Mittwoch, 9. September 1925 Nr. 211 Erster Blatt (l> <75. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvtk und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch' und Steinöruderei B. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: 5chnlstrahe 7. Annahme van An,eigen für di« lagesnutnmerots zum Nachmittag vorher ohne jtbr'ilerbinblidikfit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 (Bolbpfenrriq; für Re- Klame-Anzeigen d 70mm Breite 35 (Bolbpfenntg, Platzvorfchrist 206/e Sbif • schlag. - Verantwortlich für Politik il Feuilleton: Dr. Friebr. Will». Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Derk, sämtlich in Gießen Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. veilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monat».Vezvgspreis: 2 Doldmark u. 20 Bold» Pfennig für Träqerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge Höherer Gewalt. Fe r n s p r e ch.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lagundGeschaftsftellebl. Anschrift für Drahtnach» richten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: -rantsurt a. M. 11688. NeueSchlappe ber Spanier Mißglückter Landuugsversuch bei AlhucemaS. London, 9. Sept. (DTD. Junkspruch.) meldet aus Tanger, ein vom Haupt, quartier Abo e l Krims herausgegebener Bericht besagt, dost die Versuche der Spanier, bei Wad.Lau Truppen zu landen, zurückgeschla» gen wurden. Hier seien 7 Schiffe und bei Alhucemas 14 Schiffe versenkt worden. Der Berichterstatter teilt mit, dast eine Bestätigung dieser Meldung in Tanger nicht zu erlangen war. Aach Aussagen von Aisanhängern feien an der ganzen Küste von Rifkriegern Minen gelegt worden. Wie dagegen in Madrid amtlich bekannt gegeben wird, ist-es gelungen, spanische Truppen in der Ducht von Alhucemas zu landen. Ueber die Landung hat General Primv de Aivera, der sich an Bord des Schlachtschiffes „Alfonso XIII " befindet, folgenden IunksPruch an den König und die Regierung gerichtet: Heute Wittag sind die Truppen in der Ducht von Gedadilla gelandet. Um 12.30 Uhr haben fie nach kurzer Artillerievorbereitung und ohne auf Wider ft and zu st osten, Stellung bezogen. Die Landung ist auf der Halbinsel Morro Ruovo (AlhucemaSbucht) erfolgt. Die Pariser Morgenblätter bringen Ein- zelh e iten über den mißglückten Landungs- Versuch bei Alhucemas. Französische und spa- nische Schisse hielten vom Sonntag abend ab die Küste ständig unter Feuer, und, nachdem man die Aisstellungen für genügend erschüttert hielt, schritt man gestern zur Landung. Es zeigte sich jedoch sofort, daß die Artillerie b e r Rifleute nicht zerstört war. Auch hatte das Artillerieseuer aus die Felsenstellungen der Rifleute wenig gewirkt; die Verteidigung hatte die besten Abwehrmaßnahmen getroffen. Gin Torpedoboot lief auf eine Mine in der Ducht von Alhucemas und muhte, schwer beschädigt, von einem Linienschiff abgeschleppt werden. Auch das spanische Schlachtschiss „Al- sonS 13“ hat durch Artilleriefeuer schweren Schaden erlitten. Primo de Rivera, der sich*an Bord dieses SchifseS befand, muhte sein Hauptquartier auf einen anderen Kreu - zerverlegen. Das fpanisch-französische Oberkommando gibt bekannt, dah am Dienstag nach gründlicher Artillerie-Vorbereitung noch einmal ein Landungsverfuch unternommen werden soll. Abd el Krim setzt seine Angriffe vor allem an bet spanischen Westfront energisch fort. Es ist ihm jedoch bisher nicht gelungen, die spanischen Linien zu durchbrechen, obwohl sich die Spanier eine große Strecke zurückziehen mußten. Spanische Flugzeuge warfen im ganzen Rifgebiet Ausrufe Primo de Riveras ab. worin bic Bevölkerung aufgeforbert wird, Abd el Krim zu verlassen. Er droht den Stämmen schärfste Strafen an. Alle Leute, bic gegen Spanien kämpfen, würben von ben Spaniern als Rebellen behanbelt und erschossen werden. Sollten die Rifleute an spanischen Gefangenen Vergeltung üben, so werde er das Gleiche an ben gefangenen Rifleutcn tun. Rach ben letzten Meldungen aus Tetuan erwartet man heftige Angriffe der Rifleute auf bic spanischen Stellungen, bic gestern während bes ganzen TageS von schweren Geschützen Abb el Krims beschossen wurhen. Die Artillerie ber Risleute steht in Höhlen, so dah fie von ben Fliegern nicht aufgefun- ben und unschädlich gemacht werden kann. Das Artilleriefeuer hat in ber Stabt große Beunruhigung hervorgcrusen unb viele Menschenleben gefordert. Auch im Raum von 3f fual setzten die Rifleute ihre Angriffe trotz schwerer Verluste hartnäckig fort. Die Araberstämme, bte noch vor kurzem mit den Franzosen wegen Unterwerfung verhandelten, haben die Verhandlungen abgebrochen und beteiligen sich wieder an den Kämpfen gegen die Franzosen. Unter den Araberstämmcn hinter der französischen «zront macht sich wieder eine besonders starke Propagandatätigkeit der Agenten Abd el Krims bemerkbar. Der U m s ch w u n g in der H iltung der Araberstämme wird daraus zurückgoührt. daß sich die Kerntruppen der Rifleute an den Kämpfen beteiligen und die Angriffe von Abd el Krim persönlich geleitet werden. Rückkehr des Reichspräsidenten aus Bayern. Berlin, 8. Sept. (I.U.) Der Reichspräsident ist heute nachmittag 3 Uhr nach mehr als drei- wöchigem Aufenthatt in den bayrischen Bergen wieder nach Berlin zurückgekehrt. In Dietramszell hatten sich vor dem Schlosse, in dem sich Reichspräsident von Hindenburg von seiner liebenswürdigen Gastgeberin Frau von Schilcher verabschiedete, die Feuerwehr und die Zöglinge des Klosters ausgestellt, die dem Scheidenden Blumensträuße überreichten. Die Landbevölkerung, die sich gleichfalls angesammelt hatte, begrüßte den Präsidenten nochmals stürmisch, als er den Kraftwagen bestieg. In Holzkirchen war auf dem beflaggten Marktplatz die Schuljugend aufgestellt. Als der Zug des Reichspräsidenten Holzkirchen verließ, ertönten jubelnde Hochrufe. Hindenburg rief wiederholt zum Abschied: „Auf Wiedersehen" zu. In München hatten sich zur Begrüßung auf dem Hauptbahnhos Eisetzbahnpräsident von Volker und der Vertreter des Reiches in Bayern, Herr Völkerbund und Sicherheitspakt. An einem Septembertagc 1924 hielt ber ba- malige französische Ministerpräsident Herrivt in Gens eine programmatische Dölkerbundsrede; im September 1925 tat sein Rachfolger Pain- l e v 6 das gleiche. Painlevös Rede, die am Stecken eines ausführlichen Manuskripts gemächlich baßer zog. soll ein erheblich weniger großer rednerischer Genuß gewesen sein, als bic temperamentvolle Improvisation seines Vorgängers. Painlevö war zum Vorsitzenden der diesjährigen Völlcrbundstagung bestimmt und hatte bic Ausgabe, die Fortschritte festzustellen, die der Völkerbund auSweisen muß, um sein Re- nomme zu wahren. In wesentlichen Punkten bildeten die Ausführungen Painlevös eine bloße Reueiukleidung längst ausgesprochener und immer wiederholter Gedanken. Hierher gehört z. D. die Bemerkung, daß der Völkerbund einen neuen Seelen- zustandunter den Völkern schassen müsse. Wenn die Idee des Völkerbundes so siegreich vorwärts marschiert wäre, wie Painleve dies an einer anderen Stelle seiner Rede schilderte, so hätte der neue Seelenzustand schon längst geschaffen sein müssen. Gewisse übervorsichtige Entscheidungen, die der Völkerbund seit seinem letzten Zusammentritt gefällt hat, vor allem aber die Art und Weise, wie die einzelnen Völker auf die Schiedssprüche deS Völkerbundes reagiert haben, beweisen eigentlich, baß der alte Seclenzuslanb noch längst nicht aus- gerottet ist. Dadurch, daß Painlevö sich einer ausführlichen Rieberschrift bediente, hatte er die Möglichkeit, die verschiedenen Klippen, die sich einer Rundfahrt um die Arbeitsgebiete des Völkerbundes entgegenstellen, in vorgezeichnetem Fahrwasser zu umschiffen. Die mannigfachen unb sehr schwerwiegenden Gegensätze, die in einer Reihe von Fragen zwischen dem französischen und dem englischen Standpunkt bestehen, wurden höflich als die Folgen „raffenmäßigec Verschiedenheit" erklärt. Chamberlain hat diese Bemerkung mit einem halb dankbaren, halb ironischen Lächeln quittiert. Das Kernstück der Painleveschen Rede war natürlich die Sicherheitsfrage, an der sich der Völkerbund auf seiner Icßtjäß eigen Tagung die Zähne ausgebissen hatte. Der Enthusiasmus, mit welchem damals das Genfer Protokoll aufgenommen worden war. ist inzwischen längst einem großen Katzenjammer gewichen. Painlev6 glaubt Frankreichs Anhänglichkeit an das durchgefallene Protokoll dadurch bekräftigen zu müssen, daß er Frankreichs unveränderte Zuneigung gegenüber dieser Lösung der' Sicherheitsfrage betonte. Vielleicht hat er aber diese Bemerkung nur gemacht, um gleichsam in Gedankenstrichen hinzuzufügen, daß Frankreich auch heute noch den Geist der Gewalt mit derselben Energie zurückweife wie damals, als es das Opfer dieser Gewalt gewesen fei. Vermutlich hätte ein deutscher Delegierter in Genf die nächste Gelegenheit b-' nutzt, um diese Anspielung auf Deutschland- Schuld am Weltkriege gebührend zurückzuweisen Im vorigen Jahre lobte Herriot den Vor sailler Vertrag: in diesem Jahre toärir fein Rachsolger Painleve längst widerleg!. Kriegsschuldmärchen aus. Es ist schwer zu sagen, ob man daraus rein gefühlsmäßig den Schluß ziehen soll, daß wir zur Verbreitung besserer Aufklärung in den Völkerbund Hinei' müssen oder aber zur Vermeidung politischer Anrempeleien besser draußen bleiben. Painleve hat den jetzt in Verarbeitung 6c- kindlichen Sicberheilspakt als eine „Einschränkung" gegenüber der vor einem Jahr in Aussicht genommenen Lösung der Sicherheitsfrage bezeichnet. Damit soll der Welt die ziemlich unverhohlene Abneigung, die das amtliche Frankreich anfänglich der deutschen Anregung entgegengebracht hat. motiviert werden. Frankreich hat. — so wollte Painleve seine Genfer Zuhörer glauben machen —. bis zuletzt an der Hoffnung feft» gehalten, daß die umfassendere Lösung in der Sicherheitsfrage angenommen werde. Erst als sich die'e Hoffnung als trügerisch erwies, haben sich Painlevö und Briand schweren Herzens zu dem von Deutschland dargebotenen Surrogat bekannt. DieS stimmt zwar nicht mit den Tatsachen überein, hört sich aber gut an unb löst den Beifall derjenigen aus, die für ihr Ideal mehr äußere Schönheit als inneren Wert herbei- wunkchen. Man kann Herrn Painleve beim besten Willen nicht zustimmen, wenn er behauptet, daß der jetzt in Aussicht genommene Pakt ohne die Verhandlungen des Völlerbundes in der Sicher - heitssrage vom vorigen Jahre nicht möglich gewesen wäre. In Deutschland hat man damals mehr mit Belustigung und Ironie als mit Emst und Begeisterung die krampshasten Versuche der Ocnfcr Völkerbundsleute versolgt. das Wesen eines „Angrifses" eindeutig sestzulegen und eine unter allen Umständen wirksame Exekutive gegen Friedensbrecher sicherzustellen. In diesen Beratungen ist allen Ernstes von der Schaffung eines Völkerbundsgeneralstabes die Rede gewesen, der alle möglichen Kriegskombinationen vorher auszuarbeiten und aktenmäßig festzulegen hätte. Was Painlevä über bic Möglichkeit Deutschlands. schon recht bald in ben Völkerbund eituu- treten, sagte, war nicht überwältigend. Er referierte lediglich über den Rkeinungsaustausch. der zwischen der Reichsregierung und dem Dölker- bundsrat in dieser Frage stattgefunden hat. und versicherte, daß die Völker ihren Willen auf die „Ueberwindung des Mißtrauens" richten müßten. Der Redner vergaß .hinzuzufügen, daß Deutschlands Mißtrauen in vielen Punkten gerechtfertigt sei. Wir werden erst dann in den Rölferbunb eintreten können, wenn die Völker- bundsmächtc die Gründe für unser berechtigtes Mißtrauen beseitigt haben werden. Dr. Gaus zum Bericht bei Stresemann. Berlin. 9. Sept. (Prlv.-Tel.) Mehrere Blätter melden, daß sich Ministerialdirektor (Baus in Begleitung des Staatssekretärs von Schubert heute nach Norderney begeben wird, um dort dem Reichsaußenminister Stresemann übet das Ergebnis der Londoner Besprechungen der juristischen Sachverständigen Bericht iu erstatten. Red) 2Uf'.bü rgen ber „vussisch.n Zeitung" unb des „vorwärts" aus Genf soll der deutschen Regierung als Datum für den Zusammentritt der Minisker- konserenz über den Sicherheitspakt der 29. September oorgeschtagen worden sein. 3m übrigen fei Im Auswärtigen Amt eine offizielle Einladung noch nicht eingetroffen. Vie Minisierzusammenkunst. Die Antzenminifter bei Baldwin. G e n f, 8. Sept. (TU.) Painleve. Chamberlain und Briand begaben sich heute nachmittag nach Aix-Les-Dains, um dem dort weilenden brittschen Ministerpräsidenten Daldwin einen Besuch abzustatten. Bei dieser Gelegenheit wurden die Berichte der Londoner .ichverständigen einer genauen Prüfung unter- gen. Weiter wurde über die bevorstehende Z u- nmmenkunftderalliiertenMinister lit D r. Stresemann Beschluß gefaßt. So- j wohl in englischen als auch in französischen maß- j gebenden Kreisen war man nicht abgeneigt, der ufammcnfunft der Minister einen bedeutsameren barakter durch die Teilnahme der Minister- .äsidenten zu gehen. Diese Anregung, die ur- prünglich von deutscher Seite ausging und durch ie Wsicht Mussolinis, an den Besprechungen teilzunehmen, neue Rahrung erhielt, war heute ebenfalls Gegenstand der Ministerbesprechungen in Aix-Les-Dains. Painlevö, Briand, und Chamberlain sind von ihrem Besuche in Aix-les-Bains zurückge- kehrt. Sie versicherten der Presse, sie hätten Baldwin einen reinen Höflichkeitsbe- s u ch abgeftattet. Jede weitergehende Aeußerung wurde von den Ministern mit scherzenden Worten verweigert. Kurz nach seiner Ankunft hat P a i n- leve den aus Südamerika zurückgekehrten Direktor des internationalen Arbeitsamtes Albert Thomas empfangen. In Genf traf der französische juristische Sachverständige Fromageot ein. Heute abend soll von H a n i e I, eingefunden, ber dem Reichspräsidenten erklärte, sein Aufenthalt in Bayern und die Fühlungnahme mit der Bevölkerung hätten aufs neue zur Festigung des Bandes zwischen Nord unb Süd beigetragen. Der Reichspräsident von Hindenburg ist am Dienstagabend 8.48 Uhr wieder in der Reichshaupt st adt eingetroffen. Zum Empfang waren am Bahnhof erschienen der Der- treter des Reichskanzlers, Reichswehrminister Dr. Gehler, und die Herren des Bureaus des Reichspräsidenten. Dienstprämien für Staatsarbeiter. Berlin, 9. Sept. (241.) Der Reichsfinanzminister hat eine Verfügung erlassen, wonach Staatsarbeitern, die 25 Jahre im Dienst sind, wie vor dem Kriege eine einmalige Prämie von 100 Reichsmark zu gewähren ist. Der Erlaß ist auf mehrfache Anregung des Reichswehrministeriums ergangen. (Bei bereits abgebauten Arbeitern, die bei 25jähriger Dienstzeit keine ^Dienstprämie erhalten hatten, kann die Oberste Verwaltungsbehörde die nachträgliche Bewilligung anordnen. damit Harten vermieden werden. Lohnempfängern. die der Angestelltenversichc- nrng unterliegen, wird keine Prämie gewährt, dagegen können Dien st Prämien aus Anlaß der Vollendung von 40 oder 50 Dienstjahren im Einzelfalle mit Zustimmung des Reichsfinanzministeriums gezahlt werden. Um öas hessische Wahlgesetz. (Bon unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt, 8. Sept. Im Landtagsgebäude war heute nach langer Pause reges Leben, da der Präsident für heute den Vorstand und den Aeltesten» rat sowie den Gesetzgebungsausschuß zu einer Be» sprechung über die neue Vorlage über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreise und Provinzen) eingeladen hatte. Bekanntlich ist dem Landtag im Juni bereits eine größere Vorlage zu- gegangen, in der das Wahlrecht zu den Selb st Verwaltungskörperschaften von Grund aus neugeordnet wird. Diese Vorlage konnte aber wegen der vorgerückten Zeit während der Sommertagung nicht mehr beraten werden. Die Regierung hatte auch nicht mehr damit gerechnet, daß dieses Gesetz noch für die kommenden Wahlen in Betracht komme, sie hat deswegen die Abände- rungsoorschläge zu dem jetzt geltenden Wahlrecht vom Jahre 1922 dem Landtag zur Annahme unterbreitet. Es hätte nun die Möglichkeit bestanden, der Regierung die Befugnis zu geben, die Abände- der endgültige Text der Einladung, die an Dr. Stresemann zu der Lausanner Konferenz ergehen soll, festgefetzt werden. Die Emlabung wird von Chamberlain. Dandervelde. Briand und Scialoja unterzeichnet sein. Vandervelde wird Gens morgen verlassen, um einen kurzen Urlaub im Süden zu verbringen. Briand beabsichtigt. dieser Tage nach Paris zurückzukehrcn Chamberlain wird sich eine kurze Ruhepause gönnen, die er in der Schweiz verbringen will, um dann erst gegen Schluß der Völker- bundstagung nach Gens zurückzukehren. Die Stadtverwaltung von Lausanne bat mitgeteilt, daß sie glücklich sein werde, die Außenminister zu der geplanten Konferenz zu empfangen. Belgien auf der Zuristen- konferenz. (Sine Unterredung mit dem Sachverständigen Rolli«. Paris, 8. Septbr. (WTD.) Der Sonderberichterstatter der Havasugentur in Gens batte eine ilntcrrebunfl mit dem belgischen Sachverständigen R ol I i n. in der dieser u. a. erklärte Die aus London verbreiteten Rachrichten, denen zufolge bei den Sachverständigenverhandlungen Belgien die deutsche These unterstützt hätte, sind völlig aus der Luft gegriffen. Tatfache ist. daß die Londoner Beratungen sich von Anfang bis zu Ende in einer Atmosphäre der Herzlichkeit abgespielt haben, die man vielleicht noch niemals, selbst nicht in Genf, angetroffen hat. Wenn ich mich nicht gegen die englischen oder sranzösischen Vorschläge habe zu wenden brauchen, so hatte das darin seinen Grund, daß zwischen diesen und den deutschen Vorschlägen die Differenzen bedeutend weniger ausgeprägt waren, als man hätte glauben können. Wir haben in unserem deutschen Kollegen Gaus einen Unterhändler gefunden, der von dem konziliantesten Geiste beseelt war und das erllärt vielleicht daß tn»r recht gute Arbeit verrichtet haben. Heber die genauen Ergebnisse unserer Arbeit kann ich Ihnen nichts sagen. Ich kann indessen versichern, daß wir glauben, de» Boden für die demnächst igen Verhandlungen in nützlicher Weise vorbereitet zu haben. Gaus kannte seine Partner bei ben Londoner Beratungen bereits, denn er hatte schon bei früheren Besprechungen an dem Sicherste itspakt mit gearbeitet. Es ist vielleicht nicht übertrieben, zu behaupten, daß die früheren Zusammenkünfte zwischen Fromageot und Gaus zu der Annäherung bei getragen staben, die bei den Londoner Besprechungen erreicht wurde. Zweifellos bleiben noch große Schwierigkeiten zu überwinden, linier Eindruck ist indessen günsttg. Wir sind glücklich, nach der Fühlungnahme mit den Außenministern fest stellen zu können, daß sie unsere Gefühle teilen. (Bitte zweite Abrüstungskonferenz. London, 9. Sept. (WTB. Funksvruch.) Rach einer Meldung aus Swampscott hat Präsident Coolidge die Absicht, eine zweite 2lbrüstungs-Konferenz einzuberulen, sobald die Umstände es gestatten. Der Präsident widersetzt sich auch nicht der von P a i n l e v ö ausgesprochenen Ansicht, daß die Initiative vom Völkerbund ausgehen soll. Jede Konferenz. die zu einem Ergebnis führe, fei ihm recht. Die Wahl des Konferenzortes f$i eine Frage zweiter Ordnung. Die Türkei besteht auf Mossul Genf, 8. Sept. tWV.) Die Türkei hat ihrer Delegation die Weisung erteilt, unnachgiebig an die türkischen Forderungen hinsichtlich des Mossulgebietes f e st z u h a 11 e n. Mit einer Aushebung der Entscheidung des Dölker- bundsrates wäre die Türkei nur einverstanden, falls gleichzeitig vom Völkerbund eine Volksabstimmung im Mossulgebiet angeordnet rungen auf dem Wege der Verordnung in Kraft treten zu lassen, aber diesen Weg haben alle Parteien in der heutigen Besprechung a b gelernt. Man sprach sich dahin aus, lieber das neue Gesetz in beschleunigter Beratung durchzubringen, als erst die Novelle zum alten Gesetz zu beraten, was allerdings Schwierigkeiten bereitet, als in dem neuen Gesetz manche Punkte, wie z. B. die Aufenthaltsdauer für die Wahlberechtigung il a., voraussichtlich heiß umstritten werden, die Verhandlungen sich dadurch in die Länge ziehen können und das Gesetz nicht so rechtzeitig verabschiedet werden kann,.daß die Wah. len bis Ende Dezember vorgenommen werden können. In diesem Falle soll der Gesetz, gebungsausschuß sich mit dem Landtagspräsidenten ins Benehmen setzen, daß die Geltungsdauer der Amtszeit für die Gemeinderäte und Beigeordneten ufw. um zwei Monate verlängert wird. Der Gesetzgebungsausschuß will am 15. September mit seinen Beratungen beginnen. Als Wahltermin wird vielfach der 22. November oenannt. Sollten sich jedoch Schwierigkeiten bei den Beratungen ergeben, müßte also die Amtszeit der Gemelnderäle oerlängert werden, so muß auch der Wahltermm bis in das nächste Jahr hinausgeschoben werden. würde. Die türkische Delegation wird in diesem Sinne dem Dölkerbundsrat eine Denkschrift über- reichen. Die Finanzkontrolle in Oesterreich. Genf, 8. Sept. (WTB.) Die Frage des Abbaus der Finanzkontrolle des Völkerbundes in Oesterreich stand heute vor dem F i n a n z k o in i - t e e des Völkerbundes zur Beratung. Die Aussprache ergab, daß auch das Finanzkomitee des ! Völkerbundes grundsätzlich für die E in lei-, tung des Abbaus der Kontrolle ist. Das Komitee spricht sich jedoch dafür aus. daß mit dem Beginn des Abbaus ein Delegierter des Völkerbun- । des nach Wien entsandt und der Oesterreichischcn Staatsbank als Beobachter beigegeben werden soll. Da von englischer Seite, wie bereits vor einigen Tagen im Ratskomitee, wiederum mit Rücksicht auf die Interessen des ausländischen Kapitals Bedenken gegen den 2lbbau geltend gemacht wurden, beabsichtigt das Komitee, dem Völkerbundsrat vorzuschlagen, daß sich die österreichische Regierung im voraus verpflichten soll, mit der Wiedereinführung der Kontrolle emverstanden zu sein, falls eine solche sich nach Meinung des Völkerbundes nötig erweisen sollte. Saarländische Wünsche an den Völkerbund. Genf, 8. Sept. (WTB.) Eine parlamentarische Abordnung aus dem Saargebiet hat in den letzten Lagen mit mehreren Ratsmitgliedern Unterredungen gehabt, um eine Reihe von Wünschen der Saaichevölkerung vorzubringen. Die Saardelegation, die bei den Ratsmitgliedern eine entgegenkommende Aufnahme gefunden haben soll, stellt folgende Forderungen: Die Wählbarkeit zum Landesrat, die bis jetzt nur den im Saargebiet geborenen Einwohnern zugestanden ist, soll auf alle Einwohner des Saargebietes ausgedehnt werden; die Saarbevölkerung soll ein Initiativrecht an den Landesrat erhalten, dessen Mitgliedern ferner volle parlamentarische Immunität zugestanden werden soll; die französische Polizei soll völlig aus dem Saargebiet zurückgezogen werden, da die saarländische Ortsgendarmerie zum Schuh von -Ruhe und Ordnung vollkommen ausreicht. Außerdem fordert die Saardelegation die definitive Einführung des jährlichen Turnus für den Präsiden, len der Regierungskommission des Saargebietes und eine Reihe von wirtschaftlichen Zugeständnissen, so Erhöhung der Löhne und der Gehälter der Staatsarbeiter und der Staatsbeamten. Ein neuer Schlag gegen das Deutschtum in Böhmen. Prag, 7. Sept. (Z.1L) wie die „Sudeten- deutsche Zeitung" meldet, spricht man in eingeweih- len Kreisen von der Auflösung der deutschen Technischen Hochschule in Prag in jorm einer sogenannten Vereinheitlichung mit der Technischen Hochschule in Brünn. Das Blatt hofft jedoch, diese Absicht werde an entscheidender Stelle schließlich doch an der Erkenntnis scheitern, daß ein solcher neuer Schlag gegen die deutsche Kultur In der Tschechoslowakei den Bogen überspannen könnte. Deutschenversolgungen in Ost-Oberschlesien. Berlin, 8. Sept. (Wolff.) Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Breslau, daß die Drangsalierungen, denen die Deutschen in Ostoberschlesien . neuerdings wieder ausgesetzt sind, auf ein s y st e - malisches Vorgehen der Polen gegen f- olles, was deutsch ist, zurückzuführen sind. Täglich laufen Meldungen über Bandenüber- '* fälle auf deutsche Ansiedlungen, M i ß- handlungen deutschsprechender Einwohner und Demonstrationen gegen die in Ostoberschlesien verbliebenen Deutschen ein. Auch die Behörden beteiligen sich an diesen Drangsalierungen. So forderte der Bürgermeister von Königshütte, D o m - deck, zum Boykott aller deutschen Waren und Fabrikate auf. Die Entlassungen deutscher Arbeiter und Beamten nehmen unaufhaltsam ihren Fortgang. Am 6. September, an welchem Tage polnische Demonstrationen gegen die Lostrennung Ostoberschlesiens von Polen veranstaltet wurden, wurde die deutschgesinnte Bevölkerung gezwungen, an den Demon- strationen teilzunehmen. Die Umzüge wurden photographiert und an ausländische Zeitungen gesandt. Gegen die deutsche Justiz in Grotzrumanien. Bukarest, 8. Sept. (XU.) Am 15. Sept, wird in den neu angeschlossenen Gebiet*« Rumäniens, in Siebenbürgen, der Bukowina und im Banat, das neue rumänische ® ♦ - richtsgesetz eingeführt. Dieses Gesetz sieht vor, daß die Richter der Minderheiten in die altrumänischen Gebiete verseht werden und an ihre Stelle Richter aus dem Allreich treten. Wie die Telegraphen-Union aas outinformierter Quelle erfährt, wird an dem Tage, an dem das neue Gesetz in Kraft tritt, die Mehrheit der deutschen und ungarischen Richter geschlossen abdanken. Die Advokatenkammern treten mit der Richterschaft solidarisch auf und werden in kurzer Zeit einen lebhaften Feldzug gegen die neue Reform Beginnen Kunst und Wissenschaft. Um Ballings Nachfolge. * Darmstadt, 8. Sept. In der Bürgerschaft wird bereits lebhaft die Frage der Rach- folgeschaft des verstorbenen Generalmusikdirektors Michael B a l l i n g erörtert. Die Mei- arung geht überwiegend dahin, daß für den Posten nur eine Persönlichkeit in Frage kommen kann, die die musikalische Leitung des Hessischen Landestheaters im Sinne Ballings weiterführt, eine Persönlichkeit, die namentlich auch die Musik- dramen Wagners und die klassische Musik als wesentliche Bestandteile der Musikpflege in Darmstadt betrachtet. Es dürfte nicht leicht fein, einen Rachfolger zu finden von der Bedeutung Bal lings, zumal jetzt unmittelbar nach Beginn der Winterspielzeit der Bühnen; aber daß nur ein namhafter Orchesterleiter in Frage kommen kann, wird für eine Stadl mit aller Musiktradition. wie Darmstadt, für selbstverständlich eimchiet. Es verlautet, daß das Oandestheater mit Generalmusikdirektor Leo Blech in Verbindung getreten sei, dem ehemaligen langjährigen Leiter des Orchesters der Staatsoper, der gegenwärtig frei ist. Leo Blechs Gattin, Martha Frank, war hier Opernsoubrette. Blechs Opern „Das war ich", „Versiegelt", sowie „Alpenkönig und Menschenfeind" sind hier aufgeführt worden. Auch war er einmal vor einigen Jahren als Gastdirigent in Darmstadt. Die Jubelfeier der russischen Akademie der Wissenschaften. Leningrad, 7. Sept. (WTB.) Heute hat eine Festsitzung der Akademie der Wissenschaften stattgefunden, an der 150 ausländische Gelehrte und Vertreter fremder Mächte teilnahmen. Die Sowjetregierung war vertreten durch den Vorsitzenden des ZentralvoltzugsausschusseS, Katenin, den Llnterrichtsminister Lunatscharski und den Gehilfen des Volkskommissars für Auswärtiges, L i t to ino f f. -- ä len in führte etwa folgendes aus: „Die Anwesenheit ausländischer Gelehrter beweist, daß die Arbeit der Russischen Akademie für die ganze wissenschaftliche Welt bedeutungsvoll ist. Aber man muh feststellen, daß der russische Beitrag zur allgemeinen Wissenschaft natürlich bescheiden ist. Jetzt ermöglicht es aber die große Revolution der Akademie, sich an die Massen anzuschließen und aus dem Volke neue Kräfte zu schöpfen. Die Aufgabe ist jetzt der älmbau der gesamten Gesellschaft, an dem auch vor allem die Akademie teilnehmen muß. Untere Akademie hat für die Entwicklung der russischen Sprache Außerordentliches geleistet. Es ist aber notwendig, daß sie in eine Akademie der Sowjetunion umgewandelt wird. Sie muß die Entwicklung von Sprache und Kultur aller Sowjetvölker fördern." — Der Sekretär der Akademie, Oldenburg, schilderte sodann die geschichtliche Entwicklung der Akademie und zählte die Institute auf, die nach der Revolution entstanden sind. Das physiko-mathematische, das chemische Institut, das Institut für Platinforschung, für physikochemische Analyse, für Bodenforschung, für Eugenik, das kaukasische und das archäologische Institut. Am Abenb gab die Akademie der Sowjetunion ein Bankett für die in- und ausländischen Gäste. Der deutsche Botschafter Gras Brockdorff-Rantzau beglückwünschte die Akademie im Ramen seiner Regierung. Er betonte, nicht die Gefühle von Haß uni) Liebe seien ausschlaggebend für die Beziehungen der Völker, sondern der Verstand und der Geist. Der Verstand finde eine Ausdrucksform in der Politik, die hier ausgeschaltet sei. Der Geist finde seinen Ausdruck in der Wissenschaft und Kunst. Es bestehe ein großes Verständnis der deutschen Wissenschaft für die Beziehungen der beiden Völker und ihrer Akademien. Die geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland würden zum Glücke aller Völker beitragen. Die deutschen Gelehrten P l a n e ck und Götz erklärten, nichts könne die jahrtausendalten Beziehungen der beiden Völker vernichten. Götz schloß seine Rede auf Russisch, indem er ausführte, während der letzten für beide Völker harten zehn Jahre habe die Wissenschaft ausgeharrt und arbeite jetzt an der großen Aufgabe der Vereinigung der sozial und politisch zersplitterten Völker. Aus aller Welt. Amundfen kauft ein italienisches Luftschiff. Rom, 9. Sepk. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter melden, daß Amundsen für seine nächste Rord- polsahrt im kommenden Frühjahr das Halbstarre Luftschiff Rr. 1 zu für den italienischen Fiskus günstigen Bedingungen angekauft hat. Die neue Nordpolfahrt soll im nächsten Frühjahr unter norwegischer Flagge, aber mit italienischem Personal erfolgen. Das Luftschiff ist 106 Meter lang, besitzt drei Motoren von 245 P. S., die ihm eine Geschwindigkeit von 77 bis 105 Stundenkilometer geben, und hat einen Aktionsradius von 3570 Kilometer. Kein elektrisches Kraftwerk am Laacher-See. Koblenz, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Auf den Antrag des Rheinisch-westfälischen Elektrizitätswerkes. am Laacher-See ein Kraftwerk zu bauen, hat der zuständige Bezirksausschuß in Koblenz dem Elektrizitätswerk mitgeteilt, daß die Prüfung der rechtlichen Verhältnisse und die Feststellungen bei technischen Behörden ergeben haben, daß der Laacher-See kein Wasserlauf im Sinne des Preußischen Wassergesehes ist und daher eine behördliche Genehmigung gemäß dem Anträge nicht in Frage kommt, das Projekt vielmehr nur mit Zustimmung des Eigentümers des Sees zur Ausführung gelangen könnte. Da der Eigentümer des Sees, die Abtei Maria Laach, nach einer am 6. September erfolgten Bekanntmachung des Abtes dieses Klosters das den See betreffende Unternehmen entschieden ablehnt, und alle zur Erhaltung der Seelandschaft erforderlichen Schritte unternehmen will, dürfte die Angelegenheit hiermit erledigt sein. Internationale Hotelbesitzer - Tagung. In S ch e v e n i n g e n ist der Internationale Hotelbesitzerverein zu seiner 50. Generalversammlung zusammengetreten. Die Einleitung der Verhandlungen bildete der Jahresbericht des Syndikus Dr. Bloemers, aus dem von allgemeinem Interesse die Feststellungen sind, daß der I. H. V. heute eine Mitgliederzahl umfaßt, die diejenige vor dem Krieg sehr erheblich übersteigt und sich auf 31 Länder erstreckt. Van Deventer aus dem Haag sprach über Hotelgewerbe und Verkehr. Aus seinen Ausführungen geht hervor, daß jährlich etwa 300 000 Amerikaner nach Europa kommen, die etwa 30 Millionen Dollar für die Uebersahrt bezahlen und mindestens etwa 150 Millionen Dollar in den von ihnen besuchten Ländern, in erster Linie England und Frankreich, der Volkswirtschaft zuführen. Allein für Frankreich schätzt man die Einnahmen au- dem amerikanischen Besuch im Jahre 1924 bei 135 000 Besuchern auf ungefähr 200 Millionen Dollar. Direktor Hans Walter- Essen sprach über Flugverkehr und internationales Hotelwesen und führte aus, daß es heute bereits in Europa regelmäßig beflogene Luftlinien in einer Länge von ungefähr 30 000 Kilometer gibt. Der Anteil der Weltteile an dem Luftverkehr gliedert sich in Eurova 21600. Rordamerika 4340. Südamerika 963. Asien 1200. Australien 2450 Kilometer organisierter Strecken. Im deutschen Luftverkehr wurden 1924 l3/< Millionen Flugkilometer mit 40 000 Passagieren zurückgelegt, ohne einen Unfall. Als nächste Marksteine der Entwicklung bezeichnete der Redner: Restaurativns- betrieb im Flugzeug, die Möglichkeit, zu schlafen, fei es im Flugzeug selbst oder in engster Verbindung mit dem räumlich benachbarten Hotel, birefte Flugkarten für große Strecken, die in ihren Preis neben der Beförderung auch Ueber- nochten und Verpflegung umschließen. Die Versammlung faßte eine Entschließung, dtr feststellt, daß für die Frage der Konzes- f l on für Hotels. Gast- und Schankwirtschaften das Volkswohl maßgebend sein müsse. HaLptbundeslag des Fleischergesellenbundes. Am Sonntag nahmen die Verhandlungen bdS 13. Hauptbundestages des deutschen Fleischer- gefetlenbundes in Hannover ihren Anfang. Obermeister Schmidt- Hannover hielt einen Vortrag über die kommende Kreishandwerkerordnung. Es wurde die Forderung unterstrichen, daß die Lehrlinge eine siebenstufige Gemeindeschule durchgemacht haben sollen. Auch verlangt der Bund eine Verschärfung der Prüfungsvorschriften. Die Errichtung einer Fleiscberfach- schule soll mit dem Deutschen Flei cherverband weiter verfolgt werden. Das gesamte Herbergewesen soll einen weiteren Ausbau erfahren. Apothekertagung. Stuttgart. 7. Sept. (Wolff.) Unter großer Beteiligung aus dem ganzen Reich nahm heute die 51. Hauptversammlung des Apothekervereins, die vom 8. bis 12. Septenrber hier stattfindet, ihren Anfang. Mit der Tagung ist eine Apothekermesse und Ausstellung verbunden, die heute vormittag im Beisein zahlreicher Gäste eröffnet wurde. Ein neuer Flugzeugthp. Ein von dem deutschen Ingenieur Dr. Rohrbach konstruiertes Wasserflugzeug wird der englischen Admiralität demnächst abgeliefert werden. Es handelt sich dabet um einen vollkommen neuen Typ. Das Flugzeug ist aus Aluminium gebai;l und soll außer seiner normalen Aus- rüfb noch Segel führen. Zu diesem Zweck sind ,-~.i auftreibbare Masten auf dem Flugzeug angebracht. Die Typhusepidemie in Langenbielau. Breslau, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Typhusepidemie in Langenbielau hat sich der „Schlesischen Zeiitung" zufolge weiter ausgebreitet. Währe: Ins Mitte August von Beginn des Jahres an 58 gemeldet worden waren, ist die Zahl der $ .ich amtlichen Auskünften nunmehr auf 92 c Bis Mitte August waren drei Persone. Typhus gestorben, die Zahl der Gestorbenen hat sich jetzt auf neun erhöht. 50 Personen sind gegenwärtig noch krank. Die amerikanische Einwanberungsstatistik. Die soeben veröffentlichte Cinwanberungs- statistik zeigt, daß das neue Einwanderungsgesetz in wirksamer Weise den Zustrom der Ausländer zurückhielk. In dem mit dem 3uni endigenden letzten Einwanderungsjahr sind nach der Statistik insgesamt 294 000 Personen eingewandert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahre einen Rückgang von 6800 Personen. 92 000 Personen sind in ihre alte Heimat wieder zurückgekehrt. Schachturnier um die Rheinmeifter- fchaft. •3n der vierten Runde des Schachturniers um die Rheinmeisterschaft in Bad Münster a. St. gewannen Orbach gegen Weihgerber und Werner gegen Schapiro, während die Partien Ruchti — Dleutgen, Gebhardt — Brech und Kempen — Fleitzner abgebrochen werden muhten. In der fünften Runde gewannen Brecht gegen Schapiro, Orbach gegen Bleutgen und Ri^ti gegen Märtel. Remis wurde die Partie Weißgerber gegen Gebhardt, während die Partie Werner gegen Kempen abgebrochen wurde. Wettervoraussage. Vorübergehende Aufbesserung, sonst wenig Aenderung des kühlen Wetters, einzelne Regenfälle. Der Kern des Wirbels füllt sich auf, doch hat sich über den britischen Inseln auf seiner Rückseite ein neuer Randwirbel gebildet, der eine weitere Besserung des Wetters noch verhindern wird. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 13,9, Minimum 8,2 Grad Celsius. Riederschläge: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 11,2 Grad Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. September 1925. Das 116er-Denkmal in Giehen. lieber das 116er-Denkmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz in Gießen schreibt Prof. Friedrich Wentzel- Gießen in dem Festbuch zum 116er-- Tag: Inmitten eines Bassins von rund 10 Meter Durchmesser erhebt sich ein Sockel von 3,10X3,10 Meter, der den Unterbau bildet für die Figur. Unterbau und Figur erreichen vom Grunde des Bassins aus die Höhe von 5,20 Meter. Auf der Vorderseite des Sockels erscheint zwischen zwei sitzenden Löwen das Abzeichen des Regimentes Kaiser Wilhelm (2. Hessisches Rr. 116). Die beiden Seiten gieren Schilder mit den Nummern der Tochterrregimenter. Die Rückseite zeigt in Relief das marschierende Regiment. Die Figur selbst soll verkörpern das Geschehnis des Weltkrieges zugleich mit dem Willen des Volkes zur Wiederaufrichtung. Als den fruchtbaren Augenblick, diesen Gedanken auszudrücken, hat der Künstler die Haltung unmittelbar vor der Wiederaufrichtung erachtet. Der Mann war, von einem überwältigenden Stoße getroffen, in die Knie gesunken; den Stoß fing er auf mit dem linken Arm, der sich auf den Stahlhelm stützte. Sofort aber hat er sich gesammelt mit unbeugsamem Willensentschluß und gewaltiger Kraftanspannung und ist gerade im Begriff, sich endgültig zu erheben. Darum ist der Oberkörper leicht vorgenejgt, entschlossen legt sich die rechte Faust auf den rechten Oberschenkel als Stütze, schon hat sich die linke Hand vom Stahlhelm, auf den sie sich stützte, gelöst. Im nächsten Augenblick wird er aufrecht dastehen, allen Widersachern zum Trotz. So hat ein tiefer Gedankengehalt in knapper, wuch- echt künstlerischen Ausdruck erhalten. Ausgeführt ist das Denkmal in Muschelkalk. Die Figur ist aus einem einzigen Block geschaffen, der bei seiner gleichmäßigen Beschaffenheit in dieser Größe eine Seltenheit ist. Beschafft wurde der Block durch die Firma Michael Haas und Steinbildhauev Otto Rottmann in Heidingsfeld. (Schöpfer bcr Denkmals ist, wie schon berichtet, der Bildhauer Arnold -Beuern. D. Red.) Steirer und Kärntner in Gietzen. Ein eigenartiger Zufall hat es gefügt, daß wir in dieser Woche zugleich eine ft e i r i s ch e und eine kärntnerische Volkskunsttruppe in Gießen begrüben können. Die steirische Truppe steht unter der Leitung des ersten Staatsanwalts Dr. P o - pe 1 ak aus Graz, die kärntnerische unter der des bekannten österreichischen Dichters Professor Pce. konig aus Klagenfurt. Die Darbietungen werden eindrucksvolle Bilder von Heimat, Tracht, Gitte, Brauch, Lied, Gesang und Tanz, von Leid und Freude der deutschen Südostmark geben. Beide Gruppe wollen durch lebendige Fühlungnahme mit den Deutschen im Reich dem Anschluhgedon- k e n dienen und zugleich materiell g r o ß d e u t s ch e Arbeit leisten, indem sie den Ertrag ihrer Veranstaltungen in den Dienst der Fürsorge für deutsche N o t stellen. Die Steirer reisen im Auftrage des Zentralverbandes Deutscher Kriegsbeschädigter, der Reinertrag ihrer Tätigkeit fließt dem Deutsch-österreichischen Kinderhilfswerk zu; die Kärntner re*$»n im Auftrag des Landesverbandes Hessen-Darmstadt des Vereins für das Deutschtum im Ausland, dem die kulturpolitische IBettruung einer- fernen kleinen Bauernvölkleins obliegt. Die Steirer Gruppe spielt am morgigen Donnerstag, 10. Sept., im Stadttheater, wo ihr die Stadtverwaltung einen herzlichen Willkommensgruß entbieten wird, die Kärntner- gruppe spielt am Samstag, 12.d.M., im Katholischen Vereinshaus. Beide Veranstaltungen beginnen um 8 Uhr. Wo sie hinkamen, sind die Steirer und die Kärntner als Brüder, die „heim ins Reich" wollen, aus vollem Herzen gefeiert worden. Gießener, sorgt dafür, daß sie auch von Gießens Willen zur groß- deutschen Einheit nachhaltige Eindrücke mit in ihre Heimat nehmen. Daß die Deutschen aus Kärnten und der Steiermark uns Dinnendeutschen recht viel zu geben und zu sagen haben, das wird jeder sehen und fühlen, der zu ihnen kommt! Gießener Wochenmarktpreise. am 8. September (Händlerpreise). Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 220 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 70, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen 30 bis 35. älnterkohlrabi 8, Mischgemüse 15, Tomaten 20, Zwiebeln 15, Meerrettich 120, Rhabarber 20, Kürbis 8, Pilze 40, Kartoffeln 4,5, Frühäpfel 15 bis 20 Falläpfel 5, Birnen 20 bis 50, Preiselbeeren 70, Weintrauben 60 bis 90, Pfirsiche 130, Zwetschen 20, Honig 40; das Stück: Suppenhühner 120. junge Hahnen 100, Eier 16, Blumenkohl 40 bis 150, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 40. Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 15 bis 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 20; das Bund: Radieschen 15, gelbe Rüben 15. Bor:: zen. — Tageskalender für Mittwoch. Rad-Club Germania, 8V$ Ähr Vereinslokal: Außerordentliche Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Wann um Mitternacht". — Astoria-Lichtspiele: „Die Todes fahrt des 11 777". — Der Hess. Polizei- und Schutz- hundeverein 1914 gibt im heutigen Anzeigenteil eine Vorführung von Polizei- und Schuhhunden bekannt. * “ Gegen da s W eltbum mlerwesen nimmt das Kreisamt Gießen mit folgender Verfügung an die Landbürgermeistereien und die Gendarmeriestationen des Kreises Stellung: Rach hierher gelangten Mitteilungen sind in letzter Zeit häufig Personen beobachtet worden, die die Gemeinden durchziehen und angeben, sei es aus sportlichen Gründen, sei es auf Grund einer Wette oder aus Reklamegründen im Auftrag einer Firma um die Erde wandern zu wollen. Die betreffenden Personen sind meist unbemittelt und ohne ordnungsgemäße Ausweispapiere. Die erforderlichen Mittel zur Weiterreise beschaffen sie sich fast ausnahmslos durch den Verkauf von Postkarten mit ihrem Bild oder durch Musizieren auf der Straße oder in Höfen, ohne im Besitz der gewerbepolizeilich vorgeschriebenen Papiere zu sein. Es kann angenommen werden, daß bei der Mehrzahl dieser Leute, deren Zahl offensichtlich im Wachsen begriffen ist, gar nicht die Absicht besteht, eine Weltreise zu unternehmen, daß es sich vielmehr um eine neue Art von Landstreicher- tum handelt, dem im Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit größere Aufmerksamkeit zu schenken ist. Häufig sprechen diese „Welt- reisenden" bei den Behörden vor und wollen ihre Anwesenheit in dem betreffenden Ort bescheinigt haben. Dieses Sammeln von Unterschriften unb amtlichen Stempeln birgt die Gefahr in sich, daß diese, wie schon vorgekommen, zur Herstellung falscher Ausweispapiere verwendet werden. Schon aus diesen Gründen ist den betreffenden Personen gegenüber größte Vorsicht geböten. Wir empfehlen daher, die Ausstellung etwa beantragter Bescheinigungen abzulehnen und uns Bericht zu erstatten. Strafrechtlich werden die fraglichen Reisenden wohl in vielen Fällen wegen Bettelns, Landstreicherei, wegen Zuwiderhandlung gegen Bestimmungen der Gewerbeordnung oder auch gegen Paßbestimmungen belangt werden können. e Sanitätskolonne und 116er» F e st. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen trat anläßlich des Großen 116er-Tages in erhöhte Arbeitstätigkeit. Wurde doch allein bei der Denkmals-Einweihung bei den an drei verschiedenen Stellen ausgestellten fliegenden Wachen die Hilfe der Sanitätsleutc in 16 Fällen in Anspruch genommen. Cs handelte sich hierbei größtenteils um Ohnmachtsanfälle, die durch geeignete Maßnahmen in allen Fällen bald behoben werden konnten. Bei dem Festzug und auf dem Festplah wurde die Hilfe der Wache>in über 20 Fällen benötigt. Ernstere Fälle waren auch hier nicht zu verzeichnen, doch muhten 2 Frauen, davon eine mit schweren Herzkrämpfen, mit dem Krankenwagen nach ihren Wohnungen gebracht werden, wo sic sich in ärztliche Behandlung begaben. Es kann hier festgestellt werden, daß die Sanitätswachen sowohl bei der Denkmälsweihe wie auch während des Festzuges sreiwillig und unentgeltlich gestellt wurden. ** Eine Rosen- und Dahlienschou veranstaltet der hiesige Gartenbauverein am nach- leiert Fä IlN s ch ftc iil schulen < llntetN nibgVQ aller dr< deutsche' aller,3< Rach?e Fricdbei Kastel, l schrillen, seinen If bektus 2 war, 6ol rer tf} den. unb weite auf -ein - Aäiiseturr lieblichen die hohen linls des Mvvbew nationale dem bis stecken ■ Srücke. d imstande vor St-, die freui Mainz. 1 Eiehen e in Empl sinnvolle nis für theken llnterW dem Kren gestellt w eine Angs Die über' 'Leckage k bei dm M. auf de werden, kehr5wer fuchsweij die Aboi rung neu die Seifet trieben en ftänbiger < Mits öeutji Hüb Prämiier Bersteigei . Die Li< stebien Lak M Liesen geben wer! Angebo W d. M Aeltion d M A Aeibl doch Eiehen, StSd N Äj Ä Ne fa Wi 3t. 3 ^eistbiei» UnW 5 unbQto Holzung, zunächst geboten. .. 3n d d'e an ö, Attest Gebiete. Anden . Ngen ( W g ""‘Nr "1*681 fei* N N'ele - 3,61 Jc sfei? • > In ti'- Ie Ä'&fc )ten(t ber Ä ih- eh. 6f,UrloT| ■ Ster, btrV- fL: . DeuilL.^ ’miner ®r‘* in-obl^ng eine. :ennfe“ l«S. 12. b.»" 'ÄMe « me,i ,""tschln aus fiamin B**” rech! o:t hüben, bas mjtk hnen kommt! rt '«Marktpreise. (§änbkt))ttl|t). Oltatjf ^.DechKaut 10, Jji, AUSj0,46),inal 2? 0 btS 35, llntedßihdi ofen 20, Zwiebeln ’• '.er 20, Kürbis 8, flfr äpfel 15 bi« 20 fe M Preiselbeera: Ehrliche 130, Zwtz d: VuppenhühimA. 16, Dlumnkohl t H Salatgutfen 30 H « Endivien 15 M K kltich 10 bis», CeV Bund: DadiÄchen " -jener für Aitlvoch. ityr SereiitfWol rfammlung. - Licht- SerQBannumHiiter- ?(e: »Die Todes lohn mx» utb 65>uv M vm hrMrn 3r< mg ton Wizei« nJ eltbummlerwr- eßen mit folgenber > rgemeistereien und t i Kreises 6tefiung: 1: rilimgen sind in IG' obachtet worden, die. mö angeben, sei es c cs auf Grand r negrünbtn im Aase •be wandern za molar sind meist unbanfc he AasweisPapierL r Weiterreise betör' j durch den Derkau ^ [b oba durch Mstziem nofen. ohne im Dest^ Siebenen UM 5 icn werden, dah bei ,T,Sg Jntereffe der off* ’S« 2K^r Ä? 'S W«l“ ®WÄ ■r&r? ™>!>t ® $4,eÄ« «■, 11’“’ tat anVÄ» Me der v w . rch 9;;°um Öhn^'. -ignete ™a;onntcii J ben vÄplatz ®'Ar; iber t. nagt i r- tz.M «•>** . T) a b1'e n> fttn Sonntag im Saalbau Sauer. Man beachte die heutige Anzeige. •• Das Schauspiel General Bork"' vpn Geheimrat Prof. Dr. König wird am nach, (ten Samstagabend noch einmal als Wohltätig- kettsoorstellung aufgeführt. (Siehe heutige Anzeige.) •• Der «eil. Lehrcrlurnvcrein feiert in Darmstadt am 11. und 12 September |cin 25jähr«ges Bestehen DaS Jubiläum, daS im Rahmen des Darmstädter Sommers statt- findet, bringt interessante Vorführungen im neuzeitlichen Schulturnen, im Schwimmen und im Spiel. Don besonderer Anziehungskraft dürften die beiden Dortrage von Direktor Reuen- Dorff von der Preuh. Hochschule für Leibesübungen sein. Man darf diesen Vorträgen mit lebhafter Spannung entgegensetzen Wan beachte die heutige Anzeige. •• Rheins ahrt der Siebener Dolksschulen. Dor einigen Tagen fuhren die Knaben und Mädchen der hiesigen DolkS- schulen an den Tlhein. Dank der ftnanztellen Unterstützung seitens der Stadt Gießen war es möglich geworden, den fünf oberen Jahrgängen aller Drei Schulgruppen einen Teil lenes Stuckes deutschen Bodens zu zeigen, um den die Völker aller Zeiten kämpften und heute wieder ringen. Dach der Dahufahrt mit einem Sonderxug über Friedberg Bad Homburg. Höchst nach Mainz- Kastel wurde Dort die Rheinstrahenbrücke überschritten. und man sah daS „goldene Mainz" mit seinen zahlreichen Tünnen. Der Dampfer ..Albertus Magnus", der für beide Tage gemietet war. bot ausreichend Platz für Kinder und Lehrer und beherbergte diese für neun volle Stunden. Der Rheingau mit seinen Schlössern, Höhen und weiten Weinbergen, das Rationaldenkmal auf dem Riederwald. daS "Binger Loch mit dem Wauseturm. die zahlreichen Rumen, Bürgen und lieblichen Dörfer und Städtchen im engen Tale, die hohen Felsen und steilen Abhänge rechts und links des Batet Rheins biS hinab zur sagenumwobenen Lorelev. der überaus rege internationale Schiffsverkehr, unzählige, unseren Kindern bisher fremde Dinge, wurden mit begeisterten Augen geschaut und hinterliehen Eindrücke. die weder Wort noch Bild hervorzurufen imstande sind. Um 12'/, Uhr drehte das Schiff vor St. Goar und brachte in ruhiger Fahrt die freudvolle Kinderschar wieder zurück nach Mainz. Pünklich 9.39 lief der Zug im Bahnhof Gießen ein, wo die Eltern ihre Kinder herzlich in Empfang nehmen konnten. Das war eine sinnvolle Rheinlandfeier und zugleich ein Erlebnis für unsere Jugend. •• Beihilfe an die DolkSbiblio - theken deS KreifeS Giehen. Für die Unterstützung der Volk Büchereien im Kreise sind dem KreiSschulamt Gießen Mittel zur Dersügung gestellt worden. Anträge auf Beihilfen, denen «ine Angabe über den Umfang der Bücherei, sowie über die ihr von anderen Seiten zufliehenden Bct'äge beizusügen ist. können bis zum 1. Oktober bei dem Kreisschulamt eingereicht werden. RDV. Wieder Seife und Handtücher auf der Eisenbahn! In fünf V-Zugpaaren werden, wie bte Reichszentrale für Deutsche Ber- kehrswerbung mitteilt, Seife und Handtücher versuchsweise schon seit längerer Zeit mitgeführt. Für Die Aborte in den F • D • 3 ü g e n ist die Mitfüh- rung neuerdings angeordnet worden. Bewähren sich die Seisenständcr und werden die Handtücher nicht wieder entwendet, so besteht — wie wir von zu- ständiger Stelle erfahren, Aussicht, daß sämtliche O-Züge während des Winter» wieder mü dielen Utensilien ausgerüstet werden, " Richt M. sondern RM. 3n Schecks und Wechseln ist unbedingt ,RM" (Reichsmark, und nicht ein einfaches „TT" zu setzen. Sv hat daS preußische Kammergericht ertfdbieben Aul _M" ausgestellte Schecks und Wechsel gelten mir noch als auf Paviermark lautend Um e ner Rechts - unsicher heil vorzubeugen, au» der sich unangenehme Folgen ergeben können, schreib: man also stets .RM". " Das Fröbel-Seminar veranstaltet in feinen Räume n. Gartenstraße 30. von Donnerstag. 10. biS einfchl Sonntag, 13. Sept eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten, die sowohl im Handarbeit»- als auch im Werkunterricht angefertigt wurden. Die Zuteilung ist täglich von 11 bis 1 Uhr norm, und 3 bis 5 Uhr nachm. geöffnet — Die neuen Kurse beginnen Montag, 12. Oktober. Oberhesfischer Missionsverein für Basel. y. Schotten. 7. Sept. Eine gut besuchte Jahresversammlung des Oberhessischen Missionsvereins für Basel wurde heute in der ..Krone" dahier abgehalten. Eingeleitet wurde die Tagung durch ein MissionSfest in Ruddingshain (Kirchspiel Schotten) und einen Lichtbildervortrag von Missionar Gaul in der schönen Schottener Kirche am gestrigen Abend. Heute vormittag hielten Missionare Dorträge in den Schulen und um 11 Uhr eröffnete der Dorsihende des DereinS, Dekan Buhmann- Kirchberg. die Hauptversammlung mit Ansprache und Gebet. Aus dem erstatteten Jahresbericht geht hervor, dah dem Derein jetzt 100 oberhessische Bereine angeschlossen sind und die Dc- russarbeiter Basels, die Oberhessen zur Verfügung stehen, der Missionar Gaul- Frankfurt a. M.. 111 m a n n - Hersfeld. Schlaudraff- Giehen und Waller- Beuern sind. Es wurde zu energischer Missionsarbeit in den oberhefsi- schen Gemeinden aufgerufen, weil die weltweiten Aufgaben wachsen und diese ohne eine aktive Heimatgemeinde nicht gelöst werden können. Beschlossen wurde, neben dem Dorsihenden, der als Vertreter des oberhessischen Vereins dem Missionsparlament Basels angehört, noch einen zweiten Vertreter abwechselnd aus den verschiedenen Dekanaten jährlich nach Basel zur Festwoche zu senden, um Anregungen Den Gemeinden zu vermitteln. Die Rechnungsablage ergab ein günstiges Bild. An Stelle des langjährigen Rechners. Dekan V o g e l - Bruchenbrücken, der wegen Arbeitsüberlastung sein Amt niederlegte und dem herzlicher Dank für seine sorgfältige Arbeit ausgesprochen wurde, wurde Pfarrer S t a u - bad>- Watzenborn gewählt. Der Vortrag von Missionar Gaul über die wichtigsten Arbeitsgebiete der Deutschen evangelischen Mission gab eine meisterhafte, sehr intcr Plante Uebersicht, zeigte aber auch, wie weit England und Amerika seit Jahren an der Spitze marschieren, nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern vor allem mit persönlichen Arbeitskräften, denn unter den 2900 evangelischen MissionSkräften sind nur 1000 deutsche, von den 180 Millionen. Die für evangelische Mission jährlich verausgabt werden, kommen nur 5 Millionen aus Deutschland. In der Rachmittagsversammlung sprach Psr. Dr. V o e m e l - BergeberSbach über die Gage der Mission in ^Hina Gr gab ein höchst anschauliches Bild über die guten und schlechten Mächte die diese» Riesenreich beherrschen, und verstand es. vor allem auch zum Bewußtsein zu bringen daß man es hier mit einem eiten Kultur- Volk zu tun hat. DaS von vielen unterschätzt weil nicht gekannt wird. Da er 10 Jahre als Missionar in China lebte und erst vor kurzem von einer zweijährigen Inspektionsreise im Auftrage Bafels zurückgekehrt ist. Augenzeuge Der Zustande in Kanton ufw war. gelang eS ihm. ein lehr anschauliches Bild Der Dortigen politischen. sozialen und religiösen Verhältnisse zu entwerfen. Der Deutschen evangelischen Mission stehen die Chinesen freundlich gegenüber. Um 5 Uhr schloß der Vorsitzende mit herzlichen DankeSworten die Versammlung. Turnen, Sport und Spiel 25 Jahre Gietzener Sport-Club. Man schreibt uns: Zum 25. Male jährte sich der Tag. an dem Der Sport-Elub Giehen 1 9 00 c. V. ins Geben gerufen wurde Bei Der großen Bedeutung dieser Bewegung, bei der Stellung des G. S. E. 1900 alS verdienter Pionier im deutschen Sport, soll dieser Tag in stolzer Erinnerung würdig gefeiert werden. Vom ersten Tage an hat ev der Club verstanden, die Beziehungen mit dem In- und Auslande und ganz besonders mit den benachbarten Vereinen zu pflegen. Wenn der Club jetzt die 25 Jahre an sich vorüberziehen läht, so will er vor allem der Vereine gcDentcn, welche mit ihm seinen Sport haben hochhalten helfen, und dazu gehört, außer unseren engeren Rachbarn Wetzlar und Marburg, vor allen Kassel. Siegen. Hanau, und zwar der Hanauer Fußball-Club 1893. Die Beziehungen, die Hanau 93 mit Gießen 1900 verbindet, sind Tradition. Vom ersten Tage an war Hanau 93 der Verein, der mit Gießen 1900 Freud und Geiö teilte. Jetzt, am 25. Geburtstag, wird es wieder Hanau 93 sein, den der G. S. C. 1900 seinen Anhängern vorstcllcn wird. Die Hanauer Mannschaft tritt komplett in folgender Aufstellung an: Steinebach. Krebs. Schlett, Röthardt II.. Krieger, Hoffmann. Krause, Röthardt I., Karl, Herzog, Klinger. Karl spielte am vergangenen Sonntag in Der süddeutschen Mannschaft gegen Rorddeutschland. Die zuletzt erzielten Resultate gegen Kurhessen Marburg 14—0. ..Wormatia" Worms 2—1 und gegen den andalusischen Meister Real "Vatis Ralampie Sevilla (Spanien) 6—1 zeigen von großem Können und bürgen für gutes Spiel. Vorher finden Spiele der 1. Jugend gegen V. f. L. Frankfurt und der alten Herren gegen die alten Herren von Hanau 93 statt. Bei Den A. H. von Hanau finden wir ebenfalls bekannte Ramen, wie Baum, Dietrich, Möller, Hofmann, Heck usw. Durchschnittsalter dieser Mannschaft ist 38 Jahre. Räheres durch Jn- fcralc am Donnerstag und Freitag. Schwimniwettkamps Budapest-Magdeburg. Das Wettschwimmen der Städte Budapest und Magdeburg gewann M a g d e b u r g im Verhältnis von 3:2. Das viermal 66?/g.Mete» Gemischte-Stafettmrfchwimmen gewann Magdc - barg in 3 Minuten 2 Sekunden Budapest wurde zweiter mit 3 Minuten 32 Sekunden. Die viermal 100-Meter-Stafetre gewann Budapest mit 4 Minuten 21.4 Sekunden. Magdeburg wurde zweiter mit 4 Minuten 24.8 Sekunden Den Maßcrpolomatch gewann ebenfalls Budapest im Verhältnis von 4:1 (Halbzeit 1:0). Deutsch-ungarischer Tennis» wettkampf. D>e ungarische DcimiSmeisterfchaft gewann der Ungar Kehrltna gegen Bergmann «Deutschlandl im Verhältnis von 6:3 und 3:3. 3m Männer-Doppestpiel siegten Bergmann - Rodziankv gegen K e h r l i n g - F i t t t e r im Verhältnis von 6:4, 7:5, 4:8. 6:4. Reichsalpenfahrt des A.D.A.C. 1925. In ber mit den Standarten und Wimveln des AD. A. C. und feiner einzelnen Gaue geschmückten Deutschen Derkebrsausstellung in München sand die Reichsalpenfahrt des A.D.A.C. 11*25 ihren Abschluß. Insgesamt kamen in den ersten Rach- Mittagsstunden etwa 40 Wagen und 20 Motorräder am Ziele der Reichsalpenfahrt in München nn. In geschlossener Fahrt begaben sich die Teilnehmer zur Berkehrsausstellung, wo sie um 5 Uhr nachmittag» eintrafen. Der Mörder Meon. • Darmftabt, 8. Sept. Wie schon gemeldet, ist der Mädchenmörder Joses Meon In Gotha ergriffen worden. Soweit jetzt feftsteht, hat er den Mord an der Stütze Anna Gillmann, die von Frankfurt aus hierher gekommen war. in der Rocht zum 21. August begangen. Montag, 24. August, hat er bann Darmstadt verlassen, wurde aber wenige Tage darauf von einer Dame aus Darmstadt, bei der er früher einmal eine Zeitlang gewohnt hatte, zufällig im Wartesaal des Gothaer Bahn- Hofs gesehen. Die Spur hat dann zu seiner Der Haftung geführt. In Darmstadt batte Meon aus großem Fuße gelebt, und es ist immer noch nicht ganz aufgeklärt, woher er die Aufwendungen bestritt. Jetzt neigt man zu der Annahme, daß Meon in der letzten Zeit sich die Mittel durch Dieb» stähle verschafft Hot: er soll Fahrroddieb ft ä f) l c und ähnliche Straftaten begangen haben. Er dürste durch die Untersuchung nach dieser Richtung hin überführt werden. Gerichtssaal. fpd. Frankfurt a. M., 8. Sept. Der neun- undzwonzigjährige Techniker Wilhelm P Hili p s e n b u r g aus Essen ist ein Meister der Gaben» biebe. Seine Spezialität besteht Darin, während der Mittagsstunde in die verschlossenen Geschäfte einzudringen und aus diesen zu stehlen, was ihm unter die Finger gerät. In mehr als fünfzig Städten gab der Mann in den letzten Jahren Gast- rollen, die Zahl seiner Einbrüche geht in die Hunderte. Fünfundsechzig Einbrüche für einen Zeitraum von einem halben Jahr gc stand der Mann bei seiner kürzlich in Stuttgart erfolgten Verhaftung ein. Jetzt verurteilte ihn bas hiesige Gericht zu ber höchsten zulässigen Strafe von f ü n f a e h n Jahren Zuchthaus, zu zehn Jahren Ehrverlust und dauernder Stellung unter Polizeiaufsicht. Seit ich die Pneu- mette habe, empfinde ich keinen Schmerz mehr. 2lrbeit$gemeinfd)aft südweft- öeutscher llaltblutziichter. Auktions-Schau in Frankiurt a. Main Outen datraOe 10 8394ss Prämiierung: Sonniag,den ILSeptember, vormittags 10 Uhr Versteigerung: Montag, den 14. Sevtbr., vormittags 11 Uhr Der Borstpende: Or. Hangen, Wabnfried. Lieferungsvergebung. Die Lieferung von etwa 400 cbm gesiebten Lahnkies soll für die Kabellegung zur Lieferung bis 15. Oktober d. I. vergeben werden. Angebote sind verfchlosicn bis zum 14. d. M.. Vormittags 10 Uhr, bei der Direktion Der Elektrizitätswerke. Zimmer Dr. 4, einzureichen. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Giehen, den 7. September 1925. Städtische Elektrizitätswerke. ________________Stolte.____________8391c Zagdverpachlung. Die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes LützeUinden soll am SamS» tag, dem 12. September 1925, nachmittags 4 Uhr, auf Dem hiesigen Rat- Haufe für die Zeit vom 1. 4. 1925 bis zum 31. 3. 1934 in 2 Bezirken öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bezirk I umfaßt 513 ha Feld und 115 ha Wald und Bezirk II 275 ha Feld mit einigen Holzungen. Die beiden Bezirke werden zunächst einzeln und bann zufammen ausgeboten. In demfelben Termin gelangt auch die an den gemeinschaftlichen Jagdbezirk unmittelbar angrenzende, auf hessischem Gebiete - in der Gemarkung Großen- Linden - bdegene Markwatdjagd Der hiesigen Gemeinde in Gröhe von 126 ha auf die gleiche Zeitdauer öffentlich meistbietend zur Verpachtung. Es handelt sich um gute Reh-, Hasen- und Hühnerjagden. Die Pachtbedingungen werden im Verpachtungstermin bekonntgegeben. Rähere Auskunft erteilt der unter- zeichnete Jagdvorstcher. Lützellinden iKr. Wetzlar), 26. August 1925. Der Jagdvorsteher: Rorsch. 8051D ««nwmM ■—«1 V l! •----1 Größte und Älteste SpezlalwerkstÄtten Oberhessens für den modernen Karosseriebau Empfehle Pheeieii, Llmeminen und Aul- sitze, All-Welter-Waien, Geschäfts- nnrl Lloferwagea. Ueberzeugen Sie sich durch Besichtigung meiner Werkstätten. Otto Faber, Gießen Telephon 1096 *”"D Hthlstrile 22 f Seht Euch vor! 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Die Regierungsvorlage zum neuen Auswertungsgeley aber lah die völlige Ausschließung der Auswertung fämtlidjer Bankguthaben vor. 3m § 66 des AufwertungS- gesetzes ist angeordnet, daß Ansprüche aus einem Darlehen oder einem Berwahrungsvertrage der im § 700 des Bürgerlichen Gesetzbuches bezeichneten Art nicht aufgewertet werden, wenn sie sich gegen ein Unternehmen richten, dessen De- schästsbetrieb der Anschassung und Darleihung von Geld dient und nicht der Schuldner das Geld vereinbarungsgemäß in wertbeständigen oder aufgewerteten Dermögensgegensländen anzulegen hat. lieber diese Frage der Aufwertung der Bankguthaben (Depositengelder) entwickelte sich insbesondere bei der 1. Lesung im Ausschuß de- Reichstags eine äußerst lebhafte Debatte. Der offizielle Bericht des Ausschusses des Reichstages besagt hierzu, der Regierungsentwurs schließe die Bankguthaben lDepositengelder) restlos von der Aufwertung aus. Ein Antrag Dr. Best vertrat den Standpunkt, daß da, wo eine Anlage der Depositengelder in Sachwerten nicht stattgesunden habe, eine Aufwertung nicht gefordert werden könne daß man aber die Aufwertungspflicht für die Fälle feststellen müsse, in denen die Banken wie die Sparkassen und andere Kreditinstitute tatsächlich die Einlagen wertbeständig angelegt hätten oder dazu in Der Lage waren. „Dagegen wurde vorgebracht, daß es für den Gläubiger unmöglich fei, festzustellen, wo seine Dermögensanlage geblieben sei und daß daher jeder annehmen würde, von seinem Gelde feien Sachwerte beschafft. Das werde zu einer Flut von Prozessen gegen die Banken fuhren." (Bericht des 18. Ausschusses des Reichstag-, Seite 25.) Die Kompromihparteien hatten bei der 1. Lesung den Antrag gestellt, Depositengelder, welche nach den Grundsätzen des reinen Sparkassenverkehrs zu beurteilen sind, als Der- mögensanlagen, die als solche der Aufwertung unterliegen würden, zu bezeichnen. ..Cs wurde «K der beste Soldat, der Zweifter und der einzige, der imstande ist, wirklich zu glauben. Ach, du geliebte deutsche Nation, wirst du denn nie die Größe deiner Aufgabe entdecken und einfeben, -daß deine Wege nidjt die der anderen Völker sein dürfen^" H. R. im uot6; ««Wn, her elneöolbbnpoibrft banken — den öffentlichen Sparkassen starke Konkurrenz gemacht und Spargelder wie diese an sich gezogen und vielfach darüber Sparbücher ausgestellt und wie Sparkassen darüber abge»* rechnet hätten. In solchen Fällen fei eS für das Publikum unverständlich, daß die Banken ihre Verpflichtungen einfach gestrichen erhielten. Zu diesem Punkt gab der Reichswirtschasts- minifter eine ausführliche Darstellung über die Lage der Banken in Bezug auf ihre Depositen- verpflichtungen und den Erfolg einer etwaigen Aufwertungspflicht .. Die Vertreter der Kompromißparteien erklärten dazu, dah sie nach geht, in den einzelnen verschieden veranlagt wurde. Vorkommen, dah das gleiche Objekt einen anderen Den für die Landesgrundsteuer beigemessen erhielt. als für die Reich-Vermögenssteuer! Man wird mit gutem Gewissen behaupten können, dah die einheitliche Veranlagung aller Objekte, aller DermögensweNe. einen erheblichen Schritt vorwärts bedeutet Die die einzelnen Vorschriften be» Gesetzes sich in der Praxis auSwirken, wird man abwarten müssen. Vielleicht wird nicht alles ist zurückgeschraubt worden, wenn auch nicht auf das von allen bedeutenden Wirtschaftlern für richtig gehaltene Maß. Ging der Erzbergersche Steuertaris bei der Einkommensteuer über 60 Prozent hinaus, so hat der jetzige bei 40 Prozent fein Ende gefunden Diele 40 Prozent find immer noch zu hoch, da wir ja neben der Einkommensteuer noch andere große Steuern zu zahlen haben, aber einen gewissen Fortschritt bedeutet die Ermäßigung eben doch. Roch bedeutender ist der Fortschritt bei der Vermögenssteuer. 1922 bildete man sich noch ein, da- Vermögen mit 3 Prozent jährlich besteuern zu können. Heute ist man von dem Dahn abgekommen. Zwar ist die Staffelung der Sätze bei der Vermögenssteuer ein Mißgriff, zwar find die Sätze immer noch fehr hoch. befonderS wenn man fie mit dem Ertrage, den heute ein Dermögen bringt, vergleicht, aber der durchschnittlich zur Anwendung kommende Satz von 4 bis 5 pro Mille bedeutet eine Besserung., Elplas absolut Gutes, absolut Richtiges wird ; den höher gelegenen Teilen des Kreises ist noch rtwas Hafer einzubringen, allgemein muß aber bie Grummeternte durch die anhaltende Rüste als verloren gelten. dg. Dornholzhausen, 3. Sept. Die Waldungen am Kleebachtal haben in diesem Jahre eine ausnahmsweise reiche Brombeerernte gebracht. Ganze Eimer voll Brombeeren werden von fleißigen Suchern nach Hause ge« bracht und zu Gelee verarbeitet. Der ..flache Strauch" in der Rähe des Knorrhofes brachte auch in diesem Jahre eine gute Himbeer- ernte. dg. Von der mittleren Lahn, 8. Sept. Einige Wochen surren bereits bie Dresch- mas chinen in den Höfen vor reich gefüllten Scheunen. Die Ernte ist gut eingebracht worden, wenn auch in allzugroßer Uebereile kleine Frucht- mengen mit geringer Feuchtigkeit in die Scheune gefahren wurden. Der Ertrag ist trotz langer Trockenheit als gut zu bezeichnen. Der Öanbmann ist zufrieden: nicht allein die Gebrauchs-, auch die Saatfrucht ist gut. Die Apfelbäume haben reichen Behang, Birnen gibt es nur in geringem Maße. Alle Früchte, besonders aber^die Zwetschen, leiden daran, daß viele wurmig' geworden sind. Heüen-Nassau. Wiesbaden, 8. Sept. (Wolst.) Der Inhaber des photographischen Ateliers Kurtz fuhr mit seiner Gattin Olga Hafsemann-Kurtz in einem Auto nach Winkel. Der Wagen geriet infolge ber schlüpfrigen Straße ins Schleudern, fiel in den Straßengraben und kippte um. Wie das „Wiesbadener Tageblatt" meldet, trug Kurtz nur leichtere Verletzungen davon, während seine Frau gegen eine Telegraphenstange geschleudert wurde, wodurch der Tod infolge eines Schädelbruchs auf der Stelle eintrat. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 2. Sept. Ein Schlosser in Wie- seck hat einen Glaser, bei dem er schon seit mehreren Jahren in Miete wohnt, und dessen Ehefrau in überaus roher und gemeiner Weise beleidigt. Auch hat er mit einem steinernen Tops nach der Wohnung des Glasers geworfen und dessen Frau gedroht, er werde sie noch kalt machen. Die Frau geriet dadurch in derartige Angst und Aufregung, daß sie die darauffolgende Rächt mit ihren beiden Töchtern in einem Rach- barhause verbrachte. Rur mit Rücksicht darauf, daß der an sich schon nervöse Angeklagte infolge des Kriegs noch aufgeregter geworden ist. und daß er etwas angetrunken war, sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab und verurteilte ihn zu zwei Geldstrafen von zusammen 5 0 M a r k. Da die Beleidigungen öffentlich erfolgt sind, wurde dem Privatkläger die Publi- kationsbesugnis hinsichtlich des Urteils zuge^ sprachen. Ein Gelegenheitsarbeiter aus dem Westerwald, der schon nahezu 50 Vorstrafen erlitten hat, wurde wegen Bettelns zu 4 Wochen Haft verurteilt. Ein Arbeiter von hier geriet mit einer im gleichen Hause mit ihm wohnenden Kriegswitwe in Streit und brachte ihr in dessen Verlaus mit einer Gießkanne eine Rißwunde am kleinen Finger der linken Hand bei. Auf die Privatklage der Witwe hin wird et wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2 5 Mark verurteilt. • Gießen, 4. Sept. Ein Zimmermann von Staufenberg verklagte einen Landwirt daselbst wegen DelÄdigung, weil dieser behauptet haben sollte, ersterer habe nach der ReichSpräsidentm- wahl einen zu viel getrunken und dann zu Hause alles kurz und klein geschlagen- Sn der heutigen Hauptverhandlung ergab sich, daß der Angeklagte lediglich einem Zeugen erzählt hatte, der Privatkläger hätte getrunken gehabt und sei laut gewesen, daß er dagegen weitere Aeuherungen nicht getan hatte. Vielmehr stellte sich heraus, daß der Zeuge von sich aus in einer Wirtschaft erklärt hatte, ber Privatkläger, der als Kandidat für die Bürgermeisterwahl auf gestellt worden war, habe am Tage der Reichspräsidentenwahl zu Hause Krach gemacht und alles zusammengeschlagen, er, Zeuge, könne ihn deshalb nicht wählen, da er annehmen müsse, daß Privatkläger, wenn er Bürgermeister werden würde, es genau so machen werde. Da Privatkläger eine übergrünte Kiesbank ohne Wurzelgrund. Die Rheinauer lachten zu dem seltsamen Handel, und Vitus Ungemach, der Verkäufer, kam sich vor wie einer, der ohne Einsatz das große LoS gewonnen hat. Don St.-Iosephs-Acker ging der Blick über die Aue zum Kloster und den Rhein hinauf bis zur gedeckten Brücke. " Der Laussen warf seine letzten Wirbel an den rollenden Kiesstrand. Kein Fisch sprang im flachen Wasser, die grüne Tiefe zog am anderen Ufer. Hanns Ingold ging noch einmal zu seinem Vater. Cs war spät abends. Der Lauffen brannte wie geschmolzenes Gold in der letzten Glut der Sonne, die als Purpur- ball in die schwarzen Wälder sank. Von der gedeckten Brücke betrachtete ein Trüpplein Fremder den feuersprühenden Rhein. Sie waren mit dem Mittagszug gekommen und fuhren mit dem Abendzug weiter. Der Wirt „Zur alten Post" hatte dem Ingenieur schon mit Stolz diese Erscheinung als Beginn der „Reisesaison" angekündigt. Als Hanns in den Vorgarten trat, erblindete der Lauffen. Die Sonne war untergegangen. Violette Dämmerung senkte sich herab. Hermann kam mit zwei leichten Schlagrudern aus dem Schuppen. „Wie geht es dir? Du besuchst mich ja gar nicht und hast es mir doch versprochen", begrüßte ihn Hanns. „Ich habe keine Zeit. Vesa ist wieher fort. Baier und ich sind allein.“ In kurzen Sähen, stolz und trotzig kam die Antwort, aber dahinter sah die Scheu, weich und verlangend zu scheinen. Hanns stutzte. „Haltet ihr denn keine Magd?" „Rein, Vater will niemand um sich haben. Wir essen im „Salmen". Wir brauchen auch niemand. Riemand brauchen wir, ich und der Vater." Er schulterte die Ruder und wollte gehen. „Wohin willst du, die Riemandbraucher?" fragte Hanns mit zärtlichem Spott und hielt ihn fest. (Fortsetzung folgt.) Mibrt selbst zugegeben hatte, er habe am Tage ber Reichsprasiventenwahl ein bißchen getrunken gehabt und sei (aut gewesen, zog er die Privat- Hage gegen den Angeklagten jurüd. nachdem ber Zeuge erklärt hatte, er übernehme sämtliche Poften abgesehen von den Sonder Honoraren her beiderseitigen Vertreter Wirtschaft. Vevorstehende (Ermäßigung der Bankzinsen. Den Berliner Blättern zufolge sanden gestern im ReichSwirtschasisministerium Verhanb- lungcn mit maßgebenden Vertretern der Dank- welt über eine allgemeine Herabsetzung her Bankzinsen statt. Die Berawngen. die eine Folge her Derbilligung her össenllichen Gelder sinh, sollen heute fortgesetzt werben. Wie da« ..Berliner Tageblatt" wissen Will, soll Die Berliner Stempelvereinigung her Banken beschlossen haben, hie Kreditprovisionen zu ermäßigen unh den Zinssatz unverändert zu belassen. Die Mitteldeutsche Ereditbank Hat ihre Filialen in Schotten und Lauter- bad) geschlossen. • Tie Rationalisierungsmahnah- men in ber rheinisch-westfälischen Eisenindustrie Zu den Bestrebungen, unter den rheinisch-westfälischen Eisenwerken eine Art BetricbSgemeinschaft zustande zu bringen, erfährt her DHD., hast gegenwärtig zwischen den beteiligten fünf großen Konzernen (Krupp,Phönir, Rhrin-Elbe-Union, Rheinstahl und Thyssen) sehr eingehendes und genaues Zahlenmaterial aus- getauscht wird, um sich über einen Schlüssel in Bezug auf Beteiligungen ufw. klar zu werden. Endgültiges über die Art und die Form hei» kommenden Gebildes ist jedoch noch in keiner Weile beschlosst. Dor dem Abschluh der endgültigen Verhandlungen müssen auch noch die beteiligten AussichtSräte und Generalversammlungen gehört werden Dach hem gegenwärtigen Stand Der Beratungen ist unsicher, ob überhaupt ein positives Ergebnis erzielt toirh; der Wille hierzu ist allerdings auf allen Seiten vorhanden. ' Der Sichelkonzern unter ®e- schäftSausfich t. Zu den Schwierigkeiten im Sichel-Konzern berichtet die »Franks. Ztg". hast sich ber Konzern jetzt genötigt gesehen hat, auch für die Hauptfirma, die Julius Sichel & Co.. Kommanditgesellschaft in Mainz, die Geschästs- aufficht zu beantragen Die Gesamtschuldenlast des Konzerns dürste sich auf nicht weniger als 20 Millionen Reichsmark belaufen. Es dürste versucht werden, die ursprüngliche Konzernbasis, das Eisenhandelsgeschäft, an westliche, ausländische Montangruppen zu verkaufen. Verhandlungen hierüber seien bereits geführt worden und dürsten auch während der Geschäftsaussicht wcitergesüstrt werden Vach den Erwartungen der Konzcrnleitung dürste dann ein gewisser Ucbcrschuß erzielt werben, doch würde sich allerdings der vollkommene Zerfall des Konzerns ergeben • Starke Beteiligung Deutsch- sandSam lettischen Austenhandel. Die leltifd-en Austenhandelszissern für den Monat Suni sind jetzt veröffentlicht worden. Wie her DHD. meldet, beträgt der Import Lettlands aus Deutschland 50 Prozent der Gesamteinfuhr. GS wurden für 8 411 000 Lat hochwertige Fertigwaren auS Deutschland importiert. Damit nimmt Deutschland wertmähig in der lettischen Einfuhr die erste Stelle ein. In ber lettischen Esport- statistik für den Monat Iuni steht Deutschland hinter England und Belgien an dritter Stelle. ' Vhei n-M a i n-D onau A.-G—B a y e r n- w e r f Die in letzter Zeit auch in die Öffentlichkeit gedrungenen Meinungsverschiedenheiten zwischen ber Rhein-Main-Donau A.-G. unh dem Bayernwerk sind durch (BerganÖlungen, die in München in diesen Tagen im Ministerium des Innern unter dem Vorsitz des Ministers Stöhel und unter Beteiligung des Veicksver- kehrsministerS Krone zwischen den Beteiligten gepflogen wurden, zu einer Losung gebracht werden Die Vereinbarungen machen es ber Bayerischen Staatsregierung möglich, die Bürgschaft für die von ber Vhein-Main-Donau A.-G. aufzunehmen de Auslanbanleihe gemeinsam mit dem Reich zu übernehmen. • Eine schweizerische Kunstseidenfabrik in Amerika. Eine Gruppe von schweizerischen Fabrikanten der Kunstseiden- branche, welche kürzlich die Vereinigten Staaten bereiste, beabsichtigt, in den Vereinigten Staaten eine fd>tt>c’jerifd)c Kunstseibenfabrik zu errichten. Eine große Tertilgesellschaft, die über umfang- reiche Fabrikationsanlagen verfügt, soll zu diesem Zweck erworben werden. Sranllurter 'Hb-rboa^e. Frankfurt a. M., 8. Sept. An der heutigen Hbenbbörle konnten sich die im Nachbörsenverkehr erzielten Besserungen behaupten. Das Geschäft Der- lief ohne Anregung. Die Umsatztätigkeit war gering und nur für türkische Werte, die etwas lebhafter gehandelt wurden, zeigte sich etwas Interesse. Deut- fche Anleihen waren wenig verändert. Kriegsanleihen schlossen au 0,2821 bis 0,287. Deutsche Anleihen- 5proz. Reichsanleihe 0,285, Schutzgebietsanleihe 6,660. Ausländische Renten: Zolltürken 7,95, Bagdad I 8,60, Bagdad II 7,87. Bankaktien: Corn- mcrzbank 96.5t), Darmstädter Dank 112, Deutsche Bank 113, Discontogesellschaft 105,75, Dresdner Bank 101,50, Mitteldeutsche Ereditbank 94,50, Reichsbank 127,50, Oesterreichische Kreditaktien 8,30. Monwnaktien: Deutsch-Luxemburger 72,50, Mannesmann 75, Mansfelder 72, Oberbedarf 62, Caro 46, Rheinstahl 68,60, Stinnes-Riebeck 82,50. Kaki Aschersleben 129. Chemische Aktien: Th. Gold- fchmidt 77L5, Höchster Farben 123,60. Transport- werte: Monastir 10L0. Industrieaktien: Adlerwerke Kleyer 54. AEG. 97,75, Aschaffenburger Zellstoff 70,50, Daimler 49,50, Dockerhoff 34,12, Fuchs Waggon 0,65, Elektrisch Licht und Kraft 99,50, Jung- Hans 70, Mainkraft 74, Neckarwerke Stammaktien 73, Rheinmetall 36,75, Lechwerke 7 t Thüringer Elektrizität 73, Julius Sichel 7. Börsenkurse. «5.5 58 128,25 179 78,75 122.4 80,5 83 98 8l 56.75 57.5 59 58.5 Banknoten. Börse. Berliner io 10.1 29 10 78.75 123 123.3 65.62 69.5 68.5 63 66,4 82 10 9.9 97.1 74, 68 75 63.5 62 l"1 129.: 45.75 73 68 113 140.5 21.67 46.5 67.5 64 103,5 129 .6 9 84 54.4 123.5 60 XI 100,75 21 4 >,5 C.2.6 66 5 TV,25 66.4 83,75 48 5 65.75 69,12 143 45.25 62 77 0.3 0,815 102.5 61,7.5 40 75 tu 10 64 62,25 0.3 II 82 108 60.5 40.25 7 9.8 65 25 58,5 58.75 111.3.5 130 5 146 48 64.5 76 5 65 82 50 49.5 30 39 38.5 59 (6igencr Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Sept. Die bevorstehenden Transaktionen in der Erdölindu strie, die voraussichtlich heute nachmittag beton nt- 61 80 1J0.12 97.25 78 73 , 66.23 86 53 12 48.75 65.12 84,6 53,75 4'1 38,5 59,75 dato Intt** l'uremburfl...... O'c(ienfirdh*ncr Äcratotrfe . . Harpen:: Bergbau...... Halirvctle lichersleden.... Kaliwerk Westeregeln..... Vaurabnitc Dbtrbcbarf 'pboinr Berg', an....... Rvetnstabl........... Niebcck Montan ... TclluS Bergbau Homburg.Ämenka Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Clieramische Werke Albin . . ,-irmenlwcrk Heidelberg . . Plitlipp Hoümaon...... Änfllo tsoni Auano..... Sflbifdjc Anilin........ (rheinische Mayer Alanin . . Goldschmidt
cimer Eleriron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... . . NütgerSwerke Lcheideanstalt ?lllg. ElektriziiatS-Ärseltschafl Bergmann .......... Mamkraslwerkc Schlicken . ...... . . Siemens A Halske...... Adlerwerkc Qletjer ..... Tnnnlri Motoren. ..... Heyligenslaedt . . w.’cauin..... ....... Motorenwerke Mannheim frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Melallgesrllichaft Sranffart . Bei. Union «..0» Schuhfabrik Herz Sichel.............. Zellsto i Daldhos Zuckerkabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Devisenmartt Berlin—Fraukfutt a. M. (In Billionen Mark aaSgrdrückl- BnenoL-Aireü, London. Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eint Einheit, Wien und Budapest kür 100000 Emheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Frank'urt a.8)?. Berltn Stblulf Rurs Sdlufck. flben>« ddrte Sckilutz. Ru:e SMufc» br.rfe Tnttmc 7.9. 8 9. 7.9. 8 9 *? , XtutfdK StrtMmleibe . 4°« Teuticke 'H-td)4aniethe . 0 286 0.285 " 29 j 0.2825 — — 0.375 ■ u: +>e hn : II 345 0.340 0.365 0.36 y/e Teuddx Sictd) San leib: . Teiiridie evarprämieuanleilK ".50 O..'il*l U 59 0^5 U.15O 0.170 0.175 0,175 4S« Preußische »tntfpl» . - • 4®/0 Heften.......... n 315 ll. 29.1 0.33 0.31 J.*9l >.2< 0,34 U.3 n Hessen.......... • — o 'S T o Hetten........... — — 0.« 0,3 Teuksche Send. Toller Änl. st'.K *9.8 91.75 9,75 dio-Toll Sck>Ltz A!in.eisna-'l 4.7 <4.7 91.65 91.65 4°> Zolliürtkn......... 7,25 7 95 1 7.25 7 5 ■Vo Goldmrnkaner..... >8.75 38.62 1 - Serien er Hanpel-oefelüchatt. «4ommer<- und Privat Bonk 132 133 134 132,5 96.5 ■16.5 <17 96.4 larnift. und Jla’ionalbant . 112,75 112 112.75 11- Teuilkhe Bank......... in. r. in Hi.75 113 Teuritte verem-donk .... 60 Kl Tiffeonto Uommandn 105,75 105,75 105 105,75 Meialldank........... SO,75 NJ 3 ID/iitclbent die Uredtidank . . 91.5 >1 5 94.5 94.25 Ceflerreittiicbe l£rt6itanflali <.3 7.9 8.4 Veskbank............ 0,03 0.03 Bochumer (9ug........ — — 72.25 71,75 52.1 BudernS........... 55 53 .'5.4 7 Septbr- 8. Sevtbr. Amtliche Noki rung Amtliche Notierung (Selb Briei (Selb Brie» #tmn. 91 ou 168 96 >69,38 h'S..6 169.38 Wui-ii. Aires 1.689 1.693 1.689 1.693 «rtz. Mlw H 6« 18,72 18.6, 18,72 Chriffiania 89.64 89.86 90.51 90,7t .QoDtnbaoen 104.42 1 14,68 105,07 103.13 etodbolm 112,42 112,70 112.43 112.7 Helfing'orS 10.567 I0.6O. 10,575 10.61 Htolfcn . . 16,61 16.85 16.90 16.94 London• <0.846 51.396 .'0.346 20,39 Neun ort . 4.193 4.205 4,195 4.2)5 Van5.-. 19.70 19.74 19,72 19,76 Schwell - 80 95 61,15 81,13 91.23 Spanten. 59.85 59,94 59,68 59,8 yap«m - - 1.710 1.714 1.711 1.715 ?Hio de 9cm Wien In T ) 553 1.535 0.553 0.555 £