Rüfe Uv. 6if> Um man j° 2a '»M(n rrZ aFdachsi^ iQDten: uocknct ii, ' Bei £ n dte Detiei, er U°d fK && *>»«4. ;,e Qb9ebüqtet er mchl zu Q(t 1 tilgen, ?ra9en worben Ziehen, ja, :m Hebel abzu. ,on Malier unb 1 Mzen Manlrl ert diese Arbeit nicht allein altbarfeit wirb en Gegenstände hr kalten Au- lie dann leicht Erhaltung der eres Mreiben hin. 1 Marmeladen- Anpacken mit man ein Stück itt man klvpie n allen Seiten cht vssnm Iaht, iendvlden. die legt sie auf iit Wasser ab. i Eiern, V, ßitet »1$ und Zucker kn taucht man hem Fett schön wn werden mit hnitien zu Tisch )on Obst dient > Schnitten auch m. - niemals We oder des Ädern nur die« S.2?. lachen. rbe oder all- traten, der am l, noch zu frilch wam. S)at man 11 man ihn den (im Mntcy aus t Pratosen nicht mein, roo er bis n kommt er wie» aten werden soll. , das am nächsten ei plötzlicher Bevor dem Warm- Fleisch wird aus i'Jfa ""’s »tute StyffÄ ,, l’ÄeW* yv.»*' t> ** neu g^rkon^.. die.... dach.,,u ' 4 MS ** rech!^ Tunke. . esisch wird sauber chnitten und nach endem Master «ar r Zwiebeln laßt m, in Lutter an- V ein Stückchen hinzu, giehtdann ib daran, Iah die ien und M st n Drei E'do"" "quirlt, 6>U •* und eine Spur m die Tunkenck en. Einen M Ur. 152 Erster Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 9. Juni ,925 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. monatssBe$ng»pieis: 2GoldmarK u 20 Gold» Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschiasse: Schriflleitung 112, Verlag undGefchästsstelleSl. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeigerSletzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitätt-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Siehen. Schriftleitung und Seschäftsttelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzporschrist 20° , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr Friedr Wilh Gange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein:fürdcn Linzeigenteil: Hans Berk, sämtlich in Gießen Lnglisch-sranzösische (Einigung in der Sicherheitsfrage. Die Besprechung zwischen Chamberlain und Briand in Genf. — Völkerbund, Sicherheitsvertrag und allgemeine Abrüstung. 'Mit dem ganzen Aufgebot geheimratlicher Bekleidungsstücke, das zu einem pomphaften diplomatischen Schauspiel gehört, haben sich die Herren Chamberlain und Briand nach Genf begeben, um dort in höchst eigener Person die Interessen ihrer Länder während der Beratung des VölkerbundsraleS zu vertreten. Der eigentliche Zweck der Hebung war selbstverständlich, dah sie dabei persönlich miteinander in Derbindung treten wollen, um den Hobel hinweggleiten zu lassen über die letzten Schwierigkeiten, die vielleicht schon in Sachen des Sicherheitspaktes zwischen ihren Staaten bestehen. Wenn wir Glück haben, werden wir dann auch nächstens in der ganzen illustrierten Weltpresse jene einsame Dank bewundern dürfen, auf der ihre erste Unterhaltung unter vier Augen stattgefunden hat, und wenn wir weiter Glück haben, werden sich dann die Früchte ihrer Unterhaltung in der europäischen Politik auswirken. Unbedingt sicher freilich ist das nicht, man braucht nur an die Aussprache zwischen Herriot und Macdonald mit der unverbindlichen Friedenspfeife in Ehecquers zu erinnern, um sofort zu wissen, das; derartige Zwiesprachen gelegentlich auch erst Schwierigkeiten schaffen helfen, von denen man vorher nichts kannte. Gelingt es Herrn Ehamberlaln, Lünern französischen Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen und ihm klar zu machen, daß ein Sicherheitsvertrag nur zu haben ist. wenn Frankreich sich auf den Westen beschränkt, dann ist freilich ein großer Fortschritt gewonnen, denn dann besteht die Möglichkeit, daß dieser Bier- oder Fünsinächte-Dertrag in absehbarer Zeit zum Abschluß kommt. Gelingt es ihm nicht, t>ann hat sich die gesamte europäische Politik in einer Sackgasse festgerannt, denn wie die Dinge gelaufen sind, ist es für Deutschland selbstverständlich eine derjenigen Fragen, die zuerst geklärt werden müssen, ob Frankreich das Recht freien Truppendurchmarsches durch Deutschland beansprucht. Ueberspannt es seine Forderungen wirklich so weit, dann ist damit der Gedanke des Sicherheitsvertrages begraben, denn dazu kann Deutschland sich nicht hergeben, das hieße, das Todesurteil srei- toillig unterschreiben und unseren Heimatboden geradezu mit Gewalt zum Kampfplatz europäischer Heere machen. Die Engländer sind aber immer noch recht zuversichtlich, sie glauben, daß sie das Kunststück fertig bekommen, den Franzosen auch diesen letzten Giftzahn zu ziehen. Warten wir es ab, warten wir auch Dann noch ab, wie sich die Antwort auf unser Memorandum - das dann gleichzeitig mit veröffentlicht- werden soll — im Einzelnen gestaltet. Fällt sie so aus. daß auf ihr weitere Verhandlungen mit Aussicht auf Erfolg möglich sind, dann könnten unter Umständen die noch bestehenden Schwierigkeiten sehr rasch beseitigt werden, denn dann greifen die Räder der Maschine gut ineinander. 3m Augu st tritt der Völkerbund selbst zu seiner diesjährigen Tagung in Genf zusammen. Es würde uns nicht wundern, wenn jetzt vom Dölkerbundsrat mehr oder minder offiziell eine neue Einladung an uns erginge, wenn man uns sogar ausdrücklich darauf aufmeufam machte, daß ein Gesuch um Aufnahme von Deutschland bald eingereicht werden müsse, falls es nicht ein ganzes 3ahr l egcnblciben sollte. Das wissen wir auch. Aber die deutsche Req erung hat sich mit Recht daraus feftgdegt. daß sie in den Völkerbund erst (»ntreten kann, wenn ein bestimmtes Minimum von Sicherheiten uns bereits gegeben ist. Unser Eintritt w rd nur erfolgen, wenn die 'Frage be5 Durchmarsches, w.e ja schon in unserem Schreiben an den Dellerbund angeschnitten war, restlos geklärt ist. Er wird weiter nur erfolgen, wenn vorher d:e Räumung der Ruhr und die Räumung der ersten Zone sicher-gestellt sind. Gehen wir nämlich in den Völkerbund hinein, ohne diese Konzessionen in der Tasche zu ßaben, dann kann es uns geschehen, daß wir Jahre lang Darauf warten müssen. Weil aber das Interesse der Gegenseite an unserem Eintritt in den Völkerbund größer ist als unser eigenes, gerade Darum können wir die Gelegenheit benutzen, unsere Forderungen durchzusehen. Wir können inzwischen dte Pause benutzen, um mancherlei von den Demängelungen. die in der Entwassnungsnote enthalten sind. ;u bereinigen, damit man wenigstens unseren guten Willen sieht. Wird aber die große europäische Frage der Stellung Deutschlands im Völkerbund und zum Völkerbund gestellt, dann darf man uns nicht mehr kommen mit Hufeisen oder Platzpatronen, die in Deutschland zu viel sind, dann muß man anerkennen, daß die Entwaffnung Deutschlands vollendet ist. daß infolgedessen fremde Truppen auf deutschem Boden nichts mehr zu suchen hoben und wenigstens für Die erste Zone sofort Die daraus gegebenen Konsequenzen ziehen. Die Engländer glauben. Daß Die Dinge so laufen werden. Aber Die Engländer haben schon wiederholt einen sehr starken, nicht ganz begründeten Optimismus an den Tag gelegt, und was wir bisher von. der französischen Politik, ob sie nun Poincare, Herriot oder Driand machte, erlebt haben, ist nicht fo ermutigend, Daß wir an einen so günstigen Derlauf der Ereignisse glauben könnten. Die englische Antwort überreicht. G e ns, 8. Juni. (T. 21.) von englischer Seite wird amtlich mitgeteilt: Chamberlain überreichte heute nachmittag Briand die Antwort der englischen Regierung auf die letzte französische Rote in der Sicherheitsfrage. Endgültige (Einigung. Paris, 8. Juni. (WB) Der Vertreter der Havasagentur in Genf ist zu der Erklärung ermächtigt, daß d'.e Antwort, die Chamberlain im Ramen seiner Regierung heute mittag nach Beendigung dec ersten Sihun; des Döller- bundsrates Driand übermittet hat, das endgültige Abkommen zwischen den Regierungen von Großbritannien und Frankreich hinsichtlich der Deutschland auf seinen Sicherheitsvorschlag zu erteilenden Antwort darstelle. Die letzten Meinungsverschiedenheiten. die noch bestanden hätten, seien jetzt verschwunden und es handle sich jetzt nur noch darum, gewissen Stellen der Rote, über die jetzt ein Einverständnis erzielt sei, die endgültige redaktionelle Form zu geben. Das zwischen den Regierungen von Frankreich, Großbritannien und Belgien erzielte Abkommen stelle den formellen Beschluß Großbritanniens fest, die Rheingrenze, so. wie sie der Dertrag von Dersailles festgelegt habe, zu garantieren Mb jede Verletzung der territorialen unb militärischen Klauseln, die die Rheingrenze garantieren, als Casus belli zu betrachten. Was die Ost grenze Deutschlands anbe- treffe, so erkläre Großbritannien ausd äicklich, daß es der Stipulierung des Dertrages von Dersailles treu bleibe. Die durch England für die Rheingrenze gegebene Garantie erstrecke sich nicht auf die Grenzen von Polen und der Tschecho-Slowakei. Diese Grenzen ständen unter demSchuhe des DölkerounDsstatuts. Außerdem lasse England Frankreich alle Freiheiten, seinen Der- pflichtungen allgemeiner Art die Form zu geben, die am besten den Interessen seiner Alliierten entsprechen, vorausgesetzt, daß jene Abkommen dem Geiste und dem Buchstaben des Dölkerbunds- statuts entsprechen. Endlich toerve in dem französisch-britischen Abkommen formell erklärt, daß Frankreich in Dem Falle, in dem seine Alliierten das Opfer eines nicht provozierten Angriffes würde, berechtigt sei, sich der entmilitarisierten Rheinlandzone als Operationsfeld zu bedienen, um seinen angegriffenen Alliierten zu H Ife zu eilen. Was die Zulassung Deutschlands zurn Dölkerbund betreffe, so seien die Regierungen von Paris und London übereingekommen, zu erklären, daß sie erst Dann erfolgen könne, wenn der Sicherheitspatt vollkommen den zwischen den beiden Regierungen fcftgcl'gtcn Bedingungen entspricht. Da jetzt zwischen London, Brüssel und Paris eine vollkommene (Sin gung erzielt sei. werde Briand in der Lage sein, der deutschen Reg erung die Antwort Frankreichs zu übermitteln. Amerika zur (Entwaffnungsnote Rach den in London vorliegenden Meldungen hält man in Amerika Die Forderungen der Ent- walfnungsnote, obwohl sie im Rohmen des Ver- failler Vertrages zu liegen scheinen, s 0 st a r k übertrieben. Daß die Hauptwiriung der Rote Darin bestehen würde, daß die Lösung des europäischen Problems auf eine beträchtliche Zeit hinausgeschoben wird. Allgemein sei man geneigt Frankreich hierfür verantwortlich zu machen. Die ersten Kommentare. Die lebhaften Kommentare über die Sensation des heutigen Tages, die französisch-englische Einigung bezüglich eines gemein|amen Vorgenhens der interessierten Mächte gegenüber dem deutschen Vorschläge zum Abschluß eines Sicherheits- paktes, zeigen deutlich, daß man sowohl in den Kreisen der oerschiedcnen Delegationen als auch unter den Vertretern der internationalen Preße durchaus geteilter, ja teilweise gegensätzlicher Meinung über die Bedeutung Der_ heute verkündeten Einigung ist. Aus französischer Seite wird natürlich allgemein die ausfallend rasch zustandegekommene Einigung als ein Sieg Frankreichs ausgelegt: auf englischer Seite scheint man bemüht zu sein, diesen Eindruck nicht abzuschwächen, obwohl man sich 'N bezug auf die französische Auffassung große Zurückhaltung auferlegt. Gegenüber der These, daß England Frankreich in allen Punkten nachgegcben habe, wird von verschiedenen weiten an Die allgemeine politische und wirtschaftliche Sage Frankreichs erinnert die es diesem Lande nicht mehr erlaube, ohne jedes Entgegenkommen auf feinem Standpunkte zu beharren. In anderen, teilweise ziemlich pessimistischen Aeuße- rungen wird hin und wieder daraus hingewiesen, daß man den voraufgegangenen Schriftenwechsel zwischen England und Frankreich ebenso wenig im einzelnen kenne, als die Grundlage der heutigen französisch-englischen Einigung. Eine Beurteilung der Sachlage erscheint jedenfalls solange verfrüht, als genaue Einzelheiten über die angekündigte Antwort an Deutschland nicht vor- liegen. Das Ärupp-Direktorium über die Kontrollnote. Paris, 8. Juni. (WTB.) Die französische Regierung hat der Presse heute abend einen Auszug aus dem Bericht Der Interalliierten Kontrollkommission übermittelt Der am 15. Februar an Den Vorsitzenden des Interalliierten Militärkomitees, Marschall Fach, berichtet worden war. Sie erklärt, daß dieses Dokument einen zu technischen Charakter trage, um der großen OessenUichkeit ver- ständlich zu sein. Es sei aber nötig, Die wesent - ließen Tatsachen, Dix darin anfgeführt mürben, mitzuteilen. Der Bericht erinnert daran, daß die Kontrollkommission ihre Arbeiten vom Dezember 1923 während Der gesamten Ruhrbesetzung bis zum EnDe des passiven Widerstandes e i n g e st e 111 hatte. Als Deutschland sich geneigt gezeigt habe, seine Reparations- Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag wieder zu erfüllen, sei es natürlich gewesen, daß in gleicher Weise auch hinsichtlich der Entwaffnungsklauseln des Versailler Vertrages oorgegangen werde. Am 5. März habe die Botschafterkonferenz der deutschen Regierung vorgeschlagen eine Generalinspektion über den Stand Der Entwaffnung vorzunehmen. Die Inspektion habe am 8. September 1924 begonnen unb sei am 25. Januar 1925 beenbet gewesen. Währenb die Kontrollkommission ohne Schwierigkeiten von der Polizei, den Fabriken unb den Zivilbehörden ausgenommen worden sei, habe sie lebhaftesten Widerstand bei den Milttärbehörden gefunden. Die Militärbehörden hätten sich bis Ende Oktober geweigert, zuzugeben, daß die Kotnmission die Ueberprüfung auch über bie Vergangenheit erstrecke, so daß jede Möglichkeit, zu vergleichen, ausgeschlossen gewesen sei. Sie hätten sich bereit erklärt, auf Fragen zu antworten, aber sich oft geweigert, unerläßliche Dokumente mitzuteilen, oder sie hätten ihr Vorhandensein abgeleugnet. Am 25. September habe die Kommission schließlich das Recht erlangt, die nötigen Dokumente einz"sehen. Die Arbeit sei dann durch die Prüfung des Materials wesentlich erleichtert worden, aber es sei dies nicht der Fall gewesen hinsichtlich der effek- tioen Bestände und der Rekrutierung. Die Obstruktion der Militärbehörde in dieser Hinsicht habe bis zum Ende Der Generalinspektion angebauert. Es sei schließlich bedeutsam. Daß unter der Beschuldiaung des Hochverrats gegen Verfasser gewisser Presseartikel. Die Verfehlungen am Vertrage festgestellt hätten, Strafverfahren eingeleitet worden unb daß schwere Verurteilungen erfolgt feien, während Vereinigungen, die eine Tätigkeit ausgeübt hätten, die gegen Die Bestimmungen Des Vertrages verstoßen, die Nachsicht Der Behörden gefunden hätten. Aehnliche Handlungen ließen annehmen, daß Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfülle. Sie schließen beabsichtigte Verheimlichungen in sich. In elfter Linie müsse man die militärische Vorbereitung Der Jugend und Das Vorhandensein von starker Bewaffnung mit Kriegsmaterial nennen. Der Bericht geht alsdann dazu über, die Ergebnisse der Generalinspektion in Drei Rubriken zu bezeichnen. 1. Kapitel. Bewaffnung. Deutschland habe feine firiegsmatcrialfabrilation nur nach Genehmigung Der Kontrollkommission und nach Ausführung gewißer Bedingungen aufnehmen sollen. Es habe sie ohne Genehmigung und ohne Die oorgeschriebenen Bedingungen erfüllt zu.haben, wieder ausgenommen. Diese Fabrikation hätte sich nicht nur aus Munition unb Ersatzstücke bezogen, sondern auch auf Waffen und Elemente von Kriegs- wafsen, auf Explosivstoffe und auf verbotene Mittel zum Schutze gegen Giftgase. Um die Fabrikattonsfähigkeit Deutschlands in Kriegsmateria Izu verringern, hätten die Alliierten Die Vernichtung gewisser Einrichtungen in zahlreichen Fabriken und die Beschränkung des Herstellungsrechts für • Kriegsmaterial auf einzelne Fabriken beschlossen. Man habe aber sestgestellt, daß zahlreiche Vernichtungen noch in privaten Fabriken durchzuführen seien, und daß in den Staatsobrifen bie oorgeschriebene Herabsetzung fion der Kontrollkommission sich ständig im Werke zur Betriebskontrolle hinsichtlich der Bedingungen aus dem Friedensoertrag aufhalle. Unb diese Kommission sorge auch in der Tat getreulich dafür, daß im Jahre nicht mehr als die zugelassenen vier Kanonenrohre den Betrieb verließen. So bienen bie beanftanbeten Drehbänke heute ausschließlich Friedenszwecken, und ihr Verlust wäre sowohl für den Betrieb als auch im nationalen Interesse um so schmerzlicher, weil gerade in diesen Monaten auf ihnen hochwertige Auftrage, insbesondere für das '*1 u s l a n b, zur Aus- lührung kommen, was angesichts unserer wirtschaftlichen Depression nicht hoch genug eingeschätzt werden tonne. Ohne diese Maschinen wäre eine Belieferung nicht mehr denkbar, und so liegt auch hier die schot: von verschiedenen Seiten ausgesprochene Vermutung nahe, daß es sich bei der verlangten Zerstörung weniger um militärische Interessen. als um Die Schmälerung Der roieDcrerroach- teu Deutschen Konkurrenz im Ausland handle. Punkt 2 fordert die Zerstörung von elf Pressen zur Herstellung komprimierter Explosiokörper. Die geforderte Zerstörung eines Vorrats an Munition scheide völlig aus, denn Munition fei in Wirklichkeit gar nicht vorhanden. Mit wie schweren Opfern gerade der Uebergang von Der Kriegs- zur FrieDensproDuktion in Den Kruppschen Stahlwerken bewirkt rvorben sei, erhelle aus Der Tatsache, Daß Die Riesensumine von 103 Mill. GolD- mark bis jetzt für Die Zerstörung und Zerstreuung aufgewandt werden mußte. nicht ausgeführt worden sei. Deutschland sei also in der Lage, rasch zu fabrizieren und in Massen Kriegsmaterial herzustellen, das ihm fehle. Vor Der Einstellung Der Kontrolle im September 1922 sei angeblich Die Zivilbevölkerung vollkommen entwaffnet gewesen. Rach Den Auskünften, Die von Der deutschen Regierung selbst geliefert wurden, fei diefe Entwaffnung noch nicht vollständig beendet. Die Lager an Waffen unb M'ntttion, Die augenblicklich in Deutschland beständen, seien mindestens aus Der Höhe Des Jahres 1922 geblieben, Des Zeitpunkt es, Da sie größer gewes en seien als Die genehmigten Bestände. Die Vorräte seien verstärkt worden, wie die Entdeckung geheimer Lager betoe'fe. Die deutsche Regierung lege einen ausgesprochen schiech - t en Willen in dieser Richtung an den Tag, denn sie habe nicht die beiden Gesetze annehmen lassen, die die Alliierten gefordert hatten, um eine unbegrenzte Fabrikation zu verhindern. Das Gesetz, das die Einsuhr mrd Fabrikation und die Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial verbiete und das Gesetz über den Handel und die ungesetzliche Fabrikation von Kriegsmaterial seien noch nicht angenommen. 2. Kapitel. Die Organisation der Reichswehr sei in vollständigem Widerspruch mit den Grundsätzen des Friedensvertrages burchgeuhrt worden. Das sei kein Heer von Freiwilligen. Das sei eine Kaderarmee W ihren!) der Unterbrechung der Kontrolle sei hie Organisation der Reichswehr im Hinblick auf Gliederung her Formationen sehr rege betrieben worhen. Ueberall habe bie Reichswehr enge Beziehungen zu dem ehemaligen Heere unterhalten, mit dem sie sich durch S. afsung von Traditionseinheiten verbunden habe, ioto.c ferner durch alte Landwehrorganisationen in) dadurch Daß Dir Derwcu.ungsor'.ani ation der Fr ebene,» zeit beibehalten wurde. Bei jeder Waf'e feien Die vorge Hriebenen Ve.bole des FrieDensvert a- ges umgangen worden. Für die Jnsanle .e betreffe das die I n f a n t c r i e t a n 0 n c n , für die Kavallerie die schweren Maschinengewehre, die in jedem Regiment vorhanden seien, für die Artillerie den Gebrauch s ajtoe- rer F eldgefchühe und die Feuerlei - t u n g durch Flugzeuge: für ?cn Train bie Ausbildung des Personals durch Uebungcn bei her Artillerie, die Die Schlagkraft Der Waffe erhöhen: ferner der Gebrauch von auf Auto- mobilen montierten Maschinengewehre n. Schließlich fei bie m i lt ä r i f eß e Organisation her Eisenbahn h'c'eibe geblieben wie vor bem Kriege, was nur für ein Volksheer in Frage komme, aber nicht für ein kleines Berufsheer von 100 000 Mann. Die Esfrktidbestände überschritten die Gesamtzahl nicht, aber die Kontmiision habe das Vorhandensein von RcservekadreS für Cffi» ziere und Unteroffiziere und dir Dotberct# Lungen dazu fest gesteift die ungesetzlich cingeßellten Mannschaft n feien nicht als Effekt ivbrstände aufgefüprt, sondern sie seien nur für kurze Zeit verpflichtet worden. Das feien bie sogenannten Zeitfreiwilligen. D ese Zeitfteiwilligen .den zunächst für zwei Monate i.r d e Reichswehr ein- geliebert- Ihre Ausbildung werb. Dann durch gewisse patriotische Vereine fortgesetzt. Dieses System sei 1923 geschaffen worb-.', und, obgleich bie beutsche Regierung es ableugne, habe die Kontrollkommission zahlreiche Beweise dafür erhalten, dah es jetzt noch in Funtt'on fei. Der Es - fektivbestand berPolizei betrage ergent- lich 180 000 statt 150 000 Man? die die Bvu- Icgncr Konferenz genehmigt habe. Wenn man auch die Hilsspolizei aufgelöst h'.be. so sei sie bei den einzelnen Ländern beibehalten worden. In Thüringen z. D. wären budgetäre Maß» Berlin, 9. Juni. Ein Vertreter Des Krupp- Direktoriums erklärte, bei Den BeonstanDungen großer Maschinen in Der Werkstätte Nr. 10 hanDle es sich um eine Anzahl stabiler Drehbänke, auf Denen allerDings auch Geschützrohre hergestellt wer- Den können, was aber unter Den gegenwärtig obwaltenDen UmftänDen ein Ding Der Unmöglichkeit sei, schon aus Dem GrunDe, weil eine Unterkommis- Der Bericht der Kontrollkommission. nahmen für die Einberufung der Hilfspolrzei ge- trosfen. Tie deutschen Behörden hätten alles getan, um den Bestand und die Tätigkeit der patriotischen Vereine zu unterhalten. 3m Verlaufe eines nicht angekündigten Besuches im Sennelager am 11. Dezember habe die Kommission die Anwesenheit von Mitgliedern der Vereinigung Iungbeutscher Orden entdeckt, die einer militärischen Instruktion beigewohnt hätten. Das spende Kapitel beschäftigt sich mit bzn Festungen. Seit 1922 hätten die Küstenbefestigungen gewisse Veränderungen erfahren: Reue Betonkonstruktionen, neue unterirdische elektrische Kabel sowie militärische Servituden seien errichtet worden. Es wäre jedoch unmöglich gewesen, angesichts der Obstruktion der deutschen Behörden den Umfang der Veränderungen festzustellen. Da? Gesetz vom 22. August 1924 sehe die Schleifung einer gewissen Anzahl von Festungen vor, aber man besitze keine näheren Angaben über den Zeitpunkt der Vernichtung der militärischen Servituden und es seien reine verwaltungstechnischen Maßnahmen h'ersür getroffen worden. Die Kommission habe deshalb die Durchführung des Gesetzes als unbefriedigend erachtet. Was endlich die ungesetzliche Herstellung von Kriegsmaterial. und den Handel mit Kriegsmaterial betreffe, so sei seit Dezember 1922 kein Fortschritt festzustellen. Die Budgetkredite für den Ersatz und die Erhaltung der Waffen ständen in keinem Verhältnis zu den offiziellen Ausrüstungen. Beispielsweise sei für jedes Maschinengewehr ein Anterhaltungs- und Grsahkredit von ungefähr 2000 Mark eingesetzt und für Minenwerfer 100 000 Marl je Kompagnie. Die militärische Ausbildung der Jugend und die illegalen Einstellungen in die Reichswehr, die Vorbereitung von Reserveladres, die Instruktion innerhalb der Infanterieregimenter über die Bedienung von Insanteriegefchühen, die Einrichtung von mit schweren Maschinengewehren ausgerüsteten Abteilungen bei den Kavallerieregimentern, die Instruktion der Kavallerie in der Handhabung von leichten Maschinengewehren, die Ausbildung der Trainsoldaten bei der Artillerie, die aufgenommene Unterhaltung fast aller ehemaligen Magazine im unbesetzten Deutschland, die Steigerung der Effektivbestände des Ver- waltungspcrsonals, die abnorm umfangreiche Herstellung von militärischen Dekleidungsgegenstän- den in Ostpreußen, die überzähligen 30 000Männ bei der Schutzpolizei sowie die Einkleidung von Hilfspolizei. Ausgeführte Reubauten sowie Umbauten der Befestigungen in Ostpreußen. Der Bericht kommt zu folgenden Schlüssen: Hinsichtlich Bewaffnung und sonstigem Kriegsmaterial scheine die militärische Stärke Deutschlands seit 1922 ungefähr die gleiche geblieben zu sein. Keine der zu jener Zeit festgestellten Verfehlungen sei beseitigt worden. Die Punkte, in denen die militärische Macht , Deutschlands eine ausgesprochene Verstärkung erkennen lasse, läge auf dem Gebiet der Effektivbestände, der Rekrutierung und der militärischen Ausbildung, sowie bei gewissen Ausrüstungen und Befestigungen. Der Bericht der Militärkontroll- - kommission schließt mit einer Erklärung, * in der es heißt, daß die Kom- tz Mission aus eigener Initiative und ihrer Ansicht nach nicht erklären könne, daß die militärischen Klauseln des Friedensvertrages von Versailles von Deutschland erfüllt worden seien, sondern daß die Beseitigung von Verfehlungen, deren Rotwendigkeit die Generalinspektion bewiesen habe, noch ziemlich große Fortschritte machen müsse. DieFinanzen des Völkerbundes. Genf, 8. Juni. (WTB.) Ein heute vormittag vom Rat genehmigter Bericht bezeichnet die Finanzlage des Völkerbundes als zu« frieden stellend. Infolge pünktlicher Zahlung der Beiträge und des nachträglichen Eingangs großer Rückstände verfugte der Völkerbund Ende 1924 über einen Ueberfchuß von 9 Millionen Gold» franken. Die Beitragsleistungen, die bereits für das laufende Jahr herabgesetzt worden sind, sollen für 1926 noch weiter herabgesetzt werden. Dor Genehmigung des Voranschlags für 1926 beanstandete Chamberlain die Höhe des für die Hygiene-Kommission geforderten Betrages von einer Million, der bei einem Gesamtbudget des Völkerbundes von 12 Millionen übermäßig hoch sei. Zu der Frage, ob internationale Verträge, die zwischen Mitgliedsstaaten des Völkerbundes und den Mandatsmächten geschlossen werden, auch für die Mandatsgebiete b und C, also für die ehemaligen deutschen Kolonien gültig sein sollen, hat der Rat beschlossen, die bei den Mandatsmächten eingeholten GutachtM an die ständige Mandatskommission weiterzuleiten, die im Herbst 1923 die Prüfung dieser Frage angeregt hatte. Die Mandatskommission wurde gleichzeitig ersucht, zu untersuchen, ob sie an Hand dieser Gutachten ihre damals ausgesprochenen Empfehlungen zugunsten der Anwendbarkeit dieser zwischrnstaat- lichen Verträge auf die genannten Mandatsgebiete in einzelnen Punkten abandern will. Das Finanzkomitee hat beschlossen, Oesterreich 88 Millionen Goldkronen aus dem Rest der Sanierungsanleihe des Völkerbundes zum Zwecke der Elektrisierung der Strecke Salzburg — Innsbruck mit allen Rebenbahnen zur Verfügung zu stellen. Die Summe ist auf drei Jahre verteilt. Mit dem Dau kann sofort begonnen werden. Die einzige gestellte Bedingung geht dabin, daß das österreichische Budget während dieser Zeit dauernd im Gleichgewicht gehalten wird. Das belgische Kabinett. Brüssel, 9. Juni. CSU.) Poullet begab sich gestern nachmittag zum König und teilte ihm offiziell die Bildung deS Kabinetts mit. Das Kabinett seht sich wie folgt zusammen: Ministetpräsidentschaft und Wirtschaft: Poullet (Katholik). Dizepräsidentschaft und Auswärtiges: Vandervelde (Soz ). Finan e : Janssen, Direitor der Rationalbant. xolonten: Till aut (Katholik). La-dwirtschafi: Liede kerke (Katholik). Justiz: Tschofsen (Katholik). Unterricht: Camille Hoysmans (Soz.). Inneres: L a b o u l l e t (ständiger Abgeordneter von Lüttich). Industrie und Arbeit: Vauters (Soz.). Eisenbahn: Angeles (Soz,). Das Kriegsministerium ist noch nicht endgültig beseht, doch hofft Poullet, daß General Constence es übernehmen wird. Das neue Kabinett tritt am Dienstag, dem 16. Juni vor die Kammer. Französische Niederlage in Marokko. Bibane von den Rislenten besetzt. Heber die Lage in Marokko veröffentlicht das „Journal" ein längeres Telegramm seines Kriegsberichterstatters, in dem fcsigeslellt wird, daß sich die Lage dec Rifleute in den letzten 48 Stunden infolge eines Offensioangrifses der bisher neutralen Dschebnllahs ganz außerordentlich verstärkt habe. Ein besonders heftiger Angriff wurde gegen die Front der Franzosen in der Gegend von Alzzan durch die Dscheballahs gerichtet. Die französischen Stellungen bei Alzzan sind von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten, die Front bei der Aergha und im Westen und Osten ist stark bedrückt. Rach den letzten Meldungen des „Journals" ist die Bibane nach heftigen Kämpfen in die Hände der Rifleule gefallen. Weiter östlich wurde das Eintreffen von neuen Verstärkungen beobachtet. Die einzige rückwärtige Verbindung nach Ainaifcha liegt unter schwerem Feuer. Zwei deutsche Schaluppen in marokkanischen Gewässern beschlagnahmt. Nach einer Havasmeldung haben spanische Kriegsschiffe die beiden Schaluppen „L e i p z i g" und „Dortmund" In den Negierungsgewiissern von Algeciras beschlagnahmt. Das Torpedoboot Bambara hat die beiden Schaluppen nach Me- giord gebracht, wo sie überwacht werden. Ernste Lage in China. Eine Schlacht bei Kanton. Kanton, 8. Juni. (WTV.) Reuter. Die Zunnanleule haben Barrikaden errichtet und stehen vor den Barrikaden der Kantonleute in ho- nam. Der Kampf hat gestern nachmittag b e - gönnen. Alle Kanonenboote der Kantonleute sind flußaufwärts gedampft in die Gegend der ausländischen Konzessionen in Schameen. Später sind sie wieder an Schameen vorbeigefahren, haben jedoch die Niederlassungen der ausländischen Konzessionen nicht beschossen. Beiderseits des Flusses ist mit schoss en worden. Alle Dampfer aus hong- Mafchinengewehren und Gewehren g e - kong sind während des Gefechtes in See gegangen. Auf beiden Ufern des Flusses dauert das seit 40 Stunden unausgesetzt knatternde G e w e h r f e u e r an, die Verluste find indes nur gering. 3n Kanton sind zwei japanische Zerstörer eingelrossen. Ebenso ist das amerikanische Kriegsschiff „Paul Jones" gestern abend in Tschin- kiang eingetroffen. Die Gärung nimmt zu. Paris, 8, Juni. (WTB.) Nach einer Havas- meldung aus Schanghai gewinnen die von den Studenten in Kai-Feng organisierten fremdenfeindlicher Streiks an Ausdehnung. Die Streiklage ist unverändert. In Tschingkiang, Tsingtau und Hankow herrscht jetzt Ruhe. In Schanghai gestaltet sich die fremdenfeindliche Stimmung der Lage immer ernster. Nach Ansicht der „Times" ist die Lage der Ausländer in Edina außerordentlich ernst. Die gegenwärtige Krise wäre das Ergebnis viel' jähriger Gärung und Unzufrieden' h e i t mit der Mißregierung und des allgemeinen politischen Chaos. Dis Ankunft der Regierungskommissare in Schanghai hat eine weitere Beunruhi- ung bewirkt. Der japanische Außenminister Schidehara hat dem „Times"°Berichterstatter mitgeteilt, daß Japan bezüglich Chinas an der Politik des strikten internationalen Zusammenwirkens festhalte. Wiederzusammentritt des Hessischen Landtags. VonunsererDarmstädterRedaktton. Als eine Rachwirkung der Regierungskrise zu Beginn dieses Jahres ist die verspätete Fertigstellung des Hess. Staatsvoranschlags aufzufassen. Sie hatte zur Folge, daß der Finanzausschuß lange Zeit nicht zusammentreten konnte, um den Voranschlag zu beraten; auch mußte ein Rotgeseh vom Landtag verabschiedet werden, das die Geltungsdauer des Voranschlags für 1924 auf weitere sechs Monate erstreckte. Kurz vor Pfingsten hat der Finanzausschuß seine Arbeiten beendet und so konnte denn der Landtag auf den 9. Juni einberufen werden. Das im Dezember neugewählte hessische Parlament wird damit vor seine erste größere Aufgabe, die Beratung des Voranschlags, gestellt. Es wird einer wochenlangen Tagung bedürfen, in der es wahrscheinlich zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen wird. Die Verhandlungen im Finanzausschuß, die zuweilen sehr erregt verliefen, find anscheinend nur ein Vorspiel dessen gewesen, was erst das Plenum in noch ausgedehnterer Form bringen wird. Die letzten politischen Kämpse, Öte Reichspräsidentenwahl, haben die Parteien der Opposition, die Deutschnationale Dolkspartei, die Deutsche Dolkspartei und den Bauernbund einander näher gebracht und in den kommenden Verhandlungen wird sich diese Gemeinsamkeit in vielen Zielen erweisen. Gemeinsam ist den Parteien die Grundanschauung, daß im Hess. Staatshaushalt Ersparnisse zu machen sind, daß ganze Aemter, ja ganze Abtei- «^v.gen in den Ministerien aufgehoben werden können: im einzelnen sind jedoch, wie die Abstimmungen über Crsparungsanträge im Finanzausschuß gezeigt haben, die Meinungen geteilt. Arn weitesten gehen die Anträge des Hess. Bauernbundes: ihr Vater ist in den meisten Fällen der Abgeordnete Dc. Leuchtgens, der früher schon in einer Broschüre die Vereinfachung der Hess. Staatsverwaltung gefordert hat, und seitdem er in den Landtag gewählt ist, seinen Ideen dort Geltung zu verschaffen sucht. In letzter Linie gehen alle seine Ersparungsanträge, so verschieden sie auch sein mögen, von der Grundanschauung aus, daß der Seamti'rahjjarat und der Kostenaufwand für die Aemter nicht größer fein dürfe a l s in der Vorkriegszeit. Die Anträge bezwecken bafjev, den Dorkriegszustand herbeizu- sühren. Wie schon gesagt, gehen die Meinungen bei den Oppositionsparteien über verschiedene der Anträge auseinander: es ist aber bei ihnen das redliche Bemühen vorhanden, den Gedankengängen der Anträge zu folgen und ihre Tragweite zu ermessen, auf der Gegenseite, bei den Regierungsparteien, stoßen sie schon von vornherein auf Ablehnung. Die Anträge der Oppositionsparteien enthalten in ihrer Mehrzahl keine neuen Forderungen, sondern sie sind schon früher gestellt, aber immer abgelehnt worden. Es ist merkwürdig, wie sich die Regierungsvertreter und die Regierungsparteien gleich sehr nervös zeigen, wenn Grsparnisvorschläge gemacht werden, obwohl das Gesamtministerium selbst in einem Aus- fchreiben vom 21. Dezember 1923 Einsparungen forderte. In den Blättern der Regierungsparteien konnte man des öfteren in den Berichten über die Sitzungen des Finanzausschusses Bemerkungen lesen, daß die Anträge der Opposition undurchführbar seien: als Beweis wurde dann auf die Ausführungen verwiesen, die von den Regierungsvertretern gemacht wurden. Man darf demgegenüber feststellen, daß diese in den meisten Fällen nur im eigenen Lager Beifall gefunden haben. Daß bei manchen Ausgabeposten gespart werden kann, zeigt die Prüfung von Kap. 7: Landestheater, das etwas gründlicher, und zwar durch einen Anterausschuh, geprüft worden ist. Hier ist die ursprüngliche Zuschußsumme von 696 000 Mark auf 650 000 Mark festgesetzt worden. Bei vielen Kapiteln des Voranschlags wird wohl erst die Aussprache im Plenum des Landtags die erwünschte Klarheit bringen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist daher eine Erklärung der Deutschen Dolkspartei aufzufassen, wonach sie sich ihre endgiltige Stellungnahme zu den Ersparungsanträgen in den Tagungen des Plenums Vorbehalten hat. Der Finanzausschuß ist nach einem Beschluß des Landtags zu Beginn dieses Jahres um einige Mitglieder des Hauses verstärkt worden: dies hat Veranlassung gegeben, an dieser Maßnahme Kritik zu üben, weil diesmal dir Beratungen des Voranschlags länger gedauert und sich nicht so reibungslos vollzogen haben. Aus diesen Tatsachen nun aber dm Schluß zu ziehen, der Ausschuß wäre zu groß, ist doch etwas voreilig: aus dem einmaligen Verlauf der Beratungen in dieser Weise lassen sich keine bestimmten Schlüsse ziehen. Wohl aber darf die alte Forderung '6er Oppositionsparteien wieder gestellt werden, die Zahl der Landtagsab geordneten zu verringern, denn nach einer gründlichen Durchberatung des Voranschlags sind die langen Aussprachen im Plenum kaum noch vonnöten. Der Quartalsabschluß der Reichsbahn. Dem Reichstag ist der Bericht über die Lage der Reichsbahn im ersten Vierteljahr 1925 zugegangen. Rach ausführlichen Darlegungen über die Betriebsverhältnifse und Verkehrsleistungen gibt der Bericht einen pleberblick über die bisherigen Geschästsergebnisse der neuen Gefellschast. Danach wurde für die Zeit bis Ende Februar 1925 an Betriebseinnahmen 1668 Millionen, und Betriebsausgaben 1449 Millionen sestgestellt. Dazu kommen die außerordentlichen Ausgaben in Höhe von 116 Millionen und der Reparationsdienst in Höhe von 100 Millionen Mark. Bis zum 1. März 1925 ist diese Summe fristgemäß an den Reparationsagenten abgeliefert worden. Um die Aufwertung von Pfandbriefen. Berlin, 8. Juni. (TU.) 3m Aufwertungsausschuß des Reichstages wurde die Beratung des Aufwertungsgesetzes fortgesetzt und die neue Fassung des § 6 der Aufwertung von Ansprüchen aus Pfandbriefen behandelt, beschlossen. Rach der neuen Fassung wird bei Pfandbriefen zwischen Altbesitz und Reubesitz fein älnterschied gemacht. Aus aller Wett. Ein Motordefekt des „LoS Angeles". Bei seinem Flug nach St. Paul im Staate Minnesota setzten über der Stadt Cleveland zwei Motoren des Luftschiffes „Los Angeles" aus, so daß das Luftschiff gezwungen wurde, nach Lake- hurst zurückzufliegen. Raubmord. 3m Kreise Zerbst fanden-Spaziergänger im Walde die Leiche der 79jährigen Witwe L e n ft aus Coswig. Die Stau war völlig entkleidet. Am Hals und am Kopf hatte sie starte Schnittwunden. Wie es heißt, trug die Frau ihre gesamte wenige Barschaft immer bei sich. Diese ist ihr geraubt worden. Der Koburger Massenmörder. Der Massenmörder Büchner wat ein durchaus normaler Mensch, der sich am Vereinsleben rege beteiligte. Rach dem Morde hatte der Mörder einen Zettel folgenden Inhalts auf den Tisch gelegt: „Rache dafür, daß mein Schwager Hugo beim letzten Schlachtfest mit seiner Schwester Blutschande getrieben hat." Die Frau des Mörders lebte getrennt von ihrem Mann. Der Mörder scheint zunächst die älteren widerstandsfähigen Personen im Schlafe ermordet und bann bie Kinder umgebracht zu haben. Hieraus erhängte er sich in der Wohnstube. Roch immer zuviel Aerzlenachwuchs. lieber die Zunahme des ärzlichen und zahnärztlichen Studiums werden in einem Wohlfahrtsvlatt 1 vergleichende Zahlen von 1913—1914 und 1918— 1921 veröffentlicht. Danach unterzogen sich P/rüsten 1913—1914 der ärztlichen Prüfung 904 Kandidaten gegenüber 1674 Kandidaten im Jahre 1- 23- - i9?4, der zahnärzlichen Prüfung 1913—1914 75 Kandidaten aegnüber 388 Kandidaten im Jahre 1923—1924. Zur pharmazeutischen Prüfung meldeten sich 177 Kandidaten gegenüber 351 Kandidaten im Jahre 1923—1924. Wenngleich die Höchstzahi der Prüflinge gleich nach dem Kriege 1919—1922 erreicht war, so ist immerhin gegenüber dem Friedensangebot von Aerzten im letzten Jahre eine weit über den Bedarf ymausgehende Steigerung.zu beobachten. Wettervoraussage. Fortbestand des herrschenden Wetters. 3n Mittel- und Westeuropa ist die Lage fast unverändert. Der Kern der kräftigen Antizyklone lieg« noch in der mittleren Rord2.ee. Lediglich an seiner Ostflanke wird das Hochdruckgebiet wenig zurückgebrängt. Durch die starke Wärmeausstrahlung der letzten Tage bedingt, verstärkt sich etwas die Möglichkeit lokaler Störungen, so daß mit schwacher Gewitterneigung zu rechnen ist. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Juni 1925. I ' Die vorläufige staatliche Gewerbesteuer für 19 2 5. Dom Finanzamt wird uns geschrieben: In den nächsten Tagen erfolgt eine Bekanntmachung üaer Ermäßigung bet seither für die Vorauszahlungen der staatlichen Gewerbesteuer gültig gewesenen Prozentsätze. Es kann ober schon mitgeteilt werden, bah die Prozentsätze folgende fein werden: 1. Für die Vorauszahlung am 10. Juni 1925 40 Prozent der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer-Dor- auszahlung zwei Drittel des im Mai gültigen Prozentsatzes. 2. Allgemein für die Vorauszahlung am 10. Juli 20 Prozent der Einkommen bzw. Körperfchaftssteuervorauszahlung. 3. Ab August ist eine weitere Aenderung vorgesehen. ** Personalien. Versetzt wurden: Re- gierungrat Dr. Bernbeck vom Finanzamt Gießen an das Finanzamt Offenbach-Stadt, Regierungsrat Dr. Gretschmann vom Finanzamt Lauterbach an das Finanzamt Gießen, Regierungsrat Kemmerer vom FinanzamtÖffen- bach-Stadt an das Finanzamt Lauterbach. — Ernannt wurden: Der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ulrichstein, Hermann Rehart, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ober- Ingelheim; der Oberlandmesser Friedrich Döll zu Reichelsheim i. O. zum Oberlandmesser beim Vermessungsamt Büdingen. ** Zur Richtigstellung. In dem gestrigen Berichte über die Sitzung des Kreis- aus schuss es Gießen ist im Abschnitt „Bürgermeisterwahl zu Grünberg" ein erheblicher Satzfehler unterlaufen. Im vorletzten Sah muß es nicht heißen, daß „der Stimmenunterschied bei der Rachwahl nur etwa 40 Prozent betragen hat", sondern richtig ist zu lesen, daß der Unterschied sich nur auf 40 Stimmen bezifferte. *• Sänger und Kreisturnfest. Sie Gießener Sänger haben sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt, das große Mittel- rheinische Kreisturnfest durch den Vortrag von Massenchören zu verschönen. Die Chöre sind bisher in den Vereinen einstudiert worden, nunmehr soll es aber an die Gesamtproben gehen. Dazu wird im heutigen Anzeigenteil eingeladen, und zwar die Bässe für den 11., die Teno re für den 15. ds. Mts. Beide Proben finden im Saalbau Sauer statt. Man beachte die Anzeige. " Postsendungen mit ungenügender und unleserlicher Angabe der B e st i m m u n g s p o st a n st a l i sind meist Fehlleitungen und damit Verzögerungen ausgesetzt. Hm dies zu vermeiden, ist es nötig, den Ortsnamen groß und deutlich und genau der post- amtlichen Bezeichnung entsprechend mit den ihm zur Unterscheidung von anderen Orten beigelegten Zusatz, der aus den Ausgabestempeln ersichtlich ist, ohne Abkürzung anzugeben und tm Kops der Briefbogen, Briesumschläge. Rechnungen usw. den Postort in derselben Weise und außerdem die Wohnung niederzuschreiben oder vordrucken zu lassen. Bei Sendungen nach großen Städten mit mehreren Zustellpostanstalten ist außerdem hinter der Ortsbezeichnung die Rümmer der Zustell- Postanstalt und bei Berlin auch der Postbezirk (W, N, NO usw.) anzugeben. " Die Zuleitungen zu Zernsprech- a n s ch l ü s s e n. Die Deutsche Rcichspost beabsichtigt, die Zuleitungen zu Fernsprechanschlüssen in Gebäuden mit einer größeren Anzahl Sprechstellen (Hotels, Sanatorien, größere Kauf-oder Geschäftshäuser. Derwaltungsaebäude von .Behörden und Privaten und ähnliche Baulichkeiten) tünftig in tunlichst weitem Umfange unter Putz in besonderen Rohren zu führen. Durch diese Führungsweise soll eine Verringerung des Bau- stoffverfchleises, eine Vereinfachung der Erweiterungsarbeiten, Einschränkung der Instand- haltungskvsten und eine erweiterte Sicherstellung des Betriebs erreicht werden. Auf bestehende Gebäude und vorhandene Fernsprecheinrichtungen wird die neue Bauart nur da anwendbar fein, wo sie gelegentlich von Hm- oder Erweiterungsbauten von den Hausbesitzern gewünscht wird. Dagegen werden bei gröberer Reubauten der genannten Art die für die Unterbringung der Jernfprechzusührungs- und Vcrleilungsleltungen erforderlichen baulichen Maßnahmen von vornherein in ähnlicher Weise vorzusehen sein, wie dies für Wasser-, Gas- und Starkstromanlagen schon jetzt der Fall ist. Es empfiehlt sich deshalb, die zuständigen Dienststellen der Deutschen Reichspost von Bauvorhaben dieser Art bis spätestens bei Planung der Inneneinrichtung zu verständigen, damit diese in der Lage sind, die bauausführenden Organe über Hie zu beachtenden Einzelheiten zu unterrichten, Anträge vermitteln die Ortspostanstalten (in Darmstadt, Gießen und Mainz die Telegraphenbauämter). Die bei der Anbringung der Rohre unter Putz entstehenden Mehrkosten fallen dem Grundstückseigentümer zur Last, der auch für die Ausführung der besonderen bautechnischen Arbeiten, wie Aussparen und Verputzen der Wände zu sorgen hat. Innerhalb von Wohn- oder Geschäftsräumen und in Gebäuden oder abgeschlossenen Gebäudeteilen, die ausschließlich von einem Teilnehmer benutzt werden, hat der Teilnehmer die Kosten deS über oder unter Putz verlegten Rohrnetzes einschließlich der Kabel zu tragen. Liegt bad Rohrnetz außerhalb geschlossener Wohn- und Ge- 1. Oktober verwendet werden. dem den ist ” Zwei schwere Jungen verhaftet. Wem gehören die Sachen? Der Polizeibericht meldet: Gestern wurden hier zwei Männer fest- genommcn, die nachstehend genannte Sachen, über deren f)erfun,t sie jede Aussage verweigerten, mit sich führten: 49 Stuck gegerbte Kalbs-, Schaf- und ZiegenlcUe, zwei Tischdecken, eine schwarze Akten- tasche, einen schwarzen Regenmantel, ein Paar schw. Damenhalbschuhe, Marke Fortschritt, Gr. 5i, eine schwarze Damenhandtosche, eine goldene Brille mit Etui, eine silberne Brosche mit grünem, rundem Stein in der Mitte und vier kleinen lila Steinchen an den Ecken, eine Schere, ein Manikür- kästchen, ein neues, rveißleinenes Säckchen mit der Aufschrift .Hallers Qualitätsmark« Eiersuppenteig", ein kleiner Karton mit Schokolade und Homburger Pfefferminzpastillen, ein graue», leinenes Handtuch und eine' Pistole, Walthers Patent Mod. 9 mit 15 scharfen Patronen. Die angeführten Sachen sind bei der Kriminalpolizei in Gießen sichergestcllt. spd. Ein Schulsederschwindler. Im Auto fährt ein elegant gekleideter Reisender seit Wochen schor vor Schulen vor. besucht den Schulleiter und macht ihm Angebote zur Lieferung von Schulfedern und Federhaltern. Gr hält eine Liste bereit, die der Rektor nur zu unterzeichnen braucht. Wenn das gescheheir ist. fährt der Reifende bei einem Papierwarengeichäfte des Ortes vor und erzählt hier, daß das Geschäft den Der- trieb der Halter für den Ort erhallen solle. Selbstverständlich gibt man sofort Aufträge und in einzelnen Fällen bereits Vorauszahlung, auf die eö der Mensch besonders abgesehen hat. Wenn sich ein Geschäftsinhaber sofort bei dem . _ < . y i m a q 11. Kessel. Oekonomierat in Schwabsburg. Durch Rücktritt: Heinrich Jakob Pohl in Erzhausen. Pfarrer Dr. D. Reit In ReckorNeinach. Die ausscheidenden Mitglieder wurden durch Zuruf Turnen, Sport und Spiel. '-Nom Turnqnu Hrsscn (D. T.) .. — Bein diesjährige Bezirk • i u r n s e h hielt der 2. Bezirk (G i e ß e n - W e y l a r) in Slllendorf a. d. Lahn ab; der Bri derverein feierte gleichzeitig die Weihe seiner ersten 0 a b n t. hie von der Bonner Falmeniabrik ne- ichmaävoll hergestellt ist und deren Kausvreii von dem Turnverein aus eigener Kraji beschosst wurde. Am Samstagabend verfammelten sich die Tur- ner mit den eingeladenen Ortsoerelneu auf der Festwicje zur Weihehandlung, bei der der^ Festpräii- d»nt Friedrich Heinrich die neue Fahne al» Symbol der Einigkeit und als einen Höhepunkt in der 20jährigen Entwicklung des ’uereineleLcn» feierte. 2m Auftrage der Frauen und Iungsrauen iiberreichte Ftt. Emma Häuser eine Hahnen» schleife und brachte in gebundener Wechselrede mit eil. (Emilie Volk den Wahrspruch her D.T. zu eindrucksvollem Dortrag. Der Gesangverein „Einheit" vertiefte die festliche Stimmung durch ein klangvolles Chorlied, und Turnerinnen von Allendors und Klein-Ltuden sowie eine Turnerriege aus den Besten des Bezirks erfreuten durch die Vorführung wohlgelnngener Hebungen, besonders an den Geräten. Durch irühzeiugen Swlust am Abend nistete man sich für den Wettkampf, her durch einen Weckruf am Sonntag früh angekundigt Du rot. Um 9 Uhr begannen hie Uel'ungen — Freiwett» sprung, Kugelstoßen, Stabhochsprung, 100-Meter- L'auf und eine Freiübung — unter her bewährten Leitung des Bezirkslurnwarts Paul Schüler» Wehlar in dem Wiesental des Kleebachs, der sog. ,.Au", am südlichen Aurgang des Urte». 2n 15 Riegen traten rund 270 Turner on und bei dem vorzüglichen lurnroetter wurde „die Arbeit im Gewand der Freude" fristgerecht getan. Der F e st z u g hielt bei der mächtigen Dorflinde an, und in ihrem Schallen wurde her Gefallenen des Weltkriege» I" sinniger Weise gedacht; unter schlichten Worten legte her erste Sprecher Karl Faber an der Gedenktafel des Turnvereins einen mächtigen Eichenkranz nieder, wahrend die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Vor den allgemeinen Freiübungen sprach Rektor Bach- Großen Ltnden als Vertreter her (Bau» und Bezirksleitung und betonte, dast das echt turnerische Leben im Verein genährt werde durch den Anschluß an die grösteren Organisationen, (fine schöne Unterhaltung für die zahlreichen Feslgäste boten neben dem Geräteturnen die Sonderwett- kämpfe im Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswurf und einer viermal 100-Meter-^taffel. Dank der fleißigen und selbstlosen Arbeit im Berechnungsaus- schust kannte her Wettkampf durch die Siegerverkündigung gegen abend zu einem würdigen Abschluß gebracht werden. Don den Turnern errang den 1. Sieg Heinrich Keiler, Tn. Burgsolms, und Friß Weiters» Haus, To. Großen-Linden, den 2. Willi Garten» schläger, To. 1846 Gießen, und Wilh Weist, Id. Großen-Linden, hon 3. Wilh. Magnus, Tv. Gro» ßen-Linden, und Ludwig Malkomesius, Mtv. Gießen. 2n der Fugendoberstufe errang den 1. Sieg Friß Nald, Tv. Weßlar, und Willi G o u - b e a u b , Tv. Heuchelheim, den 2. Heinrich Ianz, Tv. Großen-Linden, den Karl Reiß, In 1846 Gießen. < 2n der Iugendunter stufe errang den 1. Sieg Erich Dilges, Tv. 1846 Gießen, den 2. Albert Würtz, Tv. Krofdorf, den 3. Heinrich Morne» weg, Id. Klein-Linden. In der Schüler stufe errang den 1. Sieg Grorg Scharf, Io. Laubach, den 2. Otw Berg- biiufer, Io. Nieder-Ginnes, den 3. Richard Bender. Id. Krofdorf. Der deutsche Rundflug«. Die letzte Schleife. cnt^cuilQl «- - Minderheit geht einmal um den materiellen | sitz, der durch die rumänische Agrarform stark bedroht ist. Da die von dem neuen Agrargei ehe betroffenen deutschen DZitzer durchweg Klein- und Mittelbauern sind, kann von einer fvzralea Rotwendigkeit feine Rede sein. Kulturpolitisch stehl der Kamps um die deutsche Schule und die bürgerlichen Freiheiten tm Mittelpunkt. Die Bukarester Regierung ist bemüjt. auf g festlichem IDege die Jugenderziehung Dom K nd.r ,arten an bis zur höheren Schule den Deutschen zu entreißen und zu romanisieren Durch ein raffiniert ausgeklügeltes Wahlsystem üb^rwi gl auch in bvn Gebieten deutscher Majorität da- rumän sch? Be- amtcnium. durch neue verwaltungstechnisch? 0c- bietseinteilung wird zudem ba-3 Deutschtum | durch Zersplitterung in seiner Widerstandskraft 1 geschwächt. Der deutsche Abwehrkamp' g g-n die rumänisch« Unterdrückung^- und Eitde.'t'chungs- politil hat vor allem die Stärkung de» Berank- worllichkeitSgefühls des Einzelnen goAenüber dem Bolksganzen zum Ziel und leistet dadurch wertvolle nationale Volkserzielmngsarbett. — An dte interessanten Schilderung n des Vortragenden schloß sich eine angeregte und ergiebige Debatte, die den Abend alS Ganzen zu einem wertvollen rmd willkommenen Glied in der Kette notwendiger politischer Aufklärung«- und St- zichungsarbeit abrundete. •• D i e Abteilung Bienenkorb des Alicefrauenvereins, die in ihren gemeinnützigen Bestrebungen schon soviel Not lindern hals, bat — so schreibt man inu — wieder eine Aus- fteUung ihrer Erzeugnisse vorbereitet. In dem Ladern lokal Ecke Südanlaae—Frankfurter Straße, das Herr Heinr. H e t t l e r wieder in selbstloser, dankens- werter Weise zur Verfügung gestellt hat, wird die AussteUiing statlfinden. Es liegt im Allgemeininter- esse, den ausgestellten Waren durch Verkauf Absatz zu verschaffen, da die Leitung nur bann in der Lage ist, Materialien zu beschaffen, um die fleißigen Arbeiterinnen auss neue zu beschäftigen. Bei der leider immer noch herrschenden Teuerung sind unsere Rentnerinnen für ihre • bescheidene Lebensführung auf einen kleinen Nebenverdienst angewiesen. Möchte jeder, her dazu tn der Lage ist, dos Unternehmen unterstützen, damit ihm eine gedeihliche Zukunft gesichert sei. ** Der Verband Evangeltsch Kirch - lich er Frauenvereinei n Hessen hat dieser Tage eine Fahrt nach der Wartburg unternommen, Es nahmen daran in zwei Sonderzügen 1853 Frauen teil. *♦ Wasser wärme der Lahn. Heute vormittag 18 Grad. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 älhr „Der blaue Vogel". — Die Deutsche Vol kspart ei hält schäftSräume und dient ci vorwiegend zur Führung für mehrere Teilnehmer bestimmter Leitungen. so trägt die Deuts^e Reichspost die Kosten der Rohre. Für die Herstallung der Onnen- leitung hat der Teilnehmer die Selbstkosten nach den Bestimmungen der Fernsprechordnung zu entrichten. m . " Aenderungen tm Paketverlehr mit dem Ausland. Durch Beschlüsse des Weltpostkongresies in Stockholm, die am 1. Oktober d. Zs. in Kraft treten, find die Vordrucke zur Auslands-Paketlarte und zur Zoilinhalts- erfiärung für zollpflichtige Sendungen nach dan AuSlano geändert worde.i. Danach ist der Absender eines Pak die Luftverkehr-A.-G. Oberheflen-Lahnyau. 2, Bad-Rauh c im. 6 Juni Gestern abcrd fand in Anwesenheit eines Vertreters der Luftverkehr A. G 0L cri:e fen-£,a6ngau mit Vertretern der Stadt, der Hoiina, des Einzelhandel« u. a. eine Besprechung statt, in der der Anschluß B a d - R a u h e i m s an die in G esten gegründete Luftverkehr-AG Oberhes- sen-Lahngau erworen wurde Eine Beteiligung mit etwa 50 000 Mark Aktienkapital wurde pabei für notwendig erachtet, wovon etwa 30 000 Mark von der Stadt, der Rest von privater Seite aufzubringen wären. Den Zlugvkatz müßte gegebeneniacks die Stadt stellen. Genannt wurde bereits der Goldstein, eine wirtfchastlich nicht sehr ergiebige Hochsläcke zwilchen dem Witter- und d.-m Ufatale, nicht weit vom Bahnkörper der Main-Weser-Bahn. Damit bis zur Ausnahme des Luftverkehrs im 3uli Dad-Rauheim schon in das Berlehrsney ausgenommen werden könnte, wäre zunächst ein Rotlandeplah bereitzu- stelle:', als solchen hielt man das Gelände an den Sporlplotzwiesen, unweit des Promenadenweges zwischen hier und Friedberg für geeignet. Obwohl die Aussprach? nur den Charakter einer Vorbesprechung ohne bindende Beschlüsse tragen konnte, fand b.e Anregung des Anschlusses an die (Siebener Gesellschaft und der Errichtung eines Flugplatzes allseits begeisterte Aufnahme. In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung des Luftverkehrs hielt man den A n- schluß unseres Weltbades für eine dringende Rotwendtgkeit. Einmal tst damit zu rechnen, daß schon tn den nächsten Jahren Kurgäste im eignen Flugzeug die Reise nach hier ausführen werden. Zum andern verspricht man sich sehr viel von der Veranstaltung von Rundflügen, die hier während der Saison rege in Anspruch genommen würden. Ob die maßgebenden Kreise trotz alledem zu einer raschen Entscheidung in der Frage kommen werden ,kann noch nicht gesagt werden. Bedenken, die mit Einführung de« Luft- ! Verkehrs die Ruhe und den Frieden des Heilbades gefährdet sehen, kann man ent- acgonbalKn, daß der in ungeahnt ein Maße über- vani> genommene Autoverkehr, über die gerade in letzter Zeit von Kurgästen geklagt wurde, auch nicht zu bannen war. und das ^Reisen in der Lust" mit der Zeit sicherlich dazu berufen ist. den die Straßen unsicher machenden Autoverkehr zu entlasten. Am schwierigsten dürfte die Geländefrage zu lösen sein. Landwirtschaftlich wertvolles Land dürfte zunächst wohl kaum I xu entbehren sein. Die beiden einzigen Gebiete, I die in Frage kämen und die oben schon genannt sind. gehSren dem Staat und Fömrtvn nur auf - - j Ol ... . , dem Wege des Umtausche« von der Stadt er- morgen. MMwoch, abends 8' ,, Uhr un Gewerbe- worben werden. Der Goldstein trägt dazu zum Haus Saal la ihre Monatsversammlung ab. Dte posten Teil eine Gchölzanlage. deren'Beseitigung Landtagsabgeordnete Frl Blrnbaum wird m »Dm Standpunkt des Raturschutzes aus zu be- ihrem Bericht alle potttischen Fragen behandeln, ^uern wäre, andere Teile des Goldsteiirs find deren Entwickelung heute jeder Delttfch- mit industrielle Anlagen und für den Wohnungsbrennendem Sntereffe »erfolgt, während der Ge- bau ^rgesehen Am Gelände am Promenaden- schäftSführer TB ei ff er über dre wichtigster dagegen würde der neuangclegte Sport- wirtschaftlichen Tagessragen berichten wird. nä$ft cin Hindernis sein. Doch müssen sich (Siehe gestrige Anzeige.) auch hier Wege finden lassen, die zu einer be- ( „ n friedigenden Lösung führen, wenn einmal der • Gedanke des Anschlusses für richtig erkannt roor- IIM #>» U,.* •f- 1 hl« 1 - Xi AieBeschränkma aufwemgeMaM ist iooo gukgefchulten jarbeiÄreuöMÄrm- Itir Haus^euerÄira ehenlo tcaöitioneffi schm gewidmet ist. Daß (mrch diese Au- wie die 6er Geschichte seiner chemischen sammensalsung vieler Kräfte aus wenige Heimat entnommenen heraldischen EinZelleistungen auch dem Raucher Dor mewAie neue -"R^venki-AU - ist öle jung teile geboten werden, solt in omSateöer fte der b Lotten 1 deren fachmännischer • J&VENKLAlb emeut und eindringlich Herstellung die Sorge von über WWWÄ Äusdrucssgebracht werden W. zwaretlemavn^H Mcms acticrourfl g 'ßamOgbresden/^jSlf Der Wirtschaftsausschuß 5810c Wir empfehlen: SMMM-MW 3 Pfund 35 Pfg. la Handkoffer Juni 1925 Ihre Vermählung zeigen an Gießen, den 6. Juni 1925 Ursula Statt Karten Cafe Amend 5817c Schützenhaus Heute abend 8 Uhr: Künstler-Konzert bis 1 Uhr statt. 5719c pachten 05007 5814 D beten. Der Vorstand. Köln-Deutz Gotenring 48 Tierarzt Dr. Friedrich Huff Toni Huff geb. Finkernagel Gießen Mäusburg 19 Else Malkomesius Erich Schulte Verlobte ausgeführt von der Kapelle des Cafe Astoria ■■ ......... - ^'■r> Mittwoch, 10. Juni, abends 8 Uhr G roßes Extrakonzert Ausgeführt von der Kapelle der ehemaligen Militärmusiker unter persönlicher Leitung des Musikmeisters a. D. Herrn Topp. Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Familien-Konzen Eintritt tret 29880 Eintritt frei Stadttheater Die angesagte Vorstellung findet nicht, wie bereits bekanntgegeben, am Freitag, sondern Dienstag, dem 9. Juni, abends 8 Uhr statt. Einmaliges Gastspiel des Russisch - Deutschen Theaters: Der blaue Vogel Dir. J. Iushny. Kassenöffnung 7*/r Ende gegen 10 Uhr. Operettenpreise. Der Vorverkauf findet Dienstag von 10 Peters, Bahnhofstraße 54. Junger Kaufmann wünscht an gutem Mittags und Abendtisch teiUunebmen, tm Zentrum der Stadt. Schr. Angeb. u. 05000 a. d. Gteß. Anz. erb. Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Ing. Max Oelbermann und Frau Else Gießen, 6. Juni 1925 (z. It. Evangelisches Schwesternhaus) 6783£) Frische Seefische in strammer Eis- packung, ireffenMttt- woch, Donnerstag u. Freitag früh blll. ein. C.G. taten Bahnl)ofst.59,Tel.66 Bananen Citronen Orangen empfiehlt bitt. 06003 „Triumpf“ Lebenstnlttolbaadlg., Kirchenplatz 10, en trros en detail Telephon 938. Die taniitag von ca. 2'/, Morgen Wiese, in n. Nähe d. Stadt, sofort evtl, für m. Jahre zu ver. Französischer Sprachunterricht durch Konversation wird erteilt von geb. Franzosen Schrift!. Angebote unt. 05010 an den Gieß An». Zr;. Unterricht für Schüler, Konversation u. Kurie u9*8 Stevdanstr. 43 I. Ein weiß - braunes Jagd- \ Hündchen fKokel Spaniel! zugelaufen. 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Ein Sommertraum in Oinkelsbühl. Lustspiel in 1 Auszug mit Musik und Tanz von Helianthus Sonntag, den 14. Juni 1925 nachmittags 4Vs Uhr. Karten im Vorverkauf bei Ehallier und Sonntag nachmittag an der Kasse. - Sitzplatz 1.20 Mk, Stehplatz 0.60 Mk. Bei schlechtem Wetter wird diese Aufführung verschoben. NerWWWRMUWbiiMUM WnuitoWiW Teilung) Sonntag, den 14. Juni 1925: Exkursion m WvMW ö. MM im AOorserM unter Leitung von Herrn Professor Dr. Erhard Abmarsch 6 Uhr morgens von der Lahnbrücke, Rückkehr zur Mittagszeit. - Mitnahme von Ferngläsern ist empfehlenswert. Den Verbrauchern von Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich ab heute meine Eisfabrikation Näheres am S'adthaus (Gartenstraße). EIS Vertreten durch 5813D Enschs toitiwB, Gießen Ecke Kirch- und Lindenplatz Fernruf 973 32. Mittelrhein. Kreisturnsest 1925 Gießen M.MOUMMWWN. Schlußtermin auf Grund der Bedingungen: W 11. 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ARNOLD A.’G ASCHÄFFEN BURG Kr. 132 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhegei, Die Deutschen in Ungarn. (Bon unserem Budapester Mitarbeiter.) Budapest, Anfang Juni. Seit einiger Zeit haben die Deutschen in Ungarn ihren nationalen Dalksbildungsver- ein, eine unpolitische Vereinigung, die das gesamte Deutschtum in Ungarn (gegen 600 000 Menschen) umfassen soll, was in erster Reihe durch Gründung von Ortsgruppen geschieht, deren Zusammenhang mit der Budapester Zentralleitung im großen ganzen ziemlich lose ist. Wie immer in solchen Jollen die Regierungen zu tun pflegen, wenn Minderheiten — ohne die geringste staatsfeindliche Absicht natürlich — Rechte kultureller Art für sich in Anspruch nehmen, die sie früher nicht gefordert hatten, machte die ungarische Regierung große Schwierigkeiten, weil sie in der kulturellen Emanzipierung der Deutschen nur den ersten Schritt zu einer Entwicklung politischer Natur sah Die Deutschen in Ungarn, die bei der Gesamt- einwohnerzahl von acht Millionen einen immerhin erheblichen Teil der Bevölkerung bilden, find nämlich durch keinen einzigen Abgeordneten im Parlament vertreten. Dieser unhaltbare Zustand ist auf den völligen Mangel jeg- kicher Organisation des ungarländischeii Deutschtums zurückzusühren, der um so mehr fühlbar wird, als die deutsche Minderheit kulturell auf einem Niveau steht, das dem magyarischen mindestens ebenbürtig ist. Nun ist das Schicksal der deutschen Minderheit Ungarns, deren Angehörige ihrem Land auch in den Stunden der Gefahr stets die Treue bewahrt haben zwar eine innere Frage Ungarns, die sich folgerichtig jede Einmischung, und sei sie noch so gut gemeint, verbieten kann. Aber eines darf dabei nicht übersehen werden: Das ist der Umstand, daß Ungarn, von dem große, von Magyaren bewohnte Gebiete im Friedensvertrage losgelöst und den neuen Staaten einoerleidt wurden, von allen diesen Staaten erwartet und verlangt, daß die magyarischen Minderheiten in ihrer kul- turellen Entwicklung nicht gehindert werden. Die Voraussetzung zur Erfüllung dieses Wunsches ist natürlich die von ungarischer Seite zu gewährende gleiche Behandlung der auf ungarischem Gebiet lebenden Minderheiten. Denn es ist klar, daß die in Betracht kommenden Regierungen bei Aufrollung der Frage der Behandlung der magyarischen Minderheiten stets darauf Hinweisen können, daß ein Magyare beispielsweise in der Tschechoslowakei — trotz aller herrschenden Mißverständnisse — ganz andere Möglichkeiten habe, als ein Angehöriger der deutschen Minderheit in Ungarn, wo insbesondere arge Mängel herrschen, die zu beheben eine der vornehmsten Aufgaben des Volksbildungs- Vereins ist. Dies alles hat der ungarifd)e Ministerpräsident Graf Bethlen eingesehen, als er sich nach langen Verhandlungen endlich entschloß, seine Zustimmung zur Gründung des Volksbildungsvereins zu geben. Dabei aber bedang er sich aus, daß zum Vorsitzenden des Vereins Dr. Gustav G r a tz , der ehemalige ungarische Außenminister, gewählt werden müsse, der zwar seiner Abstammung nach ein Siebenbürger Deutscher ist, durch seine Gesinnung und seinen ganzen Werdegang aber den Vorsitz in dem deutschen nationalen Volksbildungsverein so auffaßt, daß er nicht nur für den Ministerpräsidenten selbst, sondern hauptsächlich für dessen Widersacher eine Art Gewähr für die loyale Durchführung der Tendenzen des neuen Vereins barfteUt. Dr. Gratz ist gewiß ein Mann, der deutsche Kultur und deutsche Art liebt und über alles schätzt. Trotzdem kann man feine aufgezwungene Wahl, von einer höheren Warte aus gesehen, nicht gutheißen: denn sie bedeutet auch eben einen Zwang, und gerade Zwang sollte doch in kulturellen Dingen von vornherein ausgeschaltet sein. Aber wenn der Erfolg der Deutschen durch dieses ständige Kontrollorgan auch geschmälert erscheint, so bedeutet er doch immerhin einen ersten Schritt zur Bewahrung kultureller Eigenart. Und wenn, was zu hoffen ist. der Verein in der dringendsten Frage, der S ch u l f r a g e , eine allmäh- lige Besserung erzielt, bann wirb die deutsche Minderheit in Ungarn hoffnungsfroher als bisher in die Zukunft blicken können. Ungarn hat noch einen anderen Grund als den hier angeführten, um aus freien Stücken seinen Deutschen zu geben, was diese zur gesunden Entwicklung ihres Volkstums für unentbehrlich halten. Dieser Grund liegt wieder in der Außenpoli - t i k. Ungarn ist heute ein kleiner Staat, mit verhältnismäßig geringem Einfluß bei den Großmächten. Nur eine einzige Großmacht, Deutschland, hat mit seinen Sympathien für das von den Verträgen so verstümmelte Land nie zurückgehalten, und was Deutschlands Freundschaft für die Zukunft zu bedeuten hat, weih man in Ungarn nur zu gut. Die Magyaren haben trotz großer Fehler in ihrer Minderyeitenpolitik eines stets verstanden: In ihren Minderheiten die Zuneigung und Liede zum Staate zu wecken und wach zu halten. Das ist ein hoch einzuschätzendes Verdienst, aber auch ein Gebot politischer Klugheit. Denn so sehr auch die Politik der heutigen Beherrscher Europas zu dem Glauben verleiten fönnnie, daß nur Gewalt die Völker regiert, so gewiß wird eine nicht allzu ferne Zukunft den Nachweis erbringen, daß der Bestand eines jeden Staates gefährdet ist, der es unterlassen hat, auch in dem letzten seiner Bürger die Ueberzeugung zu schaffen, daß sein Wohlergehen gleichbedeutend mit dem Wohle der Gesamtheit ist. Das kostspieligste Fehlurteil von Versailles. Der Ihifufl der Korridors. Von Geheimrat Dr. von Hippel. Seit der Wtrennung Ostpreußens habe ich die zuständigen Stellen immer wieder auf die UnTncgItcftf.it der Lage Ostpreußens h ngewiZen. Ostpreußen kann unter den heutigen Verhältnissen wirtschaftlich nicht bestehen. Die ©reign.f e haben mir schnell recht gegeben: in die em Zähre hat Ostpreußen bereits in weitem Umfange nicht mehr Steuern bezahlen können und sün: Landwirtschaft existiert weiter nur durch Kredite, d. h durch Geld, das von außen in die Provinz hereinkonnnt. Man wende nicht ein das sei die Erscheinung eines Rotj hr:s. Gewiß, Ostpreußen hat ungeheure AuswinterungZverluste aber das ist keine gesund' Wirtschaft mehr, welch: aus dem Unglück eines Jahres sich nicht selbst durchhel en kann. Außerdem sind die Betriebsverluste dieses Jahres auch in den Wirtschaften groß, welche nicht nennenswerte Auswinterungsschäden hatten. Das kann auch gar nicht anders sein und wird sich wiederholen Ostpreußen ist ein rein agrarisches Gebiet. Von der landwirtschaftlichen Pro- duk.ion lebt direkt die Mch z hl der ostpreuhischen Bevölkerung und indirekt die übrige. Es gibt bei uns fast keine anderen Wertquellen: versiegen diese, so leidet das ganze Land. Q'lun befindet sich die Agrarproduktion in einer Weltkrise, die zwar als solche vorübergehend sein wird, die aber die allgemeine deutsche W rtschaftstti e auf dem Agrargebiet roch verstärkt. Ostpreußen als Qlgrar- gcbict ist also von vorherein in einer schwierigen Lage. Dazu kommt, daß Ostpreußen feit 1918 die ungünstigsten Bedingungen für die Agrarproduktion hat von allen deutschen Landen Früher hatten wir hier im Osten die unmittelbare billige Einfuhr der russischen Futtermittel, auf deren Eiweißreichtum sich die Hochzuchten aufbauten: wir hatten billiges Holz, b llige englische Kohle, bill gc Arbeitslöhne. Alles das ist fortgefallen und hat sich in fein Gegenteil verkehrt. Alles, was der Landwirt braucht, muß er im Reich kaufen und durch die Frachten D>r- teuert bezahlen. Umgekehrt lasten auf den ost- preußischen Produkten wieder die Frachten, so daß wir Minderpreise um 10 bis 17 Prozent gegen Mitteldeutschland haben. Eine Vorstellung von der Belastung der ostpreuhischen Wirtschaft gibt die Tatsache, daß die Dutzende von Millionen Eisenbahnkosten zwischen Ostpreußen und dem Reich von der ohnehin schon schwachen Wirtschaft getragen werden. Ostpreußen kauft alles teurer und verkauft alles billiger. Der Ost- bteufte hat den längsten Winter und braucht mehr Kohle, mehr Beleuchtung, mehr Kleidung als mildere Klimate. Er braucht mehr Arbeit n, mehr Pferde, um in kurzer Zeit das zu schaff na, wozu anderwärts das Klima längere Zeit gestattet, er braucht mehr Geld für seine Geschäfte, die ihn nach Berlin führen, mehr Geld, sobald er Verwandte im Reich sehen will. Dieser Wirtschaftslage fehlt heute jeder Ausgleich. Die Ursache für diesen unmöglichen Zustand ist die Abtrennung Ostpreußens vom Reich durch den polnischen Korridor. Er hindert das Reich an einer Frachtenpolitik, welche Ostpreußen wieder an das Wirtschastszentrum heranrückt, an einer freien Bewegung der Güter mit der nötigen Schnelligkeit, er verlangsamt den Personen- verkehr um viele Stunden und hindert den direkten Flugzeugverkehr, dieses gerade für Ostpreußen wichtige Verkehrsmittel. Der Korr dor schneidet uns von unserer Absahbasis für unsere hoch- to rtigen Agrarprodukte (Zuchtvieh und ©aa‘gut), ab, er nimmt uns den natürlichen Ausgleich der Arbeitskräfte, er schreckt die Käufer aus dem Reich ab und verscheucht die Kreditgeber, er gibt uns dauernd das Gefühl des Abgetrennt- Die Tür. Don Alfred Döblin. Ich sitze in Lublin an der Bhstrzyca, in einem, wie man mir sagt, guten Hotel. Die Stadt ist auch schon im zehnten Jahrhu bert gegründet: Zeuge ist mein Hotel. Trete ich in d es Hotel, abends, so ist ein Portier da: er liegt wie eine Sarkophag-Figur in seiner Kammer im Hintergrund, hat die Mütze ins Ges.cht gezogen und versteht nicht. Wenn er dann Zeichen gibt, daß er verstanden hat, was der Traum zulieft. Man geht die Treppe hinauf. Das Geländer ist aus beinahe echtem Marmor, vorläufig aus tociftladiertem Holz. Ich wohne im zwe ten Stock. Die Wände wurden geweiht, geölt zur Zeit der Erschaffung der Stadt. Später ergrauten sie, einem natürlichen Triebe folgend. Roch später ist das Hotel offenbar mehrfach in Kriegsgeb et geraten. Innerhalb des Hotels wurde mit Mitrail- teufen geschossen, manche Wände und Türen strotzen von mahnenden Lochern. Schü fen. Die Hotelverwaltung, historisch geschult, ach et a f d e Konservierung der Spuren Roch völlig haben sich in dem Hotel auch Kriegsgebräuche vererbt: man brüllt zum Erschrecken wie zur Attacke, früh morgens auf den Gängen, führt wilde Gespräche durch die Tür. Aber unter mir auf dem Hof hat man, eine Konzession an die Reuzeit, eine Maschine aufgerichtet, d.e von 6 ilftr abends bis etwa um 4 Uftr morgens arbeitet und wie eine Lokomotive faucht. Man legt sich ins Bett, das pufft im Takt, und man hat rasch das Gefühl, Schlafwagen zu fahren: eine kostenlose Jllusirn. Zu den erstaunlichen Dingen in die'em Hotel gehört meine Tür. Ich bemerkte schon beim Durchwandern der Korridore, daß es im Allgemeinen mit den Klin en hier eine Dewa- d nis hat. Wir sind nicht mehr recht an das Handwerk des zehnten Jahrhunderts gewohnt. An der Hauptstrahe der Krakauer Dorstadt" steht ein Denkmal, ein Obe'isk, zur Evi ne^ung an die Vereinigung von Po'en und Litauen E n viel älteres Denkmal, von beinahe arch olo i- schem Charakter, haben wir vor uns in den Türklinken des Hotels. Die Türen sehen von außen unscheinbar aus. etwas petre'alt und wurmstichig. aber doch wie gewöhnliche Türen. Erst beim Umgeben, oder dem Versuch mit ihnen umzugehen, merkt man, was oder wen man vor sich hat. Die Dinge haben h ec eine Art Charakter. Gewöhnliche Wesen sterben im Laufe der Zei'en, besondere nehmen alternd ein Leben, eine bestimmte Lebendigkeit an. Trete ich in mein Zimmer — so trete ich zunächst nicht in mein Zimmer. Denn ich habe keinen Schlüssel. Der Schlüssel hat feinen Ort, an den er sich hingewöhnt hat. in einer Stube meines Geschosses, halb um das Haus herum: jedenfalls nicht beim Portier. Er kehrt hartnäckig mit Instinkt dahin zurück, wie ein Pferd oder ein Hund, auch wenn ich ihn in Gedanken beim Portier abgebe. Habe ich ihn dann, so habe ich zwei. Es sind immer zwei an einem eifernen Ring, ein Zwillingspaar, das sich nicht trennen konnte. Welcher von ihnen meiner, der richtige, war, habe ich während meiner Anwesenheit n cht ermitteln können. Ich habe jedes Mal physiologisch durch Ausprobieren die Ident töt fest- steilen gehabt, da ich keinen Knoten in das Eisen machen tonnte, und ein Tintenstrich den ich einmal an den richtigen machte, wischte der bedienende barfüftige Junge wieder ab. Ich suchte dem Jungen ein zweites Mal llarzumachen, was der Strich bedeutete: er sprach polnisch, ich deutsch. Ich sprach, gestikulierte, er sah mir interessiert zu, rief einen zweiten Jungen, der auch Interesse an mir nahm. Eie betrachteten beide den Strich, dieses Resultat meiner langen Ueberlegungen, schüttelten den Kopf, lachten. Dann hatten sie seins, der erhöhten Gefahr, wir empfinden ihn als Willkür. al8 Unrecht, als Sinnlosigkeit — kurz, als Quelle unserer Sorgen und Leiden. Dazu wissen wir. daß er Polen gar nichts nützt. Er ist der wirtschaftspolitischen Unwissenheit der Machthaber von Versailles entiprungen. als ob man mit Gewalt aus einem Binnenland einen Seestaat machen konnte. Was ist denn auS den Hoffnungen. Danzig zu einer polnischen Handelsempore der Ostsee zu machen, geworden? Richts! Und so wird es bleiben, wenn man Danzig aus seinem Mutterlande herausschält und es zum polnischen Handel kommandiert. Was hat Polen von dem Korridor im übrigen? Richts! Militärisch ist er ein lächerliches Gebilde mit der Wahl für Polen, ihn sofort aufzugeben oder ihn sich ab Hemm en zu lassen. Und wirtschaftlich leidet seine 'Bevölkerung an der geographischen Unmöglichkeit noch mehr als wir in Ostpreuften. Der Korridor ist ein Mißgriff willkürlicher Machtpolitik, eine Unmöglichkeit in sich. Das wissen die Polen ebenso gut wie wir. Die Weitbllckendcn unter ihnen beschäftigen sich längst mit dem Problem einer Losung, wagen sich aber noch nicht an die Öffentlichkeit. Diesen gaukeln die polnischen Chauvinisten die Mogltch- keit vor, die Beseitigung des Korridors (dm auch sie für unhaltbar erkennen) durch Annexion von Ostpreußen zu erreichen. Dafür hat Ostpreuften nut ein Achselzucken. Richt umsonst haben sich in Ostpreußen feit Jahrhunderten die Männer zusammengefunden, die um ihrer Ueberzeugung willen alles andere auf Erden aufgaben; von den Salzburgern, den Refugies. den Reformierten an. Das gab eine Bevölkerung von harter, starrer Art, nicht sehr angenehm manchesmal im Verkehr, aber unerschütterlich in Heimat- liebe und Deutschtum. Der Wirtschaftspolitiker weiß, daft materielle Kräfte heute die Welt regieren und Ideales wenig gilt, aber er weift auch, daß die letzten EnllchbÄse für Menschen und Völker aus tieferen Quellen fließen, und daß man diese Machtsaktoren genau so stark in nüchterne Rechnung einzusteilen hat wie militärische und wirtschaftliche Imponderabilien. Wer oas nicht glauben mag, den erinnere ich an die ost- preuftische Abstimmung vor 5 Jahren: damals lag alles Licht künftiger Aussichten auf feiten von Polen und aller Schatten auf deutscher Seite. Einmütig ginaen wir Ostpreußen in den Schatten. Und gerade Der Wirtschaftspolitiker, dem kühles Abwägen zur Ratur geworden ist, kann es aussprechen: die Ostpreußen wären lieber verhungert und hätten sich einzeln totschlagen lassen, ehe sie polnisch würden. Wie viel mehr heute! Heute ist Deutschland im Aufstieg, während sich in Polen die Unmöglichkeit der künstlich geschaffenen Verhältnisse deutlich abzeichnet. Das abgetrennte Gebiet empfindet seine Versetzung in ein Gebiet geringerer Kultur, ganz Deutschland empfindet die Entreißung seines Teiles Landes zu ungünstigerem Dasein, der Ausländer staunt über dieses Unikum staatlicher Begrenzung. Unter solchen Umständen kann der polnische Chauvinismus, der heute um des Korridors teilten seine Hand nach Ostpreußen auszustrecken vorgibt, nur dazu beitragen, daß die Unmöglichkeit des Korridors Allgemeinerkenntnis wird. Damit wäre dann der Augenblick für vernünftiges Gespräch gekommen. Für Ostpreuften und Deutschland ist die Beseitigung des Korridors Lebensfrage, Herzensbedürfnis, Ehrenpunkt. Für Polen nichts dergleichen. Für Polen hängt an dem ihm fremden Landstreifen nicht das Prestige eines eroberten Landes: militärisch und wirtschaftlich ist er teils Ballast, teils ersetzbar, politisch ist er der Stein des Anstoßes zwischen zwei Rachbarn — es müßte viel Ungeschick oder Verblendung dazu gehören, wenn unter solchen Verhältnissen nicht eine verständige Losung, welche durch Beseitigung des Korridors Ostpreuften dem Mutterlande wieder anschließt, sich finden lassen sollte! Streikunterstützung aus öffentlichen Mitteln ist unzulässig " Darmstadt, 7. Juni. Im Juni vorigen Jahres war in Offenbach ein großer Streik der Portefeuiller (ca. 2000 Mann) aus- gebrochen. Die sozialdemokratisch: Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung beschloß, den Familien der Streikenden ein: Unterstützung durch datz Wohlfahrtsamt zu gewähren, und zwar nach den Sähen der Erwerbslosenunter- stützung. Das Kreisamt Offenbach beanstandete den Deschluft u. a. mit der Begründung, daft nicht allgemein Unterstützungen offenbar die Auffassung, daß ich mich über den Strich b'Hagte, als über eine U sauft ri.it an dem Schlüssel. Denn plötzlich fcu.te der eine Junge auf den Schlüssel, wischte ihn am Aermel ab, gab ihn mir mit aufgehetttem Gesicht Wiede'.. Sie erwarteten meine Reaktion Ich versuch e nun verzweifelt, den richtigen Schlüssel vom Bund abzumachen, da griffen beide ein. sagten Protest e- rend ein längeres Gebet und drückten mir die beiden hoffnungslos untrennbaren Ob ehe wieder in die Hand. Ich zog ab. Da stand ich in dem Korridor, der zienllich finster, beziehungsweise total dunkel war. Sta-d mit dem Zwill n is- paar und erwog, wie es diesmal abgehen würde. Die Gemütsart des Dchlüs'els und dieser Tür war mir schon bekannt. Die Türklinke h nz zwar herab, aber wenn es glückte, funftionierte sie. Das Schlaft hingegen war völlig verstopft, von einer enormen Tiefe, durch die ganze massive Tür f)'n* durch. Man durchbohrte mit dem Schlüssel die ganze Tür. stieß ihr mitten ins Herz und kam innen heraus, grade das war falsch. Man mußte drin bleiben. Man mußte bei einer gewissen Tiefe Halt machen. Bei welcher: das irar eben das Geheimnis. Ich bin mir über eins nie klar geworden: der andere Schlüssel, der falsche, Paßte irgendwie auch. Drehte ich aber mit diesem Schlüssel, dem notorisch falschen, eine Zeitlang, etwa eine Viertel- ober halbe Stunde, in einer gewissen Tiefe des Schlosses, fo war es ganz aus. Ich faßte aber auch manchmal zufällig den richtigen Schlüssel, bann drehte ich ihn auf be- sonbers kultivierte Weise Ich betastete sorgfältig zärtlich das Innere des Schlosses Denn es hatte keinen Sinn, hier grob zu werben Wie ein Tier lieft bas Schloß alles mit sich machen. Ich suchte, gefbannt, sehr höflich, scheinheilig. Endlich fand ich die fragliche Tiefe, drehte herum, einmal, zweimal, manchmal dreimal, viermal, fünfmal. Ich arbeitete angstvoll und ich batte auch endlich Glück J.ensiag, 9. Juni (925 auS öffentlichen Mitteln gezahlt werden dürsten. sondern die Dcrhältom? jeder einzelnen Gesuchsstcllers müßten geprüft werken. Die Unterstützung in ter Form des 6tabtocr?ybn;:en- beschlusfes stelle auch einen Singris' in den Wirtschaftskampf bar Etwa 10 CO? Mark Unterstüru 'gSgel er waren übrigen« bereits au#- bezahlt, als das KreiSamt eingriff und die Zahlungen untersagte. Die Angelegenheit kam bann vor den Provinzialausschuß, der ter Auffassung des Kreisa m t e s bei- pflichtete und in dem Urteil insbesondere beanstantete, daß die U itetftühung weder zeit- lieft, noch nach ter Personenzahl begrenzt war. Hiergegen halte die Stadl Offenbach Berufung beim Verwaltungsgcrichts- hos eingelegt. Der Vertreter des StaatSinter- csses machte in der Verhandlung geltend, daß die städtischen Gelder zur Unterstützung Streikender verwendet wurden, was nach der Reichsverfassung unzulässig sei. Der Beschluß verstoße auch gegen Die Befugnisse der Stadtverordneten. Die Mittel des Voranschlags dürsten nur für die darin vorgesehenen Zwecke renrenbet werden im ander en Falle müßte ein RachtragSvoranschlag vorgelegt werden. Eine allgemeine Unterstützung ohne Prüfung des Einzelsalles verstoße gegen die Aufgaben der Stadt als SelbstverwaltungS- korper. Der VerwaltungsgerichtShof verwarf die Berufung der Stadt Offenbach kostenpflichlig. •* Der neue Hahrplan der Vutzbach-Licher-Eisenbahn. Als der „Gießener Anzeiger" vor einigen Tagen die neuen Sommerfahrplöne veröffentlichte, mußte man die bedauerliche Feststellung machen, daß von einer Verbesserung im Bahnverkehr auf der Bahnstrecke L i ch — Grün berg keine Rede sein kann. Hier ist eine bedeutende Verschlechterung eingetreten. Zwar konnte es nicht mehr überraschen, daß die Bahnleitung den sehr schlecht benutzten Frühzug von Grünberg bis Lieh ausfallcn lieft, denn so günstig er auch für Reisende war, die ihn gelegentlich benutzten, so mar doch der tägliche Personenverkehr mehr als gering und deckte nur einen Bruchteil der Stoftcn, die dieser Zug verursachte. Auch die Tatsache, daß der A b e n d z u g nur bis Queckborn läuft, wird der verstehen, her btUlgerrocife zugeben muß, daß der Verkehr aus der Strecke Queckborn bis Grünberg ganz minimal ist, so daß auch hier — zumal beträchtliche Geländeschwierigkeiten (Steigungen von großer Höhe) vor- Legen — das rechnerische Ergebnis sehr schlecht aus« füllt. Die Stadt Grimberg hat eben die guten Reichsbahnoerbindungen und i|t auf die Nebenbahn nicht angewiesen. Aber ganz unverständlich ist es, daß man den Sonntagsverkehr auf der Strecke L i ch — Grünberg völlig einge- ste 11that. Das ist eine großeEnttäufchung gewesen für die an der Strecke liegenden Gemeinden. Diese verlangen — und daß sie ein Recht nach derKon Zessionsurkunde dazu haben, kann ihnen nicht bestritten werden — sofortige Aufnahme des Sonntagsverkehrs mit mindestens einem Zugpaar. Die Bahnverwaltung dürfte dieses Paar aber nicht nach Gutdünken legen, sondern der Zug müßte gefahren werden, der den (9emeinbeintcref[>6OOO Mark. Der Gesamtumsatz beziffert sich auf 2 618 323 Zentner im Werte von 14 973 715 Reichsmark. Die Zahresrechnung vom 31. Dezember 1924 bilanziert mH 3 324 106 Mk. Om Anschluß an diese Mitteilungen berichtete Direktor Strasburger über bas laufende Geschäftssahr. Er bellagte cs. daß einzelne Genossenschaften ausländisches Mehl vertrieben hätten Das genossenschaftliche Warenwesen kranke an Kreditnot. Die Berichte wurden mit lebhafter Zustimmung atifgenommen. Der Aussichtsrat beantragte hieraus: 1. Genehmigung der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 1924 2. Entlastung des Vorstandes. 3. 'Verwendung des Reinge winns, bestehend aus dem Gewinn In 1924 mit 124 535,71 Reichsmark in folgender Weife: 1. Für Rundfunk-Programm des Frankfurter Sender-. (AuS der .Radio-Umschau".) Mittwoch, 10. Juni: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschafts- Meldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 bis 5.30 Uhr: Älnberftunbe. 5J5O bis 7 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Josef Haydn. 6 und 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.15 Uhr: „Dühnen- humor 1“, Vortrag von Dr. Pfeiffer-Belli. 7.15 bis 7.30 Uhr: Wanderratfchläge des Taunusklubs. 7.30 bis 8 Uhr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Stadt Kassel — Vortrag von Paul Heidelbach: „Kassel in der Biedermeierzeit*. 8.30 bis 9.30: Die Lokaldichtung (Frankfurter Dichtungen aus alter und neuer Zeit). 15. Abend. Aus Stoltzes „Nachlaß". 9,30 Uhr Nachrichtendienst, Wettermeldung, 23er- kehrsnochrichten, Sportbericht. 10—11 Uhr. Albert Lortzing. Arien und Duette aus den Opern: Zar und Zimmermann, Der Waffenschmied, Der Wildschütz — Ouvertüren zu den Opern: Zar und Zimmermann, Die beiden Schützen, Der Wildschütz. aus in der Luftleere gedarrten, nicht abgeschliffenen Haferkernen, enthalten alle natürlichen Kalk- und Phosphorverbindungen, sowie die Vitamine (Ergänzungsnährstoffe) des unversehrten Haferkerns Tägliche Verarbeitung bis 600 Zentner Hafer. Haferkochbuch, auch mit Anleitung für das Essen roher Haferflocken, versendet kostenfrei Dr. Volkmar Klopfer, Dresden-Leubnitz. j Alle Erzeugnisse Dr. Klopfers: Haferflocken, Makkaroni, Nudeln, Klopfer-Zucker, Matema-Zwieback sind zu haben im Reformhaus Paul Scholz» Kreuzplatz 5. ° Briet 4,196 19,88 79,10 1*9,01 16,87 70,75 59.42 112,58 81,72 *1,15 18.52 6.875 stärker auS und machte sich durch einen scharfen Druck auf die ohnehin schwankende und unsichere Haltung bemerkbar. Die Stimmung war aus allen Gebieten infolge neuen Angebots, recht schwach. Die KurSeinbuhen waren beträchtlich und erstreckten sich aus alle Märkte mit Ausnahme von Bankaktien, die gehalten blieben. Besonders gedrückt waren deutsche Kriegsanleihen, die nn freien Verkehr auf 0,375*/2 zurückgingen. Auch der Pfandbriefmarkt schwächte sich ab. Die Äbendbörfe schloß bei lustlosem Geschäft in flauer Haltung. Deutsche Anleihen: Sprozentige Reichsanleihrn 0,380, 3* »prozentige Preuh. Konsols 0,730, -'/^prozentige Bayern 0,350. Ausländische Renten: Ungarische Sold- rentc 8.12. Bankaktien: Bayerische Hypotheken- unb Wechselbank 83,80, Tommerzbank 100,75, Deutsche Dank 123,62, Diskontogesellschaft 109,75, Dresdener Dank 104, Rheinische Kreditbank 95. */. Honiürtte ........ 5% önlMnfrtfantf .. • fkrltna HandelSgetelltchast tfommerv und Vrivat-Bank 1 n-mfl und Vlationalbont Deutsche Baut Tcutfdft Bereuilbant « . Dtstomo iommanbtt .. Wttallbanf ..... JJhtttlbtutldn Lreditbank. Ccütntltäiltbr Trevivulsiall i'ßeflbont . ....... Pott) inner Suh . ...... BndeeuS iihiii.i ffaro Teulich Luxemburg ..... MklluiktrchiNt' terato«* . . öerpeuer Bergbau .... Äaiirotrft AlcherStebeu. • . . Knltrwrf WesicrcgelU..... Eaurabütt: . ....... Cbetbebarf ...... • •« PhonU Bcrgda» ..... gbelnOabl .......... Webte! -OtoTtian........ »elluS Bergbau ....... Hamburg Amerika tatet. . . Vtorddeutichre Ltovd . . . Lheramische Werke eubtn .. ?9mrumerf Heidelberg ... Bbiiipp Holunanu...... Angld Tom -Gua«» . . . . . Badiich. Anilin .. Tb« m i sch« Ma per «lavt» *. Soldlcvmldl ..... SrleS leimet Electron . ... Höchster Farbwerte ..... 6oU9crfo(i1uno ........ viülnerSwerkr ......... Gllcibranftall ....... ünp. ktektrüttötS-Gesellschud v«gn«mn . . . Dm in Kaliwerke ....... 8 (Duden........ lernens * Halste ..... Adlrrwerke -ffleye» ...... Daimler Motor«. ...... ßeöllfltnftaebt..... Megam........... . Moiorenlveite Mannheim . strankfmier ftrmatmen ... .(ronfertenfQhrtr Braun . .. '.Oetaucilicll'chaf! Frankfurt. Del. Unton « -S . etbubfabri? Her, Sichel.............. Zellstoff IBalbbof....... Zuderiabrik Frankrutval .. duderfabrlt Dagbüuiel - .. und cs hat bas Siegelbilb zum Vorläufer, das in Dorderasten und Aegypten ichon Jahrtausende vor „Erfindung der Münze" üblich war. Münz- und Siegelbilb sollen ursprünglich den Eigentümer an seinem bestimmten Bilde, dem Wapepn. erkennen lasten. Daß es auch bei Griechen und Römern Wappen in diesem Sinne nicht nur für Einzclper- Ionen und Familien, sondern auch für Städte und Staaten gab, erkennt man daraus, daß bas Münzbild einer Stadt ebenfalls als Reliefdilb amtlicher Inschriften, als staatliches Weihgeschenk usw. vorkommt. Das antike Wappen, aus dem bas Münz- bilb entstaub, hat aber nicht bie Starrheit, bie bie Heralbik des 16. und 17. Jahrhunderts unseren Wappen aus,zwang, sondern ist in Einzelheiten wandlungsfähig. Sodann ist bas antike Wappen nicht wie bas bes Mitelaltcrs aus ben Abzeichen an Helm unb Schilb hervorgegangen, sondern erst auf den Schild übertragen worden, es hat eine sinnbildliche unb sehr halb auch eine religiöse Bedeutung. Diese Wappenbilder, die vielfach in Tieren oder Pflanzen bestehen, sind zugleich Attribute des Gattes, der baß betrefenbe Tier oder die Pflanze schätzte, und so tritt der Gott selbst ober sein Kopf an bie Stelle bes Symbols. Daher findet man schon früh neben den Darstellungen aus der Tier- unb Pflanzenwelt Köpfe oder Figuren von Göttern als Münzbilder ober als zweites Bild auf der Rückseite der Münze erscheint bie Göttergestalt neben dem einfachen Wappenbilb. Ist zunächst ber Gott als Vertreter bes Staates ober ber Stabt gebucht, bie bie Münze ousgibt, |o tritt allmählich auch bas Bilb bes Herrschers auf, ber ja dos gött- liehe Wesen in seiner irdischen Machtvollkommenheit barfteUt. Zunächst finb cs bie Ganzfiguren ber Persertönige oder ihrer Satrapen, die bann burch den blosten Kopf ersetzt werden. Die Wappenbilder besahen auch eine abergläubische Unheil abwehrende Bedeutung, wie z. B. bie Schreckensmaske der Gorgo ober bie Panthrnnaske ober ber Stier« köpf, ebenso bas Auge. Mit solch einem fegen- bringenden Symbol ousgestattet, wird bie Münze zum Amulett. Geschichtliche und politische Ereignisse sind Im Münzbilbnis anfänglich sehr feiten bargestellt. Nur wenn bas Staatswappen einer siegreichen Macht auf ben Münzen einer unterlegenen Stadt erscheint, spiegelt sich hier ein politisches Ereignis wieder. Sodann wird durch Wappengleichbeit oft das Verhältnis von Kolonie unb Mutterstadt gekennzeichnet. markt bei regem Handel geräumt. Schweine hinterlassen bei langfamem Geschäft Mcberftanh Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurt a. M., 8. Juni. Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehaltene Pferbemarkt hatte einen Auftrieb von etwa 600 biS 700 Dserben Der DZuch burch Käufer war gut. Iknsbesonbere waren Landwirte aus der Welterou. Fuhrhalter und Händler au8 Bayern und Rorddeutschland anwesend. Es wr-rden bezohlt für belgische Pserde schwersten Schlages 2 500 Mark, gute logische Pferde schweren Schlages 2 000 bis 2 500 Mark, gute Pferde 1 500 bi« 1 800 Mark, für gute Arbeitspferde mittleren Alters 300 bis 1 000 Merk für geringere Tiere 200 bis 500 Mark. Für Schlacht Pferd« wurden gute Preise angelegt, 100 bis 250 Mark. Das Geschäft war mittelmäßig In der Hauptsache gingen die Tiere an Landwirte, Händler und nach Bayern und Rorddeutschland Berliner Prodrkkenbörse. Berlin, 8. Juni. Der Produktenmarlt war bei ruhigem Geschäft unverändert ES notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 265 biS 268, Weizen (Juli) 272 bis 272,50, Roggen (märk.) 216 bis 220, Roggen (Juli) 217, Gerste (märt.) 226 bis 242, Futtergerste 200 biS 218, Hafer (märk.) 236 bi« 244, Hafer (Iulii 1Ö6 bis 195,50, Mais (La Plata, loko Berlin) 208 biS 211; pro Doppelzentner. Weizenmehl 34 bi« 36,50, Roggenmehl 29,75 bis 31,75, Weizenlleie 13,80, Roggenkleie 14,10 biS 14,20, Diktoriaerbsen 23 bl« 28, kleine Erbsen 22 bis 26, Futlererbsen 20 bi« 21, Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 19 bl« 21, Wicken 20,50 bis 23, Lupinen (blau) 10 bi« 11, Lupinen (gelb) 12 bi« 14, Rapskuchen 15,20 bi« 15,60. Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Torsmelasse 9,75 bis 10, Kartosfelflvcken 19,20 bis 19,50. nehmungen legen jetzt ihre Abschlüsse für 1924 vor. Nach Abzug der zifsernmäßig nicht ausgewiesenen Kestehungsunkosten verbleibt oei der Deutschen Petroleum A.-G. ein Ueberschuh von 627 653 Mark, von welchen noch Steuern mit 470 376 Mark in Abzug zu bringen sind, so daß ein Reingewinn verbleibt von 167 278. Bei den Rütgerswerken beträgt der Ueberschuß 4 309 681 Mark. Hiervon gehen ab 2 777 816 Mark für Steuern und 1 197 309 Mark für Abschreibungen, so daß der Reingewinn 334 556 Mark beträgt. Auf Grund des Interessengemem- schastsvertragcs hat die Rütgerswerke A.-G. der Deutschen Petroleum A.-G. 42 678 Mk. überwiesen. Die vorbezeichneten Gewinne der beiden Gesellschaften sollen aus neue Rechnung vorgetragen werden. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht de« „Gießener Anzeiger«".) Berlin, 8. Juni. Die Börse begann die neue Woche an den Hauprspekulationsmärkten etwa zu den Schluhkursen des letzten Freitags. Die Angebote dagegen unterlagen anfangs durchweg st a r • k e n Kurseinbuhen, da man allgemein zu neuen Abgaben bereit und geneigt war. Die jetzt bekannt gewordene Ententenoie durfte hierauf wenig eingewirkt haben, da sie gegenüber den vorberigen Vermutungen nichts neues brachte. (Ein Umschwung der Tendenz trat nach Festsetzung der ersten Notierungen ein al» die Spekulation, angeregt durch die leichte Derfassuna des Geldmarktes unb Gerüchte über eine bevorstehende Ermäßigung des Lombardzinsfußes der Seehandlung, zu Rückkäufen geneigt war. Die wettere Entspannung des Geldmarktes, die darauf zurückzuführen fein dürfte, dah die Banken ihre freien Mittel mit Rücksicht auf die Kreditwirtschaft für den Stinnes- Konzern und die Vorbereitungen für die Bilanzaufstellungen zum kommenden Ultimo dem kurz- riftigen Geldmarkt zuführen, kam in den Zins» ätzen noch nicht zum Ausdruck. Tägliches Geld er- ordert unverändert 8—10 Proz., Monatsgeld 9i bis Hi Proz. Die starke Abschwächung des französischen Franken am Samstag hat sich zunächst nicht fortgesetzt, ba anscheinend trotz der gegenteiligen Erklärungen des französischen Finanzministeriums i n t e r ve n i e r t wurde. Gegenüber dem offiziellen Schluhkurs der Vorwoche lag die französische Wahrung trotzdem erheblich niedriger. Ein leichte Erhöhung ver,^ichneten nordische Plätze. Die Mark wurde heute vormittag in London mit 20,42, Paris mit 4,89, Amsterdam mit 59,24) gehandelt. 93,78 77.10 64,00 84.60 63,85 I 61.02 49 00 Oesterveichifche Änebttafttcn 7,40. QEontanaltien: Deutsch-Lu remburger 76,50, Harpener 11250, Phönir 9350, Kali AscherSleben 13,62, Kali Westeregeln 104. Themischr Aktien: Da bliche Anilin 123.75, chemische GrteSbeim 114.75. Scherbcan- stalt 106. Stbctldber Farben 115.50, Höchster Farben 115. SchissahrlSaMen: Rorbb. Llottb 63,75. Inbustrieaklien Adlerwerle Klcycr 2,55, AEG 95.25, Aschaffenburger Zellstoff 8?. Lemrnt Heidelberg 7150. Dingwerke 60, Dyckerbvff & Widmann 49. Gebr. Iungban« 78. SienrenS & Halske 8350. Derein. Shemlfchs Inbuftrie Frankfurt a. TL 67. jranffuetei Oettelöcböric. (Eigener Drahtbericht b-S „Giestener Llnzcigel«".) F r a n k f u r t a M., 8. Juni. 59 wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22,25—24 50, Roggen, inländischer 29—22,75 Sommergerste für Brau- zwecke 21—2550, Hafer, inlÖnbl|d)cr 19—23, Mai» (gelb) 21,25—23,26. Weizenmehl, inländifches. Spezial 0 39,25—40, Roggenmehl 31.25—32 75, Wei- zenkleie 12.25. Rogenkleie 13—13,25. Erbsen 24 bie 27.50, Linsen 28—36, Heu, süddeutsches gut, trocken 850—9,50. Weizen und 'Ropgcnftrob 6 bis 650, Treber, getrocknet 15,60—16. Tendenz stetig. Frankfurter SchlarHtbiehmarkt. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeiger«".) Frankfurt a. M., 8. Juni. Auftrieb: 1544 Rinder, darunter 498 Ochsen, 42 Bullen. 1004 Färsen und Kühe, 637 Kälber. 17 Schafe. 3974 Schweine. Rinder, Ochsen: vollfleischige au-gewachfene höchsten Schlachtwerts 64 bis 70, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 57 bis 63, n,ästig genährte hinge und gut genährte ältere 47 bis 55, Bullen: vollfleischige jüngere 54 bis 60, rnästig genährte junge und gut genährte ältere 45 bi« 52; Färsen und Kühe: vollsleischige auSgeniästete Färsen höchsten Schlachtwerts 62 bis 70. vollsleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bi« zu 7 Jahren 54 bis 60, wenig gut entwickelte Färsen 53 bis 60, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühr 45 bi« 50, mastig genährte Kühe unb Färsen 34 di« 45, gering genährte Kühe und Färsen 15 51« 25. Kälber: feinst« Mastkälber 76 bis 84. mittlere Mast- und beste Saugkälber 68 bl« 7';, geringere Mast- und gute Saugkälber 60. geringe Saugkälber 53 bis 58; Schafe: Weidemaslfchale: g- Tingcre Masthämmel und Schafe 50 bis 54, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzfchos ) 40 bis 45; Schweine: vollfleischige von SO bis 100 Kilo 76 bl« 78, vollfleischige unter 80 Kilo 70 biS 75. vollflrifchigo von 100 di« 120 Kilo 72 bi- 76. vollfleischige von 120 bis 150 Klio Buntes Allerlei. Wie das Münzbttd entstand. Nirgends sonst bringt bie Kunst so ins Leben, als auf jenen alltäglich gebrauchten Gegenständen, denen die fortschreitende Kultur ein Schönheitsgepräge verliehen Hot. Die Scheidemünze, die wir In der Tasche tragen und die achtlos von Hand -u Hand geht, ist mit einem Bild geschmückt, das zu uns mit der (elfen Sprache der Schönheit redet, und ebenso enthalten Papiergeld und Brief- marke Darftellunaen, die mit mehr ober weniger Aück eine Künstlerhand geschaffen. Freilich ist es keine „freie Kunst", die sich hier offenbart, sondern die Gestaltuna des Schmucks ist durch den prak- tischen Zweck begrenzt unb darf ihm nicht im Wege stehen. Je vollkommner diese Zweckbestimmung erreicht ist, umso schwieriger wird die künstlerische Wirkung, und es ist die Tragik der Münzkimst, daß sie durch diese Grenzen, bie das alltägliche Leben zieht gehemmt wird. Am reinsten und großartigsten hat sich die Kunst der Münze bei jenem Volk entfaltet, das überhaupt die höchste ästhetische Formung des Lebens geschaffen, bei den alten Griechen. Hier ist die Münze als Kunstwerk in nie wieder erreichtem Glanze verwirklicht worden, freilich mandpnal mit Verletzung der praktischen Nützlichkeit, die z. B. eine astzu hohe Nellefdarstel- lung verbietet, damit die Münzen bequem zusarn« mengeschichtet werden können. Die antike Münz, tunst macht die gleiche Entwicklung durch wie die „hohe Kunst": nur ist sie durch eine gewisse Beharrung an strengere Formen gebunden und hält daher mit dem Kunststil nicht immer gleichen Schritt. In seinem soeben bei Schoetz & Parrhy- sius in Berlin erschienenen Werk „Die antike Münze als Kunstwerk" bietet Kurt Regling bie erste Kunstgeschichte der antiken Münze von den Anfängen um 700 o. Ehr. bis zum Ausgang des Altertums gegen Ende des 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Er .zeigt hier, min in dem zunächst als Zahlungs- und Um- laufemitel geschasfenen Metallstück das künstlerische Element immer stärker heroortritt. Diese künstlerische Ausgestaltung ist an das Münzbild aelnüpft, durch das der Staat Gewicht und Feingehalt der Münze verbürgt. Der Sinn des Münzbildes ist also der einer Gewährleistung oder Beurkundung, Lauung zu schützen fei. Frankfurt a. M. 8. fluni (Wolff.) fln ber Rächt zum 6. fluni wurde auf dem Geleifr ber Sifenbahnstrecke Rlederrab - Frankfurt eine männliche Leiche aufgcsundcn der beide Beine abgefahren waren. Das Gehirn lag spritzt auf dem Geleite. Rach Vorgefundenen Papieren handelt c« sich um ben Stellmacher Do- liölaw Fraralisch au« Ostpreußen. Ob ihv glück-fall oder Selbstmord vvrliegt, steht nicht fest. c?eid 4,176 19,7H 78,70 Ä),M 80,IS 168,Ü 16,7» 70.3*1 79.12 112,02 81,38 60,87 12.46 6.855 Berlin, 8. Juni. flmcr(tann!i!d)e Noten .. Ungarische ihnen 5 Juni Amtliche 'Jlotl rung Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. /In vikUonrn Warf auSaedrück» »naio» Htn«. London, Weu- Jvtl Oapan, Rio de Janeiro fflr eine Eteth'ii, «im mi» Inbatete für 10>f*90 Emhetlen, olles übrige für 100 Embeiteo.» Telegraphische Auszahlung. Frankfurt a.TL. 8. fluni. An tigen Abenbbörfe prägte sich die Besorgnis wegen der künftigen Gestaltung der Wirtschaftslage, die wieder recht pefsimrstifch beurteilt wurde. 71 71.5 67 64 184,75 i 123,73 itamburt a M Berlin 6»UW- M. bej. Tfitmte 3.1 1 •* S.I 1 6 yt, Tmttitlr KetchSonleld» 0.40 0.38 0.41 0 40 r, Temldit »tttMautelbe 0.4.7 — 0 48:5 O.*i Teutftvr Reichsanleid, 0.405 0,405 0 51 o.4l 0,505 3" Teut(tbe NtlchSanleide Deoriche Svarpramtenanletd» 0.5X 0,50 0,525 0,27 o 26 0.2KS 0 17 ?*, Eonsols . 0,44 0.60 0.3» 0,60 0 4075 0,66 0,55 0.405 ly^r Hellen ....... *1, Hetzen ......... 0,53 * 0.53 4» 0.4« 0.4* Deutsche ^.tertb Dollar-Ant. äs BS -9 75 »1,75 91.75 bro Toll echav-Niuretlng^l 98,5 92,6 02,6 168.64 Ir.9,06 168.64 IW, 06 1.687 1.69t 1.690 1.691 19,99 20,05 19,Hl 19,90 70,46 70,66 70,51 70,69 78,89 79,02 78.05 79,15 112,26 118,54 112.26 112,54 10,572 10,012 10,568 10,609 16.80 16,70 10,74 16,76 20,38» 20,438 20,889 20,441 4,195 4,205 4.195 4,205 <90,31 20,415 30,475 20,85 81.285 81.485 81.35 81,65 61,17 61.33 61.12 61,28 1,721 1,725 1.72.3 1,727 0.450 0.452 0.456 0.458 59,054 69.194 - 59,057 59,197 18.487 12.467 12,422 12,447 7,00 .,6'8 7,02 7 7,0» 5,918 5.89 5,91 3,016 20,475 8,025 20,525 3,035 20 475 3,64.5 »0,625 80,90 81.10 80 90 81.10 »,855 3,26.7 -252 2.262 7.09 7.11 7 19 7.21 Banknoten. . Deshalb Detouhtsein l groben Lolis Dieses 1 zu legen iem, oder alte abc kommen, in ö( MS Es herrsch Parteien, nach außen, a vassnungsnot' für Jahre hl Es wird fein, mit 'M der Gegner < Geste, sonder Sie Lei jedem Einzel Wir doch teil! nach innen r Stimme den lll. Erschein' IQ9* 5*«w Onat5-VeZ> 2 Soldmar«' Sein# infolge höh« srernsprech SchnstlAnS lagundSescho Mem rlN/'S ” postsch^' Stanffuri^ kommende Gi Lasten des Q als wir, die: llns erschein ein Fortschri, Generation c denen von dn des Siegers einschneiden s Aon red sucht man t Eine jede P grammen uni nur recht Die, Wachsenden 3 es Dom Deran Punkt richtig i; Politik zu inti Worden. Tins ’ Tempo svrtsch ausgedehntere Fertigkeiten, uimüher Do wären. Also i Wachsenden C lebens eine n geworden. 3: ■Umfang und , Gewißlich sprach mit de l'e zu Masse, tinnen zu vaste Zeitersd ponere magn Gegenbeispiel der Crregunx Tugend demc ?Dasse Men dium des ai °°er die 3ug der Gedanke m Hier hat W ideale i Akters folgt IM seht. ; .»ubrer ju f fe Nicht öur 'Mh an die mauslvachseu ^,ue" und : N° gschaft s °n selbst je R ->"» Ä u By> Mr t lür ,i ”<6 d kmuR?r< u' 1,1 fit iii, dich ne ninei L'^?ichtj Wa J; Wv. eine H Nte Ker ttih ^nelkein sollen, u»? Mailen £ fl SÄ »fi6tnm 6,,enö hem n^nsern «.Äs’01 ”‘6' °-LZ 61 ifortlepung (’Jladiörud verboten.) 5756c 04087 Dr. med. H. Fabel Tennisschuhe Turnschuhe 5727 B Fußballstiefel 5757c Rennschuhe Kaiser-Drogerie 5264ss 5794V Neuheiten in Mäntel Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr.51 Drog. 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Kreisbauverwaltung. Cellarius. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter. Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure aber dient das Gichtosint. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. der pneumatischen Eistunnelbahn, das letzte Ende im Flugzeug über das Gebirge. Stratoff war in Petrolea zurückgeblieben. Er hielt es für zweckmäßiger, dort die Entscheidung abzuwarten, um je nach dem Ausfall des Kampfes seine Entschlüsse fassen zii können. Eine kleine elektrische Tunnelbahn brachte Linda und Sanders bis zu dem Lift, mit dem sie in wenigen Minuten zur Spitze des Beobachtungsstandes gelangten. Hier wurden sie von Kersten, dem militärischen Oberbefehlshaber von Nova Thule, empfangen. Der kleine, behaglich erwärmte Raum erlaubte durch rings im Kreise angebrachte Glasfenster einen Rundblick nach allen Seiten über die im hellen Sonnenlicht liegende arktische Landschaft. „Bon hier aus werden Sie also die Verteidigung Platinias leiten, Herr Kersten?" frage Linda. „Fürchten Sie nicht einen Bombenwurf aus der Höhe oder einen Schuß in die Glasfenster? Ganz davon abgesehen, daß die Oberleitung verlorenginge, wenn Ihnen etwas zustieße?" „Mein Gefechtsstand treibt Mimikry", antwortete Kersten. „Jetzt, solange noch überall Schnee liegt, ist er weiß angestrichen und daher von oben nicht zu erkennen. Aber wir brauchen einen Bombenwurf gar nicht zu befürchten. An der spitzen Form des Daches würden die Geschosse abgleiten, ohne zu krepieren, und eine Explosion unten am Boden schadet dem elastischen und luftigen Gestänge nur wenig. Unangenehmer wäre es schon, wenn man mich hier unter Maschinengewehrfeuer nähme. Dann muß ich die Sicherheitsjalousien herunterlassen. Sehen Sie, so!" Ein Hebeldruck brachte einen kleinen Elektromotor in Bewegung worauf sich sogleich vor allen Glasscheiben starke Stahlschilde herabsenkten, die das Zimmer fast verdunkelten und nur schmale Sehschlitze freiließen. Kersten hob die Schutzvorrichtung wieder und fuhr dann fort: „Natürlich beruht die Oberleitung der Verteidigung nicht lediglich auf mir. Sollte ich ausfallen, dann tritt ein bereits bestimmter Ersatzmann an meine Stelle, der seinen Beobachtungsturm nicht weit von hier hat. Außerdem wissen alle Unterführer genau, was sie zu tun haben." Sanders unterbrach. „Am besten ist es. Sie geben Frau Stratoff . Arbeitsvergebmrg. Für die Herstellung einer Berieselungs- anlage auf dem Gelände der Landes- Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: Los 1: Herstellen eines Absthbeckens, Pumpenraums, Sammel- und Verteilungsbehälters. Los II: Graben- und Rohrverlegungsarbeiten. Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke für 2.- bezw. 1.- Mk. in bar, bei uns zu haben. Eröffnung der Angebote in Gegenwart der Bieter Samstag, den 20. Juni, vormittags 10 Llhr, auf unterem Bureau, Frankfurter Straße 29. Zufchlagsfrist 6 Wochen, freie Auswahl Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Sie diese an: Geruraldepot der Viktoria - Apotheke. 'Berlin A 235, Friedrichstraße 19. es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu. Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht es Ihnen frei, mehr von dem Mittel zu beziehen oder es in einer Dortigen Apotheke zu kaufen: Gichtosint ist in den meisten Apotheken zu haben. Bureau-Fräulein welches in der Buchführung bewandert ist und flott Maschine schreiben kann, wird per sofort oder zum späteren Eintritt gesucht. Selbige muß durchaus zuverlässig sein und in Abwesenheit den Chef ver- tteten können. Schriftliche Angebote mit Gehaltsangabe unter 04998 a. d. Gießener Anzeiger erbeten. Funkentelegramm aus Platinia. An den Präsidenten von Frankreich. Das unbefugte Betreten von Nova Thule wird mit Arretierung bestraft. Sanders. 8. Auf einer der Höhen, die den Talkessel von Platinia im Zrcüse umgeben, ist ein Beobachtungsturm errichtet. Er besteht aus luftigem Stahlgestänge mit daraufgesetzter kleiner Kammer, die etwa 4 Meter im Quadrat mißt. Hierher begaben sich Sanders und Linda, die die Erlaubnis erbeten hatte, die Verteidigungsanlagen besichtigen zu dürfen. Auf die Nachricht von dem französischen Ultimatum war sie sofort von Petrolea nach Platinia geeilt: die erste Strecke in Arbeitsvergebmrg. Zum Reubau eines Dier-Familien-- Wohnhaufes für die Stadt Lich werden die Erd-, Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-. Dachdecker-, Spengler- und Schmiedearbeiten sowie die Trägerlieferung zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom Donnerstag, dem 11. d. M., auf der Kreisbauverwaltung Zimmer Rr. 18 offen. Angebotsvordrucke werden daielbst, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschloffen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen zu dem am 15. Juni d. Is., vormittags 10 Llhr, stattfindenden Er- Arbeitsvergebung. Rachstehende Arbeiten zu den Erweiterungsbauten an der Lupusheilstätte in Gießen sollen auf dem Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden: 1. Glaferarbeiten 4 Lose 2. Weihbinderarbeiten 5 „ Die Unterlagen liegen im Bureau des Architekten, Baurat Meher, Frankfurter Strahe 5, offen. Die Angebote sind bis zum Montag, dem 15. Juni, vormittags 11 Llhr, ver- schloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen an die Lupusheilstätte einzureichen, woselbst auch die Eröffnung statt- findet. Gießen, den 8. Juni 1925. [5784D Der Heilstätten-Verein für Heffen. Leistungsfähige Dampfmvlkerei hat noch regelmäßig einige hundert Liter hochprozentige, haltbare Vollmilch preiswert abzugeben. Schriftliche Singe* bote unt 04982 an den Gieß. Anz. erb- Feuer am Nordpol- Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Laffert. „Ich teile Ihnen mit, daß Ihre Gichtosint- Tabletten schon nach zwei Monaten bei mir überraschenden Erfolg erzielt haben. Mit jedem Tage fühle ich mich wohler und kann jetzt trotz meiner 65 Jahre große Fußtouren in den Bergen machen und auch die schwersten Arbeiten mit Leichtigkeit verrichten .Die Kur setzte ich getreulich fort, ich hoffe den Rheumatismus für immer los zu fein. Ihnen sage ich meinen besten Dank unö empfehle Ihr vorzügliches Präparat in Bekanntenkreisen. Hochachtungsvoll I. B. in A" Verlegung der HeMs-PerßtigttW der Stadt (Biegen aus Donnerstag, den 11. Juni, und Freitag, den 12. Juni 1925. Das Heugras von den städtischen Wiesen soll'öffentlich meistbietend versteigert werden, mid zwar: Donnerstag, den 11. Juni 1925 vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlachthos:von den Wiesen im Neustadter r Feld und Hohleiche. b) vormittags 10' Uhr in der Restauration von Georg Schrimpf, naiferaUee 4: von den Wiesen im Hegstrauch und vom Obst- baumstück an der Licher Straße in 4 Abteilungen. c) nachmittags 2 Uhr im Philvsophenwald: von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, zirka 42 Morgen Wiesen „An der Lselswiese" (fr. Staat) und von den Wiesen in der Gemarkung Wieseck. Freitag, den 12. Juni 1925 a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Rödgcr Straße: von den Ochsen- wiesen.von den Wiesen :m Stolzenmorgen, am Utersbiunnen und Altentisch. b) nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle: non den Wiesen in der Gemarkung Grohen-Buseck und Rödgen. Steigüe hader, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister-Stelloertreter Klos, Am Rodtberg 5. wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in . ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Jttmonn’s Ltagengeschäst Kavlansgaffe 18 L 6,8,a Gießen Marktplatz 2 Femspr. 741 5307» Schuhhaus Herbert . ----- Elegante Winen-Kleidern! Herren- Anzüge Habe mich in Watzenborn-Steinberg als prakt. Arzt niedergelassen , .. sie sind Edelprodukte und bürgen für eine Lederpflege in höchster Vollendung Wet-Wschs Werktgbert Günther Söhne. Dresden-4 Zweigniederlassung: Frankfurt (Main), Schloßstraße 117, e366ss Tel. Maingau 4753. Verkauf. Nächsten Freitag, den 12. Juni, mittags 1 Uhr, soll ein erstkl. fetter, zirka 18 Zentner schwerer 5812D Simmentaler Bullen auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Angebote können auf hiesiger Bürger- meistere! auf Lebendgewicht eingereicht wer- den. Die (Eröffnung findet im Gemeinde. Haus mittags 1 Uhr statt, wo alsdann die Bedingungen bekannt gegeben werden. Reiskirchen, den 8. Juni 1925. Bürgermeisterei Reiskirchen: Schomber. Sie wird die etwaige Angliederung an eine Großmacht bestimmen. Alle wohlerworbenen Rechte Privater werden natürlich in vollstem Maße beachtet. Wir lasten der Verwaltung von Nova Thule eine Frist von 24 Stunden, unsere gewiß loyalen Bedingungen anzunehmen. Nach Ablauf dieser Zeit werden wir zu kriegerstchen Maßnahmen übergehen, die den Charakter einer Strafexpedition gegen Piraten besitzen. Sie richten sich in keiner Weise gegen die arbeitende Bevölkerung, vor allem nicht gegen die Russen oder Amerikaner, die unseres besonderen Schutzes gewiß find, sondern nur gegen (^walthaber des Landes. erwarten mir auch von der friedliebenden Arbeiterschaft, daß sie in keiner Weise unsere notwendigen Kriegshandlungen zu beeinträchtigen sucht. Wer vo-.i unseren Truppen dabei betroffen wird, daß er feindliche Handlungen gegen französische Soldaten oder Flugzeuge unternimmt, verfällt den Krieg-Gesetzen, nach denen in einem Lande, besten Selbständigkeit nicht anerkannt ist, die Todesstrafe verhängt werden muß. Der Präsident von Frankreich. einen kleinen Ueberblick unserer gesamten Verteidigungsanlagen." „Ach, bitte ,ja!" rief Linda. Kersten fuhr fort: „Sobald es gewiß schien, daß die Franzosen einen Angriff auf Nova Thule machen würden, hielten wir es für das wichtigste Erfordernis, Platinia völlig unangreifbar zu machen. Petrolea und Ferreata sind durch ihre Lage unter dem Eise genügend geschützt. Außerdem ist es kaum möglich, gegen diese beiden Orte vorzugehen, ohne sich vorher Platinias bemächtigt zu haben. Als erstes Erfordernis mußten wir hier alle wichtigen oberirdischen Anlagen verschwinden lassen, weil sie den feindlichen Bombenwürfen zu sehr ausgesetzt werden. Die eigentlichen Fabrikräume befinden sich jetzt völlig unter der Erde, während wir die Wohnungen der Arbeiter und Angestellten hierher an den Steilabhang des Gebirges verlegten. Ein darüber angebrachtes, stark abgeschrägtes Drahtnetz wird alle Bombenwürfe abfangen und in einen danebenliegenden Abgrund gleiten lasten." „Wo befinden sich denn die Schuppen für unsere Kampfflieger?" fragte Linda. „Sie sind direkt in eine steile Felswand eingebaut." Kersten wies mit dem Arm nach rechts, an den Masten der Funkenstation vorbei. „Vermögen Sie dort die fünf dunklen Stellen an jenem Abhange zu erkennen? Es find die Aufenthaltsräume der Kampfflugzeuge. Sie stehen immer zu Zweit nebeneinander. Durch eine automatische Ab- flugvorrichtung können sie von der Stelle aus fort= geschnellt werden und vermögen dann gleich aufzusteigen." „Auf den Schutz unserer Transportluftschiffe mußten wir verzichten", warf Sanders ein. „Für so zahlreiche Maschinen waren gesicherte Unterkunftsräume nicht mehr zu beschaffen. Wir ließen daher die oberirdischen Hallen bestehen. Sobald wir das erste Anzeichen eines feindlichen Angriffes erhalten, müssen alle nicht für den Kampf bestimmten Flugzeuge aufsteigen und sich nach Petrolea begeben." Glauben Sie wirklich mit nur 10 Kampfflugzeugen dieser ganzen ungeheuren französischen Luftflotte widerstehen ju’ können?" fragte Linda. Kersten lachte stillvergnügt vor sich hin. Baldrianwein Arbeitsvergebmrg. Zum Reubau eines Pfarrhauses zu Trais-Horloff werden die Erd-, Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schmiedearbeiten und die Trägerlieferung zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom Donnerstag, dem 11. d. Mts., auf der Kreisbauverwaltung, Zimmer Rr. 18, offen. Angebotsvordrucke werden daselbst sowie auf dem Evang. Pfarramt zu Trais-Horloff, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschloffen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen zu dem am 16. Juni d. Is., nachmittags 3 Llhr, auf der Kreisbauverwaltung stattfindenden Verdingungstermin einzureichen. verleiht einen gesimden Schlaf und stärkt bei längerem Gebrauche die Nerven. Man hüte sichvorNachahmung. und achte auf diebchutzmarke „Ostag“ und den Namenszug „W. Ullrich“. In Originalflaschen zu haben in allen Apotheken und Drogerien, bestimmt: Central-Drogerie, Scbulstraße Germania-Drog.,Frankf.Str.29 „Das wäre allzu leichtfertig gehm.delr', er. klärte er. „Trotzdem unsere Kampfflieger eine ungeheure Ueberlegenheit gegen die der Franzosen besitzen. Unser Plan ist ein ganz anderer. Und damit komme ich auf die wichtigste und streng geheime Angelegenheit der Verteidigung: Auf allen Höhen rings um Platinia in einem Umkreise von etwa 5 Kilometer wurden 8000 Maschinengewehre ausgestellt. Sie sind immer in Batterien von je 50 vereinigt, deren jede nur drei Mann zur Bedienung erfordern iie sich in bombensicheren Unterständen befinden. Diese Maschinengeschütze besitzen ein größeres Kaliber als die alten Maschinengewehre und siehen etwa in der Mitte zwischen Gewehr und Geschütz. Dafür geht auch ihre Reichweite bis auf 4500 Meter Höhe, und ihr Geschoß wirkt beim Auftreffen stark explodierend." „Ich kann mir nicht vorstellen, wie nur drei Mann gleichzeitig 50 Geschütze richtig bedienen sollen , meinte Linda. „Sie sind ja nicht einmal imstande, die feindliches Flieger in der Lust., zu erkennen. Wie sollen sie sie dann noch beschießen und gar treffen?" „Die Bedienungsmannschaften haben nichts weiter zu tun .als in ihrer Batterie etwaige Störungen zu beseitigen", erklärte Kersten. „Gerichtet und abgefeuert werden die Geschütze von hier aus." Er führte Linda zu einem in der Ecke des Beobachtungsstandes befindlichen Tisch, der etwa ein Meter im Umfang besaß. Sehen Sie hier, meine Zentrale für den Abwehrkampf. Die Platte des Tisches ist ein genaues Abbild der Umgebung von Platinia. Das darauf befindliche Gewirr von Schaltknöpfen und Hebeln ermöglicht es, durch den elektrischen Strom jede Batterie einzeln oder auch in Gruppen abzufeuern. Die Richtung der Geschütze zeigt im allgemeinen senkrecht nach oben, doch lassen sie sich von hier auch bis zu 45 Grad nach allen Seiten abdrehen. Unser Verteidigungsplan läuft in großen Zügen darauf hinaus, möglichst viele feindliche Flieger in den inneren Kreis der Verteidigungsanlagen zu locken, aus dem sie dann kaum mehr herauskommen werden. Da auf zehn Meter Länge jedesmal sechzehn Geschütze stehen, brauchen diese nur ein senkrecht in die Luft gerichtetes Sperrfeuer abzugeben, um jegliches Entkommen der feindlichen Flugzeuge zu verhindern." (Fortsetzung folgt.) T muNf"* habe tefi durch Sc6aumaufiaAen von DÄ?9 er ba-Seife befetttgt K K in G. Per St. M -.63, 30 verstärkt M. 1.-. Zur Nachbehandlung ist Hcrva-Ciemevesonders zi emvsklllcn Zu hab. m allen Avolbcken, Drogerien u Parfümerien 32. Wttelrheimscher Kreistumfeft Gießen. Am 11. Juni 1925, pünktlich abends 83 4 Ubr, im Saalbau Sauer Gesamtprobe der Bässe für die Massenchöre. Am 15. Juni 1925, pünktlich abends 83/4 Ubr, im Saalbau Sauer Gesamtprobe der Tenöre für die Massenchöre. Z Otto Görlach. Karl Horetzscck. Bienenkorb In den Tagen von Mittwoch, den 10. Juni bis Samstag, den 13. Juni einschließlich, jedesmal in den Tagesstunden von 10 - 1 Uhr norm, und von 3 - 6Uhrnachm.,wird die Abt-Dienen- korb des Alicefrauenoereins zu Gießen in dem Laden des Herrn Heinr. Hettler (Ecke Sudan!. u. Frankfurter Str.) eine mit Verkauf verbundene Ausstellung ihrer Erzeugnisse veranstalten. 5750D Die Anstreicherarbeiten zu 19 Woh- nungsneubauten in Wetzlar-Aiedergirmes sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsvordrucke können gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung der Anfertigungskosten im Betrage von Mk. 2.50 bezogen werden. Die Angebote sind in versiegeltem Umschlag mit der Aufschrift „Angebot auf Ausführung vpnAnstreicher- arbeiten für 19 Wohnungen' versehen bis zumMontag, den 15. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, dem Stadtbauamt Turmstr. 5, einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bewerber bezw. deren bevollmächttgten Vertreter erfolgt. Stadtbauamt Wetzlar. Mittwoch, den 10. Juni 1925, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich Reuen- weg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1.1000 Dosen Sternol, 1 Ladenkaffe, einen Grudeherd, 9 Milchkannen, 1 Küchenherd, 10 Emailletöpfe, 7 Obstpreffen, 1 Waschkommode, 1 Iagdwagen, ein Büfett, 4 Stühle (eichen), 1 Kredenz, 1 Spiegel, 1 Ueberzieher, 1 Sofa, einen Trumeauspiegel. 1 runden Tifch mit 2 Sesseln, 1 Serviertisch u. v. a. 2. Bestimmt: 440 kg Bohnerwachs in x/#* und 1-kg. Büchsen, 28 Portionen Eedenta-Phos- phat- und Silikat-Zement. [5808D Junker, Gerichtsvollzieher.