llr. |3( Erstes Blatt 175. Zahrgang Montag, 8. Juni 1925 Grfcheml tagho#, außer Sonn, enb feiertags Beilagen: ©iebenerjjomilienblätter Heimat im Bild Monatr-kezuerprel». 2 Goldmark u *20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Richterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlllsfe: Schriflleitung 112, Her« lagundGeschöftsstellebl. 2lnschrift für Drahtnachrichten: rlnzelgerkieben. povscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. nittot ViIIl IiIlIIIlI Zill iLIULL V>VIIVIIVt General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche UniverfitälL-vuch- und Lleindruckerei R. Lange in Sieden. Zchriftleilung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. llnnahme von Änjeigtn für die lagesnummcr bis zum ‘Jladimütag vorher ohne ledeBerdindlichsteit. 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Aus dem vom Leiter der Geschäftsstelle des „Saarvercins", Berwaltungsdireltor Bogel, Berlin, erstatteten Bericht über die Tätigkeit des Bundes ergibt sich u. a., wie Frankreich durch die Saarregierung langsam aber sicher das Saargebiet mehr und mehr zu einer rein innerfranzösischen Angelegenheit umzugcstalten versucht, wobei ihm die Eingliederung des Saargebietes in daS französische Zollregime außerordentlich förderlich ist. Wie Frankreich in den besetzten Gebieten alle Maßnahmen gegen die deutschen Interessen mit der Sicherheit der Besatzung begründet, so werden im Saargcbiet derartige Maßnahmen mit dem ihm im Saarstatut zugestandenen Recht ungehinderter Ausbeutung der Saargruben begründet. Dabei handelt eS sich nicht nur um rein wirtschaftliche, sondern Im weit größerem Maße um politische und kulturelle Dinge, denn Frankreich hat den beherrschenden wirtschaftlichen Einfluß der Saargruben dazu benutzt, um einesteils eine Art separatistische Bewegung bit i den Saarbrnd zu inszenieren und zum andern französische Schulen ins Leben gerufen.. Aus diesem und vielen anderen Vorgängen drängt sich die Desürch« tung auf, daß Frankreich im Verlaufe der bis zur Abstimmung vorgesehenen 15 Jahre dem Saargebiet einen in wirtschaftlicher, politischer, wie kultureller Beziehung völlig veränderten Charakter zu geben bemüht ist, der, wie In der oberfchlesischen Frage das Abstimmungsergebnis, der Bevölkerung wesentlich zu Zugunsten Deutschlands beeinflussen könnte. Don Bedeutung ist auch die Stellung, die in dem Bericht zur Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund genommen wird. In führenden politischen Kreisen des Saargebietes neigt man immer mehr der Auffassung zu, daß Deutschland sich nicht aus Rücksicht auf das Saargcbiet zu einem voreiligen Eintritt entschließen dürfe. Die Erfahrungen, die die Saarde'egatior.en in Gens gemacht haben, zeigen, daß der überragende Einfluß Frankreichs im Bölkerbund auch in Zukunft vorhanden sein wird. Deshalb würde die eine deutsche Stimme im Bölkerbunds- rat kaum das Schicksal der Saargebietsbevölkerung ändern können. 3m übrigen ergab sich aus dem Bericht, daß durch den Saarverein die eng st e Fühlung zwischen dem Saargebiet und dem übrigen Deutschland nicht nur aufrechterhalten, sondern weiter gefestigt worden ist. Hierauf wurden Telegramme des Reichspräsidenten v. Hindenburg und des Reichskanzlers Dr. Luther an dei Saarverein bekannt gegeben. Die Stadt hatte aus Anlaß der Tagung reichen Ffaggeaschmuck angelegt. Jahrtausendseier in Duisburg. Dr. Jarres jnr Ränmnngsfrage. Duisburg. 7.3uni. (WB.) Den offiziellen Auftakt zur 3ahrtausendkeier in Duisburg bildete die Enthüllung des wicdererrich- teten Binckc-Denkmals in Duisburg-Ruhrort, die der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg Dr. Jarres im Beisein zahlreicher Vertreter der Reichs- und Landesbehördcn sowie der in- und ausländischen Presse vollzog. 3n seiner Rede betonte der Oberbürgermeister insbesondere die Zusammengehörigkeit des Rheinlandes und des Deutschen Reiches. Wir wollen, und dürfen betonen/daß wir nach den völkerrechtlichen Abmachungen ein Recht auf Befreiung haben und daß wir die Einhaltung der Abmachungen mit dem bitterer'. Ernste eines Anrecht erduldenden Volkes erwarten. Wir erinnern uns, bei der heutigen Feier dankbar der Segnungen, welche der preußische Staat uns und dem Rheinland gebracht hat. An die D e n k m a l s c n t h ü 11 u n g schloß sich ein gemeinsames Mittagessen in der Städtischen Tonhalle. Dr. 3arres erinnerte an die Bedeutung des 16. 8. für die Slädle Düsseldorf und Duisburg. Am 16. 8. 1921. führte der Redner aus, ist zwischen den Vertretern Deutschlands. Frankreichs und Belgiens, vertreten durch ihre ersten Minister, ein Memorandum sestge- stcllt worden, in dem es heißt, daß diese Minister namens ihrer Regierungen sich verpflichten zu der Räumung des Sank- tionSgebietes gleichzeitig mit der Räumung des Einbruchgebietes. Am 19. 8. hat der damalige englische Ministerpräsident Macdonald erklärt, daß er die Gründe, welche seinerzeit im 3ahre 1921 nach der Auffassung der englischen Regierung zur Besetzung der Städte Düsseldorf und Duisburg geführt hätten, als längst toeggcfallcn betrachte. Faßt man das zusammen, sieht man diesen ganzen Schriftwechsel, so lann kein Zweifel daran fein. Die XI. irren in China Berlin, 7. 3unl ($H.) Die chinesische Ges andschaft in Berlin Hit folgende Mitteilungen über die Vorgänge in Shanghai aus- gegeben: Als b.i dem Versuch der gewaltsamen Unterdrückung eines Streikes, chinesischer, in japanshei Dnumwo ls inner ien bZchäftigtcn Arbeiter ein ge von d esen verwundet worden waren haben chinesische Studenten am 30. Mai e nen Demonstra- tionszug durch de Streßen Scha-g^ais unternommen. Die ausländische Polizei hat. ohne den Versuch zu macken, den Zug in Ruhe aufzulösen, das Feuer eröffnet, wobei 11 Personen — Manifestanten und Pa Zanten — getötet und 16 verwundet wurden. C toa 40 Personen wurden verhaftet. Am 1. 3u i wurden 3 Personen getötet und 17 rerwun ^et Dieses Vorgehen der ausländischen Polizei war, besonders mit Rücksicht auf das De!ha'ten der Studenten, die unbewaffnet waren und lediglich eine Manifestation gegen die schlechte Behandlung der streikenden Arbeiter unternehmen wollten, in keiner Weise gerechtfertigt. Diese Manifestation war aus pa rioti- schen und aus Gerechtig'eitsge'ühsen unternommen worden und konnte demnach keinen fremden, feind ich en oder kommunistischer Ch-rakter haben. Deshalb h den di: bedauerlichen Vorgänge, für die ausschl.eh ich die ausländischen Behörden die Verantwortung zu tragen haben, enrn gewaltigen Wiederhall in ganz China gefunden und alle Chinesen mit Empörung erfüllt. Der Generalstreik In Schanghai ist beschlossen worden. Am 1. 3uni hat das Auswärtige Amt in Peking an die Vertreter der beteiligten Mächte eine Protestnote gerichtet, in der die sofortige Freilassung der Verhafteten verlangt und Geltendmachung von Forderungen nach Feststellungen an Ort und Stelle Vorbehalten worden sind. Zwei Kommissare sind zu diesem Zweck sofort nach Schanghai entsandt worben. * Die chinesische Regierung hat an die Gouverneure aller Provinzen die Aufforderung gerichtet, die Kaufleute, Arbeiter und Studenten zur Ruhe zu mahnen bis der Konflikt auf diplomatischem Wege gelöst sei. Das diplomatische Korps hat beschlossen, einen Untersuchungsausschuß nach Schanghai zu entsenden, um die Gründe zu erforschen. die die Streikbewegung hervorgerufen haben. An die Spitze dieses Ausschusses wurde der französisch: Gesandtschastsrat T r i d i e r gestellt. Europäische Truppenlandungen Schanghai, 7. 3unl (Havas.) Die Zahl der gelandeten Marineinfanterie und Matrosen, die die Ordnung aufrechterhalten sollen, beträgt etwa 1500 Mann. Diese Streitkräfte werden durch einen englischen, einen französischen und einen italienischen Panzerkreuzer, sieben amerikanische Torpedoboote sowie englische, französische und japanische Kanonenboote Dcrftärtt. Das Eintreffen von 400 amerikanischen Marineinfanteristen wird erwartet. Die Arbeit wurde zum Teil wieder ausgenommen. (Eine Schlacht vorKanton Bedrohte Lage der Ausländer. Kanton, 7. 3unt (Reuter.) Die Vünnan- ©enerale 3 anghsimin und Lautschun - toan, die sich als Anhänger der 3deen Suny- atsens bezeichnen, haben die Bchörden ausgesor- dert. die Truppenbewegungen in Öen östlichen und westlichen Fluhbezirken einzustellen. Die Behörden erklärten darauf beide Generale für a b g e - seht und ernannten General Tschupeiteh zum stellvertretenden Führer der Bünnan-Streit- kräste. 3anghsimin beantwortete diese Maßnahme der Behörden mit der Besetzung der Residenz des Gouverneurs, der Telephon- und Telegraphenämter und der elektrischen Licht- und Kraftwerke. Die Telegraphenlinie nach Hongkong wurde durchschnitten. Rach den neuesten Meldungen hat der Kampf zwischen den Pünnan- und Kanton- leuten begonnen. Die Kanonenboote der Kantonleute eröffneten das Feuer auf die Pünnan-Leute, das von diesen lebhaft erwidert wurde. Das Gefecht, das sich in der Rähe derZementwerke abspielte, dauerte fast zwei Stunden. 3n den d ft l i cf) e n Vorstädten Kantons werden Schützengräben ausgeworfen. Der amerikanische Geschäftsträger in Peking hat auf Weisungen hin, die er von hier erhalten hat, die amerikanischen Bürger angewiesen, die Vorstädte Kantons zu verlassen. Der britische Generalkonsul in Tschingkiang bei Hanking telegraphierte gestern: »Aufruhr im Konzessionsgebiet! Kann Flotte Hilfe schicken?" Aus späteren Meldungen geht hervor, daß aufrührerische Studenten drei Häuser im Konzessionsgebiet zerstörten, und daß sich die mit dem Schutz der Ausländer beauftragte ch i n e f i - schePolizei als vollkommen, unbr au ch- bar erwies. Der chinesische Oberbefehlshaber entsandte schließlich nach dem Schauplatz der Unruhen Truppen, die die Ordnung wiederher st eilten. Die Frauen und Kinder der Ausländer kehrten darauf von den Schiffen, auf denen sie Zuflucht gesucht Zhatten, wieder an Land zurück. Rach den in der vergangenen Rächt eingegangenen Rachrichten ist die Lage wieder ernst. Das amerikanische Kriegsschiff Paul 3ones wird gegenwärtig in Tschinkiang erwartet, wo am Montag auch ein britisches Kanonenboot eintreffen soll. daß nach dem Londoner Pakt die Städte Düsseldorf und Duisburg am 16. 8. d. 3s. spätestens geräumt sein müssen. Wir erwarten, daß dirse Ausführungen strikte gehalten werden. Minister H i r t s i e f e r sprach die Hoffnung aus, daß die Zeit bald wiederkommen möge, wo wir offen und frei fingen dürfen: Deutschland, Deutschland Über alles, und wie eine Antwort des neutralen Auslandes auf den Wunsch des preußischen Ministers erschien allen Anwesenden die Aufforderung des Konsuls der Riede r l a n d e. Oberst a. D. van L i t h , mit ihm das Lied anzustimmcn: Deutschland, Deutschland über alles. Mit größter Begeisterung leisteten alle Festteilnehmer dieser Aufforderung Folge. Dr. 3 a r r e s dankte dem Konsul für seine warmen Worte, wobei er besonders den von van Lith gesprochenen Satz: Die Seele des Rheinlandes wird wohl niemals besetztes Gebiet werden, unterstrich und schloß mit einen! Hoch auf die Riederlande Die neue Novelle zur perfonalabbauverordnung. Berlin. 6. 3uni. Die neue Rovelle zur Personalabbauverordnung sieht, toi:- das W.T.B. erfährt, folger de Verbesserungen vor: 1. Gänzliche Aufhebung der für die Beamten und Angestellten geltenden Abbaubestimmungen. 2. Völlige Beseitigung der Pensions- kürzungsvorfchri'sten. 3. Gewährung von Abfindungssummen an verheiratete weibliche Beamte, die aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden. 4. Hinaufsehung der Mindestwarte- geldgrenze und des Höchstbetrages des Wartegeldes. 5. Einschränkung der Einstellungssperre und besondere Berücksichtigung der Der- forgungsanwärter und der Schwerkriegsbeschädigten bei der Einstellung von Beamten. 6. Gewährung von Witwen- und Waisengeld an die Hinterbliebenen e nes v r'rorb.nen Ruhegehaltempfängers, der sich errt nach der Pensionierung verheiratete. 7. Gewährung von Witwenbeihilfe an schuldlos geschiedene E hef, auea v rstorbsner Beamten oder Ruhegehaltsempsänger. 8. Gewährung der Witwengeldf^eihilfe an wiederverheiratete witwengeldrerechtigie Witwen im Tod^salle des zweiten Mannes. Da diese Verbesserungen nicht ohne Einfluß auf die Rechte der Lände r-und Gemeindebeamten bleiben werden, war di: vo-he.ige Beteiligung des Reichsrates geboten, um so e ne gleichmäßige Behandlung der Reichs beamt en mit Sen Länder- und Gemeindebeamten zu erzielen. Frankreichs Verträge mit Polen und der Tfchecho-Slovakei. London. 6. 3uni. (TU.) „Manchester Guardian" veröffentlicht heute den französisch- polnischen und den französisch-tschechischen Vertrag vom 19. Februar 1921 bzw. vom 25.3a- nuar 1924. — Der französisch-polnische Vertrag stellt fest, daß beide Regierungen von dem Wunsche beseelt seien, durch Aufrechterhaltung der gemeinsam unterzeichneten Verträge Den Frieden Europas, die Sicherheit und die Verteidigung ihrer Territorien und gegenseitigen politischen und wirtschaftlichen 3ntereffen zu garantieren. Dann heißt es: Art. 1. Die beiden Regierungen verpflichten sich, sich über alle die beiden Staaten interessierenden Fragen der auswärtigen Politik ins Benehmen zu setzen. Art. 3. Wenn im Widerspruch zu den Voraussetzungen und den ehrlichen friedlichen Abllch- ten die beiden Parteien ohne Herausforderung angegriffen werden, werden Oie beiden Regierungen in Besprechungen eintrc- ten. um ihre Territorien und ihre berechtigten 3ntereffen zu verteidigen. Art. 4. Die beiden Regierungen verpflichten sich, vor dem Abschluß von neuen Vereinbarungen, die ihre Politik in Ost- und Mitteleuropa betreffen, sich mit einander ms Benehmen zu sehen. Unterzeichnet ist der Vertrag von Driand und Eapieha. Wie „Manchester Guardian" hierzu bemerkt, ist man im allgemeinen der Ansicht, daß Art. 3 durch eine französisch-polnische Militärkonvention ersetzt worden sei, deren Bestimmungen noch gebeimgehalten würden. — Der' französisch-tschechisch: Vertrag will die bestehende internationale Ordnung aufrechterhalten. Aus Dem Barmata sschuß Vernehmung des Netchökanzlerö a. D. Vauer. Berlin, 6. Juni. (WTB > Der Unter- suchungsausschuß des Reichstags für die Mrebit- gewährung an Barmat-Kutifkei ist be mengetreten, um sich mit Den Kapiteln F.ttste'le und „Demo“ weiter zu beschäftige» Der 'Jor- sitzende Sänger gibt zunächst Stenn Ink- cor, ?cr in München erfolgten tommiisarischeu --v mung des deutschen 'Angestellten, der früher i i der holländischen Firma Schi ppm o e l i • in Amsterdam beschäftigt mar. Diese Firma »rhiilt von der Amexima, oder auch von Julius B a r • mat persönlich den Auftrag, Liebesgabe n an etwa 12 bis 17 Personen in Deutschland zu senden. Die Sendungen erfolgten in regelmäßigen Abständen von 14 Tagen bis vier Wochen. Die Empfänger waren unter anderem Abg. Wels, Geh. Rat Ruhe, Fra» Marga Hellwig, Heilmann und Postmimstcr H ö f l e. 3m weiteren Verlauf legte Reichskanzler a. D. Bauer Aum Kapitel „D e m a“ Zeugnis ab. Die Anneekonservenfabrik in Hasseihorst sei mit Zustimmung des zuständigen Staatssekretärs und der Ministerialdirektoren in die Industrie-Abteil»' g des Reiches überführt worden 3m Sommer 1922 wurde sie durch deren Fusion mit der „Brema", einer bremischen Margarinefabrik, mit 'Beteiligung des Reiches umgeroanbclt worden in die „Demo". Heber die Einzelheiten sei er nicht unterrichtel. Rach der Umstellung sei Die Sorge aufgetreten, wie Die Mittel für die benötigten Rohstoffmcngcn beschafft werden können. Er habe den Ministerialdirektor Kautz darauf hingewiesen, daß er e i n (n A u s - länder kenne, der seines Erachtens k a p i talträf4ig genug sei, um die benötigten Kredite zu verschaffen. Er habe dabei an B \i r« mat gedacht, aber darauf hingewiesen, daß Bar- mat immer viel oerdie nen wolle und daß mit ihm nur abgeschlossen werden solle, wenn die Bedingungen akzeptabel seien. Kautz habe bann auch einenV ertrag mit fBarmat abgeschlos - s e n. Barmat habe bann bie Rohstosflieferungen übernommen unb biefe Waren kreditiert. 3d) bin bann im November 1922 aus dem Staatsdienst ausgeschieben, bfieb aber als Mitglied des Aus. sicht-, rats mit der „Demä" in Verbindung. Es ist in Den Aufsichtsratssitzungen immer ancriannt worden, daß Barmat seine Verpflichtungen gegenüber Der „Demo" exakt erfüllt habe. 'Barmat machte Dann Den Versuch, höhere Zinssätze für feine KreDite von Der „Demo" zu erhalten. 3ch habe mich aber im Aufsichtsrat enischieDen Dagegen ge- roanDL 3m Sommer 1923 hatte die „Dema" sich einen eigenen Rohstoff-Apparat geschaffen. Sie deckte ihre Verpflichtungen bet 'Barmat und l ö ft e bie Krebitbeziehungen zu ihm. Auf Fragen des Vorsitzenben erklärte Der Zeuge Bauer, Daß auf Ersuchen Der „Dema" Die Reichsbank 1922 einen Ärebit für bie „Dema- zur Verfügung stellte, bei ber bie „Amexima" von ber Reichsbank als ausreichenbe Girantin angesehen würbe. Mit Hilfe bieses Krebites sei es Baarmat möglich gewesen, sich mitunter auf seine „Dema"°Wechsel (Selber zu verschaffen. Er, ber Zeuge Bauer, unb Ministerialbirektor Kautz hätten von Barmat 1923 je breihunbert „Dema - Aktien erhalten. Diese „Dema"-Aktien besitze Bauer jetzt noch. Sie hätten gegenwärtig einen Gesamtwert von 600 Mk. 600 Mk. Blutiger Zusammenstoß in Teltow. Berlin, 7. 3uni. (WTB., Als btt Schutzen- gilbe von Teltow bei Berlin anläßlich ihres Schützenfestes einen Um,|ug burch bie Ortschaft veranstaltete, kam es zwischen Teilnehmern bes Zuges unb Mitgliedern des roten Frontkärnpferbundes, ber ebenfalls in Teltow ein Fest feierte, zu schweren Zusammenstößen, bei benen als Wurfgeschosse Flaschen unb Steine eine Rolle spielten. Schutzpolizei unb ßanbjäger griffen in Die Schlägereien ein, wobei schließlich auch Schüsse fielen. Als Die Beamten mit ihren Gummiknüppeln nichts mehr ausrichten konnten unD einige von ihnen bereits verletzt waren, mußten sie von Der Schußwaffe Gebrauch machen. Ein Toter unb neun Schwer- verletzte blieben auf bem Kampfplätze liegen. Sie gehören bem roten FrontkämpferbunD an. Aber auch Die Gegenseite, sowohl Die Polizei als Die Schützengilbe, bie ber Polizei zu Hilfe geeilt war, batte eine große Anzahl Verletzter. Wie Die Blätter betonen, hatte Der Die Polizei anführenDe Ober- l a n b j ä g e r Die anbringenDen Kommunisten mit lauter Stimme zum Zurückweichen aufge- f o r b e r t, ba er sonst genötigt fei, von Der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Erft als diese« Austor« berung nicht Folge geleistet würbe, gab Der Ober» lanbjäger-Den Befehl, scharf zu schießen. DasRegierungsjubilo. m bes Königs von Italien. Rom, 7. 3uni. (Agenzia Stefani.) 3talien feiert heute bas 25jährige Regierungsjubiläu.n Des Königs Bittorio Emanuels. Roch bis gestern abend rourDe an Der festlichen Ausschmückung oer StaDt fieberhaft gearbeitet. Heute prangen alle Straßen im Schmuck unzähliger Fahnen, GirlanDcn unb Plakate, auf Denen bie Bebeutung bes heutigen Tages zum Ausdruck kommt. Das festliche Bilb wird belebt burch Die unzähligen, aus allen Teilen bes Landes eingerroffenen Abordnungen ber Provinzial- unb Kommunalbehörben, ber politischen unb wirtschaftlichen Bereinigungen aller Berufe unb Stände, 1 Dürgermeisterwahl zu Grünberg. seinen Dormitl Fr k Bureaus verlassen, da die Behörden mit 1 Fran Lullen, Schafe, 1 ger Form Danziger Bericht des nones de Einfuhrbeschränkungen in vorsichtt- empfehlen werden. Bezüglich der Frage wird mit Spannung der spanischen Ratsmitgliedes üui« Leon, der zugleich den Borsih Äninch Taus, die Rk iogenan ie 1000 oollm . wesens lassen, Summ Rück- der £ in unse Die Urheber des, wie neuerdings bekannt wurde, nicht gegen König Alfons, sondern gegen General Primo de Rivera geplanten Anschlages sind vom Kriegsgericht bereits a b g e u r t e i l t worden. Vier der Angeklagten feien zu 20 Jahren Gefängnis, die beiden anderen zu geringeren Freiheitsstrafen verurteilt worden. Alle wegen des Mordes an dem ägyptischen S i r d a r Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, außer dem Führer des Automobils, in dem die Mörder geflüchtet waren, der zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Rach der Urtcilsfällung veranlaßten einige Gefangene eine Lärmszene, so daß sie gewaltsam entfernt werden mußten. Zacmslä slellunge togabcnl wieder i nehmn Mise i teils k standen erfüllt innerui mit ihr eine b wurde; besonder wurde. Anzahl den. Dc bete dei Gelingen gewährleistet ist, muß diese Expedition mit der größten Sorgfalt ausgerüstet werden. Die Studiengesellschaft hält ein Luftschiff von 1 5 0 0 0 0 Kubikmeter Inhalt mit spezifischen Einbauten für die wissenschaftlichen Aufgaben, mit einer vollkommenen Polarausrüstung für die gesamte Besatzung Und mit einer starten Funkstation für notwendig. Bisher sind olle wissen- schaftlichen Voraussetzungen für ein Gelingen des Planes vorhanden. Auch finanziell steht eine Lösung bevor, so daß nach Nansens Ansicht die Expedition schon 1927 stattfinden kann. Aus der Grundlage mehrerer Expeditionen ist eine spätere Verkehrslinie entlang der sibirischen Küste nach Yokohama und San Franzisko geplant. NeunsacherMordundSelbstmord K o b u r g, 8. Juni. (TA.) In dem benachbarten Hattenberg tötete in der Nacht heil Ainde,! Don und nai dehnles Nordsee, weiter i loren. ! Art fini welterll Die Genfer Völkerbundstagung. Genf, 7. Juni. (WLB.) Die am Montag beginnende 34. Session des Bölkerbundsrates, deren Tagesordnung recht umfangreich wird, wird beherrscht durch die Begegnung der Außenminister Frankreichs und Englands, die bereits heute Besprechungen in Genf aufnahmen. Sowohl Chamberlain als auch Briand werden spätestens am Donnerstag Genf wieder verlassen. Hebrigens wird die kommende Woche außer der kurzen Ratstagung auch den Abschluß der internationalen Arbeitskonferenz und voraussichtlich auch den der internationalen Konferenz über die Kontrolle des Waffenhandels bringen. Bon den Punkten der Tagesordnung der 34. Ratssession beansprucht besonderes Interesse das Gesuch der österreichischen Regierung, daß vom Rat die beiden Wirtschaftssachverständigen Layton (England) und Rist (Frankreich) mit der Untersuchung der bedrängten Wirtschaftslage Oe st erreich s betraut werden. Man nimmt in öster- toäie man sich kaum darüber klar, daß sich die gegenwärtigen Verhandlungen durchaus im Anfangs- und V e r s u ch s st a d i u m befinden. Die englische Regierung sei nicht geneigt, irgendwelche Verpflichtungen zu übernehmen, bevor sie die Zustimmung der Dominions erhalten habe. sicht auf die Hitze die Einstellung Arbeit angeordnet haben. wird u deutsch' wird o aigcn • Der Kongreß der belgischen Arbeiterpartei hat mit 495 481 gegen 108 325 Stimmen bei 21982 Stimmenthaltungen die Teilnahme der So - zi ald emo trat ie an der Zweiparteiregierung beschlossen. P o u l l e t hat nach dem „Soir" folgenden Beschluß gefaßt: Auswärtiges: V a n d e r - velde, Industrie und Arbeit: Wouters, Eisenbahnen: A n s e e l e. Inneres: L a b o u l l e, Wissenschaft und Künste: Camille Huymans. °"ucht. Siehe-" Heleuch Iereinr 2amn\ Lichtspl Liebe'- Mlier ftellu Dberpo) Minister lichen £ mißt 6i Heu |ol Bestellm noch? 2 Aus Stadt und Land. ' Gießen, bet 8. Juni 1928^ Kreisausschutz Gießen. Anr Samstag fand unter dem Vorsitz .55' Oberregierungsrats Dr. Heß eine öffentlich tz Sitzung des Kreisausschusses Giehe^ j statt, in der über folgende Angelegenheiten der* ! handelt wurde: ' Y fehlen. teil nji blaue? eine en das A gcoSciN einmal' dein ein Marokko. Pari s. 7. Juni. (WB.) Die französisch- spanische Konferenz über das Vorgehen beider Länder in Marokko wird in Madrid stattfinden. Die französische Delegation wird wahrscheinlich durch den ehemaligen französischen Minister Malvy geführt werden, der bereits vor zwei Wochen offiziös mit der spanischen Regierung verhandelte. — Nach einer Meldung aus Fez haben die französischen Truppen jetzt starke Brückenköpfe errichtet. Die Fühlungnahme mit dem Feinde beweise überall die Aeberlegenheit der französischen Truppen. Aber man müsse die Situation infolge der immer mehr a n w a ch- senden Anzahl feindlicher Krie.ger, die in den Kampf eintreten und wegen des intelligenteren Gebrauches der Artillerie, wie sie sich namentlich bei der Befreiung der Posten von Askar und Sker gezeigt habe, als ernst betrachten. Es werde ferner eine starke Propaganda derRifleuteim mittleren Atlas- gebirge gemeldet. Dort seien Schreiben Abdel- krims eingetroffen, in denen zum allgemeinen Aufstand aufgefordert werde, der 30jährige Korbmacher Wil- * * seine zum Sonntag i Helm Brü ckn er dur ch "B e i lh i eb e Frau, seine hochbetagte Mutter, Schwager und seine Schwägerin sowie deren fünf Kinder. Außerdem schnitt er den Kleine politische Nachrichten. Der österreichische Gesandte Riedl wird am Mittwoch dem Reichspräsidenten sein Abberufungsschreiben überreichen. Bis zur Ernennung eines neuen Gesandten wird die Berliner Ge- iandtschast von dem gegenwärtigen Generalkonsul in Köln Ploennies geleitet werden. Bürgermeister Ranft zu Grünberg hatte, infolge Krankheit das Amt als solcher nieder-« gelegt. Es mußte deshalb die Neuwahl eines Bürgermeisters vorgenommen werden. Diese fand nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung am 25. Januar, und zwar von morgens 10 Ahr bis abends 6 Uhr statt. Da keiner der Bewerber die absolute Stimmenmehrheit auf sich vereinigen konnte, mußte eine Nachwahl stattfinden. Diese geschah am 25:-Februar, und zwar in der gleichen Zeitdauer. Nach Vorlage der Wahlakten an das Kreisamt muhte die Wahl durch den Kreisdirektor beanstandet werden, weil nach dem Gesetz von 1919 die Wahldauer von morgens 10 Uhr bis abends 8 ITfjr festgesetzt ist. Das Wahlergebnis hätte, wenn die Wahlzeit bis abends 8 Ähr gedauert hätte, insofern eine andere werden können, als etwa noch 10% der wahlberechtigten Einwohner Grün- bergs noch nicht gewählt hatten und der Stimmenunterschied bei der Nachwahl nur etwa 40 Prozent betragen hat. Aus diesen Gründen wurde die vorgenommene Wahl für ungültig erklärt. Desehung der Stelle des Gemeinderechners der Gemeinde Klein-Linden. Gemeinderechner Germer zu Klein-Linden hat infolge Krankheit das Amt als solcher nkhergelegt. An dessen Stelle muh ein anderer Gemeinderechner bestellt werden. Die Gemeindevertretung beschloß, die Stelle einem Der- sorgungsanwärter zu übertragen. Das Kreisamt Gießen hatte gemäh § 2 Abs. 1 der Ausführungsverordnung über die Beschäftigung Schwerbeschädigter vom 13. Februar 1924 auf Antrag der Hauptfürsorgestelle bestimmt, daß die Stelle einem Schwerbeschädigten zu übertragen sei, weil sich diese für einen Schwerbeschädigten eigne und die Einstellung für die Gemeinde keine besondere Härte bedeute, zumal die Gemeinde, die als öffentlich-rechtliche Körperschaft über weniger als 20 Plätze verfüge, einem Schwerbeschädigten einen Arbeitsplatz noch nicht Vorbehalten habe. Die Gemeindevertretung hat dem Ansuchen der Aufsichtsbehörde nicht entsprochen. In heutiger Sitzung wurde die Gemeinde verpflichtet, die Stelle des Gemeinderechners einem geeigneten Schwerbeschädigten zu übertragen. Ungültiger Testaments Widerruf Heber die bei der Errichtung eines privatschriftlichen Testaments zu beobachtenden Formerfordernisse herrscht in Laienkreisen bedauerlicherweise noch große Unkenntnis. Da die Gerichte unter Führung des Reichsgerichts bei der Prüfung der Frage, ob die gesetzlichen Formen der Testamentserrichtung gewahrt sind, einen sehr strengen Maßstab anlegen, sind schon viele Testamente wegen Formverstößen, die dem Laien ganz nebensächlich erscheinen mögen, der Nichtigkeit verfallen. Wer es nicht vorzieht, fein Testament in öffentlicher Form vor einem Richter oder einem Notar zu errichten, und damit vor der Gefahr der Nichtigkeit seines letzten Willens zu schützen, tut jedenfalls gut, wenn er sich vor der Niederschrift über die Formerfordernisse des Privatteslaments bei rechtskundigen Personen Rat holt. Er wird dann nicht nur hinsichtlich der äußeren Form des Testaments sicher gehen, sondern wird auch praktische Ratschläge für hen Inhalt des Testaments selbst erhalten, dessen klare und gesetzentsprechende Fassung für die Durchführung des letzten Willens nicht minder wichtig ist. Das Privattestament muh von Anfang bis Ende eigenhändig geschrieben, mit Ort und Tag der Errichtung versehen und vom Erblasser eigenhändig unterschrieben sein. (§ 2231 BGB.) Es ist nicht etwa zulässig, den Text mit Schreibmaschine zu schreiben und nur die Unterschrift handschriftlich zu vollziehen. Schon die Verwendung eines Briefbogens, auf dem die Ortsangabe vorgedruckt ist, macht das ganze Testament nichtig. Die Unterschrift des Erblassers muh sich auf der Testamentsurkunde selbst befinden. Es genügt nicht, dah sie auf den Briefumschlag, in dem das Testament verschlossen wird, gesetzt wird. (Vgl. z. B. Juristische Wochenschrift 1908, Seite 1336.) Das sind einige der wesentlichsten Bestimmungen. Interessant ist folgender Fall, den das Reichsgericht am 5. Juli 1924 entschieden hat. Die Entscheidung ist in der Juristischen Wochenschrift 1925 auf Seite 475 nachzulesen. Der Erblasser hatte ein gültiges Privattestament errichtet, dieses in einen Umschlag verschlossen und den Umschlag mit der Aufschrift versehen: „Testament des Generalarzt S.". Später hatte er auf den Umschlag den Bleististvermerk gesetzt: „gilt nicht. 10. Aug. 1920, G. Sch.". Das Landgericht führt dazu zutreffend aus, dah dieser Vermerk keinen gültigen Testaments-Wcherruf enthält, und dah das Testament somit gültig geblieben ist. In dem Vermerke ist zweifellos kein Widerruf des Testaments zu erblicken, weil es an der Ortsangabe fehlt. (§ 2254 BGB.) Der Vermerk stellt aber auch keine Veränderung der Testamentsurkunde im Sinne von § 2255 BGB. dar und ist auch deshalb ungeeignet, die lehtwillige Verfügung aufzuheben. Der Vermerk könnte das Testament nur dann entwerten, wenn er auf die Testamentsurkunde selbst gesetzt worden wäre und nicht auf den Briefumschlag, der eine von der Testamentsurkunde verschiedene, neue Urkunde darstellt. Gictzener ÄZochenmarrtpreise. am 6. Juni. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 160 bis 180, Matte 30 bis 35, Käse 55 bis 60, Wirsing 35 bis 40, Rottraut 35, rote Rüben 5, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Spargel 40 bis 130, Erbsen 60, M.schgemüse 15, Tomaten 200, Zwiebeln 25, Rhabarber 25, Kartoffeln 5, Dörrobst 20, Kirschen 100, Stachelbeeren 60, Erdbeeren 150 diS 200, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120; das Stück: Eier 12, Blumenkohl 50 bis 150, Salat 15 bis 20, Salatgurken 100 bis 130, Ober- Kohlrabi 20 bis 35. Lauch 5 bis 10, Rettich 30; das Bund: Radieschen 10 bis 20; das Päckchen: gelbe Rüben 40 bis 50 Pf. Aus aller Wett. Aus der Suche nach Amundsen. Oslo, 6. Juni. (WTB.) Die Leitung des norwegischen Luftvereins beschäftigte sich heute mit den verschiedenen Plänen zur A u f - luchung der Polarflieger. Als Sachoerständige nahmen an den Beratungen Kapitän God- fred Hansen, Kapitän Sverdrup, Major Jsachsen, sowie als Vertreter des Landesoerteidigunas- ministeriums Kapitän Ostbye teil. Man war sich darin einig, daß für Amundsen und seine Begleiter vier Rückkehrmöglichkeiten beständen, und zwar nach Spitzbergen, Ostgrönland, Nordwestgrönland und Cap Columbia. Durch die Expedition der norwegischen Regierung sei der K u n d s ch a f t e r d i e n si genügend gewähr- leidet. Hinsichtlich der Absuchung der Gegend bei Lslgrönland wurde beschlossen, durch das Ministerium des Aeußern den französischen Polarforscher C h a r c o t fragen zu lassen, ob er sich dieser Aufgabe widmen wolle. Hinsichtlich der Nachforschungen in der Gegend von Westgrönland und Cap Columbia will man sich an das in Neunork gebildete Komitee zur Hilfeleistung für Amundsen wenden. Der schwedische Polarforscher Godfred Hansen erklärte nach den Beratungen in einem Interview, wenn es Amundsen geglückt sei, den Pol zu erreichen, werde er, falls er seine Flugzeuge nicht mehr benutzen könne, unzweifelhaft versuchen, das Cap Columbia zu Fuß zu erreichen. Der Weg nach dem Cap Columbia sei um ein Drittel kürzer als nach Spitzbergen. Außerdem befinde sich bei Cap Columbia ein Depot, das Amundsen selbst errichtet habe. Sobald Amundsen das Cap Columbia erreicht habe, könne er als gerettet gelten. Im Lnfisch ff «ach dem Nordpol. B e r li n, 6. Juni. (Wolff.) Im Gebäude des Aeroklubs wurde heute vor der Presse des In- und Auslandes Aufschluß gegeben über die geplante Luftschiff -Nordpolforschung F r i d j o f Nansens. Nansen selbst weilte dieser Tage auf seiner Reise nach Kaukasien in Berlin, um als Präsident der internationalen Studiengesellschaft für arktische Forschungen mit dem Luftschiff. Pros. Kohlschütter, dem bekannten Luftschiffführer Hauptmann Bruns und mit der Reichsregierung, die durch Reichskanzler Luther, Reichs- verkehrsminister Kröhne, Reichsfinanzminister von Schlieben und Staatssekretär Schubert vom Auswärtigen Amt vertreten war, die Luftschiff- expedition in die Arktis zu besprechen. Eine auf Grund jahrelanger Erfahrung von der Studiengesellschaft herausgegebene Denkschrift behandelt die meteorologischen Bedingungen, die polaren Wetterkarten, die verschiedenen Arten des Nachrichtendienstes, darunter auch die Funkanlagen und die Eignung der Luftschiffe für photogramme- irische Messungen. Hauptmann Bruns hat in dieser Denkschrift eine Arbeit zustande gebracht, die wissenschaftlich vom gesamten Ausland anerkannt wirb und deren Mitarbeiter die bedeutendsten äronautischen und meteorolagischen Kapazitäten des In- und Auslandes sind. Die schwebenden Verhandlungen berechtigen zu der Hoffnung, daß die Kulturaufgaben, die die Arktis stellt und die nicht durch Flugzeugexpeditionen zu bewältigen sind, diesmal eine Losung finden werden. Wegen der hohen Kosten der Luftschiffexpedition in das arktische Gebiet und damit ein sicheres der morgen beginnenden Ratssitzung führt, ent° gegengesehen. Nach diesem Bericht sollen die strittigen technischen Fragen zwischen Danzig und Polen nur noch in Ausnahmefällen von den Rat gebracht werden, sonst aber direkt durch den Oberkommissar des Völkerbundes in Danzig endgültig geregelt werden. Schließlich ist als dritter wichtiger Gegenstand die^Frage der Entwaffnungs-- und Kontrollrechts des Dölkerbunds- r a t e s in Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien und der besonderen Kontrolle des entmilitarisierten Rheinlandes zu zeichnen. Ob hinsichllich der beiden Punkte, die seit einem Jahr den Rat beschäftigen, weitere Beschlüsse gefaßt werden, hängt ausschließlich von dem Ergebnis der Besprechungen Chamberlains mit Briand über den Sicherheitspakt ab. DieUnterredungBriands mit Chamberlem. Genf, 7. 3uni. (Havas.) Briand und Chamberlain hatten bereits heule mittag in An- F toefenljeit der französischen Delegierten Paul- B o n c o u r und Clauzel und dem brittschen ' Unterstaatssekretär im KriegSamt Lord Onslow in einem Orte am Genfer See die erste Unterredung miteinander gehabt. Man zweifelt nicht daran, dah im Verlaufe des Frühstücks, das die Delegierten miteinander eingenommen haben, auch die Frage des Sicherheitspaktes besprochen wurde. Sauerwein, der Sonderberichterstatter des „Matin" gibt einen offiziös beeinflußten Bericht, aus dem klar hervorgebt. daß noch grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Frantreich in drr Garantiepaktfrage bestehen. Frankreich köirne den Rheinpakt nicht annehmen, wenn er nicht durch weitere Abmachungen ergänzt werde. Diese Abmachungen se'en Schiedsgerichtsverträge, die darin beständen, daß die Signatarmächte Zwangsmaßnahmen ergreifen, wenn sie durch eine Verletzung der Verträge gerechtfertigt würden. Es kämen vier Schiedsgerichtsverträge in Betracht. Die beiden ersten seien formell von Deutschland in Vorschlag gebracht worden, und zwar die Verträge zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien. Die beiden anderen Verträge zwischen Deutschland und Polen und zwischen Deutschland un > der Tschechoslowakei halte die franzöiische Regierung zur Ergänzung des Rheinpaltts für ebenso unerläßlich wie die beiden ersten. Sie habe die feste Absicht, diese Schiedsgerichtsrerträge zu gar an- i i e ren. Diese von Frankreich garantierten Verträge rechtfertigen ein bewaffnetes Einschreiten selbst durch die neutrale R h e i n l a n d z o n e, und England habe die Verpflichtung. seinen Beistand für den Fall eines Angriffes gegen die Rheinlandzone vorbehaltlos zu gewähren. England und derSrcherheitspakt London, 8. Juni. (SU.) Wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, soll Chamberlain mit der letzten Note Driands zufrieden fein. In vielen Punkten, die alle von Bedeutung seien, müsse noch eine Einigung herbetgesührt werden, wenn die französische Ainwort mehr enthalten soll als allgemeine Grundsätze und eine Einladung, m diplomatische Verhandlungen einzutreten. Diese Gesichtspunkte beziehen sich erstens auf die Vor- ausf ehungen. unter denen Großbritannien einen Durchmarsch Frankreichs gemäß den Bestimmungen des Völ'erbundspaites durch die entmilitarisierte Zone zur Unterstützung eines östlichen Alt erten zustimmen können. Quoten auf die genaue Haftpflicht, die England für die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen übernehme und auch auf Gegenseitigkeit des Westpaktes, der in England bedeutungsvoller als in Paris gehalten wird. Da bei Eintritt dieser Fragen England direkt oder indirekt vor einer Entscheidung über Krieg und Frieden gestellt werde, sei die Entscheidung des Kabinetts erforderlich. Das Kabinett werde wahrscheinlich im Laufe der nächsten Tage dazu Stellung nehmen und feine Ansicht sofort dem Außenminister übermitteln. Auf dem Festlands denen sich noch viele Tausende Bürger angeschlossen haben, um an der heutigen Feier hier teilnehmen zu können. Schon vom frühen Morgen an begann sich das Stadion zu füllen, wo eine Truppenparade den Auftakt zur Feier des Regierungsjubiläums geben sollte. Als der König, die Königin, der Kronprinz und die übrigen Mitglieder des königlichen Hauses eintrafen, wurden sie vom Volke mit unbeschreiblichem Jubel begrüßt. Der König und die Königin, in deren Gefolge sich u. a. der Herzog von Aosta, Ministerpräsident Mussolini mit allen Mitgliedern des Kabinetts, die Maischälle Cadorna und D i a z , der Generalstabs chef der Armee B a d o g l i o und der Chef des Generalstabs der Marine Thaon di Revel befanden, nahmen alsdann die Parade ab. Landwirtschaft. ♦* Nach dem amtlichen Saaten- st a n d b e r i ch t für Hessen für Ai fang I ni ist der Saatenstand im allgemeinen gut. Für einige Gemarkungen konnten für Kartoffeln und Rüben keine Noten gg.ben werd.n weil sie infolge Trockenheit zurü: g.bl eben sind. In v elen Gemarkungen wird über starke Verunkrautung gellagt. Der Stand der Reben Ist gut, an manchen Orten treten jedoch Peronospora und Sauerwurm auf. Leichen die Kehle durch. Der Mörder erhängte sich dann selb st. -lieber die grausige Tat erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Der 30jährige. als sehr verschlossen, aber auch als zanksüchtig bekannte Korbmacher Brückner hat seine von ihm getrennt lebende zweite Frau in Linds-iberg bei Sonneberg auf gesucht und ihr nach einer Unter» redung die Kehle durchgeschnitten.Dann kehrte er in sein Heimatdorf zurück und zertrümmerte dann seiner mit ihm ün gleichen Hause wohnenden 71jährigen Mutter, feiner 41 Jahre alten Schwester und deren 44 Sabre alten Ehemann, sowie den fünf Kindern dieses Ehepaares, vier Mädchen von zwei bis 18 Jahren, und einem Knabe von 8 Jahren, die Schädeldecke während des Schlafes. Nachdem so alle Bewohner des Hauses ums Leben gebracht waren, erhängte sich der Mörder feEbft Die Freiwillige Feuerwehr hält das Mordhaus besetzt und wehrt die aus den umliegenden Ortschaften eintreffenden Neugierigen ab. Der Mörder lebte mit den ermordeten Familienmitgliedern in fortgesetztem Streite. Mord und Selbstmord. Samstagabend wurde der 52 Jahre alte Bauarbeiter Gustav G a r b e l aus Uelleben bei Gothaim Walde bei der Schauenburger Mühle erhängt aufgefunden. Am Morgen desselben Tages hatte er in seiner Wohnung seine Frau ermordet. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Grund zu der Tat sind FamilienzwisttAeiten. Irauenmord. Auf dem Laubengelände von Nieder- schönHausen wurde in einer gewaltsam geöffneten Laube eine etwa 25jährige Frau, anscheinend eine Landarbeiterin oder Schnitterin, tot aufgefunden. Das Gesicht war mit einem weißen Tischtuch verhültt. Die Tote hat eine Schußwunde an der linken Schläfe. Das Geschoß steckt noch im Kopfe. Neben der Toten lag eine Pistole, aus der nur ein Schuh abgegeben war. Nach den bisherigen Feststel- lungen handelt es sich um einen Mord. Der Aceissparkassenfkandal in Liebenwerda. Der Krcisausfchuß beantragte zusammen mit dem Kuratorium der Kreissparkasse bei der Staatsanwaltschaft Torgau, nicht nur gegen Sparkassendirektor Merres, sondern auch gegen den Landrat Vogl vorzugehen. Beide ' Körperschaften haben festgestellt, daß der Kreis Liebenwerda um etwa 2,2 Millionen G o l d m a rk geschädigt worden ist. Davon stehen 500 Ö00 Mk. als Hypothek an siebenter Stelle bei der Rügenwalder Wurstabrik. Anschlag gegen einen Personenzug. Gegen den Personenzug Görlitz- Berlin wurde Freitagabend gegen 11 Uhr kurz hinter der Haltestelle Eichwalde (Kreis Teltow) von bisher unbekannten Tätern ein verbrecherischer Anschlag v:rübt. Heber die Schienen waren vier Eisenträger gelegt worden, vor und hinter dmen noch zwei große S t e i n b l o ck e eingerammt waren. Trotz seiner großen Geschwindigkeit ist der Zug nicht entgleist. Auch der Sachschaden ist nicht bedeutend. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Nach etwa einer halben Stunde Aufenthalt konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. Die Reichsbahndirektion setzt für die Ermittlung der Täter, die den gemeldeten Anschlag auf den von Kottbus nach Berlin verkehrenden Personenzug zwischen Eichwalde und ©rüiau verübt Hebei, eine Belohnung von 1 000 Mark aus. Die vier Efeibah isch'.enenlaschen die die Täter über die Schienen gelegt hatten, waren mit einem Vierkantsch'üs'el einer geöffneten Bude entnommen worden Die Loko- motive beseitigte die Hindernisse durch ihre Räumer. , Großer Fabrikbrand in Hohenschönhausen. Wie die Morgenblätter melden, brach in der Nacht zum Sonntag in einer Maschinen - fabrif in Hohenschönhausen, aus noch unaufgeklärter Ursache, Feuer aus. das sich rasch über den größten Teil der Fabrikanlage verbreitete. Der Schaden wird auf etwa 1 Million geschäht. Die amerikanische Hitzewelle. N e u i) o r £, 7. Juni. (WTB.) Die ungeheure Hitze hält noch immer an. Stündlich werden aus den Nachbargebieten und dem mittleren Westen der Bereinig en Staaten neue Todesfälle gemeldet, die auf sie zurückzuführen find . lieber 5000 Regierungsbeamie haben in Washington bereits um 1 Uhr mittags die reichlichen Kreisen an, daß die Sachverständigen zur Erleichterung des österreichischen Handels den Nachbarstaaten Oesterreichs einen zweckdienlichen Abbau ihrer ........... Uorirotizen. — TageSkalender für Montag. Gießener Radfahrer-Verein 1855: Ab 10 llfor Beleuchtung der Lieblgshöhe und Feuerwerk. — 'Bereinigung für Feuerbestattung: 81/? bei Lamm. Westanlage. Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Sagdrul der Liebe". — Astoria-Lichtspiele: »Höher als die ‘IBoIfen". - Aus dem Sladltheaterbureau wird uns geschrieben: Das Gastspiel des russisch- deutschen Kabaretts .Der blaue Vogel", wird nunmehr endgültig und bestimmt am morgigen Dienstag, dem 9. Juni, stattsindea. da die Reiseroute, die ursprünglich nach dem belebten Elsaß führen sollte, wegen Pahschwierig- keit nicht durchgesührt werden konnte — .Der blaue Vogel" ist unter den Kabaretts unserer Zeit eine einzigartig bedeutsame Erscheinung, die aus daS Kunstschaffen des westlichen Theater- von großem Einfluß gewesen ist. Mir möchten noch einmal auf diesen interessanten Abend Hinweisen, dem ein volles Haus zu wünschen ist Wettervoraussage. Heiter bis halb bedeckt, nördliche bis östliche Winde, trocken, warm. Don Skandinavien bis zu den britischen Inseln und nach Rügen erstreckt sich heute ein ausgedehntes Hochdruckgebiet mit dem Stern über der Nordsee. Das Tiefdruckgebiet über Island ist noch weiter zurückgedröngt und hat jeden Einfluß verloren. Slleine vorübergehende Störungen örtlicher Art sind möglich, im allgemeinen dauert die Schön- Wetterlage unverändert fort. ** Eine dritte tägliche Briefbe- Heilung in Darmstadt! Auf Antrag der Oberoostdirektion Darmftadt hat das Reichspost- Ministerium die Einführung einer dritten täglichen Ortsbriefzustellung in Darmstadt genehmigt. Sie wird am 1. Juli eingesührt. — In G i e- ßen soll man aber nach wie vor mit nur zwei Bestellungen täglich abgespeist werden. Wie lange noch? Die Stadtverwaltung und die Han- delskammer sollten unter Berufung auf das Darmstädter Beispiel dock einmal energische Vorstellungen beim Neichspostministerium erheben! ee Die Kussteinfahrer trafen am Samstagabend kurz nach 9 Uhr mittels Sonderzuges wieder in der Heimat ein. Die annähernd 200 Teilnehmer von Gießen haben die Anstrengungen der Reise und die von Kufstein aus unternommenen teils größeren Wanderungen ausgezeichnet überstanden. Braungebrannt von der Tiroler Sonne, erfüllt von wertvollen neuen Eindrücken und (Erinnerungen, wird die Fahrt in die Tiroler Berge mit ihren bergfrischen Bewohnern allen Teilnehmern eine bleibende Erinnerung sein. Heroorgehoben wurde von dem Leiter der Gießener Abteilung ganz besonders, daß eine ausgezeichnete Disziplin gehalten wurde. Auf dem Bahnhof hatte sich eine größere Anzahl Einwohner, zumeist Angehörige, eingefun- den. Dos gemeinsam gesungene Deutschlandlied bil- bete den Abschluß der Kufstciner Tage. • • Keine Auswertung der roten Tousendmarkscheine. Eine Klage gegen die Reichsbank auf Aufwertung von 32 sogenannten rotgestempelten Reichsbanknoten über ie 1000 Mark ist vom Landgericht l, Berlin, in vollem Umfange abgewiesen morden. ’• Eine Verlegung der städtischen Heugrosversteigerungen wirb im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgegeben. Interessenten mögen bie Bekanntmachung beachten. • * Wasferwärme ber Lahn heute vormittag 17 Grab. • • Auftrieb auf bem heutigen Frankfurter Diehmarkt. 498 Ochsen, 42 Dullen, 1004 Färsen und Kühe, 637 Kälber, 17 Schafe, 3974 Schweine. Landkreis Gießen. ■ L OB i c f e d , 7. Juni. Gegenwärtig herrscht in unserer Gemeinde ein recht lebhafter Baubetrieb. Um auf dem Gebiete des Wohnungswesens eine durchgreifende Besserung eintreten zu lassen, stellte die Gemeinde bekanntlich eine Summe von 100—120 000 Mark zu einem niedrigen Zinsfuß zur Beifügung, womit 14 Wohnhäuser mit ie zwei Wohnungen, im ganzen also 28 Wohnungen, errichtet werden. Wenn Damit auch die Wohnungsnot nicht behoben ist, so wird dadurch ober sicher eine gewisse Erleichterung geschaffen. Es wird nun wohl von Den Erfahrungen, Die Die Gemeinde hierbei macht, abhängen, ob das Experiment im kommenden Jahr wiederholt werden kann. Selbftoer ständlich spielt bie finanzielle Entwicklung ber Ge- meinbe hierbei eine Hauptrolle. An ben nunmehr begonnenen Neubauten wird gegenwärtig fleißig gearbeitet. Das sich dem Beschauer barbietenbe Bild ist um so interessanter, da fast alle Neubauten in einem Block zu stehen kommen. Die Arbeiten schreiten bei Dem günstigen Wetter rüstig vorwärts. Es ist zu hoffen, daß, wenn keine besonderen Schwierigkeiten eintreten, ein Teil der Häuser in diesem Jahr noch beziehbar wirb. Dieser lebhafte Baubetrieb schaffte naturgemäß auch eine vermehrte Arbeitsgelegenheit unb scheint auch unsere seither in gleicher Höhe gewesene Arbeitslosen- zijfer herabgebrückt zu haben, wenigstens hol sich biese Armutsziffer im vergangenen Monat erfreulicherweise stark nach unten entwickelt. Es ist möglich, daß sich biese Ziffer einige Zeit hält, vielleicht auch noch um einiges zurückgeht, befürchtet wirb aber allgemein, daß bas Heer der Arbeitslosen durch die in Aussicht stehende T a b a t ft e u e r, die sich ja in unserer Gegend besonders auswirkt, wesentlich erhöht werden wird. Im Laufe des Monats M a i wurden unterstützt: am 8. Mai 29 männliche, 3 weibliche und 45 Zufchlagsempfänger, am 15. Mai 24 männliche, 2 weibliche und 44 Zuschlags- empfänger, am 31. Mai 13 männliche, 2 weibliche und 26 Zufchlagsempfänger. Diese Ziffer ist niedrigste, die feit den letzten Jahren jemals erreicht wurde. Die höchste Zahl war mit den zu unterstützenden Kurzarbeitern über 700 und wurde 1923 erreicht. Ärcis Friedberg. ' Friedberg. 7. 3uni. Zu dem hier abgehaltenen F a m il i ent a g der Familie Röm- held. über den wir am Samstag bereits kurz berichteten, ist noch nachzutragen: Die Familie Römheld (frühere Schreibweise: Römhild) ist wohl eine der ältesten Familien des Hessenlandes, und zwar sowohl des ehemaligen Kurhessens, als auch Hessen-Darmstadts. Rach dem vorhandenen Stammbaum und dem Römheldschrn Familienbuch ist der Ahnherr der Familie Johannes Römhild im Jahre 1624 von Herrenbreitungen im Schmalialdischen nach Marburg gekommen und dort 1636 als- Kaufmann gestorben. Don ihm aus besteht ein lückenloser Zusammenhang der weitverzeiglen Familie bis auf die Gegenwart. Rach zuverlässiger Mitteilung des früheren Archivdirektors v. Schenk in Darmstadt sind die Ramen Römheld und Römhild identisch und stehen in Verbindung mit dem Hennebergschen Städtchen Römhild. Die neusten erfolgreichen Fam lienforschungen haben ergeben, daß die Familie Römhild bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Hercenbreitungen vorkommt und ein im Jahre 1545 geborener Grundbesitzer Klaus-Hans Römhild als der Größvater des obengenannten Johannes Römhild zu betrachten ist. Der Römhildsche Familienverband umfaßt zur Zeit rund 120 stimmberechtigte Mitglieder. von denen ein großer Teil auch außerhalb Hessens wohnhaft ist. • Heldenbergen. 7. Juni. Am 13., 14. und 15. Juni begeht der Gesangverein „Euphrosyne" sein 85jähriges Stiftungsfest verbunden mit Gesangswettstreit und Fahnenweihe. Reben 23 wettstreitenden Vereinen nehmen zahlreiche Gastvereine am Feste teil. KreiS Büdingen. !! Büdingen, 6. Juni. Heute fand im Kreisamtsgebäude zu Büdingen eine Besprechung über die A u t v v e r b i n d u n g zwischen Büdingen und Hanau statt, an der Vertreter der Post, der Stadt Hanau, des Landratsamtes Hanau, des Kreises Büdingen und die Bürgermeister der in Frage kommenden Ortschaften teilnahmen. Die Post beabsichtigt nunmehr eine neue Linie, und zwar von Büdingen über Büches, Düdelsheim, Lindheim, Hoinchen, Himbach, Edartshausen, Langenbergheim, Marköbel nach Hanau. Der Verkehr soll vorerst mit 2 Wagen mit je 18 Sitzen ausgenommen werden. In Gckartshaulen soll eine Äutohalle errichtet werden. Don allen Teilnehmern an der De'prechung wuide anerkannt, daß die Wagen für den Arbeiterver- kehr in größerem Umfang nicht in Frage kommen können, zumal auch die Rieden:Hälschen Lastautos hierfür zu teuer waren und den Betrieb ein- stellen mußten. Die Eröffnung der Linie hängt nun davon ab, daß die einzelnen Gemeindevertretungen die anteilmäßige Uebernahme der Kosten beschließen. Mrcie Schotten. „?“ Aus bem Nibbatal, 7. Juni. Bei Fortdauer ber trockenen Witterung beginnt in bie- ser Woche bie Heuernt e. Erreicht sie auch nicht in ihren Erträgnissen bie Dorernte, jo ist, was Den Grasstanb anlangt, mit einer guten Mittel- ernte zu rechnen. Auch bie Bergwicfen haben sich roieber einigermaßen von ben oerberblichen Folgen früherer heißer, trockener Jahre erholt unb haben guten Graswuchs. Der Saaten st anb ist ein ausgezeichneter unb übertrifft im Durch schnitt ben aller Vorjahre in ber Nachkriegszeit. Sind uns weiterhin günstige Witterungsverhält- niffe befchieben, so bürste bie Getreibeernte auch weitgespannte Hoffnungen befriebigen. Der Roggen steht eben in voller Blüte. Auch bie Kartoffeln finb gut unb gleichmäßig aufgegangen unb zeigen üppiges Wachstum. Man hofft, noch vor ber Heuernte mit Behacken unb Häuseln fertig zu werben, bamit keine unwillkommene Unterbrechung biefer Ernte einzutreten braucht. — Für bie Anlage ber vom Kreis Schotten zu errichtenben Sammelabbeckerei ist bas fog.G i e r b a ch- t a ( bei Rainrob in Aussicht genommen. Kreis Alsfeld. ® Groß-Felba, 7. Juni. Dor einiger Zeit mürbe von bem hiesigen Gemeinberat ber Beschluß gefaßt, unser altes Geläute, bas burch ben Weltkrieg seiner größten Glocke beraubt worben war, burch em neues zu ersetzen. Drei Pläne lagen bem Gemeinberat, vorgeschlagen von Musikbirektor Müller von Friebberg, vor, unb er ließ sich nicht burch kurzsichtige Sparsamkeit blenben, ionbern genehmigte bas größte unb schönste, ein v i e r st i m - m i g e s Geläute, bas von ber bekannten Glockengießerei Rinker in Sinn gegossen würbe. Nun würbe es, nachdem es bereits vor acht Tagen in feierlicher Weise von ben Schulkindern empfangen unb in unser Dorf gebracht worben war, burch einen Festgottesbienst unb eiste Gemeinbe- feier seiner Bestimmung übergeben. Möge es ge- miiß bem Spruche, ben bie größte Glocke auf sich trägt: „Die alte Glocke warb bes Weltkriegs Beute, nun tönt nach sieben Jahren mein Geläute, zu Gottes Ehr', zum Segen ber Gemeinbe, zu Deutsch- lanbs Ruhm, zum Trotze jedem Feinbe" fortbauern über Iahrhunberte von Geschlecht zu Geschlecht. — In biefem Jahr konnte ber hiesige G e s an g v e r - e i n auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken. Aus biesem Anlaß würbe bas BHubes s e st bes Schwalm-Antrift-Felda- Bunbes nach Groß-Felba verlegt unb bamit ein Wertungssingen oerbunben. Als Wertungsrichter waren Dr. N o a k unb Lehrer Samper von Darrnstabt gewonnen worben. Diel schönes unb reiches Können, viel Fleiß unb viel Liebe zum beut- scheu Gesang unb Lieb zeigten unsere Vogelsberger Säuger ihren begeisterten Zuhörern. Ader auch manche Fehler und Mängel zeigte bie überaus unparteiische Kritik ber Wertuugsrichter ben Dirigenten ber Vereine als Hinweis für ihre zukünftige Arbeit. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Fest» zug mit bem Reiter- unb Rabfahreroer- e i n an ber Spitze, besteheub aus ben Vereinen bes Bunbes, mit ben geschmückten Wagen ber Schul- finber, bes Turnvereins unb ber Freiwilligen Feuerwehr burch bas festlich geschmückte Dorf zum Festplatz. Nach ber Begrüßung burch ben Präsidenten des Vereins, Seim, unb Den Bunbespräfibenten Walter hielt Postmeister Usiuger in markigen Worten bie Festrebe. Daran reihte sich bie lieber» reichung einer Fahneuschleise burch die Festdameu des Vereins und eines Fahuenuagels durch einen ehemaligen Felbaer. Darauf hielten Oaftfingen und Tanz die Festverfammlung in froher Stimmung jammen bis fpät in die Nacht hinein. Auch am zweiten Festtag herrschte noch einmal reges Treiben auf Dem Festplage, unb alle Gäste gingen befne« Digt unb gestärkt wieder nach Hause an ihre alltägliche Arbeit, mit Dem Gebauten, Daß Der Gesangverein, trotz Der Stürme, durch die er leider gehen mußte, doch noch in Der Lage ist. seinen Gästen frohe unD genußreiche Stunden bieten zu können, und daß er dadurch erst zu voller Blüte gedeihen konnte. 00 Kirtorf, 7. Juni. Bei Der heute im benachbarten Erbenhausen unb Lehrbuch ftaitgefunbenen Bürgermeisterwahl wurden Die seitherigen bewährten Bürgermeister Helb - mann unb Kuhl bei starker Konkurrenz und nach von „milder Hand" gestiftetem Freibier unb Wurst mit 10 bzw. .") Stimmen Mehrheit ro i e D e r gern ä b 11. Aussallenb hierbei ist in Erbenhausen, daß der seither mit dem Bürgermeister in bestem Einvernehmen lebende Bruder Heldmann offen für den Gegenkandidaten warb. Hessen-Nassau. ' Bad Ems, 7. Juni. Unsere Stabt begeht vom 14. bis 21. Juni bie 600-Jahr feier ber Stabt Bad Ems, verbunden mit der Bad Emfer Festwoche. Dy d e - hördliche Festakt findet am eoimlag. 14. Juni, vormittags 11 Uhr, im Kurhofe statt. Der historische Festzug beginnt um 3 Uhr. Bei eintretender Dunkelheit wird die ganze Stadt mit den umgebenden Bergen beleuchtet. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, baß zur Einreise auch von dem unbesetzten Gebiet ein von ber Ortspolizeibehörde bes Heimatorts ausge- ftelller Ausweis mit Lichtbild genügt. Zur promp ten Hin- und Rückbeförderung der Festteilnehmer hat bie Reichsbahnverwaltung weitgehenbe Dor- kehrungen getroffen. Die erweiterten Zugverbindungen werben noch befannlgegebcn werben. Zur Erleichterung des Verkehrs sei schon heute allen Festteilnehmern die Lösung von Rückfahrkarten empfohlen. Kirche unb Schule. Amtseinführung des neuen Superintendenten für Rheinhessen. Mainz, 5. Juni Die feierliche Amtseinführung und Verpflichtung des neuernannten Superintendenten der Provinz Rheinhessen, des bisherigen Lank»esjugendpfarrers Rudolf Zentgraf, wird nächsten Dienstag, 9. ds. Mts., vormittag- 11 älhr, in der Christustirche in Mainz ftattfliucn. Die Dekane und Pfarrer Rheinhessens werden in großer Anzahl an dieser Feier teilnehmen. Turnen, Sport und Spiel. Die deutsche Fussballmeisterschaft. Frankfurt a. M., 7. Juni. D H. Weimer G. m. b. H. Tüchtiger Koidilor WWl Führerschein Hb u. Illb, mit allen vor« kommenden Reparaturen vertraut, wünscht sich zu verändern. Schr. Ang. u. 04981 a. d. G. Anz. Jüngere Verkäuferin der Lebensmittelbranche, bewand, in Stenogr. u. Schreibmaschine, mit guten Zeugn., sucht Stetig. Schr. Allg. u. 5766 D an den Gies;. Anz Verkäufe^) Junger, rassereiner WA zu verkauf. Zu erfrag. tit d. Geschästs- stelle d. G. A. 04971- EleiGrm- Meioreii gebraucht, suche ich je einen zu 1, 2, 3 u. 5 P. 8. Schrift!. 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Jinii (925 Ebener Anzeiger (General-Anzetger für Gderhesieil- (Englanb wird energisch. Don Professor Paul Freye. Die britische Regierung hat jetzt eine Rote an Frankreich gerichtet, die eine baldige Regelung her Sicherheitsfrage unter Zugrundelegung der deutschen Vorschläge, d. h. nur Garantie durch einen Westpakt ohne Hinzuziehung der östlichen Grenzfragen vorsieht. Die Bedingungen sind sehr präzi- gestellt, und London betont, dah es nur auf Grund dieses Dorschlages Frankreich unterstützen will. Kontinentale Militärbündnisse Frankreichs hält es für eine Gefährdung des Friedens. Und weiterhin kommt in den letzten Tagen die ^Tirnes" mit einem halbamtlichen Artikel, nach welchem die britische Regierung ein gemeinsames Dorgehen der im fernen Osten interessierten Mächte zwecks baldiger Wiederherstellung geordneter Zustände in China sordert. Die beiden angelsächsischen Mächte haben sich seit Lösung des britisch-japanischen Bündnisses sowie in letzter Zeit auch mit Bezug auf die Lösung dcr europäischen Rachkriegsprobleme sehr genähert. Allerdings verhält sich Amerika in europäischen Fragcn noch wie vor neutral und tut nichts, was den Anschei i eine- direkten Eingreifens erwecken könnte. Aber sowohl in Europa gegenüber Frankreich als auch in Ostasien wird England jetzt offenbar durch Amerika der Rücken gestärkt. Frankreich ist durch seinen Marokkokrieg zunächst stark beschäftigt. 3m nahen Orient wurde die Gefahr von britisch-türkischen Reibungen wegen der Mossulsrage durch den Kurdenaufstand stark abgeschwächt. 3n Indien hat die neuliche Erklärung des Rationalistenführers Das, der nunmehr ein Zusammenarbeiten Indiens mit der britischen Regierung zur Lösung der Autonomiefrage befürwortet, tue Dinge für England wesentlich verbessert. Ja. sogar Gandhi will Das seine Unterstützung gewähren. England kann überall aufatmen, und daher vermag es auch jetzt in solch groben Fragen der Weltpolitik eine energischere Sprache zu führen. Mit Bezug auf die Sich.'rheitsfrage wollen wir nur hoffen, daß die britisch: Regierung nicht wieder, wie so oft zu 3eiten von Lloyd George angesichts französischer Gegenforderungen einen plötzlichen Rückzug antritt. Als ein Fortschritt ist eS ohne Frage zu bezeichnen, wenn England in der Sicherheitsfrage letzt konkrete Forderungen stellt und das deutsche Angebot wenigstens als Grundlage zu Verhandlungen ansieht. Sehr wichtig ist es auch, dab die Regelung der Ostgrenzen Deutschlands in den englischen Sicherheitsvorschlag nicht miteinbegriffen sind. Für uns Deutsche wird die Wiederherstellung normaler Zustände im Westen immer mehr zu einer Lebensfrage der gesamten Ration. Deutschlands Oberhoheit im Westen muh so schnell wie möglich wiederbergestellt. Ruhr und Rheinland müssen geräumt werden. Rur durch Wiederauf- richtung unserer wirtschaftlichen und politischen Freiheit in den Westgebieten können wir überhaupt an eine Durchführung des Londoner Dawes-Abkommens denken. Drohende Roten, wie sie jetzt wiederum von Paris unter französischer Regie nach Berlin losgelassen werden, können nur dazu dienen, die zur Befriedung Europas, zur Hebung des allgemeinen Handels- und Wirtschaftslebens so notwendige Lösung derRach- kriegsprobleme ganz bedeutend zu verzögern. Die gesamte Welt muh elnsehen. dah wir sieben Jahre nach Schluh des Weltkrieges diese Knebelung im Westen, diese dauernd drohende Sprache nicht mehr ertragen können. Dieses Vorgehen gegen uns muh in logischer Konsequenz den Revanchegedanlen nähren. Wir sind zum wahren Frieden, zu ehrlicher, aufrichtiger Zusammenarbeit im Sinne allgemeinen, wahren Wiederaufbaus bereit. Das muft die Gegenseite endlich anerkennen und uns entgegenkommen. In Angelegenheiten der großen Weltpolotik, in Fragen, die z. D. wie durch die nunmehrigen englischen Forderungen, die Frage der Beruhigung Chinas betreffen, können wir leider nicht mehr aktiv eingreisen. Wir könnten es auch nicht, wenn wir im Völkerbund sähen, denn es lind Probleme, die nur durch Machtpolitik gelöst Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus Der Gegenwart. Von Karl-August von Laffert. 60 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Sie müssen also daran denken, unseren Stütz, punkt in Archangelsk unauffällig abzubauen. Vorschläge darüber erwarten wir von Ihnen. Ein wei- lerer wichtiger Punkt ist die Verlegung der Mar- lensschen Flugzeugfabrik von Uralsk, am besten ebenfalls nach Alaska. Eine derartige Maßnahme muß natürlich berechtigtes Mihtrauen in Rußland Hervorrufen. Wie entschlossen uns daher, Stratoff mitzuteilen, daß wir von jetzt ab die Flugzeuge in Ferreata herzustellen beabsichtigen. Daß dies vorläufig nach kaum durchführbar wäre, vermag Stratoff nicht zu beurteilen. Wir erhalten aber auf diese Weise die Möglichkeit das gesamte Mar- lenssche Personal aus Rußland zu entfernen und hierher zu beordern. Daß der Bau der Flugzeuge dadurch eine Zeitlang unterbrochen wird, spielt keine große Rolle. Der vorhandene Lutschiffpark reicht vorläufig aus, und alle entstehenden Reparaturen vermögen wir hier auszuführen. Dazu ist es nötig, Marlens persönlich in untere Pläne einzuweihen, damit er nicht mit tech- nifchen Bedenken kommt. Brieflich, auch in Geheimschrift, wäre eine Mitteilung unvorsichtig. Sie erhalten daher den Auftrag, sofort nach Urals! zu reifen und Martens über plles zu unterrichten. Ebenso bitte ich Sie, nach Kalmlkowskaja zu fahren und Blankenburg Mitteilung zu machen. Herr Hagen erhält direkten Bericht von uns. Sanders ist der Meinung, dah Frau St. einen persönlichen Konflikt zwischen ihrem Mann und uns fürchtet, den sie durch Enthüllung von Stratoffs Plänen zu vermeiden hofft. Ich werde sie jedenfalls genau beobachten lasten. Ich bitte Sie, sich den Inhalt dieses Schreibens zu merken und es dann sofort zu verbrennen. Auch die entfernteste Möglichkeit einer Spionage muß verhindert werden. Nagel/ 7. Bericht Stratoffs. An den Volkskommissar des Aeußern in Moskau, x Platinia, den 3. Mai. Die bereits in meinem letzten Bericht erwähnten Anzeichen, daß die Deutschen sich immer werden, und mit machtpolitischen Fragen besaßt sich, alles daS ängstlich vermeidend. die Ver- fammlung in Genf nicht, wenigstens hat man dafür bislang noch kein Beispiel. Der Völkerbund ist de facto nur eine beratende Korporation von Diplomaten. Sogar die Dricfkastensrage von Danzig macht ihm Kopfzerbrechen. England, selbstverständlich unterstützt durch Amerika, wünscht ein Zusammenwirken der Mächte zwecks Wiederherstellung der Ordnung in Ehina! Natürlich liegt Großbritannien hauptsächlich daran, sein durch den Krieg in ganz Asien bis »um fernen Osten stark erschüttertes Prestige wieder zu stärken. 1900 im Doreraufstande hat das Zu'ammen- wirken der Mächte in China zu keinen glorreichen Resultaten geführt. Wir durften damals sogar, allerdings nur dem Schein: nach, unter Walder- fee die Führung übernehmen. Sie hat uns wenig Dank, aber um so mehr Aerger eingebracht, ilnb unser herrliches Tsingtau mußte, trotz allen Heldenmutes der Derteidlger, fallen Untere kulturelle Leistung dort draußen ist für ewig in daS Buch der Geschichte eingetragen. Und dennoch war es ein Fehler, wenn wir weitab von den militärischeit Hilfsquellen der Heimat, ohne genügende Stützpunkte es wagten, dort im fernen Osten im Interessengebiet der rasch erstarkenden Großmacht Japan uns militärisch zu betätigen. Was Rußland geschah, das geschah auch und. Damals wie heute sollen und dürfen wir uns dort draußen nur im Interesse der Hebung unseres Handels betätigen, denn Ostasien war stets unser Hauptabsahmarkt und muß es auch wieder werden. Wie England sich heute eine baldige Wiederherstellung der inneren Ordnung Chinas denkt, das weiß man in London wohl selbst nicht genau. Japan und Rußland arbeiten dort jetzt Hand in Hand, und diese Zusammenarbeit richtet sich gegen die Drohungen her beiden angelsächsischen Seemächte. Die neuerdings gemeldeten fremdenfeind- lichen, sogar besonders gegen Japan gerichteten, von Studenten geschürten Unruhen in Schanghai haben nichts mit her Tatsache zu tun. daß auch Peking mit Tokio und Moskau sich im Einvernehmen befindet. Die amerikanischen und britischen Flottenmanöver im Osten, her Ausbau Singapores als britischer Großkriegshafen, das alles zwingt Japan zur höchsten Wachsamkeit. Allgemein läßt sich feststellen. daß die Ost- asiaten heute ihre Geschicke selbst ohne Einschreiten her Europäer bestimmen wollen. England kann wohl Konferenzen über China verhandeln lassen, aber ein sonstiges Eingreifen ist heute unmöglich oder würde zum mindesten eine schwere Bedrohung des Weltfriedens bedeuten. Italien und der Anschluß. Don unserem ständigen Jr-Derichterstatter. Wien, Ende Mai 1925. Rachdruck, auch mit Quellenangabe verboten. 2lls Mussolini sein schroffes „Rein" gegen den Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Reich gesprochen hatte, gab es innerhalb des deutschen Sprachgebietes viele, die den Kops schüttelten und meinten: „das war nicht zu erwarten". Wieder andere gaben der Ansicht Ausdruck, es wäre niemals etwas anderes zu erwarten gewesen, wobei diese Propheten ihre Meinung mit dem Wortschatz umkleideten, den sie anläßlich des Eintritts Italiens in den Weltkrieg angefammelt und seither nicht vergessen halsen. Wie in vielen Dingen des menschlichen Lebens, liegt auch hier die Wahrheit in der Mitte: erstere dachten nämlich in allzu weiten Zukunftskonstellationen, letztere in der Vergangenheit. Beide haben daher den Boden der Wirklichkeit, den Boden der Gegenwart, verlassen. In Wirklichkeit wird die Politik Italiens jeder Zeit, und gleichgültig, wer sie leitet, von dem Grundsatz beherrscht, den Salandra im Mai 1915 mit dem Wort „sacro egoismo“ zusammengefaßt hat. Daher muß ganz objektiv untersucht werden, ob sich in absehbarer Zeit die mehr von uns emanzipieren, haben sich wiederum vermehrt. Die Uebernahme von fünfzig Prozent des Aktienkapitals in amerikanische Hände, die ich sei- nerzeit vergebens zu verhindern suchte, war der Beginn dieser Aktion. Seither ging man systematisch daran, den ganzen Nachschub von Nova Thule auf Amerika zu basieren. Aus technischen Gründen ließ sich hiergegen kaum etwas einwenden, denn Nome, der neu gewählte Hauptnachschubsort, befindet sich um fast die Hälfte näher an Nova Thule als Archangelsk. Für die Verlegung der Uralsker Flugzeugfabrik nach Nova Thule dagegen konnten mir keine stich- haltigen Gründe vorgebracht werden. Bis zur vollständigen Einrichtung der Fabrik in Ferreata vergehen noch Monate, ganz davon abgesehen daß das Rohmaterial bisher auch nur zum kleinsten Teile in Nova Thule hergestellt zu werden vermag. Am bedenklichsten aber ist die vor einigen Monaten erfolgte Aufstellung einer rein deutschen Schutztruppe, die bereits 1500 Mann stark ist. Es handelt sich um lauter vorzüglich ausgebildete Soldaten, meist ehemalige Unteroffiziere und Offiziere. Ihre militärischen Hebungen nehmen zwei Stunden des Tages in Anspruch. In der übrigen Zeit sind sie als Arbeiter oder Angestellte tätig. Diesen brillanten Leuten gegenüber ist unsere russische Schutztruppe, die auf meine dringende Forderung bin in gleicher Störte gebildet wurde, stark unterlegen. Augenblicklich liegt die Lage so, daß Nova Lhule imstande ist, sich jederzeit ohne uns weiter behelfen zu können. Didurch besteht natürlich ein nicht zu unterschätzender Antrieb für die deutschen Führer, sich eines Tages völlig unserem Einfluß zu entziehen, falls es ihnen aus irgendeinem Grunde vorteilhaft erscheinen sollte. Da unser Bestreben aber daraus gerichtet ist, das wirtschaftlich unendlich wichtige Nordland früher oder später Rußland anzugliedern, so muß der überwältigende deutsche Ein- fluß gebrochen werden Unsere Stärke liegt darin, daß wir überraschend zu handeln vermögen, bevor der Gegner eine Ahnung hat. Die Offiziere der russischen Schutztruppe sind von mir in alles eingeweiht und behaupten, der Zuverlässigkeit ihrer Leute gewiß zu fein. Einen festen Plan für den beabsichtigten ölaatsftreid) habe ich nicht ausgearbeitet. Nur über das eine find wir uns vollkommen klar, daß eine Schonung der deutschen Führer völlig verkehrt heilige Selbstsucht mit hem Anschluß vereinigen läßt, beziehungsweise, was nötig wäre, um beide unter einen Hut zu bringen. Gerahe ein Jahrhundert halte die italienische Dolksstimmung gegen Alt-Oesterreich gekämpft. 1819 bis 1821 durchdrangen hie ersten ..Unruhen des Rationa.itätsprinzips " die Halbinsel. die durch den Laibacher Kongreß erstickt wurden, 1848. 1859, 1866 find Marksteine her Erbfeindschaft gegen Alt-Oesterreich. In der „Freundschaft" von 187D bis 1914 erblickt der objektive Gefchichtsbeobachter nur ein Richtkönnen, nicht aber ein Richt-wollen. was der Italiener mit „Knechtschaft des Dreibundes" ausdrückt. Das Ende dieser Epoche war die x'u» fammenfaffung aller Italiener, die im Rordoslen außerhalb der eigentlichen Halbinsel lebten; da deren Grenzen „ungesichert" waren, so nahm man auch noch fremdes Land, deutsches und slawisches, um die „natürlichen Grenzen" zu erreichen. Als als weiterer Sicherheitskoeffizient auch noch die finiS Austriae erreicht war, begann die Epoche des Strebens, das Erreichte auch zu erhalten; gleichzeitig aber auch die Vorbereitung der Zukunft, die da heißt; Befreiung jener Volksgenossen, die an der Westgrenze Italiens im fremden Staat leben, in Savoyen. Beide Punkte deckten sich eine Zeitlang Frankreich, das der Gegner her italienischen Zukunftsafpira- tionen in Savoyen, hem Stammland des Königshauses, in Rizza, der Heimat Garibaldis, in Korsika, in Tunis mit deren italienischen Majoritäten ist, erstrebt die Wiederherstellung Alt- Oesterreichs, gleichgiltig, welche Form diese ..Donauföderation" annehmen sollte. Diese Pläne Frankreichs bedrohten Italien in größtem Maße; daher war Italien um diese Zeit (1920) für das sicherste Gegenmittel einer Donau- föDeration, den Anschluß Oesterreichs an Deutschland. Seither find Doi'.auföderalionspläne jeglicher Art Träume geworden: überdies sicherte der „Pakt von Rom" (Januar 1924), Italien im Osten nicht nur feinen tatsächlichen Besitz, sondern auch vor bedrohlicher Zangenwirkung Frankreichs und Jugoslawiens. Damit trat eine Abkühlung gegenüber dem „Gegenmittel der Donauföderation" ein; die Förderung des Anschlußgedankens war zur Sicherung überflüssig geworden. Dagegen begann die Sicherung der Gegenwart, die Vorbereitungen für die Zukunft zu übertönen — die Frage „D e u t f ch f ü d - t i r o l" trat in den Vordergrund der Aktualität. Heute sagt sich das von Ostsorgen befreite Italien, daß ein ohnmächtiges, neutralisiertes Reu-Oesterreich den Besitz Südtirols bestimmt mehr sichere als die Tiefenwirkung von Hamburg bis zum Brenner. Richt, als ob Italien hierbei an deutscherseits tollsinnigen Wasfenent- scheid dächte; aber die moralische Rückendeckung des nach dem Anschluß 70 Millionen zählenden deutschen Volkes könnte seine Gegenwartspläne durchkreuzen, die auf Entnationalisierung der 250 000 Südtiroler hinausgehen. Diese hofft Italien innerhalb einer Generation soweit durchgeführt zu haben, daß Südtirol keinen ..Kompensationsartikel" für ein deutsch-italienisches Zusammengehen vorstellt, das die Zukunftspläne gegen Frankreich allein verbürgt, die ebenfalls innerhalb einer Generation in ihren Vorbereitungen beendet fein können. Daher wandelte sich gegenüber dem Anfchlußgedanken die Stellungnahme Italiens erneut; diesmal von Abkühlung des Interesses zum „Rein". Wie Italien weiter denkt, kennzeichnet der „Popolo d'Jtalia", Mussolinis Hauptblatt, in dem er schreibt, auch Italien habe nicht alle Volksgenossen geeint. Rur zur Verschleierung der Denkungsweise fehlt das Wort „dermalen" in diesem Sah, um durch dieses „dermalen" nicht das taktische Zusammengehen mit Frankreich bezüglich des Anschlusses zu erschweren; daß aber darin auch die Linien enthalten liegt, einst den Anschluß und nicht Südtirol als Kompensation für ein deutsch-italienisches Zusammengehen darzubringen, ist für jeden Hat, der italienische Mentalität kennt und sie nach seinen eigenen Hoffnungen zurechtmodelt. Daraus geht aber hervor, daß sowohl diejenigen unrecht haben, die durch das „Rein" Mussolinis schwer wäre. Mindestens müssen Sanders, Nagel, Kersten, Günther und noch drei oder vier andere fallen. Die führerlos gewordene Menge wird uns bann keinen erheblichen Widerstand mehr leisten. Als neuen Präsidenten lasse ich mich erwählen, worauf die allmähliche Einverleibung in den russischen Staat nur eine Frage der Zeit sein wird. Eine äußerst wichtige Hilfe besitze ich in meiner Frau, die das Vertrauen der Deutschen, besonders des Präsidenten Sanders, gewonnen hat und uns vorzüglich mit Nachrichten bedient. Allerdings befaß ich die Vorsicht, ihr unsere Pläne wegen der Beseitigung der deutschen Führer nicht zu »erraten. Sie glaubt, wir würden sie nur gefangen- fetzen und außer Landes verweisen. Man muß mit dem Gefühlsleben nichtrussischer Frauen rechnen, die meist derartige unvermeidliche Gewaltakte verabscheuen. Ich schicke diesen Brief durch persönlichen Ku- rier und erbitte die Genehmigung der vorgeschlage- nen Maßnahmen. Stratoff. Telegramm Hagens an Sanders (chiffriert)' ab Nauen, den 10. Mai. Der Stand der Unternehmung gegen Nova Thule bot zu Anfang Mai etwa folgendes Bilb: Das französische Operationsgeschwaber. be- stehenb auf fünf Großen und drei Kleinen Kreu- zern, drei Torpedobootsdioisionen und 15 Trans- portschiffen, erreichte westlich Spitzbergen, die durch Einwirkung des Golfstromes bereits eisfrei ist. Die Schiffe sollen Einrichtungen für die Aufnahme von 20 Kampffliegergeschwadern besitzen, was einer An- zahl von 240 Flugzeugen entspricht. Die neuen Flieger erhielten eine starke Seitenpanzerung, die sie vor allem zum Kampfe gegen andere Flieger befähigt. Das Unterteil dagegen soll weniger geschützt sein. Man beabsichtigt, den Kampf gegen die Flieger von Nova Thule in einer derartigen Höhe zu führen, daß die Einwirkung von Flugzeug- Abwehrbatterien nur geringfügig sein kann. Die Armierung besteht aus drei Maschinengewehren, die Besatzung aus je sechs Mann. Eine Anzahl schwerster Botnben wird mitgeführt. Die Entfernung von Spitzbergen nach Platinia beträgt kaum 1400 Kilometer, kann also in knapp sieben Stunden zurückgelegt werden Alle mitgeführten Flugzeuge sollen bereits ununterbrochene Probe- flüae von 20 Stunden geleistet haben. enttäuscht find, als diejenigen, die von „wel- scher Tücke" von „Verleugnen her besten italienischen Traditionen" sprechen Italiens zwar nicht beste, aber beftimmtcfle Tradition ist der „sacro egoismo“, den jede^ Volk hat oder hasten tollte; hierzu kommt noch. daß Jta e r nur national und inmrpolirisch freiheitlich-l l eral denkt, aber außenpolitisch nie ra s anders als imperialistisch cinoeie.lt war, gleich, ob öa?our ober Crispi, GioliUi. Salandra oder Mussolini eS leite. Für Italien.- Anschlüsse ist niemals hie Verganfleni.e l oder die Vorbereitung einer ferneren Zukunft maßgeblich, sondern immer nur der Preis, her für ein Ereignis in her ©egen- winnung des Wohlwollens her damaligen West- mächtc, fo 1859 bei Abschluß de Vertrages zwischen Savoyen und Rapoleo;, III . so 1366 bezüglich Venetiens. Io 1870 bei Erwerbung Roms, fo beim Abschluß des Dreibundes, so jetzt, und so wird ei bleiben. Den Preis, vielleicht auch nur einen Teil des Preises, aber Hal Mussolinis „Rein" eigentlich im gleichen Atemzug genannt — er heißt „Garantie her Brennergrenze durch das Deutsche Reich!" für den Fall, daß ha8 »Problem Oesterreich" früher, als eS Italien braucht oder wünscht, „spruchreif würde. DaS klang unsachlich und unlogisch; denn eine Grenze zu garantieren, die gar nicht deutsche ReichSgrenzo ist, scheint doch eine unsinnige Zumutung. Die ilnlogil ist richtig, aber in der Politik Italiens gibt es weder Logik noch Folgerichtigkeit, sondern nur eines: den Vorteil! Sind die Vorteile, die aus einer Wandlung vorn Rein zum Ja bezüglich des Anschlusses sich ergeben, gegenwärtig (nicht zukünftig) groß genug, fo wird Mussolini heiter lächnnd einen Salto mortale schießen und wieder warben all? staunen ob der »Inkonsequenz italienischer Politik". Tatsache ist: Anschluß Oesterreichs ttnd Südtirol sind zwei ganz gesonderte Probleme. Für die Zustimmung Italiens zum Anschluß wird her Preis die Garantie her Brennergrenze hurCh die Reichspolitik fein; jetzt ober später; darüber wird man nicht Hinwegkommen I Für die Südtiroler Frage aber totrD eines entscheidend fein, ob die dortige Viertelmillion Deutschen ihr Deutschtum erhalten hat; mit oder ohne Garantie der Brennergrenzel Ser 5all Himmelsbach vor dem Untersuchungsrichter. Darmstadt, 6. Juni. Freitag vormittag um 9 Uhr wurden die Verhandlungen des Him- melsbachausschusses wieder ausgenommen. Finanz- minifter Henrich gibt eine Erklärung ab, wonach die hessische Regierung gewillt sei, das ganze Material dem Unterluchungsaus- schuß zur Verfügung zu stellen; hie Regierung habe alles Interesse daran, daß die Angel, gen- beit geklärt wird. Aber auS dem Verlauf der Verhandlungen sei zu entnehmen, daß dcr Ausschuß nicht allein feststellen wolle, was hie Firma Himmelsbach getan habe, sondern daß die ilnter- fuchung sich auch gegen die Regierung richte. Der Regierung müsse Gelegenheit gegeben werden, eine schriftliche Antwort zu erteilen. Es kämen nämlich außenpolitische Interessen hier in Frage, auch stehe das Verhalten von Beamten zur Beurteilung. Es komme, unter Umständen, ein zeitweiliger Ausschuß her Oefsent- lichkeit in Frage. Der Minister erklärte weiter, er muss everlangen, daß die Verhandlungen so lange ausgesetzt werden, bis eine Antwort erfolgen kann. Der Vorsitzende bemerft dazu: Die Verhandlungen bewegen sich nach zwei Richtungen, ob Beamte die Schuld trifft oder die Firma Himmelsbach? Abg. Kindt (Dntl.) ist her Meinung, daß die Untersuchung sich durcharrs nicht gegen dis Regierung richtet; es könne ruhig weiter verhandelt werden. Cs handle sich bei her Untersuchung nur darum, festzustellen, wer für den Schaden verantwortlich zu machen ist. den her hessische Staat erlitten hat. Zum (Einüben ber Flugzeuagefchwader In den nördlichen Breiten sind etwa 11 Tage vorgesehen. Es ist daher schon in der nächsten Zeit mit dem entscheidenden Angriff zu rechnen. Einzelne Er- kundungsflüge bis nach Platinia werden der Haupt- operation wohl vorausgehen. Ich nehme an, daß sie bereits erfolgt sind. Meine im Auftrage von Nova Thule bei den Vereinigten Staaten unternommenen Schritte brachten, wie zu erwarten war. keine großen (fr- folge. Washington begnügte sich damit, Frankreich daraus hinzuweisen, daß die Aktien von Nova Thule zur Hälfte in amerikanischen, Besitz wären. Man würde daher Frankreich für jeden erlittenen Scha- den verantwortlich machen. Außerdem bot die Union eine Vermittlungsaktion an, die natürlich abgewiesen wurde. Frankreich erklärte, es würde das amerikanische Privateigentum völlig unange- tastet lassen und für etwaige Verluste aufkommen. Seine Aktion richte sich lediglich gegen die beut» fchen Führer in Nova Thule, für deren Gewalttat es Rechenschaft verlangen muffe. Augenblicklich verhandelt Amerika noch weiter, doch bringt bisher nichts darüber in die Ocffcnt- l'chkeit. Wie ich immer oorausfagte, bleiben mir also auf uns selber angewiesen. Ich hoffe, daß die brave Schutztruppe und der tüchtige Kersten ihr möglichstes tun werden. Glückauf! Hagen. izunkspruch vom Eiffelturm an Nova Thule. Paris, den 14. Mai. Tie Regierung Frankreichs, die sich stets nur oon den Geboten der Versöhnung und der Frie- densbereitschast leiten läßt richtet an die Verwaltung von Nova Thule ein letztes Mahnworl. Sollte dieses unverdiente Zeichen der Großmut zurückge- wiesen werden, dessen Veranlassung nicht nur in dem Bewußtsein einer unbesieglichen Stärke, sondern vor allem in der Erkenntnis beruht, in erster Linie dem Fortschritt und der Zivilisation zu dienen, so sieht Frankreich sich zu seinem größten Leidwesen gezwungen, an die Kraft der Waffen zu appellieren. Wir verlangen von Nova Thule nichts weiter als die Einsetzung einer französischen Kontrollkom- mission. Diese erhält das Recht, die Schadenersatz, forberungen Frankreichs festzustellen. Eine dann folgende Volksabstimmung soll über die weitere und endgültige Regierungsform des Landes beschließen. Z£Tnrtiebunz> fnl/ii 1 Diese garm coc Verhandlung Verhandlungen Die Aliceschule in Gietzsn macht, die verlesen wird und den Sach langt, daß ein Vertu irma bei den Ve -Zeugen leicht die 1 und hätten sich | S Ql B8 V f /Or Laden: Marktplatz 8. heit g-gcoen wert informieren kann Elsaß hätten nach Aussage des Holzschläge durchfuhren können et ne gehalt den Der- s Hcindcnb. i zubereiten, staatlichen sind. Bei behörde habe seh under Beamten n sollen die Forsten rden, der Ausschuß er stellbertreiendL :;b Houptinhader '.üiMelsbach, wird 14. Dezember 1923 begann, seien ergebnislos verlaufen. hierauf brruommen. Er ist 62 Jahre alt und wohnt in Freiburg. Er hat die Eoup-Verträge abgeschlossen. Zunächst gibt er eine V o r c; c s ch i ch t e, der Verhandlungen, die mit einer Hu! chändlr- Versammlung c»S besetzten Gebietes in Koblenz am W füi* Nervenkranke u NcrvösiErschöpfte. Spasialknransialt Hob heim i. Tfinnss bei Fra kfurt a. M Üchrngl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kpron). Mäßige Prei.se. Prospekt durch Dr. ML KehnIxe- Kalweys*, Nervenarzt. noch ein Dürgerkindergarten, dessen Räume wurden infolge der Wohnungsnot svrtgenommen. ein Ersah konnte nicht geboten werden, obgleich ein weiterer Kindergarten eine dringende Rotwendigkeit wäre. Der Kinderhort besteht ungefähr 1 Jahr und wird von 15 Kindern besucht, die zunächst ihre Schulausgaben erledigen und in der übr.gen Zeit entweder basteln, turnen, spielen und im Sommer Gartenarbeit verrichten, sowie gemeinsame Spa- ziergänqe unternehmen. B.ide Institute hab.n sich um unsere Gießener Bürgergemeinschaft, wie auch um weite Dolks- freife in der Provinz Oberhessen und den anschließenden preußischen Gebieten bisher große Verdienste ertoorb-. n. Den Anstalten bei ihrem weiteren Ausbau fördernd zur Seite zu stehen, sollte eine vornehme Aufgabe namentlich der öffentlichen Hand fein, denn hier wird beste Arbeit an der Jugend, an der Hoffnung unseres Volkes geleistet. * Auf Befragen bestätigte der Zeuge, daß von der Besahungsbehörde für den Abschluß der Vertrage ein bestimmterTermin b. stimmt worden war, und daß die Desahungsbehörde, wenn die Verträge nicht abgeschwsse. würden, selbst die Abholzungen vornehme Firmen im sich um Hölzer gehandelt, die pon der Besatzungsbehörde gefällt worden seien, bei den coupes habe es sich jedoch um Hölzer gehandelt, die auf Dem Stock verkauft wurden. Minister Henrich habe gemeint. Obrrforstrat Kallenbach habe wohl die Zustimmung zu den vent-es nicht, aber zu den coupas erteilt. Aach der Feststellung des wahren Sachverhalts, was die Begriffe ven- tes und coupes bedeuten, sei Minister Henrich sehr verlegen gewesen. Der -Zeuge kam u. a. auf die Behauptung zu sprechen, daß die Firma die Desatzungsbehörde auf wertvolle Bestände ausmerksam gemacht habe! er wies diese Beschuldigungen zurück. Die Besatzungsbehörden hätten sehr gründlich die deutschen Waldbestände a u f g e n o m m e n. Ministerialrat Kutsch habe die falsche Behauptung weiterverbreitet, obwohl er aufmerksam darauf gemacht worden sei. daß er nur etwas vom Hörensagen weiterbebe. Der Zeuge machte darauf auf- merksam, daß hessische Forstbeamte im Jahre 1922 im Auftrage der hessischen Forst behörde Wälder niedergelegt haben, deren Holz an die Besatzungsbehörde verkauft wurde. Weiter erwähnte der Zeuge, daß Vorrichtungen zum Fällen der Bäume von den hessischen Oberförstereien gegen eine Mletgebühr entliehen waren, und zwar habe es sich dabei um die coupes gehandelt. (Lebhafte Spannung bei den Anwesenden.) Vergeblich habe er vom Landforstmeister Aus.unft über verschiedene Fragen, namentlich über die Verhandlungen in Koblenz usw., verlangt: eine Reihe von Schätzungen der gefällten Hölzer, durch die hessischen Forstbehörden im Geblet von Mitteldick sei viel zu hoch In seinen weiteren Ausführungen erwähnte der Zeuge u. a. die Tatsache, daß Landforstmeister Josef erst nach 11 Monaten sich vergewissert habe, über bas, was sein Referent, Oberforstrat Kallenbach, dem Vertreter der Firma erklärt hatte. Samstag, Besichtigung der Wälder bei Kelsterbach Fortsetzung der Verhandlungen Freitag, den 12. Juni. Anerkennung des Examens der Hauswirtschaftsund Handarbeitslehrerinnen in der Aliceschule für die Anstellung an hessischen und preußischen Schulen, wodurch der Seminarbesuch ein sehr viel regerer wurde. Cs wurde dann das F r ö - bel-Seminar und die Kinderpflegerinnenschule der Aliceschule eingegliedert. Seit einigen Jahren liegt die Leitung Der Schule in den Händen des Stadtschulrats Prof. Dr. Alles, unter dem die aufsteigende Dahn des Instituts kräftig beibehalten wurde. Heute könnten sogar den Anmeldungen entsprechend in den verschiedenen Zweigen Parallelklassen eingerichtet werden, wenn nicht absoluter Raummangel jede Erweiterung unmöglich machte, älm der Raumnot der Volksschule etwas entgegenzuwir- ken, hat die Stadt das auf dem Schulhof Der Stadtknabenschule an der Aordanlage befindliche Schulgebäude der Aliceschule vor mehreren Jahren für die Volksschule in Anspruch genommen und bis auf den heutigen Tag behalten. Dadurch ist die Aliceschule in ihrer Entwickelung zweifellos gehemmt worden, denn viele Schülerinnen, die in Dem Institut Ausnahme begehrten und auch den Vorbedingungen gerecht wurden, mußten wegen mangelnder älnterbrin- gungsmöglichkeit zurückAewiesen werden. Das ist ein Zustand, der je länger je mehr zur absoluten Anhaltbarkeit wird. Es müßte, schon un Interesse unserer bildungshungrigen Jugend, baldmöglichst dafür gesorgt werden, daß Der Alicenschule wieder ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, wobei natürlich auch die Stadt pekuniär mit- zuhelfen hätte, um dadurch einen Ausgleich der Rachteile herbeizuführen, die Dem Altceschulve- trieb durch den städtischen Anspruch auf das Gebäude des Instituts entstanden sind. DgS Fröbelseminar. im Rovcinber 1910 bei einer Besucherzahl von 1 Seminaristinnen und bei zunächst 5 Kindern im Kindergarten von Frl. M o e s e r gegründet, Ostern 1921 vom Aliceschulverein übernommen und der Aliceschule angegliedert, zeigt folgende Einteilung: A. Abteilung für Kindergärtnerinnen (Aufnahmebedingung 16. Lebensjahr, Absolvierung einer lOllalsjgen höheren Mädchenschule oder 9klassigen Mittelschule. V>. Abteilung für Kinderpflegerinnsn (Aufnahme vom 14. Lebensjahr an, Besuch einer Lklassigcn Volksschule.) C. Abteilung Seminar-Kindergarten. (Kinder vom 3. bis 6. Lebensjahre.) 1). Abteilung Seminar Kinderhort. (Schulkinder vom 6 bis 14 Lebensjahr) Im Kindergärtnerinnen - Seminar, das z. Zt. 25 Schülerinnen zählt, erhalten die Schülerinnen in einer ll/8 jährigen Ausbildungszeit einen wissenschaftlich-technisch-praktischen Unterricht, Der sie befähigen soll, sntweder als Erzieherin in Der Familie zu wirken, oder an Kindergärten, Horten oder sonstigen Erziehungsheimen sich zu betätigen. Sie iönnen auch nach Ablegung eines praktischen Jahres an einem einjährigen Kursus für Jugendleiterinnen teilte hm en, oder im Anschluß an ihre Ausbildung sich an einer sozialen Frguenschule weiterbilden. Die Kinder pflege rinnen erhalten eine ähnliche Ausbildung, nur wirk) bei ihnen Die praktische Ausbildung noch mehr betont. Die am Ende Der 1- e jährigen Ausbildung abgelegte Prüfung berechtigt sie, als Kinderpflegerin in der Familie tätig zu fein, oder als Gehilfin an einem Kindergarten oder Erziehungsheim zu arbeiten. Die Kinderpflegerinnenschule wird jetzt von 30 Schülerinnen besucht Der Kindergarten wird jetzt von 90 Kindern besucht. Heber 60 Kinder sind bereits r-orgcnierit, die vorläufig wegen ileberfüllung keine Aufnahme finden können. Früher bestand In dem vielseitigen Bildungswesen unserer Stadt nimmt die Aliceschule mit Dem Frö - bel-Seminar eine bcch-'d-ere Stelle ein. D'.e eigenartige Bede -Lung dieser Anstalt kommt einmal darin zum An-druck, daß sie auch heute noch überwiegend auf privater Grundlage lAliceschelverein) beruht, allerdings mit staatlich genehmigten Lehrplänen und staatlich in Hessen sowohl wie in Preußen anerkannten Be- rechtigungsbcfugnissen, und zum andern in der Tatsache, daß sie jahrein, jahraus vielen jungen Madien aus Gießen und aus der Provinz Die Möglichkeit bietet, sich in gründlicher Weise für Minister S) cur id;-: Dir Regierung habe nichts zu verschweigen, aber wenn sich die Untersuchung gegen sie richtet so müsse ihr Gelegen- ii. daß sie drn Ausschuß auch für unser heimisches Volksleben erscheint es an» gebracht, dieser Bildungsstätte hier mal einige Zeilen zu widmen. Die Aliceschule. umfaßt Kurse, Haushaltungöschule, Seminare und Kinderpsl'gerinnenschule. Die Kurse erstrecken sich auf Weißnähen und Jnstandhalten von Wäsche, Kleidermachen, Sticken, Waschen und Bügeln. Wer kürzlich Gelegenheit nahm, Die Handarbeits-Ausstellung der Älice-Schule im Konferenzzimmer Der Stadt- knabcnschnle an Der Rordanlage unD Die Ausstellung im Fröbelseminar zu besuchen, wird bezeugen können, daß man dort ausgezeichnete Arbeiten der Schülerinnen zu sehrn bekam, die Den fleißigen Räherinnsn, wie auch ihren Lehrerinnen in gleicher Weise Ehre machten. Bedauerlich ist, daß Der Kochtürsus aus Raummangel eingehen muhte. In der Haushaltungsschule werden die jungen Mädchen in halbjähriger Schuldauer für Die Tätigkeit im Haushalt vorbereitet. Es wird hier vermittelt Kochsertigkeit, Rähfertig- keit und Fertigkeit im Waschen. Bügeln und allen anderen Hausarbeiten. An Kenntnisten können erworben werden Nahrungsmittel- und Kochlehre, Haushaltungslunde, Gssundheitslehr: und Versicherungswesen, sowie bürgerliche Haushaltungshuchführung. Das Lehrerinnen-Seminar bereitet in zweijähriger Dauer für den Beruf Der Haus- wirtschafis- und Handarbeitslehrerin vor. Die allgemeinbildenden Fächer werden aufbauenD durch Die zwei Seminarjahre Durchgeführt: Der Fachunterricht vermittelt im ersten Jahre hauswirtschaftliche Fertigkeiten und Kenntnisse, im zweiten Die auf Dem Gebiet Der Radelarbeit. Rack) Ablauf jedes Schuljahres wird eine Prüfung abgelegt, Doch erst Die am Schluß Des zweiten Sen.inarjahres erfolgreich abgelegte Prüfung berechtigt zur Anstellung als Lehrerin Der beiden technischen Fächer an Volks-, Mittel- und Höheren Mädchenschulen in Preußen und Hessen, in Hessen auch zur Anstellung an Mäd- chLnfortbildungsschulen. Das Kindergärtuerinnen-Semi- n a r bildet in P/jäljriger Dauer Kindergärtnerinnen aus und gibt ihnen die Grundlage für die Ausbildung als Jugendleiterin. In Der K im rpflege rinnen schule beläuft sich» Die ürnterrichtsdauer auf V2 bis 1 Ihr. Bei erfolgreichem Abschluß erteilt die Schule das Zeugnis als Kinderpflegerin. Die Aliceschule ist aus kleinen Anfängen und aus privaten Mitteln entstanden. Sie stand am Kriegsanfang nahe Dein Zusammenbruch. Geheimrat Fromme übernahm Den Vorsitz, ihm trat Prof. Dr. Kramer zur Seite, und es gelang in stets anerkennenswerter Weile, die Schule durch Die Kriegsjahre hindurch) nicht nur lebensfähig zu erhalten, sondern sie zu festigen und weiter auszubauen. Es kam dann auch zu einer Vereinbarung mit Preußen zwecks . rotze Quantitäten Holz langt. Gr (Himmelst ach) tzaoe dbrau,hin Eingabe an den Reichskanzler Darlegt. Es wird darin auch auf Die Beschlagnahme der Holchestän >e u. t der Forsten Bezug genommen. Die Reichsregierung wird gebeten, zu Der Angelegenheit der Höchste serungen Stellung zu nehmen. Cs handelt sich zunächst um Die Lieferung des Holzes für rückständige R e p a ' a t i o n s l i e s e r u n g e n. Die Hvlzhändler baten um ü -'; ?.i.)ung von Sach- verständigen zu Den Verhandlungen mit Der Be- sahungsi ci:övue. Die BesatzungsbeHörde habe ver- Abg. Kaul (Soz.) ist ebenfalls Der Meinung. Daß der Deutschnationale Llntersuchungsantrag sich nicht gegen Die Regierung richtet: wäre diese Auffassung nicht bei Der Mehrheit Des Ausschusses vorhanden, dann hast > dec M n.ister recht. Abg. Schreiber (Dem.) vertritt Die Auffassung, Daß auch das Verhaltender Beamten zur stlntersuchuv.g steht: wenn e5 sich nur um Die Feststellung Des' Verhalts der Firma Himmelsbach handle, so haste rot Ausschuß wohl eine andere Stellung eingenommen. Ls könne wohl weiterverhandelt werden: der Minister könne sich ja seine Stellung Vorbehalten. mung Des Firma ininisters wird heute ausgesetzt. Morg bei Kelsterbach besichtigt w begibt sich dorthin. Dr. h. c. Himmelsöast, t AufsiHLsratsborsitzende Der Firma ®c5i über biete nicht Die Gewähr, daß die Regierung genügende Informationen geben könne. Abg. Haury (D. Vpt.) vertritt ebenfalls Die Aussa sung, daß die .Untersuchung sich auch gegen Die Reg'.eru.?, rickch :. Rach längerer G s. ä ls.r. nungsvebatte zog Der Ausschuß sich zurüct, u.n über Die Frage Der Meiterbcrcst'ung aber i>:Vertagung zu beraten. Rach etwa cinstünbigee SonDerbc.atung wurde um 11 Uhr Die Sitzung wieder eröffnet. Der Vorsitzende gab Delan.ii, t zunächst Die Vertreter der Fir in a H i m melsbach v e r n o m m e n werden sollten. Die Vernehauch dazu erboten. Cs sei eine durchaus falsche Anschauung gewesen, Die Besetzungsbchörd" hält» Die Holzschli g^ nicht Durchführe!', iönneri; er, Der Zeuge, habe diesen Stcurdpunkt auch in Bcrstn v-ertreten. Hierauf wurde Joseph Himmelsbach Dcrncnuncn. Er sagte aus, Daß Direktor W o e r n e nach seiner Rücklehr aus Kobie.tz erklärt hätte, die Firma müsse im Auftrage der Besatzung Behörde Bäume im hessischen Staatswald fällen, wenn das nicht geschehe, so würde das als Fortsetzung des passiven Widerstandes ausgesaßt. Direktor Wverne sei nach Darmstadt gefahren und habe mist Oberforfirat Kallenbach ver= bai-dclt. Die)er habe erklärt, es sei nottoe -big, daß die Werte in D e u t f d) e r Hand blieben und die Arbeiter beschäftigt würden. Oluf des Zeugen Verlangen nach einem Protokoll sei Dststto- W erne nochmals nach Darmstadt g:fahren; aber Oberforftrat Kalle buch h e dies entschieden abgelehnt. Der Zeuge r-er= las ein Schriststüel, das eine Rieder) chr ist der Besprechung mit Oberforftrat .Kallenbach enthielt. Dieser hat danach prioa im ge= ü'jf1 ;rt, daß die Verträge abgeschlossen werden könnt n; man kn ne der Firm a leine ir Do r- Wurf daraus machen. Rach wci eren Auslichtungen schilderte der Zeuge die Schritte, de er in Darm st ad' i i seiner Angelegenheit unternommen hatte. Er hat hier in Begleitung des Zentrumsabgeordneten Knoll DieQltir.i'Jer nach-- einander ausgesucht. Minister Henrich Hache von den Verhandlungen mit Obrrforstrat Kallenbach nichts gewußt Minister He ri.v h Ve erklärt, er müsse z -gestehen, daß er (Himmel buch) in gutem Glauben gehandeli habe In einer späteren Bes rechung sei indes ei Munster Henrich sehr aggressiv gewesen und habe ihm Landesverrat vvrgeworsen. In jener Besprechn g habe Mi' ister Raab das ausgesührt, was er gestern hier gesagt habe Der Zeuge hat dann den Minister Henrich aus Den Irrtum aufmerksam gemacht, daß ventes und coupes nicht dasselbe seien. Bei den ventes habe es 88hi Ob ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Oie meisten Gegenstände lassen sich durch i < liemisches Reinigen oder Färben sicher wieder e neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20V Ein denkwürdiger Tag des Radsports. Das Stiftungsfest des (tzrefkener Radfahrervcrerns $^85. Der Gießener Radfahrerverein 1 88 5 feierte am Samstag, gestern und heute sein 40jähriges Stiftungsfest. Hiermw verbunden waren ein Straßenrennen um die Meisterschaft des Landesverbands Hessen vom Bund Deutscher Radfahrer und Wettkämpfe im Saalsport. Am Samstag abeird fand auf Der Lieoigs- höhe ein B e g r u ß u n g s a b e n d mit Banne r w e i h e statt, an Dem außer sonstigen zahlreichen Festgästen Vertreter des Bundes Deutscher Radfahrer, des Landesverbands Hessen, des Lahngaues, sowie auswärtiger und hiesiger Radfahrer- und sonstiger Sportvereine trilnah- men. Auch die Provinz und die Stadt Gießen hatten Vertreter entsandt. S?;t musikalischen Teil des Abends hatte die Kapelle Topp übernommen, die durch ihre guten Darbietungen wesentlich zur guten Stimmung der Teilnehmer beitrug und sich wiederholt zu Zugaben entschli-M ßen mußte. Die Begrüßung Der Feftversammlung erfolgte durch den Vorsitzenden des Festausschusses Adam Kircher, währeird die Weihe des neuen Banners durch Den 2. Vorsitzenden des Landesverbandes Hes'eu K l i n g - W e tz l a r erfolgte. Zahlreich waren Die Glückwünsche und Geschenke, welche dem feftgebenDen Verein vom Bund, dem LanDesverbar.d, dem Lahngau und vielen hiesigen und auswärtigen Sportveremen übermittelt wurden. Als Vertreter Der Stadt sprach Beigeordneter Dr. Frey. Der Gesangverein „Heiterkeit" trug durch gesangliche Darbietungen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter ging am Sonntag früh bis nmtags der interessanteste und zugleich sportlich sehr gute Teil des Festes vor sich, das Stzaf?e«rettnett um die Laudesverbandsmeisterschaft des Landesverbands Hessen des Bundes Deutscher Radfahrer. -Die Rennstrecke war 186 Kilometer lang; sie führte von Gießen über Heuchelheim, Atzbach nach Wetzlar, durch das Dilltal nach Herborn, von da nach Gladenbach, weiter nach Marburg und Kirchhain, wo eine Zwangspause von einer Viertelstunde Halt gebot; von hier ging es über Kirtorf nach der Kreisstadt Alsfeld, von dort über Grünberg zurück nach G i e ße n. Am Start beim Feldschlößchen an der Rod- heimer Straße erschienen um 6 Uhr früh 42 Fahrer, von denen der Starter um 6.10 Uhr 6 Altersfahrer auf die Reise schickte. 6.20 Uhr zog der Haupttrupp vom Start los in den prächtigen Morgen hinaus, gefolgt von einer Anzahl Autos, in denen die Oberleitung, die Presse, Sanität usw. Platz hatten. Zwischen Heuchelheim und Wetzlar tarnen schon einige „Abbauer rechts raus" aus dem Feld, Wetzlar wurde in flottem Tempo in geschlossener Folge passiert. Aus dem Wege nach Herborn gab es wieder einige Ausfälle durch zwei erfreulicherweise gut verlaufene Stürze bzw- etlichen Radschaden, Herborn wurde 7.35 Uhr in immer noch geschlossener Front durchfahren. Kurz hinter -Herborn unternahm die Spitze der Fahrer einen träftigen Vorstoß, der den Erfolg hatte, daß ein großer Teil des Feldes ab- gehängt wurde und bald als zweite Gruppe hinter uns blieb. 8.35 passierte die Spitzengruppe, gefolgt von den Begleitautos, Gladenbach, von hier ging es trotz Der verschiedenen Berge in unverändert flotter Fahrt, bei Der es wieder einige Ausscheidende gab — hier geriet ein Fahrer in den Staub des dicht hinter Den Spitzenfahrern laufenden Oberleitungswagens und ka in dadurch auf stark abschüssiger Chaussee zum Stur^, der zum Glück gut abging — gen Marburg, das von der nur noch aus 0 Mann bestehönden Spitzengruppe um 9.12 Uhr erreicht wurde. Kurz hinter Marburg gab es erneut etwas Malheur, so daß Die Spitze, Die in geschlossener Front um 9.52 Uhr in Kirchhain eintraf, nur nach aus folgenden 7 Fahrern bestand: Deibel- Gießen, Müller-Frankfurt, G u g a u-Frankfurf, H u p p e r t - Frankfurt, B ö 11 g e n = Frankfurt, Kleinöder - Fechenheim (Altersfahrer), Emmerich- Frankfurt. Nach einer kurzen Erholungsrast, bei Der man noch Die Ankunft einiger Fahrer von Der zweiten Gruppe beobachten konnte, ging es um 10.10 Uhr weiter hinter der Spitzengruppe her. Zwischen Kirchhain und Kirtorf blieb auch der als Hausfrau, Ha-iswirtstHusts- oder slchrert.!, Ka^crgürtueri--. usw. vor- säuUlickc DUDungsgänge, Die an Den Schulen bis jetzt nicht zu erlangen Der großen Bedeutung Des Instituts han.dlmtgen zugegen sein müsse. Der NeDuer weist aus Den Damalig.n Zwang Der Verhältnisse hin und legt Dann dar, .caß Die Verträge unter» schrieben werden mußten. Während D:r Verhandlungen habe er (Himmelsvach) Einsp r u ch gegen die Abholzung der Wälder erhoben, Diese Einsprüche seien aber von der Bcsatzungsbehöröe zurückgewiesen worden. Gcm LV\ a'tlich sei mit Den Deutschen Forstbeamten versucht worden, eine Verständigung zu erzielen, aber Die Be- satzungsbehörde habe gedrängt und so seien notgedrungen Die Verträge z u st a n D e gekommen. Wir haben auch mit Den Reichs- ^tnb Den hessischen VcHörde; ouhandelt, um evtl. ^>olz aus dem unbesetzten Gebiet zu erlangen. Im -weiteren Verlaufe Dec Vernehmung schilderte 'Himmelsbach seine Versuche, bei Der Reichsregierung eine Klärung der Angelegenheit zu erreichen. Es sei aber unmöglich gewesen, eine entscheidende Erklärung Dec Re^chrung zu erlang, n. Aus Den weiteren Ausslrhruugen ist zu entnehmen, daß Die Verträge nur abgeschlossen werden sollten, wenn kein Verbot der Holz- lieferungcn erlassen werden sollte. Einen anderen Ausweg, als Die Verträge zu unterschreiben, gab es nicht; dem Zwang konnte inan nicht entgehen. Ein Versuch, Die Berliner Regierung über die Verträge zu informieren, war vergeblich, da man auf Ablehnung stieß. Auch persönliche Versuche H'.m- Melsbachs in Berlin hatten keinen Erfolg. Auf alle Erllärungeit Der Firma wäre niemals eine Gegenerklärung Der Regierungsvertreter erfolgt. Die Verhandlungen feien, stets aus gegangen wie das Hornberger Schießen. Die Versuche, dje Verträge zu finanzieren, wären pergel lich gewesen. Die Lieferungen mußten sehr schnell erfolgen: viel Zeit zur Tleberlegung blieb nicht. Es wurden die Bestände geschlagen, Die am n ä ch st e n greifbar waren. Sein Resse, Josef Himmelsbach, habe rhm erklärt, Die Verträge wären ungünstig für Die Firma, V enn der Schnittlohn sei zu niedrig angesetzt gewesen, auch iDÖrc Frankenrechnung vereinbart und keinerlei Garantie geboten. Er (Hermann HimmelsbaH) habe Darauf erklärt, er glaubp nicht, daß die Verträge ausgesührt würden. Hermann Himmelsbach schloß Die Schilderung der Vorgeschichte mit der Erklärung, Daß die Firma nichts zu verheimlichen habe, sie habe ja auch Die Verträge nicht verheimlicht. Aus Befragen deS Abg. Ritzel (Soz.) erklärt Der Zeuge, Daß Der Vorwurf, die Firma habe besonders wertvolle Hölzer uno namentlich in Hessen geschlagen, ungerecht sei, die Bestände zum Schlagen wären Der Firma zugewiesen worden. Ebenfalls bestritt er die Behauptung. Daß Angestellte der Firma Die Desatzungsbehörde auf Die wertvollen Bestände aufmerksam gamacht haben. Man solle doch Die Beamten benennen, Die jene Behauptung aufstellten. und den Historiker tote für den Politiker. Vüchertisch Trockenfchniyel bis 19,20. Der Aufschwung des deutschen Turniersports. Nichts redet eine eindrucksvollere Sprache der die der be- un- Dominions zu politischer Autonomie dar. praktisch von Fall zu Fall sortschreitet und die verfassungsrechtliche Formung nur sehr dächtig in weitem Abstand nachfolgt. Diese systematische. höchst englische Art der Entwicklung hat das Verständnis für bie lose und doch gerade darin sehr feste Gebundenheit der Glieder im englischen Empire ungemein erschwert: die richtige Erkenntnis davon aber ist unerläßlich. So ist diese Monographie ebenso wertvoll für * Starker Rückgang der deutschen Koksreparationslieferungen im Mai. Im Mai sind nach einer Pariser Meldung des Fachblattes „Industrie Kurier" als Reparationskoh- len an Frankreich laut vorläufiger Schätzung nur ca. 250 000 Tonnen geliefert worden, was ungefähr einer Tagesleistung von 8900 Tonnen ent- pricht, während noch im April 327 000 Tonnen ab genommen wurden. Dieser starke Rückgang ist auf die Einschränkung des Verbrauchs der fron Mischen Abnehmer zurückzusührcn. ♦ Lebhafter Kaliabsatz auch imMai. Der Absatz des Deutschen Kalisyndikats im Monat Mai betrug 730 736 Doppelzentner Reiniali gegen 220 432 Doppelzentner Reinkali im Mai 1924. Der Gesamtabsotz der ersten fünf Monate des Jahres 1925 beträgt 6 519 090 Doppelzentner Reiruaii gegen2 978 530 Doppelzentner Reinkali ist den ersten fünf Monaten des Jahres 1924. * Badische Anilin- und Sodafabrik, Ludwigshafen. In der ordentlichen Hauptversammlung wurde der bekannte Jahresabschluß 1924 angenommen und die Verteilung einer tzprozentigen Dividende beschlossen. Vorstand und Ausfichtsrat wurden entlastet. Dem Jubiläumsfonds werden 3 Millionen vleichsmark überwiesen und 446 506 Reichsmark vorgetragen. Ein Aktionär kritisierte die Höhe der Dividende und verwies auf die scharfe Umstellung und die Höhe der Friedensdioidende. Die Verwaltung erklärte hierzu, daß die gegenwärtige Dividende wohl überlegt fei: sie erfordere 14 Millionen Reichsmark, während die Dividende von 1913 nur 10 Millionen Reichsmark benötigte. Ueber die Höhe der künftigen Dividenden könne nichts oorausgefagt werden. * Bergmann Elektrizitätswerke A.-G., Berlin. Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte den bekannten Geschäftsabschluß für 1924 und setzte die sofort zahlbare Dividende auf 5 Prozent fest. Die Anfrage eines Aktionärs nach den Beteiligungen wurde dahin beantwortet, daß diese zu dem Reingewinn nicht beigetragen hätten. Es wurde mitgeteilt, daß sich in der günstigen Ge- schaftsentwicklung nichts geändert habe, und daß nach dem derzeitigen Auftragsbestand für den Rest des laufenden Geschäftsjahres mit einer genügenden Beschäftigung der Anlagen und Arbeiter zu rechnen sei. * Vereinigte Königs- und Laura- Hütte Aktien-Gesellschaft. Die Rohstoffproduktion wird bei beiden Hütten nach wie vor in vermindertem Maße betrieben. Im übrigen ist der Geschäftsgang auch nur teilweise befriedigend. 'berliner O3rcbiu r'c. Don der __ ___Man verlange ausdrücklich Gießener Brauhaus-Pilsener Berlin. 6. 3unt. Der ProduUenmarkt war wenig verändert und das Geschäft still. Gerst: wenig umgeseht, Hafer fest, bei weiterer Konsumnachfrage. Futterartikel ruhig. Ss notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk 264 biS 267, 3uh 270 bis 270,50, Roggen, märk. 215 bis 219. 3uli 214 bis 215. Gerste, märk. 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 218. Hafer, märk. 235 bis 243. Juli 190,50, Mais (La Platas (loko Derlin) 208 bis 211, 3uli 193: für für je 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 36.50, Roggenmehl 29,75 bie 31,75, Weizenkleie 13.80, Roagenklrie 14,10 tns 14 20 Diltoriaerbsen 23 bis 27. Kleine Erbsen 22' bis 25, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 21, Wicken 20 bis 22.50, Lupinen, blau 10 bis 11. bto. gelb 11,50 biS 14. Seradella 13 bis 15.25. Raps kuchen 15.20 bis 15,60. Leinkuchen 22,40 bis 22,80 .....9,80 bis 10, Kartoffelstöcken 19 ger Monatshefte für Auswärtige Politik. Her- ausgegeben von A. Mendelsohn - Bartholdy. (Deutsche Derlaas-Anstoli. Stuttgart. D rl'tn und Leipzig.) 3.3ahrgang, Heft 5. Mai 1925. Die rührige Zeitschrift des Hamburger 3nstituts für Auswärtige Politik bringt in ihrem neuen Heft, im Gegensatz -zu dem Vielerlei ihrer sonstigen Beiträge, eine ausführliche Abhandlung von Alfred Dagts über „Kanada in seinen auswärtigen Angelegenheiten". Die für jeden Schritt auf dokumentarisch - Belege sich stützende Untersuchung stellt am Beispiel Kanadas die Entwicklung Wir Icfcn die Beschreibung der 1874 durchgKühr» len ersten OBintcrbcfteigung des Grostglockners durch ben 1921 verstorbenen Altmeister dös Alpinismus Daillie Grobman in erstmaliger deutscher Hebertet-ung. 3nS Herz des Allgäus führt unS Hubertus Richter, bei in leichter und lebe schwerer Kletterei die Mädelegabel-Gruppe überschritten bat. Der Humor kommt zu seinem Rechte in der Brenner-Reise von W. S^midlunz mit den phantasiereichen Bildern und witzigen, zum Teil grotesken Purzelbäumen Pauli. An den Quellen des Lebens Wiesbaden, Verlag Ptychokrotie. Diese, kleine Schrift w.rkt austerordentlich anregend. Sie zeigt schlagend die hoste Bedeutung einer natürlichen Säuerst off kur und den Wert einer verständig angctoaiiL ten Atemgymnastis. E.ne erhvyle rhythmische Atmungstätigkeit fördert in ganz besonderem Maste eine der wichtigsten Vor- bei tnflungen zu einem lebhaften Blutumlauf. Die Schrift gibt treffliche Winke zum Ginsau.ien des Sauerstoff e> und zur Anwendung von nützlichen Atmungsübungen. Riemand wird sie ohne Rutzen aus der Hand legen. (322) A. R Wachsende Anteilnahme an dem Kampfe unserer Brüder in den abgerl'fenen Gebieten i.r in Deutschland aller ort# feststellbar. So war es auch ein guter Gedanke der bekannten nationalen Monatsschrift „Deutschland- Erneuerung" 13. F. Lestmanns Verlag München SW 4t ein besonderes Grenzmarken heft heraus- zugeben Als Mitarbeiter linden wir darin die einflußreichsten Persönlichleiten des Auslands- deutschtums. So den siebenbürger Deutschen- sührer Staatssekretär a. D. Dr. Lun Koeodi I (Temeschburg), mit einem ‘Beitrag: „Deutschland und der europäische Südosten". — Pros Dr. G. H. Hartmann (Graz), behandelt das „Randstaatenproblem" Von unseren Brüdern In Böhmen berichtet uns der Abgeordnete Dr. Rudolf Lodgmann"Ai.en (Tepliy-Schönaut Die brutale ilnterbrüdung der Südtiroler behandelt Adols Dcesler. „Das Völlerbundsr-rgime an der Saar", zeigt uns Dr. Hütlebräucker Von außerordent- ltchem 3ntercsse sind schließlich die Darlegungen Hans Roesselmanns zur elstzh-lothringifchen Frage. Die Arbei sg:m inschaft ei i aer ß ulm n- ner bestehm) auS 8 Herren, die in den 3 Prorin- zen unf.r-5 Hsjenlande, lange 3ahee in Ti nste öer Volliischule stehe.r oder emit itanben, lgs en ihrem „Daheim" heben cine.i to.ite.cn B nd beet umgearbeiteten „Hessischen Lesebuches" unter dem Re.men „Hess en land lOtgen. DaS Buch ist für das dritte un) viert.' Schulial- gc- glieder.er Volksschulen bestimmt Wie Up.. 1 ec Qlame sagt, will .Hessenland" das Kia. mit feiner eng r:n Heim-,t. unserem Hestenlande. be- lannt machen. Das Bach trägt in feiner ®Jamt- anlngc heimatliches Gepräge. Dem Abfchn.tt „Luginsland" ist diese Auigrbr im besonderen zugetoiesen. Wir finden in ihm eine treffliche und Meuschenwih hervorgebracht haben und hekn. Es läßt den Vog leb rg mit feinem Läufst ein. die Wetterau mit dem Lindheimec Hexen- turm, das burgenr iche Schlitz und feine Kreisstadt Lauterbach, Annerod und Gi sten, di' Alten- I bürg bei Dauernheim und die Äör gseiche im Büdirger Walde vor unf r g i ligis Aage treten, von manch anb:r:m gar nicht zu reden. „Um der echten Kindertümlichkeit willen", ist der Inhalt des Buches auf den Don der Freude gestimmt. Kinderlust, Kinderglück, Frohsinn und Heiterieit b.herrschen Stofs und Bild. Sie werden mithclseu. I ..Hessenland" zu einem wahrhaften Kinder- und Hausbuche zu machen. — Gandhi in Südafrika. Unter diesem Titel ist eben im Rotapfel-Verlag München ein weiterer Band der Gandhi Schriften erschienen (geh. 4 Mi. geb. 5 Mk.). Einen „Hcldengcsang der Seele" ohnegleichen nennt Romain Rollund das Leben und Wirken Gandhis in Südafrika. Das Buch beweist, daß Romain nicht zu hoch gelobt und 1 gepriesen: Gandhi, der Rechtsanwalt mit hohem | Einkommen stellt sich in die Reihe der Aermsten der Armen seines Volkes und kämpft für ihre Menscltenwürde, deren sie die Blindheit der weißen Kolonisten berauben möchte. Und in diesem Kampfe entfaltet sich die Riesenkraft dieser wunderbaren Seele. Je unscheinbarer sein körperliches Dasein wird, so gewaltiger und leuchtender wird fern seelisches Wirken und Walten. Und so kommt es, daß warme Begeisterung den Leser erfaßt, ihn hinaushebt über allen Wahn unserer Zeit und ihn erlöst in dem nicht mehr zu erschütternden Glauben an ein Heldentum der Seele, bas dem Heldentum des Leibes fo hoch überlegen ist, wie das Kreuz dem Schwert. 344 — Europäische Gesprächet Hambur- uermag Auf- ober Abstieg greller zu beleuchten als Statistik. Sv verdient auch der Turniersport, einmal einer genauen Untersuchung unterzogen zu werden, um von seine. Weiterentwicklung und tatsächlichen Ausdehnung ein klares Bild zu bekommen. Das Resultat, zu dem man auf diese Weise, also ohne jede Beschönigung, rein auf Grund statistischer Zahlen gelangt, ist geradezu glänzend und läßt über die höchsten Erwartungen hinaus erkennen, daß die Turniersportbewegung marschiert, und zwar so marschiert, daß sie bei nur ähnlicher Weiterentwicklung, wie doch anzunehmen ist, Ausmaße nehmen wirb, bie gar nicht abzusehen sinb. Schon ein 'Vergleich zwischen ben Jahren 1923 und 1924 weist einen derartigen Fortschritt aus, wie man ihn nie für möglich gehalten hätte. Die Zahl der Turnierprüfungen im Jahre 1924 belief sich auf 1650 gegenüber 1120 im Jahre 1923. Tur- niertage gab es 873, d. h. reichlich hundert mdjr als im Jahre zuvor. Auch bie Zahl der Veranstalter konnte um 33 gegen das Vorjahr steigen Roch wertvoller ist aber die Tatsache, daß auch die Teilnehmerzahl in den Prüfungen trotz der Zunahme nicht nur nicht auf gleicher Höhe geblieben ist. im Gegenteil weit größer wurde. So wurden 1923 11741 Pferde gestartet, im Jahre 1924 mehr als die doppelte Anzahl, nämlich 24 264 Pferde. Das Anwachsen der Prüfungen entsprach also nur einem vorhandenen Bedürfnis nach weiteren Konkurrenzen. Ungleich mächtiger wird noch der Eindruck vom Aufschwung des Turniersports, wenn wir auf weiter zurückliegende Jahre zurückgreifen. Rur einige Beispiele mögen angeführt fein, um den unverkennbaren Austrieb deutlich zu illustrieren und an Hand von wenigen Zahlen nachzuweisen, daß es erst im letzten Jahrzehnt gelang, dem Turniersport weitere Kreise zu gewinnen und soweit wie angängig volkstümlich zu machen. Wir greifen auf das Jahr 1910 zurück. Die niedrigen Zahlen der damals gestarteten Pferde reden eine deutliche Sprache. Ein Platz wie Hamburg, über den 1924 913 Pferde gingen, startete im Jahre 1910 nur 207 Pferde. In der Reichs- Hauptstadt wirkte sich der Aufschwung des Turniersports am gewaltigsten aus. Hier standen sogar nur 111 Pferde 1910 zum Start bereit, im Jahre 1924 deren 4905. Um einen kleinen Begriff von den Ausmaßen eines modern aufgezogenen Turniers zu geben, wie es z. B. die Turnierabteilung des Reichs« verbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts veranstaltet, seien auch an dieser Stelle statistische' Einzelheiten angeführt, die allgemeines Interesse verdienen. So waren z. B. zum letzten Berliner Herbstturnier im Berliner Sportpalast nicht weniger als 1100 Pferde zur Stelle. An den Rachmittagen starteten 1021 Pferde, in den Abendspringen 1522. Wenn man bedenkt, daß zu diesen Zahlen noch die Zahl der Pferde der Reitervereine sowie der Quadrille der ostpreußischen Gestütshengste, ferner 85 Gespanne hinzukommen, kann man sich ungefähr einen Begriff von einem weltstädtisch aufgezogenen Tur« niet und Pserdefchau machen, wie sie regelmäßig in jeder Turnicrfaison veranstaltet werden. Was veranlaßte nun den gewaltigen Aufstieg? Einerseits die straffe Organisation im Reichsverband, ferner die viele aufklärende Arbeit durch Wart und Schrift, Presse und Film und die daraufhin ein- segende Erkenntnis der Wichtigkeit der Prüfungen zur Erprobung der Leistungen der Pferde. Mit dem Steigen der Anzahl der Turniere gingen auch die Leistungen von Reiter und Pferd vorwärts. Mit dem Steigen der Konkurrenz schraubten sich auch die Leistungen in die Höhe. Ganz abgesehen vom Rutzen für die Landespferdezucht hat der Turniersport, rein sportlich betrachtet eine Weiterentwicklung erlebt, die man nie erwartet hätte. Hier beweisen die hervorragenden Erfolge deutscher Reiter au deutschen Pferden im Ausland genug. Heute kann der deutsche Reiter auf deutschem Pferde als ernster Konkurrent überall im internationalen Sport auftreten, er ist feiner Sache sicher und braucht keine Konkurrenz zu scheuen, die im Gegenteil für den vorwärtsstrebenden Sportsmann einen wertvollen Maßstab feiner eigenen Leistungen darstellt. Wünschen wir dem Turniersport für die neue Saison, die bereits mit verschiedenen großen und größten Veranstaltungen glücklich begann, eine weitere nach oben weifende Entwicklungskurve zum Nutzen der heimischen Landespferdezucht und des deutschen Reit- und Fahrsports. W. v. H a ck e w i tz - Berlin. Wirtschaft. Der Mai-Abschlutz der Reichsbank. Der letzte Monatsschluß brachte ber Reichs- 1 bank toielXTitm eine beträchtliche Anspannung, die sich jedoch ungefähr im Ausmaß des vorigen Ultimo hielt Sic Wechselanlage erhöhte sich um 297.1 auf 1648 4 Millionen R.-M., und zwar sind 236,3 Will R.-M Wechsel von der privaten Wirtschaft hereingcnommeii ©orten, während 61,5 Mill. R.-M. von den öffentlichen Stellen an Rediskonten zurückgeströmt sind, deren Gesamtbetrag sich dadurch aus 534.5 M U R.-M. verminderte. 0.7 Mill. R.-M. landwirtschaftliche Wechsel sind an die Rentenbank zurückgegeben worden, so daß das Darlehn bei dieser sich nun- mehr nur noch auf 9 8 Mill. R.-M. beläuft. Die Lombard an läge erfuhr eine Erhöhung um 11,4 auf 27.9 Mill. R.-M D-.e gesamte Kapitalanlage vermehrte sich um 338,7 auf 1876,9 Mill. R.-M. An Reichs bank noten sind in der Ultimowoche 406 Millionen R.-M neu in den Verkehr geflossen. so daß der gesamte Roteuumlaui 2608,8 MM. R.-M. beträgt. Der Bestand der Reichsbank an Rentenbanlschünen erfuhr c ne Verminderung um 225.2 auf 313 Mill. R.-M. -Unter Berück- sichtigung des Umstandes. daß 31 Mill. R.-M. Rei'lenbankscheine vom Umlauf neu getilgt worden sind, beträgt der Verkehrsumlauf an Rentenbankscheinen am Ultimo etwa 1552 Mill. R.-M. (in der Vorwoche 1358 Mill.). Der Gesamtumlauf an papieimen Zahlungsmitteln und Scheidemünzen beläuft sich annähernd auf 4766 Mll. R.-M. (gegenüber 4516 Bl l(. R.-M. am 30 Apr.l 1925). An fremden Geldern wurden der' Dank 254,9 Mill. R.-M. entzöge!,, so daß Ihr Bestand auf 581,5 M ll. R.-M. zurückg.ng. Der Goldbestand zeigt eine unwesentliche Erhöhung um 0,4 auf 1015,7. der Bestand an deckungsfähigen Dev sen um 0,1 auf 338,6 Mill. R.-M. Der Bestand an SH demunzen verminderte sich um 2,7 auf 65,7 M ll. R.-M. Die Deckung der Roten durch Gold allein ging von 46,1 auf 38,9 Prozent, die Deckung >urd) Gold und deckungssähige Devisen von 61,5 auf 91,9 Prozent zurück. ist die beste Seife Kreez-Drog. Amjuzt Soll Meuledt-Dreg. H«ni Roll P. J. fflöhz, Seifenfabrik Dreg. »f. Wallenfel». Drei. Otte WlnUrhotl ______________________46c bis dahin sehr gut gefahrene Altersfahrcr Klein- öder zurück, Alsfeld sah die Spitze um 11.30 Uhr durchfahren. Zwischen 'Alsfeld und Grünberg kam es zu scharfen Kämpfen zwischen den Spitzen- fohrern, die damit begannen, daß ffl u ß ajj ■ prank- < furt halbwegs Alsfeld—Romrod in überraschendem, । scharfem Vorstoß davonzog und schließlich unauf« ; haltbar auf und davon ging, große Lebhaftigkeit in bas Feld bringend, das nun zu immer schnellerem Tempo überging und bald sehr weil auseinander ■ lag. wöbe, wieder verschiedene Konkurrenten end- gültig abgehängt wurden. Der sehr weit voraus liegende Gugau mußte sich bei seiner stürmischen Solosahri ober doch wohl erheblich verausgabt haben, denn kurz hinter G r ü n b c r g , das in sehr rascher Fahrt passiert wurde, konnte er von Deibel- Gießen und Müller- Frankfurt wieder ge- uifjt werden. Von hier zog das Trio Deibel, Gugau, Müller in abwechselnder Spitzenlage nach Gießen. Am Ziel (am Schützenhaus- erwartete eine außerordentlich große Menschenmenge die Fahrer, die um 12.56 Uhr in Sicht vom Hiel erschienen. In scharfen, Spurt ging es dem Zielband zu. M Ü Her trat an, ein harter Kampf entbrannte zwischen ihm und den in zweiter Position dichtan liegenden Gugau und Deibel. Durch ein tadelnswertes Manöver von Gugau, der ben nebenan liegenden Deibel aus der Fahrbahn zu drangen versuchte, geriet Deibel etwas in das Publikum und verlor dadurch an Boden. Im Endspurt ver- wies bann Gugau seinen Konkurrenten Müller auf den zweiten Platz. 6 i e g e r l i ft e: Erster: Otto Gugau- Frankfurt a. M„ 6 Stunden 37 Min. 40 Sek.: Zweiter: Emil M ü 11 e r - Frankfurt a. M , 1 Länge hinter Gugau: Dritter: iilugust Deibel-Gießen, 5 L. weiter zurück. Ferner passierten von der Junioren- gruppe: A. Emmerich- Frankfurt a. M., 6 St. 48 Min., Willy Huppen -Frankfurt a. M., 6 St. 49 Min. 40 Sek., W. Christ mann- Frankfurt, Arnold Schwarz- Frankfurt, Artur B ö 11 g e n - Frankfurt, Konrad E h r h a r d ° Kirchhain, Walter Göbel- Wetzlar, Konrad L 0 f e f a n n ■ Kirchhain, I. 3(1)0111 Bilbel, Wilhelm Rau - Gießen, Karl Oestreich. Gießen, A. F r i e ß e - Frankfurt und Peter Löwer- Kirchhain. Das Senioren rennen hatte folgendes Ergebnis: Senioren 1: 1. M a x I a k 0 b - Gi e - ß e n , 7 Stunden 37 Minuten 40 Sekunden, 2. H. E st e r - K i r ch h a i n , 8 St. 31 Min. 20 Sek., 3. 81. Wittig-Gießen, 8 St. 31 Min. 52 Sek. S e • ni 0 ren 2 (Fahrer über 40 Jahre): 1. T b. KleinöderFechenheim, 7 St. 21 Min. 40 Sek,. 2. H. Hesse-Frankfurt a. M., 8 St. 33 Min. 10 Sek. DaS Wanderfahrt«. Während die S'.raßenrenner unterwegs waren, sanden von 8 Uyr ab bie D 0 rWettbewerbe im Saalspvrt auf der Liebigs- höhe statt. Um 11 Uhr vormittags erfolgte der Empfang der Wanderfahrer auf dem OS- waldsgarten. Aach lat er Begrüßung durch den 2. Vorsitzenden des Landesverbands H.'fsen Kling-Wetzlar ging die Fahrt mit Musik durch Westanlage. SelterSwea, R uenweg. Reuen- Bäue. LudwigSplatz, Kaiserallee nach dem Dchützenhaus, vor fern eine außerordentlich große Menge die Teilnehmer am Straßenrennen erwartete. Das Ergebnis beim Wanderfahren war folgendes: 1. Raasahrrrverein 1895 Lollar mit 20.21 Punkten. 2. Radklub Germania Gießen mit 16.r0 Punkten. 3. Radfahrerverein 1924 Sinn mit 13.60 Punkten. 4. Radfahrerverein 1890 2116- felb mit 13.50 Punkte,'.. 5. Radfahrerverein Wanderer Gießen mit 13.50 Punkten, 6. Radfahrer- verein Fortuna Gießen mit 13.50 Punkten, 7. Radfahrerverein Burghvlz Gießen mit 10 Punkten. 8. Radfahrerverein 1891 We Iburg mit 7.50 Punkten. 9. Radfahrerverein Butzbach mit 3.50 Punkten. 10. Radfckhrervcrein Riederasphe mit 3,00 Punkten. Der Saalsportwcttbcwcrb. Am Rachmittag fanden auf der Liebigshöhe bie Entscheidungskämpfe in ben Saalsport- toettbetoerben statt. Was hier geboten wurde an Reigen. Ballspielen. Kunstfahren ufto., war durchweg gut. teilweise betouunderSwert. Das Ergebnis war folgendes: Achter-Schulrei- gen: 1. Bicycleklub Darmstadt. 2. Radfahrv. 1885 Gießen. 3. Radfahrv. 1891 Marburg. 4. Rad- Uub Germania G.eßen. 5. Radfahrv. 1887 Wetzlar. Siner-Kunstfahren: 1. Radfahrv. Flottweg 1924 Kassel (Ruhn). 2. Radsahrv. 1887 Wetzlar (Döbel). 3. Radfahrv. Germania Kristel (Hahn). 4. Radfahrv. Flottweg 1924 Kastel (Usin- ger). Zweier-Kunstfahren: 1. Radfahrv. Flottweg 1924 Kassel (Dölker-Ruhn). 2. Rad- fahrv. Germania Kriftel lHahn-Reß). Sechser- Kunstreigen: 1. Radfahrv. Flottweg 1924 Kastel 2. Radfahrv. 1835 Gießen. Zweier» Radball: 1. Radklub Germania Gießen (Shren- preis der Stadt Gießen), 2. Radsahrklub 1895 Frankfurt-Oberrad. 3. Radfahrv. Wanderin t Frankfurt a. M.-West. D re i er - R a d b a l l: 1 Radfahrklub Frankfurt-Oberrad. 2. Radklub Germania Gießen. 3. Radfahrv. Flottweg 1924 Kassel Die Unterhaltunasdarbietungen. Während ein Teil der Festbefucher die spart- lichen Darbietungen im Saal mit großem Interesse verfolgte, lauschten die übrigen im ©arten der Liebigshöhe den munteren Welsen der Ka- pelle Topp. Der Abend war durch Konzert. PreiSverteilung und Tanz in bester Weise ausgefüllt. Heute vormittag versammelten sich die eim. wurden wie^ergewählt und Rechner Lang, Erbach, neugrwählt. Rach toei eten Verhandlungen wurde bann die Tagung geschlossen. Aus dem Reiche der Frau. Pünktlichkeit. SS heißt: Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige — sie ist aber auch die Höflichkeit jedes vornehm und pflichttreu eingestellten Menschen. Wer nicht pünktich ist, versäumt seine eigenen Pflichten, denn verlorene Zeit ist unwiderbringlich dahin und nie wieder einzuholen. Er schadet aber auch andern durch seine ä^npürrktlichkeit, läßt sie warten und kostbare Zeit verlieren: „Denn welcher unsre Zett uns nimmt, bestiehlt uns, und du sollst nicht stehlen". Besonders uns Frauen wird der Fehler der Änpünklichkeit immer wieder vorgeworfen. Wenn wir ehrlich sind, werden wir zugeben, nicht ohne Grund. Fast sprichwörtlich geworden ist die Frau, die mit dem Anziehen nicht fertig ist, wenn der Mann zur festgesetzten Stunde mit ihr ausgehen will, oder die Hausfrau, die sich bei Besorgungen verschwatzt, zu spät heimkommt und dann mit der Hausarbeit nicht pünktlich fertig wird. Wir Frauen haben freilich die Enschuld-gung, daß gerade auf uns eine solche Fülle von Kleinarbeit ruht, daß es schon vernünftiger Einteilung und guter Organisation braucht, um allem und allen seine Zeit und sein Recht zu geben auf die Minute pünktlich zu sein. Unk doch hängt von unserer Vorarbeit und Fürsorge so unendlich viel ab. Die Mutter, die nicht früh genug aufsteht, um die Kinder rechtzeitig zur Schule zu besorgen — die Hausfrau, die das Essen zu spät und ungar auf den Tisch bringt, wird Unruhe schaffen, schlechte Laune sehen und Winfrieden ernten. Pünktlichkeit ist Ordnung und Regel in be- • zug auf die Zeit. Zn Haus und Leben ist sie ebenso unentbehrlich wie Reinlichkeit und Ordnung, die in Beziehung zum Raum ganz dasselbe bedeuten wie die Pünktlichkeit in bezug auf die Zeit. 4lnd da wir nun einmal in Raum und Zeit leben, ist als Lebensgrundlage eine Harmonie in diesen beiden Grundbedingungen unabweisbar wichtig. Ein gut Teil der Harmonie alles Menschenlebens beruht darauf, daß wir uns richtig einstellen. Merkwürdig ist es, daß sogenannte gute.d. h. tüchtige und saubere Hausfrauen, sich oft so schwer an eine geregelte Zeiteinteilung, an Pünktlichkeit gewöhnen können. Sie legen viel zu viel Wert auf Reinemachen und ähnliche häusliche Tugenden und übersehen, wie sehr sie auf der anderen Seite sich und den Ihren durch Unpünktlichkeit schaden. Wieviel Eheglück ist schon beim Warten auf das Mittagessen verloren gegangen, wieviel gute Laune durch Unpünktlichkeit der Hausfrau und Mutter abhanden gekommen! Im allgemeienen sind die Männer durch ihre Berufsarbeit mehr zur Pünklichkeit erzogen als wir Hausfrauen. Jede Frau, die im Berufe steht, wird hier lernen müsen. Ze gehetzter und schwieriger dre Lebensbedingungen werden, je mehr konnnt es auf pünktliche Ausnutzung der Zeit an. Manche Hausfrauen meinen freilich immer noch sie brauchen nicht mit der Minute zu rechnen. And doch ist für ihren Beruf die größte Pünktlichkeit erforderlich. Hängt doch von der Leitung des Haushalts Gesundheit und Erholung, di-7 richtige Ausnutzung der Arbeits- i kraft und der Freistunden, Frohsinn und Gemüt- »lichkeit aller Hausgenossen ab. Die Frau, die sich Schier nicht zur rechten Zeit schult, wird bitter - unter dem eigenen Mangel cm Pünktlichkeit leiden ' und andere leiden lassen. Sehr leicht artet Anpünktlichkeit dann in Anzuverlässigkeit aus. Wer öfter Zeit und Wort nicht einhält, wird das Vertrauen anderer verlieren. Zu der Treue im Kleinen, und wer im Kleinen nicht treu ist, der wird auch im Großen nicht treu sein, gehört sicher die Pünktlichkeit. Auch in der Erziehung, als. Beispiel für unsere Kinder bedeutet es unendlich viel, ob sie in geregelter Zeiteinteilung mit dem Beispiel strenger Pünktlichkeit aufwachseül Lavater sind gerade Ordnung und Pünklichkeit Eigenschaften, die durch Gewöhnung zu gewinnen und zu fördern sind. Vor allem schafft der pünktliche Mensch sich selbst Zeit. Das Geheimnis des Zeithabens, das in unserer verhetzten Zeit so wenige kennen, beruht nicht zum wenigsten darauf, daß alles zu einer Zeit getan und die Mußestunden innegehallen werden. Richts trauriger und unerquicklicher für die Amgebung als eine abgehetzte, ruhelose Hausmutter, die nie fertig wird. Richts wohltuender als die Frau, die in Harmonie mit ihren Pflichten, ihrer Zeiteinteilung lebt, die Zeit für die Zhrigen und die eigene Seele hat. Das Bild einer solchen Frau gibt uns Salomo in seinem „Lob eines tugendsamen Weibes" mit dem schönen Schlußwort: And ihres Mannes Herz kann sich auf sie verlassen. Klara Prieh. Das einzige Kind. Von Kinderarzt Dr. G u st a o T u g e n d r e i ch, Berlin. Schon in den letzten Jahren vor dem Kriege machte sich auch in Deutschland ein Jahr um Jahr stärker in Erscheinung tretender Rückgang der Geburtenzahl bemerkbar. Jmmerbin war für den Volkswirt ein Grund zu augenblicklicher Beunruhigung nicht vorhanden. Denn die Zahl der Geburten juar immerhin noch so groß, daß oie Beoölkerungs- ziffer jährlich nicht unerheblich wuchs. Wenn trotzdem schon vor dem Kriege der Geburtenrückgang Gegenstand ernster Sorge für den Bevölkerungs- polttiker war, so deshalb, weil die Erfahrung und der Vergleich mit anderen Ländren lehrte, daß die Geburtenziffer, wenn sie einmal ins Abwärtsgleiten geraten ist, nur schwer wieder aufzuhalten oder gar aufwärts zu rollen sei. Gewöhnlich macht sie erst halt bei einem Tiefstand, der den Volksbestand ernstlich gefährdet. Besonders bedenklich mußte machen, daß der Geburtenrückgang in einer Zeit wirtschaftlicher Blüte einsetzte. Daß nun aber der Krieg und die Nachkriegszeit, die eine gewaltige Verarmung unseres Volkes herbeiführtc, die Geburtenziffer mächtig herunterdrücken mußte, war von vornherein zu befürchten. Die Tatsachen haben auch schlimme Erwartungen übertroffen. In Groß-Berlin z. B. wurden lebend geboren. ' ' im Jahre 1921: 53 901, im Jahre 1922; 45 686, im Jahre 1923: 38 924. Im Jahre 1880 kamen in Alt-Berlin auf je 1000 Frauen im Alter von 15—50 Jahren noch 236 eheliche Geburten, im Jahre 1919 nur noch 87. Ein solcher Geburtenrückgang ist nur möglich, wenn das sogenannte Zwei- oder gar Einkinder- system nicht mehr das traurige Vorrecht der besitzenden Klassen ist, wie es vor dem Kriege der Fall war, sondern wann auch die breite Masse des Volkes in großem Umfange künstliche Geburtenbeschränkung treibt. Tatsächlich lehrt die Erfahrung der Fürsorgestelle, die ja fast nur von Arbeiterfrauen mit ihren Kindern ausgesucht wird, daß der früher übliche Kinderreichtum nur noch selten anzutreffen ist, daß anderseits die früher in der breiten Volksschicht kaum je vorhandene Einkinderehe heute schon ziemlich häufig ist. An dieser Stelle soll nun nicht über die volkswirtschaftlichen Folgen des Geburtenrückgangs gesprochen werden, wohl aber sollen vom kinderärztlichen Standpunkte aus die Gefahren beleuchtet werden, die dem ohne Geschwister aufwachsenoen Kinde, dem einzigen Kinde in seelischer wie leiblicher Hinsicht drohen. Das einzige Kind stellt eine Abart des normalen dar, weil es unter unnatürlichen Bedingungen aufwächst. Die geistige und sittliche Entwicklung des Kindes nimmt nur dann ihren ungehemmten natürlichen Verlauf, wenn das Kind unter Geschwistern aufwächst, fremde Spielkameraden bieten keineswegs vollen Ersatz, weil die Einstellung der Eltern und des Kindes zu fremden Kindern anders ist und weil das Zusammensein des Kindes mit feinen Spielgefährten nicht dauernd ist. Die Einstellung der Eltern zu dem einzigen Kinde ist besonders durch die übergroße Sorge um Gesungheit und Leben des Einzigen gekennzeichnet. Das einzige Kind ist ein Sorgenkind. Ungeteilt kreist die elterliche Liebe um das eine Kind, das den Mittelpunkt des Familienlebens bildet. Die Sorgfalt und Sorge, mit der die Eltern ihre Kinder betreuen, wird dem einzigen Kinde gegenüber unnatürlich, übergroß, ausartend inAengftlich- keit und Furcht. Sind es doch ohnehin nicht eben die lebenstüchtigen, nervenstarken Eltern, die vor einer großen FzchpßuPZ, bfff umlhw rdgo um wie oft hängt Glück, ja Bestand der Ehe von dem einen Kinde ab! Daher wird das einzige Kind verzärtelt, verweichlicht, körperlich wie seelisck. Vor jedem Lüftchen wird es ebenso ängstlich behütet, wie ihm jeder Wunsch sogleich erfüllt wird. Nun ist ober das Ziel aller Erziehung die Vorbereitung auf das selbständig aesührte Leben. Und das Leben nimmt keine Rücksicht darauf, ob der Mensch nur „einziges Kind" war oder nicht. Es ist nicht möglich, dies Leben ohne Kampf, ohne Widerstand zu führen. Dazu gehört aber in erster Reihe eine gewisse körperliche wie seelische Abhärtung, die nur in der Kindheit erworben wird. Denn die Eierschalen der Kindheit hängen uns durchs ganze Leben an. Daher geht eine Erziehung, die nur darauf abzielt, dem Kinde jedes Hemmnis, jede Unbequemlichkeit, jeden Luftzug fernzuhalten, in die Irre. Unmöglich ist es, dem Körper alle drohenden Ge- Don der Vorfreude und vom Plänefchnneden. Von Clara Prieh. Wir Deutschen sind immer ein Volk der Reisesehnsucht gewesen. Die harten Kriegs- und Entbehrungsjahre lassen uns jetzt um so mehr nach Erholung und anderen Eindrücken ausschauen. Freilich, die Rentenmark ist rar, das Ausland durch die hohen Paßkosten verschlossen — um so mehr heißt's, das Mögliche an Reifeplänen zu prüfen. Es gibt freilich auch einen kleinen Prozentsatz Bevorzugter, die zu jeder Zeit und überall Hinreisen können, die schon im Januar zum Wintersport ins Engadin und im März an die Riviera reisen. Aber entbehren sie nicht gerade das Beste vom Reisen, jenes V o r f r c u e n und Plänes chmieden, das uns andern, die wir mit Beruf und Geldbeutel, mit Haushalt und Sommerferien zu rechnen haben, schon die Monate vorher füllt und verklärt? Jeder und jedes Haus treibt dies Hoffen und Planen nach feiner Eigenart. Da sind die Optimisten, die schon vor Weihnachten an eine Mittelmeerreise oder eine Nordkapfahrt denken und ganz zufrieden sind, wenn's später für Friedrichroda langt. Da find die Pessimisten, die die es Jahr sicher kein Geld und feine Zeit haben werden und doch das Pläneschmieden nicht lasten können. . .. , . Wie verschieden an Straft und Umfang und Sehnsucht diese Reisewünfche auch fein mögen — sie fehlen niemals vollständig. Nur daß die wenigsten von uns wissen, was sie eigentlich in ihren Ferien brauchen, was sie planen und nach Möglichkeit zu verschaffen suchen sollten. Wir sprechen hier natürlich nicht von denen, die eine bestimmte Kur brauchen und deren Reisewege vom Arzt bestimmt werden. Wir meinen feier die Hunderttausende, die immer den weitaus größten Teil des Reisepublikums ausmachen, alle, die nur irgendeine Erholung und Ausspannung brauchen. Denn unsere harte Zeit verbraucht unsere Nerven und Kräfte rascher als die der Generationen vor uns. Was soll uns allen die Sommerreise fein und bedeuten? — Eine Erlösung von der Unruhe des Alltags, ein Ausspannen aus dem gewohnten Joch, ein Gegengewicht zu dem ermüdenden Einerlei der Arbeit in Beruf, Haushalt und Familie. Je klarer wir uns hierüber sind, je bester wir uns selbst und unsere Umgebung verstehen, um so bewußter werden wir das richtige Reiseziel für uns und die Unseren suchen. Freilich machen sich die allerwenigsten klar, daß eben im Gegensatz zum täglichen gewohnten Leben die beste Erholung und Anregung und der feinste Reiz des Reisens liegt. Und doch sollte die Erkenntnis die Grundlage aller Reisepläne sein, von der aus dann weiter mit allen übrigen Faktoren und Verhältnissen gerechnet werden muß. Auf dieser Grundlage lassen sich aber auch schon mit bescheidenen Summen Pläne machen. Denn was wir heutzutage alle mehr oder weniger für unsere Ferien brauchen, ist ein ruhiges Leben in einfachen Formen und Verhältnissen, in und mit der Natur — als Gegengewicht zu den komplizierten, unruhigen Lebensbedingungen, die uns daheim in Arbeit und Familie umgeben. Von diesem Standpunkt aus haben's die reichen Leute recht schlecht und langweilig auf Reisen. Sie schleppen ihre eleganten Lebensgewohnheiten, ihre Ansprüche wie ihre zahllosen Koffer mit sich, wohin sie auch kommen, und finden immer wieder dieselbe Umgebung von Eleganz und Luxus und immer wieder nur ihresgleichen zur Gesellschaft, so daß ihren Reisen von vornherein ihre beste Würze fehlt. Manch einem, der es das ganze Jahr hindurch knapp und mager hat, wäre freilich als Ausgleich und (Segenfahren fern zu halten, Krankheitskeime finden sich fast überall, die Möglichkeiten, einen Unfall zu erleiden, sind zahlreich. Es gilt also, den Körper zu stählen, ihn widerstandsfähig, ihn gewandt zu machen, daß er den Gefahren ausweichen kann, und daß er, wenn ihn eine Krankheit befällt, sie siegreich überwindet. Ganz das gleiche Ziel hat die Erziehung des Charakters. Der Wille muß gestählt werden, das Kind muß leinen, auch die Gefühle des Unbehagens, der Unlunft tapfer zu ertragen, ja zu unterdrücken. Die Nachgiebigkeit, die dem einzigen Kinde gegenüber häufig geübt wird, stärkt feinen Hang zur Tyrannei, zum Egoismus. Die jedem Menschen innewohnende Selbstsucht — der gesunde Egoismus — übersteigert sich. Es fehlt eben der ausgleichende Widerstand durch die Geschwister. Es fehlt der Zwang zur Ein- und Unterordnung. Mit Recht hat man ja die Familie die Urzelle des Staates genannt. Wie der Staat nur bestehen kann, wenn seine Bürger Einordnung und Unter- ordung gelernt haben, so kann nur durch diese Eigenschaften in der kinderreichen Familie der fiausfriebe gewahrt werden. Im Kreise der Geschwister, im Spiel mit ihnen, durch die Eingliederung in einen großen Familienkreis lernt das Kind sozial fühlen, sozial handeln. Hier lernt es ertragen, daß die älteren Geschwister gewisse Vorrechte genießen, (ernt auf manchen Wunsch zugunsten der Geschwister verzichten; und wie die Liebe der Eltern alle Geschwister gleichmäßig umfaßt, so erkennt und fühlt sich das Kind als Glied einer Kette. Mindestens so wichtig, so eindrucksvoll wie die Erziehung durch die Eltern, ist die Erziehung durch die Geschwister. Jeder Arzt, jeder Erzieher weiß, wieviel leichter sich gewöhnlich die nachgeborenen Kinder erziehen lassen, als das Erstgeborene, weil diese das Beispiel der ältesten vor Augen haben. Und jede Erziehung ist wirksam wesentlich durch das Beispiel. Das Beispiel der Geschwister ist aber dem Kinde oft leichter verständlich und eingängig, oft nachahmenswerter, als das der Eltern, weil das Kind dem Kinde näher steht, ihm mehr Verständnis entgegenbringt als den Erwachsenen. Was der große Bruder tut, ist dem Kinde weit öfter das Ideal als das ihm unverständliche Gehaben der Eltern. Andererseits, wie natürlich können sich bei der älteren Schwester die weiblichen, mütterlichen Triebe entwickeln bei Betreuung der jüngeren! In ständigem Vergleichen mit den Geschwistern entwickelt das Kind seine Eigenschaften, seine Nächstenliebe, seinen Mut und findet an feinen Geschwistern unbestechlichere Kritiker als an den Eltern. Die großen Nachteile und Gefahren, die das ohne Geschwister aufwachsende Kind ernstlich bedrohen, können nur schwer gemildert werden. Für die ersten Lebensjahre, die für die körperliche und seelische Entwicklung gerade die wichtigen, oft entscheidenden, sind, gibt es überhaupt nur die Möglichkeit, daß die Eltern in klarer Erkenntnis der Besonderheit des einzigen Kindes zielbewußt alle Schäden meiden und bekämpfen. Die Erfahrung lehrt, wie schwer diese Absicht durchzuführen ist. Für das ältere einzige Kind, etwa vom dritten Lebensjahre an, ist der Kindergarten dringend zu empfehlen, falls er gut eingerichtet und geleitet ist. Die Zahl der Kinder, die von einer Kindergärtnerin geleitet wird, darf nicht zu groß fein, etwa fünfzehn bis zwanzig; der familienartige Charakter der Erziehung muß durchaus gewahrt werden. Hier findet das Kind gleichartige Kskneraden und lernt — im eigentlichen wie im übertragenen Sinne — mit ihnen in Reih und Glied marschieren. Leider scheuen die Eltern der einzigen Kinder aus Furcht vor der Uebertragung von Krankheiten usw. oft zurück, ihr Kind dem Kindergarten anzuvertrauen. Sie überschätzen die Gefahren der Kinderkrankheiten, sie unterschätzen die Gefahren der unnatürlichen Aufzucht des einzigen Spindes. Später bietet die Schule Gelegenheit zu einigem Ausgleich. Aber einmal ist beim Eintritt ins Schulalter schon viel versehen und verdorben am einzigen Kinde; anderseits sind gerade die Eltern einziger Kinder geneigt, den guten Einfluß der Schulzucht durch unverständiges Benehmen im Familienkreise wieder aufzuheben. Am wirksamsten befreit man das einzige Kind aus feiner unnatürlichen Lage, indem man ihm Geschwister an die Seite gibt. Gewiß sprechen bei der bedrängten wirtschaftlichen Lage, in der sich unser Land befindet, die Kosten, die mit der Aufzucht jedes Kindes verknüpft sind, ein gewichtigeres Wort als ehedem. Die Eltern müssen sich aber deutlich bewußt fein, daß die Beschränkung der Kinderzahl, das Genügen an einem einzigen Kinde, nicht nur ein wirtschaftliches Problem ist, sondern daß dem einzigen Kinde, weil es das einzige ist, mehr körperliche und seelische Gefahren drohen. gewicht so ein gutes Leben vier Wochen lang zu gönnen. Erst recht schwierig und kritisch steht es mit den Reifeplänen da, wo es in einer Familie viele Kovfe und viele Sinne gibt und ihre Ansprüche mit der Leistungsfähigkeit des Geldbeutels in Einklang gebracht werden sollen. In den allermeisten Fällen wird hier die Hausfrau und Mutter mit Takt und Weisheit versuchen müssen, das Richtige und Beste für sich und die Ihrigen herauszufinden. Vor allen Dingen gilt's, den Mut der Wahrheit zu haben. Man soll nichts Großartiges und Kostspieligeres wollen, als die Verhältnisse erlauben, und sich nicht von überschwenglichen Reiseplänen anderer Leute beeinflussen und anstecken lassen. Man sei aber auch ehrlich den inneren Verhältnissen und Beziehungen gegenüber und reife nur miteinander, wenn wirkliche Erholung und Erfrischung und Freiheit für die einzelnen dabei zu hoffen ist. Gar oft schleppt man bei solchen Familienreisen den Alltag, die täglichen Sorgen und Schwierigkeiten mit und kommt darüber nicht zum Genuß der neuen Eindrücke. Für die Kinder ist ein wirkliches „Reisen", d. h. ein Wechsel von schönen und großartigen Natureindrücken überhaupt ein Unding. Sie haben wenig Verständnis dafür und keinen Gewinn an Leib und Seele. Sie gehören in ein ganz einfaches Stückchen Natur, das sie mit allem, was da kreucht und fleucht und blüht, gründlich kennen lernen und zu ihrem Spielplatz machen können. Für kleinere Kinder bleibt immer ein Aufenthalt an der See das allerbeste, und ein Sandstrand ist nun einmal die schönste Freiluft-Kinderstube. Glücklich die Mutter, die dort ihre Kinder nach Herzenslust spielen und patschen lassen kann und es versteht, alle Haushalts-, Alltags- und Toilettensoraen in dieser Ferienzeit von sich und ihnen fernzuhalten. Mit der Heranwachsenden Jugend ist's schon schwieriger. Es gibt da immer Zeitpunkte, wo alles Für Haus und Küche. Reinigung von Dettfedern. * Man weicht die Federn drei bis vier $age in einer schwachen Lösung von kohlensaurer« Ratron (Soda) ein, dann wirft man sie auf ein Sieb, läßt die Flüssigkeit abtropfen, wäscht die Federn mit reinem Wasser und trocknet sie auf Retzen. Die gewaschenen Znletts werden vor dem Einschütten der Federn gewachst. — Roch einfacher ist folgendes Verfahren: Man wäscht die ganzen Bettstücke in heißem Wasser wie gewöhnliche Wäsche aus und trocknet sie im Freien, am besten in der Sonne. Bei öfterem Wenden und Schütteln trocknen die Betten leicht und die Federn werden locker und schön. Fettflecke auf Tapeten. Um Fettflecke aus Tapeten zu entfernen, streicht man einen Brei aus Pfeifenton und kaltem Wasser auf den Fleck, aber ganz leicht, ohne ihn in die Tapete einzureiben und laßt ihn über Nacht darauf liegen. Am andern Morgen wird die eingetrocknete Masse mit einer reinen Bürste abgebürstet; der Fleck ist verschwunden, wenn er nicht zu alt gewesen war. Unsaubere Gummimäntel zu reinigen. Ist der Gummimantel tüchtig getragen worden, so bekommt er ein wenig schönes Aussehen, ja, er wirkt mitunter unsauber. Um diesem Uebel abzuhelfen, stellt man eine Mischung von Wasser und Salmiakgeist her und reibt damit den ganzen Mantel ab. Ein weicher Schwamm erleichtert diese Arbeit wesentlich. Der Stoff gewinnt dadurch nicht allein an gutem Aussehen, auch die Haltbarkeit wird unterftütjt. Gummimäntel und alle sonstigen Gegenstände aus Gummi dürfen niemals in fefer kalten Räumen aufbewahrt werden, weil sie dann leicht hart und brüchig werden. Zur Erhaltung der Geschmeidigkeit empfiehlt sich öfteres Abreiben mit Salmiakgeist. Oeffnen von Schraubdeckeln. ’ Wenn der Schraubdeckel des Marmeladenglases festsiht, nützt selbst das Anpacken mit einem Tuch oftmals nicht; nimmt man ein Stück Sandpapier statt des Tuches, oder man klopfe leicht mit einem Holzhammer von allen Seiten gegen den Deckel, bis er sich leicht öffnen läßt, Akazienschnitten. Man nimmt die Akaziendolden, die man frisch abgeschnitten hat, legt sie auf ein Sieb und stzült dieselben mit Wasser ab. Sodann bereitet man mit etwa 2 Eiern, Vr Liter Milch, Vs Pfund Mehl, etwas Salz und Zucker einen Cierkuchenteig. Zn denselben taucht man die Dolden und bäckt sie in heißem Fett schön gelbbraun. Die gebackenen Dolden werden mit Zucker bestreut und als Akazienschnitten zu Tisch gegeben. Mit einer Zugabe von Obst dient es als Dessert; jedoch können die Schnitten auch als Kaffeegebäck genossen werden. — Niemals dürfen Dolden der farbigen Akazie oder des Goldregens verwendet werden, sondern nur diejenigen der weißen Akazie. E. R. Frisches Fleisch mürbe zu machen. Frischgeschlachtetes Fleisch mürbe oder altschlachten zu machen. Scheint ein Braten, der am nächsten Mittag gegessen werden soll, noch zu frisch und hart, dann stellt man ihn recht warm. Hat man ihn schon vom Tag vorher, so stellt man ihn den ganzen Tag neben den Herd oder (im Winter) auf einen Stubenofen, und sobald der Bratofen nicht mehr zu heiß ist, kommt er da hinein, wo er bis zum nächsten Morgen bleibt; dann kommt er wieder neben den Herd, bis er gebraten werden soll. Ebenso macht man es mit Geflügel, das am nächsten Mittag gebraten werden muß (bei plötzlicher Be- fuchsanmeldung). Federvieh muß vor dem Warmstellen ausgenommen werden. Das Fleisch wird auf diese Art zart. Fisch mit geschlagener Tunke. Ein beliebiger Fluß- ober Seefisch wird sauber vorbereitet, in Portionsstücke geschnitten und nach leichtem Einsalzen in langsam kochendem Wasser gar gesotten. Einen Ehlösfel gehackter Zwiebeln läßt man, ohne daß sie sicy gelb färben, in Butter anbraten, fügt einige Pfefferkörner, ein Stückchen Lorbeerblatt, einige Gewürzkörner hinzu, gießt dann 1 Liter Weißwein, i Liter Fischsud daran, läßt die Flüssigkeit eine Viertelstunde kochen und gießt sie durch ein Sieb zum Klarwerden. Drei Eidotter werden nun mit der Brühe verquirlt, Salz und Zitronensaft oder Kräuteressig und eine Spur Zucker zugesetzt. Dann schlägt man die Tunke mit der Schneerute bis zum Dickwerden. Einen Eßlöffel frische Butter rührt man zu Sahne, fügt einen Teelöffel Fleischwürze darunter und gibt die Buttermenge zur Tunke und gießt sie über die Fischstücke. Spielen und Graben im Sande nicht mehr genügt, wo allerlei Unruhe und Eigenwille in ihnen steckt und die Harmonie des Famllienlebens auch während der Ferien bedroht. Wohl dem, der bann „in Dorf ober Stabt einen Onkel wohnen hat", bem bas be» treffenbe Familienmitglieb für einige Zeit anoertraut werben kann. Ober man sucht irgenbeine billige, vernünftige Pension in einem ßanbaufent- halt. Es tut immer gut, wenn man in biefen Werbejahren seine Füße einmal unter frember Leute Tisch strecken unb etwas höflicher unb bescheibener als baheim sein muß. Vor allen Dingen gehören biese Halbwüchsigen auch zu ihresgleichen. Da finb bie Schüler- unb Wanbervogelfahrten, solange sie Maß unb Ziel halten, burchaus gesunb unb angebracht. Solange bie „Flegeljahre" nicht überrounben finb, ist das System ber getrennten Serienreifen billiger, für alle Teile erfreulicher unb bekömmlicher als gemeinsames Reisen. Es gibt abgearbeitete, nervöse Väter, bie zu ihrem eigenen unb ihrer Familie Besten gut tun, wenn sie ganz allein reisen. Unb ich kenne Mütter, bie gern zu Hause bleiben unb es verstehen, bann ganz für ihre Kinder zu leben, Entbeckungsreisen mit ihnen runbum ins Lanb zu machen unb ben Reiz bes Besonberen, Feiertäglichen über biese Serien» wochen baheim legen. Freilich ist bas nicht jebermannns Sache unb Gabe. Eine anbere Mutter hat vielleicht auch auf ihre Art recht, wenn sie jedes Jahr vierzehn Tage allein ins Hochgebirge geht, um sich bort von ihrer Familie zu erholen und dann neu gestärkt für bie Anforderungen bes Lebens baheim roiebertommt. Frische Kraft für bie schweren Anforberungen bes Lebens möchten uns allen bie fommenbe Zelt ber großen Serien bringen unb möchte boch jeber von uns auf feine Weife ben rechten Weg bazü finden! ft Die llk. I32 50%ila< 0itWtr$aJ Heimat > Matr-Lt; 2®oli>matR, Pfennig ftr -ach be. D v°neinM infolge W ^ernfprech Schn« [aqiinb®# Ä Sranffn^-1 Wit de Dekleidungs plvmatischen Herren geben, um i tereffen if)te Mlkerbunds Zweck der - fie dabei pe treten wolle- lassen über i leicht schon h schen ihren ( haben, werde ganzen illustr bewundern di tung unter t wenn wir we die Früchte i schen Politik ist das nichi spräche zwisck unverbindlich erinnern, um sprachen gelt Wen helfe kannte. Gelingt ( Mischen Kon zu nehmen Sicherheitsvc reich sich a freilich ein bann besteh vder Fünsn zum Mschkr dann hat st in einet 6a> Singe geloufe verständlich e geklärt merde freien Trup, beansprucht, wirklich so danke de graben, nicht hergest loillig unter geradezu mi scher Heere immer noch sie das Kui zosen auch Warten tvi noch ab, mk ran dum - licht' werden ne so aus. mit Aussick tonnten uni Schwierigkeit bann greife; einander. 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