ilngebick sehr belicht :hmack nach folgendem Rezept: handeln werden gticblll, jebackt and milde®Gewürz Mehl gemischt. - hemem n Zuck r m l de® Hom? gelöst id Die winntU- mischang. die «jch»«*' miteininoer und lugt. »a r Oetker's „Bicbn1* hmo. man noch soviel Mehl hm«, und auszeroht werden kinm r BlecHorm werden Kuchen rit Wachs bestrichenen B een -äse-tä 'schmeckend and billig- SKSSSS* r, Bielefeld. 1 1191’1 . siaZtvtetteln ivohn' . melDei5 erbracht, dah m verschiedenen Stell« 1 rui.rt Fflite Ss fonnte Spielsachen W [t, sie waren aus ** Wan oiinele fing durch die 3 w e §oWf8.' "Ochste Wage"! ® 6$ > Die^n SU öen en, wer d einer lben. koA^egter it ei5-leLrfl5 MB ler ÄurntttS-' n,e sich s *££ l^n öaö .« Pose 1t •» schuld, SSs ÄS e» MH •n grient, iu S[lCD fle Odeid un )U Ü untet VE ®ai »«”? r?kss»* IN er y .„dern, ; *»*&>•* Sas voiU w General-Anzeiger für Oberheffen Drud vnd Verlag: vrühl'sche Urüoerfitäts-Vuch- und Zleindruckerel N. Lange in Sletzen. Lchnfüeitung und Srschästsstelle: Zchulyrahe 7. Die Regierungskrisis Senkung des Preisniveaus herbeizuführen, die uns in Die Sitzung des Völkerbundsrats wechselnder QIrt. Arbeiter deckt sich erwerbslosen einem Bericht des überschritten hat. also mit der Zahl der V o l l- in der Rheinprovinz, die nach LandeSarbeitSamts die 100 000 die Dinge ja außerordentlich einfach. Nach der Einstellung des Reichstages ist die Fortführung der Linie von Locarno eine Selbstverständlichkeit. Im Innern aber gilt es, der drohenden Wirtschafts- kataftrophe entgegenzuarbeiten und gleichzeitig eine der Welt wieder konkurrenzfähig macht. Die Besprechungen bei Hindenburg. Die Partei- 3nna!)«e von anjtlae« für die Tagesnummer bis zum Rachmitiag vorher. ' Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspjennig, Plahvorschttjt 20', mehr. Chesredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lang«. Derantwortlich. für Politik und Feuilleton Dr. Fricdr Wilh. Lange» für den übrigen Teil Er .st Blumschein: für den An- zeigenteil Hans Züslel, sämtlich m (Bießen. Di^ wirtschaftspolitifchen Aufgaben des neuen Kabinetts führer beim Reichspräsidenten. — Neue Beratungen der Fraktionen gewerbe. Metallgewerbe sowie in Lohnarbeit D.e Zahl der ausländischen auch der nördliche Teil Tirols, der noch zu Oesterreich gehört. Italien mit Gewalt einverleibt werden soll. Doch nicht das allein hat den DöllerbundSrat zu veranlassen, einzugreifen. es ist auch hier wieder die Untetbrüdung der deutschen Minderheit. die zum Himmel schreit. Seit einigen Wochen wird von den Faszisten ein Kampf gegen das Deutschtum geführt, der an Brutalität kaum seinesgleichen findet. Bon dcn Leiden der Südtiroler bis zu denen der Deutschen in der Tschechei, in Jugoslawen, Rumänien und Polen ist nie ein kleiner Schritt. 11 e b c r a 11 das gleiche Bild: Verhältnis-. mäßig kleine Döllergruppen versuchen mit aller Gewalt starke deutsche Minderheiten entweder auszurotten oder zu entnationalisiercn. Will sich der Döllerbund die Achtung aller Ra.ionen erringen, dann mag er jetzt zeigen das; er eine Macht ist, die ihre Ausgabe, eine Hüterin des intemationa'cn Völkerrechts zu sein, auch zu erfülle n weih. Dergriechisch-bulgarischeUonM Genf, 7. Dez. (£11.) Unter dem Vorsitz des italienischen Ratsmitgliedes Scialoja wurde heule vormittag um 11.46 llljr die 37. Ratssitzung eröffnet. Am Ratstisch haben die zehn Mitglieder und der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, Platz genommen. Man bemerkte u. a. den britischen Außenminister Chamberlain, den scht edi- schen Außenminister 11 n b e n , den tschechischen Außenminister Benesch, Den f.anzö i'chen Bertie er Paul Boncour. den japanischen Botschafter 2 shi und den früheren belgischen Außenminister Hymans. Der Saal ist sehr stark beseht. Zahlreiches Publikum hat sich ein* gesunden, der Ratstisch ist auch von den in Genf weilenden Staatsmännern dicht umstanden. Alle überragt die hohe Gestalt des Danziger Senatspräsidenten Sa hm. Die Beratungen.beginnen mit der Verhandlung des griechisch-bulgarischen Zwischenfalles. Auf. Aufforderung des Vorsitzenden nehmen der bulgarisch: Außenminister Kalkofs und der frühere griechische Außenminister Rentis am Tische des Rates Platz. K. lkcfs verliest ein Dankschreiben d r bulgarischen Regierung für die Schnelligkeit und Exaktheit, mit Der der Völkerbundsrat seiner Aufgabe nachgekommen sei, bewaffnete Konfliite zwischen Völ- derbundsmitgliedern im Keime zu ersticken. Der besondere Dank der bulgarischen Regierung gelte Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags. Beilegen: Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle Mono».keziißspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der. lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- richten: »nztlaer Stehen. Postscheckkonto: Sronlfurt am Main 11686. Wieder einmal haben sich so ziemlich alle leitenden Staatsmänner Europas in Genf cinge- fundrn, kommt doch der diesjährigen Winter- sihung bzä VIlkerbundsrates eine überragende Bedeutung zu. Lassen wir nur einmal alle schwebenden Streitfragen bis auf die der griechisch-bulgarischen Zwischenfalles aus der Debatte heraus, bann ergibt sich sofort, daß hier der Angelpunkt für die Rolle liegt, die der Bund in Zukunft im Leben der Rationen zu spi.len haben wird. Hier hat er zum erstenmal zu zeigen, ob er mehr ist als eine Vereinigung mit schönen Zielen und Absichten. Kommt er zu einer Entscheidung, die klar und unzweideutig den Angegriffenen gegen den Angreifer nicht nur in Schutz nimmt, sondern auch noch den Angreifer verurteilt, die entstandenen Sch a.m wieder gutzumachen, bann kann er sich einen moralischen Gewinn verbuchen, werden doch nun all: diejenigen, die bisher als Schwächere von Stärkeren mißhandelt und mit Un echt bebaut wurden, neue Hoffnung schöpfen. Wir möchten nur an die Minderheitenfrage erinnern, mit der sich der Rat in dieser Woche ebenfalls zu beschä tigen haben wi d. Da ist die Festsetzung polnischen Mili 1 ärs in Danzig, ein Vorgang, der, wenn er nicht durch den Völkerbund sofort aus der Welt geschafft wird, das wehrlose Danzig den schwerbe- wafsntten Polen nun auch militärisch auslie - f e r t und in Osteuropa einen Herd neuer Kon- fliklvmöglichkeiten errichtet. Als Polen die Erlaubnis erhielt, auf der Westerplatte eine Mu- nitiondanlage zu errichten, war der Locarno- Frieden noch nicht geschaffen. Eine seiner Rückwirkungen wird für den Völlerbuno die fein, das Anrecht, was vor ihm geschah, wieder gut- zumachen, was um so leichter sein dürste, als ja Polen einen eigenen Hafen an der Ostsee hat. Reben Danzig werden auch die M e- mellänber in Gens erscheinen, um bittere Klage über daS Verhalten der Kownoer Regierung zu führen. Will der Völkerbund ein Hort des Friedens fein, dann wird von ihm gerechter Weise verlangt werden können, nicht erst dann als Friedensstifter aufzutreten, wenn schon die ersten Schüsse gefallen sind, wie das beim bulgarisch- griechischen Konflikt geschah, sondern schon dort seine Autorität zur Geltung zu bringen, wo sich Zwischenfälle vorbereiten. Das ist jetzt an der italien.-österreichischen Grenze der Fall. Hier haben sich faszistische Verbände ernster Grenzverletzungen schuldig gemacht, es ist damit zu rechnen, daß über dirz oder lang Berlin. 7. De;. (ZIL) Heber die heutigen Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Parteiführern wird folgendes amtliches Kommunique ausgegeben: Der Herr Reichspräsident empfing im Laufe des heutigen Tages die Führer der Fraktionen des Reichstages (mit Ausnahme derer der Kommunisten und der völkischen Fraktion) zu 6in- zelbefprechungcn über die politische Lage und die Frage der Kabinettsbildung. Für oie sozialdemokratische Fraktion erschienen die Abg. Hermann 211 ü I - l e r und D i 11 m a n n. Für die der deutschnationalen die Abg. Graf IBeftarp und Thomsen, für das Zentrum die Abg. Dr. Marx und Dr. Bell, für die Deutsche volkspartei die Abg. Dr. Scholz und Dr. Cur lins, für die Demokraten die Abg. Dr. Koch und Erkelenz, für die wirtschaftliche Vereinigung die Abg. Drewitz und INollath und für die Bayerische Volkspartei der Abg. Laicht. Der Herr Reichspräsident gab den Frak- tionsücrtretern gegenüber seiner Auffassung oahin Ausdruck, dah er angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieses Winkers bieBilbungbet sog. Große Koalition für wünschenswert erachte, sofern sich hierfür ein gemeinsames Arbeitsprogramm erreichen ließe. Er nahm hierzu die Aeußerungen aller crschienenen FrakNonL- oertreter entgegen und bat die für die Grosze Koalition in Betracht kommenden Fraktionen in der eigenen Partei wie im gegenseitigen Benehmen die Frage der Bildung dieser Koalition sowie der 2tr- beitegrundlagcn für dieselben zu klären und ihm das Ergebnis alrbald mitzuteilen. Die Frakkionsoer- treter werden bis fnäteffene Donnerstag dem Herrn Reichspräsidenten ihre Entschließung bekanntgeben. 3m eirt^lncn wirb von feiten der Parteien noch folgendes' bekannt: Rach dem ^Vorwärts" erklärten die Vertreter der Sozialdemokratie, bab'bic Entscheidung der Fraktion Vorbehalten bleiben müsse, die am M ttwoch nachmittag zulammentrete. Sie wollten aber auch jetzt schon nicht verhehlen, daß in der Fraktion gegen die Bildung einer Regierung der großen Koalition nach den Erfahrungen, die man im Herbst 1923 und seitdem gemacht habe, sehr starke Bedenken bestünden. Der Reichspräsident ersuchte um Zustellung eines schriftlichen Bescheides, den die sozialdemokratischen Vertreter zusagten. Der Beschluß der Fraktion wird dem Reichspräsidenten sofort zu- gekeltet werden. Von der Deutschen Volkspartei wird partei- offiziös mitgeteilt, daß die Vertreter der Reichs- tagsfraktion, die Herren Dr. Scholz und Dr. Eurtius. auf den Hinweis des Herrn Reichspräsidenten. daß die Bildung einer Reg erung auf breiter Basis angesichts der gegenwärtigen schweren Lage erwünscht fei, wofür nur das Zusammenarbeiten der Parteien von den Sozial- demokraten bis zur Deutschen Volkspartei in Frage käme, ihre Bereitwilligkeit z u Verhandlungen nach dieser Richtung erklärten. Die Reic^tagSsraktion der D. Vp. ist auf Donnerstag vormittag 10 ilfjr einberufen worden. — Wie die Telegeaphen-älnion erfahrt, wird der Reichspräsident erst dann einer Persönlichkeit den 21 uf trag xur Kabinetts- bildung erteilen, wenn ihm die Mitteilungen der Parteien über ihre Haltung zur Reg'erungs- bildung bekanntgegeben sind. Da die Parteiführer in den heutigen Besprechungen mit dem Reichspräsidenten zugesagl haben, die Stellungnahme der Parteien bis Donnerstag zu unterbreiten, so dürfte der Auftrag zur Kabinettsbildung frühestens am Freitag erfolgen. Die Notlüge im rheimsch- Westfälischen Industriegebiet. Rach Blattermcldungen aus Bochum machte in einer Pressekonferenz der Präsident des PoUzeibe- zirkes Bochum-Geifenkicchcn-Herne Landtagsabgeordneter Dr. 5 t i e l e r ZHiffeilengen über die Notlage des rheinisch-westfälischen Industriereviers. Von 542 000 Einwohnern des Polizeibezttkes Bo- chum-Gelsenkirchen-herne feien 6 1 0 0 0 ausschließlich auf öffentliche Unterstützung angewiesen. In dieser Zahl seien noch nicht die Rentenempfänger enthalten, die nebenbei auch noch Unterstützung beziehen. Die Fahl der Arbeitslosen belaufe sich auf 17 000 mit 25 000 Familienangehörigen, weiteren 2000 Arbeitern fei gekündigt. Dazu kämen noch viele Tausende oonfiurjarbeitern. Am ungünstigsten lägen die Dinge in Gelsenkirchen, wo j e"b c v siebente Einwohner aus öffentlichen Mitteln unterstützt würde. der Ansicht, daß kommunalpolitische und zahlreiche staatliche Aufgaben zurückgeschraubt werden mühten zugunsten der Lebensnotwendigkeiten der deutschen wirtschaft. Dr. Schacht fuhr fort, er glaube, daß die deutsche Wirtschaft über die schweren und grausamen Augenblicke der Krise nicht hinwegkomwe. wenn sie rufe: .Hier muß der Staat helfen!" Der Schrei nach Staatshilfe sei eine Vorbedingung für die Sozialisierung, die die deutsche Wirtschaft vermeiden wo'le. lieber die technische und organisatorische Umstellung denke er nicht pessimistisch. Der Zusammenfcmuh der chemischen und der Eisenindustrie, der Schiffahrt und anderer Gewerbe fein ein Beispiel dafür wie sich Ers ar* nisse erzielen lassen, die zur Steigerung uncrct internationalen WettbewerbLfähigicit beitragen müssen. DaS gleiche gelte für die Landwirtschaft. Die Reichsbank tue für sie. was sie nur tun tonne. Sie tonne aber keinm Kavita'lredit ax die Landwirtschaft geben. Eine gewisse fau>- männische Erziehung der Landwirtschaft würde sehr gute Dienste leisten. Auch in der Landwirtschaft müsse sehr viel zur Verbesserung der Produktion getan werden. Zum Schluß kam Dr. Schacht auf d i e wirtschaftliche Bedeutung der Locarnoverträge zu sprechen. Die nächste Etappe n üsse sein, stabile Währun^sver- haltnisle .i ganz Europa heroeizulüh- ren. Leider zeige die Geschichte, daß nicir.a s jemand aus dem Beispiel der anderen lern n wolle. Es wäre das größte Unglück'für Euro a, wenn noch mehr Staaten am eig:n?n Leibe diele Erfahrung machen müßten, bevor sie zur ilm- kehr kommen. Wenn Locarno gescheitert wäre, wäre das Unheil gar nicht auszudenken. DaS ganze durch den DaweSplan geschaffene Werk Der wirtschaftlichen Vernunft wäre zerstört und die ausländischen Kredite aus Deutschland würden zurügezogen werden. 100 000 ausländische Arbeiter in Deutschland. Freiburg, 7. Dez. (Wolff.) Rach einer amtlichen Veröffentlichung sind zur Zeit noch 99 781 ausländische Arbeiter in Deutschland beschäftigt. Davon entfallen 43 331 auf die Tschechoslowakei, Holland 14 333, Polen 13 310, Deuts ch- Oest erreich 7223, Jugoslawien 6410, Italien 3147. Rußland 2832, Ungarn 2123, Schweiz 1452, Belgien 884. Skandinavien 616, Franlrcich 276, die übrigen Lander 1799. 8000 Arbeiter sind ohne Genehmigung zugezogen. Von den Genehmigten arbeitet der größere Teil im Bergbau, Spinnstoff- Der Reichsbantzpräsident zur Wirtschaftskrisis. Dic Krcdiifragc. — Staat und Wirt» schäft. Stuttgart, 7. Dez. (WB.) Heute obenb hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht in der Handelskammer einen Vortrag über Kreditfragen. Don der Kreditseite allein fei eine Besserung bet augenblicklichen Sage nicht zu erwarten, die Kreditnot mache aber auch nicht die ganze Rot des Landes au5. Die Stellung der Reichsbank sei heute wesentlich befestigter als vor drei Monaten. Deshalb sei sie jetzt in der Lage, der Wirtschaft weiter entgegen julom- men. Dieses Entgegenkommen zeige sich in der Ermäßigung des Zinssatzes. Der augenblicklich r Zinssatz von 9 Pro-ent sei der nie» bivfte Sah für Kredite in Deutschland. Deshalb würde eine weitere Ermäßigung durchaus nicht die Wi.ckung haben, daß die übrigen Zinssätze fallen würden. Der Umftanb, daß die Reichsbank über einen starken Devisenbestand verfügt, ermögliche ferner eine zweite Maßnahme, um der deutschm Wirtschaft zu Hihe zu kommen. Die Kredite der Golddiskontbank , die noch viel zu wenig in den kreisen der Industrie und des Handels bekannt seien, eröffneten die Möglich!, it, aus dem Devisenbestand der Reichsbank Währungskredite zu erhalten ohne Dean« spimchung deS deutschen Zahlungsmittelumlaufes. Di:se Kredite seien in erster Linie bestimmt für die Exportindustrie. Dr. Schacht drückte fetne Freude darüber aus, daß die ÄuSlands- kredite, die Deutschland hn Anspruch genommen habe, durch die Anleihen der letzten Wochen nicht wesentlich zugenommen hätten, da durch diese kurzfristige Kredite abgeb eckt worden seien. Di-s sei eine begrüßungSwerie Gesundungsbewegung, tocil dadurch eine Beruhigung in die öeut- fä>e Wirtschaft hineinkomme. Dr. Schacht wandte sich dann gegen die Lasten, die der Industrie vom Staate auferlegi worden seien, und führte aus, es fei ein völliges Unding, der kranken und notleidenden Wirtschaft sozialpolitische und andere Ausgaben aufzuerlegen, wofür Golder beim besten Willen nicht vorhanden seien. Es wär- bedauerlich, wenn man die deutsche Wirtschaft erst zu Tode laufen liehe, bis die politischen Organe zu dieser Einsicht gekommen seien. Er sei nach wie vor Nr 287 Erster Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 8. Dezember (925 (Biehener Anzeiger DaS Reichskabinett hat in drr letzten Sitzung, in der es noch voll amtierte, also noch Im weitesten Umfange Handlungsfreiheiten brsaß, weitere Schritte zur Erzwingung der Preissenkung beschlossen. 3n einer amtlichen Mitteilung werden fünf neue Maßregeln angdünbigt; in erster Linie Einschränkung der Geschäftsaufsicht, daneben Reform der Ausschreibung, Deform der Kartcklverorbnungen und ihre H.b.rtragungen auch auf die Innungen sowie endlich Vorschriften über das Feikhalten von Brot zu festem Gewicht. Man braucht sich auf die Einzelheiten vor her Hand noch gar nicht fest-ulegen, wir) vielmehr sogar auch ohne genaue Kenttnis der Entwürfe zugeben tonnen, dah diese Absichten sehr löblich sind, zumal was die Einschränkung der Geschäftsaufsicht angeht. Auch das war eine Maßnahme, die unmittelbar nach der Stabilisierung als zweckmässig empfunden wurde, um einen allgemeinen Zusammenbruch zu verhindern. Eie stammte zwar auS der 3eit nach der Kriegserklärung, wurde abrr richtig aktuell erst 1924, hat sich jedoch seither zu Formen entwickelt, die sie in ihr Gegenteil verkehrten. Der ursprüngliche Gedanke war, guten Firmen Gelegenheit zur Abwicklung ihrer Verpflichtungen z u geben, wenn sie ihre Außenstände nicht rechtzeitig cintrciben konnten. Daraus hat sich dann aber ein System entwickelt, daS fast an ein Moratorium herangeht. Gewiß ist es unvermttdlich, daß eine Firma, wenn sie sich unter Geschäfts auf, ich! stellt, ihre Gläubiger auf denselben Weg bringen kann, loeit diese nun ihrerseits ihr Geld nicht bekommen. Findige Leute find aber auf den Dreh aefomnten, daß sie mit Hilfe der dehnbaren Voraussetzungen der Geschäftsaufsicht um den Konkurs herumkommen und die Erfüllung ihrer Verpflichtungen ins Endlose hinauszögern können. So sind im Rveomber allein fast 1000 Geschäftsauffichten b antrr-gt worden. Es mutz also etwas geschehen, um den Kreis der Beteiligten ' u beschränken, weil sonst eine Verewigung und eine Verallgemeinerung der Wirtschaftskrise unvermeidlich ist. 3n welchem Rahmen dabei gearbeitet werden muh, darüber wird eine Verständigung mit den Handelskammern, die ja bereits eingeleitet ist, leicht zu erzielen Jein. Die anderen Vorschläge, die von der Regierung vorgesehen sind, bedeuten eigentlich mehr Mittelchen, die an dem Symptom der Krankheit herum doktorn, anstatt d i e Krankheit selbst zu kurieren. Das ist ja überhaupt von Anbeginn an der Fehler der ganzen Aktton der Regierung gewesen, daß sie das Hebel nicht an der Wurzel Packte. Wie will man die Preise senken, wenn man gleichzeitig einen Steuerdruck auf die Wirtschaft legt, der ein Vielfaches des F r i e d e n s s a h e s au6- nmcht. Die eine Zahl, daß wir 1914 bei einem Volkseinkommen von über 40 Milliarden 8 Milliarden Abgaben hatten, heute dagegen bei einem Volkseinkommen von 30 Milliarden über 12 Milliarden, macht eigentlich jeden Kommentar überflüssig, zumal, da inzwischen die Priva t- wirtscha-ft völlig verarmt ist und der Staat jeden Pfennig in seine eigenen Taschen zieht. Wenn er das getan hätte, um nun wieder billige Kredite zur Verfügung zu stellen, so wäre das zwar ein überflüssiger Tkm - weg gewesen, aber es hätte sich darüber reden lassen. Statt dessen nahm auch die öffentliche Hand rasend hohe Zinsen und trug so wesentlich zur Verteuerung des Kredits bei. Ganz abgesehen davon, daß der Goldsegen, der sich über Reich, Staat und Gemeinden ergötz, von ihnen zur äleberspannung ihrer Bedürfnisse und zu Spekulationszwecken ausgcnaht wurde. Die Stadt Berlin hat nachweislich in einem Jahr ungefähr 50 Millionen Wk. in Effekten angelegt, auch Preußen hat sich an dieser „kalten Sozialisierung" erfolgreich beteiligt. Wir wären heute viel weiter, wenn die Steuerleistungen rechtzeitig dem Be darf angepaßt, gleichzeitig aber der Bedarf auch auf das Notwendigste beschränkt würde. Dann hätte die Privatwirtschaft mehr Geld, hätte auch billiger produzieren können, und vor allem die allgemeine Verwaltung wäre zu sehr viel größerer Sparsamkeit gezwungen gewesen. Wie alles, so haben wir ja auch das verkehrt angepackt. Wir haben mit dem Beamtenabbau angefangen, die Verwaltungsarbeit aber ruhig gelassen, anstatt zunächst die Verwaltung auf das unbedingt notwendige Maß abzubauen und danach die erforderliche Zahl der Beamten zu bemessen. Dieser zweite Teil der Abbauaktion muß kommen. Die ganze Frage aber wird als die Erbschaft des Kabinetts Luther bet der Neubildung der Negierung das Wichtigste sein. Außenpolitisch liegen auch der unparteiischen Arbeit der Untersuchungs- iDirrmiffton. Dann weist Kalkoff darauf hin, dast Bulgarien durch seine Abrüstung in einer besonders schweren Lage fd. Es sei nicht das erste Mal, daß die griechische Regierung Dor- würfe gegen die Ävmitatschis erhoben habe. Die Uniersuchungen der bulgarischen Regierung hätten aöer ergeben, daß die Banden, die dem Feind stets als Dorwand für böswillige Angriffe gegen Bulgarien dienten, in keinerlei Beziehung zur bulgarischen Regierung ständen. Die schwlerige wirtschaftliche Lage Bulgariens treibe viele seiner Bewohner zur Verzweiflung. Die Regierung tue alles, was sie nur könne, um die Lage ihrer schwer geprüften Bevölkerung zu erleichtern, doch bcsürchte sie, daß sie allein dieses Ziel nicht erreichen werde. Die bulgarische Regierung sei im we'entlichcn mit den Dorsch'.ägen der Kommission einverstanden, doch sei die Zahlung von 30 Millionen Levas, zu dem Griechenlaird verurteilt wurde, zu gering. Frieden und Ordnung werde nur dann auf dem Balkan herrschen, wenn die durch die Friedensvorschläge vorgesehene allgemeine Abrüstung verwirklicht werde. Der griechische Außenminister R e n t i s nahm ebenfalls im' wesentlichen die Vorschläge der Llntcrsuchungskommission und insbesondere die zur Vermeidung neuer Zwischenfälle an und behandelte dann in sehr ausführlicher Weise die Minderheitenfrage. Rach seiner Darlegung liege der eigentliche Grund deS griechisch- bulgarischen Konfllltes in der Frage des Zugangs Bulgariens zum Aegäischen M e e r e, ein Ilmstand, der von dewUntersuchungS- tommission des Völkerbundes überhaupt nicht berührt worden sei. Bulgarien habe leider das Angebot, das die griechische Regierung auf der letzten Völkerbundsversammlung gemacht habe, leine Folge geleistet, da eS einen territorialen Korridor durch das griechische Gebiet hindurch verlangt, während ihm durch die Der- rräge nur ein wirtschaftlicher Zugang zum Aegäischen Meer von den Mächten garantiert worden sei. Im weiteren Verlaufe seiner Darlegungen versuchte Rentis zu beweisen, daß Bulgarien noch nicht völlig abgerüstet fei, und daß es die militärischen Bedingungen des Vertrages von Reulllh noch nicht völlig erfüllt habe. Griechenland könnte sehr wohl der Meinung sein, daß es das Rocht habe, gewisse Zwangsmaßnahmen gegen Bulgarien zu ergreifen, um die drohende Kriegsgefahr zu vermeiden. Trotzdem nehme er die Darstellung der Untersuchungskommission über die Vorgänge, die zum gnechisch-buloa- rischen Konflikt führten, debattelos an, müsse aber erklären, daß die Entschädigungsforde- rungen Griechenlands durchaus berechtigt seien. In der Nachmittagssitzung erklärte der Vorsitzende der Untersuchungskommission Sir chorace R u m b o l d im Namen der Kommission, der Bericht sei e i n st i m m i g von ihr abgefaßt. Sie sei nicht gewillt, chn abzuändern. Der griechische Vertreter, Rentis, verlangte eine neue Erklärung der bulgarischen Regierung, daß sie ihre Abrüstungsverpflichtungen, die ihr der Vertrag von Neuilly auferleye, hallen werde. Der Vorsitzende Scialoja rotes die Forderung des griechischen Vertreters zurück. Es sei selbstverständlich, daß ein Staat seinen vertraglichen Verpflichtungen Nachkomme. Slr Austen Chamberlain schlug die Vertagung der Verhandlungen und die Einsetzung einer "D r e i e r k o m m i s s i o n zur Formulierung einer Resolution in einer späteren Sitzung vor. Die ^Schlichtung des vorliegenden Streites bedeute einen »Präzedenzfall in der Rechtsprechung des Dölker- ^bundsrates und bedürfe deshalb einer sorgfältigen ^juristischen Behandlung. Ehamberlain, Hymans und Gras Jfhii werden mit dieser Aufgabe betraut. — Der Rat vertagte sich auf Dienstag. Auf der Tagesordnung steht die Mossulfrage. Der Mossulstreit. Der Mossulkonllikt zwischen England und der Türkei dreht sich um die Auslegung des Artikels des Lausanner Friedensvertrages, der die Regelung der Mossulgrenze zwischen der Türkei und England auf dem Wege friedlicher Behandlung verweist und im Falle der Richteinigung den Fall dem DolkerbundS- rat überweist. Die indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern führten natürlich zu keiner Einigung, so daß der Völkerbundsrat im Sebtember 1924 eine Sonderkommis- sion einsehte, die an Ort und Stelle Feststellungen machen sollte. Du'- Grund deS umfangreichen Berichtes dieser Kommission nahm der Völkerbundsrat. die Prüfung der Frage im September 1925 wieder auf, konnte aber zu keinem Ergebnis kommen, weil sich die Ansichten der Engländer und Türken noch schroff gegenüber- standen, daß eine Einigung unmöglich erschien. Während England den Standpunkt vertrat, daß der DölleroundSrat eine endgültige Entscheidung zu fällen habe, beharrte die Türkei bei ihrer Ansicht, daß es sich nur um eine Vermiitelungs-Aktion des Rates, aber um keine bindende Entscheidung handeln könne. Der DöllerdundSrat überwies diese Streifrage an den Weltschiedsgerichtshof, dessen Gutachten zugunsten der englischen Auffassung ausgefallen ist, so daß also der Döllerbund in seiner jetzigen Sitzung den Versuch machen wird, eine Entscheidung herbeizuführen. Die bisherige unentschlossene Haltung des Rates gibt allerdings keine Gewißheit dafür, daß auch wirllich diesmal eine endgültige Entscheidung gefällt wird Sie wird immer wieder an der Haltung der Türkei scheitern, die darüber keine älnllarheit gelassen hat, daß sie sich einer für sie ungünstigen Entscheidung keineswegs zu fügen gedenkt, und daß sie 'ihr Recht nötigenfalls mit den Waffen verteidigen wird. Man rechnet deshalb auch in Genf schon damit, daß die Frage einer IInterfommif- sion zur Weiterbehandlung überwiesen wird. Da England ab:r an einer baldigen Entscheidung gelegen ist. wird man damit rechnen können, frift es Chamberlain als Hauptaufgabe in Genf betrachtet, den Versuch zu machen, durch Derhandtungen mit den Vertretern der Türkei doch noch ans Ziel zu kommen. England wird aber dabei in seinen Ansprüchen stark zurüogehen müssen, da sonst ein Rachgeben der Türkei kaum zu erreichen ist. Die junge türkische Republik braucht das Gebiet zu ihrer wirtschaftlichen Konsolidierung und wird dementsprechend keine Mittel scheuen, um das Ziel zu erreichen. Fraglich ist, ob gerade England im jetzigen Augenblick Reigung zeigt, sich in eine kriegerische Auseinandersetzung einzulassen. Die Versuche Englands, durch Propaganda das Mossulgebiet für ein Jrakterrito- rium gelten zu lassen, sind gescheitert. Ein Eingeständnis Englands liegt schließlich auch schon darin, daß es sich gegen ein Plebiszit in diesem Gebiete sträubt. Gs geht bei dieser Entscheidung nicht allein um strategische und um Petroleumsragen, der Mossu,streit hat sich durch die Länge seiner Dauer zu einer gewissen Pre- stig est r a g e für England enttoielt, die immer dann von der Politik in den Vordergrund ge- choben wird, wenn sich alle Berechnungen und Kalkulationen als verfehlt erwiesen haben. Die Abrüstung. Die englich-srattzösischerr Gegensätze. Genf, 8. Dezember. (Telegraphen-älnion.) Das Programm zur Vorbereitung einer internationalen Abrüstungskonferenz ist nunmehr von dem Komitee des Völkerbundes festgelegt worden. Der Versuch, das englische und das französische Memorandum in .Uebercinftimmung zu bringen, erwies sich als schwieriger, als man vermutet hatte. Immerhin war es im Laufe des Sonntags gelungen, in acht von zehn Punkten eine Llebereinstimmung zu errechen. Die Punkte, in denen keine Einigung bisher erzielt wurde, und in denen der Dölkerbundsrat nunmehr eine Entscheidung zu fällen hat, sind folgende: Von französischer Seite wird eine genaue Prüfung der Kriegskräfte eines jeden Staates verlangt, das heißt mit andern Worten, eine Kontrolle über die ge- lam’te Rüstungsindustrie und ihre verhältnismäßige Stärke. Diese Kontrolle sei, so heben die Franzosen hervor, gleichfalls notwendig, um die wirtfchaftllchen und mllitärischen Sanktionen, die der Paragraph 16 der Völkerbunds! atzungen vorsieht, wirksam zu gestalten, damit ein jeder Staat, der bedroht sei, genau wisse, mit welcher Hllfe er von anderen Dölkerbundsmitgliedern zu rech» nnen habe. Der zweite Punkt betrifft die Verbindung der Sicherheits- mit der Ab - rüstungSfrage. Hi:r wird von den Franzose die allerengsts Verbindung dieser beiden Probleme verlangt, denn ohne Sicherheit sei an eine Abrüstung nicht zu denken. Die Engländer sind im Gegensatz hierzu der Anschauung, daß der Dölkerbundspakt genügend Sicherheit biete. Man müsse zu der neuen politischen Lage das Vertrauen haben, daß sie die Sicherheit gewährleiste und bei einer Bedrohung für ausreichende Hilfe Gewähr leiste. Cs komme daher nicht so sehr auf den Umfang der Rüstungen an. sondern vielmehr daraus, mit welcher Schnelligkeit sie im Kriegsfälle in Er> sch.inung treten würde und in welchem Zeitraum man mit wirksamer Hilfe rechnen könne. Die moralische Garantie sei wichtiger als alle Äon» trollmahnahmen. Bei einem Empfang der Presse erflirte Lord Robert Cecil, daß der älnterschied zwischen der engllschen und der französischen Auffassung sich mehr auf die Methode als auf den Charakter der Abrüstung beziehe. Unerhörte Deutschen- bedrückung in Tirol. Faszist sche Mindrrheitenpolitik im „Geist von Locarno". Innsbruck. 7. Dez. (ÄvTV.) Dach hier eingetroffenen Nachrichten aus Bozen berfotgen die italienischen Behörden mit allen erdenklichen Mitteln die Erteilung deutschen Unterrichts. Den Volksschultehrern ist durch Rundschreiben unter Androhung der Entlassung aufgegeben worden, die Schulkinder nach im Orte etwa erteiltem deutschen Privatunterricht auSzu- fragen. Ergibt sich der Verdacht eines solchen Unterrichts, so erfolgen Hauss uchungen und Beschlagnahme aller vorgefundenen deutschen Bücher. Wer Privatunterricht erteilt, wird, wenn er nicht Ortsansässiger ist, ausgewiesen oder infi Gefängnis geworfen. Die Ortsansässigen werden mit Geldstrafen belegt. — In den letzten Tagen wurde der pensionslvs entlassene Leh rer Kaps, der in Pranin deutschen Privatunterricht' erteilt hatte, nach St. Johann in Ahrn abgeschoben, dort verhaftet und in das Gefängnis von Druneck gebracht, wo er feit adjrt Tagen in elendem Zustande gefangen gehalten wird. Ein Heilerer unglaublicher Vorfall ereignete sich vor einigen Tagen in Dozen. Eine Groß- ficma lieferte mittels Handwagen Oel an einen Dozener Kaufmann. Beim Abladen des OeleS muhte der Handwagen kurze Zeit unbewacht auf der Straße stehen gelassen werden. Plötzlich war er verschwunden und die Firma erhielt die Mitteilung, daß der Wagen bei der Polizei gegen 12 Lire abgeholt werden könnte. Ein Arbeiter der Firma löste den Wagen auS. Als er die Einhändigung des Wagens int Amtslokal tätigte, wurde er von den anwesenden Faschisten plötzlich verprügelt und konnte sich nur durch rasche Flucht retten. Doch die Faschisten jagten hinter ihm her und verfolgten ihn durch verschiedene Straßen. Als sie seiner endlich habhaft geworden waren, eskortierten sie ihn unter Schlägen zur Polizeiwache. Dort wurde er unter erneuten Schlägen gezwungen, die frühere österreichische Fahne anzuspucken und mit Füßen zu treten, sowie öie italienis che Trikolore dreimal zu küssen. Den Bitten des Geschäftsinhabers gelang es endlich, den armen Menschen, der nichts verschuldet hatte, freizubekommen. Neue BesatzuntzsZasten. München, 7. De;. (TU.) In Zweibrücken hat die Desahungsbehörde für die dauernde Unterbringung eines Regiments von 2200 Mann einen Saal und 8 6 Wohnungen angeforderl. Unter den Wohnungen befinden |id) acht für Stabs- Offiziere, darunter eine mit 14 Zimmern. 13 Wohnungen für Hauptleute. 30 für Leutnants und 35 für Unteroffiziere. (Eine Erfüllung dieser Forderungen der Besahungsbebörde ist besonders Im Hinblick auf die jetzige kalte Jahreszeit unerträglich. Durch diese Maßnahme werden 80 Familien auf bte Strafte gesetzt. Die Erledigung der „Lusitama-Ansprüche". Washington, 7. Dez (Wolff.) Die deutsch-amerikanische Entschädigungskom- mission hat die beiden letzten 5er 194 Schabenersahsorderungen wegen der Versenkung der „Lusitania" abgewiesen. Im ganzen wurden wegen des „Lusitania"-Falles Entschädigungen von zusammen 2 409 413 Dollar zugesprochen. Zn vierhundert anderen Fällen wurden insgesamt 13 146 059 Dollar an Entschädigungen bewilligt. Don den bis jetzt bewllligten zusammen über 167 Mlllionen betragenden Entschädi- gungen entfallen 4 750 000 Dollar auf die. Standard Oil Compagnie of Rew Zersetz, 950 000 auf die Ocean Steamsbip Compagnie, 950 000 auf die Amerikanisch-Hawaiische Dampfschiff- fahrtsgesellschaft und 510 978 auf die Firma Paul M. Warburg. Zuspitzung der Lage in China. London. 7. Dez. (£11) Die Rachrichten aus China sind neuerdings außerordentlich spärlich. Die „Times" berichtet aus Peking, daß eine große Anzahl von Truppen Feng- hustangs in der Richtung auf Tientsin marschieren. Es verlautet, daß ein Teil der Honcm-Armee zur Unterstützung Fengyusiangs herbeieile. Der Couverneur von Tientsin bat Fengyufiang in sehr heftigen Ausdrücken bekämpft. Er ist offenbar bereit, den Kamps mit ihm aufzunehmen. Die Eisenbahnlinie Peking — Tientsin ist eingestellt worden, da die Gleise aufgerissen worden sind. Alle verfügbaren Cifenbahnwaggoirs in der Rähe von Peking find von den Militärbehörden beschlagnahmt worden. Zn Tokio herrscht erhebliche Empörung über die angeblichen unbegründeten chinesischen Vorwürfe, wonach Japan Tschcmtsolin unterstütze. Man befürchtet, daß derartige Behauptungen daS chinefis^jap.n.schr Verhältnis trüben könnten. Zm japanischen Kabinett wurde gestern festgestellt, daß die bisherige Politik der Richteinmifchung in die chinesischen An- gclegArbeiten unverändert bestehen bleiben solle, doch könne man keine Feindseligkeiten in der f üdmandschurifchen Eisen» bahnzone dulden. In japanischen Negierungstreisen befürchtet man, daß eine Niederlage Tschangsolins den Verfall der Mandschurei nach sich ziehen wird, die dann leicht eine Beute Sowjetrußlands werden dürfte. Ferner ist man um das Schicksal der man» dschurischen Banknoten, den sogenannten Militärnoten, besorgt, von denen über 50 Millionen chinesische Dollars im Umlaufe sind, und von denen ein großer Teil durch die Ankäufe Tschangsolins in Japan und durch den Privathandel in japanische Hände gelangt ast. Damaskus erneut bedroht. Beirut, 8. Dez. (WTD.) Aus der Gegend von Damaskus werden ernste Kämpfe gemeldet. Zn Damaskus ist die Lage außerordentlich gespannt, da es den Aufständischen gelingt, fast in das Stadtinnere einzudringen. Zahlreiche Einwohner verlassen die Stabt. An wichtigen Punkten der Stadt sind wieder Barrikaden errichtet worden. Außerdem zeigen sich, besonders im Maidanviertel plündernde Banden. Der französische Obrrkommissar wird sich nicht eher nach Damaskus begeben, bis der Frieden gesichert ist. Sobald dies geschehen ist, soll Syrien sowie Dschebel-Drus eine Verfassung erhalten, allen, die die Waffen freiwillig niederlegen, soll sicheres Geleit versprochen werden. Kleine politische Nachrichten. In der deutschen Botschaft in Washington fand eine Feier statt, bet welcher der Botschafter von Maltzan dem früheren Oberkommandierenden der amerikanischen Truppen im Nheinlande. General Allen, ein Diplom der Universität Frankfurt a. M.. in dem dieser zum Ehrendoktor der Medizin ernannt wird, überreichte, in Würdigung der Verdienste des Generals um das Hilfs- werk für die deutschen Frauen und Kinder. ♦ Die Verwaltung der Hamburg-Amerika-Linie teilt mit. daß sie ein neues 21 000 Bruttaregister- tonnen großes Schiff der Albert-Ballin-Klaste bei Blohm & Boß für die Neuyorker Fahrt in Auftrag gegeben hat. In Moskau wurde die Internationale Eisenbahnkonferenz eröffnet, die die Einrichtung eines durchgehenden Verkehrs zwischen Westeuropa und Ostasien über Rußland zum Ziele hat. Die geplante direkte Strecke ist mit über 14 000 Kilometer die größte der Welt. Die Reise dauert von Tokio bis Paris ungefähr 14 Tage. Die Vertreter Deutschlands und Lettlands traten dafür ein, die Linie über Riga zu führen, während sich die polnischen Vertreter für Warschau aussprachen. Diese Frage wurde einer Kommission überwiesen. e Die Schweiz hat Deutschland, Oesterreich und Italien vorgeschlagen, gegenseitig auf das Paßoisumzu verzichten, soweit es sich um die Einreise zum Antritt einer Stellung handel! Aus aller Welt. Treibeis auf dem Rhein. Seit Samstag führt der Rhein Treibeis. D'e Buchten und schmalen Uferstellen sind bereits gefroren. Die Rheinschisfahrt ist noch in mäßigem Betrieb, wird aber, falls der Eisgang stärker wird, im Laufe dieser Woche eingestellt werden. Auch die L ahn ist auf ihrem ganzen Lause von oberhalb Marburg bis Kolenz zu- gefcoren. Die Schiffahrt ist auf der Mosel und der Lahn vollständig eingestellt worden. Der Motorbootverkehr auf dem Rhein ist ebenfalls eingestellt worden. Selbstmord einer Berliner Opernsängerin. Vergangenen Freitag traf die Sängerin Zinaida Iur.jeroskaja von der Berliner Staatsoper in Andermatt ein und bestellte ein Zimmer im Gasthaus,Lur Krone", ohne es jedoch zu benutzen. Bald darauf begab sie sich ohne Begleitung nach der T e uf e l s b r ü cke. Seitdem wurde sie nicht mehr gesehen. Da man bei der Teufelsbrücke Morphium und ein Rasiermesser fand, nimmt man an, daß Selbstmord vorliegt. Es wird angenommen, daß die Sängerin sich a mStraßenrand niedergesetzt, eine Mer geöffnet und sich bann in den Fluß ftineingleiten ließ. In ihrem Koffer fand man 100 Schweizer Franken und etwa 100 Dollar. WettervorcrirHsa-ic. Vorerst weiter kalt, wenig Milderung, durchweg trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum Minus 9,2 Er. C., Minimum Minus 18,5 Gr. C. Heutige Morgentemperatur: MlnuS 17.8 Gr. C. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. Dezember 1925, ■ Auf dsm WeihnachLsmarkt beim Bienenkorb. War das ein Betrieb am Samstag im Klub! Der Saal und die Reberrräume gestopft voll. Und die Besucher in gebefreudigster Stimmung — was ja die Hauptfachs war, damit die Rechnung der Veranstalter auch richtig aufging! Einige Stunden der Zerstreuung nach dsS Tages Last und Mühen waren bereitet zu dem ausgesprochenen Zweck, sie nutzbar zu machen für die. die wir als die Schützlinge des Bienenkorbs kennen, hier einmal zu opfern, je mehr je besser. Und für- wahr, Zerstreuung wurde in vielfältigster Weife geboten, aber auch der andere, der Hauptzweck wurde in bester Weise erreicht: ein Ueberschuß von rund 3003 Mk. für die emsigen „Bienlem" — der kann sich seh-n lassen. Der Rachmittag gehörte den Kindern. Das kleine Voll hatte diel Freude, brsorrdess. als der Rikolaus kam. Frau Erna Schumann bereicherte diese Stunden mit einigen netten Kindertänzen. die von Schülerinnen der Ghmnastikschule Schumann-Grundmann in lobenswerter Weife aufgeführt wurden. Daß darneben noch allerlei weiteres geboten wurde, was Kinderherzen erfreut, versteht sich von selbst. Schokolade. Kuchen, alles zu billigsten Preisen gern gekauft... na, das junge Völkchen kam auf seine Rechnung! Die Abendstunden und deren Fortsetzung gehörten dem „großen Volk". Es kam ebenfalls nicht zu kurz. Dabei auch hier alles zu den billigsten Preisen. Ein Einsahrts-„Tarif" war in Geltung. Ob man nun im Mokka-„Salon" saß, oder Würstchen mit Senf verzehrte, oder den Wein oder das Bier probierte, ein Los kaufte, wobei aber nur wenige das Glück des Gewinnens hatten, ober das Kabarett oder sonst irgendeine Annehmlichkeit sich verschaffte, alles nur 50 Ps. Lediglich die Raucher hatten die Wahl zwischen billiger und teurer; natürlich wurde das letztere zuerst angeboten und selbstverständlich auch gekauft — um des guten Zweckes willen. In dielen Genüssen erschöpften sich die Annehmlichkeiten des Abends aber durchaus nicht. Eine abwechslungsreich zusammengestellte Dortragsfolge bot den Besuchern im Hauptsammelpunkt des „großen Treffens", im Saal, erlesene künstlerische Darbietungen, die man sich für den höheren „Fahrpreis", nein Eintrittspreis von 1 Mk. zu dem Wohltätig- feitsfeft gleich mit „erkauft" hatte. Die reizenden Kindertänze vom Nachmittag wurden hier noch einmal wiederholt und bereiteten viel Freude. Frau Ilse Schrnidi-Wissendorf und Hrer F. Loun boten mit ihren Gesängen aus den Schöpfungen Bizets und Nich. Wagners reiche fünft- lertsche Genüsse. Frl. Alice Graes bot vortreffliche Violindarbietungen, Frl. Ilse Graes erfreute mit ausdrucksvollen Tänzen; dasselbe ist von der ernsten Tanzkunst des Herrn Hans Erwin Steinbach zu sagen. Und schließlich das Sing-Lustspiel „Seine Schwester", in dem Frau Ilse Schmidt-Wissendorf und die Herren Dr. H a e b e r m e h l und Dr. v. Grün d° Herr auf der improvisierten Bühne ein reizendes Spiel entfalteten. Am Klavier waltete als Begleiterin zu verschiedenen Darbietungen Frau Rechtsanwalt Spohr vortrefflich ihres Amtes. Daß alle Darbietungen mit wohlverdientem, reichen Beifall ausgezeichnet wurden, bedarf wohl als Selbstverständlichkeit keiner besonderen Betonung. Und dann trat der Tanz die Herrschaft an. Es soll spät, nein früh geworden fein, als der Bogen zum letztenmal über die Salten der Geige strich. Wann das war . ich war nicht dabei, und man braucht ja auch nicht alles zu wissen? Schließlich noch ein kurzes Wort der verdienten Anerkennung den Kräften, die tatfroh und selbstlos an de^ Herrichtung dieses Weihnachtsmarkts gewirkt haben. Neben der verdienstvollen Vorsitzenden Frau Else Rosenberg ist da zunächst Frau Else Thome zu nennen, die mit unermüdlichem (Eifer das Arrangement besorgt, mit gutem Geschmack und viel Geschick die Ausschmückung des Saales geleitet, die Budenentwürfe gefertigt hat und mit Ratschlägen stets zur Stelle war. Bereitwillige Förderung fand sie bei ihrem Wirken in der selbstlosen Mitarbeit der Schreinermeister Karl Beil, Hainer und Luch, der Möbelfabrikanten Stück- r a t h und W e i n e rt, der Malermeister Schmoll, Schmidt und Petri, des Tapeziermeisters Beiz, des Elektrotechnikers Balser und einiger Gärtnereibesitzer. Unsere Geschäftswelt hatte in dankenswerter Weise die verschiedenen Verkaufsstände des Msnds reich mit Genußmitteln aller Art aus- gestattet, und wo zur Deckung anderer Erfordernisse Geld notwendig war, hotten Herren der Industrie in lobenswerter Großzügigkeit gebefreudig geholfen. Schließlich kommen noch die unermüdlichen Bemühungen der freundlichen Wirtinnen und Bedienerinnen des Abends in den verschiedensten Verkaufs- ständen und .Lokalen" des Marktes hinzu, ferner dis umsichfioe Kofsenflihrung durch fünf Herren der Mitteldeutschen Crebitbank, und endlich auch dos opferfreudige Publikum selbst. Diesem trefflichen Zusammenwirken ist der volle (Erfolg der Veranstaltung zu danken: die rund 3000 Mark für die fleißigen und doch so schwer ringenden „Bienlein". Die Jagd Dezember. Bringt auch der Wcihnachtsrnonat den Jägern viele Weidmannsfreuden, so sollte doch jeder Jünger S.t Hubert! vor ollem von dem Gesetz erfüllt sein: ..Schutz und Hege dem Wilde und ollem, was Gott in Feld und Wald zur Belebung der Natur und zur Freude des Menschen geschaffen hot!" Das weibliche Edelwild ist jetzt besonders feist. Starke Hirsche stehen allein oder mit ihresgleichen in Rudeln gesondert. Geringe Hirsche, Spießer und Gabler gehen mit dem gerubelten Mutterroilde. Stille dichte Kiefern- und Tonnendickungen mit sonnigen Berglehnen werden als Standort bevorzugt. Wer sein W'.ld lieb hat, wird rechtzeitig die Futterplätze in Ordnung gebracht und dafür gesorgt haben, daß er bei starkem Schneefall etwas zu bieten hat. Im Falle der Not' fälle man Espen, Pappeln und andere Weichholzbäume. Starke Hirsche werden auf pfleglich behandelten Revieren nicht mehr ge- schofsen. Zur Regelung des Wilbstondes erlegt man olle gelten Tiere, auch geringe Hirsche. Im allgemeinen gilt für" bas Damwild dos eben für das Edelwild Gesagte. Bei starkem Frost steht das Damwild gerne in fest zugefrorenen Brüchen, wo es bei mangelnder Aesung die Laubholz- ftämrne schält. Dos Verhältnis in den Geschlechtern ist durch sinngemäßen A--s st ouszugkeichen. Als feiner Vroten empfiehlt sich 'Abschuß eines Spießers oder eines Schmaltieres. Bei Treibjagden ist besonders zu bestimmen, wieviel Schaufler abgefchoffen werden dürfen. Die Sauen sind in die Rauschzeit getreten und stecken gerubelt in den unzugänglichsten wärmsten besonders^ Lesung D , (teofpen e ein ] lorgen- uw inen'An Ozuchießen Ustartem V°. io»; sonders zu , Der ü“ sein W' benutzen, ö Lin paar «s ium Dur» Die Y Monat no pfleglichen gesMn- raine, 2usc Dr für fe her ffiitteru ball) im ö- Wind ist e; er keine weben Waldra einschneien. Nebhr nur zu füt möglichen Luschremisl lasse wenig Enter stellen, es Lchuß auf Ä iunner NU Sollen öie ichMman besonder j mit C^err - r SladkAatt W M 8'/f Hr un6 Dsrir, Hausbesitzer Haus" Pt! Orden: 8l/j und (Borte „0 alte 3 spiele: .DI -D nistischi wvch, abri (Siche Äi "Si am 1. gende Teste der, 13 Öd Stück gebt! Völler. " Do aber wahr den, die fi Feuerwehr scheint in ( Stobt. 3|t vargekomn blinden A bir auf b düngen n Eesundhei oufs Spii eisten und schweren können öa 2lrf Mens m°5 jebenj obsichlig, i wird durch üflt denn i °em südlich dkicht im n o°gen sich ; R wefen Wen tönt veuerwlhr I Handel. '/■Kunz Mnn. ) Neue v hr Enn Echi Echt ar w 11Nml 11 3tWtt ;nhctb 1 \ ■ >= MS|«6' “MdE1 ml '..“«ÜÄ'I' «»'i.W äS"1 Itt(9 drz 5nn,,^9e aSN uhrn särMrvchr. ’tnbißg ipll dir je L n!- SR, ft«. « Weise ich!: ein mii8m ÄZLL ZZrD ÄS Lfe^’umgl ' «äx -ÄH n N- ober ÜBurffditn !n Wein ober bas $ifr “’S °ber mr wenige Mn, ober bas fa. Annehmlichkeit sich DeT. Ne Rauch» hat- Jt«Ateurer-, natürlich Woolen und Wtver« Zweckes «|ü opften sich bie An- wer durchaus nicht. Eine wsiesielUe Soriragsfolot Sammelpunkt des „pro. rlelene künstlerilch« Dar« Jen höheren „Fahrpreis", zu dem Wohltätig, 1 hatte Die reizenden >lag wurden hier noch bereiteten viel Freude, flenbotf unb ftrer F. efängen aus den Cchöp- Wagners reiche künst. E r a e s boi vortrefflich, Ale Graes erfreute n Tänzen: basltlbt zlunst des Herrn hin; igen. Und schließlich das hwester", in dem Frau nborf wb bie hn- unb Ur. 3. Grund« ten Zähne em reizendes Hier waltete als Seglet« rbiehmgen Frau Rechts« i ihres Slmtts. DaK alle bientem, rtidjen Beifall rf mott, als Stlbftotr« r Betonung. Und bann an. Es soll M, nein : ’ßogen M letztenmal rlch. Wann das wer .... ran braucht ja auch nicht rzes Wort der oerbienlen bie tatsroh und ftlbftlos VeihnMsmrkts gemirft tootlen Borsitzendm W da zunächst Frau W mit unermüdlichem M t mit gutem Gelchm« chmückung des Saales ge- gesertiat hat uF w.u W' war. Bereitwillige Forde« Wirken in der " ieifter Karl Beil, 6°' Welfabritanten Stu« r Malermeister Sch " der Tapeziermeisters ' yi^lser und einiger ÖS* L?S .•isgEs ” bn*4Ä «"*!“ k, und kNNN°> selbst- D ! atkronstal' m ®e3C^rw,r« so P® le"!'- ion was Sott Lilde ur,bAiut und zur ttebungW, schaffen ^b?fonbcr5 feil'- lb 'f'ihresglttchev ein Hetzer und ins- En' Oullerw'^ s4*«s6 Sgs-ä", SiS-S-'**” für j ft(irfen> LE Husten, Erkältung und Grippe ftnv towefl flfcen>nn{>tn M tRebrend? von flqmpftcfonXSHnxyl .Ätiferfdt lennr ich nicht mehr, feit ich .JlwWfan*' #e» braodit!' schreibt eine arfeierlt ©dncerin. OrWlflid? in: diesen: Avolhcke Aum , olöcncn (Snatl wie sie es getan, handeln und stimmen zu müfien im Interesse des deutschen Vaterlandes. Sis^wollen um angeblich kleinerer Vorteile willen die Freiheit und Zukunst des deutschen Volkes nickt aufgeben. — 21 n diesen Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Aussprache an. •• Eine musikalische Feier st unde ward am Wend des 2. Advent in der Stadt- [ i r d) e von der Markusgemeinde durch- gesührt. Schon der Oeöanlc allein, aus solch cäle Weile r.;it zur Verlebendigung unserer Gemeinden beantragen, verdient weitestgehende Beachtung. Die Durchführung deS Programms ließ nichts zu wünschen übrig. Es war nur feinste Musik, die geboten ward, ilnfcre großen Tondichter tarnen zu Wort: G. F. Händel mit Arien auS seinem berühmten Oratorium „Messias . und 2oh. Seb. Dach, dazu ein Advents- lied auS Len Geistlichen Liedern von Ioh. Wolfgang Franck von 1681 und mehrere andere. Frl. Aosemarie Aölie hatte zum Gelingen des QlbendS ihre Sovranstimme geliehen, Musillehrer August Dein stellte seine Kunst, die Violine zu meistern, zur Verfügung. Beide waren auf der Orgel begleitet von dem Stadtorganisten Lehrer Heinrich Simon, der zudem noch zwei Orgelsätze zur Darbietung brachte. Die cin-cl- nen Programmpunlte waren durch'eht von Psalm- steilen, die von Pfarrer Becker in der Sutijer- übcrsehung vorgetragen wurden und die Verbindung zwischen den einzelnen Teilen herstellten. so Last das ganze eine geschlossene Harmonie gab. Als ein besonders beachtenswerter Höhepunkt Les ganzen erscheint LaS Benedictus von E. Ao'st für Solovioline mit Orgelbegleitung, dem der Gemeindegesang eines Adventsliedcs folgte. Lllles in allem verdient die Markusgemeinde als die Veranstalterin dieser Feierstunde den Dank aller, die sich von dem Kitsch und Schmutz, den unsere Zeit bietet, abkehren und sich hinneigen zu edlen Freuden, geschöpft au5 dem Born mit uiroerfiegbaren Quellen. Trotz der grimmigen Kälte, die zumeist die ©cmexnöc- glieder von dem Besuch der Sonntagsgottesdienste abgehalten hatte, war die Kirche gut beseht, ein Zeichen dafür, welche warme Anerkennung solchen Veranstaltungen gezollt wird. H. —.— 2 0. Gründungsfeier des Gern- Hardts ch en Zither- und Mandolinen- E hors. Im Saale des Katholischen Deremshauses versammelte sich am Sonntagabend eine stattliche Zahl von Musikfreunden, um einige Stunden bei dem Gerr.hardtschen Zither- und Mandolinen-Chor zu verbringen. Mit einigen flotten Weisen brachte die Kapelle, bestehend aus etwa 25 Zither- und Mandolinenspielern und -spielerinnen, die rechte Stimmung in die Festversammlung. Man kann den Verein zu einem derartigen „Hausmacher-Orchester" nur beglückwünschen. Der erste Vorsitzende Baumann gedachte in seiner Festrede besonders der drei verdienstvollen Gründer des Vereins, Wigand Gernhardt, Büttner und Pusch; Gernhardt ist außerdem seit Gründung Leiter des Vereins und l)afr in selbstlosester Weise und jahrelanger Arbeit das Orchester derart geschult, daß die alljährlichen Konzerte in unserer Stadt stets lebhaften Anklang und starken Besuch finden. In Anerkennung ihrer Verdienste wurden die drei Gründer zu Ehrenmitgliedern ernannt, jedem überreichte der Vorsitzende eine Ehrenurkunde. Frl. Hanni Klotz verherrlichte in einem Dorspruch den Verein als einen Hort des Frohsinns, der Geselligkeit und der Wohltätigkeit. Frl. Neuhaus überreichte ein prachtvolles Tischbanner, das die Damen dem Chor als Zeichen der Dankbarkeit und als Mahnung zu reger Weiterarbeit gestiftet hatten. Mitglied B e N brachte als Festgeschenk einen Festmarsch. Mitglied Klotz schenkte einen Notenschrank. Nach dem Festakt begann das eigentliche Konzert, das alle Erwartungen übertraf. Besonders heroorgehoben zu werden verdienen die Glanzleistungen der Solisten. Den beiden Herren Hambrecht und Da über gelang ,.Der Liederbaum" von Schubert-Haustem so vortrefflich, daß sie zwei Zugaben spenden mußten. Einen sympathischen Vertreter der Sologeige besitzt der Verein in Herrn Kunert, der sich gleichfalls zu mehreren Zugaben verstehen mußte. Die Gesamt- chöre boten das seit Jahren gewohnte Bild exakten Zusamu.enspielens und wohltuender Wörme der Tongeb: ng. Auch die Mandolinen- und Guitarregruppe gab in einem Satz aus dem D-Dur-Konzert von Kollmaneck eine vortreffliche Probe ihres Könnens. Der Spanische Tanz von Th. Ritter, vorgetragen vom Mandolinenorchester, bildete einen wohlgelungenen Abschluß des musikalischen Teiles. Den dritten Teil des Abends füllte die einaktige Operette aus: „Guten Morgen, Herr Fischer", deren Darstellung als vorzülich bezeichnet werden muß; selbst die gesanglichen Leistungen der Dilettanten । verdienen ''"rvorgehaben zu werden. So reihte sich । das 20. Stiftungsfest würdig an die früheren Der- t anstaltunaen des Chores an, und die zahlreiche Be- , fucherfchaft kamen voll und ganz auf ihre Rechnung. Herr von Huth aus Berlin im Gasthof Hindenburg sprach. Ausgehend von dem Sicherheitsangebot, das der deutsche Außenminister am 9. Februar d.J. an England und Frankreich ohne Dorwissen des Reichskanzlers und der übrigen Mitglieder des Reichskabinetts machte, gab Redner einen Ueberblid' über die deutsche Außenpolitik, wie sie sich bis zum Abschluß des Paktes von Locarno gestaltete. In Locarno sollte fein Pakt abgeschlossen werden. Es war nur eine Einladung zu einer vertraulichen und unverbindlichen Besprechung ergangen. Den deutschen Unterhändlern waren schriftlich die Bedingungen bekanntgegeben worden, unter denen die Deutschnationalen bereit waren, ihre Zustimmung zu einer Verständigung mit den Westmächten zu geben. Durch das eigenmächtige Vorgehen der deut- schen Delegation wurde Deutschland tn die Zwangslage versetzt, entweder anzunehmen oder abzulehnen. Die Deutschnationalen entschlossen sich nach dem Bekanntwerden des Vertrages für Ablehnung. Für sie war schon Art. 1 unannehmbar, der den territorialen Status quo, d. h. die Anerkennung der gegenwärtigen Grenzen, also ein Verzicht auf deutsches Land und Leute garantiert; ebenso unannehmbar ist Art. 6, durch den der Versailler Friedensvertrag unberühtt bleibt. Verkoppelt mit diesem Vertrag wurde der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, der doch die Streitigkeiten aus der Welt schaffen soll, der aber nichts unternimmt gegen das Vorgehen der Franzosen in Marokko und Syrien, in der Mosiulfrage und in der Frage des Memellandes aber vollständig versagt. Die Satzungen des Völkerbundes sind dahin abgeändert worden, daß bei Abstimmungen über die Minderhutsfragen die Länder, die davon berührt werden, nicht mitzustimmen haben. Dadurch wird jede aktive Tätigkest Deutschlands im Völkerbund von vornherein lahm- gelegt. Nack Art. 16 der Dölkerbundssatzung sind alle im Völkerbünde vereinigten Staaten oernflich- tet, an einem von dem Bunde beschlossenen Kriege teilzunehmen und das Durchmarschrecht zu gewähren. Diese letzte Bestimmung kann nur für Deutschland in Frage kommen. Man will Deutschland dadurch in die französisch-englische Politik einspannen. Darum ist der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund abzulehnen. Wenn die Gegner es ehr- lich meinen, so müssen sie Deutschland von den Verpflichtungen des Artikels 16 befreien. Die Deutschen sind schon so oft betroaen worden, sie können den schönen Worten feindlicher Staatsmänner nicht mehr trauen. Die Deutschnationalen glaubten so, dem auch strafbar, und erst letzthin ist in Hamburg für ein derartiges Tun eine empfindliche Gefäng- nisstrafe ausgesprochen worden. Wir weisen fchließ» lich noch darauf hin, daß derjenige, der einen der bäswilligAlarmierenden so zur Anzeige bringt, daß eine gerichtliche Bestrafung erfolgen kann, von der Stadtverwaltung eine ansehnliche Belohnung erhalt. WSA. Heue Eisenbahn -Siche- rungsappa.ate auf der Strecke von Frankfurt nach Gießen. Am das Heuer» fahren der S q.iate in der Haltestellung zu vermeiden. läßt bie AcichLvahnverLattung zur Zeit Sicherungsapparate auf den Gleisstrecken einbauen. Ein solcher Apparat soll dem Lolo- motivführel., falls er verfehentlich ein Haltesignal übecjä^rt — ,vas bei Aebel und Schnee- irrefjen sehr leicyt Vorkommen tarnt — ourch eine Dampfpseise anzeigen, daß das Signal auf Hal: steht. Zn diesen Tagen wird auf der Specke Franks ur t—<3 leben der En bau der Appa- ca.e, deren Vorrichtung vorerst natürlich noch der AuSprobe bedarf, Dorgenommen. *• Reifeprüfungen für Nichtfchüler und Nichtschülerinnen finden im Frühjahr 1926 statt. Der mit 1,50 Mark ftempelpiiid)ügen Meldung, die beim Landesamt für das Vildungs- loefen kunzurcichen ist, sind hinzuzufugen: Lebenslauf, Leumundszeugnis, Nachweis des Bildungsganges, der Vorbereitung auf die Prüfung sowie die letzten Schul- und Pnoatzeugnisse. Zu den Prü- ungen werden nur Hessen zugelassen ober solche Reichsangehörige, die durch den Wohnsitz ihrer Eltern auf Hessen angewiesen sind. Bei der ebenfalls tempelpflichtigen Meldung für eine Prüfung zur Erlangung der Reife für Prima ober Oberfctunba genügt bie Vorlage bes Lebensganges, Leumunbs- zeugnisses, des letzten Schulzeugnisses unb des Nachweises über bie Art her Vorbereitung. Für die Zulassung gelten im allaemeinen dieselben Bestimmungen wie für bie Reifeprüfung. Mitteilung über bie Zulassung, Orr unb Zeit der Prüfung erfolgt durch bie für die Prüfung in Betracht kommende Direktion. Meldeschluß am 5. Januar 1926. ** Deutschnationale Volkspartei. Man schreibt uns: .Locarno und wir", so lautete bas Thema, über das in einer stark besuchten Mitgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe „ -—■ ■■■»—nunwnmi i 11 m«m -r SKeMMMMMMl! Vücherttsch. — Graf E. Aevenllow: Minister Dr. Etresemann als Staatsmann unb Anwalt des Weltgewissen S. Geh. Mt. 1,50. geb. Mk. 2,50. Verlag 3. F. Lehmarm. München. ^65 — Wie die früheren Jahrgänge hat auch der neue Thüringer Kalender für 1926 sein bestimmtes Programm. Vom Thü.rnger Museum in Eifenacy bciauagegebcn, will er künstlerische Werke lhüriagi,cher Vergangenheit weiten Volkvkrei en ..a.;ebriagen. Die Wartburg steht diesmal im Mittelpunkt. Obwohl schon oft gezeichnet und besungen, wissen ihr doch zwei Eisenacher Heima-!unstler gänz'tta- neue Setten abzugewinnen. — Fedor von Zabeltitz: Theater- roman („Dem Wahren, Edlen, Schonen"). Engel- Horns Romanbtblioihek 38. Reihe, Band 9 10. Broschiert 1V0 Mk., in Ganzleinen 2,50 Mk., in Halb- leber 5 Mk. — Die Kunst, eine Handlung zu er- finden, die, ohne unwahricheinlich zu sein, doch im allerbesten Sinne spannend genannt werden muß, und von einer glänzenden Erzählertechnik und scharfer Menschenbeobachtung getragen wird, ist dem Verfasser bicico mitten aus dem Eroßswdtleben gegriffenen Romans in höchstem Maße eigen, unb so fef|dt der allbeliebte Schriftsteller auch hier wieder auf jeder Sette. 140 — Kalveram, Goldmarkbilanzie- rung und K a p i t a l u m st e l lu n g a l s Grundlage zukünftiger Bilanzgestal-' tung. 2.Auslage. Berlin 1025. 270 Seilen. Preis 5,40 Mk. — Die Kapitalumstellung auf Goldmark ist zum Abschluß gekommen; tann unter diesen Um- ständen das vorliegende Buch noch interessieren? Diese Grundfrage ist nachdrücklich zu bejahen. Die Probleme der Bilanzgestaltung sind noch nie so in ihrer nackten Wirklichkeit zutage getreten, als angesichts der 'Notwendigkeit, aus dem Wirrwarr von bedeutungslosen Zahlen wiederum ein wahres Bilanzbild auf stabilisierter Währungsgrundlage zu schassen. Es ist das große Verdienst des Verfassers, nicht bei der Technik der Umstellung stehengeblieben zu sein, sondern die aus der Inflationszeit gewon- nenen Erkenntnisse als Grundlage für die zukünftige Bilanzierung heraucgestellt zu haben. Das Buch bietet in seiner knappen, gedankenreichen Darstellung dem Praktiker wie dem Studierenden der Wirtschaftswisfenschasten eine Fülle von Anregungen zu praktischer Nutzanwendung als auch zu innerer Verarbeitung, die sich im wesentlichen nach zwei Richtungen hin erstreckt: Einerseits erfährt die Be- Wertung der aktiven unb passiven Bilanzposten eine gründliche Behandlung und anderseits beschäftigt sich der Verfasser mit dcr Gestaltung bes Eigenkapi- tals, mit der Ueberführunq der von den Kapitalgesellschaften in der Inflationszeit geschaffenen Formen in solche, die nach der Umstellung gesetzlich gestattet und betriebswirtschaftlich als geeignet an- zusehen sind. Gerade dieser zweite Teil des Buches ist besonders wertvoll. Hier wird ein vorzüglicher Einblick in bie Finanzierungsmethobe der Inflationszeit geboten; es wird gezeigt, inwieweit die einzelnen Antettpapiere Substanz an sich ziehen konnten, und weiterhin wird nachgewiesen, ob sie nun bei stabiler Währung existenzberechtigt sind. Das Gebotene wird an Hand von zahlreichen Beispielen gründlich erläutert, unb man darf behaup. ten, daß damst weit in die Zukunft hinein eine Grundlage für die Beurteilung der verschiedenen Typen der Beteiligung und der Anteilpaptere ge- schaffen wurde. Die zweite Auflage ist gegenüber der ersten vollständig umgearbeitet worden. Das Buch besitzt in dieser Fassung bleibenden Wert und ist zur Anschafung nur zu empfehlen. (792) Dr.Feld. — Geschichtsbuch für die deutsche Fugend. Von Dr. B. Ku m st eil er in Verbindung mit Dr. U. Haacke und Dr. B. Schneider. Oberstufe l.Teil (Altertum). 96 Seiten. In Halbleinenband 1,20 Mk. — Stimmen der Vergangenheit. Ouellenbuch zu dem Ge- s ch i ch ts b u ch für die deutsche Jugend. Don Dr. B. Kumsteller in Verbindung mit Dr. U. Haacke und Dr. B. Schneider. I.Heft: Altertum. 40 Seiten. In Halbleinenband 0,80 Mk. — Nicht als Spezia- listen sind die Verfasser an ihr Werk gegangen, sie stellen sich vielmehr bewußt in den breiten Strom der Gegenwartkultur. Daher haben sie auch solchen Stoffen, die uns als Geg-nwartsmenschen angehen, besonderen Raum zugebilligt. Erziehung zum Menschen und Staatsbürger ist die Aufgabe des Geschichtsunterrichts, an der das Lehrbuch zu feinem Teile Mitarbeiten soll. 149/150 Dickungen. Ihren Fraß suchen sie an den Rändern warmer Brüche und in Laubholzbestanden, wo sie nach Erdmast, Eicheln unb Bucheln brechen. Des Nachts werden, wenn der Boden noch nicht zu hart gefroren ist, auch bei vorhandener Schneedecke, immer noch bie alten Kartoffelfchläge angenommen. Sollen die Sauen nicht ausgerottet werden, so schießt man nur Frischlinge oder geringe Keiler. In besonders pfleglich behandelten Revieren muß ,etzt mit Eckern, Kartoffeln und W.ldobst gefuttert Die Rehe müssen jetzt, wo nicht kräftige Saaten, besonders Raps, in der Nähe find, mit kümmerlicher Aesuna vorlieb nehmen. Heidekraut, Beeren und Knospen der Weichhvlzer bilden im Forst die Aesung. Das Rehwild wechselt oft mehrmals am Tage aus feinen Standorten auf die Saatfelder, und zieht nur >u Holz, wenn die Witterung stürmisch, ober es gestört wird. Diese Gewohnheit bes Rehwildes machen sich schlechte Nachbarn zunutze, auf diese Art kann ein ganzer Rehstand ruiniert werden. Wer diesen nicht misten will, muß deshalb für nötige Fütterung sargen. Lupinen, Haferstroh werden gern angenommen, auch Espen, Pappeln oder andere Weichhölzer. Abzuschießenbe Nicken erlege man auf der Pürsche. Bei starkem Schneefall ist auf Füchse und wildernde Hunde, sowie auch auf zweibeiniges Raubzeug besonders zu paffen. Der Fuchs trägt einen guten Balg, weshalb fein Fang lohnt. Jede Neue ist zum Eintreffen zu benutzen. Es bedarf da keines großen Apparates. Ein paar Schützen auf die Wechsel, ein Holzschlager zum Durchgehen. „ v . Die Hasentreibjagden sind in diesem Monat noch in vollem Gange. Der Hase wird in pfleglichen Revieren nur noch bis Anfang Januar geschossen. Warme Sturzäcker, kräfttge Saaten, Feldraine, Buschwerk und altes Gras wählt er m offener Flur für fein Lager. Im Walde wechselt er je nach der Witterung. Bald liegt er in wannen Dickungen, bald im Stangen- ober gar raumen Holz. Gegen Wind ist er empfindlich. Bei hohem Schnee liebt er keine weiten Wanderungen zur Aesung und zieht den Waldrand vor oder läßt sich an geschützter Stelle einschneien. Rebhühner haben Schonzeit und sind nicht nur zu füttern, sondern sie müssen auch vor allem möglichen Raubzeug geschützt werden. Wer keine Buschremisen in der Nähe der Futterplätze hat, der lasse wenigstens Strauchwerk dahin anfahren. Enten liegen an einzelnen, offenen Wasserstellen, es gelingt aber selten, einen lohnenden Schuß auf sie anzubringen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 7V£ 2hr „Den Teufel dur-H Deelze- bub“ (Ende 9% Ahr). — Ortsgelverbeverem: 81/, Mr Gewcrbehaus Mitgliederversammlung und Vortrag. — Mittelstandsvereinigung unö Hcrusbesiherverein: 8 Uhr „Katholisches Dere'.nS- haus" Protestoersammlung. — Znngdeutscher Orden: 81/® Mr „Bayrischer Hof" BruderabenL und Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „O alte Durfchenyerrlichkeit". — Astvria-Lichtspiele: »Di« Sklavenkönigstn". — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Morgen, Mittwoch, abend Voittrag von Prof. Dr. Delbrück. lSiehe Anzeige.) •• Die Viehzählung in Gießen, die am 1. Dezember vorgenommen wurde, stellte folgende Vestandszifsern fest: 405 Pferde, 245 Rinder, 13 Schafe, 524 Schweine, 405 Ziegen, 8941 Stuck Federvieh, 1219 Kaninchen und 111 Bienenvölker. *• Don der Feuerwehr. Unglaublich, aber wahr ist es, daß sich immer noch Leute finden, die sich ein Vergnügen daraus machen, die Feuerwehr grundlos zu alarmieren. Dieser Unfug scheint in Gießen zu blühen, wie in keiner anderen Stadt. Ist es doch in einer der vergangenen Nächte vorgekommen, daß die Feuerwehr viermal auf blinden Alarm hin ausrücken mußte. Die Leute, die auf diese Weise die Feuerwehr zu den Meldungen rufen, bedenken wohl nicht, daß sie damit Gesundheit und Leben der Feuerwehr-Mannschaften aufs Spiel setzen. Ist es doch bei den jetzigen vereisten und oerlchneiten Straßen nicht leicht, mit den schweren Geräten im Alarmtempo zu fahren, und können dabei doch Unfälle passieren und auf diese Art Menschen und Geräte zu Schaden kommen, was jedenfalls bei dem böswilligen Alarm nicht be- absichttgt ist. Auch die Feuersickerheit der Stadt wird durch derartiaes> Treiben wesentlich beeinträchtigt, denn wenn die Feuerwehr auf diese Art nach dem südlichen Teil der Stadt gerufen wird unb es bricht im nördlichen Teil ein Brand aus, so verzögert sich durch den falschen Alarm die Löschhilfe ganz wesentlich, wodurch unabsehbare Folgen ent- stehen können. Das böswillige Alarmieren der Feuerwehr ist nicht nur äußerst verwerflich, son- Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Qießen, Bahnhomr 60 vorn. Her nus Neue Kurst k 4. Januar. . 1 Verkäufe j Häüs mitGarten tu denkbar günstigsten Be- blnau 'nen zu verk. -rbr. Ana. iu09 05 an den Gieß. Anz. 99V—*9—9 Schwarzer Paletot falt neu, für mittlere tVifliir, pietBro. abtuneben. ancb Eckude. Lchiftcnberger Ä Ein Weihnachtsgeschenk soll in angenehmer Weise an den Geber erinnern, längere Zeit den Beschenkten erfreuen, aber nicht allzu teuer sein, dem entsprechen unsere Kaffees in Altsilberdose. Echt tiiau Java-Kaffee einschl. 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Hi>tiOD Gestern Abend 8l/< Uhr entschlief sanft nach langem schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Jakob Burk VI im 58. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Karollne Happel geb. Burk Karl Happel Marie Happel | Enkelkindcr. Karl Happel J Watzenborn, Wieseck, den 8. Dezember 1925. Heute unwiderruflich letzter Tu*: O.alteBurschenherriichkeit Ab morgen bis elnnehl. Sonntag: das sensationellste hervorragende Lustspiel-Programm in zwölf Akten, welches je im Lichtspielhaus zur Aufführung gelangte. L „Sherlock Holme# fr ". Lustspiel in 6 Akten, in der Hauptrolle Basier Beaton. _ 2. „Ausgerechnet Bananen“, Groteske in 2 Akt. 3. „Tipp und Topp aaf Abwegen , Komödie in 2 Akten. 4. „Ham wird beinah ein braver Mann", Lustsp.in2 Akt. 5. „Die neueste Wochenschau“. — In den As[oriaLichispie’eh^x^öieSkiavenkßiiigän Demnächst: „Dl© Blumenfrau vom Potsdamer Platz. Verein Rudersport Gießen 1913 0.V. Nutzer ordentl. Generalversammlung am Samötag. dem 12 Tex-, abds. 9 Uvr. Tagesordnung: 1. Eingänge. L WetdnachtSseter 3. Erbebung einer Umlage. 4. Verschiedenes. Zadlretchen Pesuch erwartet 11." 63 c der Vorstand. Statittheater Mittwoch, 9. Dez., g.MlnM-Adn.-vrsl. von TU btS lü'/i Uvr j Heimliche Brauüahrt i Lustspiel in 1 Vor- । spiel und 3 Slkien von Lenz. M :G, HOTEL-RESTAURANT HINDENBURG Donnerstag, den 10. Dezember SCHLACHTFEST Ab 10 Uhr früh Wellfleisch ______________ 098 n J 1 Ladcnregal, zwei Etublborker, 1 WrommoDbon in. Planen, Wander- anctriistunaen. Büchern Schrillen preiswert zu verkaufen. 0!«J3 Ltto 3afoM Kirchenplatz 8 IL Das praktische Weihnachtsgeschenk sind Weidemann5 Schuhe in besten Qualitäten Große Auswahl in allen Preislagen für Straße, Tanz, Gesellschaft Jagd- und Tourenstiefel, Gummischuhe, Gamaschen Filz- und Kamelhaarschuhe äußerst preiswert Ein Versuch führt zu dauernder Verbindung Schuhhaus Konrad Weidemann Gießen, Seltersweg 71 11547a Dienstag, 8. Dezember 1925 Nr. 287 Zweites Blatt ■ Etf s io r v in S deS •s 9 K. I s f 0> s Erinnerungen an Frank Wedekind. Einer der begeisterten Vorkämpfer % I K Trotzdem scheint Wohlstand zu herrschen — man sieht tagelang keinen Bettler! — und das Volk lebt, auch die niederen Volksklassen im allgemeinen lehr üppig. Alles wird selbstoersländlich mit reiner Butter aekochi. Unsere „Löfsclerbsen" erletzt die Schoten» luppc mit Wurst, diese Spezialitar ist im Winter überall in der Preislage von 0.20 bis 0,60 Cent zu haben. Als Kuriosum sei der kaum glaubhaft hohe Preis der Trinkeier angeführt: 32 Psennig! Billig sind nur Kaffee, Butter, die aromatischen ägyptischen Zigaretten und — Kinderspielzrug. Ein ganz großer Baulasten kostet 0,60 Cenks, also 1 Mk., bei uns mindestens das Dopelte. Kaust man das Spielzeug, entdeckt man bald in der Ecke der 2er» Packung drei englische Worte: .Made in Germany". natürlich leiner kümmerte, löste dann das Problem, indem es im Stall den — Hungertod erlitt ... Als dritte „Nauonaloigenschast" wäre die wirklich grosizugige Wohltätigkeit anzuführen. Für humane Bewegungen hat der Holländer immer Verständnis, auch wenn sic absolut nicht innerhalb seines engeren Zrtteressenkreises liegen. Ein Lausender für irgendeine Schnellhilfe ist hierzrilande keine Seltenheit ... Zahllose Wohnschiffe in den Grachten erinnern an die Wohnunasnot, von der das neutrale Holland auch heimgesucht worden ist. Heute sind die Verhältnisse ans diesem Gebiete bebeutenb besser, man baut fieberhaft, und Wohnungen sind bereits leicht zu haben. Allerdim's für schweres Geld, wie auch dos aanze Leben in den letzten zehn Jahren um 100 bis 150 Prozent teurer geworden ist. - s 6 0 S yc*0’ ■n 3 A 2-3' gp n 93 S i s L s a * 5 2' a i s 111 ? 0^3 3u 3 - ß< - 3 3 6 1 ZLL Es sind dabei, soweit der mohammedanische Orient in Frage kommt, allerdings zwei verschiedene Richtungen zu unterscheiden. Die radikaleren Elemente, die insbesondere in Sowjelrußland ihre moralische Unterstützung finden, wollen alle Europäer ausnahmslos aus Asien vertreiben, wie auch in China bezeichnenderweise der ihristliche General Feng, im Bunde mit den Bolschewiken, die europäischen Missionare aus dem Lande verdrängen will. Der andere, gemäßigtere und etwas tiefer denkende Teil der Orientalen ist sich vollkommen klar darüber, daß fast alle asiatischen Länder noch lange nicht imstande sind, ihre Reichtümer selbständig auszubeuten, daß hierzu dis Hilfe e u r o • päischer Geistesarbeit und enropäi» scheu Kapitals unerläßlich ist. Sie wollen des» halb die Europäer als Lehrer solange bei sich ausnehmen, bis sie solche Lehrer nicht mehr nötig haben, wie das wenigstens in einem asiatischen Staate, in Japan, im allgemeinen ja bereits der Fall ist. Im Hinblick auf die Einstellung des Orients zum Imperialismus der Westmächie erscheint es ganz natürlich, daß die Orientalen, ebenso wie Sowjetrußland, zunächst mit großer Sorge auf den Vertrag von Locarno blickten, weil sie die einzige Bedeutung dieses Vertrages in der Einreihung Deutschland in die Front der den Osten bedrohenden Westmächte erblicken. Es ist deshalb auch verständlich, daß z. B. in Afghanistan und Persien von maßgebender Stelle erklärt wird, die Unterzeichnung des Locarnovertrages müsse im Orient „den denkbar schlechtesten Cinorucf" machen. Auch das zeitliche Zusammentreffen der Locarnoverhandlun» gen mit der Kampfansage der Türkei in der M o s - sulfrags und den Vorbereitungen zum panis- lamatifchen Kongreß in Baku, der natürlich weniger die religiöse als politische Einigung bezweckt, gibt jedenfalls zu denken. Aber soweit hier Deutschland in Frage kommt, sind die locarnofeindlichen Aeußerungen der Orientalen doch wohl nicht allzu tragisch zu nehmen — denn mit ganz auffallender Uebereinftimmung hört mein in Gesprächen mit Politikern und Privatleuten und liest man in der gesamten orientalischen Presse einen Gedanken, der in seiner echt orientalischen Einfachheit geradezu drastisch überzeugend wirken muß. Es heißt nämlich: wie es in_ Asien keine Freundschaft mit Franzosen und Engländern geben kann, solange der Irak und Syrien von ihnen besetzt bleiben, so können wir uns eine europäische Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich nicht vorstellen, solange das Rheinland noch besetzt ist. Man lehnt also alle Tüfteleien ob, man sieht nichts in den schönen Worten der europäischen Politiker — steht doch gerade dem Orientalen so viel zu nichts verpflichtende Höflichkeit zur Verfügung. Und man folgert ganz einfach, daß die für den Orient eine Gefahr bedeutende beginnende west- und mittcleuropäische Einigung so- .lange nicht zu fürchien fei, als noch ein franzä- sischer Soldat im Rheinland stehe. h? .-F "59 Kämmerer bei ihm auftrat. Heber ihn schreibt Heine: „Eine seiner Aufgaben bestand darin, die Verbindung zwischen und und der Presse herzustellen. Da kam es denn häufig vor, daß mir einer der Besuchten sagte, da sei ja in meinem Austrage ein Herr Kümmerer, ein gana besonders liebenswürdiger, höflicher, schüchterner Herr, bei ihm gewesen. Man fiel beinahe in Ohnmacht, wenn ich erwiderte, daß dieser Herr Frank Wedekind sei, denn der üble Auf, der d m verruchten Dichter vom »Erdgeist", von ,Frnh- lingSerwachen", «Kammersänger" und „Fritz Schwiegerling" vorausaing, wollte gar nicht mit dem Wesen des bescheidenen Jünglings, den man kennengelernt hat, über »inst immen. W'dek.nd war auf unseren Gastspielreisen immer nach der Verstellung mit meiner Frau und mir zusammen. Er war ein rüstiger Trinker. Hnt> mir verordnete er bei seelischen oder körperlichen Leiden sein Arkanum: „Herr Doktor, trinken Sie einen Grog von Rum." üm> wenn es immer später und früher wurde und meine Frau und ich nach Hause gehen wollten, flehte er unS in den rührendsten Tönen an: „Gnädige Frau, H?rr Doktor, gehen wir nvch in ein (Safe." And fast; immer erlagen wir seinen Bitten, weil feine Gespräche so voller Anregung waren, daß man stets gefesselt blieb, ilnb wenn er auch noch so viel getrunken hatte, sein Geist blieb immer hell und scharf, lein Witz schlagend und seine übertönoen- tionelle Höflichkeit veränderte sich nie; seine Unterhaltung fesselte bis zum letzten Augenblick, älebrigens war es eigentlich merkwürdig, daß Wedekind gerade Mitglied eines 2bsen°Tyeaters sein mußte, denn er war viel mehr Gegner als Freund der Sblenfdjen Dramatik. Sein Prolog zum „Erdgeist", den er kurz vor der Aufführung auf meine Bitte geschrieben hatte, drückte feine abfällige Meinung über die Ph.listrosität der Gesellschaftsdramen deS norwegischen Satirikers schonungslos aus. Ich glaube auch nicht, daß er mit meinem Llbsenstil sehr einverstanden war; er verlangte z. D. immer von mir, daß ich „Hedda Gabler" als ausgesprochene Parodie der „Rora" geben müsse. Amsterdamer Allerlei. Don unserem avst-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ein Land von 7 Millionen Einwohnern, von denen etwa 5 Millionen glückliche Fahrradbesitzer sind. Die massenhafte Erscheinung dieses etwas primitioen Verkehrsmittels macht selbst den an den Strudel des Potsdamer Platzes Gewöhnten nervös. Den Holländer natürlich nicht. Der ist ja die Der- körperung der „Nur-die-Nuye-kann-uns-rettcn"-Pa- role; seine ruhige Gelässigkeit ist für deutsche Begriffe direkt unheimlich. Die Anekdote von der toten Katze scheint keine Uebertreibung zu sein! Eine tote Katze lag also auf den Schienen der Straßenbahn zwischen Haarlem und Amsterdam. Der Wagen hielt an, die Fahrgäste guckten interessiert zu und eine volle Stunde verging, ehe sich einer die Mühe genommen hat, das „Verkehrs- Hindernis" aus dem Wege zu räumen ... Noch größer als die Ruhe ist seine übertriebene „Bockbeinigkeit". Sagt der Holländer — und ganz besonders der Friese — mal „nein", so bleibt es dabei, mag daran er oder sein Hab und Gut zu- arunbe gehen. Man erzählt es, wie zwei friesische Brüder über den Gaul ihres oerftorbenen Vaters in Streit geraten sind. Sie zankten sich Tag und Nacht, keiner wollte den andern als rechtmäßigen Eigentümer des Pferdes anerkennen. Das viel umstrittene Tier, um das sich in der Hitze des Gefechts 3bfenfch unveröfs'entl^.en ©rgebniffen eigener Untersuchung^ bei .gen. Danach wurden im Jahre 1921 an reinen St uern 9,9 Milliarden Mark gezahlt. Diese ß:iftu:tg entspricht einer Steigerung der Steueb- last von 1913 bis 1924 auf das 1.8fache. Unter Berücksichtigung des 'Bx'Jr'cgS in! mmens in Gold bzw. auf die Kaufkraft in Geld bc3c~en, errechnet Raab für baS Vorjahr das 2.6fach? dar Steuerleistung vcn 1913. Unberüffi ;t g: sind hierbei weiter? drei M.lliarden cri sbmeräy.tti^r Leistungen, sozialen Lasten usw. Auf © ;unb einer Umfrage bei den heut? noch bestehenden Xticn- gefellschasten aus der Vorkriegszeit errechnet er Vortragende auf dieselbe Goldmarlsumme des Kapitals die Steigerung der St:urrl-:iftung auf das I.öfach? des Dortriegsstandards uiter Zugrundelegung des Ertrages ein? St igerung auf das 11,4fache, und auf den Kops jedes in der Volkswirtschaft Beschäftigten auf das 2,8fache an Steuern im Jahre 1924. Die Aufgabe der Reparation^Politik sieht der Redner darin, zu versuchen, die Londoner Dir" einbarungen solange auszusuhron, bis sch b u r di ihre eigene innere 11 n m d g 11 cf>f c 11 eine Herabsetzung der Verpflichtuw. gen erzielen läßt. Voraussetzung hierfür sei Nationalisierung der Wirtschaf' und Minderung der unproduktiven Ausgaben der öffentlichen Verbände. EinBeitragzurschlesischen „Frage". Der Verein f ü r das Deutschtum im Ausland (B. D. A.) hatte letzthin ausgesuchte Mitglieder seiner mittel- und ostdeutschen 3ugenb* Organisation zu einem Schulungskurs geladen. Ais Ort der Zusammenkunft war Wartha gewählt worden, der bekannte Wallfahrtsort im Glotzer Dergland, dos vor vielen Sohrhun- beeten durch die deutschen Zisterzienser von Kamenz der Kultur erschlossen ist. Am historisch bebeutfamen Paßübergang von Wartha befand man sich, dem Zeugen des um das Sohr Tausend zwischen Polen und Tschechen stattfindenden Kampfes um Schlesien. Ein Kamps, der mit der, Zurückdrängung der Tschechen durch Boleslaw Chobry — dem Nachfolger des aer- monischen Begründers des polnischen Reiches, Dago — endete und die Plasten In Schlesien selbständig werden ließ, die ihrerseits von Anbeginn den gegebenen Anschluß an die erdgewachsene deut- tVÄ FßÄ Aus der Urgeschichte des Wintersports. Wir haben in den letzten Jahren sehr mildes Winterwetter gehabt, so daß weilen Kreisen die Möglichkeit zur Ausübung deS Wintersports nur spärlich geboten war. Aber sobald nur etwas Frost kam und Schnee lag, da zogen doch alle die, die sich keine Reise nach einem hochgelegenen Winterspvrtplatz teilten konnten, in Hellen Scharen hinaus, um sich mit dem Rodelschlitten zu vergnügen, um Schnee- und Schlittschuh zu lausen. Die Freude am Wintersport ist heute stärker als je, und es ist fast, als ob in den nordischen Ländern uralte Züge der Vergangenheit wieder lebendig werden. D-nn bei den alten Germanen stand ja der Wintersport schon hoch in Blüte, lange bevor er dann fast völlig vergessen und vernachlässigt wurde. Der modernen Entwicklung des Wintersports, die mit Klopstock einsetzte und auS einem neu entdeckten Jubel über die Schönheit des Winters hervvr- brach, ist ja eine „Urgeschichte" dieser Bewegung Dorangcgangcn, von der wir freilich nur geringe Kunde besitzen. Der Mensch, der sich daran gewöhnen mußte, die Wintermonde in Schnee und Eis zu verbringen, mochte noch so sehr über Kälte und Unbilden flogen; er mußte doch sich mit diesen Raturgewalten abfinden, sie für sich auSnutzen, so gut eS ging, und so mag doch schon früh das starke Lebensgesühl dieser primitiven Menschen in winterlichen Hebungen Behagen und Befriedung gefunden haben. Dem Nordländer find ja Schlitten ebenso gut wie Schnee- und Schlittschuhe von altersher notwendige Fort- bewegungsmittel. Reste von Schlittschuhen aus Knochen und Holz, die sich in urgeschichtlichen Gräbern fanden, deuten auf An'änge des „Wintersports" in der Eiszeit hin. 3n den Heldensagen des Rordens gewinnen dann diese winterlichen Lustbarkeiten eine besondere Bedeutung. Auf Schneeschuhen jagen die Männer der altisländischen Sagas, die Melden der fin- nischen Kalewala pfeilschnell über die weiten weihen Flächen; der junge Frithjof läuft auf Eisenschuhen vor König Rings Schlitten her und ritzt mit ihnen den Ramcn der stillverehrten Sngeborg in künstlichen Runen auf den glatten Spiegel des Eises. Ganz selbstverständlich entfaltete sich aus solchen Hebungen, die zunächst nur unter dem Zwange der Rot zu praktischen -Zwecken unternommen wurd:n, eine kräftige und gesunde Freude. D?m germanischen Helden ist das „Schrittschuhlaufen" — wie die ursprüngliche Form in dem althochdeutschen scritefcouha lautet — eine edle Kunst, die er wie Fechten, Schwimmen und Zagen hoch ehrt. Begabte er doch sogar die Götter mit solchen Werkzeugen. Der winterliche Odin, der in der Edda als llller oder Skadhi erscheint, fährt,, in Tierfelle gehüllt, mit dem Dogen bewaffnet, auf Schrittschuhen über die Eisfelder dahin, und dieses poetische Bild des altgermanisch?n Mythos war es, das Klopstock zu seiner dichterischen Begeisterung für 6en Schlittschuh anregte. Alle Völker der kalten Zonen, Lappen und Isländer, Finnen und Mongolen sind in frühen Zeiten auf Schlitten und Schlittschuhen gefahren, haben wohl auch vereinzelt schon den Ski gekannt, und diese uralte üeberliefcrung erhielt sich auch unter den Deutschen des Mittelalters. Frellich sank dies Wintertreiben immer mehr zu einem Kinderspiel herab, denn der mittelalterliche Mensch litt zu sehr unter den Schrecken des Winters, als daß eine rechte Freude an dem „eiligen Tod der Rakur" hätte auflommen können, und bei der lieben Zugend sorgten gestrenge Behörden und Schultyrannen für Verbote, die immer wieder gegen Eisläufen, Schneeballen und „Schlittern" erlassen wurden. Wan hielt solche Vergnügungen nicht für überflüssig und gefährlich, sondern auch für unmoralisch. Erst die Lebensfreude, die mit der Renaissance wieder der europäischen Menschheit geschenkt wurde, begann langsam auch die Winterszeit zu verklären und mit der ersten Verherrlichung deS Winters in der Kunst, wie sie unS in der holländischen Malerei entgegentritt, beg nnt auch in dem fröhlichen Holland des 17. Jahrhunderts, wo die vielen leichtzufrierenden Kanäle zmn Eislauf lockten, der richttge Wintersport. So ist Holland das Vaterland aller winterlichen Leibesübungen geworden, und von hier übernahmen die Mode auch Völler, die diese Freuden bereits viel früher gekannt und gepflegt hatten, die Engländer, Skandinavier und Deutschen. Bei den Briten, fand der Schlittschuh feit 1600 allgemeinere Aufnahme, und auch in Deutschland wurde er gaiu langsam feit Anfang des 18. Jahrhunderts wieoer heimisch. Die Erwachsenen begannen sich für diese „holländischen Sitten" zu interessieren, und noch Klopstock schreibt einmal: „Die Holländer liebe ich vor allem, weil sie ihre Tyrannen verjagt haben und die besten EiSläufer sind, von denen wir diese Kunst gelernt haben." Die „Schrittschuhe", deren man sich damals bediente, waren „niedrige, breite, flach- geschliffene Stähle mit langen Schnäbeln", wie sie in Holland üblich waren und wis sie noch KloP- stock dem jungen Goethe empfahl. Die ersten Ansätze des Wintersports erregten aber das allgemeine Entsetzen der Spießbürger. So schreibt die gelehrte, stets auf gute Sitte haltende Luise Adelgunde Gottschedin am 10. 3anuar 1735: „Och sehe der Wut dieser Menschen ganz gelassen aus meinem Fenster^ zu, sehe mich an meinen Schreibtisch und ergötze mich in meinem geheizten Zimmer und mit meinen Büchern mehr als alle «^littenfahrer mit ihrer frostigen Lustbarkeit." Erst die jungen Tollköpfe des Hainbundes und deS Sturmes und Dranges rissen, von Klopstock und Goethe geführt, jung und alt auf die schimmernde Eisbahn und in die weihen Wunder des Schnees. Der Veciehrspolizlft hat es leichter als bei uns. Er arbeitet mit „Stop"-Ständer und braucht keine Freiübungen mit den Armen zu machen. Die Der- kehrrpoüzei waltet übrigens mit eiserner Strenge ihres Amtes. Sn einer einzigen Woche wurden nicht weniger als 300 Leute, die den Verkehr gehindert haben sollen, zu erheblichen Geldstrafen verurteilt. Bei der Autobushaltestelle gibt c: keine Borkämpfe. Man holt sich vielmehr eine Nummer und steigt, ohne zu murren, der Reihe nach ein. Sft das „Desetzt"-Schildchen vorn aufgeflaggt, versucht kein Mensch, mit Gewalt einzudringen. Sehr praktisch ist die Einrichtung, daß die,zum Bahnhof fahrenden.Straßenbahnwagen einen Briefkasten mir sich führen, dessen sich das Publikum an jeder Haltestelle bedienen kann und der die Post nach auswärts direkt zum Bahnposiamt befördert. Der (Diitiit und das Rheinland. Von unserem E. S.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Konstantinopel, Ende November. Das Rheinland und der recht weit von ihm entfernte Orient sind anscheinend zwei Gebiete, zwilchen denen eine politische Wechselwirkung ausgeschlossen erscheint, die gar nichts mitemanber zu schchfcn haben. Aber heute, wo die Smponderabi- lien in der Politik vielleicht eine noch größere Be- deutung haben als früher, und namentlich in dem au neuen Leden erwachten Orient eine immer größere Rolle spielen, gibt es hier doch verbindende Gedankengänge, die eine sehr viel größere Beachtung uerbtenen, als sie in Europa bisher gefunden haben. Die Nachrichten von den großen politischen Er- eigniffen in Europa verbreiteten sich auch schon früher in Asien, von Oase zu Oase, von Basar zu Basar, mit einer für den Europäer unbegreiflichen und erstaunlichen Geschwindigkeit. Heute aber gibt es in Asien schon fast überall Telegraphenlinien, und in de rTürkei, in Persien, Zentralasien und selbst in Afghanistan eine schon ziemlich weit entwickelte Presse. Und heute, seit der Beendiming des Weltkrieges und der Neugründung der Türkei, feit alle asiatischen Böller zu einem selbständigen politischen Denken erwacht sind, finden alle Phasen der europäischen Politik in ihren geringsten Einzelheiten im ganzen Often einen sehr lebhaften Widerhall und werden mit gespanntester Aus- merksamkeit verfolgt. Sn ihrem Verhalten zu Europa wollen die orientalischen Länder heute nicht mehr der nur passiv leidende, politisch stets nur gebende Teil sein, sondern vor allem ihre natürlichen Reichtümer in eigener Hand behalten und gegebenenfalls nur sehr teuer verkaufen. So sehr auch heute das Sntcr- esse an allen politischen Ereignissen in Europa gestiegen ist, so ist doch in der Art der Beurteilung dieser Vorgänge durch die Orientalen in einer Beziehung keine Veränderung gegen früher cinge» treten :Stets hält man sich an das Bibelwort „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen", während die schünsten und schwungvollsten Friedensreden und Freundschaftsbeteuerungen europäischer Minister und Politiker aller Art bei den mißtrauischen und auf Grund langjähriger, übler Erfahrungen sehr skeptisch gewordenen Orienalen völlig wirkungslos verhallen. Bezeichnend für diese skeptische und nüch- lern reale Betrachtungsweise der Asiaten ist unter anderem auch die Bemerkung eines Chinesen, der wesentliche Unterschied zwischen der chinesischen und der europäischen Presse bestehe darin, daß die erstere Tatsachen, die letztere dagegen hauptsächlich nur Meinungen enthalte. Gegenwärtig sind die widerrechtliche Besetzung des Irak und S y - r i e n s, die brutale Zerstörung der heiligen Stadt Damaskus, sowie die den Orientalen ebenso widerrechtlich erscheinende Besetzung des Rhein- l a n d e s durch die Damaskusze^störer die ausschlaggebenden Tatsachen, nach denen sie das heutige Europa beurteilen. Dieser Auffassung, der alle Reden und Versicherungen von Politikern ganz gegenstandslos erscheinen, entspricht auch die soeben gemeldete Nachricht, daß bien Türkei grundsätzlich jebe Entscheidung des Völkerbundes in der Mof - fulfrage ablehnen will. Das Verhalten der Orientalien, insbesondere aller Mohammedaner zu Europa war vor dem Weltkriege ein wesentlich anderes als heute. Das mächtige, glänzende und in der ganzen Welt hoch angesehene deutsche Kaiserreich erlebten dem Orient als der eigentliche Prototyp der hohen Kultur und gewaltigen Machtfülle Europas. Dabei aber setzten alle Muselmanen auf den deutschen Monarchen, namentlich seit 1898 die Hoffnung, er werde sie gegen jede Vergewaltigung durch Europa schützen. Nast dem geistigen Trägheitsgesetz, das im Orient eine noch größere Rolle spielt als in Europa, erscheint Deutschland den Asiaten immer noch als eine Gröhe, die nur zeitweilig gelähmt ist. jcod) im Jahre 1920 trugen tatarische Arbeiter in Aser- beidshan bas Bildnis Kaiser Wilhelms, des „Beschützers aller Muselmanen" unter dem Hemde auf dem Herzen. Nachdem nun die deutsche — wirkliche oder vermeintliche — Schutzwehr für den Orient durch den Versailler Vertrag beseitigt ist, tritt die über ganz Asien verbreitete, von Moskau aus sehr geschickt geschürte und unterhaltene Feindschaft gegen Europa in außerordentlich scharfer Weise hervor. * mA dLL =£a "—■"o 0 3 ZLö-SSZSS? Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) miwraiwiB—kpi ■wriwiwnrif i hii in ■■ sche Kultur suchten und fanden, wie unter anderem ihre Heirat mit deutschen Fürstentöchtern darlut. Hier war der rechte Ort, um in einer Zeit der Ostfragen die Jugend daran zu erinnern, daß es manche „Fragen" aibt, die für uns nie solche sind, es sei denn, daß selbstmörderische deutsche „Oojek- tinität" dem Gegner Handlangerdienste leistet. Gewiß, um Glaß erinnern noch die Halbdutzend „Wächterdörfer" daran, daß hier ein Ausfallspunkt der Tschechen gegen die Polen bestanden hat — aber Nachod heißt immer noch zu deutsch „an der Grenze". Und so sicher es ist, daß die unmenschlichen, Schlesien verheerenden Hussitenkriege eines der trübsten Kapitel schlesischer Geschichte darstellen — so au Recht besteht die andere Tatsache, daß böhmische Fürsten und Könige Mehrer des Deutschtums im schönsten Sinne gewesen sind. Ohne Sinn ist es aber bestimmt and) nicht, wenn gerade heute zur Zeit der größten Deutschtumsverfolgung in der Tschechoslowakei Hus als Nationalheros drüben wieder gefeiert wird, ist er doch, was bei uns viel zu wenig beachtet wird, der erste große Hasser der Deutschen und dann erst der religiöse Fanatiker. Und das „urpolnische" Schlesien? Ach, du lieber Himmel, cs'besteht ebenso wie ei n„urtschechisches" Schlesien nur in Einbildung und Machtgelüst der Nachfahren eines Boleslaw Chrobry, den nach kurzer Herrschaft über Schlesien bekanntlich schon Heinrich II. im Jahre 1018 in die gebührenden Grenzen zurhckwies. Wenn heute Polen an der Seite Frankreichs steht — nachdem wiederum wir ihm zur Staatlichkeit verhalfen haben — und Polen nicht zuletzt auf Schlesien hinweist, so wird man unwillkürlich an die Elbinger Konvention (Militär- straßen-Verbindung) und an die 1807 durch Napoleon erfolgte Begründung des Herzogtums Warschau erinnert. „Dour meubler un champ de ba- taille" hieß Napoleon das damals — heute spricht man gegnsrischerseits gar zu gern von „Ostpakten" u. dgl. Und um den Zobten, den Berg der Schlesier, wohnen noch immer Silingen, wie zu germanischer Urzeit? Die historische Seite des Schulungskursue, die übrin?n5 an Hand von Karten und Plänen der prähistorischen Forschung die gebührende Achtung erwies, fand ihre notwendige Ergänzung in der Darbringung deutschen Kulturgutes, wie sie sich in Liedern und Mysterien, Sage und Märchen ebenso wiedersviegelt, wie in Feldbestellung oder Häuserbau oder germanisch-deutscher Rechtsauffassung. Kurzum, wie'man die Dinar auch ansah: Schlesien ist deutsch und wird deutsch bleiben: eine schlesische „Frage" gibt es für deutsche Jugend nicht! Die Heimatkunde in der Schule. Auf Einladung des Landesamts für !daS Dildungswes en fand vor einigen Tagen eine Versammlung von Schulmännern uni) Geschichtsforschern im Zeichensaal der Oberrealschule in Gießen statt . zwecks Behandlung der Heimatkunde an höheren und niederen Schulen. Ministerialdirektor Ärstadt eröffnete die Versammlung, indem er in lichtvoller Weise aus- führte, daß tS sich bei dieser Frage im wesentlichen um alte Ansichten handle, die aber in neue zeitgemäße Formen gegossen werden müßten. Sodann referierte im Auftrag des Landes- amts Oberschulrat Hofmann über die Ziele der Behandlung der Heimatkunde in den Schulen. Leider sprach der Redner so schnell, daß es sehr schwer, ja fast unmöglich war. den Zusammenhang der ©eJanfcngänge immer zu erfassen. Sodann referierte Lehrer Eidmann aus »Darmstadt über die Art, tote er die Pflege der Heima.'runde in feiner Schale betreibe. Alle Dil- >'le vvm Heimatgedanken ausgehen. Lebhaft empfahl er die Anlage eines Heimat- '»museums an jeder Schule und zeigte, wie er sich ein fr *>3 für seine Anstalt angelegt habe. Hierauf sprach Lehrer S p a n g aus Bretzenheim über die Erforschung der O r t s Flur-, Boden-- und Fluhnamen, indem er die Bedeutung dieser Forschung betont? und einige Proben feiner Ableitungen der Versammlung mstteilte. Dann behandelte Studienrat Eomo aus Dingen die Literatur der Heimatkunde, wobei er jedoch leider von einer Kritik über den Wert der einzelnen Werke völlig absah. Er empfahl die Abfassung von „Heimat heft en" und Zusammenfassung der ‘arbeit. • Bei Eröffnung der Diskussion nahm Pros. Dr. Roeschen-Laubach als erster das Wort. Pelzmärtel. Ein Aürnberger Spielzeugroman. Rach dem 3 a ienischen dec Terelah erzählt von Gustav W. Cberlein. Copyright 1925 by QL Scherl ®. m. b. H., Berlin. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Auch da. an hatte Karl der Große nicht gedacht, niemand hatte sich die Einzelheiten vor- gest^llt. Der Vorschlag Kunigundes war mit großer ^Begeiferung angenommen und, da die Zeit drängte, sofort in Szene gesetzt worden, al er die Durchführung des ganzen Planes hatte jeder dem Zufall überlassen zu können geglaubt. Karl der Große fühlte, daß er nicht gerade rm besten Lichte dastand. „Cliur Mut," flüsterte Pelzmärtel ihm daher ins Ohr, „ich möchte nicht, daß du von deinem Ruhme einbützt, den du dir seinerzeit erworben hast. tJ) werde für dich tun, was ich kann." Auch Pelzmärtel war es inztoischen klar geworden, Laß man sich an die Störche wenden mußte. Rur die Störche als die bevorzugten Geschöpfe konnten weiterhelfen, nur sie, die mit wenigen Flügelschlägen zwischen sich und die Menschen eine unüberwindliche Entfernung legen. Llnglück.icherweise gab es in diesem Augenblick in Rürnberg nur drei brauchbare Störche, nämlich Luginsland, Schnabelspih und Wiesenstelz. Dabei wußte man noch nicht einmal, ob Cug- inSla.'d seine Frau allein lassen konnte. Und was die launenhafte Schnabelspitz anbelangte, so war e3 zweifelhaft, ob sie für das Abenteuer zu haben sein würde. Wol>n nur mit all dem kleinen Volk? Pelz- märtel legte den Finger an die Rase und dachte nach. 3e mehr er überlegte, desto abenteuerlicher kam ihm die Sache vor. Am Ende entschloß er sich, auf das Dach zu steigen, wo Bringglück wohnte, um ihr die Sache vorzutragen. Wenn irgendeiner, so muhte sie als alter Zugführer Rat wissen. „Wo möchten sie denn am liebsten hin?" fragte Bringglück. „Zu den Feen, um bprt Unterkunft und Rat zu erbitten." „Rat? Worüber?" Er sprach seine Befriedigung über die Art aus, wie Lehrer Gidmann die Anlage und Verwertung des Heimatmuseums betrieben Nüssen wolle. Auch sei er, auf Grund eigener Erfahrung, von der Bedeutung und Wichtigkeit der Erforschung dieser Flurnamen überzeugt. Aber diese Forschung sei für Laien sehr gefährlich. Auf Einzelheiten verschiedener offenbarer älnrichtig- keiten der Deutung, die ihm aufgefallen seien, könne er hier nicht eingehen. Daß „alle Bildung vom Heimatgedanken ausgehen müsse", wie verlangt worden sei. sei unmöglich. Auch h'er müsse mir die induktive Met hode angewandt werden, nicht aber in deduktiver Weise ein einziger Gedanke in den Mittelpunkt der Forschung und des ülnterrichtS gestellt werden. Cs müsse auch auf Gebiete außerhalb deS Heimatgedankens übergegangen werden. Man habe auch andere Ewigkeitswerte und blicke auf eine reiche Kultur von 4—5000 Jahren z.rrück. 3m übrigen gäbe es keine allgemeine Pädagogik, und die .Arbeitsgemeinschaft" und „Arbeitsschule", wie sie z. D. Gaudig vorschwebe, fei doch höchst bedenklich, wie auch seine Ausführungen über die „idyllische Behaglichkeit" der ülniversitätspro-- fessoren, denen wir doch das Beste unserer Bildung verdankten. Dagegen empfahl R o e s ch e n ein Zusammenarbeiten der einzelnen Schulen lGymnasium, Realgymnasium. Realschule und Volksschule) nach einer Richtung hin, aber „getrennt marschieren, vereinigt schlagen". Dringend empfahl er die Herstellung eines kritisch gereinigten kurzen Lehrbuchs der hessischen Geschichte sdie greulich entstellt fei) durch den „H i st o r i - scheu Verein für Hessen", und er könne als Vorstandsmitglied dieses Vereins sagen, daß hierzu Reigung vorhanden sei. Er wünschte Organisation nach Provinzen und Kreisen. Studiendirektor Dr. Hainer- Laubach empfahl noch besonders die Beschaffung von Bildern von Dörfern. Städten und Gegenden der hessischen Heimat für die Schulen. Professor Dr. Blecher- Friedberg wünschte eine bessere Ausbildung der Lehrer als Führer durch Museen. Außerdem wurde auch die Pflege der Hei- iunbe in den Zweigen der Raturwissen- schäften und der Geographie eingehend erörtert. So wurde noch manche fruchtbare Anregung gegeben. Als Ergebnis der Erörterungen wurde für die Provinz ein provifvris che r Ausschuß gebildet, zu dessen Schriftführern Prof. Dr. Blecher und Prof. Dreher aus Friedberg gewählt wurden. Forderungen der hessischen Pensionäre. • Darmstadt, 6. Dez. Der Hessische Pensionärverein hielt gestern hier eine Tagung ab. auf der Oderlehrer i. R. Kahl einen Vortrag über die wirtschaftliche Lage der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen hielt. Der Redner forderte u. a. die Gleich stellung der Altpensionäre mit denReupenfionären und hofft, daß die Frage auf dem nunmehr beschrittenen Protzeßtoeye zugunsten der Alt- pensionäre entschieden wird. Bei den Landesregierungen hätte die Forderung bisher nut den Erfolg gehabt, daß die Regierungen unter Hinweis auf das Re ich s s p e r rg e se tz sich außerstande erklärten, die Forderung der Alt- Pensionäre zu erfüllen. Das Sperrgesetz werde am 1. April 1926 fallen, dann könnten die Pensionärvereine erproben, ob die Regierungen den Mut haben, zu erklären, daß zur Beseitigung deS Llnrechts an den Altpensionären keine Mittel vorhanden seien. An Forderungen, deren Erfüllung keinen Aufschub duldet, nannte der Redner u. a. eine allgemeine Erhöhung der Ruhegehälter und des Wohnungsgeldes, die Alt- und älnfallpensio- närfrage, sowie die Abänderung der Kannvorschriften in Muhvorschriften wegen der „nachgeheirateten" Frauen, sowie Anspruch der Haustöchter auf Versorgung. Schwurgericht Meßen. * Gießen, 7. Dez. Unter dem Vorsitze des Landgemchtsrats Strack wurde heute unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen die Pflegerin Hedwig R.. zuletzt in Gießen wohnhaft, wegen „Sie wollen die Unschuld des PuppenpeterS ans Licht bringen.“ „Ausgezeichnet," lobte Bringglück, „aber wie macht man das?" Set Schlaumeier guckte in die Luft „Hm, nicht so einfach!" sagte er nachdenklich. Ratürlich halte er bereits seine 3dee, sogar drei 3deen, und z^ar folgendem Erstens: Ein gute- Werk zu vollbringen, wenn es kein Opfer kostet, ist kein Verdienst. Zweitens: Eine Strafe von zu kurzer Dauer wird sofort vergessen. Drittens: 3e später die Freude kommt, um so süßer ist sie, nur muß sie noch rechtzeitig kommen. Erstens also, folgerte Pelzmärtel, müssen Karl der Große. Kunigunde und Hans Sachs eine Reihe von Schichalsfällen erleben, bis sie ihr Ziel erreichen. Zweitens soll Rürnberg mit Schrecken ein weiteres Weihnachtssest ohne Spielsachen heran- nahen sehen. Drittens haben Peter, Otto und Liefe! noch viele Tränen zu vergießen, bis ihnen das Glück ihrer Wiedervereinigung zuteil wird. 3ch weiß nicht, ob Pelzmärtel damit recht tat oder nicht, ich weiß nur, daß er es so bestimmt hatte, und daß es folglich so kommen mußte. „Zu welchen Feen wollen sie denn gehen,“ fragte jetzt Bringglück, „zu denen, die im Rorden. oder zu denen, die im Süden wohnen?" Pelzmärtel schaute sich um: überall tiefer Schnee! Und zu den nordischen Feen war es so weit! Und wenn man endlich dort droben eintraf, konnte man sich nicht einmal wärmen. 3hr Palast ist aus Eis! nur die Dennliere, die Eisbären, die Pinguine, die Seehunds können in Bieter Kälte leben. ES ist bekannt, daß die Feen des Rordens ihre liebe Rot haben, Dienerschaft aufzutreiben: ihr garv.er Hofstaat besteht aus Wichteln und Zwergen, die tief unten in der Wärme der Erde leben. Rein, so grausam wollte Pelzmärtel nicht fein. „Sie wollen zu den Feen des Südens gehen," sagte er deshalb, und hatte damit die Störchin dort, wo er sie haben wollte. Kindestötung verhandelt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Fischer, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Aaron. Rach dem öffentlich verkündeten Urteil hielt das Gericht die Angellagte für überführt, am 14. 7. 1925 ihr uneheliches Kind gleich nach der Geburt vorsätzlich getötet zu haben und verurteilte sie zu 2 Jahren Gefängnis, abzüglich der erlittenen Untersuchungshaft. Angellagte und Staatsanwaltschaft erkannten die Rechtskraft des Urteils an. Oderhessen. Landkreis Gietzerr. y. Lang-Göns, 6. Dez. Heute wurde der von der Kirchenregierung ernannte evangelische Pfarrer Wilhelm Wahl, seither in Gimbsheim (Rheinhessen) stehend, im feierlichen ©DtteSuienfte und in Gegenwart einer zahlreichen Gemeinde von Dekan G u ß m a n n - Kirchberg in seinen Dien st eingewiesen. Zur Verschönerung des Gottesdienstes trugen zwei von dem hiesigen Posaunenchore (Dirigent: Weißbindermeister Boller) vorgetragenen Stücke bei. Die Familie des Geistlichen wird erst in einigen Tagen nachfolgen können, da das Pfarrhaus soeben nach Wegzug von Familie Weber einer gründlichen inneren Erneuerung und auch teilweise neuen Unterkellerung unterzogen wird. Die Arbeiten werden von der Gemeinde mit anerkennenswerter Energie der Vollendung entgegengeführt. X Langd, 7. Dez. Der hohe Schnee, der weithin Wald und Flur bedeckt, hat leider unseren Holzhauern eine unliebsame Unterbrechung ihrer Arbeit gebracht, nachdem sie kaum acht Tage hinausgegangen waren. — 3n der letzten Woche fanden hier zwei Vorträge statt. Pfarrer Groh führte in der Kirche die Geburt 3efu im Lichtbild vor. 3m Sannschen Saale hielt auf Einladung des hiesigen Kriegervereins Oberstleutnant v. Hagen einen Vortrag über die Marncschlacht. Beide Vorträge hatten zahlreiche Zuhörer angelockt. Kreis Fricdderg. Friedberg, 7. Dez. (WSR.) Die in Wohnbach wohnende Mutter des kürzlich in Frankfurt a. M. auf offener Straße ermordeten Kriminalbeamten Sack ist infolge der ungeheuren Aufregung über den tragischen Tod ihres Sohnes einem Herzschlage erlegen. Bad-Rauheim, 7. Der. Die zweite Win erverarstallung des Dildungsvereins. die heute im Kurhause stattfand, hatte leider nicht den Besuch aufzuweiten, den das Thema deä Abends und die Art. wie es vom Redner behandelt wurde, verdient hätten. Professor Dr. Weber, der Leiter des hiesigen Medizinischen Instituts, sprach über „11 niete natürlichen Waffen im Kampf umsDasein". 3n sehr seiner, elementar-verständlicher Weise behandelte der Redner an zahlreichen Beispielen die wundervolle Wirkung der Schutzkräfte, tzie dem Menschen den Kampf ums Dasein ermöglichen und der ganzen lebendigen Welt Unsterblichkeit geben. Für Volksbildungsvereine ist solch ein Thema ein besonders geeigneter Vor- tragsstoff. — Die hiesigen Ougendverbände haben sich zwecks eindrucksvollerer Vertretung ihrer gemeinsamen Interessen zum Bad-Rau- heimer 3ugenbring zulammengeschlossen,ohne damit im einzelnen ihre Selbständigkeit auszir- geben. Den 3ugenbrtng bilden: Arbeiterjugend, Deutscher Pladftnderbund, Iungsturm, Quickborn, Wandervogel (e. V.). Was diese löbliche Vereinigung erstrebt, ist vor allem die Errichtung einer Jugendherberge und eines 3 u » aendheims. Die Stadtverwaltung hat den Bestrebungen der Jugend Unterstützung bereits zugesagt. Die erste gemeinsame Veranstaltung des 3ugenbrings war ein öffentlicher Lichtbildervortrag, den Turnlehrer Lehmann vom Turnverein 1850 über „Gymnastik. Sport und Kultur" hielt. Der Reinertrag des Abends, der gut besucht war, wird dem Jugendherberge- fonds zufließen. Butzbach, 7. Dez. (WSR.) Bei den Meguinwerken geht der Abbau immer weiter. Zur Zeit sind nur noch etwa 400 Arbeiter beschäftigt gegenüber 2000 früher. C Rieder flor st adt, 7. Dez. 3n seiner jüngsten Sitzung setzte der Gemeind erat die Preise für die Steine neu fest. Fast „In diesem Falle," antwortete Bringglück, „wissen Luginsland und Wiesenstelz den Weg und wenn Schnabelspitz keine Geschichten macht, wird auch sie sich anschlietzen. Für mich wird Meister Konrad sorgen, wie er es immer getan hat." Als die Morgendämmerung heraufzog, traten Wiesenstelz und Luginsland flugbereit? Bald da.aus erschien auch Schnabelspitz. Alles, was außergewöhnlich und sonderlich war, gefiel ihr. und halte man jemals etwas Sonderbareres gesehen als diese Reise Ende Dezember mit einer Puppe rittlings auf dem Hals? Es war beschlossen worden, daß die anderen Spielsachen während der Abwesenheit von Karl dem Großen, Kunigunde und Hans Sachs in dem unterirdischen Gang versteckt bleiben sollten. Pelzmärtel würde sie durch Zauberei friedlich einschlafen lassen und dafür sorgen, daß weder Mäuse noch Ratten oder Käfer sie belästigten. Er selber würde in eigener Person jeden Tag erscheinen, um das Erdv»rlies zu lüften, dessen Eingang unsichtbar zu machen dem kleinen Zauberer nicht schwer fiel. Kein Mensch sollte ihn mehr finden — eine weitere unerklärliche Ueberraschung für die Rürn- berger. So war also alles aufs beste vorbereitet, und Karl der Große, Kunigunde und Hans Sachs wollten sich eben — die gefiederten Reittiere machten vor Abenteuerlust schon die Hälse lang — in den Sattel schwingen, als ein heftiger Streit ausbrach. Krachauf und die Gummikahe waren sich in die Haare geraten, weil eines den an» deren bei einer Spitzbüberei erli i cht Halen wollte. „3ch habe sie dabei ertappt," schrie Krachauf, „wie sie auf die Dächer hinüberschielle. Sie will ausreißen, die Falsche. Glaubt nur nicht, daß sich eine Katze in einen unterirdischen Gang sperren läßt, wo es nicht einmal Mäuse gibt! Aber jetzt gerade muh sie dableiben. entweder alle oder keiner!" „Und ich habe ihn dabei ertappt," schrie die Gummikahe, „wie er einen Storch an Schwanz zog, um zu sehen, ob er fest genug sei. Der Schlingel wollte sich daran anhängen! Glaubt nur nicht, daß ein Rußknacker jemals einer vernünftigen Tat fähig sei! A)er das gibt es nicht, daß einer so seine Gefährten hintergeht und alle Prerse wurden im Preise herabgesetzt, für solche Arten, die in letzter Zeit geliefert oder angeboten wurden, die erzielten bezw. geforderten Preise auch für den Verkauf in klein wen Mengen angenommen- Der Steinbruch bleibt voll im Betrieb, man will sogar, falls eine Lieferung zu bekommen ist, sofort einige Arbeitslose zum Cteinellopfen heranziehen, denn im Frühjahr, wenn wieder Arbeitsgelegenheit vorhanden sein wird, werden nur wenige 2?ute Steine klopfen wollen. Außerdem könnten die Steine jetzt Im Winter für geringen Fuhrlohn an Ort und Stelle gebracht werden. Ein Sorgenkind ist in diesem Winter die Dampfheizung im Reuen Schulhaus. Rachdem sie erst vor einiger Zeit durchrep.iriert wurde, kommen immer wieder Klagen, daß die vorschriftsmäßige Temperatur erst gegen 10 Uhr erreicht würde. Scheinbar wird vormittags zu spät angeheizt; Der Heizer soll darauf hingetoiefen und vom Bürgermeister kontrolliert werden, ob er auch um 6 Uhr die Hebung anstellt. Die rückständigen Gelder aus 1 924 werden nochmals bis zum 1. 4. 26 gestundet; mit deir^inzelnen Schuldnern sollen aber Abkommen getroff.n werden, nach denen die geschuldeten Beträge in wöchentlichen Raten bis bah'n abgetragen werden. Mit dem Eingang der Rückstände au3 1925 ist vorläufig nicht zu rechnen. Es muß also Geld aufgenommen werden. Ein Mitglied deS Se- rneinderats erHärte sich in der Sage, ein Kas - sendarlehen von 10000 Mart zu 9l'3 Prozent sofort beschaffen zu können. Diese Lösung wurde allgemein begrüßt, denn man hofft, im April so viel Geld flüssig zu haben, daß dieses Darlehen wieder abgetragen werden kann. — Bei der letzten Treibjagd wurden 56 Hasen geschossen. Das Ergebnis war also sehr gering, ist aber nach den ungünstigen Jahren erklärlich. Außerdem suchten schon bei den ersten Schüssen viele Hasen daS Weite und gingen in die benachbarten Gemarkungen, bevor sich der Kreis der Treiber schließen konnte. — Der E i n- spruch gegen die Gemeinderatswahl ist noch nicht erledigt. Als Gründe wurden angegeben, daß am Nachmittag bei dem ft arten Andrang nicht nur Mann und Frau zu gleicher Zeit gewählt hatten, sondern das öfter 3 bis 4 Personen gleichzeitig in einer Wahlzelle ihre Stimme abgaben. Der alte Gemeinderat hat also Aussicht darauf, auch noch zu Beginn des neuen 3ahreS seine Tätigkeit auSzuüben. Kreis Büdingerr. )( Ortenberg, 7. Dez. Pfarrer CB lieb* n e r vom Katharinenstift in Wittenberg sprach hier in gutbesuchter Versammlung unseres Frauenvereins über „Diakoni.senarbeit in den Städten und Urwäldern Brasiliens". Der Redner, der selbst über ein Jahrzehnt Pfarrer an den deutsch-evangelischen Gemeinden Brasiliens gewesen ist, schilderte aus eigener Erfahrung die äußeren und inneren Röte, die die deutsch-evangellschen Gemeinden der Hebe rf ec immer mehr nach deutsch-evangelischen Schwestern 'rufen lassen. Auch der Segen, den solche Schwestern drüben bringen können, wurde überzeugend nachgewiesen. Das Katharinenstift in Wittenberg hat die Ausblldung solcher Schwestern übernommen und bereits 30 Schwestern hinaus- gesandt. Doch die Rachfrage nach Schwestern für unsere Gemeinden draußen wird immer größer. Eine Gabe von 15 Mk. gaben die Frauen Orten- bergs dem Redner für die wichtige Arbeit des Stifts mit. —Hirzenhain, 5. Dez. Sein halb- tausendjähriges Jubiläum kann baS hiesige wellbekannte Buderussche Eisen- u n d Hüttenwerk demnächst begehen. DaS Werk, das schon im Jahre 1400 bestand, verdankte ferne Entstehung den Eisengruben des Riddertales, die jetzt längst ausgebeutet und zerfallen sind. Man hat gutze ferne Oscnplatten gefunden, die bereits um 1400 und 1500 gegossen worden sind^z. B. „Die Flucht nach Aegypten", „Der reiche Mann und dec arme Lazarus", „Die Hochzeit zu Kana", „Dte Witwe von Sarepta“ und andere biblische Bilder. Daneben hat man auch den Gott Jupiter verewigt ober ein deutsches Erntefest dargeftellt. Das Werk ist seiner Ueberlieferung treu geblieben und widmet sich heute noch der Herstellung von Ofen- und Eisen- platten. Dazu kommt die Erzeugung von Badewannen, Spülbecken, Wand- und Bodenplättchen, sanitären Artikeln, Herden, Maschinenteilen: ein besonderer Dau dient zum Emaillieren der Fabri- ifwnu—riii m i ww■ eine schöne Reise mi macht, während die anderen int Dunkeln eingesperrt sind. Das ist nicht recht!" Sie schrien so arg, daß Krach aufs Holzzopf, den er braucht, um die Kiefer wieder zu schließen, wenn er eine Ruß aufgeknackt hat, zerbrach. So stand er offenen Maules da, mit herabhängendem Kinn, unfähig, ein Wort her- auszubringen. Diese Gelegenheit benutzte Fifi, die Gummikatze, um Pelzmärtels Aufmerksamkeit von sich ab und auf Krach auf zu lenken. Sie wußte, daß er die Nußknacker ins Herz geschlossen hat und ihnen immer den Mund zurechtrichtet. Wie er nun damit beschäftigt war, führte sie ihren lang gehegten Plan aus. Es war keine leere Verleumdung gewesen, daß sie daran dachte, auszukneijen — ohne daß sich's jemand versah, war sie verschwunden, und wer sie gesucht hätte, würde sie beim Spaziergang fern auf den Giebeldächern angetroffen haben. Die Rürnberger Dächer sind halt die schönsten, die es gibt, und eine Katze bleibt immer eine Katze, auch wenn sie aus Gummi ist. Gerade, a'S Krachaus wieder A sagen konnte, traf keuchend und schweißtrietend Bringglück ein. Es muß'e etwas Außerordentliches borgejaHen sein, daß sich die ha'blahme Störchin, die sich mit knapper Rot auf den Flügem halten konnte, entschloß, hierherzukommen. Wiesenstelz bekam Herzklopfen, und Kunigunde fühlte, daß sie erbleicht wäre, wenn sie sich nicht die Backen so schön rot geschminkt hätte. Die Rachricht, die Bringglück brachte, war auch danach. Sie erzählte, daß alle Kinder ihr Gewissen befragt und der arme Otto weinend gestanden hätte, Pelzmärtel beleidigt zu haben. In Wirklichkeit war es ja nicht so schlimm gewesen, denn die Störche hatten nur gehört, wie dec Knale sich über die verpfuschte Weihnachten beklagte. Wer wollte es einem Kind verargen, wenn es Pelzmärtel damit in Zusammenhang brachte, ein ahnungsloses Kind, das sich plötzllch des Baiers, eines schonen Theaters und einer wunderbaren Puppe beraubt sah, gerade am Bora'.end des Freudenfestes für alle Kinder! Dem Pelzmärtel, der immer verständnisvoll urteilt, leuchtete das ohne weiteres ein. (Sortierung folgt.) ftS» > & n U w Dautäl -Siet > erricht Mger & 2*1, ä. lehrs-A jetzt «{! - aE'uhrt zeitig,.^" um » dr Ishi inäsfig vr nupn- " stacker er sich eine Mnder hetvirgel geschlagen länger fern, denen das Werk lohnende Arbeit kctet Eine neue Fabrikhalle ist zur Zeit im Dau begriffen, sie wird noch weitere hundert Arbeiter aufnehmen können. Das Hirzenhainer Grsenw.rk, das sich in den letzten 25 Iahren getoaltig auß- gcbcbnt hat, ist ein Segen für einen großen Teil des Vogelsberges geworden. :: Berstadt. 5. Dez. Auch hier war die Bautätigkeit in diesem Iahre recht regL Vier Reub>utcn tourben im Lause deS Sommers errichtet. Ein stattliches Haus hat ein-hiesiger Mekaer tn der Bahnhof,traße erstehen lassen, während die anderen drei in dir neue Baulinie in der Dismarckstraße au stehen tarnen. — Da Durch unser Städtchen der Verkehr von Friedberg nach Hungen, also die Hauptdurch^angS- straßen der Wetterau geht, s Tagen im Zeichen des . kehrs. Teils sind es Vergnügungsfahrten, Die jetzt im Winter, wo die bäuerliche Arbeit ruht, ausgeführt werden —, bieten sie doch auch gleichzeitig den Pferden die notwendige Bewegung, um Rierenschlag und andere Gefahren zu vermeiden -, teils sind es auch Veoarfssahrten. da jetzt Milchkutscher, Müller und andere regel- mäßig- verkehrende Fuhrleute den Schlitten benutzen. DefenderS seitdem der Schnee durch den stärker einsetzenden Frost fest geworden ist, hat sich eine prachtvolle Fahrbahn geb Wetz K em Wunder denn, daß auch gar mancher Schlitten hervorgesucht wird, der längst unter Stroh zu- geschlagen war. da der Wetterau nur feiten länger anhaltende SchneepericäXM vergönnt sino. 5. Dauernheim,7. Dez. Dem hiesigen Orts- geistlichen, Pfarrer W i l h. K o r e l l, der annähernd 16 Jahre in unserer Gemeinde segensreich wirkte, ist die Pfarrstelle zu N e ck a r st e i n a ch, in welcher er schon als Pfarroerwalter amtierte und sich dort Liebe und Zuneigung erwarb, übertragen worden. Gestern, am 2. Advent, hielt er hier feine Abschieds- predigt, der er als Text Lukas 9, 1—6 zugrunde gelegt hatte. Das Gotteshaus war dicht gefüllt. Der Männer-, Schüler- und der von Frau Pfarrer K o - r e l l gegründete Mädchenchor trugen stimmungsvolle Gesänge vor. Es fiel Herrn Korell sichtlich schwer, seiner inneren Ergriffenheit Herr zu werden. Die Gemeinde wünscht ihrem treuen Seelsorger in seinem neuen Wirkungskreise alles Gute und volle ][ Gladenbach, 7. Dez. Bürgermeister Ferd. Köhler ist, 58 Iahre alt. gesto.rben. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 7. Dez. Heute nachmittag hat sich in einem Kleinkindergar t e n im Stadtteil Bornheim eine schwere Gasvergiftung ereignet Rachb?m Mittagessen, als die kleinen Pfleglinge zur Ruhe gebracht worden waren, füllte eine 18jährige Kleinkindergärtnerin ncdynaB den großen Ofen mit Koks nach, wobei sie wahrscheinlich vergessen hat den Ventilator einzustellen. Als gegen 4 Tlhr nachmittags eine andere Kindergärtnerin den Raum betrat fand sie den ganzen Raum mit Kohlenoxtzdgas angefüllt Mit Hilfe der sofort alarmierten Rachbarschaft wurden die Kinder in andere Räume gebracht und für frische Luft gesorgt Die Wiederbellbungsverfuche der Rettungswache waren von Erfolg gekrönt: immerhin mußten 12 Kinder im Alter von 4—7 Jahren, darunter drei im bewußtlosen Zustande. im Krankenhaus eingeliefert werden. Man hofft, daß die Kinder am Leben erhalten werden können. In der Bevölkerung hat der Vorfall große Aufregung hervorgerufen. — In der letzten Zeit tritt hier eine ungefähr 35 Iahre alte Frauensperson auf, die in Wirtschaften auf ihren angeblichen Ehemann warten will, der aber nicht kommt Rachdem sie längere Zeit gewartet hat, übergibt sie dem Kettnvr Pakete mit wertlosem Inhalt zur Aufbewahrung und läßt sich gleichzeitig auf diese Pakete ein Darlehen geben. Sie vergißt stets das Wiederkommen. — In letzter Zeit mehren sich hier die D i e b st ä h l e besonders in den höheren Schulen. Es werden nicht nur Mäntel gestohlen, sondern auch andere Gegenstände, welch; sich dort auf den Gängen bei der Garderobe befinden. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Turngau Hessen. Butzbach, 7. Dez. Gestern fand hier die zweite dieLwinterliche Bezirksvorturner- stunde des 5. Dezirks im Turngau Hessen unter der umsichtigen Leitung der Bezirktumwarte Hartmann- Bao-Nauheim und Lang- Langgöns statt. Etwa 41) Turnwarte und Vorturner nahmen daran teil. Der Besuch hätte besser fern dürfen, waren doch mehrere der 25 Bezirksvereine überhaupt nicht vertreten. Durchgeturnt wurden die für die nächstjährigen Gauveranstaltungen bestimmten Ordnungs- und Freiübtmgen, ferner war der an Reck, Barren und Pferd für diesen Winter vor- geschriebene llebungsstofs Gegenstand eingehender Belehrung, besonders in turnsprachlicher Hinsicht. Für das Geratewetturnen des Bezirks sind die Wett- tompsübungen bereits bekannt. Für die Turner ist ein Neunkampf, für die Jugendoberstufe em Acht- kämpf, für die Iugendunterstufe und die Schüler cm Siebenkampf oorgcschrieben. Die vorgefehenen Hebungen an den einzelnen Geraten wurden durch- geturnt und kritisch besprochen. An die Turnstunde schloß sich eine Besprechung an, die vom 1. Bezirks lurnmart Hartmann geleitet wurde. Er sprach sein Bedauern über das Fernbleiben einiger Der- eine aus, die zum Teil auch schon bei der 1. Bezirks- vorturnerftunde durch Abwesenheit geglänzt haben. Ferner wurde es im Interesse einer gediegenen Vorturnerausbildung als nicht zweckmäßig bezeich- net, daß von einzelnen Vereinen zu jeder Vorturnerstunde neue Vorturner entsandt würden. Für das Gerätewetturnen des Bezirks, das am 7. 3. stattfinden soll, hatte sich Steinfurth gemeldet, woselbst in dem neuen Hengstschen Saal für derartige Veranstaltungen eine geeignete Stätte geschaffen ist. Aus verkehrstechntschen Gründen ent- schied sich die Versammlung aber doch dafür, das Hallenturnen wie in den Vorjahren wieder in Bad- Nauheim abzuholten. Die beiden dortigen Turn- vereine wurden mit den Vorbereitungen beauftragt. Für das volkstümliche B e z i r k s t u r n f e ft, das in der ersten Junihälfte veranstaltet werden muß, lagen Meldungen von Dorn-Afsenheim und Ober-Mörlen vor. Da eine Einigung zwei- schen den Bewerbern nicht erzielt werden konnte, mußte abgestimmt werden. Die Mehrheit der Stimmberechtigten war für Ober-Mörlen. Der dortige Turnverein wird mit der Bezirksveranstoltung die Feier feines 25jährigen Bestehens verbinden. Feuer- stein-Ober Mörlen forderte darauf unter Hinweis auf die hohen Ziele der D. T. zu reger und fleißiger Winterarbeit auf, und O e r te l - Nieder-Wöllftadt berichtete über feine Eindrücke, die er bei den Neuendorffchen Vorführungen in vergangener Woche in Frankfurt gewonnen. Im Sinne des bekannten Turnerführers trat er für stärkere Betonung der Pflege turnerischen Geisteslebens ein. Auch die Schlußworte des Bezirksturnwarts waren in diesem Geist geholten. Er forderte die Turner auf, ab und zu ein gutes turnerisches Buch zu lesen, nicht nur Lehrbücher, sondern auch Schriften, die mit dem Wesen und den Einrichtungen der D.T. bekannt machen. Beschlossen wurde, tm Januar eine außerplanmäßige Deztrksturnstunde zu veranstalten. Für den gleichen Tag wird dann der Bezirksvertreter. Studienrat Schuchmann -Friedberg, die Der- einrvorsitzenden auch zu einem Dezirksvertretertag einladen. Kunftturnwettkampfe. vo. In Essen (im Städtischen Soalbau) fand am Sonntag der diesjährige Wettkampf der Kreise Rheinland und Westfalen der Deutschen Turnerschaft statt. Es erhielten Westfalen 1562, Rheinland 1528 Punkte, so daß der westfälische Kreis mit 34 Plus-Punkten siegle. Der Gerätewettkarnpf Würzburg —Nürnberg—München am Sonntag in Würzburg wurde von der einheimischen Turngemeinde mit 397 Punkten vor Tv. Nürnberg mit 396 P. und Mtv. München mit 395 P. gewonnen. Der Kunstturn-Mannslhaftskampf München 1860—Pirmasens in München endete unentschieden 814:814 P. Der Kampf Breilensträter — Diener. Der Kampf zwischen Brei ten st röter und Diener, der am 10. d. M. stattfinden sollte, ist auf Grund eines Beschlusses des Verbandes deutscher Faustballkämpfer auf den 10. Januar ver- schoben worden. Die Krarikhettsziffern steigen! Der Krankenkastenverband für Stadt und Kreis Gießen schreibt uns. Die ^Arbeiter-Versorgung", Zeitschrift für die gesamte Sozialversicherung Nr. 34 vom 1.12.1925, enthält folgende Bemerkungen Das Jahr 1924 ist für oie Krankenkassen als ein ungünstiges bezeichnet worden. Die Verhältnisse bei den Kaffen haben sich aber im Jahre 1925 noch wesentlich verschärft. Seit Monaten ist ein dauerndes Stetgen der Krankenzissern zu verzeichnen. Während statistische Erhebungen ergaben, daß am 1. Januar 1925 der Prozentsatz der Arbeitsunsähigen zur Mitgliederzahl durchschnittlich 3,60 Proz. betrug, ist sestgestelll. daß sich das Prozentverhälmis heute auf 5 Prozent erhöht hat. Diese Vorgänge muffen mit ernster Aufmerksamkeit verfolgt werden. Die Besorgnis der Krankenkassen, daß sie bei weiterem Steigen der Krankenzissern die Leistungen abbnucn müssen, ist nicht mehr unbegründet. Bei erhöhtem Krankenstand steigen ohne weiteres die Ausgaben für ärztliche Behandlung, für Arznei und Krankengeld, außerdem finken die Einnahmen, da die Arbeitsunfähigen bettragefret sind. Es gilt der Frage nachzugehen, wodurch das Steigen der Krankenzif- ern bedingt wird. Allgemein kann wohl gesagt werten, daß in erster Linie die wirtschaftlichen Verhält- nisse Ursache sind. Die durch Arbeitslosigkeit, Streiks und Aussperrung in der Ausübung ihrer Berufsarbeit behinderten Werktätigen werden versuchen, den entgehenden Arbeitsverdienst wenigstens zum Teil durch Bezug von Krankenunterstützung aus- guglcichen. Die Kossenvorstände versuchen deshalb alles, um die Versicherten über die Schädlichkeit solchen Verhaltens aufzuklären, und die Organe der Kassen warnen dringend vor den Folgen, die unberechtigte Inanspruchnahme der Kassenleistungen nach sich ziehen müssen. Wenn berücksichtigt wird, in welchem Ausmaß die Leistungen bei den Krankenkassen ausgebaut worden sind, und wenn weiter beachtet wird, daß die Mehrleistungen nur aufrechterhalten werden können, wenn die Krankenkassen von Finanzkrisen, die auch durch erhöhten Krankenstand herbeigesührt werden können, verschont bleiben, so müssen die Versicherten selbst zur lieber,’,eugung kommen, daß es in ihrem Interesse liegt, die Krankenkassen nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn es unbedingt erforderlich ist. . Bei einer Ortskrankenkasse des hiesigen Bezirks betrug der Krankenstand am 1. November 3,4 Prozent, heute 5.2 Prozent. Krankengeld wurde im November pro Woche zirka 4700 Mk., heute zirka 9000 Mark bezahlt. Wenn man berücksichtigt, daß die monatliche Beitragseinnahme ungefähr 57 000 Mark beträgt, dagegen zur Zeit an Krankengeld allein 40 000 Mk. bezahlt werden, so dürste es jedem klar sein, daß die Kaffe die von ihr zugunsten der Mit- glieder cingeführten Mehrleistungen nicht mehr lange ausrechterhalten kann. Wirtschaft. Don den deutschen Schlachtvieh- Märkten. An den deutschen Schlachtoiehmärkten der vorigen Woche war der Handel auf allen Gebieten langsam bis oerschiedenllich schleppend, nur Schweine hatten ganz vereinzelt guten Handel zu verzeichnen. Die Auftriebsziffern zeigen für Rinder und Kälber eine beträchtliche, für Schafe eine geringere Abnahme, wahrend bei Schweinen eine starke Zunahme des Austriebs festzustellen ist. Die Preisbildung war bei Rindern, Kälbern und Schafen ziemlich uneinheitlich, wenn auch in der Hauptsache eher zur Abschwächung neigend: bei Schweinen war die Tendenz zur Abschwächung ausge- sprochener. Auf den nachstehenden Märkten wurden für ein Pfund Lebendgewicht in Pfennigen notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 20—56 40—93 29—52 78—90 Breslau 18—53 47—68 30—51 72—91 Bremen 25—56 38—90 30—50 70—85 Chemnitz 18—54 45—74 30—46 75—95 Dortmund 15-53 40—90 22—53 75—88 Dresden 25—60 45—72 26-60 70—98 Düsseldorf 25-63 50—90 38—43 80—93 Elberfeld 20-58 50—85 30—55 80—90 Essen 25-60 45—90 30—48 80—89 Frankfurt 13—60 35—70 24—50 70—90 Hamburg 14—55 30—95 20—46 66—82 Hannover 15—52 30—85 20—45 70-88 Karlsruhe 18-58 65—72 — 80—90 Kassel 20—57 40—55 75—92 Kiel 18-53 27-68 20—45 49-89 Köln 20—60 52—82 25—40 74—91 Leipzig 20—55 34—67 20—55 76—95 Franziska. Roman von Qiedbet ® i l L 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hasse blleb beunruhigt und zerstreutz er hörte kaum auf die reizende Musik, die das Vorspiel einleitete, und auf den Gesang der Studenten, Hoffmann gab ein neuer Tenor, mit einer kurzen Rase und einer wundervollen Stimme, so daß man sein etwas unglückliches Aeußere völlig vergaß. Er sah den ersten AU gleichgültig an Eine bunte, duftige Schar Drängte sich um die Puppe, eine hübsche Soubrette, die diese Rolle so bezaubernd gab, daß der Beifall kein Ende nehmen wollte. Es war heute alles in Stimmung, die neue Saison begann, der 'Winter die frühdunklen Abende. Eoppeliu- gab Stephansberger. Er spielte salopp, roh, als ob ihm diese Rolle keiner Mühe wert sei, fetn prachtvoller Vaciton schälte sich aus dm anderen Stimmen heraus, und Hasse, der der Buhne sehr nahe sah, in der ersten Orchestersesselreiye, hatte daS unangenehme Gefühl, als ob er ihm spöttische Blicke zuwerse. Aber es war nur eine Ange- wohn Helt des Sängers, der bei einer Sr^auf- führung niemals den Text kannte und aus Rer- vofität über den Souffleurkasten hinweg irgendeinen Menschen in der vorderen Reihe ins Auge faßte. Der Vorhang hob sich zum zweiten Aktz Die Harfen fielen ein zu der feinen Serenade. In einem verschwenderisch mit Teppichen verhangenen Gemach lag Franziska, einen silbernen Spiegel in der Hand, auf einem von weißem Zell überdeckten Lager. Sich in den gelbseidenen Kissen dehnend, spielte sie lächelnd mit dem S)aar des rothaarigen Verwachsenen im Frack, per zu ihren Füßen kauerte. Hasse durchzuckte es sie dort liegen zu sehen, in derselben Stellung. mit demselben Lächeln, auf demselben Lager, demselben Fell, das er alle« kannte. Ihre Stimme schien einem neuen Menschen anzugehören, so klar und sicher llang sie heute. Aber es war hoch dieselbe Franziska, von der er jede ihrer lässigen, weichen Bewegungen kannte. So gewiß es ist, daß die Eiseskälte des Zuschauers die Künstlerin lähmen kann, so sicher spürt sie die Begeisterung der Zuhörer, wenn sie sich auch nicht einmal durch einen Ausruf äußert, bis zur Bühne hinauf. Das Publikum starrte diese Giulietta, die man bisher nur auS unbedeutenden Rollen lärmte, an wie eine neue Erscheinung. Es ging eine Glut von ihr aus, in jebem ihrer funkelnden Blicke schien sie einen Blick aufzusangen, wenn sie sich langsam drehte, die Spiegel betrachtend, gleißte ihr Körper, der in eine rumnbe- stlckte grüne Schlangenhaul gewickelt war. Sie muß studiert haben. Was hat sie so verändert? zuckte eS ihm durch den Kopf, wer ist cm dieser Verwandlung schuld? Sie war begehrenswerter geworden. Das plastische Rätsel ihrer Schönheit noch geheimnisvoller unb anziehender. Ihr Kopf mit ber niedrigen Stirn, der geraden Rase, den geschwungenen Augenbrauen waren so fest, so antik gezeichnet, als seien sie aus dem Rahmen einer alten Medaille getreten. In Augen und Mund fand er einen seltsamen Kontrast, jenen leidenschaftlichen, gespannten, unschlüssigen Ausdruck, den nur ein moderner Geist wiedergeben kann. Wir weicher, fast tierischer Grazie bewegte sie den weißen Körper, man sah ihre Brust sich unter der grünen funkelnden Gaze heben. Ein anderer besitzt sie und wird sie besitzen, dachte Hasse, und mit furchtbarer Deutlichkeit stieg ihm das Bild vor Augen. Er hatte sich vorgcbeugt. um ihr Gesicht zu sehen, das hellbeleuchtet sich ihm zuwandte, da stutzte sie, er sah es deutlich, sie griff fest in elnS der seidenen Kissen, dann glitt ein Lächeln über ihr Gesicht, ein verzeihendes und um Verzeihung bittendes. Dann breitete sie die Arme aus, und der blonde Deutsche, Hoffmann, der Tenor, stürzte ihr entgegen. Ihre Augen schauten über seinen Kopf hinweg nach ihm herunter, älnd dieser Blick sagte ihm, ich habe verziehen. Er sah Stephansberger emtreten, stattlich und elegant, in schwarzscidenen ESkarpinS und rotem Frack. .Den Schlüssel, mein Herr, den Schlüssel.. Eifersucht, Rache. Der schwarze Schlemihl schlich heran mit seinem teuflischen Lächeln. »Den Schlüssel zu meinem Zimmer hat er", Giulietta schmiegt sich an Hoffmann, den sie liebt, mit einer Bewegung, so bezeichnend, so verheißend, daß Worth, entgegen seiner sonstigen Art, Randbemerkungen zu machen, bisher ganz still bage- sessen hatte, plötzlich vor sich hin bemerkte: „Ich wußte gar nicht, baß Schlüsse in Italien eine Rolle spielen." Wie in einem Fieber wartete Hasse darauf, daß Franziska noch einmal den Blick zu ihm wandte, währenddessen fühlte er sein Herz schlagen, es war, als hinge alles von dieser einzigen kurzen Sekunde ab, er wehrte sich nicht mehr gegen den Zauber ihrer Stimme, er trank die weichen, silbernen Töne in sich hinein und genoß daS entzückende Bild, bas sie ihm gab, wie ettoaS, daS er kannte und dennoch nie gesehen hatte. Ihre Stimme llang klar wie Silber, weich und dehnbar, sie spielle fast unbewußt, vielleicht brauchte sie gar nicht $u spielen, dachte er mit einer leichten Bitterkeit. Die Operngläser waren alle in Bewegung, ein älterer Herr in der ersten Reihe gebärdete sich so entzückt, daß er Den älnwillen feiner Rachba- rinnen erregte, und mitten In den zarten Liebesgesang Giuliettas sagte ein dicker Italiener in der ersten Parkettreihe aus vollem Herzensgrund laut: „Brava!“ Es herrschte atemloses Schweigen in dem übersüllten, warmen Theater, die Fächer bewegten sich nichtz die Geschmeide blitzten nicht mehr, die Operngläser standen fest an den Augen, diese Giulietta interessierte alle, es ging eine Glut von ihr aus, die auf die Zuschauer überströmte. wie glcKfrfam von einem feurigen Strom Wärme ausstrahltz Plötzlich bemerkte Hasse, daß sie, während sie sich an Hosftnann lehnte, ihr Blick sich in den seinen heftete und aufglänzend darin verschmelz. „Ich liebe dich." Das Publikum raste vor Entzücken, als der Vorhang fiel. Franziska kam, daS glitzernde Gewand gerafft in ihren rosa Schuhen vor den Vorhang und verbeugt sich. Große Bukette aus Rosen und Flieder flogen ihr vor die Füße, und ein Theaterdiener reichte ihr einen Blumenkorb herauf. Dr'imal wurde sie gerufen, dreimal kam sie, heiter lächelnd. stolz und dantte. Als der Vorhang sich fentte, berührte Hasse jemand an der Schulter. „Den letzten Akt wollen wir uns schenken," schlug Worth vor, „die Antonia singt eine unbekannte Größe." Hasse erhob sich taumelnd. Er blieb schweigsam auf dem Heimweg, während Worth die Ausführung kritisierte. „Don der Rott wird man Immer Heber* raschungen erleben," sagte er. „In solchen ausgefallenen Rollen glänzt sie, aber eine Ebenhaufen wird sie nie." „Sicher nicht", sagte Hasse. „Da sie oft Rollen geben muß, die sie nicht beherrscht. Ich farm mir die Ebenhausen als Salome zum Beispiel nicht vorstellen, die Rott aber sehr gut.“ „®ie S-lome", erwiderte Worth, „wird sie hier nie in Verlegenheit zu geben kommen. Solange Wohlgemut den Taktstock schwingt, kommt ihm kein Strauß hinaus." Dann sprachen sie von anderen Sachen. Es regnete; Hasse stand, die Stirn an die Scheiben gebrüeft, und sah zu der Stadt hinunter. Die Bäume längs der Mauer betoegten sich, schon halb entblättert, schwärzlich und rötlich im Wind und Regen. Der Himmel verdunkelte sich, die Wollen schienen sich tiefer auf die Dächer zu senken und die Kuppeln und Spitzen der Kirchen zu berühren. Wenn man in dieselbe Stadt zurückkehrl. in der man geliebt und gelitten hat, fangen Käufer, Straßen, alle Brunnen, die Laternen, die Menschen, die uns begegnen, an zu sprechen, Zweifel steigen vor uns auf urck> nagen an unserem verwundeten Herzen, Fragen, die uns gequält, lösen sich plötzlich, andere, die die Zeit bereits gelöst, kommen wieder, um sich uni auf bis Brust zu sehen. Man kommt besser nie wieder in eine solch« Stadt zurück. (Fortsetzung folgte Rinder Kalber Schafe Schweine Magdeburg 18-54 30—60 20—40 70—90 Mannheim 14—56 48—75 29—35 68—93 München . 18—65 55—74 — 60—90 Stettin 8—54 30—90 12—42 80—95 Stuttgart 13—56 52—70 — 70—96 Zwickau 15—52 40—70 25—50 86—98 f Reue Arbeiterentfasfungen bei den Opelwerken. Am Freitag und Samstag sind aus den Opelwerfen in Rüsselsheim wiederum über tausend Arbeiter entlassen worden mit der Zusicherung, das; sie bei Besserung der Berhältnisse in der Auto- und Fahrradindustrie wieder eingestellt würden. Weitere Arbeiterentlassungen sollen noch bevorstehen. Die Belegschaft der Opelwerke isst dadurch von über 7000 vor Jahresfrist auf etwa 2000 gesunken. e Auflegung der deutschen Kalianleihe in London. Am heutigen Dienstag wird in London die Anleihe des Deutschen Kali- syndikats zur endgültigen Zeichnung aufgelegt werden. Es handelt sich um einen Betrag von 2 Millionen Pfund oder 40 Millionen Mark. Da dies die erste Anleihe dieser Art ist. die öffentlich zur Zeichnung auf den Londoner Markt gebracht wird, sieht man in den Kreisen der englischen Hochfinanz dem Resultat der Zeichnung mit großem Interesse entgegen. Aus ihrem Erfolg oder Richterfolg wird sich die Stimmung des englischen Publikums gegenüber deutschen Privatanleihen ersehen lassen. . Berliner Börse. lEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Dez. Die Börse begann auf der Basis der Bortagskurse und darunter. Vormittags hörie man im Freioerkeh r noch schwächere Kurse, da eine ernste Krise in den vorbereitenden Arbeiten zur Bildung des westdeutschen Eisentrusts eingetreten ist. Die an sich von vornherein erwarteten Schwierigkeiten in der Ouotenfrage scheinen zu schweren Differenzen zwischen den beiden beteiligten Werken Gelsenkirchen und Rheinstahl zu führen. Infolgedessen lagen sämtliche Montanwerte stark im Angebot. Phönir gingen auf 59 Brief zurück. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs trat dann wieder eine leichte Erholung ein, da die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in Stuttgart, die stark beachtet wurden, dem Markt eine Stütze boten. Dr. Schacht warnte dort vor einem übertriebenen Pessimismus und bezeichnete die Stellung der Reichsmark als so gefestigt, daß nunmehr an eine Hilfeleistung gedacht werden könnte. Im ganzen trat aber trotzdem keine bessere Stimmung ein, die Rede Dr. Schachts war höchstens geeignet, weitere Rückgänge zu verhindern. Bemerkenswert matt lagen die schon letzthin gedrückten Anil in werte. Diese Aktien werden angeblich von bestimmter Seite zu Entlastungszwecken abgegeben. Die Gerüchte über deutsch-englische Verhandlungen zum Abschluß eines Farbstoff- Abkommens konnten sich angesichts dieser Verkäufe nicht auswirken. Außerdem verzeichneten die amtlich notierten Kaliwerte Karte Einbußen, wobei die dividendenlosen Abschlüffe einiger führen- der Firmen sich auswirkten. Im Deoisenver- kehr ging die Stabilität der polnischen Währung wieder verloren. Warschau gab gegen Kabel auf 8,50 nach, nachdem es im Dormittagsoerkehr bereits mit 9 genannt worden war. Paris lag gegen London mit 126,30 kaum verändert. Die übrigen Saluten hatten ebenfalls keine wesentlichen Veränderungen aufzuweisen. Am Geldmarkt waren die Verhältnisse weiter sehr leicht. Tägliches Geld ist reichlich angeboten zu 7,50 bis 9 Proz., für erste Firmen sogar barunier. Monatsgeld 9 bis 11 Proz. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,37, Amsterdam 59,25, Zürich 123,41 J. Börsenkurse. Frankfurt a.M Berlin vchcu • l-Uvc« scoiub» Äntana flur-i finr» furr* . 1 • Data n: 7. 18 *. 12. 7 12 8 12 5°/r Deutsche Nelchkan'ethe 0.171» 0 175 0.180 0,1775 4% Deutsche Ncichsanlcihe . — 0 1975 0.1925 87,°/»'Deutsche Sie'ch-anletbe ü 1.8 0.19» 0.1 ö .3% Deutsche Reichs.inleihe 0,28 0 280 — Deutsche Svarprämienanleihe 4°/o Preußische RonsolS . . . — — U 1t » 18 — 0 l'.O 0 18J 4% Hessen........ 0 15 — — — 3'/,% Hessen.......... — — —- — 3% Helsen........... Deutsche Wend- Dollar-Anl. 0,15 — 0 165 90.2.5 — 91.5 •— dto- Doll.-Schatz-Anweiing.'! 98.62 9. ,9 — <°/o Zolltürken......... 7.95 7 0 8 — 5% Goldmerikaner ..... 41 75 I 42 — — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 138.5* 138* 137.1* 93* —- 93 5* 03.5* Darmst. und Naiionaldank 163,7l — 1'3 7* 103 5* Deutsche Bank........ 103 5* - 101,5° 104' Deuische Bcreinödank ... 69 — — DiSconto Commandit 10 7 — 102.5* 102,5* Mctalldank......... 70 69 7i — Mitteldeutsche Creditbank. . 88.5* 88.5' Oesteireichische Creditanstalt 6 6 n 5 6.5 Westbank ....... — 0.03 — — Bochumer Gvh . ....... — v - tl 25* 60 5* Buderus - ......... 80 28,5 30 75 28,5 Caro . ........... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . — * — — 33 59* — 58* 65* 58 25* 64,7 * Harpencr Bergbau...... 91* 92,5 9. * 92.13* Kaliwerke AschcrSleben.... 91 92,5 90 5 Kaliwerk Westeregeln..... 1'6 — !'6 9 । L'ourahütte . ....... 26 — 26 1 26 Lbcrbedarf ........ — 34 5 Phönix Bergbau ....... Rbeinstahl . ....... — * 60' 60.75* 60* __o 47.4' 46.62* Niebeck Montan........ 61 61 61-J TelluS Bergbau. ..... 40 * - Hamburg-Ämerika Paket- . . Norddeutscher Llovo 78,5* 86 5' 78.75» 87 ?..* 78* 86,25* <8 75* 86 25e Chcramtsche Werke Ätbin . . Zementwerk Heidelberg . . . 55 5 56 — Plstlipp Hotzmunn ..... 41 41 41 - «nglo ^ont -Guano .... — — 62 Badische Anilin ....... 108 5° 107,2' 108* <07,1* Chemische Mavcr Alapäi .. iÄoldsccmidi ..... 57 61 .5 56 55 2 . GrieS timet Electron .... 107 2- 106.7' 11-7.7 106* Höchster Farbwerke...... 107.7* L? 7* 1j7,7* 106,5* Holzverkoblung . ....... 40.5 41 Nütgerswerke ........ — ” 9.5* 49 25 Echcideanstalt ...... . 76 74.75, «llg. ElektrtzitStS-lJefellschaÜ 9! 5* 91* 91.5* 91* Bergmann ......... -* — — • Mainkraftwerke ........ 66 — Schütten ......... Siemens 4 HalLke ...... -• 56,5* 56.1* 56.25* —> — 6J.5* 68 5* Ädlcrwerke Kiener ...... 22 22.75 23 23 Daimler Motoren..... . 21 5 — 20 75 Henligenstaedt . ....... 16 — 'i.cguin.......... Motorenwerke Mannheim 25 — 26 75 — — ftran ff ortet Armaturen . . — — Konservenfabrik Braun . . — — Metallgesell chaft ^rankfun . Pet. Union A.. .tkopenbaani 104.8. 105,13 W4.7. 1'15.03 Stockboln, . 112,24 112,52 112,24 112,52 Helssngfors 10.545 10,585 10.55 10.59 Italien. . I6.il 16.95 16.90 16.91 London. . 20,359 -'0,41.9 20,343 ft).3 3 Neuyork . . 4,195 4.2'5 4.195 4,205 Baris. . . 16,10 16,11 16.15 '6,19 Schwei; . 80.91 81,11 60 88 81.08 Spanien. 54,80 59,94 59.9« (3), 02 Japan . . - 'Xio de Ian 1.808 1.812 1.808 1.812 0.585 9.591 i) 589 1.591 Wien in D-- Sest. abgest 59,12 59.26 59.12 59,26 Brag .... 12.422 12.452 12.418 12,45- Belgrad . . 7.-13 7,45 7.43 7,45 Budapest. Bulgarien 5,875 5,895 5.875 5,895 3,055 4,065 3.0 5 3,065 v'ssabon 21,275 H.325 ZI.275 21,325 Dantia. . itonft ntin. 80.75 80.95 8» 66 80.86 ',22 2,23 2,225 2,235 Athen 5 54 5 66 5 54 5 56 Kanada. . 4.19". 4.205 4 195 4,2 5 Uruflual) 4,235 4.245 4,235 4,345 Berlin, 7 Tczbr Geld Briet Amerikanische Vivien . . . .. «.181 4.218 Belgisch? Noten ....... 18,97 19,07 Dänische Noten ....... 104.53 105 11 Englische Noten. ....... 20.32’ 20,42. Franwstsche Noten ...... 16,08 16 16 Holländische Noten ..... 168, 0 168.111 Italienische Noten...... lt> .8 > 16.97 Norwegische Noten. ... 85.2» 85 68 Deutsch-Oesterr,6100 Kronen 58.95 59.25 Nnmäniiche Noten ...... _ Schwedische Noten . . . . , 111.94 11’4.50 Schweizer Noten....... 80, .7 81 1'7 Spanisch? Noten ...... 59.50 59 8" Tschechoslowakische Noten . . 12.386 12.446 Ungarisch? Noten ... 6.8.5 5.865 weniger Angebot, zumal jegliche Anregung fehlte und Kauflust fast kaum vorhanden war. Scharf gedrückt lag namentlich wieder der Chemiemarkt, wo neue Kursverluste von 2 biS 3 Pvoz. zu verzeichnen waren. Auch am M o n t a n m a r kt stellten sich Rückgänge bis zu 1 Prozent ein. Empfindliche Rückschläge erlitt auch der Elektro markt, dagegen konnten sich Bankaktien überwiegend gut behaupten. Für Schiffahrtswerte blieb Interesse bestehen, doch waren heute die Kursavancen tre entlich geringer. Norddeutscher Lloyd plus 0,75 Prozent, Hapag plus 0,25 Prozent. Stark begehrt waren auch Baltimore, die um 2 Prozent anziehen konnten. Auch Kanada bliellen ge.ucht. Für deutsche Anleihen war das Geschäft lustlos, bprozentige Reichsanleihe 0,175, Schuh- gebiet 4000. Die Nachfrage für ausländische Renten hat eine erhebliche Einbuße erfahren, die Kurse dieser Gruppe bröckelten leicht ab. Auch Pfandbriefe lagen etwas schwächer. Der Freiverkehr bot das übliche Bild, die Kurse tendierten nach unten. Benz 22,5, Brown- Boveri 52 Prozent, Entreprise 8, Growag 35 Prozent, Krügershall 61,5 Prozent, Alfa 44,5 Prozent, Ufra 50,5. Der Kassamarkt der Industriepapiere schloß sich der allgemeinen Abwärtsbewegung an. Vereinzelt waren infolge scharfen Angebotes starke Kursabschwächungen zu verzeichnen. So gaben Hämmerten 5 Prozent nach, Neckarsulmer 1,5 Prozent, Gebr. Jung- Hanns 2 Prozent. Auch Zellstoffaktien namentlich Waldhof, gingen zurück. In schwächerer Haltung verkehrten Zuckeraktien, während Autowerte leichte Besserungen aufwie- fen. Der weitere Verlauf litt unter der allgemeinen Geschüftslesigkeit, und die Tendenz war noch ausgeprägter abgeschächt, besonders für Anilin w e r t e. Der Geldmarkt blieb flüssig, namentlich Tagesgel) zeigte steigendes Angebot und ist bei 8 Prozent in großen Posten leicht zu b„b:-n. Mcnatsgeld stellte sich auf 10 bis 11 Prozent. Bankdiskonten 7 Prozent, Industrie- Aceepte 9 Prozent. Im Devisenverkehv sind erhebliche Veränderungen nicht zu verzeichnen. London notierte gegen K.bel 4,85V«. Paris gegen London 126,50. Mailand gegen London 120,35. Die übrigen Valuten lagen unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frank-furt, 8. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26,75—27, Roggen, inländischer 18,75—19, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländischer 22, Mais, gelb, 21 bis 21,25, Weizenmehl, inländisches Spezial 0 42,50 bis 43, Roggenmehl 28—28,50, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 11,75—12. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse^ Berlin, 7. Dez. (TU.) Die Tendenf an der amtlichen Berliner Produktenbörse war zu Beginn der neuen Woche für Brotgetreide fester gehalten, und war in der Hauptsache der Anlaß zu erneuten ungünstigen Meldungen. Im Zeithandel bestand für Dezember- und Maiweizen wenig Interesse, so daß sich hier die letzten Kurse nur um ca. 2 Mk. erhöhten, Mürz um 4 Mk. gebessert. Für Roggen kam per Märzlieferung ein um 4 Mk. erhöhter Kurs, per Mai ein um 3 Mk. gebesserter Kurs zustande. Im weiteren Verlaufe wurden allerdings die ersten Notierungen Brief, Hafer fester, aber doch ruhig. Gerste wenig Geschäft, Futterartikel still. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märf. 254 bis 259, do. Dez. 267, do. März 276 bis 274, do. Mai 278 bis 276,50, Roggen, märf. 155 bis 161, do. Po mm. 158 bis 164, do. März 187 bis 183,50, do. Mai 191 bis 192. Gerste, märf. 194 bis 220, Futter- gerste 158 bis 171, Hafer, märf., 169 bis 179; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,25 bis 37,25, Roggen- mehl 23,75 bis 25,75, Weizenkleie 11,50 b.s 11,75, Roggentleie 9,60 bis 10, Viktoriaerbsen 25 bis 32, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 b's 18, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 20 bis 22, Lupinen, blau, 11,75 bis 12,25, do. gelb 12 bis 14,50, Serradelle 19 bis 21, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 23,40 bis 23,60, Trockenschnitzel 8,50 bis 8,70, Torfmelasse 7,80 bis 8, Kartoffelflocken 15 bis 15,40, Soyaschrot 21,70 bis 22. Rundfunk-Programm des Krunksnrtee SenderS. (Aus der „Radio-Amschau".) Mittwoch, 9. Dezember: i.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Neuere russische Musik. 6 bis 7 Uhr: Die Stunde der Jugend. 7 bis 7.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.30 bis 8 Uhr: Schachstünde. 8 bis 8.30 Uhr: Vortrag: „Die Reform der Unfall-, Angestellten- und Invalidenversicherung" Redner Dr. Köbner. 8.30 bis 9.30 Uhr: Altdeutsche Hausmusik. 9.45 Uhr: Studentenlieder. Bei Neigung zrrm Fettansatz raten wir, in der 2lpo:befe 60 Gramm erbte Tot uba-Ker ne zu kaufen, die mifctiäblicbe, dabei sehr wirksame, den Fettansatz rebuuexenbe Stosse enthalten. Bestandteile auf der Packung. des landwirtschaftl. Konsumvereins Wieseck e.G.m.b.H. SamStag, den 12. Dez. 1925, abends 87» Ahr, bei Gastwirt Hch. DSlzel Tagesordnung: Punkt 1, Srgänzungswahl deS Vorstandes und AufstchtsrateS Punkt 2, Verschiedenes. ,I848D I. 01.: Hck. Vogelhöfer, Vorsitzender des AusstchlSrates. Möbel Brück Giessen Brandplatz (Altes Schloss) Preiswert Kulant Bequeme Teilzahlungen 10717c Frische SkkW treffen Mittwoch. Don lerötaa und Freitag früh btfiian ein. I156tic C. 8. teta 69 Nahndosstraße 69 Telephon 60 Sämtliche SkM MyauMlaWrei liefert gut und preiswert lU0‘a fleiorich Driesch EelterSweg 70. ittwoch, den 9. Dezember 1925 (am Geburtstag Johann Joachim Winckelmanns) findet abends 8 Uhr c. t.» im großen Hörsaal der Aula ein Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Professors Dr. Delbrück statt über: U556D Theodosianische Kunst Eintritt frei. — Hierzu ladet ein derVerein derFreunds des taanis Wien Gymnasiums I Experimente! Kein Rek'amevortrag! --UiimiiiiininmiiniirinnmrmnmnnntnnTitmmirrrhTrnnnnmirmnniiliHriiiimiu- - i E = iilniiiiniiiiuiiuiininiiiiiiiHiriiiiiiiiiHiiniiiiiiiiiiiitiiuyniiiiiiiiiiHi □ = 1 E = - f = = Vortrag am Mittwoch, dem 9. Dezember, nachm. 3 Uhr (Wiederholung abends 8 Uhr), im Saalbau Sauer. vr.Ludw. Kaufmann, München beantwortet auf ganz neue Weise = die grohe Frauentage = „Wie Weilt Sie Frau jung und schön“ Geheimnisse der Schönheitspflege Das Wirksame in den Schönheitsmitteln fremder Völker. — Wich'iae Winke zur Verhütung und Be- bebuna von Fallen und Runzeln, deö öimeüin ne* alterten Aussehens nstv. Wie man den Haarausfall wirksam bekainvtt und iäivnes. volles Haar erhielt. — In der Werkstatt der Schönheitsmittel: Einblick in eine neue, der irrau bisher unbekannte Welt. — Zahlreiche Vorschriften, tote sich jede Fran einfach und bi Ute die besten Mittel m Pflege und Erhaltung ihres Aeußeren. zur Bertretbnng von Fehlern der Haut ttim. febit bereuet, mit Überraschetiden Aufklärungen, Rezepte für ideale HatucremeS, Haarwasser, Mittel gegen Sommersprossen, zur Teint- Verbesserung. gegen Nasenröte, zur Hnarsärbung. 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