Mittwoch, 8. Juli 1925 (75. Jahrgang Kr. 157 Erstes Blatt Lord Birkenhead über Indien hängnisvoll sein. >9 folgt.) Autonomie der Provinzen rianwe i Rußland in Verteidigungsstellung Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichtz, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» !ttame-Anzeiyenv.70inm Breite 35 Goldpfennig, Playvorschrifl 20'/. Aufschlag. - Verantwortlich sur Politik u. Feuilleton: 3. V.: Ehrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Lord Birkenhead schloß seine Rede mit den Worten: wir wünschen zwar, eine Atmosphäre des guten Willens und der Zusammenarbeit zu schassen. > sich o"/n 5h? rung kommen. 2Ibg. Schott (2). 23.) meint, alle die «chul- männer, die bisher gesprochen hätten, konnten sich nicht frei machen von dem Stande, dem sie angehören. Der Redner fragt bei der Regierung an, ob die kriegsbeschädigten Beamten und Lehrer prozentual richtig beschäftigt würden. In seiner weiteren Rede fordert 2Ibg, Schott, daß der Fort- London. 7. Suli. (WB.) 3n seiner Erklärung über die Politik der Regierung in Indien führte der Staatssekretär für Indien. Lord Birkenhead. u. a. aus: Zwischen ihm und dem Dizekönig seien keine entscheidenden Dereinbarungen getroffen worden, ebensowenig habe auch das Kabinett eine Entscheidung getroffen. Bevor daran gedacht werden könne, sich über die Montagu-Shelmsford-Der- fassung schlüssig zu werden, müßten gewisse nicht zu umgehende vorbereitende Schritte getan werden. Der stellvertretende Vizekönig von Indien, Lord Lytton, und die Regierung von Indien eien über die Beratungen auf dem laufenden gehalten worden, obgleich weder Lord Lytton noch seine Regierung durch die Beratungen irgendwie in ihrer Verantwortlichkeit berührt würden. Bevor man irgendeine Entscheidung treffe, müsse man die Regierung von Indien ersuchen, die Angelegenheit zu prüfen und Ratschläge zu erteilen. Man müsse auch die Ansicht der gesetzgebenden Versammlung einholen. Die britische Regierung denke nicht im Traum daran, Entscheiungen ohne Mitwirkung jener sehr wichtigen gesetzgebenden Körperschaften, die erst vor kurzer Zeit ins Leben gerufen wurden, bekanntzugeben oder auch nur zu fällen. Lord Birkenhead erklärte in seiner Rede weiter, das Reformexperiment vom Jahre 1919 sei bemerkenswert und äußerst kühn gewesen. Man habe es in der Atmosphäre des RachkriegsiDeolis- mus unternommen °orö Birkenhead weist darauf hin, daß in der Einleitung der Akte von 1919 Grundsätze niederge egt feien, nach denen zu gegebener Zeit ein Versuch mit dieser oder jener Form einer Verfassung gemacht werden könne. Die Regierung werde sich von den in dieser Einleitung enthaltenen Verpflichtungen nicht durch die Taktik ungeduldiger Leute abbringen lassen. Drohungen und Gewalt seien ungeeignete Mittel, um diese Angelegenheit zu beschleunigen. Es scheine ihm nicht ausgeschlossen, daß auch sehr vorsichtige Staatsmänner die frühere Einberufung der königlichen Kommission zur Revision der Reformen empfehlen könnten, obwohl es die nnn der om beftfn organisierten Partei Indiens befolgte Taktik zum Gegendruck herausfordere. Der nationalistische Geist, der in den letzten Jahren Großbritannien am meisten Schwie" rigkeiten bereitet habe, erstrebe ein nationalistisches Indien. Moskau. 7. Juli. (WTD.) Meldung der Russischen Telegraphenagentur. Ein Leitartikel der „Jswestija" sowie Artikel anderer Moskauer Blätter befassen sich mit der heutigen internationalen Lage und glauben eine Steigerung der Interventionstendenzen gegenüber Sowjetrußland feststellen zu können. Die „Jswestija" weist darauf hin, daß Chamberlain in der letzten Llnterhausrede Birkenheads Erklärungen über einen erwünschten Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion völlig gedeckt habe. Die Antwort, die Briand auf die Frage eines internationalen Zusammengehens gegen die kommunistische Gefahr in der Kammer erteilt habe, sei so zweideutig, daß sie die Tatsache von internationalen Verhandlungen über die Bekämpfung des Kommunismus geradezu bestätige. Das Blatt führt weiter aus. die Forderung, die diplomatischen Beziehungen zur Sowjclunion toegeit des Urteils im Moskauer Prozeß gegen die deutschen Studenten abzu- brechen, beweist einerseits eine Erstarkung der antisowjetistischen Stimm an 3 und legt andererseits klar, daß gewisse deutsche Kreise sich von den englischen Konservat ven ins Schlepptau nehmen lassen. Die englische Diplomatie, die ihr Bestreben, eine antisowjetistische Einheitssront zu bilden, des öfteren geleugnet habe, habe monatelang in einer sowjetfeindlichen Richtung gearbeitet. Gegenwärtig seien allerorten Anzeichen eines neuen Versuches zur Bildung einer solchen Einheitsfront gegen die Sowjetunion zu bemerken, die mit bestimmten praktischen Maßnahmen verknüpft würden. Eine Wiederholung der Ultimatums Curzons würde aber die Sowjetunion in einer ganz anderen Lage antreffen als vor zwei Jahren. Mit jedem Jahr vermehre sich die Möglichkeit für die Sowjetunion, im Rot- falle sich im Zustand der Isolierung längere Zeit hindurch zu behaupten. Der Artikel schließt mit den Worten: Heute können wir in aller Ruhe auf die Jnterven- tionsabsichten blicken, die sich in einer für uns unvergleichlich schwierigen Lage als tot- geboren erwiesen haben. Durch die rücksichtslose Blockade geschult, die unsere Verproviantierung mit Rasta, Kohle und Getreide unterband, können wir heute, wo wir wieder über die unübersehbaren Reichtümer unseres Landes verfügen, mit der größten Ruhe und ileber- legenheit den Drohungen mit einer wirtschaftlichen und finanziellen Blockade entgegensehen. EineNoLeTschiljcherinsanChina Moskau, 7. Juli. (TU.) Wie die Russische Te- legraphenagentur meldet, hat Tschitscherin an den chinesischen Gesandten in Moskau eine Note gerichtet, in der er unter Berufung auf den im verXeXht einen munden Schlaf iiärkt bei längerem Gebrauche die Gegen das Moskauer Todesurteil. Berlin, 7. Juli. Rechtsanwalt Dr. Freund, der im Auftrage der Reichsregierung dem Moskauer Prozeß teilgenommen hat, ist in Berlin eingetroffen und hat dem Auswärtigen Amt einen eingehehnden Bericht über den Prozeß erstattet. Er übermittelte auch hierbei Informationen der deutschen Botschaft in Moskau. Die R e i chs r e g i e r u n g soll nunmehr, wie die Blätter weiter hören, auf Grund dieses Berichts weitere Schritte gegenüber Sowjetrußland vorbereiten. Ferner hat der Vorstand der deutschen Studentenschaft namens der gesamten deutschen akademischen Jugend Einspruch gegen die ungeheuerliche Art erhoben, in dec in dem Prozeß der Sowjetregierung das Recht zu politischen Zwecken mißbraucht worden sei. Er weist die gänzlich haltlosen Vorwürfe zurück, die gegen die deutsche Studentenschaft und ihre Einrichtungen im Verlaufe des Prozesses erhoben wurden, und richtet an die Reichsregierung die dringende Ditte, alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um den Verurteilten zu helfen. tot hi»?6 OrgieT K Komplette jetten atratzen iselongueS en Sie P^ert bei Berlin, 7. Juli. (TU.) obwohl der Reichskanzler und der Reich saußen- n i nister gestern in Berlin wieder eingetroyfen ind, ist eine Kabinettssitzung entgegen anders lautenden Rachrichten bisher noch nicht angefeht worden. In der am Mittwoch um 1 Uhr vor dem Reichslagsplenum stattfindenden Sitzung des A e l t e st e n r a t e s wird der Reichskanzler voraussichtlich wichtige Erklärungen ab- geben, von denen man annimmt, daß sie hinsichtlich der deutschen Antwort auf die Sicherheitsnote Dciands sowie hinsichtlich des Zeitpunttes einer außenpolitischen Debatte im Reichstag Klarheit schassen wird. 3n der Sitzung des AeltestenrateS wird auch der weitere Arbeitsplan des Reichstages festgesetzt werden. Ebenfalls am Mittwoch vormittag um 10 Uhr tritt der Auswärtige Ausschuß des Reichstages zusammen. Die deutsche Antwort auf die französische Rote erwartet man für Mitte dieses Monats, einen Zeitpunkt, an dem der Reichstag noch zusammen sein wird, um gegebenenfalls noch vor den Ferien in die außenpolitische Debatte einzutreten. ) 6d)aumaufla*en oon trba-Seift 1 ®. Der St. 3)1 -.65, sc* 3m Nachbehandlung v't onbeij ju «nwftölcn ju fjeb. m.Srogttienu.Mnmitn erven. ,te 3ichvorNachabmun£ Ute auf die Schutzmarke lC“uoddenNamenszur Dllrlch". In Original an zu haben in alle: eken und Drogerien bestimmt: al-Drogerie, SchuJstra« mia-Drog.-Frankf-Sü- -Drogerie -Drogerie, Bahnbofslr»! Wint erhoff, KreuzpLOL Das gescheiterte Provisorium. Paris, 7. Juli. (WTB.) In der heute vormittag stattgehabten Unterredung zwischen Staats- etretar T r e n d e l e n b u r g und Handelsminister < h a u m e l ist folgendes gemeinschaftliche Kommunique veröffentlicht worden : Die Führer der deutschen und französischen Mrtschaslsdelegallon halten, wie vorgesehen, eine Besprechung, um die Frage zu studieren, wie wählend der Vertagung der Verhandlungen die Verbindung ausrechterhatten werden soll. Es wurde be- Ichlossen, daß sich die beiden Delegationssührer wie- Ler am 5. September zur Prüfung der Lage zu- -ümmenfinden, und daß die am 28. Februar getroffene Abmachung erneuert wird, nach der beiderseits die Verpflichtung übernommen wird, die ivlrkschasllichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht durch ousschliehlich oder besonders gegen das andere Land Gerichtete Maßnahmen zu st ö r e n und nötigenfalls Beschwerden gegen die Handhabung der Ein- und Ausfuhrbewilligung wohlwollend zu prüfen. Da es für notwendig gehalten wurde, schon jetzt einige Punkte sestzulegen, die am 5. September von den beiden Delegationssührern geprüft werden sollen, wird Staatssekretär Dr. Trendelenburg noch ein bis zwei Tage in Paris verweilen. Derhandlungspause bis zum 15. November. Paris. 7. Juli. (WTD.) Die deutsche Wirtschaftsdelegation hat der französischen Presse durch die Havasagenkur folgende Erklärung übermittelt: Die deutsche Delegation bedauert, daß Vie seit neun Monaten geführten Verhandlungen nicht so zeitig zu einem Abschluß gekommen sind, daß die Ratifizierung dieses Abkommens durch die Parlamente der beiden Länder vor ihren Ferien ermöglicht werden konnte. Wie ein am 4. Juli durch das französische Handelsministerium veröffentlichtes Kommunique festgestellt hat. .staubt die deutsche Delegation, daß die von Frankreich für die hauptsächlichsten deutschen Ex- liortartifcl gemachten Konzessionen (Chemikalien. Maschinenartikel. Kleineisenprodukte, op- rische Erzeugnisse, elektrische Artikel, Lederwaren, Keramik und Spielwaren) nicht oenügenb rinb. nm das Gleichgewicht herzustellen, das die Grundlage für daS Handelsabkommen hätte ergeben müssen. Andererseits hat die französische Wirtschaflsdele- gation die von Deutschland gemachten Vorschläge namentlich was den Wein, Woll- und Baum- loollgewebe sowie Automobile anbetrifft, für ungenügend erklärt. Cs ergibt sich also daraus. daß die zwischen den beiden Delegationen entstandenen Meinungsverschiedenheiten sich auf wirtschaftliche in Gebiet lündgetan haben. In keinem Augenblick dagegen haben in der Diskussion politische Fragen eine Rolle gespielt und in irgendeiner Weise die von der deutschen Re- -licrung eingenommene Haltung beeinflußt. Die in den letzten Tagen hierüber gemachten Bemerkungen entbehren also jeder Grundlage. Handelsminister C h a u m c t erklärte heute bend den französischen Pressevertretern über die Unterbrechung der deutsch-französischen Wirt- 'Has tsverhandlungen: Wir haben das Unmögliche versucht, um asch zu einem praktischen Ergebnis zu kommen. Der gute Witte bet deutschen .«Unterhändler kann nicht bezweifelt werben, aber sie wurden behindert durch die Forderungen gewisser Industrieller und Landwirte. Wir anderseits haben nicht die wesentlichen Industrien >es Landes opfern können. So haben eben Der- Ichiedene Interessen es unmöglich gemacht, wie man es wünschte, vor der Beendigung der Paria- nentssession zu einem Abschluß zu gelangen. Unter diesen Umständen haben die deutschen Delegierten es vorgezogen, die Verhandlungen ibzubrechen. Rach gcincinfamer Hebere nfunft haben die beiden Wirtschaftsdelegationen be» chlossen, ihre Arbeiten e r ft am 15. Sep- ember wieder aufzunehmen, um wäh- end der Parlamentsferien jede Diskussion zu >erhindern. Bevor sich die Delegierten trennen, verden sie noch die Prüfung einiger in der öchwebe gebliebener Einzelfragen beenden. >a$politifd)e2lrbeitsprogi'ßnim. chcrhcitsnotc und ansscnpolitiscstc Debatte. (erscheint täglich, außer Sonn- und feiertags. Beilagen: VießenerFamilienblütter Heimat im Bild. Monatr-Bezugrpreir: 2 Goldmart, u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, jernspre ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag unbGeschäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerEiehen. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11686. einentnittlerenf«^® tein- «chei 7.S- «ÄS GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen viAS und Verlag- BrüblW Universitäls-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schrtftleitung und Scschüstsftell«: Schulftrahe X. Aba Scholz (D. 23p.) verliest eine Anfrage des Abg. Frhrn. v. H e y l wegen des Ausbaues der Die Wirkung der Reformen in den verschie- I $ r c ’ s ft r a fc e He p penheim — ® 0 r m s. Denen Provinzen fei weder ein voller Erfolg Dom Regterungsttsch wird geantwortet daß das noch ein voller Mißerfolg. Die Verfassung Material für den Straßenbau bereit liegt; die Ar- Weide zweifellos einer Revision unterzogen betten sollen demnächst ausgenommen werden. Das werden müssen. Die Beschleunigung der Ein» N°us tritt hieraus m d,e Vera ung des Kap. a. berufung der königlichen Kommission habe zur »Landesamt für das B 1 l d u n g s w e s e n Voraussetzung, daß die p 0 l i t i f ch e n Führer em. , . _ . , Der indischen Parteien Den Beweis für ihren Abg. Reiber (Dem.) spricht über d.e Schul- aufrichtigen Wunsch für eine Zu- gesetzgebung in der Nattonalver. f ammenarbeit mit England erbringen und sammlung, gegen deren Aenderungsbestrebungen sich mit Der bestehenden Verfassung so gut wie er sich wendet. In Weimar habe man gar nicht möglich abfinden. Wenn die indischen Kritiker daran gedacht, daß das dort Erreichte umgeanbert Der britischen Regierung Der Meinung seien, mürbe; aber jetzt nach 5 Zähren machten sich ruck- Besseres als Die britische Regierung leisten zu schrittliche Strömungen geltend. Die Befürworter können, so sollten sie eine Verfassung Vorschlägen, des Grundschulgesetzes hätten einen 6jährigen Lehr- Die von Den Völkerschaften InDiens allgemein gang gefordert, schließlich seien 4 Jahre dabei her- gebilligt werde. Ein solcher Vorschlag würde auf ausgekommen. Nun genüge das den Gegnern nicht das sorgfältigste geprüft werden. Was den Be- mehr, sie verlangten den 3jähn^en Lehrgang, und richt der Kommission über Die Frage Der zwar unter dem Vorwand der Forderung der Be- Schulsragen Eine Der größten Sorgen für CnglanD bestehe I LkNd^Qg. in Den Streitigkeiten innerhalb Der Gemeinden Darmftabt, 7. Juli. (Eig. Bericht.) Prasi. zwischen Den Mohammedanern und Den Hindus, bent Abelung eröffnet bie Sitzung um 10* Uhr. die zum wilden Kampfe führen wurdem wenn Zunächst richtet Abg. W e ck l e r eine Kleine An sich England aus Indien zurückzöge. Sollte frage über eine Jagbverpachtung in Nidda an die Großbritannien sich seiner Ve rank- Regierung, die von dieser in einer längeren Er Wortung in Indien entziehen, s0 klärung beantwortet wird. würde das für Indien selbst per- s Ab^ Scholz (2. Vp.) verliest eine Anfrage des ,. violett v , eint das Qer.i0 ®^hj ; ■ »gs: nmertDur$eL ',,ni Wat) bo: umattnu? t in rasch * bom TcomÄ * der G ?an» aussühi^ V S'Ä-’ä "ste-sl ~Sn die $)Qnb, tfcfi Ä daß sie ff bscheut. 1 gabten. Die Verfügung des Landesamtes für das Bildungswesen werde an hessischen Anstalten sehr anlange, so müsse sich zunächst die indische Regie- I verschieden ausgelegt; Schüler, die nach dreijähri- rung hierzu äußern. Die britische Regierung werde gern Grundschulbesuch bei einer höheren Lehranstalt hinsichtlich der Durchführung dieser Vorschläge so- mit der Note 3 nicht ausgenommen wurden, sind weit wie möglich gehen. Was die I n d i a n i s i e - bei einer anderen Anstalt angekommen. Es seien rung des Heeres anbelange, so müsse dieser doppelte Zeugnisse ausgestellt worden, um solche Prozeß notwendigerweise langsam und in bestimm- Schüler mit einer besseren Note in einer höheren ten Grenzen durchgeführt werden, was schon durch Lehranstalt unterzubringen. (Widerspruch.) In den Mangel an Menschenmaterial bedingt sei. Be- einer Lehranstalt seien 8 Schüler nach 4jährigem vor sich ein solches Experiment nicht als Erfolg er- Grundschulbesuch, 32 nach dreijährigem. Sollten das weise, beabsichtige die Regierung nicht, über ganz alles nur Begabte fein? Das Lcmdesantt für das bestimmte Grenzen hinauszugehen. Bildungswesen solle sich durch den Sturm der In- tereffenten nicht beirren lassen und die Verfügung, die es zur Kontrolle dieser Verhältnisse vorgenommen habe, nicht abändern. In Hamburg werde _ ein Schüler nur in eine höhere Schule aufgenom- Ich bin jedoch nicht in der Cagc, in absehbarer Zu- men, nadj dreiwöchiger Beobachtung und dem Ur- kunft die Möglichkeit dafür zu sehen, daß wir unsex teil eines Grundschullehrers und eines höheren Leh> Mandat ohne Schaden für uns oder für Indien rers. Der Redner verlangt die Einrichtung einer werden aufgeben können. Großbritannien hat nicht Zentralstelle für ben 23 c r tun t er r i aj L den IBunfd,, den Offen aussubenfen; vielmehr richlef 2n feinen me.teren äu6|uf)run«en «örtert ber SW. hü „oriAioUoti TVMtor inhions hi» ner verschiedene Schul- und Lchrerblldungssragen. Me oerfdjieöencn Boifet Indiens die E n ^ach einer Pause teilt Präsident Adelung ladung, Schulter an Schulter mit Großbritannien mit voraussichtlich bis Ende nächster Woche die erfolgreich und harmonisch zusammenzuarbeiten. Beratungen des Voranschlags zu Ende gehen, un- - ™ ter Umständen würde auch nachmittags beraten. Das Haus werde von jetzt ob bis2Uyr durch- tagen. Am 21. Juli werde sich der Landtag nach Mainz begeben und dort die Ausstellung besich- Vertrag zwischen Sowjetrußland und China erklär- tigen. ten Verzicht der Sowjetunion auf die ' Abg. Dr. Werner (Dntl.) wendet sich gegen Kapitulationsrechte in China darauf hin- die Ausführungen des Abg. Reiber, der von der Re- weift, daß das Gerichtsverfahren gegen den aftion im Schulwesen seit der Nationalversammlung Sowjetbürger Dosser, Der von der ausländischen gesprochen habe. Der Redner kommt Dann auf Die Polizei in Schanghai verhaftet worDen war, vor Abbauanträge seiner Fraktion zu sprechen; Dem sog. gemischten Gericht wiDer rechtlich für Die einseitige Besetzung gewisser Stellen im sei, unD zwar nicht nur hinsichtlich Der materiellen ßanDesbilDungsamt habe seine Partei kein Anklagepunkte, sonDern auch vom StanDpunkte Der Verständnis. Der Staat habe sict) durch die Ueber- Direlten Verletzung Des Vertrages, Der nähme Der Schu11asten übernommen; diese zwischen China und Rußland abgeschlossen wurde, müßten Den GemeinDen gegen bestimmte Steuer« Tschitscherin ersucht in Der Note Den GesanDten rechte zurückgegeben werden. Wenn bas Schulgeld dringend, Maßnahmen zur Befreiung des weiter wie bisher erhöht werde, so würden die von Den ausländischen Behörden auf chinesischem höheren Schulen schließlich nur Schulen für Söhne Boden Der Freiheit beraubten Dosier zu ergreifen ber Neureichen fein. Die Klassen st ärke Der unD ein Strafverfahren gegen Die SchulDigen ein- höheren Schulen sei vielmehr zu hoch; namentlich zuleiten. Der fremDartige Unterricht roerDe dadurch erschwert. n, ,___s__Auch wir, so bemerkt der Redner, verurteilen die TltiSböll UCV O2U*Unruhe, die in die Schule hineingetragen wird. Wir ^Qllb^lsbCz^icbllUQCn. bedauern es auch, daß keine Schulfeier zur Ein- „ ' _ .. irTC. sührung des Reichspräsidenten stallgefunden hat. Moskau, 7. oul'.. 'Wvlsf.) Rufs sche ~ele- I {^ßegen der Wichtigkeit Der körperlichen Ertüchtigung graphenagentur. Wahr.nd fernes vorub.rgehmr- unserer IugenD fordern wir ebenfalls eine Zen - den Aufenthaltes m Le:nngraD erklärte der rufst- t/alstelle für Den Turnunterricht, sche Botschafter in Verbn Krestinski dem $je Tj„heitsschule bedeutet Die Zertrümmerung Der Vertreter Der Rws sche i legraphe^agc-ntur, man h^h,^n Schule; Darüber sind sich alle namhaften habe asten Grund, der Entwicklung des Pädagogen einig, selbst viele Volksschullehrer. Die Deutsch-russischen Handels optirni- Por schule hat unbestritten Bedeutendes geleistet; st i scher als je entgegenzusehem D.e vierjährige Grundschule ist kein gleichwertiger bevorstehende Getreideausfuhr b>er^e den Waren- Diev Zchülerzahl der höheren Schulen umscrh erheblich steigern und !^n -Umfang der , yo P^v^nt aus Kindern Keiner Le-te Wareneinst.hr um zusammen; sie sind keine Standesschulen. Es is, ein die Einfuhr aus Deutschland kamen Gebrauchs- Unrcd)t/ cincn Schüler erst nach Dem vierten Grund- artckel und Landw.rtschaftsbedarf in Betracht. | ,n ^ie höhere Schule übertreten zu laßen. Die Mittelschulen in Hessen hatten eine Mission; es ist darum höchst bedauerlich, daß sie abgeschafft wurden. Früher konnten die Kinder in Drei Jahren für die höhere Schule vorbereitet werden, warum sollen denn jetzt vier nötig fein?! Wie Die Statistik nachweist, haben gerade die Volks- schullehrer ih re Kinder nach drei Jahren zur höheren Schule übergehen lassen. Hier wird also von der Lehrerschaft öffentlich Wasser gepredigt, aber heimlich Wein getrunken. In Tausenden von Fällen ist so verfahren worden, gerade bei sich selbst müßte hier die Lehrerschaft erst anfangen. Der achtjährige Lehrgang Der höheren Schüler hat sich nicht bewahrt, unD er ist in Hamburg balD roieDer abgeschafft worDen; ebenso wird die Äusbauschule scheitern. Die Forderung nach einer Hochschulbildung Der Volksschullehrer ist sachlich und finanziell nicht gerechtfertigt; andere Beamtenklassen werden bald mit derselben Forde- ilüungsschul unterricht auf dem Lan - 2> c frei sein müsse während der Sommermonate. Es sei sonderbar, wenn z. B. an der Volksschule wegen zu großer Hiße der Unterricht an einem Tage aus- rälit, der Fortbildungsschulunterricht aber gehalten werde. Wo die Verhältnisse es gestatteten, möge des Sommerunterricht gehalten werden. Die Schul- f e r i e n müßten je nach der Gegend, d. h. nach den Bedürfnissen der landwirtschaftlichen Bevölkerung zeitlich festgelegt werden. Um 1.45 Ühr werden die Verhandlungen abgebrochen; nächste Sitzung Mittwoch 9 Uhr. Der Uedergang von der Grundschule zur höheren schule. 3m hessischen Landtag ist in Den letzten Sagen die Frage vielfach erörtert worden, ob es gtoedmäfeiger sei, Schüler nach dem Dritten oder nach Dem vierten Jahre des Besuchs Der Grundschule zur höheren Schule übergehen zu lassen. 3n Dar in st a dt fand am Montag eine aus Elternkreisen start besuchte Ver- , ammlung statt, Die sich m't dieser Frage beschäftigte. aber auch noch mit einem S.lafe des .'andcsbiluungsamts, der den WieDerrück-- (ritt der Schüler von Den höheren Lehranstalten zur Grundschule anorDnet, die bereits nach dreijährig :m Besuch Der Grundschule dort au genommen wurden. Cs sind dies nicht weniger als 80 Prvz. der Schüler. Der Versammlung wohnten viele Landtagsabgevrii-nete bei. Oberstubiend.reltor Altendorf schilderte in einer Rede ausführlich Die Sachlage, wobei er it a. aussührte, daß in der Weimarer Verfassung. in der Die Grundschule festgelegt sei, nichts über die Dauer des Besuchs stehe. Ostern 1919 habe man in Hessen begonnen, die Vorschulen von unten her abzubauen; um zu verhindern, Daß in der Sexta eine Leere entstehe, habe man begabte Schüler mit Drei Grundschul- jähren in diese Klasse ausgenommen, von 1924 ab sollte dies nur vom vierten Schuljahre ab geschehen. D i e Elternschaft ist über Diese Fragen überhaupt nie gehört worden! Am 24. April wurde dann im Reichstag ein zweites Grunds chulgefeh angenommen, das begabten Schülern Den ile&ertritt in Die höhere Schule schonnach dreijährigem Besuch der Grundschule gestattet. 3n Hessen erließ das Landesbildungsamt zunächst Bestimmungen über Den älebertritt von einer wchulgattung zur anderen, mit Denen man zufrieden sein konnte; aber am 19. Mai Dieses 3ahres kam eine Bestimmung heraus, wonach Schüler. Die dreimal Die Rote 2 haben, in die Grundschule zurückkehren müssen. Diese Bestimmung ist ganz unmöglich! Die Schüler kommen aus ganz verschiedenen Grund- schulllassen in Die Sexta einer Anstalt und es läßt sich über ihre Befähigung kaum ein Urteil abgeben. Der Redner bemerit, daß in seiner Anstalt 22 Sextaner aus 11 verschiedenen Grundschulen tarnen. Die neue Umgebung ist oftmals der Anlaß, daß vorübergehend die Leistungen herabgedrückt werden. Schüler mit der Rote 3 sind an den höheren Schulen bessere Schüler; es kann also einer sogar, der einmal die Rote 5 hat, auf der Anstalt bleiben. Zum Schluß seiner Ansprache forderte Oberstuiendirektor Altendorf den Zusammenschluß der Elte rm- schaft. 3n Der Aussprache bezeichnete Landtags» abgeordneter Dr. Keller Die neue Verfügung des LanDesbildungsamtes als bildungs« feindlich. Für Die Begabtenklasse reicht die Rote 3, für Die Sexta nicht, wo bleibt Da Die Logik? Das eine 3ahr, das man jetzt Dem Kinde nimmt, wird in Wahrheit Dem 23jährigen Menschen genommen; es kann unter Umständen viel bedeuten für unser deutsches Geistes- und Wirtschaftsleben. Land- tagsabgeordneter Dr. Werner forderte ebenfalls Den Zusammenschluß Der Elternschaft; wenn sie etwas erreichen will, so muß sie eine politische - Macht werden. Studienrat Seiler wünschte, ' daß man eine Abordnung an das Landesbil- - Dungsamt sendet; Landtagsabgeordnete Fräulein Birnbaum trat diesem Vorschlag bei. Es wurde hierauf eine längere Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die uns erst vor wenigen Tagen bekannt gewordene Verfügung stellt uns Eltern ganz überraschend vor eine völlig neue Tatsache. Auf Grund der guten Roten, die ihnen in der Grundschule mitgegeben worden sind, haben wir unsere Kinder Der höheren Schule anvertraut, in dem guten Glauben, daß Die Probezeit erweisen sollte, daß unsere Kinder mit dem besseren Durchschnitt ihrer Klassenkameraden Mitarbeiten und das Klassenziel erreichen foimen. Unter dieser Voraussetzung haben wir geglaubt, unseren Kindern die — wie wir Eltern nur zu gut gesehen haben — nervenanst rengende lange Probezeit zumuten zu Dürfen, daraufhin haben wir ihre Leistungen und Aufgaben überwacht, und wir Eltern hatten begründeten Anlaß, sicher zu fein, daß Die Schule die Gesamtleistung wohlwollend beurteilen würde. W i r sind darin getäuscht worden. Denn jetzt plötzlich am Ende der Probezeit, wird der Begriff Der Leistungsfähigkeit durch Die neue Verfügung des Bildungsamtes Derart eingeschränkt, daß auch Diejenigen unserer Kinder, die zum guten Durchschnitt Der Klasse — mit „3m ganzen gut“ in allen Hauptfächern — gehören, wieder in Die Grundschule zurückversetzt werden müssen. Wir fordern — und alle Ettern werden stets diese Forderung mit uns stellen —, daß die Kinder, die nach dreijährigem Besuch der Grundschule mit guten Zeugnissen und guter Aufnahmeprüfung in die höhere Schule aufgenommen werden, nicht anders bewertet werden wie ihre Mitschüler, d. h. lediglich danach, ob sie sich fähig erweisen, das Klassenziel zu ereichen. wir fordern daher jetzt, daß das Landesbildungsaml seine neueste Verfügung zurück- ziebt oder zum mindesten zuläßk, daß sie dem Sinn unserer oben angedeuteten Forderung entsprechend ausgelegt und gehandhabt wird.“ Nachdem die Entschließung angenommen war, wählte man auch noch eine Abordnung, die beim Landesbildungsamt vorstellig werden soll. Wichtige Enthüllungen im Barmat-Ausschutz. Berlin, 7. Juli. (WTB.)Jm Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages für die Bar- mat-Kutisker-Angelegenheit erklärte heute der ehemalige Berliner Polizeipräsident Richter unter großer Bewegung, er sei genötigt, auf den ganzen Fragenkomplex vor seiner Vereidigung zurückzukommen. Er wolle dies aber nur in nichtöffentlicher Sitzung tun. Auf Antrag der DeutschI nationalen wurde vom Ausschuß dem Wunsche entsprochen. Richter schilderte ausführlich die h er z 1 i ch e Freundschaft, die ihn mit B a r m a t verbunden hat, wobei er einen so starken, von Weinkrämpfen begleiteten Nervenzusammenbruch erlitt, daß die Sitzung eine Viertelstunde unterbrochen werden mußte. Nachdem Richter sich wieder erholt hatte, erklärte er, er habe sich selbst davon überzeugt, daß Julius Barmat ein sehr kranker Mann sei. Er bedauere seine früheren Worte, daß Barmat seine Krankheit simuliere. Ec bekannte ziemlich unumwunden, daß er sehr erhebliche Geldzuwendungen bei den verschicdLnslen Gelegenheiten von Barmat erhalten habe, die er angenommen habe, weil sein Gehalt als Polizeipräsident nicht hingereicht habe, seine Verpflichtungen gegenüber seiner Familie und seinen Lebcnsrmter- halt zu bslreiten. Seine ausgedehnlen Reisen mit Barmaf hätte er von seinem Gehalt nie bestreiten können. Seine früheren Aussagen müsse er dahm ergänzen, daß Barmat für ihn nicht nur Demaaktien, sondern auch Aktien des Norddeutschen Lloyd und der Hamburger Elektrizitätswerke beschaffte. Die Beschaffungskosten könne er nicht angeben. Weiter erwähnte er noch eine ganze Anzabl von Geld- Zuwendungen und anderen Geschenken, die er von Barmat erhalten habe, betonte aber, daß er Wertangaben nicht machen !onne. Im Auftrage Barmats habe er Geschenke besorgt, die dieser seinen Freunden nach der Rückkehr von seinen Reisen zulcitete. Darunter habe sich auch einmal ein Geschenk für Jjeilmann befunden, der im Ausschuß unter Eid erklärt hatte, daß er niemals Geschenke entgegengenommen habe. Obwohl diese Slusfagen Richters in nichtöffentlicher Sitzung gemacht wurden, beschloß der Ausschuß, sie in Anbetracht ihrer Wichtigkeit nicht als vertraulich zu betrachten. Begncrdigungsanirag für Ministerpräsident geiqner. Dresden, 7. Juli. (TU.) Bei Beratung des Antrages auf Begnadigung des ehemaligen Ministerpräsidenten 3 e i g n e r gab Justizminister Bänger im sächsischen Landtag die Erklärung ab, daß das Justizministerium den ehemaligen Ministerpräsidenten Zeigner Ende August mit bedingter Begnadigung auf freien Fuß setzen werde. Zeigner habe dann die Hälfte seiner Strafe verbüßt. Bei der Entscheidung des Justizministeriums sei nicht davon ausgegangen worden, daß die tatsächlichen Feststellungen des Landgerichts unrichtig mären, ebensowenig nahm das Ministerium an, daß die damals festgesetzte Strafe zu hoch gewesen sei. Aenderuny des bayerischen Wahlrechtes. Berlin, 8. 3uli. (SIL) Die Morgenblätter melden and München: Der bayerische Landtag nahm SD Dienstag in namentlicher Abstimmung den Gesetz-Entwurf über die Abänderung des Landeswahlgesehes mit 90 gegen 8 Stimmen der Freien Vereinigung und der Kommunisten an. Chinadebatte und Washingtoner Abkommen in der Kammer. Paris. 7. 3ult (WD.) Die Kammer hat heute nachmittag die Ratifizierung Der am 6. Februar 1922 in Washington unterzeichneten Abkommen in Angriff genommen. 3m Verlaufe der Debatte besprach ein sozialistischer Abgeordneter die jüngsten Ereignisse in China und führt sie auf bolschewistische Umtriebe zurück. Außenminister Driand erklärt, indem er die Ratifizierung des Abkommens fordert, die Ereignisse in Schcmghai seien noch nicht beendet. Sie seien zurückzuführen auf zahlreiche Ursachen, unter denen auch Die schlechten Arbeitsbedingungen zu finden feien. Der sozialistische Abg. M o u d e t verlangt, daß Der Völkerbund sich für die chinesischen 3ntereffen interessiere. Der Sicherheitspakt, den man für Europa unterzeichnen wolle, müsse auf China ausgedehnt werden. Außenminister Briand weist darauf hin. daß in jedem 3ahre in China Hungersnot ausbreche. Man könne nicht verallgemeinern und etwa die Behauptung aufstellen, daß China sich erhebe, weil es von Europa ausgebeutet werde. China müsse organisiert werden. Frankreich habe seine Verpflichtungen loyal erfüllt. Deshalb fordere er auch heute, daß Die Washingtoner Abkommen ratifiziert werden sollen. Die Abkommen von Washington wurden hierauf ratifiziert. Verschärfung der chinesischen Gefahr. Peking, 7. Juli. (BZ.) Die Lage in Peking hat sich erheblich verschärft. Der christliche rNarschaÜ Feng hat eine Proklamation erlassen, in der er schwere Anklagen gegen die Missionare vorbringt, die der Feigheit, der Handelsspionage und der imperialistischen Propaganda beschuldigt werden. Der Untergang des Christentums in China wird vorausgesagt. Die Folgen sind für das gesamte Missionarwesen unübersehbar. Gefährdung der Tanger-Jone? Paris, 7. 3uli. (WTD.) „ChicagoTribüne" veröffentlicht eine Depesche aus T a ng er, nach welcher Der KommanDant Der internationalen Polizeitruppen, beunruhigt durch Rachrichten, Die einen Angriff gegen Die internationale Zone für möglich halten, telegraphisch um eine Verstärkung Der Polizeitruppen um 7000Mann gebeten habe. Der „Matin" schreibt über die französisch- spanischen Marokkoverhandlungen, die Verhandlungen machten jetzt günstige Fortschritte. Die beiden Delegationen seien jetzt ungefähr einig über die den Rifleuten zu stellenden Friedensbedingungen an Dem Sage, an Dem sie sich bereit erklärten. Den Kampf aufzugeben. Das Blatt Dementiert Die Rachricht, es solle ein öffentlicher Friedensappell an Add el Krim gerichtet werben. Es verzeichnet ferner Das Gerücht, daß, wenn Die internationale Zone von Tanger bedroht werbe, Großbritannien vielleicht Seestreitkräft e für die Lleberwachung der Küste zur Verfügung stellen werde. Hierüber habe sich gestern Briand mit Dem englischen Botschafter unterhalten. Die „Daily Rews" weist in ihrem Leitartikel auf den Ernst Der Lage für Die französischen Truppen in Marokko hin unD sagt, Abd el Krim befinde sich in einer starken Stellung und wisse, Daß Der einzige Weg zur Beendigung Dieses Krieges Der Verhandlungsweg sei. Es bestehe auf jeden Fall kein Grund, Die britischen 3ntcceffen in die marokkanischen Wirren hineinzuziehen. CngUsche Antwort auf die spanische Tangernote. London, 8. 3uli. (Sil.) Die englische Antwort auf die spanische Rote über Tanger wirb voraussichtlich heute abgefanbt werden. Von maßgebender Stelle wird in Abrede gestellt, daß man darin eine Aenderung der g-gewärtigen Grundsätze, wie sie auf Der Tangerkonferenz festgelegt worden sind, verlang! habe. Die Rote werde, wie Der diplomatische Korrespondent des „Daily Selegrabb" bemerkt, darauf Hinweisen, baß jeder Versuch Abd e! Krlms, die Reutralität Tangers zu verletzen, als unwahrscheinlich angesehen werde, und daß es deshalb nicht nötig fei, Die Polizeitruppen in Sanger zu verstärken. Eine Beteiligung der englischen Kriegsschiffe an der Blockade auf Grund der Tangerkonvention ist sorgfältig geprüft worben. FranZösikch-rujsi?che WirLschaZ1sverhand?ungen. Paris, 8. 3uli. (SA.) Die Reise des russischen Botschafters nach Moskau wird mit Der Anbahnung neuer Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und Rußland in Zusammenhang gebracht. Man glaubt, daß Krassin Vorschläge für ein neues französisch-russisches Wirtschaftsabkommen machen werde. Kleine politische Nachrichten. Bei der Flottenschau bei Oshina, die Mussolini abnorm und an der auch die Drei früheren Kreuzer „Graudenz", „Pillau" und „Straßburg", jetzt „Ancona", „Bari" und „Taranto", teilnahmen, hielt Mussolini an Die Offiziere des Admiralschiffes „Cavour" eine Ansprache, in Der er auf die Bedeutung der Tatsache hinwies, daß Die ruhmreiche italienische Flotte wieder einmal in einem Meere vor Anker gelegen habe, das Rom gehört habe und zu Rom zurückkehren werde. Aus aEer Welt. Die Diebe von St. Peter verhaftet. Rom, 7. Juli. (Dolfs.) Der Polizei ist es gelungen, einen der hauptbeteiligten bei dem Diebstahl in die Schatzkammer der St. Peterskirche nebst drei Mittätern zu verhaften. Die geraubten Schätze wurden wieder aufgefunden. Es scheint festzustehen, daß die Täter die Absicht hatten, einen großen Teil des Schatzes fortzuschleppen, aber durch irgendein Ereignis gestört wurden und mit dem, was sie bisher gefunden, geflüchtet sind. Die genaue Schätzung ergab, daß der Materialwert der Diebesbeute sich auf etwa 8 0 0 0 0 0 Lire beläuft, während der Kunstwert tatsächlich in die Millionen geht. Die Morgenblätter beschäftigen sich in langen Ausführungen mit der Verhaftung der Einbrecher. Alle gestohlenen Gegenstände sind, wenn auch in beschädigtem Zustand, aufgefunden. Die Diebe haben die größeren Gegenstände zerstückelt oder verbogen und Kleinodien herausgerissen. Sie hatten bereits alle Vorbereitungen getroffen, um das Gold einzuschmelzen. Die Organisatoren des Einbruchs waren ein Schuhhändler unb ein Juwelier. Bevor der Einbruch ftattfanb, hatte der Schuhhändler den Auftrag erhalten, sich nach Helfern umzusehen, die ihm die Beute abnehmen würden. Bei der Ausführung dieser Aufgabe geriet er in die Hände eines höheren Kriminalbeamten, der sich erbötig machte, die angeblich aus Paris erwarteten Edelsteine zu verkaufen. Als nun der Einbruch von St. Peter erfolgte, war es der Polizei sofort klar, daß die aus Paris erwarteten Edelsteine aus St. Peter stammen müßten. Im Laden des Schuhhändlers wurden dann alle gestohlenen Gegenstände beschlagnahmt. Den Einbruch selbst hatten ein in der Schatzkamer tätiger Maurer und ein Anstreicher verübt. Feuersbrunst in Glasgow. London, 8. Juli. (TU.) 3n Glasgow wütet eine schwere Feuersbrunst. Das Feuer brach an sechs verschiedenen Stellen der Stadt aus. Ganze Straßen stehen in Flammen. Hunderte von Personen sind obdachlos geworden. ^er schwedische Flottenbesuch in Kiel. Zu Ehren Der schwedischen Seeleute hatte Die StaDt Kiel 405 schweDische und 150 Deutsche älnterosfiziere unD Mannschaften zu entern F e st- kommers nach Dem Kolosseum geladen. Zu gleicher Zeit vereinigten sich auf EinlaDung Des Befehlshabers Der Ostseestreitkräfte, Konteradmirals Oldekop, 300 schweDische unD 200 Deutsche Mannschaften zu einer festlichen Veranstaltung im Schloßhof, an Der auch Der Befehlhaber Des schwedischen Geschwaders, Admiral Riben, teilnahm. Ein Gartenfest beim Stationschef, Konteradmiral R a e D e r, vereinigte zahlreiche schwedische und deutsche Herren mit ihren Damen. Es sand auch ein Fußballspiel zwischen einer schwedischen und einer deutschen Marinemannschaft statt, das mit dem Sieg Der deutschen Mannschaft endete. Ein Flugzeug zertrümmert. Das täglich zwischen Berlin und Frankfurt am Main verkehrende 3 u n k e r s-P afsagier- Flugzeug, das sonst mittags gegen 12 Ahr in Frankfurt ankommt, wurde bei Der Zwischenlandung im Erfurter Flughafen teilweise zertrümmert. Die 3nsassen kamen mit Dem Schrecken davon. Die Passagiere konnten die Reise mit dem Frankfurter O-Zug fortsetzen. Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, westliche bis nördliche Winde, etwas kühler, nur örtliche Riederschläga. 3m Rorden liegt heute ein großes Tiefdruckgebiet, das mit seinen Ausläufern bis nach Dänemark hineinreicht. Größere Störungen sind nicht zu erwarten. Aanonen,Pagoden und Zordearz Vc Richard Huelsenbeck. Wenn man in den letzten Monaten Jangtse hinauffuhr, konnte man auf den Bergen, die den Fluß begleiten, Kanonen stehen sehen. Das erinnerte einen stets daran, daß sich China in einem Bürgerkrieg befindet, so heftig und blutig, wie ihn selbst eine tausendjährige Geschichte selten aufweisen kann. Die Kanonen auf den Bergen des Jangtse stehen ganz offen und ungedeckt auf irgendeinem Plateau und haben ihre Mündungen auf den Fluß gerichtet. Zwei oder drei Soldaten, die aus der Ferne wie kleine Holzfiguren aussehen, sind dabei. Etwas weiter glänzen die goldenen Türme der Pagoden Der Landmann watet arbeitend in seinen Reiskulturen. Wasserbüssel und die merkwürdigen schwerbäuchigen schwarzen Schweine wühlen im Dreck. In Pukau und Hankau sieht man die Soldaten auf freien Plätzen exerzieren. Es sind die Truppen Fengs, des christlichen Generals, oder Tschang Tso Lins. Kein Mensch kennt sich hier genau aus, welche Partei gerade das Land besetzt hält. - Sie tragen eine Art Khaki-Anzug und eine große Tellermütze, die ihrer ganzen Gestalt etwas Komisches gibt. In Nanking und Kanton sieht man die Soldaten in Scharen an den Straßenecken stehen. Jeder Mensch scheint hier überhaupt Soldat zu sein. Es gibt fast mehr Soldaten als andere Menschen. Das Gewimmel der Menschen in den großen Städten ist beängstigend. Es spielt sich alles auf der Straße ab. Von der Geburt bis zum Tode. Man sieht, wie Kinder in den Winkeln der Häuser geboren werden. Man folgt den eilig dahinschreitenden Beerdigungen, dem seltsamen, von Fahnen begleiteten Totenschrein und der dudelsackartigen Musik. Fahrbare Garküchen, Bänkelsänger, Ausrufer und Verkäufer jeder Art steigern die Buntheit aufs höchste. Die Großstädte in China bieten ein ganz anderes Aussehen als unsere Städte, weil ihnen die konzentrische Anlage fehlt. Sie sind nicht um einen Platz oder ein Bauwerk herum gebaut. Es gibt da keine Mitte und keine Peripherie. Man geht durch eine fortlaufende Kette bambusüberdachter Straßen, kommt an seltsamen mit geschweiften Dächern versehenen Toren vorbei und findet sich plötzlich auf freien, mit dürrem Gras bewachsenen Wiesen. Man denkt, die Stadt ist zu Ende. Nach einiger Zeit fängt wieder ein Gewirr von Straßen an, in denen sich Haus an Haus und Laden an Laden unübersehbar reiht. Man scheint in einer neuen Stadt zu fein und ist doch noch immer in demselben Nanking, demselben Kanton. Diese chinesischen Großstädte sind wahre Labyrinthe. Von dem Eindruck der Unübersichtlichkeit rührt das Gefühl der Furcht her, der Isolierung, des Unheimlichen, das man hier empfindet. Man geht und geht, man fährt und fährt und kommt zu keinem Ziel. Manchmal verändert sich der Charakter der Häuser. Die kleinen offenen Läden, die vor allem Lebensmittelläden find, verschwunden. Es kommen ganz kleine, primitive, manchmal aus rohem Lehm gebaute Häuschen — die Wohnungen der Kulis. Jede dieser Kuliwohnungen ist mit einer kleinen steinernen Mauer umgeben. Manchmal friedet die Mauer noch ein Stück Ackerland ein, auf dein man die schwarzen Schweine und Hühner beschäftigt sieht. Die kleinen Steinmauern sind ein typisches Zeichen des Chinesen zur Isolierung. Jeder — noch der letzte Kuli — sucht eine chinesische Mauer um sich und seine Familie zu errichten. Ein wahrhaft grandioser Ausdruck dieser Abschließungssucht sind die Stadtmauern, die bei fast allen chinesischen Großstädten noch vorhanden sind. Sie laufen über die leicht hügelige kahle braune Landschaft als mächtige Stein- schlangen. Sie sind mit Zinnen und Schießscharten bewehrt. Tore von riesigem Durchmesser mit phantastischen Gesimsen unterbrechen die starre Flucht der Steine. Alle paar Kilometer kommt ein fortartiger Vorbau, ein dreifach befestigter Punkt, von dem aus gegebenenfalls die Verteidigung der Stadt geleitet werden kann. Einem modernen Geschütz können diese Mauern natürlich nicht mehr allzu viel Widerstand entgegensetzen, aber bei der primitiven Art, wie die Chinesen Krieg führen, bilden sie immer noch ganz respektable Hindernisse. Man geht einige Schritte weiter. Links steht „Der Tempel für den verdienten General", rechts sieht man auf freiem Felde eine Frau vor einem brennenden Holzstoß knien und beten. China ist das Land der Ueberraschungen. In den Großstädten gibt es Fordcars, Straßenbahnen uni) Universitäten wie bei uns. Wenn man in der Nanking Road in Schanghai oder auf der Viktoria Road in Hongkong steht, könnte man glauben, in einem etwas bunten Europa zu fein. Die Chinesinnen in ihren seidenen Hosen scheinen mehr und mehr von den Girls der amerikanischen High Scools verdrängt zu werden, die Rock und Strümpfe tragen wie jede von der Tyrannei des Mannes befreite Europäerin. Die Rikschas, diese wunderbaren Menschenwägelchen, die das Straßenbild so unübersehbar bunt und merkwürdig machen, müssen offenbar den immer mehr Boden gewinnenden Fordcars weichen. Die Studenten und Stu- Der Alsfelder Prämienmarkt AlmLMmMkWM n Telcvhon 03><. Auf Wunsch frei InS HauS. Kirchenplatz 10. S* ^--mietungen MöblLimer f.sofort gesucht.Sckr. Stüdenb.) w. Tanieh Angeb. unter 05761 !■•». Scbr. Angeb. u. an den Gieß. An».«05764 a. d. Gteß. An». Tel. 240 auch nachtS Generalvertretung direkt von der Fabrik Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brflhi’iche Unlv.-Drudterei, R. Lange. Angebote erbet, unt M. 0.2890 an Ju- validendank.Ann.- (Zxved., München. S Unterm. <2 Bim. m Küchen b.) “ Der ATA-Crgel ist vergnügt, Weil seine Arbeit-nur so fliegt. Jn heller Freude ruft er aus: 474 gehört in jedes Haus! Turner dos Gaues Hessen als Gäste beim Lahn'Dill-Gau. 4 Butzbach. 6. Juli. An dem gestern in Sinn stattgesrrndenen Gauturnfest des Lahn- Dill-Gaues der D. T. nahmen Mitglieder unseres zum Gau Hessen gehörenden Turn- und Sportvereins Butzbach 18 4 6 wieder als Ehrengäste teil, nachdem vergangenes Jahr in Braunfels Freundschaftsbande mit dem Rachbar- gau geknüpft worden sind. Eine aus 17 Mann bestehende Riege, die vor 8 Tagen unter Leitung des 1. Turnwarts P. Boenig mit ihren prächtigen Ringer-Racktsreiübungen soviel Anklang und Beifall gefunden hat, bot dieselben Darbietungen auch in Sinn und errang damit die Bewunderung und den Dank des Lahn-Dill-Gaues und seiner Turner, der sich beim Abschied nochmals in dem allseitigen Wunsch „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!" besonders kundtat. worden. , . * (Brüning en, 6. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde Wilh. Euler mit 235 Stimmen als Bürgermeister neu gewählt, sein Gegenkandidat konnte 216 Stimmen auf sich vereinigen. Der seitherige Bürgermeister hatte sich nicht wieder aufstellen lassen. * Bettenhausen, 6. Juli. Bei der gestrigen Dürgermei st erwähl wurde der seitherige Beigeordnete Heinrich Leidner nut 111 Stimmen als Bürgermeister neugewählt. Sein Gegenkandidat Wilhelm Pauly III. erhielt 108 Stimmen. Der seitherige Bürgermeister Heinrich Roth I. hatte sich incht wieder aufstellen lassen. Die Gesamtzahl der Stimmberechtigten war 242, davon machten 221 von ihrem Stimmrecht Gebrauch 2 Stimmen waren ungültig. • Obbornhofen, 6. Juli. Die gestrige Bürgermeisterwahl hatte die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Philippi mit 369 Stirnen als Ergebnis. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt worden. Stimmberechtigt waren 427 Personen. * Utphe, 6. Juli. Die gestrige Bürgermeisterwahl ergab die e i n st i m m i g e Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters Dietz mit 245 Stimmen, bei 323 Stimmberechtigten. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt worden. * Oberhörgern, 6. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag wurde Heinrich Müller VIII. mit 100 Stimmen zum Bürgermeister neugewählt. Sein Gegenkandidat Wilhelm Alles I. erhielt 84 Stimmen. Der seitherige Bürgermeister hatte sich wegen hohen Alters nicht wieder aufstellen lassen. Stimmberech- Waschttsch XL a. Dem Gerichtsvollzieher in Metzen. oss wahre »ruLdnÜMberstcht- der Furcht her, der chen, das man hier man fährt und fährt el. Manchmal verän- r Häuser. Die kleinen allem Lebensmittel- Es kommen ganz al aus rohem Lehm Sen der Ku- ,: mit einer - umgeben. Manch- och ein Stück Acker- ! schwarzen Schweine ht. . , lern sind ein typt- ien zur Dotierung. Kuli - sucht eine j und seine Familie ast grandioser Aus- hucht sind die Städten chinesischen Groß- ’ät HA» A s MA- 6lH” , und Sch«"'" em ft** t ’ unterbieten oie kommt ein iodarfr 1 J führen,1 SK: * der W« i es °^i und. itäten w' Schgng' ing ^ Hongkong ihren Ä8* Lodens 6hi- Studente" Personalien. Ernannt wurden der Lehrer im einstweiligen Ruhestand Karl Dogt, früher zu Wenings, Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Dolksschule zu Ober-Eschbach, Kreis Friedberg: der Kanzleigehilfe Karl Fischer aus Lich zum Kanzlisten bei der Landes-Hell- unö Pflegeanstalt bei Gießen mit Wirkung vom 6 Juli: der Schulamtsanwärter Heinrich Staut aus Hungen zum Lehrer an der Dolksschule zu Langd. Kreis Gießen. •• Wenn man Jnnungsversarnrn- lungen schwänzt. Der Provinzialausschuß für Starkenburg verhandelte am Samstag in einer Angelegenheit von allgemeiner Bedeutung. Ein Schmiedemeister hatte eine Jimungsversammlung nicht besucht und war deshalb in eine Strafe von 10 Mk. genommen worden. Er erhob wegen der Höhe des Strafmahes Einspruch und erreichte, daß der Kreisausschuh die Strafe hevab- setzte. Dor dem Provinzialausschuß machte der Obermeister der Schmiedezwangsinnung für den Kreis Darmstadt geltend, daß die Strafe so hoch sein müsse: wäre das nicht der Fall, so würde bei geringen Geldstrafen bald überhaupt niemand zur Sitzung kommen. Der Provinzialausschuß trat dieser Auffassung bei; es blieb also bei der höheren Strafe. m r •• Fe st genommen wurde eine Person von auswärts wegen hier begangenen Zech- । betrüget. „ . ♦♦ Dachkammereinbruch. Der Polizei- bericht meldet: Gestern vormittag zwischen 9 und 114 Uhr wurde in einem Hause der Schanzenstraße eine Dachkammer erbrochen und Daraus nachstehende Sachen entwendet: Eine goldene Armbanduhr von kleinem Muster, ein silberner Ring mit grünem Stein, ein schwarzes Lederportemonnaie init schwarzem Druckknopf und innen mit Wildleder besetzt, sowie 7 Mk. Bargeld. Sachdienliche Mitteilungen hierzu nimmt die Kriminalpolizei entgegen. Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 8 Uhr ..Die Ehre". — Schättlers I Schule für höheres Diolinspiel: 7Vz Singsaal des Realgymnasiums, Wohftätigkeitskonzert. Bürgermeisterwahlen im Kreise Giehen. Für die Zeik vom 18.—21. Juli werden Zimmer in gutem Hause gesucht. Off u. 548 an Herio, Plockstr.5. «7, Einfach möbl. Zimmer sofort gesucht. Angebote an Buck- bandlnna Steifen«, Neuen Baue 3. wsD Bekanntmachung. Der in der Sitzung der Stadtverord- neten-Dersammlung vom 2. Juli 1925 festgestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rj. 1925, ebenso die Voranschläge des Wohlfahrtsamtes, der Glettrizitäts- werke, des Gaswerks, des Wafferwerks, des Volksbads, dec Straßenbahn des Lyzeums und der erweiterten Mädchenschule, der Studienanstalt i. E. und des öffentlichen Arbeitsitachweises für das nördliche Oberheffen liegen vom 9. b. M.» ab während einer Woche im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 17. offen. Die Be- teiiigten können innerhalb der Offen» legungsftist die Voranschläge einsehen und schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen ihren Inhalt Vorbringen. Gießen, den 7. Juli 1925. 6675B Der Oberbürgermeister: Keller. Donnerstag, den 9. Juli, nachmittags 2 Uhr steigere ich im Löwen, Neuenweg, in Gießen, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Kassenschränke, 2 Divans mit 2 Sesseln, 1 Büfett, 1 Schreibtisch, 1 Schreibmaschine, 1 Bücherschrank, 1 Standuhr, 1 Chaiselongue, 1 Kredenz, 10 Meter Anzugstoff, 1 Rolle Kraftpack, 2 Rollen Zellulose, einen groß. Posten Herren- u. Damensttefel. Ferner auf freiwilligen Antrag: 2 Kleiderschränke, 1 Eisschrank, 1 Weißzeugschrank, 1 Küchenschrank, 3 Tische, 2 Kommoden, 2 kleine Oefcn, 2 Betten, 1 Gasherd, 1 Sauerkrautfaß, 1 eisernen Billige Kartoffeln! Lene MA MUener 10 Moü Ml. 1.30 «MMge"L"3 M. „ 0.45 AkkM!l 3 SM M. 0.20 Bild 0.25 Ml, frisch »um Sieden . . 10 SM Ml. 1.20 MllM Mr 10 SM „ 1.10 Hinteler 10 SM „ 1.50 sehr billig 1606c G Carl Schunck 6688 D werden. 6674D Eintritt und Kostproben frei! 65350 gesucht. 6681c Bettenhausen, Grüningen, den 7. Juli 1925. gesucht. G689D sind weltberühmt] und dse besten gesucht. 6685V Verlangen Sie kostenlose Erklärung ohne Verpflichtung für Sie Hörnsheim, den 8. Juli 1925. Confection 6664D sucht. 05751 Putz I kaufen. 05756 ©•eeeeeeoe®® 05773 Meine Q vernichtet verblüffend ul 500-7001 /) / / bei prima Sicherheit nfAPtl nnhpvni’iitKhtl. iiuminM TT Sicherheit gegen auhergewöhn- bopptipark,gerud)lDe, bi 21polh«Len u. Droz. w> i-X. Vorführung neuer SparmeLhoden.die das Gaskochsn zum billigsten Kochen machen. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege herzlichsten Dank. billig zu verkaufen Nordaniage29IlIeG78h lich hohe Zins, gesucht Schr. Ang. u. 05755 an den Gien. Anz. Beate Albrecht Babette Mösinger. Aug.Kilbinger-Gießen Spezial-Lederwarengeschäft Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem plötzlichen Ableben unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. National Kontroll Kassen Wohnungs-Einrichtungen undsämtlicheEinzelmöbel voneinfachsterbis feinsterAusführung Z.SWMMs, jüngeres, eljriiwes Haus- bürschche» Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes 3. August V neue Kurse. i Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Balser und Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli 1925, nachmittags 31j4 Uhr statt. 06765 3olimi6= unh MrHwrcnmite hat begonnen und offeriere dieselben, bei freier Lieferung ins Haus, zum billigsten Tagespreis. Knrt von IRünchow, Obst- u. Ganenbau- betrieb, Gienen Kleinlinden, LelierS. weg 52 II, Tel. 1553. ®©e@®e®ee©ee Gießen (Klinikstraße 32) und Nürnberg, den 7. Juli 1925. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Juli, nachmittags 2Vs Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Gießen (Landgraf-Philipp-Platz 6), den 8. Juli 1925. 6669D /2O.Juli\ 'Beginn neuer Kurse A logische .Handelsschule Gießen/ V Qoethestraße 32 / 6251'. Bezirksvertreter: LEO ODERM&NN, <3iess®n SelSersweg 81 '/io, I. Etg« Haltestelle der Elektrischen: Sonnenstraße In tiefer Trauer: Emma Fay und Angehörige. [Empfehlungen) Frische ZeeWche treffen hcute.morgen u. Freilagzu billigen Preisen ein. Hechte. Weinfifchc. Blauselchcu, Salm treffen Freitag ein. Hamburger Fisehhdlg. A. Kosh Nachflgr. 10 Schulstrage 10 Televbon 1612. |ti6Mc unä biBBögsien KontroIhKassen der Welt Seit 40 Jahren glänzend bewährt Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Familie Anton Ohly III. in größter Auswahl und vorzüglicher Qualitätsware zu billigsten Preisen Sonntag. L2.JuNr §aniilien-2liiöflua mit Tanz geinetnsam nut der Ortsgruppe Wetzlar nach Gardenheim Wirlschasl Heuopv. Abfahrt 2 Uhr mit Sonntagßkarte bis Wetzlar Wir bitten um rege Betetligung. 6677c Der Vorstand. Schrltsl. Bewerb, unter 6533D an den Gieff. An», erbeten. Gott hat es gefallen, heute mittag unsere geliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwägerin, Tante und Großtante Frau Elise Albrecht geb. Mösinger von ihrem langen, schweren, mit großer Geduld getragenen Leiden, im Alter von 58Vz Jahren, durch einen sanften Tod zu erlösen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Albrecht, Obermaschinenmeister Man überzeuge sich von meinet Leistungsfähigkeit durch Besichtigung meiner großen Ausstellungsräume von meinet Kulanz durch Nachfrage nach meinen Zahlungsbedingungen mininimilbinlhimniUMinjinuinitinmiuid lind 11 i-inmiUlU Verwandten, Freunden und Bekannten die tieftraurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Neffe und Vetter HerrWilhelmFay am 7. d. M. im Alter von 31 Jahren sanft entschlafen ist. (Gesucht gelernter, über 25 Jahre alter Aut»- Bett Eiche, extra br. m. Mairn he, Jederbet- len, Bilder, gr Aus- stelllafel, Bücher, geir. Damenkleider ff. Gehrock ni. Hose, Kllchenulens. und Motorrad 8P.S., N.S II. vollkommen fahrbereit, Boschbeleucht., m.gr. Ania-Seitcnivagen, Regendach usw., sehr preisw. zu verk. Zu erfragen bet Herio, Plockstraffe 5. 6672h tiMNNIttNNÜllmtiNMMNtNNNNiMMMNMNNU Lehrmädchen gesucht. 05767 ftr. Siever, Kieken. -StreiiAPL 2. I iillsleiö-Selioille alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon. LIEBI6SHÖHE Donnerstag, 9. Juli, abends 8 Uhr: 4. Abonnementskonzert ausgeführt v. d. ehern. Militär-Musikern u. Leitung d. Musikmstr. a. D. Herrn Topp. Bei schlechter Witterung findet das Konzert im Saale statt Nach Beendigung des Konzerts stehen elektrische Wagen zur Rückfahrt bereit. IlillllllllllllllllllllllllllllllW Subdirektion sucht für Gießen le einen Sneünldenniten für teilens-, Wh AWU-, ünfoil-BetMetung und allerorts rührige Vertreter. Auch Nichtfachleute find, guten Verdienst bei der Bearbeitung uns. Bestände. Schriftliche Angebote unter 05762 an den Gieß. Anzeiger. Simm 3. Oimmeisüadi Werk Nidda. Kräftiger tasMie 17—18 Jahre, M öbelfabrik Th, Brück Inhaber: Th. Weinert Rach Bad - Nau beim tüchtiger Ursa Mw per sofort gesucht. A. Seeger, ^riseurgeschäst, Bad - Naubcim, Marktplatz 5. Tüchtiger MM kann eingestellt Lehrfräulein von hiesiger Buchhandlung -um baldigen Gintr. gesucht. Schr". Ang b. unter l!666Da.d.Giefr.Anz. [Stellengesuche] I RullslMnMrAr- | liefert in jeher gemünzten Ausstattung preiswert di« Brühl'sche UiriverfltSts» Druckerei. R. Lauge. s Vsi-eins s Gesangverein Heiterkeit. Samötag, 18.Juli» abends 8'/« Uhr: ®enerol- oecfamminng im Bereinslokal. Einträge hierzu sind bis zum 11. Juli an den Vorstand em= zureichen. 6680D Der Vorstand. vieles andere wegen 057671 Haushalt-Auflösung Man verlange ausdrücklich j Gießener Brauhaus-Pilsenerl Franz Bette, Mäusburg. Redegewandte AS-WmlkM über Gasverbrauchsapparate verbunden mit einem SWkiW * einer WWW vom 6. bis einschliestlich 11. Juli 1925 pünktlich Norm. 11 Uhr und nachm. 4 Uhr (mit Ausnahme Samstags) im Sauer'schen Saalbau (Oswaldsgarlen) Brandplatz f J1 Z?/?Z7»7 t;egenüber dem A iten Schloß !• V J J LV L Schade & Süllgtaüe Mäusburg. Ehrlicher, jüngerer hsMe jVerschie(ienes| Perfekte SihntiöeriH empfiehlt sich zum Anferltgen von fjera-OUerljemöen sowie Damenuefieliiung aller Art. 05766 Eöelliratze 341. Perfekte 5®neiöetin nimmt noch Kunden auffer dein Hause au. Schr. Ang tu 05635 an den Gieff. Anz. (üoetbestraffe 68. | Kaufgesuche | Garten in bester Verfassung, 5—690 qm geg. Barzahlung zu kaufen gesucht. Schriftl Angebote von Besitzer unter 05769 an den Gieff. Anzeiger erbeten. Gebrauchte Kontrolluhren inoch gut erhalten», mit särntl. Zubehör zu kaufen gesucht. Schr. Ang. ii. 05719 an den Gieh. Anz. Altes ölei iBleiröhrem lauft BrühlscheDruckerei "'D Schulstr. 7/9. Lagerräume »u mieten gesucht. SchriftL Angebote unter 05753 an den Gieß. Anz. erbeten. jStellenanflebote| Wk« gesucht. Schilling, Nordanlage 21p. „7,> Singer - Ring- schiffmaschine tadellos erhalten, 70 Mark. 6679D Asterweg 44 v. QllllllllllllllllllllllllllllilllD Zu verkansen [O57M eine Adlerichrcib- maschine, fast neu (IW ob eß 15), sowie ein zerlegbar. Hlibner- stall, auch als Gartenhaus zum Ausbewahren v. Geräten geetgn., 1 gut erhalt. Kinderwagen u. 1 2fl. Sparkocahart! mit Bratkachel. Zu er fr. i. d.Geschfisst. d. G.A. tniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Dunkelblauer fiüiöetwen Brennabor. zu uer- Ein Paar SUnmeiKßler Stiere aut eingesabren, zweizähnig, stehen zum Verkauf bei 05760 Ludwig; Bepler, Kinzenbach, Haus Nr. 6S. Erstklass., sprungf. Vogelsberger Bulle (Herdbuchtier) steht zu verkaufen bei Karl Fuchs, Göbelnrod, b. Grun- berg (Hessen). t687D Villa enlh. lOZtinm., Bad, Diele, gr. Gart.,feine Hane,bet 15 > 00>rAn- zahl. z. verk. Tausch- wohn. v. 6—7 Zimm, erforderl. Näh. durch Schaumberger & Soitn O&7M Ludwigstr. 30. zum Privatkunden- besuck gesucht. Gute Beidienstmöglich- fett; auch als Nebenberuf geeignet. Schriftl. Angebote unter 66220 an den Gteff. Anz. erbeten. Sauberes Mädchen für vormittags < e- Kukirolen Sie schon? Das heißt: Betreiben Sie systematische Fußpflege ? Hierzu gehören • 1 Packung Kukirol-Fußbad, 1 Dose n 1 Kuklrol - Streupuder und 1 Schachtel Kukirol-Hühner- ; ■>! augen-Pflaster. Mit diesen drei Präparaten, die zusammen nur 2 Mark xC __ kosten, können Sie eine richtiggehende Kukirol-Fußpfl ege- V / Kur durch führen. Ist Ihnen die Gesundheit Ihrer Füße diese Ausgabe nicht wert? Sie erhalten alle drei zu einer Kur erforderlichen Kukirol-Präparate in jeder Apotheke und wirklichen Fachdrogerie, bestimmt aber in den nachstehenden Drogerien: Adler-Drogerie, 1 Seltersweg 39, Central-Drogerie E. Karn, Schulstraße, Kreuz-Drogerie, 1 Bahnhofstr.51, H. Noll, Neustadt 28, Drogerie Winterhof f, Kreuzpl.9/1(L 25 Jahre alt, mit Führerschein IIIb sucht, da Anfänger, hassende Stelle bei geringem ^ohn. Auch sonstige Arbeiten werden verrichtet. Schriftl. Angebote unter 05757 an den Gieff. Anz. erbeten. Junges Mädchen iuchtStcllein einem Haushalt. Näheres zu erfragen Goethe» straffe 5V v. 05775 \ Verkäufe | Mittelschwercs Pferd vierjährig, zu verk. Ludwig Mattern nm Krofdorf Nr. 1R8. BletckttraffelZII. für vormittags von 9—12 Uhr genicht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieff. Anzeig 05770 fcSSj «rfran5°' ff,snid! A/Kk un'cr 9en)'rlt6 mit M' qleidllfl'1' “ Allingen[ WurT idjoben«1» <. fein«dble .<Äet 0fltf 5 -LÄ mit uns m 6ll'er SeWM"19«,1 eridiinen lieg. ür politi^n Bortei e dem Mlenverkehr mit Jahre verlängert sich mit Mt °us cs nicht als ihre wirtschastspol't'sch Staatsmännern Srotfen nnal roll ;en erühmtf testen der Welt ährt iung für Slo iessen tinHtati.il. taut. [Vereine | SchWMill Heiterleit. abends o'n llhr. (Wil- MM, im Äereinslokal- zinlliige hierin flnb bis MU-Jul. °« den Vorstand 1 V 5 V s ä ' nack Tarbenheiw Ui. (57 Zweites blatt Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 8. Juli 1925 Das wankende Piedeftal Frankreichs. Die Entrüstung der Pariser Presse über den niigeblichen 'Abbruch der Handelsoertragsoerhand- Umgen durch die deutsche Delegation ist ausnahms- ivcise einmal echt. Der französische Handelsminister (shaumet soll sehr enttäuscht gewesen sein, als er L,on der Ablehnung der französischen Vorschläge durch Deutschland erfuhr. Da der deutsche Markt für die französische Wirtschaft eine ungleich größere Holle spielt als der französische Markt für die deutsche Wirtschaft, werden die französischen Jnter- cssenkreise hinter den Kulissen auf Chaumet ein- gewirkt haben, unter allen Umständen zu einem Abschluß mit Deutschland zu gelangen. Nun wird gleichsam als Rache für die unterbrochenen Wirt- ichastsverhandlungen von einer Reihe Pariser Zei- uingen ein enger Zusammenhang zwischen dem verschobenen Wirtschaftsabkommen und dem ins Auge gefaßten Garantiepakt konstruiert. Deutschland habe durch seine ablehnende Haltung bei den Han- delsoertragsverhandlungen aufs neue den Beweis geliefert, daß es ihm um eine wirkliche Aussöhnung der beiden Völker gar nicht zu tun sei. Wir könnten mit viel größerem Recht auf das jüngste Wirt- schastsdiktat Frankreichs auf dem Gebiete der Luft- jchiffahrt Hinweisen. Der geistige Vater und Verfasser der Flugnote, die der Botschafterrat am 21. Juni dem deutschen Geschäftsträger in Paris ausgehändigt hat, ist zweifellos der Minutsrkol- lege des französischen Hauptdelegierten Chaumet, der französische Außenminister B r i a n d. Die Haltung der französischen Handelsvertrags-Delegation und die Flugnote der Botschafterkonferenz stammen ahne jede Frage aus der gleichen Werkstatt. Die Franzosen sind in die Wirtschaftsverhandlungen mit uns in einer Gemütsverfassung hineingetrelen, die einen Erfolg von vornherein höchst zweifelhaft erscheinen ließ. Frankreich wollte die wirtschaftspolitischen Vorteile, die Elsaß-Lothringen nach dem Versailler Vertrag fünf Jahre lang im Warenverkehr mit Deutschland genießen sollte, um Jahre verlängert wissen. Die Reichsregierung hat sich mit Recht auf den Standpunkt gestellt, daß sie cs nicht als ihre Aufgabe betrachten könne, den -virtfchaftspolitisch nicht sehr glücklichen französischen Staatsmännern den schweren elsaß-lothringischen brocken verdaulich zu machen. Die französische Neuerung betonte weiter bei jeder Gelegenheit, daß iic Deutschland unter keinen Umständen die Meistbegünstigung gewähren könne. Statt von vorn- berein über die Zugeständnisse zu verhandeln, die sich beide Länder bei der Einfuhr bzw. Ausfuhr der cinzelnen Warenkategorien zu machen bereit feien, hoben sich die Delegationen der beiden Länder lber die Grundideen des Handelsvertrags unterhallen müssen, die unter normalen Verhältnissen gar einer Erörterung bedurft hätten. Da ist es ganz clbstverständlich, daß die deutschen Delegierten in ben Verhandlungen die Trümpfe dort nahmen, wo sie sie fanden: In dem höherem Interesse Frankreichs am Zustandekommen eines Handelsvertrages. Der deutsche Delegationschef, Staatssekretär Irendelenburg, hat feinen Vorschlag aus Unterbrechung der Verhandlungen damit motiviert, daß es gar nicht mehr möglich sei, den beidersei- ngen Parlamenten vor ihrer Abreise in die Som- merferien auch nur eine provisorische Regelung des Wirtschaftsverkehrs zwischen den beiden Ländern oorzulegen. Wie verlautet, soll es fast Dreivierteljahre dauern, bis die offiziellen Verhand- lungen wieder ausgenommen werden. Beim Wiederzufammentritt am 15. November wird sich das französische Parlament mit einer neuen großen Zollvorlage zu beschäftigen haben. Auch in Deutschland ist das jetzt zur Erörterung stehenden Zollgesetz bekanntlich nur ein Provisorium, das in ein später vorzulegen- dcs umfassendes Zollgesetz hineingearbeitet werden soll. Die nächsten Wochen werden Frankreich reichlich Gelegenheit geben, Vertragstreue und loyale Gesinnung gegenüber Deutschland zu betätigen. Die Wirtfchastsverhandlungen können zu einem spä- tcren Termin mit viel größerer Aussicht auf Erfolg wieder ausgenommen werden, wenn 11130^)00 Frankreich feine Ruhroersprechungen pünktlich ein- gelöst, in der Frage der Räumung des Kölner Abschnittes Entgegenkommen bewiesen und in der Behandlung anderer schwebender Streitfragen diejenige Friedensbereitschaft betätigt haben "wird, die wir während der verflossenen sechseinhalb Nachkriegsjahre vermissen mußten. Allerdings sind damit auch die privaten Verhandlungen, die zwischen Vertretern des Bergbaus und der Schwer- industrie Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs stattgefunden haben, vorläufig gegenstandslos geworden, da sie ja erst dann in Kraft treten konnten und sollten, wenn die beteiligten Länder untereinander einen endgültigen Wirtschaftsvertrag abgeschlossen hätten. In der Nervosität, welche die Pariser Presse beim Abbruch der Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland bekundet hat, spielt zweifellos gekränkte Eitelkeit eine nicht unerhebliche Rolle. Das Piedeftal, auf dem Frankreich feit November 1919 im diplomatischen Verkehr mit uns steht, beginnt vernehmlich zu wanken. Die französischen Staatsmänner sollten daraus sobald wie möglich den Schluß ziehen, daß sie von diesem Piedeftal herabsteigen müssen. Der Weg hierzu wäre die Initiative zu einer deutsch-französischen Konferenz, auf welcher alle unerledigten Streitfragen zu erörtern und zu entscheiden wären. Zollkrieg mit Polen. Der polnische Außenminister Graf S k r z h n s k i hat auf der Reise nach Amerika in Berlin einen Zug Überschlagen und diese Gelegenheit benutzt, um die feierliche Versicherung abzugeben, daß er nicht daran dächte, einen Zollkrieg mit Deutschland zu führen, daß er vielmehr auf den baldigen Abschluß eines provisorischen Handelsabkommens hoffe. Diese Versicherung ist ihm gewiß nicht ganz leicht gefallen. Der edle Graf fahrt nach Amerika offiziell, um dort einige kulturpolitische Vorträge zu halten, inoffiziell aber, weil die Polen Schwierigkeiten haben, die ihnen versprochene zweite Hälfte ihrer Anleihe in Reuhork flüssig zu machen. Unö diese Schwierigkeiten werden noch sehr viel größer werden, wenn man in Wallstreet sieht, daß die Polen nichts Besseres zu tun wissen, als mit uns Zollkrieg zu führen. Sie stützen sich zwar daraus, daß unser Interesse an einem normalen Verlauf der Wirtschaftsbeziehungen ebenso groß ist wie das ihrige. Das mag zahlenmäßig richtig sein, mir mit dem einen Unterschiede, daß, am Ganzen gemessen, Deutschland auf den Verkehr mit Polen zur Rot verzichten kann, während für Polen Deutschland der beste Kunde ist, während andererseits aber auch Polen feine Waren, die es in Deutschland nicht los werden kann, behalten muß, wogegen wir immer die Möglichkeit haben, den Ausfall in Polen anderswo gutzumachen und darüber hinaus einen Teil unserer Ausfuhr nach Polen auch trotz der Kampfzölle, die man in Warschau bereits beschlossen hat, uns abgekauft werden muh. Es ist also keineswegs so, daß die Waffen in diesem Wirtschaftskrieg gleich verteilt sind. Die Polen sitzen ganz verzweifelt am kürzeren Arm des Hebels und wissen das auch. Deshalb war es sehr voreilig von ihnen, daß sie mit Einfuhrverboten und Prohibitiv-Zöllen uns glaubten einschüchtern zu können. Die Antwort von feiten des Reichsrats ist jetzt erfolgt und wird ihnen zeigen, daß sie besser daran tun, sich mit Deutschland gütlich zu verständigen. Daran, daß wir ihnen, wie bisher, wieder eine halbe Million Tonnen Kohle abnehmen, ist natürlich nicht zu denken. Riemand wird uns zumuten können, daß wir auf deutschem Gebiet unsere Kohlen auf die Halden stürzen, nur um polnische Kohlen zu kaufen. Immerhin haben wir ihnen angeboten, daß wir 100 000 Tonnen monatlich ihnen abnehmen wollen. Aber das ist nicht das einzige. Wir verlangen außerdem, und müssen das aus Gründen der Selbstachtung verlangen, daß die Polen endlich aufhöhren, die Deutschen, die sie im Vertrage von Versailles und durch die erzwungene Abtretung Oberschlesienö bekommen haben, zu quälen, zu enteignen oder womöglich aus dem Lande herauszuweisen. Sobald sie dieses Zugeständnis machen, sind die entscheidenden Schwierigkeiten für einen Handelsvertrag beseitigt, bei dem Polen sehr viel besser auf seine Kosten kommt als jetzt. Der Prozeß gegen Angerstein. Zeugenvernehmung. — Aussagen der Sachverständigen. (Eigner Bericht des „Gießener Anzeigers". — Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.) • Limburg, 7. Iuli 1925. 2. Tag. Zu Beginn der heutigen Sitzung verkündet der Vorsitzende zunächst einen Gerichtsbeschluß auf Ladung von zwei weiteren Zeugen. Der Angeklagte hatte nämlich gestern behauptet, von Iugend auf sehr jähzornig zu sein. Er führte einige Beispiele dafür an. Es soll daher auch dieserhalb Beweis erhoben werden. Weiter ist nach der gestrigen Verhandlung nachzuberichten, daß der Vorsitzende dem Angeklagten nach Erörterung der einzelnen Mordfälle seine früheren protokollarischen Angaben, die ost mit seinen gestrigen Angaben im direkten Widerspruch stehen, entgegenhielt. Der Angeklagte gab an, durch die vielen Kreuz- und Querfragen in der Voruntersuchung ganz irre gewesen zu fein. In einem Falle erklärte der Angellagte, daß er früher absichtlich die Unwahrheit gesagt habe, damit sich die Oeffentlichkeit ein ungünstiges Urteil über ihn bilden soll: heute spreche er aber die Wahrheit. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er hierdurch ein günstigeres Urteil erreichen will, verneint dies der Qlngefiagte und erklärt, ihm seien die Sünden vergeben, er erwarte ruhig sein Schicksal. Bezüglich des Vorwurfs des Meineids. den Angerstein am 2. Dezember 1924 in Haiger geleistet hat, erklärte der Angeklagte, bei der damaligen Beeidigung nicht bei Besinnung gewesen zu fein. Weiter gibt er an, absichtlich falsche Angaben gemacht zu haben, er wollte mit dem Tode alles bezahlen. Es wird nunmehr in die Beweisaufnahme eingetreten. Es erfolgt der Aufruf von 25 Zeugen, die seinerzeit bei dem Auffinden des Angeklagten, bei der Ausräumung der Villa und bei der Löschung des Brandes zugegen waren. Der Angeklagte gibt vorher auf Befragen noch an, daß, als er damals aus der Stadt zurückgekommen sei, er durch die Hoftür hindurch fein Haus betreten habe. Ob er sämtliche Leichen mit Benzin begossen hat, weiß Angeklagter heute nicht mehr, in früheren Protokollen seien, wie er hervorhebt, viel Unrichtigkeiten enthalten. Die einzelnen Zeugen schildern nun, wie sie am Abend Hilferufe vernahmen, zunächst glaubten, daß jemand auf dem Bahnhof vom Eifenbahnzuge überfahren worden fei, dann, als sie den Rufen nachgingen, auf Angerstein stießen, der mit einigen Verletzungen auf der Wiefe unweit feines Grundstücks lag. Die Zeugen bekunden übereinstimmend, daß der Angeklagte jammerte, er werde verbluten, das ganze Haus fei voll Einbrecher, man solle nur seine arme Frau retten. Der größte Teil der Zeugen hatte den Eindruck, daß der Angeklagte bei voller Besinnung war. Es wurde eine Tragbahre herbeigeschafft und der Angeklagte zunächst in das Haus seines Rachbars Direktor Müller gebracht, wo er zunächst verbunden wurde. Rach kurzer Zeit stiegen aus der Villa Flammen auf, die Feuerwehr wurde alarmiert und man schritt zur Löschung. Da der Haupteingang zur Villa verschlossen war, wollte man ihn gewaltsam offnen, als einer der Zeugen feststellte, daß der Hintereingang offen sei. Don Zeugen, die den Angeklagten und seine Frau näher kennen, wird befunbet, daß Anger- stein stets liebenswürdig und gefällig gewesen sei, daß ihnen auch nicht bekannt sei, daß feine Che unglücklich gewesen: im Gegenteil habe Frau Angerstein sich über ihren Mann mehrmals lobend ausgesprochen. Die Zeugen, die beim Löschen des Brandes tätig waren, schildern eingehend, wie sie die Leichen in den einzelnen Zimmern entdeckten und ins Freie schafften. Der Zeuge Direktor Müller bekundet noch, daß der Angeklagte, als er am Sonntag die Schiehafsäre erwähnte, auch gesagt habe, c8 wären 2 Spitzbuben dagewesen. Der Angeklagte protestiert gegen diese Aussage mit einer abwesenden Handbewegung und erfiärt, der Zeuge, der ihm den ersten Verband angelegt hatte, hätte das lieber Unterlasten sollen. Cs stellt sich dann heraus, daß der Angeklagte mit dem Zeugen Müller vorher wegen Grund- stückskäufe Differenzen gehabt hat. Erwähnenswert ist auch die Aussage des Zeugen Geiß, der einen Leichnam damals im Dunkeln aus der Villa ins Freie schaffte und dann in diesem feinen eignen Bruder erkennen mußte. Der Zeuge Fuchs aus Haiger bekundet, daß in dem Schlafzimmer auf dem Fußboden neben den Leichen der beiden Frauen ein Revolver vorgefun- den wurde. Außerdem stand im Schlafzimmer eine Waschschüssel mit blutigem Wasser und unten im Seifennäpschen lag ein blutiges Stück Mull. Der Onkel des ermordeten Dienstmädchens Minna Stoll erklärte, daß er beim Hause den Einsatz zur Kassette gefunden habe, am Zaun lag ein Salat- besteck und hinten im Garten die Geldkassette selbst. Der Bauunternehmer Hering aus Haiger bekundet, 1916 oder 1917 habe, während er im Felde mar, seine Ehefrau in seinem Hause der Firma van der Zypen Räume vermietet. Damals lernte der Zeuge auch den Angeklagten kennen. Als der Zeuge aus dem Felde zurückkam, habe er gedrängt, die vermieteten Räume wiederzuerlangen. Rach längeren Verhandlungen hat Zeuge dann die Villa Angerstein im Auftrage der Firma Zypen erbaut 'Als Angerstein dort eingezogen war, habe er den Zeugen im Jahre 1921 einmal angeklingelt und behauptet, es wären Einbrecher in der Gegend. Auf Vorschlag des Zeugen wurden daraufhin schwere Eisenstangen an den Türen der Villa angebracht. Einige Wochen später habe Angerstein gemeldet, daß wieder Einbrecher erschienen seien. Da man nach dieser Richtung hin nichts ermitteln konnte, wurden von dem Prokuristen Nix der Firma Wachthunde angeschafft. Rach einer kurzen Mittagspause stellt bei Wiederbeginn der Verhandlung Rechtsanwalt Dr. Herzfeld den Antrag, den von ihm zitierten Universitätsprofessor Dr. Herberts aus Bern als Sachverständigen zuzulassen und ihm auch zu gestatten, den Angeklagten in seiner Zelle auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. Der Verteidiger begründet seinen Antrag in längeren Ausführungen. Staatsanwalt Dr. Hofmann beantragt, diesen Antrag abzulehnen, da er diesen Sachverständigen nicht als unparteiisch ansehen kann, da dieser sich in seinem Werke „Derbrecherdäm- merung" nach einer bestimmten Richtung hin festgelegt habe. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld stellt den Antrag, falls Dr. Herberts als Sachverständiger abgelehnt wird, die Verhandlung auf 14 Tage zu vertagen. Rach kurzer Beratung wird der Gerichtsbe- I schluß dahin verkündet, daß Dr. Herberts als Sachverständiger zugelassen, die Beobachtung des Angeklagten durch ihn aber nicht zugelassen wird. Der Segen des Radio. Von Alfred Döblin. Das Kino war schon ein Fortschritt. Man brauchte nicht mehr dos Gerede zu hören, konnte auf die ganze Zunft der Autoren verzichten. Solch Drama verlief bisher als eine einzige schleichende Krise, mit langen Debatten, bei den Klassikern noch Monologe. Damit war es jetzt vorbei. Es kam Zug in die Sache. Die Bilder mußten Farbe bekennen, obwohl sie keine hatten. Man schaute die Bilder oder schaute sie sich nicht an; die Musik spielte egal weg „Tosco". Aber man mußte hingehen. Das ist nun endlich in Fortfall gekommen. Man braucht nicht hingehen: das ist das Zeichen, unter dem das Radio siegt und siegen wird. Die neuen Künste haben freilich die merkwürdige Eigenschaft, daß sie einbeinig sortschreiten: entweder man sieht bloß oder man hört bloß (roenn man hört). Aber man braucht nicht hingehen. Der Fortschritt ist, trotz des fehlenden einen Beins, zum Greifen. Früher: Der Abend zog näher schon, ich sollte ins Theater gehen. Gegen fünf begann das Hetzen mit der Arbeit, gegen sechs war ich nicht fertig, gegen sieben aß ich kein Abendbrot, gegen halb acht kam kein Autobus, fünf Minuten später hatte ich keinen Sitzplatz, 20 Minuten lang sicherte ich meine Taschenuhr und erduldete Librattonsmassage von unten. Jeder Zahnstummel erzitterte in meinen Kiefern, jedes Haar erbebte für mich. Im Vestibül brach ich zusammen unter dem Garderobenpreis, schleppte mich an meinen Sitzplatz unb versuchte zu schlafen. Ein Geruch weckte mich. Was für ein Geruch? Ich schnüffelte um mich. Man raß, Menschen fraßen Abendbrot. Ein pausbackiger Jüngling von zwanzig saß neben einer Iüng- lingin von zweiundzwanzig: die beiden verübten den Fraß. Butterbrot mit roter Schmierwurst roch ich. Er hatte zwischen den Knien ein Paket von 30 : 40: 50, mit Strippe verschnürt. Wie erzuwachs erhält, wird am kommenden Sonntag auf dem fd>on gelegenen „Löhnkoppel" sein diesjähriges Preisschießen mit Kleinkaliber abhalten. Es Weichen den Schützen- freunden, dank der guten Vorbereitungen des Vorstandes, wieder einmal einige schöne Stunden geboten werden. sk. Reiskirchen, 7. 3uli. Bei der Betriebs-, Berufs - und Volkszählung ind in unserem Ort 967 Einwohner festgestellt worden, davon 464 männliche und 503 weibliche. Es sind 191 Wohnhäuser vorhanden, acht sind im Bau begriffen. Die Zahl der Haushaltungen beträgt 228, von denen 180 zum Teil im Hauptberuf, zum Teil im Rebenberuf Landwirtschaft treiben. e. Saasen, 7. 3uli. Das 20. Bundes- e st desVolkssängerbundeS Chattia, das am Sonntag und Montag hier gefeiert wurde, hatte einen sehr starken Besuch aufzuweisen. 10 Bundesvereine und 7 Gastvereine waren anwesend. Am Vorniittag fand im Gasthaus zur Traube das Wertungssingen der Bundesvereine statt. Reallehrer Geller von Gießen war als Sachverständiger zugegen. Am 1.22 Ahr wurde der Festzug ausgestellt, der sich durch die Straßen des Dorfes zum Festplah bewegte, wo sich rn- zwischen eine große Volksmenge eingefunden hatte Einen Gruß im Lied entbot zunächst Oer festgebende Verein „Ei n t racht"-S a as e n, der gleichzeitig mit dem 3ubiläuin des Bundes sein 33stes Stiftungsfest feierte. Der Vorsitzende, Herr- Schiefer st ein, hieß darauf in schwungvollen Worten die Gäste aus nah und fern herzlich willkommen, ebenso sprach Herr O P P e r-Ettings- hausen als Vorsitzender des Chattiabundes freundliche Begrüßungsworte. Sehr stimmungsvoll wirkte danach der Festgruß des Gesangvereins Eintracht „O Heimat". Die Jungfrauen Saasens hatten es sich nicht nehmen lassen, anläßlich des Stiftungstages dem Verein durch Frl. W i l- helm eine Fahnenschleife zu überreichen. Die eigentliche Festrede hielt Stadtpfarrer Herber aus Michelstadt, der als früheres Mitglied des Gesangvereins „Eintracht"-Saasen gern dem an ihn ergangenen Rufe Folge leistete und treudeutsche Sängerworte sprach, die von deii Zuhörern begeistert aufgenommen wurden. Den gelittenen Sangesbrüdern gedachte man durch gemeinsamen Gesang: „3ch hatt' einen Kameraden". Mit der Aeberreichung eines Ehrendiploms an den Dundesvorsitzenden OPPer - Ettingshausen endete der Festalt. Daran anschlossen sich die gesanglichen Darbietungen der Gastvereine. Bald entwickelte sich ein fröhliches Treiben auf dem Festplah, an dem alt und jung in gleicher Weise Anteil hatte. Viel zu früh schlug für die Auswärtigen die Abschiedsstunde. Einzelnen hat es anscheinend so gut gefallen, daß sie auch den zweiten Festtag noch mitmachteii, der in feinem offiziellen Teil der 3 ug e n b gewidmet war. Rach einem Amzug wurde mit dem gemeinsamen Lied: „3m schönsten Wiesengrunde" die Feier eröffnet. Darauf rief Pfarrer Herber der 3ugend ernste Worte zu, indem er sie ermahnte zur Standhaftigkeit im Glauben und zur Treue gegenüber dem Vaterland. Kinderreigen und Spiele wechselten mit Gesängen der Schüler und des Gesangvereins „Eintracht" ab, bis endlich der Tanz zu seinem Recht kam. Abschließend sei gesagt, daß das Fest einen wirklich harmonischen Verlauf genommen, und, Witts Gott, dazu beigetragen hat, daß Einigkeit und Liebe immer fester die Glieder aneinander fette. f Grünberg, 7. 3uIL Arn Sonntag wurde hier unter starker Beteiligung aus Grünberg und der Amgegend ein 3ugendfest gefeiert, das zugleich der Austragung der Reichsjugendwettkämpfe und der Erinnerung an die tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich diente. Die Schulen zogen in geschlossenem Zuge zum Festplah, wo Ober- ftubienrat Steuernagel die Ansprache hielt. Hierauf fanden Wettspiele und klaffenweises Turnen statt, wobei man sehr gute Leistungen feststellen konnte. Abends wurde beim Wart- turm ein großer Holzstoß abgebrannt, außerdem fand Feuerwerk statt. Oberstudienrat A n gelbe r g e rr hielt hier die Festrede. Von da marschierte man im Fackelzug zur Turnhalle, wo Dekan Schmidt in einer Ansprache auf die Bedeutung der Rheinfeier hinwies. Eine weitere Ansprache hielt Studlenrat S e y p o l d. Gesangliche Darbietungen der Vereine, musikalische Unterhaltung, gemeinsame Gesänge und turnerische Darbietungen verschönten das Fest in bester Weise. Kreis Friedberg. Friedberg, 7. 3uli. (WB.« Am zweiten Tage der Erinnerungsfeier an die Einweihung der Dreifaltigkeitskirche in Worms wurde dort während der Hauptversammlung Musikdirektor Müller von Friedberg, als er eine Ansprache hielt, von einem Schlaganfall getroffen. z£ Dad-Dauheim, 5. 3uli. Gestern statteten Vertreter der Frankfurter Aerzteschaft sowie der Frankfurter Presse der städtischen Dadeve rWallung und der medizinischen Kliniken unserem Bade einen Besuch ab. Anter Führung von Oberbaurat D e r ck wurden die Heilanlagen und die technischen Betriebe des Bades gründlich besichtigt. Die Frankfurter Gäste waren hochbefriedigt von den Eindrücken, die sie hier ge= Wonnen. VW. Butzbach, 7. 3uli. Die hiesige D e u t- sche Dolkspartei beschloß unlängst, am ersten Donnerstag jeden ungeraden Monats eine Mitgliederversammlung abzuhalten, in der einer der volksparteilichen Landtagsabgeordneten sich über politische oder wirtschaftliche Fragen ausspricht, bezw. über die Tätigkeit der Partei im Landtage referiert. 3n der jüngsten Versammlung verbreitete sich Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. R i e p o t h , Schlitz, über die politische Lage des Reichs und die Wirksamkeit der Deutschen Vollspartei im Reichstage. Er kam ferner auf die Tätigkeit des Hessischen Landtags und die Stellungnahme der Deutschen Volkspartei zu den Tagesfragen zu reden. Er betonte, daß die Partei stets für das Interesse des Mittelstandes eingetreten fei und weiterhin eintreten werde, und sie auch nur für eine c** rechte Einkommensteuer zu haben sei. — In der Rächt zum Montag brach im Rebenhause de? Eisenhandlung Wenzel, am Markt, Feuer aus, das glücklicherweise durch das rasche energische Eingreifen unserer Freiwilligen Feuerwehr, die u. a. mit einer ausgezeichnet arbeitenden Motorspritze ausgerüstet ist, bei Windstille auf seinen Herd beschränkt blieb. Bei lebhafter Luftbewegung hätte, da an dieser Stelle die Häuser dicht aneinanderhängen, und die schmale Hirschgasse ein Aeberspringen des verheerenden Elementes auf die gegenüberliegende alte Post begünstigt, ein nicht absehbarer Schaden angerichtet werden tonnen. Ob Kurzschluß oder Anvorsichtigkeit die Schuld tragen, muß die Unter» suchung feststellen. :: Pohl-Göns, 6. Juli. Bei dem am 4., 5. und 6. Juli in Bad Soden stattgefundenen Gesangswettstreit erhielt der hiesige Ge- angoerein „L i e d e r k r a n z" unter Leitung eines bewährten Chormeisters Lehrer Jung, Münchholzhausen, unter scharfer Konkurrenz in der 2. Stadlklasse den 1. Preis, ferner den 1. Ehrenpreis: außerdem unter sämtlichen Vereinen den 1. Hauptehrenpreis (Reichspräsidentenpreis). Diese Auszeichnung verdankt der Verein seiner intensiven Arbeit und treuen Hingabe an die Gesangskunst. Kreis Büdingen. _ Aus der Wetterau, 6. Juli. Die gestrigen Gewitter brachten einen einigermaßen durchgreifenden Regen, der besonders den Dickwurzpslanzen, dem zweiten Klee und den von der Sonne ausgebraimten Wiesen sehr zu- tatten kam. Die Getreidefelder fangen an, weiß zu werden, besonders diejenigen auf etwas höher gelegenen Teilen. Während das Korn durchweg Aehren von vielversprechender Länge zeigt, ist die Sommerfrucht in der Entwicklung von Halm und Aehre etwas zurückgeblieben, immerhin dürfte eine zufriedenstellende Ernte zu erwarten fein. -/- Ortenberg, 5.Juli. Heute sand die Weihe der neuen Fahne unseres Schützenvereins statt. Das Fest wurde eingeleitet durch Böllerschießen und einen Kommers am gestrigen Abend, am heutigen Morgen durch Wecken und einen Festgottesdienst in früher Morgenstunde in festlich ge- chmückter und gut besuchter Kirche. Der Gottesdienst wurde durch den Stockheimer Bläserchor eröffnet, der auch die Begleitung der Lieder übernommen hatte. Pfarrer Kahn wies auf Grund von 2. Thim. Kap. 1, V. 7 auf den rechten Geist hin, der in Vereinen, Gemeinden und Volk herrschen oll. Im Anschluß an den Gottesdienst wurde an dem neu hergerichteten Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz die Weihe der neuen von der Bonner Fahnenfabrik gelieferten prachtvollen Fahne oor- genommen. Um das Denkmal hatten in malerischer Weise die Fahnen der beteiligten Vereine und ihre Sprecher Aufstellung genommen. Unter Musik wurde die Fahne von den Ehrenjungfrauen vor das Denkmal gebracht. Nach einem Musikstück, einem eindrucksvollen Vorspruch , vorgetragen durch Fräulein Erna Carl, und einer Begrüßungsansprache des Schützenmeisters ergriff Amtsgerichtsrat Dr. A n - d r ä das Wort zur Festrede, um an Hand der Geschichte die Idee der Fahnen der Festversammlung treffend vor Augen zu führen, und die nunmehr entrollte Fahne zu weihen und dem Vor- itzenden zu übergeben, der sie an den Fahnen- räger und die Fahnenjunker weitergab. Boller- chüsse verkündeten weithin den wichtigen Augenblick in der Geschichte des Vereins, ein Chor des Gesangvereins „Frohsinn" verschönte den Weiheakt. Im Anschluß daran übereichten unter entsprechenden Ansprachen der Militär- und Veteranenverein einen Fahnennagel, der Düdinger Schützenverein eine Fahnenschleife und einen silbernen Becher, der Laubacher Verein die silberne Jubiläumsmünze für den Ritter. Mit einem Musikstück wurde die schöne Feier beendet. Am Nachmittag fand ein Festzug durch das mit Fahnen und Blumen reich geschmückte Städtchen statt, in dem man außer sämtlichen hiesigen Vereinen auch die Brudervereine von Büdingen, Gelnhausen, Laubach u. a. m. sah. An den Schießständen angekommen, entwickelte sich trotz des zeitweilig regnerischen Wetters bald ein rechtes Schützenleben. „?“ Anter-Schmitten, 7. Juli. Der Besitzer des hart an den Harbwald anstoßenden Gutes Haubenmühle, Bankier Merton zu Frankfurt, pachtete auf zwanzig Jahre die Jagd des gesamten Harbwaldes zum Preise von 3000 Mk. pro Jahr. Die Gesamt- pachtsumme muß im voraus bezahlt werden. Der neue Pächter, der in feinem in der Rach- kriegszeit erbauten Landhause während der Sommermonate wohnt, beabsichtigt den Bau eines Jagdhauses für einen Jagdaufseher. Der Wild- bestand sott aufgefrischt und Fasanen eingesetzt werden. Auch die Harbteiche, die zum Pachtgelände gehören, sollen auggemauert und Schwäne eingesetzt werden. Kreis Schotten. □ ßaubad), 5. Juli. Vorgestern hielt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger H ö h e n c l u b s seine Monatsoersammlung ab. Der Vorsitzende, Obersekretär Elbe, besprach in ausführlicher Erörterung die Maßregeln, die zum Schutz der Anlagen, der Bänke usw. zu ergreifen seien. Von verschiedenen Seiten wurden mitgeteilt, daß mit. einer Roheit, die man früher nicht gekannt habe, jetzt die Bänke zerstört würden. Es müßten hohe Prämien für sachdienliche Mitteilungen zur Feststellung der Täter ausgesetzt werden. Herr Elbe hoffe zuversichtlich, nach Rücksprache mit verschiedenen Stadtverordneten, daß der Gemeinderat hierzu bereit sei. Sodann hielt Professor Dr. R o e s ch e n auf Grund von archivalischen Forschungen und eigenen Beobachtungen einen Vortrag über „Alte Straßen der Gegen d". Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache, wozu der Redner aufforderte. Herr Elbe dankte im Namen der Versammlung für den anziehenden Vortrag und sprach die Hoffnung aus, daß der Redner auch in der Folge feine wertvollen Forschungen mitteilen möge. Der Zweigverein zählt jetzt über 200 Mitglieder. Durch den verdienten Vorsitzenden ist die Wanderlust neubelebt worden. Prof. Dr. R o e s ch e n regte an, daß wieder gemeinsame Wanderungen und Zusammenkünfte mit den Nachbarvereinen Grünberg und Mücke veranstaltet würden. Die Versammlung stimmte der Anregung zu. — Heute fand ein M i s- s i o n s f e st hier statt, womit eine Kollekte für die Volksmission verbunden wurde. Um 10 Uhr sprach Pastor Horst aus Amerika, ein geborener Ulrichsteiner, in der Stadtkirche, dann nochmals um 4 Uhr auf dem Ramsberg. Die Ausführungen des Redners fanden hohen Beifall. A Freienfeen, 5. Juli. Heute hielt Dekan Röschen, der 33V4 Jahre in unserer Gemeinde gewirkt hat, seine Abschiedspre- d i g t, womit eine Abschiedfeier unseres Marktfleckens von dem um das öffentliche Wohl hochverdienten Manne verbunden wurde. Der Rede lag zu Grund der Text des Johannes- Evangeliums 14,27: „Jesus spricht: Den Frieden lasse ich Euch, meinen Frieden gebe ich Euch." Ausgehend von dem die Predigt einleitenden Lied „In allen meinen Taten, laß ich den Höchsten raten“, entwarf der Geistliche em Bild seines vieljährigen Amtslebens, wie er es zu gestalten 'sich bemühte, indem er für die Liebe und die Anterstühung dankte, die er allezeit hier gefunden habe. Die Predigt flang aus in den innigen Wunsch, daß der Gemeinde der Friede Gottes in Christo erhalten bliebe. Rach dem Segensspruch traten der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung, der Gemeinderat, und der Schulvorstand vor den Altar. Bürgermeister I m m e 11 hielt im Ramen der Gemeinde eine längere Ansprache, worin er dem scheidenden Dekan des warmen Dankes und der treuen Liebe der Gemeindeglieder versicherte und ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft wünschte. Der Gefeierte dankte von Herzen und versicherte, daß ihm Freienseen, wo er fein Leben zu beschließen geglaubt hatte, eine zweite Heimat fei und bleiben werde. Dann sprach Lehrer Reust im Ramen des Schulvorstands herzliche Abschiedsworte, die ebenso herzlich erwidert wurden. Mit innigem Händedruck, in tief bewegter Stimmung, trennten sich dann die Gemeindeglieder von dem scheidenden Seelsorger. Am 15. Juli wird voraussichtlich Dekan Röschen nach Wichernheim bei Wixhausen übersiedeln. Diese Anstalt ist am 1. Juli unter Teilnahme aller Verwaltungskreise vom früheren Landesjugendpfarrer und jetzigen Oberkirchenrat Zentgraf geweiht worden. Die Aufgabe des Dekans Röschen besteht, wie wir hören, darin, die Zöglinge, etwa 21 bis 15 an der Zahl, zu beobachten und ein Gutachten abzugeben über die sich empfehlende künftige Art der Erziehung. Jeder Zögling bekommt ein besonderes Stübchen: außerdem haben sie ein gemelnsnmes größeres Zimmer, wo sie tagsüber sich auf falten, wenn sie nicht im großen Garten arbeiten können. Ein Diakon beaufsichtigt die Zöglinge. Mit der Leitung der Anstalt selbst hat Dekan Röschen nichts zu tun. Er wird aber Gelegenheit haben, seine reichen Erfahrungen zu verwerten, da er der Begründer des Verbandes der hessischen Erziehungsvereine ist und an seiner Spitze gestanden hat. Für die Zukunft ist der Ausbau der Anstalt zu einem Komplex von Häusern geplant, damit sie in der Lage ist, allen Ansprüchen der Fürsorgeerziehung zu dienen. Ober-Schmitten, 7. Juli. Einer hiesigen Familie wurde dieser Tage das dreizehnte Kind geboren, wovon sich elf anr Leben befinden. Es sind dies neun Mädchen und zwei Jungen. — Gegen die hiesige Bürger- meist erwähl wurde seitens der unterlegenen Partei Einspruch erhoben, mit dem sich in nächster Zeit der Kreisausschuh zu befassen hat. Kreis Alsfeld. m. Mücke, 4. Juli. Auch in unserer Gegend nimmt die Zigeunerplage wieder sehr über» Hand. Die braunen Gesellen sind keine gern gesehenen Gäste, da sie bekanittlich zu den Langfingern gehören. Dabei wenden sie oft einen Trick an, der sehr zur Vorsicht mahnen läßt. So erschien dieser Tage in einer Metzgerei eine ganze Schar dieser wandernden Gesellen, um etwas Fleisch zu kaufen. Dabei wurde mit einem großen Geldschein bezahlt. Während der Metzger wechselte, entstand plötzlich unter den Zigeunern ein allgemeiner Tumult. Später merfte der Metzger, daß eine größere Summe in seiner Kasse fehlte. Sofort wurde die Gendarmerie benachrichtigt. Bei Freienseen konnte man die Bande einholen und ihr das Geld wieder ab* nehmen. —er. Homberg a. d. Ohm, 7. Juli. Bei der am Sonntag stattgefundenen Wahl eines Beigeordneten wurde der seitherige, Kaufmann Schweiler, mit 284 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegner, Kaufmann E i n o l ß. erhielt 241 Stimmen. — In dem Steinbruch in der „Roten Kuh", der zur Zeit von der Firma Gebrüder Becker, Bafaltwerke, dahier ausgebeutet wird und der einen erstklassigen Basalt- stein liefert, arbeiten gegenwärtig 120 Mann. Am die zum Versand fertigen Steine abzufahren, waren Pferdegespanne nötig, die aber durch das Gewicht der 'Wagen den Weg in einen sehr schlechten Zustand versetzten, so daß der Abtransport erschwert wurde. Diesem Aebelstand will man durch Anlage einer Kleinbahn abhelfen. Maschine sowie Wagen und Schienen sind schon zur Stelle. Gelände wurde bereits erworben, so daß mit dem Legen der Schienen begonnen werden kann. Leider kann der Schienenstrang nicht bis zum Bahnhof Reuhaus gelegt werden, weil er dort die Anlage einer anderen Firma berührt. Deshalb wird in einiger Entfernung vom Bahnhof eine Laderampe erbaut und der Inhalt der beladenen Rollwagen in gewöhnliche Wagen gekippt, die dann die Steine nach Reuhaus bringen, woselbst sie endgültig eingeladen werden. Zur Anlage einer Drahtseilbahn hat man sich nicht entschließen können. — Die im vorigen Jahre im Rohbau stehengebliebene D e- amtenWohnung wird nunmehr zum Bewohnen hergerichtet. Eben ist man hier weiter mit der Herstellung einer größeren Kanalisation in der Reustadt beschäftigt. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 7. Juli. Am Sonntag veranstaltete Pfarrer Haupt aus Gießen bet Schloß Eisenbach em Waldsest d'es evangelischen Bundes. Am Vormittag fand in der hiesigen Stadtkirche ein Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer Haupt die Predigt hielt. Der Posaunenchor von Schadges unter der vortrefflichen Leitung von Lehrer Rausch wirkte hier wie auch bei dem Waldfest am Rachmittag in liebenswürdiger Weise mit. Lehrer Kwl b - fleisch mit seinem Kirchenchor erbaute in gewohnter Weise mit den 3 schön und sicher vorgetragenen Chören die Gemeinde. Frau Brandt aus Gießen sang mit schöner und wohlgeschulter Stimme das Vaterunser von Krebs Am Rachmittag bewegte sich der Festzug unter den Klängen des oben genannten Posaunenchores durch die Straßen der Stadt nach Schloß Eisenbach, wo Baron Fritz Riedesel zu Eisenbach den Platz zur Verfügung gestellt hatte. Im Zuge befanden sich außer den Mitwirkenden die Schulkinder, sowie die Ehrenjungfrauen aus dem hiesigen Jungfrauenverein, in deren Mitte die Lutherfahne getragen wurde. Auf dem Festplahe, auf dem sich eine viel- hundertköpfige Menge eingefunden hatte, eingetroffen, wurde nach einem Musikstück des Posaunenchores Wallenrod, einem Lied des Kirchenchores Stockhausen und der Begrüßungsansprache von Dekan Müller mit der Aufführung des Freilichtspieles „Glaube und Heimat" von Karl Schönherr begonnen. Die die Zuschauer aufs tiefste ergreifende Tragödie wurde in hervorragender Weise von den Darstellern $ur Auffichrung gebracht. Der tiefe Eindruck möge ihnen allen der Lohn und der Dank sein für all die viele Mühe und das Opfer an Zeit. Es folgten Ansprachen von Pfarrer Haupt und Vorträge der anwesenden Kirchenchöre und Posaunenchöre. Das Schußwort sprach der Ortsgeistliche Pfarrer Knell. Eine stattliche Zahl neuer Mitglieder wurde dem evangelischen Bunde durch das wohlgelungene Fest gewonnen. in Der Wietzener Lchwimmverein bei den iiddentschen Schwimmeifterschaften erfolgreich. - ie Einweihung der herrlichen Schwimmbahn '.m neuen Frankfurter Stadion vollzog sich am Sonntag in würdiger Weise. Eine große Zuschauermenge hatte sich eingefunden, um den süddeutschen Meisterschaften beizuwohnen. Die Kämpfe waren äußerst spannend, und die neuen Meisterinnen und Meister wurden mit großem Beifall begrüßt. Der Gießener Schwimmvercin hat in Sri. Arndt eine zweifache Meisterin bekommen. Frl. Arndt gewann das 100-Meter-Damenrücken- schwimmen vor Frl. Grüninger - Nürnberg und Frl. B a ck o f - Offenbach in der guten Zeit von 1 Min. 37,2 Sek. Das Damenbrustschwimmen 100 Meter wurde, wie erwartet, ein Kampf zwischen Frl. Arndt und Frl. Backof - Offenbach. Noch bet 70 Meter gleichliegend, ging Frl. Arndt m Dom Turngau Hessen. Nachträgliches zum Wauturnfest in Friedberg. 2 Auf vielseitigen Wunsch geben wir d. Ohm. 1. Juli. Sei löenen Wahl eines ? bir seitherige, Stauf- y Stimmen wiedergk amßinolL. erbieb otevabtui) uv b« M wn btt Arm tk, dahier ausgebeulel llassigen Basalt- egenioartig 120 Mann, igen Steine abzufahren, , tig, die aber durch das i Mg in einen schr -4 li, so dch der Wlcans- iesem Uebelstand toill : er Kleinbahn ab- agen und Schienen s'nd vurde bereits erworben, >er Schienen begomm tot Schienensttanz nicht uhaus gelegt verdat . einer anderen Arm in einiger Entfernung >erampe erbaut unb AolltvagenmgE -dann dieSleme nach )st sie cnbgulhg Ä ; k« Mn* t beschält^ Ergänzung unserer Berichte noch weitere Sieger» nngaben, insbesondere der in der Umgebung Gießens gelegenen Vereine des Gaues Hessen. M i t t e l st u f e ; 4. Sieg O. Kreuder, Tv. Arünberg, 186 Punkte. Unter Hufe: 11. Sieg W. Röhrschein. Tv. Krofdorf. 197 Punkte: 14. Hch. Schaaf, Tv. Treis i. d. fi., 194 P.: 15. O. Heinstedt, Tv. 1846 ®te= Öen, W. Krausch, Tv. Muschenheim, 193 P-: 16. Fritz Stern. Mtv. Gießen, 192 P.: 17. W. Joubeaud, Tv. Heuchelheim, 191 P.; 19. H. Jung, Tv. Hochelheim, W. Krämer, Tv. Burgsolms, 184 P.: 20 W. Strauch, Mtv. Gießen, 188 P.: 21. W. Loh, Tv. 1846 Gießen, 187 P.: 22. Hch. Wagner, Tv. Holzheim, 186 P.; 23. 21. Drll, Tv. Hermannstein, F. Reuschlrng, Tv. Heuchelheim, 185 P.: 24. F. Brrkenstock, Tv. Hochelheim, K. Debus, Tv. Krofdorf, 184 P.; 25. K. Keil, Tv. Grünberg, R. Spuck. Mtv. Greßen, 182 P.: 26. K. Storck, Tv. 1846 Gießen. QI. Würtz, Tv. Krofdorf, 181 P.; 27. Hch. Schmidt, Tv. Hermannstein, 180 P.: 28. Hch. Adolph, Tv Klein-Linden, F. Morneweg, Tv. Klein-Linden, 179 P_: 29. Ql. Steinmüller, Tv. Allendorf (Lahn) 178 P.; 30. K. Schnabel, Tv. Grünberg, H. Müller, Tv. Lich, E. Pfaff, Tv. Klem-Lmden. 177 P.: 31. F. Wenzel, Tv. Lützellinden, QI. Leun, Tv. Großen-Linden, 176 P.: 32. K. Lerb 1., Tv. Krofdorf, 175 P_; 33. H. Hofmann, Tv. Muschenheim, 174 P.: 34 E. Ragel, Tv. 1846 Gießen, R. Seth, Tv. Großen-Linden, H. Uhl, Mtv. Dießen, 173 P.; 37. Th. Wagner, Tv. Allendorf a. d. L., R. Schwarz, Tv. Muschenheim, 170 P.: 38. P. Reuter, Tv. Hungen, Ql. Becker, Tv. Lützellinden, 169 P.; 39. K. Leinweber, Tv. Treis a. d. L., K. Rupp, Tv. Hermannstein, K. Wirch, Tv. Muschenheim, 168 P.; 41. H. Fischer, Tv. Burgsolms, QL Heinrich, Tv. Allendorf a. d. L., 166 P.: 42. K. Fistler, Tv. 1846 Gießen, 165 P.; 43. H. Kuhlmann, Tv. Hec- mannstein, K. Weiß, Tv. Großen-Linden. 164 P.; 44. L. Schwinn, Tv. 1846 Gießen, Hch. Heck- inann, Tv. Muschenheim, 163 P.: 45. O. Peppler, Tv. Heuchelheim, F. Hermann, Tv. Lich, 162 P.; 47. W. Gau, Tv. Rauborn, E. Ulm, Tv. Allendorf (Lahn), Hch. Mehl, Tv. Großen-Linden, E. Repp, Tv. Grünberg, 160 P. Die Gesamtbeteiligung beim Einzelwetturnen betrug: Oberstufe (Zwölfkampf): 33 (darunter 22 Sieger), Oberstufe (Reunkampf): 49 (43 Sieger): Mittel st ufe (Zwölfkampf): 32 (20 Sieger), Unter st ufe (Zwölfkampf): 295 (195 Sieger). Von den Ergebnissen der 44 QU u ft erliegen tragen wir noch nach: Aktive Turner: Tv. Holzheim (Pferd), 104 Punkte (sehrgut); Tv. Burgsolms (Barrens. 100V?P (sehrgut); Tv. Grimberg (Darren), 681 '2 P. (gut); Tv. „Jahn" Hermannstein (Darren), 781/- P- (genügend). 5 Schlitz, 7. Juli. Gestern tagten hier m>ei Versammlungen, in denen die Errichtung von Kraftwagenverbindungen von Schlitz nach Fulda und von Schlitz nach Durghaun beschlossen wurde. Kreisdirektor Dr. Michel, die Landräte von Fulda und Hünfeld, ein Vertreter der Oberpostdirektion Darmstadt und die Bürgermeister der bei den «nannten Verbindungen in Betracht kommenden Semeinben, sowie eine große Anzahl weiterer Interessenten nahmen an den Verhandlungen eil. Es kam eine Einigung über die Linien- ührung für die beiden Verbindungen zustande, jni> die von der Postbehörde für den zweimaligen Verkehr am Tage entworfenen Fahrpläne wurden ;utgeheißen. Die von der Oberpostbehörde verlangte Rentabilitätsgarantie sagten die anwesen- >en Gemeindevertreter vorbehaltlich der Zustim- nung der Gemeinderäte zu. Man kann hiernach Ivffen, daß die von den betreffenden Gemeinden eit langer Zeit angestrebte Verbesserung ihrer verkehrsverhältnisse bald Wirklichkeit werde. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 7. 3uli. Ein Dureaucmge- st elfter der Kasse des Hess. Landesthea- lers hat etwa 6000 Mark unterschlagen und ist damit geflüchtet. spd. Offenbach, 6. Juli. Der beim Polizei a m t Offenbach beschäftigte Erich Heller fing am 17. März nach Unterschlagung der flösse des Offenbacher Reichsbanners süchtig und war seitdem verschollen, wenn auch Spuren von ihm nach dein Auslande hinwiesen. Bor kurzem kam die Nachricht nach hier, daß Hel- cr sich in der Schwei z mittellos aufhalte und Zechprellereien verübt habe. Ende Juni vurde Heller bei Luzern ermittelt und sestge- ioinmen. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 7. Juli. 3m Monat Juni wurden von der Kriminalpolizei ’olgenbe Straftaten bearbeitet: Mord 1, Mordversuch 3. Raub 1, Hehlerei 1, Diebstähle 112, Linbruchsdiebstähle 101. kleinere Eigentumsver- geben 221. Betrug 143, Unterschlagungen 146, Münzverbrechen und -Vergehen 14, Sittlichkeits- Verbrechen und -Vergehen 158, Sittlichleits-Ueber- Iretungen 262, Schleichhandel 2, Wucher 121, Rahrungsmittelfälschung 35. Außerdem sind 20 Selbstmorde vorgckommen. Festgenommen wurden 576 Personen, darunter steckbrieflich gesucht 22. Sistiert wurden 55 männliche und 29 weibliche Personen. Turnen, Sport und Spiet «Lerbach- , .. 7 guli. Qlm SontiA aup ecan» 'Ä (and 2lm ^„„.„tteäbxenft 3Upt 7 Sjg 6cI VSl' M ‘ wilvi »*11 Ar« Satt' c mN te ui gt* h-nchor ctb u iton <5r ^Agiing JF ""'n er dew c- und für öic 7 m e dvn J’ ?r L" . hatte, -st,. " des sprach °ni M er. «ff. in oei Ai,, ««n ]. T°usen ^eise < -ie ®ir gj* ta m oer Ausbau der dvn Hausern geplant ?n>.S Juli. Auer - ,er 4,age das drc'. s l , wovon sich elf Qni «neun Mädchen unb Bürger. ,4875 3Va% Deutsche Rcichsanlctdr U.4Gr- 0,50 0.4775 I.472-1 3% Deutsche Reich-, lnleitze 1.675 0.67 0.695 >.6875 Deutsche Svaroramienantetbe 0.285 — 0.295 0,285 <°/0 Preußische Äonfotß - . . 0.515 0.51 1.5025 H.5O 4°/o Hessen ....... 0.70 — 0,66 0,66 37»% Hetzen......... — — - — 0.485 89,75 0,56 91.75 0,53 91.75 Deutsche Wertd. Dollor-Anl. 89.75 bto- Doll -Schatz-Antreilog.'I 93.3 93,3 93,5 93.5 6,90 35 6.85 6,9 6,7 6% Goldmeftlaner ... ■ 36,5 Berliner Handclsgesellschast 120.5 120 120,4 120,75 Commerz- und Privat-Bcink 98 97,25 97.4 97 Darmsl. und Naiionalbank • 119 118.2, 119 118,25 Deutsche Bank ..... 119,50 119.5 120 120 Deutsche Bereinsbank .... — 62 — DiSconto Commandit . • 107,75 107,75 108 108 Metallbank......... 91,25 91.25 - — Mitteldeutsche Creditbank . 97 95 5 97 93 Ocsterrrichischc CreditanstaU 7.70 7,60 7,75 — _ 0.125 75.5 Bochumer Qnfi ....... 77 13 76,6 BuderuS...... . » . . 54.50 51..50 63.6 52.2 53 52 50 50 Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . HarNencr Bergbau . . . . 69 58 68 56 69,13 62 68,62 57 111 109,5 108,5 111.75 107,40 110 108 Kaliwerke Aschersleben. . . . 107.25 Kaliwerk Wefterrgelo..... 122 125 18,70 18,60 Laurahülte . ....... 50.25 50,25 50 50 Oberdedars .......... 50 50 53 54.9 Dhöinr Bergbau ...... 88 87,4 69,25 87,9 69,50 72,5 86.75 69 73.5 Kbeinstahl...... • • • . Riebeit Montau........ 69.25 70.5 Tellus Bergbau. ...... 2,25 53,75 57 2,27 54,25 57.5 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd 54,9 57,5 63,50 57 Lbcramische Werke Slblu . . — - — _ Zementwerk Heidelberg . . . Pbiltpv Holzniann...... 72.25 62 72,25 58 60.5 59 Anato-Lont.Kuano ..... 100 99,25 Badische Anikin........ 120.5 122.5 121,25 122.13 Chemische Maver Slavkt » . 0.41 0,44 — — Goldschmidt ..... 84 83 81 83,1 KricSbeimer Elceirou .... 112 112,5 112.75 113 Höchster Farbwerke...... 113 113.50 113 113 Holzverkoulung........ 6.2 5.75 — Rütgcrswerke . ........ 71 70 71,13 69,5 6 cheideanstalt ...... 104 103,5 — Allg. ElektriLitätS-Sesellschaft 93,25 93,75 93,10 93,25 Bergmann ......... Mamkrastwerke........ 73,25 — 73.1 72,75 86.25 •6 — — Schuckert........... 60.10 60 60.4 59,6 Siemens L Halske...... 79 76 78,75 76.5 Adlcrwcrke Kley« ...... 58 58,50 60 59.13 Daimler 'U.ntorep. ...... 56 54,75 55,75 n'i Heyligenstaedt ...... Megutn............. Motorenwerke Mannbeim . 44.5 43 — 47 47,5 16,5 48.5 — — 67.75 Frankfurt« Armaturen . . . — — — - Konservenfabrik Braun . . . 0.85 0,895 0,975 0,95 Metiillgescllichaft Frankfurt. Per. Union A.-G...... 103 67,5 103 68 2 — Schublabrik Her;....... 2.62 2.6 —— 2.7 Sichel. ............ 39 39,5 38 37 Zellstoff Waldhof...... 9,5 9.60 9.62 9,7 Zuck«fabrik FrMikeuthal .. Zuckerfabrik Waghäufek . . . 82.25 67,50 80.5 67,25 68,5 — 67,5 Devii. . ..!' - Jcrlizi—SranlTurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AirrS, London, Neu- Dorf, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Bubancft für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Emheiteo.) Telegraphische Auszahlung. 6 Jnli 7. Juli Amtliche Noti runa Amtliche Notierung Keld Briet (Selb Briet eimst.-Mon. 168.19 168,61 168.19 16v,61 Buen-AircS 1.692 1.696 1,692 1.696 Ärst-Antw. 19 82 19,86 19,39 19,43 Cbristiania - 75,90 76,10 76,00 76,20 Kopenbagcn 86.79 87,01 86,64 86.8: Stockholm - 112,41 112,61 112.41 112.61 bclsingforü. 10.5t2 10,602 10.559 10,599 Italien. . 15.71 15,75 15,4 15,47 London. . 20,391 20,443 20,391 -'0,441 Neuyork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris.... Schweiz . . 20,00 20,06 19,59 19,63 81.38 81,58 81,38 61,58 Spanien. - 61.02 61,18 60,92 61,08 Japan . - - 1,715 1.719 1,716 1,720 r»io de Jan. 0 451 1.453 0.454 Wien in D-° Ctft. abgest 59,05- 59,197 59,097 59,19- Prag .... 12.436 12,4.6 12.436 12.476 Belgrad . . 7.29 < .31 7.35 7,37 5,915 Budapest. • 5,895 5,915 5.815 Bulgarien 3,025 3,035 3.03 3.0, Lissabon 20.525 -0,575 20,675 20,725 Danzio - . - Konst.ntin. 80.86 <1.06 SO,84 81.04 2.265 2,275 2,2’5 2.285 Athen. . 6 29 7.01 6.99 7.01 Banknoten. Berlin, 7. Juli. Geld Brie! Amerikanische Note» . » ., . 4,177 4,197 Belgische Noten . •.»»»* 19,32 19,42 Dänische '.'loten » - - - » 86,8s 87,32 Cngüsche 9L)ten 20.358 20,4.58 J-raniäiische Noten ...... 19,51 19,63 Holländische Noten ...... 167,73 168,57 Italienische Noten ...... 15,45 15,53 Norwegische Noten...... 76,16 76,54 Deulsch-Lesterr, ä ioo Kronen 59,13 59,43 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten . . ... 112,17 112,73 Schweizer Noten....... 81,55 81,95 Spanische Noten....... 50,70 61,00 Tschechoslowakische . 12.41 12,47 Ungarische Noten... ... 5,85 5.89 Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach Qllle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen ufw. sind zu richten an die Schachredaktion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 19. Don Adolf Andersten. Schwarz: a b c d e f g h e i g h Weih: Matt in drei Zügen. Weih: 5 Steine. Ke8, Tg3, La4, Se4, Bc3. Schwarz: 2 Steine. Kc4, Be5. Partie Nr. IO. Gespielt in einem Klubturnier des Schachvereins. „Andersens" Fransturt a. M. am 21. März 1925. Damenbauernspiel. Weih: Orbach. Schwarz: Simon. 1. d2-d4 1. d7-d5 2. c2 —c4 2. c7-e6 3. Sgl — f3 3. Sg8-f6 4. Lei — g5 4. LfS-e7 5. Sbl-c3 5. c7-c6 6. e2-e3 6. Tb8-d7 7. Lfl — d3 7. h7-hti Dies war nicht nötig, an dieser Stelle geschah besser a 6. 8. Lg5-h4 8. 0-0 9. 0-0 0. b7-b6 10. Tal-cl 10. Lc8-b7 11. c4xd5 H. Sf6xd5 12. Lh4-g3! Weitaus stärker als Le7:, weil sich der Läufer in der Diagonale Ii2-b8 unangenehm bemerkbar macht. 12 12. c6-c5 13. Dd 1 — e2! Ein sehr starker Zug. der das Zentrum stärkt und evt. L a 6 droht. 13 13. Sd5-b4 14. Ld3-b5! Falsch wäre natürlich L b 1 wegen L a 6 mit Qualität-Gewinn. 14 15. Tfl-dl Der Dame wird lichen 'L-Stellung in 16. d4-d5 17. Sc3xd5 14. Sb4-c6 15. Dd8 - c8 es angesichts der bedroh- der d=Cinie zu gefährlich. 16. e6xd5 17. Le7-d8 Linie beabstchtigt. 18 19. Lb5-d3 20. Sd5xe7+ 21. Ld3-f5 22. Sß-e5 23. De2-h5! Viel 23. .. - 18. a7-a6 19. Sc6-e7 20. Ld8xe7 21. Lb7 - c6 22. Tf8-d8 stärker als Dg4 23. 17 — 16 Es drohte natürlich Lc6, nebst Sc74-+ ml Damengcwinv. 18. b2-b4ü Von vielen starken Zügen der stärkste; welcher unter Bauernopfer die Ocfsnung der c- Schwarz hat keine QZerteidigung mehr. 24. Dh5-t74- Schwarz gibt aus. Lösung *eS Problems Nr. 18. 1. Lbl — a2, Td6: 2. Dc2d-- 1 (b3-a2:) 2. Dd3- 1 Kd6 2. De7+ - 1 Kd5 2. Lb3 + + - 1 e4 2. Df5+ - 1 , .... 2. Se4+ - Aus der Lchachwelt. An dem 3ntemationalen Schachturnier, welches die SolDjetregicrung im Oktober dieses 3ahres in QNoskau veranstaltet, werden fid) 10 ausländische und 10 russische Meister beteiligen. Wie das Deutsche Wachenschach erfährt, sind an Geldpreisen ungefähr 30 000 Rubel (60 000 Mark) hierfür vorgesehen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch Beim Antiquitätenhändler. „Was kostet diese Vase?" „Hundert Pesos. Sie ist sehr alt, aus dem siebzehnten 3ahrhundert." „Das scheint mir sehr teuer. 3ch werde Sonntag luidberfommen. Mittlerweile orientiere ich mich über den Wert." „Aber Sonntag kann ich sie 3hnen nicht für denselben Preis geben!" „Warum?" „Weil sie dann noch älter ist!" Der SchulauSflug. Der achtjährige Wilhelm, der eine Versuchsschule besucht, kommt am ersten Tage des neuen Schuljahres aus der Schule nach Hause und sagt zur Mutter, die dem Elternbeirat angehört, der Lehrer ließe sie bitten, am nächsten Tage zu einer Elternversammlung zu kommen. Auf bie Frage der Mutter, was bcmi der Zweck der Versammlung wäre, antwortete der Wilhelm: „3hr sollt bloß sagen, wohin wir in diesem 3ahre den Schulausflug machen sollen." „Aber Zunge", sagt die Mutter, „nur wegen des Schulausflugs ruft dod) der Lehrer die Eltern nicht zusammen." „Doch, der Lehrer hat's uns doch auf die Tafel schreiben lassen, worüber 3hr sprechen wollt, damit wir's nicht vergessen! Und damit holt Wilhelm triumphierend seine Tafel hervor und liest das Thema der beabsichtigten Besprechung vor: „Ziele und Wege des Schuljahres 1925." Schwierig. Gefängnisdirektor: „Sie können 3hrem Berufe entsprechend beschäftigt werden; was sind Sie denn?" Sträfling: „Ausgeher!" Bsrliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin, 7. Juli, Zu den ermäßigten Kursen des Vortages bestand etwas Deckungsbedürfnis, das heute herauskommende Material wurde daher gleich aufgenommen, so daß die R ü ck w ä r t s b e - roegung zunächst zum Stillstand kam. Begünstigend wirkte hierauf noch ein, daß zwischen Krupp und Rheinmetall, im Lokomotiven- nnb Waggonbau eine Interessengemeinschaft abgeschlossen worden ist, die man als ein Zeichen des fortschreitenden Zusammengehens der heimischen Schwerindustrie und damit einer allmählichen Erleichterung der Marktlage ansieht. Immerhin kam es trotzdem zu keiner nennenswerten Befestigung der Kurse, da von feiten des Geldmarktes auch heute noch keine merkliche Entspannung nach dem Ultimo sich geigte. Der Bedarf an täglichem Gold blieb vielmehr groß, und selbst für mittlere Firmen fiel es schwer, hier anzukommen. Der Leihsatz beträgt unverändert 9—10$ Proz., Monatsgeld nominell 10j—llj Proz. Ausgesprochen matt lagen anfangs nur heimische Staatsanleihen im Zusamemnhang mit dem Verlaufe der Verhandlungen im Aufwertungsausschuß. 5proz. Kriegsanleihen auf 0,377$ ermäßigt. Die Schwierigkeiten bei der Wiesbadener Bankfirma Serie blieben auf die Tendenz ohne Einfluß, da voraussichtlich heute noch ein Arrangement getroffen werden dürfte. Am Devisenmarkt bröckelte der Pariser Franken wieder ab, nordische Devisen dagegen waren nach der gestrigen Abschwächung etwas erholt. — Die Mark notierte in Lopdon 20,42, Amsterdam 59,37$, Paris 5,06, Zürich 122,65. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 7. Juli. An der heutigen Abendbörse wurden in wenigen führenden Werten einige Deckungen vollzogen, wodurch die AUgemein- ftimmung eine leichte Besserung erfuhr. Die Umsätze waren aber bescheiden und auch die Kurserholungen hielten sich in engen Grenzen. Am Montanmarkt waren es Westeregeln, die kräftig anziehen konnten. Auch Phönix und Stinnes-Riebeck konnten im Kurse gewinnen. Die Besierungen für Chemiewerte waren geringfügig. Der Bankaktienmarkt hielt sich ruhig. Am deutschen Rentenmarkt gingen Kriegsanleihen etwas reger um, ohne indes eine größere Kursavance zu erzielen. Schiffahrtsaktien blieben umsatzlos. Die Abendbörse schloß bei befestigten Kursen in freundlicher Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,382$. Ausländische Renten: Ungarische Goldrente 8,30. Bankaktien: Commerzbank 97,25, Darmstädter Bank 118,25, Deutsche Bank 119,50, Discontogesellfchaft 107,75, Dresdner Bank 101,75, Mitteldeutsche Creditbank 95,50, Rheinische Kreditbank 90, Oestereichische Kreditaktien 7,60. Montanaktien: Mansselder 60, Olavi Minen 26,50, Phönix 87,50, Stinnes-Riebeck 75, Kali Aschersleben 108,50, Kali Westeregeln 125. Chemische Aktien: Badische Anilin 122,50, Elberfelder Farben 113,50, Höchster Farben 1113,50. Industrieaktien: AEG. 93,75, Daimler 54,75, Dyckerhoff & Widmann 41,10, Elektrisch Licht unb Kraft 98, Jnag 0,65, Julius Sichel 39,50, Siemens & Halske 76, Zucker Offstein 63. F: furter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 7. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 22—24, Roggen, inländischer 19—21,50, Hafer, inländischer 19—22, Mais (gelb) 21, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 36,50 bis 36,75, Roggenmehl 29,50—30, Weizenkleie 11,60—11,75, Roggenkleie 12,50—12,75. Tendenz: Stetig. Frankfurter Pferdemartt. fpd. Frankfurt a. M, 6. Juli. Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen QZereins abgehaltene Pferdemarkt war mit nahezu 900 Tieren beschickt. Beste belgische Tiere erzielten Preise bis zu 2500 Mark, Pferde mittleren Schlages bis zu 2000 Mark, gute Arbeitspferde bezahlte man bis zu 1500 Mark, geringere Tiere leichteren Schlages gingen für 450 bis 600 Mark fort. Schlachtpferde wurden lebhaft gehandelt und zu erheblichen Preisen an auswärtige Großhändler abgeseht. Der Besuch war nicht übermäßig. In der Hauptsache waren Händler aus Bayern, Thüringen und Rord- deutschland, aber auch aus dem besetzten Gebiet anwesend. Zum ersten Male standen zahlreiche Droschen zum Verkauf als Zeichen der beginnenden Automobilisierung des Frankfurter Drosch- kenwefens. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. Juli. Der Produktenmarkt kann heute als stetig angesprochen werden. Weizen fehlt in Jnlandware fast ganz. Roggen, altes Material, sehr knapp. Hafer unverändert. Mehl blieb still. Futterartikel ruhig. Es notierten für 1000 Kilo. Weizen. Juli 261,50 bis 261, Roggen, märt. 229 bis 230, do Juli 219, Futtergerste 202 bis 216, do. neue 200 bis 204, Hafer, märf. 232 bis 240, do. Juli 193,50, Mais, loko Berlin 213 bis 214, Raps 340 bis 355; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 31 bis 33, Weizenkleie 12,80 bis 12,90, Roggen- kleie 13,60, Viktoriaerbsen 27 bis 33, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21,50 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 25 bis 26,50. Lupinen, blau 12 bis 13, gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 15,40 bis 15,60, Leintuchen 22,40 bis 22.60, Trockenschnitzel 10,40 bis 11, Torfmelasse 9,60 bis 9,65, Kartoffelflocken 23,80 bis 24 Mk. Speziell veraltetes Rheuma, auch Gicht, kann nur durch Mittel bekämpft werde«, die stark harnfäurelösende Eigenschaften besitzen. Der echte Äroga-Extrakt liniert die Schmerzen und bringt die harnsauren Salze zur Ausscheidung. Uroga-Ettrakt ist in Flaschen zu 60 Gramm in den meisten Apotheken zu haben, sicher in der Universitäts-Apotheke zum goldenen Engel. Die Bestandteile find auf der Packung angegeben. 5862« Fraulein Fob. Roman von Anders Eje. 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Denn diese Wirtin ist Fräulein Karoline Thorben, die Schwester der Exzellenz und die Tante Fräulein Fobs. Sie hört das Rädergesaus eines ihrer Wagen immer schon von weitem und versäumt niemals, selbst auf die Treppe zum Empfang zu kommen. Sie tritt heraus auf die Treppe mit ihrer ernsten Miene und ihren lustig blinkenden Augen, und alle, die kommen, — mag es ein Rotar oder ein Prinz sein — begrüßt sie mit den gleichen Worten: „Willkommen auf Carolyi. Llnd jetzt kümmern Sie sich selbst um alles I" Als Exzellenz Thorben seiner Schwester mit leichter Hand die Villa Carolyi schenkte, mit dreihundert Morgen Aecker, Wiesen, Park und Wald, Gobelins, Teppichen und Kronleuchtern, stand in der Schenkungsurkunde nichts von den Absichten dieses Präsentes. Filimon Thorben hatte aber seine Gründe, warum er seiner Schwester nicht ein Palais in der Hauptstadt schenkte. Radikal bis in die Fingerspitzen, tolerant bis an die äußersten Grenzen des Skandals, erkannte er trotzdem die Gefahr einer eventuellen Schule im Herzen des Landes, die Schwester Karoline als Leiterin und spiritus rector hätte. Der Kauf der Villa Carolyi war also streng genommen ein Opfer an die verwünschte Konvention, aber da er gleichzeitig auch als ein gutes Geschäft betrachtet werden konnte, beruhigte sich das Gewissen der Exzellenz. Als er dann sah, wie sich die Llmgangsformen in der Villa Ca° rollst gestalteten, war er herzlich froh, daß die nächste kleine Eisenbahnstation sieben Kilometer weit entfernt lag. Fräulein Karoline hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Ehe zu bekämpfen. Sie betrachtete das Eheversprechen als den Höhepunkt alles Humbugs, — daß der eine Mensch versprach, den anderen in Lust und Leid und für alle Zukunft zu lieben, erschien ihr nicht nur unrecht, sondern auch lächerlich. Mit der gleichen Aussicht auf Verwirklichung konnte der Pfarrer in der Kirche aufstehen und seinen Brüdern im Glauben Sonnenschein und schönes Wetter für den Johannistag 1930 versprechen. Aber so dumm war lein Pfarrer, sagte Fräulein Karoline, trotzdem sie die Intelligenz der Pfarrer gar nicht hoch einschätzte. Was die Ehe selbst betrifft, war sie die unmoralischste Einrichtung einer veralteten Gesellschaftsordnung. Sie lud nur zu Zwang, Verstellung und Falschheit ein, wenn nicht die Ehrlichkeit der Vertragschließenden zu täglichen Auftritten führte oder zum einzig Vernünftigen und Moralischen, zur Scheidung. „Was veranlaßt denn," fragte Fräulein Karoline, „einen Mann gewöhnlich, sich nach einer Frau umzusehen? Ganz das gleiche, das seine Wahl entscheidet, wenn er sich ein Mittagessen bestellt oder eine Wohnung mietet, sein Geschmack, seine Gewohnheiten, seine Sympathien. Alles dies sind aber veränderliche Faktoren, und das weiß auch jeder vernünftige Mann. Auch wenn er Lachsmayonnaise über alles liebt, auch wenn er sich am wohlsten bei Tapeten in dunklem Vurgunderrot fühlt, fällt es ihm doch niemals ein, die Speisekarte oder den Mietkontrakt für Lebenszeit zu schreiben. Aber der ehelichen Lachs- mayonnaise soll er ewige Liebe schwören, auch wenn er ahnt, daß er schließlich keinen Vissen mehr davon nehmen kann. Bluff, Humbug....." Dies war die theoretische Seite der Sache. Für die praktische hatte Fräulein Thorben soviele Beweise, daß sie mit ihnen das ganze obere Stockwerk der Villa füllen konnte. Der Ordnung halber teilte Fräulein Fobs Tante die Ehe in drei Klassen ein: die offenbar unglücklichen, die heimlich unglücklichen, und die scheinbar glücklichen. Gegen die beiden ersten Kategorien hatte sie nichts einzuwenden, gegen die letzte hegte sie Mißtrauen, ja beinahe Hatz. Den Mann (ober die Frau), der nicht von der Veränderlichkeit der Gefühle überzeugt war, sah sie als einen unglaublichen Humbug an, und jeder Humbug hatte in ihr einen unversöhnlichen Feind. Lieber Gatten, die nach fünfzehnjähriger Ehe noch immer zärtlich aneinanderhingen und sich Kosenamen gaben, konnte Fräulein Karoline nutzer sich vor Zorn und Verachtung geraten. Sie nannte sie pervers und konnte sich Tage und Rächte lang anstrengen, um sie zu enthüllen. Es mußte, sagte sie, irgendein organischer Fehler an ihm oder an ihr sein, der sie nicht einmal nach zehnjähriger Ehe sich aus ihrem Rest heraus sehnen ließ. Der Propaganda des Fräulein Karoline (die darauf ausging, beabsichtigten Ehen vorzubeugen und die scheinbar glücklichen zu enthüllen) waren auch die ästhetischen Gesichtspunkte nicht fremd. Ein Ehepaar, Arm in Arm, schweigend, mit sauren und vergrämten Mienen, war der richtige Anblick für ihr Herz, — ebenso wie ein Paar junger Menschen, die ein von der gesellschaftlichen Moral verpöntes Glück genossen. Seht, rief sie aus, seht und vergleicht! Kann man sich etwas Unappetitlicheres denken, als die zwei dort mit den Eheringen und den unbezahlten Rechnungen. Erinnerst du dich, datz du versprochen hast, mich in Leid und Freude zu lieben? Sie: vergiß nicht, was du mir als deiner Frau schuldig bist, er: weiht du noch, was ich von dir zu fordern berechtigt bin, entweder du willst, oder nicht. Ist das nicht ekelhaft, aufreizend, widerlich? Lind dann die beiden andern, die den Gesehen und der Moral die Spitze zu bieten wagen, deswegen, weil sie ehrlich gegen ihre Gefühle sind. Ich fühle wahrhaftig eine sündhafte Lust, sie gu umarmen, sagt Fräulein Karoline — oft nur deswegen, weil sie so schön sind, wie sie dahingehen. Hätte ich Filis Geld, würde ich mehrere tausend Zweizimmerwohnungen für liebende Paare möblieren, weil es ganz einfach haarsträubend ist, daß es anständige Hotels gibt, die ihnen die Aufnahme verweigern. Aber trotzdem Fräulein Karoline nicht Filis Geld hat, ist sie dennoch nicht untätig. Sie sollten ihre Sammlung aufklärender Dokumente sehen. Dor allem hat sie die Kamera in den Dienst ihrer Arbeit gestellt, schließlich auch die Filmkamera, die lautlos arbeitende Filmkamera. Sie besitzt über zwölftausend Photographien von Situationen, die einen handgreiflichen Beweis von ebensoviel unglücklichen Ehen geben, und fast achttausend Porträts von unverheirateten älteren Männern, deren Angesicht von Zufriedenheit strahlt. In dreißig Dokumentenschachteln liegen die Berichte von unglücklichen Ehen aufbewahrt. Das sind Spuren, die erschrecken, — oder dltz die Heiratslustigen mindestens erschrecken sollten, und doch hat Fräulein Karoline mit ihrem Beweismaterial keinerlei Triumphe gefeiert. Alle Verlobten im Lande hatte sie eingeladen, ihre Sammlungen zu betrachten, der Zustrom von Gästen auf Carolyi ist aber bisher über den Freundes- und Bekanntenkreis nicht hinausgegangen. Fräulein Karoline wartet tatsächlich den Augenblick ab, da ihr Material ihr Gelegenheit geben wird, ihre Propaganda auf die gesetzgebende Versammlung des Landes zu übertragen. Auf den Film als Erziehungsmittel seht sie die größten Hoffnungen. Filimon Thorben hat immer die größte Eile, außer wenn er mit Fob beisammen sein kann. Seine Schwester hat daher ihren Bruder in ihre eherevolutionären Pläne noch nicht richtig ein« weihen können. Ein einzigesmal hat er sie ganze zehn Minuten angehört. „All right," nickte der alte Fili, während Karoline Atem schöpfte, „ich verstehe dich vollständig. Du willst die Ehe abschaffen, sowohl die kirchliche wie die bürgerliche. Meinetwegen. Aber was willst du an ihre Stelle sehen?" Fräulein Karoline war auf diese Frage vorbereitet. „Den Vertrag. Einen Vertrag zwischen beiden Teilen auf höchstens ein Jahr,-.mit gegenseitiger sechswöchentlicher Kündigung.'Einen Vertrag mit Klauseln über Kinder und Versorgungs- Pflichten und alles andere Wirtschaftliche. Aber nur nichts von ewiger Liebe!" „Tja," schmunzelte der Finanzminister, „wenn du nur nicht eine anständige staatliche Stempelabgabe vergißt .....“ „Daran habe ich auch schon gedacht." antwortete Karoline ernst, „die Große der Stempelabgabe mühte in einem gewissen Verhältnis zur Geltungsdauer des Vertrages stehen. Aber dies auszurechnen wird deine Sache sein. Die Hauptsache ist, daß man die Stempel in allen Zigarrengeschäften der Stadt erhält, und daß mindestens ein paar Zigarrengeschäfte in jedem Stadtteil auch noch am späten Abend offen sind." (Fortsetzung folgt.) 6665D An samt!. Festtagen Konzert, Tanz und Volksbelustigungen W WWsWlel M NWlk CN Schlafzimmer Küchen Gäste willkommen. 6667V Einzelmöbel Kein Ladenl Zahlungserleichterung! 6619a 10 2 Speisezimmer Herrenzimmer Montag, den 13. Juli Uhr: Frühschoppenkonzert Uhr: Festzug und Iugendfest. 1925 aus der Festwiese. Sonntag, den 12. JuN Ab 6 Uhr: Weckruf V27 Uhr: Saalkonkurrenzen 1 Uhr: Großer Preis-u. Schmuckkorso Uebergabe des Gaubanners. finden Sie in jeder Preislage und reichster Auswahl" in meinen Ausstellungsräumen Taschen-Vrauer Stammhaus Offenbach a. M. Samstag, den 11. Juli: 4—8 Uhr nachmittags: Optisch-mechanische Ausstellung von Firmen der Wetzlarer Industrie. Neuheiten auf dem Gebiete der wissenschaftlichen und technischen Mikroskopie, von photographischen, mediz. und Lichtbildapparaten usw. mit Vorführungen (4 — 6), (öffentlich). 6 Uhr nachmittags: Festsitzung. - Vortrag von Professor Dr. Scheumann (Gießen): „Optische Bilder vom Bau und von den inneren Zuständen mineralischer Körper“. Vortrag von Professor Dr. W. J. Schmidt (Bonn): „Die Bedeutung des polarisierten Lichts für die mikroskopische Untersuchung von Lebewesen“. Sonntag, den 12. Juli: 9—12 Uhr vormittags: Optisch-mechanische Ausstellung mit Vorführungen (9 — 10.30), (öffentlich). 10.45 Uhr vormittags: Festsitzung in der Neuen Aula. Vortrag von Professor Dr. Gürtler (Charlottenburg): „Die neueren optischen Untersuchungs-Methoden der Metalle, besonders des Eisens“. Vortrag von Professor Dr. Gehlhoff (Berlin): „Moderne elektrische Beleuchtung“. 3.30 Uhr nachmittags: Fortsetzung der Festsitzung in der Neuen Aula: Vortrag von Dr. Lihotzky (Wetzlar): „Aufbau und Technik eines Kinoapparates“. Vorführung von Filmen der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen durch Diplom-Landwirt Storz (Ludwigshafen): 1. Bilder aus den Stickstoffwerken Oppau und Leuna; 2. Filme über das Wachstum von Mais und Tabak; 3. Eine größere Anzahl von Filmen über das Wachsen und Blühen von Blumen. in Lollar verbunden mit 3vjährigem Jubiläum und Bannerweihe des Radfahrer-Vereins Lollar 1895 Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) Gau-Sommerfest ä Samstag, den 11., und Sonntag, den 12. Juli 1925: Hauptversammlung und Festsitzung in Gießen (Vorlesungsgebäude, Ludwigstraße 23) am 11., 12. und 13. Juli Samstag, den 11. Juli Ab 4 Uhr: Empfang der auswärtigen Vereine und Gäste Saalkonkurrenzen, Kommers, Ehrung der Gründer. KOFFER in Holz, Leder, Vulkanfiber u. Hartpappe Reisetaschen-Rucksäcke sowie alle übrigen Lederwaren. Einzelverkaus: Gießen 6526V nur 21 Marktstrabe nur 21 Größtes Spezialgeschäft am Platze. Möbelfabrik Karl Hahn, Gießen Löberstraße 17 Leistungsfähige Fahnenfabrik würde hierfür ein Kommijfionslager in Kähnen und Deioraiiomartiieln erstellen und an den 10 letzten Tagen eine branchekundige Verkaufshilfe stellen. Tapezier-, Möbelgeschäfte oder sonst einschlägige Geschäfte, wenn möglich mit Laden zum Ausstellen, belieben sofort Angebot zu machen. Cilofferte unter 05759 an den Gietzener Anzeiger erbeten. Chaiselongues, Diwans und Auflegematratzen in bekannter Güte liefert billigst Franz Bock Polsterwerkstatt für Neuanfertigung u. Reparaturen Liebigstraße 93 8M3D Telephon 2432 C. Rübsamen, i-i Fernsprecher 1659. Wer verleiht einen mittleren fahrbaren Steinbrecher für ca. 500 cbm Kleinschlag herzustellen mit einem Mann zum Bedienen desselben? Schriftliche Angebote unter 66290 an den Gieß. Anz. erbeten. fff, 158 L LS *6M m s' ordnumMtie, in kr und der Reich! derholt de; Wort ' Vorsitzende hergt den ßrflärungen de fierung im Äe lobalb bie 2Jerl)anbl dcnoiMnöe Sntmo qedichen sein würde. Auswärtigen Ausschu Ein des AusWäi Die Anta> Berlin- SJ f -Sä Sen solle, u. ' § oor Abie Tauf die srE S. Ausschuß m " G tint« * * i, tinnlen 1WW teils zur Die Regierung E-erAeichstag- |fc zweckmäßig, t)‘ Ich, datz nach der Plenum angezeigi Bei einer M sendung n# * dann im M 6ct aus WW £ Sraud), derartige niit dslamitzugeben, Sie auch der Reg bei der Bedeutung nicheMitwirku awmtne Fühlunc Berlin, 9. Jul schuh des Reichstags Dienstag, den 14. Ju Abrüstun Ein fraiij >ns,8.Suli. eyWait ge au i AufchvW: Nur m Mihver »neben. verewi. Dionen, besonders' iene wendigerwch aus Moren wird, bir 7,^.-?^ Manche. ^Ml"nd ertrag Artikel 227 bis 2 leaen Artikel 231 öer folgende ist.- ... Die alliierten u Jwn und Seulsck S, seine Dc test «litten h bah m ''e ab d°r u7d „^ris drotestjp/ Nlc N i t e Ei IhtungJ halt Ito ™ Mi se Ää? MD di« bie‘lJ.cl 23 ft* 18 zury^nier Mm* 6,10811