Hr m?hf” 3,11 « 4 ft* 1 2 3*« ‘.M ünh ' bereits in rie| et ?ten ,L„, em würde" i vu mo1' I« ab. ü5 Jiefll der hohen L5 8u|anuntn. Fracht eingk- aüe der Lener lm'raliläl5lorb r Besprechung 'cht des Uj, 1 Farbe, ein "Golf Links !5 schottischen Port geweiht, mQfci9. Nenn er Mnfitat, jedem Sport ahlspruch. 4694 hMg. i Detonbauge« isterweg 50, ist itttmfleningdan« lizeiverordnung )nin6ftüdcn im ic Kanalisation idt Sieben 6t> 904, zugelassm 1925. idfler. e i b, 46SZB WM- icrung deS Anteile sämtlicher Kreises Siehrn werden- n bei uns essen. Dienstag, den ttags 10 Uhr, 4693c icn. 1925. iltung- gerdingungsvor- lebcnlmöM^- -KÄS g Gauben, qm Lattenver- Lngebotsunte^ imei9bUie?dbo6) iffää frist 8 Tag - j 1925. 4703p ^z?dir n-fc: Hai 1925' Rrüninse^^giv ,i * “et. Präsidenten sowie den Präsidenten des L a n d- lags und des Staats rats zusammen atzende Ausschuß, der nach Art. 14 der Versagung über die Auflösung des Dindtags zusammentreten. Die „Germania" säirei : Heute fällt über das Schicksal des preußischen tcntu tags die Entscheidung. Versagt er dem Viablr :ft das Vertrauen, so wird die Auslösung outomo^sch er. folgen. In dieser 5ta$e herrschen bei den £o 11 tionsparteien keine verschiedenen Aufjeiiungen, nnd in dieser Frage steht auch die Zentruwsircttioi r schlossen und einig da. Dos Blatt be’^H : et s rn als Vorbedingung für weitere Derb r'i Verbreiterung der parlamentarischen V einmal ine Nottvcrdigkeil, daß das neue $ .'binett fest nn Sattel sitze. Ur. 107 Erstes Erscheint tägllch, außer Sonn» unb Feiertags. Beilagen: S.estenerFamilienblütter Heimat im Bild. Monati'kezvgrprelr: 2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, ji|d) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech'Anschlüsse: Schrisileitung 112, Der» lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerOiehen. Postscheckkonto: Zranifurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Zreitag. 8. Mai 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen önid und Verlag: vrühl'fche Univerfilülr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. 5chr?stleitung und Sefchästrttelle: 5chulttrohe 7. Annahme von für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher vhnejedeDerdindlichhcit. Preis für 1 mm ksShe für Anzeigen von 27 mm Breite ortlichb, auswärts 10 Doldpsennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20" . ‘.’lu, • fd)lag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr.ftriebr.Gange; für den übrigen Teil: kfirnft Diumschein; für den Anzeigenteil. Hans Beck, sämtlich in Gießen. Frankreichs Kämpfe in Marokko. Bor einer CffenftVc Abd el Kr mS. Paris 7. Mai. (XU.) Der „Xempe j veröffentlicht heule den ersten zusammenfaffeirden - Bericht über die Kriegsoperationen in Marokko. ! aus dem unzweideutig hervorgrht, Daß die Lage der französischen Truppen ernster ist. als es in den offiziellen Communiquns bisher zugegeben wurde. Cs heißt da u. a.: Der Vorstoß der irregulären Banden Abd el Krima, die unsere Truppen an drei stellen bei Orgha angegriffen hatten, ist jetzt zum Stehen gebracht worden. Der Feld-- I zugsplan des Feindes ging Dahm,. Durch einzelne Banden die französischen Truppen aufzuhalten und evtl, auch einzelne Stellungen aufzugeben, während der große Teil der regulären Truppen : Abd cl Krims die französischen Stellungen von verschiedenen Seiten überrennen, einschliehen und durch Belagerung zur Waffenstreckung zwingen ; sollte. Die Kolonne des Generals Colombats batte ihren Dormarsch auf den Höhen von Bi- bane einst eilen müssen, da sie sich einer wohlorganistcrtcn. sehr gut b e - waffnetenSchühenkctteAbdelKrims gegenübersah. Verschiedene feindliche Flugzeuge wurden ebenfalls wieder gesichtet. Die Schwierigkeiten, denen sich unsere Truppen aegenübersehen, erhören sich aus den großen triegStechnischen Fortschritten, welche die ‘Ulf* männer seil einem Jahr gemacht haben. Sie fahren vielfach unseren Soldaten gegenüber Artillerie auf, was sie gegenüber den Spaniern nie zu tun pflegten. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Abd el Krim mit ganz ungewöhnlich großen Mitteln eine großzügige Offensive Plant. ; Für den Augenblick ist Ucrglja nicht unmittelbar von den Rismäiinern bedroht, doch werden in . der Aähc von Rhezzan große Truppenzusammen-- I Ziehungen gemeldet Außerdem befürchtet man | Flugzeug angriffe aus verschiedene unserer ! Stellungen. Pariser Blatter bringen spaltenlange , Berichte vom marokkanischen Kriegsschauplatz. Die i Urteile über den Kampfwert der Truppen Abd I el Krims lauten immer achtungsvoller Aach I dem ..Malin" verfügen die Harkas, mit denen die I französischen SXolonncn feit einiger Zeit im ! Kampfe steheil, über moderne Schnellfeuergewehre. 'ü) Kanonen. Tanks und eine Anzahl Flugzeuge. Da» letzte Ziel Qlbb el Krims habe die Eisenbahnlinie Fez Tara gebildet, die er mit einem plötzlichen Ucberfall zu besehen hofft. Der fran- ! «zosische Gegenstoß sei noch nicht beendet, es seien | südlich und nördlich der Huerta noch zahlreiche I französische Posten eingeschlossen worden. Fran- I zösische Flieger hätten diese Posten versorgen I tonnen, besonders mit Wasser, indem sie Cis i in Blöcken abtoarfen. Die Lage gäbe aber zu 1 Besorgnissen keinen Anlaß. Marschall L i a u - 5 they verfüge jetzt über 25 000 Mann. Allgemein | herrscht der Eindruck vor, daß der französische Gegen st oß von einem numerisch überlegenen Gegner aufgefangen 1 wurde. Von englischer Seite wird gemeldet, daß i Abd cl Krim innerhalb der spanischen Jone sämt- t liche Stämme aufgesordert habe, ihm Rekruten j zur Verfügung zu stellen. • Die Kölner Jone. Der englisch-französische (tzcgensav tu der Ko,»troll- und Näumnngsfrage. Paris, 8. 'Mai. (TU.) Der englischeDot- fchaster Lord Crewe hat ein QKcnioran« dum über die Auffassung der britischen Re- | gicrung in der Frage der deutschen 2lbrüstung und der Räumung der Kölner Zone dem Pariser Auswärtigen Amte überreicht. Die zuständigen Sachverständigen am Quai d'Orsay haben das Schriftstück sofopt geprüft und mit der Ausarbeitung eines Gegenvorschlages bzgonnen. Der Ministerrat wird am Sonnabend sich mit den ; beiden Dokumenten zu befassen haben. Obwohl weder aus dem englischen Mcmoran- | dum noch zu den französischen Gegenvorschlägen $ Einzelheiten mitgeteilt werden, kann an Hand 6 der Presseinformationen doch auf eine weitgehende englisch-französische Meinungsverschiedenheit g schlfsen werd.n. Rach dem „Petit Journal" schlug die britische Regierung vor, Deutschland schon jetzt ein bestimmtes Datum für die Räumung der Kölner Zone mitzutellen, und zwar den 16. August, den die Londoner Krnierenz als äußersien Zeitpunkt für die völlige Räumung des Ruhrgebiets bestimmt hatte. Die deutsche Regierung soll nach den ctglikbcn Vorschlägen im übrigen gütlich aufgefordert werden, die Bedingungen der Alliierten für öle Abrüstung vor diesem Zeitpunkte zu erfüllen. Die französische Auslassung dagegen geht dahin, daß im Augenblick noch kein bestimmt e.r Zeitpunkt für die Räunrung des Kölner Gebiets angegeben werden dürste. Die Verbündeten sollen Deutschland vielmehr eine Liste der von der Kontrollkommission ermittelten Verfehlungen überreichen und sich auf die Feststellung beschränken, daß die Kölner Zone an dem Tage geräumt wird, an dem Deutschland die Abrüstungsklauseln boll erfüllt habe. Der Botschafterkonferenz am Die -s- tag sci cd Vorbehalten, einen Ausgleich zwischen diesen beiden Meinungen Herbrizuführen. Die Angaben des „Petit Journal" finden »ich auch in einem übrigen Teil der Presse wieder. Alle Blätter geben der Hoffnung Ausdruck, daß Die Feierlichkeiten in München. Der Eröffnungsakt im Deutschen Museum. —Des Reichskanzlers Weiheworte. Dr. Simons spricht beim Festmahl. München, 7. Mai. (Wolfs.) Am Geburtstage seines Schöpfers, Dr. Oskar v. Millers, wurde heute vormittag das Deutsche Museum mit einem Festakt in der Halle für Lustschifsahrt eröffnet. Es waren nahezu 2000 Ehrengäste, unter ihnen die Spitzen des Reiches und der Länder der Einladung gefolgt. Künstlerhände hatten die Halle stinmrungsvvll ausgeschmückt. Ein Doppel- spalier der die Reichs- und Münchner Farben t^agenben Korporationen empfing die Ehrengäste, die bald die weite Halle bis auf den letzten Platz füllten. Fanfarenklänge leiteten das Festspiel ein, mit dem das stolze, jetzt vollendete Werk die künstlerische Weihe erhielt. Die Dichtung Gerhard Hauptmanns, die Professor Hermann Zilcher vertont hatte, symbolisiert nach einer Idee Oskar von Millers daS Werden und die Dollordung des Deutschen Museums, das der Baumeister in die Hände des getreuen Eckart als Sachwalter der Göttin von München und der Göttin des großen Deutschlands legt. Das Spiel, von Mitgliedern des Bayrischen Volkstheaters dargestellt und unter der musikalischen Leitung des Komponisten, fand stürmischen Beifall. In den Schluhchor, der die Motive des Deutschlandliedes übernimmt, stimmten die Gäste begeistert ein. Den Reigen der Festansprachen eröffnete Geheimer Hofrat Prof. Dr. Wien, der namens des Deutschen Museums der Reichsregierung, der bayrischen Regierung, der Stadt München und allen Helfern und Förderern des großen Werkes nochmals besonderen Dank aussprach. Dann widmete mit lebhaftem Beifall aufgenommen Reichskanzler Dr. Luther namenS der Reichsregierung dem jetzt vollendeten großen Werke folgende Deiheworte: Dan5, aufrichtigen Dank des deutschen Volles bringe ich den Schöpfern des Deutschen Museums dar, an ihrer Spitze Dem großen Meister des großen Werkes, Oskar von Miller. Drei Weihesprüche der deutschen Reichsregierung widme ich dem Tempel der Technik, den wir heute eröffnen. „DaS Deutsche Museum sei ein Bekenntnis des deutschen Dolles zur Technik." Die tiefen ttmwälzungen, dje, die Technik für das Leben der Menschen bedeutet, haben viele Erschütterungen mit sich gebracht und nicht nur Ruhen, nein, auch viel Leid Sv manche Menschen wurden entwurzelt von der Scholle, auf der sie glücklich waren, und die Liebe, mit der die Arbeitenden an ihrer Arbeit und an ihren Werkzeugen hingen, wurde oft genug ins Leere gestoßen. Gewaltig ist die Zahl der sozialen und ethischen Aufgaben, die durch die Technik gestellt sind und gelöst werden müssen. Denn alle Wirtschaft ist nur um der Menschen willen da. Aber niemand kann den ungeheuren Fortschritt hemmen, der durch die Technik seit einem halben Jahrhundert und länger die Menschen mit sich fortgeriffen Hal und schier inS llnvorftcllbarc emporzufchreiten scheint. Hier hilft nur ein mutiges und freudiges Bekenntnis zu dem, was ward und wird. Auch im Werden der Technik ist Gott. Rur der dient seiner Zeit und seinem Voll, der kühn sich einstellt auf die neuen Wirklichkeiten und alle Kräfte daran setzt, in der neuen technischen Welt Den freien Volksgenossen eine wohnliche Stätte zu bereiten. „Das Deutsche Museum ist ein Bekenntnis des deutschen Dolles zu sich selbst." Gewiß ist der neue Weg des Geistes, den die Technik bedeutet, nicht nur in Deutschland beschritten worden. Doch die Sigmar! des Deutschen ist lebendig auch in den Beziehungen zu dem technischen Fortschreiten Diese Eigenart überall gellen zu lassen unb nicht zu verflachen, muß uns ein Mittel sein, um uns die alten Güter und Werte der deutschen Kultur lebensvoll zu erhalten im technischen Zeitalter. So werden wir am sichersten den Drück.nschlag finden zwischen dem, was war. und dem. was ist und wird. Das Deutsche Museum dient solchen Zielen mit Inbrunst.« indem es die deutsche wissenschaftliche Art und den deutschen geschichtlichen Sinn als Grundlage des technischen Verstehens und Könnens in vollem Ernst zur Geltung bringt. Wer uns deshalb auch in der Technik ein Volk der Denker und Dichter nennt, trifft gewiß eine Saite unseres Wesens. Das deutsche Voll möge das große Gut, das es in seiner gelernten und lernbegierigen Arbeiterschaft besitzt, mit aller Sorgfalt hüten, als einen der stärksten Pfeiler seiner Zukunft. „Das Deutsche Museum fei endlich ein Bekenntnis des deutschen Dolles zum Frieden." Wir alle wissen, daß die naturwissenschaftlichen und technischen Erkenntnisfe des menschlichen Geistes auch zu furchtbaren Kriegs- Waffen gebildet werden können und wir wissen als Miterlebende des Weltkrieges, daß der Krieg sogar anregend gewirkt hat auf manche Gebiete der Technik. Soll aber das technische Zeitalter der Menschheit Segen bringen, so ist dies nur möglich, wenn zwischen den Volkern Frieden waltet. Die märchenhafte Entwicklung der Verkehrsmöglichkeiten, die wir schon erlebt haben und die noch vor uns liegt, verweist in immer stärkerem Maße die einzelnen nationalen Wirtschaften zu wechselseitiger Befruchtung. Dieter Sah bleibt wahr, so wahr es auf der anderen Seite ist. daß unser Volk in seiner politischen und wirtschaftlichen _2age kein höheres Ziel kennen kann als die Stärkung des inneren Marktes. Aber je mehr aus eigenen inneren Gesehen die Weltwirtschaft zu einer Einheit zusammenwächst, desto mehr wird das Leben des einzelnen davon abhängig, daß die Gütererzeugung unb der Güteraustausch nicht gestört werden durch politische Erschütterungen. So beweist das deutsche Voll durch die hingebungsvolle und unermüdliche Arbeit an diesem Tempel der Technik, daß es als ein gleiches unter gleichen Mitwirken will am srieblichen Fortschritt der Welt. Die Aufgaben, die der Friede stellt in dieser Welt des technischen Wachstums, sind reichlich groß und hoch, genug, um alle Schöpfungskraft menschlichen Geistes in ihren Dienst zu bannen. Unter dem Zeichen dieser drei Wecheworte, die ich hier für die deutsche Reichsregierung gesprochen habe, möge der Tempel, in dessen Hallen wir voll Bewunderung unb Dankbarkeit stehen, große Dienste leisten für den Fortschritt ber Menschheit unb möge eine Ställe sein, von ber Segen ausgeht für bas deutsche Volk unb Vaterland. Das ganze deutsche 4Dolk darf mit gerechtem Stolze vor diesem Haus aussprechen: Denn es ist unser.“ Die Rede des Kanzlers wurde verschiedentlich durch lebhaften Beifall unterstrichen. Ministerpräsident Held als Vertreter der bayerischen Staatsregierung pries das Deutsche Museum als übertoältigenben Ausdruck des gesamten deutschen Geistes, deutschen Willens und deutscher Gesamtkultur. Das deutsche Voll möge aus Der Vollendung des Museums lernen, daß es noch immer die Kräfte besitze, die zu seinem inneren unb äußeren Wiederaufbau Voraussetzung seien. Es müsse auch die Erwartung hegen, bah ebenso in ber übrigen Welt wieder erkannt unb gewürdigt werde, welch große 'SeDeutung deutscher Sinn, deutscher Wille, deutsche Schaffenskraft und deutsche Arbeit für die Kulturentwicklung der ganzen Welt hätten. So möge das Deutschs Museum dazu beitragen, das deutsche Ansehen in der Welt zu mehren und aber auch wieder Recht und Gerechtigkeit in der Weltmeinung und Weltgeltung zu erringen. Sann überreichte der Ministerpräsident unter lautem Beifall Oskar v. Miller den ersten Grad des von der bayerischen Reg crung für das Deutsche Museum gestifteten Chrenrings. Auch die Worts Dr. Helds wurden vielfach durch Beifall unterstrichen. Stürmischer Jubel und Befall erhob sich bei der Ehrung des Schöpfers des Museums, Dr. Oskar v. Miller. Ebenfalls wolllen Die stürmischen Ovationen kein Ende nehmen, als das Geburtstags- linD selbst, Dr. Oskar v. M i 11 c r, Das PoDium betrat, um auf bas Deutsche Museum als eine Stätte nicht nur Der Belehrung und eine Ruhmes- halle deutscher Technik, sondern vor allem als ein Denkmal deutscher E n'.gkeit hinzuwrisen. Sieghaft fielen die Klänge des von Michel Georg Konrad gedichteten und von Hermann Zilcher Der tonten Schlußchors in die Schlußworte Dr. Oskar v. Millers ein, her die entzweite Welt aufruft, sich mit sich selbst zu versöhnen. Damit hatte der äußerst stimmungsvolle unb packende Festakt sein Ende erreicht. Es folgte eine Besichtigung des Museums in mehreren Gruppen unter fachkundiger Führung. • Am Rachmittag fand im zweiten Stockers Deutschen Museums ein Festmahl statt, an eine Verständigung zwischen Großbritannien und Frankreich erzielt werde. Aus Dem Generalbericht des Generals Walch unb Den Schlußfolgerungen des Marschalls Foch sollen sich nach Dem ^Echo de Paris" Die folgenden Drei Tatsachen ergeben: 1. daß Die Reichswehr leDiglidj einen Rahmen für die Generalmobilmachung der gesamten deutschen Jugend bilde: 2. baß das Oberkommando der früheren kaiserlichen Armee in aller Form neu gebildet worben fei; 3. daß dis deutsche Industrie im Laufe eines einzig7n Jahres in der Lags sei, ebenso umfangt ich cs Krieg imatrial herzustellen, wie cs Deutschland zur Zeit des Waffenstillstandes besessen habe. Dor der Entscheidung in Preutzen. Berlin. 7. Mai. (WTB. Im preußlschen Landtag fanden am Donnerslagnachmittag eingehende Besprechungen zwischen den Deutsch- nationalen, der Deutschen Volkspar - t e i unb dem Z e n tr u m statt über den vom Zentrum angeregten Gedanken der Bildung einer großen Volksgemeinschaft. Zu einer abschließenden Stellungnahme ist man nicht gekommen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Die Deutsch- nationale Fraktion hält nach wie vor die Bildung eines reinen Bcamtenkabinetts ohne parlamentarischen Einschlag für die beste lkofung. Am Freitag wird ber sich aus dem Minister- bem die Ehrengäste, etwa 2000 an der Zahl, tellnahmen. Rachdem Generaldirettor Reusch in einer Ansprache den Schöpfer des großen Werkes gefeiert und fein Glas aus das Wohl des groben deutschen Daterlandes erhoben hatte, ergriff der stellvertretende Reichspräsident Dr. Simons bas Wort zu folgender Rede: Frohe gc ft Versammlung! Auf bc* Vaterlandes Wohl haben wir eben Di: Gläser erhoben. Wenn cs auch geschmälert ist um wichtige Glieder, geschwächt durch Entwaffnung und Zwietracht und verarmt durch ungeheure Opfer unb Rote, so haben wir boch feine staatliche Einheit bank der gelben taten unserer Heere unb dank bes EinheitSwilleirs unserer Stämme durch Weltlrieg und älmsturz binübcrgcrctkl. Es ist wert, baß man als Symbol Der Hossnungj unb Zuversicht auf eine bessere Zukunst ein so großartiges Fest begeht. Es ist eine hohe Ehre, in feinem Ramen zu sprechen. Diese Ehre fällt heute mir zu. Als bem Vertreter des Deutschen Reiches habe ich beim Einzug des Deutschen Museums in sein neucS Heim allen bcnen zu danken, bie dieses Kind eines genialen Vaters so weit gefordert haben. DaS Reich fühlt sich mit verantwortlich für das Gedeihen des Kindes, da cs nun, wie wir überzeugt sind, seine Kinderkrankheiten überwunden hat. Das Reich hält es für seine Ehrenpflicht, bas Unternehmen zu stutzen, bas Dein Ruhm Deutscher Meisterwerke Der Technik unb der Raturwissenschaften gewidmet ist. Deshalb hat das Reich Dein Museum von seiner Gründung an geholfen durch persönliche Mitarbeit seiner Diener, wie durch die Bereit- ftcllung finanzieller Mittel. Schon bei der Grund fteintegung war mit dem damaligen Prinzregenten von Bayern ber damalige deutsche Kaiser zu gegen. Jetzt belundet bas Reich fortbawsrnbes Interesse an der gewaltigen Schöpfung, nicht nur durch Die Anwesenheit zahlr.icher hoher Reichsbcamter, sondern auch durch DL? Oslar - v. -Miller-Stiftung, Deren Zinserträge der Auswertung der Museumsschähe für kommende Generationen dienen soll, Generationen, die ganz anders als wir Akte mit technischem Instinkt geboren fein werden. In Gemeinschaft mit Dem Reich hat eine große Zahl von Helfern und Förderern Den Plan des Werkes in Die Wirklichkeit übergeführt. Ihnen allen, Lebenden und Toten, gilt der Dank dieser hohen Versammlung. gebührt der Dank des Deutschen Reiches. Für ihre Ramen gilt der Raine des Mannes, in dessen Haupte der Gedanke des Museums entsprungen ist — Oskar v. Mille r. Seine unbezähmbare Tatkraft bracht cs über zahllose Hindernisse hinweg zu Dem Tag der Vollendung, den wir heute erleben. Mag vc sich auch gegen Den Ausspruch verwahren, daß wir ihn nur ftaunenD bewundern können. Gefeiert an seinem 70. Geburtstage, zugleich ein krönender Tag seines Lebens. Darf er D ;• Worte sprechen. Die in WagnerS Rin | Walhalla sagt: Wie mein Wille ihn wies, wie im Traum ich ihn sah. hielt er zur Schau stolz ragenDcr Dau! Daß Ihnen, hoch-erehr. w Herr v. Miller, Das Reich an Diesem Ehrentage durch mich seinen Dank sagt, ist eine seltsame Schickung. Ich stehe hier nach Dem Ver tretungsgeseh an Der Stelle Des ersten Reichspräsidenten, eines beD ute.üc ; um Den Fortbestand der Reichs sinh i' hoochosrDien- ten Maimes, Der stets lebhaften 21 ilcil an Ihren Bestrebungen nahm unb Diese auch heute beweisen toürDe, wenn ihn nicht ein höherer Wille vor Schluß seiner Amtstätigkeit abberufen hätte. Zugleich aber vertrete ich Dessen CharakterbilD nicht wie bas Eberts von Parteien, Haß und älnjunft vsrw rrt t>. '3 e - neralfelDmarschall v. Hinbenburg. Den neu gewählten Präsidenten b c s Deutschen Reiches. Er kann aus formellen G ü rdcn sri ie Pf.icht Der Rep äfentat .on noch i icht wahrnehmen, hat mich aber beauftragt, D eser hohen Versammlung feinen Gruß Jhn:n H rr v Mlller und seinen Dank zu übermittsln. Wir wissen alle, baß sie niemals mit Dem Erreich cn zufrieden sind. Mit jenem Mut, der früher oder später den Widerstand besiegt, strsuen f ? ihre Taten als Saatkörner in Den fruchtbaren Boden Der Zukunft. Wir wünschen uns und Ihnen Daß S c noch lange Jahre sich Dem Ausbau Ihres Werkes, Aus Stadt und Land. Giehen, den 8. Mai 1925. Der Groschen. Früher hatte ein Groschen zehn Pfennige, das heißt zehn einzelne Pfennige, und die meisten Zunder, die für ihre Sparbüchse sammelten, mußten mit den allerkleinsten Münzen ansangen und erhiellen einen Kupferpfennig oder höchstens einen Zweier, wenn sie einen Beitrag für die Sparbüchse 6:tarnen. Damals konnte man allerdings für dieses kleine Geld mehr laufen als heute, und die kleinen Münzen waren mehr geachtet als jetzt, wo wir als Volk viel ärmer sind als früher und eigentlich immer noch in aller- härtestem Dingen um die einfachsten Existenz- mittel überhaupt stehen. Wie ist das möglich? Ich kann mir das nur so erklären, daß wir durch die Inflallonszell das rechte Augenmaß für Zahlen verloren haben und uns mit den lleinen Werten nun nicht mehr zurechtfinden tonnen. Vor zwei Jahren ging.,.es nur nach Hunderttause den. dann nach Mi's onen und Milliarden, sogar nach Blll onen. Der Illillen- wahnsinn brachte uns um jedes Zahlenverständnis und zwang uns zu einer gefühlsmäßigen Einstellung den Zahlen gegenüber, auch diejenigen, die durch die lange Tradll'on einer ruhigen Entwicklung feste Zahlen begriffe mitgebracht hatten, die gerade vrelleicht am meisten, weil die Grundlagen ihres rechnerischen Denkens dadurch erschüttert wurden. Wer es miterlebt hat, daß eine Sache heute hunderttausend Mark, morgen vierhunderttausend, in drei Wochen drei Millionen kostete oder noch mehr — und wer von uns hätte diese Zeit nicht mit Grausen miterlebt! —. der konnte sich unter Zahlen einfach nichts mehr denken, sie waren lediglich zu Worten geworden, die leine Bedeutung mehr hatten. Den Kindern ist es auch so gegangen, nur daß diese die festen Vorstellungen dafür nicht mitgebracht hatten. Es ist überhaupt wie ein Wunder, wie to;r alle wieder so schnell und so bestimmt uns an die kleinen festen Zahlen gewöhnt haben. Freilich nicht an die ganz kleinen Ein Groschen besteht heute für die allermeisten Menschen aus zwei Fünfpfennigstücken, für wenige aus fünf Zweipfennigern, nur für manchen Kassierer beim Geldwechseln aus Einzelvfennigen, Zweipfennigstücken und einem Fünfpfenniger. Man kann es erleben, daß sich die Leute entschuldigrn. wenn sie mit Kupfer bezahlen, oder daß sie auf Herausgabe der restlichen Kupferpfennige verzichten. Wenn es Mühe macht, sie aus der Kasse zu- sammenzusuchen. Dies^ Groß-ügigkeit ist ein höchst ungesunder Zug und zeigt immer noch das Schwankende der älebergangszeit an. Früher sagte man: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert: man ehrte den Pfennig, hatte den Taler, sparte die Taler Zusammen und die Summen, die die Inflation mit räuberischer Hand ausplündern konnte. Es wird uns nichts übrig bleiben - - wir müssen wieder mit dem Pfennig rechnen lernen. E. V. Gießener Wnchcnmarktpreise. am 7. Mai (Händlerpreise). Es kostete auf dem heutigen Wochemnarll das Pfund Butter 200 bis 220, Matte 40, Käse 65 bis 70. Wirsing 40. Weißkraut 20, Rotkraut 40, gelbe Düben 20, rote Düben 12, Spinat 30, Dömischkohl 15, Spargel 150, Anterkohlrabi 6, Grünkohl 20, Feldsalat 150, Tomaten 150, Zwiebellt 25, Meerrettich 50 bis 100, Schwarzwurzeln 60, Rhabarber 25, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120; das Strick Eier 10 bis 11, Blumenkohl 100 bis 180, Salat 35, Sakat- gurlen 100 bis 120, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 80; das Bund Radieschen 20 bis 25. Boriwtizen. Tageskalender für Freitag Marineverein: 8 llfjr Aula der ilniocrfitäi Lichttbildervortrag des Kapitäns Schmehl. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hochstapler wider Willen". ** Z u m S ch rßh der Vögel weist bas Polizeiamt Giehen im neuesten Amtsverkündi- gungsblatt darauf hin, daß das Zerstören und Ausheben von Restern ober Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das Ausnahmen und Töten von Jungen verboten ist, in gleicher Weise ist das Feilbieten und der Verkauf der gegen dieses Verbot erlangten Eier uird Jungen untersagt. Zuwiderhandelnde werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Diese Strafe trifft irrsbesondere auch denjenigen, der es unterläßt, Kinder oder andere unter seiner Gewalt stehende Personen, welche seiner Aufsicht untergeben sind unb zu seiner Hausgonossenschaft gehören, von solchen Zuwiderhandlungen abzuhalten. Das Aussichts- Personal ist angewiesen, auf die Befolgung der Bestimmungen ein scharfes Augenmerk zu haben und jede Zuwiderhandlung behufs Herbeiführung der gerichtlichen Bestrafung zur Anzeige zu bringen. ** D ie Hessische Bild stelle, die vom Staat unterstützt wird, beabsichtigt in Hessen medizinische Filnrwochen einzuführen. Die erste dieser Vorführungen findet für die Aerztcschaft Darmstadts statt. Es werden Operationen von Prof. Krogh aus Kopenhagen und Geh. Rat Pros. Küttner aus Breslau gezeigt. !'! Der Verband der Regiments - vereine ehemaliger 1 16er hält am nächsten Sonntag in Marburg seine diesjährige Vertreteroerscunmlung ab. Die Vereine aus Affeld. Lauterbach, Frankfurt, Gießen. Friedberg, Offenbach. Darmstadt usw. werden erwartet. Hauptpuntt der Tagesordnung ist die Errichtung des 1 16er Denkmals in Gießen, dessen Enthüllung im August stattfinden soll. !*! Eine Arbeitsschultagung s and am Dienstag in der hiesigen Höheren Mädchen- schule statt, .lieber 200 Lehrer und Lehrerinnen von den höheren Schulen und öen Volksschulen hatten sich eingefunden, so haß die Turnhalle kaum ausreichte. Frau Rekkor Weitzel begrüßte die Rednerin des Tages, Frl. Lotte Müller. Leipzig, die im Sinne der Arbeitsschule eine Muster- und Probeunterrichtsstunde KL h^sc'cht _ Sitnvoa All-h ÄS JinE «»«•J •jnb sanat^ Fliegen Mische Lbciung £ 5Sä tUÄ,S„ I Ä-n feütft. eo er feiner „V Dccheag em 0c k unb em xjn»e schriet ^stehenden Filament Sie franz 'J IffiO den ß' flog:« und v am belannles glaubte man ten bisherig' schiffahri aus fan: ein grüm Theorien. Mgrcnzung । der Lust' hc> läufige Erlass' SuLgültiges b k-gung sollte öa unterbrach toicklungslauf Ser Mgerci brachte die Lr lehrsmiU den Luflverl auch Strafet Zraitfs Äraussühr EchaMel b Lachltt'chtung Calöeron eMllich we; „Wer von Mmwerk. ÄMHrmg l welch iünbtni chMvr in d Dächer! wie! um ihm eine Mac zu eckc volle Äegie, Karcktmsiil o W'tlßW, g Aufführung läht eine 6 klingen. Sii in bezug a die Traut schwebt Dae aus mansch 6ünte Haus 2Grr zum dm starren bauend.' ^enen mit i die Dechte ; J® Himmel, Stitf geht ?as Di K Szenen , '!?,.°us 'Wicks Ach ausg Sch dem Tm Ars El "chillers 9* inner! Steck Lorie SÖl6hQTli L Ellge A^ten Ge ÄhS QKl dem wirtschaftlichen Aufschwung Bayerns, der Wohlfahrt des Deutschen Reiches und dem gemeinsamen friedlichen Fortschritt der Völker wid- men werden unb daß Ihnen immer zahlreichere tätige Kämpfer erstehen. Unfern Dank und unsere Wünsche fassen wir zusammen in den Rus. in den ich Sie einzustimmen bitte. Oskar v. Miller und seine Helfer am deutschen Museum: Sie leben hoch! Im weiteren Verlause des Festnrahls richtete Seen Zedin folgende Ansprache an 1 ic Festversammlung: Ein Tag der Freude ist es. der mich vom hohen Dorden zu den Türmen der Frauenkirche geführt hat. ein Tag der Erfüllung für das Deutsche Museum unb seinem genialen Schöpfer Oskar von Miller, ein Tag der Dankbarkeit für die ehrwürdige Isarstadt, diese Hochburg der Wissenschaften, der Kunst unb Kultur, ein Tag des Stolzes für das gesamte Bayern land, dessen Tradition es ist, die Großen des Geistes zu fördern, ein Tag des Triumphes für Deutschland, das heule einen friedlich errungenen Sieg feiert, ein Tag der tiefsten inneren Genugtuung für diejenigen auch, die draußen jenseits der deutschen Grenzer, auch in dunklen Stunden nie einen Augenblick in ihrem Glauben wankend wurden, und endlich ein Tag der Dewund erung für die ganze Welt, die sich glücklich schätzen muß. baß im Herzen Europas dank bet sittlichen Kraft des deutschen Volles ein festgefügter Bau des Geistes im Dienste der Menschheit geschaffen wurde, well Chaos herrschen würde, wenn dieses Voll nicht seiner großen unb für alle Böller der Erde segensreichen Mission sich gewappnet grllihlt hätte. Die geniale - Schöpfung des Deutschen Museums ist ein hohes Lied jener Ernigkeit, zu der die Stimme aus Haimover mahnt, d i c Stimme des großen Mannes, den das deutsche Volk als die Verkörperung seiner besten Eigenschaften erkannt und zu seinem Führer erkoren hat. Das deutsche Volk braucht wcd:r wegen des heute avisierten Schuldspruches noch wegen des anderen Angemachs d.n Kopf Höngen (affen! Man hat euch Geld unb Gut unb Gebiete wrg- aenommen, aber eure 21 r beit, die hoben Jitt= lichen Werte, die. wie das Rheingold in der Tiefe dss deutschen Stromes, in her deutschen Seele schlummern, hat man euch nicht verbieten können! Der denkende Geist, die schaffende Hand unb die sittliche Kraft sind die drei Säulen, die Deutschlands Zukunft tragen. Mir ist um feine Zukunft nicht bange! Das Schlimmste ist überstanden, und mit verringertem Ballast und mit frischem Sinn zieht das deutsche Schiss smne Dahn. Wie Z.D. li! unter Eckeners Führung das Weltmeer überquerte und fein Ziel erreichte, so wird jetzt das deutsche Schiff unter b er Führung feines besten Mannes im Sturm und Wo^enprall der Weltgeschichte seine ihm von der Vorsehung gesetzte Mission erfüllen. Aus ganzem Herzen rufe ich: G lückl iche Fahrt! Die Rede Sven Hedins wurde von der Festverfammlung mit stürmischem Beisal s unterstrichen unb bedankt. Wenig später ergriff Reichskanzler a. D. Cuno das Wort und führte aus: Mir ist der will- fbmmene unb ehrenvolle Auftrag geworden, aus diesem festlichen Anlaß, der bas Lebenswert Oskar von 'Millers krönen soll, in Dank unb Anerkennung aller derer zu gedenken, die dem unvergeßlichen Tage der ©roffming des Deutschen Museums Leben und Farbe verliehen haben. Das Deutsche Museum, auf das Bayern, Reich und Ausland, wie Sie soeben von meinem Freunde Sven Hedin gehört haben, mit gleicher Bewunderung blicken, ist rein sachlicher Samnller- und 8erÜberarbeit in Wissenschaft und Technik er- ftanben Cs würde, wie sein monumentaler Bau der Eröffnungsfeier das strenge Gepräge jener Arbeit gegeben haben, wenn nicht die Kun st in ihrer liebenswürdigen, heiteren und ergreifenden Art sich dem mit sorgender Hand angenommen und im Herzen und Gemüt das Lebenswarme verliehen hätten, wie es nur hier in Bayern möglich ist. Sie fragt ihre Jünger nicht, woher sie kommen und wie sie politisch gesonnen, sondern was sie können Hierbei trifft sich die Kunst mit der im Deutschen Museum verkörperten Wissenschaft und Technik und wird zu einem genialen Wahrzeichen für die Arbeit des gef amten deutschen Volkes beim Bau des Hauses, in Gegenwart und in Zukunft. Wir wollen, so oft wir das Deutsche Museum mit staunenden Augen bewundern, uns der Kunst erinnern und den Dank zu fruchtbarer Tat werden laffen, indem wir, wie unsere Künstler es getan, allezeit in unterem Leben und Wirkungskreis eigene Interessen und unterschiedliche Denkart hinter dem Bestrebt harmonischen unb lebensvollen Zusammenwirkens zurücktret er. laffen zum wohlverstandenen Besten unseres Volles und so den Wunsch des Baumeisters in Gerhard Hauptmanns Festspiel verwirllichen helfen: Aber möchten alle deutschen Werke so erstehen, geboren aus der Einigkeit unb in dem gleichen Geist gewachsen unb vollendet! Das Festmehl wurde von Orgel- und Kla- viervorträgen sowie von musikalischen Darbietungen des Birtigt-Quartekts. des Solo-Quartetts des Lehrergefangvereins und der Münchener Dläservereinigung stimmungsvoll umrahmt. Das Festbankett wurde offiziell um 4.30 Ahr geschlossen. Die Festgäste blieben aber noch lange über die Zeit hinaus beisammen. Die Mitglieder der Aeichsregierung und der bayrischen Regierung waren noch bis zum Abend anwesend und hielten ein Cercle ab. Die Reihe der Feierlichkeiten beschloß am Abend eine Fest Vorst e l l u n g im Rationaltheater mit Beethovens Reunter Symphonie und den ..Ruinen von Athen" unter Leitung von Knapperts- busch und Strauß. Ein Fackelzug für den Reichspräsidenten. Hannover, 7. Mai. (2VTB.) Zu Ehren des neuen Neichspräfidemen v. .Hindenburg fand heme ein Fackelzug mit den studeniilchen Korporationen an der Spitze statt, denen die Schützen, Militär-, Krieger-, Bürger-, Turn-, Ruder- und Gesangvereine, sowie die Handwerkerinnungen, die Schulen und die vaterländischen verbände folgten. Ter Zug marschierte unter den 5tlängen von 'UiufirfapcUen und dem Gesang vaterländischer lieber durch die van Tausenden von Menschen eingefäumten Straßen unb Plätze zur Villa Hindenburgs. Der Generalfeldmarschall nahm vom Fenster seines Hauses den über 14 Stunden dauernden V o rbei- marsch entgegen. Der Fackelzug verlief in v o l l- ft e r Ordnung ohne Zwischenfall. Die Korridorkataftrophe. Deutsche Klage beim Danziger Schiedsgericht. Berlin, 7. Mai. (Wolff.) Die Reichsregierung hat aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Stargard an das deutsch-polnische Danziger Schiedsgericht für den Durchgangsverkehr in Danzig einen Antrag gerichtet, in dem um die Fest stellung ersucht wird, daß die polnische Regierung durch mangelhafte Anterhaltung der der polnischen Staatsbahn unterstehenden Durchgangsstrecke D i r sch a u-M a r ien- burg schwere Gefahren für die Durchführung der E i senbahntrans - Porte herbeigeführt und dadurch ihre nach dem Abkommen zwischen Deutschland, Polen und der Freien Stadt Danzig über den DurckgangSverkehr obliegenden Pflichten verletzt hat. Ferner wird um sofortige Beweiserhebung durch Besichtigung der Durchgangsst recke .Di schau-Marienburg, insbesondere um sofortige Besichtigung der Alnglücksstelle unter Zuziehung von Sachverständigen und Zeugen ersucht. Die Dernachläffigung der Polen obliegenden Pflichten der ordnungsmäßigen Unterhaltung der Durchgangsstrecke wird damit begründet, das) das Schwellen material nicht rechtzeitig erneuert unb die durch das außergewöhnliche Hochwasser der Weichsel 1924 weg- geschwemmte Sicherung der P s e i l e r f u n- bamente der Eisenbahnb üae b~i Dirschau nickt wieder hergestellt wurden. W allere An- gaben in dieser Richtung behält sich die deutsche Regieru^ vor. Zu der Ursache des Eisenbahn- unglucks bei Stargard wird in der Begründung d"s Antrags der Stand Punkt vertreten, daß die Annahme eines Attentats abzulrhnen. vielmehr der mangelhafte Z u fta n b der Eise n bahn st r ecke hierfür verantwortlich zu macheil fei. Selbst wenn sich nicht mit Sich-rollt feststellen lasse, ob das ilnglüd auf ein Attentat oder eine ander' ilr- .lach' v-rückzuführen fei, so sei in jedem Falle für den Verlauf des üinglückö entscheidend, daß das Schwel^n^aLerial an der t^gll'rcksstelle nachweislich vermorscht war. Die Gefahr, die der Zustand d: Durchgangsstrecke für das Lebrn und die Sicherheit d:utscher Reichsang:'br: bedeute, stelle die deutsche Regierung v >r bi" Rotwendig'eit, durch den von ihr gestellte Antrag sofortige Klarheit über die Durchführung der Verpflichtung der polnischen Regierung zu schaffen. Am Schluß der Begründung werden weitere Anträge an das Schiedsgericht, die sich aus dem ülnglücks- fall selbst oder aus etwaigen Feststellungen des Schiedsgerichts ergeben, ausdrücklich Vorbehalten. Frankreich und die Alliierten. Pariser Kritik ander Rede Houghtons. Paris, 7. Mai. (WB.> Die Rede des amerttanischen Botschafters in London, Hough- ton, beschäftigt immer noch die französische Presse und wird zum Teil in wenig liebenswürdiger Weise abgeldhnt. So weist die „Information" heute abend darauf hin, daß Botschafter Hough- ton, als er die amerikanische Botschaft in Berlin verließ, die vollkommene Entwaffnung Deutschlands proklamiert habe. Der englisch? General Morgan, der vielleicht besser unterrichtet sei, habe sich schon der Aufgabe unterzogen, dieses wenig stichhaltige ülrteil zu Dementieren. Hough- tons politischer Instinll lönne angezweifelt werden. Aber fein Amt zwinge, seine rednerischen Kundgebungen ernst zu nehmen. Es fei ihm gleichgültig, ob die Fetzen Papier sich vermehrten und es fei ihm gleichgültig, daß hinter dem Rheiri und an der Weichsel das wiederhergestellte deutsche Heer manövriere. Man dürfe sich nicht täuschen: Die Rede im Pilgrims Club fei eine W a rnung für Frankreich. Das könne man beklagen: aber man müsse damit rechnen, wenn Frankreich frei fein wolle. In feiner Außenpolitik müsse es zwei Pflichten erfüllen. Die erste bestehe darin, Maßnahmen zu ergreifen, um die Schulden zu bezahlen. In zweiter Linie müffe man Amerika aufklären. Hätten die Alliierteir schon vor drei Monaten den Bericht der Militärkontrollkommisiion in Deutschland veröffentlicht, dann würde Frankreich es nicht nötig hoben, feine Anschuld vor einem Aeropag zu beweisen, der schon aufgeklärt wäre. Das „Journal des Debats" sagt: Warum hört man immer noch in Großbritannien Kritiken gegen die angebliche französische Herrschast oder Hegemonie? Warum will man dort Frankreich nicht verstehen? Warum betrachtet man öie augenblickliche Macht Frankreichs nicht als die solide st e Garantie für den Frieden und die Ordnung in Europa? Man bezeichnet sie vielfach als eine Bedrohung, weil die alten Befürchtungen ags der Zell der Rivalität und der traditionellen Anhänglichkeit für Deutschland in den Geistern fortbestehe, die sich rühmten, dem britischen Reich die Rolle eines Schiedsrichters in der Welt zuschreiben zu wollen. Das deutsch-französische Kalrabkommen. Paris, 8. Mai. ( Wolf. Funkspruch.) Gestern vormittag ist das Kaliabtommen zwischen der deutschen und französischen Kaliindustrie unterzeichnet worden. Die besondere Bedeutung beb Abkommens kommt darin zum Abdruck, daß es nach langen Verhandlungen gelungen ist, einen Ausgleich zwischen der deutschen und der elsässischen Kaliindustrie zu schassen. Das Abkommen regelt zum besten der Interessen der beiden Industrien den Verkauf von Kalidünger in allen Ländern der Welt, so daß die beiden Industrien sich nicht mehr auf den internationalen Märkten Konkurrenz machen, die Interessenten sich im Gegenteil zu einer gemeinsamen 'üropdganlxi verstehen, um den Gebrauch von Kalidünger in allen Kulturen die ihn noch nicht g>. rauchen, anzuregen. "Das Abkommen v.rmin- bert auch die Gefahr der Derteuerrmg des Kalis. Es ist das erstemal feit dem Kriege, daß ein direktes 21 6 t o m m c n zwischen der franzö- 'llchen und der deutschen Industrie abgeschlossen Aus dem ginmzausschutz der hessischen Landtags. D a r m st a d t, 7. Mai. Der Finanzausschuß des Landtags setzte heute f:ine Beratungen bei Kap. 27 (Ministerium des Innern- fori; es kam hierbei zu langen erregten Debatten. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) hatte den Antrag gestellt, folgende Stellen nur auf den Inhaber zu bewilligen: 1 Staatsrat, 2 Ministerialräte. 2 Oberregierungsräte, 2 Räte als Hilfsarbeiter. 1 Rat als Ministerialamtmann, 1 Rat als Polizeihilfsreferent, 1 Regierungsrat, 1 Referentin für Polizeiwesen 1 Oberrechnungs- rat, 3 Rechnungsräte, 2 Ministcrialoberreviforen, 10 mittlere und 10 Unterbcamten. Im Laufe der Verhandlungen änderte Abg. Dr. Leuchtgens seinen Antrag dahin ab. daß die sämtlichen hier genannten Stellen zu streichen sind. Abg. Dr. Werner (Dnll.) hat die nachstehenden Anträge gestellt: 1. Die Regierung soll eine Ausstellung machen über die Polizeilasten, die dem Land erwachsen iinb durch Aebernahme der Dlaum Polizei auf den Staat. 2. Eine Aufstellung über die Volksschul - last en vor der Verstau.'lichung der Volksschulen. 3. Eine Aufstellung über die Steuererträge, auf die der Staat verzichten kann, wenn die Gemeinden dem Staat die Kosten für die Blaue Polizei und die Volksschulen wieder abnehmen und der frühere Zustand wieder hergestrllt wird. Weiter wurden folgende Ausstellungen verlangt: 1. über sämtliche vorhandenen Aemter, Gerichte. Schulen, örtliche und Zentralbehörden Hessetrs, 2. sämtliche Hess. Beamte, nach Besoldungsgruppen geordnet. 3. die Gefanllaufwendungen an Besoldungen nach der Besoldmigsordnung. ebeafalls nach Gruppen geordnet. 4. die Vergütungen der Deanlleit. Ruheständler und Hinterbliebenen und das Wohnungsgeld, 5. die Ortssonderzulagen unter Angabe der Summen. 6. bi.- Gesamtzahl der Staatsdienftanwärter und Assist:nten. deren Vergütung der von Beamten gleich oder ähnlich ist. In der Abstimmung wurden die 2Inträge Dr. Leuchtgens gegen 3 Stimmen, die Anträge Dr. Werner gegen 5 Stimmen abgelehnt. Das ganze Kapitel 27 wurde gegen 5 Stimmen angenommen. Zn Kap. 28 (Stellvertretungen und Aus- hilfslosten) hat Dr. Leuchtgens den Antrag gestellt. die geforderte Summe um 5 0 Proz. herabzus etz-en. Der Antrag wurde abge= lohnt und das Kavllll gegen 5 Stimmen angenommen. Bei Kap. 29 (Postgebühren) verlangte ein Ani ag Dr. Leuchtgens eine Herabsetzung d e r Gebühren auf 100 000 Ml. Ter Antrag wurde abgelchnt und das Kapitel gegen 5 Stimmen angenommen. Kap. 30 (Re- gierungs- und Reichsgefetzblatt) wurde angenommen. hierauf wurde das zurückgestellte Kap. 19 (Staatspräsident) beraten. Anträge der Abg. Dr. Werner und Dr. Leuchtgens. die entweder die Aufhebung des selbständigen Staatsministerrums oder einer Reihe von Stellen wollten, wurden abgelehnt. Ein Antrag Dianl-Heinstadt. der verlangt, daß die Stelle eines Legatjonsrates unb eines Rechnungsdirektors auf den Inhaber zu bewilligen und 4 Beamtens! ellen zu streichen seien, wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Rach der Geschäftsordnung gilt ein Antrag als abge= lehnt bei Stimmengleichheit. Eine Regierungsvorlage auf Stellung eines 'Autos wurde einstimmig abgelehnt. Ein Antrag Reiber-Stork ersucht die Rsgierung, zu prüfen, ob die Stellen eines Rechnungsdirektors und eines Direktors der Registratur nicht vereinigt werden kömren und die Stelle eines Assessors nicht in Wegfall kommen könnte. Der Antrag wurde einftiinmig und das ganze Kapitel gegen 5 Stimmen angenommen. Das Kap. 22 (Oberrechnungskammer) wurde, einschließlich eines Rachtrags, gegen zwei Stimmen genehmigt. Kleine politische Nachrichten. Die politische Lage in Belgien ist noch immer ungeklärt. Der Nationalrat der liberalen Partei kam überein, an dem ursprünglichen Beschluß festzuhalten, nach dem die liberalen jede Beteiligung an einem Kabinett ab l e hne n. In Sofia wurden 3 Priester der Kathedrale Soetla Nedelja verhaftet, denen nachgewiesen werden konnte, daß sie dem am Ackentot mitschuldigen 5lirchendiener Sagorski Beistand geleistet haben. * Der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, ist gestern nach Rom abgereist. Als Protektor der deutschen Seelsorge in Italien wird er gleichzeitig die deutschen katholischen Gemeinden in Mailand, Florenz und Neapel besuchen. 2Sus aller Welt. Das Baden-Badener Schachturitier. Die 16. Runde des internationalen Schachmeisterturniers hatte solgetrdes Ergebnis: Spiel- mantt (Oesterreich) gewann eine Wiener Partie gegen Thomas (England) in 47 Zügen. Bogol- jubow (llfratne) verlor gegen Pates (Englaitb) in 65 Zügen. Grünfeld (Oesterreich) verlor eine holländische Partie gegen Torre (Mexiko) in 13 Zügen. Carl (Dcutschlaird) gewann eine eng» Uschc Partie gegen Te Kokste (Holland) in 32 Zügen. Renis mürben die Partien Rubinstein (Polen) gegen Dr. Tarrasch (Deutschlanbst Tarta- kower (Oesterreich) gegen Colle ('Belgien) und Roselli (Italien) gegen Aljechin (Frankreich). Abgebrochen wurden die Partien Mieses (Deutschland) gegen Reti (Oesterreich), Rabinowitsch (Rußland) gegen Trejbal (Tschechoslowakei) und Marshall lAmcrlla) gegen Riemzowitsch (Dänemark). Spielfrei war Samisch (Deutschland). Wettervoraussage. Keine wesentliche Aenderung. Durch Temperaturunterschiede bedingt, haben sich gestern Randbllrungen der irischen Depres» fixi.i ostwärts vorgeschoben und nach tagsüber heiterem Wetter ziemlich starken Regenfall verursacht. Während sich der Kern des Wirbels wenig verflacht hat, reichen Teilausläufer noch weit in den Kontinent hinein. Rlorgen wird der bestehende Witteruvgscharaktcr im wesentlichen erhalten bleiben. Schlank sein heisit funq fein! Uebermäßige Körperfülle macht alt und seht das Wohlbefinden herab. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 60 oder 30 Gramm echte Toluba-Keme zu kaufen, die unschädliche Stoffe von settzehrender Wirkung enthalten. Sicher: Ülniversitäts-Apotheke ,Zum goldenen Engel" 2992A Land. ,Q8ai 1925 sw i«** •Xätwer& 'N <-/ *Ni6-> 4-e ' UN- W 4utG JJ. nut nach gpfe 2§se Mrach, wnl tefij * d°d°rj> * y bachc heule iThrmdenuu!^ bhete sder noch \Mc konnte !ich unter *"■, >'C 6torr >ic ferne Mn- ! tfl es auch fc 'n Sorftelhniger. i't überbau?- fieber |o ichncl m Hei Zahlen ton E.nGrosche.! i Menschen au- onige aus tun' ' Mierer beim n. Zveivssmig- • Aon kann ti toulbtgtn, teerm )ch He oni fa einigt vechchlen, s der Äolft zu- iflteit ist ein höchli immer noch da.» l an. en Pfennig nicht ; man ehrte den te die Tater „u> >ic dnftaüon mit tonnte. ! bleiben - vir ;g rechnen lernen. S.2. lEprcift. Mise). gen Dochnnar!! , Platte 40, Räte t 20, XßtlMW: 40, 12, Spinal 30, MetMrM i, Tvmoten 150, rs 100, Schwär-' rtofieln 5, 2ep!^ 40, junge Höhnen Stück Eier 10 bis Salat L, Sala! >bik 10, edkrit ^chcn 20 bis 25- für Zn"" der linü* jns Schmchl. .Hochstapler viocr KB bgd »B w n Ainisverlund'- ,s Zerstören un DrutMen bir lebinc« vvnSm>^ i Jungen vcrbotta Seilbieten unb bot «hkJS :rl)anbcinbcttcrijn arf ober mH "'2bJonbCtCX‘ iW? di-A^L $ We yficllc. die ichUgl itfss »‘rs^ ÄS 9 ent m “1 ,-tajtx W **" i raub -^VörSr'-n^ -/und ÄuM" d »;c □yer «xomtviuTiM man cnxmwn auyicn M» 'chliefand hielt bic Krimerin ehren 'Bortrag über Die De Handlung der Stoffe in der Arbeitsschule'. der den allgemeinen Beifall der Zuhörer fand. •• Rechtsprobleme der Luftfahrt. 2ün Mittwochabend sprach Professor Dr. jur. ftollat) iDarmstadt) in der Gesellschaft von Krunden und Förderern der Universität (Stefan im Universitätsgebäude über das Thema Rechtsprobleme der Luftfahrt". Dom ersten Tage menschlicher Flugversuche an haben sich btc Menschen über die rechtlichen Folgerungen des Uebersliegens von fremdem Eigentum, Grenzen und Menschen Gedanken gemacht. Wie alle Steuerungen hat das Flugwesen begeisterte Anhänger und fanatische Gegner gehabt. Rack den Ballonaufstiegen der Won t golf icrs schrieb der d-ursche Dichter Ehr. M- Wieland eine Auf- ferbetung an die deutschen Fürsten, die franzo- fisch- Lust flotte -u zerstören, nachdem er kurz zuvor ein abfälliges Urteil in einer Schrift Lercpetcmaoic' geäufart hatte. 3can Paul schrieb in fcri Spalten der ..Bayreuther Zeitung' lange Artilel über die Luftfahrt und ihre Mögiichkei'en folvie Vorschläge zum Ausbau des Luftpolizeid ensleS. Auch p a z i f i st i f ch e H o f f- •uinflen wurden an die neue Erfindung gc- irütfi co erhoffte Viktor Hugo (1859) in «einer „Legende he siecle" von diesem heiligen Werkzeug ein Aähertommen des Menschen zu <^ott und ein neues Weltreich. 3n ähnlichem Sinne Id)-, leb Tennison (1889 > von einer bevorstehend'n Weltannäherung und einem Weltparlament Staatsrechtliche Fragen wurden durch die Iran, -ifdhcn Ballone aktuell gemacht, die 1870 den Belagerungegürtel von Paris über- flog.'n uni- von denen die Flucht G a m b e t t as am belan testen geworden ist. Roch lange danach glaubte man (Zelir Dahn in Breslau), mit ben bisherigen AechtSsähen auch in der Lust- fr,if fahrt austommen zu können. Erft um 1900 tarn ein grofar Alr"Juoung in die tu ft rechtlichen Theorien, als ein Ungar die Schrift von der Umgrenzung des notariellen D riungc'trcises in ber Cuff herausgab Preußen schuf 1910 vorläufig - Erlasse, in der Hoffnung, daß das Deich Endgültiges bestimmen werde. Die gesetzliche Festlegung lollle 1914 durch Reichsgesetz e ‘folgen, ha unterbrach der Krieg den normale.. Ent- vicklungslauf des Gesetze-.-. Zugleich nahm er her Fliegerei den Charakter des Sporte« und brachte die Luftfahrzeuge in die Reihe der Berke h r s m i t t c l, für die neue Vorschriften für den Luftverkehr bezüglich der Haftpflicht und . dos den Zubnngerdienft von Gic s,en nach Frankfurt a. M., evtl, auch nach Kastel und Fulda versehe und weiterhin 'Jtunb- und Sonder- slüae tmn Giesten ab ausführe, deren Betrieb und '.stisiko die S. W. L. übernehme. Der Rest des Stammkapitals von 50 OOO Rm. fei verzinslich anzu legen zur Deckung der laufenden Ausgaben, eotl. zu späteren Beteiligungen an anderen Luftverkehrsunternehmen. Bei der Aufbringung des Aktien kapitals müste ein großer Teil von der öffentlichen töand, kommunale und staatliche Behörden, übernommen werben; da diese Stellen von der Wichtig keit des Luftverkehrs für das oberheffisck-e Wirt schaftsgcbiet überzeugt |em durften, könne wohl als sicher damit gerechnet werden, daß die Mittel bewilligt würden. Der Rest des Aktienkapitals mülle durch Private aufgebracht werden, wtc das auch in allen anderen Städten schon immer geschehen fei. Der Betrieb eines Luftoerkehrsunternehmens koste zunächst allerdings noch mehr, als seine Einnahmen erbringen könnten. 5)ier sei es notwendig, die ideellen Eesichtspunlte für einige Jahre in den Vordergrund zu stellen. Wenn man also einstweilen auch noch keine Rente aus der Kapitalanlage zu erwarten habe, so sei aus der anderen Seite aber doch sicher, dast bei oeniünftiger Aufziehung des Betriebs und bei sorgsamer Wirtschaft ein Ausgleich der Bilanz erzielt werden könne. Erforderlich fei, daß die öffentliche 5)and mit einer gewissen Frequenzgarantie und Subvention siir die Strecken vorerst mal entspringe. Das zu tun, legte er den anwesenden Behördcnoertretern dringend ans Herz. Die Möglichkeit zunt Betrieb eines Luftoer- lehrshafens in Gießen für ganz Ober hosten und Nachbarschaft bestehe durchaus, und auch die Aussichten seien verheißend. Giesten und Ober- Hessen dürften ; i ch n t d) t selbst ausschal - ton, wo jetzt dic Möglichkeit vorhanden sei, an diese zukunftsreiche Einrichtung Anschluß zu gewinnen, zum eigenen Wohl und zum Vorteil des deutschen Luftverkehrs. Im Anschluß an den «ehr beifällig aufgenommenen Vortrag unterstrich der Vorsitzende, Handels- kammerpräsident Schirmer, die Darlegungen des Referenten und besonders feine Schlußermahnung noch einmal ganz besonders. Zu Beginn und am Ende der Versammlung konnte man einen F i Im über Luftreisen von Berlin über Königsberg, Riga bis Heksmgfors bzw. von Zürich über , München, Wien bis Budapest in Augenschein nehmen, der sehr anziehend für diese neuzeitliche Reiseart wirkte. Bühnenbilder, erfüllt von Gedanken des Kreuzes und der Mystik, die über dem Werk liegt. Der Beifall war stark und verdient. L. W. Turnen, Sport und Spiel. Pom Arbeiter-Turu- und Tportbnnd. Gieren I.—Herborn I. 5:1. «L Der Umbau des „Triebs" brachte ce> mit sich, daß der von der .Freien Turnerfchaft Gießen" innegehabte Sportplatz daselbst in Weg- sall kommen mußte. 2llle Dersuche. einen Ersatz hierfür zu erhalten, sind seither ergcchniSlos verlaufen. so daß dem Verein, um seinen sportlichen Betrieb aufrecht erhalten zu können, nichts anderes übrig blieb, auf dem Wiesecker Sportplatz Gastfreundschaft zu suchen, die ihm dort in voller Anerkennung seiner Aöte auch gewährt wird. Unhaltbar ist dieser Zustand aber doch! Auch das obige Spiel fand in Wieseck statt. Mit dem Anstoß Herborns fchtc sofort ein flotte® Spiel ein. das die Gießener vor das gegnerische Tor brachte. Schon nach 5 Muruten konnte eine gut gegebmc Flanke von links zum führendcn Tor verwandelt werden. Bis Halbzeit stellte Siefan das Resultat auf 3:0. Rach Wiederaus! oß versuchte Herborn zu Erfolgen zu kommen, und prompt nach 10 Minuten klappte es auch. Giefan vergrößerte feinen Vorsprung, indem es eine gut gegebene Ecke zum 4. und der rechte Läufer einen kräftigen Fernschuß zum 5. Tor verwandelte. Das Eckenverhältnis betrug 7:6 für Gießen. Kleine Strafkammer Wetzlar. £? Wetzlar, 6. Mai. Wegen Widerst a n d e s gegen bie Staatsgewalt und Beleidigung warm die Eheleute Förster a. D H. aus Haiger vom Amtsgericht Dillenburg zu Geldstrafen vom 150 Mk. und 100 Mk. verurteilt worden. Hiergegen hatten die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Angeklagten, von denen der Ehemann Z3 3afac uni) dic Ehefrau 50 3ahrc alt sind, besitzen in Haiger ein Wohnhaus, rn dem außer ihnen im I. Stock bis 1. Oktober v. 3s. ein gewisser H. als Mieter wohnte, während in der Mansarde dic Eheleute D. zwangsweise eingemietet worden waren. Lehterm war für den Fall, daß die Wohnung im 1. Stock frei würde, diese von den Angellagtm versprochen worden. Als nun H. Mitte Oktober 1924 auszog. bezogen die Eheleute V. mit Einverständnis der Angeklagten die Wohnung im 1. Stock. Da jedoch diese Wohnung von dem Wohnungsamt schon einem neuen Mieter, einem Landjäger, zugedacht und der Umzug der Eheleute D. ohne Wissen des Wohnungsamtes erfolgt war. ordnete die Polizeibehörde die Räumung der fraglichen Wohnung an. Es erschienen baber am 20. Oktober 1924 zwei Pvlizcibcamte und ein Landjäger — derjenige, dem die Wohiumg zugesprochen war, der aber schon verzichtet hatte — vor dem Wohnhaus, um gemäß den Anordnungen der Pokizeiverwallung Haiger die zwangsweise Räu» mung der widerrechtlich von den Eheleuten D. benutzten Wohnung vorzunehmen. 3n der Rähe ixm ennrnrrnmc® angerrnunm, mpvn nc atn bei Angeklagten, der gerade auS der Stadt kam und einen Stock bei sich hatte. Rachdem dieser erfahren batte, zu welchem Zweck die Beamten gekommen feien, nahm er diesen gegenüber eine drohende Haltung an, holte mit San Stock wie »um Schlage aus und gab durch teilweise beleidige nde Redensarten zu verfaden. daß er die Polizei an der Ausübung ihrer Amtshandlung hindern wolle 6m Pvlizeibeamkci wollte mir dem Angeklagten den Stock entwinden, stieß hier jedoch auf heftigen Widerstand So kam e». falber Beamte dem Angeklagten, um fassen Widerstand zu brechen, angeblich auf Gehetst des Lonb- iägcTS bic ttncbcllcuc anlcgtc. wobei der An- genagte wieder beeidigende Worte gegen fac Beamten gebrauchte. 3eht versuchten nun di.- Beamten, in bas Haus zu kommen, was jedoch vergeblich war. da bic Haustür vvn innen verriegelt war. Auch ber Versuch, durch bic hintere Haustür in bas Haus zu gelangen, war vergeblich. da bic Ehefrau biefe Sfrr noch im letzten Moment zulchlua. wodurch den heiben Beamten beinahe noch die Hönde eingeklemmt worden wären, während sic bic Tür dann von innen verriegelte. Ein Beamter ging nun zur Stadt, um einen Schlosser zur gewaltsamen Oeffmmg der Tür hcrbeizurusen Da sich jebod) keiner hierzu bereit fand, nahm er selbst ein Brechriscn. um bic Tür zu öffnen Jetzt sahen die Angeklag- tcn ein, daß jeglicher Widerstand zwecklos fei. und sie ließen die Beamten ein, gcbixmcbtcn aber weiter beleidigende Ausdrücke gegen die Beamten wie ..Mörder, Lügner. Einb«cher" usw Dic Räumung wurde nun ttorgcnvnrmcn Vorstehenfas ergibt sich au6 den Angaben der brei Beamten Die Angeklagten bestritten jegliche ftrafbac: Handlung und versuchten, die Angaben far Beamten als unwahr brnzustellen Das Gericht erkannte dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend auf Verwerfung ber Berufung bezüglich bes Ehemannes, während die Strafe der Ehefrau um 50 Mark ermäßigt würbe Wegen Diebstahls tu zwei Fällen hatte die Ehefrau Lina H. von Wetzlar vom Amtsgericht Wetzlar zwei Wochen Gefängnis zubittiert erhallen, wogegen sic dic Berufung verfolgte. Da bic Angeklagte vorn heutigen Termine unentschuldigt fcmgebliebcn ist. erkennt das Gericht auf Verwerfung der Berufung Gerichtssaal. 7 Monate Gefängnis für Wohnnngs fchiebungeu. Frankfurt a. M, 8. Wai. (WTD. Funk- spruch.) 3m Prozeß gegen Beamte deS Wohnungsamtes wurde heute von dem erweiterten Schöffengericht Stadtsekretär Äocne- mund, ber frühere Leiter ber Ablösung^- stclle beim Wvhnungsmnt, gegen den Anllage wegcn Unterschlagung. Urkundenfälschung und Bestechung erhoben war, zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. ' Darmstadt, 7. Mai. Der Buchhallcr Adam Seelingcr jun. und ber Fabrikarbeiter Gustav Adam Seelingcr 1. hx Lampertheim hatten zu Beginn des vergangenen Jahres Geld ausgelichen und 1 P rvz Zinsen täglich verlangt, vom 3uni ab ver langten sic 7 Prozent monatlich. Ein Banksachvcrständiger sagte aus, faß bei den Danken so hohe Sätze damals nicht üblich gewesen seien Zwei Fälle standen zur Anklage. 3n einem Falle wurden für geliehene 300 Mark 700 Mark zurückbez ahlt, in dem anderen für 200 Mark 53 3 Mark. Der Staatsanwalt beantragte Gefängnis und Geldstrafen gegen beide Ang:!tagten. Das Bezirks- Schöffengericht verurteile wegen Leistungswuchers in Tateinheit mit Wucher nach 8 302a des R-Sri.-G. den Adam öedinger (Sofa) zu 950 Mar! Geldstrafe und den Gustav Adam Seelingcr (Vater) zu 3 0 0 Mk. Geldstrafe Außerdem wird der überforderte Betrag von 598 Mark eingezogen und daS Urteil eine Woche lang am Rathaus in Lampertheim ausgehängt. Kirchliche Nachrichten. Ofraelltischc Gemeinden. 3fr. RellglonSgemelnde. GotteSd. i. b. Synagoge (Sfrdanlagcl. Samstag, den 9. Mai. Vorabb. 7.45, morg. 8-30, Predigt, abdS. 8.10 u. 8^0. Das beste Getränk atrf einer Wanderung iet Kufoke's «Kubeka*. Es erfrischt, ist von auserlesenem Geschmack und ernährt gleichreitlg. Allein mit Wasser genommen, haben Sie jederzeit ein QuelKäts- getränk. Die mehr oder weniger zweHelheften Getränke, die man sonst unterwegs erhält verderben einem leicht den Tag, bei Genufi von Kufeke's Jlnbeka“ Ist dieses aasgeschlossen. ErhÄltL in Apoth. u. 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IP-r ,11' JI' HIH ii!lM|h'. T Hr.Hil: 'II ,;i ,|-!U'l1'Hrj:" ,li!l H .r „L-iH ., n!;. ;|ü.'h, I Angezeigt | wollen wir es haben, daß wir auf Anregung unserer Konkurrenz, eines Formfehlers wegen unseren avisierten W | radikalen Räumungs-Ausverkauf | wegen Umbaus nftht durchführen durften. Wir haben uns W daher entschlossen, während der Zeit des Umbaues einen I Sonder-Verkauf | zu veranstalten zu Preisen, daß sich alles darüber aufhalten wird. == Ohne Rücksicht auf die Selbstkosten sind die Preise reduziert W | HERREN-ANZÜGE | == für den Sommer, hochelegante Fassons. 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H auf sehr Bilanzen ^teilen bildete. i her 1923 vorfdjrifl. ftimmt, i scheu Cha geeignet, tonnte it6i Ifluimäniii fertig umt fdiriilen 31 die itanbi schlichlich Üud) dahin ginc Mhmm 3»setzen ob 1925 zusai Mall bei lannle, auf tznw ÄS M Mi Jahr hi des Sieu müßige lagimg n berjiifjr 1 endenden zugleich sahr nnbe schreiben, jähre, die Man geh, iahte gefe M, F Ichastsiahr wie er qi ■Nt fdjoi Burd) uen 0 it uoni «also z. B zar 6info: lauf der < u vorn Aortal kn 1 Stellan « ■o'rnen ( r? id)c Urteil fp, Lens gera S'1- 'n Ui; It, ?ann ihj* Nr. M Zweites Blatt Freitag, 8. IHai 192) Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Die neuen Zteuergefetz-Lntwürfe Don Aegicrungsrat Dr. Ploch, Schotten. IV/) C. Die Regelung der Vorauszahlungen und der Veranlagung durch das Steuerüberleitungs- gesetz. Das Gesetz zur Ueberleitung der Einkommensteuer und Körperschaftsstcuer ?n dos regelmäßige Deronlogungsversahren bestimmt: 1. Wann bi<* erstmalige regelmäßige Veran- lagung auf Grund eines Einkommen- oder Körper- fchaflssteuergeseges erfolgt. 2. Wie die vereinfachte Veranlagung für 1924 gedacht ist. :i. In welcher Weife die Vorauszahlungen auf die Steuerschuld 1925 erfolgen sollen. I. Erstmalige regelmäßige Veranlagung. Die zweite Sleuernotvcrordnung hotte in ihrem Art. 1 r> ;n bestimmt, daß die Veranlagung für 1924 tallächlich erfolgen sollte, und zwar auf Grund des steuerbaren Einkommens dieses Jahres. Die geleisteten Vorauszahlungen sollten in Anrechnung gebracht werden. Zu welchen Konsequenzen wurde es führen, wenn diese Vorschrift in die Praxis umgesetzt worden wäre? 1. Die Inflationszeit mit ihren „Riasengewin nen" Hal in großem Maße dazu geführt, daß die Unternehmungen durch ihre Verkäufe allmählich immer mehr verarmten. Das Jahr 1924 hat, obwohl e. unter dem Zeichen der Stabilisierung unserer Wahrung stand, die Erwartung, daß alsbald eine Konsolidierung der Verhältnisse eintreten würbe, nicht erfüllt. Bei einer Reihe von Wirt- fchaftskreisen ha« das vergangene Jahr entweder lein oder nur geringes Einkommen erbracht. Es müßte milhin zu einer Rückzahlung eines erheb- lichcu Teiles der Vorauszahlungen kommen, wozu das Reich unter den seitherigen Verhältnissen keines falls m der Vage wäre. Besonders ist hierbei zu berücksichtigen, daß die Steuern zum größten Teil den Hänbcrrt und Gemeinden übermiesen worden sind, die an eine Rücker^attung nicht denken. *2. Die Dcklarc lion des Einkommens 1924 stieß aus sehr erhebliche Schwierigkeiten, da keine der Bilanzen, die um die Jahreswende 1923,24 auf- zustcllen waren, eine zuverlässige Ausgangsbasis bildete. Die Vermögensausstellung zum 31. Dezem ber 1923 war wegen der besonderen Bewertungs- uorschriflen nur für die Vermögenssteuer 1924 bestimmt, die Goldmarkbilanz trägt rein kausmänni- jchen Charakter und erscheint für Steuerzwecke nicht geeignet. Die steuerliche Goldina» kcrössnungsbilanz konnte aber solange nicht ausgestellt werden als die lausmännischeu Goldmarkeröffnungsbilanzei» nicht fertig waren. Zudem waren ihre Bewertungsvor- schrijlen zum Teil recht unklar und verloren durch die sländige Berläiu-rung der Einreichungsfrist schließlich vollständig Wert und Bedeutung. Auch wichtige Vorschläge aus der Pranst. die dahin gingen, zuerst die Veranlagung für 1924 vorzunehmen und dann den Herauszahlungsfaktor fest, zufeizen oder aber die Veranlagungen für 1924 und 1925' zusammen vor.zunel;men, fanden nicht den Beifall der Regierung. Obwohl man sehr wohl erkannte, daß das seitherige Vorauszahlungssystem auf (Srunb des Umsatzes, eben weil es auf den Umsatz abgestellt war, zum Teil sehr große Mängel auf- wtes, kam man doch zu dem Ergebnis und dem einzigen Ausweg, die ordentliche Veranlagung um ein Jahr hinausznfchieben. Milhin bestimmt der tz 1 des Steueruberleitungsgesetzes, daß die nächste regelmäßige Einkommen- und Körperschastsfteuerveran- logiing noch dem Einkommen erfolgt, das im Kalenderjahr 1925 oder in einem im Kalenderjahr 1925 endenden Wirtschaftsjahr bezogen wird. Damit ist zugleich auch der Versuch abgetan, das Kalenderjahr unbedingt als Maßstab der Besteuerung vorzu- schreiben. Es werden auch in Zukunft Wirtschasls- iohre, die von» Kalenderjahr abwcichen, zugelassen. ‘Jlmi geht sogar noch weiter, indem man Wirtschafts- lahre gesetzlich einführt. Nach §‘ 1 Abs. 2 gilt für Land, Forstwirtschaft und Gartenbau als Wirtschaftsjahr der Zeitraum vom 1. Juli bis 30. Juni, wie er auch von den buchführenden Landwirten meist schon zugrunde gelegt wurde. Rian will dadurch vermeiden, daß bei ber Veranlagung die Er- yebnifie zweier Wirtschaftsjahre verwendet werden müssen. Dieses Verfahren soll übrigens künftighin auch für die Veranlagung zur Umsatzsteuer in Anwendung kommen. Um nun die Spannung zwischen dem maßgebenden Stichtag und dem Zeitpunkt der tatsächlichen Veranlagung möglichst zu verkleinern, ist bestimmt, daß für Wirtschaftsjahre, die in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1925 schließen (also z. B. für die Landwirtschaft) die Veranlagung zur Einkommens und Körperschaflssteuer nach Ablauf der ersten Hälfte des Jahres 1925, für das ___— • •) Bgl. Nr. 102, 104 u. 106 des „G. A.". Das holde „Gegenüber". Von Julius Kreis. vom Effen. Woher kommt es doch, daß alle Menschen im Eisenbahnzug — kaum, daß die Räder rollen — heißt;mwria werden ? Noch Hal der kegle Wagen die Bahnhofshalle nicht verlassen, da stürzt die Frau mir gegenüber wie der Tiger auf das Kalb auf ihren Koster, reißt ihm den Bauch auf und wühlt in keinen Cmgc- weiten. Erbarmungslos wird dem Mitreisenden Einblick geboten in die Intimitäten des ytachtlaaers, Flanellärmel baumeln über den Kofferrand. Haarbürste und Kamm quellen zwischen zermanschten Birnen aus der Tiefe, und da angeln die Finger auch schon ein halbzerquetschtes Ei und eine noch leidlich erhaltene Buttersemmel aus einer zerknitterten Pappschachtel. Aufatmend wie ein vom Tode des Verschmachtens gerade noch Erretteter macht sich's bann die Frau in ber Ecke bequem, den Koffer auf dem Schoß, und schindet dem Ei die zerdrückte Schale ab. Dann aber — jäh vom Geist erleuchtet, kramt sie iqjcberum im Koffer nach einem Tütchen Salz, und als auch dieses — gereinigt von Sicherheitsnadeln und Wollwutzerln — gebrauchsfertig ist, hebt das Tafeln an und das Halbweiche Ei wird mit equilibristischer Geschicklichkeit in den Mund verstaut. Nichts wirkt so ansteckend wie das Esten im Eisenbahnzug. Leute, die den Magen noch knüppel- voll vom Frühstück ober Mittagessen haben, er- Kalenderjahr 1925 oder für Wirtschastsiahre, die in der Zeit vorn 1. Juli dis 31. Dezember 1925 ein- schließlich endigen, die Veranlagung nach Ablauf des Jahres 1925 erfolgen soll. Mithin ist die Veranlagung in zwei Zeitabschnitte geteilt worden. II. Die vereinfachte Veranlagung für 1924. Hier setzt eine verschiedene Behandlung der Struerp'lichtigen ein, und zwar je nachdem, wann das Wirtschaftsjahr endet. Einen wichtigen Einschnitt bildet die Einsühning der Rentenmark, tz 4 bestimmt in Abs. 2. daß als Tag der Einführung der Rentenmark im Sinne dieles Gesetzes ber 15. November 1923 gilt. Dementsprechend wird unterschieden zwischen a) Wirtschaftsjahren, die vor dem 14. November 1924 endigen und b) Wirtschaftsjahren, die vom 14. November 1924 an endigen ober dem Kalenderjahr 1924. a) Endigt das Wirtschaftsjahr vor dem 14. November 1 924, b. h. fällt der 'Beginn dieles Wirtschaftsjahres noch in die Jnflalions- zeit, so ist für die Monate des Wirtschaftsjahres 1923/24, die in das Kalenderjahr 1923 fallen, die gejamie Einkommens- bzw. Körperschastssteuer durch die Zahlungen nach der zweiten Steiiernotverorb- nung bereits abgegolten. Das Jahr 1923 scheidet mithin vottcommen aus der Betrachtung aus. Es banbelt sich also nur noch um die Monate des Wirtschaftsjahres 1923—24 die in das Kaleitderjahr 1924 fallen, also bei Landwirten z. B. nur die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1924. Hier ist grundsätzlich bestimmt, daß die Zahlungen, welche in ber Zeit vom 1. Januar bis zum Enbe bes Wirtschaftsjahres zu leisten waren, als Ablösung ber Steuerschuld gelten sollen. Eine Erwerbsgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr am 31. März 1924 schloß, hat also mit den Bor- auszahlungen vom 10. Februar, 10. Mär; und 10. April 1924 ihre Einkommensteuerschuld entrichtet. Die Landwirte hatten am 29. Februar und 15. Mai Vorauszahlungen zu leisten. Damit ist die Einkommensteuerschuld für bas Wirtschaftsjahr 1923/24 abgelöst. Die Zahlung vom 15. August gilt bereits als Vorauszahlung für das Wirtschaftsjahr 1924/25, bas am 1. Juli 1924 begann. Eine Herabsetzung dieses Ablösungsbetrages ist auf Antrag möglich, aber nur bann, wenn besondere wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen, die bie Eteuerfähigkeit wesentlich beeinträchtigen, wie z. B. außergewöhnliche Unterhalts- unb Erziehungskosteii, Krankheit, Unglücksfälle unb bergl. mehr. Außerdem fleht $ 6 Mindestbeitrü vor. bie aus sozialen Gründen nach ber Kinderzahl des Steuerpflichtigen abgeftuft sind. Der Antrag ist an eine noch zu bestimmende Frist gebunden. bi Endigt bas Wirtschaftsjahr vom 14. November 1 92 4 ab ober kom in t b a s Kalenderjahr in Betracht, so ist zu berücksichtigen. daß hier der gesamte für die Steuer pilicht in Betracht kommende Zeitraum in die Zeil nach der Inflation fällt. Hier ist unterschieden zwischen/ 1. Gewerbetreibenden 2. Sonstigen Steuerpstichngen (freie Berufe, Kapitalrentner, Lohnempfängers 1 Grundsätzlich gilt für Gewerbetreibende durch die Voraus Zahlungen für die in das Kalenderjahr fallenden Monate des Wirtschaftsjahrs 1923/24 die Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuerschuld für 1924 als abgelöst. Ein Gewerbetreibender, dessen Wirtschaftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, wird also durch die Vorauszahlungen für bas Kalenderjahr 1924 von weiterer Zahlung grundsätzlich frei. Desgl. ein Ocwerbtreibenber, dessen Wirtschafts fahr etwa am 30. Noveuder 1924 abschließt, durch die Vorauszahlungen für dieelf Monate des Jahres 1924. Eine Herabsetzung dieses Ablösungsbetrages m u ß erfolgen, wenn bas für die Vermögenssteuer 1925 maßgebende Vermögen hinter demjenigen für 1924 um gewisse Hundertsätze zurückbleibt. Die Herabsetzung erfolgt in dem Grad, wie die Vermögens- Minderung eingetreten ist. Immerhin ist aber mindestegs der buchmäßige Gewinn zu versteuern. Eine Herabsetzung des Ablösungsbettages kann ferner erfolgen, wenn besondere wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen, wie außergewöhnliche Belastungen durch Unterhalt und Erziehung, durch Krankheit u. bgl. Der Herabsetzung bes Ablösungsbetrages steht auf ber anderen Seite eine Erhöhung gegenüber. Diese muß erfolgen, wenn das für die Vermögenssteuer 1925 maßgebende Vermögen 20 000 Mark übersteigt und bei e i n to m m e n |'t e u e r g f l i d) t i g c n Ge- inerbtreibenben zuzüglich der Entnahmen um mehr als 5 Pro;., mindestens ober um 10 000 Mark größer ist als bas für die Vermögenssteuer 1924 maßgebende Vermögen. bei Körperschafts st euerpslichtigen zuzüglich der ausgeschütteien Gewinnanteile, Tan- innern sich angesichts ber effenben Frau sofort an ihre Wurststulle, an ihr Käsebrot, an ihre Schoko- labetafcl im Koffer, an Thermosflaschen mit Kaffee unb Tee, an Aepsel. Pflaumen unb Schmalznubeln, unb nach wenigen Minuten rascheln überall fettige Papiere unb knirschen Zähne in altbackene Semmel. In der Eisenbahn wirb das Essen nicht nur gegen Hunger, sondern auch gegen die Langeweile geübt, unb cs gibt Leute, deren reger Geist verlangt über den Kofferprooiant hinaus an jeder Schnellzugsstation mindestens zwei Paar Wiener Würstel, um beschäftigt zu sein. vom Lesen. Wenn aber der Magen nicht mehr mag unb sich angeroibert von einem halbangekauten Apfel wendet, bann ist die Stunbe des Buches, der Lektüre, der Bllbunq gekommen. Für nicht wenige gebildete Zeitgenossen ist die Eisenbahn die einzige Stätte, in der man ein Buch lieft Auch die beiden Damen gegenüber nehmen jetzt aus einer Gepäck- feitentasche einen Schmöker heraus. Die mit dem Bubikopf hat es schon heraus, daß zu dem schönen neuen Lederkoffer auch em seriöser Autor gehört, unb lieft — weiß ber Himmel, welcher ibeologische Verehrer cs ihr aufgenötigt hat — Oobineaus Renaissance. Die Freundin, die noch ohne Leberkoffer, mit Korbtasche reift, gibt’s billiger. Sic bars lesen war ihr gefällt und sie verfolgt voll Anteil die Schicksale des Rennreiters Harro von Wukenthin, die ihr in dem schönen Markbuch des Hephästosverlags repräsentiert werden. Es heißt: ......Die am Leben leiben". Nach einer halben Stunde Blätterns legt der Bubikopf die „Renaissance" beiseite und schielt begehrlich nach Harro uemen, Emschädtgungen usw. um mehr als fünf Prozent, mindestens aber um mehr als 10 000 Mark größer ist. Bei dem Vergleich bes Vermögens sind gewisse Dermögcnsarlcn (lanbwirtschasttichcs Betriebsvcr. mögen) unb gewisse tßermögensänberunaen (Erbschaften, Acnderungen auf Grund verschiedener Be- wertungsrichllinien außer Betracht zu lasten. Erhöhungen des Ablösungsbctragcs loUen nur erfolgen, wenn sie mehr als 500 Mi. betragen Ebenso sollen Beträge unter 500 Mk. nicht er- stattet werden. Nur bei ftleingcwcrbtrcibcnben und bei anders Leistungsschwachen mit größerer Kinder- zahl werden auch Beträge von 200 Mk.. 100 Mk. und 50 Mk. erstattet. 2. Bei Einkommen aus Kapitalvermögen, Grundbesitz (Vermietung und Verpachtung), jedoch mit Ausnahme des Einkommens aus Landwirtschaft, freien Berufen, 'Arbeitslohn gelten die Vorauszahlungen emschließlich des Lohnabzugs als Mlosung. Auch hier ist eine Herabsetzung des Ablösungsbetrages nur unter besonderen wirtschaftlichen Verhältnissen möglich. Ein erhöhter Ablösungsbetrag kann festgesetzt werden bei höheren Einkommen über 50 000 Mark ober bei Einkommen über 2500 Mark, bas weder zu Vorauszahlunge.i noch zum Lohnabzug herange- zogen worden ist. III. Vorauszahlungen vom 1. Januar 1925 an. Nach Art. I der zweiten Steuernotverordnung und den dazu erlassenen sieben Durchführungsbestimmungen unb nach Art. I § 3 ber zweiten Verordnung des Reichspräsidenten über wirtschaftlich notwendige Steuermilderungen vom 10. Oktober 1924 waren Vorauszahlungen auf die Einkommcn- unb Körperschastssteuer zu leisten, die auch über den 31. Dezember 1924 in Geltung bleiben. § 26 bes Steuerüberleitungsgesetzes verlängert nun diesen Zustand bis zur Zustellung eines Steuerbescheids auf Grund des neucn^ Einkommens- und Körpcr- schaftssteuergesetzes. Für einige Gruppen von Steuerpflichtigen sind weitere Erleichterungen vorgesehen: 1. Land- und Forstwirtschaft. Hier handelt es sich im wesentlichen nur um eine-Verschiebung bes Vorauszahlungstermins. Aus- gehenb von ber' Tatsache, baß bie flüssigen Mittel bei ber Lanbwirtschast kurz vor ober mitten in ber Ernte am geringsten sind, läßt man bie Vorauszahlung am 15. August Wegfällen unb erhebt statt dessen am 15. November bie hoppelte Vierteljahrs- zohlimg. 2. (9cwcrbtreibenbe. Erwerbsgesellschaften, bie ihre Vorauszahlungen nach dem Vermögen berechnen und für deren Vermögen Stcuerkurfe in Frage kommen, sotten den nächsten Vorauszahlungen nach Inkrafttreten des Gesetzes, das nach den Steuerkursen vom 31. Dezember 1924 berechnete Vermögen zugrunde legen dürfen. Rechtliches gilt für Privatbankiers. Seither war cs den Betrieben nur schwer möglich, auf Grund von vorgelegtcn Zwischenbilanzen eine Aenderung bes Vorauszahlungsmodus zu erreichen. Hiergegen sind berechtigte Einwendungen ans Wirtschastskreisen erhoben worben. Ihrem Drängen folgenb wurde bestimmt, daß Steuerpflichtige, die auf Grund ihrer Buchführung für das erste Halbjahr 1925 nachweisen, daß sie in dieser Zeit einen Verlust oder einen nur geringen Gewinn erzielt haben, die Vorauszahlungen dem Betrag der voraussichllich zu zahlenden Einkommens- bzw. .Körperschaftssteuer anpassen können. Auf Antrag sind ihnen deshalb die Vorauszahlungen für das zweite Halbjahr 1925 zinslos zu stunden. Einem Mißbrauch dieser Erlaubnis wird dadurch vorgebeugt, daß Steuerpflichtige, die von dieser Moglichkett Gebrauch gemacht, ihr mutmaßliches Einkommen aber so niedrig bemessen haben, daß die geleisteten Vorauszahlungen weniger als 75 Proz. der endgültigen Steuer betragen, zu dem Unterschiedsbetrag vom Beginn des Monats an, wo der Antrag gestellt wurde, Verzugszuschläge zu entrichten haben. Andererseits kann das Finanzamt, wenn anzunehmen ist, daß die Vorauszahlungen hinter dem voraussichtlichen Einkommen wcfentlid) Zurückbleiben, eine Erhöhung der Vorauszahlungen anordnen. An Stelle der selbst zu berechnenden Vorauszahlungen für Kleingewerbtreidende kann das Finanzamt mit Hilfe von Sachverständigen Vorauszahlungen nach dem mutmaßlichen Einkommen von 1925 selbst festfetzen. Endlich wirb auch mit bem Prinzip her monatlichen Einkomlnen- unb Körperschaftssteuervorauszahlungen gebrochen, bas seinerzeit eingeführt würbe, um bem Reich rasch laufenbe Einnahmen zu verschaffen. Alle Steuerpflichtigen, die bisher monatliche Vorauszahlungen geleistet haben, sollen diese Zahlungen künftig wie die übrigen Gewerb- treibenben, bis zum 10. Tag nach Ablauf eines jeben von Wukenthin. Um die letzte Nummer der Jllu- ftrierten Zeitung gäbe sie gern den ganzen Go- bineau samt seiner langstieligen Renaissance. Es ist überhaupt furchtbar langweilig, sich eine aparte Bildung anzueignen. Da hat's die dicke Dame, die als erste das Ful- terfignal gegeben hak, besser. Die braucht sich nicht an seriöse Lektüre zu halten. Sie hat von der Nachbarin einen ausgeschnittenen Zeitungsroman mitgenommen : Schuld und Sühne. Kriminalroman von H. Ebenstein. (Sic, Frau Eglmeier. dos is wirk- lich was Spannendes! Und wunderschön g'schrieb'n. Direkt aus ’m menschlichen Leb'nL) — Der Herr neben mir, Urlaubreisender aus Sachsen (Geschda- ben Se fiebigft!) löst aus seinem Illustrierten Blatt die Rebusse unb ben Rösselsprung. Er schreibt an den Rand alles, was er an Flüssen, Stählen, Feld- herrn, Tieren unb Pflanzen herausknobelt, unb denkt eben heftig über ein ausgestorbeyes Tier nach, bas zweiM hat. Der junge Mann, ber in bem Bestreben, seine Bügelfalten zu schonen, seine Hosen dis dicht unters Knie hinaufgezogen hat, unb bem Blick ein paar bilbfchöne lila Socken fpenbel, lieft in ber letzten Nummer der „Feigen", Blätter für galante Kunst: Eine Eifenbahngefchichte, in der ein lunger Mann und eine junge, wahnwitzig hübsche Dame durch Zufall in ein Kupee kommen — bei Nacht, versteht sich — Der Jüngling bedauert, bei sich, daß ihm der Zufall nie solche Chancen spendet. Er kommt immer in ein Kupee, wo ihm niemals junge Damen, oft aber angejahrte Registrators- witwen oder wenig pikante Viehhändler gegen» übersitzen. Kalenderoicrteljahres entrichten unb zwar ohne Rücksicht darauf, in welchen Zeitabschnitten die Um- atzstcuervorauszahlungcn fällig werden. IV. Freie Berufe, Kapitalrentner, Lohn- unb Gehaltsempfänger. Bei diesen Vorauszahlungen werden i- cricljahr- lich von den ersten 2000 Mark de:- lieben 1 cs her Einkünfte über bie Werbungskosten 1" Prev. von den weiteren 2U00 Mark 15 Proz. unb darüber hinaus 20 Proz. erhoben. Eine Milderung der Bestimmungen beim Lohnabzug ist insofern vorgesehen, als der Satz t on 10 Proz. sich ermäßigt beim 4. Kind und bei jedem weiteren Kind statt um 1 Proz. um je 2 Prvz Ein verheirateter Steuerpflichtiger mit vier Kindern zahlte seither 5 v. H., jetzt nur noch 4 v. H., mit sechs Kindern seither 3 v. H., jetzt 0 v. H. V. Allgemeines. Die Festsetzung anberweuer Vorauszahlungen erfolgt durch besonderen Bescheid, her mit der Beschwerde anfechtbar ist. lleberfteigt die Vorauszahlung im Vierteljahr nicht den Betrag von 3 Mk., so bleibt sie unerhoben. Aus der Provinz. Landkreis 1'1 Grohen-Linden. 5 Mai. 3n einer Gemeindcratssiyung wurde die Erbau u n g einesmodernen'Volksschulhauscs beschlossen. Das neue Schulhaus soll zehn Mia1 en mit Räumen für Fortbildungsschule unb Leck- unterricht umfassen Der Kostenanschlag L trägt 200 000 Mark. Der Gememder.it hat zur Hebung der Bautätigkeit größere D o r- leben zu einem mäßigen Zinsfuß bewilligt. is. v kein b ach. 7. Mai. Der G es a n g - verein Germania hielt am Sonntag seine diesjährige G eneralve r f amm l u n g ab. Die Jahresrechnung ergab einen Aeberschuß von 53 Mk. Der seitherige Vorsitzende G e r 6 a r b lehnte eine Wiederwahl ab. an feine Stelle wurde Georg Jakob Schneider zum 1. CöoriihenDcn gewählt. Am Abend wurde dem 'Reuqe äßlten vom Verein mit Musikbegleitung ein Ständchen gebracht. Der Verein, der unter Leitung d:s Dirigenten Harnisch steht, besuchte schon mehrere Gesangswettstreite und wird sich am 28. Juni an einem solchen in Trais an der Lumda beteiligen. Air eie Lckottcn. 0 Laubach, 6. Mai. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde der Beittag der Gemeinde zur R c ch nu n g der hiesigen Realschule genehmigt. Es ergab sich, daß der Beitrag in bar jetzt doppelt so hoch ist, als zu ber Zeit bes Gymnasiums (die Stadt hat außerdem die Pflicht ber Unterhaltung der Gebäude). Zur Zeit bes Glimnasiums halle die ctabt nur bie Kosten einer DbcrlchrerftcUc (4500 Mark) zu zahlen. Heute muß sie über 8000 Mk. entrichten. Die Ursache hiefere bedeutenden Steigerung her Ausgaben ist in der geringen Schülerzahl zu suchen, wodurch die Höhe des Schulgeldes (ehr zurück gegangen ist, sodann auch im Wegfall des Beitrags des Gräflichen Hauses. Dieses trug alljährlich 10 000 Rtark bei. Nach her Umwandlung bes humanistischen Gymnasiums in eine Realschule fiel dieser Beitrag weg. Es wurde deshalb von allen Mittzliebern bes Gemeinderats betont, baß die Wiederher siel- l u n g bes humanistischen Gymnasiums das unentwegte Ziel ber städtischen Verwaltung sein müsse, wie dies die Stadtgemeinde B ü d i n - gen bereits erreicht habe. Auch iiz ber Stadt Laubach sei bie allgemeine Stimmung entschieden zu- gunften bes Gymnasiums. Die Wiederherstellung böte auch den unschätzbaren VorteU, daß die Eltern ihre Kinder bis zum Abgang zur Hochschule im Hause behalten könnten. Eine Nachsorderung der Kirchenbehörde zur Zahlung eines weiteren Beitrags wurde abgelehnt. — Eine unglaubliche Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit zeigte dieser Tage ein Fund unweit hiesiger Stadt. Kunstmaler Barnas fand am Fuße bes 2erra--SigiUala--25er- ges, an her bärtigen Schuttabladestelle, eine H nnb> g r n n a t e. Das Geschoß war dem Maler von feiner Teilnahme am Weltkrieg bekannt. Er benachrichtigte bie Schutzpolizei, unb die Granate, die noch geladen mar, wurde durch tiefes Eingraben an entlegener Stelle beseitigt. Leider gelang nicht die Feststellung des Rohlings, der das Geschoß niedergelegt hatte. — Die Bautätigkeit ist hier fortgesetzt sehr rege. An vier neuen Wohnhäusern wird gearbeitet; außer dem ist das Fundament des neuen Krankenhauses am Johann-Friedrich-Stift an der Schot- tener Straße schon ausgehoben. Dieser Bau wird eine Länge von 26 Meter bei einer Tiefe von 124 Meter haben. Auch wird ein Operationssaal im Krankenhaus hergerichtet werden, was von großer Bedeutung für Stadt und Hingegenü fein narb. Von bfr Kaiser st raße aus wird in der Richtung nach dem „Alten Hof" ein neuere Weg von 31- Meter Breite hergerichtet. Hierbei sanden sich Der Bubikopf blättert wieder im Gobineau. Wenn wenigstens ein Bild! drin wäre! Dom Schlafen. Wenn gar nichts mehr hilft und die Fahrt kein Ende nehmen will unb ber Magen kein belegtes Brot unb das Hirn keine Zeile mehr auf- nehmen will, dann schläft man. Eckplatziuhaber haben's gut Sie drücken sich, als ob sie die Ecke durchbrücken wollten, in ihren Platz hinein unb hängen ben Mantel um den Kopf. Dann bilden sie sich ein, sie schlafen. Von 5 zu 5 Minuten lüftet bie Hand ben Mantel, hie Augen gehen verstört im Abteil herum, und dann fällt die Hülle wieder über den Kopf. Die an ben Mittelplätzen sitzen, haben s schwer. Sie lassen ihr Haupt hängen, so haß sich ein halb Dutzend gestaffelte Kinne bilben unb stemmen bie Füße gegen ben gegenüberliegenden Hestturper. Der Bubikopf nickt rhythmisch im Räderrollen, und man wird in der Eisenbahn die alte Wahrheit aufs neue inne, daß nichts so sehr die Illusion eines vergeistigten Antlitzes stört, als wenn es sich im Zustand bes Schlafens präsentiert. Selbst Gobi .n kann da nicht minbem. Die Frau mit_ bem Ze tur.geromon ist selig entschlummert. ..sdyul Sühne" ist auf den Boden gerutscht, em ’.ufr res Schnarchen rasselt leite aus dem vom Eigelb noch ein wenig gefärbten Mund. Auch bem Hern aus Sachsen ist der 21 i.' aus der rätfeHtfenben Hand gesunken er i im Schlaf halblaut: Magdeburg — Kam l — lenftdn — Krokodil — Kaktus .... Ja, man hat's nicht leicht, hinter d?n < Lebens zu kommen. Zahlreiche Spuren der Wühlarbeit der Schar- m n u 5 (arvicola), eine Unmasse von Gängen, Kessel von 35 Zentimeter Durchmesser. Auch konnte man an den Wurzelstöcken der Bäume ihre zerstörende Tätigkeit feststellen. Jedoch gelang es, nur ein einziges Exemplar dieser gesährlichen Nager (15 Zentimeter lang, ohne Schwanz) zu erlegen. Kreis. s eld. tat Alsfeld. 7. Mai. Am Sonntag hielt im städtischen Versammlungsraum des ehemaligen Mädchenschulgebäudes der Vorstand des Lcmd-- wi.lschaftsamtes Alsfeld Landwirtschaf.s a! Dr. V eck er einen sehr interessanten Lichtbilder^ vortrag über Geflügelhaltuirg. der über die wichtigsten F.agen der einzelnen Ge- slügelrassen. deren Haltung und Züchtung allen Geflügelzüchtern sehr wertvolle Winie uno Ratschläge zu geben vermochte. Dem recht lehrreichen Vorträge wäre ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Am nächsten Montag treffen die P o st a u l o s für die von Alsfeld ausgehenden Postkraftwagenlinien ein, so daß die Er öffn un g der Linienin dennäch- sten Tagen stattfinden wird. Tiefes Ereignis wird von der gesamten Bevölkerung in der Stadt und im Kreise Alsfeld freubgft begrübt werden. — Bei der am 1. Mai statt gefundenen Ver - steigerung von Messegrund st ücken d.r Feldbereinigung Alsseld wurden 56 533 Mark erlöst. Die erzielten Preise waren int allgemeinen wert entsprechend. Kreis Laute bach. I *! Schadges, 7. Mai. Unter großer Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft von Schadges und Stverhausrn wurde unser Bü r g e rm e i st e r G g Ra u s ch zu Grade getragen. Der Verstorbene war seit etwa 15 fahren Ortsoberhaupt. Die Gemeinde Schadges bildete früher mit Stockhausen eine Gemeinde und ist etwa seit 1910 selbständig. Der Schreinermeiskec Georg Rausch wurde als erster Dürgennrister der neuen Gemeinde gewählt. Er galt im gesamten Vogelsberg als intelligenter und tüchtiger Handwerksmeister. !*! Schlitz, 7. Mai Unsere Höhere Bürgerschule wurde in eine Realschule umgewandell. Die erforderlichen Krediw wurden bvn der Stadt bereitgestelll. In aller Kürze begeht die Anstalt ihr 25fähriges Jubiläum. Von Freuitden und Gönnern soll eine Elucnspende aus diesem Anlas) gestiftet werden. Man hofft, auf diese Art Mittel zur Beschaffung von weiterent Lehrmaterial zu erhalten. Ltarkc: ' —r, unr RhemheHett. ' Darmstadt, 7. Mai. Wie wir hören, beabsichtigt die Landeöversicherungsanstolt in Gemeinschaft mit der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und anderen Organisationen die ehem. Lossensche Klinik mit dem gesamten Inventar zu erwerben, um darin wieder eine Heilanstalt zu betreiben. — Vertreter von etwa 26 Gemeinden aus Hessen, Württemberg und Vaden haben sich mit einer Eingabe an die Reichsregierung und die Regierungen der Länder Hessen, Württemberg und Baden gewandt imt> gebeten, möglichst bald die Vorbereitungen zu treffen für die Erbauung einer Straßenbrücke über den Rectar zwischen Wimpfen einerseits und Jag ft - seid -Offenau andererseits. Zur Dewälligung des Uebergangsverkehrs über den Stedar 0äljr= sich rund 4500 Fuhrwerke und etwa 25 000 Personen) dienen seit mehr als 100 Jahren die Fähren bei Wimpfen-Offenau und bei Jagst - X feld-Wimpfen vm Tal. - Mainz, 7. Mai. (WTB.) Die Revision ' des vom hiesigen Schwurgericht wegen Kindes- mordes zum Tode verurteilten Landwirts ’ Pieroth aus Gensingen ist vom Reichsgericht verworfen worden. 5»asiau. spd. Frankfurt a. QE., 7. Mai. Der Hauptausschuh der Stadtverordnetenversammlung beschloß mit 11 gegen 5-Stimmen, deut Magistrat ben Austritt der Stadt Frankfurt aus dem Arbeitgeber verband der Gemeinden zu empfehlen, da er der Auffassung ist, dah die Lohnpolitik des Verbandes toenig von sozialem Der« ftänonte erfüllt ist. — Ein junges Paar, dessen Verbindung grohe Hindernisse im Wege standen, flieg in einem Gasthause nahe dem Bahnhof ab und öffnete s i ch in dem gemieteten Zim- mer die Pulsadern. Das Paar wurde später fast völlig verblutet aufgefundrn und kam in hoffnungslosem Zustande in das städtische Krankenhaus. — Der Polizei- betriebsassistent August Bäppler. geboren 1881 In Ufingen, ist nach Unterschlagung amtlicher Gelder flüchtig gegangen und wird von der Oberstaatsanwaltschast steckbrieflich verfolgt. — Gelegentlich einer Polizeistreife wurde ein Bettler festgenommen, der im Besitz von 184 Reichsmark war. die »er sich nach feinen eigenen Angaben innerhalb zweier Tage auf der Straße erbettelt hatte. Am Mainkai geriet eine Gesellschaft nach reichlichem Altoholgenuh in c ine gegenseitige Prügelei. Dabei wurde ein älterer Mann durch Messerstiche derart zugerichtet, dah er in hoffnungslosem Zustande dem Krankenhause zugesührt toerben muhte, wo er kurz nach der Einlieferung verstarb. 3?i«leihc —- ' 0,62 , 0,60 3'/,% Dtiuschk 9i trt)-.anlc-r,; 0,04 0,58 0.615 | 0,595 y/. Dculschc Mirid)-5.uileil)c Tcurtdjc E um pr«i .(ucimniette "-76 1 0,74 0.775 — 0,35 0,342 0,35 0,35 4'Vo 'fiTUBifdje Koniols 4°.o Hckskli ...... 0,64 0.75 0,64 0,75 0,66 0.635 0,75 SVa0/- Hessen......... —— 0.71 0,74 0,77 0,73 ii 72 0,7 0,70 Deutsche W«tb. DollarEil. 74,75 74.75 01.75 dto- Doll-Schav-Amreisng.'» 92,5 92,3 92,5 92,5 9.85 9,5 9,7 9.6 5% Golvmertkaner . ■ 38.25 38,25 41,5 Serlinct 4)auöi:l5nrfctt1Mft — 136 139,5 138,50 Commen- und PrtvcwBank 102.50 102 25 102,6 102.25 Tann ft und 'J-:.!Hona(baiit 126 125,5 126 125,5 Deutsche Bank ... . 125 124,5 125 125 Deutsche Beremsbank .... .<> 811 — — TlSeoirlo Commandit Ui 115/25 115,25 115 im; ", "ii 5 — Mitteldeutsche breditbank . 99,90 99.90 100 — Ocstencichische Credilanstalt 8 7.95 8 s 0,11 "II 0/2 Bochumer Gllh ....... Buderus .........‘ 73 71,.2.5 71 70,50 fcato ......... . 76,5 > / 1 Deulich riiremdurg ..... 94 '.'3 94.5 93,75 c-eisentzrchencr Bergwerke. 75 93 74.50 <2,75 Hcnuc.icr Bergchiu ..... 129.75 12.5,80 Kaliwerke Aschersleben.... 16 15,7 16 15.4 Kaliwerk Weneregeln..... 19,75 19 19,62 19,25 bcmrQliiittc ....... 69 67.5 (19 68 Cherbeöarf .......... “ - 7775 7,6 7,62 Miönu Bergdao ...... 113,3 110 113,80 111,50 Hlhemual)! .......... 97,2.' 95 97,20 91,9 tXkbcif Montan........ Tellns Bergbau. ..... 95,75 j 67 96,25 94,5 Hamburg-Amerika Paket. , . 70 70.1 67,75 Norddeutscher Llvpd 71 70,5 73,10 70,25 t' bcrömische Werke Mbi» . . — — — - /.rmenlwerk Heidelberg . . . 77.25 76,75 — —• Bdilipv Holjinann ..... 74,25 76 Anglo-Coni -Guano .... — — 13b 133 Badische Anilin ....... 138.13 136 138 136,5 Clieniiichc Mader Slapdl - . 0,4- 0,45 — — i^oldschntid' ..... 105,25 103,5 106 10.3,75 fy'Vtc-. ermer Electron .... J2S 127,13 1-28,13 127.50 Höchster st rdwcrke ...... öotzvcrkoalung ........ $28.80 127,25 129.25 128 i 1 z 6,85 — iliülgersiverke ......... 14.50 11 13.13 Echeidcanstalt ..... . . 123 iO7,5 Allg. ElekwUttätL-Gesellschatt 1(19 109 107.5 B-rgniann ......... 8.5,5 86 81 MaiNira'lwerke...... . 91.5 91,25 — — Schuckert........... — 63,25 80.2-5 Siemens & HakLke...... 68 05 67 65 Adicrwerke Klel-er ...... n. 3,05 3,12 3.10 Daimler Motoren. ...... 5.11 . t 5,12 5,1 HeNligensiacd, . ....... 2.8 2,6 — —- Meguin............ i 1 ~-) 7,4 Motorenwerke Bkannbeim . — —- 102,75 101 frankfurter Armaturen .. 0,61 0,6 — - Konserveiifab-ckk Braun . . . 1 II 1.1 1,2 1 MetallgeseU'chaft st-rankfm». 124 122 — — Bel. Union A.-G- ...... 2.12 .',1 2,12 Schuhiabrik.Per; . . .... 3,1 3,5 3,13 Sichel.............. ,>,»,.3 2.1 51 Bellstosf Waldtzos...... 14,4 12 12,3 11,50 .tzuckerfabrik strankeurhal .. Zuckerfabrik Waghänie! • . . 4 3,8 — 3,205 2,925 r t * — . cüif3iMrvarf? Berlin—Frankfurt a. M. (,91 3,07 5,89 3.06 5,91 3,07 Lissabon 20 275 20;325 20,37.5 20.425 Danzig. . • SO 77 SO, 97 50,77 80.97 Konstantin- 2.242 2,252 2.247 2.257 Athen. . 7 915 7.935 7.89 7.91 Berlin, 7. Mai. Geld Brief Nmcrlkanilche. Noten . . , , , 4,182 4,202 Belgische Noten Täniichc Noten ....... 21,10 78,90 21,20 79.28 Snglifche Noten........ &l,332 20,432 stranwiische Noten ...... 21,75 21,87 Holländische Noten ...... 168,40 169,26 sttalici'ische Noten ...... 17,28 17,86 Norivcgischc Noten...... 70,37 70,69 Demsch-Oesterr-, ä loo Kroueu 59.05 59,35 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten...... 112,00 112,5'5 Schioeiier Nown ...... 81,18 Sl.,58 Spanische Noten....... 61,27 61,38 Tschechoilchvakische Notro • • 12.45 12,51 Ungarische Noten . • • • । .855 5,875 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".! Berlin. 7. Mai. D.e , B'erst immune, die sich bereits bei Schluß der gestrigen Döbse bemerkbar gemacht hat, übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr, den die Börse in ausgesprochen flauer Haltung eröffnete. Es hat den Anschein, als wenn zur Zeit das Ausla.nd einen gewissen Einfluß auf die Börsenstimmung auc-übte, und zwar durch die vorübergehrnden Verläufe, kie in erster Linie aus der Tschecho- stowatei stammen, in Verbindung damit, daß die schwierige Lage am Getreide- markt sich auch auf den Prager Platz ausgedehnt hat. Aber auch das übrige Ausland, namentlich die Schweiz und Holland, sind zur Zeit Verkäufer am Berliner Effektenmärkte, während die deutschen Großbanken ihre Inter- ventionstätigkeit bisher nicht aufgegeben haben. Diese bietet vielmehr nach wie vor her Börse einen Rückenhall und verhindert größere Kursstürze. Am Montanmarkt gayen die Kurse etwa 1—2 Prozent nach, doch zeigte sich nach Festsetzung der ersten Kurse bereits wieder etwas Aufnahmefähigkeit. Bemerkenswert schwach lagen auch S ch i f f a h r t s - und Bankenwerte, während Anilin-Altien fester gehalten waren. Für Deutsche Erdöl fand heute die erste Goldnotierung statt, der Goldkurs stellte sich auf 123. Eine leichte Belebung machte sich arn Markt der .Kolonialwerte geltend, wo Diamant uud Süksee etwas lebhafter umgesetzt wurden. Der Markt der heimischen Renten blieb schwach. Der Geldmarkt war etwas leichter. Die Seehandlung trat wieder in geringem Maße als Geldgeberin hervor tttiD nahm auch erstklassige Wcr enwechsel auf. Tägliches Geld 8—10 Prozent. Monatsgeld 9' _•—ll1 '■> Proz. Am internationalen Devisenmarkt blieben die europäischen Hcmvtdevisen schwächer, besonders der französische Franken war stark abgeschwächt bei einer Pfundparität von 93,65. Die Mark-Rvtierungen im Auslande sind ziemlich unverändert. Frankfurter Echlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a M., 7. Mai. Auftrieb: 4 Rinder, darunter 4 Färsen u. Kühe, 1202 Kälber. 404 Schafe, 1281 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber: feinste Mast kälber 72—80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 64—70, geringere Mast- und gute Saugkälber 56—63, geringe Saugkälber 44—54. Schafe: Ma st lamme r und Masthämmel 48—53, geringere Masthämmel und Schafe 40—44,’ mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 67—68, unter 80 Kilo 62—66, von 100 bis 120 Kilo 66—68, von 120 bis 150 Kilo 66—68, Fettschweine über 150 Kilo 66—68, unreine Sauen und geschnittene Eier _ 58—63. Marllverlaus: Kleinvieh bei langsamem, Schweine bei lebhaftem Handel geräumt. Frankfurter Gc:r. 0'bZrse. (Eigener Drahtbericht des „Gtehener Anzeigers'.) Frankfurt a.M., 7. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,75 bis 24, Roggen, inländischer 19 bis 23,75, Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 25, Hafer, inländischer 17,50 bis 22.50, Mais (gelb) 20,25 bis 22,50, Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 37,50 bis 39, Roggen - mehl 31,25 bis 32,75, Weizenkleie 13,25 bis 13,50, Roggenlleie 14.50 bis 14,75. Tendenz: Fester. Berliner Prodril 75. \ ?. Berlin. 7. Mai. Der Produktenmarit war fest. Die älmsätze hielten sich aber bei fehlender Unternehmungslust in engen Grenzen, da 3n= lar.dangebot klein blieb und die Forderungen sich teuerer stellten. Gerste gebessert. Hafer wenig Angebot und zu teuer. Futterartikel ruhig. Es notierten für 1000 Kilo Weizen, mark. 258 bis 262, do. Mai 266 bis 267,50 bis 266. do. Juli 264 bis 264,50 bis 264, Roggen, märf. 224 bis 226. do. Mai 224 bis 227. do. Juli 225 bis 226. Gerste, märt 227 bis 244, Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märt. 214 bis 223, do. vomm. 210 bis 217, do. Mai 203, Mais (fr. Hamburg) 200: für 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 36. Roggenmehl 30 bis 32.25. Weizenkleie 15.20 bis 15,30, Roggenlleie 16,50, Vikioriaerbsen 22 b's 27, kleine Erbsen 20 bis 22. Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 19 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 19 bis 21, Lupinen, blau 10 bis 11,75, gelb 11,50 bis 13,75, Serradelle 14 bis 16. Rapskuchen 15,25 bis 15,60. Leintuch eil 22,20 biL 22,60. Trocken,chnitzel 10.40 bis 10.60. Torfmelasse 9,50. Kartoffelflocken 19,60 bis 20, Zucker 17,50 bis 18,50 Mt. Rundfunk-Programm des ArankstrrLer Senders. (Alls der „Radio-U.mschau".) Samstag, 9. Mai: 12 stlhr Rachrichtendienst, 4.20 iUjr Rachrichtendienst, 4.30 bis 6 älhr Rachmittagälonzert de°> Hausorchesters (Tanz- und Schlagermusik). 6 bis 6.30 älhr Jugendstunde (aus dem ..Schatzkästlein der rheinischen ' Hallsfrau" von Johann Peter Hebbel). 6.30 bis 7 Uhr Der Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr Aus Historie und Phantasie ^Anekdoten und Rätsel), 7.30 bis 8 Uhr Funk- hochschule (Vortrag von Pros. Dr. Schultz: ..Fausts Ende"). 8 bis 8.30 Uhr Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung (Vortrag von Prof. Dr. Hülsen: „Stllwandernngen in der bildenden Kunst"), 8.30 bis «.30 Uhr Heiterer Abend des Hausorchesters, 10 bis 11 Uhr großer Wettbewerb für alle Rundsunlteilnehn cr „Wer war's?" (ein Probesingen und Probesprechrn auf dem Frankfurter Rundfunksender). . > ..... Bei Rheumatismus und Gicht soll man zu einem Mittel greifen, welches nicht nur die Schmerzen lindert, sondern auch die abgelagerten harnsauren Salze aus dem Körper schafft. Wir raten Ihnen, 60 Gramm echten Uroga-Sllrakt zu kaufen und mehrmals täglich 3 Kaffeelöffel voll zu nehmen. Sicher erhältlich: Universitäts-Apotheke „311m goldenen Engel". Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. __________ Wörishofener Mutsast tri» Etsenvrävara!. aus reinen Pflanzen liädrialzen, blutbildend, «wvetitniitentnb. Allein echt: Worishoiener Nntnrheil, (SlberjeU). '.Kieberlaac: (Seucrnl-T'evm n.'JiieberL f. 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Mai 1925. 47390 Hessisc* Amtsgericht. Der Voranschlag für 1925 liegt vom SamStag. dem 9. ds. Mts., an eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürger- meisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Lang-Göns, den. 7. Mai 1925. Hessische Bürgermeisterei. Müller. 47310 r. i Sie Sian Aschen ® Dcrantw°vtJl kämpf- Werler M einig Andas Doll \ lammens nottut, als ’ Leben durc teilen lahi iimenpolltil lagt war. Erfreu! schnellen 'S' tigten die D-chlergebn schastskanbio tag' Ä “nb Dinar i AM"'-««! Pfennig für m>ne,nÄ insM^ ^ernsp.r^ 5-hristlcM lagundEesä MM!« ztünkf»^ ü 5 Lil öa| >ut ent£ S 2 w ge Ml de d> g' fc D die bei hie De hall H Mi 3uc die die bur frei Dia fall Poi bot nru *1 A,