Samstag, 8. August 1925 175. Jahrgang ar. 184 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummervis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 2? mm Brette örttichS, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen o.70mm Breite 35 (Bolbpfennig, Platzvorfchrift 26° .Auf- schlag. - Verantwortlich für‘Politik il Feuilleton: vr.Fnebr. Will). Lange; für den Übrigen Teil: Ernst Dlumfchein;fürben Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Gießen -scheint täglich, außer 53mu und Feiertag». Beilagen: Bieb^erFamiliendtätter Heimat im Bild. Ronat$:Be)ug$prei$: 2 Bolbmark il 20 Golb- p fennig für Träg er lohn, iid) bei Nichterscheinen c m einzelnen Nummern »folge höherer Gewalt. i'-ernfprech'Anschlüsfe: -hriftlettung 112, Der- Iigunb®e|d)äftsftcllc51. Lnfchrist für Drahtnach. r chteruAnzelgerSietzen. Poßtschecklonto: Sranffurt a M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr Such- und Steinöruderei R. Lange in Kietzen. Sdfriftleitung und Gefchästrftelle: Zchulftratze 7. Die Annahme der Sleuervorlagen. Bei der dritten Lesung der Steuervorlage | -Ti Freitag wurden noch einmal die grunbfät)- iogen Fragen aufgccollt, ob bei der Finanz rc form p e Interessen der Wirtschaft auch gc- j.gcnb berücksichtigt würden, ob die Belastung -.i ta l gerecht zu nennen sei und ob nicht Gleicht durch bic Art der Verhandlungen das siudgetbewllligungsrecht des Reichs- ~ge« verletzt worden sei. Wortführer der ^»Position waren der Abg. Dr. Fischer für die ' mof raten und der Wg Dr Hertz für die irjialbemofraten. Zu Beginn der Sitzung hatte c-: kommunistische Redner gegen die Deschrän- u ig der Redezeit auf drei Stunden im ganzen j • jede Partei Protest erhoben. Da es bei der t iten Lesung wirtlich feine neuen Gedanken gab, ezsen Ausdruck verliehen werden konnte, so 'tmte selbst der enragi«teste Parlamentarier i-ät darüber klagen, daß Geist und Vernunft :.k feste , Erwartung hegen dürfen, büß b er öffentliche Gelbbebarf für bas laufende . i §manzjahr in vollem Umfange b cf rief' g t wirb. Bei der Kritik der internationalen k. :chverständigenvorschläge im Frühjahr vorigen chreS und vor der Annahme des Londoner .llrparationsabkommens wurde entscheidendes ?»!wicht darauf gelegt, baß die deutsche W i r t • 'cha ft wenigstens während der ersten beiden sichre nur in geringem Maße belastet sein r-trbc. Darum müßten die beiden ersten Iahre irLgenutzt werden, um die deutsche Wirtschaft 'm: den Kampf um die Weltmärkte zu stärken. JA'gen diesen Grundsatz schien bic Finanzpolitik V- verstoßen, die im vorigen Iahre unter der ^rnanzministerfchast Dr. Luthers betrieben »rben ist. Auch für das laufende Finanzjahr i't, die Belastung noch recht hoch. Wie ist es ater mit Logik und wirtschaftlicher Der- n :n*t vereinbar, wenn die Redner der Oppo- ft-ion eine Verminderung der Steuerlast für die Ksnsumentenschast und damit eine Vermehrung Ncr Steuerlast für d!e Produftion fordern? Es jf"! von vielen noch gar nicht als die unerbittliche ^msequenz unserer Lage und auch des Dawes- Dcvgramms erkannt worden, daß wir den i n = l indischen Verbrauch drosseln müssen, L-n zu finanziellen Leistungen an das Ausland b-tfä^gt zu werden. Wir würden nur wieder rvuet Segenbenbilbung über Deutschlands unbegrenzte Leistungsfähigkeit Vorschub leisten wenn ir.r jetzt unter Verzicht auf eine ausreichende rxfung der öffentlichen Bedürfnisse die Pro- k:cktionskvsten auf ein unnormal niedriges Ri- r»iau herabdrücken würden. Wir würden dann mit Verlusten zunächst einen Teil der ausländischen Märkte erobern und ihn nachher wieder preisgeben müssen, wenn uns die wachsende Re- parattonspflicht zur Vermehrung der Steuerlast zwingt. - Mit der "Annahme der Steuergesetze ist zunächst einmal das Finanzproblem erledigt: es wird ftch jetzt darum banbeln, alle Mittel zur Produktionssteigerung und Pro- duktivnsverbilligung anzuwenden. Sitzungsbericht. Berlin, 7. Aug Zunächsi wurde gegen die Stimmen der Kommunisten beschlossen, die Gesamtrebezeit für die Steuervorlage für jede Fraktion auf drei Stunden zu beschränken. Hieraus tritt das Haus in die dritte Beratung sämtlicher Steuergesetze ein, die vom Reichsminister v. Schlichen eingeleitet wurde. Reichsfinanzminister von Schrieben Meine Damen und Herren! Wir stehen vor der abschließenden Beratung der Finanzreform, eines Geseygebungswertes. das fast alle Gebiete unseres Steuerrechtes sachlich neu ordnet und gleichzeitig das Derhättnis von Reich, Ländern und Gemeinden zu den großen Öteuerquellen Deutschlands angemessen regeln soll. Gewiß werden viele von Ihnen die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Wünsche, mit denen Sie in die Arbeit bineingegangen sind, nicht voll erfüllt sehen. Sie fühlen deshalb die schwere Last der Verantwortung. Wenn wir aber einmal das Werk als ein untrennbares Ganze betrachten, so wird durch das Gesetz doch unzweifelhaft eines erreicht: der Abbau einer wirtschaftlich schädlichen, aus der Rot schwerster Zeit herausgeborener Besteuerung, die Rückkehr aus einem Steuersystem, das vor Eingriffen in die Substanz nicht zu- rückschcuen konnte, zu normaler Steuer- wirtschaft. Das bedeutet im Bereich des Möglichen oie Wiederaufrichtung des Grundsatzes, daß die Steuerleistang sich nach dem wirklichen Ertrage der Wirtschaft und nach der Leistungsfähigkeit bestimmen soll. Bei dem Reformwerk handelte es sich nicht grundsätzlich darum, neue Steuerlasten auf das deutsche Volk zu legen, es handelt sich vielmehr um eine Uniformierung und zum Teil Senkung der Steuerlasten, die während der Inflationszeit und der Zeit der Wiederherstellung der Währung übersteigert werden mußten. In dem Bestreben, hier das Mögliche zu tun, liegt die Gewährung der Atempause, die wir uns geben können. . Das Ausmaß wird durch die finanzpolitische Verantwortung für das Weiterleben eines 60-Millwnen-Volles bestimmt, eine Verantwortung, die es uns nicht gestattet, bei ter Umgestaltung des Steuersystems nur an ein kurzes Iahr zu denken. Da Steueraufkommen muß so fest und so entwicklungsfähig sein, daß es auch in den kommenden I a h r c n bei den zu erwartenden schweren Lasten nicht versagt. Mit dem Wlcderaufbau unseres Steuersystems ist beherrschend die Frage des Finanzausgleichs. Zwei leitende Gesichtspunkte müssen hier für die Betrachtung maßgebend fein: 1. Es muß, wenn irgend möglich, die Lösung so gestaltet werden, daß auch hier das Zustandekommen des Gesetzes im Reichstag einen friedlichen Ausgleich mit den Ländern bedeutet. Der zweite Grundsatz aber verlangt, tue Lebensnotwendigkeiten in einer Weife zu gewähren, die es gestattet, auch der schweren kommenden Zeit mit dem Bewußtsein entgegenzusehen, daß nichts unterlassen ist, um hier pflichtgemäß vorzubauen. Dieser letzte und entscheidende Gesichtspunkt verbietet es dringend, an den Derlei- lungsquoten der Länder etwas zu ändern. Daran muß ich festhalten. Bon dem aufrichtigen Willen aber geleitet, den Wünschen der Länder entgegenzukommen, um die Sorge um ihren Haushalt und um die Sicherstellung ihrer kulturellen und sozialen Ausgaben möglichst zu mildern, habe ich mich bereit erklärt, den Gedanken der Garantie für das den Ländern notwendige Steueraufkommen auszubauen. Nach dem wcoe, der jetzt gefunden ist. soll die Garantiepflicht des Reiches sowohl eine Garantie für die Umsatzsteuer als auch eine solche für die Gesamtsumme umfassen. Die 'Reichsregierung glaubt mit diesem erneuten Zugeständnis bewiesen zu haben, wie sehr es ihr am Herzen liegt, in dieser großen Frage der Ge- famtwirtfdjaft von Reich, Ländern und Gemeinden auch in Zukunft auf gemeinsamem Boden mit den Ländern zu stehen und den Bedürsnisien der Länder bis an die Grenze des Möglichen zu genügen. Ich darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieses Zeichen des festen Willens zu einer gemeinsamen Lösung der großen Frage, wie cs in dem Kompromißantrag oorliegt, von den Ländern gewürdigt wird, und daß durch dielen letzten Schritt des Entgegenkommens des Reiches alle zu der einheitlichen Linie zurückfinden, auf der nach der Natur der Dinge Reich und Länder gemeinsam stehen muffen, so daß der angestreng- ten Arbeit dieses hohen Hauses jetzt das Gelingen qeschenkl wird. Dann gebührt allen denen Dank, die trotz ihrer Zweifel im einzelnen das Zustandekommen des Gesetzes in diesem Hause ermöglicht haben. Sie müssen sich über alle Bedenken hinweg von dem Gefühl tragen lassen, daß hier ernste Arbeit geleistet worden ist für den weiteren Wiederaufbau unseres Daterlandes. (Beifall rechts und in der Mitte.) Abg. Hertz (Ldz.) Im Gegensatz zu der Rede des Ministers müssen wir erklären, daß die Steuervorlagen nicht das Werk sachlicher Rotwendigkeit, sondern rein parteipolitische Vereinbarungen find, das Ergebnis geheimer Vereinbarungen über Zölle und Steuern, deren einzelne Teile das Licht der öffentlichen Kritik zu scheuen haben. (Lebhafte Zustimmung links.) Die Berechnungen des Rcichsfinanzministeriums, auf die sich die Beratungen stützen, haben absichtlich den Ertrag der Bcsihsteucrn zu hoch, den Ertrag der Verbrauchssteuer. der Einkommensteuer und vor allem der Lohnsteuer zu niedrig eingeschätzt. Das neue Steuergesetzgebungswerk bringt eine starke Senkung der Desitzstcuer, aber eine neue Mehrbelastung des Verbrauchs. Durch diese Steuerpolitik wird bewußt die Bildung großer Vermögen begünstigt und die Bildung kleiner Vermögen erschwert. Die Lohn- t'nd Gehaltsempfänger bringen 2 i der Gesamtstcuer auf. Der Besitz zahlt 1/i, die Arbeit ’/3. (Hört! Hört!) Der inzwischen eingegangene, in der Mi- nisterrede schon erwähnte Korn pjjo m i 6 a n • trag der Regierungsparteien gewährt den Ländern im Rahmen der Garantien des gesamten Steueraufkommens von mindestens 2,1 Milliarden Mark eine besondere Garantie des llms atz steuer aufkommens in Höhe von 1,5 Milliarden Mark. Abg. Dr. Mischer (Dem.) vermißt noch immer eine klare Antwort des Ministers auf seine früheren Ausführungen, in denen er zahlenmäßig die Unrichtigkeit der Berechnungen des Finanzministeriums nachgewiefen habe. Die Steuerkassen dürften nicht die Funktion von Zwangssparkaffen erfüllen. Wenn durch die jetzige Steuerpolitik die öffentlichen Kaffen gefüllt werden, der Wirtschaft aber Kapital weit über den Staatsbedarf hinaus entzogen werde, so sehe dieser Dorgang den von den Regierungsparteien seiner- zeit jo laut bekämpften Sozialisierunasbestrebungen außerordentlich ähnlich. (Sehr wahr bei den Demo- traten!) Staat und Wirtschaft erfordern gebieterisch eine sofortige Abkehr von dieser Politik. Die demokratische Fraktion hält es angesichts der ablehnenden Haltung der Regierungsparteieni für überflüssig, neue Anträge einzubringen. Wir lehnen die Aorlage ub aus rein sachlichen Gründen, denn wir sind auch in der Opposition voll durchdrungen von der Pflicht, an der gesunden Gestaltung unseres Staats- und Dolkslebens vorzüglich mitzuarbeiten. (Beifall bei den Demokraten.) Reichsfinanzminister von Lchlieben Die Forderung des Abg. Fischer, mit den älcbcrfdjüffcn des letzten Iahres die kommenden Ausgaben zu decken, sei das Gegenteil c r vorsichtigen Finanzpolitik. Der Minister .-nt, er bemühe sich nicht nur. die Einnahmen zu erhöhen, sondern auch die Ausgaben zu vermindern. Das werde ihm aber leider durch die Forderungen von rechts und von links sehr erschwert. Die Wirtschaft ist nach unserer Meinung in der Lage, die ihr auferlegten Lasten zu tragen. Sie wird das nur mit Mühen und Sorgen tun können! aber wir haben doch nun einmal einen verlorenen Krieg und die Inflationszeit hinter uns, deren Spuren noch nicht überwunden sind. Ich bin damit durchaus einverstanden, daß der Etat erst in einigen Monaten verabschiedet wird. Zeigt sich bann, daß neue erhebliche lieber- s chü s s c da sind, so sind wir durchaus Bereit, eine weitere Milderung der Steuern vorzubereiten. Den Vorwurf einer Verletzung des Dudgetrechtes muh ich zurückweisen. Wir haben für alle besonderen Ausgaben die Ermächtigung des Haushaltsausschusses nachgesucht und erhalten. Abg. Dr. Brüning (Z.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Dr. Hertz. Wir haben uns sehr zurückgehalten, mit Rücksicht auf die zukünftige Entwicklung. Wenn Sie auf die zukünftigen Verhältnisse so wenig Rücksicht nehmen, dann werden Sie eines Tages Ihre Konsequenzen ziehen müssen. Sie scheinen andernfalls die Tragweite gewisser E r ° c i g n i ff e zu unterschätzen, die wir von außen in Ihrer Fraktion beobachten konnten. Der Wille zur Verständigung mit der Linken ist bei uns vorhanden gewesen. Wir haben uns immer bemüht, auch die ßinfe wieder zur Verantwortung mit heranzuziehen. Wenn ich aber an die Möglichkeit denke, daß das Zentrum mit Herrn Dr. Fischer und mit der Sozialdemo- tratie allein die Steuern machen sollte, so überläuft mich ein Grauen. Es ist aber vergeblich, wenn die Sozialdemokraten versuchen, die christlichen Arbeiter vom Zentrum abzuziehen. Wer daraus rechnet, verkennt den tiefen Gegensatz, in dem die Psyche des christlichen Arbeiters zu sozialdemokratischen Auffassungen stehk. Wir sind nach wie vor jederzeit bereit. Anregungen und Mitarbeit, von welcher Seite sie auch kommen, bei den einzelnen Gesehen dankbar anzunehmen. ((Beifall bn Zentrum.) Abg. Koenen (Komm.) bezeichnet die Auseinandersetzung zwischen Dr. Brüning und Dr. Hertz als das wirkliche Ende des Volksblockes zwischen der Linken und dem Zentrum. Zentrum und Sozialdemokraten hätten in gleicher Weile bic Arbeiterschaft verraten Jn der Schluhabstimmung wird das Linkom- menffeuergefeb in 3. Lesung gegen Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten angenommen. Ohne wettere Debatte wird das korperfchattsfteuer- gefet) nach den Beschlüßen der zweiten Lesung an- ?ienommen. Ebenso die vermögens- und Erbschafts- teyer und das Reichsbew^tungsgefeh. Rach der namentlichen Abstimmung über das Reichsbewer- lungsgefeiz, das mit 361 gegen 56 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen wird, stellt Vizepräsident Gräf fest, daß dieses Gesetz mit der für Verfassungsänderungen notwendigen Mehrheit be- schlossen sei. < Es folgt dann die 3. Beratung des Gesetzen!, wurfes zur Aenderung der Verkehrs st euer und des Verfahrens. / Abg. Peine (Soz.) richtet gegen die Zentrums- partei und die Parteien bet Rechten den Dorwurf, sie hätten im schroffsten Widerspruch zu ihren Wahl- Versprechungen bte Linke im Kampfe um bie weitere Herabsetzung ber ll m s a p st e u e r im Stich gelassen. Don ben Regierungsparteien wirb bie Regierung in eintr Entschließung ersucht, erneut die Frage au prüfen, ob die Handelsvertreter und Agenten nicht von der Umsatzsteuer befreit ober entlastet werben könnten. Ein Antrag ber Sozialdemokraten auf Befreiung der Lebensrnittel von der Umsatzsteuer wird in namentlicher Abstimung mit 253 gegen 156 Stimmen bei sieben Stimmenenthaltungen ab gelehnt. Abgelehnt wird auch der iozialdemokratische Antrag auf Herabsetzung der Umsatzsteuer von 1,25 auf 1 Prozent. Darnach bleibt es bei dem Satz von 1,25 Prozent. Die Entschließung der Re- gierungsparteien über bie Handelsvertreter und Agenten wird angenommen. Im übrigen wird bie Umsatzsteuer nach ben Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen (1,25 Prozent für bie Umsatzsteuer und 7,5 Prozent für bic Luxussteuer), ebenso wie bie übrigen Borlagen zu ben Berkehrssteuern unb zum Verfahren. Dagegen stimmen bic Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten unb Völkischen. Es folgt bie dritte Beratung des Gefetzentmurfs über die Erhöhung der Bier - unb Tabaksteuer. Abg. Simon (Soz.) wenbet sich nochmals gegen bte Erhöhung ber Bier- unb Tabaffteuer. Abg. Schreck (S.) bemängelt bie durch die Regierungsparteien getroffene Regelung für bie durch bie Erhöhung ber ‘Bier- unb Tabaksteuer arbeitslos werbenden Facharbeiter, bie absolut unzureichenb sei. Abg. Meyer (Komm.) lehnt bie Bier- unb Tabaksteuer ab. Abg. Lang (Bayer. Dp.) gibt namens ber bayerischen Abgeorbneten ber Regierungsparteien. unter benen sich auch ber Abg. Tirpitz (Dntl.) befmbet, eine Erklärung ab. daß diese Abgeorbneten ber Erhöhung ber Bierfteuer nur unter Vorbehalt zustimmen konnten. Damit schließt bie allgemeine Aussprache. In ber Abstimmung werben bie Aenberungs- anträge ber Opposition abgelehnt. Wit einer unwesentlichen Aenberung wirb bie Vorlage auf Erhöhung her Bier» unb Tabaksteuer nach ben Beschlüssen zweiter Lesung angenommen, unb zwar gegen bie Stimmen ber Sozialbemokraten. Kommunisten, Demokraten unb Völkischen. Gegen eine neu eingebrachte Entschließung ber Völkischen, bie bie Reichsregierung ersuchen will, bie Einfuhr von Pilsener Bier aus ber TschechosloPakei zu verbieten, wendet sich Ministerialdirettor Ernst. Mit ber Tschechoslowakei bestäuben geregelte Hanbelsbeziehungen. Die Entschließung wirb abgelehnt. Auch die Verbrauchssteuern werden in dritter Lesung angenommen. Einem Zen- trunuSantragc entsprechend wird ein Ausschuß zur Kontrolle der Branntweinmonopolverwaltung angenommen. Angenommen wird in dritter Lesung das Gesetz über die gegenwärtigen BesteUerungsrechtc oes Reiches, der Länder und Gemeinden. Es folgt bie dritte Lesung beS neunten unb letzten Gesetzes, beS Finanzausgleichsgesetze-. Abg. Keil (Soz.) stimmt dem neuen Kompromiß zum Finanzausgleich zu. Er lehnt aber das Gesetz als Ganzes wegen der darin enthaltenen Hauszinssteuer ab. Rach einem Antrag Tremmel (Ztr.) können die Länder aus den für den Wohnungsbau bestimmten Teilen der Hauszinssteuer Dar- leben an unbemittelte, kinderreiche Familien und an Schwerkriegsbeschädigte, insbesondere auch an Kriegsblinde, bis zur vollen Höhe der Baukosten gewähren. Abg. Leicht -v. * . Präsidenten von Hindenburg aLi C - ü / c v; i der Reichsüusstellung / c :• ! : d? r 3 Weine übermittelt werde. Hoover Ehrendoktor der Llniversitol r. cf. Der deutsche Botschafter F'-ch" v. Ma l h a n Überreichte dem ehemalige i Handelsseire- tärHoover das Chrendoktordiplom der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Uni» versität Kiel, das ihm wegen seiner Verdienste um die Förderung der Humanität im allgemeinen und um die Wiederherstellung normaler Verhältnisse in Deutschland im besonderen verliehen wurde. Ford übernimmt Jlugjeugfabrifation. Nach Ansicht fachmännischer Kreise wird Henry Ford bereits in einem Jahre im Besitz einer eigenen Luftverkehrslinie fein. Mehr als hundert Flugzeuge werben in bas Fordsche Ver- kehrsunternehrnen eingestellt werben. Ford kaufte in biefen Tagen die gesamten Aktien ber Stoiit Metal Airoplane Company. Man glaubt, baß Forb in mc* nigen Jahren bie Serienfabrikation von Flugzeugen aufnehmen wirb. Touristenabsiurz in den Oehtaler Alpen. Im Oetztale stürzte am Kesfelwanbgletfcher ber Münchener Tourist Bieber vor ben Augen feiner Begleiter in eine Gletscherspalte und wurde durch den nachrutschenden Schnee verschüttet. Eine Rettungsexpedition konnte nur noch seine Leiche bergen. Schwarze Pocken in Charlvttenburg. Anfang der Woche erkrankte in Charlotten- burg ber fünf 3 ahre alte Sohn eines Schlossers unter pockenartigen Begleiterscheinungen. Ein herbeigerufener Arzt stellte schwarze Pocken fest und ordnete die ileberfüfcrung in ein Krankenhaus an. Das Kind ist am Donnerstag gestorben. Die Polizei hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Ertappte Schmuggler. 3n Bingen wurden von der Polizei in Gemeinschaft mit Zollbeamten einige Zentner geschmuggelter Tabak. Zigaretten usw. in dem Augenblick beschlagnahmt, als die Ware von dem Schiff fortgeschafft werden sollte. Zwei auswärtigen Käufern konnte die Schmuggelware noch am Bahnhof abgenommen werden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. August 1925. gut Weihe des Waldsportplatzes desDereinssürBeweyungsspiele Am morgigen Sonntag findet die Einweihung des Waldsportplahes ftatt. Der 9. August kann mit Recht als ein großer Tag im sportlichen Leben Gießens bezeichnet werden, und zwar in zweierlei Beziehung- Erstens dürfte eine Mannschaft mit der Spielstärke der Meistermannschaft des Fußball- sportvereins Frankfurt a. M. in Gießen ihr Können noch nicht gezeigt haben. 3hre Siege über den diesjährigen deutschen Meister „3- F. C. Nürnberg", die süddeutsche Extraklasse ..Stuttgarter Kickers", den vorjährigen deutschen Meister und mehrjährigen norddeutschen Weister „Hamburger Sportverein", den Berliner Meister „Hertha Berlin", den vorjährigen Tabellen-weiten Westdeutschlands „Arminia Bielefeld" und manche andere Mannschaft von Rang und Rus stellen das wirklich große Können dieser Meistereis zur Genüge unter Beweis. Annähernd 40 000 Menschen sanden es der Mühe teert, sich den harten Kampf um die höchste Würde des deutschen Fußballsports in Frankfurt anzusehen. Inzwischen ist die Mannschaft durch neue Kräfte bedeutend verstärkt worden. Alle verfügen übet ein großes Können, werden aber überragt durch ihren Mittelläufer, den Schweizer P a ch e. dec bei der vorjährigen Olympiade in Paris im Endspiel um die Weltmeisterschaft als einer der Vesten auf dem Spielfeld bezeichnet wurde. Die Mannschaft des Plahvereins hat sich speziell für dieses Spiel seit Monaten einem intensiven Training unterzogen und wird versuchen, so ehrenvoll als möglich zu bestehen. Daß sie dabei als Sieger nicht in Frage kommt, ist jedem Kenner klar, das soll sie aber nicht Hins dem, kämpfend bis zum Schluß die unvermeidliche Riederlage ehrenvoll einzustecken. Des weiteren wird an diesem Tag eine grob» zügig angelegte Platz an läge ihrer Bestimmung übergeben. Sie kann ohne Hebertreibuni mit Recht als eine der idealsten und schönsten Deutschlands bezeichnet werden. Der Erbauer lieh sich von dem Grundgedanken leiten, all» von Der Ratur gebotenen Vorzüge auf diese« verhältnismäßig kleinen Raum in sorgfältigster Weise auszunutzen, um sie, in vielerlei Gestalt: ausgebaut, den .Mitgliedern des Vereins zu. Rutze zu führen. Beim Ausheben der Laufbahn stieß man auf eine Ader außergewöhnlich weißer und feinen Sandes, der bann aus einer Tiefe von 5 bis 6 Meter geholt und für das nuiu angelegte Luft-, Licht-, Sonnen- und Sandbad verwertet wurde. Wenige Schritte davon entfernt, legte man in der Erkenntnis der Ve« deutüng des nassen Elements in der Gesund* heitspflege ein Planschbecken mit Brause unb sachgemäß angebrachtem Zu- und Abfluß an. um sowohl den Mannschaften nach dem Training bezw. Wettspiel als auch den „Sandbadenden" die unerläßlich nachfolgende Waschung in dec Sonne zu ermöglichen. Für den Winter ift bereits eine Abzweigung der Wasserleitung z» dem projektierten Klubhaus, das auf der nach Rordwesten verlängerten Plahachse zu stehe» kommen soll, gelegt. Rund um das Spielfeld» erstrecken sich die Z u s ch a u e r r ä u m e, 6^ sämtlich mit feiner eingewalzter Schlacke Bebedtt sind, Gewähr für trockene und warme Fuß« sowie saubere Schuhe bieten, im Winter eine angenehme Zugabe für den Zuschauer. Der an der Ostseite gelegene Eingang für zu den Terrassen, deren praktische Anordnung unD Taubere Verfassung den verwöhntesten Zuschauet- ansprüchen genügen dürfte. Wert und Zweit" Mäßigkeit solch stufenartiger Anordnung d«i Plätze ließen manches Opfer nicht zu groß erscheinen. Die an die Terrasse grenzende Oftefie des Platzes wird später noch mit Raturbänk« und -stühlen versehen, um so allen Vereins angehörigen, auch Frauen und Kindern, ew Ruhe-- und Erholungsplätzchen in schattig« Winkel zu schaffen. In der Südecke wurde eht Stück sumpfigen Waldgeländes, dessen Zrodem* legung schier unmöglich schien, in eine nieb* liche Parkanlage verwandelt, in der der ®e< den^ iß teil» 1 einem Aanip' -Doch? teted fioüj SPorW icn v als lofltt >' selbst^ tpegyj ■Beitritt unb 'S1 landes. Di tags 1 3c unb in Dir li' grösser unserer (Jn juin polden'. al» die betoalt Mgen park b 16 W- den ine die ein Lissabv Eurvhc spreche Silmn« A die gr brachte wobei llnterb mit ein Un ivtttoen verseh' Sttafy fährt' firne l § die 81 lassen, schenm Dem gu W Mg/ich der 3ek »rvhrÄ Wa' Met, entrfani " ( DienSto im 6t den ju latten ihratei llnioet kafische L 3a 3r. 15 "D vertrete vttschr gtfamti qene s freubic dessen" Oiefier «• des ' Srie: sich der dem be teurbe Prol t und Land, n. den 8. August 19». Waldfpochlaher *Beu)egung5lpielt ’nniag findet dir 4m. ldfportylatzel 'M» nit AM ali ein leben Tiebent bezeichn« Miniri Arzirhunz eint Mnnlchaft mit br rmannschasi bei Zuhdr!! irt ü. M. in Siehrn ih ezeigt haben. Ihre Sie; deutschen Weister „3.8.1' lutsche ErttaNalse,Str: rjährigen deutschen Weist bdeutilhen Dcitter „$» btn "Berliner Weister.,fy vriahrigen Tabelltn-veir Htminid Dirieseld- -> ischast von Rang und 1 vhe Können dieser Weiiü- •Bctocii. Annähernd 40 CO btt Mühe wert, sich k- e höchste Würde des bei' i Franlsurt anzulehen. > inschast durch neue morden. Alle versugnü« verden aber überragt v»« en Schweizer Pache Olympiade intm stMisterschatt ^ '"" £ agocmns ha- MjT Mnalen einem nltn'^ , und wird versuch ". , ch zu bei*. M M in W ^Äun^t.N'i £®gfis .ahanl ag 'LS°» ; SH&PÄ y? "”b L Elements m .. ilchbecten M4 f tem ou- .^Daschung ' folgende )»• & fi«lÄ igung W . ^s der “wSrten 1 S* »t»”Ä sti^L r-°Z L K> ® ÄO. h * per®111' rl UnG ' ' I lrdr. 11 •■■■••*' I B 1 ^*.1 ■ 8 «MM -KrL ft, ^Si-bnktj« W«! risj-ti 2n glaubt h >.10"' . “MabÄ^in! wird, '""'n do. || ‘ben ""Sstt6 A iS-äfc: ‘«4*Ä‘5 erkrankte in Kk.ri,u " alte ÄS"1*“* Ä«:ä& Polizei fJt am,$Dnnto i J"«1 Nanarei* iu dechrndern. blh«vgglrr. irben von der Ps^ ernten einige S« «. Ät^eV'V Qm ^bnhos dbgenomme tiofubrer: 3 Uhr nodjm. Sarlsruhc öommerfeft. — £?i. Tcvr srlitve Angebote unter 06535 an den Gtektener Anzeiger erbeten.________ AUTO 4 Sitzer, neu, bezw. neuwerttir sofort zu kaufen gesucht- Nicht über 8 Steuer P.S. Baujahr nicht vor 19K4. Genaue Angab. mit äußerstem Preis unt. 06517 an den GieSener Anzeiger erbeten. Gut möblierte» oder 2 leere Zimmer von Kaufmann, der sich viel auf Reisen besindet. gesucht. Gest. Offerten unter J. 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Steigung für Fenkkbestlittnng. VersaramluDg Montag, 10. Qlug., abends 87, Uhr, im Rebstock, West- anlage 7. Gäste willkommen. Schuhmacher- Zwangsknnung Stehen. Wegen des Ber- bandstages i.Bingen wird aus die am 11. August statt- findende Bezirks- Versammlung bet Koll. Laiohlnge? bin- gewiesen, unb unt vollzähliges Erfchet- nen gebeten. Der Vorstand- Nr. M Drittes Blatt Samstag, 8. August (925 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesten) Die Elettrizitätsversorgung Gießens. Bon Der Provinzialdlrektum geht mu# al» Gnkjegnung auf Die Ausführungen des Beigeordneten Dr. S e i b ün Stadtparlament folgende Erklärung zu: Nachdem nunmehr Herr Beigeordneter $>r. Gerb namens der Etadrverwaltuna endlich Licht in die bisher etwas mysteriöse Angelegenheit gebracht hat, sei eS auch einem Vertreter der Provinz geftattet, sie vom Standpunkt der Provinz aus, der sich, soweit Wölfersheim in Betracht kommt, auch mit dem des Hessischen Staates decken Dürfte, au beleuchten Auf die Vorgeschichte der Verhandlungen einzugeben, bietet kein allzugroheS Interesse mehr. Die Schwierigkeiten, in denen sich die Stadt Dietzen feit Januar 1919 wegen ihrer Stromversorgung befindet, sind bekannt: sie dauern bis heute unvermindert an. Damals konnten nur dringende wiederholte Vorstellungen von Stadtvertreiern die Provinz trotz erheblichster Bedenken bestimmen, eine begrenzte Menge von Energie an die Stadt abzugeben, nur weil man sie nicht im Stich lassen wollte. Vereinbarungen wurden nur immer auf kurze Zeit getroffen, well die damaligen Verhältnisfe eine Revision der Vereinbarungen von Zeit zu Zeit erforderlich machten, insbesondere da die Stadt die vorhandene Abnahmemöglichkeit öfters zum Schaden anderer Abnehmer überschritt. Lediglich aus diesem Grund ist auch die Kündigung im Jahre 1922 erfolgt, um die gemachten Erfahrungen für einen Aeuabschluh zu verwerten. Dazu sollte es nun allerdings nicht mehr kommen. Wahrend dieser ganzen Zeit hat die Stadt aber nicht einmal den klaren Entschluß ausgesprochen, daß sie sich an das Provinzwerk anschlieven würde, wenn gewisse Voraussetzungen hierfür geschaffen würde. Wäre dieS geschehen, so wären Kraftwerk und Leitungsanlagen danach eingerichtet worden. Zum Entschluß getrieben wurde sie anscheinend erst, alS die Oberweser A. G. anfangs 1924 sie zur Abnahme ihrer Elektrizität zu bewegen suchte. Als die Provinz zufällig hiervon erfuhr, war sie eS. die an die Stadt herantrat mit dem Antrag, gemeinsam zu prüfen, auf welche Weise daS wirtschaftliche Zusammenarbeiten zwischen Heiden Körperschaften ermöglicht werden könnte. Dazu muh bemerkt werden, daft die Provinz schon früher eine Zusammenarbeit mit der Stadt Gießen bei der Losung der Glektrizitätsfragcn in Oberhessen angeregt hat, ohne daß die Stadt sich hierzu hätte bereit finden lassen; auch jetzt wünschte sie nur ein Lieserungsverhaltnis, das zudem noch möglichst kurzfristig sein sollte. Viele Monate lang liefen gleichzeitig die Verhandlungen der Stadt mit Provinz und Oberweser A. G. nebeneinander her. Obwohl diese Gesellschaft nicht im Unflaten gelassen war darüber, daß man es als einen feindseligen Akt auffassen mühte, wenn sie in fremdem Hoheitsgebiet Strom absehen und dadurch die Interessen der Provinz zu schädigen unternähme, hat sie sich über dieses Verbot skrupellos hinweggeseht. Wenn hier eingewandt wird, daß die Provinz selbst diesen , SremDltng" in ihr Gebiet herein- gelassen hätte, so bedeutet diese Auffassung eine Verkennung der inneren Zusammenhänge und der wirklichen Sachlage. Einmal hätte die Stadt auch ohne Erteilung des Durchgangsrechts mit der Gesellschaft abschließen können, weil Deren 100 000 Doltleitung auf alle Fälle in unmittelbarer Rähe des Stadtgebiets vorübergeführt worden wäre und sodann erfolgte Die Genehmigung zur Durchleitung nur zum Zweck einer vollständigen Sicherstellung der oberhessischen Stromversorgung und Damit auch um deswillen, um mit Der Verbindung Wölfersheim—Ober- weser die Voraussetzung zu schaffen, uns der Stadt Gießen gegenüber zu einem der Oberweser A. G. ebenbürtigen Vertragspartner zu stempeln. Wir haben also den „Fremdling" für ober hessische Interessen dienstbar gemacht, während die Stadt ihm wesentliche Vorteile zum Vachteil der staatlichen und oberhessischcn Interessen Autoenbet. Die Aussprache im Provinzialtag, die durch Den Beschluß Der StadtverorDneten hervorgerufen toorDen ist, wird als ungewöhnlich bezeichnet, und Die Dort erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Was macht man Der Stadt zum Vorwurf? Wie sie selbst angibt, habe sie immer Den Standpunkt vertreten. Daß bei etwa gleichen BeDingungen der Provinz der Vorzug eingetäumt werden müsse. Da die Stadt im Gegensatz zu unserer Auffassung Das, was Die Provinz zu Meten hatte, als wesentlich ungünstiger veranschlagt als daS Angebot Der Oberweser A. ©., soll DieS im Einzelnen auf seine Stichhaltigkeit untersucht werden. 1. Der Preis bet Der Oberweser A G. soll günstiger fein. Leider sind die Preisangebote nicht veröffentlicht, so daß für die Oesfentlichkeit ein Vergleich ohne weiteres nicht möglich ist. Wenn jedoch ein von der Stadt zugezogener Sachverständiger sich äußern konnte, daß das Angebot der Provinz vorteilhafter fei, so liegt für die Prozinz MS zum Beweis des Gegenteils kein Grund vor, daran zu zweifeln. Aber selbst wenn Die Preise um eine Kleinigkeit Differierten — Denn es kann sich wirklich hier nur um Kleinigkeiten hanDeln — wäre eS bei gutem Willen möglich gewesen, Durch Herbeiführung einer Aussprache Die kleine Preisdifferenz zu überbrücken. Eleberdies hatte Die Stadt unsere Zusage, in jedes fremde Angebot eintreten zu wollen. Wenn Demgegenüber auf die „gesunden kaufmännischen Anschcniungen bei den städtischen Ausschreibungen" verwiesen wird, die Derartige Erklärungen grundsätzlich unberücksichtigt ließen, so muß dieS heute sehr merkwürdig berühren, nachdem man wiederholt eine solche Garantieerklärung bereitwillig akzeptteri hatte, abgesehen Davon, Daß eS sich für Die Stadt garrncht um eine städtische Ausschreibung gehandelt hat. Und die Stadl hat ja selbst angegeben, daß sie nicht unbedingt Den niedrigst Fordernden berücksichtigen werde, sondern daß auch bei Vorhandensein von kleinen Differenzen sie der Provinz Den Vorzug einräumen werde. Selbst wenn also kleine Preisdifferenzen bestanden haben sollten, was ohne Weiteres nicht zugegeben werden kann, so wäre es der Stadt bei gutem Willen und unter Berücksichtigung Des Umstandes, daß Die Provinz Der Stadt seit 7 Jahren und auch heute noch ohne jede Verpflichtung auS ihren Vöten Hilst, sehr leicht gewesen, einen Ausgleich zu finden. Wenn in Diesem Zusammenhang Befürchtungen geäußert wurden, Daß nach im Provinzialtag laut gctoorDencn Stimmen u. 11 mit einer Erhöhung der Strompreise hätte gerechnet werDen müssen, so genügt es Darauf bin- Autoeifcn, Daß Derartige Befürchtungen bei Dem Beschluß Der Stadtverordneten nicht mitgesprochen haben können, da die Verhandlungen im Brovinzialtag erst 4 Wochen später stattgefunden haben. Abgesehen davon aber bedeutet eine Preiserhöhung der vom Kraftwerk an Das lleber- landwerk abjugebenDcn Energie durchaus nicht ohne Weiteres auch eine Preiserhöhung für die Einzelabnehmer, wie denn auch die Provinz in Dietern Fall trotz Der sehr wesentlichen Lohnerhöhungen keinem einzigen ihrer Abnehmer den Preis erhöht hat. Auf gleicher Höhe steht Der Hinweis auf Den im Finanzausschuß Des Landtags gefallenen Wunsch, Den gegenwärtigen Stromlieferungsvertrag nut Der Provinz zu lösen. Von einer Lösung Des Vertrags m Dem Sinne, wie DieS in Der Zeitungsnotiz angedeutet sein soll, war niemals die Rede. Im Gegenteil bezweckte Der Antrag eines Abgeordneten, Den Vertrag zwischen Provinz unD Staat, wenn möglich zu vertiefen, d. h. Die beiden Unternehmungen näher zu bringen. Auffallend ist, daß der Stadt nur Befürchtungen gekommen sind, die bei Der Provinz begründet liegen, während sie voller Verttauen in den Vertrag mit Der Oberweier sich einläßt. Auch dort ist doch, soviel wir wissen, Der Preis abhängig von dem Preis der Kohle, jo daß bei steigenden Löhnen jederzeit mit Erhöhung der Strompreise gerechnet werden muß. 2. Was die Sicherheit der Belieferung und die Steigerung der Leiftungsmöylichkeit anbelangt, |o werden zur Begründung dafür, daß die Sicherheit bei der Dberroejcr 21.-G. viel größer sei als bei der Provinz, Vergleiche über die Gröhe der Maschinenleistungen und der Spannung in den Leitungsnetzen angestellt, die zu Ungunsten der Provinz ausfallen. Wie steht es damit? Es ist ganz unmöglich, von der Größe der Maschinenleistung in einem Werk auf die Sicherheit der Belieferung schließen zu wollen. Was nutzen der Stadt die in Borken und Hemfurtb installierten 77 00 Kilowatt? Damit ließe sich doch höchstens bcwesien, daß die Oberweser A.-G. einen weit größeren Strombedarf zu decken bat, aber doch nicht, daß sie im Böhmen der ihr sonst obliegenden Leistungen für die Gießener Bedürfnisse leistungs- fähiger wäre als Wölfersheim. Wölfersheim hat nach Befriedigung aller Bedürfnisse viel mehr über- schlissigen Strom, und dieser Ueberschuh wird sich demnächst nach der Modernisierung des Werks und der Beschaffung einer weiteren Turbine noch sehr erheblich steigern. Abgesehen davon ist es der Stadt ja auch bekannt gewesen, daß Wölfersheim in direkte Verbindung mit Borken kommt, und daß Borken notfalls Wölfersheim mit Stromlieferung zu unterstützen hat. Die Verbindung mit Borken aber ist für Wölfersheim erheblich bedeutungsvoller als für Borken selbst, denn es liegt auf der Hand, daß die gegenseitige Vertragsverpflichtung, dem anderen Werk mit Strom auszuhelfen, für das kleinere Werk wefenllich wichtiger und ausfchöpfungsreicher ist als für das größere Werk. Nun wird aber Wölfersheim außerdem noch mit dem großen Konzern der Rhei- nifch-westfälifchen Elekttizitätswerke verbunden, fo daß der Strombezug von Wölfersheim künftig siche- rer gestellt sein wird als der Sttombezug von Borken. Wollte man also die Sicherheitsfrage von der Größe der Maschinenleistung abhängig machen, so verdiente doch Wölfersheim den Vorzug, das ein- schließlich der mit den genannten Werken verkup- pellen Maschinenleistungen den Vogel abschießen dürfte. Auch die Gegenüberstellung der Spannungs- verhältnifse kann leicht zu Irrtümern führen. Es war der ötabt bekannt, daß die von der Provinz zu erstellende Leituna vorläufig mit 20 000 Voll betrieben, später aber durch Einfügung weiterer Hängeisolatoren auf eine höhere Spannung gebracht werden sollte, was jederzeit möglich war. yür die Sicherheit der Sttombelicferung ist es ganz gleichgültig, ob der Strom mit 20 00 oder 100 000 Volt geliefert wird. Im Gegenteil kann man sagen, daß der Sicherheitsgrad einer kurzen 20 000-Volt-Leitung größer anzusprechen ist als der Sicherheitsgrad einer 100 000 Volt-Leitung von sehr erheblicher Länge. Der Stadt war gewährleistet, daß die Leitung so betriebssicher angelegt würde, daß irgendwelche Störungen auf dieser Leitung gerade so wenig zu erwarten wären wie bei der Borkener Leitung. Außer- dem war zugesagt, daß die bestehende Leitung als Reserve in eine solche mit Hängeisolatoren umgebaut werden würde, so daß Störungen auch hier kaum noch zu erwarten seien. Die zahlreichen Zwischen- adnehmer, die zu Störungen Anlaß geben könnten, gibt es auf dieser Strecke überhaupt nicht. Was aber das Wichtigste ist: Nach der der Provinz zugegangenen schriftlichen Aufforderung verlangte die Stadt ein Angebot für einen Anschlußwert von 1000 Kilowatt bei einer Abnahme von 3 Millionen Kilowattstunden. Es sollte jedoch die Möglichkeit, bis 3000 Kilowatt abzunehmen, gewahrt bleiben. Die Prooin ( ist sofort auf diese Forderung eingegangen. Nach Verhandlungen mit dem Direktor des Werks, der fein Einverständnis ausdrücklich mit einer solchen Regelung erklärt hatte, hat sich die Provinz bereitgefunden, eine Leitung von Wölfersheim nach Gießen lediglich zur SJerjorgung der Stadt zu bauen, die eine Abnahmeinöglichkell von 3000 Kilowatt gewährleistete. Daneben war eine Reserve von 1000 Kilowatt vorgesehen, die durch Umbau des bestehen- Rätsel-Eck«. Zahlcu-Rätsel. 12457845 11 7 Schmetterling. 2 7 5 7 10 10 4 12 7 Vogel. 3 7 12 7 10 1 13 3 14 eßbarer Pilz. 4 8 7 6 15 8 7 Blume. 5 2 7 10 2 13 8 16 Vogel. 6 4 5 3 17 5 10 2 Insektenfresser. 7 10 13 16 4 HeiDeblume. 8 7 5 8 18 15 7 18 7 10 Vogel. 9 7 3 3 7 10 13 7 Gemüse. 1 4 1 4 11 7 13 Vogel. 4 19 6 13 10 4 3 Schmetterling. 8 4 20 21 18 13 11 4 3 3 Vogel. 8 7 9 9 7 3 Unkraut. 7 8 11 7 10 3 13 8 11 Käferlarve. 10 15 11 11 7 8 Getreide Die Anfangsbuchstaben Der Losungsworte nennen einen Schmetterling. Besuchskartcn'Rössclspruug. R H Kl I I N DorstehenDer Rösselsprung stellt Die chiffrierte Visitenkarten eines norwegischen Dichters Dar. Lilben-Rätsel. Aus Den Silben: cho — Den — di — Don — Dorn — Dron — e — e — e — es — fam — fink — fund — ge — ge — i — im — fa — ka — ke — klip — land — le — ma — min — ne£ — nel — ner neu — niz — no — phra — Pin — plan — ra — ri — fe — |i — ter — tik — un — Del — toa — wal — Wurm — xa — za sind 18 Worte zu bilden. Deren Anfangs- und Endbuchstaben ein Sprichwort ergeben. — 1. Sonntag, 2. Komponist, 3. Pflanze. 4. Reiterabteilung, 5. indischer Fluß, 6. Operettenkomponist, 7. Männername, 8. französisches Bad. 9. Kanton. 10. amerikanische Insel, 11. Vogel, 12. Raturericheinung, 13. Pflanze, 14. Dichtung, 15. Feuerherd, 16. Sonnenbahn, 17. Blume, 18. geistlicher Würdenträger. Verwandlungsaufgabe. Oder — Gabe — Wall — Aden — Else — Finte — Hand — Feder — Feld — Omen — Isel — Reger — Gaumen — Angel — Kante — Kummer — Aller — Kelle — Bering — Deckel. Vorstehende Worte sind durch Aenderung ihrer Anfangsbuchstaben in neue Worte zu verwandeln, sodann nennen Die Anfangsbuchstaben ein Sprichwort. Kreuzworträtsel. 12 V6 >21 ■11 Bö aeaa qbbq ■ □■■■■ ■ aaee embi (EBB EBBBB 2s beDeuten: Don li.nks nach rechts: 1. Weiblicher Personenname. 2. Teil Des Baumes, 7. Heben» fluh Der Weser, 8. Stadt in HollanD, 10. Fluß in Rußland, 12. Anteilschein, 13. Stadt in der Schweiz, 14. Rebenfluß der Donau, 15. biblischer Rame, 17. japanische Münze, 19. Zahl, 20. arabischer Dolksstamm, 21. Rebensluß der Elbe, 22. Feldbestellung, 23. weiblicher Personenname. Von oben nach unten: 1. Insektenfressendes Säugetier, 2. westeuropäischer Fluß, 3. Alpenwiese, 4. deutscher Dichter. 5. griechischer Gott, 6. babylonischer Gott, 9. Rebensluß Der Havel, 11. deutscher Strom, 13. Ausschank, 14, le* gicrungebebörhc. 15. Gewürz, 16 altpersische Residenzstadt, 17. belgischer Fluh, 18. Titel eine» Zolalchen Romans. 20. alkoholisches Getränk. Auflösungen. Rösselsprung. Was uns halt in dem Leben, In Dem Wirbelstrom Der Zeiten, Hohes Ziel und hohes Streben, UnD ein stetes Vorwärtsschreiten. Kreuzworträtsel. Silbenrätsel. MA E R H S N A E | R R H G SEE N E I N I z IM! s ■ H | E | E | R E I U I T E 1 R N N AN K E R ■ G J | A MW ■ HUT 1. Wangen, 2. Aprikose, 3. Sandgelb. 4« Itzehoe, 5. Stolberg, 6. Xegner, 7. ©lorinie, 8. Oliv, 9. EpaminondaS, 10. Tümpel, 11. Toga, 12. Lauchhammer, 13. Iliade, 14. Tranoch. — Was ist göttlicher alS vergeben? (Lessing). Merkratsel. Siebenschläfer. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch Der Freidenker. „Sie sind also Freidenker, junger Mann? Sie glauben an nichts?" „Ich glaube nur an das, war ich verstehen kann", antwortete der Jüngling stütz. „Nun, das kommt ja wohl auf dasselbe heraus." Die Herzensfreundin. Eine Dame zu einem berühmten Schriftsteller: „Würden Sie so liebenswürdig fein, in dicfcs Exemplar mit Ihrer letzten Novelle eine Widmung zu schreiben?" „Sehr gern!" (Schreibt in das Buch:) „Meiner lieben Herzensfreundin." „Wie heißen Sie, gnädige Frau?" Der schmerzliche Abschied. Gustav und Heinrich, zwei Tunichtgute schlimmster Sorte, werden als „Austauschkinder" In die Sommerfrische geschickt. Noch am letzten Tage hat Gustav seiner Logismutter eine wertvolle Vase zerschlagen. „Nun, waren die Leute auch mit euch zufrieden?" fragte der Vater argwöhnisch bei der Rückkehr. Worauf der eine Bengel erwiderte: „Die Frau hat geweint, als wir ab'uhren." 3m Strand-Hotel. Gast: „Sehr hübsch, aber wo ist der Stranb?“ Wirt: „Dort drüben. An klaren Tagen können Sie ihn genau sehen." Duhnenhumor. Wer war Der erste Lebe ns Versicherungsagent? Gehler. - Er hat zum Teil zu sagen: „Run Teil — Des Leben- hab' ich Dich bet-* sichert. den Berteilungsnetzes gewonnen werden sollte. Wie gesagt, war diese Regelung im Einvernehmen mit dem Direktor des Werks getroffen worden. Wie konnte da angenommen werden, daß man später mit solchen Argumenten, die Oberweser hätte größere Sicherheitsmöglichkeiten geboten, überrascht werden würde? Alles, was die Stadt an Sicherheitsfaktoren verlangt hatte, war ihr zugesagt worden. Da die Provinz selbstverständlich sich dem jeweiligen Bedarf der Stadt Gießen angepaßt und ihr den jeder- zeitigen Bedarf nebst ausreichender Reserve zur Verfügung gestellt haben würde, auch ohne daß ihr hierfür eine jedesmalige Frist von 18 Monaten zu- gestanden worden wäre, ist nicht einzusehen, woher die wesentlichen Vorteile im Angebot der Oberweser A.-G. liegen sollen. Es wird auf die Stadt Offenbach verwiesen, die vor zwei Jahren wegen der Unzuverlässigkeit der Strombelieferung aus Wölfersheim von einer Zusammenarbeit mit dem staat- lichen Kraftwerk abgeschreckt worden sei. Richttg daran ist nur, daß Verhandlungen dieser Art geschwebt haben, aber nicht vor zwei, sondern vor vier Jahren. Die Verhandlungen scheiterten aber nicht daran, wie der Direktor des Offenbacher Elektrizitätswerks ausdrücklich bestätigt hat, daß die Stromliefe- rung aus Wölfersheim nicht als zuverlässig an- erkannt worden wäre, sondern vielmehr an inneren Schwierigkeiten, die auf ganz anderem Gebiet lagen. Aber selbst wenn damals vor vier Jahren die mindere Leistungsfähigkeit des Kraftwerks Wölfersheim die Ursache für das Scheitern der Verhandlungen gewesen wäre, so dürste dies im Hinblick darauf, daß es zu dieser Zeit aber auch kein einziges Kraftwerk gab, das auf der Höhe stand, keinen Grund für eine blinde Nachahmung abgeben, ohne daß die Verhältnisse von neuem nachgeprüst worden wären. Inzwischen haben sich, wie zum mindesten den Sachverständigen der Stadt bekannt sein muß, die Verhältnisie vollkommen geändert. Der Stadtverwaltung ist auch bekannt, daß der Staat zur weiteren Modernisierung seines Werkes fast zwei Millionen aufwenden wird, die im Herbst 1924 und jetzt kürzlich bewilligt worden sind. Um die aufgefteUle Behauptung, daß dem Staat durch den Vertrag mit der Provinz ganz die Hände gebunden feien, zu widerlegen, fei ferner darauf hingewiefen, daß schon lange der ursprüngliche Vertrag im Interesse der Entwicklungsmöglichkeit des Kraftwerks dahin ab* Geändert worden ist, daß der Staat Strom außer* alb Hessens absetzen darf, soweit diese Abgabe nicht mit dem Bedarf in Oberhessen kollidiert. Diese Ao* änberung des Vertrages hat insofern bereits Frücht« gezeitigt, als dem Staat vertraglich der Vorteil ein* geräumt worden ist, feinen ganzen Abfallstrom an den obengenannten Konzern abzusetzen, wodurch er in die beneidenswerte Lage versetzt sein wird, feine Anlagen vollkommen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auszunutzen. Der hierin liegenden Vorteile sowie der sehr erheblichen Chancen, die die mit der Gesellschaft Frankfurt angestellten Versuche über die bestmögliche Art der Verwendung der Braunkohle zeitigen können, hat sich die Stadt beaeben. Man wird hier höchstwahrfcheinlich in kurzer Zeit auf dem Wege der Vergasung und der Verschwelung der Braunkohle zu einer wesentlichen Verbilligung der Produktion gelangen. Der Stadtverwaltung roat zugesagt worden, daß ihr diese sicher in Aussicht stehende Verbilligung der Produktion zugute kommen muß. Von diesen Zusagen, die der Stadtverwaltung gemacht worden sind, enthalten die Ausführungen allerdings nichts. Was die Provinz in langen Jahren für die Versorgung der Stadt oft selbst unter größten Universitäts-Restaurant Plockstraße 5 Inh.; F. C. Günther Fernsprecher 198 Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen Mittag- u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine □ □□ Universitäts-Cafe EJEJEJ mit eigener erstklassiger Konditorei M,u Spezialität: Rahmeis in Portionen • Schlemmerbecher Lieferung von Torten und Gebäck außer dem Hause Opfern getan hat, verdient nicht Hervargehaben zu werden, sondern fall nach verkleinert werden durch die Aufzählung einiger Episoden, bei denen Gießen schlecht abgeschnitten haben soll. Auch hier kann nur gesagt werden, daß auch in diesen Fällen die Stadt es versäumt hat, sich rechtzeitig um eine Verständigung mit der Provinz zu bemühen, sonst wären derartige Zwischenfälle van selbst ausgeschaltet geblieben. Zuletzt noch folgendes: Der Herr Oberbürgermeister hatte dem Herrn Provinzialdirektor zugesagt, daß, falls die Sache für die Provinz ungünstig auszugehen drohe, der Provinz zum mindesten noch einmal Gelegenheit gegeben werden solle, ihre Stellung zu präzisieren. Da keinerlei Benachrichtigung über den Stand der Sache erfolgte, mußte angenom- inen werden, daß eine Gefahr dieser Art nicht bestehe. Van Monat zu Monat wurde die Provinz mit der Entscheidung vertröstet, um schließlich mit einer knappen Mitteilung abgefunden zu werden. Sicherlich liegt für die Stadt keine rechtliche Verpflichtung vor, eine Begründung für diesen Beschluß zu geben. Wenn aber einer öffentlichen Körperschaft, die 'sich in ISmonatigen in „konzilianten Formen" geführten Verhandlungen um eine Sache, die für sie schon aus Gründen des Prestiges von größter Bedeutung ist, bemüht, eine Absage zuteil wird, so sprächen dach vielleicht andere als nur rechtliche Gründe dafür, wenigstens den Versuch zu machen, einen derartigen, zumal ganz unerwarteten Beschluß zu begründen. Uebrigens ist jetzt nach Verlauf van fast zwei Manaten eine Antwort auf die Anfrage nach den Gründen eingegangen. Rach dem Gesagten kann man es der Pravinz- vertretung nicht verübeln, wenn sie zu der Auffassung kommen mußte, daß es die Stadt zum mindesten an gutem Willen hat fehlen lassen, um mit der Provinz zu einer ehrlichen Verständigung zu kommen. In dieser Auffassung wird man nur bestärkt, wenn man jetzt die für die Stellungnahme der Stadt maßgebende Begründung erfährt, die nach keiner Richtung hin als durchschlagend angesehen werden kann. Anstatt daß die Provinzialhauptstadt sich verpflichtet gefühlt hätte, die elektrowirtschaftliche Entwicklung Oberhefsens zu unterstützen, auch in dem Sinne, daß sie durch i hre Beteiligung zu einem Preisabbau mit beigetragen hätte, hat sie durch ihren Uebergang zu Preußen, wo sie ihre Interessen besser gewahrt glaubt als bei ihrer Heimatprovinz, diese Entwicklung zum Nachteil aller oberhessischen Stromabnehmer geschädigt. Darin liegt „die Schuld der Stadt Gießen". Turnen, Sport und Spiel Eine neue Höchstleistung im Schwimmen. Der kürzlich von Arne Borg aufgestellte 1500-Meter-Rekord von 13:17,5 in Stockholm konnte nicht anerkannt werden, da er auf einer ÄVA'Meter-Dahn erzielt worden war. Jetzt erreichte Arne Borg aber auf einer vorschriftsmäßigen 50-Meter-Bahn zu llpfala eine neue Höchstleistung. Lim eine Zehntelfekunde verbesserte er die von Charlton, als Zwischenzeit zu den 1500 Meter in Paris, aufgestellte Höchstleistung von 13:19,6 auf 13:19,5. Die deutsche» Schwimm-Meister- schäften 1925. Heute und morgen finden in Bremen die Deutschen Meisterschaften im Schwimmen und Springen statt. Die Veranstaltung liegt in den Händen des Allgemeinen Bremer Tum- und Sportvereins, 2Ibteilung Schwimmen, der sich eifrig für das gute Gelingen des 34. Verbandsfestes des Deutschen Schwimmoerbandes eingefetzt hat. In dem erst vor kurzem fertiggeftedten Schwimmstadion des A. T. B. S. Bremen werden die Wettkämpfe ausgetragen, das gleichzeitig damit seine Einweihung erhält. Aus allen Gauen Deutschlands sind nur die besten deutschen /Schwimmerin- l nen und Schwimmer gemeldet, das huf interessante Wettkämpfe schließen läßt. Insgesamt kommen 38 ' staffel« und 112 Einzelwettkämpfe zum Austrag. $ Wir werden auf die Ergebnisse nächste Woche zurückkommen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 9. Qhtg.: Aida. Montag, 10.: Madame Butterfly. Dienstag, 11.: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch, 12.: Mona Lisa. Donnerstag, 13.: Figaros Hochzeit. Freitag, 14.: Schülervorstellung: Der Freischütz. (Zu dieser Vorstellung findet kein Kartenverkauf statt.) Samstag, 15.: Die Walküre. Sonntag, 16.: Carmen. Schauspielhaus. Letzte Dorstellung der Sommerspielzeit: Der Hampelmann. Don Montag, 10. August, bis Samstag, 29 August 1925, geschlossen. Aus dem AmtsvcrkünL' Lungsblatt. • DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 63 vom 7. August enthält Folgendes: Nachtrag zu den Fricohofsordnungen mit entsprechenden Polizeiverordnungen der Gemeinden Holzheim, Stockhausen, Inheiden, Bettenhausen und Trais-Horloff. — Berichtigung. — Darlegung des Geschäftszimmers der Preisprüfungsstelle. — Die Vertilgung der Raupennester. — Walzarbeiten. — Die Industrielehrerinnen im staatlichen Schuldienst. — Feldbereinigung Rödgen und Holzheim Wirtschaft. Die Entwertung der polnischen Valuta. Wie die „Republika" vom 6. 8. meldet, hat sich die Lage auf dem Lodzer Geldmarkt bedeutend verschlimmert, da die Dank von Polen neuerdings nur 15 Proz. von den von der Industrie angeforderten Valuten zuteilt. Demgemäß hat sich der Dollar im freien Verkehr versteift und wird mit 5,75 Zloty gehandelt, was einer lOprozentigen Entwertung der polnischen Val uta gleichkommt. Auch auf dem Warschauer Dalutenmarkt werden Dollar zu steigenden Kursen gesucht und sogar schon zu 5,80 bis 5,85 Zloty gehandelt. Frankfurter Adcndbörje. Frankfurt, 7. Aug. Der Verkehr an der heutigen Abendbörse war lebhafter als seit langer Zeit. Die freundliche Stimmung blieb vorherrschend und die Kurse zeigten auf allen Gebieten eine weitere, teilweise ansehnliche Befestigung. Die Meldung, daß der Verkauf des Stinnesschen Aktienpaktes der Hugo-Stinnes-Riebeck-Montanwerte A.-G. an die Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen nunmehr zuftandegekommen ist, hinterließ einen vorzüglichen Eindruck und stimulierte weiter vornehmlich den Markt dev Chemiewerke, an deren Spitze Badische Anilin mit einem neuen Gewinn von U Proz. standen. Auch die anderen chemischen Werte zogen im Kurse erheblich an. Die Anregung übertrug sich auch auf die anderen Märkte, wo sich gleichfalls Rückkäufe zu roeitergebefferten Kursen vollzogen. Am Montanmarkt wurden Stinnes-Rie- beck iin Einklang mit der vorerwähnten Meldung um 2 Proz. höher. Elekttowerte lagen fester. Am Bankenmarkt lagen Berliner Handelsgesellschaft 1* Proz., Deutsche Bank li Proz. höher. Von Schiffahrtsaktien befestigten sich Hapag um 0,75. Der deutsche Anleihemarkt war vernachlässigt. Kriegsanleihe schlossen unverändert zu 0,2, Schutzgebiets- anleihen wurden zu 2,95 genannt. Die Abendbörse schloß lebhaft und fest. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,2. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 127,50, Commerzbank 93,50, Deutsche Bank 115,12, Diskonto 103, Dresdner Bank 100, Metallbank 77, Mitteldeutsche Kreditbank 93,50, Reichsbank 121,50, Oesterreichische Kreditaktien 7,70. Montanaktien: Buderus 42, Gelsenkirchen 50, Mansfelder 59,50, Phönix 67,25, Rheinstahl 54,25, Stinnes-Riebeck 77, Kali Aschersleben 120, Kali Westeregeln 130. Chemische Aktien: Badische Anilin 123,50, Anilin Berlin 116,75, Chemische Griesheim 1116,60, Elberfelder Farben 116,25, Th. Goldschmidt 73, Höchster Farben 116,62, Holzverkohlung 5,10. Transportaktien: Hapag 49, Monastir 8,3V. Jndustrieaktien: AEG. 94,75, Adlerwerke Kiener 51, Dyckerhoff 31,75, Licht und Kraft 90, Krauß Lo- komotiv 34, Lahmeyer 70, Rheinmetall 28,50, Schuckert 55,75, Sichel 21,25, Siemens Halske 74, Wayß und Freytag 71, Zellstoff Waldhof 9, Zucker Stuttgart 63,87. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 7. Aug. Die Eröffnungstendenz der heutigen Börse war nach der Besserung bei Schluß des gestrigen Verkehrs wieder unsicher. Die an der Donnerstag-Aachbörse namentlich für M ontanwerte zu beobachtende bessere Stimmung ist gewichen, da die heute ver- öff entlichte DenkschriftdesRuhrkohlen- bergbaues an den Reichskanzler ein außerordentlich trübes Bild der Lage der Zechen entwirft und erneut zur Entmutigung beitrug. Infolgedessen ging vom Montanmarkt eine gewisse Abneigung aus, die anfangs auch die sonstigen Werte verschlechterte. Rur einzelne wenige Marktgebiete konnten sich behaupten oder noch befestigen, so u. a. Chemiewerte, die für süddeutsche Rechnung gekauft werden sollen. Der Geldmarkt zeigte, wie bereits im Verlaufe der gestrigen Mittagsbörse zu erkennen war, eine leichte Entspannung. Der Satz für tägliches Geld ermäßigte sich auf 10 bis 11 Prozent, Monatsgeld nominell IO1/» bis UV» Prozent. Im internationalen Devisenverkehr hat sich Polell gegenüber Kabel Reuyork verschlechtert. Warschau stellte sich anfangs auf 5,55, auf Interventionen hin verbesserte sich später der Kurs auf 5,40. Sonst vollzog sich das Geschäft schleppend und ohne nennenswerte Kursveränderun- gen. Die Reichsmark notierte in London 20,40, Paris 5.071/». Amsterdam 59,22. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 7. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26 bis 27, Roggen, inländ. 21,50 bis 22, Hafer, inländ. 20,25 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Banknoten, bis 23,50, Mais (gelb; 22 bis 22,25, Weizenmehl inländ., Spezial 0 39 bis 40, Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Stetig. Börsenkurse.________________ Brief 4.198 19,03 j5,89 20,442 19,91 169,(7 15,40 77,61 59,405 113,03 81,00 60.45 12.447 5.87 (9fn Billionen Mort auügedrückk. BnenoL-AireS. London, Neu- t>o< Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Men and BndapM «r 100000 Mheitea. alle« übrige für 100 Einheit«.) Telegraphische Auszahlung. Geld 4.178 18,93 95,41 •0,342 19.84 168,23 15,62 77.23 59.155 112,47 81,50 60.15 12.378 5.83 Berlin, 7. August. Amerikanische Role» .... Belgische Noten....... Dänische Noten . ...... Englische Noten....... Französische Note« ..... Holländische Noten..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten..... D-Utsch-Oesterr., ä 100 Aroma Rumänische Noten..... Schwedische Noten..... Schweizer Roten...... Spanische Noten...... Tschechoslowakische Roten. Ungarische Noten . . . Frankfurt a.M. Berlin Schlutz- Rurs Sdjlu&h. Abrnd- bdrfe Schluß. Kur» Schluck Mittag b5rle Dawm: 6. 8. 7 & 6. 8. 7.8. 5®/o TcutTdjc 9tetd)8MW!MINtIIMWMW|W»l!W|WIIIWIMi aufTeilzahluna iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiä Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- Lahngebiet G. m. b. H. Giehen:: Lindenplatz 1 Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 7563a Ecke Schloßgasse o DELMENHORSTER 5T0EWER Lastkraftwagen kurzfristig lieferbar! STOEÜJER Automobile 9 32 P.S. 10 50 P.S. 12/45 P.S. sind elegant stabil dauerhaft und von anerkannt erstklassiger Qualität 6 EN ER AL-VERTRETER für die Kreise GieBen, Marburg, Kirchhain, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Wetzlar, Oberlahnkreis s Aßmann & Schneider Telephon 1248 Kaiserallee 45 76381 GARAGEN REPARATURWERKSTÄTTEN TANKSTELLE fordern Sie gratis und franko KATALOG von der I „SIGURD - GESELLSCHAFT mb.H. CASSEL 125j Zltza-MW-Nuß ctzuzneiüa.ZM "*D Ulli Die Settschrist der alten Soldaten: OMemIramera Biebrich a. Rh, 6M8D buck- Gießen, den 4. 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August 1925 Wietzener Anzeiger ttdenera.-Anz^ger sur u)verye„ei./ 8. 9. in rhaft 15. Eirchhal. i: ' ander zu verknüpfen, ist ler 768» da mit nftf Die an 14. Stelle und Frankreich an 10. Stelle 1. In Stadt 170 000, in Danzig-Land 160 000), I aufnehmen. Nur die Trains dürfen über die Brücke, 1 nnm nllpin die Trains, ohne Begleitmannschaft. 7422D )25. verhieben MONDAMIN 5. 6. 10. 11. 12. 13. 14. in in in in in in in in in 50 46 23 17 14 53 in England . . „ Deutschland „ Rußland . . „ Frankreich . . „ Italien . . . London . . . Berlin . . Poris . . . Moskau . . Wien . . . Konstantinopel Hamburg . Budapest . . Birmingham Brüssel . . Warschau . . Glasgow . . Liverpool . . Manchester Neapel . . . Madrid . . Amsterdam Kopenhagen . Köln . . . München . Odessa . . Barcelona . . Kiew . . . Leizig . . Mailand . . Marseille . . Rom . . . Dresden . Breslau Lyon . . . Rotterdam Petersburg . auf England...... „ Deutschland..... „ Rußland...... „ Frankreich . . . . . „ Italien ...... „ die übrigen Lander . . Großstädte, das sind Städte mit über 100 000 Einwohnern, gibt es in Europa 203; davon kommen der (tzcsamtbevölkerung wohnen nämlich in Großstädten: Danzi,', 51,5 Proz. (und zwar in Danzighat zahlreiche Städte unter 100 000). in Norwegen und Spanien je 10 Proz. stadt haben Danzig, Bulgarien, Dänemark. Estland, Finnland, Litauen, Norwegen und die Türkei. Bon den 450 Millionen Einwohnern Europas wohnen 65,5 Millionen (14,5 Proz.) in Großstädten. Davon entfallen auf die Großstädte der oben her- vorgehobenen fünf Länder allein nahezu 49 Millionen (13,4 Proz.). Bon diesen 49 Millionen wohnen: Italien rücken. Bon Deutschland, Rußland, Frankreich und Italien. Ein Viertel aller Großstädte in Europa findet sich in England (genau 24,6 Proz.), ein weiteres Viertel in Deutschland (genau 22,7 Proz.), in Rußland 11,3 Proz.; in Frankreich 8,9 Proz. und in Italien 6,9 Proz. Diese Länder zusammen haben demnach rund drei Viertel aller europäischen Großstädte (genau 73,6 Proz.). Die restlichen 26,4 Proz. der europäischen Großstädte verteilen sich auf die folgenden Länder (die Anzahl der Städte ist in Klammern gesetzt): Spanien (8), Polen (7), Belgien (5), Holland und die Schweiz (je 4), Schweden (3), Griechenland, Lettland, Deutschösterreich, Ungarn, die Tschechoslowakei,' Portugal Rumänien (je 2). Nur eine Großmit 7,0 Mill. Einw. „ 3,9 „ „ 2,9 „ .. 2,0 „ „ 2,0 „ „ 1,0 „ der Türkei 50 Proz. (Konstantinopel», England 42 Pro; Demsch-Oeflereich 31 Pro;. (Wien und Graz), Holland und Belgien 24 Proz., Deutschland 23 Pro;. Lettland 19 Proz. (Riga und Dünaburg), Dänemark 16,5 Pro;., der Schweiz 16 Pro - . Frankreich 14,5 Pro;, Schweden 12,5 Pro;. Ungarn 12 Pro;., Portugal 11,5 Proz. Rußland und Italien je 11 Proz. (Italien iHflU weg31 marken 75221 840 000 „ 820 000 „ 790 000 „ 680 000 „ 655 000 „ 650 000 „ 640 000 „ 635 000 „ 630 000 „ 630 000 „ 620000 .. 60.5 000 „ 600 000 „ 540 000 „ 530 000 „ 530 000 „ 525 000 „ 510 000 „ 500 000(?)„ 2. in 3. in 4. in Bei einer relativen Betrachtung verschiebt sich dieses Bild jedoch vollständig; d. h., wenn man die Beoölkerungszisfer der Großstädte in Beziehung setzt zur Gesamtbeoölkerung der betreffenden Länder, so ergibt sich, daß England erst an dritte Stelle, Deutschland an sechste Stelle, Rußland und 5"»* zusammen 150 meisten Großstädte haben also England, ganz allein die Trains, ohne l^gleitmannschaft. „Herrgott," dachte sich Egon Erwin Kisch, k. u. k. 'Korporal, J.-R. 14, „Herrgott, wenn General Po- tierrf, der verrückte Armeekommandant, das Un- Die Volksnahrung Kann noch so eintaco sein, aber sie muss die zur Lebensführung wichtigen Nährstoffe enthalten. Selbst im einfachsten Haushalte können Sie nicht ohne das blütenweisse Mondamin auskommen, weil es die für den Körper so unentbehrlichen Kohlehydrate enthält Deshalb ist Mondamin nicht nur ein Nährmittel für Kinder und Greise, für Kranke, sondern auch für den gesündesten Körper. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit verwendet die denkende Hausfrau deshalb In den folgenden Ländern wohnen die w e n i g- fi c n Einwohner in Großstädten: Polen (8 Proz^), Ostland (7,5 Proz.). Griechenland (5.7 Proz.), Finn- land (5,5 Proz.), Rumänien (3 Proz.) und in der Tschechoslowakei (2,5 Proz.). Man sieht daraus, daß die Bilduny von Groß- städtcn und die Industrialisierung eines Landes nicht Hand in f)anb miteinander gehen müssen (z. B. Deutschösterreich, Holland, Lettland). Andererseit zeigt diese Betrachtung: In England ist beinahe jeder 2. Einwohner ein Großstädter. in Oesterreich jeder 3„ in Holland, Belgien, Deutschland jeder 4., in der Schweiz jeder 6., in Frankreich jeder 7., in Schweden jeder 8., in Rußland und Italien jeder 9., unp in der Tschechoslowakei nur jeder 40. Welches sind nun die größten der Grossstädte? i.o ,. 880 000 Einw. . 16,3 Millionen . 14,1 . 8,2 . 6,1 4,2 Ifr68 Ich Wallet 32 (tSaijnt cl'Oollmilfl) ä'ffliltW Außenpolitische Umschau. Bon Professor Dr. Otto H o e h s ch. M. d R. 2bn 11 Jahrestag des Kriegsbeginnes tfl da- Ruhrgebiet geräumt toorden. Endlich werden unsere Dolksgenoslen die fürchterlichen Lasten, unter denen sie 30 Monate geseufzt habe r. loS! Das in London gegebene Versprechen ist non der anderen Seite emgehalten wordrn, aber das war nur Erfüllung einer Zusage, deren Voraussetzungen von unterer Seite längst glatt erfüllt waren, und noch fehlen die Sanktionsstädte, noch fehlt Köln. 5>tr Meinungsaustausch zwischen London und Paris, der. um das auf zwei Punkte zafammcnzudrängen. sich dreht um das ^Sanktionsrechi' und die deutschen Bedingungen zum Art. 16. rückt nicht von der Stelle- Der erste Versuch, Sicherheit und Schuldenfrage mit einzahlen England will das nicht, weil es damit den Entschlüssen Amerikas vorgreift. So rückt die Sache nicht vorn Fleck und, waS man aus Amerika hört, geht in derselben Richtung. Man weih, daß die A b r ü st u n g s - frage der Mittelpunkt der amerikanischen Außenpolitik ist. der Gedanke, mit dem allein Aord- amerika sich tiefer in die europäischen Angelegenheiten einlassen würde, als ihm sonst passen würde. Aber Toolidge ist der Ansicht, daß Europa heute noch nicht reif sei für eine Initiative Arnerllas zu Gunsten einer neuen Abrüstungskonferenz. Klar ist ja die Lage: Amerikas Steilung zur Schuldenfrage hängt durchaus ab von Frankreichs Stellung zur Abrüstungsfrage. und in der SicherheUssrage verlangt Amerika von Frankreich Klarheit, bevor die Schuldenregelung, für Frankreich lebenänotteenbig, möglich ist. Das ist theoretisch unzweideutig, aber aus dem Wege dazu liegen noch reichlich viele Steine. Daher meint man in TDashingion. daß über diesen Erörterungen daS nächste Frühjahr herankommen werde, und hält in jedem Falle zurück. Ohne Amerikas aktive Teilnahme — daran ist nun gar fein Zweifel — kommt weder die Sicherh^itSfrage noch die Schuldensrage zum wirklichen Abschluß, die so voneinander abhängen und bald einander bedingen. Die Hoffnung Englands, daß sehr bald eine internationale Konferenz stattfindet, schwindet immer mehr. Es sieht auch nicht danach aus, als wenn in Gens wirklich etwas zustande gebracht werden würde. Uns scheint daher auch die Idee, daß der deutsche Außenminister zu einer Ministerzusammenkunst nach Genf gehen soll. undiSkutabel. Menn Deutschland nicht imDölker- bund ist. hat eS im September in Genf nichts zu suchen. Und wenn die beiden anderen, England und Frankreich, über Deutschlands entscheidende Vorbehalte nicht einig sind, so ist nicht zu sehen, wie eine Ministerkonserenz die Sache fördern könnte. Deutschland hat das Seine getan, wir warten in Ruhe und Reserve ab. Deutschlands Schuld wird es nicht fein, wenn die Sache langsam vorangeht oder gar scheitert. Inzwischen rechnet man in Frankreich, daß die weltpolitische Belastung durch die M a - < r o k k o - Angelegenheit abnähme. Man hat in Madrid mit Spanien einen Abschluß erreicht, in dem man sich verpflichtet nur gemeinsam mit Ubd el Krim Frieden zu schließen, und in dem gewisse Grundlinien der Zusammenarbeit gegen Marokko ausgearbeitet worden sind. Offiziell werden die Zriedensversuche bestritten, tatsächlich aber gehen Friedensfühler zu Abd el Krim hin, und Painleve hat seiner Kammer versichert, daß inan im Oktober über den Berg sein werde. Dafür nächst die weltpolitische Belastung Englands. Der Spiuch der M o s s u l kommifsion, der die .wischen England und der Türkei strittigen Srenzen feststellen sollte, begegnet weder in England noch in der Türkei der Zustimmung. In ander zu verknüpfen, ist gescheitert Das französische Angebot in London war zu niedrig. Außerdem kam Frankreich wieder mit dem Vorschlag. einen Teil mit seinen aus dem Dawes- Plan zu transserierenden Anteilsummen zu beglück noch zu bessern hofft — ich mit meiner Erfahrung an der Kolubara bin anderer Ansicht. Eine Schwarmlinie formen aus einem flüchtigen Heer? Und damit den Balkan halten wollen? Die Serben werden einfach die Brücke zusammenschießen und uns gefangen nehmen . . . Wenn der Hauptmann an der Brücke nicht wäre, würde ich für meine Person sofort Konsequenzen aus meiner Beurteilung der strategischen Lage ziehen." Unterdessen hatten sich noch vier Mann von Infanterie Elf (Standort: Piesek, Böhmen) angefunden. Sie teilten Kiscbs pessimistische Auffassung — und so weit sie nach so schrecklicher Niederlage Vertrauen zu einem Führer überhaupt noch hatten, schenkten sie es ihrem lieben Kisch. Im Gefühl, verantwortlich zu sein für so vieler Kameraden Leben, spannte Kisch seine Erfindungsgabe aufs äußerste an. Wie kommt man heim, in Sicherheit? Daß die fünf den Hauptmann an der Brücke nicht werden bewegen können, sie für Trainwagen passieren zu lassen, ist leider mehr als gewiß, dazu ist der Mann zu eigensinig. Ein anderer Weg aber aus Serbien? Es gibt nur eine Brücke überm Strom. Während Kisch so dasteht — noch ohne erlösenden Einfall, und die vier anderen blicken ihn erwartend an, da knarrt gemütlich ein Sauern- Wägelchen daher und trägt die Tafel: I.-R. 11. Kisch guckt hin — gleichgültig zuerst — dann schärfer — erregt — endlich jubelnd. Denn was liegt da schwereisern im Bauernkarern, allein im Trubel allgemeinen Rückzugs und verlassen? Die Regi- mentskasie I.-R. 11. „Brüder!" ruft Kisch. „Krieger! Dieses heilige kaiserliche Gut zu retten ist unsere Ehrenpflicht. Faßt an! Runter vom Wagen!" Der Kutscher meinte: Die Herren Soldaten sollen sich doch nicht unnnötig anstrengen — er werde schon langsam damit weiterhotteln .... Die Braven hörten's gar nicht; eine Minute später standen sie, keuchend unter ihrer Last, an der Brückerschroelle. „Wer seid ihr und was wollt ihr?" — fragte der strenge Hauptmann— als er aber die Regimentskasse erkannte, gab er sofort Raum. Und die fünf, eingekeilt zwischen Trains, stampften dahin; Hurra, nach Oesterreich. Auf dem andern, dem sicheren Ufer saß schon eine Kommission, Stab und Intendanten, auf der Lauer. Ein Fuhrwerk um das andere wurde genau abgefragt, aufgeschrieben, eingeteilt und abgeschickt nach Marschlinie, Ziel und Heereskörper. „Regi- mentskasie von Infanterie Elf?" fragten die Herren. „Wer hat sie übernommen, und wer sind die Träger? Korporal Egon Erwin Kisch? Regiment? Kompagnie? Jahrgang? Daß Sie das Ding ja heil nach Surtschin bringen — dem Retablierungsort der I. T. D. — oder Sie kommen vor das Kriegsgericht!" Keine Bange, meine Herren: Kisch wird es schon schaffen. — In Surtschin bei der Truppendivision fragten sie wiederum ganz genau und schrieben alles auf: Rang, Namen, Unterabteilung, Assentjahr des Führers und von jedem Trager einzeln; denn eine Regimentskasie ist kein Pappenstiel. Endlich in Ruma, meilenfern vom Feind, konnten die armen geplagten Leute den Schatz abliefern, gegen Quittung, und atmeten erleichtert auf und spürten ihre Knochen nicht. Allmählich sammelten sich, in drei Tagen, die Reste des zersprengten Regiments. Der Divisionär, Generalmajor Daniel, fragte den Obersten Wokaun: „Wieviel Feuergewehre hat dein Regiment?" „122." „Maschinengewehre?" liefens< EkK •fe .LfllltW-Sl „Keine." „Schrecklich." — wandte sich ab, um sein (int- setzen zu verbergen — wandte sich wieder zu und fragte: „Die Fahne?" „Bei uns." „Na also!" Viertausend Mann sind hin, aber wenigstens ein Trost: wir haben die Fahne. ---In der Scheune, worin fleh die letzten des Piseker Regiments „erholen", erscheint nächsten •Sonntag der Feldwebel und ruft aus: „Korporal Kisch und seine vier Mann!" „Hier! Was los?" „Zum Rapport!" Oberst Wokaun steht mit einem Aktenbogen da und liest vor: „Dioisionskornrnandobefehl. Dem ftorporol Kisch, den Infanteristen A, B, E und D wird für die Rettung der Regimentskasse J.-R. 11, und zwar dem erstgenannten die Große Silberne, den übrigen die kleine Silberne Tapferkeitsmedaille verliehen." Der Oberst lieft es, läßt den Bogen sinken und hebt die Reitgerte. ,Lhr Helden!" spricht er. „Ich bin beauftragt, euch die Auszeichnung anzuheften." (Schmißt mit der Gerte in die Luft und setzt fort: ,Lch bin bereit, es zu tun. Nicht eine — fünfundzwanzig Auszeichnungen würde ich jedem von euch gern anhesten, ihr Helden — ihr verdient es vollauf." ---Sonderbares Benehmen eines Obersten — einem Mann gegenüber, der immerhin fünf Mann von 122 aus Feindeshand gerettet hat — und die Regimentskasie dazu. Doch des Obersten zweideutiges Verhalten wird euch vielleicht in milderem Licht erscheinen, wenn ihr erfahrt, daß die gerettete Kasse, beim Regiment geöffnet und in voller Ordnung befunden, nebst den Regimentsbüchern einen Barbestand von wenig über 70 österreichischen Kronen aufwies. Ehina sind die Schwierigieiten Englands so groß, daß Frankreich mit dem bekannten .Kuh- handel" fonunt Man sagt England daß Eng- land am Rhein und an der Deichtet das bezahlen müßte was Frankreich für England in Ehina täte. Man verknüpft allo die beiten Dinge in einer Mette. die wir längst kennen und die darauf hinausgeht, aus Deuttch'ands Rücken die Sache zu bereinigen England - Schwierigkeiten wachsen noch mehr; c= wird in seiner Handlungsfreiheit noch stärker beeinträchtigt durch die Vorgänge im In- n e r n , seine -Wirtschaftskrise. Die drohende Gefahr eines Riejenkohlenarbeiterstreiks. dem sich dann die Eisenbahnarbeiter und die Maschinen- bauer anschließen sollten, ist nur ein Teilabichnitt aus dieser großen Krise, die über der englischen Wirtschaft lagert. Man sucht umständlich nach den Gründen Die Unternehmer behaupten, die zu hohen Lohne feiyi daran Schuld, die Arbeiter wehren sich dagegen und behaupten, die Syndizierung sei daran Schuld, die zu viele schwache Betriebe mit- fchleppt. Der Staat hat eingegriffen, um die un- peheure Störung des wirtschaftlichen Lebens zu verhindern und stellt eine Subvention bis zum nächsten Frühjahr zur Verfügung, mit der den Arbeitern die Lohne weiter bezahlt werden können und das Gewerbe rentabel bleiben soll. Durch diese Subvention wird der englische 'Bergbau in die Lage versetzt fein, mit seinen Preisen auf dem Weltmarkt herunter zu gehen und die die Vorräte auf den Halden, die sich auf viele Mil- Honen Tonnen beziffern, .z u einem Schien- b e r p r e i 5 auf den Weltmarkt zu wer- f e n. Die Gefahr für die französische, belgische, namentlich die deutsche Kohle liegt damit auf der Hand — bei der Beratung des deutsch-englischen Handelsvertrages, der jetzt vorliegt, muß das sehr ernst geprüft werden. Allgemeine und besondere Gründe liegen dieser Krisis zugrunde. Die K o h 1 e n k r i s e ist international. Als besondere Gründe für sie gelten überall, daß die Absatzfähigkeit der Steinkohle überhaupt gelitten hat; das Del und die Elektrizität und die Braunkohle machen eine zunehmend gefähr- liche Konkurrenz. Die besonderen Gründe für Eng- land sind weiter, daß der große Vorteil für den englischen Kohlenexport, der in der Ruhrbesetzung lag, aufgehört hat, und daß heute die französische, belgische und deutsche Kohle unter dem Preis der Unter diesen 32 größten Großstädten sind also sieben deutsche. Während die größte Großstadt Europas in England liegt (London), liegt die kleinste in Deutschland. Es ist dies Ludwigs- h a f e n a. Rh. Die fünf kleinsten Großstädte Deutschlands sind: Mainz, Wiesbaden, Mün- fter i. W., Oberhausen und Ludwigshafen. Sie haben zusammen so viele Einwohner wie Breslau oder Dresden. Wie ift nun die Entwicklung dieser Großstädte? Dafür noch einige Zahlen. Frankreich hatte 1880 10 Großstädte, 1890 '2 und heute 17. Italien, da vor 45 Jahren 6 Großstädte hatte, zählt heute deren 14. In England wohnte um das Jahr 1880 ein Viertel (25 Proz.) der Bevölkerung in Großstädten, heute zwei Fünftel (42 Proz.). Und Deutschland? Deutschland hatte Die Rettung, Von Roda Roda. Einer Mutter den Sohn retten, ist immer cm Verdienst, in Krieg und Frieden — und der Prager Dichter Egon Erwin Kisch hat es vollbracht. Die Mutter, der er den Sohn wieder schenkte, oar seine Mutter, das gerettete Kind war er selbst. Die Sache begab sich im Winter 1914 in cerbien . . . „Roda!! Eine Kriegsgeschichte??" Können wir den Krieg lokschweigen, abreagieren? Jlls wäre er nicht das größte Erlebnis unserer Zeit gewesen. Wo er doch heut noch Schlagschatten auf iUes Leben wirft. Im Frühwinter 1914 also — und in Serbien, der österreichische Angriff hatte in einen Sumpf geführt von Dreck und Blut. Als die Generale an van» Josefs Festtag, 2. Dezember, „Belgrad Seiner Majestät zu Füßen legten", da war das 8. Korps chon zerrüttet und verschüttet, und während die Atappe in der serbischen Hauptstadt auf diesen Sieg und fernere Siege anstieb, humpelte draußen das irmc Heer verloren und erfroren aus der Front. Gut habsburgische Offiziere — Tränen rannen über braune Backen — mit ausgebreiteten Armen Dvllten Oberste, Majore ihre schreckocrzweifelien Soldaten aufpaltcn — beschworen — drohten mit Pistolen, es nutzte nichts; die Armee lief. Da stellte sich vor der Rriegsbrürfe, die aus Serbien nach Oesterreich-Ungarn sühtte, ein Haupt- mann vom Generalstab sest — mit 15 treuen Leuten, Gewehre geloben und fertig — und sagte ruhig aber laut: „oolbaten, wer seinen Fuß auf 2>ic Brücke setzt, un sich felg aus Serbien zu drücken, der kommt nicht weit." sondern von Belgrad wesllich sollten sich die Truppen sammeln und den Kampf noch einmal englischen konkurrieren kann. Die allgemeinen Grunde aber für diese Krise die sich ja im Streik der Saarbergarbeiter, im französischen °nt)len- cinfuhroerbot. in der Krise der polniichen Kohlen- mbuhrie unb vor allem auch in unserer Ruhr- Industrie ebenso äußert, sind überall die- selben, liebere!! bas Zuviel an Probuk - tlonskosten r n b n n Probuklion, bas Zuwenig an Absatz unb Kaufkraft, die aufnehmen konnte! Unb bann ist man bei ber englischen Knie roieber in bem alten, bis zur Erichöp- fung wieberholten unb heruntergeleiertcn Zusammenhang. daß ber Wieberaufbau Europas nur möglich ist. mit grunbleaenbcr Beseitigung der Reparationslaft, verständiger Handelspolitik und Streichung ber interalliierten Schulden, wenn wir einmal nur bas Finanzielle ins Auge fassen. Auf ber anberen Seite muß von den Industrien die Folgerung aus der ganzen Situation gezogen werben, von ben Unternehmern so- wohl wie von ben Arbeitern. Eine ft raffe re Rationalisierung unb Umstellung ber Betriebe nach ben oeränberten Verhältnissen ist fast überall nötig, unb — ber zweite noch viel tiefer greifenbe Satz, der eine Selbstverständlichkeit ift, aber als solche nicht über- all aufgefaßt wird — daß man nach einer derartigen Krise, nach derartigen Zerstörungen und E rschütterungen nicht weniger arbeiten und mehr ausgeben kann als vor bem Krieg. Diese Zusammenhänge, zu denen noch der Kampf um bas Budget unb das Flottenbauprogramm kommt, tragen nicht dazu bei, die Elastizität der englischen «toatsmanner in Sachen der Sicher- heitsfra^c zu beflügeln. Das ift ihre Sache. Das ist die eadje der Franzosen in ben Verhandlungen mit den Englänbern. Wir wieberholen, baß Deutichlanb bas Seine getan, unb in ber Sicher- heitsfrage heute von sich aus nicht zu tun hat, als zu warten, ob unb wie bie anberc Seite seine Dor- behalte unb Bebingungen annimmt. Es hat mit ber inneren Arbeit alle Hänbe voll zu tun* unb von den außenpolitischen Aufgaben ist es bas Verhältnis zu Polen, bas burch die Polen so unerhört verschärft worden ift und bem sich jetzt die deutsche Politik, das deutsche Parlament unb bie beutfche Öffentlichkeit -nach langer Vernachlässigung einmal roieber nachbrücklichst unb energisch zuwenden sollten! ing- ;entnern W m Preise herab- Oasiverkshof. [$ 1.10 RM. Die Großstädte Europas. Welche Länder haben die meisten Grohstädte? — Wieviel Europäer wohnen in Groststädten? — In Deutschland jeder vierte Einwohner ein Grobstädter. io«v ö y>rDB|raDte mtt 1,96 Mill. Einwohnern (4,8 Proz. der Bevölkerung), 1880 14 Großstädte mit 3,27 Mill. Einwohnern (7,2 Proz. der Bevölkerung), 1895 28 Großstädte mit 7,28 Mill. Einwohnern (13,9 Proz. der Bevölkerung), 1905 41 Großstädte mit 11,5 Mill. Einwohnern (19 Proz. der Bevölkerung), 1910 45 Großstädte mit 16 Mill. Einwohnern (21,3 Prozent der Bevölkerung), heute 46 Großstädte mit 14,1 Mill. Einwohnern (23 Proz. der Bevölkerung). Man ersieht daraus: In der deutschen Großstadtentwicklung nach dem Kriege ist ein Still- st a n d eingetreten. Dies mag verschiedene Ursachen haben: Die Menschenoerluste im Weltkrieg, der Rückgang der Geburten, unter dem besonders die Städte leiden, die schlechte Konjunktur der Industrie, welche den Zuzug nach den Städten hemmt, verbunden mit der Baunot. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß Straßburg, Mühlhausen im Elsaß und Posen nicht mehr mit- gezählt werden, was allein einen Ausfall von einer halben Million Einwohner bedeutet. Immerhin — insbesondere im Vergleich mit Frankreich — war das Wachstum unserer Großstädte vor dem Kriege enorm. Das zeigt eine einfache Gegenüberstellung. Es hatten Großstädte: Frankreich 1880: 10, heute 17, Deutschland 1880: 14, heute 46. Ohne den Krieg wäre das Verhältnis sogar 10:15 und 14:49. Am größten ist das Wachstum der Großstädte allerdings in England und am rapidesten im ..Lande der unbegrenzten Möglichkeiten", in den Vereinigten Staaten, in denen im letzten Jahre 11 Städte unter die Großstädte einge- reiht worden sind, so daß sie heute 79, also ein starkes Drittel der europäischen Großstädte zählen. Dr. I. W. Aus der Provinz. Landkreis Gieren. G r ü n b e r g . 7. 2lug. Zur Vornahme von Walzarbeiten ist die Kreis st raße Grün- berg — Mücke, von der Stadt Grünberg bis zur Kreisgrenze, crb 5. ds. Mts. bis auf weiteres gesperrt. Der Verkehr wird über Mücke— Freienseen—Laubach oder Lehnheim—Stangenrod geleitet. Kreis Friedberg. !'! A u s d e r W e t t er a u. 7. 2lug. Bei dem Gastwirt Heinrich Hofmann in Echz el l brachen gestern nacht Diebe ein, denen eine namhaste Beute in die Hände fiel. Die Spitzbuben müssen mit den örtlichen Verhältnissen der Hofreite gut bekannt gewesen sein. Sie kletterten über den Gartenzaun, erstiegen das untere Zimmer und kamen in den Laden. die Wirtsleute hatten b:er ein Weißzeuggeschäft. Die teuersten und besten Tücher und Decken packten sie ein und leerten die L a d e n k a s s e. Dann ging's ins Gastzimmer, wo Wein, Likör, Zigarren eingepackt wurden. Auch der Inhalt der Wirtschaftskasse muhte daran glauben. Im Hausgang stand ein neues Domenfahrrad, das konnten sie auch gebrauchen. Sie öffneten die verriegelte Haustür und verschwanden. In aller Frühe erkannte man den Einbruch und rief die Polizei, welche sofort die Spur der Diebe aufnahm. Diese führte in der Richtung nach Friedberg. Kreis Alsfeld. !*! Alsfeld, 7. Aug. Der weitblickenden Lei- tung der Stadtverwaltung verdanken wir zwei bedeutsame Neuerungen, wie sie kaum eine Stadt in der Größe unserer Kreisstadt haben dürfte, nämlich eine F e st h al l e und einen Sa alb au. Die Festhalle ist kürzlich eingeweiht und gelegentlich des Prämienmarktes zum ersten Male benutzt worden. Dabei wurde cs für sehr praktisch befunden, daß die Halle am höchsten Punkte des Festplatzes steht, von dem man alles überschauen kann. Das Gebäude ist nach den Plänen des Stadtbaumeisters E g n e r erbaut, es bildet mit seiner geschmackvollen Einfriedigung und in seinen netten Formen eine Zierde der Stadt. Die Festhalle ist 60 Meter lang und 13,50 Meter breit, nach dem Festplatz zu liegt 70 Zentimeter tiefer eine überdachte Terrasse davor, die eine Breite von 5,50 Meter besitzt. Die Holle mit Terrasse faßt nahezu 2000 Personen, so daß sie bei größeren Festen, Märkten usw. eine große Menschenmenge aufnehmen kann. Auch ist sie für Ausstellungszwecke vorgesehen. Auf der einen Seite befindet sich ein Tanzboden, der 13X13 Meter groß ist. Außerdem enthält das Gebäude Kellerräume, Wafch- räume, Ankleideräume, eine Wirtschaftsküche, einen Musiktempel, Dereinszimmer, die für Kampfrichter und Marktkommissionen benutzt werden können. Dos Ganze ist eine rundum geschlossene Holzhalle, die auf Betonfundamenten steht und mit Ruberoid gedeckt ist. Die Kosten belaufen sich auf rund 70 000 Mark. — Noch großzügiger zeigt sich die Stadtverwaltung bei der Errichtung des Saalbaue 5. Die Stadtverwaltung erkannte, daß eine Stadt in der Größe — Entfernung der Plombe — auf 20 Mk. strafe evtl. 4 Tage Gefängnis. Wegen Wider st and s. Beleidigung und Polizeistundeüberschreitung ist der Hilfsarbeiter August Sch von Waldgirmes angeklagt, der, als der Posizeidiener in einer Gastwirtschaft Feierabend bot, diesen tätlich angriff und beleidigte. 3n gleicher Weise verfuhr der Angeklagte, als kurze Zeit später der Polizeidiener in Begleitung des Bürgermeisters kam und letzterer ihn wegen seines Verhaltens Äur Rede stellte. Der Angeklagte gibt die strafbaren Handlungen zu, will aber durch den Polizei diener, der rhm einen Stoß versetzt haben soll, zu vorstehenden Handlungen gereizt worden fein. Das Urteil lautet auf 20 und 10 und 5 Mark, insgesamt 35 Mark Geldstrafe und Auferlegung der Kosten. Auch wird auf Publikation des Urteils, soweit es die Beleidigungen betrifft, durch Aushang an der Ortstafel erkannt. Buntes Allerlei. Am Sarge des Tutanchamon. Der Sarg des Tutanchamon soll in diesem Herbst von seinem Entdecker Howard (Satter geöffnet werden, und es find im Grade auch noch zwei Kammern unangetastet, die mit Beigaben ungefüllt find und wahrscheinlich erst in zwei Jahren ihren Inhalt offenbaren werden. Welch einen großartigen Eindruck der wundervolle steinerne Sarkophag des fo berühmt gewordenen Pharao auf den Besucher macht, schildert der bekannte Aeghptologe der Leipziger Tlniversität Pros. Georg Steindorff in .ReelamS Universum": »Ich hatte früher zahlreiche Bilder davon in Zeitschriften gesehen, aber keines kann einen Begriff von der majestätischen edlen Schönheit gewähren, die dieser Königssarg besitzt. Das jugendliche Antlitz mit den schmalen Wangen und dem ernsten Munde sucht das edle Bildnis des Herrschers zu geben, wie es auch eine Granitfigur im Museum zu Kairo bietet. Dorn an der Stirn, in Gold glänzend und mit blauen Lapislazuli verziert, erscheinen die „beiden Herrinnen", die Schuhgöttinnen ägyptischer Herrsch«:, als Abzeichen der Königswürde: die Schlange und der Geier, beide prächtig ausgeführt und mit einem vertrockneten Blumenkränzchen umwunden. Heber der Brust sind die Anne gekreuzt: die eine Harck hält das Zepter, die andere die Geißel, auch die Insignien des toten Königs, beide frei auS- gearbeitet und mit Gold und Lapislazuli ge- fchmückt. Das Ganze ist von einer überraschenden Frische, als sei der Sarg erst gestern in den steinernen Sarkophag gebettet worden. Ich muß gestehen, daß trotz manchem störenden Unfug, der durch den Andrang der oft taktlosen Fremden leider notwendig geworden ist. diese Stätte des Todes mich ergriffen hat. Roch ist der Holzsarg geschlossen, der Leichnam Tutanchamons unangetastet. Aber die Wissenschaft wird es sich nicht nehmen lassen können, auch dieses letzte Geheimnis noch zu offnen und dem körperlichen Wesen dessen, den der goldene Sarg umschließt, nachzu- sorschen. Freilich, geschichtliche Urkunden werden sich bei der Königsmumie nicht finden, eher ein schönes, mit Bildern geschmücktes „Totenbuch", wie man es damals den Verstorbenen als Führer in die Untertoelt mitzugeben pflegte." Alssqlds im Interesse des Fremdenverkehrs und der Dolksunterhaltung, sowohl eines zeitgemäßen Hotels, als auch eines Theater- und Konzertsaales bedürfe, und aus dieser Erkenntnis heraus kam man zum Ankauf des „Deutschen Haujes". Der alte Teil des Gebäudes an der Alicestraße wird zum H o teilet r i e b , der Neubau (Anbau) an der Marburger Straße zum Saalbetrieb eingerichtet, beide erhalten vollständig getrennte Eingänge. Auch hier hat Stadtbaumeister Egner die Pläne entworfen, und man muß nach der ganzen Anlage und Einteilung der Räume sagen, daß alles mit viel Geschick und Geschmack eingerichtet ist. Man gelangt in ein Vestibül mit Garderoberäumen, dahinter Küche, Wirtszimmer, einen kleinen Vereinssaal ^ür 200 Personen. In dem gleichen Stockwerk des Hotels liegen Speisezimmer und Schreibzimmer. Vom Vestibül gelangt man zum Treppenhaus ins 1. Obergeschoß in den großen Theater- und Konzertsaal, der eine Größe von 21:17,50 Meter ausweist. In vier Meter Höhe über dem Saalboden läuft an drei Seiten entlang eine drei Meter breite Galerie, so daß der Saal bei Theater und Konzert etwa 700 Personen fassen kann, zu Versammlungszwecken lassen sich wohl 1000 Personen und mehr darin unterbringen. Der große Saal ist vollständig freitragend ohne jegliche Stützung aus Eisenbeton hergestellt. Die sehr geräumige Bühne hat eine Größe von 8:9* Meter, links und rechts davon sind Ankleide- und Abstellräume eingerichtet. Mit auswärtigen Theatergesellschaften sind bereits Verhandlungen gepflogen, um sofort nach Vollendung Vorstellungen geben zu können. Die Gießener haben bereits Gastspiele zugesagt, eine Pirmasenser Truppe hat sich dafür interessiert, und man hofft auch auf das hessische Landestheater Darmstadt. Der kleine Saal ist 8,80 mal 11,50 Meter groß und soll für Lichtbildervorträge, Hochzeiten und Vereinssitzungen benutzt werden. Im alten Bau sind im ersten Obergeschoß der Hotel- betrieb, die Wohnung des Wirtes und die 12 Fremdenzimmer mit 16 Betten eingerichtet. Im Hofe sind außerdem eine geräumige Ausspannhalle für fünf Pferde und eine Autohalle für mehrere Wagen im Bau begriffen. Gegenwärtig ist der neue Teil des großen Gebäudes im Rohbau fertig. Der Hotelbetrieb soll etwa am 15. Oktober eröffnet werden, während die Einweihung des Saalbaues etwa um Weihnachten geplant ist. Das ganze Gebäude wird mit Niederdruckdampfheizung versehen. Die Kosten des Um- und Anbaues dürften mindestens 150 000 Mark erreichen. Kreis Lauterbach. !*! Lauterbach, 7. Aug. Die weitblickende Stadtverwaltung hat vor kurzem die Stadt- mühle — inmitten der Stadt gelegen — von Herrn Rinke für- 37 000 Mk. angekauft und beabsichtigt, sie zu einem Wasserkraftwerk einzurichten und dem städtischen Elektrizitätswerk anzuschließen. Man glaubt, daß bei normalen Wafferverhältniffen 50 bis 60 000 Kilowattstunden, bei starkem Wasserstand bis zu 70 000 Kilowattstunden erzeugt werden können. Die Stadtverwaltung wartet zur Zeit auf das Gutachten der staatlichen Sachverständigen, um dann eine endgültige Entscheidung durch die Stadtverordnetenversammlung herbeizuführen. Man rechnet damit, daß der Umbau der Stadtmühle noch in diesem Jahre erfolgen wird. !*! Salz (Kreis Lauterbach). 7. Aug. Mit der Erbauung der Wafferleitung wird jetzt begonnen. Die Quellen liegen etwa 11/2 Kilometer oberhalb des Torfes in der Rähe des Grundhaufes. Da die Leitung natürliches Gefälle erhält, so werden die Kossten nicht sehr hoch fein. Dis Rovember hofft man das Wasser- werk eröffnen zu können. Starkenburg und Rheinhessen. v Darmstadt, 8. Aug Eine Kraftpostlinie Kirchbrombach—Zell—Kirchbrombach Bhf. wird am 8. August in Betrieb gesetzt. Desgleichen wird am selben Tage die bisher noch nicht eröffnete Teilstrecke Oppenheim —Wörrstadt der Kraftpostlinie Gaualgesheim—Oppenheim in Betrieb genommen. Kreis Wetzlar. Waldhof-Elgershaus en. 7. Aug. Gestern konnte die Heilanstalt Waldhof-Gigers- Hausen, die in zwei Jahren ihr 25jähriges Jubiläum feiern kann, den 10 0 0 0. Patienten in ihren Mauern begrüßen. Aerzteschaft und Verwaltung hatten alles getan, um diesen Tag würdig zu begehen. Der Chefarzt Dr. Rainers wies in der Begrüßungsrede auf die große soziale Arbeit hin, die die Zahl 10 000 in sich schließt und hob hervor, wieviel Tausende Kranke in Waldhof- Elgershausen ihre Gesundheit wiedergefunden hätten. Auch in Zukunft will der Waldhof bestrebt sein, im Kampf gegen die Tuberkulose an erster .Spitze zu stehen. Dem 10 000. Patienten wurde als Andenken an diesen Tag ein wertvolles Geschenk überreicht. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 6. Aug. Rach jahrelangen Bemühungen wird nunmehr der Wunsch weitester Kreise auf Errichtung eines Kriegerdenkmals in Erfüllung gehen. Die Stadtverwaltung stellte einen geeigneten Platz zur Verfügung und spendete außerdem iroch 7000 Mk. Den Rest der noch fehlenden Dausumme wird eine in Bälde stattfindende Lotteri e aufbringen. Man hofft, in diesem Jahre das Denkmal noch errichten zu können. bj. Herborn, 6. '21 ug. Die Stadtverwaltung hat sich dazu entschlossen? den Autoverkehr von und nach Gießen durch Nebenstraßen »rnzuleiten. Nur die nach dem Westerwald fahrenden und daher kommenden Autos können die Hauptstraße passieren. Die Maßnahme beruht auf der mit dem Autoverkehr in der engen Geschäftsstraße verbundenen Gefahr. bl. Haiger, 6. Aug. An der bekannten gefährlichen 8-Kurve der Landstraße bei Allen- d 0 rf ereignete sich dieser Tage wieder ein Auto- Unfall. Infolge Bruches eines Rades sauste der Wagen eines Kölner Herrn gegen eine Telegraphenstange. Zum Glück kam der Besitzer mit leichteren Verletzungen davon. Der Führer wie auch die Tochter konnten heil von bannen ziehen. spd. Frankfurt a. M., 7. Aug. Tieber dem Hauptgüterbahnhof stürzte heute mittag kurz nach 1 Tihr ein Flugzeug aus geringer Höbe a b und fiel auf die Cinfahrtgeleise der Strecke Frankfurt—Höchst. Personen kamen nicht zuschaden. Das Flugzeug selbst wurde stark beschädigt. * Hanau, 7. Aug. Die Zahl der Ttzphus- e r k r a n k u n g e n hat sich im Laufe der beiden letzten Tage von 20 auf 39 erhöh t. Die Tlrsache konnte noch nicht festgestellt werden. Todesfälle liegen noch nicht vor. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter 210 bis 220, Käfe 65, Matte 35 bis 40, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 25, Bohnen 25 bis 30, Zwiebeln 20, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 15, Römifchkohl 15, Rhabarber 20, Tomaten 40, Pilze 40, Mirabellen 90, Zwetschen 70, Reineclauden 70, Frühäpfel 10 bis 50, Falläpfel 6 bis 10, Birnen 50 bis 60, Pfirsiche 130, Heidelbeeren 60, Johannisbeeren 40 bis 45, Kartoffeln 6 bis 7, Spinat 40, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 10 bis 120, Salatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 3 bis 6, Rettich 5 bis 10, Pf. das Stück, Amtsgericht Wetzlar. 0 Wetzlar, 6. Aug. Der Filialleiter Heinrich H. von Wetzlar, der einen 12jährigen Jungen in dem von ihm geleiteten Geschäft beschäftigte, hatte diesen entgegen den gesetzlichen Bestimmungen länger als 3 Stunden täglich beschäftigt und war auch nicht int Besitz der erforderlichen Arbeitskarte. Durch Strafbefehl des Amtsgerichts erhielt er dieserhalb 35 Mk. Geldstrafe, toogegen er Einspruch erhob. Der Angeklagte gibt die Straftat zu, behauptet aber, aus ilnfenntniS der gesetzlichen Bestimmungen gehandelt zu haben und bittet um Ermäßigung der erkannten Strafe. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 8 Mk . Der Schreinermeister Heinrich V. aus Ober- w e tz hatte gegen eine Strafverfügung der Polizeiverwaltung Schwalbach über 1 Mk., weil er seinen Hund im Felde hatte frei umherlaufen lassen, Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Der Angeklagte bestritt, daß sein Hund im Felde gewesen sei, während der Zeuge Landjäger M. eidlich bekundete, es fei der Hund des Angellagten gewesen. Das Gericht erhöhte die Strafe auf 5 Mk. und die Kosten des Verfahrens. Der Kaufmann Karl S. in Wetzlar war durch gerichtlichen Strafbefehl -- er hatte nach Ladenschluß in seinem Geschäft noch Waren verkauft — mit 20 Mk. Geldstrafe belegt worden. Seinen hiergegen eingelegten Einspruch zog er in der heutigen Verhandlung wieder zurück. Dem Schreiner Friedrich G. von Aßlar war. weil gelegentlich einer Revision der elektrischen Stromanlage bei ihm unv 0 r sch r if t s- mäßige — mit Draht umwickelte — Sicherungen vorgefunden worden waren, der Strom durch Beschluß der Lichtkommission gesperrt worden, und dies dadurch ausgeführt worden, daß die Sicherungen aus dem Sicherungskasten herausgenommen und letzterer mit einer Plombe versehen wurde. G. entfernte nun diese Plombe, setzte wieder Sicherungen ein und benutzte den Strom weiter. Dieserhalb sitzt G. heute auf der Anklagebank, auch ist ihm Beleidigung zur Last gelegt, die in einem an die Lichtkommission gerichteten Schreiben zum Ausdruck gekommen sein soll. Der Angeklagte gibt zu, die Plombe entfernt zu haben, aber erst, als er auf fein an die Licht- kommission gerichtetes Schreiben keine Antwort erhielt. Bezüglich der angeblichen Beleidigungen will er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt haben. Letzteres erkennt das Gericht auch an und erkennt wegen der Beleidigung auf Freisprechung, wegen Vergehen gegen § 136 StGB. Sonntagsdienst d. Aerzte u. Apotheken am 9.8.26: Dr. Geyer Dr. Neumann. Hirschavochekc. Zahnarzt: Dr. Adam. Ltebtgstrahe. Gegründet 1876 Bahnhofstr. 65b Gießen Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lieh (Oberhessen), Butzbacher Str. 12 Pianohaus Pianos auf Teilzahlung Wenn eine Fran einmal Lavaren-Salz zum Haarwäschen gebrauchte, so verwendet sie es auch wieder. Jede einzelne sagte, daß schon bei dem erstenmal Waschen, die Haare nicht mehr zerzausen, vom zweitenmale ab bleibt der Kamm frei von ausgekämmten Haaren. GroßeiHGerTaginGießen mit Denkmalsweihe. Mitbürger! Iu dem am 5., 6. und 7. September stattfindenden grohen 116er-Tag haben wir mehrere tausend Kameraden von folgenden Formationen unter» Zubringen: I.-R. 116, N.-I.-R. 116, L.-I.-N. 116, I.-R. 222, I.-R. 254, I.-R. 186, I.-R. 418 und deren Ersatzbataillonen. 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Angebotsvordrucke werden von Samstag, den 8. August d. Is. ab auf unserem Amte, Stephanstraße 18, gegen Erstattung der Selbstkosten, soweit der Vorrat reicht, abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, posi- frei, bis Montag, den 17. August 1925, vormittags 11 Llhr, bei uns einzureichen. Zufchlagsfrist: 14 Sage. Gießen, den 6. August 1925. Hessisches Hochbauamt Gießen. ______I. V.: Kuhlmann. 74S8c Ein kleines Wander! Dle5WbmaWeror39HL i JabrGaraniie. 6Durch- idjläge. SichtbareSchrckt «ein Lvielzerm. Normal' lualienlänge. Aal W ansoh bequeme Bateniablang I 'Lrsv.u.Schriftpr.Rückvrt. VertrlebBstell. w. vergeb. F. Danziger, Berlin NW 21 Turmstr. 19'69 Postscheckkonto 78029 Arüeitsvergebung. Für die Mertonsche Gutsverwal« tung, Haubenmühle bei Ridda sollen Mittwoch, den 19. August 1925, vormittags 101/, Uhr, in der Wohnung GutsVerwalters Drain aaearbeüril, 13 000 Mtr., veranschlagt zuruno35002li. in einzelnen Losen vergeben werden. 5 ie Verdingungsunterlagen liegen bei dem Gutsverwalter offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlag verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum CröffnungL- termin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 30. Zull 1925 Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Reg.-Baurat. 74982 Arbeitsvergebung. Für den Anbau an die DezirkSfchuLr an der Westanlage sollen nachfolgende Arbeiten öffentlich vergeben werden. 1. Erd- und Maurerarbeiten 2. Steinhauerarbeiten a) Basaltlaoaarbeiten b) Eandsteinarbeiten 3. Zimmerarbeiten. Angebote auf Vordruck, der bei wi3 erhältlich, sind bis zum Derdingungs- termin: Samstag, den 15. d. M., vormittags 10 Llhr, bei uns einzureichm. Zuschlagsfrist vier Wochen. Gießen, den 6. August 1925.1 75428 Stadtbauamt. I. V.: Roh. w imiMch, nai»;. MMche Murixn ttttbti ®mxe W Men, eher tu ti fldd)müdt« .Zoltnbui- dm Dersivrbenen als iltzugebm -slegtr." &!£?*•< 1^*5 «“»ÄtS si'tisS ■ «n,l «ntan*J U 1 «'iu Ä* L" ™mM sa iqen s;„x,rnt)attn hv-i. L LV * £5? s«S« !Z-TZ ■ff®Ä"feeÄ «Ä5*»S »Äät; S®»j§ÄÄ JjWa ummunbm Ute *5®*W: öle eint iS .“J» die Seifcel, audfZ iHon einer überreiche» *&S2£fletn 'n ött gebettet worden. Ich nrf nchm störenden Unfugs der oft taftlofen fambe ’ft öicfe Stätte öd 6aL y ift bei Sohserg tarn LutanchaMns unjn- lienschalt wird ti sich m^r erzfeL'Apotbeken aml&X Seumann. HirschapoihrK ■ Aüam, Vlebinftrafee. ündd 1876 ließen FemnilNr.1367 rbessen). Butzbacher Str. 12 erMleil. WJ।« ten Haann MergebÄ :SSfc% 5ÄS .’srt&feus? gs-sC >."SS cbeit^5< SfcSSt Ö4?Ä1>‘ s*151 31 .^Teilzahlung i eine Frau h-«»£,4Ä Fraulein Fob. Roman von 2Inbert S j c. 40. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Fellips verlieh merkwürdigerweise sofort die OefeHla;aft. und Gabby war nun für einige Minuten allein mit Hob Leugne cS nicht. TL ist heute etwas geschehen?" .Ja " „Sin Schreckschuß natürlich^' „Aenne es. wie du willst. Ts ist mehr als NH." Das hat er denn getagt? Hot er dir wieder gedroht, wie gewöhnlich?" .3a, — aber du weiht baß hinter feinen Drohungen, auch wie gewöhnlich, feine Macht steckt Tr vermutet ein Komplott und glaubt, hab auch Ich an ihm beteiligt bin, vielleicht logar alS dessen Anstifterin. Auher der Drohung, hie wie du weiht, ohnehin schon ausreichend tst. hat er mir auch gesagt, bah ich Tag und Aach! bewacht werde Sr verbot mit. unter irgendeinem Borwand Warmtnge zu Verlusten Obwohl dieS ganz überflüssig ist, ich wühte nicht wie ich aus eine solche 3dee verfallen foHtt. „Darüber sprechen wir später, kleine Fob. Aber irächte jetzt, dich doch wieder auszuraffen. Du warst die lebten Tage so frisch und munter. Durch einige Drohungen, hinter denen vielleicht sehr bald gar keine Macht mehr steht, sollst du dich nicht cinschüchtern lassen. Frag' jetzt nicht, denk' aber daran, dah sich nichts zu deinem Aachtcil verändert hat." Drauhen auf der Veranda wartete Kehler, ungeduldig und triumphierend. Gabby ging hinaus und fragte leise: .,Vun, was gibt es? Warum sind Sie so fröhlich, doch nicht nur deswegen, weil fchönes Wetter ist?" Kehler fah sich vorsichtig um und flüsterte: „Ich bin den Dapieren auf der Spur. Lind es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis ich sie erwischt habe. In diesem Punkte hat er — Gott sei dank — keinen Verdacht." „Bravo! Fahren Sie also fort, bevor er beginnt, auch hier Unrat zu wittern. Sein Miß- trauen ist gerade jetzt auf bas Höchste gestiegen, dessen können Sie versichert fein Bekommen wir nur die Dapiere. dann ist alles andere in Ordnung Schon das Vewuhtsein allein, dah er diese Waffe verloren hat. wird unsere Po-« fition stärken. Adieu. — jetzt gehe ich zu meiner Tagesarbeit " .Sie können ganz beruhigt sein, ich werde keine Sekunde verlieren" Bereichert um diele Aeuigkeiten, eilte ®abbt> zu Milltorp Sie trafen auf einem halb verwachsenen Waldsteig zusammen, der auf seinem Grund lag. Milltorp wollte sie zum Ablernest führen. „Ach, Sie wissen gar nicht, dah dies Geheimnis verraten ist?" „Hein, davon Hobe ich keine Ahnung. Wie konnte dies geschehen?“ „3a, sehen Sie unser zweisellos ebenso geschickter wie energischer Gegner ist durch seine vortrefflichen Spione dahintergekommen, daß wir beide — Sie und ich - dann und wann Zusammenkünfte haben. 1c ich Ihnen schon gesagt habe, ich traue hier keinem einzigen Menschen. Und dann hat er in höchst eigener Person zu Aade die Gegend hier nach allen Seiten durchforscht." „Und daS Adlernest entdeckt?" „Ratürlich DaS war ja nicht schwer, (ich zu denken, das) sich ein solcher Platz für unsere Gespräche ganz besonders eigne. Schließlich bekam dann Herr Lynn, fein gefügiges Werkzeug, die nötigen Instruktionen." „Beinahe ahnte ich es," murmelte Milltorp, „aber wenn er auch wußte, daß wir dann und wann dort droben zusammenkommen, so konnte er doch wenigstens nicht hören, was wir miteinander sprachen." „Seien Sie nicht so sicher," scherzte Gabby, „Sie waren doch in Amerika und wissen, dah man ohne Draht telephonieren kann." „Da müssen wir uns eben auf den Zufall verlassen und können unser Gespräch ebensogut fortsetzen, wo wir gerade sind." „Sie haben die Flagge gehißt. Was hat sich also ereignetT‘ .Ich habe ein tüchtiges Auto bestellt, bas nach meinem Plane in der nächsten Rächt ein Uhr an irgendeiner geeigneten Stelle Tratten soll. Mi) ihm kommt man in fünf Stunden in die Hauptstadt. Denn es dürfte das beste sein, sofort zu handeln, ein Aufschub könnte .....“ „Da haben Sie vollkommen recht. Denn von heute an wirb die Bewachung vermutlich her- zehnsacht sein." Gabbd erzählte. waS sich am Morgen zwischen Fob und Fellips zuaetragen hatte, und erwähnte auch die großen Hoffnungen Keylers. „Dann ist noch die Sache mit der Trzellenz. Ich habe mich ganz energisch bemüht, um auf die Urfache des Ausbleibens aller feiner Briese zu kommen. SS war ja nicht so unsinnig, an ein Komplott zwischen Fellips und irgendeinem Beamten aus der Post zu denken Sobald mit dieser Gedanke gekommen war. fuhr ich sofort in einem Auto zum Postamt, um mir daS Personal einmal anzufehen. Gs ist nicht überwälli- genh groß und besteht nur aus dem schlag- flüssigen Postmeister und einem jüngeren Gehilfen Gs wäre etwas gefährlich gewesen, mit einer so ehrenrührigen Frage, wie ich sie auf dem Herzen hatte, herauszupiatzen. Ich stellte mich daher, als ob es sich um verspätete Post- stücke an mich selbst handle. Ich sagte in ziemlich beleidigendem Ton: .Ich begreife nicht, was hier mit der Post geschieht Fortwährend kommt es. daß Briefe ihre Adressaten nicht erreichen.' Der alte versoffene Patron war ein schlechter Schauspieler. (3r leugnete zwar, dah in seinem Amte irgendeine Schlamperei vorkomme, ober die Art und Weise, wie er sich rein waschen wollte, war gravierend genug. Auf sehr schwierigen Umwegen gelang es mir bann, mich in Verbindung mit dem Sekretär der Exzellenz zu sehen, und da erhielt ich die Bestätigung. Fellips hat durch seine bestochenen Handlanger jeden Bries von Papa Fili unterschlagen lassen. Jetzt hat aber die Exzellenz Nachricht von der Sachlage erhalten und ist auf dem Wege nach der Hauptstadbt, so rasch nur ein Cxprehzug von Rom heraus fahren kann. Wie Sie sehen, beginnt es also für uns hell zu werden ..... Und wie steht es mit den Papieren?" Ich rechne bestimmt damit, daß Kehler gute Trümpfe in der Hand hat. Seine Freude war tzu aufrichtig. Wenn wir Fob von all den näheren Umstanden unterrichtet haben werden. — sie hat ja keine Ahnung davon, was in den letzten Tagen vorgegangen, — müssen wir sie dazu bringen. unS zu folgen Dann trifft sich die ganze Allianz m der Hauptstadt, und Herrn FellipS noble Handlungsweife wird unweigerlich enthüllt, sobald wir ihm die Waffe aus den Händen gewunden." »Wenn wir allo, wie ich geplant, in der nächsten Rächt die Flucht bewerkstelligen wollen, fo haben Sie nur zwei Tage mehr, um Frau Fellips zu überreden und ihre Zustimmung zu allem zu erreichen." „Das wird die härteste Ruh werden Wir fönntn sie ja nicht mit Gewalt entführen, und ihre Furcht vor ihm ist gerade jetzt wieder gewachsen. Aber ich glaube doch . . ." Man kam überein, daß Gabby noch am selben Abend ihre ganze Energie und Autorität ein- setzen solle, um Fob für den Plan zu gewinnen. Wenn es ihr gelang, sollte Punkt acht tibr in dem gegen Rorwest liegenden Turmsenster dH Schlosses die Gardine niedergehen Man trennte sich, diesmal mit dem Gefühl, keine ungebetenen Zeugen in den Büschen gehabt zu haben. Schon um halb acht Uhr sah Milltorp mit (einem Feldstecher im Adlernest. Es war 'chon ziemlich dunkel, und es bedurfte trotz seines GlaseS guter Augen, um das vereinbarte Zeichen wahrzunehmen. Die Minuten krochen endlos, wie immer, wenn man voll Unruhe etwas erwartet Willlvrp folgte dem Zeiger der Uhr mit steigender Spannung. Tine Minute noch, eine halbe, eine endlose halbe, eS war. als ob die Zeit sich anschickte, stehen zu bleiben Jetzt wies der große Zeiger auf zwölf. die Gardine im Turmfenster rührte fich nicht. Wird das Signal kommen? Jetzt, — mit einem heftigen Riß wurde die Gardine Herabgelaffen. Fob hatte eingewilligt (Fortsetzung folgt.) Persil W aNein verwenden! 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Für den Geschäftsführenden Ausschuß: Gg. Kling. 7536c W. (Erle. Bekanntmachung. Der giehunystermin für die Wertlotterie des Volkshallenvereins e. V., Dietzen ist mit behördlicher Genehmigung auf den 18. September 1925 verlegt worden. Gietzen, den 7. August 1925. Der Vorstand.7543B Schlackenstein - Fabriken in Rahe Frankfurt a. M. unb Wetzlar mit mod. Maschinen, gesicherter Schlackenzufuhr am Ort unb gutes Absatzgebiet zu verkaufen oder zu verpachten Räheres unter F.T. 14269 anAlaHaasen- stein u. Dogler, Frankfurt a. M. 7541A M MMUKs loiWöil weidegiil in Holstein Trstklassige Sage unb Besitz an Bahnstation, Rahe Stabt mit höheren Schulen, evang. unb kath. Kirche 460 Morgen arrondiert (’, Wiesen unb Weiden), eigene Jagd, 100 Xinbet, 14 Pferde, Gebäude massiv, Herrenhaus (12 Zimmer, elektr. Licht), ist besonderer Derhältnisse halber mit vollem Beschlag unb Ernte sofort zu verkaufen. Forderung 160000 Mark bei V, Anzahlung. 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August 1925. 7513D Heinrich Wilhelm Wilhelm J einzeln und u kombiniert Sofortige Vorführung und unverbmd- liche Preisanstellung, prima Referenzen. i I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die trostreichen Worte des Herrn Dekans sowie den Kameraden unseres lieben, unvergeßlichen Kindes und Bruders sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank Verrußte und verstaubte Decken, Wände u. Tapeten werden wie neu, mittels ganz neuem Verfahren. Ohne Betriebsstörung oder Einschränkung, kein Ausräumen der Lokale, Läden usw. Stamm Stamm Volk. 7519D Bandsägen Hobel- masehlnen 1 < Die trauernde Gattin: Elisabethe Wagner. Wasche mit Luh ns Decken-und Wändereinigung! nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn Die Beisetzung findet am Montag, dem 10. August, nachmittags 2.30 Uhr, vom Sterbehause Londorf-Unterburg aus statt Zug von Gießen über Grünberg an Londorf 1.52 Uhr. Zug nach Grünberg ab 3.49. Im Namen der Hinterbliebenen: L. Seibel, Ober-Tel.-Insp. 7526D Familie Familie Familie Großen-Linden, den 6. August 1925. Am 3. August haben wir unseren Sportskameraden Herrn Siegbert Jacob der leider so plötzlich und unerwartet verschieden ist zur letzten Ruhe begleitet. ' Wir betrauern in dem Verstorbenen ein eifriges und getreues Mitglied, dessen Angedenken wir stets Danksagung. Beim Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter "sind uns zahlreiche Beweise inniger Teilnahme entgegengebracht worden. Wir sagen allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Familie Konrad Moos. Danksagung. Für die so überaus große und herzliche Teilnahme bei dem plötzlichen Heimgang meines unvergeßlichen Mannes sage ich allen auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Nieder-Walgern, den 5. August 1925. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Pfarrer und Herrn Lehrer für die trostreichen Worte, dem Frauenchor, sowie ihren lieben Kameraden, Schul- und Arbeitskollegen für die Kranzniederlegungen und herzlichen Worte nur auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Wilhelm Völzel 1. praktiziert wieder 7556D Der Gießener Wingolf. I. N. u. A.: Sattler, math. et rer. nat. In tiefer Trauer: Familie Philipp Keßler Emil Schmal!, Maler- uMbindermstr. Kornblumengasse 6 (Neustadt) 06602 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A tourö« eingetragen: Am 20. Juni 1925 die Firma AlathiaS Heimes & Sohn, Gießen. Gesellschafter stnd die Zuschneider Mathias Heimes und Theodor Heimes, beide in Gießen. Der Mathias Heimes Ehefrau, Anna geb. Ommert in Gietzen ist Prokura erteilt. Die offene Handelsgesellschaft hat am 5. Juni 1925 begonnen. Am 27. Juni 1925 bei der Firma Georg Appel, Gießen: Dem Heinrich Appel, Hermann Siersleben, Fritz Schmidt» Friedrich Hirsch und Heinrich Schulz, alle in Gießen, ist Prokura dergestalt erteilt, datz zwei Prokuristen zur Vertretung der Firma berechtigt sind. Gießen, den 4. August 1925. 7499c Hessisches Amtsgericht Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nachmittag entschlief sanft nach kurzem, mit großer Geduld getragenem Leiden im 86. Lebensjahre unsere in ihrer Güte unvergeßliche Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Freifrau Hermine von Nordeck zur Rabenau geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau. In tiefer Trauer: Freifrau Wilhelmine Roeder von Diersburg, geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau Freiherr Karl Roeder von Diersburg, Rittmeister a. D. Freifrau Benigna Roeder von Diersburg, geb. von Hartmann-Knoch Freiin Erika Roeder von Diersburg / Ilse von Hombergk zu Vach. Pfarrers Georg Stock Neckarsteinach Todesanzeige. Heute abend entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Stamm geb. Leun nach vollendetem 73. Lebensjahre. Maschineningenieur - EteMrolWeor Bauingenieur - Architekt Studienbeginn: 20. Okt. [,tieA Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß gestern abend 8 Uhr mein herzensguter Mann, Bruder, Schwager, Onkel und Pate b UM Philipp Ml Rangiermeister a. D. im 54. Lebensjahr nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharina Schnabel geb. Spuck. Wieseck, Aßlar, Boppard, den 8. August 1925. Die Beerdigung findet den 9. August, nachmittags 3*/o Uhr, vom Sterbehaus Alicestraße 11 aus statt. 7550D Todes-Anzeige. Donnerstag, den 6. August nachmittags 6 Uhr, verschied nach kurzem Krankenlager mein herzensguter Mann, der. AltbOrgermeister Johannes Wagner im Alter von 85 Jahren. 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