q"9 **<§ TK'L ^1’^1®;*««' ^■No^w- VL^7 ‘"**1"L®* i* &* ML51,1,1» «•-ÖBVS ®et am ft Sott TM lchardt kurz. ,pA Wat) ifreund,der Schrankes! axamoocoocoMocccaro en Waggons gelbfl. e), -rum CinheBern ein* 9403D igen werben entgegen* rechsler 73. Telephon IM. iastoooacaiaorao laus Iw: Basse °»>e°° ^‘mUn "i?SÄ 4 und ° LH verböte”1 spiele jitaner o. p CoOper' i®63 ^rTnterganK1 %iss« ^Willen l IM'*-* ritt- Nr. 237 Erstes Blatt (L) 175. Jahrgang Kettag, 9. Gttober 1925 GichenerAnzeige General-Anzeiger für Gberhefsen vruü und Verlag: Brühl'sche Univerfitätr-Buch- und ZLeindruüerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Unnaame von Unzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig- für Reklame-Anzeigen v TO.i.m Dreite 35 Goldpfennig, )latzoorfchrift 20° „ Auf- chlay. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GiehenerFam'ilienblLtter Heimat im Bild. MonatS'Bezvgrpreir: 2 Goldmark u 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch,Anschlüsse: Schristleitung 112, Der» lagundGeschäftsstelle51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: zrankfnrt a. M. 11686. Eine Programmrede Baldwins. Die Jahresversammlung der Konservativen Partei Englands. London, 8. Oft ($11.) Die Jahresversammlung der Konservativen Partei ist heute vormittag in Brighton eröffnet worden. An die Begrüßungsansprache schloß sich eine einleitende Aussprache, worauf Baldwin das Wort zu seinen Ausführungen über die Politik der Konservativen Regierung'ergriff. Er sagte, der Sicherheitspakt sei schon deshalb nötig, um Deutschland den Weg in den Völkerbund zu ebnen. Damit wäre erst nach langen Jahren ständiger Unruhen und drohender politischer Gewitter die europäische Sicherheit wirklich garantiert. In der Vl o s s u l f r a g e werde der Regierung Unverständnis entgegengebracht. Sie erfülle im Irak Ehrenpflichten und hinter der Politik des Kolonialsekretärs Amery stehe die ganze Regierung. Die Ausbreitung des Kommunismus führte Baldwin allein auf die Arbeitslosigkeit und das Elend der Massen zurück. Die britischen Kommunisten würden aber bald ebenso ausgespielt haben, wie ihre deutschen und russischen Genossen. Der angebliche Wunsch des englischen Volkes nach einem Mussolini sei unglaublich, denn das englische Volk werde nie einen Diktator ertragen können und auch jede Russifizierung seines Staatslebens zurüclweisen. Die Regierung habe trotz ihrer kurzen Amts- dauer nicht ergebnislos gearbeitet. Das Wit- loenpensionsgeseh habe aus vielen Häusern ernste Sorgen vertrieben. Mit der Einrichtung des Ernährungsrats sei von der Regierung ein Wahlversprechen erfüllt worden, was mit Befriedigung in dec Oesfentlichkeit auf- aenommen worden sei. Auch mit der Reform des Oberhauses sei die Regierung beschäftigt und er hoffe, daß die Regierung dem Unterhaus bald wichtige agrarpolitische Vorschläge unterbreiten könne. Iedvch dürfe man von der Regierung keine Wunder erwarten. Mit Rücksicht auf die Wirtschaftslage sei es nötig, Rühe zu bewahren. Ganz bedeutend sei schon die Tatsache, daß England in wenigen Iahren seine Ausgaben um ein Drittel einge- schränkt habe. So begrüßenswert die Fortsetzung dieser Bemühungen sei, so dürften sie aber nicht die Verteidigung des Reichs erschüttern. Der SchatzkanZler werde sich aber auch fernerhin bemühen, die Ausgaben deS Staates weiter herabzusetzen. Seine Politik in der Kvhlenkriso verteidigte Baldwin mit dem Hinweis darauf, dah von ihr der Wirtschaftsfriede, der Wohlstand und die Zukunft Englands abhänge. Zum Schluß sagte er: Wenn die Partei mit ihm als Parteiführer nicht zufrieden sei, so würde er nicht zögern, sein Amt als Parteivorsitzender jederzeit niederzulegen. Oesterreichs Außenpolitik. Wien, 8. Okt. (Wolff.) Der H a u p t a u s ° schuß des Nationalrats nahm die Regierungsvorlage betreffend die Genfer Dölkerbunds- resolutionen an. In der Debatte stellte Bundeskanzler R a m e k mit Genugtuung fest, daß die Opposition ebenso wie die Regierung und die Mehrheit das Ziel verfolge, daß die Welt ein m ö g l i ch st großes Vertrauen in die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Oester- reichs gewinne, und daß sie auch in der lieber» zeugung übereinstimmen, daß jene Fälle, in denen nach den Wünscyen des Dölkerbundsrats die Kontrolle des Völkerbundes eingeführt werden soll, gar nicht eintreten werden. Man müsse bedenken, daß die Rettung aus dem finanziellen Zusammenbruch in Oesterreich unter Führung des Völker- Hundes erfolge, und daß das Ausland zu dieser erfolgreichen Aktion des Völkerbundes Vertrauen habe. Die Aufhebung der Kontrolle solle nunmehr erfolgen. Dies fei aber nad) Ansicht der kompetenten Persönlichkeiten des Völkerbundes nur möglich, wenn die Aufhebung der Kontrolle schrittweise erfolge. Der Abg. Bauer hatte sich neuerdings gegen den Regierungsvorschlag ausgesprochen und gemeint, der Grundfehler der gegenwärtigen auswärtigen Politik der Republik Oesterreich fei, daß sie die ungeheuerliche Veränderungen, die sich seit eineinhalb Iahren in Europa vollzogen haben, nicht sehe und nicht verstehe. Oesterreich sei sicher in einer außerordentlich schwierigen Lage gewesen zu der Zeit, da Poincarö in Paris regierte, die französischen Truppen das Ruhrgebiet besetzten und Deutschland täglich ge- demütigt wurde. Die Lage sei heute vollkommen a n de r s. Dergleichen Sie, sagte der Redner, die Verhandlungen, die jetzt mit D e u t s ch l a n d geführt werden, die Werbung des Ostens und Westens um Deutschland, und veraleichen Sie die emsigen Bemühungen, jeden Schein eines Dik- tats zu vermeiden, mit der Behandlung, die man Oe st erreich in Genf angedeihen ließ. Der einzige, der die innere Unmöglichkeit dieses Unterschieds für die Ziele der französischen Politik selbst verstanden hat, war der französische Ministerpräsident PainlevS, denn er wußte sehr aenau, daß, wenn man Oesterreich weiter als eine Kolonie behandelt, während man in der gleiten Zeit gezwungen ist, Deutschland ganz anders zu behandeln, der Gedanke, eine ungeheure Kraft gewinnen müsse, dahesfürdieOesterreicher nur einen Ausweg gibt, um als freie Menschen und gleichberechtigte Europäer behandelt zu werden: Anschluß an Deutschland. Es Die Konferenz von Locarna. Zwischenbilanz. Der erste Akt der Konferenz von Locarno ist vorüber. Die Herren hatten sich kaum gesehen, da hatten sie sich schon festgerannt, bis dann Herr Dandervelde als Deus ex machina erschien und eine Aussprache zwischen Dr. Luther und Briand vermittelte, die über die erste Krise hinweggeholfen hat. Vielleicht ist es der Luft von Locarno — dis Lokalpatrioten nennen den Küstenstrich ja nicht mit Unrecht il paradiso — zuzuschreiben, daß sich aus diesem Herumkommen um eine Klippe eine Hoffnungsfreudigkeit entwickelte, die bereits alle Schwierigkeiten beseitigt und den Vertrag gesichert sah. Sie hat ihren Ursprung ganz gewiß nicht im deutschen Lager. Unsere eigenen Delegierten denken diel zu nüchtern, als daß sie sich vom romanischen lleberschwung anstecken lassen. Dagegen hat Herr Briand zweifellos die Parole ausgegeben an seine eigene Presse, daß sie möglichst rosenrot malen soll. Welche Zwecke er damit verfolgte, kann uns, soweit sie innerpolisischer Art sind, nicht interessieren. Wenn das „Berliner Tageblatt" sich jedoch melden läßt, daß der Westvertrag so gut wie unter Dach und Fach sei, daß er spätestens in zwei Tagen paragraphiert werden könne, so kann von all dem natürlich gar keine Rede sein. Weder Herr Briand noch Dr. Luther sind Hexenmeister. Sie können die realen Interessen ihrer Länder nicht verschwinden lasten, und werden das Kunststück nicht fertig bringen, in einer dreiviertelstündigen Unterredung alle Explosivstoffe zu beseisigen, die sich in mehr als sechs Iahren zwischen Deutschland und Frankreich angesammelt haben. Was ist denn überhaupt geschehen? Herr Briand hat vor kurzem durch die „Agence Ha- das" erklären lassen, er könne auf die französische Garantie der Ost Verträge nicht verzichten- das scheint für.ihn eine Presttgefrage zu sein: und die ganze Aufmachung dieser Rotiz sah so aus, als wenn sie eine endgültige Festlegung beabsichtigte: womit natürlich das Schicksal der Konferenz besiegelt gewesen wäre, da Deutschland, um einen treffenden Ausdruck des „Vorwärts" zu brauchen, nicht daran denkt, eine Erleichterung der Lage des besetzten Gebietes gegen ein französisches Patronat ganz Deutschlarrd einzutauschen. Briand hat dann wohl einen Kompromißvorschlag gemacht, der diese französische Garantie auf die nächsten Iahre beschränkt. Auch das müßte von uns abgelehnt werden, und schließlich ist man sich näher.gekommen auf der Basis, daß Frankreich den Artikel 16 aus dem Westpakt in seiner Londoner Fassung st r e i ch en läßt, dafür aber seine Auffassung über seine Einstellung zu den Ostverträgen in einer protokollarischen Äotiz deponiert. Darüber läßt sich in der Theorie reden, denn derartige Pr-otokollnotizen haben nicht den Wert der vertraglichen Abmachungen, weil sie etwas Einseitiges sind. Die Gefahr besteht nur, dah einmal dadurch andere Protokollnotizen, die von unS verlangt würden, entwertet werden, daß dann aber auch, weil das militärische Mißverhältnis zwischen Frankreich und Deutschland nun einmal daS alte bleibt, im entscheidenden Augenblick Frankreich stark genug fein wird, um gegen uns seine Auffassung durchzufehen. Aber abgesehen von diesen Bedenken bleibt doch das eine bestehen, daß von dem guten Willen zur Abfassung einer solchen Protokollnotiz bis zur Verständigung noch ein sehr weiter Weg ist. Praktisch ist tatsächlich bisher weiter nichts geschehen, als dah die Diplomaten sich die ganze leidige Angelegenheit zunächst einmal vom Halse geschastt und den Iuristen überwiesen haben, die nun weiter daran herumdoktern können. Lind der Zweck der Hebung? Man wollte sich eben nicht gleich zu Anfang festfahren, hat deshalb den Vorhang über den Streit über die französische Garantie Taften lassen und geht jetzt zum näch- st e n Akt, der Interprätation des Artikels 16. Sachlich jedenfalls sind wir durch den bisherigen Verlauf der Konferenz dem Abschluß des Rheinpaktes nicht um einen Schritt näher gekommen. Die Donnerstagfitzung. Locarno, 8. Okt. (1.21.) Dav über die heuttge vierte Sitzung herauegegebene amtliche Kommunique hat folgenden Wortlaut: „Die vierte Sitzung der Konferenz war der Erörterung derjenigen Fragen gewidmet, die sich aus der Beteiligung der eventuellen Signatare des Sickerheltspaktes am Völkerbund ergeben. 3m verlaufe dieser Erörterungen fand eine Generaldiskussion statt, in der die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens nacheinander die Auffassungen ihrer Regierungen darlealen. Die Konferenz wurde auf Samstag, 10. Oktober, vertagt, an dem zwei Sitzungen stattsinden sollen, eine um 10.30 Uhr vormittags und die andere 2.30 Uhr nachmittag,. Die Konferenz dauerte über drei Stunden, von 2.30 bis 5.45 Uhr nachmittags. Dr. Strefemann verließ zu Fuß den Justizpalast in Begleitung von Staatssekretär Kempner und Legationsrat von D i r k s e n. Kurze Zeit daraus folgte der Kanzler allein und fuhr im Wagen zum Hotel „Esplanade". Dem Sonderberlchterslatter dec Telegraphenunion erklärte der Kanzler, daß die Verhandlungen immer tiefer in die Probleme hineinführen. Es sei selbstverständlich, daß damit die Schwierigkeiten immer größer würden. Das Ergebnis des heutigen Tages könne man als einen Fortschritt auf der Ebene bezeichnen. Ergänzend ist noch folgendes zu melden: Der Ein'tritt Deutschlands in den Völkerbund und seine (Stellung als Mitglied dieser Organisation waren in den Verhandlungen das Hauptproblem. Das Hauptduell hat sich erneut zwischen dem Reichsaußenminister Dr. Strefemann und Briand entwickelt. Es wurde von beiden Seiten unter Aufbietung fdjärffter Energie durchgeführt und steigerte sich zeitweise zu temperamentvoller Äramatik. Gegenüber dem Kamps um den Döllerbund ist die Garantiefrage für die nächsten Tage zurückgetreten. Es liegt jedoch Grund zu der bestimmten Annahme vor, dah diese Angelegenheit bereits weitgehend zur Klärung gebracht worden ist. Daran vermag auch das heutige HavaS-Kommuniaue nicht- zu ändern. Das Ergebnis wird osf ziesi noch streng geheim gehalten. Auf Grund zuverlässiger Informationen kann aber versichert werden, daß die Garantie unter keinen Lim ständen in irgend- wclcheVerträge hineingemauert werden wirb. Die deutsche Delegation hat diesen Versuch mit aller Energie abgewehrt und es bleibt infolgedessen nur der Wrg einer französisch-polnischen Erklärung neben den Verträgen offen, für die aber die Bestimmung maßgebend ist, daß sie unter allen Umständen im Rahmen der Völkerbund- s a tz u n g e n sich zu halten hat. Strefemann bei Chamberlain. Fortsetzung der persönlichen Hittsiungnahmc. Locarno, 8. Okt. (TU.) Wie angekündigt, ist die Persönliche Fühlungnahme außerhalb der Vollsitzung von den Hauptdelegierten heute fortgesetzt worden. Um 11 Uhr ist Reichsaußenminister Dr. Strefemann zu Chamberlain gefahren, mit dem er im „Grand-Hotel" eine sehr lange dauernde Besprechung abhielt. Dieser Besprechung legt man ebensogroße Bedeutung bei wie der gestrigen zwischen Staatssekretär Dr. v. Schubert und dem belgischen Außenminister Vandervelde, die die Wichtigkeit des Zusammentreffens zwischen dem Kanzler Dr. Luther und Briand erheblich übertraf. Es ist anzunehmen, daß die Besprechung sich mit dem Versuch beschäftigte, die untragbaren Punkte des Paktproblems außerhalb der Verträge durch Erklärungen zu regeln, 6 t e niemanden verpflichten. Diel bemerkt wurde, dah am Schluh der heutigen Sitzung der Reichskanzler etwa zehn Minuten eine Besprechung mit dem belgischen Außenminister Vandervelde hatte. Dis Besprechung galt jedoch keinen bestimmten Fragen, sondern befaßte sich generell mit der Völkerbundsfrage. Immerhin ist auch für diese kurze persönliche Fühlungnahme zwischen Vertretern Deutschlands und Belgiens, die übrigens durch die oben erwähnte längere Begegnung zwischen Staatssekretär v. Schubert und dem belgischen Außenminister eingeleitet toor&en war, ebenso wie für die Unterredung Stresemanns mit Chamberlain zu bemerken, daß die Einzelbespre- chungen der Minister für die Förderung der Konferenzarbeiten von größtem Werte sind. Das Ergebnis der Unterredung von Ascona. Französischer Optimismus. Paris, 8. Okt. (TU.) Die Pariser Blätter halten die Begegnung Briands mit dem Reichskanzler Dr. Luther in Ascona für eines der bedeutsamsten RachkriegSereignisse, da zum ersten Male seit 1914 ein deutscher und ein französischer Minister ohne Zeugen zusammengetroffen sind. Die Aussprache, der jedoch auf französischer Seite D e r t h e l v t beiwohnte, soll eine unbestreitbare Annäherung der beiderseitigen Stand- punkte herbeigeführt haben. Zur Sprache gekommen seien außer dem allgemeinen Problem der deutsch-französischen Beziehungen folgende drer Punkte: 1. obligatorischer Schiedsspruch, 2. Garantierung der Schiedsgerichtsverträge. 3. Eintritt Deutschlands in den Völlerbund. Das wichtigste und unmittelbarste Ergebnis der gestrigen Aussprache soll, wie der „Petit Parisien" erfährt, darin bestehen, dah sich Reichskanzler Dr. Luther damit einverstanden erklärte, sämtliche Streitfragen sowohl auf politischem wie juristischem Gebiete dem obligatorischen wäre also die erste Aufgabe der österreichischen Politik gewesen, diese veränderte psychologische Situation in Europa auSzu- nutz e n, um auch die Freiheit Oesterreichs wie- derzugewinnen. Man müßte nur einmal klar und einmütig dem Völlerbund sagen, dah wir nicht mehr bereit sind, unsere Freiheit und unsere Srlbstbestimmung aufzugeben. — Die Gegenanträge der Sozialdemokraten wurden abge- lehnt: der Vorschlag der Regierung auf Genehmigung der Ganser VöllerbundSresolutio- nen wurde angenommen. Die Drangsalierung Südtirols. Innsbruck, 8. Okt. (TU.) In Südtirol wurden mit dem 1. Oktober neuerdings etwa 80 deutsche Lehrer plötzlich ihreS Dienstes enthoben. Darunter sollen sich auch viele Lehrer mit längerer Dienstzeit befinden, die trotzdem ohne Bezüge und Pension auf die Straße gesetzt wurden. Tschechische Gewaltpolitik, Prag, 8. Oft. (B. Z.) DaS Deutsche Theater in Eger ist auf behördliche Verfügung geschlossen worden. Wie es heißt, soll durch diese Gewaltmahregel ^ie Gestat - tung tschechischer Vorsteilungen, die von der Stadtgemeinde abgelehnt worden sind, erzwungen werden. Französts e Uebergriffe im Saargebiet. Saarlouis, 8. Oft. (TU.) In erschreckender Weise mehren sich in der letzten Zeit die Uebergriffe des vertragswiderrechtlich anwesenden französischen Militärs. Gestern abend durchzogen nach 10 Uhr 19 französische 0er- ganten gröhlend die Straßen von Saarlouis, indem sie unter Beschimpfungen die Passanten mit Faust - und Kolben st öhen von den Bürgersteigen herunter stießen oder gewaltsam an die Häuser drückten. Mit blank gezogenen Waffen begaben sich Serganten in die Wirtschaft Bcllmann, wo sie sich weiter austobten. Eine deutsche Feier in Philadelphia. Philadelphia, 8. Oft (Wolff.) In der Riesenhalle der Turngemeinde in Philadelphia fand eine Deutsche Feier zur Erinnerung an die vor 242 Iahren erfolgte erste deutsche ®in- wanderung in Amerika statt. Professor Walter S ch ü d i n g hielt die Festrede, in der er für die von den Deutsch-Amerikanern geleistete Hilfe danktr, welche unendlich viel zur Erhaltung der deutschen Iugend beigetragen habe. DaS deutsche Voll sei der Sishphos unter den modernen Rationen, denn es müsse unendlich schwere Arbeit leisten. ES lebe aber im deutschen Volke die Hoffnung auf den Sieg deS Rechts fort. Dieses aber verlange, daß die Millionen Deutschen um Deutschlands jetzige politische Grenzen mit Deutschland verbunden werden. ES sei die Mission des deutschen Volles, überall voranzugehen, wo cS sich um die Durchsetzung des RechtSgedankens handelt, denn wenn das Recht siegt, wird auch der Tag der Wiedergutmachung für daS deutsche Volk nicht auf sich warten lassen. Der Redner erbat die Unterstützung der amerikanischen Brü- der des deutschen VilkeS in diesem Streben nach Recht. Unter den Anwesenden bemerkte man den Generallonsul von Lewinski. Die Kreditlage der Landwirtschaft. Berlin, 8. Oft. (WTB.) Unter dem Vorsitz des ReichsernährunZsminis.ers Graf Sa« nih und im Beisein des Reichsjinanzministers v. Sch lieben sand ^este.m zwischen den führenden Persönlichkeiten der zentralen Kreditinstitute und Kreisen landwirtschaftlicher Sachverständiger eine Erörterung über die Kreditlage der Landwirtschaft statt, die sich daraus ergibt, daß sich die Derfalltermine für die Rückzahlung laufender WechselVerbindlichkeiten in den nächsten Wochen zufammen- drängen. Die Rückzahlung dieser Lasten, die zum großen Teil aus Rotständen der Vorjahre herrühren, wird erschwert durch die verspätete Einbringung der diesjährigen Ernte und die damit verbundene Ver-ögerung der Te.'.esiungsar eilen, durch Absatz stockun- gen auf dem Markt der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, während die notwendige Umwandlung von Persona k e il in langfristigen Reall edit zur Zeit nur in geringem Unfange durchsühr'ar ist. Die Erör.erung ergab die Notwendigkeit, die tRüd'a^ung Hermine elastischer zu gera ten umer Rücksichtnahme auf die fortschreite.lde Ter ertungsmög sichlet der Ernte. Ein HinauSschieben der RüchahlungS- termine des für diesen Herbst fälligen Teils der Renlenbankabwidiungs're'siie kommt dal ei nicht in Tetracht. Dagegen zeigten sich die Vrrtreter der zentra'en Kreditinstitu.e geneigt, nach Maßgabe ihrer verfügbaren Mittel durch Erleichterungen in den Rückzahlungstermi- n e n für die Vermittelungsinstitute der gegenwärtigen Rotlage der landwirtschaftlick en ‘-Betriebe Rechnung zu tragen. Don landwirtschaftlicher Seite wurde zuge'agt auch weiterhin durch die Organisationen im Wege der Aufklärung dahin zu wirken, daß d'e Abdeckung der kurzfristig laufenden Verpflichtungen durchgeiührt wird, soweit dies irgend zu ermöglichen ist. Das in einzelnen Landesteilen bereits geübte Verfahren der internen Aussprache zwischen den Kredittnstituten in den Provinzen und Ländern und den zuständigen landwirtschaftlichen Berufsvertretungen soll weiter ausgebildet werden, um so einen genauen Ueberbiid über die Kreditverhüsinisse in allen Gebieten zu gewinnen und dort, wo dringende Rotstände scstgestellt werden, gegebenenfalls eingreifen zu können. Schiedsspruch zu unterwerfen, Frank- re i ch aber im Austausch darauf verzichtet, für den Fall deutscher Verfehlungen gegen die östlichen Schiedsgerichtsverlräge Sanktionen ans eigene Sauft ergreifen zu können. Heber die Garantierung der SchiedSgerichtsver- trage durch Frankreich sei eine Einigung noch nicht erzielt worden. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bilde die einzige Frage, an der die Konferenz von jetzt ab scheitern könnte. Der „T e m p s" bringt ferner folgende auf« sehmerregende Mitteilung, über die iroch keine Bestätigung erlangt werden konnte: „3n gewissen Kreisen wurde gestern früh behauptet, daß eine Verständigung tatsächlich bereits über sämtliche Punkte herbeigeführt wurde uird daß sogar die Frage deS deutschen Eintritts in den Völkerbund keinen Schwierigkeiten mehr begegne, die nicht auL dem Wege zu räumen wären.' Das Blatt meint, man könne annehmen, daß die in Locarno versammelten Außenminister sich zu gegenseitigen Zugeständnissen entschlossen haben und die Verständigung, wenn sie tatsächlich erreicht sei, die Form eines Kompromisses habe. Grund zur ‘Beunruhigung bestehe nicht, da der Garantiepakt nur im Rahmen des Versailler Vertrags abgeschlossen werden könne und Frankreich über ihn unmöglich hinausgchcn könnte. , _ Der Sondcrberichterst aller des Journal des Debats" telegrafiert, daß gestern nachmittag die Konferenzkreise größte Zuversicht an den Tag legten. Brian d war in bester Laune und amüsierte die anwesenden Journalisten durch seinen unerschöpflichen Anekdotenschah. Driand habe dem deutschen Reichskanzler die formelle Erklärung gegeben. daß Frankreich nie von dem Durchmarschrecht in vollem .Umfange Gebrauch machen werde. Es wäre Wahnsinn von französischer Seite, Truppen von einer Grenze nach der andern auf deutschen Eisenbahnen befördern zu lassen. AlleS, waS von Deutschland tm Falle eines russisch-polnischen Konflikts verlangt würde, wäre der Transport von französischen Truppen durch den Kaiser Wilhelm-Kanal. Die Tschechen. Locarno, 8. Okt. (TH.) Die tschechische SeYe;a'.ion ist seit ihrer gestrigen Ankunft zunächst damit beschäftigt, die Fühlungrnit den übrigen Delegationen aufzunehmen, natürlich nicht in offizieller Art, sondern durch persönliche Gespräche der einzelnen Mitglieder untereinander. Aus deutscher Seite läßt sich vorläufig natürlich keine andere Taktik feststellen, als daß man die Anwesenheit der Tschechen ignoriert, zumal ja auch Herr Chamberlain ausdrücklich immer nur von den fünf Mächten der Konferenz gesprochen hat. Die Tlchechen hoffen aber, daß fic Gelegenheit haben werden, sich vielleicht noch Ende dieser Woche in die Verhandlungen einzuschalten. Sie nehmen an, daß die Verhandlungen bis dahin so weit fortgeschritten sein werden, daß sich innerhalb der Verschachtelung eine Möglichkeit ergibt, mit Hilfe der Franzosen einzuhaken. Hm gerüstet zu fein, haben sie auch bereits den Entwurf eines Vertrages fertiggefteUt, wie fie ihn sich mit Deutschland denken. Der Entwurf verlangt keine Garantie der tschechischen Grenze, die für Deutschland unannehmbar ist. Dagegen enthält er die Forderung des obligatorischen Schiedsgerichts für alle Fragen. Er tritt damit auf den Boden der französischen Auffassung, die belanntlich grundsätzlich von deutscher Seite abgelehnt worden ist. Der Leiter des politischen Dienstes beim französischen Außenministerium, Derthelot, soll nach einem Prager Funkspruch angedeutet haben, daß bereits am Montag mit den Vertretern . der Tschechoslowakei und Polen die Verband- ' langen über die Schiedsgerichtsverträge beginnen «-würden und daß die Konferenz am Mittwoch oder Donnerstag beendet werden könnte. In maßgebenden deutschen Kreisen wird dieser Optimismus aber keineswegs geteilt. Heber die Zulassung der Polen und Tschechen steht man nach wie vor auf dem Standpunkt, daß hierzu ein einstimmiger Beschluß der Kvnferenzmitglieder notwendig sein wird. Das Durchmarschrecht. London, 9. Oft. (WTB. Funkspruch.) Reuter meldet, der Eindruck der gestrigen Sitzung fei vorzüglich gewesen. Chamberlain habe sie als die interessanteste bezeichnet, an der er teilgenommen habe. Der „Daily Telegraph" schreibt, der Artikel 16 deS Völkerbunds vertrag es könne zwar von der Konferenz in Locarno nicht abgeändert werden, man werde jedoch vorschla- gen, daß Deutschland nach seinem Eintritt in den Völkerbund beantrage, den Artikel 16 neu auszulegen und die anderen in Locarno versammelten Mächte würden es übernehmen, diese abgeänderte Auslegung zu unterstützen, die dahin gehen würde, daß Artikel 16 sich nicht auf Deutschland beziehe, solange dieses entwaffnet sei und die anderen Mächte an den Grenzen bewaffnet finb. Ein deutsch-russischer SicherheitspaKI? Paris, 8. Off. (Wolff.) Der Berichterstatter des „"Petit Parisien" erklärt, in diplomatischen Kreisen versichere man, daß Außenminister S ft eiern a n n in der vergangenen Woche mit Tschitscherin in Berlin geprüft habe, welcher Art die russisch-deutschen Beziehungen fein wurden, wenn Deutschland den Sicherheitspakt unterzeichnen und in den Völkerbund eintreten werde. Eine Art deutsch-rufsischen Gegenoerfrages fei daher von fonnefistischer Seite vorgeschlagen roorben, durch den Rußland und Deutschland sich gegenseitig oerpflichlen, sich in Zukunft weder militärisch noch ivirstchastlich oder durch eine finanzielle Blockade anzugreisen. Vieser Vertrag soll später abgeschlossen und dem Ergebnis der Konferenz von tocerwo on- gepaßt werden. Dor einer Gegenoffensive Abd el Keims. Paris, 8. Oft. lWTD.) Wie Havas aus Fe^ berichtet, nimmt die Hntertoerfung der Stamme immer größeren Umfang an. Eine Anzahl weiterer Stämme steht mit dem französischen Kommando in Unterhandlungen. Abd el Krim soll gegenwärtig 15 000 Mann in der Gegend von Aid Kemera versammeln, wo er sich selbst mit feinem Bruder aufhält. Cs geht das Gerücht, daß Abd el Krim entweder die in Qljör gelasteten vjxmter oder den linken französischen Flügel der Stellung nördlich von Kiffane wäre die Austunst erteilt worden, daß die reichsge- die t s b e i h i l s e von im der die gewählte Richter haben, so haben wir auch schlimmste Klassenjustiz. sich auch Finanzminister Dr. Hopker-Aschosf betei-- liflte, gegen die Stimmen der Kommunisten und der Sozialdemokraten abgelehnt. Annahme fand ein deutschnationaker Antrag, wonach sofort in Beratungen darüber eingetreten werden soll, ob es möglich sei, der Beamtenschaft die Beschaffung ihres Winterbedarfs durch Hergabe von Krediten zu ermöglichen. Weiter wurde ein Antrag angenommen, den Beamten und Lehrern durch (3 e - Währung von zinsfreien Vorschüssen die Anschaffung von Winteroorräten und Winterkleidern zu ermöglichen. Ferner wurde ein Zentrums- antrag angenommen, die staatlichen Kassen und Geld- institute anzuweisen, die den Beamten gegebenen Darlehen von sofort ab zinslos zu stunden und die Fortsetzung der Rückzahlungen erst nach dem 1. Januar 1926 wieder einsetzen zu lassen, mit der Maßgabe, daß die rückerstatteten Beträge in der Regel 10 Proz. des auszuzahlenden Monatsein- forunens nicht übersteigen dürfen. Aus aller Welt. 12. Internationale Note Kreuz-Konferenz. Am Dienstag ist in der Aula der Hniversitä angreifen wolle. Abd el Krim soll fünf Fokker- Flugzeuge erhalten haben, die unter dem Kommando eines früheren englischen Offiziers beauf- setzlichon Bestimmungen für verheiratete Beamtinnen auch für Hessen gelten würden. Die verheirateten Beamtinnen werden unter ein Aus- nahmerecht ge st eilt, indem man für sie den Art. 14 des Abbaugesetzes aufrechterhält. Hier wäre eine Kann Vorschrift bei der Gewährung einer Abfindung vorgesehen, nicht wie sonst eine M ii ß Vorschrift. Wenn man Minister nach halbjähriger Tätigkeit einen beträchtlichen Teil ihres Gchaltes gewahre, müsse man auch den Beamtinnen beim Ausscheiden aus dem Dienste eine ausreichende Entschädigung gewähren. Abg. Reiber (Dem.) erklärt die Zustimmung seiner Partei zu dieser Vorlage. Ministerialrat Schwarz erklärt, daß es unmöglich sei, die Fristen des Gesetzes, die bereits laufen, zu ändern, denn reichsgesetzliche Destimnrungen ständen dem entgegen. Abg. Kindt (Dntl.) erklärt eine Verantwortung für das Gesetz, das heute erst im Hause eingebracht worden, nicht tragen zu können. 3n der weiteren Debatte bringt Abg. Frl. Birnbaum einen Antrag ein, wonach die Hess. Beamtinnen, die auf Grund der Abbauverordnung erlassen sind, besonders darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie ihre Anträge stellen müssen. Abg. Dr. Leuchtgens (Dbd.) erklärt namens seiner Partei, daß fie dem Gesetz zuftimme. Die Regierungsvorkage wird mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen. Der Antrag Birnbaum wird abgelehnt, dafür ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach die Innenbeamtinnen ebenfalls aufgefordert werden sollen, Anträge zu stellen. In erster und zweiter Lesung werden hierauf nach längerer Debatte Regierungsvorlagen angenommen zur Aenderung der hessischen Pachtschutzverordnung und zur Aenderimg des hessischen Gesetzes zur Ausführung des § 5 der Reichspachtschutzordnung. Die Kommunisten sind gegen die Beratung des Gesetzes und stimmen erst zu, als ihnen bedeutet wird, daß dann auf dem Wege der Verordnung die Regierung die Aenderungen einführen werde. Auch die Regierungsvorlage über den Entwurf eines Gesetzes über die Gebühren der Rechtsanwälte in Aus- wertung-fachen droht diesmal an dem Widerstande des Zentrumsabgeordneten Ruß zu scheitern, weil sie erst heute dem Hause zugegangen war. Abg. Dr. Werner (Dntl.) hat einen Antrag eingebracht, die Gebühren nicht höher anzusetzen als in Preußen. Man einigt sich schließlich auf eine von der Regierung vorgeschlagene Fassung, daß das Justizministerium ermächtigt wird, eine Regelung zu treffen, ähnlich wie in Preußen, Das Gesetz erhält rückwirkende Kraft bis zum 15. Juli. Das Gesetz wird in erster und in zweiter Lesung angenommen. Als letzter Punkt steht auf der Tagesordnung die Rückzahlung der landwirtschaftlichen Kredite. Es liegen hierzu Anträge der Abg. Wolf und Gen., Weckler, Blank, Felder und Gen., Dr. von Helmolt und Gen. sowie Blank und .Heinstadt. Abg. Dr. v. Helmolt (Dbd.) gibt ein Bild von der traurigen Lage der Hess. 2anb- wirtschast: seine Partei habe schon bei Gewährung der Kredite erklärt, daß es kaum möglich sein würde, sie zu den festgesetzten Terminen zurüc^uzahlen. Die Regierung habe zwar mit der Rückzahlung gerechnet, aber die Hoff- nungen auf die Ernte hätten sich nicht erfüllt, namentlich nicht, weil die Preise gefallen seien. Für viele Produkte ständen sie heute unter den Dorkriegspreisen: daher sei cs bedauerlich, daß die Verbraucher von den niedrigen Preisen nichts spüren. Trotz der großen Arbeitslosigkeit wären auf dem Lande keine Arbeitskräfte zu bekommen. In der weiteren Aussprache erklärt Abg. Dr. R i e p o t h (D. Vp.), daß b.ei der Rotlage des Bauernstandes und den Zwangsverkäufen unter dem Gestehungspreis man sich Wundern müsse, daß die Landwirte noch Lust hätten, ihre Felder zu bestellen. Die Verschuldung zeige sich sowohl bei dem großen wie bei dem kleinen Landwirt. In der Llbstimrnung wird ein Antrag des Ausschusses angenommen, daß ein Drittel der Kreditsumme bis zum 10. Ro - vember zurückzuzahlen ist: wegen der Rückzahlung soll die Regierung mit den Geldgebern über eine Verlängerung der Fristen verhandeln. Die Rechtsparteien wollten, daß die Rückzahlung des ersten Drittels in der Zeit vom 10. Rovember bis 31. Dezember erfolgen soll. Der Rest der Kreditsumme solle nicht mehr aus dieser Ernte bezahlt werden. Angenommen wird gegen die Stimmen der Linksparteien ein Antrag Dr. v. Helmolt, es bis zum 10. Rovember beim bisherigen Zinsfuß zu belassen. Schluß der Sitzung um 4 Hhr. Der Präsident teilt mit, daß der Landtag voraussichtlich anfangs Dezember wieder ein- berufen wird. Beamtensragen im Preußischen Landtag. Berlin, 8. Okt. (WTB.) In der heutigen Sitzung des preußischen Beamte naus- Abg.. Dingeldey (D. V.P.) erklärt Rarnen seiner Partei die Zustimmung zu Amnestievorlage, weil sie tm wesentlichen ... Bestimmungen der Reichsamnestie enthalte. Seine Partei werde sich aber gegen jede Erweite» 300 Mark und einer Erhöhung des Z u - schlages für bie Beamtengruppen 1—7 von 124 auf 30 Proz. nach ausgedehnter Debatte, in der die Not der Beamtenschaft anerkannt, aber die Unmöglichkeit, gleichzeitig mit der Preis- fentungsaktion der Neichsregierung eine Gehaltserhöhung durchzuführen, betont wurde, und an der © e n f die 12. Internationale Role Kreuz-Konferenz eröffnet worden. Gustav 210 0 r, der Prä- * fident des Internationalen Rote Kreuz-Komitees, hieß die Delegierten von 14 nationalen Gesellschaften und 27 Regierungen willkommen. Er betonte die Bedeutung der von den Rote Kreuz- Gesellschaften im Kriege und im Frieden vollbrachten Leistungen. Die Kommissionen werden sich u. a. befassen mit der Prüfung des Jahresberichtes, mit dem Studium der Beziehungen zwischen den Militärsanitätsdiensten und den nationalen Rote Kreuz-Gesellschaften, dem chemischen Krieg, der Immunisierung der Sanitätsflugzeuge, der Tätigkeit freiwilliger Hilfeleistung ‘ bon Rote Kreuz-Organisationen bei Katastrophen usw. Hessischer Landtag. Darmstadt. 8. Oft. Auf der Tagesordnung steht der A m n e st i e e r l a h. Frau 2Tbg. Roth (Komm.) bringt zwei Fälle vor, in denen keine Amnestie erfolgt sei und verweist auf einen kommunistischen Antrag zur Amnestie. Ministerialrat Schwarz spricht gegen die darin ausgesprochenen Forderungen und legt dar, daß die hessische Amnestie sich im Rahmen der Richtlinien des Reiches bewege und nicht geändert werden möge. 2H>g. Kindt (Dntl.) wendet sich dagegen, daß der Erlaß der Amnestieverordrmng ohne Zustimmung des Landtages erfolgt ist. Seine Partei könne der Vorlage nicht zustimmen. Die hessische Amnestie gehe über die Reichs- amneftie hinaus, sogar der Hochverrat falle unter die hessische Amnestie. Der Redner behandelt dann mehrere Falle, in denen rechts- politische Persönlichkeiten benachteiligt sind. 2lbg. Sturmfels (Soz.) meint in Hebereinstimmung mit den Kommunisten, daß der Straferlaß nicht weit g enug gehe, weil nur politische Vergehen unter die Amnestie fielen; aber die Sozialdemokratische Partei habe sich in den Verhandlungen überzeugt, daß nicht mehr zu erreichen sei. 'Die Sozialdemokraten würden der Regierungsvorlage zustimmen, aber auch einem Teile deS Antrages der Kommunisten. Ministerialrat Schwarz legt dar, daß der Amnestieerlaß nicht länger hätte hinausgeschoben werden tonnen. An die zuständigen Behörden sei ein Ausschreiben ergangen, wonach eine S t a- tistik geführt werden muß über Erlaß von Haftbefehlen, Dauer der Festnahme, Entschädigung wegen unschuldig erlittener Hntersuchunas- haft usw. Der Hebertragung des Gnadenrechts an die Gerichte stehe die Hess. Verfassung entgegen, doch werde das Ministerium in der nächsten Zeit in dieser Angelegenheit einen Beschluß fassen. Der Redner wendet sich gegen die grundsätzliche Begnadigung wegen Abtreibung. . 2Ibg. G alm (Komm.) erklärt, es seien in Hessen nur wenige Personen, die Straffreiheit erlangt hätten: im ganzen seien es bis jetzt nur 5 Personen, dazu wäre keine Vorlage nötig gewesen. Im Verlauf seiner weiteren Rede koird 2lbg. ©alm wegen eines Ausdrucks, die Regierung habe die Absicht, das Voll zu betrügen, zur Ordnung gerufen. Iustizminister v. Brentano wendet sich gegen die von den Kommunisten vorgebrachten Fälle, die als Tatsachen hingestellt und dann Schlußfolgerungen daraus gezogen würden. Dis letzt seien mehr als 150 Personen begnadigt worden. Abg. Galm hätte behauptet, daß das Justizministerium ..Klassenärzte" wegen Abtreibungen nicht bestrafe: der Minister nennt ihn deshalb einen Verleumder. Der Präsident rügt diesen Ausdruck. Hessen habe sich von keinem anderen Lande an Humanität bei der Amnestie übertreffen lassen. Abg. Widmann (Soz.) fordert Degnadi- gung wegen Vergehens gegen Art. 218 und 219 des Strafgesetzbuches. Abg. Dr. Wer ner (Dntl.) erklärt, daß diese Artikel gar nicht zu dem Amnestieerlah gehörten. Im Auslände hätten viele ein Interesse an deren Abschaffung, denn es wären ihnen zu viele Deutsche auf der Welt. Der Redner verlangt einen stärkeren Schutz der persönlichen Ehre. Wenn wir einmal vom Volke r u n g der Amnestie wenden. Amnestierungen in großer Zahl führten nur zu einer Demoralisierung der Rechtspflege. Roch immer wäre bei Behandlung von Fragen, die das Justizministerium beträfen, von der Linken des Hauses der Vorwurf der Klassenjustiz erhoben worden, aber b^i näherer Betrachtung der Fälle fielen die Vorwürfe in sich zusammen, ebenso der Vorwurf, daß Angeklagten die Entlastungsbeweise abge- schnitten würden. Der Redner verteidigt den Richterstand gegen den Vorwurf der Klassenjustiz. Die Regierungsvorlage über die Amnestie toirb hierauf angenommen. Dagegen stimmen bie Deutschnationalen. Die Anträge zu der Vorlage werden bann in Hebereinstimmung mit den Ausschußanträgen angenommen ober abgelebnt. Das Haus tritt hierauf in die Beratung des Gesetzentwurfs über Einstellung des Personalabbaues in Hessen und zur Aenderung des hessischen Personalabbaugesetzes ein. 2(bg. Kaul erläutert als Berichterstatter einige Bestimmungen des Gesetzes. Das Gesetz bestimmt u. a., daß Staatsbeamte mit dem Ablaufe des Vierteljahres in den Ruhestand treten, das auf den Monat folgt, in dem sie das 65. Lebensjahr vollendet haben. Ein Artikel trifft Bestimmungen über die Besoldungsverhältnisse über vorübergehend beschäftigte Beamte, die aus dem Staatsdienst ausscheiden. Umstritten sind die Bestimmungen über die Frist des Inkrafttretens des Gesetzes. Zu dem Gesetzentwurf liegen mehrere Anträge der Parteien vor. Abg. Frl. Birnbaum (D. Bp.) bedauert, daß dec Entwurf e r ft heute dem Hause zugegangen ift und noch nicht durchberaten werden femtie. Ihr schusses wurde der kommunistische Antrag auf Gewährung einer Wirtschaf ' 300 Mark und einer Erhöh Aus Stadt und Land. G i e h en, ben 9. Oktober 1925. Gleichgültigkeit. Es gab einmal eine Zeit, da genoffen unsere Hausfrauen als Einkäuferinnen im allgemeinen bei den Geschäftsleuten feinen guten Ruf. Besonders die Erfahreneren, Aelteren von ihnen waren äußerst kritisch veranlagt, und man sagte, es sei oft recht schwer, ihr völlige Zufriedenheit zu finden. Selbst den geduldigsten Verkäufer konnte ihre wählerische, mit dem Pfennig rechnende Art oft beinahe zur Verzweiflung bringen. Die Wogen des hausfraulichen Zornes schlugen aber beängstigend hoch, wenn eine reell bezahlte Ware sich später als minderwertig erwiesen hatte . . . Man sollte es nicht glauben, wie verhältnismäßig schnell sich die Menschen ändern können, sobald nur eine Zeit starken Zwanges Gewohnheit werden läßt, was vorher in jeder Weife als Unrecht empfunden wurde. Die Kriegszeit und später die Inflation kamen mit ihren mannigfachen Röten, und die Menschen fügten sich teils empört und unwillig, teils aufopfernd und entsagend in die unmöglichsten Situationen und Forderungen. Man lernte vor allem eines: Eine gewisse Gleichgültigkeit, sowohl in bezug auf Preishöhe, Sauberkeit und Qualität der Waren, als auch bezüglich eigener Verantwortlichkeit in Erfüllung zustehender Pflichten. Und diese Gleichgültigkeit hängt vielfach noch heute über unserem ganzen Gemeinschaftsleben, in der Politik, in der Volkswirt- fchaft im großen und im einzelnen Familienhaus, halt im kleinen. Don ihr sind leider die meisten von uns noch immer nicht ganz frei geworden. Wie war man vor dem Kriege im Einkäufen genau. Ein Mehr von einigen Pfennigen hatte ein- schneidende Bedeutung, und man handelte, feilschte und bat, daß es oft gar übertrieben schien. Im Kriege lernte man sich dann an das „Ungeheuerliche" gewöhnen: besonders bei den „Lebensmitteln" war man „großzügig" geworden, lernte ein oder sogar beide Augen zuorücken, wenn die Ware nicht ganz so war, wie man es bisher gewohnt gewesen. Die nachwachsende Jugend vor allem hat nie gelernt, eine Kritik an dem Gekauften zu üben. Was eigentlich sonst die Solidität eines Haushaltes machte, der Einkauf von Waren in mittlerer Preislage und guter, aber nicht luxuriöser Aufmachung, ist selten geworden und ebenso das Verlangen danach . . . Wachen wir endlich auf aus der „Gleichgültigkeit" und beginnen wir wieder damit, Preisbildung und Warengualität ernster als bisher zu untersuchen: und vor allem lehren wir unsere Kinder, daß fie das kaufen, was sie brauchen und fordern, und nicht das, was ihnen gelegentlich wider Willen aufgedrängt werden soll. Aorriotizen. — Tageskalenber für F r e it a g. Stadttheater: 63Hhr „Der Vogelhänbier". — Lichtspielhaus Dahnhofstr.: „5>ie freudlose Gasse". Wettervoraussage. Meist heiter, nördlich« bis östliche Winde, tag-über wärmer, nachts starker Temperaturfall bis zur Frostgefahr, trocken, meist Morgennebel. Infolge nächtlicher Ausstrahlung sind die Temperaturen auf dem Kontinent stark gefallen. Es hat sich hier eine Kaltluftschranke gebildet, die dem neuen nordischen Fallgebiet den Weg verlegt und es über Skandinavien abziehen läßt. Heber Mitteleuropa fiegt heute ein ausgedehntes Hochdruckgebiet. Gestrige Tagestemperaturen. Maximum 10,8. Minimum minus 0,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 2,3 Grad Celsius. tragt wurden, über Fez Bomben abzuwerfen. Das französische Oberkommando habe sofort Abwehrmaßnahmen beschlossen und fünf Jagd-Flugzeuge an die Front gesandt mit der speziellen Aufgabe, die fünf Fokker-Flugzeuge abzuschiehen. Neue Kämpfe in China. Peking, 9. Okt. (WTB. Funkspruch.) Zwischen den kommunistischen Truppen von K a n - t o n und den Streitkräften unter dem Kommando des antibolschewistischen Generals Cheng- Chung-Ming ist es bei Weischow und an anderen Stellen zu Kämpfen gekommen. Die Regierung von Kanton hat Truppenäbteilungen zur Verstärkung entsandt. Die Stadt Kanton gleicht einem Heerlager. Verwundetentransporte treffen ein und Truppentransporte gehen stündlich an die Front ab. Der Oberbefehl über die Kantontruppen liegt völlig in der Hand sow- jetrussischer Offiziere, die Kriegsmaterial auf russischen Schiffen aus Wladiwostok fortlaufend erhalten. Sie Dreslau-r Mordaffäre Rosen. Daü Ermittlungsverfahren tn der Mordsache Aosen hat folgendes ergeben: Die Wirtschafterin Reumann hat in Gegenwart ihrer T o ch t e r, der Frau S t a n d t k e, zwei Männer zur Beseitigung des Professors Rosen und des Schuhmachers Stock gedungen Den Tälern wurden für die Ausführung der Tat im vor aus 2 00 Mark bezahlt mit dem Versprechen, fie wurden nach Erledigung ihrer Aufgabe weitere lOOOMar? erhalten. Richt gellart ist noch die Frage, ob der Ehemann der Frau Standtke etwas von diesem Plan ae- wußt hat. Aufdeckung eine» Kassenraubes. Ein großer Kassenraub, der in der Rächt vom 9. September beim Bezirksamt Sem- p k/ h o f verübt wurde, ist aufgedeckt worden. Alle Beteiligten, ein Gentleman-Einbrecher I a ck, ein Händler Fechne r. zwei Schisser Schulz und Mekle, ein Polizei- afft pent Blankenburg und ein früherer Kellner Hahn, sämtlich aus Groß-Berlin, sind verhaftet. Der Haupiöeteiligte, Pawlack, be- saß in der Fuhrmannfi raße eine prächtig eingerichtete Wohnung. Ein großer Teil der gestohlenen 310 000 Mk. konnte bereits herbei- göschafft werden. Eine Räuberbande von Kindern. Vor einigefi Tagen wurde auf dem Gör- "her Bahnhof inDerlineinzwölfIahre alter Kabe aufgegrijfen, der eine goldene Damenuhr mit Kette bei sich trug. Die Ermittlungen ergaben, daß sieben Kinder gleichen Alters sich in dem leerstehenden Wasferturm vor dem Charlottenbürger Bahnhof stch einen Schlupfwinkel geschaffen hatten, von dem aus fie Raubzüge unternahmen. Der Gruppe gehörte auch ein 13jähriges Mädchen an, das auf einem gestohlenen Spirituskocher bie gleichfalls gestohlenen Lebensrnittel kochte. Die Bande nannte sich stolz Ku - Klur - Klan. preußischen Staates aufzusuchen I 446 Neuheiten für Herbst und Winter! sehr beste Anzüge um OKU Spezialhaus für Herrenbekleidung Gießen Schulstraße Marktplatz Tel. 240 auch nachts öiüMkrip Peädiflroiir- (Uillft du deinen Hüften ftillcn, nimm fayo Sodener paftillcn. | Verkäufe | Motonad N. S. U. 8 P. S., elektr. Licht, sehr gut erhalten, fast neu bereift, f. 1000 Mk. unter günst. gah- lungsbebingungen zu verkaufen «m A. Muth, Schlosserei, i Mkörrs. Hessen. sammelt alle Gaben für -le 3eppetin= Selb t M ;rg L J »ä- h aus ®roklAfel • yLÄ-r fonnfe bereits nbt von Kindern. auf 5em Gör- iien, bet eme goibL, Cb‘ v b.rUich trug. Die vA 'l,ebtn Binder leerstehenden ^arl^eMrger ^hnhof el geschaffen hatten von °uge unternahmen. Der M IZjähriges Mädchen leifohlenen Spirituskocher Plenen Lebensmittel "tr sich stolz Äu«Rhf. Neuer LsßzierMMtel (felbflrnul 08234 Steinttr. 75 p. l. t und Land, t, ten 9. Oktober 1925, üttigheit. Zeit, da genossen unsere rinnen im allgemeinen bei icn guten Mj. Defmber; m von ihnen waren äußcch man tagte, es sei oft rech nebenbei! zu finden. Seibft Her konnte ihre wühlerische, nbe Art oft beinahe zur Bei- : ®ogen des hausfraulichen leängftigenb hoch, wenn eine i später als minderwertig er» glauben, wie verhältnismäßig n ändern können, sobald nur aes Gewohnheit werden lägt, Seife als Unrecht empfunden und später die Ünflatw zsachen täten, und die M empört und trab in die urnnogl#" ’dnaen. Von lernte vor allem liigültiqleil sowohl m bezug •[(rt und Dualität der Daren, ner xerantwortlichkeikm Er> Men Und diese AeichM' , heute über unserem sanze" S'SS-S ,annanbd hm# aK,t lfi2en brate ein oder sogar » nicht gonj straße einen Kinderluftballon aufsteigen. Sine daran gehängte Karte kam von WolfShain im Vogtland zurück, wo der Ballon niedergeaan- gen war. Das ist eine recht anständige Augleistung des kleinen Spielzeugs, wenn man bedenkt. daß man bis dahin 11 Stunden mit dem Schnellzug zu fahren hat und die Strecke 400 Kilometer lang ist. X Derbes ferteGüterbeförderung der Reichsbahn. 3m Hinblick darauf, daß unter den Wirkungen deS Personalabbaues die Schnelligkeit der Güterbeförderung stark beeinträchtigt worden war, erhielten zu Anfang dieses Jahres alle Reichsbahndirektion den Auftrag, den gesamten Güterbeförderungsdienst umzugestalten. Es wurden u. a. folgend« Maßnahmen getroffen: Erhöhung der Geschwindigkeit der Güterzüge von 30 auf 40 Kilometer und der Eilgüterzüge von 50 auf 60 Kilometer mit Einführung des SommersahrplanS, Schaffung durchgehender Eilgüter- und Güterzüge für alle wichtigen Linien, Ausbau der Verbindungen im Nahverkehr durch sogenannte „leichte Güterzüge" und „gemischte Züge", Einrichtung völlig neuer Durch- gangSeilgüterzüge auf große Entfernungen, schärfste äleberwachung des Verkehrsdienstes zur Ermittlung und Verfolgung aller Unregelmäßigkeiten. Nach übereinstimmenden Berichten aller Reichsbahndirektionen ist die angestrebte Beschleunigung des Güterverkehrs auf den Friedens- stand im allgemeinen erreicht worden. *■* Geldpreise für Erfindungen im Eisenbahnwesen. Wie das, amtliche Nachrichtenblatt „Die Reichsbahn" mitterlt. sind von den in der Betriebsrechnung der Deutschen Reichs- bahngesellschaft vorgesehenen Mitteln 50 000 Mark an Beamte und Arbeiter als Belohnung für nützliche Erfindungen und Derbesserungen auf dem Gebiete de? Eisenbahnwesens gezahlt worden. Die Erfindungen und Verbesserungen beziehen sich auf alle Zweige der Verwaltung, liegen in der Hauptsache aber auf technischem Gebiet. "DasEndederbahneigenenSchlaf- wagen. Die Stellung der Schlafwagen erfolgte bisher durch die Reichsbahn, die Mitropa oder durch die Internationale Schlafwagengesellschaft. In feiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellsckaft dem Vorschläge zugestimmt, zur Vereinheitlichung und Verbesserung des Betriebes sämtliche bahneigenen Schlafwagenläufe der Mitropa zu übertragen. Wann die lieber» leitung ftattfinbet, ist noch nicht bekannt. " %lf .MA -M ZMr «'M?» n "ach ®rfJV mit by* > ->b Älen-Nt Muffte tluwg nvteowi M« DrÄhllche »rsaerei. X Üxwtc | Kaufgesuche WOwM xu verkaufen. Dchr. Angebote unt 08246 an den Gieß. An». ©Mitten abzuaeben 08223 Marbirier Str. 83. 5fftr.: »oransiage^ -MK *s55**s*‘ a Krad Schöffengericht Dietzen. • Gießen, 7. Ott. Unter Ausschluß bet OeffenUichkeit wurde heute gegen eine Reihe von Personen von ©iefjen und Umgegend wegen Abtreibung, Doihist« und Anftrftung hierzu verhandelt. 3 Frauen wurden wegen versuchter Abtreibung zu je 1 Monat 2Wvchen Gefängnis, 3 wegen vollendeter Abtreibung zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Verwalter O. E. W. von Wiescck erhielt wegen Anstiftung zur Abtreibung 9 Monate Gefängnis Die gegen den Ehemann Schmitz schon früher erkannte Strafe wurde auf 7 Jahre 6 Monate Zuchthaus, diejenige seiner Ehefrau auf 3 Jahre 4 Monate Zuchthaus erhöht. Vüchertisch. ' „Ein Hess eg ruh", Ernstes und Heiteres in Hüttenbeeger Mundart von Gg. Heß. (Verlag Wilhelm Engel in Schotten.) 3n dem kleinen Büchlein, das von W. Stephan mit mehreren ganzseitigen Federzeichnungen ausgestattet ist. bringt der Verfasser einige freundliche Reime in Hüttenberger Mundart, wie sie in der Gegend nördlich von Gießen gesprochen wird. Eine Anleitung zur Aussprache und ein Wortverzeichnis vervollständigen daS Bändchen und erleichtern denen bas Verständnis, die mit dem hessischen Dialekt nicht sehr vertraut sind. — Die neue Nummer 4208 der I l l u st r i er- ten Zeitung (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig) bringt einen Bericht vom spanisch-marokkanischen Kriegsschauplatz „Cfitit der spanischen Flotte vor Kap Morro" aus dar Feder deS nach dem Kampfgebiet entsandten SonderbevichterstatterS der „Älustrierten Zeitung", Herrn Hairs Felix Wollf. ^In Artikel „CBom Schafhirten zum 61aa‘SM!,äfi?e ten" . e enft 'e ' u eni rä'identen Paul Krüger anläßlich der 100. W ederkehr sei"eS DekburtStages am 10. Oktober. WeitaehendeS Znteresse wird auch der Beitrag von Professor Dr. v. Lengerken über „Tierische Bastarde" erwecken. — Ostdeutsche Volkskunde von Prof. Dr. K. Brunner. Herausgegelen von Pros. Dr. F. v. d. Stiert (Deutsche Stämme — Deutsche Lande). 292 Seiten. 32 Tafeln mit zahlreichen Abbildungen. Sn Leinen 7 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Gerade uns Sud- und Westdeutschen, die wir im allgemeinen nur unvollkommene Vorstellungen von ostdeutschem Volkstum haben, ist dieses treffliche Buch warm zu empfehlen. Unterstützt durch zahlreiche«, gutes Bildermaterial, gibt es einen Lleberblick über daS Leben des märkischen und ostmärkischen Volle«, das sich in Tracht und Sitte, Mundart und Lied einen elgcna. :gen Zweig deutschen Volkstums bewahrt hat. Für den Leser gewährt es einen besonderen Reiz, die deutsche Volksseele in der Wiege und dem Dach deS Der Verkauf feiner OtaMer Ledsrwaren von Heinrich Sack findet nur iarktstr.ZS statt (neben Kaufhaus Elsoffer). 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Außer ihren bekannten und bewährten stohfesten Radium-Spira.draht- lampen, sehen wir die Radium-L-Lampe, welche im Stromverbrauch den Lcunpen mit freigespannten Drähten gleichwertig sein dürfte, < der an Stohfestlgkeit dieselben weit übertrifft. Wir alle wissen ja, wie leicht die Metalldrahtlampen durch Stoh unbrauchbar werden und werden deshalb überall da, wo Stöße auftreten körnten, gerne eine dafür geeignete Lampe verwenden. Die Rundfunkhalle war recht gut beschickt. Es führt uns natürlich hier zu weit, alle die vielen größeren und kleineren Verbesserungen auf diesem heute so aktuellen Gebiets der Technik näher zu besprechen. Wir wollen nur das Telefunkon 3 26 der Telefunken- Gesellschaft In Berlin SW. 11 herausgreifen, welches ein neuer und äußerst bemerkenswerter Vierstufen - Empfänger mit unbeschränktem Wellenbereich ist. 5n dem Sapra- Phon hat Telefunken ferner einen nach einem ganz neuen Prinzip gebauten Lautsprecher herausgebracht, welcher sich nicht nur äußerlich von den bisherigen Lautsprechern in Trichterform unterscheidet, sondern auch alle Töne in natürlicher Klangfarbe wiedergibt . Es wird dies durch die Verbindung eines Holzresonanzbodens und einer Metallmembran erreicht. Zum Schlüsse wollen wir noch kurz auf die Schuhmaschinen eingehen, welche eine Spezialität der Frankfurter Messe sind. Wir waren überrascht, hier ei..e ganze Menge teilweise recht beachtenswerter Fortschritte zu finbcn. Die Maschinenfabrik A. & W. Heute in Schwelm i. W. zeigt als Reuheit eine Pan- zerthal-Lederwalze „Markana", welche mit einer AuSPuhmaschine verbunden ist. Die Maschinenfabrik Heinrich Spang in Oberursel führt als Reuheiten schnellaufende Doppelmaschinen vor, welche zum Andoppeln der Sohle verwendet werden. Sie haben elektrische Heizung und direkten elektrischen QJntricb sowie Momentbremse. Außerdem sehen wir hier noch eine Kantennähmaschine für Koffersäbrilation mit selbsttätigen Zangentransport und Momentbremse. Bei der Maschinenfabrik M o e n u s in Frankfurt a. M, erblichen wir eine Schrägnagelmaschine. Bisher wurden die Holz- nägel senkrecht eingeschlagen. Mit dieser Maschine können sie gegeneinander schräg eingetrieben werden und halten dann viel besser. Wir glauben, daß diese Maschine rasch eine sehr große Verbreitung in der gesamten Schuhwarenfabrikation finden wird. Die Taunus Schuh- maschinenfabrik in Oberursel hat eine neue automatische Kappenschärfmaschine ausgestellt, welche eine Stundenleistung bis zu 3000 Stück besitzt. Die Maschinenfabriken Friedrich Dusch in Bad Homburg v. d. H. kommt mit einem sehr beachtenswerten Einbindeversahren heraus, zu dem sie die erforderlichen Maschinen herstellt Turnen, Sport und Spiel. Sportvorschau für Sonntag, 11. Oktober. Rasensport: Der Fußball steht im Zeichen der Punktspiele, kleinere Freundschaftsspiele hie und da. Fuß- ball-Länderspiel Tschechoslowatei—Ungarn in Prag. 9m Handball- Sport haben ebenfalls die Meisterschaftsspiele wieder eingesetzt. JrnGolf Rossenpreis in Hamburg, Flaggenspiele in München und Magdeburg. Oennis spielen einige deutsche Tennisgrößen m Meran. Schwimmen: 9n Hamburg treffen sich die Damen zu einem verbandsoffenen Schwimmfest der „Bille". Ein gutes Meldeecgebnis hat das Derbandsoffene der Wasser- freunde 9 e n a zu verzeichnen, bei dem u. a. die deutschen Meister Heinrich-(Poseidon)Leipzig, Rade- TüTin 1 r clTl • rot“!W - junger Herr" angeredet wird, und deshalb konnte er nicht widerstehen. Wir gehen also zu dem Sawn für vorsintflutliche Feuerwaffen, lassen uns beide eine Büchse laden, und ich belehre den Sepp: „Dort auf den gemalten Hahn mußt zielen! Wannst den trlssst, nachher kräht er!" Und bums knallte auch schon dem Sepp sein Meisterschuß. „Nix haben S' troffa!", lächelte das Fräulein. „W a s hob i? Nix troffa hält i?", begehrte der Sepp auf. Und eins, zwei, drei kletterte er über die Barriere, steigt auf den Holzhahn zu, um seinen Treffer zu suchen. Wie er jetzt grad so schön vor dem Hahn stand und mir das Hinterplateau seiner Lederhose wies, da dachte ich: „So eine schöne Scheibe hast du nicht alle Tage", krümmte den Zeigefinger, drückte ab — und der Sepp macht einen Lustsprung, greift sich mit beiden Händen an die Kehrseite, und schreit, daß es sämtliche Drehorgeln übertönt. So viele „Deisi — Deifi!" habe ich noch nie in einem Atemzug gehört. Wenn man den Hahn trifft, der kräht nicht halb so schön. Dabei war ihm nicht das geringste passiert, denn so eine altehrwürdige Lederhose nimmt es mit jeder Panzerplatte auf. Schweißtriefend hakte sich der Sepp in meinen Arm ein und stöhnte: „Bring mi bei dee Sanitäter . . . i glaab, i hob an Volltreffer!" „Sei nur stad," beruhigte ich ihn, „glei san ma bei dee Sanitäter!" Und ich schleifte ihn vor den 9rrgarten, zahlte für ihn und sprach: „Da gehst nei, Sepp . . . allweil gradaus . . . nachher wirst verbunden!" Und dann überließ ich ihn seinem Schicksal. Dreimal bin ich außen um den 9rrgarten herum- gegangen und labte mich an dem 9ammergeschrei, das drinnen erscholl. Denn man soll mir nicht nach^ sagen, daß ich kein Ohr für einen „lthben Gast* hätte! Ob der Sepp wieder aus dem 9rrgarten heraus- gefunden hat oder ob er heute noch darin herum« irrt, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich: 9ch besuche ihn nie wieder in Großdipfelhausen. Denn bet Sepp hat noch mehr so lange Viehtreiberstecken da« heim, und am Ende fühlt er sich verpflichtet, sich für erwiesene Gastfreundschaft zu revanchieren . . • llr. 257 Zweites Blatt Siebener Anzeiger tSenerai-Anzeiger für Gberhejfeu, bin 'Weg 91 '.XXI eebote M den Kittet eine auch sche Marki- ihlstr. 3 de der rAuö- Jte sich traten Herrn r.aucb :r mit liuSge- c.Ang. lAn». n. st er- :d er- dem aefitn abw 08257 gleichzeitigen Schön- und Widerdruck in gleichen und in verschiedenen Farben. Sie hat eine Stundenleistung bis zu 4000 Stück. Auch die Iagenberg.Werke in Düsseldorf haben wieder umfangreich ihre verschiedenen Papier- und Klebstoff verarbeitenden und automatischen Verpackungsmaschine.i ausgestellt. Als Reuheit sehen wir die Schachtelteil-Ansey- Maschinen „Einender", mit der die Ansehteile mittels zäher, vorher gummierter Papierslreifen sofort unter hohem Druck, dauernd fest mit dem Rumpfteil verbunden werden. Mit ihnen erreicht man eine Pappersparnis gegen bisher bis zu 40 Prozent. Sie kommen für Schachteln für 50 bis 250 Millimeter Höhe in Frage. Auch auf die Halbautomotische Schachtelüberziehmaschine möchten wir besonders Hinweisen. Die Maschinenfabrik Preuße u. Co. in Leipzig baut Spezialmaschinen für Buchbindereien usw. Besonders fielen uns Drahtheftmaschi- toerf „Fulmina" in Mannheim-E gen auf den Markt gebracht Elektrische Wäschereianlagen bedeuten außerordentliche Entlastung der Hausfrau Gießen, abends 8 Um- Mitglieder» Versammlung im ItoreinflltM DwVMilut niferi Lchü' lassen Union« Sonntag, ll-Okt.- Ausflug Ulitrawknam'b,« «Wir TreMnst. 3wt. tttiiD :$ibüoibtt »Sei jeder W TUttfli__M Die Technik aus der Frankfurter Herbstmesse von unserem nach Frankfurt entsandten technischen M-Mitarbeiter. betriebe, wie Fleischereien, Konditoreien, Restaurants usw. in Frage. Die Chemische Fabrik Griesheim Elektron zeigt die Anwendung ihrer Zellapol- Mattprä.a.a e sür Grundierungen und Mattierungen in der holzverarbeitenoen Industrie. Sie können aus allen Holzarten gebeizt werden. Ihre Auftragung erfolgt :ehr vorteilhaft mit der Spritzpistole, wie auf dem Stand selbst an einer Spritzanlage von „P r e a" H e l m b r e ch t & Köllner in Leipzig gezeigt wird. An anderer Stelle zeigt die Griesheimer Autogen Verkaufsgesellschaft in Frankfurt am Main neue Acetylenanlagen für technische und gewerbliche Zwecke. Gebr. Grammelsbacher in Schwetzingen in Baden zeigen verschiedene Räuchers . ranke und Sparbackvsen, welche von ihnen auf Grund langjähriger Erfahrung sehr zweckmäßig gebaut sind. In der Industrie kommen mit Recht die Oelfeuerungcn in immer umfangreicherem Maße zur Anwendung. Sehr gute Brenner für Oel- feucrung werden von dem Oelfeuerungs- Haö-Klab „SttMiiia". fcmtaa, ll.Cft., 10 U6r vormittags: Md mcherfchast. Nachmittags bei Sieb Börner. uaiion Mr- monla": MMo zRwM. neu für Bücher aller Art von dem kleinen Notiz- buch bis zum größten Geschäftsbuch auf. Die Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg (MAR), welche mit der Maschinenfabrik Ehlingen die einzige Vertreterin der Großindustrie war, hatte in ähnlichem Umfange wie im Frühjahr die Messe beschickt (Modelle ihrer Kran- und Wehranlagen). Interessant waren ausgestellte Schmiede-Preßteile für der: Waggon- und Autobau. Eßllngen führte eine für Metzgereien und Konditoreien geeignete Kühlanlage sowie Elektro-Karren und -Schlepper in verschiedenen Typen vor. Beachtenswert ist hier ein Elektro-Karren mit Führersitz, welcher die wie die Führerstandkarren genau den polizeilichen Vorschriften für den Straßenverkehr entsprechen. Reu ist eine Sonderkreiselpumpe, welche aus hoch- säurebeständigem Gußeisen besteht und sich zum Pumpen von Säure gut eignet. Daö Gußeisen wird nach einem besonderen Verfahren von Eßlingen hergestellt. Rittershaus.u. Blecher in Barme n - Ü (Vertreter Ing. Hankel in Frankfurt), hat hydraulische Automassivreifen-Pressen ausgestellt, welche zum Auf- und Achpressen von Kraftwagen-Dollgunnnireisen in Betracht kommen. Das Wert' baut auch hydraulische Saftpressen und die dazu gehörigen Prehpumpen. Die Hochleistu,ngs-Klein-Kältemaschinen der Maschinenfabrik Burkard in Oberursel scheinen uns eine sehr beachtenswerte Neukonstruktion zu sein. Sie besitzen ventilloS arbeitende, rotierende Kompressoren, welche auch direkt mit einem Elektromotor gekuppelt werden können. Die Durchbildung der Maichinenanlage für das Arbeiten im Ueberhihersystem sichern ihnen eine außerordentlich hohe Wirtschaftlichkeit. Sie kommen für alle kleineren Gewerbe- ’-Ä. •*«*•,* schon in einem mittleren Haushalt. Die Haus- wäscherei-Anlagen „Schahi" der Wäschereimaschinenfabrik > S cha r r en b re i ch in Köln- Sülz bestehen auS Wasch- und Trockenmaschine und zeichnen sich dadurch auS, daß bei ihnen jeße Riemenübersehung fortgefallen ist. Sie können deshalb ohne Gefahr von jedermann bedient werden. Ihre Herstellung erfolgt im Großserien- bau, was eine wesentliche Verbilligung bedeutet. Die Mielewerke in Gütersloh i. W. sind u. a. mit ihren bekannten Milch- und Buttermaschinen vertreten. Auch haben sie seit einiger Zeit die Herstellung von Fahrrädern ausgenommen. Zurückkommend auf die Werkzeugmaschinen müsse« wir noch kurz auf öte Elektro-Werkzeuge • von C. & E. Fein in Stuttgart Hinweisen, welche hochwertige Dohr-, Schleif- und Polier- maschinen von den lleinsten Abmessungen her- stellt. Auch andere elektrische Arbeitsmaschinen und Ventilatoren werden von Fein in höchster Vollendung gebaut. Außer den bekannten Minimax Feuerlöscher für Fabrik und Haus gißt eS feit einiger Zeit auch einen besonderen Autominimax, welcher auf Kraftfahrzeugen aller Art (auch aus Motorrädern) mitgeführt werden kann und jeden Dergaserbrand im Keime erstickt. Die Elektrotechnik ist wieder in vielen praktischen Anwendungen zu finden. Wir weisen auf einen elektrischen Dettofen auS Porzellan (Gar- maphvr) der ManneSmannwerke in Düsseldorf hin, welchen man als die moderne Wärmeflasche bezeichnen kann. Seine Strom« kosten sind sehr gering. Ebenso praktisch ist auch der Subitochem-Heihtvasserspender, welcher von den Karlsruher Kunstgewerblichen Werkstätten vorgeführt wird. Er ist ein Der Allgemeine Maschinen- und Apparatebau ist in Frankfurt wieder umfangreich betreten, insbesondere betrifft dies Dieselmotoren, Aöh- und Strick-naschinen usw. Von den Maschinen zur Krafterzeugung sind n erster Linie die Deutz er Motorenwerke m Köln-Deutz, d i e Deutschen Werke ti Ä ie I und die Motorenfabrik D a r m- t rte Typen von Spezialnähmaschinett herstellt, ■ ilt mit drei neuen Typen erschienen: Eine neue Knopflochmaschine, eine Knopflochvernähmaschine uiti» eine Knopfannähmaschine für Schuhösen- InLpfe. Diese Typen sind neue bzw. verbesserte Ronftruttionen und durch den Namen „Reece" gekennzeichnet. Diel zu wenig werden heute noch die Bügel- inaschinen verwendet, welche auS Amerika zu uns terübergekommen sind. Sine der bekanntesten Ma- Ichinen dieser Art sind die H o f f - M a n - btigelmaschinen (Vertreter Qlllen H. Tage ii Berlin NW 7). Eine umfangreiche Schau von Industriewagen (teilt die Maschinenfabrik Carl Schenks in Darmstadt aus. Wir nennen u. a. selbsttätige Aagen für jeden Betrieb, worin Schenk ein mehr clS 35jährige Spez'alerfahrr'ng besitzt, Eisenbahn- vLggonwagen, fahrbare Dezimal- und Kipp- nrDenwagen, den Wiegebalken „Securitas" usw. Zir bemerken ist, daß d'ese Wagen alle soweit als irgend möglich normalisiert sind. Etwas ReueS find die Diwa Wagema- lchinen Berlin RW 7, welche nach dem ^Srhaltwagenprinzig arbeiten. Auf einem großen Stand finden wir die Planeta - Druckmaschinen der Dresden- Leipziger Echnellpressenfabrik A. G. koswig i Sa. Wir weifen aus eine Siegcl- Irndbrelfe mit Zylinder-Farbwerk hin, welche als h-lb- und QZvllautomat gebaut wird. Sie ist vit selbsttäti7em Hände^chuh und Sickerkeits-Aus- nidhtng versehen. Hochwertige Maschinen sind üe Schnellpressen Modell 1925. Sie werden ent- beßer mit TranSmissions- oder elektmschen Qln- trieb mit Friktionsbremse versehen. Die Planeta- ■ Mt-Druckmaschine ist gleich gut geeignet zum wecken von einer Farbe auf einer Seite deS Sagend oder für zwei Falben auf einer Seit« !es Bogens in einem Arbeitsgange oder zum jetzt zu die 9nder aehen? Eine wunderbare Inder- truppe ist ausgestellt!" „Iawoil", sagte er, erhob sich, torkelte aus der Bräurosl und — hinüber zum Wintzerer Fähndl. Und dort war er wieder mein lihber Gast. Je tiefer er in den Maßkrug guckte, desto tiefer konnte ich in meine Brieftasche gucken: ich hab schier vorn blvßen Zuschauen einen Schwips gekriegt. „Magst net zu die Inder gehen?" wiederholte ich, denn ich kalkulierte: er muß einen ganz besonderen Genuß davon haben, er sieht bestimmt die doppelte Anzahl Inder, die da sind! „Iawoü", sagte der Sepp, erhob sich und torfelte ins Wagnerbräu. Und da war er wieder mein lihber Gast. Und aud) im Löwenbräu war er mein lihber Gast, und ich seufzte: Mein lihber Gast und sein Suff, Die reiben mein Portemonnaie uff! Wie wir aus dem Löwenbräu herauskamen, da wußte er nicht mehr recht: ist er eine Berg- und Tal- bahn ober eine Schisssschaukel, er fuhr mit feinet^ Stecken die schönsten Achter in die Luft, er merkte wohl selbst, daß jedes seiner Gehwerkzeuge nach einer anderen Richtung wollte, und lallie: „Du . . . I möcht . . . a meng ausrasten!" Wir hielten gerade vor dem Teufelsrad, und da sagte ich: „Da gehn ma eina und rasten aus!" Beim Eintrittsgeld war er natürlich wieder mein lihber Gast, ober diesmal zahlte ich gern. Und der Sepp stellte sich zum Ausrasten auf das Teufelsrad. „Tuuut-tuuut", machte die Pfeife der Dampfmaschine, das Teufelsrad setzte sich in Bewegung, und schon bei der ersten Umdrehung — rastete der Seppel aus. Tränen haben die Leute gelacht, wie der Seppel herumruderte, er wollte immer wieder aufstehn und seinen Stecken wieder einfangen, und je schneller oas Rad sich drehte, desto lauter brüllte er um Hilfe. Mir tat der Bauch weh, und ich glaube, dem Sepp der seine auch. Durch diese Wirbelkur war mein Freund wieder etwas nüchterner geworden, allerdings auch etwas mißtrauischer, und er sagte: „Alsdann, gehn ma halt zu dee Indiger!" In diesem Augenblick rief ihn eine Schießbuden- dame an: „Schöner junger Herr, schießen S' amal!" Das passiert dem Sepp selten, daß er mit „schöner. bei der Umarmung so geschickt zwischen die Deine ge- stellt, daß ich der Länge nach auf den Bahnsteig plätscherte. Seitdem has meine Nase viel von der modernen Jarbenfreudigkeit. Unter seinem Hut trug er eine Zipfelmütze, und roaS er unter seinem sonstigen Kostüm trug, das sah man glücklicherweise nicht. „Ja, weil dus nur grab bist!", freute er sich. Mir aber wäre es viel sympathischer gewesen, ich wäre es nicht gewesen. Denn ich halte bas Vorgefühl künftiger Freuden. Also sind wir zunächst zu den Weißwürschten gegangen, und mein Freund Sepp hat einen Appetit entwickelt, als ob er die sämtlichen Weißwürste Münchens ausrotten wollte. Alles als mein „lihber Gast". Zwischendurch ist er mal hinausgegangen, und wie er mieberfam, ba hatte er von einem unbekannten Herrn eine echtgolbene Uhr als Gelegenheitskauf für zwölf Mark gekaufl.Ich gab ihm ben Rat, bas Uhrwerk herauszubrechen und fortzuwerfen, und das blecherne Gehäuse als Schnupftabaksdose zu verwenden. Dann würde er viel Aerger sparen. Aber er hat's nicht geglaubt, sondern hat geschmunzelt: „A seins Uhrl is dees!" und hat sie geschüttelt, damit sie geht. Don den Weißwürsten hat der Sepp einen kolossalen Hunger gekriegt, und nachdem er zweimal zu Mittag gegessen hatte, war es allmählich Zeit, auf die Wiese zu gehen. Jeder Oekonom weiß, daß längere Trockenheit schädlich ist, und desk)alb hatte der Sepp schon eine stattliche Anzahl Gange zum Schenkkellner gemacht: fein Gang war bereits etwas rösselsprunghaft, und er veranstaltete auf der Straße unabsichtlich mit seinem langen Diehstecken in die verschiedensten Gesichter ein Topfstechen. 2lber weil er sich immer entschuldigte: „Oha, Herr Nachbar!", geschah ihm weiter nichts. Draußen auf der Wiese stiefelte er sogleich in die Bräurosl, und da war er wieder mein lihber Gast. Getrunken hat er, als ob er der tBreitenfträter des Bierkonsums werden wollte, und je mehr er trank, desto liebenswürdiger und gerührter wurde er. — „Garlchen, du bist mein Freindl", umarmte er mich, „für di geh i durchs Feuer!", und ich dachte mir: „Es wäre mir lieber, du gingest erst wieder für mich durch die Bahnsteigsperre!" Und ich fragte: „Magst ümlchen hat Gltoberfestbefuch. Von Karl (Sitlinger (München.) Vor einigen Tagen erhielt ich einen Brief. Es lat kein parfümiertes Liebesbriefchen, sondern es < als ob ihn eine Kuh mehrere Tage an ihrem herzen getragen hätte, und er lautete: Großdipfelhausen, den heutigen Sepd. Well daß duh mich schon widderhohlt einglaten litt, daß ich zuh dir auf Mincka hinaufkimm, und linn ich so sreih und fahr allso aufs Ogdobersest häuf abi. Lihbes Garlchen, und binn ich betn ihber Gast, un roi gets dir bann allwei, bu narrische Mm! Meine ©au [an gsund, aper ich Hape kein Sinbmcch nicht ausgestellt, sondern ich komme allem. Six Ham letzthin die Maulundglaunseuchen ghapt, tper ich Hose dich gsund, und jezz griefe ich dich noch Dein older Freind Loderer Sepp. xohl mich am Bahnhofs app, ich komm morgens an. lieber diesen Brief Hobe ich mich gefreut, wie ein Gthneefönig bei vierzig Grad Hitze! Die Haare habe ih mir derart gerauft vor Begeisterung, daß em fcel der reinste Bubikopf gegen mich war. Früher, da der Sepp meine beste Hamsterquelle war, da tobe ich ihn wiederholt noch München em- gioden, weil ich mir dachte, er wird schon nicht ohne einen Ruck ack voll Eier und Schmalz kommen. Sber damals fiel es ihm gar nicht ein, zu kommen, »pfiffen hat er mir was, als ob ich eine Premiere öqtc, und jedes einzelne Ei mußte ich mir persönlich nit Gendarmeriegesahr in Großdixfelhausen holen, .tgber jetzt wo meinetwegen seine sämtlichen Hennen on Perzelschwund leiden können, jetzt kommt er!! Int) betont auch noch: „als dein lihber Gast", was tue Umschreibung der Jagoschen Worte ist: „Tu 8ckd in Deinen Beutel." 1 Nun ich bin Gottseidank von den Konzertsalen % gewöhnt, gute Miene zum bösen Spiel zu rechen, und so habe ich mich wieder beruhigt, habe ’ hi Fahrplan nachgesehen, wann ein Zug aus I Kwßdipselhausen morgens ankommt, und bin auf hi Bahnsteigschafott gewankt. Richtig, ba war er! Kel Gepäck hat er nicht mitgehabt, sondern nur einen langen Biehtreiberstecken, und den hat er mir EtsWttMk.8. Sonntag, U.Ost, nachmittags 4 Uhr' NM Limit nach der nKarl-mhe". Zahlreiche Beiri. liQuna, auch bet pof. smenMgliebet.er. wünicht. 9433c Messe im ^ahc J696 mlieber und Fröhlich - (Hellas) Magdeburg sowie Dwfel (Ltern)Leipzig Mitwirken. Heinrich wird sich im ersten Freistil tüchtig strecken müssen, um sich Heitmanns zu erwehren. In Heilbronn kommt ein internationales Dosserballturnier innerhalb eines Schwimmfestes des Schwimmbundes Heilbronn 98 zur Entscheidung. Flugsport: Während der Wettbewerb in der Krim andauert, finden innerhalb des Deutschen Reiches nur kleinere Flugvercmstaltungen statt. In Staaken bei Berlin finden Schau- und Wettflüge unter Beteiligung zahlreicher großer Firmen und Führer ihre Austragung, Gefchwaderflüge, Ballonverfolgungen, Fallschirmabsprünge, Kunstflüge sind geplant. Motorsport: Das Hauptinteresse im Motorsport richtet sich auf das im Taunus vom Gau IJIa des A. D. A. C. veranstaltete Feldbergrennen. Auf der Opelbahn Frankfurt wird die Deutsche Bahnmeisterschaft ausgesahren. In M ü n st e r veranstaltet der Club für Motorsport, Münster, Motorrad-Bahnrennen sowie ein Geschicklichkeitsfahren. Der Hannoversche Autosportelub bringt die A. D. A. T.° H a r z f a h r t zur Abwicklung. Radsport. Im Radsport neigt sich die diesjährige Saison ihrem Ende entgegen. So finden noch Bahnoeranstaltungen auf der Berliner Olnmpiabahn, in Dresden und Mainz statt. In B o ch u m trägt Oßmella einen Rsvanchekampf gegen Mazairac- Holland aus. Wittig vertritt die deutschen Farben in Paris. Im R a d b a l l - L ä n d e r k a m p s Deutschland —Schweiz in Zürich geht die Deutsche Meistermannschaft an den Start. Turniersport: Der Sonntag verzeichnet wiederum zahlreiche Reit- und Fohrturniere, von denen das des S t r a l - sunder Reit- und Fahroereins dreitägig, das des Hanseatischen Sport - und Zuchtoereins in Hamburg ebenso wie die Veranstaltung des Regensburger Rennvereins zweitägig sind. Rertsporttiche Veranstaltung in Grehen. Der Reit- und Fahrklub Drehen und -Umgebung veranstaltet am kommenden Sonntag. 11. ds. MtS., nachmittags 2 Uhr, gemeinsam mit den Angehörigen der hiesigen Reichr- wehrbatoillens ein internet Klubturnier auf dem Gelände der Radrennbahn an der Hardt. Zweck der Veranstaltung soll in erster Linie sein, das Interesse für den Pferdesport, daS, wie das öffentliche Turmer im Juli b& Is. gearigt hat, sowohl in der Allgemeinheit, als auch in den den Pferdesport ausübenden Kreisen unserer Stadt in großem Mähe vorhanden ist, zu heben, insbesondere die systematische Ausbildung von Pferd. Fahrer oder Reiter zu fördern, jugendliche Kräfte antzuspornrn und ausgebildete zur Weiterarbeit anzuregen. Des weiteren bieten derartige Veranstaltung en vor allen Dingen Gelegenheit, wahrzunchmen. zu todd> vielseitigen Ausgaben auch heute noch das Pferd, insbesondere das Halbblut, in wirtschaftlicher und lporllicher Hinsicht zu verwenden ist. Dementsprechend waren auch die Ausschreibungen zusammengestellt. Cs sind vorgesehen: eine Reitprüfung für Anfänger (zugelassen sind hier nur von dem UniversitärS-- stallmcister S ch o m b s ausgebildete Reiterinnen und Reitrr), und eine solche für Ausgebildete, eine Eignungsprüfung für Gespanne (Ein- und Zweispänner», sowohl für die zu schwerster Arbeit benutzten Kaltblüter, als auch für die hauptsächlich zu landwirtschaftlichen und gewerblichen Zwecken dienenden, aber auch für leichtes Fuhrwerk geeigneten Warmblutpferde; des weiteren eine Vielseitigkeitsprüfung, in der die Leistung deS tpferbcS im schweren und leichten Zug, sowie unter dem Reiter bewertet wird. Ferner werden noch drei Jagdspringen in verschißenen Klassen geritten, auch ist bei genügender Beteiligung ein landwirtschaftliches Trabrennen vorgesehen. Das Turnier wird dem internen Charakter der Veranstaltung entsprechend in einfachem Rahmen gehalten werden. Die für die Durchführung notwendigen Aufwendungen sind infolgedessen gering. Lediglich zur Deckung direktor Unkosten wird für Tribunenplähe ein Preis von 1 Mk., -für Stehplätze ein solcher von 50 Pf. erhoben werden. Titan beachte die morgige Anzeige. Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Cs ist schad um den HannS!" Erstickt, wie Widerwillig hervorgestohen, kamen die Worte über Ingolds Lippen. Sein Racken zitterte in einer leisen, greisenhaften Bewegung. ,rUnb mein Mädel, mein Mädel! Es ist zum Derrücktwerden!" Heftig schrie's Engelhardt in das Rauschen des Stromes, das das ganze Haus erfüllte, und sprang auf, beide Hände erhoben als könnte er von oben Hilfe erbitten. Eine Welle war es still. Dann fragte Engelhardt ruhiger: „Fahren Sie hin. Herr Ingold?" „Wenn's zum Sterben geht, bin ich bei ihm, aber —" „Was aber?“ Der Fischmeister stand auf, ging ans Fenster, riß es auf, zeigte auf den grauen Strudel, dec seine Dämpfe in den Regen schleuderte, und vollendete: „Aber, was er dem hat tun wollen, das muß er mir abbitten.“ Brausend, klirrend und donnergrollend tobte der unbändige Strom durch die Enge des Lauf- sens und rollte seines Wegs in die wolkige Rächt. Ruth hielt das Versprechen, das sie Hanns Ingold gegeben hatte, unverbrüchlich. Sie mietete sich schon am Tag nach Hannsens Erkrankung in einer Pension ein und ging dann auf die Reue Ströme, wo Ingold gewohnt hatte. Der erste Frost war gekommen, vereinzelte Schneekristalle blitzten auf dem Asphalt, die Tele- phondrähte hingen weihgezuckert in der blaß- grauen Luft. Ruth hatte nicht daS Gefühl, erst gestern angekommen zu fein. Sie stieg vier dunkle Treppen hinauf, erzählte der Vermieterin, FrauKurz, was geschehen war, beglich im voraus die Miete für den laufenden Monat, um jeden Argwohn §u ersticken, und wurde darauf in Ingolds Zimmer geführt. Es war SportjpiegeL Oberbürgermeister Dr. Jarres- Duisburg hat zu | ein er Ernennung zum persönlichen Mitglied und stellvertretenden Vorsitzenden des D. R. A. an den Präsidenten des Reichsausschusses Exz. L e w a l d ein Schreiben gerichtet, in dem er sich gern bereit erklärt, dem ehrenvollen Rufe zu folgen. Beim Internationalen Tennisturnier in Vevey (Schweiz) gewannen v. Kehr« ling-Demasius das Dovpelspiel, Frl. Aus- s e m - D e m a s i u s das gemischte Doppelspiel. Im Dameneinzel wurde Frl. A u s s e m von Fr. G o l - ding geschlagen, das Herreneinzel v. K e h r ling- Demasius kommt erst in Meran zum Alistrag. Zum A. D. A. C.- Feldbergrennen im Z 6 u n u s am 11. Oktober sind bisher über 170 Meldungen der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fahrer und der Firmen des In- und Auslandes abgegeben worden. Die Deutsche Straßenmeisterschaft 19 25 für Motorräder haben nach den letzten Ergebnissen des Dreieckrennens Karlsruhe—Käfertal (Endlauf) Eßlinger-Mannhsim (Windhof) in der Klasse bis 125 Kubikzentimeter, Heck-Berlin (Mabeco) in der Klasse bis 775 Kubikzentimeter, Paetzold-Köln (Jmperia) in der Klasse der Motorräder mit Beiwagen, Peters-Düsieldorf (Harley Davidson) in der Klasse bis 1000 Kubikzentimeter errungen. 3m Welt-Automobil-Verkehr steht Deutschland in der Statistik (mit einem Auto auf 272 Einwohner) an siebenter Stelle. Die Meisterschaften im Bahnfahren des B. D. R. fallen in diesem Iahre aus. Leichtathletik im Heer. Die Meisterschaften des Deutschen Sport-Vereins (Heereskorporation) wurden in Berlin unter guter Beteiligung und Anwesenheit zahlreicher Zuschauer mit dem Erfolg guter Leistungen durchgeführt. Der Wanderpreis de- Reichspräsidenten in der 10 mal 400-Meter- Stafsel fiel an Spandau in 9:50,7 vor Lichterfelde. Der Wanderbreis des Reichswehrministeriums in der Olympischen Staffel wurde von der Ortsgruppe Zentrum in 4:38 mit geringem Vorsprung vor der Ortsgruppe Lichterfelde gewonnen. Aus der Provinz. Landkreis Giesrcn. X Klein-Linden, 8. Oktober. Wer jetzt die hiesige Feldmark durchwandert, kann die Vorteile der beendeten Feldbereinigung an dem neuen Wegenetz erkennen, das dem Landwirt eS ermögliä-t, ohne Benutzung fremden Eigentums auf sein Besitztum zu gelangen. Hat die Zusammenlegung auch nicht alle Beteiligten voll befriedigen können, so muh doch anerkannt werden, daß viele Verbesserungen gemacht sind. Run müssen sich die Rachteile mit der Zeit ausgleichen. — Die Eisenbahn- Verwaltung besitzt in hiesiger Gemarkung große Flächen Ackerland sowie Gras- nuhungen der Böschungen, die früher durch die Bahnmeistereien in kleinen Parzellen verpachtet wurden, was der Verwaltung erhebliches Schreibwerk verursachte. Die Reichsbohndirek- tion Frankfurt o. M. hat nun aus Sparsamkeitsgründen die Gesamtfläche an die sog. Klein tiervereine zu einem festen Preis verpachtet. Diese sind verpflichtet, die Ländereien in kleinen Parzellen nach bestimmten Grundsätzen an die noch im Eisenbahnöienst befindlichen Bediensteten, sowie Warte- und Ruhe- siandsbeam'en nebst Witwen früherer Bediensteten zu verteilen bzw zu ve.wachten. Als Ver- gütung für die Arbeiten erhält der Verein einen gewissen Prozentsatz der ganzen Pachtsumme. Der während des Krieges herrschende Landhunger ist anscheinend bei vielen jetzt gesättigt. Auf dem Schildberg liegen in diesem Iahre Wiede • zur« erstenmal große Flächen Ackerland, der Eisenbahn-Verwaltung gehörig, völlig unbenutzt, so ba'" das Terrain einer völlig verwahrlosten Wiese gleicht. Soll dieses Land wieder als Ackerland benutzt werden, so erfordert es intensive Arbeit Ebenso ist sehr viel Gras der hohen Böschungen zugrunde gegangen. : Aus dem Busecker Tal, 8. Olt. Die Honigderertung geht ihrem Ende entgegen. Infolge des schlechten Ausfalles der Honigbirnenemte müssen unsere Hausfrauen viel- sach Zuckerrüben- und Dickwurzsaft als Most verwenden. Zum Zwetschenternen und Birnendürftig aulgestattet, und der klare kalte Tag stach grell durch die nackten Scheiben. Als die Wirtin sie allein gelassen hatte, setzte sie sich in den Rohrsessel, der am Fenster stand, und lehnte den Kopf zurück, schloß die schmerzenden Augen und überließ sich ihren Gedanken. Doch die hielten ihr nicht stand, das Gefühl flutete unter der Schwelle ihres Bewußtseins hervor und erfüllte in mächtigem Schwall ihr ganze- Wesen. Sie liebte ihn mit einer Stärke und Opfer- bereitschast, die nicht von Zärtlichkeiten lebten. Sie hatte ihn zu lange geliebt, war zu reif geworden, um noch die ersten Schauer inbrünstiger Hingabe zu empfinden. ES war, als hätte sich ihr Verlangen nach Zärtlichkeiten und Umarmungen, nach Besitz und Genuß in den Jahren, da sie ihn entbehrt hatte, verflüchtigt. So wie sie ihn jetzt liebte, müssen Frauen lieben, die dem Mann alles gegeben haben. Oder Mütter, die für ihre Söhne alles leiden. Run lag er krank. Hamrs Ingold und krank.' Der Arzt hatte von ^Überarbeitung gesprochen, sie selbst durch ihren Bericht dazu beigetragen, diese Erllärung in Laus zu setzen. Aber nicht Uebevarbeiiung war die Ursache, sondern die verzehrende Qual, in der er rang, um seinem Werk zum Leben zu verhelfen. Wenn sie morgen an fein Bett trat und sagte: ,Hanns, ftefc’ auf. du kannst bauen,“ bann schnellte er auf unb faßte fie um den Hals und rief: „Ruth, Ruth Engelfchön, jetzt spreng' ich den Lausfen unb bau’ das große Wert unb dir dank' ich's, dein Werk ist's, daS ich baue!" Der alte Korbsessel knisterte, so heftig ging ifjr Atem, durch die geschlossenen Lider drang die grelle Klarheit des Tages und gaukelte in buntflammenöen Lichtempfinbungen vor ihren Augen. Langsam ftanb sie auf; sie hatte keine Zeit, müde zu sein und zu träumen. Er brauchte sie. Sorgfältig begann sie. seine Papiere zu ordnen und den gesamten Briefwechsel zu lesen. Lind je tiefer sie drang, desto stärker wuchs ihr Interesse, desto klarer erkannte sie, wie Hans Ingold mit diesem Werkgedanten verschalen werben bie „Kamerabschaft" und die Verwandtschaft eingeladen, um bis Mitternacht unb noch später fleißig tätig zu sein. Ein ..Schälchen" Kaffee mit dem jetzt üblichen Zwetschenkuchen beschließt bie Arbeit . Aus dem Heimweg leistet sich die am Kernen und Schälen beteiligte Iugend einen harmlosen Spaß, indem sie ZwetsHenkerne streut vom Hause des „Burschen" zum Hause des Mädchens, die ein „Verhältnis" miteinander haben. Am anderen Morgen verraten dann diese „Zwetschenkernpfädchen" bas Geheimnis der Liebenden. : Beuern, 8. Okt. Wer gegenwärtig den Feldweg von Beuern nach Bersrod geht, wird am Dorfausgang unter dem Steinbruch des Philipp Damm und oberhalb bet Stein- brücke zwei blühenbe Apfelbäume antreffen. Die Bäume haben bereits ihre Blatter bis auf einige verloren, hasür aber sich mit Blüten beseht. Ebenfalls als ein Kuriosum unserer IahreSzeit gelten reife ßrbbeeren, bie jetzt von Kindern auf dein Heimweg ton dem KartoffelauSmachen gepflückt, unb in Sträußen nach Haufe gebracht werben. * Grünberg, 8. Okt. Am Montag, 12. Oktober. feiert bet Gesängnis-Oberwachtmeister Wahl am AmtSgerichtSgesängnis zu Grünberg fein 30jähriges Dienftjubiläum. !—! Lauter, 8. Oft B:i der diesjährigen Ob st Versteigerung kostete der Zentner SHüttelobst 5 Mk., der Zentner Tafelobst 10 Mb am Daum. Außerdem hat die Gemeinde über 100 Zentner Fallobst, je Zentner nach Qualität von 2 bis 5 Mk., verkauft. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Gemeinde diesmal gut ab- geschnitten, weit über 4000 Mk. Erlös hat fie zu verzeichnen. Kreis Schotten. I~l Laubach, 8. Okt. Die Hauptversamm- lung der hiesigen Bezirkssparkasse, die im „Solmser Hof" unter dem Vorsitz ihres Direktors. des OberamtSrichters Zimmermann, tagte, zeigte eine sehr gedeihliche Weiterentwicklung dieser gemeinnützigen Vereinigung. Die Gesamteinnahmen im Rechnungsjahr.belaufen sich auf 1 101 267,76 Mk., die Gesamtausgaben auf 1 092 761,60 Mk. Die Satzungen, die infolge bet Inflationszeit teilweise hatten umgeänbert werden müssen, wurden wieder in die frühere Form zeitgemäß zurückgebracht. Die Laubachcr Bezirks- sparkafse umfaßt die alten reichsgräflich folms- laubachschen Aemter L a u b a ch unb Utphe, bas aus den sog. „Rieddörsern" Utphe, Inheiden, Trais-Horloff bestand (bas dritte Amt der Reichsgrafschaft war Münzenberg). Die Kasse wurde 1833 begründet, um die durch die Kriegsdrangsal sehr verschuldeten Bewohner unserer Gegend den Krallen der Wucherer zu entreißen. Graf Otto (1799-1372) stiftete als Grundstock der Kasse 10 000 Gulden. — Die Fried- berget Han delskammet wirb bemnächst eine Verbesserung unseres Winter- fah^plans anregen. Ebenso hat die Frankfurter Reichsbahnbirektton wieder den Dertteter der Hanbelskammer, Fabrikanten Karl Michel, um Mitteilung weiterer Wünsche ersucht. Wichtig ist die Wiederherstellung der Statton „Sau- badjer Wald", woran außer der Stadt Lau- bach auch bas Dorf Gonterskirchen sehr interessiert ist. Dieses stiftele seinerzeit auch einen bedeutenden Betrag für die Errichtung dieser Haltestelle. Dieses hat man, wie es scheint, an maßgebender Stelle jetzt vergessen. Ebenso ist sehr wünschenswert, daß der Anschluß des Persvnen- zugs 512 (Gießen ab 6.42 llijr abends nad) Gelnhausen) an den V-Zug 275 (Frankfurt ab 5.12 Hbr abends, Gießen an 6.43 Uhr abends) hergestellt wird. Kreis Büdingen. △ Wallernhausen, 8. Oft. Hier ereignete sich gestern abend ein schwerer Unglücks fall. Der hier wohnhafte, beim Postamt Rißda angestellte Postassrstcnt Schüler fuhr auf feinem Fahrvid nach Hause. Am Dorf- cingang hat bie Straße starkes Gefäll. Schüler stürzte hk*er vorn Rad und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er in der folgenden Rächt verstarb. Der Verunglückte war 1887 in Steinheim geboren, er galt als tüchtiger, gefälliger Beamter. Sein plötzlicher Tod wird allgemein bedauert. Kreis Wehlar. * Wetzlar. 8. Okt. Bei der Firma B u» derus-Röchling in Wetzlar wurde wegen Auftragsmangels Kurzarbeit eingeführt. wachsen war. Als sie sich nach zwei Stunden wieder erhob, lag ihre Ausgabe vor ihr. Sie beschränkte sich heute daraus, dem Kommerzienrat Ellenrieder und der Duchbruckerei mttzu- teilen, bah Hanns Ingold erkrankt sei. unb ging dann zu der Vermieterin, um ihr zu sagen, daß sie jeden Vormittag kommen und die Korrespondenzen bearbeiten werben. Ein starkes Glücksgefühl erfüllte sie, als fie_ ins Freie trat. In sehnsüchtigen Wellen strömten ihre Gedanken zu ihm hin, wahrend sie mit federndem Schritt die belebten Straßen maß. Am Rachmittag sah fie im Wartezimmer des Krankenhauses und wartete auf den Krankenbericht. Sie durfte ihn nicht besuchen, aber wenn auch keine Besserung eingetreten war, so schien auch keine Verschlimmerung zu drohen, und da sie als Arzttochter und Pflegerin Geduld gelernt hatte, so kehrte sie in ihre Wohnung zurück, ohne ihren Mut verloren zu haben. Tag für Tag ging Ruth morgens um neun älhr über die Reue Krame. Sie las die Korrekturen der Broschüre, deren erste Bogen schon gedruckt wurden, unb versanbte bie Artikel, bie Hanns sür Zeitungen unb Zeitschriften bereit- geteilt hatte, an andere Blätter, wenn fie als unverwendbar zurückkamen, fie legte eine Sammlung von Ausschnitten an und ordnete die weitläufige Korrespondenz bis ins einzelne. Die Schreibmaschine ttckte wie ein Uhrwerk, und Ruth ertappte sich darauf, daß fie in den Begleitbriefen, die sie im Auftrag des Verfassers der Aussätze hinausgehen ließ, den bestimmten, überzeugten Ton anschlug, der Ingold eigen war. Kam sie dann um zwöks Uhr nach Hause, so hatte sie das Gefühl, die Welt erobert zu haben, und bas Blut färbte ihr die Wangen unb schlug ihr voll in den Adern. Zweimal bat sie ihren Vater, nach Frankfurt zu kommen, als er sie dufforberte, zuruck- zukehren, aber Engelhardt lehnte den Vorschlag bas erstemal schroff ab und nannte ihn das zweitemal eine unwürdige Zumutung. Da zuckten ihre Lippen von verhaltenem Weh. Das neue Iahr war gekommen. Ruth sah den trüben Wolkenhimmel tief auf Oie Dächer drücken, unb baS Heimweh begann fie anzufechten. Von den verschneiten Halden * Kinzenbach, 8. Oft. Die hiesige j Drahtwarenfabrik von Dirtenhoff I und Drewes hat wegen schlechten Geschäfts- | gangeS den Betrieb st i 11 g c I c g t. XX Kraftsolms (Kr. Wetzlar), 8. Okt. Die durch den Tod des Lehrer Cramer Hierselbst erledigte erste Schul st eile wurde Hern? K o 11 m a n n, bisher in Völkenroth (Kreis Altenkirchen), übertragen. Slrrrrcnburg und Rheinhessen. -r- A u s Rheinhessen, 1. Okt.' Mit Beginn dieser Woche hat säst allgemein die Wein- lefe begonnen. Das Herrlichste Herbstwetter begünstigt die Arbeit unb macht sie zum Ver- gnügen. Auch an Arbeitskräften fehlt es in diesem Iahre nicht, da Arbeitslose aus Westfalen sich eingefunben, gut bezahlte unb durch Traubenkost versüßte Arbeit zu verrichten. Die' Weinernte hat leider durch die sich wiederholenden Regenperioben stark gelitten. Der Sauerwurm ist vielfach ausgetreten unb hat einen großen Teil der Beeren vernichtet. In guten Sagen ift der Schaben geringer unb der Behang reichlicher. H.er sind auch die Trauben gut ausgereift unb süß, während in geringeren Lagen die Qualität viel zu wünschen übrig läßt. Die Rachfrage ist nicht groß, so baß viele, die sonst im Herbste ihre Ernte verkauften, gezwungen find, den Wein einzukellern. Man-bewhlt 15 bis 17 Pfennig für bas Pfunb, in Deinorten mit besonders gutem Klang entsprechend höhere Preise. Unter Berücksichtigung der hohen Bewirtschaftungskosten ist dieser Preis so gering daß die Winzer kaum auf ihre Kosten kommen.' AuS biesem Grunde ist bie Stimmung im allgemeinen recht gedrückt und die sonst gehobene Herbstsreube will nicht aufkommen. Hessen-Nassau. bl. Herborn, 8. Ott. Das GaSwerk. das bisher ein privates Unternehmen war, wurde von der Stabt angefauft. bl. Aus dem Dilltal, 8. Oft. Mit der Kartoffelernte würbe überall begonnen. In * Scharen eilen die Ganbleute hinaus, um bas gute Wetter auszunuhem Die Erträge sind im Durchschnitt sehr gut. bL Dillenburg, 8. Oft. Die Meliora» tionsarbeiten an Viehweiden, vornehmlich aber an den großen Oedlandflächen, auf dem Westerwald, beschäftige die Kreis- verwaltung resp. die Dodenverbesserungsgenossen- schaft stark. Geht es doch darum, völlig brachliegendes Land der Landwirtschaft dienstbar zu machen und somit volkswirtschaftlich bedeutende Werte zu schaffen. Im Frühjahr dieses IahreS wurden einige kleinere Arbeiten an Gemeinde- Viehweiden verrichtet, die gewissermaßen als I Restarbriten aus dem Iahre 1921 anzusprechen tt sind. Die Finanzierung soll so erfolgen, [ daß Staat, Dezirksverbwnd und Kreis sich an den Kosten beteiligen und gleiche Beträge zur Verfügung stellen. Hierbei handelt es sich ant Darlehen. • Frankfurt a. M., 8. Oft. Seit 1. Oktober ist hier zur Ergänzung der Straßenbahn- Verbindungen eine erste Autobuslinie in der von der Straßenbahn nicht bedienten Rord- Süb-Haupive ke'rsrichtunaü'e• Eicken Heimer T o r—Z e t l—F ahrgasse ei-i gerichtet worben, die nach Vollendung bet neuen steinernen Brücke durch Sachsenhausen bis zum Bahnhof Frankfurt-Süd fortgesetzt werben soll. Die Frankfurter Wagen sind den Straßenbahnwagen äußerlich ähnlich, mit seitlichem Zugang und Luftreisen versehen, haben jedoch keine Decklihe. fpd. Frankfurt a. M., 8. Oft. Auf dem Hauptbahnhof einer Rachbarstadt wurde ein Landwirt durch einen plumpen Trick um mehr als 1000 Mk. geprellt Auf dem Bahnsteig gefeilte sich zu dem Landwirt em Unbekannter, dem sich bald darauf rin zweiter Unbekanntes anschloh, da sie alle drei angeblich das gleiche Reiseziel hätten. Um den richtigen Zug festzustellen. schickte der eine der Gauner den zweiten zum Fahrplan. Als Pfand, daß er richtig zurück- fomrne, mußte er seine gefüllte Brief- tasche zurücklassen. Rach einiger Zeit kam er zurück und erhielt seine Brieftasche wieder. Er batte aber nur den nächsten Zug nachgeseben, unb da man auch die folgenden wissen wollte, mußte nun der Landwirt nochmal zum Fahv» blan gehen. Auf Veranlagung der beiden ©inner ließ er seine Brieftasche mit über 1000 Mark a l s Pfand zurück. Als er wieder und dem golbgrünen Rhein, aus dem jetzt bie silbernen Rebel stiegen, war ihr nichts geblieben als die Erinnerung. Am elften Ianuar durfte sie Hanns In< gold zum erstenmal besuchen. Der Arzt hatte fie in seinem Sprechzimmer empfangen. „Gnädiges Fräulein, ich weiß, bah ich Ihnen ein großes Opfer auferlegt habe, aber ich habe damit gerechnet, baß ich kein empfindsames junges Mädchen, sondern einen beherrsch- a 5» Jlrf . Hcinric Lzuge & j Sd afl * J crb mci tob ö>or* ber Jaber in " ISTPlombe w Mub $ M w ® vtf-S-S flr.bung6i,uu Dlotlo I Vrotzflugzer F t Gründer Endete Lrciinolvrrg EAr 'Elfart. Das nad) 8rn *' A 5 (1 Ie9t ?n. ^«ntoffi M .,. Ä ^rrij •.rr!S*lk b%b3Ä,«h QuStitef»»9e len- Sk. ***&*>•£ fi* u»'faV?l,t V1" eSkn aul' °» ^hS^.ct fchSrä Ä WwTft* IS Kg entsp^'nvriei, 1 M«eSV6» 2«. '.°us ihre Ag? ? 6ie Stimm? H un6 2" ’S L. 1 tt’jRommen 1 thi L «--->--) £&■ * °urdi üfaiife®«» »Meute L"^L hen. Dix ti$fi-Ocölanbf(äN o. bes-afiigen die jfoS ^verbesseruilgsgrnvss«, H völlig bnb ÄS!1 biensibarK brdruirick dieses ^Eenm Gemeind» 9-et. die gevissermben - ^ahre 1924 anzuspreche "ung soll so erfolge?, ®®» unö Kreis [i$ an und gleiche Deiche zur .erbet handelt es sich um i..TL, 8. Oh. Seit 1. Ob SänMg der Vkahenbahn. tfte Autobuslinie in ^obn nicht bedienten Tort» htunoü'e-Escbenheiiner gaffe eingerichlrt vockn. ter neuen steinernen DM len bis zum Dahnjo/ 'vrtgefeyt werken soll. Dr nd den birahenbahniraM Ä seitlichem Zugang uni laben zedoch leine Mi|t t a. M, 8. Oft. Aus kc "&F*»** Mchharstadt wurde eie t plumpen Trick um mehr !prelll. Aus dem Bah» *?m Landwirt em UnSefanr- rauf ein zweiter Mtfanti i drei angeblich das gleich n den richtigen Zug fefly ine der Dauner den zwei» Mund, dah er richtig-M» l-i™ «e|ÜIltE,.?w Dach einiger &A ta« eine Brieftasche wieder. S- nächsten 3ua ,«WJ} ie folgenden wissen VE dvirt nochmal zum-ähr' itnsche mit über lovu K ,,tU W « e* 1UU Mfl< I« 4"* * Jftn * il6, Ä*ök M mut S^/^rffofletL* t m rS^Jf*** t auf und reW ihr * L Zräulem au» sehen 6«ru^,' nicht d-j PftrSÄ lng über n Ms U . schwarzen Lr-> jugenbli'-bl'L EMing Wrllog 6 Haar, B«- r=»:l - i» n, dl ende" sAler ö^M li und Sie w ^.z wf*6* , c Itt": Rlam, waren die beiden Bauernfänger nalürüd) über alle Berge. Man fragt sich wirklich, ob man mehr die Plumpheit des Tricks oder die WMmheit des Betrogenen belachen soll! — Der Arbeitslose Heinrich Spieß hatte in dem Per- «enzuge 972 Frankfurt a. M.—Darmstadt den ft fragen zwischen den Bahnhöfen Louisa inb Isenburg erbrochen und eine Reihe Pa- fde, die ihm wertvoll schienen, geraubt. Den Raub warf er nach und nach auf die Strecke, hat aber in der Dunkelheit nicht alle Pakete i>jedergcsunden. Dadurch und durch die Verletzung brr Plombe wurde die Eisenbahnpolizei auf Raub aufmerksam und konnte in der verflosse- nrn Rächt den Dieb auf frischer Tat unweit Isenburg ertappen und verhaften. Spies; rxttte sich beim Rahen der Beamten unter dem Sagen versteckt, wo er aber rasch entdeckt wurde. ' St will auS Rot gehandelt haben. Die Pakete ^hielten neben manchem anderen auch Pelze, Kleidungsstücke und Lebensmittel. - Notlandung eines Nrohflugzeuges bei Grünberg. t Grünberg, 8. Oki. Gestern nachmittag ondete zwischen Grünberg und Lauter ein breimotoriges Verkehrsflugzeug l Zwölfsitzer) wegen Defekts von zwei M o- iÖten. Die Rotlandung verlief glatt, die sechs «l.eisenden fuhren abends mit der Dahn nach, ihanlfurt. Das Flugzeug kam von Essen und mitte nach Frankfurt. Die Piloten gedenken die i-ohrt voraussichtlich am Freitag fortzusetzen. Die D. D. P. Darmstadt gegen den Oberbürgermeister. 4 Darmstadt, 8. Oft. Die Deutsche D-olkspartei in Darmstadt hat an den Ober- ciLrgermrister Dr. Glässing ein Schreiben gerichtet, in dem erklärt wird: Die Stadtverordnetenfraktion der Deuts che n N olkspartei stellt mit Bedauern seft, dah die zu wiederholten Malen und trotz wiederholter D ersuche, im Wege der Aussprache eine andere Haltung bei Ihnen herbeizuführen, in wichtigen politischen Fragen sich in dem schärfsten Gegen- gch zu der ausgesprochenen Haltung der Deuten Dolkspartei gesetzt haben und dah Sie eine mit der Haltung der Sozialdemokratischen Partei ibereinstimmende Stellungnahme der Aeberein- Nmmung mit der Deutschen Volkspartei borge- ■?STte Propaganda machte, die Ausstellung russischer Heimkunst, die gute, oft eigenartige Qualitätswaren brachte, und die Kunstmesse im Römer zogen viele Besucher an. Amtsgericht Giehen. * Gießen, 6. Ott. Einem hiesigen Steuer- iolen R., der auch das Cinziehen von Vereins» kiträgen besorgt, waren 100 Mark in Papier- - Ceft. abgeft Prcg .... Beli rad . . Dudapelt. . Dul,arien Lissabon . Danzia. . . -fionftcmtin. Alben. . . Canada. . Uruguay 168 59 1,721 13,62 83,40 101,17 112,56 10.555 16.83 20,311 4.195 19,40 KO 87 60,30 1.717 0.627 59,17 12,42 7.4.3 5 872 3,045 21 225 80,55 2,405 6 09 4,195 4.205 Bc NV.0I 1,725 -8,86 83,60 101, »3 112,84 10,559 16.87 20,361 4.205 .9,44 81,07 60,46 1,721 >.629 59,31 12.45 7,45 5,8'2 3,055 21,275 80.75 2,415 ii-11 4,207 1.215 n f n o t e 168,62 1.723 18.84 82.35 101,22 112.44 10,555 16-81 20,316 4,195 19,44 80.88 60,31 1,716 1.629 59,17 12,425 7,4.3 5,875 3,05.1 21,225 >0.50 2.435 6.04 4.195 4 26 N. 169,04 1,725 18,88 82,55 101,48 112,72 10,595 16.88 20,366 4,2)5 19,48 81,08 60.47 1.720 0.63'5 69,31 12,465 7.41 5,8)5 1,065 .0,275 80.75 2.415 0 11 4.205 4.26 Berlin, 8 Oktbr Geld Arier ?lmcrikonische Note»..... 4,18.5 4.205 Belgische Noten........ 18,78 18,88 Dänische Noten........ 100,95 101,45 Englische Roten. ....... Frant»silche Note« ...... 20,27 19,41 20,37 19 53 Holländische Noten...... 148,23 169,07 Jtallenilchr Noten...... 16,86 16,94 Norwegische Noten...... Dem 81,05 Spanische Noten....... -.0.10 >0.4U Tschech.ll.waklsche Noten . . 12.285 12.445 Ungarische Noten . ...... 5.825 5.865 Frankfurter AbendvorsL. Frankfurt a. M. 8. Ott. Die freundliche Stimmung des Mittags- und nachbörslichen Verkehrs hielt auch an der heutigen Mendbörse weiter an . Ein Teil der Kurse zog erneut leicht an, doch war daS Geschäft auf allen Märkten gering. 1902er Russen und Anleihen waren gesucht und fest. Starke Rachfra^r bestand für Phönix-Aktien, die um l/4 Prozent höher wurden. Die Börse schloß in festerer Haltung. Deutsche Anleihen: 5pro-«ntige ReichSanleih« 0.2271 /., 4prozentige Schutzgebiete 5,45. Ausländische Renten: 4proz,ntige Bagdad H 6*/« bis 6,80, 4prvz«ntige Zolltürken 7,70. Bankaktien: Commerzbank 94 (Medio 94), Darmstädter 104, (Medio 104), Deutsche Verein-Pank 101 (Medio 101,5), Dresdener Bank 100, Mittel- deutsch: Kredit 92, Reichsbank 1321/,, Oester- reichische Kredit 7,30. Bergwcrks.iklien: Kall Aschersleben 113, Rheinstahl 55. 3nbuftrieafticn: Dyckerhofs & Widmann 33, Elberfelder US'/,. Elektrisch Licht und Kraft 92, Goldschmidt 67* 4. Höchster 116V., Holzverkohlung 51L, 3nag 0,41, Zunghans Krauß Lokomotiv 35. Zucker Baden 55, Frankenthal 56. Privritätsvbliga- tionen: 41/» Anatolier II 6,90, 3prozentige Saloni- que Monastir 10. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Ott. Rachdem bereits vorbörslich die Rachrichten aus Locarno eine freundliche Stimmung hervorgerufen hatten, setzte die Börse auf allen Marktgebieten lebhaft und f e ft ein. Die Meldungen von der Zusammenkunft Dr. Luthers und Briands und vor allem die hieran geknüpften zuversichtlich klingenden Aeußerungen der beiden Staatsmänner haben die Stimmung der Börse sehr gefördert, zumal auch verlautet, dah das Ausland, besonders England und Holland. Kaufaufträge hierher gelegt hätten. Die Mitteilungen von der Erhöhung des Mit-telstandSkredileS auf 66 Millionen Mark wirkten stimulierend und nicht zumindest knüpfte auch die Börse an die bevorstehende Reise Dr. Schachts nach Amerika Hoffnungen auf eine Besserung der Geldkalamität in Deutschland. Die Mitteimngen der Manncs- mann-Rdhrenwerle über eine Besserung des Absatzes sanden unter diesen Umständen mehr Beachtung als die bevorstehenden weiteren Be- triebSeinschränkungen beim Bochumer Bergwerksverein. Die Börse ist überhaupt geneigt, die Lage der Industrie etwas zuversichtlicher zu beurteilen. ES ist ja auch nicht zu leugnen« daß im Ruhrkohlenbergbau der Gipfel der Schwierigkeiten überwunden sein dürfte .sofern nicht die Bergarbeiter durch übertriebene Lohnforderungen der Besserung erneut Einhalt tun. Am Montanmarkt brachten die ersten Kurse bereits Besserungen von 1 biS 2 Prozent und nach Festsetzung der ersten Rotierunge« machte die Aufwärtsbewegung weitere Fortschritte. Harpener erreichten wieder den Parikurs. ManneSmann gewannen durch die Mitteilungen dieser Gesellschaft fast 3 Prozent. Bankaktien waren durchschnittlich um 0,5 Prozent gebessert. Bon Elektr oaktien standen ATG. aus den bereits gestern gemeldeten Gründen im Bordergrunbe deS Interesses und erzielten lebhafte Steigerungen. Auch Farbwerte waren stärker gefragt, namentlich Badische Anilin. Man rechnet hier mit einer Opposition der Aktionäre gegen die beabsichtigte Gleichstellung mit den übrigen Werten der Interessengemeinschaft. Am Rentenmarkt blieb das Interesse für Schutzgebiet rege, der Kurs stellte sich anfangs auf 5,65, später auf 5,55. Kriegsanleihe 0,22778 fester. y> Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 8. Ott. ES wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 23, Roggen, inländischer, 17.25, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26, Hafer, ausländischer. 19.50 bis 21, Mais (gelb) 19.50, Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 37 bis 37.25. Roggenmehl 25 bis 26.25. Weizenkleie 9.75 bis 10, Roggenkleie 10.25 bis 10.50« Tendenz -Schwächer. Frankfurter Schlachtviehmartt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M, 8. Oft Auftrieb: 2 Rinder, 907 Kälber, 1027 Schafe, 916 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 90 bis 95, mittlere Mast- und beste Saugkälber 80 bis 88, geringere Mast- und gute Saugkälber 70 bis 78, geringe Saugkälber 60 bis 68. Schafe: Mastlammer und Masthämmel 50 bis 54, geringere Masthammel und Schafe 40 bis 48, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschase) 30 6i8 38. Schweine. Bollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 88 bis 90, vollfleischige unter 80 Kilogramm 78 bis 85, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 83 bis 90, vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 88 bis 90, unreine Sauen und geschnittene Eber 70 bis 80. Marktverlauf: Kleinvieh lebhaft, Schweine ruhig, Markt geräumt Bt • ",2t V-;c*‘.t:‘ —.börse. Berlin, 8. Oft. Der Produktenmarkt erlitt durch die wieder abgeflauten Auslandskurse ebenfalls eine Abschwächung. Die Preise gaben ca. 3 bis 4 Mk. nach. Bon einer GeschaftS- belebung war nichts zu merken. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märt) 210 bis 212, Weizew (Oktober) 228 bis 228.50, Weizen (Dezember) 230 bis 229.50, Weizen (Marz) 234 biS bis 233, Roggen (mark.) 152 bis 154, Rogge« (Oktober) 168 bis 167.50, Roggen (Dezember) 171.50, Roggen (März) 180, Gerste (märt) 210 bis 233, Futtergerste 170 bis 175, Hafer (märt.) 182 bis 190, Hafer (westpr.) 174 bi« 181, Hafer (Dezember) 185, Hafer, iMärz) 190; für je 100 Kg.: Weizenmehl 27.25 biS 31.25, Roggenmehk 21.75 bis 24.25, Weizenkleie 10.25 bi« 10.50. Roggenlleie 8.90 bis 9.10, Biktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Speileerbsen 26 bis 28, Futter- erbfen 21 bis 24, Wicken 22 bis 25, RapSkuche» 14.50, Leinkuchen 21.30 bis 21.60, Trockenschnihel 10 bis 10.25, Torfmelaffe 8.50 bis 9. Kartoffelflocken 14.60 bis 15.20, Zucker 20 bis 20.20. AunS,unk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Ea-rrstag, 10. Oktober: 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert deS HausorchesterS: Reue Tanzmusik. 6 biS 6.30 ähr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus „Die rote Koppel", eine Tiergeschichte von Svend Fleuron. 6.30 biS 7 ilfcr: Der Briefkasten. 7 bis 7.30 injr: Die Bücherstunde. 7.30 bis 8 illjr: Stenographischer Fortbildunas- kursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8 bis 8L0 ilßr: Stunde des Frank» furter Bundes für BollSbildung — Dvrtrag von Prof. Dr. v. Düring: „Reuere Anschauungen der Seelenfunde" (nachgeholt). 8.30 Uhr: Pre- ciosa. Schauspiel in 4 Aufzügen von Pius Alexander Wolff. Musik von Earl Wart« v. Wsber. __u Springmann’s Schuhe! Wie früher! Gute Schuhe Billigste Preise! Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster! <3rof;e Auswahl! Landingstraße 6 MarktstraÄe 1" Warme Schuhe sehr billig Bahnhofstraße 58 9411a leit. 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Die rückständigen Beiträge zurKranken- laste, und ErwerbSlosenverstcherung für den Monat September 1925 können noch bi- zum 14. Oktober ds. IS. ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf Lieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Sie Einzahlung kann täglich, ausgenommen SamStag, von 8 bis 1 Ahr bei unserer Kaffe oder auf unser Postscheck- konto.stlmt Frankfurt a.Main Oli.lO 833 mit Saaleinweihung nach Alten-Buseck am Sonntag, den 11. Oktober. Für Speisen und Getränke ist besten» gesorgt. — Prima Jhring-Dier. ** ES lad. em: Der Festw. Ludw. Ovver 1L Schuhhaus Herbert Gießen, Marktplatz 2, neben der Engel -Apotheke Gräfin Agnes Esterhazy Asta Nielsen, Greta Garbo, Einar Hanson, Karl Ettlinger Aufführungen: 4 U hr, 6 Uhr u. 8.15 Uhr Jugendlichen lat der Zutritt verboten! Anzüge in allen Farben 71! mir Ates Schuhgeschäft Hansa LKLLL u . ... Handelsschule mit Waren und Ladeneinrichtung Uff ppi8 vOßH preiswert za verkaufen. 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