®mi73 (Lahn) n und >llar 1895 ttoiefe. 12. w X • ÄIa&en A ? bisher^ N ?«S- a^e8 Ä1/,?le aeseh, 1 s ganze ’ Ölte Rin "erstehe'2^d «1» M lnt*M s S'nanjminifter 9t »wSÄS 1 !chvn gehM.. ;M Jw stehen. Aber hi»» ±>»- A- Ä?. 'N allen Zig^', t j^-N mindestens MÄ-®*“ solgt.) ' tenyn u. Schmuckkorso Zaubanners. 6W0 ustigungen nmer nmer irrer 2 8 bei jr Preis- UunSräumen ierlei=h,erUI Ur. (58 Erster Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags. Beilagen: GiebenerFcimilicnblLtler Heimat im Bild. M-nalL-Bezvgrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anfchlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGcschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Zranksurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Donnerstag, y. Juli (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck und Verlag: Vrühl'sche UnioerfitätL-vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Siegen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» Klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20* ,Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. V.. Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Antwort an Briand. Berlin, 8. Juli. (WTB.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist heute vormittag zu einer Sitzung zusammengetreten, an der vom Reichskabinetl der Reichskanzler, der Außen- Minister, der Innenminister und der Reichswehrminister, ferner zahlreiche Vertreter der Länder sowie Reichstagspräsident Lobe teilnahmen. Der Reichskanzler erklärte, ob eine außenpolitische Aussprache im Plenum des Reichstages stattfinden solle, u. a., die Reichsregierung beabsichtige, vor Absen düng der Antwortnote auf die französische Note mit dem Auswärtigen Ausschuß in nochmalige Fühlung zu treten. Dies solle erfolgen, sobald der Text für die Antwortnote in der Regierung selbst durchberaten sei. Obgleich diese Note nach dem Stand der internationalen Erörterung des gesamten Problems noch nicht einen abschließenden Charakter tragen werde, Io könnten immerhin wesentliche Vorfragen darin bereits zur praktischen Erörterung kommen. Die Regierung halte eine (Erörterung im Plenum des Reichstags vor Absendung der Rote nicht für zweckmäßig, halte dagegen an der Auffassung lest, daß nach der Absendung eine (Erörterung im Plenum angezeigt fei. Bei einer Aussprache im Plenum vor der Ab- | |enbung müsse die Reichsregieruny befürchten, daß Dann im Laufe der Erörterung sich ein Eingehen auf Einzelheiten der Note doch nicht vermeiden lasse, wodurch dann der diplomatische Braud), derartige Noten vor der Ueberreidjung nicht bekanntzugeben, verletzt werden würde. Die aud) der Regierung bei der Gesamtlage und bei der Bedeutung erwünschte Parlamente- 7 ische Mitwirkung sei ja durch die in Aussicht genommene Fühlungnahme mit dem Auswärtigen Ausschuß gesichert. Hieran schloß sich eine ausführliche Geschäfts- ordnungsdebatte, in deren Verlauf der Reichskanzler und der Reichsminister des Auswärtigen wiederholt das Wort nahmen. Zum Schluß stellte der Vorsitzende H e r g t (Dnll.) fest, daß er entsprechend den Erklärungen des Reichskanzlers mit der Regierung im Benehmen bleiben werde, um, sobald die Verhandlungen des Kabinetts über die bevorstehende Antwort zur Sicherheitsfrage dahin gediehen sein würden, eine neue Sitzung des Auswärtigen Ausschusses anzuberaumen. (Einberufung des Auswärtigen Ausschusses. Berlin, 9. Juli. (TU.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags ist zu ehret neuen Sitzung auf Dienstag, den 14. Juli, einberufen worden. Abrüstung der Geister. Ein französischer Aufruf. Paris, 8. Juli. (WB.) In Frankreid) hat sich fine Gesellschaft gebildet, die den Titel führt ,.L'Appell au conscienc e", die folgende Aufrufe erläßt: Nur ein Mißverständnis trennt die Well vom i Frieden. Es verewigt zwischen den kriegführenden Nationen, besonders zwischen Deutschland und Frankreich jenen kriegerischen Geist, der notwendigerweise aus dem Gefühl der Ungerechtigkeit geboren wird, der untrennbar ist vom 3 n fünft der Revanche. Die öffentliche Meinung in Deutschland erträgt nur mit tiefer Entrüstung die Artikel 227 bis 230 des Versailler Vertrags und jenen Artikel 231, dessen hauptsächlichster Inhalt ler folgende ist: Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutsch- land und seine Bcrbünbeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und deren Staatsangehörige infolge des durch den Angriff veutschlands und feiner Verbündeten aufgebrunge- nen Kriegs erlitten haben. Nicht gegen die materielle Reparationspflicht wendet sich die deutsche Nation. Sie erkennt deren Notwendigkeit an, sie beugt sich vor einer Regelung, die durch internationale Abmachungen end- I gültig festgelegt ist. Was sie aber nicht anni mm t, i st, daß man ifjr durch Gewalt ein Geständnis entrissen hat, gegen das sie vor und nach der Unterzeichnung in Versailles nicht auf gehört hat, z u protestieren. Sie glaubt, in den Augen der Welt ihre einzige Schuld hinsichtlich des Ur- lprunges des Krieges und also auch hinsichtlich Per Verantwortlichkeit für denKrieg ausgesprochen zu sehen. Frankreich andererseits hält sich an das Dogma, daß durch den Einfall in Belgien der Angriff verwirklicht wurde. Das ist eine gefährliche Lage, die um jeden Preis । aufgeklärt werden muß. Zuerst das Sachliche der Frage! Es ist un- . möglich, hier eine Vorentscheidung zu treffen. Dieser ungeheure Prozeß, an dem die gesamte I Menschheit interessiert ist, kann wegen der ver- I Lickelten Einzelheiten seines Ursprunges nur plädiert werden, wenn alle Archive geöffnet werden xnb vor einem überstaatlichen Gerichtshof plädiert werden. Artikel 2 31 wurde Deutschland, Lie die offiziellen Dokumente beweisen, mit Ge- Lalt und unter der Drohung, sofort den Krieg bis zur voUigen Vernichtung wiederaufzunehmen, entrissen. Können wir, nachdem wir erklärt Haben, daß wir den Krieg des Rechts gegen die Gewalt fuhren, diesem unwürd-gen Verfahren Vordringen der Rifkadylen. Neue französische Niederlagen. — Der Kamps um die Marokkokredite. Die Marokloschwierigleiten der französischen Regierung werden durch zwei Tatsachen gekennzeichnet: Durch die Ernennung eines militärischen Oberbesehlshabers in Marokto und durch die Rückkehr Malvys aus Madrid, die am Donnerstag erfolgen wird, Wenn auch von französischer Regierungsfeite betont wird, die Abreise Malvys habe keineswegs zu bedeuten ,daß in den Verhandlungen mit Spanien Schwierigkeiten eingetreten seien, so wird man sich doch der Tatsache erinnern müssen, daß die Konferenz auf Betreiben Frankreichs zustande gekommen ist, das einen Bundesgenossen suchte, mit dessen Hilfe es das marokkanische Abenteuer bald und siegreich zu beenden gedachte. Die Schwierigkeiten, die trotz allen Ableugnens vorhanden sind, werden wohl in der Hauptsache darauf zuruckzuführen sein, daß der Preis, der Primo de Rivera für ein Entgegenkommen und für eine Hilfeleistung fordert, den Franzosen zu hoch erscheint. Bemerkenswert ist, daß die Tangerfrage in den Bereich der Beratungen einbezogen worden ist, und daß Spanien die Schaffung einer besonderen spanischen Schutz- truppe zu wünschen scheint. Die Stärkung der spanischen Stellung in Tanger liegt aber nicht im Interesse Frankreichs und wohl auch Englands, das über die jetzigen Verhandlungen auf dem Laufenden erhalten wird. Vielleicht kann man auch damit den Wunsch Frankreichs in Zusammenhang bringen, daß England mit den spanischen und französischen Schiffen zusammen die Aeberwachung der internationalen Zone von Tanger übernimmt. England hat dazu aber vorläufig keine Neigung, es will erst eingreifen, toenn die Neutralität der Tangerzone gefährdet ist. Daß Frankreich auch diese Vorbedingung zu schaffen versucht, geht aus dem Bericht des Kommandanten der internationalen Polizei, der ja Franzose ist, hervor, in dem er die Gefahr plötzlicher Angriffe der Rifleute auf die internationale Zone glaubhaft zu machen sucht und zu ihrer wirksamen Verteidigung 7000 Mann Verstärkung anfordert. 'ub die FcanaOsen ihr Ziel erreichen, bleibt äb^u- warten. Sicher ist, daß sie den spanischen Wünschen weit mehr entgegenkommen müssen, um sich die tatkräftige Unterstützung der Spanier zu sichern, weil sich die Lage an der französischen Marokkofront infolge der letzten Offensive Äbd el Krims sehr ungünstig gestaltet hat. Den neuen Dber- kommandierenden Noulin erwartet eine recht schwierige Aufgabe, da er einerseits für die ganze militärische Lage verantwortlich gemacht werden wird, andererseits aber doch wenigstens nach dem französischen amtlichen Bericht der Regierung, dem Marschall Liauthey in gewisser Beziehung unterftellt sein. Aus dieser Stellung werden sich sehr leicht Konflikte entwickeln, aus denen sich Abd el Krim mehr Vorteile ziehen wird, als Frankreich, zumal Noulin seine Berufung wohl mehr seiner Parteizugehörigkeit als seinen militärischen Fähigkeiten zu verdanken hat. Seine etwaigen Erfolge werden in der Hauptsache davon abhängen, ob ihm die französische Regierung genügend Kriegsmaterial und genügend Truppen sendet. Ob sie das tun wird, scheint recht fraglich, weil ja die Verhandlungen mit bekannteren Heerführern gerade daran gescheitert sein sollen, daß die Regierung nicht die genügenden Regimenter an die Marokkofront senden will. Abd el Krims Offensive. Paris, 9. Juli. (TU.) Abd el Krim ist wieder zu einer groß angelegten Offensive übergegangen, über die der amtliche Heeresbericht Folgendes mitteilt: Die Rifleute haben gegen Ouergha 10 000 Mann aufgeboten, die vor allem die treu gebliebenen Stämme in dieser Gegend zum Abfall bringen soll. Es scheint, daß der Feind diesmal sein Augenmerk auf Fe; richtet. Der Bezirk von Taza ist dabei weiter bedroht. Die Bevölkerung ist unruhig und wird teilweise von den französischen Truppen entwaffnet. Die Räumung von Taza wird weiter fortgesetzt. Nach Meldungen aus Melilla ist die Linie Taza— Algier von den Rifkabylen durchbrochen worden. Bei Tauriet ist ein Flüchtlingslager aus zusammengestellten Eisenbahnwagen errichtet worden. — Die sranzösisck)e mobile Truppe nördlich von Ouezzan hat die Garnison und das Material der Position von Buchka und Ulled Alla! zurückgezogen und deren Anlagen zerstört. Irn übrigen sei nichts zu melden. Unruhen in Fez. Madrid, 9. 3uli. (TA.) Telegramme aus Fez melden, daß der Stamm der Br an es südlich von Taza sich Abd el Krim angeschlossen habe. Ebenso sind die nördlichen Stämme, die früher franzosenfreundlich waren, zum Feind Übergegangen. Die Bevölkerung Tazas flieht. Während des Osterfestes Id-el-Vehir herrschte in Fez Unruhestimmung. Die Marokko-Konferenz. Paris, 9. Juli. (TU.) Aus Madrid wird gemeldet, die Delegierten der MadNder Konferenz haben gestern unter dem Vorsitz des Generals Iordana 3 Stunden verhandelt. Malvy erklärte den Vertretern der Presse, daß ein zweites Abkommen, das sich auf die Blockade und Ueberwachungsmaßnahmen beziehe, a b g e f ch l o f - f e n worden fei. Morgen werde ein anderes Abkommen von größerer Wichtigkeit unterzeichnet werden, das sich auf die politische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien in Marokko beziehe. In den Pariser Blättern wird das magere Resultat der Konferenz mit Mißbehagen ausgenommen. Es sei seyr fraglich, ob Malvy die geeignete Persönlichkeit gewesen sei, an dieser Konferenz teilzunehmen. Das Problem von Tanger sei nicht gelöst worden und durch das Friedensangebot werde das Prestige Frankreichs schwer getroffen. Da in den Vorschlägen Frankreichs eine gewiße Anerkennung Abd el Krims liege, werde sich der Sultan betroffen fühlen. Die Marokkokredite. Paris, 8. 3uIL (WB.) Die Kredite, die die Regierung vom Parlament für Marokko fordert, belaufen sich auf 150 000 000 Franken. Der Finanzausschuß der Kammer ist heute nachmittag zusammengetreten, um den Gesetzentwurf zu beraten. Man behauptet, daß der Berichterstatter seinen Bericht über die Kreditvorlage vielleicht noch im Laufe des Nachmittags dem Plenum der Kammer unterbreiten könne, so daß es möglich wäre, daß die Vorlage bereits in einer Aachtsihung zur Verabschiedung gelangen wird. Cs besteht bekanntlich die Absicht, die Session am Samstag zu beenden, doch wird angenommen, daß der Senat den Dudgetentwurf für 1925 ab- ändern wird, so daß die Kammer sich wenigstens noch einmal mit ihm beschäftigen muh. Slimmenenthaltung der Sozialisten. Paris. 8. Juli. (WB.) Die Havasagentur glaubt zu wissen, daß der Vorstand der s o z i a - listischen Kammerfraktion, der heute nachmittag über das Verhalten gegenüber den von der Regierung geforderten Marokkokrediten beriet, keine Entscheidung getroffen hat. Man erklärt jedoch, daß die Mehrheit der Ansicht fei, sich der Abstimmung zu enthalten. Die Diskussion im Plenum der Kammer wird morgen stattfinden. Marokkokrieg und Völkerbund. London, 8. Juli. (TA.) Churchill erklärte heute im Unterlaufe, daß er Frankreich und Spanien Vorschläge, den Rifkampf in Marokko vor den Völkerbund zu bringen. Diese Erklärung machte einen ungeheuren Eindruck. der Zivilisation Gesetzeskraft geben? Die Zeit der summarischen Verfahren, die keine Berufung kennen, ist vorüber. Es ist ebenso widerrechtlich, ein Volk zur Unehre yu verdammen, wie ein Individuum zum Tode, ohne ein kontradiktorisches Verfahren. Wir Franzosen, die wir um die Ehre unseres Landes besorgt sind, glauben auch fest, daß jede Verletzung der Gerechtigkeit zukünftige Kontrastrafen nach sich ziehen wird und muh und wir wollen nicht den Vorwurf auf uns nehmen, daß wir die Grundlage verletzt haben, auf die wir uns bisher gestellt haben. Wenn jedoch die materielle Abänderung des Friedensvertrages, mit der allein die Zeit und der Völkerbund beauftragt werden können, nicht in Frage kommen kann, wenn es sich auch ferner um die Abänderung der durch das Londoner Abkommen vom August 1924 festgesetzten Reparationsregelung handelt, hängt es trotzdem von unserer aller guter Willen ab, daß die in Versailles auf- gezwungene Charta nicht mehr auf der unsicheren Grundlage lastet, auf der wir leben. Artikel 231 muß in einem für alle annehmbaren Sinne abgeändert werden, außerdem auch die die Sanktionen betreffenden Artikel 227 bis 230, die mit ihren Repressalien den Haß aufrechterhalten und für die endgültige Wiederherstellung des Friedens nicht wenig schädlich sind. Wir sind an einem Scheidewege angenommen. Cs muß gewählt werden. Auf der einen Seite finden wir alle Hebet des Krieges verewigt durch den Geist der Revanche, auf der anderen Seite aufrichtige Wiederversöhnung und nutzbringende Arbeit. Wir fordern deshalb alle die, die noch trauern, alle die, die sich im Herzen die Liebe für Gerechtigkeit und Wahrheit bewahrt haben, alle die, deren Lebenszweck es ist, ihren Söhnen eine vom Kriege nicht bedrohte Zukunft zu sichern, sich unferm Ru e anzuschließen. Der deutsche Nationalismus darf sich nicht täuschen. Er findet hier keinen Beweis von Schwäche, sondern nur einen Beweis der französischen Redlichkeit und einen Schritt zur menschlichen Solidarität. Wird das das Deutschland eines Goethe begreifen? — 3n diesen tragischen Tagen spielt die europäische Zivilisation ihre letzte Karte aus. Sie ist verloren, wenn ein mörderischer Krieg wieder beginnt. Dieser Ausruf ist von 100 französischen 3n» tellektuellen, zumeist Schriftstellern von gutem Namen, unterzeichnet, u. a. außer den Generälen Chabaud, Gerard, Derraux und Percin, die Uni» versitätsprofessoren Seignobos, Basch, Cacannian Guhot, Pernant, Charles Gide Appleton, die folgenden Schriftsteller: Victor Margueritte, Henri Barbusse, Cmest Archdeaon, Andrö Arnyoed Donardy, Michel Corday, George Courtelin, George Duhamel, Alcide Cbray, Leon Frapie, Lucien Daudut, Francis Delaisi, Noel Garnier, Scan Guirer, Eremouill, ©outtenoirc. de Foury, Pierre Hamp, Ferd. Herold, Henry Jacques, Alexandre Mercereau, Gaston Moch, Mathias Merchardt, George Pioch, 26on Poldes, Paule Reboux, Ernest Renault, Jean Romains, Dernes, die beiden Sohne von Edmund Rostand, Morls und Jean. Außerdem haben unterzeichnet: Max Sangnier sowie 01666 Demullier und die Schriftstellerinnen Fanny Clar und Severin. Schuldebatte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 8. Juli. (Eig. Bericht.) Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Uhr. Die Beratungen des Kapitels 53 a n b e 5 a m t für das Bildungswesen" werden fortgesetzt. Ministerialdirektor Urstadt erklärt hierzu u. a.: Ich will auf die Ausführungen der Vorredner nur insoweit antworten, als es sich nicht um Fragen der politischen Weltanschauungen und deren Schulideale handelt. Die S ch u l f o r - derungen des Zentrums sind nicht durchführbar, ebensowenig die kommunistischen Erziehungsideale. Eine Anfrage des Abg. Heinftadt, ob Hessen sich um Reichszuschüsse für Junglehrer bemüht hat, kann ich im be- lahenden Sinne beantworten. Für die kriegs- beschädigten Lehrer geschieht alles, um ihr Los zu erleichtern, dock) die Forderung, sie um zwei Gehaltsstufen heraufzusetzen, kann Hessen allein nicht durchführen. Das Seminar für höhere Lehrerinnen wird ebenfalls abgebaut, allerdings haben wir hier wegen der Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse eine längere Frist gesetzt. Anwärterinnen für den höheren Mädchenschuldienst werden demnächst auch wieder eingestellt werden tonnen. Die Zentral st elle für Volksbildung ist nicht, wie Abg. Dr. Werner behauptet, einseitig nach einer politischen Richtung hin besetzt, sie muß, da nur eine Persönlichkeit an der Spitze steht, allerdings einseitig sein Die besondere Feier zu Ehren der Amtseinführung Hindenburgs kann ich nicht mit der Ebert-Feier vergleichen, die eine Totenfeier war. Hier aber war ein Wahlkampf vorausgegangen, und es wäre sicher zu mancherlei Beschwerden über die Reden gekommen. Daß der Tag ganz schulfrei und ohne Feiern war, ist den Schülern und den Lehrern lieber gewesen. Die Klagen über die Unruhe, die in die Schule hineingetragen wird, haben eine gewisse Berechtigung: die Schuld daran trägt jedoch zum geringeren Teil das Landesbildungsamt, sondern weit mehr die Zeit. 3m ilebereifer, irn Bildungsdrang und in vielen guten Ratschlägen liegen die Hauptursachen. Die Neuerung des Werkunterrichts, gegen den sich Abg. Leuchtgens wendet, ist aber von der Reichsverfassung gefordert ; diese Unterrichtsmethode hat gegenüber der älteren manche Vorzüge. Abg. Dr. Keller hat von der Unruhe durch zu Diefe Verordnungen gesprochen: es handelt sich hier um die wiederholte Einfchärfung der Verordnung vom 26. August 1922 über die Beachtung der republikanischen Staatsform. Hier handelt es sich aber nicht eigentlich um eine Anordnung des Landesbildungsamtes, sondern um ein vom Landtag angenommenes Gesetz. Die Lektüre des Organs des verbotenen Iungdeutschen Ordens hat mich davon überzeugt, Daß die Bestrebungen des Ordens nicht dem Wohle des republikanischen Staatswesens dienen. Der Redner bekämpft dann die Anträge auf Verminderung der Beamten stellen im Landesamt für Bildungswesen mit dem Hinweis auf die vermehrte Arbeitslast dieses Amtes: er zählt dann verschiedene neue und erweiterte alte Aufgaben auf. Zur Aufnahme von der Grundschule in die höhere Schule ist unsere Stellungnahme dieselbe wie früher: wir halten an dem vierjährigen Grundschulenkursus fest. Wir sind nach wie dor Anhänger der Einheitsschule. Die vierjährige Grundschule wird von der Reichsverfassung gefordert. Wir wenden uns auch gegen eine Aushöhlung der Grundschule aus pädagogischen Gründen. Nach dem dritten Schuljahr ist doch auch die Begabung eines Schülers sehr viel schwerer festzustellen als ein 3ahr später. Die neue Reichsvorschrift über die Aufnahme in die höhere Schule ist eine Kann-, keine Muß- Vorschrift für Cinzelsälle. Untere Vorschrift vom 3. April sollte nur die Verhältnisse für ein Jahr regeln, aber es wurden entgegen der Reichsbestimmung zu viele Schüler ausgenommen, dies war auch gegen unsere Verordnung. Wir glaubten daher, den Schulen einen Dienst zu erweisen, wenn wir die Ausnahmebestimmungen genauer präzisierten. Damit ist jedoch nicht gesagt, daß die neue Verfügung starr gehandhabt werden soll und eine Rückversehung unbedingt verfügt werden muh. Ich kann nicht begreifen, wie ein Schuldirektor von mangelndem Wohlwollen und von Hartherzigkeit des Landesbildungsamtes in öffentlicher Versammlung hat sprechen können. Die Frage kann erst entschieden werden, wenn die Berichte vom 1. und 10. Juli einlaufen. Wir werden dann die Angelegenheit im Einvernehmen mit den Grundschullehrern und den höheren Lehrern regeln. Wir werden aber nicht dulden, daß auf dem bisherigen Wege die Grundschule unterhöhlt wird. Bis jetzt ist es in Hessen fast ganz unmöglich, auf einer höheren Lehranstalt ein Schuljahr zu überspringen: wir werden auch diese Frage regeln. Der Redner wendet sich hierauf den Angriffen auf die Vegablenklasfen und die Schulen mit erweiterten Lehrzielen zu und verteidigt diese Einrichtungen. Der Abg. Dr. Keller habe vor der merkwürdigen Ruhe von der Reformierung des Gymnasiums gewarnt. Der Redner erklärt hierzu: Die Arbeiten haben eine Zeitlang geruht: die Lehrpläne sind gegenwärtig in Arbeit. Besonders geeignete Fachmänner sind mit der Arbeit betraut; zwei Entwürfe liegen bereits vor. Die Reformpläne werden bis zum Beginn des nächsten Schuljahres oorliegen. Den Ausdruck „alter fauler Käse", so bemerkt Ministerialdirektor Urstadt, habe er nicht in dieser Form gebraucht, auch nicht in Beziehung auf die Seminarbildung, sondern in anderer Fassung von den Anträgen des Abg. Dr. Leuchtgens. In seinen weiteren Darlegungen verteidigt er die Pläne für die neue Lehrerbildung auf akademischer Grundlage. Es folgt eine Pause, worauf Abg. Kaul tSoz.) erklärt, nach der Auffassung seiner Partei sei die Schule Sache des Balkes. Er wendet sich dann gegen das kommunistische Schulideal des Abg. Dr. Greiner. Die Sozialdeinokraten wären entschiedene Schulreformer; die Unruhe im Schulwesen wäre gut, denn sie bringe Neues. Die Arbeitsschule sei eine Vorstufe der zu erstrebenden Produktionsschule. Im Anschluß an diese Bemerkungen werden verschiedene Schul- und Erziehungssragen von dem Redner besprochen. Abg. Glaser (Bbd.) weist darauf bin, daß Handwerker, Landwirte und andere Berufe bei den Kosten der neuen Lehrerbildung ihre Söhne nicht mehr diesem Berufe zuführen könnten. Die musikalische Ausbildung der Lehrer werde Not leiden, die Lehrer würden die ländlichen Gesangvereine nicht mehr leiten können, schon jetzt würde der schöne, alte Brauch, an dem die Landbevölkerung hänge, daß die Schüler bei Beerdigungen singen, bereits abgelehnt. Die Kosten der neuen Lehrerbildung würde das Land auf die Dauer gar nicht tragen können. Der Bauernbund sei nicht für Beseitigung der Fortbildungsschulen, sondern er verlange nur die Verlegung des Unterrichts in den Winter. Im Landesbildungsamt würden nur linksgerichtete Schulräte angeftellt, seine Partei sei selbstverständlich mit dieser Einseitigkeit nicht einverstan- standen. Koalition und Regierung sollten die Mahnungen des Reichsbankpräsidenten, die Ausgabeseite im Staatshaushalt sorgfältig zu prüfen, mehr beachten. Abg. Fr!. Birnbaum (D. B. P.) führt aus: Ich begrüße es, daß Abg. Reiber die Frage der Lehrerinnenseminare berührt hat, es ist ja nur noch eins vorhanden, das auch abgebaut werden soll. Ueber die künftige Ausbildung der Lehrerinnen muß Klarheit herrschen, sonst wird große Beunruhigung in diesen Stand getragen wegen der Anstellungsmöglichkeit, und die Berufsfreudigkeit leidet. Die Schule ist nicht nur eine Sache des Volkes, sondern die Eltern haben auch ein wichtiges Wort mitzureden. In Darmstadt fand am Montag eine Versammlung statt, in der zu der Frage des Ueberganges von der Grundschule zur höheren Schule Stellung genommen wurde. Die Deutsche Volksportei hält an der Grundschule fest, aber der Uebergang zur höheren Schule muß allen B e - gabten nach drei Jahren möglich sein. Ministerialdirektor U r st a d t hat in einer zweiten Verfügung seine erste abgeschwächt oder geradezu zuruckgenommen. Die Eltern haben auf.Grund der ersten Verfügung ihre Kinder den höheren Schulen zugeführt und wenn sie jetzt zurückgenommen wird, so ist dies wahrscheinlich nicht rechtskräftig. Man spricht soviel davon, daß die Einheitsschule den nationalen Gedanken in allen Schichten des Volkes tragen soll; ich glaube nicht, daß gerade Schüler Träger dieser Gedanken sind. und sie werden auch nicht die soziale Versöhnung herbeiführen. Wir haben einen Antrag eingebracht, daß die Verfügung des Landesbildungsamts vom Juni abgeändert wird. Wenn ein Kind die Note „Im ganzen Gut" hat, soll es in der höheren Schule bleiben. Die Schule soll nicht nur einen Wissens st off Übermitteln, sondern auch zum Leben erziehen; darum ist es ein selbstverständliches Recht der Eltern, ihre Kinder auch in die höhere Schule zu schicken. Entgegengesetzt den sozialdemokratischen Behauptungen sind nur wenige Kinder von Eltern mit großem Geldbeutel auf den höheren Schulen. Die meisten Kinder stammen aus dem Mittelstand. Arbeiterkinder waren auch im alten Staat in nicht geringer Zahl zu finden; wir haben es immer begrüßt, wenn solche Kinder kamen. Wir haben schon immer verlangt, daß der E i n - fluß der Frau in der Mädchenschule stärker sein soll; es sind darin jetzt nur 25 Proz. der Lehrkräfte beschäftigt. Wir wollen damit keineswegs die gänzliche Ausschaltuna des Mannes. Besondere Aufmerksamkeit ist der Pflege des Deutschen im Unterricht zu widmen. Der Abg. Storck hat „republikanische Lehrer" verlangt, aber die Politik sollte doch fern von der Schule gehalten werden. Selbstverständlich ist Achtung vor der Staatsform zu verlangen, aber die politische Gesinnung des Lehrers müßte bei der Berufung a u s- scheiden. Wir haben traurige Erfahrungen genug damit gemacht. Der Iungdeutsche Orden, der ver- boten ist, hat keine antirepublikanische Tendenzen. Wenn von sozialdemokratischer Seite Völkerversöhnung als Lehrgegenstand im Unterricht verlangt wird, so wehrt sich das gesunde deutsche Empsinden der Kinder dagegen; erst wollen wir lieber einmal von der Volk so er öhnung sprechen. Wir sind gegen kon essionelle Hetze in der Schule und gegen Schmutz und Schund. Die beiden Pole der Schule müssen sein: Deutschtum und sittliches Empfinden. Wir sind Anhänger der S i m u l t a n s ch u l e, die getragen ist von religiösem G e i ft ; der ganze Unterricht und die Erziehung müssen davon getragen sein. In dem Kinde muß ein Gefühl und eine Verantwortung für eine höhere Macht leben. Wir wollen die Kinder aus dieser materiellen in eine sittlich höhere Welt hinaus stellen. Deutsche Kultur kann nur in Verbindung mit der Vergangenheit lebendig sein; wir wenden uns daher gegen die Bestrebungen, die Vergangenheit herunterzu- reißen. Dom Auslanddeutschtum hat man früher wenig gewußt, das muß anders werden. Wir müssen den Blick unserer Kinder auf Südtirol, auf Oberschlesien und auf die Westgrenze lenken. In jeder Schule oll eine Karte der uns entrissenen Gebiete hängen. Mit der Aufbauschule für die weibliche Jugend muß ein Internat verbunden werden; wir verlangen dies in einem Antrag, beson- Der Kampf um die Aufwermng. Der Proteststreik der Berliner Börse. — Um Das Auswertungsproblem. Die Besucher der Berliner Fondsbörse wurden am Mittwochmittag von dem Beschluß des Dörsenvorstandrs überrascht, das g e s a m t e G e - chäft für einen Tag ausfallen zu lassen und nur Devisennotierungen vorzunehmen. Der Grund für diese Maßnahme bestand in dem Verlauf der jüngsten Derhandlungen des Aufwertungsausschusses des Reichstages, der bekanntlich wieder einmal eine Aenderung der bisherigen Gesehentwürse über die Anleiheablösung insofern vorgenommen hatte, als den Reubesitzern von Anleihen nur eine zweieinhalbprozentige Auswertung gewährt werden soll. Cs handelt sich gegenwärtig um die zweite Lesung der Aufwertungsvorlage im Ausschuß, der sich noch eine dritte Lesung anschließt und der dann im Reichstagsplenum drei weitere Lesungen folgen werden. Die Oppositionspartelen kündigten für die Beratungen im Reichstag selbst bereits weitere Abänderungsanträge an, so daß die seit Jahren bestehende Llnsicherheit in der Aufwertungsfrage im Augenblick aus einen H o ch st p u n k t a n g e l a n g t ist. Diese Hnsicherhcit war es vor allem, die den Berliner Börsenvorstand in Heber einftimmung mit dem Staatskomm'ssar und den führenden Ver- tretem der Bankwelt dazu veranlaßten, zunächst überhaupt die Rotiz sämtlicher unter die Auf- wertungsgZetzgebung fallender Wertpapiere völlig einzustellen und dann als energischen Protest gegen die fortwährende Schlechterstellung des Reubesihes die Gesamtbörse für einen Tag zu chließen. Der Frankfurter und Hamburger Platz schlossen sich diesem Vorgehen übrigens an und es steht zu hoffen, daß aus dieser explo- iven Aeußerung der Börsenmeinung der Reichstag gewisse Lehren ziehen wird. Es ist wahrhaftig -estzustellen, daß gerade die Aufwertungsgeseh- gebung kein leuchtendes Kapitel der deutschen Juristerei darsteUt. Man geht wohl auch nicht ehl in der Annahme, dalß in der Schließung ührender deutscher Effektenbörsen am Mittvwch eine Verwahrung ebenfalls dagegen zu erblicken ist. daß die Behandlung der Aufwertungsfragen anscheinend ausschließlich nur noch vom Standpunkt gewisser Parteiinteressen aus er- olgt und staats- und wirtschaftspolitische Ge- ichtspunkte mehr und mehr in den Hintergrund treten. Das erste Bekanntwerden des angenommenen Antrages der Kompromißparteien, dem Reubesitz nur einer Auswertung von 2V2 Proz. zu gewähren, führte bereits im freien Geschäft von Bureau zu Bureau der Banken zu einem beträchtlichen Kurssturz der Kriegs-Anleihe, die noch am Vorlage mit etwa 0,385 geschlossen hatte und bis zum Beginn der dann geschlossenen Mittwochborse auf 0,316 gesenkt war. Gleich stark war der Llbschlaa bei 3Vsproz. Preußischen Konsuls, die sich von 0,500 auf 0,430 ermäßigten. Bei der gegenwärtigen inneren Verfassung der Börse wäre zweifellos zu erwarten gewesen, daß die Aktienmärkte von diesen Vorgängen erheblich beeinflußt würden und daß ohnehin schon auherodentlich tiefe Kursniveau eine neue plötzliche Senkung erfährt. Dem hat der Beschluß des Börsenvorstandes vorgegriffen, der allerdings verschiedentlich an der Börse dahin bemängelt wurde, daß vielleicht doch ein andere Weg des Protestes möglich gewesen wäre, als die Schließung des gesamten Effektenmarktes. Der Börfenstreik. Berlin, 8. Juli. (WTB.) Der Börsenvorstand teilt mit: Wegen des gestrigen Beschlusses des Aufwertungsausschasses, die Auf- wertung des sog/ Reubesitzes an Anleihen auf die Hälfte des in der Regierungsvorlage vorgesehenen Satzes herabzusehen, ist der Börsenvorstand heute zu einer Sitzung zusammengetreten. Der Börsenvorstand stimmte in der Auffassung überein, daß, nachdem bereits gegen die erste Warnung aller deutschen Dörsenvorstände die Differenzierung von Alt- und Reubesih bei« behalten worden ist, dieser neue Beschluß geeignet ist. das Vertrauen zu der Behandlung der deutschen Anleihen zu vernichten, und auch das Vertrauen zu den Erklärungen amtlicher Stellen schwer zu beeinträchtigen. Diese Auffassung wird unverzüglich den beteiligten Instanzen zur Kenntnis gebracht werden. Der Börsenvorstand hat ferner beschlossen, die heutige Versammlung der Wertpapierbörse ausfallen zu lassen, damit nicht unter dem ersten Eindruck des Beschlusses des Aufwertungsarisschusses übermäßige Rückwirkungen auch auf die übrigen Teile des Wertpapiermarktes eintreten. Endlich sah sich der Börsenvorstand zu dem Beschlüsse gezwungen, bis auf weiteres die Rotiz für die auf P apier- mark lautenden Anleihen des Reichs, der Länder und Gemeinden e i n z u st e l l en, da er nicht die Verantwortung dafür zu tragen vermag, daß Wertpapiere amtlich gehandelt werden, deren Dewertungsgrundlagen durch die für die Allgemeinheit nicht voraussehbaren Beschlüsse des Auswertungsausschusses von einem Tage zum andern völlig verschoben werden. Eine Erklärung des Frank- surler Bör?envorstandes. Frankfurt a. M.» 9. Juli. (IU.) Der Bör- fenvorffanb erließ gestern folgende Bekanntmachung: Die heutige Mittags- und Abendbörse findet im Einvernehmen mit Berlin nicht statt. Diese Maßnahme wurde hervorgerufen burd) bie kürzlichen Anträge im Aufwerkungsausfchuh besReichs- tages. Borsenschlutz aud) in Dresden und Köln. Berlin, 9. Juli. (Gig. Meld.) In Ueberein- ftimmung mit den Maßnahmen der Berliner Börse blieben auch die Dresdner Börse und die Kölner Wertpapierbörse aus. In Köln wurden Devisen und Noten notiert, auch die Lederbörse fand statt. ders im Hinblick auf Oberhesfen und Rheinhessen. Zur Ertüchtigung der männlichen und der weiblichen Jugend fordern wir eine vollgültige Ausbildung von Turnlehrern und Turnlehrerinnen. Bei aller Erziehungsarbeit muß die Seele des Kindes und die Heranbildung unseres Volkes zu einem kraftvollen Staatswesen stehen. (Lebh. Beifall.) Frau Hattemer (Ztr.) verlangt Berücksichtl- gung der besonderen Belange der Mädchenerziehung in der Schule; das Zentrum sei immer gegen die Koedukation gewesen. Beim Landesamt für das Bildungswesen muffe auch eine Frau zur Mitarbeit herangezogen werden. Der Uebertritt von der Grundschule zur höheren Schule nach einem Zeitraum von drei Jahren müsse gewahrt bleiben. Bedauerlicherweise sei eine Verfügung des Landesbildungsamtes, daß die Note in Religion nicht mehr bei der Zensur bewertet wird. Abg. Dr. Greiner (Komm.) setzt sich vor fast leerem Hause mit verschiedenen Vorrednern auseinander. Nach 2 Uhr schließt der Präsident die Verhandlungen. Der Zollkrieg mit Polen. Die polnische Antwort auf die deutschen Vorschläge. Berlin, 8. Juli. (WTB.) Die polnische Delegation überreichte gestern ihre Antwort auf die letzten deutschen Vorschläge zum vorläufigen deutsch-polnischen Wirtschaftsabkommen. Obwohl die deutsche Delegation durch die Erhöhung des Kohlenkontingents von 60 000 auf 100 000 Tonnen, durch Garantierung des Status guo hinsichtlich der Fleischeinfuhr, durch den Vorschlag eines Pactum de contrahendo für die Vieheinfuhr und durch die Zurückziehung der deutschen Forderungen in der Liquidationsfrage den polnischen Wünschen weit entgegengekommen ist, macht die polnische Delegation in ihrer Antwort nicht einmal den Versuch, durch Gegenvorschläge sich dem deutschen Angebot zu nähern. Sie wiederholt nur ihre schon früher abgegebenen Erklärungen, daß Polen die zolltarifliche Meistbegünstigung und das Einreiserecht für Handlungsreisende nur zugestehen kann gegen ein Kohlenkontingent von 350 000 Tonnen im Monat und gegen die Sicherstellung der Einfuhr nicht nur von Fleisch, sondern auch von lebenden Rindern und Schweinen. Die Forderung eines Kontingents von 350 000 Tonnen, die dem bisherigen durch den Versailler Vertrag Deutschland aufgezwungenen Kontingent nahekommt, verkennt völlig die durch die Weltkvhlenkrise auch für die deutsche Kohlenproduktion entstandenen Schwierigkeiten. „ Diese Forderung ist deshalb für Deutschland völlig unannehmbar; ebenso wenig trägt die polnische Forderung auf die Einfuhr von lebenden Rindern unb Schweinen dem deutschen Standpunkt Rechnung, daß die Einfuhr von Rindern überhaupt nicht in Frage kommt und daß auch die Einfuhr von Schweinen in dem jetzt abzu- schließenden Provisorium nicht geregelt werben kann, da mit Rücksicht auf den deutschen Viehbestand dazu eingehende Verhandlungen und Vorbereitungen notwendig sind. Hat doch Deutschland außer mit Oesterreich mit keinem feiner Rachbarländer Veterinär abkommen geschlossen. Polen erklärt weiter, daß es von diesen Forderungen nur dann absehen könne, wenn Deutsch- l an d bereit wäre, auf die zolltarifliche Meistbegünstigung zu verzichten und Icbighd) ein Abkommen zu schließen, dessen Inhalt nach Ansicht der polnischen Delegation sich darauf zu beschränken hätte, daß der Wert der ausgetauschten Waren sich auf beiden Seiten entspricht. Die polnische Delegation kommt somit auf die bereits früher von ihr oft dargelegten Gedanken zurück, ihr als ausgesprochene Kampfmaßnahme ausschl. gegen Deuijchlcmd gerichtetes und jeden Handelsverkehr unterbindendes Einfuhrverbot dem feit einem Jahrzehnt gegnüber allen Ländern bestehenden deutschen Kohleneinfuhrverbot gleichzustellen. Ein Abkomme: auf dieser Grundlage, das die von Polen beliebte Taktik, während der schwebenden Derhandlungen neue Einfuhrverbote zu erlassen, sanktionieren würde, ist für Deutschland unannehmbar und auch nicht geeignet, die durch die polnischen Einfuhrverbote heroorgerufene Störung im Wirtschaftsverkehr zu beseitigen. Diese Antwort der polnischen Delegation bietet daher keine Aussicht, zu einer Einigung zu gelangen. Die Zollvorlage. Berlin, 8. Juli. (WTB.) In einer Besprechung des Reichskanzlers mit Vertretern der Regierungsparteien kam, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, allgemein der Wunsch zum Ausdruck, daß eine Einigung über die Zolloorlage zwischen den Regierungsparteien möglichst bald erreicht werden möge, damit die Zollvorlage noch vor den Sommerferien zur Verabschiedung kommen kann. Wenn eine solche Einigung erreicht wird, werden die Verhandlungen des Reichstages erst Ende Juli ihr Ende finden. Deutscher Reichstag. (Berlin, 8. Juli. Vor Eintritt in bie Tages- ordnung gibt Abg. Dr. D e st (Völk.) eine Erklärung ab, in der er sich dagegen wendet, daß seit den Zwischenfällen im Aufwertungsausschuh in der Öffentlichkeit Z>ie Meinung verbreitet werde, daß er Millionengläubiger an Hypotheken in Hessen sei. Richtig fei, daß er vier Hypotheken im Gesamtbeträge von rund 97 000 Mark besitze. Was darüber hinaus verbreitet werde, müsse er als Verleumdung bezeichnen und als frei erfunden. (Hörti Hort! links.) Es verfolge den Zweck, ihn in seinem Kampfe um das Recht zu behindern. Hm diese Verleumdungen an den Pranger zu stellen, habe er beim Reichstag um die Genehmigung der Strafverfolgung der Abgg. Dr. Oberfohren (Dn.) und Radern a cher (Dn.) beantragt und gegen vier Zeitungen, die Beleidigungsklage erhoben. Er habe weiter mit den Völkischen die Einsetzung eines Hntersuchungs- ausschusses zur Klärung der von ihm erhobenen Vorwürfe gegen deutschnationale Abgeordnete beantragen wollen, aber von den Deutschnationalen die erbetene Hnterstützung zu diesem Anträge nicht erhalten. (Lebhaftes Hört! Hort! links.) . Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Stenden betont, die Bevölkerung der besetzten Gebiete sei beispielgebend für opferbereite Vaterlandsliebe und ihr besonderes Ministerium solle ihr erhalten bleiben, solange die Verhältnisse es .^ordern und es den Wünschen der Bevölkerung ber besetzten Gebiete entspreche. (Beifall.) Namentlich lägen die Aufgaben des Ministeriums auch darin, daß es den anderenReichsstellen die Wege aufzeichne, die den Wünschen der Beoölke» rung der besetzten Gebiete entsprächen. Dann würden die Fürsorge für die bedrückte Bevölkerung, ihre Entschädigung und sonstigen Wünsche und Beschwerden durch das Ministerium geregelt. Weitere Auf- gaben des Ministeriums lägen auf kulturellem Gebiet und dem des Unterrichts. Es sei zwar leider noch nicht gelungen, die Wiederherstellung durchzuführen. Dieser Wunsch würde aber weiterhin nachdrücklich verfolgt. Eine besonders wichtige Aufgabe des Ministeriums fei auch die der Ermöglichung der Rückkehr der aus dem besetzten Gebiet Ausgewiesenen. Was die Wohnungsfrage für diese Ausgewiesenen anlange. so würden sie deswegen bereits jetzt zurückkehren können. Aufschub des Urieiwollzugs in Moskau. Moskau, 8. Juli. (Wolff.) Rach einer Meldung der Russischen Telegraphenagentur ging dem Zentralexekutivkomitce ein Gnadenge- s u ch der Eltern Kindermanns uni> W 0 lschts sowie des Verteidigers Dittmars zu. Kalinin hat gestern verfügt, daß die Vollstreckung des Hrteils vorläufig ausgesetzt werde, bis der Entscheid des Präsidiums der Zentralexekutive über die persönlichen Gnadengesuche Kindermanns und Wolfchts vorliege. Der englisch-russische Konflikt. London, 8. Juli. (Wolff.) „Daily Mail" berichtet an hervorragender Stelle über eine neue englisch-russis che Krise und die Gefahr eines Bruches mit Rußland. Dem Blatt zufolge werde Rakowski heute aus Moskau hier erwartet. Cs sei möglich, daß er morgen eine Konferenz mit Chamberlain im Fvr- eign Office haben werde. In diplomatischen Kreisen werde die Tatsache nicht länger verheimlicht, daß die Frage praktischer Aktionen gegenüber Rußland von der Regierung erwogen werde, und daß eine Entscheidung vielleicht bald erfolgen werde. Es herrscht augenblicklich keine Hebereinstimmung in dieser Frage. AUS Stadt und Land. Gießen, den 9. Juli 1925. Ehrendoktor unserer Landesuniverfität. L. H. Die Theologische Fakultät unserer Landes-Hniversität hat den Pfarrer Friedrich Walter, ersten Pfarrer in Worms, „den gütigen Prediger des Evangeliums, den treuen Seelsorger seiner Gemeinde, der ihr auch als Lehrer ihrer Jugend mit ernster Liebe gedient und den Reichtum seiner Erfahrung und seines Wissens auf Synoden und Kirchentagen auch im Dienst der gesamten evangelischen Kirche des Landes Hessen bewährt hat, aus Anlaß der Feier des zweihundertjährigen Bestehens der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Worms" ehrenhalber zum Doktor der Theologie promoviert. * •• Das städtische Gaswerk weist üt einer heutigen Bekanntmachung darauf hin. daß Gassparer anbietende Hausierer weder im Einverständnis, noch im Auftrage des Gaswerks handeln. Man beachte die Bekanntmachung. ** Wichtig für Automobilbefitzer! — Eine bedeutsame Gerichtsentscheidung. Die Strafkammer in Lüneburg hatte sich mit einer für den Autosport wichtigen Entscheidung zu befassen. Ein Autobesitzer aus Schwerin hatte sich in der Nähe von Danneberg im Hannoverschen verfahren und war im Begriff zu wenden, als ein Zollsekretär aus Dannenberg an das Auto herantrat (in Zivil), um die Steuerkarte zu prüfen. Eine Legitimation des Zollsekretärs trug aber nur den Stempel und die Unterschrift des Hauptzollamts Lüneburg. Der Autobesitzer weigerte sich darauf, die Kontrolle vollständig vornehmen zu lassen und gab seinem Führer den Auftrag, weiterzufahren. Dom Schöffengericht Lüneburg wurde er deshalb zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt, wogegen er sofort Berufung einlegte. Die Strafkammer hob das Urteil auf und sprach den Besitzer frei mit der Begründung, daß die Ausweiskarte des Zollsekretärs nicht genügend sei und Autos, die in der Fahrt begriffen seien, nicht zum Zwecke der Prüfung der Steuerkarte angehalten werden dürften. ** Die Gaslehrvorträge, die das Städtische Gaswerk in dieser Woche im Saalbau Sauer iOswaldsgarten) veranstaltet, erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. Die Zuhörerschaft wird durch die Vorträge stark gefesselt, weil sie viel Reues und Verburffendes bringen, so daß jeder befriedigt nach Hause geht. Es iff ja eine bekannte Tatsache, daß die meisten Hausfrauen die Wärme im Gas nicht richtig auszunuhen verstehen. Diese Gaslehrvorträge zeigen nun gerade in erster Linie, wie die Hausfrau die Wärme im Gas richtig ausnützen soll. Die Hausfrau, die infolge der schlechten wirtschaft- lichen Verhältnisse an und für sich schon gelungen ist, zu sparen, spart auf alle Fälle, wenn sie das Gas im Haushalt verwendet. Sie spart an geldlichen Ausgaben, weil sie zum Kochen nicht mehr die Menge Gas verbraucht, die sie früher gebrauchte, sie spart ferner an Zeit. Die weiteren Vorteile des Gases sind Sauberkeit, sofortige Betriebsbereitschaft und eine genaue Regulierfähigkeit ber Wärme. Diese Vorteile wird niemand, aiich die beste Köchin, auf einem Kohlenherd erreichen, denn bei dem Kohlenherd wird die Wärme der Kohle bei der Verbrennung höchstens um 10 Prozent ausgenuht, während beim Gas die Wärme um 80 Prozent nutzbar verwertet werden kann. Die überschüssige Wärme beim Kohlenherd geht in den Schornstein. Es ist daher klar ersichtlich, daß das Gas im Haushalt die größten Vorteile in sich bürgt. Es ist empfehlenswert, daß jede Hausfrau die Gaslehrvorträge besucht, denn der Gaskocher ist nicht nur ein Gerät für den Wohlhabenden, sondern gehört in erster Linie in die Küche des Arbeiters. Keine Hausfrau sollte sich genieren, die Vorträge zu besuchen; alle, ob arm oder reich, sind willkommen. 0 Schulausflüge als D i e nst g e s ch ä f t e. Wie wir hören, ist eine Aenderung der Reise- koftenverordnung vom 24. Mai 1922 geplant, daß in Zukunft auch Schulausflüge als Dienstgeschäfte zu betrachten sind. Ausflüge von nicht mehr als drei Stunden gelten als Dienstreisen nach nahegelegenen Orten; für solche Ausflüge sollen Tage- M t>tW. Wutinet U fes fite#. schein SeA N!elL Ahei"^ fcSL -Mt e-> ^Äkti erunü - Ach Fch Ines Äärche Mholung e nck Lrrs Ztzz s* SÄ' SÄ Mi, lonntt am Sa Mali baiM. " 2ufin« StonfMV. ( M. zvei Färsen MKlSchweo - Fünfte Mm Dienst (Sieber über < nntiken Thec W). Die a legrck schon vc Dir Men The Gegenstand lebh kurzerabe von Desenbist gemäßen juget antifen Sfpatt finb. ‘Siefe Am, Eindruck t>on en jm aniiten AA Gegenstand des sechsten und letzten 21. Juli, verlegt über Gotik und besonders aufmerl Lai t Dieseci zahlreiches Trau Grabe getragener mel dcä letzte G der Wertschätzung Verstorbene zu ei bei mehreren Ges den letzten Gang W, deren lang ^rtoar, begleite .Ich hat Mch zahlreii v^tvMm der \ ttffen, um ih «et total Men MiW de- der Arbeitnscha leiten. Net Chorals |anl de °es Gefangnere aoteilung des quartetts" umr feier. Eine < "ranzen tourde niedergelegt. 5 pflege des besonders um d An der * ZE -Z'rrK •Venen V*^?* SÄi 18' Jurutf, ein Gnn? 8'ng WA ^4^™- iWSwfBlU, S?tt£ WZ ^d'plMMchenA ch-E,k°^ >r iL' '°nen flfr Legierung erwogt W(f)t halb «Mg-nbWch feine I« frage, und Land. n. den 8. Juli 1925. oktor suniverfitat. che Fakultät unserer >en Pfarrer Friedrich 1 r in Worms, .den angeliums, den treuen * de, der ihr auch als • ernster Liebe gedient Erfahrung und seines und Kirchentagen auch evangelischen Kirche des . : bat, aus Anlab der • Übrigen Bestehens der keitslirchr in Worms" ■ der Theologie fronte t &aötoetl weist i lchung baxau-X Ao> .uVmei weder im Ern- .uftrage des öastoerls ,e Beianntmachung. utomo-tlbesitzei!- Gerichtsentschei- in Sineburg hatte sich mit fl wichtigen Entscheidung M ■ • gus Schwerin hatte sich ■ 7g im hannoverschen ott- •. inff xu wenden, als em erg an das Mo heran- mertarte zu prüfen. Eine . itärs trug aber nur den chrift des hauptzallamts r weigerte sich darau', die nehmen zu laifen und gab [Qg, weiterzufahren. Lorn würde er deshalb zu«.. It, wogegen » * J ib?g| der Prüfung der Steuer durften. er Himmel am Morgen ein solch trübes Geber Sitzung endeten. Schon feit einiger Zeit sind un& go& seine Wassermassen wie aus Kübeln die Sihungeii des Gemeinderats, bis auf eine, QUf yie durstige Erde herab, daß es sehr zweifel- leider stürmisch verlaufen. — Gegenwärtig durch- h^ft war, ob das Fest überhaupt stattfinden wandern zahlreiche Deerenverkäuferin- xönne. Doch mit beginnendem Festzug, der sich n en unsere Stadt, die Himbeeren und Johannis- unter Dorantritt der Stockheimer Kapelle um beeren in großer Menge anbieten. In dem be- 2 älhr durch die Straßen bewegte, brach Heller nachbarten Lauter beginnt jetzt die Kirschen- Sonnenschein durch und hielt zur Freude der ernte. Eine Menge Käufer aus Grünberg und Kinder und Großen den ganzen Rachmittag an. Laubach suchen hier ihren Bedarf zu decken: neben 2lm Festplah angekommen begrüßte Schulverwal- diesen sieht man auch Käufer von weither, die ter Eschenbrenner in ernsten und launigen größere Quantitäten kaufen wollen. Worten die Festversammlung und legte Zweck CVvoia. und Ziel eines solchen Jugendfestes dar. Es .ureie folgten dann in bunter Reihenfolge Lieder, t Lehnheim, 8. Juli. Der seitherige Reigen, Gedichte, Stabübungen und kleinere Auf- Beigeordnete Hönig ist einstimmig wieder- füfjrungen, von denen die Dogelhochzeit ganz gewählt worden. besonderen Beifall fand. Rach einer kurzen ©rpiä Kaffeepause schlossen sich verschiedene Spiele, wie . Sackhüpfen, Eierlaufen u. dgl. m. an, der Kletter- O Schotten, 8. Juli. In der gestrigen houm mit seinen schönen Gaben übte besonders öffentlichen Sitzung des Kreis aus schuss es auf Knaben seine Anziehungskraft aus, die des Kreises Schotten, die wegen der großen Zahl - ■- • ~ der geladenen Zeugen im Rathaussaal stattfand, wurden die am 14. Juni 1925 stattgehabten Bürger meist erwählen von Rieder- Seemen und Burkhards auf erhobene Reklamation und Beanstandung durch den Kreis- Der neue WOCHE -Roman ?r.v".r jy Die Geschickte einer Leidenschaft von WERNER SCHEFF Bestellungen in allen Buch- u. Zeitschnftenhandlungen, Postanstalten, Scherl-Filialen und heim Verlag Scherl, Berlin SW 68, Zimmerstraße 35-41. ®ei sachverständiger Arzt ist noch anwesend: Donnerstag, den 9. Juli Gießen, den 8. Juli 1925. Beratung über alle Fußleiden Professor Werner Kautsch schreibt in einem > gesucht. 05794 Verkäufe Wieseck, den 8. Juli 1925. Alleinige Niederlage von Dr.Scholl's Fußpflege-System: 671 bl) Keinerlei Kaufzwang. Gießen, den 8. Juli 1925. 6703V sand 6088ss Stadt. Gas- u. Wasserwerk Giessen Geschäftsübemahme Gießen (Neustadt 33), im Juli 1925 05796 T Turner 8: Eintrittskarten in der Rickerschen Univ.-Buchhandlung 6698D ", J. taucht 6700V Existenz! mieten 05779 ■ i\ in Jüngerer, ver- fefter 6695V empfiehlt äußerst preiswert 6694a 8 Freitag, Samstag, Aisem- Lehrling & Schritst Bewerb, unter 6533D an den Giess. An», erbeten. 10. Juli 11. Juli Christliche 057,1 Versammlung Löwengaffc 9 Freitag, 87« Uhr: Wortbetrachtung; Sonntag. 3 Uhr: Wortverkündigung. Im Namen der Hinterbliebenen: Lina Kümmel Witwe. Gutgebendes Feinkost- geschäfL i guter verkebrS- Z20-luli\ 'Beginn neuer Kurse v Vogtsche -HandelsscholeGiefienj \ Ooethestraße 32 a X. 6254a ./ Schuhhaus Reiss Khstwil! Gießen Fernspr.210 Dreher (flotter Arbet- ter) für dauernde Stellung gesucht. fig. Schielerstein Maschinenfabrik Lick (Oberh.). Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Juli 1925, nachmittags 2 Uhr, in Nieder-Walgern vom Bahnhof aus statt 6699D reicher Lage, Umstände halber sofort zu verpacht. Auch aiS Filiale für Metzgereien durchaus geetqnet.Schnell entschlossene Bewerber belieben Angeb. mit. 05788 an d. G. Anzeiger einzureich. MIWiner mit Klavier au ver- HOSBfl, kurz, weiß Köper für Knaben und Jünglinge von 9 bis 17 Jahren Leibgardisten. Sonntag, IS.Jnli: Samillenausflus nach Slunerod au Kamerad Wallbott. Abmarsch pünktlich 21/, 11, LudwigSplatz nachdemBvtterweg. ZahlreicheBeleili- gung erwünscht. Kale habe S der 3to Th. Kranefuss, Cassel 49. ottr um finntafl Jtiner Begabung dK'k, aber inne er Ede. namei ihm von allen S eilige fii'ljk enl bürfnis, onerfan durch beiriebigi, i dort, wo nicht Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Insbesondere den Schwestern vom evangelischen Schwesternhaus, den Vereinen, der Kapelle Mank, dem Reichsbund der Kriegsbeschädigten, der Firma S. Bock & Co., seinen Berufskollegen und Mitarbeitern, dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe. irr Ddnaumona sich von Sellilch immer unterjdiä M'ichlN W itrbi|d)U. 6(jal t)iv. tir bat) es biesma |ri|djet Tat o nicht oetfoflen, Siije tfnis Szogrny ben ( und bie litmnl frifleni ber M fidieru büß er lang, weiß und “BWöwIIj elfenbein erstklassige Qualität, für Jünglinge und Männer Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Boguniewski. Dtußfßöjen aller Alk ’ä Msllllttullg stilrein iLDreisrocti öle Brühifdie Unlo.-DrüdereL H. £ange. Gietzen. Stvulstr.7. Für die anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen zahlreichen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren herzlichsten Dank FriseurmeisterBeorgWahlund Frau Dienstag den 21. Juli abends 8% Uhr Prof. Dr. Rauch Gotik und Renaissance Wärterin zum L August gesucht. 6646V vroo.'vstegeollstnit Ltcher Strasse 74. yn it/rrMgwi rin n nrrrri Englischer Dreschwagen (60 Holl) u. Welger- Presfe, beides in gutem Zustande, au verk. Näh. in d. Ge- schäftsst. d. G. A. 057 03 Artikel Körpertüchtigkeit und Fußpflege: „Die Fußbeschwerden sind in der Tat hundertfach und hundertfach sind daher auch die Mittel und mechanischen Apparate, die die moderne Practipädie zur Verfügung stellt. Sie sucht sich mit aller Kraft Bahn zu brechen undjjoffentlich wird es ihr in Bälde gelingen, ihr Ziel mit Einsatz erfährener Aerzte zu erreichen. In Zukunft wird also der pathologische Fuß gleich beim Schuheinkauf im Laden richtig diagnostiziert und werden auch gleichzeitig die richtigen Behandlungsmittel angeboten. Schwielenbildung und Hühneraugen, verkrüppelte Zehen und Ballen, Senkungen des Fußgewölbes und Atrophie der Fettpolster sind dann gänzlich ausgeschlossen, heftige, oft verzweifelteSchmerzen treten nicht mehr auf. Wieder einmal ist es ein Deutscher, der den rechten Weg weist. Dr. med. Scholl in Amerika ist der Erfinder der Practipädie; sein Name ist einer der gefeiertsten drüben; wir können nur wünschen, daß er auch bei uns in gleicher Weise gewürdigt werde." Von Beitliaosgleictanl MW notleidende Ausgleichsgläubiger vertritt zur Erlangung einer Sonderentschädigung auf Grund langjähriger Erfahrung als früherer Auslandsdeutscher Hermann Schneider, Bankgeschäft Berlin SW 11, Schönebergerstrahe Nr. 5. 6717A i Durch günstige Uebemahme einzelner Restbestände gebe ich weit unter Tagtopreis ab: Kunst - Seidenkleider, Kasaks, Röcke, Unterhosen, Badeanzüge, Kinderkleidchenjäckchen, Erstlingswäsche und verschiedenes andere. Hochachtungsvoll Sophie Dülfer Nachfolger 8-mbinWm „Irtoijr wie neu, sofort preiswert zu verkaufen. Schr. Ang. u. 05795 an den Giess. Anz. zur kostenlosen * * d» «st» ungern fonnte und zu q W“ M iS Ntaqes vor. . N Grund ji ^rir Tzvgen ^UWverlanqen >en Lininorzchez den mottt, ' 2)ie|e |d)me! Wulftens als Aerchtold war ^nächtigt, ein Ner Entschlu ®°re Betrug f ta ««es «Jsi 8--b, dann 5. und 6. Weicker-Vortrag im Physikalischen Institut (Stephanstr. 24) Dienstag den 14. Juli abends 81/3 Uhr Prof. Dr. Bieber Szenenbilder aus dem antiken Theater Berk ^'liner A H^"?ahre Gesucht gelernter, über 25 Jahre alter Auto- «uf ys dort thnk NÄ' Mittelschweres Pferd vierjährig, au verk. Ludwig Mattern n-ni Krofdorf Nr. 198. Gestern abend '/,12 Uhr entschlief sanft mein lieber, treubesorgter Mann Karl Boguniewski Oberbahnhofsvorsteher. Der oo SslerrE 1914 bei ,tai|cv h xu gew" ber lid)C. war es. an* dem ® 'W* biens a 3, M m mW1 tiflb l)ab/ Stoinlt- Denn dm Kriü lein, ‘ )unl L die biplom W iWnr wW bl l 6 unb dann mußt« Len Du'dm zur Lühne gezn tö bann aber v WM zum Besuche d. Land- kundschaft von hies. Großhandlung gesucht. Schriftl. Angebote unter 67041) an den Gies;. Anz. Im hiesigen Kreise suchen wir alleroriS gegen Hobe BeAüge ev. TageSspesen Vertreter mit guten Bezieh' ungen buntere fämtl. Brrs.-Svarten. Einarbeitung am Wohnort. Meldung erb. unter F. L. O. 4598 (6711ss) a. d. G. Anz. Sonntag,12.Juni: Griinberg — Laubach— Giesse». b'/zStd. Abf. 8'° Uhr. Warnung! lind wird von verschiedenen Seiten mitgeteilt, dass wieder Hausierer von Haus zu Haus gehen und den Hausfrauen Gassparer ober neue gassparende Brenner zum Einbauen in ihre Kochapparate empfehlen, wobei sie sich auf das Städtische Gaswerk berufen. Wir machen deshalb im Interesse der Giessener Hausfrauen darauf aufmerksam, dass betreffende Hausierer weder in unserem Einverständnis noch Auftrag handeln. Zuverlässige Auskunft über Sparmöglichkeiten beim Kochen mit Gas erhält jede Hausfrau am zweckmässigsten beim Städtischen Gaswerk oder den Privatinstallateuren. Blusen, la Satin, mit Ueberkragen für Mädchen «W echtrot sederdichi Daunenköper, l1/»- schlscg.,groheSOber- bett Unterbett und 1 Kissen mit 14 Psd. grauen Federn gefüllt, ä Gebett Gm. 43.— , daSs Gebett, 2 Kissen und 16 Pfd. zartweichen Federn gefüllt, Gm. 63.—. Bettsedem graue, per Pfd. Gin 1.10,zartu.weichl.50, graus Halbdaunen 3.25, Schleitzfedern grau 2.25, weisse Halbdaunen 5.—, Daunen grau 9.25, weiss 12.50. Bettbezug auS gutem weissen Linon ob. bunt geblümt ob. tariert, per Stck. Gm. 7.20. Metallbetten u. Matratzen. Alle Aussteuer-Artikel billig. Muster u. Katalog frei Nicht gefallend, Geld zurück. Bett- federngrohhanblung Bettenfabrik u. Ber- ?*>«**[ m in die mm Unfällen ein? flarenb abzuwe (ter Qis nach < heilender verb Qv.ijuerlegen.. ae?en die (erb SM Den verehrten Einwohnern Gießens und Umgebung zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich das seither von Frau Sophie Dülfer, Gießen, Neustadt 50 seit 20 Jahren betriebene Kurz- und Wollwaren-Geschäft übernommen habe und bitte, das meiner werten Vorgängerin in reichem Maße entgegengebrachte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. Durch langjährige praktische Tätigkeit in Wollspinnerei und Großhandlung bin ich in der Lage, allen Ansprüchen gerecht zu werden. |Stellengesuche| Kaufmann «bilanzsicherer Buchhalt.),Milte 20, scith. in Jnd. u. Grosshdl. tätig, sucht p. fof. ob. später ähnl. Pofst. Ofs. uni. Nr. 555 an Herio, Plockstr. 5. Tüchtige (^»A Del- u. Fett-Reisende Wagenfett, Boden- twachS usw.j m. nachweisbaren Erfolgen von alter Del- und Fettfabrtk b. höchster Provision gesucht. Verkauf nur an Wieder Verkäufer u. Grossisten. Offerten unter M. DL Y. 1738 an Ale-Haaseaslela & Vogler, Maaaheim. Dersandfiliake mit gut. Einnahmen verbunden, für dies. Platz zu vergeben. GratiSprofvekt dch. Schliessfach 154 in Heidesberg Skr.3V. MMSSS TMtigcs KöihkWDlheii gesucht, am liebsten vom Lande. [6702D Hotelrestaurant Hindenburg. miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD 1 e ® Bleichstrasse 33 p. |Stellenangebote| Gebrauchter Rtnöer-SIB- unö £iegeroaoeü sehr billig zu verk. Rodbeimcr Str. 2 Stgb. rechts. Anzus. 12—2 rnitt.,6-8abds. \ Kaufgesuche'] Gebraucht., gut erh. Damen- Fahrrad zu kaufen gesucht. n.7„ Kaiserallee 85. Separater Beratungsraum. 6718a TrilrotQ m’t ian9en und 18 mulu kurzen Aermeln in allen Größen Junger manu bewandert in allen Bureauarbeiten, sowie im Nechnungs- roefen, sucht infolge Abbaues anderweitig Stellung. Schriftliche Angebote unt. 05785 an den Giess. Anz. erb. Für meinen Sohn (llnterfefunbaner) suche während ber Sommerferien BkMtiMj! irgend welcher Art. Schriftl. Angebote unter 6714D an den Giess. Anz. erbeten. Jg. ptliJIiMeit a. g. Farn. v. aus- ivärts, erfahren in all. Hausarb., Nähen u. beff. Handarbeit, sucht Stellung als Stütze in nur nut Haufe m. Farn -Anschluss, wo Mädchen vorhanden, gegen Taschengeld. Sckr. Angebote unt. 05790 an den Giess. An- Adner erbeten. Nr hUllV in gute Hände nach auswärts preiswert zu verkaufen 05777 Liebigstr. 86 I. Tchretümeslliiiie „miguuu" gebraucht, billig zu verkaufen 05787 Mäusburg 17, Laden. Vlumen- Mnger M-Kieei E. Scheel Mäusburg 17. Melallbetten Stahlmatr., Kinderbetten, dir. an Priv' Kat.3114 frei. Eiten- mfibullabr. Sahli. Th. Goldener Manschefen- fnopf mit grünem Stein, in Käferform, am Sonntag verloren. AbAugeben gegen Belobnnng 05791 Moltkestrasse 14. HIIIIIS 1862 -1812. Samstag, 11.JuNI 87i Uhr abends: Znsamcnkunit i. Stühlen Grunde, Neuen Bäue, bet Dechert. ZahlreicheBeteili- gung erwünscht. Der Vorstand. Bitte Liederbücher mitbringen. 057^2 Altes Blei tBletröhrem lauft BrühlscheDruckerei '"v Schulstr. 7/9. Empfehlungen Alffen, Licher Straße 29. Suche 6b' RSW bei hohem Lohn. Gewerbsmässige Slellenvertnittlerin Sophie Dülfer, Neustadt 50. Tel. 1103. Suche zum 15. Juli ober 1. August eine [O7I2D tinfoifir, gcbiiöete Stütze die im Kochen ttnd Nähen bewandert ist, gegen guten Lohn. Mädchen vorhanden. Stau end Söjarfe. Wetzlar. Braunfelser Str. 47. Kinderloses Ehepaar sucht sofort ölt ehrliches ,67070 MW» Fritz Rabe, Juwelier, Bad - Nauheim, Alicenplatz 5. Nr. (58 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Eenerai-Anzeigrr für Gderheffen) vonneistag, 9. )uii 1925 Der „Potsdamer Kronrat". Tine psychologische Skizze. Amentoniich« 54)u6foim.l eopgrigb« bp Fritz fltrn, Hor.n. Äon Prof. Dr. Fritz Kern Der vorgebliche Zweck des Besuchs, den der dtterreichi'ch-lingnrijche Botschafter am 5.Juli 1914 bei Kaiser Wilhelm mochte, war, den Hailer iür die friedliche diplomatische Aktion tu gewinnen, die in dem Handschreiben und der Denkswritt entwickelt waren. Die wirkliche. geheime Absicht des Besuches aber war es. den Kaiser au Aeußerungen zu veranlassen, die man Kaiser Franz Josef und dem Grasen Tisza gegenüber als deutchen Wunsch nach kriegerischer Bestrafung Serbiens ausgeben konnte. 3. Graf Szögenys Erfolg. Zuoorab gelang es dein Botschafter, den Kaiser zu der Meinung zu bringen, die Untersuchung des Atlentots habe zweifelsfrei ergeben, daß hohe serbische Beamte, aktive Offiziere, ja vielleicht sogar Mitglieder des Königshauses von dem Mordplan vor dessen Ausführung Kenntnis gehabt hätten. Diese Vorstellung hat den Kaiser entscheidend beeinflußt. Denn bann konnte es ja gar nicht allzu schwierig sein, auch beim Zaren die monarchische Ader zum Schwellen zu bringen. England, das 1913 die diplomatischen Beziehungen mit den serbischen Fürstenmördern abgebrochen hatte, würde angesichts dieser Tatsache von Serbien abrücken, und dann mußte es möglich sein, von den Ententemächten Duldung dafür zu erlangen, daß Serbien zur Sühne gezwungen werde. Ganz unmöglich war es dann aber vor allem für den deutschen Kaiser, dem Bundesgenossen in den Arm zu fallen. Szö- gcnns Mitarbeiter rühmt an ihm die Geschicklichkeit, Ne impulsive Neigung des deutschen Kaisers, sich in die inneren österreichisch-ungarischen Angelegenheiten einzumischen, „bittend, beruhigend, auf» klärend abzuwehren. Wann war die Mahnung ernster als nach Scrasewo, gegenüber den Angelegenheiten der verbündeten Monarchie sich Zurückhaltung auszucrlegen?! Um so mehr, als ein Dauererfolg gegen die serbischen Wühlereien doch sehr zweifelhaft ist! Also muß man endlich die Oesterreicher sich ihre Erfahrungen selbst holen lassen!, so sollen sie diesmal wenigstens nicht sagen können, „wenn's schief geht, Deutschland, sei cs gewesen!" Wie unverhohlen hatten die zuverlässigsten Deutschfreunde in der Donaumonarchie seit 1912 geklagt, man fühle sich von Deutschland verlassen und halb verraten, immer unterschätze Deutschland aus seinen engen, sel'ast'ichen Gesichtspunkten heraus die Schwere der jerbisckgi. Gefahr und lähme die Abwehr. Berlin hat vielleicht ein wenig gutzumachen, jedenfalls aber darf es diesmal, wo Oestereich die Brandstifter auf frischer Tat absassen kann, den Bundesgenossen nicht verlassen, ... um ihn nicht zu verlieren. Diese Empfindungen bewegten den Kaiser, als Szögeny den Ernst und zugleich die Gunst der Lage und die Vecantwortung Deutschlands für die weitere Existenz der Monarchie heroorhob. Der Kaiser versicherte daß er die Bedeutung der Stunde würdige und seinem ehrwürdigen Freund vollen Beistand leisten wolle. Szögeny wußte längst, wie sehr Wil- helu II dauernd um Verehrung und Vertrauen oder um Kontakt warb. Seines guten Willens und feiner Begabung bewußt, hatte der viel umschmei- che te, aber innerlich freundearme Mann, je älter er wurde, namentlich seit dem November 1908, wo ihm von rillen Seiten, mich wo er es nicht erwartete, eisige Küh'e entgegenschlug, sein elementares Bedürfnis, anerkannt zu werden, mehr und mehr da- durch beiriedigt, daß er anderen nachgab, wenigstens dort, wo nicht verletztes Selbstgefühl ihn hart machte. Szögeny wußte, wie unfeft bei allem Gottesgnadenstolz des Kaisers Wille in Wirklichkeit war, wie ungern er Nein sagte, wo er gefällig sein konnte und zu gefallen hoffte. So tastete der Botschafter sich zum Hauptpunkt seines mündlichen Auftrages vor. Auf Grund jener Untersuchungsergebnisse, so er» läuterte Szögeny, werde Oesterreich-Ungarn ein Sühneverlangen an Serbien stellen; weigere sich Serbien, so bleibe nur die Möglichkeit des bewaffneten Einmarsches. Auch wenn Rußland das nicht dulden wolle, sei Wien nicht gewillt, nachzugeben. Diese schwerwiegende Mitteilung durfte Szögeny höchstens als Privatmeinung aussprechen, denn Berchtold war von Kaiser und Regierungschef nicht ermächtigt, einen solchen Entschluß zu notifizieren. Dieser Entschluß bestand ja gar nicht; ihn mitzuteilen wäre Betrug gewesen. Wenn indes der Botschafter dies alles ausdrücklich nur als Privatmeinung von sich gab, dann erweckte er nur die Bedenken, die er einschläfern wollte. Wenn er gar oeriet, daß der- artige Wünsche und Absichten bereits an Tiszas Widerspruch gescheitert, also das gerade Gegenteil eines positiven Entschlusses waren, dann war alles verloren. Aber Graf Szögeny wäre nicht Graf Szögeny gewesen, wenn er gezögert hätte, verfängliche Dinge ganz naiv zu erledigen. Aus den Berichten aller der Offiziere, mit denen der Kaiser unmittelbar nachher einzeln gesprochen hat, geht übereinstimmend hervor, daß der Kaiser, in dem Frühstücksgespräch die Ueberzeugung gewonnen hatte, er stehe vor festen und unwiderruflichen Entschlüssen des Bundesgenossen. Des Kaisers eine Natur, die nicht frei von Aengst- lichkeit und voll Pflichtbewußtsein war, hatte vor Tisch gesprochen. Auch der persönliche Wink, mit dem Berchtold in dem Handschreiben seinem Monarchen dem Deutschen Kaiser die energische und ziel- bewußte Weise in Erinnerung rufen ließ, mit der „sein seliger Großvater in die Balkandinge eingegriffen habe", hatte zunächst keine besondere Wir- kung hervorgebracht. Die mündlichen Eröffnungen nach Tisch aber lockten auch die andere Natur des Kaisers heraus, die jeder Zoll ein Kaiser war, und um so mehr Kaiser, je stärker sie unter den zarten Nerven der anderen Natur litt. Wilhelm II. mochte den harmlosen Ungarn gern. „Mit Szögeny habe ich immer gewußt, wie ich dran bin", mit diesem Wort lobte er noch nach dem 5. Juli den biederen Alten im Gespräch mit Josef Stürgk. Graf Berchtold und seine Leute befanden sich mitten in einer verzwickten Aufgabe. Ein Teil ihrer Berliner Arbeit war nicht vorweisbar und wäre von Tisza scharf abgeschüttelt worden, wenn er jemals davon erfahren hätte. Der Eventualkriegs- beschluß gegen Serbien mußte dem deutschen Kaiser als schon gefaßt erscheinen, um ihm das Abwinken, wie in den zwei letzten Jahren, unmöglich zu machen. Tisza freilich würde, das wußte Berchtold, sich zu diesem Entschluß allenfalls überhaupt nur dann durchringen, wenn er sich dazu geradezu von Deutschland gedrängt fühlen würde, wenn bas Deutsche Reich diesen Entschluß verlangte. Aber der deutsche Kaiser würde seinerseits wieder nur bann einwilligen, falls er vor einem festen Wiener Entschluß stand, der hinwiederum ohne Tisza nicht gefaßt werden konnte. Vor dem Hindernis eines solchen Doppelspiels wäre vielleicht sogar ein Stärkerer zurückgescheut. Der Herrenreiter Berchtold hat das Hindernis genommen, wir bemerken auf welche Weife. In feinem lebhaften Geist sah der Kaiser bereits das Sühneoerlangen abgelehnt und die Oesterreicher in Belgrad einziehen. Des Kaisers zwei Naturen gerieten ins Handgemenge. Mit der Aktion könne nicht zugewartet werden, bestätigte die eine dem Botschafter, die Sühneforderung müsse dem Verbrechen auf dem Fuße folgen, letzt oder nie müsse man mit Serbien abrechnen. Die andere Natur wollte keine Verantwortung übernehmen, sich weder pro noch contra in die inneren Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns mischen. Nur den einen Rat gibt der Kaiser: Wenn gehandelt werden soll, dann rasch! Wenn man in Wien wirklich die Notwendigkeit einer kriegerischen Aktion gegen Serbien erkannt habe, dann gebe es keinen besseren Augenblick als den jetzigen, in dem die ganze Kulturwelt mit Oesterreich fühle! Der Kaiser konnte natürlich nicht ahnen, daß seine Aeußerungen zu einem Bericht ad hominem Tisza verarbeitet wurden, wodurch überhaupt erst der Beschluß ermöglicht werden sollte, der ihm als fertiger vor Augen gestellt worden war! Und so ließ sich der Fürst denn nun gehen und war wieder einmal der tatfrohe und kraftvolle Beschützer, der scharfblickende Beherrscher der europäischen Situation, der, welcher der Königin von England, als es chr schlecht ging, den Feldzugs» plan geschenkt hatte, derselbe, der dem Zaren, als er in Kriegs- und Revolutionsnöten war, mit sicheren Ratschlägen beigesprungen war. Er, der mit lebhafter Phantasie und optimistischer Welt- und Men- schenbeurteilung unter Engländern sich vorübergehend ganz als Engländer fühlen konnte, unter Russen als Russe, beriet jetzt in Nibelungentreue das stammesbrüderliche Oesterreich. Nur nicht zuwarten! Deutschland steht in alter Treue zu euch, selbst wenn es zum Konflikt mit Rußland kommen sollte! Aber es wird nicht zum Konflikt mit Rußland kommen, so beruhigte gleichzeitig die andere Natur. Natürlich werde sich Rußland feindselig am Balkan verhalten, dort wie bisher das Feuer schüren und die anderen Mächte der Entente gegen uns Hetzen. Verkehrsordnung. Berliner Brief von Georg Holland. Seit Jahren bin ich einer der erfolgreichsten Hebertreter von Polizeiverordnungen. Unzählige Wale habe ich in den Wagen gespuckt (zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege) habe das Innere von Straßenbahnwagen mit glimmender Zigarre, Zigarette, ja sogar mit glimmendem „Dergleichen" betreten. Nun zog ich aus, die Verkehrsordnung zu übertreten: Die Berkehrsordnung verbietet nämlich bei ISO Mark Geldstrafe das Ueberschreiten von Derkehrsstraßen 1. Ordnung an anderen Stellen als an den Straßenkreuzungen. Ganz planmäßig ging ich vor. Zunächst galt es eine Derkehrsstrahe 1. Ordnung zu finden, das war nicht leicht. Alle Leute, die ich danach fragte, schüttelten die Köpfe, selbst die ältesten Leute, die sich doch so gut der heißesten und kältesten Tage entsinnen, meinten, daß die Schilder erst demnächst angebracht würden. Aber darauf konnte ich nicht warten. So wählte ich auf gut Glück die Luther straße „Dort ist", dachte ich, „die Scala, die Barietsbühne Berlins, dort wohnen die weltberühmtesten Friseure, dort rauschen Tag und Aacht die Autos, dort brausen Tag und Aacht die schönsten Frauen und Mädchen, .... dort wird schon eine Verkehrsstraße 1. Ordnung sein" .... Also, ich faßte vor der Scala Posten, überzeugte mich, daß in unmittelbarer Aähe ein Schupo stand und .... lief quer über den Fahrdamm. Was geschah? Rein gar nichts! Ich lief zurück: wieder quer über den Fahrdamm, dem Schupo direkt vor die Füße. Aber er nahm keinerlei Aotiz von mir. Erst als ich ihm auf die Füße trat und ihn einen nachlässigen Beamten nannte, fiel ich ihm auf. „Wissen Sie denn nicht," herrschte ich ihn an, „daß es verboten ist, quer über den Fahrdamm zu schreiten?" „Ich verbitte mir ihre Belehrungen", antwortete er mir grob. „Sie können meinetwegen 25 mal auch auf dem Hosenboden über die Lutherstrahe hin- und herrutschen, das geht mich gar nichts an.“ Als ich aber immer herausfordernder wurde und eigensinnig auf meiner Bestrafung bestand, erklärte er mir rund heraus, daß dies nicht möglich sei, denn die Lutherstraße sei keine Ver- strahe 1. Ordnung. Im übrigen solle ich ihn ungeschoren lassen und mich auf die Tauenhien- straße verfügen. Ich dankte ihm höflich und verlegte eiligst das Feld meiner Tätigkeit in die Tauenhien- strahe, zwischen Aümberger und Passauer Straße. Dort lief ich verschiedentlich quer über die Straße, wenn ich nicht irre, etwa zwei Stunden lang, bis es mir endlich gelang, die Aufmerksamkeit der Polizei zu erregen. Man hielt mich fest, ermahnte mich milde und liebreich und wies mich auf die Gefahren der Straße hin. . . Allein, ich wollte doch übertreten, und lief nun erst recht quer über die Straße. Jetzt stellte man meinen Aamen fest. „Sie werden eine Mark Strafe zahlen!" „Wie bitte? Eine Mark nur?“ sagte ich enttäuscht. Und lief schnell noch einmal hin und her. Man stellt von neuem meinen Aamen fest: „Diesmal werden Sie 25.00 Mk. Strafe zahlen." „Wie bitte? Ich dachte 150 Mk.“ „Wenn Sie noch einmal herübergehen, 150 Mk." Was blieb mir anders übrig, als noch einmal herüber zu gehen? Man stellte zum dritten Male meinen Aamen fest. „Aun kostet es 150 Mk., und wenn Eie noch immer nicht Aber Rußland sei ja gar nicht kriegsbereit, der Zar werde sich wohl hüten, für die Fürstenmörder einzuspringen. Auch Frankreich werde nicht an die Waffen zu appellieren wagen. Aus diesem Anlaß des Attentats und feiner Sühne wird der Weltkrieg weniger leicht entstehen, als aus irgendeinem sonstigen Reibungspuntt; so solle sich der Kaiser Franz Josef nicht abhalten lassen, am Balkan Ordnung zu stiften. Nachdem so die eine Natur des Kaisers in der Gewißheit, daß es gar so schlimm nicht kommen werde, sich erhoben und es der anderen Natur leichter gemacht hatte, den langentbehrten blanken mächtigen Schild über den hilfesuchenden, tödlich beleidigten Bundesgenosien zu halten, vereinigten sich beide Naturen in der nochmaligen Erklärung an szögeny, der Kaiser mässe natürlich vor einer eigentlichen Antwort noch den verantwortlichen Kanzler hören, jedoch zweifle er nicht, daß v. Bethmann- Hollweg feiner eigenen Meinung beitreten werde. Zum Schluß der Audienz bewies der Kaiser noch einmal, wie wenig er an einen bevorstehenden Krieg dachte, durch den Auftrag, Szögeny inöchte anfragen, welchen Erzherzog nunmehr der deutsche Kaiser an Stelle Franz Ferdinands im September 1911 zu den deutschen Kaisermanövern einlaben solle, denen der König von Italien anwohnen werde. Mit diesem Auftrag, auf den Wien nicht mehr für nötig gehalten hat einzugehen, entließ der Kaiser seinen lieben alten „Zigeuner" (der seinen Part so gut gespielt hatte), und erwartete das Erscheinen Bethmann-Hollwegs. Der Prozeß gegen Angerstein. Fortsetzung der Zeugenvernehmung. (Eigner Bericht des „Gießener Anzeigers". — Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.) • Limburg, 8. Juli 1,925. 3. Tag. Zu Beginn der heutigen Sitzung wird die Beweisaufnahme fortgesetzt. Als erster Zeuge wird der Bater des ermordeten Alex Geiß, Landwirt Theodor Geiß aus Haiger vorgerufen. Der Zeuge bekundet, daß sein ermordeter Sohn stets um 6 Uhr morgens daheim Kaffee trank und dazu sein Frühstück ah. An jenem verhängnisvollen Tag ging er um 7 Uhr zur Arbeitsstelle. Der Weg bis dahin ist etwa in 10 Minuten zu geben. Wenn schönes Wetter war, nahm der Junge sein Frühstück an der Arbeitsstelle im Freien ein, bei schlechtem Wetter wurde an der Seilbahn gegessen. In dem Rock, den der Zeuge zurückerhalten hat, war nichts enthalten, so daß angenommen werden muh, daß der Junge das Frühstück vor der Tat verzehrt hat. Der 2. Zeuge ist der Bater des getöteten Kiel, Oberweichenwärter Albert Kiel aus Haiger. Dieser bekundet, dah sein Sohn regelmäßig um 8 ilf>r vormittags zum Dienst erschienen ist und die Bureaufensterläden zu öffnen hatte. Als seine Leiche gefunden wurde, war sie noch mit dem Mantel bedeckt. Das Frühstück stak in der Manteltasche. Der Zeuge schildert seinen Sohn als einen braven Jungen. Er nimmt — entgegen der Behauptung des Angeklagten, er habe Kiel nach Brötchen in die Stadt geschickt — an, dah sein Sohn die Billa nach dem Betreten an jenem Morgen überhaupt nicht mehr verlassen hat, sondern sofort niedergeschlagen worden ist, da alle angestellten Ermittelungen des Zeugen, wo eventuell der Junge die Brötchen gekauft hat oder wo er sonst nach 8 ilfrr gesehen worden ist, negativ waren. Der Zeuge bekundet weiter, sein Sohn habe in den letzten Monaten vor seinem Tode wiederholt daheim erzählt, er wundere sich, was Angerstein für große Geldausgaben mache, Angerstein spiele sich als den frommen Mann auf, er, der Ermordete, habe ihn aber richtig durchschaut. Angerstein lüge und glaube an feinen Gott. Vorher hatte der Sohn des Zeugen sich stets lobend über Angerstein aus- gedrückt und geäußert, Angerstein habe einen Hellen Kopf, er wünsche, er (der Ermordete) wäre auch so hell wie Angerstein. Als der Ermordete von Hause fortging, hatte er 2 Silbermark im Geldbeutel. Aach der Ermordung wurden im Mantel außer diesen 2 Mk. noch 1,98 Mk. vorgefunden. Wie das zusammenhänge, kann sich Zeuge nicht erflären. Die Bekundungen des Zeugen werden auch von seiner Ehefrau betätigt. Die Eheleute Kiel sind der Ansicht, dah die Urma v. d. Zhpen den Angeklagten nicht genügend kontrolliert habe. Wäre dies in ausreichendem Maße geschehen, dann wäre vielleicht das ilnglücf verhütet worden. Die Zeugen wollen daher die Firma für das Unglück, das über fie hereingebrochen ist, verantwortlich machen. Der nächste Zeuge ist der Tagelöhner Bernhard Schantz aus Donsbach. Dieser Zeuge kam am Montagmorgen zur Billa des Angeklagten. Da ihm auf wiederholtes Klingeln an der Vordertüre nicht geöffnet wurde, ging er um das Haus herum und rief den Aamen des Angellag- ten vier- oder fünfmal Der Zeuge sollte Asche aus dem Ofen abholen. Angerstein erschien dann auch auf das Rufen, schickte jedoch den Zeugen wieder weg und bestellte ihn auf einen anderen Tag mit dem Bemerken, dah an der Dampfheizung Wäsche liege. Das war zwischen 8 und 9 Uhr vormittags. Der Zeuge erklärt, im Garten keinen Menschen gesehen zu haben, auch der Hund, der sonst stets da war, war an jenem Morgen nicht da. Der Angeklagte uxir nach Ansicht des Zeugen etwas niedergeschlagen, er hatte einen Blick, als wenn er die Aacht nicht geschlafen hätte; also mehr müde als aufgeregt. Den Angeklagten schildert der Zeuge als einen stets freundlichen. gefälligen Mann, der allgemein beliebt war. An jenem Morgen konnte Angerstein dem Zeugen nicht frei ins Auge blicken. Etwas dramatisch gestaltet sich die Vernehmung des Gärtners Otto Darr, dem Vater des Ermordeten Rudolf Darr. Furchtbar aufgeregt tritt dieser Zeuge vor den Richtertisch und blickt eine Zeitlang dem Angellagten starr ins Gesicht. Er bekundet dann, daß sein Sohn Rudolf sonst regelmäßig um 7 Uhr morgen- mit den Arbeiten bei Angerstein begonnen habe, gerade am Mordtage sei er etwas später zur Arbeitsstelle gegangen. Sein Sohn Rudolf habe noch, bevor er von Hause fortging, feiner Mutter erzählt, er habe einen furchtbaren Traum in der Aacht gehabt und nichts als Blut gesehen, aber er glaube nicht an solche Träume. Der Zeuge ist mit feinen Söhnen zusammen vom Bahnhof Haiger zur Arbeitsstelle gegangen. An der Bahnbrücke hätten fie sich von Rudolf getrennt, der seine Arbeitsstelle bei Angerstein aufsuchte. Rudolf habe ihn noch gebeten, doch einmal zu Angerstein zu kommen, da dieser schon wiederholt den Wunsch geäußert hatte, den Zeugen zu sprechen. Auch sein zweiter Sohn, mit dem er zusammenarbeitete, habe an jenem Vormittag wiederholt auf ihn eingewirkt, doch zu Angerstein hinüberzugehen. Der Zeuge erklärte, es wäre ihm fo zu Mute gewesen, als ob er an jenem Morgen nicht zu dein Angellagten gehen durfte. Zeuge hat auch noch von feiner Arbeitsstelle aus beobachten tonnen, wie Rudolf im Garten von Angerstein allem gearbeitet hat, Geiß war nicht anwesend. Auch , seien ihm noch einige Männer an jenem Vormittag begegnet, die ihm erzählten, sie hätten einen Tannenbau- verein gegründet und hätten Angerstein zum Vorsitzenden gewählt. Zeuge habe den Leuten erwidert, „da habet ihr einen intelligenten, guten Menschen gewählt, der euren Verein schon vorwärts bringen wird." Am Freitag vor dem Morde, bekundet der Zeuge weiter, hat Rudolf zu der Ehefrau des Zeugen geäußert, Angersteuis hätten doch so viel und konnten sich soviel leisten und doch sei etwas nicht richtig, denn Frau Angerstein habe zu ihm gesagt: „Rudi, lieber Rudi, es ist gut, daß du da bist, es ist mir zu Mute, als ob in diesem Hause erwas Schreckliches passieren muh, und diese Einbrecher!“ Dem Zeugen tarn es immer so vor, als ob der Angeklagte ein zweites Gesicht hatte. Es wird hieraus die in tiefer Trauerklei- dung erscheinende Ehefrau des ermordeten Dureaugehilfen D i 11 h a r d t vernommen, die unter heftigem Schluchzen erklärt, ihr Mann habe täglich feine Reise von Aiederscheld um 7.45 Uhr vormitttags angetreten, und sei um 1/4 vor 9 Uhr im Bureau erschienen. Etwa 8 Tage vor der Tat habe ihr Ehemann ihr erzählt, er habe von dem Prokuristen Aix erfahren, Angerstein habe das Vertrauen der Firma verloren. Ihr Mann selbst habe sich ihr gegenüber über Angerstein nie beschwert. Die Zeugin Senta Kiel, eine Freundin der ermordeten Ella Barth, bekundet, Ella habe, von einem Ausflug zurückgekehrt, die Aacht vom Sonntag zum Montag in ihrer Familie verbracht. Aach Angaben der Zeugin ist Ella am Montag, morgens 9 Uhr, in das Haus von Angerstein zurückgekehrt. Ella habe von den Eheleuten Angerstein stets gut gesprochen und geäußert, ihr Schwager — der Angeklagte — ersetze ihr ihren Vater. Horen können, werden Sie verhaftet." — „Gut, gut,“ antwortete ich, „für heute bin ich zufrieden und mit liebertreten fertig ...“ Und machte mich aus dem Staube. An der Ecke der Aürn- berger wollte ich ordnungsgemäß hinüberwechseln. Gerade hatte der Berkehrsposten die Aürn- berger Straße abgeriegelt. Bedächtig und in dem angenehmen Gefühl, meine wohlerworbenen Polizeistrafen sicher im Topfe zu haben, trat ich vom Bürgersteig. — Da — — bog ein Auto aus der nicht abgeriegelten Tauenhienstrahe in flottem Tempo in die abgeriegelte Nürnberger Straße ein. Das Auto überfuhr mich---Ich habe nämlich keine Augen im Hinterkopfe. — Ich horte ordentlich, wie meine armen Knochen knirschten. Im nächsten Augenblick war ich tot.--- Wird nun meine Seele die sauer verdienten Polizeistrafen bezahlen oder nicht? Oder wird sie richterliche Entscheidung beantragen? Oder wird man kurzerhand meine irdischen Ueberreste im Zwangsverfahren versteigern? — — — r (Erlebnis unter Büchern. Von Hans Gäsgen. Im Ausleiheraum einer großstädtischen Bibliothek. Wände voll Bücher, Tische voll Bücher, Bücher, wohin man schaut. Und Menschen, die aussehen, als seien sie aus den dicken Folianten herabgestiegen, die grau, staubig und gelehrt auf den Brettern stehen. Leute, die Bücher entleihen wollen, sind noch nicht da; nur der Professor und sein Gehilfe machen sich an den Büchern au schaffen. Da geht die Tür auf, und die junge Bibliothekarin springt herein. Was hält sie in der Hand? Eine Rose, eine wahrhaftige Rose. Ein Rascheln und Raunen geht durch die Schmöker an den Wänden, wie wenn der Wind in welkem Laube wühlt. Der Professor aber rückt feine Dritte zurecht und blickt streng und ehem auf die Blüte in der Hand des Mädchens. Es sieht aus, als wolle er ein hartes Wort sagen zu dem heiteren Wesen, das so gar nicht passen will in das graue Schweigen dieser Räume. Aber der Mund ist ihm verschlossen. Kein Wort weiß der alte Herr zu finden, der sonst! nörgelt und kritisiert von früh bis spät. Und nun tritt das Mädchen gar auf den Professor zu, reicht ihm die Rose und sagt glicht: „Die gehört Ihnen, Herr Professor, weil Sie doch freute Geburtstag fraben.“ Der Stein, der seit Jahren und Jahrzehnten auf des Alten (Seele lastete und ihren Frohsinn erdrückte, fällt da mit einem Male hinab ins Wesenlose; ein richtiger Ruck geht durch die hagere Gestalt. Und nun geschah ein Wunder. Der Mann, der seit unzähligen Jahren nicht mehr froh gewesen, lächelte. Und der uralte, verknitterte Gehilfe lächelte, und die Folianten lächelten und raschelten froh und hell mit den Titelblättern, auf denen altertümlich gedruckt stand: Anno domini 1630 oder Anno domini 1710. Der Sommer war in die grauen Räume gekommen, der strahlende Sommer mit Lerchenjubel, Waldesgrün und kühlen Tälern. Eine Rose und ein junges Mädchen hatten ein Wunder getan. Und da sagen die dummen Menschen, es gäbe kein Wunder mehr!? nächste o*?uge ist der ßaBemeifter -> re u>r aus Haiger. Er bekundet, der Ange- t!ag1c habe ihn etwa eine Woche vor der Sat gebeten, den Zeugen Schaust zu schicken, um die Äsche abzuholen. Ein bestimmter Lag für die Abholung der Asche war nicht vereinbart wor- den. Der -Zeuge ist dann am Montag, dem Lage der Lat, gegen 2 Ubr nachmittags in die Villa Angerstein gegangen, um mit dem Angeklagten etwas zu besprechen. Er ging durch die unverschlossene Vordertür in den unteren Korridor, sand aber niemanden vor. Da große Stille herrschte und dem Zeugen unheimlich zumute wurde, verließ er wieder das Haus, ohne zu rufen. Der Kaufmann Richard Hein aus Srohn- hausen bekundet als Zeuge, Angerstein habe etwa 14 Lage vor der Lat ein Drahtgeflecht bei ihm bestellt. Am Tage der Tat telephonierte der Angeklagte vorinittags gegen 10 ilfjr an und sagte, er müsse das Drahtgeflecht haben, die Gärtner seien da. und es gehe alles in einem hin. Mehrere weitere Zeugen bekunden, daß sie um 11 Uhr vormittags im Garten des Angeklagten einen jungen Mann haben arbeiten sehen, der unbedingt der Gärtner Darr gewesen sein muh. Der Zeuge Moos aus Donsbach. der zwischen 11 und 12 Uhr an dem Haufe des Angeklagten vorbei kam. erklärt, niemand gesehen zu hoben, auch nicht eine Stunde später, als er wieder vorbeikam. Der Zeuge Herr bekundet, um 1/811 Uhr in dem Mansardenstock der Angersteinschen Villa einen Mann gesehen zu haben. Der Zeuge Schlossermeister Theis aus Hai- ger kam kurz nach 11 Uhr vormittags an das Haus von Angerstein. Darr war an der Daustelle beschäftigt. Der Zeuge verlangte von Darr den Schlüssel, um aus einem Raum Zement zu holen. Darr verwies den Zeugen an Angerstein, der die Schlüssel zum Fenster herausreichte. Der Zeuge holte nun den Zement und fuhr damit ab. Gegen 4 Uhr nachmittags kam er nochmals wieder, um nochmals Zement zu holen. Angerstein fertigte ihn wieder am Fenster ab und verwies ihn an Engel. Der Zeuge hat dem Angeklagten eine Beunruhigung nicht angemerkt. Der nächste Zeuge ist der Eisenbahningenieur Dämmerig aus Haiger. Diesem Zeugen hatte der Angeklagte etwa 14 Tage vor der Lat versprochen, ein Darlehen von 400 Mk. zu geben. Der Angeklagte hatte am Samstag vor der Lat den Zeugen schriftlich bestellt, einmal zu ihm zu kommen. Der Zeuge ging darauf am Montag vormittag 11 ilf>r zur Villa Angerstein. Rach dreimaligem Klingeln horte er. wie jemand die Treppe hinauf ging. Erst nach sechsmaligem Klingeln kam jemand die Treppe herunter. Der Angeklagte öffnete und nahm den Zeugen mit sich ins Bureau. Beide sprachen nun über die Hergabe des Darlehens, und Angerstein bedauerte, nicht in der Lage zu sein, ihm jetzt das Darlehen zu geben, er solle später noch einmal vorspre- chen. Der Zeuge bekundet, früher einmal in einer Irrenanstalt an einem Bau tätig gewesen zu sein. Er hatte hierbei Gelegenheit, die Irren zu beobachten und besonders ihren Blick zu studieren. Einen solchen unheimlichen Blick will der Zeuge auch bei dem Angeklagten festgestellt haben, deswegen habe er es so eingerichtet, daß zwischen ihm und dem Angeklagten bei den Verhandlungen ein Tisch stand. Den Zeugen überfiel plötzlich ein großes Angstgefühls und er verabschiedete sich von Angerstein, rückwärts gehend, diesen dauernd im Auge behaltend. Der Zeuge Architekt Theis aus Haiger sagt aus, daß der Angeklagte ihn um Val U$r am Montag angerufen habe wegen einer Zementlieferung. Eine Ansicherheit in der Sttmme des Angeklagten habe er nicht bemerft. Er wunderte sich nur über die Anwichtigkeit des Gesprächs. Der Oberposffchaffner Decker aus Haiger ist derjenige, der die Zustellung für das Finanzamt nachmittags 3,45 Ahr ausführte. Da der Zeuge mit dem Angeklagten am Samstag vorher bezüglich der Kopfschmerzen, die der Angeklagte hatte, sprach, kam er auf dieses Gespräch zurück. Ohne nach dem Befinden der Frau des An- geklagten zu fragen, erzählte ihm der Angeklagte, seine Frau sei krank. Der Zeuge Mohne aus Haiger erklärt, er ffei um 6 Ahr an der Villa Angerstein vorbeigekommen. In dem Zwinger, in dem sich nur Fraulein Fob. Roman von Anders Eje. 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) So war sie, Fräulein Thorben, praktisch und phantastisch in einem. And da stand sie vor ihrem Haustor an die em gottbegnadeten Sommerlag, als der Viltoriawagen (mit Leutnant Carlton auf dem Rücksitz) vor der Treppe vorfuhr, mit einem zerschlissenen Panamahut kolossalen Umfanget, in einem hochroten Baumwollkleid, das sie doppelt so dick erscheinen ließ, als sie war, und einer schwarzen Havannazigarre zwischen den kleinen, starken, gelbangelaufenen Zähnen. Ihr Gesicht hgtte Aehnlichkeit mit dem des Bru- ders: bald zum Zorn, aber ebenso bald zum Lachen geneigt, war ihr Blick wie eine lohende Flamme — und über dessen Ausdruck übersah man gerne, daß die Rase zu groß und die Lippen zu dünn waren. Den neuangekommenen Gast begrüßte sie, wie sie alle anderen begrüßte: „Willkommen auf Carolyi. Am das weitere kümmern Sie sich selbst." Dann wandte sie ihm den Rücken und ging ihres Weges. In der Halle traf der Leutnant ein Dienstmädchen, das er ersuchte, ihm den Weg zu weisen. Der führte zwei Treppen aufwärts, quer über ein Dachgeschoß, dann wieder eine halbe Treppe abwärts. „Es ist ein wenig kompliziert das erstemal," sagte das Mädchen freundlich. „Aber wenn man sich nach der Himmelsrichtung hält ..... das Zimmer des Herrn Leutnant geht nach Osten." And damit schloß sie die Tür zu einem großen hellen Zimmer mit zwei Fenstern auf, deren Gardinen sich im Zugwind des Sommertages wie fröhliche Segel bauschten. Das Mädchen stellte des Leutnants Reisetasche nieder und hing zwei Handtücher über einen Stuhl. „Ditte." „EinenAugenblick ..... (ja, die Kleine sah intelligent und aufgeweckt aus). Wollen Sie mich nicht ein wenig über die Gewohnheiten des Hauses informieren? Sie verstehen, ich möchte ein Hund befand, raste der Hund wie toll. In der Villa selbst war alles dunkel. Es folgt nun eine Reihe von Zeugen, die Auskunft geben sollen über die Besorgungen, die der Angeklagte am Rachmittag nach der Lat bei seinem Gange durch die Stadt gemacht hat. Der Elektromonteur Schwerer wollte dem Angeklagten etwas über den Anschluß des Ortsnetzes mitteilen und war auf dem Wege zu Angerstein. Gegen 5 Ahr nachmittags kam ihm Angerstein unterwegs entgegen. Zeuge erklärt, der Angeklagte sei so ruhig gewesen wie immer. Dasselbe erklärt die Postbeamtin Höppner, die dem Angeklagten die Postsachen am Schalter berausgab. Der Betriebsleiter Theodor Wagner aus Haiger hatte den Angeklagten auch auf der Post angetroffen; diesem Zeugen sagte der Angeklagte, Frau Angerstein lasse fragen, wie es seiner Tochter gehe. Der Zeuge gab dem Angeklagten noch 200 Mark als Ratenzahlrmg, die er drei Monate vorher als Darlehen erhalten hatte. Auch diesem Zeugen ist nichts Desonderes an dem Angeklagten aufgefallen. Rach Auffassung des Zeugen war die Ehe des Angeklagten eine glückliche. Der Polizeibetriebsassistent Thomas aus Haiger traf den Angeklagten zwischen 5 und 1 '26 Ahr auf der Bahnhofstraße, als dieser von der Post kam. Der Angeklagte erzählte ihm von der Schießerei in der Rächt vom Samstag auf Sonntag, und daß das Leiden feiner Frau hierdurch wieder schlechter geworden sei, ferner daß seine Frau in letzter Zeit wieder zugenommen habe und nun die alte Schweinerei wieder da sei. Hierbei fing der Angeklagte an zu weinen. Der Angeklagte erklärt zu dieser Aussage, erst die Absicht gehabt zu haben, dem Zeugen ein Geständnis abzulegen; es sei ihm in diesem Augenblick im Bewußtsein gewesen, daß seine Frau tot daheim liege. Da ihm aber wieder Selbstmordgedanken gekommen seien, habe er kein Geständnis abgelegt. Bei der Zeugin Berndt hat der Angeklagte das Brot bezahlt, das der Junge ihm am Rachmittage gebracht hatte. Der Angeklagte nahm hierbei noch 10 Brötchen mit. Etwas Desonderes ist auch dieser- Zeugin an dem Angeklagten nicht aufgefallen, dasselbe bekundete die Verkäuferin Maria Peters, wo der Angeklagte eine gute Tafel Schokolade verlangte. Zu der Witwe Löhr kam der Angeklagte zwischen 5 und 6 Ahr. Er erzählte ihr, seine Frau sei sehr krank und aufgeregt wegen der Schüsse, die damals in der Rächt fielen. Dei dieser Zeugin ließ der Angeklagte sich eine Tüte geben für feine Drötchen, da die alte infolge des Regens vollständig durchnäßt war. kaufte noch drei Muskatnüsse und bedankte sich für die Grütze, die Zeugin an Frau Angerstein ausrichten ließ. Die Zeugin erklärte, daß Frau Angerstein nie über ihren Mann klagte und sehr fromm war. Nach einer kurzen Mittagspause wurde der Zeuge Buchhändler P l a w e r t vernommen. Zu diesem Zeugen kam der Angeklagte zwischen 5 und 6 Uhr und fragte ihn, ob er mit auf die dem- nächstige Geslügelausstellung komme. Dann suchte er sich ein Buch aus, das er käuflich erwarb. Diesem Zeugen kam das Aussehen des Angeklagten düsterer und finsterer vor als sonst. Bei der Zeugin D e i ch e r t kaufte der Angeklagte eine Taschenlampe, wobei er bemerkte, es sei jetzt so unheimlich, man könne bald kein Mädchen mehr in die Stadt schicken. Nach Angabe dieser Zeugin war der Angeklagte erregt und heiser. Die Kinderschwester Margarethe Klarer aus Haiger hake den Angeklagten im Hause von Direktor Müller mithelfen verbinden. Der Angeklagte lag auf einer Bahre und faate: „Schwester, retten Sie meine liebe Frau. Die Zeugin hatte den Eindruck, daß der Angeklagte klar war. Der praktische Arzt Dr. Vogel aus Haiger hat in der Nacht nach dem Brande zusammen mit Dr. Lübbel im Krankenhause den Angeklagten operiert. Die Operation wurde in der Narkose vorgenommen. Der Sachverständige bezeichnet die Wunde, die sich der Angeklagte beigebracht hatte, als lebensgefährlich, schließt aber die Möglichkeit nicht aus, daß der Angeklagte mit dieser Verletzung über seinen Gartenzaun springen konnte. Der Pfarrer H e i d e f u ß aus Haiger ist auf Verlangen des Angeklagten in der Nacht vom Montag zum Dienstag ins Krankenhaus in Haiger gerufen worden. Der Angeklagte berichtete ihm, daß mich ein wenig zurecht finden ..... Wann speist man hier zu Mittag?" „Am vier Ahr." „And wer nicht pünktlich ist. muß sich in den Winkel stellen? Fräulein Thorben soll schrecklich streng sein." Das Mädchen lachte. „Wer nicht verlobt ist, hat hier nichts zu fürchten." „Sehen Sie," lachte der Leutnant jetzt, „jetzt weiß ich schon mehr als vor fünf Minuten. Sagen Sie mir, was für Gäste im Hause sind." „Das kann ich Ihnen an den Fingern aufzählen. Erst die Damen: Fräulein Fob, Frau Repin .....“ „Höre ich recht! Eine Frau??" „Ditte, eine geschiedene. Der Herr Leutnant wird von ihr entzückt sein. Dann Ingenieur Keyler, Dankdirektor Fellips, Doktor Durelli und ..... und .....“ „Hauptmann Kassel." „Ja gewiß, Hauptmann Kassel, der Kousin des Fräulein. Ihn rechnen wir aber nicht zu den Gästen." „Für mich ist er der wichtigste. Denn er hat mich hierher eingeladen." Der Leutnant zog aus seiner Tasche ein» Ansichtskarte und hielt sie dem Mädchen unter die Augen. „Da sehen Sie." Das Mädchen las: „Hier ist es verdammt schön. Komm her, wenn Du Lust hast. Kassel." „And der Herr Leutnant kam." „Sie müssen wissen, Kassel und ich waren schon Freunde, wie wir so jung waren wie Sie. Aebrigens hat er recht: hier ist es tatsächlich verdammt schön." Das Mädchen, das das Verhör nun für beendet hielt, machte einen Knix und zog sich wohlerzogen zur Tür zurück. Der Leutnant zog rasch ein Fünftronenstück aus der Westentasche. „Rein," protestierte das Mädchen (nicht ganz ernstlich) „das war alles vollständig gratis." „Aber wenn ich noch einiges fragen möchte?" „So ist die Taxe die gleiche." „Gut. Also hör', mein Schah. Wo werde ich jetzt den Hauptmann Kassel finden?" er Unterschlagungen begangen habe, er wollte seinem Bruder helfen. Dem Prokuristen Nix sollte der Zeuge sagen, er (Angekl.) habe :hm verziehen. Am Dienstag gegen 9 Uhr vormittags hat der Zeuge den Angeklagten nochmals besucht. Hier sagte der Angeklagte, Zeuge solle sich um seine Käthe bekümmern. Als ihm der Zeuge darauf erwiderte, seine (des Zeugen) Frau werde mal zu der Frau des Angeklagten hingehen, erklärte der Angeklagte, dies sei ihm sehr lieb. Nachdem ließ die Untersuchungskommission den Zeugen rufen und ersuchte ihn, den Angeklagten zum Geständnis zu bringen. Der Angeklagte aber erklärte, er wolle in Ruhe gelassen werden. Als der Zeuge zum vierten Male zum Angeklagten kam, legte dieser ein volles Geständnis ab, worauf Zeuge und Angeklagter beteten. Der Zeuge halte den Eindruck, daß der Angeklagte bei vollem Bewußtsein war. Auf die Fraae des Vorsitzenden, was der Angeklagte dem Prokuristen Nix zu verzeihen hatte, erklärte Angerstein: „Das werde ich morgen sagen." Der Zeuge ©teurer aus Haiger kam am Dienstagnachmittag um 2 Uhr zu dem Angeklagten ins Krankenhaus in Haiger. Der Angeklagte sagte zu ihm, des Zeugen Frau sei zu seiner Frau immer so lieb gewesen, sie möge seine Frau doch besuchen und sich auch nach einem ordentlichen Mädchen umsehen, das landwirtschaftliche Arbeiten verrichten könne, dann erzählte er das bekannte Märchen von dem Raubüberfall auf die Villa. Es wir nunmehr der praktische Arzt Dr. Löser aus Dillenburg, der der Hausarzt der Familie Angerstein war, als Zeuge und Sachverständiger vernommen. Dieser bekundet, daß der Angeklagte mit Augen-, Nasen- und Kehlkopfleiden behaftet war. Im Jahre 1919 habe Frau Angerstein eine Fehlgeburt gehabt, die Eheleute hätten sich immer ein Kind gewünscht. Er schildert den Angeklagten als einen treusorgenden Ehegatten, der für seine Ehefrau alles tat, was er ihr von den Augen ab- lejen konnte. Im Juli 1924 behauptete Frau Anger- ftein ihm gegenüber, jetzt fei sie auch noch lungenleidend, sie lebe nicht mehr lange, es fei unheimlich im Hause, es passiere hier noch einmal etwas, und erwähnte hierbei die Einbrecherepisode. Am Samstag vor der Tat kam der Angeklagte zu dem Zeugen Dr. Löfer und erklärte, er glaube Typhus zu haben, feiner Frau gehe es gar nicht gut, auch sie scheine Typhus zu haben. Der Angeklagte hat hierbei auf den Zeugen einen unsicheren Eindruck gemacht. In der Nacht von Montag zu Dienstag wurde der Zeuge um 2 Uhr vom Krankenhaus Haiger angeklingelt und aufgefordert, sofort zu kommen. Er fuhr aber erst am Dienstag nachmittag gegen 2 Uhr hinüber, begrüßte den Angeklagte, der ihm nunmehr die bekannte Räubergeschichte erzählte und ihn bat, seine Frau zu beruhigen. Der Zeuge hat damals an die Erzählungen des Angeklagten geglaubt. Heute nimmt er an, daß dies alles markiert war. Geistige Defekte hat der Zeuge bei dem Angeklagten nie feststellen können. Als letzte Zeugin wird Frau Pfarrer Heide- fuß vernommen. Diese erklärt, daß Frau Angerstein Besucherin ihrer Bibelstunden war, und daß sie sich oft mit ihr über ihren Gesundheitszustand unterhalten hätte. Frau Angerstein sagte einmal, wenn sie keinen Heiland hätte, wäre sie ganz verloren. Den Angeklagten selbst hat die Zeugin wissentlich nie gesehen. Das Gericht beschließt hierauf, den Dr. Lübben, der seinerzeit bei den Operationen des Angeklagten mitbeteiligt war und der zur Zeit krank ist, durch den Berichterstatter des Gerichtshofes kommissarisch vernehmen zu lassen und vertagt die Weiteroerhandlung auf morgen vormittag 9 Uhr. Turnfest in Dad-Nauheim. Deutsche Meister zur Stelle. 4 Bad-Rauheim. 7. Iult. Eine größere turnerische Werbeveranstal- tung verband der im Jahre 1913 gegründete Männerturnverein mit seiner Fahnenweihe. die in den Tagen vom 4. bis 6. Juli auf dem großen Sportplatz zwischen hier und Friedberg stattfand. Die Feier, an der die ganze Stadt regen Anteil nahm und auch die Kurgäste lebhaft interessiert waren, begann am Samstagabend mit einem Festkommers, der unter Mitwirkung des Turnvereins 1860 und des Gesangvereins „Frohsinn" ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm zur Abwicklung „Wüßte ich nur, wo Frau Repin ist, so könnte ich ganz genau sagen, wo der Herr Leutnant den Hauptmann Kassel suchen soll." „Bravo. Es wird mir alles immer klarer. Und Ingenieur Keyler?" Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Ueberall und nirgends. Der Ingenieur grübelt." „Warum denn, um Gotteswillen?" „Das weiß niemand. Fräulein Thorben hat ihm schon geraten, seinen Koffer zu packen, — nicht einmal, sondern dreimal." „Aber Herr Keyler bleibt?" „Wenn ich sagen darf, was ich glaube.....“ Der Leutnant strich den Seifenschaum von den Fingern. „Tu dies, mein Kind." „Der Ingenieur wartet auf etwas." „Was könnte dies sein?" „Daß eine gewisse Person abreist." „Ach was! Vielleicht der Bankdirektor?" „Gut geraten, Herr Leutnant." „Sieh mal an. Und der Bankdirektor? Wartet er nicht auch?" „Hm." „Ich verstehe. Solche Sachen darf man nicht einmal den Wänden zuflüstern in der Villa Carolyi." „Das Fräulein würde Zeter und Mordio schreien." Der Leutnant knüpfte sich vor dem Spiegel die Krawatte. „Aber in der Hauptstadt redet man allerlei." „Darf man wissen, Herr Leutnant....." „Natürlich, mein Kind. Vertrauen gegen Vertrauen. Herr Fellips soll sich mit Fräulein Fob verloben .....“ Das Mädchen steckte ihre Hände in die spihengeschmückten Miniaturtäschchen ihrer koketten Kammermädchenschürze. „Verzeihen Sie meine Naseweisheit," bat sie, „aber kennt der Herr Leutnant Fräulein Fob?'' „Nur ganz oberflächlich. Kaum mehr als dem Sehen nach." „Das glaube ich. Denn, wenn der Herr Leutnant das Fräulein Fob kennen würde, würde Herr Leutnant nicht sagen: Herr Fellips soll sich kommen ließ. Der 1. Vorsitzende, Turner W. S a l z m a n n , begrüßte die zahlreich erschienenen Festbesucher, dabei besonders betonend, daß das Fest in erster Linie die Ausgabe habe, für das deutsche Turnen zu begeistern und zu werben. Bürgermeister Dr. Kayser sprach im Namen der Stadt herzliche Worte der Beglückwünschung. Die Radfahrervereinigung erfreute anschließend durch ein sehr geschicktes Kunstfahren, während der Gesangverein „Frohsinn" unter Leitung seines bewährten Dirigenten, Reallehrer W. Bechtolsheimer, das deutsche Lied in herrlichen Klängen zur Geltung kommen lieh. Der Turnverein 1 8 6 0 eröffnete dann den langen Reigen der turnerischen Darbietungen mit Freiübungen der Iugendturner und den Kreisfestsre.Übungen der Turnerinnen, die in ihrer exakten Ausführung lebhaften Beifall fanden. Der Männerturnverein selbst bot unter Leitung seines verdienten Oberturnwarts B. W a ck dann eine Reihe von Darbietungen, die eine liebevolle Durcharbeitung des Stoffes verrieten. Eine aktive Männerriege des Verein, dec einige der besten Geräteturner des Gaues Hessen angehören, zeigte am Pferd und Barren ein beachtenswertes Können, während die Turnerinnen mit „elektrischen Keulenschwingen" dem Auge des Beschauers ein frohes, rhythmisches Farbenspiel zeigten. Ein ganz besonderer Genuß Bereitete der Verein mit lebenden Bildern, die in mannigfacher Gruppierung einem'Nauheimer „Sprude " da.stell ei und bei effe tvo . er Verrichtung von bezaubernder Wirkung waren. Der Glanzpunkt turnerischer Kunst und Fertigkeit war das Turnen der Gäste, die der festgebende Verein zur Mitwirkung gewonnen hatte. Meister- turner der D.T., die beim Meisterturnen in Frankfurt a. M. in den Reihen der ersten Sieger gestanden haben, wie Gebhardt und Pfeif- f e r („Eintracht" Frankfurt a. M.), Marmor und der 46jährige Butthny (Tv. 1846 Nürnberg), Cürtet (Tv. Oppau-Ludwigshafen), gaben am Barren und Pferd ihr Bestes und ernteten stürmischen Beifall. Ein F e st z u g sämtlicher Ortsvereine und auswärtiger Turnvereine des Gaues Heffen bewegte sich am Sonntag durch die überaus reich geschmückten Straßen der- Stadt, von der Einwohnerschaft und vor allem auch von den Kurgästen lebhaft begrüßt, welch letztere wiederholt ihre Anerkennung zum Ausdruck brachten über das erfreuliche Bild deutscher Zucht und Ordnung. das der Aufmarsch der Vereine bot. Auf dem Festplahe wurden nach der Weihe der Fahne, eines von der Firma Hisgen, Lich, gelieferten Kunstwerkes, dem Männerturn- v erein von allen Seiten die herzlichsten Glückwünsche unter Lieberreichung von Fahnennägeln und Fahnenschleifen dargebracht. Es sprachen: Für die Bade- und Kurverwaltung Oberbademeister Kissel, für den Krieger- und Militär- Verein „Hassia" Stadtverordneter Th. Schäfer, für den Sportverein dessen Vorsitzender Vie- w e g, für die Freiwillige Feuerwehr deren Oberbrandmeister S a l z m a n n , ferner Vertreter des Keglerverbandes, des Gesangvereins „Frohsinn", des Geflügelzuchtvereins, des Deutschen Offiziersbundes, für den letzteren Oberstleutnant a. D. v. Strzemieczny, der auf die hohe Bedeutung der Turnvereine für die körperliche Ertüchtigung unserer Jugend hinwies, nachdem wir der Heeresschule verlustig gegangen seien. Auch zur Kur hier weilende Führer der D. T. fehlten in der Reihe der Gratulanten nicht. Den feierlichen Höhepunkt der Glückwunschübermittlungen aber Bildete der Augenblick, als nach der Ansprache des Turners H. Salzmann vom Turnverein 1860 sich die Fahnen beider Turnvereine zum Gruß neigten, um zum Ausdruck zu bringen, in friedlicher, sich gegenseitig fördernder Zusammenarbeit gemeinsam den hohen Zielen der D. T. zu dienen. Der Vorsitzende des Männerturnvereins dantte bewegt allen Gratulanten und versprach auch für die Zukunft ein einträchtiges Zusammenwirken mit allen Vereinen der Stadt. Von der Gauleitung war Gauoberturnwart Will, Gießen, anwesend. Er hatte die Festrede übernommen, und es war ein Genuß, den Ausführungen dieses alten Turnerrecken über die Hochziele der D. T. zu lauschen. Begeistert wurde sein „Gut Heil" auf die D. T. aufgenommen. Der eindrucksvollen akademischen Feier folgten dann am Nachmittag wieder Darbietungen des Gesangvereins „Frohsinn". der Radfahrervereinigung und turnerische Vorführungen in reicher Fülle. Unter an* mit Fräulein Fob verloben, sondern: Fräulein Fob soll sich mit Herrn Fellips verloben." „Ist es also wahr?" Der Leutnant hatte aus seiner Manikürkassette einen Sämischleder - Lappen herausgenommen und stand jetzt am Fenster, um seinen Nägeln die letzte Politur zu geben. Das Mädchen teilte sein Interesse zwischen dieser Beschäftigung des Leutnants und dem Gespräch. „2a," sagte sie vieldeutig, „auf der Seite des Bankdirektors mangelt es nicht am Willen." „Und Bei Fräulein Fob?" „Da kann ich nichts sagen. Vielleicht glaubt das Fräulein, daß es keine Eile hat. Wenn man drei Kavaliere auf einmal hat....." „Drei?" „Gewiß. Fellips, Burelli und Kehler, — klingt das nicht wie der Firmenname einer Wellfirma? Der Herr Leutnant darf glauben, daß alle drei sich sehr viel Mühe geben." „Aber Fellips ist dec Hahn im Korb? Nicht wahr?" „Es ist besser, nicht darauf zu schwören. Ich glaube, daß Fräulein Fob einen gegen den anderen ausspielt." Der Leutnant vertauschte seine Reisemühe gegen einen Strohhut mit giftgrünem Band, dessen Wirkung gegen die Krawatte er nun iml Spiegel ausprobierte. ,^Sie sind nicht dumm. Wollen Sie nicht auf alle Fälle fünf Kronen nehmen?" Man sah, daß das Mädchen das Kompliment zu schätzen wußte. Sie legte den Kopf auf die Seite und blinzelte das Fünfkronenstück an. „Wenn ich dem Herrn Leutnant.bamit ein Vergnügen mache." Aber unten im Park, auf einem seiner entlegensten Wege, ging Herr Fellips und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Man konnte keinen Zweifel hegen, daß er sehr ungeduldig oder ärgerlich war, — möglicherweise war er auch beides, ärgerlich und ungeduldig. Die Sonne schien herrlich von einem in Silber und Blau leuchtenden Himmel, aber in Fellips' Brust türmten sich die Wetterwolken auf, und es war ihm eine kleine Erleichterung, die Glockenblumen mit seinem spanischen Rohr zu köpfen. (Fottsetzung folgt.) ätzend- ~ SsS* J sprach g toetben , aS'5 Utz;: Renten Lei- Ah^th «k£F>lÄ Murner j ungen Sinnen, bW.fi fi Ha Mtei H A bn Qnbtn- Öbniumtfl0 Untet On D°rL?°? 3. ung des 6k.fi1 die ?erriege OT der. ^ieturner h»ä m18’”. » Nerd UnL®Q^ 1 Ehrend di- 5Qtt?n frohes S .dem ^benderr Ttirx ®*nuj Ste-öie £^-3e,met ^'ttuno \n ZW ^WeiLlter. :ihen der 5Unlen M }•«»• 5".'^ ÄSi Kr Ortsvereine und sLö!e U6erau6 reich von dn <&j, 3 A** ben Äu- rl Were wiederhv usdnick brachten Ar » ^°)tundOrd, oer Vereine bot. Au! 4 der Weihe der rma Hisgen, Lich, ge« n Männerturn. d>e herzlichsten Glück« sS von Fahnennäaeln -bracht. Es Drachen: dnvawmg Obtrbaöe« Krieger« und Militär« rdneter Th. Schäfer !en Vorfihcnder Vie« Feuerwehr deren Ober« n, ferner Vertreter des angvereins „Frohsinn", des Deutschen Offiziers« i Oberstleutnant a. D. r auf die hohe Vedeu« ir die Erpcrliche Er« > hinwies, nachdem wir gegangen leien. Auck Führer der D.L »ratuianten nicht Den tiückwunschübemittiun« genbiick. ati nach der S). Sa^mann vom Zahm beider Turn« tn, M zum Ausdruck r, N gegenseitig för« gemeinsam den hohen n. Der Vorsitzende des । bewegt allen Natu« > für die Zukunft ein ken mit allen Vereinen leitung war Gauober« n, anwesend. Er hatte neu, und es war ein n dieses alten Turner« lc Der S.5, ju lauem „Gut Seil“ auf die >r eindrucksvollen ata« ' dann am Vachnuttag 1 Gesangvereins „W inigung und turnerische jg U- Fellips verloben. . «ui lein« «ä r.Kpr, Lappen . , -ranster, um leinen JSÄ*-* al hat..... Mteffi «nd K-il «•!*"'* iwyftrff «# m ... ÄZS Sssfe. - EH MW -r m ,nd es 103 aü ar Dor- angegeben. 536258 Der diesjährige SAISON-AUSVERKAUF der unterzeichneten Schuhwaren-Firmen dauert nur noch bis zum 15. Juli 6697D VliMdar 6696V (gebraucht) prakt. Äerztin 05783 Schuhhaus Herbert, Marktplatz 2 Schuhhaus Lilienfeid, Seltersweg 52 Schuhhaus MetropoS, Seltersweg 19 Schuhhaus Meyer, Bahnhofstraße 30 Schuhhaus Weidemann, Seltersweg 71 Schuhhaus Baer, Marktplatz 7 Schuhhaus Benner, Marktstraße 34 Schuhhaus Bernhardt, Schulstraße 10 Schuhhaus Bettina, Seltersweg 91 Schuhhaus Neumeier, Sonnenstraße 20 Schuhhaus Reiß, Mäusburg 12 Schuhhaus Süß, Marktstraße 9/11 Schuhhaus WaldSChmidt, Frankf.Straße Von der Reise zurück Dr. Marie Gürtler Buntes Allerlei. Wie lange dauert es, bis ein Mensch sieht? Mit so großer Schnelligkeit sich auch die derem boten die Turnerinnen des festgebenden Vereins lehr wertvolle Stabübungen und neuzeitliche Freiübungen in guter Ausführung, und die oben genannten Gäste zeigten unter Leitung des Turnlehrers Gebhardt. Frankfurt a. W.. am Darren und Pferd wieder ihr Können, um öann am Reck mit einer „Hochblüte" deutscher Turnkunst, wie man sie hier noch nie schauen konnte, das Musterturneu abzuschlicßen. Ein lokales Volte- und Kinderfest gab der Fahnenweihe ihren Abschluß. Alles in allem war das BaD-Vauhcnmer Turnfest, dem auch ausländische Kurgäste beiwohnten, eine turnerische Glanzveranstaltung, deren Wirkung auf Fernstehende allerdings noch eindrucksvoller gewesen wäre, wenn man den oft störenden sogenannten „unvermeidlichen trubcl" aus das allernotwendigste beschränkt hatte. neu lackiert, vollkommen überholt Bosch- Licht- und Anlasser - Anlage sowie alle Schikanen 32.ffllttMWlOlM WirtschastspIatzNr.l wird am Samstag, dem 11. d. Mts., nachmittags 5 Llhr, im Rest. Postkeller nochmals ausgeboten. 6715c Der wirtschastsausschuh. 31,25 bis 33,25, Weizenkleie 12,80, Roggenlleie 13,50, Dittoriaerbsen 27 bis 33. kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21.50 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Ackerbohnen 21 bis 22. Wicken 25 bd6 26,50, Lupinen, blau 12 bis 13, Do. gelb 15 bis 16,50, RapStuchen 15,40 dis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22.60, Trockenkchnitzel 10,40 bis 11. Tors- melasse 9,62 bis 9,65. Kartolfelflocken 23.90 bis 24,10 Mk HinrHniiiip gegen Zahlung von Baudarlehen zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 67050 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers- Ihre Stuhlverstopfung muffen Sie schnellstens beseitigen, bevor ernste Folgen eintreten. Wir roten Ihnen, 30 Gramm echte Herbe?- Kerne zu kaufen, die unschädliche Pflanzen-Extrakte und Pulver von zuverlässiger, angenehmer Wirkung enthalten. tzerbex-Kerne sind in den meisten Apotheken erhältlich, sicher in der Universitäts-Apotheke zum goldenen Engel. Die Bestandteile sind auf derPackung Wir bitten, von dieser äußerst günstigen Kaufgeiegenheit weitgehendst Gebrauch zu machen Die Preise sind bedeutend herabgesetzt fahrenden Zuges oder Autos also aar nicht möglich, auf eine Entfernung von weniger als 2 bi» drei Meter mit der Bremse einzusetzen. Das ist jedoch der allerungünstigstc Fall, der nur dann Eintritt, wenn der Lenker sofort nach einer Wahrnehmung. förmlich automatisch, die Bremse in Bewegung setzt. In den meisten Fällen muh ein wenn auch noch so kurzes Zögern, auf Ueberraschung oder mangelnder Geistesgegenwart beruhend, als normal angenommen werden, was die Zeitspanne von der Wahrnehmung bis zum Einsetzen der Muskeltätigkeit auf mindestens das Doppelte erhöht Hat die ^rau zu wenig an? Olein! - aber der Mann zu diel! Immer wieder treten Sittlichkeitsapostel auf, die Jeter und Mordio darüber schreien, dah die Frauenmodr nicht fo ist, wie sie sie haben möchten, sondern ihre eigenen Wege geht. Die kurzen Röcke und ärmellosen Kleider fallen ihnen schon auf die Verven. sie sehen nicht, wie zweckmäßig die moderne Frauenkleidung ist und finden taufend Gründe, um zu beweisen, dah sie nicht nur schamlos, sondern auch hählich und gesundheitsschädlich ist. Tatsächlich entspricht aber die moderne Frauenkleidung. weit entfernt davon, zu .leicht' zu sein, den Forderungen der Hygiene durchaus, wenigstens im Sommer und verbindet überdies das Vühliche mit dem Angenehmen. Die Frau unterscheidet sich in dieser Hinsicht sehr vorteilhaft von den Dertre- lern des starken Geschlechts, von denen ein guter Teil auch in der heißen Jahreszeit nach unlöblicher alter Gewohnheit mit einem Äbermah von Kleidern herumläust. Wenn man eine moderne Frau mit einer Großmutter vergleicht, so wird man ohne weiteres einsehen, welch ungeheuren Fortschritt die Frau in Sachen der Bekleidung gemacht Hot. Wie unbequem waren und wie unschön wirkten doch Großmutters lang nachschleppende Röcke, wie unpraktisch und lästig war das Üebermab von Hnler- kleidern, das sie trug, während die Enkelin luftig und duftig daherkommt, in ihrer Freiheit nicht behindert und sportgestählt und abgehärtet. Zu beanstanden bleibt nur, daß sie noch immer so viel Zeit braucht, um die paar Sachen, die sie auf dem Leibe hat, anzuziehen wie einst Großmutter. Unbelehrbar aber verharrt der moderne Mann auf seinen konservativen Grundsätzen. Gr ist noch immer ängstlich darauf bedacht, sich gegen jeden Lustzug zu schützen, wenigstens kleidet er sich fo, mit dem Erfolg, daß — abgesehen von seinem Gesicht und manchmal auch den Händen - die Elemente an ihn nicht herankommen können. Während die Frau in Halbfchuhen geht, quält sich ein großer Teil der Männer auch im heißen Sommer mit hohen Stiefeln herum. Und womöglich tragen sic unter Dem Oberhemd eine schützende Trikotjacke, darüber Tuchweste und Tuchrvck, während die Beine in langen Hosen stecken, Die noch immer länger und breiter werden und sich mehr und mehr zu einem geteilten Frauenrvck entwickeln. Ebenso schlimm wie unten steht es oben mit Der HerrenbekleiDung. Der hohe Stehkragen, Der Den Hals umfchnürt, ist an sich gesundheitsschädlich und im Hochsommer geradezu ein Marterinstrument freiwilliger Geißelung. Alles in allem: Die Frau ist nicht zu leicht gekleiDel. und dos weder im übet tragenen noch im buchstäblichen Sinn des Worte-, aber Der Mann viel zu schwer. Von den am Sonntag, dem 5. Juli, auf dem Flugplatz aus« gelosten imllm »r—Frankfurt a. M. gängc in unserem Nerven- und Ganglienapparat abspielen, eine gewisse Zeit vergeht doch immer, bis eine Wahrnehmung uns zum Bewußtsein kommt. Und wenn auf diese Wahrnehmung eine Reaktion erfolgen soll, etwa eine Muskeltätigkeit, so vergeht weitere Zeit, bis von Dem Gehirn die Muskeln in Tätigkeit gesetzt werden. Die Zeit nun, Die vergeht von Dem Auftreten einer Lichterscheinung bis zu Dem Augenblick, Da Die Muskeln in Tätigkeit treten, beträgt im Durchschnitt eine Zehntel Sekunde. Je nach Der Veranlagung des Individuums kann sie sich bis auf das Doppelte verlängern. Der Durchschnitt Der Menschen aber reagiert nach einer zehntel Sekunde (genau nach 0,150—0,224 Sek.) Was das aber bet der Schnelligkeit mancher unserer Fahrzeuge bedeutet, kann eine einfache Berechnung klarmachen Wenn ein Schnellzug mit 80 Kilometer Geschwindigkeit in der Stunde fährt, legt er in dieser Zehntelsekunde 2,2 Meter zurück. Ein mit 100 Kilometer Geschwindigkeit fahrendes Auto legt etwa 2,9 Meter zurück. Es ist dem Führer eines schnell- (In BilUonen Mart oufiaebrürft. SnenoS-HirtS, London. Wentorf, Japan. Mo de Janeiro für eine Sinbeit, Wien nnb Svdavcst für 100C00 fcin&dten. aütS übrige tüt 100 iKibdten.) Telegraphische Auszahlung. Die Börse stand heute völlig unter dem außerordentlich ungünstigen Eindruck der Meldung, daß der Aufwertungsausschuß des Reichstags einen Kompromißoorschlag angenommen hat. Der für den Neubesitz in Kriegsanleihen nur eine 2,5proz. Auswertung Vorsicht, anstatt Der bisher ins Auge gefaßten 5 Prozent. Die Verstimmung, Die dadurch heroor- gerufen wurde, führte schließlich zu einer derartigen Erregung an der Börse, daß der Börsenoorstand beschloß, als Protest die Börse den ganzen Tag geschlossen zu halten. Der Kurs für K r i e g s a n « leihe war st a r k ermäßigt, er senkte sich auf 0,320. Aktien wurden überhaupt nicht umgesetzt, standen aber gleichfalls unter dem Einfluß dieser Meldung. Im Freiverkehr hörte man Api 0,4, Becker Stahl 0,775, Becker Kohle 4,8, Benz 52, Entreprise 16, Growag 62,5, Unterfranken 51 Proz. Berliner -u~r.e. (Eigener Drahtbericht Des „Gießener Anzeigers''^ Berlin. 8. Juli. Der gesamte Effekten- Verkehr Der Berliner Börse ist heute ausgefallen. Da Der BörsenvorstanD heute vormittag beschlossen hat. als energischen Protest gegen Die abermalige Abänderung der Aufwertungsvorschläge die Börsenräume für jeden Verkehr geschlossen zu halten. Als heute morgen bekannt geworden war. daß im Auswerlungsausschuh Des Reichstages ein Antrag der Komprvrnißparteien angenommen war. der dahin zielt, dem A e u b e s i tz nur eine A u s- Wertung von 2' . Proz. für die Anleihen zu gewähren, trat in heimischen Staatsanleihen ein empfindlicher Kurseinbruch ein. 3m Berkehr von Bureau zu Bureau gingen 5proz. Reichsanleihe auf 0,315 zurück, während 3> prvz. Preußische Konsols nach einem Dortagskurs von 0.550 bis auf 0,430 zurückgingen und Schutzgebiet sich auf 5,15 senkten. Dieser Tiefstand war zwar nur vorübergehend, da die Schließung der Börse wieder eine leichte Erholung dieser Sähe zur Folge hatte. Immerhin wäre bei der gegenwärtigen Lage der Ge- s/mtbörse eine empfindliche Beeinflussung des Kursniveaus der Dividendenwerte von diesen Vorgängen zu erwarten gewesen, so daß der Schritt des Dörsenvorstandes von den Börsenbesuchern im allgemeinen gebilligt wurde. Wie wir hören, sind Bestrebungen im Gange, s ü r sämtliche aufwertungsberechtigte deuts che Staatsanleihen die Votierungen vorläufig einzu st eilen, bis sich der Reichstag über deren endgültige Behandlung klar geworden ist. Gegenwärtig tagt der Dörsenvorstand noch. Str.: l-urler Getreidebörse Frankfurt a. M., 8. 3uli. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 22,50 bis 24, Roggen, inländ. 19,50 bis 21,50, Hafer, inländischer 19 bis 22, Mais (gelb) 21, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 37 bis 37,50, Roggenmehl 29,75 bis 30,25, Weizenkleie 11,60 bis 11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 8. 3uli. Der Produktenmarkt war fest, infolge von höheren Auslandnotierungen. 3m Lieferungshandel zogen die 3ulipreise für Weizen und Roggen gegen gestern um zwei Mark an. Die stark angebotene Wintergerste ist nur schwer unterzubringen. Hafer, heimische Ware, bei festen Preisen knapp angeboten. Das Mehlgeschäft wurde ruhiger. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, 3uli 263 bis 261,50, Roggen, märt. 230 bis 232, Do. 3uli 221 bis 220,50. Futtergerste 202 bis 216, Wintergerste 202 bis 203, Hafer, märt. 233 bis 242, do. 3uli 194,50 bis 194, Mais, loto Berlin 213 bis 215, Raps 340 bis 355; für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl Wirtschaft. • Konkursnachrichten. Ueber das Vermögen Der Erna K r a ft Lebensmittelgeschäft in Offenbach. tourDc Das Konlursversah- ren eröffnet. Forderungen sind bis zum 25. Aug. beim Arnttsgericht in Offenbach anzumelden. — Hebet Das Vermögen Der Firma Heinrich Schwind in Bad-Rauheim tourDc das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 21. 3uli beim Amtsgericht Bad-Rauheim anzumelden. • Krupp-Rhein metall. Zu Den zwischen Den beiden Gesellschaften getroffenen Abkommen erfährt Der „D. H. D " noch, daß es sich vorläufig nur um ein Zusammenarbeiten des Konstruktionsbureaus unD Der kaufmännischen Betriebe handelt Später sollen durch Verwal- tungs- und Konstruktionszufammenlegungen und billigere Herstellung weitere Ersparnisse erzielt weiden. Es handelt sich bei dem Vertrage lediglich um ein enges Zusammenarbeiten Der beiden Gesellschaften, nicht um einen Aktienaustausch. Das Zusammengehen sei durch die gleiche Quote bei der Rohstahlgemeinschaft erleichtert worden. • Südafrikanische Auftrage für Die deutsche R öh r e n i n d u st r i e. Die südasrikanischc Regierung hat einen großen Auftrag von 450 000 Pfund auf Die Schweitzrohren, Die nicht Dem Verlaufsbereich Des RohrensynDi- kates unterliegen, an die Deutsche 3nDuftrie gegeben. Dieser Auftrag toirD voraussichtlich einem oberschlesifchcn und einem Werk Des rheinisch- westfälischen 3nDustriebezirks erteilt werden. Zunahme Der amerikanischen Automobilproduktion im April. Laut Fachblatt „3nDustrie-Kurier" ist nach Der amtlichen amerikanischen Statistik Die Automobilproduktion Der Vereinigten Staaten im April für Personenwagen auf 375 786 von 319156 im März gestiegen. Für Lastwagen von 42 979 auf 46 092. Der Export hat sich nicht wesentlich oeränDcrt unD belief sich im ganzen auf 28 833 Wagen gegenüber 27 993 im März, wovon 5027 (4728) Lastwagen find. Ein Protest der Börse. Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 8. Juli. Der Börsenvor« stand der Frankfurter Effektenbörse beschloß im Einvernehmen mit der Berliner Börse, als Zeichen des ! ro.estes die Börse heute zu schlie^ ß e n, weil im Aufwertungsausscbuß des Reichstags ein Kompromihvorschlag zur Annahme gelangt war dahingehend, daß der Neubesitz in Kriegsanleihen nur mit 2,5 Prozent aufgewertet werden soll, statt Der bisher erwarteten 5 Prozent. Die Schließung der Börse gilt auch für den heutigen Abendverkehr. 7 sTi 8 Juli Amtliche Noti nmg (Selb Bries Amtliche Notierung <^c(b Brief .mifb-iHon. ifutn.-atrtS Btti.-Antw. Christianta. flovenbagen etodbofm . OclfmoforS. Italien - . • London - • .'leuvort . - Varis.... SLweij . . Spanien. . \io de iian" Wien in D-« Ceft. abQeft Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon • Sämig. . • fionftr.nti» Lkhen- . 168,19 ।16s,61 1.692 1.696 19,39 | 19.43 76,00 715,20 86,61 86,«i 112.41 112.Gl 10.559 । 10.599 13.43 15,47 *0,391 20,444 4.195 4,205 19.59 I 19,63 *1,38 । 61,5.- 00,92 . 61,0f* 1.716 1,720 9.454 0.456 59,09? 69,19. 12.436 I 12.476 7,35 I 7,37 J.b'-'S । 5,915 8.03 3,01 »1,675 20,725 SO,84 81.04 2.275 2,285 6.99 7.01 Banknote 168.19 1.694 19 36 75,11 112.46 10,5' 2 15.23 20.389 4.195 19,59 81 44 60.92 1.716 0 454 59.05? 12.432 7.3' o,895 1,025 20 775 80 84 2.29 6.29 n. 168,61 1,698 19,40 75,29 86,76 112,74 10,002 15,27 20,441 4,205 19,63 81,61 61, Ox 1,7 1.451 59,197 12,472 7,40 5,915 s,o:r. .41,825 <1,04 3,30 7,01 Berlin, 8. Juli. Meld | Bries Amerstanilchr Note» . , ,,, Belgische Noten ....... Yonifttie Noten ....... trnalische Noten ....... )ran;ostsche Note» ...... Hclländische Noten...... $tl.i(ieidfd)c Noten ...... Norwegische Noten...... Deutstv-Ocsterr. StVO Sronev Numänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Cvanischc Noten....... Tschechoslowakische Notar .. Ungarische Noten ... ... 4,177 19,30 86,43 2U,355 19/8 167,78 15,26 75,31 59.13 112,17 81,57 60.84 12,397 5,85 4.197 19,50 86.87 20,455 19,68 168,62 15,34 75,69 59,43 112,73 81,97 61,14 12,457 5,89 sind folgende Nummern noch nicht geflogen: Bom 1. BloB (Diane Satten) Br. 2500 Bom3.pli!8(gei0e6fltien)llL13n.5200. Die Besitzer dieser Eintrittskarten wollen sich bis zum 15. d. Mts. unter Rückgabe der Karlen bei der Flugleitung unserer Gesellschaft, Iohannis- stratze 17, melden. 6706V UtmMr Altleagesellsitziisk Oberhessen-Lahngau. Zu verkaufen RM Gut erhaltene, actraaene Anzüge gH SH von 12.— Mk. an, auch Auzüge M Ha für korpulente Herren, sehr billlg. RM >owle einzelne SakkoS u.Hoieu. B AS Frack-. Tmokina-,Gebrock Cu RS ge cawav Anzüge in allen Preis ■ lagen Gleichfalls versch. Damen- *8 B® Kostüme, «Mäntel, u. -Röck , 80 Schube äußerst billig. 0554a SB E L. Rosenzweig W ■6 Gießen, Seltcrsweg 58 1. Q Eingang Ecke Lolksbad Sq Kein Laden. Kein Laden. Empfehle la gelbfleifchige FÄÄl! laufend ab Lager. Vorteilhafte Bezugsquelle für Wiederverkäuser. Müller, Seltersweg 89 Telephon 1571. 6719V preiswert zu verkaufen. Otto Göbel, Gießen Derkaufslokal: Schulstratze 6 Werkstätten: Schiffenberger Weg 50. Tel. 240 auch nachts Jg. Hlhner, beste Lege- rane,aerleg* bare Btllie Genagelhofl. Hergenthebn F. 30. Katalog frei. [549id Wlsseck gu dem Sonntag, den 12., und Montag, den 13. Juli, stattfindenden S angerfest laden ergebenst ein. 0579t Das Komitee. Der Festwirt. Unser Saison-Ausverkauf . 1.15 0.70 0.35 1.35 0.90 0.50 0.65 3.80 0.70 1.15 Während des Saison-Insvertofs 10 Prozent Matt Bei Einkauf von 5 Mark ein Riesen-Luftschiff gratis! 6693a hmWmstMM koknkokltrahe 14 Kein Laden! Kein Laden! Eintritt frei! Kostproben! 6691D 05776 Kein Laden! Kein Laden! in Chaiselongues, Diwans und Auflegematratzen Offenbacher Lederwarenvertrieb nur Kirchenplatz 8,1. Stock Herren-Unterjacken makofarbig, Größe 4-6 . . Herren-Garnituren uni farbig, haltbarer Trikot Größe 4-6......... Erstlingshemdchen feste Qualität........ Zentrale; Frankfurt a.Ul, Erstlingsjäckchen starke Baumwolle . . . . bekannter Güte liefert billigst Franz Bock Poisterwerkstatt für Neuanfertigung u. Reparaturen Hansa. Handelsschule J. Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes 3. August V neue Kurse. a Wickel-Bänder prima Molton.....•...... Wickel-Decken feste Qualität......... , , . Kinder-Lätzchen mit Stickerei . . -.......... Erstlings-Mützchen merc. Baumwolle.......... Erstlings-Häubchen merc. Baumwolle, mit Bandgarnitur Herren-Netzjacken kräftige Qualität, Größe 4-6. . Herren-Taschentücher Batist mit farbigem Rand . . . . 3 Stück Mk. 1.- Damen-Taschentücher Kinder-Taschentücher weiß Batist mit farbiger Kante 9C 3 Stück................y.UU Büstenhalter Rückenschluß mit schmalen Band- üjB 0 la trägem u. Spitze, besonders preiswert M*ÜU MH. Veremshaus Zreitay, JO. Juli ö. J$., abends 8 Uhr: Konzert des blinden Violinisten Georg Vöker, der Opern- und Konzertsängerin Berta Müller und des ttlavier- virtuosen Yons Zörster. (Eintrittskarten: Numeriert 5 Mk., Un- numeriert 2.50 Mk. inklusive Steuer. la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Mg, (MIO. 31111925 nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Bücherschrank, 2 Schreibtische Msett.il viwan,3Autoreifen l Ladentisch m. Marmorplatte 1 Glasschrank, Massenschrank 1 yerrenmantel. Hebbel, kerWoollziclitt in kikßtn Dammftratze 24 I. 6713D Herren-Unterhosen makofarbig, solider Baumwolltrikot, Größe 4-6 .............■ U Gas-Lehrvorträge Schaulochen Ausstellung Freitag, den 10. Juli und Samstag, den 11. 3uli, vormittags 10-1 Uhr, nachmittags 4-7 Uhr, im Sauer'schen Saalbau (Oswaldsgarten). WM WWW Ott MM. S«WMK Dorführung neuer Sparmethoden, die das Gaskochen zum billigsten Kochen machen. Hüftenhalter solider Drell mit Gummiansatz und 1 Qh Strumpfbändern, in allen Weiten leUlS Herren-Hemden kräft. Trikotrumpf, mit gestreiftem, O 7K waschechtem Einsatz, Größe 35-44 fcilU Soeben erschienen! Gelle do IM IIHIIHIIIillllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIII Heitere Gedichte in Ober- hessischer Mundart von Wilhelm Philipps 2. Auflage — Preis Mark 1.30 Zu beziehen durch alle Buch- handlangen und vom Verlag I Carl Bindernagel 1/ Friedberg i. H. [CTi0D weiß Linon, besonders preiswert fi täK 6 stück................y.eM KirchenpBatz I. Stock die bekannt billige Einkaufsquelle für Offenbacher Lederwaren Braße Auswahl In Koffern in Leder, Vulkanfibre, Holz und Hartplatte Auf sämtliche Reiseartikel gewähre ich vom 9. bis 16. Juli 10 Prozent Rabatt Liebigstraße 93 Telephon 2432 geben wir auf alle nicht zurückgesetzten Artikel DKW nutzt Ihnen, nutzen Sie die Möglichkeit, es zu sehr günstigen Zahlungsbedingungen anzuschaffen. Neues Modell 1925 mit Kickstarter usw. Schilling Gießen, Frankfurter Straße 23. L69?D Leistungsfähige Firma sucht im Baufach gut eingesührte Vertreter für den Vertrieb von Schotter-Anlagen, s». Näheres unter S- F. 4973 an Rudolf Moste, Stuttgart. NEW YORK i'/SstS Ui' Dergrßßti tollzeifllm iterWnlt Ein Film zur Dämpfung des internationaien Mädchenhandels! 7 Akte! Unter amtlicher Mitwirkung der Neuyorker Kriminalpolizei. RICHARD ENRIOHT Polizeipräsident von Neuyork der Verfasser des Manuskripts ..--E Der Film bringt die dringend notwendige Aufklärung über die verbrecherischen Praktiken des internationalen Mädchenhandels. Er zeigt in spannenden Bildern die Wege zur Bekämpfung dieser Außenseiter der Gesellschaft und vermittelt dem Laien einen interessanten Einblick in den großzügigen und technisch vollendeten Dienstbetrieb einer modernen Weitstadtpolizei. 6678c Heute: „Premiere“ im Lichtspielhaus!