - und Train-Verein beging am Samstagabend im Hotel Trapp die Feier feines 15. Stiftungsfestes in schöner und würdiger Weise. Zahlreiche Vertretungen auswärtiger Kavallerievereine und der Schutztruppe, sowie die hiesigen militärischen Vereine überreichten Fahnennägel. Die Festrede hielt Oberstudiendirektor Philipps; der musikalische Teil wurde durch Darbietungen der Frankfurter Kaoalleriekapelle und des Doppelquartetts von Friedberg-Fauerbach be- itritien. — Es ist dankbar zu begrüßen, daß die Üesige Turngemeinde in letzter Zeit das Bestreben jat. auch den früher allgemein etwas vernachlässig- ten Schwimmsport zur vollen Geltung zu bringen. Einen erfreulichen Beweis dafür lieferte das Schwimmfest, das der Verein am Sonntag in dem Stöbt. Schwimmbabe abhielt, welches auf allen Gebieten bieses Sports anerkennenswerte Stiftungen bot Trotzdem das Programm nicht weniger als 21 Nummern zählte, folgten die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer den Darbietungen mit größter Spannung. Besonders gute Leistungen wurden im Springen erzielt; hier waren es besonders Frl. ©au ff und Sarnes, die allgemeine Bewunderung erregten. Ein Wasserballspiel und eine humoristische Pantomime „ßuftige Leute" bildeten den Abschluß. — In dem Wintersteingebiete, in der Nähe der Kapersburg, wurde eine von der Forstbehörde errichtete Schutzh 6 tte feierlich ein- I geweiht und von dem Taunusklub übemom- I men. Der Vorsitzende des Klubs, Oberregierungsrat H o o s, Übernahm mit einer Ansprache die Hütte und teilte mit, daß diese zu Ehren des früheren langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden. Bankdirektor Jean Dorr, den Namen Dorr-Hütte tragen soll. Direktor Dorr, der selbst erschienen war, dankte in bewegten Worten für die durch langjährige hingebungsvolle Arbeit verdiente Ehrung. WSN. Friedberg. 8. Dez. Im Voranschlag 1924*25 des Kreistages war vorgesehen, die Kreis st raße Friedberg — Ran st abt, die bedeutendste Verkehrsstraße zwischen der Wetterau und dem Vogelsberg, mit Kleinpflaster zu versehen. Infolge der schwierigen Geldbeschaffung mußte dieses wichtige Projekt größtenteils zurückgestellt werden; nur bei einem kleinen Teil der Strecke — zwischen Ossenheim und Fauerbach — war bisher die Pflasterung möglich. z< Bab-Rauheim, 8. Dez. ilnfcre Badest adt steht zur Zeit im Zeichen beS Wintersports, ber hier nicht nur von Einheimischen, sondern auch von auswärtigen Sportfreunden liusgeübt wirb. Das Gelände bes Johannisbergs, des letzten Ausläufers bes Taunusge- birges nach ber Wetterau zu. eignet sich gut für bie verschiedensten Zweite winterspörtlicher Betätigung. Die sanften Hänge ber Reuanlagen, bie sich nach dem Fraurnwalb hinziehen, werben gerne von Sllläufcrn ausgesucht. Der Sportverein hält die cti>a 2 K lomtr. lange Rodelbahn, bie vom Gipfel des Johannisberges aus geht und mit mehreren interessanten Kurven an der Rordseite des Berges verläuft, um am Kurhause zu enden, in gutem Zustande. Ein interessantes sportliches Treiben, an dem jung und alt zahlreich beteiligt sind, spielt sich dort täglich ab und verfehlt auch feine Anziehungskraft auf die Zuschauer nicht. Es hat sich bis jetzt nur ein ernstlicherer Unfall ereignet. Der hiesige Arzt Dr. Bauer jun., der mit an geschnallten Schlittschuhen seinen Rodelfchl tten lenken wollte, erlitt einen Knöchelbruch. Seit gestern ist nun auch der Große Teich, ber in seinen Ausmaßen unb infolge seiner schönen Lage eine ibeale Eisfportfläche darstellt, von der Polizei zum Eislauf freigegeben worben, nachdem bie Prüfung der Eisdecke die geforderte Mindest dicke von 15 cm überschritten hat. Der Teich lockt täglich auch viel Schlittschuhläufer aus der Umgebung an. ES gehen viele Winter ins Land, ohne daß der Teich als Eisfläche benutzt werden kann. Selten dürfte cs borgetommen ein, daß er schon im Dezember die nötige Tragfähigkeit besaß. Auch ein Dewris für die Strenge des heurigen Frühwinters. C Rieder- Florstadt, 8. Dez. Die R i d d a ist nun vollständig zugefroren, nachdem sie am Sonntag an den Ufern schon starkes Cis angeseht hatte, das gestern stellenweise über die Mitte ging, so daß waghalsige Jungen schon den Fluh überquerten. Jetzt ist das Eis so stark, daß es sicher trägt Damit wendet sich die Jugend bom Rodeln ab und läuft Schlittschuhe. Mancher Familienvater wird dies begrüßen, denn bie einzige Rodelbahn hier, eine abschüssige Rebenstraye, die auf die Hauptstraße mündet, war wegen des starken Autoverkehrs sehr gefährlich. Jung und alt tummelt sich nun auf der Ridda. — Das Wild hat unter der grimmigen Äälte (bis 20 Grad Celsius) unb dem hohen Schnee (ca. 50 Ztm.) sehr z u leiden. 3n einer Waldlichtung im Dirbensee kann man täglich ein Rudel von etwa 10 Rehen beobachten, die ben Schnee nach Futter absuchen. Auch viele Hasen halten sich dort in dem niebriqen Tannenwald auf und suchen hauptsächlich an Rainen, an denen der Wind den Schnee wrgg:weht hat, die dürren Grasreste. Aber auch an etwa 20jährigen Obstbäumen ist die rauhe Rinde abgekvaht. und bie weichen Rindeateile sind stellenweise abgenagt. Ebenso schlimm ergeht es ben Singvögeln, die nun an Oie Fenster kommen. Die Sch Massen haben Futterkästen an ben Bäumen im Schulhof aufgchängt unb füttern regelmäßig die hungernden Vögel. Diele Kinder haben auch daheim Futterstellen errichtet, so dah nach Möglichkeit für unsere lieben gefiederten Sänger gesorgt ist. Kreis Schotten. ld. Aus dem Vogelsberg, 6. Dez. Die hohe Schneedecke und die grimmige Kälte haben bie Tier- und Vogelwelt in große Rot versetzt. In den dicht verschneiten Feldern und Wäldern, in denen jedes noch hervorschauende GraShälmchen mit Reif behangen ist, ist kein noch so karges Futter zu finden. Don bitterem Hunger getrieben, legen bie Tiere ihre Scheu vor den Menschen ab unb kommen, selbst am Hellen Sage, in bie Rähe ber Dörfer, hier alles nach etwas Genießbarem abluchend. Mit großer Freude farm man feststellen, daß vieles getan wird, die große Rot ber Tierwelt zu lindem. Allenthalben legen die Kinder Futterplähe für Dögel an; der weidgerechte Jäger läßt in den beliebtesten Standorten des Rehwildes Heubündel anbringen, von denen auch der Hase seinen Antell holt. — Der farbenbunte Eisvogel, ber in früheren strengen Wintern an den schnellfliehenden, daher nicht ganz zufrierenden Gebirgsbächen ziemlich häufig zu sehen war. konnte in diesen Tagen noch nicht beobachtet werden. Er scheint ziemlich selten geworden zu fein. Dafür kommt um so häufiger, da die wenigen größeren Teiche des Dogeisberges zugefroren sind, die Wildente an die tieferen Stellen ber noch offenen Bäche, und mancher Jäger, dessen Revier ohne Enten ist, ist erfreut über diese Bereicherung des WiDbestandeS seiner Jagd. Kreis Alsfeld. •er. Homberg a. d. Ohm, 8. Dez. Im Hotel .Hessischer Hof" fand am Sonntagnadjmiuaa eine Versammlung der Mitglieder der Deutschen V o l k s p a r t e i statt. Der Vorsitzende. Oberamtsrichter Gundrum, begrüßte die Anwesenden und erteilte dann das Wort dem Geschäftsführer dieser Partei, Herrn Weißer aus Gießen. Dieser entrollte in Hftftünbiger, fesselnder Rede die Bestrebungen der Deutschen Volkspartei feit 1918 unb ; zeigte oof allem, was Dr. Stresemann in zielbe- wußter Arbeit bis zum Abschluß der Locarnover- träge erreicht hat. Im Verlauf seiner Rede ging Herr Weißer auf diese Verträge näher ein und hob dabei besonders hervor, wie diese für das deutsche Volk und Vaterland von der weitgehendsten Bedeutung seien und daß deren Folgen sich noch in der Zukunft weiter auswirkcn würden. An die mit großem Beifall aufgenommene Rede schloß sich eine Besprechung über das öftere Zusammenkommen der Mitglieder, in Zwischenräumen von zwei bis 3 Monaten, an; auch die Mitgliederbeiträge unb sonstige Angelegenheiten der Partei bildeten den Gegenstand der' weiteren Besprechung. ul Flensungen, 7. Dez. In dem Bibel- Heim Flensunger Hof werben gegenwärtig umfangreiche Dauarbeiten dorgenom- men, die einer Gießener Firma übertragen wurden. Das ganze Saal mußte aufgebrochen werden, uxil der Schwamm im Gebälk war. Es sollen jetzt massive Steinwänbe errichtet werden. Ferner wird der Saal ganz unterkellert. Die PilgermissionSanslalt St. Chrischonn, bie im Besitz des Hauses ist, plant für das kommende Jahr noch einen Reubau mit 30 Zimmern, ba sich das Heim infolge des starken Zuspruchs im vergangenen S innrer als viel zu Hein erwiesen hat. Ferner beab ichtigt man, das in der Gemarkung Flensungen liegende K i r ch e n g u t anzukaufen, um es dann b?i der tommenben F-ldbereinigung an ben Hof legen zu lassen. Starkenburg. *■ Darmstadt, 8. Dez. Der Oben- Wälder Derkehrsbund hielt in Erbach seine Hauptversammlung ab. Es kam zu einer Aussprache über die Kraftwagenverbindungen im Gebiete des Odenwaldes. Der Derlehr auf den bestehenden Linien wurde als gut bezeichnet und der weitere Ausbau des Verkehrsnetzes geiorbert. Ein Odenwald- Reckar-Eikzuy war von ber Bahnverwaltung im Sommer eingelegt worden und sollte wegen zu schwacher Benutzung aufgehoben werden. Durch eine intensive Agitation, namentlich durch Flugblätter, hat es der Verkehrsbund erreicht, daß ber Zug jetzt stärker benutzt wird und bestehen bleibt. — Die Ludwig- unb Aliee-Stiftung deS Hess. Landes- lehrer-Dereins. deren bedeutende Kapitalien durch die Inflation nahezu wertlos geworden waren, ist jetzt wieder auf eine feste Grundlage gestellt worden. Sie zählt gegenwärtig 2700 Mitglieder unter der hessischen Lehrerschaft. Im abgelegenen Vereinsjahr betrugen die Beiträge der Sterbekasse 14811 Mk.; an Sterbegeldern wurden für 48 Sterbesälle 8900 Mk. ausgezahlt. Die älnterstühungskasse empfing an Beiträgen von Lehrern 2750 Mk.: an Geschenken und Stiftungen ging nahezu die gleiche Sumnie ein. Die neugegrünbete Heck- Stiftung wurde ber älnterstühungskasse an- gegliedert. Die Sterbekasse erzielte einen Jahres- Überschuß von 5911 Mk., der äleberschuh der älnterstützungskasse betrug 572 Mk. — Dor einigen Wochen wurde im Stadtwald eine Eiche dem Andenken des Dichters Matthias Claudius aeveiht, der eine Zeitlang in Darmstadt gelebt hat. An der Eiche war ein von dem Kunstmaler Prof. Beyer verfertigtes Bild angebracht worden, das eine hiesige Gesellschaft für Lokalgeschichte gestiftet hatte. Das Bild ist jetzt gestohlen worben. Rheinhessen. Luchausstellung „Kunst und fiultur“. WSN. Mainz, 7. Dez. In Anwesenheit staatlicher und städtischer Behörden wurde gestern die Ausstellung„Kunst und Kultur unserer Zeit im deutschen Buch" eröffnet. Direktor Dr. R u p p e l von der Stadtbivliothek hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß die Ausstellung den Abschluß der diesjährigen Arbeiten der Stadtbibliothek und des Gutenbergmufeums bilde. Oberbibliothekar Dr. E p p e ls h e i m e r, auf dessen Anregung die Ausstellung ins Werk gesetzt wurde, gab einen Ucberblick über bie geistigen Strömungen der Jetztzeit. Das wissenschiaftliche Buch sei zurückgedrängt worden zugunsten eines Buches, das sich an einen weit größeren Leserkreis wende. In Rückwirkung dessen müßten bei Neuanschaffungen auch die Bibliotheken dieser Tatsache Rewnung tragen. Es folgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung, wobei sich den Besuchern eine ungeahnte Fülle von Werken aus allen Wissenszweigen erschloß. Die Ausstellung zerfällt in zwei Abteilungen. In der einen sind nur die Neuerscheinungen der schonen Literatur ausgestellt, während in der anderen Werke der Philosophie, Naturwissenschaften, Weltanschauung, Erziehung, Jugendbewegung, Staatslehre usw. vor Augen geführt werden. Preußen. Kreis Wetzlar. J Wetzlar, 8. Dez. Arn Samstag ftarb in der Privatklinik von Prof. Poppert m Gießen an ben Folgen einer Gallenstein-Operation ber Kaufmann unb Fabrikant Christian Cloos von hier. Cloos gehörte zu ben führenden Leuten -bes Wetzlarer industriellen Lebens und war Chefinbaber ber allbekannten Holzgrohhandlung Gebrüder Cloos. Sein früher und unerwarteter Heimgang wirb hier allgemein bedauert. Reben seinen weitverzweigten Geschäftsbezieh-ungen, die bis nach Ruhlanb hin reichten und besonders auch in sehr engen Verbindungen zum rhernisch- wcstsälischcm Bergbau bestanden, war der Verstorbene auch mehrere Jahre hindurch Mttglied bcS Wetzlarer Stadtverorbneten-Kollegiums unb bes Kreistages. Don seiner Wahl zum Provin- zial-LandtagSabgeorbneten der Deutschen DvW- Partei am 29. Rovember konnte er leider nur noch auf dem Krankenbett Kenntnis nehmen Ein in Stadt und Land allgemein hochgeachteter unb für seine Heimat immer hilfsbereiter Mann ist mit ihm bahingrgangen. — Der so plötzlich mit aller Macht einsehende Winter bringt eine weitere Verschlimmerung der leider sich immer mehr verschärfenden Lage beS hiesigen Arbeits markteS. Del der großen Kälte ist eine Beschäftigung der vielen Arbeitslosen bei Strahenbauten unb sonstigen Eroarbeiten leider nicht möglich. Die Lage der Industrie ist direkt eine t r o ft I o f c. Aus Mangel an Geldmitteln müssen viele Detr -be ganz schließen, ober können nur stark verkürzt arbeiten. Anch der Absatz, besonders nach dem Ausland, ist besonders für bie Eisenindustrie durch den niebeigen Stand des srairzösischen Fransen volllommen unterbunden. Hoffentlich tritt wenigstens bald eine Besserung in ber Wetterlage ein, damit Stadt und Kreis einen größeren Teil der Erwerbslosen mit Arbeit versorgen können. DiNkrc-s. bl. Herborn, 8. Dez. Vom 4. bis 6. d. M. fand hier die 5. Krelsverbandsschau der Geflügelzuchtoercine des Kreises Biedenkopf und des Dillkreises statt. Gleichzeitig hielt der Herborner Geflügelverein seine 2. I u n g ge f l ü g e l s ch a u ob. Im Saale des „Nassauer Hof" hatten etwa 80 Aussteller mit 280 Stück Geflügel Platz gesunden. Zur Schau gestellt waren Tauben. Enten und Hühner. Das Gesamtbild der Veranstaltung war ein durchaus günstiges. für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Lahausstattung erfolgen Destellunacn zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags 9S18D Erneut wurde bewiesen, daß die Pflege und Zucht von Geflügel in beiden Kreisen gut voranschreitet. Am Abend des Eröffnungstages fand ein Vortrag über regelrechte Zucht statt. Der Samstag brachte einen Besuch der Schulen. Sonntag morgen sand eine Versammlung des Kreisverbandes statt, bei der allgemeine Fragen erörtert wurden. Während ber Tage wurde die Ausstellung recht rege besucht. Schwurgericht Bie en. " Gießen, 8. De;. H^ute wurde gegen den Ql.beiter Ad 'm F aui- Gie' e.l weg n Totschlags- Versuchs verhandelt. F. hatte seit August 1923 mit de r geschiedenen Frau M. öon hier ein Verhältnis untetf). Ken. Im Mai dieses Jahres kam es aus gegenfritigen Eifersüchteleien zu Streitigkeiten zwischen b iben, die damit endeten, daß F. der Frau QH. mit einem Hammer fünfmal derart auf den K->pf schlug, daß sie schwere Verletzungen des Gehirns daoontrug. Wider alles Erwarten kam sie mit dem Leben davon, merm sie auch heute u. a noch an dem rechten Arm vollständig gelähmt ist. Qi ch dem Gutachten des Sachstverständigen QHebi5tnaIr.1t Dr. Walzer ist F. ein leicht erregt; :rer Mensch, aber strafverantwortlich. Sta tsanwalt Fischer beantragte, den Angeklagten weg n T t chl 'gsversuchs au 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis zu verurteilen. Der Verteidiger, Gei ichtSassessor E n g i s ch, hielt ben Tötungsvorsah für nicht nachgewiesen unb bat, F. lediglich wegen Körperverletzung zu verurteilen. Rach Beratung verkündete Land» gerichtsrat Strack bas 11 teil dahin, daß F. wegen Tvtschlagsversuchs zu 3 Jahren G e--- f ä n g n i s verurteilt werde. Das Geeicht hielt für erwiesen, baß ber Angeklagte in Kenntnis bes Umstands, baß berartig wuchtige Schläge auf be Kopf zur Tötug gceiget gewesen seien, gehandelt habe. Aus dem 2lmtsverkündiftnn^sblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 9 5 vom 8. Dezember enthält: Ausstellung von Wandergewerbescheinen. — Gewerbelegitimationskarten. — Ergebnis der Hauptkörung 1925. — Vieh- markt in Lich. Briefkasten her Redaktion. Emilie A. Die Angelegenheit ist rechtlich so kompliziert, daß darüber im Briefkasten keine Aus- kvnft erteilt werden kann. Sie wenden sich am besten an einen erfahrenen Rechtsanwalt. Rundfunk-Programm des ^ranf'nrter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau-.) Donnerstag, 10. Dezember. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: „Waldteufeleien". 6 bis 6.30 Uhr: Die Lefestur.de. 6.30 bis 7 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Ra-> dioklubs: Studienrat Dr. B. Löffler: „Die elektrischen Maßeinheiten". 7 bis 7.30 Uhr: Uebertra- gung von Kassel: Stunde der Stadt Kastel: ,Liele und Aufgaben des kleinen Theaters", Vortrag von Direktor Rudolf Scheurmann vom Kleinen Theater, Kassel. 7.30 bis 8 Uhr: „Die Wirtschaststheorien vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, III", Vortrag von Diplomhandelslehrer E. Beyer. 8.30 Uhr: Dirtuosenmusik. Gießener KonzBiWein F 1 r W» ,'WJF WM <■* *< ■■• ie JFW ■ - wri L ■ ' Sonntag, den 13. ZxVvember 1925, nachmittags 5 Uhr, in der Universitätsaula: Viertes Abonnementskonzert Karl Hammes (Bariton) aus Köln Am Klavier: PAUL MEYER aus Frankfurt Gesänge von Händel — Scarlatti — Lotti - Schumann und Wolf Eintrittskarten: 5, 4, 3 und 2 Mk. bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 11 beim Hausverwalter der Universität. 11492c • Zur tatet empfehle td) meine bestem osohlenen QuaUtäien in Lee, Kaffee Kakao,Schokolade Sahne, Milch in Dosen,Rum,Arrak mw Seit 1838 Marti str 4, Tel. 119 Bestellungen frei HauS. 5933c Für die anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Wilh. Lennarz und Frau Lollar, Dezember 1925 fein ßuslsn nehrl »Uwe Es ladet ein oasM Schoppen-Schmid OlDSTÜtf wti-IUNMiari; SCt^cAA<&, Das alle Haniilel, Zu haben in der Bnnel Apotheke nm Markt. Pelikan-Apotheke. Drogerien: Aarust No!, Wlnterbofl, Apotheke in Lieh u. a. Apotheken u Drogerien. REINER/ /jWEIhUWC KRAUSE-STEINHÄGER höchste Auszeichnung anerk. erstklassige Qualität U132D einwandfrei doppelt abgebrannt in der Brennerei zu Großen-Linden Aparte Stoffe för Dekorationen, Kissen usw. Heinrich Hochstätter !1579a uiiimiiniiiHnirmiHiiifimiiiiiiiiiHiiiiHHiiiiiuiiiiiiiiiiimiiniimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiie E E Bankhaus I HERZ & CO. 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Zu der gestrigen Meldung über Arbeiterentlassungen bei den Opelwerken teilt das Werk mit, daß in der letzten Woche nicht 1000 Arbeiter, sondern nur 400 entlassen worden feien Die Belegschaft belaufe sich gegenwärtig auf 4200. Dadurch sei das Wert in der Lage, den Betrieb vollständig aufrecht zu erhalten. Heinrich Lanz A.-G., Mannheim. Der notarielle Akt zur LlmgrünÜung der Firma Heinrich Lanz in Mannheim in eine A.-G. ist jetzt völligen worden. Das Aktienkapital von 12 Mill. Rin. wurde von den bisherigen Inhabern der offenen Handelsgesellschaft Heinrich Lanz übernommen. In der Gründungsversammlung wurden u. a. in den Aufsichtsrat gewählt; Kommerzienrat Dr. Hermann Röchling, Kom- mrrzimrat Dr. Millington-Herrmann lDeutsch? Bant). Rechtsanwalt Dr. Hachenburg. Mannheim, sowie Vertreter der Dheini- schen Kreditbank und der R. Wolf A.-G. ' Zur Einziehung der 95 Mill. Phönik-Vorrats-Aktien. Beim Rück- Amtliche Votiernnq Gew I Briet Wirtschaft. Verschlechterung auf dem Kohlenmernt. Büchertisch. — „D l e deutsche Teuerung und ihre Behebung" von Dr. rer. pol. H. Leucht- gens, Mitglied des Hessischen Landtages lerjchienen bei C. Scribas Buchhandlung in Friedb-rq i. H. In der Broschüre behandelt der durch seine vor jährige Broschüre „Wo stehen wir in Hessen" bekannte Verfasser die Lage der Preise für Waren und Leistungen in Deutschland in der Absicht, Lösungsmöglichkeiten für die derzeitige Preiskrisis zu finden und eine Senkung der Preise herbeizuführen. Den Ausführungen sind eine Menge Tabellen und Uebersichten nach dem neuesten Stand der „amtlichen" Statistik betgesügt. 820 Von unserem Essener Mitarbeiter. Lage im Nuhrkohlenbergbau hat sich erheb sich verschlechtert. Anv crjchiedenen Momenten ist diese Verschlechterung deutlich zu ersehen. Die Tagesförderung, die im Januar dieses Jahres mit fast 380 000 Tonnen ungefähr auf Friedenshöhe Amü.-Mon Buen.-AtreS Brss-Antw Chrtstiania Äovrnbagen Stockholm . HcliingforS Italien. . London. . Weutiorf . . Parts. . . Schwei; . . Spanten. Japan . . . •Hlo de Jan Wien in D- £e[t. abfleff Prag ... Belzrad . . Budapest. . Bularien Lissabon Danzig... . Konst m tüt. Athen ' Canada. . . Uruguat) . Schöffengericht Wetzlar. Q Wetzlar. 7. Dez. Unter Ausschluß der Oefsentlichkeit wurde gegen den Dienstmann Adolf P. aus Herborn verhandelt. Der Angeklagte Hatte sich an einem minderjährigen Mädchen Der« langen. Das Urteil lautete, zumal der Angeklaate ichon einmal wegen Sittlichkeitsverbrechens oorbe straft ist, auf ein Jahr Z u ch t h a u s und fofar- lige Verhaftung. Bezeichnend für den Angeklagten dürfte noch die Tatsache fein, daß er in angetrum fenem Zustande vor Gericht erschien. — Ebenfalls Iveaen Sitklichkeiisoerbrechens, begangen in drei Fällen, war der Dienstmann und Zeitungstrager Heinrich 9t. von Braunfels unter Anklage. Auch hier findet die Verhandlung unter Ausschluß ■er Oefsentlichkeit statt. Dem Angeklagten wurden, da er noch nicht oorbeftraft ist, mildernde Umstände z,«gebilligt. Er erhält sieben Monate G e - fängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der erlittenen Untersuchungchaft. — Wegen Unter- jchlagung im Amt hatte sich der Postaushelfer Otto F. uns Eibelshausen zu verantworten. Er war beschuldig,, die zur Kontrolle der Einnahmen bestimmten Bucher unrichtig geführt zu hoben. Der Angeklagte, der als Landbriefträger beschäftigt war, hatte von einer 5rau zwei ausgefüllte Zählkarten über 90,(lK Mark und 10,50 Mark erhalten. Er gab wohl Quittung hierüber, trug die Zahlkarten aber nicht in sein Annahmebuch ein. In einem anderen Falle wurden ihm 16 Mark Zeitungsgeld zur Ablieferung übergeben, die er auch nicht in das Annahmebuch eintrug und erst etwa drei Wochen später ablicfertc. Der Angeklagte gab die Vergehen im allgemeinen zu und behauptete, einen Verlust von 120 Mark, die er verloren haben will, gehabt zu haben, den er mit dem Gelbe decken wollte; Unterschlagung habe ihm fern gelegen. Der Post wollte er dann das Geld zurückerstatten, da ihm ein Freund einen Betrag in dieser Höhe leihen wollte. In ersterem Falle erfolgte Freisprechung, in» zweiten Falle Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis unter Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren Unter Auferlegung einer Geldbuße von 300 Mark wurde dem Angeklagten Strafaussetzung bis 1. Januar 1929 bewilligt. ________ sich verschlechtert. An verschiedenen Momenten ist gen: sie beträgt zur Zeit ungefähr 340 000 Tonnen täglich. Dem Rückgang der Förderzisfer entspricht der zurückgehende Absatz. Dieser betrug im Januar dieses Jahres rund 9,27 Mill. Tonnen Kohle und 1,9 Millionen Tonnen Koks; jetzt kann man ihn auf den Monat umgerechnet höchstens auf 8 bis 8,1 Mill. Tonnen Kohle und 1,6 bis 1,7 Mill. Tonnen Koks veranschlagen. Die Ausfuhr hat (allerdings ohne Berücksichtigung der Reparationsleistungen) einen Ausgleich pir den zurückgegangenen Jnlandmarkt nicht schaffen können, zumal auch sie Neigung zur Schwäche aufweist. Im Juli betrug die Ausfuhr an Kohle 1,198 Mill. Tonnen, für Oktober wird sie auf 1,1 Mill. Tonnen geschätzt; dazu kommen für Oktober noch an Ausfuhr 250 000 Tonnen Koks und 70 000 Tonnen an Briketts. Absatzfähig im normalen Sinne des Wortes find zur Zeit nur Nußkohlen, während Jnduftriekohlen und Koks sowie insbesondere Feirckvhlen nur unter den größten Schwierigkeiten abzusetzen sind. Daß bei dieser Sachlage die Haldenbestände eine erhebliche Verminderung nicht erfahren haben, ist selbstverständlich. Im Anfang dieses Jahres betrugen die Zechenlager an Steinkohlen ungefähr 3 Mill. Tonnen; Ende Oktober beliefen sich die Bestände bei den Zechen auf 2,7 Mill. Tonnen an Kohlen und 2,95 Mill. Tonnen an Koks; dazu kamen jedoch noch die Bestände der Syndikotslager mit rund 2,2 Millionen Tonnen, so daß insgesamt ein Bestand von beinahe 8 Mill. Tonnen Brennstoffe sich ergibt. Die Bedeutung dieser Ziffer wird erst bann ersichtlich, wenn man bedenkt, daß in den ungünstigsten Vorkriegszeiten die Brennstofflager nie über 2,5 bis 3 Mill. Tonnen hinaus- gegangen sind. Die Zahl der Zechenstillegungen hat zugenommen. Vom März 1924 bis Ende Juli 1925 wurden insgesamt 32 Betriebe mit 19 965 Mann gänzlich ftiUgekgt, dagegen in der relativ kurzen Periode seit Anfang August 17 Betriebe mit 23 867 Mann Belegschaft. Die Zahl der eingeschränkt arbeitenden Betriebe ist natürlich viel größer, so daß der Stand der Belegschaftsmitglieder mit knapv 400 000 Mann zur Zeit ungefähr um 30 000 Personen geringer ist als in der Vorkriegszeit. Während im Sommer die abgelegten Bergleute zum größten Teil in anderen Industrien unterkommen konnten, wird eine Unterbringung jetzt immer schwieriger. Man kann damit rechnen, daß die Schor der arbeitsuchenden Bergleute im Ruhrbezirk zirka 22—23 000 Ver tonen umfaßt. Dabei ist anzunehmen, daß der Stilllegungsprozeß noch weiter geht, wie Meldungen aus privaten und auch (was besonders interessant ist) aus staatlichen Zechen beweisen. Die geldliche Lage der Zechen ist schlecht. Man kann rechnen, daß 'm Vergleich zwischen März und August dieses Jahres der Rückaang des Erlöses rund 0,45 Mk. beträgt und daß dieser Rückgang bis zur Jetztzeit auf rund 1 Mk. gestiegen ist. Durch diese Verschlechterung hat sich die zweifellos vorhandene Steigerung der Leistung finanziell noch nicht auswirken können, zumal durch die Lohnerhöhunaen die Arbeit-ckoston je Tonne Nugsärderuna seit Anfang dieses Jahres um 1,10 Mk. gestiegen sind. Besonders fdjfimm bemerkbar macht sich die Konkurrenz der oon der enalif*en Regierung subventionierten englischen Kohle. Während im August hie englische Regierung eine Subventton von 1.15 Mark 'je Tonne gab.' ist diese jetzt auf ungefähr 2 50 Mk. geftieaen. Man kann rechnen, d"tz für Oktober die englische Kohle mit insgesamt J0 Mill. Mark subventioniert worden ist. Die Folae ist. daß die englische Kohle der R"brkohle den Absatz im Ausland immer mehr streitig macht, und datz sie auch in Deutschland selbst stärker Fuß fotzt. Wahrend im Juni die Einfuhr enofii*cr Kohle noch Deutschland insgesamt nur 170 00 Tonne” betrug, belief sie sich allein in der ersten Nvv>'mss"rhälfte nur über Hamburg auf mehr als 120 000 Tonnen. Infolge dieser Zustände find die Vrei^verbältniffe auf dem Auslondmarkt geradezu katvstrovh'l ae worden. Man kann ann-'b,rten, daß am her Tcmne ins A"--land oertnufter Kohle ein Verlust von 2 50 kXc. 3 Mark liegt. Ob ein A-'-landobsatz unter dielen Umftäuhen in b»r jetzigen Svhc noch lange möglich ist. erscheint mehr als zweifelhaft. _______ 3n', TcntfdK ^dä)5anTf1b? 4",, Teiitfd»? 9lctrt)5(nfki'.c 3°;, cntfdie ‘Heid)entleib? iCentübc isparprämtenonkibe 4 o Preußische JtenioW Hessen • S’tf/o Hessen • • . . - 3°/e Hessen Deutsche dettb. Dollar Änl. dto. Doll Schatz-Snlrelsng.*' 4°/0 Zollrurkrn...... 5% (Solbmerttaner ... . Berliner Handelsgesellschaft Lsuunerz- und Privett-Bank Tann ft und Aatioualbank Deutsche Bank L .mtsche BereinSbant . . Tteeouto Counnandtt . . V/ctaUbanT......... Mitteldeutsche Crcdttbank. . Ccftcrreicbtfdk Sredttauftall Gestbank .....i Bochumer Sus ...... Buderus ■ ........ (Sara ........ • Deutsch Luxemburg .... 05cifentirebener Bergwerke. . Harpener Bergbau .... llat,werke Aschersleben • . . Kaliwerk Westeregeln t'aurabütte Lberbcdars » • • > Pbönir Bergbau ..... Rheinstahl Webcrf Montan.....- .. TelluL Bergbau. ..... Hamburg Amerika Pakt. . . Llorddeuncher Llovd . . . Cheraimsche Werke Albin . . .Zementwerk Heidelberg . . . Bbilivv yObmann . . , Ang loCom.-Guano - . . .. Badische Anilin Cbemjsche Maver Alavitt . . Goldschmidt . . . . . . ' ric eitner Electron . ... vochster ffarjroettt ...... Hol-,verkoblung ....... :h'ütflcrSiuetfc '^cheideanstakt Allg. EleklNsttätS-Gesellschast Bergmann . . ...... Mainkrastwerke . Schurken . Siemens & Halske ..... Adlerwerke SHenee ..... Daimler Motoren. ..... Hevligenstaedl u.eguin Motorenwerke Mannheim frankfurter Armaturen . . Kouservensabrik Braun . . Metallgesell chast Frankfurt. Pct. Union A--G. . . . Schuh'adrik Her; . . . . sichel ......... .jellstost Waldbos /-tu.1erTabrif Frankentbal . . y.urferfabrtr Waghäusel . . . Wetter-Rekorde. Das Klima eines Ortes läßt sich erst bann richtig beurteilen, wenn man nicht nur die mittleren und äußersten Werte der zugehörigen Elemente kennt, sondern überhaupt die Grenzen sestgeftellt hat, innerhalb deren diese Elemente sich auf der ganzen Erde bewegen. Die höchste mittlere Jahres- emperatur findet sich bei Masiaua am Roten Meer mit 30,2 Grad. Daneben wäre der Ort Lugh um Juba im italienischen Somaliland zu erwähnen, dessen mittlere Jahrestemperatur sogar mit 30,8 Gr. .temeflen worden ist. Die niedrigste Jahres- emperatur wird mit —20,4 Grad angegeben; sie wurde am Fort Conger in der Lady-Franklin- bay von der amerikanischen Polarerpedition unter 9reely gemessen. Die höchste Monatstem- ; eratuc findet sich nicht, wie man glauben möchte, 'n dem Ort der höchsten Jahrestemperatur, sondern es ist das Julimittel der Station Greenland Ranch ur Death Valley, dem Todestal der nordamerikani- chen Wahawewüste, und beläuft sich auf 38,9 Grad, las niedrigste Monats mittel haben wir am sibirischen Kältepol in Werchojansk zu suchen, wo das Januarmittel —51,2 Grad beträgt. Die größte Kälte in Sibirien wird verhältnismäßig leicht itragen, da sie mit Windstille verbunden ift; nur muh 'man die Vorsicht gebrauchen, die Luft nicht direkt i’injuatmen, sondern sie erst durch die Haare des Pelzes, der auch den Mund schützt, streichen zu lassen. Der größte Unterschied in der mittleren Temperatur ;>es wärmsten und kältesten Monats findet sich eben- all» an diesem sibirischen Kältepol, denn die mittlere ulitemperatur steigt bis auf 15,1 Grad, so daß die .Zahreeschwankling 66,3 Grad beträgt. Am kleinsten iit die durchschnittliche Spanne in der Jahrestempe- • dtur auf kleinen Inseln in niederen Breiten des Stillen Ozeans, so auf der Koralleninsel Jaluit, .oo sie nur 0,4 Grad, und auf der Insel Nauru, wo sie nur 0,6 Grad beträgt. Die Frage nach der h ö ch st e n T e m P e r a t u r, bi« überhaupt auf der Erde beobachtet worden ist, ist schwer zu beantworten, da meist Fehler bei der '.Uleffung vorkommen. Als höchste bisher mit Sicherheit gemessene Lufttemperatur kann man die von ,6,6 Grad am 10. Juli 1913 im nordamerilanischen Todestal bezeichnen. Im Innern von Neusüdwales ;inb Temperaturen von 54 und sogar 55 Grad, in Basra am unteren Euphrat 53,8 Grad gemessen worden. Nicht minder großen Schwierlgkeiten begegnet eine zuverlässige Angabe über dte n i e - brigfte Lufttemperatur, die man bisher beobachtete. Da das Quecksilber bei 39,5 Grad fest wird und das bann an Stelle des Quecksilber-Thermometers gebrauchte Alkohol-Thermometer nicht so genau ist, muß man den Angaben mit Kritik begegnen. Lantz? Zeit galt als niedrigste Temperatur die Messung von — 48 Grad Reaumur — — 60 Gr. Celsius, die der Kaufmann Nemörow am 21. Januar 1838 in Jakutsk machte. Nachdem zu Ende der siebziger Jahre der sibirische Kältepol von Werchojansk bekannt wurde, hat man dort die niedrigste Jahrestemperatur auf 67,8 Grad bestimmt, ja, man will sogar eine Temperatur von —76 Grad gemessen haben. Die größte Luftfeuchtigkeit wird in tropischen Gewässern zu suchen fein, hauptsächlich im Indischen Ozean, und zwar dürfte das höchste Jahresmittel 25—26 Millimeter betragen. Die meiften Wolken gibt es wahrscheinlich im europäischen Nordmeer und am Weißen Meer sowie im Südpolarmeer; die kleinste Bewölkung beträgt nn Durchschnitt zwar nicht Null, denn es gibt keine Gegend, die ganz ohne Wolken ist, aber sie bleibt doch unter 1 und wird für Assuan am Oberen Nil mit 0,5 angegeben. Als regenreichster Ort der Erde gilt feit langem Cherrapunji in Indien, das eine mittlere Jahresmenge von 1100—12 000 Millimeter hat. Dieser auf dem 1250 Meter hohen Plateau der Khasi-Hills nordöstlich von Kalkutta gelegene Ort wird sogar noch durch eine andere Wetterstation der Gegend übertroffen, deren mittlerer Werl mit 12 665 Millimeter angegeben wird. Gin ähnlich hohes Jahresmittel der Regenmenge, nämlich 12 090 Millimeter, erreicht eine Station auf Kauai, der nördlichsten Insel der Hawaii-Gruppe. Was den regenärmsten Ort anbelangt, so gibt es sicher Gegenden an den Küsten von Chile imb Peru, im ehemaligen Deutfchfüdwestafrika, in Oberägypten und Australien, an denen in einzelnen Jahren überhaupt keine meßbaren Niederschlage fallen. Aber die kleinste mittlere Jahresmenge, die wirklich gemessen wurde, liegt zu Jquique in Chile imb beträgt 5 Millimeter. Als die gewitterreichfte Gegend ist Abessinien mit durchschnittlich 214 Gewittertagen im Jahr. Ganz fehlen die Gewitter m den beiden' Polarkappen. Das windigste Gebiet der Erde dürste die Commonwealthbai in Adelieland am Rand des antarktischen Kontinents sein, der der Leiter der australischen Südpolarexpedition Douglas Mawson den Namen „die Heimat der Blizzards* gegeben hat. Alle diese Angaben können natürlich nicht als endgültig aufgefaßt werden, sondern bei weiteren Beobachtungen büiite sich noch eine Verschiebung dieser Grenzwerte des Klimas auf der Erde ergeben. Briet 4.Z3 19,06 10.5,01 30,4 r- 10 2'1 IG MH 16,97 85 61 59,25 HZ. 55 81 24 59,85 12.44 5.885 (auf der 95 Mill. Rm. Vorrats-Aktien derPhöni? A.-G. für Bergbau und Hütten betrieb in Dussel» dorf aus dem Besitz der Phönir Trust Maat^ febapij wird es sich, laut ..Köln. Zig ", in bet Hauptsache um einen reinen Umtausch handeln. Der Pbönir wird die in feinem Besitz befindlichen Trust-Aktien zurückgeben und dafür seine Aktien aus dem Besitz der holländischen Gesellschaft zu- lüdcAaltcn Dadurch werden keine oder nm.- geringe Mittel zur Durchführung des Rückkaufes notwendig. Berliner Börse. Berlin. S. Dez. Die Börse nahm heut« wieder einen lustlosen Verlauf. Die Abschlüsse hielten sich in den gewohnten Grenzen und biteben sogar am Äallm aeft auf ein Mindestmaß beschränkt. Die rasche Ueberzeichnung der deutschen Kalianleihe in London blieb ohne Eindruck, da irgendwelche Käuferschichten fehlten. Auch der günstige Verlauf der deutsch-französischen Kohlen--Verhandlungen, die in der nächsten Woche zu einem Abschluß geführt werden, vei> mochten dem Montanmarkt keine Anregung zu geben. Dieser lag vielmehr, wie die übrigen Märkte behauptet mid begann zu den Schluß- furfen des Vortages Eine Ausnahme machte der Markt der Schiffahrtswerte, in denen die Umsätze recht lebhaft mar en ebenso die sogenannten amerikanischen Freigabewerte, nachdem jetzt die Verhandlungen nach amtlicher Mitteilung zu einem für die deutschen Interessen befriedigendem Ergebnis geführt haben. Die deutsche und die amerikanische Regierung stimmten dem Vertragsentwurf bereits zu. und man rechnet auch mit einer Annahme durch den amerikanischen Kongreß. Im Vordergründe standen Baltimore, Orenstein u. Koppel, Hapag, Norddeutscher Lloyd und einige andere Werte, während z. B. 'Berliner Handel infolge ilmfafcbfigfeit gestrichen w:rdcn mußten. Die eben erwähnten Spezialwerte lagen dagegen recht fest. Zur Verstimmung der übrigen Markte dürfte der erneute starke Frankensturz beigetragen haben. Paris ging heute nach einem Vortagskurs von 126,25 gegen London aus 129,50 zurück und stellte sich dann bei Beginn des offiziellen Verkehrs auf 128,75 Warschau stellte sich gegen Kabel auf 8,50 bis 9 Die Geldver- häl tnisse an der Börse blieben weiter flüssig. Tagesgeld ist stark angeboten zu 71 . bis 9 Prozent und darunter. Monatsgeld 9' 2 bis 11 Prozent. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Tendenz; Fest und lebhaft. — Die Börse war heute etwas freundlicher veranlagt, wenn auch dem Geschäft noch eine gewisse Tliisicherheit anhaften blieb. Begünstigt wurde die bessere Stimmung durch das Rachlassen des Aktienangebotes. wodurch der Druck eine wesentliche Milderung erfuhr. Die bevorstehende Frei gäbe des deutschen Eigentums in Amerika wuchs zu einer Harten Anregung aus, von der besonders die sog. Freigabewerte größeren Ruhen zogen. Die lebhaften Käufe in Schiffahrtswerten steigerten Havag auf 81,75 Prozent und Rordd. Lloyd auf 89,75. Auch die anderen Märkte konnten von dieser günstigen Strömung profitieren. Selbst die bis" yer stark gedrückten Chemiewerke tonnten Besserungen von 1 bis 2 Proz. erzielen. Bankaktien, die in ruhiger Haltung verkehrten, waren um Bruchteile gebessert. Motoren- und Maschinenwerte waren wenig verändert. Zuckeraktien lagen unein- cheitlich, Frankenthaler um 1.5 gebessert. Am Kassamarkt der Industriepapiere stellten sich gleichfalls Besserungen ein. Auch Deutsche Anleihen schlossen sich der Allfwärtsbewegang an, dagegen lagen Pfandbriefe unverändert lustlos. Am ausländischenRentenmarkt formten Ungarn sich auf etwas regere Rachfrage hin weiter befestigen. Der F r e i v e r k e h r lag still und kaum verändert. Api 0,37, Beckerkohle 32, Benz 23,5, Brown Boveri 53. Entreprise 8, Growag 35, Krügershall 81, Ufa 44, Ufra 51.25 Prozent. Im weiteren Berlauf wurde das Geschäft wieder sehr ruhig. Feste Stimmung erhielt sich indessen für Schiffahrtsaktien, die weiter gesucht blieben, während an den anderen Märkten infolge von Gewinn-Realisationen leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Der Geldmarkt ist unverändert leichst. Das Angebot ist so stark, daß Tagesgeld kaum anzubringeil ist. Monats- gelb ist für erste Adressen schon zu 9’ . Prozent zu haben, doch war fast keine Rachfrage vorhanden. Bankdiskonten 7 Prozent, Industrie A^cepte 9 Prozent. Im Devisenverkehr ging Paris gegen London erneut stark zurück auf 129. Die anderen Valuten sind kaum verändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 26 bis 26,25, Roggen (ml.) 18,25 bis 18,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 24 bis 26,50, Hafer (inl.) 18,75 bis 22, Mais (gelb) 21 bis 21,25, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 41,50 bis 42,75, Roggenmehl 27,75 bis 28,25, Weizen- und Roggenkleie 11,50 bis 11,75. — eTndenz: schwach. Berlin, 8 Dczbr Amcrtkanisch^ Noten .... Belgiichc Noken ....... Tämfcbc Noten Englische Noten ...... V,-tanAöiift6e "Jtotett ...... Holländische .«loten Italienisch.'' Noten ..... elorweailchc .'totsn Deutsch-Tester r, i 100 Kronen Numani'che Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ..... Tschechoslowakische Noten . . Unaarikche Noten . . . Geld «.21 IH.tlti 104.4) JO.313 16.13 168,20 16.8' 85.19 58.95 111.99 80.74 59.55 13.38 5.825 8 Techr. Amtliche Nett runo <55cld । Bries . lur 4 Pfennig kostet MAGGI5 Fleischbrüh-Wiirfei W Einfach in kochendem Wasser aufgelöst, ergibt der Würfel gut jgfl “ “ V* Liter kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbess rn oder Verlängern von Suppsn und Sofien aller Art. it-remtfurt a.M. Berlin roiu •, i«U ! er ___________ T.ttn-r | 12 9.12. 8 12 j i» 12 U 175 0.184 0.18 0.1 ».1W5 U 19". — o, — j.3?n' — 1.2;» 0,3 — 1 — 10-5 — 0.1» - »25 0 1H5 — 1 — 0 17 — — — — — — <1.17 — 90,25 «*> 91 M 97.85 — S7.0 * 7 9 7,8 7.9 — 42 99 —- — 136,7* — 138" — 93,5* 93 ti* 95,5" 93 S 1'3 5* 103,7* 103 V 103.7* 101.5* — 104* 101* — -—e — — 1-2, r 69.75 102 6" 103" 103* 70 — ■_ • 88.5' — 1 88,75" S.4 6 4 6,5 6,5 J.03 0,03 — - <1 75* 60.25" 28.75 19,5 ■B 29 58* — 68.5* 58.5" 64’ 70* «5,2 * 61.75* •JA* 01" 93.25* 93.75* 91.75 — 90 5 tt',62 94.75 9’ 94 .. 97 13 26 20.25 26 26 —• 88' 36 37* 41, li' 61.25" 81.13* 47.5* 47,75’ 61 4« M8 Gl,2i 63 80..:- 81 75" 80* 81. * 87 2 ,* 89 75* 88 5" 89.37* — 58 56 25 40.25 40 5 40,20 — — 61.25 — 106,7" 108" 08,6" 108.2» — — — 54 55 55.5 56.' 106.5" 107" 1110,5* 106.9* t-6 7" 107.7' 107,2* 107" <1 40 — 47.25- 16.5* to — 74.5 73 — 92* 92 5* 01 75" 92,25* — — 65,25 — — - 55.5' 57" 57.25* — 71,75* 70* 22.13 22 25 22 75 23 75 20,25 17 20.5 20.75 — 25,5 — 26 75 — — N — — - —» — —— 83,75 83,75 — 51 1 51 51 — 20.7 21 — 1,75 1,7 — 80 80 9,25 783 11,5 43 44.9 —- 38 1 37,25 30 — M.5e 168,93 168.54 168.96 1.742 1.716 1.738 1.142 19.05 19 02 19,06 19.01 85,34 8ö.5f> 85.19 85,41 1U4.7, 105,03 104,5. 104.83 112,24 112,7.2 U2.24 10.645 112,0-1 10.55 10,59 10,585 16.90 16.91 16,88 16,92 20.343 Ä,8>3 20,339 20,389 4.195 4,205 1,195 4,2)5 15.80 16,15 •6,19 15,76 SO 88 81.08 S0.R5 81,05 69.98 60.02 59,73 59,87 1.808 1.812 ’.b03 1,807 .0 589 1.591 9.687 0,689 59.12 59,26 59.12 6V,2b 12.418 12,45* 13,418 12,458 7.43 i.45 7,13 7,45 5.875 .895 5,87 5.89 3,0 5 3,065 1,0'5 3.005 21,1.5 31,325 öl.245 51,3'5 80 60 80.81! 80.62 80.8-.' 2,225 2,235 r.215 2,225 5 54 5.58 5 54 5.56 4 195 4.2 5 4.195 4.205 4,235 4.345 4.235 4,215 Banknoten. Franziska. Roman von Liesbet Dill. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hasse hatte ein Angebot erhalten, in London in eine größere Klinik als Chef der chirurgischen Abteilung einzutreten, doch lockte ihn andererseits auch die UniversitätSkarrieve und Heidelberg- mit seinem ewig jungen Zauber. Zwischen bieten beiden neuen Wegen stand er noch unschlüssig. Das Leben in London reizte ihn nicht. Man ging in geistige Verbannung. Das öde Klubleben, die Oberflächlichkeit und Unbildung der ersten Gesellschaft, der vollständige Mangel an gutem Theater, an Literatur, an künstlerischen wie geistigen Erholungsstätten lieh ihn troch zögern, so glänzend dieser Posten auch dotiert war, ihn anzunehmen. Rur eines war ihm flar geworden an dem Abend, als er wieder Fuh gefaßt in dieser Residenz, hterbleiben würde er nicht. Gr konnte weder einer Begegnung ausweichen in dieser Stadt, in der man sich täglich mehrere Male in dem Zentrum begegnete, welches Bahnhof, Theater und die Hauptgeschäftsstraße bildeten, und sie fallen Bluts er» tragen, konnte er auch nicht. Der gestrige Abend hatte alle seine Pläne umgeworfen. Er hatte sich vorgestellt, wenn er zurück- Wme, sei alles leichter zu ertragen, die Einsamkeit, unter der er fitt, die Leere, die er empfand, den feinen, stechenden Schmerz in der Brust, über den er sich selbst lustig machte, der aber nicht wegzuleugnen war. — Seit diesem Abend aber wußte er, daß er sich selbst betrogen hatte, daß er nicht« vergessen hatte. SS wurde draußen geSopft. .Herein!" Der Laboratoriumsdiener sollte ihm noch die Glasspachteln bringen, er drehte sich gar nicht erst um. Die Tür wurde geöffnet und geschlossen. Da wandte er den Kopf... Auf der Schwelle stand, in einen braunen Taftmantel gehüllt, von einem breitrandigen, dunklen, weichen Hut beschattet, schweratmend Franziska... Sie ytekt sich an der Klinke fest, als ob sie nicht Heber wieder gehen wolle. Franziska stand noch unter dem Eindruck des eben Geschehenen. Sie hatte in ihrem Leben einmal ein Krankenhaus betreten, als sie eine Kollegin besuchte. die im Sterben lag. Diese hatte ein leichtfertiges Leben geführt unb war so jung und rasch gestorben, so entsetzlich sah sie aus mit ihrem Nein gewordenen, grauen, verfallenen Gesicht. Alle Erinnerungen der bamaltgen Zeit waren vor ihr aufaetaucht, als sie durch die stillen, hohen geweißten Hallen schritt. Ernste, gemalte ©irarfprikfce sahen ihr entgegen, blau- gelleidete Diakonissinnen begegneten chr mit ihren weißen duftigen Mullhäubchen, sie sahen alle so friedvoll und beruhigt aus, auf allen Fensterbänken standen frische Blumen. Das ganze Haus atmete Ruhe und Harmonie. In einem Saal wurde Harnwnium gespielt. 3m Vestibül wartete eine Familie, vier schwarzgekleidete Kinder, die sich mit großen, scheu um- herirrenden Augen an den Vater drückten, den siebenjährigen Jungen, dessen dunkle Augen umherirrten. als ob er die Mutter suche, würde sie nie mehr vergessen. Franziska dachte an ihre eigene Mutter, an das enge Zuhause, an die mit Geschwistern überfüllten Heinen Stuben, an ihre ärmliche Kindheit. Das alles erschütterte sie so. daß, als sie sich Hasse gegenübersah, sie keines Wortes mächtig stehen blieb. Hasse hatte sich gefaßt, aus alles war er vorbereitet gewesen, nur auf das nicht, daß sie in seine Wohnung kam... hierher. „WaS willst du hier?" fragte er. Sie trat rasch ein, warf den Schirm auf den Tisch und strich sich das Haar aus den Schläfen. „Ich habe dich ausgesucht, weil — weil ich nicht ohne dich leben Lum..." Und sie warf sich in dem halb dunklen Zimmer mit einem Aufschluchzen an seine Brust- Ihre Herzen pochten tote Hämmer aneinander, er trank ihren Atem, ihren Haarduft und das Gemisch von Puder und Parfum, das er so lang entbehrt hatte. Dann kam er aut Besinnung und machte sanft und bestimmt ihre Hände loS. — Gr rang ein bitteres Wort hinunter. „Das kommt zu spät." „Darum zu spät?" fragte sie. auf die Koffer deutend. „Di: gehst fort von hier?" Gr nickte. „Wohin?" „Rach London." Sie Hämmerte sich an seine Hand. „Geh nicht fort! Ich halte das nicht aus. Ich hab' mich geschämt. Ich muß von dir wissen, ob du mich noch lieb hast. . aber wenn du gehst, dann ist alles vorbei, alles!" Die legte beit Kopf auf den Tisch und weinte. Mit ihrer einzigen befielt Freundin, der Mieze, hatte sie sich veruneinigt und getrennt; nun war sie ihre Feindin, eine scharfe, bittere, die zu den Kolleginnen schändliche Dinge von ihr sagte. Sie fühlte sich verlassen, die nette Sentimentale war zum ersten Oktober nach Braunschweig engagiert, die Mucki nach Hamburg, und der gute alte Wohlgemuth ging zum Frühjahr nach Halle. Wenn der hier geblieben wäre, hätte er ihr die Bahn frei gemacht. An seiner Stelle kant ein neuer, junger, scharfer Norddeutscher her, und der gute Intendant war gestorben. Die Wagnerrollen bekam sie nie, die hatte alle die Ufzky in Händen, die mit ihrer abgesungenen Stimme, ihrer Schleppe auf der Bühne herumfegte und intrigierte und auch schon den Herrn Grafen in der Tasche hatte. Oh, sie hatte das Theater so satt! Die zeigte an den runden weißen Hals, der aus der mattrosa Ehiffonbluse ausblühte. Deine Hand zerknitterte die blaue Tischdecke, er wollte fest bleiben und ließ ihren Redestrom an sich vorbeirauschen, er hörte ihn. aber er berührte ihn nicht mehr. „Franziska," saate er, als sie, das naffe Spitzentuch gegen die Augen gedrückt, schwieg, „du mußt lernen zu arbeiten. Das ist ein vortreffliches Mittel, solche Gedanken zu vergessen." Sie hob jäh den Kopf, ihre Augen, die voll Tränen blitzten, schauten ihn an. „Wenn du etwas geworden bist, brauchst du keinen Menschen mehr, dann kommen sie zu dir. denen du jetzt nachtrauersl. Ich habe einen Strich unter das Bisher gemacht, ich arbeite und bin zufrieden." „Das ist nicht wahr", stteh sie heraus- „Bist du nicht neulich in .Hoffmanns Erzählungen" gewesen? Sie stemmte leicht den Arm te t*e Seite. „Hast du keine Veränderung mit meiner Stimme bcmerft? Oh, ich hab' gelernt in der Zwischenzeit!" Ihre Brust hob sich stolz, sie ging im Zimmer hin und her und trat an seinen Tisch, wo seine aufgeschlagenen Manuskripte und Bücher lagen. „Wir Haden beide gelernt, nicht wahr? And jetzt wollen wir unS einfach wieder vertragen, du böser, schlechter, häßlicher, alter Kerl —“ Sie zog ihn auf den Diwan nieder, und fick die Tränen trocknend, nannte sie ihn mit all jenen süßen, dummen Rainen, die mir ein Weib erfinden kann. „Geh nicht fort!" bat sie immer wieder, die Hellen Tränen liefen ihr über die Wangen, während sie mit ihren leichten Händen seine Stirn glättete. „Bleib hier, die Trennung vertrag' ich nicht, du weiht, ich kann keine ordente lichen Briefe schreiben, und dann wirst du böS und machst mir Vorwürfe. Geh, kannst du daS nicht rückgängig machen in London —T Er fühlte die Tränen an seinen Wangen herabrinnen und auf seine Hand tropfe^ fühlte die Wirkung ihrer warmen, liebreizenden Person, aber machte sich sanft los: „Franziska, von deiner Antwort mache ich's abhängig, ob ich gehe oder bleibe. Sieh, wir waren getrennt, aber haben uns zueinander gefunden, spontan, unwiderstehlich Es gibt wenig Menschen, die so aufeinander gestimmt sind wie wir, und toenn’S auch manchmal einen Mihton gegeben hat, du hast mir immer wieder meine Heftigkeit vergeben, denn was ich denke, das denke ich für dich was ich tue, tue ich für dich, ich muß aber wiflen, daß du mir gehörst —" Franziska wollte etwas einwerfen, aber ec hielt ihre Hand fest und sprach weiter: „Ich finde genug Frauen aus unserem KreiS, die einen Mann glücklich machen wollen und können, aber dich finde ich nie wieder, Franziska. Wir sind jung, wir können warten, aber ich muß dein Versprechen haben, daß du mein bist und es auch bleibst. Dann bin ich ruhig, dann brauch' ich kein Versprechen von dir, keinen Ring, dann weiß ich du gehörst mir ganz." (SortleBung folgt) Wir bitten, beim Einkauf von je 1 Pfund „Blauband-Margarine« das farbig illustrierte Familienblatt „Die Blauband - Woche“ kostenlos zu verlangen. Allen z/ Blauband- ' Verbrauchern bringt das Blauband-Mädel als Beilage zur „Blauband-Woche* bei jedem Pfund den Wandkalender 1926 iwan HM Sch Junge Gänse Junge Enten Junge Masthahne Fette Suppenhühner Frisch geschossene Hasen Reh im Ausschnitt Carl Schwaab Feiakosthaue ll681a Ausstellung tiiiiiuiiiiiniiuiMuiiiiiMMiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiutiiiimt Die Entwicklung des Kinderbuches. Eine Uebersicht der besten Bilderbücher und Jugendschriften. Eintritt frei! nssM Buchhandlung Keißner vortn. Schneidersche Buchhandlung Schulstraße 6, gegenüb. der Stadtpost. Glänzende, reelle Existenz I Am Platze, ohne Reisetätigkeit I Für jede Groß- und Kleinstadt 1 Da« allein. Arifsteliungsrecht einer patenfcamtL gea wlrkungsv- Tages-und Leucht-Relief-Reklame mit Normal-Uhr (Sternwarte-Zelt) und «elbelllttger ÖeichMtB- karten-VerteUnsi Ist zwecks System Ausnützung stfldteweise zu vergeben. — Herren mit Betriebekapital (einige Tausend Mark, Je nach Größe der Stadt) versäumen in ihrem Interesse diese Gelegenheit zur Existenzgründung nicht! Nachweisbare Rentabilität — selbst in Kleinstadt — etwa 800 Prozent Zwecks Vorführung Besuch von nur seriösen Interessenten erbeten Nach vorheriger Anmeldung auch Sonntags. Albert Spiegel, Bad-Nauheim Telephon 464 11601D Fttretenetraße 30 vorläufiger ßahrplan der Autoomniduslinie wieseck-Sietzen. MMwochnachmtttagL Bedarfswagen nach btt Klinik. a) Werktags. Wagen Ab Friedhof An Bahnhof Ab Bahnhof An Friedhof Nr. Wieseck Gießen Gießen Wiefeid 1 5.25 5.45 5.50 6.10 ' 2 5.40 6.00 6.05 6.25 1 6.15 6.85 6.40 7.00 2 6.30 6.50 7.05 7.25 1 7.05 7.25 7.30 7.50 2 7.30 7.50 7.55 8.15 1 8.15 8.35 8.40 9.00 T 9.00 9.20 9.30 9.50 2 11.30 11.50 1205 12.25 1 12.40 1.00 1.10 1.30 1 1.35 1.55 2.20 2.40 1 4.00 4.60 5.10 5.30 । r 4.40 5.00 5.20 5.40 ) i 5.35 5.56 6.00 6.20 2 5.45 6 05 6.10 6.30 2 6.40 7.00 7.30 7.50 , 2 8.00 8.20 8.30 8.50 ! 2 9.30 9.50 10.20 10.40 b) Sonntags. Ab Friedhof Wieseck An Bahnhof Gießen Ab Bahnhof Gießen «nFriedhos Wieseck 5 25 5.45 5.50 6.10 6.15 6 35 6.40 7.00 7.30 7.50 8.15 8.35 9.00 9.20 10.00 10.20 11.30 11.50 12.15 12.35 12.35* 1.00 1.30+ 2.00 2.80* 3.00 3.30y 4.00 4.40 5.00 5.30 5.60 6.40 7.00 7.40 8.00 8.30 8.50 9.15 9.35 9.40 10.00 10.15 10.35 * Diese Wagen fahren nach der Klinik, f Ad Klinikstratz«. Haltestellen der Linie Ost (Wagen Nr. 1) in Wieseck: Kreuz, Phrlosophenplatz, Postagentur, Grabensttaße, in Gteßen: Marburger Sttaße (Schmoll >, Walltor, Ostaniage, Ecke Moltke- straße, Stadttheater, Bleichstraße, Finanzamt, Bahnhof; der Linie West (Wagen Nr. 2) in Wieseck: Fnedhof, Lindenplatz,Turnstraße, Grabensttaße. Ortsaurgang ; in Gieße n: Marburger Sttaße (Schmoll), Walltor, Schillersttaße, Oswalds» garten, Schanzensttatze, Bahnhof. 11592V Kathreiners Malzkaffee muß man probieren, um ihn schätzen zu lernen. Wer an Bohnenkaffee gewöhnt ist, setze erst wenig, allmählich mehr „Kathreiner" den Kaffeebohnen zu — der vorzügliche Geschmack überrascht jeden. — Wieviel aber spart man im Jahre, wenn das Pfundpaket Kathreiners Malzkaffee nur 60 Pfennig kostet - ) MsM- liaw erste Senduna ein- getroffen. Berkau! zu vtlllgsten Pretien. G. Koch, Welerstraße 20. Sämtliche Zutaten zur seinen Bäckerei sowie alle Gewürze z. Hausschlachterei SteppMen Praktische Weibnachts Geschenke! 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Bei Ausführungen . ohne Genehmigung werde ich künftig ' Strafanzeige erheben, die begonnenen Arbeiten einstellen lassen und, wenn not» ! wendig, die Riederlegung der bereits er- I folgten Aufbauten veranlassen. Gießen, den l. Dezember 1925. Der Oberbürgermeister. I. D.: Or. Hamm. 11-1698 kicher weihnachtsmartt (Schweine- und Kramermarkt) am Montag, dem 14. Dezember 1925. Auftriebszeit morgens von 9-10 Uhr. Es dürfen Tiere aus den Zuchtbeständen der Kreise Gießen, Büdingen, Alsfeld und Schotten aufgetrieben werden; ausgenommen sind Sperr- und Beobachtungsgebiete. Ursprungszeugnisse müssen vorgelegt werden. Händlervieh wird nur zugelassen, wenn es die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht hat u. Seuchenfreiheit durch amtstierärztliche Bescheinigung nachgewieien ist. Am gleichen Tage fülltet in Lich eine Geflügel-Auöstellung und ein Schaufenster-Wettbewerb statt. Lich, den 8. Dezember 1925. Hess. Bürgermeisterei Lich Völker. U572D liefert prompt und billigst, C. 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