Nr. 265 Erster Blatt e."tfch^ aus der Umgebung unter öcr Beschuldigung einer Verschwörung gegen den Staat. In der Weinschenke und in den Wohnungen der Verhafteten wurden Haussuchungen vorgenommen. Kleine politische Nachrichten. Generaloberst Freiherr von Scheffer- Bo t)a ö el, der letzte Friedenskommandeur des 11. Korps in Kassel, ist am Samstagabend im 76 Lebensjahre nach längerer Krankheit aus einem schlesischen Gute Bohadel g e st o rb e n Wahrend des Weltkrieges war er Armee-Ober- rommandcur einer Armeeeinheit und leitete in öiefer Eigenschaft den siegreichen Durchbruch von Gorliee und befehligte die Einnahme von Warschau. * Sluficr England und den Vereinigten Staaten haben nunmehr auch Belgien. Polen, Italien und Aegypten die neue Regierung in Persren anerkannt. Der kommunfttische Reichstagsabgeordnete Rosenbaum Redakteur der „Süddeutschen Z^^/zettung" in Stuttgart ist wegen eines Artikels „Auf zur Parteioffensive", der den Tatbestand eines Verbrechens der Vorbereitting zum Hochverrat enthielt, verhaftet worden. Kunst und Wiffenschaft. Strawinskh-Fest in Frankfurt a.M. 'Am 24. und 25. November d. I. findet in Frankfurt a. M. ein Strawinsky-Fe st statt. Stra- winsky wird an beiden Abenden sowohl als Dirigent rate als Pianist persönlich mitwirken, während Hermann Scherchen neben den Vorbereitungen für me Konzerte die Leitung einiger Orchesterwerke übernommen hat. Da mehrere Werke des Künstlers zur Uraufführung gelangen, darf die Veranstaltung als ein musikalisches Ereignis bezeichnet werden. Internationale Kunstausstellung in London. Samstag mittag fand in der Royal Academy unter sehr großer Beteiligung die Eröffnung der von der Internationalen Society of Pointers, Graviers und SeulptSrs veranstalteten Öntcrnati analen Ausstellung dukch den Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead, statt. In feiner Eröffnungsrede bewillkommnete Lord Birkenhead namens der britischen Regierung herzlich, alle Vertreter der Länder und hob hervor, daß zahlreiche bedeutende Künstler Deutschlands, Großbritanniens, Oesterreichs, Ungarn«, der Schweiz und der Tschechoslowakei an der Arbeit der Gesellschaft teilnehmen. Diese hätten es der Kunst ermöglicht, zur Harmonie der Welt beizutragen. Die Auswahl für den Saal mit den deutschen Bildern ist dem Direktor der Bremer Kunsthalle, Dr. Waldmann, übertragen. Angesichts der Tatsache, daß seit 11 Jahren keine offiziellen künstlerischen Beziehungen zwischen Deutschland und England bestanden, hatte Dr. Waldmann den Hauptwert barauHjefegt, wirklich repräsentative Werke deutscher Kunst auszustellen, und es ist ihm gelungen, ein Bild der künstlerischen Entwicklung Deutschlands in den letzten 50 Jahren zu bieten. Zur heutigen Eröffnungsfeier waren die diplomattschen Vertreter der fremden Länder, darunter der deutsche Bot- sch-astcr Dr. Sthamer, sowie die Spitzen des polittschen, künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens anwesend. Aus aller Welt. Aeberfahren. Auf der Landstraße Speyer-Heidelberg wurde ein mit einem Handwagen nach Kirchheim fahrender 16jähriger Malerlehrling von einem entgegenkommenden Lastkraftwagen erfaßt und überfahren. Gr erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der Chauffeur wurde vorläufig in Hast genommen. Grohfeuer. In dem Sägewerk Patzer bei Hachenburg brach Feuer aus, das das Werk und das angrenzende Wohnhaus bisaufdieGrundmauern vernichtete. Sämtliche Maschinen, ein Personenauto, ein Lastschlepper und große Holzvorräte nelen dem Feuer zum Opfer. Das Mobiliar des Wohnhauses und das Vieh konnten gerettet wer« *UlrLac^ des Brandes ist noch nicht fest- gestellt. Die Gebäude des Sägewerks find Eigentum der Stadt Hachenburg. Don einem Tiger getötet. London, 9. Nov. lWTD. Funtspruch.) ^nel‘ Ar Diger im zoologischen Garten von Manchester tötete eine 55jährige Wärterin die den Käfig reinigte, mit einem einzigen Schlage seiner mächtigen Vordertahen. In den Kamin gestürzt. < Würzburg stürzte der Kaminkehrer ©etfrreö beim Reinigen eines Kamtnes in mnem Haufe an der Augusttnerstvaße in den Kamin und fiel in demselben zwei Stock- werktief hinab. Seifried erlitt schwere innere Verletzungen und Verwundungen am Kopse. Im zweiten Stock mußte in den Kamin eigens ein Loch geschlagen werden, um den Kaminkehrer aus seiner gefährlichen Lage befreien zu können. Unwetter in der Nordsee. An der englischen Süd- und Ostküste sind am Wochenende heftige Sturme aufgetreten. Viele Schifte konnten den Hafen nur mit Mühe erreichen. Man ist in Sorge um das Schicksal der von Yarmouth und Lowestofe ausgelaufenen Herrn gs flotte, die gestern abend in der Nordsee vom Sturm überrascht wurde. Bis jetzt liegen noch keine Meldungen über Unfälle vor. In den schottischen Bergen ist Schnee gefallen. Wet-ervovaussagc. Langsam aufklärend, Winde auf nördliche Richtung drehend, kälter, noch vereinzelt Niederschlage, vielfach Nebelbildung. , ®er Tiefdruckwirbel ist im raschen Tempo östlich vorgestoßen und liegt jetzt über Mitteleuropa. Ihm folgt von Irland her ein aus- gedehn es Hochdruckgebiet. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 9,5, Minimum 5,8 Grad Celsius, Niederschläge: 4,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 6,4 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. November 1925. Die Giehener Getränkesteuerordnung unyittig. Am Samstag vormtttag sprach der Ver- waltungsgerichtshof in Darmstadt als lebte Instanz das Urteil in der Klage der Firma Gießener Brauhaus und Gen. gegen oie Stadt Gießen wegen der Erhebung der Getränke st euer. Die Verhandlung über diese Klage hatte veitö am 24. Oktober stattgefunden. Bei dieser Be h.n lung w,r di.' flagenbc Partei durch Rechtsanwalt E n g t s ch - Gießen vertreten, die Stadt Gießen durch Rechtsanwalt Mendels- s oh n-Gießen. Dem Bericht, den Oberlandesgerichtsrat Simon über den Fall erstattete, war zu entnehmen, daß die Klage der Brauereien auf Rückerstattung der Getränkesteuer beim Provinzialausschuß von Oberhessen erhoben, aber abgewiesm worden war. Die Kläger hatten geltend gemacht, daß die gutachtliche Anhörung des Kreisausschusses unterblieben war und die Zustimmung des Ministeriums zur Getränke- steuerordnung nicht erfolgt sei. Auch wäre eine Erhebung der Steuer nach Menge und Kleinhandelspreis gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Rechtsanwalt E n g i s ch machte in der Verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof ebenfalls daraus aufmerksam, daß keine gutachtliche An- tzörung bc6 Kreisausschusses vorliege, sondern die Erklärung der Ausschußmitglieder durch sog. Zulauf eingeholt war. Es stand auf dem Aktenstück das Wort Zustimmung und die Kreisausschußmitglieder setzten nur ihren Namen darunter. S-S-.?-................. ...... lö/enü/ nnöernö/ erfrischens 5 ft ü im de gl 0 Ü a’ c d a d t i r b 1 d C v t r । i I r 3 g z K r 3 s a U 5 - Alleinvertrieb für Giehen u. Umgebung: Firma Georg Hebstreit,Gießen, KIlnikstr.21, Fernruf 163, ,u hinten, £s ctrt- e«te -M-miven, ist durch feinen nMriwn TSWWfr w*)btibtt ‘BlAncrin gan. fltzken wird.- anm durch' A-schrKm/ gtot dten s*f» mr LEMng, rat Stiles der Appetits und d.relct iur Vkkf-enMI irtr WikMilkMig ■Des H-ckv-RLHe^^ll V*brn 5Ait>er m* fe**”*.- CwetsffÖfcrt- ti* ostches mr Serbi *• Renten f ü r Kriegsbeschädigte usw. Man schreibt uns: Durch die Bekanntmachung, datz eine Erhöhung der Postrenten für Kriegsbeschädigte, Kriegereltern und Kriegerhinterbliebene um 12,5 Prozent ab 1. September 1925 (zahlbar ab 1. April 1925) erfolgt ist, entstand die irrtümliche Auffassung, datz eine Erhöhung der. Gesamtbezüge um 12,5 Prozent damit verbunden sei. Es sei hiermit nochmals darauf htngewiesen, datz mit der 12,5prozentigen Erhöhung der Postrente nur eine geringe Erhöhung der Gesamtbezüge erfolgt ist, da gleichzeitig die Zusatzrente herabgesetzt wurde. In den meisten Fällen wird die Verbesserung nur ca. 4 Prozent betragen. WSR. Schiedssprüche für den Eisen- steinbergbau an Lahn und Dill. Für den Eisensteinbergbau des Lahn- und Dillgebietes wurden folgende Schiedssprüche gefällt: 1. Das Mehrarbeitszeitabkommen, wie es bisher bestanden hat, gilt unkündbar bis zum 31. März 1926 und kann von dem Zeitpunkte an mit vierwöchentlicher Frist auf das Monatsende gekündigt werden. 2. Die Lohntafel vom 7. Januar 1925, wie sie entsprechend der freien Vereln- barung vom 26. August 1925 wieder eingeführt wurde, bleibt mit der Watzgabe bestehen, datz der Hauerdurchschnittslohn vier Mark beträgt. Diese Lohnregelung gilt bis auf weiteres und ist mit 14tägiger Kündigungsfrist zum Monatsende, erstmalig zum 28. Februar 1926 kündbar. 451 627,22 Mk. auf der Soll- und Habenseite ab. 3m weiteren Verlauf seiner tiefschürfenden Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem vorher verlesenen Revisionsbericht des Verbandsrevisors V i ch l e r. beleuchtete an Hand hon Tabellen und Kurventafeln, die die ganze Verworrenheit und Unsicherheit des heutigen Wirtschaftslebens in anschaulicher Weise darstellten. die Schwankungen, denen das Unternehmen unterworfen ist. 3n zuversichtlicher Weise gab er seiner Meinung Ausdruck, datz die schwerste Zeit hinter uns liegt, datz nunmehr der innere Ausbau und die Festigung des Vereins intensiver betrieben werden können. 3n seinen Erläuterungen zum Kassenbericht hatte der Kassensührer Günderoth Gelegenheit, auf alle Schwierigkeiten auf dem Geldmärkte einzugehen. und die anwesenden Vertreter zu ermahnen. alles daran zu sehen, um die Mitglieder auch in dieser Richtung an ihre genossenschaftliche Pflicht zu ermahnen. 3n dem Bericht des Aufsichtsrats konnte der Vorsitzende Vetters Geschäfts- und Kassenführung im höchsten Grade anerkennen. Er wies weiter darauf hin, datz der Verein im nächsten Jahre 25 Jahre besteht und keiner von den damaligen Gründern einen derartigen Aufschwung des Vereins geahnt habe. 3n einer ausgedehnten Aussprache, in der D e g e nh a r d t - Giehen. Hartmann-Bad- Rauheim, Erb-Marburg. Mann-Giehen, Bremer- Wieseck, Braun- Giehen und Weitzel- Hungen sprachen, wurde die Tätigkeit der Berwaltung im grotzen und ganzen voll anerkannt, einzelne Wünsche sollen, soweit möglich Berücksichtigung finden. Zum Geschäftsbericht lagen 2 Anträge vor, der eine will das Markensystem abschafsen, an dessen Stelle soll nach Ansicht des Antragstellers die sofortige vierprozentige Gutschrift an den Warenpreisen treten. Technisch und geschäftlich ist dies undurchführbar, der Antrag wird, abgelehnt. Ein weiterer Antrag bezwecft, die jährliche Erübrigung der Mitglieder nicht auszuzahlen, sondern auf Sparkonto des einzelnen Mitgliedes zu schreiben. Dadurch sollen dem Verein mehr flüssige Mittel in die Hand gegeben werden, derjenige, der den Betrag benötigt, soll ihn abheben können. Dieser Antrag wird dem Vorstand als Material überwiesen. Schließlich wird dem Vorstand Entlastung erteilt und die Jahresbilanz genehmigt. Die außer der Rückvergütung erzielte Erübrigung soll in der Weise verteilt werden, daft 1OOOO Mk. dem Reservefonds. 4095 Mark dem Spezialfonds und 1000 Mk. zur Verwendung des Vorstandes überwiesen werden. Die nun folgenden Ersatzwahlen wurden in der Weise erledigt, datz das ausscheidende Vorstandsmitglied Moutarde wiedergewählt wurde, ebenso die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Schneider. Fischer, Vetters. An Stelle von Frau Hüter, die infolge Krankheit auS dem Aufsichtsrat ausscheidet, wurde Mann- Giehen gewählt. Mit herzlichen Dankesworten an die Ausdauer der Vertreter und deren tätige Mitarbeit schlotz der Vorsitzende Vetters die harmonisch und anregend verlaufene Tagung. Jur Auswertung von Dar-Kautionen. Kautionen, die von Unternehmern Sem Besteller oder von Angestellten dem Dienstherrn geleistet werden, sind nicht als eine Bermögens- cmlage anzusehen: eine entsprechende Regierungserklärung wurde schon im Aufwertungsausschuß abgegeben. Sie begründen Ansprüche aus gegenseitigen Verträgen, so datz ihre unumschränkte Aufwertung nach müssen, die besonders bei den nichtsozialistischen Wählermassen am meisten vorhanden ist. — Die wirtschaftliche Lage verschärft sich in unserem stark industriellen Bezirk von Tag zu Tag. Bei dem hiesigen Amtsgericht wachsen die Mahn- und Klagesachen in besonders starkem, noch nicht gekanntem Matze an. Mehrere Firmen, darunter alteingesessene, stehen unter Geschäftsaufsicht. Bei der Grohindustrie nehmen die Arbeiterentlassungen immer mehr zu. Der Bergbau ist fast vollkommen eingestellt. Andere Werke arbeiten nur noch drei Tage in der Woche. Das Eisen- und Stahlwerk Atzlar, ein Tochterunternehmen der Firma Meyer in Harzgerode, ist vollkommen st i l l g c l c g t und steht zum Verlauf. Die Industrie geht daher mit bangen Sorgen in den Winter und sieht heute noch keine Anzeichen einer Besserung. Durch die vorsichtige, oft bekämpfte Geschöftsgebahrung der grotzen Werke ist hier glücklicherrreise eine gröbere Krisis, tote dies anderwärts vielsach her Fall ist, vermieden worden. Das ist ein Glück für die gesamte Ge'chästsweit und einen grotzen Teil der Arbeiterschast. Die zerfahrene Lage in der inneren Reich-Politik tut dann noch das ihrige, die Geschäftsaussichten für die Zukunft zu verdunkeln. Wenn auch das VertragSwerl von Locarno noch manche Wünsche unerfüllt läßt, so erhofft man ddch in den Kreisen der 3 n h Ust r i c von einem glücklichen Abschluß der Verhandlungen mit Paris und London und her Räumung der Kölner Zone eine neue Belebung des inneren und besonders auch des äußeren Marktes. Das träte der Anfang zu einet neuen wirtschaftlichen Gesundung, die auch für unfern Bezirk dringend zu wünschen wäre. Die Ausschließung unseres Kreises durch Postkraftwagenlinien schreitet zum Segen der Landbevölkerung rüstig weiter. Bis jetzt bestehen 3 Linien: W e h la r-H o he n s o l m s, We tz- l a r—H ochelheim und W e h l a r—S ch w a l - b a ch. Die letztere hat sich mit Beginn der schlechten Witterung so stark entwickelt, daß trotz der Einstellung größter Wagen nicht alle Leute befördert werden können. Dazu kommt die neu beschlossene Postautolinie von Gießen nach Krofdorf, die einem lang gehegten Wunsche dieses großen Dorfes entgegenkommt. Inzwischen hat die Postverwaltung Verhandlungen über eine neue Postkraftwagenlinie von Wetzlar über Raunheim, Waldgirmes, Hof Haina nach Rodheim an der Bieber mit den beteiligten Gemeinden auf genommen, die hoffentlich recht bald zu einem günstigen Ergebnis führen. Wie aus den Kreisen der beteiligten Gemeinden berichtet wird, soll diele neue Autolinie in Rodheim Anschluß an eine weiter neu einzulegende Postautoünie R 0 d- h e i m—G ladenbach erhalten. Da von Gladenbach bereits eine Autvllnie nach Biedenkopf besteht, so würde damit eine direkte Verbindung Wetzl a r -G l a d e n b a ch—D i e d e n k o p f geschaffen werden, die für die Cinwohnur des südlichen Teils des Kreises Biedenkopf von auher- ordenilichem Vorteil wäre. Sie brauchten auf diese Weife nicht mehr die zeitraubende Eisenbahnfahrt über Wetzlar-Gießen-Marburg nach ihrer Kreisstadt zu machen und könnten bequem in einem Tage bin» und zurückfahren. Den gleichen Vorteil hatten die Bewohner derjenigen Orte, die zum Amtsgericht Gladenbach gehören. Hoffentlich können wir die Erössnung auch dieser neuen Linie recht bald erleben. kz. Wetzlar, 7. Rov. Die Eigenwirtschaft der S t a d t hat aus der Provinz Pommern an 2400 Zentner Kartoffel nach hier bekommen, die für die Ortoerbftojen. Rentner, Krankenhaus und Kleinkinderheim beftimmt find. Die hiesige Volksküche, die den ganzen Som- met über geschlossen war, ist jetzt wieder geöffnet und wird den ganzen Winter über in Betrieb bleiben. Die Teilnehmerzahl an dem Essen freiem richterlichen Ermessen zu erfolgen hat. lOberlandesgericht Karlsruhe 27. Ro- vember 1924, Jurist. Wochenschrift 25, 77.) Ob und inwieweit eine Aufwertung zu erfolgen hat, hängt von den Umständen ab. Hat — siehe Mügel, Kommentar zum Aufwertungsgeseh Seite 171 — der Kautionsnehmer die Kaution in seinem Geschäft mitarbeiten lassen, so ist anzunehmen, datz die Substanz nach Abzug eines Sntwertungsfaktors erhalten geblieben ist: ist aber das Geld nichtwertbeständig, bei einer Bank oder Sparkasse, eingezahlt worden, so haftet der KautionSnehmer nur. wenn ihm nach Lage des Falles ein Vorwurf wegen des Stehenlassens des Guthabens gemacht werden kann, wenn er z. D. sein Privatguthaben eingezogen hat, die Kaution jedoch nicht. Bei der Prüfung der Frage, ob von einer wirtschaftlichen Ruhung von Geldern gesprochen werden kann, die Arbeitnehmer als Kaution hinterlegt haben, ist zu berücksichtigen. ob die Geldbeträge wegen der Möglichkeit jederzeitigen Ausscheidens den Arbeitnehmern zur jederzeitigen Rückzahlung bereitgehalten werden mußten. (Vgl. Mügel, § 34, Seite 171/172.) aufgenommene Mittel 107 299,54 Mt., Betriebsschulden 179 997,47 Mk., darunter befinden sich 96 334 Mk.. die an die Mitglieder als Erübrigung zurückgezahlt werden. Der verbleibende Lieberschutz beträgt 15 095 Mk. Die Aktiven weisen auf: Warenbestände: 229 350.11 Mk. Betriebsbestände 6 Mk.. Grundbesitz 158100 Mk.. flüssige Mittel 42 468 Mk.. Beteiligungen 15 796 Mark, ausstehende Forderungen 3682 Mk. Der Abschluß lautet auf 449 402.98 Mk. Die G e - winn - und Verlustrechnung schließt mit Rechtsanwalt Engisch verwies auf das Urteil des Oberlandesgerichts vom 5. August 1925, in bmn erklärt wird, daß die gutachtliche Anhörung im Wege eines Beschluhverfahrens erledigt wer- den mutz in Anwesenheit von mindestens 5 Mitgliedern. Einen Umlauf kenne das Gesetz nicht Obendrein sei die Steuerordnung am 31. August 1923 veröffentlicht, die ministerielle Genehmigung aber erst am 3. Oktober 1923 erteilt worden. Die Gießener Getränkesteuerordnung gründe sich auf das bereits im Jahre 1913 durch Reichsgeseh aufgehobene Oktroireglement. In Gießen werde die Steuer bald vom Einbringer der Ware, bald vom Empfänger erhoben. Direktor Schmitt vom Deutschen Brauerbund in Berlin machte geltend, datz die Gießener Steuerordnung gegen das Fi- nanzausglcichsgesetz verstoße, da man ihr eine lüdtolrtenöc Kraft bis zum 1. Juli verliehen hab? als Termin, wenn man die Steuer gelten lasse,'könne nur der 1. Oktober 1923 in Betracht kommen. Die Steuererhöhung dürfe auch nur nach Menge oder Kleinhandelspreis, nicht nach Menge und Kleinhandelspreis erfolgen. Der Der- ;roter der Stadt Gießen, sowie der Vertreter des Staatsinteresses, Oberregierungsrat W e i f f e n - bad), traten diesen Ausführungen entgegen und beantragten die Verwerfung der Berufung des vom Provinzialausschuß gefällten Urteils. Sie evblidtcn in dem Umlauf und in den anderen beanstandeten Verfahren keinen Verstoß gegen die gesetzlichen Vorschriften. "Das Urteil des Derwaltungsgerlchts» hofeS ging dahin, datz das Urteil des Provinzialausschusses pom 7. Mai 1925 aufgehoben und die Getränkesteuerordnung der Stadt Gießen für ungültig erklärt wird. Die Kosten des Verfahrens fallen per Stadt Gießen zur Last. Die Begründung des Urteil- wird den Parteien noch zugestellt werden. Der Konsumverein Giehen u. Umg. im Jahre 1924/25. £ Außerordentlich zahlreich hatten sich die i in den einzelnen Verteilungsstellen gewählten Vertreter gestern vormittag zur o r d e n t l r ch e n i Generalversammlung des Konsum- Vereins im grotzen Saale des Gewerkschafts- Hauses eingefunden, um den Bericht über den Stand des Wohl größten derartigen wirtschaftlichen Unternehmens Oberhessens entgegenzunehmen. die notwendigen verwaltungstechnischen Arbeiten zu erledigen und, wenn nötig, neue Wege zu suchen, um das begonnene Werk weiter auszubauen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Redakteur V e 11 e r s - Dießen, eröffnete die Tagung mit herzlichen Begrützungsworten, dabei der Hoffnung Ausdruck gebend, daß die Beratungen im Interesse des Vereins liegen und von gutem genossenschaftlichem Geist getragen sein möchten. In ausführ icher Weise behandelte Geschäftsführer Diener den gedruckt vorliegenden Rechenschaftsbericht, aus dem wir nachstehend das Hauptsächlichste wiedergeben: Der Umsatz int Berichtsjahr betragt 2 429 631 Mk, an diesem Gesamtumsatz ist die Bäckerei mit 435 489 Mk .beteiligt. In der Zurichtung neuer Derteilungsstellen wurde im Berichtsjahre noch zurückgehalten. Reu hinzugekommen ist der bereits bestandene Konsumverein O b e r - R o s b a ch und als 35. Verteilungsstelle die in der Rodheimer Straße. Reue Inneneinrichtungen erhielten die Verteilungsstellen Dau- bringen, Leihgestern und die in der Dleichstratze. Am Kugelberg ist auf einem von der Stadt erworbenen Baiiplatz ein Reubau im Entstehen, der neben einigen Wohnungen eine weitere neue Verteilungsstelle enthalten soll. Das Baudarlehen zu verbilligtem Zinssatz hierzu wurde von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt mit der Begründung, der Konsumverein sei eins der reichsten Unternehmen Gießens, eine Begründung, die mit der Behauptung von anderer Seite, „der Konsumverein stehe schlecht", schwer In Einklang zu bringen sei. Die Krllgstellung des Baues dürste in allernächster Zeit zu erwarten sein. In Fellingshausen dürfte ebenfalls in kurzer Zeit die Eröffnung einer neuen Derteilungsstelle zu erwarten sein. Die Aufklärungsabende für Mitgliederfrauen erfreuten sich überall regsten Interesses. Die Ansprüche an die modern und leistungsfähig eingerichtete Bäckerei waren im Betriebsjahr so groß, daß ihnen nicht immer voll entsprochen werden konnte. Oft mußten die Bestellungen der einzelnen Verteilungsstellen stark beschnitten werden. Infolge dieses Hochbetriebs war es auch nicht möglich, die Feinbäckerei so auszubauen, wie es für wünschenswert gehalten wurde. Verbacken wurden im laufenden Geschäftsjahr 185707 Pfund Weizenauszugsmehl. 1 435 995 Psd. Brot- mehl und 1911 Pfd. Hefe. An Backwaren wurden daraus hergestellt: 2 005 866 Pfd. Schwarzbrot. 64 389 Pfd. Weißbrot. 114 765 Pfd. Brötchen, 13 535 Pfd. Kuchen Insgesamt also 2 198 555 Pfund Backwaren. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 134 240 Pfd. Außerdem wurden an die Verteilungsstellen 189 372 Pfd. Deizenauszugsmehl, 192 400 Pfd. Drotmehl und 6301 Pfd. Hefe geliefert. Reu eingerichtet wurde im Berichtsjahr noch die Kaffeerösterei. Die Rotwendigkeit dieser Einrichtung wird am besten durch den sich ständig steigernden Bedarf bewiesen, der gegenwärtig 12—15 Zentner wöchentlich an Röstkaffee beträgt. Die Einzahlungen auf die Sparkasse lassen noch zu wünschen übrig, sie betrugen im Berichtsjahr 197 964,29 Mk., nach Abzug der erfolgten Rückzahlungen bleibt ein Bestand von 106 853.54 Mk. Darunter befinden sich 42 809.92 Mark aufgewertete Spareinlagen. Die Aufwertung erfolgte im Vorjahre freiwillig mit 25 Pro- zent. Auch im Dersicherungsgeschaft ist noch viel nachzuholen. Die Feuerversicherung, durch den Verein getätigt, geschieht zum Selbstkostenpreis, Umschreibungen erfolgen kostenlos, jci Schadensfällen wird nach genossenschaftlichen Grundsätzen verfahren. An Personal wurden im Berichtsjahre 121 Personen beschäftigt. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Juli 1924: 13 318, im Laufe des Jahres traten 273 neue Mitglieder ein, während durch Tod oder Kündigung 156 austraten. Bei Schluß des Berichtsjahres waren also 13 435 Mitglieder vorhanden. Die eingezahlte Summe der Geschäftsanteile betrug am 30. Juni 55 082.79 OTarf. Wären alle Geschäftsanteile voll ein- gezahlt worden, hätten die 21 000 Mk. an Bankzinsen gespart und den Mitgliedern zugeführt werden können. Die Haftsumme betrug am 30 Juni 1925: 403 050 Mk. Gegenüber dem Vorjahre erhöhte sich der Umsatz um 921 979 Markier betrug damals 1 507 652 Mk., steigerte sich also auf 2 429 631. Die Bilanz zeigt auf der Passivseite folgendes Bild: Betriebsmittel 119 753.95 Mk., Grundschulden 27 257 Mk., Mföten. Wan vrckonge f, nfcfrt hy* d* 'Mr,; ist augenblicklich nur 25 Mann, das Mittagessen für Erwerbslose kostet nur 20 Pfennig pro Portion, während es für alle anderen Teilnehmer 50 Pfennig pro Portion kostet. X Dutenhofen, 7. Nov. In diesem Jahre wurden hier mehrere neue Wohnhäuser durch Privatpersonen erbaut. Durch die bedeutende Erweiterung des Ortsbebauungsplanes als günstige Folge der Feldbereinigung nimmt das Dorf immer weitere Ausdehnung an, da innerhalb der alten Orts- stratzen kein Platz zum Bauen mehr vorhanden ist. Mehrere alte Häuser sind noch in schönen alten Fachwerksverzierungen vorhanden, be- dauerlicherweise wurde auch schon manches Bauwerk aus alter Zelt, das durch sinnvolle Inschriften und Verzierungen als Sehenswürdigkeit galt, mit Verputz versehen. Leider fehlt hier noch die Wasserleitung, so datz zur Wasserversorgung der Bewohner in den neuerbauten Häusern Brunnen gegraben werden müssen. )( Ortenberg, 6. oRv. Der Bethel- Film, der gestern nachmittag und abend in unserer Kirch: zur Borführung kam, hatte auch auf unsere und die Rachbargemeinden Wippenbach, Selters, Bergheim und Usenborn dieselbe > Anziehungskraft auSgeübt wie anderswo. Die beiden Feierstunden, denn so waren mit Recht die beiden Vorführungen cmgekündigt. waren von rund 475 Kindern und Erwachsenen besucht. Gemeindelieder unterbrachen die einzelnen Bilder, etn Schlutz- toort des Ortsgeistlichen beschloß den Abend, von dem alle einen reichen inneren Gewinn mit nach Hause nahmen. Eine Einnahme von 277,24 Mark fam den beiden Anstalten Bethel und Rieberram- stadt zugute. Im Laufe des Winters wird vor- aussichtlich auch der schöne Lutherfilm in unserer Kirche gefelgt werden. Preußen. Kreis Wetzlar. ] Wetzlar 8. Rov. Die Kreistagswahl, die bekanntlich auf den 29. Rovember für ganz Preußen festgesetzt ist, wirft auch in unserem KreiS ihre Schatten voraus. Der jetzige Kreistag, der aus der Wahl vom Mai 1921 hervorgegangen ist, bestand aus 11 Vertretern der vereinigten bürgerlichen Fraktion, 2 Demokraten und 12 Sozialdemokraten. Bei der kommenden Wahl werden wir es voraussichtlich mit 5 Wahlvorschlägen zu tun haben, und zwar, wie man hört, von den Kommunisten, den Sozialdemokraten, den Demokraten, dem Zentrum und den vereinigten rechtsstehenden bürgerlichen Parteien und Wirtfchaftsgruppen. Bei der bekannten deutschen Uneinigkeit ist eS jedoch nicht ausgeschlossen, datz in letzter Stunde auch noch weitere Wahlvorsch'.äge eingereicht werden. Heber die Aussichten der einzelnen Parteien läßt sich heute noch nichts bestimmtes sagen. Man wird erst klarer sehen, wenn die einzelnen Wahl- Vorschläge veröffentlicht worden sind und wie deren Aufnahme bei der Wählerschaft ist. Heute darf schon darauf hingewiefen werden, daß die rechtsgerichteten Parteien ihre ganze Arbeitskraft auf die 2 e k ä m p f u n g der leider stark verbreiteten Wahkmüdigkeit richten Der Krieger verein Giehen hielt im grotzen Saale des Gasthauses „Zum Postkeller" eine Monatsversammlung ab, mit der zugleich ein Familienabend verbunden war. Der Saal war gut besetzt, die von der Kapelle Weller gespielten Musikstücke ernteten reichen Beifall. Der 1. Vor- itzende, Landgerichtsrat T r ü m p e r t, machte ver- chiedene Mitteilungen und sprach bann über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse. Finanzsekretär Heinrich Krömer schilderte den Verlauf des 1. Deutschen Reichskriegertages. der ooin 17. bis 1‘). Oktober in Leipzig stattgefunden hat. Diese Schilderungen wurden noch ergänzt durch verschiedene Mitteilungen des Kameraden Albin Klein. Prof. Dr. Adolf Krämer gab über die Entstehung der beiden Reichsflaggen Schwarz - Weiß - Rot und Schwarz-Rot Gold recht intereffante geschichtliche Tatsachen bekannt. Zwischen den einzelnen Reden wurden Soldaten- und Heimatlieder gesungen, so datz man sagen kann, auch dieser Familienabend ent- prad) gleich dem vorausgegangenen ganz den Er- warmngen. •’ Auftrieb auf d e m heutigen Frankfurter Schlachtvieh mar kt: 352 Ochsen, 41 Dullen, 1244 Färsen und Kühe, 448 Kälber, 503 Schafe, 4206 Schweine. Bornolizen. Lageskalender für Montag. Sladttheater: 7> . Uhr „Die Braut von Messina". (Ende 10' . Uhr.) — Reichszentral- für Heimatdienst 8 Uhr Reue Aula der Universität, Bortrag. — F. G. F. 8 Uhr bei Arnold Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Die Karawane". — Astoria-Lichtspiele: „Luft- chloßer". - — I n der Bortrags-Vereinigung spricht am nächsten Donnerstag Fr. W. P o l - l i n aus Aschersleben über „Erfindung und Entwicklung des Buchdruckes". Hierzu schreibt man uns: Ausgehend von den ersten Ausläufern der Kunst des Druckens, den Siegelringen und Stempeln der Babylonier, den Schablonen der Aegypter und Römer, den Holztafeldrucken der Chinesen und den ältesten deutschen Holzschnitten wird ber Bortragende auf Gutenbergs Leben und Berdienst näher eingehen. Er wird dann weitergehend die Entwicklung der Buchdruckcr- kunst vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart zeigen: den Entwicklungsgang vom Handgießer bis zur Schnellgießmaschine, vom Handsetzer bis zur Setzmaschine, von der Handpresse bis zur Rotationsmaschine. In seinem Schlußwort wird der Redner noch kurz die Wirkung der technischen Umwälzungen auf die sozialen Verhältnisse besprechen. Der Vortrag, der von zahlreichen Lichtbildern ergänzt und wirkungsvoll erläutert wird, sei zum Besuche bestens empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.) Oberhesfen. Landkreis Gieren. s. K l e i n - L i n d e n , 9. Nov. Die Kreis- st ratze Größen-Linden — Klein-Lin- ben soll mit Kleinpflasterung versehen werben. An Material wirb bazu gebraucht: 2800 Tonnen Kleinpflastersteine, 200 Tonnen Straßen- ranbfteine unb 2770 Tonnen Mainsand und -kies. Das Anfahren dieser großen Menge Material ab Bahnhof Gießen ober Grotzen-Linden wird in den nächsten Wochen vom Kreisbauamt vergeben, es gibt jedenfalls den Winter über gute Verdienstmöglich, fetten für die Fuhrwerksbesitzer der Umgegend. Angenehmer für die Anwohner der Frankfurter Straße beider Dörfer wäre es wohl, wenn die Kreisstratze innerhalb der beiden Orte erst gepflastert würde, damit die im Sommer so lästige Staubplage verschwindet. Aber schon der kleinste Anfang zur Besserung ist ja sehr zu begrüßen. Kreis Schotten. lg Gedern, 8.Rov. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschloßen, den Bezug von Gefriersleisch abzulehnen. Der großen Kosten wegen soll die Anschaffung der Wassermesser nach und nach vorgenommen werden. Der Gemeinderat erhebt Protest gegen die im Reichöschulgesehentwurf als Regelfchule vorgesehene Konsesfionsschule, oa die Einsührmng derselben zur Zersplitterung inner- halb der Gemeinde führe und außerdem eine wesentliche Mehrbelastung für die Gemeinde bedeuten wurde. Als Vergnügungssteuer für Bercmstaltungen musikalischer Art Wurde ein Einheitssatz von 20 Mark festgesetzt. Kreis Büdingen. Underberg Underberg Semper idem Gegründet 1846. Das Publikum, welches meine Ware kaufen will, verlangt nicht immer ausdrücklich „Underberg“, sondern Boonekamp oder echten Boonekamp und glaubt, besonders im letzteren Falle, dass ihm dann mein Fabrikat „Underberg“ geliefert werden müsse. Diese Auffassung ist irrig. Das Wort „Boonekamp“ ist Freizeichen und kann deshalb von Jedermann gebraucht werden. Darum bringe ich seit dem 14. Oktober 1916 mein Fabrikat, dessen Zusammensetzung streng gewahrtes Geheimnis meiner Firma ist, nur noch unter der Warenbezeichnung in den Verkehr. Die Warenbezeichnung „Underberg“ und der Wahlspruch „Semper idem“ sind mir gesetzlich geschützt. Unter diesen Bezeichnungen darf daher nur mein Fabrikat feilgeboten oder verkauft werden. Ausserdem sind mir auch Ausstattung, Etikett und Vignette meines Fabrikats (vergl. nebenstehende Abbildung) geschützt, und zwar sowohl in ihrer Gesamtheit, wie in den charakteristischen Einzelheiten. Die Fabrikation des „Underberg“, welcher aus den edelsten Kräutern und feinstem Weinsprit hergestellt wird, erfordert viele Monate. Derselbe ist deshalb nicht mit anderen Bitterfabrikaten, speziell mit solchen, welche aus Essenzen hergestellt und in 1-2 Tagen trinkfertig sind, zu vergleichen. „Underberg“ bildet eine Klasse für sich. Sein Wert liegt in der einzig dastehenden, anerkannt vorzüglichen Qualität, die seit der Gründung im Jahre 1846 stets dieselbe geblieben ist, getreu seinem Wahlspruch iBhderberg I «ör« Semper läsn- Bei Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen hat sich „Underberg“ seit beinahe 80 Jahren als wirksamstes Hausmittel bewährt „Underberg“ sollte in keiner Familie fehlen. Man verlange stets ausdrücklich „Underberg“. H. Underberg-Albrecht in rheinberg (Rhid.) Gegründet 1846. Lager: Frankfurt/M., Moselstr. 46. Carl Neuroth & Co. Telephon: Hansa 3902. WO Schnupfen IrnCK/C nCUMC ♦ DAS . IN APOTHEKEN] ICREMc UcHlNL beste u. Drogerien] Saalbau Sauer Morgen Dienetag Großes Schlachtfest = verbunden mit Konzert ------ ausgeführt von Mitgliedern der Militär - Kapelle Ab 10 Ehr früh Wellfleisch. 00071 Stellenangebote} Perfekte Büglerin ledig, über 20 Jahre, zum L XII. gesucht, rankies - Sell- und MgeanstlM Gießen [liMD Licher Strake 106. MiW, ehrl. 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Völker, stau. matli., Sudani. 16 v. nrvrrwrwnrwwriwwn Unterricht für Prima in Mathematik und Pbvsik wöchenlt. 8-10 Stunden ges. UnterrtchtS- erfahr. Beding.Schr. Angeb. mittels u. Monats* Versammlung Mittwoch, 11. Nov., 8.30 Uhr abdö. 09371 Donnerstag: Damenkaffee, StadtLich Zwei junge Mädchen fertigen Samen- wiö ginöergatöetoöe an außer d. Hause. Schr. Angeb. unter 09062 a. d. Gieß. Anz. Kraut wird eiugcbobclt, auch Hobel 311 verleiben bei 01'059 Westbrock, Liebig- str. 14 «Alte Klinik>. 200 Mk. auf ein Anwesen als erste Hnvothek auf ein halbes Jahr gesucht. Schr. Ang. u. 09064 an d. G. Anz. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Stadttheater Dienstag, 10.91 oh. S.MMllg'AkM.-vksr. von7Vrb.geg. 9ViU6r Die üione skmive Lustspiel in 3 Akten von Josky AAAAAAAAAA A A. pr Ter heutigen Land- und Postauslage liegt ein Prospekt der Firma KreoEversanil Alir. Slots, manchen, Idndwnrasiraße 76, über „Kreuz-Thermal-Bad" bet ,069,A hichtnpielhans * Bahnhofstrasse 34 Ein Auswanderer-Schicksal in 10 Akten. Heute! Das gewaltigste Kulturdokument aller Zeiten Heute! Die Eroberung des Westens durch deutsche Bauern Aus dem Inhalt: „Deutsche Auswanderer verlassen die Heimat." Ein endloser Wagenzug bricht nach Oregon U. S. A. auf. Die Ueberquerung eines gewaltigen Stromes. Tausende von Rindern und Pferden in den Fluten. Die Indianer setzen die Prärie in Flammen. Die Schlacht zwischen Indianern und Farmern. Die Rettung aus dem Flammenmeer. Eine Büffeljagd in der Prärie. Bei den Goldsuchern in Kalifornien. Am Lagerfeuer in der unendlichen Einsamkeit der Prärie. (Keine Tempelhofer Berliner Indianer, sondern Original Sioux). Dieser Film lief eineinhalb Jahr im größten Kino Neuyorks ununterbrochen. Der Film erhielt bei einem Filmwettbewerb mit zweieinhalb Millionen Stimmen den ersten Preis. Ein jeder muß den Siegeszug der tollkühnen und unverzagten Männer gesehen haben, die mit Weib und Kind aus Deutschland auszogen, um sich in der Ferne eine zweite Heimat zu suchen. Trotz der großen Anschaffungskosten gewöhnliche Eintrittspreise. — Jugendliche unter 14 Jahren haben zur Nachmittagsvorstellung zu ermäßigten Preisen Zutritt. 10697c Anfang 4, 6 und 8.15 Uhr. Nr. 265 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, y. November (925 England in Arabien. Von unserem L.-Korrespondenten. Konstantinopel, Anfang November 1925. England entfaltet gegenwärtig in Arabien eine eifrige Tätigkeit. Der diplomatische Vertreter für die arabischen Staaten, General Clayton, hat sich nach dem Hedschas begeben, wo er in Taif, der Sommerresidenz der mekkanischen Scherife, einer kleinen Stadt etwa 150 Kilometer östlich von Mekka, mit dem Wahabitensultan Abdul Assis Ibn Saud eine Zusammenkunft haben wird. Als Zweck dieser Besprechung wird die Feststellung der Grenzen des Wahabitenreiches mit den britischen Mandatsgebieten angegeben. Tatsächlich handelt es sich jedoch darum, Englands Einfluß in Arabien zu f e st i g en und eine jener kolonialpolitischen Kombinationen einzuleiten, in welchen England sich stets als Meister erwiesen hat. Der neue englische Oberkommissär für Aegypten, Lewis George, hat sich ferner mit besonderer Eile auf seinen Posten begeben, nicht ohne vorher im Kolonialklub eine Rede gehalten zu Haben, in welcher er erklärte, daß der Suezkanal ein zweites Borner und Aegypten das Zentrum für das Eindringen des englischen Einflusses in Arabien sei. Unterdessen wies Ibn Saud in einer Depesche an König Fuad von Aegypten die Nachricht, er, Ibn Saud, hätte die heiligen Stätten Mekkas und Medinas entweiht, zurück und bat den König, eine Untersuchungskomifsion unter dem Vorsitz des Präsidenten des ägyptischen Scheriatgerichtes, Me- ragi, nach dem Hebschas zu entsenden. Es ginge aus ollen Aeußerungen lind Proklamationen des Waha» bitensultans hervor, daß er nicht die Absicht hätte, auch nur ein Stückchen fremden Landes zu annektieren. Aber fein Ziel fei, den Hebschas aus den Händen Alis, des Sohnes des Scherifen Hussein, sowie dessen Anhänger zu retten und dieses Land nach einem System zu regieren, über welches ein Kongreß entscheiden soll, an welchem die Delegierten aller muselmanischen Länder teilnehmen werden. Allerdings hätten wahabitische Scharen in Mekka das Haus des Propheten profaniert und an den heiligen Orten Verwüstungen eingerichtet. Doch sei dies vor dem persönlichen Einzug Ibn Sauds in Mekka gewesen. Der Wahabitensultan verpflichtet sich, im Rahmen seiner Mittel alle entstandenen Schäden wieder gutzumachen, wenn der moslimische Kongreß, dessen 'Beschlüssen er sich auch sonst unbedingt unterwerfen werde, die Wiederherstellung der beschädigten oder zerstörten Gebäude beschließen sollte. Bekanntlich ist es den Wahabiten gelungen, das ganze Gebiet des Königreichs Hedfchas, ausgenommen des Hafens Mekkas, Dfchedda, in ihren Besitz zu bekommen. Ibn Saud hatte schon die Absicht, sich auch der kleinen Hafenstadt Akaba, hart an der Dresländergrenze Aegyptens, Palästinas und Transjordaniens, wohin sich Exkönig Hussein zurückgezogen hatte, um Freiwillige für seinen in Dschedda befindlichen Sohn, König Ali, zu werben, zu bemächtigen. Dies wäre aber den Engländern, der strategischen Bedeutung des Ortes wegen, unangenehm gewesen, weshalb sie kurzerhand Hussein, ihren Verbündeten — ein Umstand, welcher bei den Engländern keine Rolle spielt — mit Gewalt auf ein Kriegsschiff brachten und nach Cypern deportierten. Gleichzeitig verleibten sie Akaba und das an der Mekkabahn gelegene Ma'an dem Gebiete Transjordaniens ein. König Ali wagte nicht, gegen diese Annexion zu protestieren, und Ibn Saud erklärte sich nicht nur mit der Lage der Dinge einverstanden, sondern verpflichtete sich, diese evtl, mit Waffengewalt zu schützen. Was andererseits die Engländer nicht hinderte, alles zu tun, um Ibn Saud in den Augen der islamischen Welt zu kompromittieren. So untersagten sie in ihren Emfluß- gebieten die Pilgerfahrt mit dem Hinweise auf die durch die Wahabiten verursachte Unsicherheit im Hedschas. . nr ,. . Während sich diese Dinge m Arabien entwickelten, trat die Moss ulfrage in eine sehr ernste Phase, welche die Möglichkeit eines Krieges mit der Türkei keineswegs ausschließt. Mit dieser Möglichkeit rechnend und voraussehend, daß m diesem Falle ein Zusammenfassen der e n g l i - s ch e n Kräfte in Mesopotamien als notwendig erweisen würde, bemühen sich die Engländer, mit den Wahabiten in ein freundschaftliches Verhältnis zu gelangen. Diesem Zwecke dient eigentüd) Die Reise des Generals Clayton, dessen Aufgabe es ist, für den Fall eines Krie g e s mi t der Türken j enes Bündnis mit Ibn Saud wieder herzu st eilen, welches während des Weltkrieges bestanden hat. — In Kreisen, welche dem Wahabitensultan iiahestehen, wird kategorisch erklärt, daß dieser im Falle eines anglo-türkischen Krieges keineswegs die Absicht habe, die englischen Ziele zu fördern, son- dern sich neutral verhalten würde. Würden jedoch die Engländer Mesopotamien räumen, würde Ibn Saud wahrscheinlich die Vereinigung der arabischen Teile des Irak mit seinem Reiche anstreben und militärisch besetzen wollen. Im Falle eines solchen Krieges müßten die Engländer notwendigerweise an eine Sicherung der Jrakgrenzen gegen Nedschd, den Wahabitenstaat und gegen Syrien denken, sowie auch den Ostgrcn- zen Transjordaniens größte Aufmerksamkeit schenken. Die Grenze des Irak mit Nedschd ist völlig unbestimmt. Es ist durchaus im Interesse Englands gelegen, hier bald zu bindenden Abmachungen mit Ibn Saud zu gelangen und ebenso eine Lösung der übrigen zwischen den beiden Staaten schwebenden Fragen herbeizuführen. An der syrischen Grenze Hot England scheinbar keine Komplikationen zu fürchten. Denn die Franzosen sind mit der Unterdrückung der Unruhen in ihrem Gebiet vollauf beschäftigt — und werden dies voraussichtlich noch lange fein —, so daß sie zu Intrigen und qnberen kleinen Freundlichkeiten im Hause des Nachbarn gegenwärtig keine Zeit finden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß ohne Hinzutun der französischen Mandatsregierung türkische Emissäre, oder Waffen- und Geldtransporte, die lange, schwer zu beaufsichtigende Grenze Syriens passieren, was einer im Irak operierenden englischen '2lrmee ernste Unannehmlichkeiten, wenn nicht eine Katastrophe bereiten könnte. Während zwischen Mesopotamien und Nedschd eine Wüste liegt, in welcher es nur wenig Brunnen gibt und welche nur von wenigen gangbaren Karawanenstraßen durchzogen wird, ist die Zahl der aus Innerarabien nach Transjordanien führenden Kommunikationen eine reichliche, diese selbst verhältnismäßig bequem. Hier stehen an verschiedenen Punkten die wahabitischen Krieger wartend an den Pforten. Eine Verteidigung Transjordaniens gegen Ibn Saud würde bedeutende Opfer erfordern, während andererseits gerade dieses Gebiet dem Waha- bitenführer besonders für seine Aspirationen geeignet zu fein scheint. Worauf es England im gegenwärtigen Augenblick ankommt, ist, wie schon erwähnt, Ibn Saud als Verbündeten zu gewinnen. Um dies zu erreichen, genügt die schon immer an den Sultan bezahlte, recht ansehnliche Iahressubvention keineswegs. Sie reicht gerade hin, ein leidlich freundliches Verhältnis zu den Wahabiten herzustellen. Aber für ein Kriegsbündnis werden größere, auch territoriale und politische Opfer gebracht werden müssen, und Ibn Saud kennt die Trümpfe in seiner Hand. Vom Erfolg der Mission General Claytons wird nicht nur zum großen Teil der Ausgang des Mossulstreits, sondern besonders Englands Stellung in Arabien und damit im ganzen islamischen Orient abhängen. Handelsausdrücke. Von Sir Arthur Balfour, Präsident der königlich britischen Kommission zum Studium der Außenhandelsfragen. Eines der Hindernisse für den Außenhandel, das die Internationale Handelskammer zu überwinden sucht, ist die übrigens von den Handelsleuten der ganzen Welt einstimmig beklagte Tatsache, daß ein Geschäftsausdruck, der einen bestimmten Sinn in einem Lande hat, in einem anderen Lande etwas ganz anderes bedeutet. So z. B. der einfache Ausdruck „F. O. B." In England bedeutet dies, daß der Verkäufer die Waren an Bord des Schiffes liefern muß, in den Vereinigten Staaten aber dasselbe, was man in England mit dem Ausdruck „F. O. R." ober „F. O. T." und in den meisten europäischen Ländern mit „rance sur Wagon'1 bezeichnet. Muß aber der Verkäufer die Waren an Bord des Schiffes liefern, fo bestimmt man dieses in Amerika immer durch Hinzufügung des Wortes „Destel", sagt also „F. O. B. Vestel". Dieses ist nur ein Beispiel unter vielen anderen. Bis sich die Internationale Handelskammer mit diesem Problem befaßte, wurde von den Handelsleuten der verschiedenen Länder keine Anstrengungen gemacht, um sich zu einigen und um diese für den Welthandel so wichtige Frage zu prüfen. Die Inter- nationale Handelskammer ernannte daher einen Ausschuß zum Studium dieser Frage, aber der Ausschuß mußte bald erkennen, daß das Problem außerordentlich verwickelt ist. So einfach e sauch wäre, durch Annahme gleichartiger Bedeutungen die Schwierigkeiten zu lösen, so stehen dem doch unüberwindliche Hindernisse im Wcac. Diese Lösung würde in verschiedenen Ländern tiefgreifende Aenderungen in den Handelsbräuchen, der Gesetzgebung und Rechtsprechung notwendig machen. Der Ausschuß hat sich daher darauf beschränkt, möglichst allgemein gül- uge Ausdrücke auszuwählen und ihren Sinn derart zu definieren, daß die alte Begriffsbestimmung bewahrt bleibt, daß aber gleichzeitig der Interestent nicht nur eine genaue, fest umriffenc Begriffsbeftim. mung erhielt, sondern sich auch sofort über Gleichheiten und Ungleichheiten im Gebrauch dieser Ausdrücke in den verschiedenen Ländern Rechenschaft oblegen konnte. Der Ausschuß ist noch weiter gegangen: er hat ein Kobifizierungssystem geschaffen, bas hoffentlich allgemein angenommen wird, und bas bie Fußballspiele der Gießener Vereine. 5. Ergebnisse des Sonntags: Sportklub v. 1900 Gießen (Liga) gegen Sp. Dg. Göttingen (Liga) 1:8 (0:2). S. C. v. 1900 Gießen 1. Igd. gegen V. f. R. Butzbach 1. Igd. 2:1. S. E. v. 1930 Gießen 2. Igd. gegen B. f. R. Butzbach 2. 3gb. 5:0. SP. u. Sp. Dillenburg (Liga) gegen B. f. D. Gießen (Liga) 0:14. Germania Marburg (ßiga) gegen Sp. Dg. 04 Gießern (Liga) 6:3. „Hessen" Frankenberg (Liga) gegen D. C. Wetzlar (Liga) 1:1. S. C. b. 1900 (Liga)—SP. Dg. Göttingen (Liga). Dem Schiedsrichter E n g e l t e r »Marburg {teilten sich die Mannschaften zum fälligen Der- bandsspiel auf dem Sportplatz des S. C. v. 1900 an der Hardt. Der nasse und aufgeweichte Boden stellte große Anforderungen an die Spieler. Schon gleich nach dem Angriff machten einige Spieler Bekanntschaft mit dem Boden und mußten dessen Feuchtigkeit verspüren. Dach kurzer Spieldauer erzielte Göttingen bei einem Geplänkel vor dem Gießener Tor einen Treffer, dessen Gültigkeit angeztveifelt werden muß, da ein Spieler Göttingens in klarer Abseitsstellung im Tor der Gießener stand. Weiter wogte der Kampf auf und ab. Auf beiden Seiten wurden mehrere günstige Gelegenheiten verpaßt und ausgelassen, bis es Döttingen gelang, sein 2. Tor zu erzielen. Jetzt endlich gingen, die Plahbesiher aus sich heraus und konnten auch eine Zeitlang das Spiel in des Gegners Hälfte verlegen. In dieser Zeit hätte unbedingt der Ausgleich fallen müssen, zumal sich der gegnerische Torhüter sehr unsicher zeigte, aber der Sturm war zu hilflos und wußte mitunter nicht, was er mit dem Ball anfangen sollte. Was die rechte Seite gut machte, verdarben Mitte und linke Seite Göttingen Überstand glücklich diese Schwächeperiode und konnte das Spiel bis zum Halbzeitpfiff wieder offen gestalten. Man wechselte die Seiten und setzte den Ball von neuem in Bewegung. Es war nun eine Pracht, die elf Göttinger spielen zu sehen, mit welcher Gewandtheit sie den Ball behandelten und wie sie den glatten Boden beherrschten. Dis zum Spielende erzielten sie noch weitere 6 Tore, an denen Losse, der Mittelstürmer, besonderen Anteil hatte. Gießen erzielte durch seinen Rechts- außen das schon längst verdiente Ehrentor, lieber die Mannschaften sei kurz gesagt, daß Göttingen eine ausgeglichene Mannschaft zur Stelle hatte, aus der Losse besonders hervorstach. Beim Sporttlub war die Hintermannschaft der beste Teil, am Endergebnis ist sie schuldlos. Auch die Läuferreihe tat ihr MögllchsteS, und der Sturm scheint ein Schmerzenskind zu fein. Linksaußen war zu aufgeregt und wollte alles allein besorgen. Halblinks und Mitte wären glatte Versager. Sie gehören entweder auf andere Plätze oder durch andere Kräfte erseht. Der jugendliche Halbrechte hielt sich gut und verstand sich mit seinem Rechtsaußen sehr gut. Dieser, obgleich ein alter Herr, war noch der Beste der Stürmerreihe. Der Schiedsrichter war, vis auf die erste Torentscheidung, den Anforderungen gewachsen und leitete gut. — Dor diesem Spiel trafen sich die Iugend-- Mannschaften von Sportklub 1900 und Butzbach. Dach schönem, abwechslungsreichem Kampf blieb Dießen 2:1 glücklicher Sieger. Vereinheitlichung der Handelsausdrücke beschleunigen dürfte. Das Resultat der Arbeiten dieses Ausschusses ist ein vollständiges kleines Wörterbuch der gebräuchlichen Handelsausdrücke aller Länder. Dieses Buch ist ein Werk von Männern, bie allgemeines Ansehen genießen und über langjährige praktische Erfahrung verfügen: cs wird sicherlich allen denjenigen, die internationale Geschäfte machen, große Dienste er- weisen. Da bekanntlich Deuschlanb nunmehr eben» falls Mitglied der Internationalen Hanbelskammcr ist, und hier durch den Präsidenten des Industrie- und Hanoelstages, Franz v. Mendelssohn, vertreten wird, so hat dieses Handbuch auch für den deutschen Exportkaufmann besonderes Interesie. Germania Q2atburg—Sp. Dg^ 04 Gießen. In Marburg holle sich die Spielvereinigung bei den Germanen eine 6:3-Schlappe. Hätte sie nicht mit drei Ersatzleuten die Reise antreten müssen, wären sicherlich ein oder gar zwei Punlle nach Gießen gewandert. Wetzlarer Sportbericht. Wetzlarer Fußball-Club 05—Sp. D. Hann.» Münden 1: 0 (1:0). h Gleich von Beginn des Spieles ab bis zum Ende war Wetzlar überlegen. Rar die prächtige Abwehr des LNündener Torwächters Der- henderte eine größere Riederlage. Das einzige Tor schoß W e n t h e kurz vor der Pause. Der beste Mann auf dem Platze warder noch fast jugendliche QL Waldschmidt in der Wetzlarer Läuferreihe, der ein fehlerloses Spiel lieferte. Durch ihren Sieg rücken die Wetzlarer an Die fünftletzte Stelle der Tabelle und dürften somit vorausfichtlich dem Abstieg entgehen. Herborn I — F. C II 6:1. F. E. III — Biskirchen I: Biskirchen verzichtet. Fußball in Westdeutschland. Bei den Spielen am gestrigen Sonntag wurden folgende Resultate erzielt: Ruhr-Bezirk: D.D. Altenessen gegen Schwarz-Weiß Essen 2:2. D. f. B. Dortmund gegen F. C. Dortmund 95 2:0. Union Gelsenkirchen gegen Arminia Marten 4:0. 7. S. Bochum gegen Preußen Essen 2:1. Sp. D. Erle 08 gegen B.D. Buer 07 3:1. Riederrhein-Dezirk: Preußen Ersfeld gegen Duisburger Sp. D. 4 :4. Duisburg 99 gegen Rasensport Mühlheim 2:2. Meidericher Sport-Verein gegen Union Erefeld 3:2 D. B. Beeck gegen DuiSburg 08 1:3 (abgebrochen). Preußen Duisburg gegen D. f. L. Erefeld 7: 0. Bergisch-Märkischer Bezirk: Turn Düsseldorf gegen D. f. D. Remscheid 1:0. Schwarzwald Barmen gegen S. C. Solingen 95 0:3. S. E. Düsseldorf 99 gegen F. C. Kronenberg 7:0 (abgebrochen). Rhein-Bezirk: Kölner D. C. gegen Rhe- nania Köln 1:2. Mühlheimer S. D. gegen Viktoria Köln 2:2. S. D. Köln-Sülz gegen Koblenz 1900 7:2. Club f. Rasenspiele Köln gegen D. f. Rasenspiele Köln 2:2. T. f. D. Aachen gegen Sp. V. Düren 3:1. T. D. M.--Gladbach-Lürrip gegen Alemannia Aachen 3:0. Westfälischer Bezirk: Greven 09 gegen Union Recklinghausen 1:0. Union Herford gegen D. f. L. Osnabrück 1:4. Arminia Bielefeld gegen Osnabrücker F. D. 2:1. Westfalin Schernebeck gegen "Viktoria Recklinghausen 2:2. Bezirk Hessen-Hannover: Sport Kassel gegen Hessen 09 Kassel 4:1. Sp. D. Kassel gegen Kurhessen Marburg 1:3. Germania Osterode gegen Kurhessen Kassel 0:7. Gießen 1900 gegen Sp. D. Göttingen 1:8. F. C. Wetzlar gegen S. V. Hann.-Münden 1:0. Süddeutscher Fußball. F rankf ur t a.M., 8.Rov. (TU.) Der heutige Sonntag stand in den Bezirken Rlain, Rheinhessen, Saar und Bayern im Zeichen der Rückspiele. Rach den eingegangenen Ergebnissen läßt sich, vorausgesetzt, daß nicht Rückschläge eintreten. allmählich klar Überseen, wer am Ende der Saison „5)er Meister" sein wird. 3m Marn - Turnen, Sport und Spiel. Wilhelm Michel: „GoetheunddasrechteLeben" Zweiter Literarischer Abend in der Buchhandlung Keihner. ( Dicht philologischer Erkenntnis diente dieser Abend. Er brachte Erlebnis: Der Mensch Goethe, den wir Deutschen die die Gnade haben, in der Ursprache lesen zu können, ist ein Gradmesser für unser Verhältnrs zur Welt, dergestalt, daß man sagen tarnt: So- viel ein Mensch von Goethe hat, soviel hat er von der Welt. Die Generation, der Michel und alle die angehören, die heute im Zentth ihres Wirkens und ihrer Kraft stehen, kannte in ihrer Fugend von Goethe fast nichts oder vieles falsch. Sie sah ihn mit den Augen Heinrich Heines: Er war der Herr Geheimrat, sie die Proleten, er war der Besitzende, sie die Armen, er war der Olympier, sie die Ausgestoßenen. Das Bewußtsein dieses Abseitsstehens wurde in fernen Auswirkungen vertieft durch eine Der- hängnisvoll rationalistische Weltanschauung, tote sie im "Naturalismus Form und Ausdruck fand. Ein endloses Fragen und eine Kette logischer Teilerkenntnisse brachte nicht das notwendige Erlebnis der Totalität, blieb überhaupt vom Wesen des Lebens so weit entfernt, daß nur eine radikale Abwehr und Umkehr von dem bis- bisherigen Wege ein Weiterleben möglich zu machen schien. So begann die Epoche des Expressionismus mit der absoluten Tyrannei der Persönlichkeit, die, chr 3ch gewaltsam in die CD eit projizierend, zunächst diese und in der Folge sich tetbft mit ihr zerstörte. Der absolute Bankerott alles egozentrischen Wissenwollens liegt beispielsweise zutage in Sternheims „juste milieu“, in dem er an Goethe „sein gerührtes 3a-fagen". ja den ganzen Menschen als „banal" empfand. Jedoch tst dieses Wort der am weitesten entfernte Meilenstein vom Ziele goethischer Totalität gewesen. Raturnot- wendig mußte jener Zusammenbruch auf die in seinen Kreisen großgewordene Generation rück- | wirkend, eine Selbstbesinnung erzwingen, die sich ebenso zwangsläufig nur vollziehen konnte in der Richtung auf eine Reinheit des Erlebens im Gegensatz zu der bisherigen Exaktheit des Wissens. Diese Wendung tritt in der Entwicklung eines jeden Menschen von Wert ein. Keineswegs bewußt, festlegbar nach Zeit und Stunde, doch mehr oder minder eindringlich als Abkehr von der Frage und Hinkehr zu Bejahung. Aus der Belastung auch des 19. Jahrhunderts nut fein :m Warum und Was sind wir, d. h. die Reifen unter uns. zur Deifreiung im well- und gottgläubigen 3a-fagen gekommen und haben in dieser Weltfrömmigkeit den verloren gegangenen Anschluß an den Komplex Goethe wieder erreicht. Richt mehr die Sonne ist da, weil wir sie sehen, sondern wir sind da, weil oie Sonne uns sieht. (Wie die bekannte Schopenhauer- Anekdote lautet.) Unsere Teilhastigkeit an der Lebensldee Goethes ist das Maß des rechten Lebens. Das luziferische Sinnen der natürlichsten Rebellen ist gewichen einem Mitklingenwollen in der großen Symphonie des Weltorchesters: Ewiger Wonnebrand, Glühendes Liebeband, Siedeiider Schmerz der Brust, Schäumende Gotteslust. Pfeile, durchdringet mich, Lanzen, bezwinget mich, Keulen, zerschmettert mich, Blitze, durchwettert mich: Daß ja das Richttge Alles verflüchttge, Glänze der Dauerstern, Ewiger 2tehe Kern. Frankfurter Theater. „Der U n ro i b e r st e h l i ch e", ein Lustspiel von Morato, in Fuldas Bearbeitung, Gelangte im Schauspielhaus zur Uraufführung. Dieses heitere, etwas belanglose Spiel in Versen befrembet, wenn man an bie anderen Geisteskinder Fuldas zurückdenkt, wenn man die Verse eines „Talisman" mit diesen mißt, bie bes „Esels Schatten", „Rückkehr zur Natur", ber „Verlorenen Tochter" unb bes „Dummkopfs" erinnert. Die Sache ist biesmal etwas mager ausgefallen, diese Geschichte bes unwiderstehlichen Don Diego, der ein kompletter Narr ist, unb, ba ein Vater seine beiden Töchter mit ihren Vettern verheiraten will,, dazu bestimmt ist seine Cousine Donna Inez zu heiraten, die aber ihr Herz einem anderen jungen Mann geschenkt hat, ist nicht eben neu. Liebesintrigen setzen ein, bei denen die Diener Mosquito und die Dienerin Beatriz eine große Rolle spielen. Nach mancherlei Hin und Her vereinigt der Schluß drei, schon kostümlich zusammengehörige Pärchen, unb ber Unwiderstehliche geht unter weiblichem Gelächter aus. So zieht sich die Hanblung in acht knappen Silbern hin, lediglich dem Zweck anspruchsloser, teilweise recht luftiger Unterhaltung bienend, ohne Wert auf bie besonbere originelle Ibee zu legen. Die Inszenierung Fritz Peter Buchs brachte bas Spielchen im bunten Stile einer Harlekmade heraus, von Lubwig Sieverts reizvollen, ganz in ber Leichtigkeit bes Stückes gehaltenen Bühnen- bilbern und Kostümen aufs wirkungsvollste unterstützt. Toni Impekovens Don Diego war wirklich unwiderstehlich, er staffierte seine Rolle mit viel Humor aus, das Dienerpaar Danegger und Maria Krahn ergänzten ihn aufs lebhafteste: auch die übrigen Mitspieler erfüllten ihre Aufttitte mit launiger Beweglichkeit. Ludwig Fulda war persönlich anwesend, bas Publikum bankte ihm mit herzlichem Beifall. * L- W. Photographierte Literatur. Wie oft ist es einem Gelehrten, der von den großen BiDungSzentren entfernt wohnt, nicht möglich, ein seltenes Buch einzusehen oder den Aufsatz auS einer entlegenen Zeitschrift zu erhalten, die er dringend fite seine Arbeiten braucht. Diesen Röten, die die Fertigstellung fo manches wichtigen Werkes erschwerten, ist jetzt abgeholfen durch ein Hilfsmittel, das in Berlin geschaffen worden ist, aber weiten Kreisen wissenschaftlicher Arbeiter noch unbekannt ist. Es handelt sich um das Photographieren von Texten und Tafeln durch die Reichszentrale für naturwissenschaftliche Berichterstattung. die im Gebäude der Berliner Staatsbibliothek untergebracht ist. Immer wieder benötigte Texte aus Zeitschriften und dergleichen hat man schon längst auf photographischem Wege hergestellt und damit die langwierige Abschreibearbeit erspart. Run- mehr wird aber auch jedem einzelnen die Gelegenheit geboten, sich solche „Photokopien" zu verschaffen. Durch einen namhaften staatlichen Zuschuß können die Kopien sehr billig abgegeben werden: ein Quad-atdezimeter kostet 5 Pfennig, für Dozenten und Studierende 4 Pfennig, so daß die Photographie ein^r normalen Seite 20 bzw. 16 Pfennige kostet. Dieser Preis ermäßigt sich noch, wenn man für die Kopie Lupenschrift wählt, wodurch die hergestellte Kopie sehr verkleinert: werden kann. Da die Mehrzahl der Werke, von denen Photokopien verlangt werden, sich in der Staatsbibliothek zu Berlin befinden, so genügt schriftliche Bestellung bei der Zentralstelle, die alte gewünschten Handschriften. Tafeln oder Texte photographisch aufnimmt. Diese Photokopien stellen, wenn es sich nicht grade um Arbeiten mit farbigen Abbildungen handelt, einen fast vollwertigen Ersatz des Originals dar. Die einzigen Fehler sind vielleicht, daß' die Photokopien verblassen, wenn man sie Monate hindurch dem Licht aussetzt. und daß man beim Lesen etwas leichter ermüdet. Auf diesem Wege lassen sich auch vergriffene Zeitschriftenheste ersehen und die mühseligen Wschre-bearbeiten ganz vermeiden. Dte Benutzung der Photograschierstelle wird nicht nur den inländ schen wissenschaftlichen Arbeitern, fon- dern auch denen des Auslandes gestattet. SEIT 1865 1.1 . zum Bo- diesem Stande blieb. bei gerecht werde, hat eine -erring und dadurch Hensch). (ßörte); Speer): manns Frank's (Stallm. „Qtera“ (Stallm. — Schwere Pferde: 1. Wollf's 2. Gen.-Dir. Zeiler's „Decan" 3. Krause's „Schwabenprinz" eine bedeutende Verbesserung in der Weise erfahren, dah gewertet werden: Einer oder Doppelzweier, Zweier o. St,, Vierer o. St. oder Vierer m. St., Achter: im beschränkten CRemten 1, 2, 3 Punkte, in unbeschränktem Rennen 2, 4, 6 Punkte, im Meisterschaftsrennen 4, 8, 12 Punkte. An erster Stelle steht mit 33 Siegen und 114 Punkten der R. D WratislawiaBres- l a u, der deutsche Achtermeister. Dur knapp Schluß offen. HanbbaK-StädteKamps Leipzig - Berlin 5:3 Roeder" (Maj. Bürkner); 3. Frau ,Dämon" (Des.): 4. Weils „Stoever" Eignungsprüfung für Reitpferde (o. M.). Leichte Pferde: 1. Wolffs „Feldmaus" (Bes.); 2. Frau Dechsteins „Königstochter" (Gras W. Hohenau); 3. Frau Asta Steins „Alp" (Frl. Silbermann): 4. Cilly Feindts „Belladonna" (Des.). — Mittlere Pferde: 1. Frau Reichmanns „Melvna 2" (A Staeck); 2. Turnierstall Deer- men eröffnet, die die Bremer 7:4 gewannen. Dann folgte das Spiel ^Ihlenhorster H. C.—Berliner H. C., das die Eulen 3:1 gewannen. Dach- dem die A. H.-Mannschaft des Leipziger S. E. die des Veranstalters mit 4:1 geschlagen hatte, traten Berliner S. C. und Harvestehuder H. C. zum Kampf an. Das Spiel wurde wegen des Regens und der anbrechenden Dunkelheit beim Stande 2:2 15 Minuten vor Schluß abgebrochen. Hockey-Länderkampf Oesterreich - Schweiz 2:1 In Anwesenheit von etwa 2500 Zuschauern fand am gestrigen Sonntag in Zürich das Hockey-Länderspiel Oesterreich—Schweiz statt. Das Spiel nahm einen anregenden, fairen Verlauf. Die Gegner waren sich fast gleichwertig und somit kam ein besonders anregendes Treffen zustande. Anfangs war Oesterreich überlegen, und die Schweiz mußte sich auf die Abwehr beschränken, tat dies aber bei ihrer ausgezeichneten Hintermannschaft mit Erfolg. So konnte der österreichische Sturm trotz ständigen Drängens nicht zu zählbaren Erfolgen kommen. Dann fand sich die Schweiz besser zusammen, und einige weit vorgespielte Bälle gaben den Schweizern Anlaß zu gefährlichen Angriffen. Im Sturm der Schützer zeichneten sich besonders die Gebrüder Fehr durch gute Stocktechnik aus. Die größere Schnelligkeit der Oesterreicher ließ jedoch die gute Kombination der Schweizer wiederum nicht zu Erfolgen kommen, da noch dazu die österreichische Verteidigung auch der schweizerischen nichts nachgab. Besonders der österreichische linke Verteidiger fiel durch gutes Stellungsvermögen auf. Erst eine Minute vor Halbzeit fiel das erste Tor durch einen Schuß des österreichischen Mittelläufers. Mit 1:0 ging Oesterreich in Führung. Dach der Pause schienen die Gäste etwas ermüdet, und nun vermochten die Schweizer sie in die Verteidigung zu drängen. Der ausgezeichnete österreichische Torhüter lieh die Schweiz anfangs zu Erfolgen nicht kommen, aber schließlich gelang doch der Ausgleich. Dun kamen die Oesterreicher wieder in Führung und stellten bald das Resultat auf 2:1. Bei diesem Stand war das Spiel bis Unter äußerst ungünstigen Witterungs- und denverhältnissen ging am gestrigen Sonntag auf dem Tiergartensportplatz in Berlin der 9. chand- ball-Städtekampf Leipzig-Berlin vonstatten. Leipzig Kunstturnen in München. Der Städtekampf im Kunstturnen München- Stuttgart-Llkm, der gestern in München aus- getragen wurde, endete mit dem Siege der Münchener Mannschaft mit 383 Punkten vor Stuttgart 374 P. und Ulm 279 P. Städtekampf im Kunstturnen Wien - Berlin. Der Städtelämpf im Kunstturnen Wien-Berlin in Berlin, der als RücKampf zwischen der Ehrhardt-Riege der Berliner Turngenossenschast und dem Deutsch-Oesterreichischen Turnverein gestern in Berlin ausgetragen wurde, endete mit dem knappen Siege der Berliner mit 439:431 P. Boxen. Im Rahmen der Dresdener Boxkämpfe schlug der deutsche Schwergewichtsmeister Breiten- sträter den Würzburger Mehling in zehn Runden nach Punkten. Im Ausscheidungskampf in der deutschen Leichtgewichtsmeisterschaft schlug Peter, Berlin, den Stuttgarter Handel. Heeser 11, Koblenz, hat in Köln den Franzosen Egrel geschlagen. Schmeling, Köln, fertigte C o m p e r e , Paris, nach Punkten ab. Fackellauf in Marburg. H Marbu rg, 8. Dov. Der Llniversitäts- l^hver Dr. P. Ja eck, der das im vergangenen Jahr hier stattgefundene Deutsche Akademische Olympia leftete, habilitierte sich gestern als Pri- vatdozent mit einet Vorlesung über „Geistige Grundlagen der Gymnastik". Aus diesem Anlaß veranstaltete gestern abend eine aus etwa 150 Universitäts spott lern bestehende Abteilung nach altgriechischem Vorbild einen Fackellauf, der sich durch die Straßen des Südviertels nach der Wohnung Dr. Iaecks in der Wolsfstrahe bewegte, um diesem die Glückwünsche der Studentenschaft zu überbringen. Die erfolgreichsten deutschen Rudervereine 1925. vo. Der Deutsche Ruderverband veröffentlicht jetzt die diesjährige Statistik der nach ihren Siegen in den einzelnen Rennen erfolgrich- ften Rude rvereine 192 5. Die Wertung, an der man bisher besonders beffagte, dah sie dem sportlichen Wert der einzelnen Rennen nicht Union Diederrad—Kickers Offenbach 2:6. Viktoria Aschaffenburg—Hanau 93 3:5. Rheinhessen-Saarbezirk: Worinatia-Worms— Fbv. Saarbrücken 1:2. Spvrtv. 05 Mainz—Sportv. Wiesbaden 4:3. Dpvrtgem. Höchst—Spielvg.c Griesheim 6:0. Bayern: 1. F. C. Dürnberg—V. f. R. Fürth 0: 0. A. S. V. Dürnberg—1860 München 1:0. Dahern-Mü n chen—Schwaben- Augsburg 5:3. Württemberg-Baden: Kickers Stuttgart—1. F. C. Pforzheim 0:1. Karlsruher F. D—V. f. R. Heilbronn 2:1. Die sükckeutschen Fußballspiele brachten insofern eine Ueberrafchung, als der deutsche Meister 1. F. C. Dürnberg gegen D. f. R. Fürth nur 0; 0 spielen konnte und somit einen wertvollen Punkt im Kampf um die Meisterschaft einbüßte, in dem Bayern-München nach dem 5:3-Siege über Schwaben-Augsburg unangefochten die Spitze hält. Fuhball in Berlin. vo. Die Berliner Tennis-Borussen hatten zum gestrigen Sonntag die Spielvereinigung Fürth zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Gegen den deutschen Meister und Lokalkonkurrenten der S. Vg. Fürth, 1. F. C. Dürnberg, hatte Tennis- Borussia zweimal so überraschend gut abschneiden können, und ein weiteres Gastspiel gegen den Dorddeutschen Meister H. S. V. endete mit dem glatten Siege der Berliner, die dann in den Punktspielen überraschend — schlecht — ab- schnitten. Da galt nun diesem Spiel ein besonderes Interesse, wollte man doch hier die Form der Tennis-Borussen — möglicherweise — wieder aufleben sehen. Allerdings ging die Begegnung unter nicht gerade einwandfreien Verhältnissen vor sich, starker Regen hatte den Boden aufgeweicht und ließ ein technisches Spiel von feiner Seite in hervorragender Weise zu. Im Gesamt ist jedoch festzustellen, dah die Leistungen der Fürther Mannschaft bedeutend besser als die der Tennis- Borussen waren, die diesmal versagten. Sie verloren gegen die ausgezeichnete, exakte Kombination der Spielvereinigung verdient. Die Spielvereinigung führte wieder ihr gutes Können ins Treffen, und so blleb der Erfolg nicht aus. Leinberger war der erste Torschütze, der durch eine glänzende Einzelleistung das Verhältnis auf 1:0 für Fürth stellte. Alle .Versuche der Tennis-Borussen blieben erfolglos, und bald konnte der technisch ausgezeichnete -t Außenstürmer Auer wiederum einsenden, 2:0 für die Spielvereinigung was das Resultat bis F zur Pause. Der Sieg der Fürther stand damit — wenn die Berliner Mannschaft nicht zur Höchst- - form auflief — fest. Aus einem Gedränge vor dem Tor der Tennis-Dorusfen vermochte Kießling, der sofort die Situation überschaute, den Ball zu verwandeln, und nun war bei dem Torverhältnis 3:0 für die Gäste an deren Sieg nicht mehr zu rütteln. Tennis-Borussia wurde etwas besser, seine Anstrengungen waren meist erfolglos. Dann kam es jedoch zu einem Ehrentor der Berliner. Der Tennis-Borussen schnelle Linksaußen konnte auf eine Vorlage des Mittelläufers -Lux durchbrechen und das einzige Tor für seine Mannschaft erzielen. 3:1 blieb das Torverhältnis bis zum Schluß. Man hätte bei diesem Spiel, das immerhin von Bedeutung war, eine größere Zuschauermenge erwartet, doch war der Besuch, vornehmlich infolge des schlechten Wetters, sehr schwach. Vorwärts 1890 schlägt Hertha B. S. C. 3:2. vo. Das zwischen Vorwärts und Hertha D.S.C. zum gestrigen Sonntag angesetzte Verbandsspiel wurde mit Rücksicht auf die schlechte Witterung nur als Gesellschaftssfüel ausgetragen, das dann mit einem überraschenden 3:2-Siege von Vorwärts endete. Herta B. S. C. ging bereits im Laufe der ersten Minuten mit 1:0 in Front, Vorwärts glich bis zur Halbzeit aus. Dach Wiederbeginn konnte die Vorwärts-Mannschaft noch zu zwei Torerfolgen kommen, deren Herta durch Kirseh nur ein Tor entgegensetzte. Das Spiel wurde in der zweiten Halbzeit nach etwa 25 Minuten abgebrochen. Futzball-Länderkampf Schweiz — Oesterreich 2:0 (0:0) In Bern fand am gestrigen Sonntag (im Wankdorf-Stadion) das Fußball-Länderspiel Schweiz—Oesterreich statt. Die Schweizer Elf, die in ähnlicher Aufstellung wie gegen Deutscyland (vor 14 Tagen) spielte, vermochte gegen die Qesterreicher mit 2:0 zu siegen. In der ersten Halbzeit kam es trotz der intensiven Bemühungen beiderseits zu keinem Torerfolg, erst die zweite Halbzeit brachte dann den Schweizern mit zwei Toren den Sieg. Rugby. Zwischen dem Turnverein von 1860 und der Eintracht in Frankfurt fand auf den Sandhöfer Wiesen gestern ein Treffen statt, das mit 7:3 endete. Iubilaums-Hockeyturnier in Berlin. 3m Rahmen des Jubiläumsturniers des Berliner Hockeyclubs sind am gestrigen Sonntag trotz des Regens sämtllche vorgesehenen Spiele zum Austrag gekommen Dachdrm am Samstag bereits die Treffen DerÜner Hockeyclub—Club zur Vahr Bremen 7: 3 und Berliner Hockeyclub— Berllner Schlittschuhclub (Damen) 8:0 voraus- gegangen waren, wurde der Sonntag durch die Begegnung Brandenburg—Club zur Vahr Vre- zurück mit 29 Siegen und 112 Punkten folgt der Mainzer R. D., während der Dritte, der Bremer R.V. 8 2 nur 72V» P- aufweist. Im einzelnen ist die Reihenfolge bis Dr. 30: 1. R. V. Wratislavia Breslau 113 P., 2. Mainzer R. V. 112 P., 3. Bremer R. V. v. 82 721/» P., 4. Kölner R.G. 911 71 P., 5a. R. C. Rhenania Koblenz 67 P., 5b. Kölner C. f. Wassersport 67, 6. R. G. Hansa Hamburg 60 P., 7. Lllmer R. C. Donau 58 P., 8. W. S.V. Godesberg 56 P., 9. Heidelberger R. K. v. 75 48 P.. 10. Berliner R. V. v. 76 47' , P., 11. Frankfurter R. G. Germania 47 P.. 12a. Dresdner R. V. 45* 12b. Regensburger R. K. 451/» P-. 13. Frankfurter R.V. v. 6 5, Frankfurt a. M. 43V2. 14. D. R. C. Sport-Borussia 43 P., 15a. R. K. am Wannsee Berlin 42 P., 15b. R. C. Favorite Hammonia Hamburg 42 P., 16a. Casteller R.G. 80 38 P., 16b. R.G. W or ms 30 P., 17. Linzer R. V. Ister 37 P., 18. Höllischer R. C. 36 P., 19a. R. C. Viktoria Danzig 34 P., 19b. Mannheimer R. V. Amicitia 34 P.. 20. Schweinfurter R. C. Franken 33 P., 21. Berliner R. K. Hellas 32 P., 22. R. V. Deptun Konstanz 3V \ 23. R. V. Bamberg 05 30 P., 24a. W. S. Ä. Duisburg 29 P., 24b. R. G. Wiking Leipzig 29 P., 24c. Wiener R. V. Donauhort 29 P., 25. Giehener R.G. v. 1877 281'.. P., 26. Ludwigshafener R. V. 28 P., 27. Würzburger R. V. Pvon 75 27 P., 28a. Frankfurter R. G. Sachsenhausen Frankfurt a. M. 26 P., 286. R. G. v. T4 Delson Halle 26 P., 29. Offenbacher R.G. iln bine 25V» P . 30. Königsberger R. C. 23 P. Dasgrohe Berliner Herbstturnier Die Ergebnisse des Donnerstags. Preis des Preußischen Landwirt- schaftsministeriums. (Malerialsprüfung für Reitpferde, Siegerklaffe, 0. M.): Leichte Pferde: 1. Rittm. Weyermanns „Melnora", 2. Frau am Endes „Turmwart", Nittm. v. Platen, 3. Wolffs „Feldmaus", 4. Frau Steins „Alp", Mann. — Mittlere Pferde: 1. Marwedes „Donner II.", Wät- jen, 2. Oetkers „Magnat", Telzerow, 3. Frau Freud- lings „Platina", Bes., 4. Oblt. Baldamus' „Preußenadler", Bef. — Schwere Pferde: 1. Oetkers „No- made", Telzerow, 2. Wolffs „Feldherr", Bef. 3. Plate-Boiatdorfs „Exminister", Frl. A. Plate, 4. Gen.-Dir. Zellers „Decan", Stallm. Speer. Eignungsprüfung für Damenreitpferde (Siegerklaffe, 0. Ti.): Leichte Pferde: 1. Marwedes „Donner II.", Frl. v. Lungen, 2. Rittmeister Weyermanns „Meleora", Frau Franke, 3. Wolffs „Feldmaus", Frau Tiauritz, 4. Dr. Lampe- Vischers „„Indier", Frau v. Gottberg. — Schwere Pferde: 1. Dr. Lampe-Bifchers „Tory", Frau von Gottberg, 2. Frau Freundlings „Platina", Bef., 3. Frau Behrs „Liebherr", Frau Franke, 4. Amtsrat Lüttichs „Schwabenfproß", Frau Lüttich. Amazonen-Iagd springen, Klasse M: 1. Bades „Ludmilla", Frau Perske, 0 Fehler, Zeit 69 Sek., 2. Frau Neusteins „Normy", Bes., 0, 76, 3. Pestvideki Verseny Egylets „Emden II.", Gräfin Almassy, 0, S. 85,8, 4. Pringheims „Schwaben- prinz II.", Frau Pringheim, 5 F., 72,2, 5. Turnier- stall Beermanns „Ombrella", Frau v. d. Burg, 5 F., 72,4, 6. Hauptmann 0. Esehs „Beni", Gräfin Almassy, 5 F., 90. Damenpferde-Reitprüfung, Klasse L: 1. Rittm. Weyermanns „Meleora , Frau Franke, 2. Frl. v. Opels „Aristokrat", Bef., 3. Frau Lahs Hexe VII.", Bes. Zweispänner (Eignungsprüfung für Gespanne, 0. Ti.): Kleine Pferde: 1. Gottschalks „Boy" und „WUja", Bes., 2. Bings „Tigerlily" und „Maud", Oblt. Schunck, 3. Frhr. v. d. Barchs „Schneekönig" und „Apfelblüte", Bef., 4. Frhr. 0. d. Barchs „Feuerwehr^' und „Bob", Frhr. v. d. Barch jr. — Große Pferde: 1. Baron v. d. Deckens „Queen Mary" und „Beatrice", Baronin v. d. Decken, 2. Müllers „Taxus" und „Bambus", Frau Müller, 3. Gottschalks „Olt Sort" und „Darlings", Rösler, 4. Müllers „Buxus" und „Gar- deie", Bes. war besonders in der ersten Halbzeit besser als die Einheimischen, sowohl im Fangen wie auch im Zuspiel und Stellungsvennögen, verausgabte sich aber dabei zu sehr, so dqß nach dem Wechsel Berlin mehr vom Spiel hatte und ben 4:1 Darsprung der Gäste zum Teil aufzuholen vermachte. Den Torreigen eröffnete Berlin durch einen geschickten Drehwurf des Lichterfelders Bracht. Durch Berwandlung eines Strafwurfes glich Leipzig aus, um bis zum Schluß die Tarzahl auf 4:1 zu erhöhen. Durch die Zurufe der trotz des schlechten Wetters in die Tausende gehenden Zuschauermenge angesparnt, gab nach dem Wechsel Berlin das Kommando an mit dem Erfolg, daß zwei Tore aufgehalt wurden. Ein Tor erzielte P 0 etzfch durch Der- wandlung eines 13-Meter-Wurfs. Auch das zweite Tor brachte Poetzsch auf fein Konto durch geschickte Täuschung der Leipziger Verteidigung. Zahlreiche Torwürfe der Leipziger wurden durch den großen, im ganzen famos haltenden Berliner Torwart K u n tz e erfolglos gemacht, aber ein fünftes Tor von Schumann, der eine febene Vorlage verwandelte, konnte er nicht verhindern. Berlin hatte zum Schluß viel Pech mit seinen Torwürfen, so daß es bezirk marschieren die Offenbacher „Kickers" an erster Stelle, dicht gefolgt Dom Fuhballsport- verein Frankfurt und Hanau 93. Im RHeinde z i r t hat sich Phönix Ludwigshafen nach hartem Kampf die Spitze gesichert, die die „Dlau- weihen" auch nicht mehr abgeben dürften. Im Bezirk Rheinhessen — Saar ist der Fuß- ballDercin Saarbrücken der Glückliche. Recht unklar sind die Tabellen der Dezircke Bayern und D aden-Württemberg. Bayern- München behält nach seinem heutigen Siege über Schwaben-Augsburg weiterhin die Spitze, doch ist den Münchnern der deutsche Altmeister, 1. F. C. Dürnberg, der ein Spiel weniger hat dicht auf den Fersen, trotzdem der „Club" heute nur ein mageres 0:0 gegen die Fürther Rasenspielev herausholen konnte Karlsruhe und Stuttgart machen sich im Bezirk Württemberg- Baden die Spitze streitig. Mainbezirk: Helvetta Frankfurt—F. Sv. Frankfurt 0:3. (Des.); 4. Potsd. Stall's „Schwabenfang" (Oberleutnant Meyer-Houselle). Hackney-Siegerpreis (Eignungsprüfung für Gespanne, 0. M.) 1. Graf zu Solms' Preten Tiare Anton, Bef. Preis des St. Georg (Eignungsprüfung für Jagdpferde, nicht öffentlich.) 1. Kölzens Nortenda, Frl. Kölzen; 2. Ostrodzkis Teufelsgast, Hauptmann Sattler; 3. Potsdamer Stalls Angelus (Dberftlt. Meyer-Houfelle; 4. Mahn- kes Kundry, Bes. Dressurprüfung für Reitpferde — Klasse M). 1. Turnierstall Beermanns Admiral Scheer, Major Bürkner und Dberftlt. G. v. Pados Bandi, Bes.; 2. Db'erft Zieglers Oleander, Hauptm. Mercier, und Turnierstall Beermanns Volt, Major Bürkner; 3. Leidloffs Sultan, Oberst Kraehe, und Majoe v. Kempners Atika, Bes.; 4. Dr. Lampe, Vischers Tory, Frau v. Gottberg, und Hauptmann de Kruyffs Electra, Bes.; 5. Wätjens Dealer IV, Bes., und Major Gottschalks Abendsonne, Major Walzer; 6< Oblt. v. Nemeths Babolna, Des., Major 0. Polniczkys Arato, Bes., und Major Seunigs Kohell, Bes. P a a r k l a s f e (Eignungsprüfung für Reitpferde). 1. Marwedes Wotan und Donner II, Wat- jen, Frl. v. Lungen; 2. Frhr. v. Langens Auer XX und chartherZ, Olfen, W. Spillner; 3. Turnierstall Beermanns Austerlitz und Ollt, Müller, Staeckling; 4. Müller Bremens Prinzeß Nana und Gaudeamus, Major Braune, Frau Müller; 5. Oetkers Nomade und Jbro, Frl. Oetker, Bef.; 6. Plate, Voigtsdorfs Exminister, Flip, Frl. A. Plate, Lietz. Stand der Feldfrüchte in Hessen. Aus den Berichten der Saatenstandsberichterstatter Anfang Dovember geht hervor, dah die Aussaat infolge der anhaltenden schlechten Witterung im allgemeinen sehr zurückgeblieben ist. Es konnten deshalb von vielen Berichterstattern keine Dolen gegeben werden. Bon einigen Orten wird berichtet, daß der früh gesäte Winterroggen durch Schnecken- und Mäusefrah zu leiden hat, während der Winterweizen noch nicht aufgegangen ist. etfiudi Sianc. Ndltti 2aim, fljlciü MU W Beitl 8od)i But: Hao Juni wlto s Äaliro üauw Dimt Wn Mui Mdi Tello 6am Nori Tdei snow Stan ftpnfi Mela Del.; Lchu! 6iäe, Setlft, Änmn ander Üngh 8a»H Gtenti @olMc Griest Lochst ÖOljDi yiütgei €-djeiöi SDg.fl itjtet jurn k auK dflim* Stirofi nad).1 fnupit njirb 1 aftion über i & Dentit 4% 4% Ä Dellch dio.D tti Stritt Lamo Dan» 2?ur Die Saaten st andsnvten betragen für Winterweizen 2,6, Winterspelz 2,8, Winter- roggen 2,6 und Wintergerste 2,5. (Hierbei bedeutet 2 gut und 3 mittel.) Wirtschaft. Der Konflikt in der chemischen Industrie. Frankfurt a. M., 7. Dov. (WSD.)'Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteUt wird, werden am heutigen Tage auch die letzten Betriebe der chemischen und Gummi- i n d u st r i e des Bezirks Hessen und Hessen- Dassau ft il (gelegt. Insgesamt kommen dadurch wiederum etwa 5500 Arbeiter außer Be- « schäftigung, so daß damit insgesamt etwa 35 000 Arbeiter feiern müssen. Zu den heute stillgelegten Betrieben gehören u. a. die Kelsterbacher Kunstseidefabrik in Kelsterbach mit etwa 1400 Arbeitern, die Deut- sche Dunlop-Gum mi-Compagnie in Hanau mit etwa 1300 Arbeitern, ii^umml« werke und Wachsfabriken in Fulda mit etwa 1000 Arbeitern und die Gold- und Silberscheideanstalt vorm. Röhler in Frankfurt a. M. mit etwa 300 Arbeitern. Die übrigen stillgelegten Betriebe sind kleinere Firmen, die sich hauptsächlich über den Rheingau, den Odenwald und andere Bezirke des Freistaats Hessen und der Provinz Hessen-Dassau verteilen. Infolge einer Abmachung zwischen. Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird dagegen der Betrieb der Grube Messel bei Darmstadt aufrechterhalten, da der Betrieb ein lebenswichtiger ist. lieber neue Verhandlungen im hiesigen Bezirk ist noch nichts bekannt geworden; dagegen finden in der bayerischen Sektion auf Deran-, lassung des Schlichters in der kommenden Woche Verhandlungen statt. Mit Bestimmtheit ist anzunehmen, daß der Arbeitgeberverband in der Sektion Frankfurt alle angedrohlen Aussperrungen vornehmen wird, auch die letzten. • * Die Landwirtschaftlichen Genossenschaften im Monat Oktober. Dach der Statistik des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genosfenschaften waren am 1. Dovember vorhanden 104 Zentralgenossen- schäften, 20 839 Spar- und Darlehnskassen, 4824 Bezugs- und Absatzgenossenschaften, 3712 Molkereigenossenschaften, 10 57 sonstige Genossenschaften — zusammen 40 136 landwirtschaftlichen Genossenschaften. — Da am 1. Oktober 40142 landwirtschaftliche Genossenschaften gezählt wurden, ist ein kleiner Rückgang um 6 Genossen- u schäften zu verzeichnen. Insgesamt stehen 96 Deugründungen 102 Abgängen gegenüber. Eine effektive Zunahme weisen nach wie vor die Kreditgenossenschaften auf, bei denen 36 Zu- • gange und 17 Abgänge erfolgten, also eine effektive Zunahme von 19 Genossenschaften fest- gestellt werden kann. Auch die Mollereigenos- senschaften machen mit einer effektiven Zunahme von 9 Genossenschaften weiterhin die AufwLrts- betoegung mit. Bei den Bezugs- und Absatz- genoffenschasten besteht ein Verlust von 10 und bei sonstigen Genossenschaften ein solcher von 24 Genossenschaften. Unter den Deugründungen befinden sich u. a. 22 Elektrizitäts- und Maschinen- genossenschaften und 11 Dreschgenossenschaften. • Erneute Stillegungen im Ruhrgebiet. Wie aus Gelsenllrchen gedrahtet wird, hat eS sich nach langen Vorbesprechungen zwischen dem Demobllmachungskommissar. der Bergbehörde, der Verwaltung und dem Betriebsrat nicht umgehen lassen, am 1. Dezember die zum ManneSmann-Konzem gehörige Zeche Joachim in Kray stillzulegen. Es kommen 1500 Angestellte und Arbeiter in Betracht, die der Erwerbs- losenfürsorge überwiesen werden muffen. Gleichzeitig wird eine zweite zum Mannesmann- 4 Konzern gehörende Schachtanlage, die Zeche Kon- solidatton, in Gelsenkirchen, zur Stillegung kommen. Ebenfalls wird am 1. Dezember die zur Rhein-Elbe gehörende Zeche Pluto sttllgelegt. Im ersteren Falle kommen 3200, im zweites 3000 Mann in Frage, die erwerbslos werden, * Mitteldeuts che Creditbank. Frankfurt a. M. /Berlin. In der QLR- Ditzung wurde die Halbjahresbilanz der Bank vorgelegt. Die Ergebnisse dieses Zeitraums waren befnebigeub. Die Dank befleißigte sich in der Auswahl ihrer Geschäfte einer durch die Zeit- Verhältnisse gebotenen Z:u.-ückhaltung. * Die Amerikaanleihe des deutschen Kalisyndikates. Wie dem DHD. aus London gemeldet wird, wird die 10 MilL- Lstr.-Anleihe des deutschen Kalishndikates demnächst gleichzeitig in London und Deuyork angeboten werden. • Eingreifen der öffentlichen Hand in den Giefche-Harriman-Ver- trag? Die Giefche-Angelegenheit hat durch das Olbkommen mit Harriman Anaconda keineswegs ihre Erledigung gesunden. Es ist vielmehr laut R. W. Z. mit der Wahrscheinlichkeit eines Eingreifens der offentlichLN Gewalten au rechnen. i5ie sich angeblich bereits eingehend mit der Frage befassen. * „Olga“ Aktiengesellschaft für Automobilbau, Berlin. In der Glau- bigerbeiratsfitzung der „Aga" wurde beschlossen, beim zuständigen Gericht die Einberufung einer Gläubigerversammlung für Ende dieses Monats zu beantragen und in derselben die Verlängerung der Geschästsaussicht zu befürworten. * Ausdehnung des Seemtsma« Zigarettenkonzerns. Die bisher in Pri- oatbesitz befindliche Finna Orientalische Tabak- •• und Zigarettenfabrik Uenidze, Inhaber Hugo Zietz, ist in eine A. G. umgewandelt worden. Gründer sind die Vorbesitzer. Gleichzeitig damit ist die Firma eine Interessengemeinschaft mit dem unter Führung deutscher Großbanken stehenden Reemtsma-Konzern eingegangen. Die bisher bestehende Geschäftsleitung bleibt unverändert. • Wachsende Bedeutung der r u f - fischen Kohlenkonkurrenz. Seit Monaten erscheint die südrussische Kohle wieder in Jeder Weinhändler liefert: SCHIERSTEIN I. RHG ,„M VERTRETER: ». Elges jr., Gießen, Seltersweg 68 OMNIBUSSE ^LASTWAGEN FEUERWEHRGERÄfTE DIE MAOIRUS-FAHRZEUCE WAREN AUSGESTATTET MIT CONTINENTAL R1ESENLUFTREIFEN, SIMPLEX == ■ Bt s' Wt >» it 'nbuürie, Tp :n ”2 ä1, . V außer ' f Ü fil f A | . M«. Vu ?.* Horen u ü V.n "Itltl ■ J* i, nbJkinete »t, des «re». LSe^?niu zwßchen ru toitf) öqqma- «im ä t,n lebenswich,!, SJ? hiesigen ■toorben; dagegen llOn aus Teran» ommenben Woche iunmiheit ist ah, ^verband in bet 6*5 ^ussperrun, letzten. ^ai„hl"ie Mvlkereigmis» ssektiven KuMe jin dir Austvärts» ugs- und Wsah» wlust von 10 und ‘In solcher von 24 •ugrünbungen be- unb Maschinen» nossenschasten. gen im n aebtaW vird, esytechungen zwi- Mssar, der Derg- > dem Betriebsrat Dezember hk zum ge Zeche Joachim en 1500 AnzrM die der Erwerbs« >en müssen. Eiich- um MannesmM' ige, die Zeche W ur Stillegung bav Dyember die M Pluto stillgelegt- 3200, im iWtiM nwerbsloS loerden. Creditkanl. in 3" der LA «ÄM >s Zeitraums waren .jhigte #,«»* jr durch die Zeile Iffbed deut- Die dem M. oird die 10 DA und Deuyork an» = »v‘Ä keineswegs »»»MfS & * focoip, 00®”’ n. A schlossen. '5*13 ^«eemtswa- Die b'K Ä' Znhaber ^ eit w°yt ist i=f zeitig ^'*nl unK( ichaft ml siebende Berlin FraukiiM a.M- Datum: C.D/MAGIRUS A,G, ULM °/D, VERKAUFSORGANISATION 19,07 104.73 20,388 16 96 169.32 1 i,69 85 43 69.27 112,45 81.12 60 02 12.43.) 6,88 zunehmendem Umfange al8 Konkurrent auf dem europäischen Markt. Nachdem bereits größere russische Lieferungen nach Italien erfolgten, sind neuerdings auch zwei Dampferladungen von Ma- riopol in Frankreich eingetroffen. Die Sendungen gingen nach Paris, wo ihre Qualität befriedigt haben soll. Die Kohleförderung des Donez- reoiers hat zwar bei weitem noch nicht die Dorlriegsleistung erreicht, sie wies aber immerhin im Iuli d. 2s. bereits wieder die Höhe von 738 480 Tonnen auf und stellte sich im August auf 737 035 Tonnen. Das Förderungs- Verhältnis des Gesamtjahres 1913 belief sich auf 25 160 000 Tonnen. Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben. Der DHD. erfährt aus Breslau: Wie bestimmt verlautet, wird Harriman dem Giesche-Konzern unmittelbar nach Vertrags-Abschluß einen Vorschuß von 50 Mill. Rm. zur Verfügung stellen. Damit ist die Giesche-Gesellschaft in der Lage, ihre rund 60 Mill. Rm. betragenden Verpflichtungen zum größten Teil einzulösen. Giesches Erben sollen außer der Aktien-Minorität der neu zu gründenden amerikanischen Gesellschaft noch einen bestimmten Betrag von Vorzugsaktien erhalten, an die aber nach amerikanischem Recht fein Stimmrecht ge- knüost ist. Abgesehen von diesen 50 Mill. Vorschuß wird sich für die Giesche-Gesellschast aus der Transaktion noch der Vorteil ergeben, daß sie nunmehr über den deutschen Felder-Besitz unbelastet verfügt. > Börsenkurse. behaupteten ihren Stand, Mexikaner zogen mäßig an. Der Freiverkchr lag geschäftslos. Becker Kohle 4,75. Brown Boveri 54, Entrevrise 13, Growag 62,5, Pe« troleum 59,5, Ufa 48,5 Prozent. 3m roeiteren Verlause zeigte sich nicht die geringste Kaufneigung. Die Kurse schwächten sich weiter ab. Auch die Nachricht, daß Präsident Coolidge sich für die Freigabe des deutschen Eigentums einsetzen will, konnte zunächst einen merklichen Einfluß nicht gewinnen.Die Stirn« mung wurde zwar etwas freundlicher, was aber kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. Der Geldmarkt ist weiter flüssig. Tägliches Geld 8 Prozent, Monatsgeld für erfte 'Adressen 9,75 bis 10,25 Prozent, für zweite Adressen 10,25 bis 10,75 Prozent, also etwas niedriger. 3m Deoisenverkehr waren beträchtliche 3nteruentionen der Bank von Frankreich zugunsten des französischen Franken zu beobachten. Die Pfundparität ging daher gegenüber dem gestrigen Tiefkurs von 123,10 heute auf 120 zurück, d. h. der Kurs stieg auf 16,65 Mk. gegen 16,25 für 100 Franken. Auch Mailand war mit 122,50 gegen London etwas fester. Brüssel hielt sich gegen London auf 106,90. London befestigte sich gegen Kabel auf 4,847/e. . Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Amerikanische Violen Belgische Noten ..... Dänische Noten ...... Englische Roten ...... Französische Noten ..... Holländische Noten Htolicnische Noten ..... Norwegische Noten Deutsch-Oesterr. ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten ..... Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten .... Berliner Berlin, 7. Nov. Die Börse stand, wie üblich, unter dem Eindruck des Wochenendes. Die Kurs- entwicklung wurde bereits durch kleinste Umsätze beeinflußt und zeigte keine einheitliche Linie. Die führenden Marktgebiete, namentlich der Montan» markt, neigten eher etwas zur Schwäche, da heute wiederum Meldungen über Stillegungen in der rheinisch-westfälischen 3ndustrie vorlagen. Kali- merte und Schiffahrtsaktien waren ebenfalls niedriger. Verstimmend wirkte auf die Gesamtlage vor allem die Entwicklung des deutsch-spanischen Zoll- krieges ein, ebenso die bisher vorliegenden wenig günstigen Einzelheiten über den deutsch-italienischen Handelsvertrag. Die Frankenbaisse fiel dagegen heute weniger ins Gewicht, weil Paris in Reaktion auf den starken Sturz auf 124 heute vormittag sich gegen London auf 119,5 heben konnte. Der Kurs senkte sich gegen Mittag dann auf 120,25. Die übrigen Valuten zeigten keinerlei Veränderung. Die Geldoerhältnisje blieben weiter flüssig. Tägliches Geld 8—10 Proz. Monatsgeld 10—114 Proz. Die Nachfrage bleibt so gering, daß größere Beträge, wie schon am Vortage, in Privatdiskonten Anlage suchten. Die gestern in Erwartung der Ausführungsbestimmungen zum Aufwertungsgesetz stark bevorzugten Pfandbriefe lagen ebenso wie die Mehrzahl der übrigen Papiere und Wertpapiere sehr vernachlässigt. Es waren zahlreiche Abgeber am Markte. Die Spekulation hatte gestern ihre Erwartungen bezüglich der Einzelheiten der Ausführungsbestimmungen doch wohl etwas zu weit gespannt. Berliner Produktenbörse. Berlin. 7. Rov. Der Prvduttenmarkt war schwächer und das Geschäft sehr flau. Für Weizen 2 Rm. schwächer, für Doggen 3 bis 3> ?. Auch Hofer und Gerste niedriger. Futterartikel unverändert. Es notierten für je 1030 Kilo: Weizen, märt 219 bis 222, do. Dez. 234, da. März 236 50. Roggen, märt 135 bis 138. do. Dez. 156 bis 1d5, do. März 166, do. Mai 171,50 bis 171. Gerste, märf. 186 bis 210, Futtergerste 149 bis 161, Hafer, märf. 157 bis 167, do. Dez. 175, do. März 180; für je 100 Kilo: Weizenmehl 27 bis 3175, Roggenmehl 20 bis 22,50. Weizenkleie 11 20 bis 11,30. Roggenkleie 9 bis 9,20. CBiftoria- erbfen 24,50 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 23,50 bis 25.50. Futtererbsen 18,50 bis 20,50. Peluschken 17 bis 18. Ackerbohnen 20 bis 21. Wicken 21 bis 25. Lupinen, blau 11,50 bis 12,50. Rapskuchen 14,20 bis 14,30, Leinkuchen 21,30 bis 21,40, Trockenschnihel 7,80 bis 8, Torfmelasse 9.20 bis 9,50, Kartoffelstöcken 12,80 bis 13, Zucker 20.20. Frankfurter Börse. (Stgener Drahtbencht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 7. Nov. Tendenz flau. Die Haltung der Aktienmärkte war im Zusammenhang mit einer Reihe recht ungünstiger Momente lustlos und Überwiegend sehr schwach. Die Unsicherheit wurde durch die drohende Reichstagsauflösung und den ungünstigen Verlaus der deutsch-spanischen Wirtschafte. Verhandlungen erheblich vergrößert. Verstimmend wirkten ferner ungünstige Wirtschaftsberichte, wobei besonders auf die weiteren Stillegungen im Ruhrgebiet verwiesen wurde. Bei dem Fehlen jeglicher Äaufneigung wurden neue starke Abgaben veranlaßt, die eine weitere, vereinzelt ganz beträchtliche Senkung der Kurie herbeiführten. Die Rückgänge, die sich bei den führenden Werten einstellten, betrugen 3—4 Proz. Scharf gedrückt waren vor allem Schifsahrtswerte. Der Montanmarkt hatte ebenfalls erhebliche Rückschläge zu verbuchen, dagegen zeigten Chemiewerte ziemlich gehal- tene Kurse. Elektrowerte bröckelten weiter ab. Bankaktien waren zunächst umsatzlos. Die übrigen Märkte lagen uneinheitlich, aber überwiegend schwächer. Am deutschen Anleihemarkt gingen 5proz. Reichsanleihe auf 0,202 zurück. Pfandbriefe hatten bei stillem Geschäft gleichfalls Rückschläge aufzuweisen. Ausl ändische Renten Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden 2t.. .. übernimmt die Deduktion dem Pvbfll n — ng ) Gießen, 7. Nov. 3n den hiesigen höheren Schulen haben in den letzten Tagen Schulleiter oder Klassenlehrer die Frage an die Schüler bzw. Schülerinnen gerichtet: „Wer von Euch hat am vergangenen Sonntag an der Feier der vaterländischen Verbände teilgenommen?" Die Eltern, die ihren Kindern die Erlaubnis erteilten, dieser Zusammenkunft beizuwohnen, oder mit ihnen daran teilnahmen, haben ein berechtigtes 3nteresse , zu erfahren, mit welchem Recht diese Frage ge ft eilt wurde, was mit ihr beabsichtigt ist, und welche Folgen die mit ihrer Genehmigung erfolgte Beteiligung für ihre Kinder hat. Vielleicht kann die Beantwortung dieser Frage, die im allgemeinen 3nteresse liegt, auch gleichzeitig darüber Bescheid geben, ob ähnliche Fragen auch bei Veranstaltungen ande - rer Verbände an die Schüler gerichtet worden sind ober gegebenenfalls gerichtet werden; denn es ist doch anzunehmen, baß das Landesamt für das Bildungswesen Darmstadt, von dem doch wohl die Anregung zu dieser Frage ergangen ist, in solchen Dingen paritätisch zu Werke gehe. Gin Vater. fleisch kann auch am anderen Tage wie frische- Fleisch behandelt werden. Einen anderen Dorteil bietet das Gefrier- fleisch dadurch, daß es infolge seines bedeutenden Fettgehaltes bei der Wahl der richtigen Stücke fast ausschließlich im eigenen Fett geschmort werden kann. Da an sich der Preis deS Gefrierfleisches etwa 80 Prozent unter dem einheimischen Fleischpreis zurücklicgl. so ergeben sich in Verbindung mit dem höheren Fettgehalt unb größeren Rährwert bedeutende wirtschaftliche Vorteile aus der Verwendung gefrorenen Fleisches im Haushalt. Das nach Gießen eingeführte Gefrierfleisch wird in dem Schlachthof jeweils einer Rachuntersuchung unterzogen und in dem Kühlhaus bei 0—2 Grad Celsius innerhalb 10—14 Tagen allmählich aufgetaut. Kleine Straffammer Gießen. • Gießen, 6. November. Zur Verhandlung standen : 1. Strafiadje gegen Bruno H., Schleifer aus Nieder» Mörlen, wegen gefährlicher Körperverletzung. S). war in erster Instanz durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg zu einer Gesamtstrafe von 3 Monaten Gefängnis verurteilt worben. Gegen bieses Urteil legte er sowie vorsorglich die Staatsanwaltschaft Berufung ein. 3n der heutigen Berusungsverhandlung wurde von der Verteidigung darauf hingewiesen, daß der Angeklagte Psychopath und infolgedessen nur gemindert verantwortlich sei. Daraufhin beschloß das Gericht eine Vertagung, um bezüglich des Vordringens der Der- teibigung weitere Ermittelungen anzustellen. 2. Strafsache gegen 3akob R., Händler aus (9 a m b a d), wegen Diebstahls. R. wurde beschuldigt, bei Holzheim ein weißes Schaf aus einer Herde gestohlen zu haben. 3n erster 3nstanz wurde er deshalb zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Auf die von dem Angeklagten und vorsorglich von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde der Angeklagte mangelgenügenden Beweises freigesprochen. Die umfangreiche Beweisaufnahme ergab eine Reihe von Widersprüchen in den einzelnen Zeugenaussagen, die nicht aufgeklärt wer den konnten und sich unlöslich gegenüberstanden. Der Berufung des Angeklagten wurde daher statt- gegeben. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 10. November: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der 3ugend: „Vom Leben und Weben in der Natur", vorgetragen von Lehrer Karl Stricker — Aus dem Dogelleben zur Winterszeit — Trmchen (Die Haubenlerche) von Arno Marx (Für Kinder vom 10. 3ahre ab). 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Cesar Franck. 6—6.30 Uhr: Die ßejeftunbe: Aus „Till Ulenspiegel unb Lame Goedzack^ von Charles de Coster. 6.30—7 Uhr: „Moderne Abwasser-Klärung", Vortrag von Direktor 3ng. Mohr-Wiesbaden. 7—7.30 Uhr: Funkhochschule „Der Zweck des Senckenbergischen Museums unb ein Ueberblick über die darüber geplanten Vorträge", Vortrag von Professor Dr. Dreocrmann. 7.30—8 Uhr: Funkhochschule: „Die pharmakologische Einwirkung von Arz neimitteln auf Tier unb Mensch" von Professor Dr. Lipschitz. 8-8.30 Uhr: Engllscker Unterricht. 8.30 — 9.30 Uhr: Deutsche Mundarten, ein Zyklus, Fritz Reuter (Vortrag mit Rezitationen). 10—11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Landesbibliothekdirektor Dr. Wilh. Hopf spricht über „Reise- eindrucke aus Rumänien". Das Gefrierfleisch. Don der Gießener Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Bekanntlich hat die Reichsregierung die Einführung einer begrenzten Menge Gefrierfleisch vom Zoll freigegeben, um dieses durch Vermittlung der Städte oder Gemeinden ohne erheblichen Preisaufschlag den weniger günstig gestellten Devölkerungsfchichten zu vermitteln. Es kann hier nicht unsere Aufgabe sein, die volkswirtschaftliche Seite, insbesondere ihren Einfluß auf die Landwirtschaft zu erörtern, denn die Tatsache steht doch fest, daß zur Zeit die inländischen Fleischpreise für einen großen Teil der Bevölkerung kaum erschwinglich sind. Andererseits gibt es kein anderes Nahrungsmittel, das in gleicher Weise wie das Fleisch die den schwer körperlich oder geistig angestrengten Bevölkerungsschichten unentbehrliche Eiweih- stvfse zusührt. Leider besteht aber gegen den Genuß von Gefrierfleisch noch immer eine gewisse Llbneigung, sie wurde befördert durch manche Erfahrungen der Kriegs- und Rachkriegszeit, wo vielfach alte Heeresbestande aus dem Ausland bei uns Eingang sanden. Diese, zum Teil aus minderwertigem Fleisch und durch allzu lange Lagerung und wiederholten Transport beschädigt, schmeckten trocken und konnten dem Gefrierfleisch keine Freunde holen. Seitdem aber wieder geordnete Verhältnisse eingetreten, sind derartige Vorkommnisse früherer Zeit vollständig verschwunden. Eine großartige Organifatio'n sorgt dafür, daß das Gefrierfleisch in kürzester Zeit feinem Der- Wendungsort zugeführt wird. Die großen Fleisch- Verwertungsanlagen, mit den modernsten, zum Teil deutschen Maschinen ausgestattet, verbürgen jeden denkbar hygienischen Schutz. Durch beamtete Aerzte werden die Schlachttiere untersucht. Rur unter der Bedingung strengster tierärztlicher Kontrolle lassen die europäischen Staaten die Einfuhr von Gefrierfleisch zu und behalten sich selbst die llebertoadjung der einzelnen Betriebe: vor. Bei der Schlachtung und dem Transport wird durch sinnreiche mechanische Einrichtungen, wie sie auch in unseren einheimischen Schlachthäu'ern durchgeführt sind, jede Berührung des Fleisches mit der menschlichen Hand möglichst ausgeschieden. Rach der Schlachtung und Zerlegung werden die Rinderviertel zunächst vorgekühlt und knochenhart eingefroren. Eine feste Umhüllung schützt die Stücke vor jeder Beschmutzung auf dem Transport. Einige Dampfer mi* maschinell betriebenen Kühlanlagen übernehmen die Besorge ung zu den Kühlhäusern in Hamburg. Von dort erfolgt, nach erneuter Untersuchung, die Verkeilung an die mit entsprechenden Einrichtungen versehenen Großstädte. Aber auch das beste Gefrierfleisch wird nicht befriedigen, trenn es falsch behandelt wird. Das kann schon geschehen, indem das Fleisch längere Zeit in unzulänglichen Kühlräumen gelagert wird. Auch die Lagerung auf Eis ist unzweckmäßig. Bürgschaft für einwandfreies Fleisch bieten nur maschinell betriebene und sachgemäß eingerichtete Kühlräume. Ein weiterer Fehler wird häufig dadurch begangen, daß man die gefrorenen Stücke bereits vor dem Auftauen in kleinere Stücke zerlegt. Dann entstehen zahlreiche Schnittflächen, aus denen der Fleischsaft abläuft. Kein Wunder, daß dann der Metzger klagt, das Gefrierfleisch „liefe weg" und daß die Hausfrau schilt, gefrorenes Fleisch fei „t roden“! Das liegt nicht am Fleisch, sondern lediglich an falscher Behandlung. Gefrierfleisch muh in ganzen Stücken, und zwar langsam und allmählich ausgetaut werden. Bei dieser Behandlung saugen die Eiweihstoffe des Fleisches das beim Gefrieren zu Eis erstarrte Wasser vollständig und restlos wieder auf, während bei schnellem Auf- tauen den Eiskörpern dazu keine Zeit bleibt. Richtig behandeltes Gefrierfleisch bleibt voll- saftig und darf sich auf dem Ladentisch nur durch seine mehr zartbläuliche Rosafarbe vom frischen Fleisch unterscheiden. Auch nach der Zubereitung darf gutes Gefrierfleisch keinen Unterschied vom Frischfleisch zeigen. Den gültigsten Beweis lieferte ein Probe- essen bei Gelegenheit einer Tagung des Derban- des Deutscher Hausfrauen. Es wurden nebeneinander Gerichte von frischem und gefrorenem Fleisch verabreicht. Jede Teilnehmerin verzeichnete auf einer Karte, welche von den beiden Portionen jeden Ganges sie für frisches ober für -gefrorene^ Fleisch hielt. Die Abstimmung zeigte, dah eine Unterscheidung unmöglich war, denn die Hälfte der 200 Teilnehmerinnen hatte richtig, die Hälfte falsch geraten. 3n England geben viele Hausfrauen dem Gefrierfleisch den Vorzug, weil es durchschnittlich mehr Rährwert besitzt als das einheimische Fleisch. Das hat feinen Grund in den durchweg besseren Lebensbedingungen, unter denen das ausländische Vieh aufwächst. Auswärtiges Gefrierfleisch enthält durchweg viel mehr Fett. Anderseits verliert Gefrierfleisch infolge Verdunstung in der Behandlung und Lagerung einen Teil seines Wassergehaltes, so dah bei gleichem Gewicht gutes Gefrierfleisch stets einen bedeutenden Mehrwert an konzentrierten Rah rungs st offen enthält. Das Gefrierfleisch muß nach dem Auftauen sofort verwendet werden. Will oder kann man das in den nächsten Stunden nicht ermöglichen, so muß Dratfleisch kurze Zeit in heißem Fett von allen Seiten scharf angebraten wer- den, Kochfleisch wird 5 Minuten in sprudelnd kochendes Wasser getaucht. Dadurch gerinnt das Eiweih an der Fleischoberfläche, die Poren schließen sich und das so behandelte Gefrier- 5F/0 Deutsche RetchSanleibe • 4% Deutsche Reichsanleihe . y/t6/« Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche ReichSanlcihe ■ Deutsche Sparprännenanleihe 4% Preußische RousolS . . . 4°/o Hessen ....... »•///o Hellen 3% Hessen ....... Deunche Wertb. Dollar-Ant. dto. Doll.-Schav-Anwrtsng.*> 4*/o Zolltürfen 6% Eoldmcrtkaner .... Berlin er Handelsgesellschaft • Lommerz- und Pnvat-Bank Sund Naiionaldank • ! Bank ! BercinSbank • • • • DiSconlo Commandtt .... Metallbau!.......... Mitteldeutsche Crcditbank . . Oestcereichische Kreditanstalt Weltbank ...... Bochumer Guß ....... BudcruS Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte Oberdedarf . Phönix Bergbau ...... Rhcinsiabl .......... Nicbeck Montan ....... TelluS Bergbau ...... Hamburg Amerika Paket. * . Norddeutscher Llovb Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Cont -Ouano Badische Anilin........ Chemische Mäher Alaptn . . (Goldschmidt Gries i eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ....... NütgerSwerke • ........ Scheideanstalt Allg. ElektrtzitätS-Gesellschast Beramann ......... Malnkrastwerke ....... Schurken Siemens & Halske ...... Adlerwerke Klcyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligerrftaedt ....... Meguin.......... . Motorenwerke Mcmnbeim Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Metallgcsell chaft Frankfurt. Del. Union Ä.-G...... Schuh'adrik Herz ...... Sichel. . Zellstoff Waldhof Zulkenabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Bft- — verleiht roiigcs, jugendf rlschee .5 Antlitz u. ein rein, zarter Teint. B 8 Alles dies erzeugt die echte die derie Llllenmüchscife MiilW»ss«W ’• Kreuz-Drog. Aagnst Noll, Noniiadt-Drog. Dane Noll, P. J. Eöbs, Seiteatabrla, Germaaia-Dreg. C. Seibel, AiUer-Drogerto W. Waldscholdt, Drogerie Georg Wa'Jenlals, Drogerie Otto Winterhof!. 46o MAGI RUS FEUERWEHRGERÄ'TE G.M.B.H. ULM/BERLIN/MÖNCHEN DEUTSCHER AUTOMQBI L= KONZERNCD.A.K.IG.MzB.H/LEIPZIO «.19 18,17 104,21 20,28b 16,88 168,48 16.61 85,01 58.97 111.90 80,72 59.72 12.875 5,84 Börse. 6 Novbr. Amtliche Noti rung l^cld Prie> 7. Nov r. Amtliche Notierung Meld Bries Amst-rstou 168.81 169.24 168.84 169,26 Buen. «Aires 1.714 19 015 1,748 1.739 19,0.3 1.143 Brss.Antw 19.055 19,07 Christiania. 85.51 85 21 85,43 Kopenhagen 104.52 104.78 101,44 101,70 Stockholm . 112.13 112,41 112.17 112,45 Hclsingfors 10 55 10,59 10,55 10,59 Italien. . 16 54 16.58 16 63 16,67 Landon. . 20.228 20.388 20,333 Ä).3d3 Neuhork . . 4.195 4.205 4.195 4,r>5 Pari«. . . 16,92 16.99 16,94 16,98 Schweiz . . KO 80 81,06 80 84 51,04 Spanien - 59.94 60,1- 1.780 1.629 54,93 60.01 yuvan . . Rio de Jan 1.776 :) 627 1.773 4.626 1,777 0.628 Wien in D.- Ctfi. abgcst 59.13 59,27 59.1 59,27 Prag .... 12.415 12,455 12.415 12.455 Belgrad . . 7,43 7,45 7.43 7,45 Budapest. . 5.88 5,90 5,8 5 5,895 Bulgarien 3.035 3,045 3.035 3.015 Lissabon 21 225 21,275 21.225 .0,275 Dantig. . . .stonstintin. 80 63 80.83 80.63 80.83 2, ■'•75 2,3 5 ',39 5 84 2,40 Athen 6 84 5.87 586 Canada. . . — 4.197 4.207 Uruguay. . — — 4,215 4,22? Banknoten. Berlin, 7 Novbr 1 Geld Briei Schluß» Aura Schtub». übenö- York Schluh. Nur» Schluht, Mittag b-tie t. IL 7.U.| 6. 11. 7 11. 0,21 0.198 o 205 I 11.2 0.22 0,25 .2425 0,24 0,23 0.235 0,234 0.37 0,34 0,31 0,34 0,125 — 1.1175 0.117 0,24 0,23 0 21 . ,z2 * — 0 .24 0.24 — — 0 22 0,23 — — 0,19 0 195 90.25 90/i.i 91.75 91.75 97,1 97.1 97,3 97,4 7.62 7,65 7.6 — 42 25 42.5 44 — 130' 128' 130,7* ! 131* 94 25' 94 5' 94 25* 04 25' 103' 101.2* 103* : 103, .* 103,5* li)5,7* 104,2* 104.2* — 1 — 101.> 101,2* 101.5* 101,1* 75 73,25 — — — — 6,80 6.85 6,75 0,9 0.03 0.03 - — — • 68,15* 65 75* 36,5 35 36 35 — — 33' 32.25* 65,5' 64 5* 65.5' 5,25* ■— — ” 75* 2.5’ —— _• 100 5* 98 9' 105.5 10 i 104,75 104 *107 116.25 1.16,75 105.25 34 75 32.5 34 75 34,4 42' — 13 25' 42* w * 64,5' ,6 75* 65' 54,5' — - 54.1* 53.4* 67.5 67 67,62 67 45 45 — 6", 5* 64,5' 67.4* 64,5* 73,5* 72,5 73.75* 72 75* 59,25 59,5 — 44 ! 43,5 40,75 44,25 — — 80 — v 116* 117* 116* —— 66 55 58,25 67 115,5* 115* 116* 115.5* 115.9 115.2* 116 115,7* '0,75 41.1 — 57.4' 55,25* 58* 58* 77 76 91* 90 4* 91* 90,75* 70,75* —w 70.5* 70* 18.5 87,5 — — 63' _• 62,5* 6t 75* 8 t' 7t 4' 78 25' 26.7., | 26 1 2- 1 26.62 24 24 24,9 1 24,75 1 20 — 28 27 26 — 28,75 1 28.5 25 । 24 — 93 । 90 5 55 55 55 1 | 55 22 Ze 22 22 2.5 25 1,5 1.5 79.5 79,13 8U 79 13 61 51 51 5 i 50,5 44 1 44 45,5 1 45 5 Vertretung: GEORG KARL REIT, Werkzeugmaschinenfabrik, GIESSEN CRANDPRIX 4A GROSSE INTERN, r |y AUTOMOBILAU11TELLUN6 RIO DE JANEIRO 1 9 2 r - INTERNAT. RW/IKHE ZUVERLA//1GKEIT/FAHRT fÖR GERINGSTEN BRENNSTOFFVERBRAUCH- BESTE BESCHAFFENHEIT JONDERPREir^DIPLOM Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 58. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als sie den Angelhaken frisch besteckt hatte, waren Nacken und Wangenlinie sichtbar geworden. Wie Elfenbein glänzte der Nacken unter dem bunten Tuch, das sic über der Brust gekreuzt trug. In den kleinen Ohren glühte das rosige Blut, denn die Sonne warf ihren ersten Strahl durch das dünne Weidenlaub. Don Blütenstaub gelb gepudert lagen Ihre schwarzen Haare an den geäderten Schläfen. Hermann Ingold prüfte und bewunderte das alles mit der Gründlichkeit eines Malers, der schon die Leinwand aufgespannt hat. Da blickte sie auf und entdeckte den Lauscher. Sie warf den Blick über die linke Schulter, den Kopf emporgewendet, bah ihre dunklen Augensterne ihn von unten anstrahllen. Ein sinnliches Lächeln zog um ihre vollen Lippen. Sie war kein Kind mehr. Eine Italienerin, eines jener frühreifen, frühwelkenden Arbeitermädchen, die in Napoli die Wäsche und die Bratpfanne schwenkten und am Sonntag in frischgestärkten Kleidern mit gebauschtem Haar, eine Blume ober einen Filigranpfeil hinter dem Ohr, mit den Burschen die Landstraße hinabschleuderten. Ihre Brust in vollen Wellen. Es war das Lächeln eines Weibes, das den Lauscher im voraus für alle Fälle entwaffnen will. Und Hermann Ingold streckte die Waffen, die der Fischersohn schon gezückt hielt, um sich über den Fang der kleinen Grätlinge zu entrüsten, und fragte, indem er auf den Kessel deutete: „Kann man denn die armen Dinger überhaupt essen?" Sie lachte, ihre Zähne glänzten, und „Frit- itira" schrie sie, leckte sich unwillkürlich die Lippen mit der roten Zunge und zog einen neuen Fingerling aus dem Waßer. Diesmal verfing sich der winzige Angelhaken in ihrem Brusttuch. Sie mußte es abnehmen, und bann mußte Hermann ihr noch sein Taschenmesser leihen, beim sie fdmitt lieber ein Stück aus bem buntgewebten Halbseibentuch, als baß sie die Angel preisgegeben hätte. Ihr glatter, wie Elfenbein getönter Nacken lag bloß, dicht aneinanbergerürft lösten sie das Häkchen aus bem wiberspenstigen Stoff. Unb bann blieb Ingolb neben ihr sitzen unb sah zu, wie sie fing. Aber mit der fteigenben Sonne nahm der Fang ab. Die Silberblitze, bie beim Eintauchen des Köders das grüne Wasser durchzuckt hatten, blieben aus, der Teig zog Fäden und ließ die Angel leer. Sie erzählte iyrn in einem Gemisch von Italienisch unb Schweizerbeutsch, bas so ölig war wie eine Frittura, baß man vor der Sonne anfangen müsse unb lehnte sich zutraulich an ihn. Der Zwie- belbuft, ben sie mit sich trug, störte ihn nicht. Er wollte ihr eine Tafel Schokolabe schenken, bie er als Notration in ber Tasche hatte. Mit einer Grimasse lehnte sie ab. Sie war bis vor einem Vierteljahr , in einer schweizerischen Schokolabenfabrik gewesen und konnte den Duft nicht mehr ausstehen. Aus feine Frage, wie sie heiße, antwortete sie mit feuchten Lippen „La Golosa", und bann küßte er sie auf ben Nacken. Sie lachte, schlüpfte in bie Holzsanbalen, knüpfte ihr Tuch, versteckte bie Angel unb ging mit ihrer Beute bavon. Von ber Lauffenbrücke her rollte bas Echo ber letzten Sprengung. Die mächtigen Dampfsignale der Trockenbagger riefen zur Aufnahme der Arbeit. Er- schrocker verstummte ber Kuckuck im nahen Walbe. Hermann Ingold fand den Weg am nächsten Tage wieder. Der Frühling rauschte in seinem Blut, unb sein erstes Abenteuer schlug wie eine rote Flamme über ihm zusammen. Er schenkte ihr eine silberne Halskette unb große oergolbete Ohrringe. Sie warf bie kleinen silbernen, bie schon gelbe Nänbchen hatten, achtlos ins Wasser, als er ihr bie neuen brachte. Wo sie wohnte, zu welcher ber malerischen, mit bem Wachsen bes Werkes langsam zerfallenben Baracken von Napoli sie gehörte, wußte er nicht. Er bachte nicht so weit. Für ihn war sin nur am Altwasser unb in ber Fischerhütte vorhanben. Als er ihr einmal auf bem Platz vor bem Di- rettionsgebäube begegnete unb schon in froher Ueberraschung aufleuchtete, ging sie gleichgültig, ohne ihn zu kennen, an ihm vorüber. Zwischen ben Gruppen aufgeregter Männer hinburch, bie heute bichter als sonst auf bem Werkplatz ftanben unb wilb schrien unb gestikulierten. Ein hagerer, schwarzbraun gebrannter Bursche mit ein paar Pulvernarben im Gesicht unb auf ber Brust, bie kleine, bläuliche Schönheitsflecken bilbeten, rief ihr etwas zu. Sie zuckte geringschätzig b:e Achseln, streckte bie Finger gegen ihn, als wollte sie sich vor bem bösen Blick schützen, unb ging weiter. Da beutete ber Wilbe auf Hermann Ingolb unb schrie ihr ein paar unverstänbliche Worte nach. Hermann mar unwillkürlich stehen geblieben. Er fühlte, wie ihm das rote Blut die Wangen färbte. Drüben wehrte sich der andere gegen seine Genossen, bie ihn festhielten unb auf ihn einfpradjen. Dom Ufer schrie bie Sirene unb mahnte zur Arbeit. Als Ingolb burch bas neue Güter trat, bas seit vierzehn Tagen ben Hof bes Direktionsgebäubes und dieses abschloß, legte Joseph Hotz hinter ihm bie Sperrftange vor. Dabei sagte er in tiefen Kehltönen: „Die finb zum Streik aufgelegt. Seit bie Kar- bonibfabrif im Bau ist, spukt es ba herum. Jetzt ist eine Versammlung im „Salmen" angefünbigt. Wegen bes Lohnes für bie Nachtarbeit. Mich tät’s nicht lüunbern, wenn morgen ber Spektakel los- geht." Hermann hörte zerstreut zu. „Was hat benn ber von mir wollen?" fragte er hastig. Joseph zog ben Gärtnerschurz fester unb blinzelte ihn gutmütig an. „Ja, bas donnert aus einem anderen Eck. Ich rate Euch wohlmeinend, lasset die Donzella mit ihren Stöckeln klappern so viel sie will, das Messer sitzt den braunen Burschen schneller in der Hand, als unfereinem ein Stecken." Hermann wollte aufbrausen. „Ich habe nichts gesagt, Herr Ingold", beschwichtigte ihn ber Alte. „Aber wir haben zusammen mit bem Ehassepot auf bie Elstern geschossen — ja,» ja. — Es ist schon ein paar Jahre her. Die Schwarzhaarige, seht Ihr, bie ist nicht besser als eine Elster. Nichts für ungut." Aus allen Himmeln gestürzt, ber Wirklichkeit in hartem Aufschlag wiebergegeben ging Hermann Ingolb ins Haus. Er hatte bie letzten Tage wie im Traume unb in einer Welt gelebt, bie er sich selbst aufgebaut hatte. Auf einmal war alles anbers. Alles vorbei. Er sah das Mädchen am Abend vom Fenster aus. Langsam kam sie, sid) in den Hüften wiegend, zwischen den Männern hindurch über den Platz und schälte mit hurtigen Fingern eine Banane. —__ Während sie hineinbiß, warf sie einen^Blick zu den Fenstern hinauf. Unb Hermann sah sie, wie fie mar, ohne ben romantischen Zauber, ben er selbst über sie ausgegossen. Da schämte er sich unb verkroch sich, lehnte bie Arme auf ben Tisch, bie Stirn auf bie Arme unb weinte vor Wut, Scham unb Schmerz um bie entweihte Liebe unb verstaub bie Welt nicht mehr. In ber Nacht würbe er burch bas Feuerhorn aus unruhigem Schlaf geschreckt. Hanns Ingolb war schon auf unb ftanb am Telephon. Er hörte ben Jungen aus bem Bett springen unb rief: „Bleib nur liegen, es ist nur bie alte Schilfhütte am toten Rhein!" (Fortsetzung folgt.) 09069 Astoria-Licbtspiele, Seltersweg Ferner; 10702c Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben g Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Minna Schley Ww. u. Kinder, i Lieh, den 9. Novefaiber 1925. Gott, der Herr über Leben und Tod, hat meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwester Frau Marie Germer geb. Jung im Alter von 65 Jahren nach langem, schwerem Leiden in der Nacht zum 8. November zu sich gerufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen" Johannes Germer, Kreisbaumwart. Klein-Linden, den 9. November 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. November- nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Frankfurter Straße 60, aus statt. 09073 Die Waise von Long-Island Ein Roman aus dem Leben in 6 Akten. Vortrags-Vereinigung (Goethebund * Kaufm. Verein • Ortsgewerbeverein) Donnerstag,* den 12. November, abends 8 Uhr in der Neuen Aula der Universität Lichtbilder -Vortrag des Herrn Fr. W. P o 11 i n - Aschersleben: iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Eintrittskarten in der Musikalienhandlung Challier für Mitglieder zu Mk. 0.75 pro Platz gegen Vorzeigen der Vortrags-Ausweisk arte und nur im Vorverkauf; für Nichtmitglieder zu Mk. 2.—, Studentenkarten zu Mk. 0.75 gegen Vorzeigen der Studentenkarte bei Herrn Sekretär Ritter. Heute bis elneehl. Mittwoch: Luftschlösser Der Roman eines Ladenmädchens in 5 Akten. Grundstück-Versteigerung. Dienstag, den 17. Dovember d. I.» nachmittags 8'/, Ahr, sollen auf bem Rathaus in Laubach (Oberhessen), die'nach, stehend verzeichneten, im Grundbuch der Gemarkung Laubach der Ludwig Piekenbroik Witwe geborene Don ?Leitershausen — Gutshof Piekenbroik bei Beerfelden im Odenwald zugeschriebenen Grundstücke, nämlich: 1. Flur I Rr. 650 Grabgarten an der Wetter 7429 qm 2. „ I „ 661 Hvsreite in der Dorstadt 519 . 3. „ I „ 662,3 Grabgarten daselbst 133 _ 4. „ I 662,6 , , 111 ; zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. Die Dersteigerungsbedingungen sowie der Auszug aus dem Grundbuch können auf dem Geschäftszimmer des Hessischen Ortsgerichts Laubach (Oberheffen) während der Geschäftsstunden eingesehen werden. Laubach, den 5. November 1925. Boehm, Vorsteher des Hesfischen Ortsgerichts. 10698D M Z 6ts z f e___ verehrte Hausfrau, wenn Sie Ihren Lieben statt des teuren Dohnen* kaffees den billigeren und gesünderen „Quieta" vorsetzen. Sie sparen oadnrch viel Geld und niemand merkt einen Unterschied im GeschmacL Dergleichen Sie bitte: 1 Liter guter Bohnenkaffee kostet etwa 25 Pfg. t „ guter Malzkaffee „ „ 6 „ aber: 1 Liter .Quieta" Grün ohne Bohneukaffee kostet etwa 1,2 Pfg, 1 , , Rot mit 10°/o „ „ , 2,5 , l , . Gelb,, 25o/o , . . 5 , 1 . . Gold „ 40% „ „ „ 8 „ Allen „Quirla"-Sorten kann man auch nach Belleben etroa5 Bohnenkaffee hinzusetzen, um sich einen stärkeren Festtagskaffee zu bereiten. Kaffeegehalt: .Quieta" Rot 10%, 50Ps., „Quieta" Gelb 25%, 80 M. .Quieta" Gold40%, 110 Pf., „Quieta" Grün mit Kaffee-Aroma 28 Pß In '/r Pfund-Paketen, niemals lose? Hlittelltands-Vereinigung Mittwoch, den 11. November 1925, abends 8 Uhr in der Turnhalle (Oswaldsgarten) Wahlversammlung 1. Stellungnahme zu den Wahlen. 2. Wirtschaftsfragen in Verbindung mit Kommunalpolitik. Redner: Prof. Dr. Bredt-Marburg, M. d. R. 10685D Der Wahlausschuh. MMMkBMWNS! Wertvoller ArlNantting verloreii! Obige Belohnung zahlt der Unterzeichnete dem Wiederbringer seines Brillantrmges, der am 31. Oktober in der Kukirol-Fabrik verloren wurde. Der Vrillantring muß bei Entnahme einer Probe Kukirol- Fußbad in eine Abfüllmaschine geraten sein. Der Verlust wurde erst bemerkt, nachdem die betreffende Partie bereits den Gang in die Expedition angetreten hatte und hier in sogenannte Kurpackungen (siehe unten) gepackt worden war. Es wäre aussichtslos gewesen, daS Verluststück aus einer der vielen tausend Kurpackungen, von denen bei dem regen Betriebe sogar ein Teil schon die Fabrik verlassen hatte, wieder herauszufinden. Ich verlasse mich deshalb auf bie Ehrlichkeit des Finders und die Tatsache, daß der Wert des Ringes geringer ist als die ausgesetzte Belohnung von 2000 Mark. Für mich aber hat der Ring einen hohen Andenken-Mert. Der ehrliche Finder wird gründlichst gebeten, mir sofort in einem als „Privat" bezeichneten Brief Nachricht zu geben. Es wird dann ein Bevollmächtigter von mir erscheinen, die 2000 Mark überbringen und den Ring in Empfang nehmen. Eine Kukirol-Kurpackung enthält: 1 Packung Kukirol-Ltihner- äugen-Pflaster, 1 Packung Kukirol-Fußbad und 1 Blechstreudose Kuktrol-Etreupuder, kostet 2 Mark und ist in allen Apotheken und Fachdrogerien erhältlich.—DerBrillantring befindet sich,wie schon oben erwähnt, in einer Kukirol-Kurpackung, und ich bitte, nachdem das Kukirol-Fußbad in Wasser aufgelöst wurde, gut aufzupassen, damit der Ring nicht beschädigt wird. Kurt Krisp, Inhaber der Kukirol-Fabrik, Gr.-Salze bet Magdeburg. FuBleidende! Der Ruf unserer Firma bürgt dafür, daß wir Ihnen zur Behandlung Ihres Fußleidens nur das empfehlen, was wir nach genauester Prüfung als das Beste und Richtigste erkannt haben. ; Verlangen Sie unsere Gratis-Broschüre I „Die Fußhilfe“ \ und kommen Sie vertrauensvoll zur kostenlosen Fußuntersuchung und = Beratung zu uns. : 3 : 3 I | Ein Fuß-Spezialist I E der Pescura-Fußhilfe steht Ihnen am \ 1., 8. und 9. November bei uns E zurVerfügung I I und Dd Go fröhlich unb munter wie „Bc" müßte Dein Xmb ein. Gedeiht Drin Kind ober nicht, tonn eo Dir zur Last werden. Füg« daher t>er Nahrung Deines Kindes Aufbausalz hinzu. Dr. Schröder’s Aufbausalz zeigt überraschende Erfolge beiaUen Zuet linden Originalglas Mark 2.50 (für 3 Monate ausreichend,' Ja Apotheken und Drogerien yi haben, sonst durch A< Daniel, Kassel Steinweg 4. Teleph. 5770 u. Nebenanschluß 2118. Unsere neue Packung 1 Klein-Kur M. 1> ei,$w Vie monW'1 9