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Dlonat$:Be5ug$prei$: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse; Schriftleitung 112, Her- lagundGeschäftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerSietzen. poftschecklonio: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfiiät§-Vuch- und Stcinbniderei K Lange in (Sieben. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Ruzetoen fir die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichketl. Preis fir \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite drtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrift 20',, Aus- schliia. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: HansBech sämtlich in Gießen. Der neue Reichstagspräsident. Der Sozialist Löbe gewählt. — Zersplitterung der bürgerlichen Stimmen. die gegenwärtige Regierung sei brispielswrift eine dringende Äotwcndigkeit gewe sen. Tr. Stresemann erklärte sich bereit, am Donnerstag vor dem 2ln6toärtigcn Ausschuß Erklärungen abzugeben. Fast jedeSmal, wenn wir im Reichstag eine Krise durchmachen, kommt man zu dem resignierenden Ergebnis, daß es schimmer nun nicht gut kommen kann. Aber jedesmal ist das ein Irrtum gewesen. Tie Krisen haben sich in der Art ihrer Abwicklung verschärft, und bedauernd muh man feststellen, daß die Krise, die wir gegenwärtig durchleben, das Schlimmste von allem darstellt, was der junge deutsche Parlamentarismus seither zu verzerchnen hat. So etwas an widerspruchsvoller Llnsicherheit, an LicektionSlosigkert und Planlosigkeit wird außerhalb unserer Grenzen kein Mensch für möglich halten. Was eben richtig war. ist jetzt falsch, was der Reichskanzler vor fünf Minuten beschlossen hat, dementiert er schleunigst wieder, so Daß zuletzt niemand mehr weih, woran er ist. Mitten hinein in* dieses Durcheinander ist nun die Präsidentenwahl des Reichstages gestellt, die wenigstens einen ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht schaffen soll. Der Präsident ist im Reichstag ja eigentlich keine ausgesprochen politische Angelegenheit, wie in Preußen, wo er nicht nur geschäftsordnungS- mähige. sondern auch staatsrechtliche Funktionen hat. Immerhin, im Zeichen der Voltssouverä- mtät hat der Vorsitz im Reichstag schon etwas zu bedeuten, er schafft zum mindesten die starke Möglichkeit einer politischen Inanspruchnahme. und deswegen ist es nicht zu verwundern. wenn die Wahl auch stark von politischen Erwägungen beernsluht wird. Wären wir parlamentarisch etwas älter, dann wurden wir vielleicht auch nach englischem Brauch so weit kommen, daß nicht eine Partei einen Präsidenten stellt, sondern Daß der Präsident, ohne Rücksicht aus seine Partei, nach seiner persönlichen Eignung gewählt wrrd. Dazu hat man sich in Deutschland auch im alten Reichstag nicht entschließen können, in der Regel galt der GrunD.äh, daß die st ä r k st e Parier h-m Präsidenten zu stellen hatte. Ausnahmen aber lind genug zu verzeichnen, wir erinnern nur daran, das) nach der Blockwahl, als Zeichen der sozialdemokratischen Rrederlage. ein Konservativer den Präsidentenstuhl bestieg. Rach den Mahlen im Mai hatte die Sozialdemokratie ihre überrageaDc Stellung verloren, die Deutschnationalen toaren die stärkste Partei geworden und meldeten ihren Anspruch auf den ersten Präsibcntensitz an. der auch von den bürgerlichen Parteien anerkannt wurde. Richt dagegen von der Sozialdemokratie, die ausdrücklich das Bestehen eines Gewohnheitsrechtes für die stärkste Partei bestritt, dieselbe Sozialdemokratie, die jetzt, wo sie Die stärkste Partei geworden ist, Ruhnieherin dieses von ihr bestrittenen Gewohnheitsrechtes werden möchte, während die Deutschnationalen aus dem Prinzip der Kontinuität heraus den Präsidenten des letzten Reichstages, ihren Parteifreund Wallraf, kandidierten. Weil die Mi t t el p a r teien gerade infolge der widerspruchsvollen Haltung der Sozialdemokratie keine Steigung hatten, grundsätzlich zu der Frage Stellung zu nehmen, war mit einer ungewöhnlich groben Kandidatenliste zu rechnen. Reben Loebe und Wallraf präsentierte die Deutsche Volkspartei Herrn v. K a r d o r f f und die Kommunisten ihren Vorsitzenden Thälmann. während bis zum letzten Augenblick mit der Möglichkeit gerechnet wurde, dab das Zentrum für Den ehemaligen Präsidenten Zehren- b a ch stimmen würde. Erst im letzten Augenblick hat das Zentrum davon abgesehen, um nicht das Schauspiel einer zu starken Zersplitterung zu geben und stellte den Mitgliedern die Wahl frei. Ebenso verfuhr die Bayerische Volks- Partei. während die Demokraten für 2oebc die Parole ausgaben. Das Ergebnis war unter diesen älmständen schwer vorauszusehen, es bedeutete also immerhin eine ^leberralchung, das) der Sozialdemokrat Loebe bereits i m ersten Wahlgang mit der allerdings nur kleinen Mehrheit von sechs Stimmen siegte. Offenbar hat das Zentrum, mit ihm auch der Zentrumsslügel der Bayerischen Volkspartei, für Loebe gestimmt. Herr Loebe hat die Wahl angenommen und in feiner Antrittsrede erneut Beweise seines guten Willens wie seines nationalen Taktes gegeben. Er ist zweifellos, ganz sachlich gesehen, als Präsident im Vergleich zu Herrn Wallraf der bessere. Ob freilich die EoziaDemokratie ein Interesse an feiner Wahl hat. ist eine andere Frage. Er ist ihrbe st apolitisches Talent. deshalb legten auch die früheren Fraktir-nsoorfihen- den Wert darauf, ihn wieder auf den Präsidenten- stuhl abzuschieben, weil er ihnen sonst in der Leitung der Fraktion gefährlich geworden wäre, als Präsident des Reichstages ist er gleichsam neutralisiert. Trotzdem wird sein Einfluß innerhalb der Partei bestehen bleiben, und es ist ja auch noch nicht gesagt, ob nicht der Reichspräsident gezwungen ist, ihm in den nächsten Tagen die Bildung des neuen Kabinetts anzuvertrauen, wenn Herr Marx sich endgültig tot- gdaufen hat. Jedenfalls sind wir durch die Wahl fv weit gediehen, dah der Reichstag seinen Präsidenten hat. Für die Deutschnationalen wurde als erster Vizepräsident © r ac f (Thüringen) gewählt, während der Zentrumsabgeordnete Bell und der Deutsche Dylksparteiler R i e h c r in ihren bisherigen Aemtcrn bestätigt wurden, so daß also dieKonftituierungdesReichstags jetzt vollzogen ist. Die Sitzung. Zweite Sitzung vom 7. Januar 1925, nachmittags 2 Üfor. Berlin, 7. Ian. Auf der Tagesordnung der stark besuchten Sitzung stand die Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten und der Schriftführer. Die - Regierungsbank ist unbesetzt. Dem sozialdemokratischen Abg. Bernstein ist anlählich seines 75jährigen Geburtstages ein Rosenstrauß auf den Tisch gelegt worden. Reichskanzler Mar? und viele Abgeordnete beglückwünschen Bernstein Es wird sofort die Wahl des Reichspräsidenten durch Stimmzettel vorgenommen. Der Ramensausrus vollzieht sich ohne Zwischenfall. Als Resultat der Wahl wird verkündet: Von den abgegebenen 447 Stimmen erhielten: Abg. Löbe (Eoz) 231 Stimmen (Beifall), Abg. Wallraf (Deutschnatl.) 112. Abg. von Kardo ff (D. Dp.) 51 Strimmen. Die übrigen Stimmen sind zersplittert. Reichstagspräsident Lobe übernimmt sein Amt mit einer Ansprache, in der er zunächst für das ihm durch die Wahl bewiesene Vertrauen dankt. Im Gegensatz zu früher sei jetzt auch das Amt des Reichstagspräsidenten zu einem Kampfobjekt der Parteien geworden. Der Präsident ist aber, so fährt der Redner fort, in dem Augenblick, wo er sein Amt antritt, zu voller Unparteilichkeit gege über all»n Parteien verpflichtet. Diese Unparteilichkeit gelobe ich hiermit. (Beifall.) Dazu gesellt sich die Pflicht, die Minderheiten zu schützen. (Rufe bei den Kommunisten: Mit Hilfe der Polizei!) Der Schutz der Minderheiten ist nur möglich, wenn die dolle Arbeitsfähigkeit des Reichstages gesichert und seine Wurde gewahrt wird. (Beifall.) Ich werde bemüht sein, diese Arbeitsfähigkeit und Würde des Reichstags zu wahren und erbitte hierzu Ihre Hilfe. (Ruse bet Den Kommunisten: Mit Hilfe der Polizei.) Der Reichstag steht vor großen politischen Ausgaben. Er hat sich zu bemühen um die Aushebung der ungerechtfertigten Defehuna deutschen Landes, gegen die wir schon hier scharfen Protest einlegen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden wichtige wirtschaftliche Verhandlungen mit großen und kleinen Rachbarn führen, und wir werden den Reichshaushalt gründlich prüfen müssen. Dabei haben wir vor allem Dafür zu sorgen, daß die Kriegsopfer, die Witwen und Waisen und die in der Inflationszeit enteigneten Kleinrentner vor dem Verhungern geschützt werden. (Rufe bei den Kommunisten: Von den politischen Gefangenen sagt er nichts!) Ich könnte auch über die politischen Gefangenen und über ihr Schicksal mit mehr Zuversicht sprechen, wenn ihr (zu den Kommunisten) durch euer Auftreten das nicht verhindern würdet. (Beifall bei der Mehrheit.) Die Wahl des ersten Vizepräsidenten ergibt den Abg. Gräf- Thüringen (deutschnatl.) mit 247 von 444 abgegebenen Stimmen. Außerdem erhielten 2lbg. Dr. Bell (Ztr.) 116 und Abg. Thälmann (Komm.) 28 Stimmen. Präsident Lobe stellt nachträglich fest, daß bei der Präsidentenwahl von den zersplitterten Stimmen 35 für Thälmann (Komm.), 6 für Graf Westarp (deutschnatl.) und 5 für Fehrenbach (Ztr.) abgegeben waren. Als zweiter DizepräsiDent wird Abg. Dr. Bell (Ztr.), als dritter Vizepräsident Abg. Dr. R iehe r (D. Vpt.) durch Zuruf gewählt. Dann wird die Wahl der zwölf Schriftführer vorgenommen. e Aus der Tagesordnung folgen dann die kommunistischen Anträge auf Freilassung der inhaftierten fünf kommunistischen Reichstags- abgeordneten. Abg. Fehrenbach (Ztr.) beantragt, den Antrag sofort ohne Debatte dem Geschäftsordnung s a u s schn h zu überweisen. Abg. Ko en en (Komm.) verlangt dagegen, daß den Kommunisten die Möglichkeit zu einer Begründung der Anträge gegeben wird. Abg. Dittmann (Soz.): Wenn es den Kommunisten wirklich auf die Freilassung der Gefangenen ankäme, nrüßten sie heute auf weiteres Reden verzichten. Aber sie wollen offenbar diese Gefangenen noch länger als Agi- tationsmaterial benutzen. (Abg. Flovin lKonnn.) ruft: Du Schurke! Der Abgeordnete wird deswegen zur Ordnung gerufen.) Ohne Widerspruch werden die Anträge dem Ausschuß überwiesen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Abg. Müller- Franken (Soz.): Wrr bedauern. dah es noch nicht gelungen ist, eine Regierung zusammenzubringen. Daher möchte ich den Herrn Präsidenten bitten, dafür ernHutreten, dah der Auswärtige Ausschuß noch heute gebildet wird. Abg. Graf Westarp (deutschnatl.) stimmt den Vorschlägen des Vorredners zu. Selber sei anzunehmen, daß bis zum 10. Januar, genauer gesagt, an dem vertragsmäßigen Tage, an dem die Kölner Zone geräumt werden mühte, eine verhandlungssähige Regierung noch nicht vorhanden sei. Die jetzige Geschäftsregierung dürfe nicht durch ihre Maßnahmen einer künftigen Regierung vorgreisen. Sie dürfe auch nicht etwa über den 10. Januar hinausgehend. bei den Handelsvertragsverhand'unaen dahingehende P ooisorren absch.ichm. Die Dwtschnatlo» nalen müssen dagegen Einspruch erheben, dah die jetzig: Regierung etwa auf dem Derordnungs- toege mit dem Artikel 48 der Verfassung der ihr entgeg^nstehenden Schwterigkeiten Herr zu werden versucht. Abg. Dr. Stresemann (D. Dp.) widerspricht der Meinung des Abg. Grasen Westarp, daß die in Demission befindliche Regierung nicht Maßnahmen treffen dürfte, die die künftige Regierung bin ben. Die sofortige Beantwortung der Rote der Alliierten durch Die Kommunale Fiirsorgepfl cht. Darmstadt, 7. Jan. (Eigener Bericht.) Die deutschnationalen AvgeorDne'cn Kindt und D. Dr. Diehl haben im Land:ag folgenden Antrag eingebracht: Der Landtag ersucht die hessische Regierung, auf dem Dienn- aufstchiswege darauf hinzuwirken, daß die Stadl Darmstadt und die übrigen hessischen F ü r - f o r giet» e r b än b c gemäß den am 1. Januar 1925 in Kraft gesetzten Reichsgrundsätzen ihrer Fürsvrgepflicht gegenüber den Kleinrentnern. Sozialrentnern. Kriegsbeschädigten bzw. Kriegshinterbliebenen voll nachkommen. Der Wortlaut der deutschen Antwortnote. De'ch!eunig:e Berbandlungen gesord rt. — Der Ernst der Lage. Haltlosigkeit der feindlichen Anschuldigungen. Berlin, 7. Ian. (TU.) Die deutsche Antwort auf die Rote der Alliierten zur RaumungS- und Entwaffnungsfrage hat folgenden Wortlaut: • Herr Botsch.-flcr! Im Ramen der durtschen Regierung, beef) :e ich mich, I men auf die» dem Herrn Reichskanzler am 5. xLanuar übergebene Rote über d e F.age der Räumung drr nördlichen R h er n l a n d z o n e folgendes ergcbciift mitzuterlen: Die Rote bestätigt die Besü chtung, welche die deutsche Regierung schon nach den ihr in letzter Zeit zugegangenen Rachrtchten hegen mußte. Trotz der von ihr infolgedessen erhobenen Vorsiellungen haben die alliierten Regierungen sich entschloßen, die nördliche Rheinlandzone am 10. Januar nicht zu räumen. Die deutsche Regierung si^ht sich dadurch vor die Tatsache gestellt, dah die alliierten Regierungen den Termin, der nach dem System des Ve'Iätllec Vertrages die erste Etappe seiner Durchsührung abschließen und für Deutschland auf verschiedenen Gebieten eine Erleichterung seiner Bestimmungen bringen sollte, in Ansehung der Wichtigkeit dieser Erleichterungen. Der Befreiung eineß großen Teiles besetzten Gebietes, nicht innehalten wollen. Wenn die alitierten Regierungen die Besetzung jetzt noch über die vertragsmäßige Dauer hinaus verlängern wollen, so können sie sich über die Bedeutung dieses Schrittes und den Ernst der dadurch geschaffenen Lage nicht im Zweifel l ut. Sie haben Damit dem Empfinden des deutschen Volkes einen harten Schlag versetzt und seine Hoffnung, jetzt endlich an die Konsolidierung seiner Verhältnisse und an die geruhige Zusammenarbeit mit den anderen Völkern Herangehen zu können, schwer erschüttert. Die alliierten Regierungen berufen sich zur Begründung ihres Vorgehens auf deutsche Verfehlungen in Der Entwaffnungsfrage. Sie beschränken sich einstweilig Darauf, Diefe Verfehlungen allgemein anzudeuten. Rach Ansicht Der deutschen Regierung hätte es der Tragweite der Angelegenheit entsprochen, wenn die Mitteilung der Tatsachen, auf welche die alliierten Regierungen ihren Beschluß stützen, nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden träte. Eine alsbaldige Mitteilung dieser Tatsachen durfte umsomehr erwartet werden, als die Beurteilung des Sachverhaltes selbstverständlich nicht etwa von dem einseitigen und beliebigen Ermessen Der alliierten Regierungen abhängt. Durch ihr Verfahren haben die alliierten Regierungen der deutschen Regierung Die Möglichkeit genommen, zu den Vorwürfen schon jetzt im einzelnen Stellung zu nehmen. Sie muß daher verlangen, dah die angekündigte weitere Mitteilung auf6 äußerste beschleunigt wird. Die wird alsdann nicht zögern, über die von Den alliierten Regierungen beanstandeten Punkte Aufklärung zu geben. Ebenso ist sie bereit, in solchen Fragen, in denen noch grundsätzlich Meinungsverschiedenheiten zwischen den deutschen Behörden und den alliierten Kontrollorganen bestehen, das ihre zu tun, um alsbald zu dem notwendigen praktischen Ergebnis zu kommen. Schon jetzt muh die deutsche Regierung «bet seststellen, daß Der Versuch, die Verzögerung der Räumung der nördlichen Zone mit Dem Stande der Rutschen Abrüstung zu begründen, von vornherein als verfehlt anzusehen ist. Es ist richtig, daß Art. 429 des Versailler Vertrages die Räumung des besetzten Gebietes zu Dem Dort vorgesehenen Termin von der treulichen Erfüllung der deutschen Vertrags- Verpflichtungen abhängig macht. Bei objektiver Auslegung des Artikels könnte aber von den alliierten Regierungen das Recht zu einer Hinausschiebung der Räumung nur dann in Anspruch genommen werden, wenn deutsche Versehlungen vorlagen, deren Bedeutung der außerordentlichen Schärfe einer Verlängerung Der Besetzung entspricht. Don Der Er f üllung dieser Voraussetzungen kann in DorlteflcnDcm Falle unter keinen Umständen die Rede sein. Deutschland ist auf Grund Der Vertragsbestimmungen in einem Maße entwafs» net, daß es in Der europäischen Politik einen militärischen Faktor überhaupt nicht mehr barstellt. . Angesichts dieser unzweifelhaften Tatsach: fcnm aus Einzelheiten in Der Entwaffiungsfrage unmöglich die Befugnis zu einer Vergeltungsmaßnahme gegen D u.sl.land her e» leitet werden, wie sie von Den alliierten Regierungen jetzt angekündigt ist. Die deutsche Regierung legt daher gegen das Vorgehen Der alliierten Regierungen entschiedenste Verwahrung ein. Deutsck>- land hat durch die gewaltigen Leistungen, Die es auf Grund des Versailler Vertrages, insbesondere auf Grund der Entwaffnungsbestimmun- gen, vollbracht hat, seinerseits Die Voraussetzung für eine Politik friedlicher Verständigung geschaffen. Die Entwicklung Der Dinge im vergangenen Jahr, namentlich Der Verlauf und das Ergebnis Der Londoner Verhandlungen, hat gezeigt, daß eine solche Politik durchaus im Bereich Der realen Möglichkeit liegt. Rur wenn Die alliierten Reaierungen sich bei Der weiteren Behandlung sowohl Der Raumungs- frage als auch der Entwaffnurrgsfrage von den gemeinsamen Interessen Der europäischen Länder an Der Fortführung jener Politik leiten lassen, ist es möglich, zu Der unbedingt gebotenen schnellen Regelung des durch das Vorgehen Der alliierten Regierungen geschaffenen Konflikten zu gelangen. Kein Ende der Negierungskrisis. Ein „Bcamtenkabinett" Marx. Die Regierungskrise im Reiche hat auch gestern keine Lösung gefunden. In den Abendstunden begab sich der Reichskanzler Marr zum Reichspräsidenten, um ihm über die durch die volkS- parteilich« Entscheidung, wonach die Partei ein, wenn auch verschleiertes, KabinettderMittenichtunter stützen werde, geschasfene Lage Bericht zu erstatten. Im Lauf« des gestrigen Tages wurde im Reichstag solgende Möglichkeit zur Lösung der Krise erörtert: Ein Kabinett mit Reichskanzler Marx an Der Spitze, das sich parlamentarisch nur auf Zentrum und Demokraten stützt und in dem die durch das Ausscheiden der volkS- parteilichen Minister, also auch Dr. Stresemanns, frei gewordenen Ministerien und auch die bisher unbesetzt gewesenen Ministerien durch die zustä>rdigen Staatssekretäre besetzt werden sollen. Hebet die Stellungnahme der einzelnen Parteien zu einem derartigen Kabinett ist aus den Blattern folgendes zu entnehmen: Der „Derl. Lokalanzeiger" erklärt, daß sich außer Den Rationalsozialistrn und den Kommunisten die Deutschnationalen in der Opposition befinden würden, lieber Die Haltung Der Deutschen Dolkspartei teilt die „3eit“ mit, dah die Partei sich ihre Stellungnahme Vorbehalte und abwarten werde, wie die endgültige Zusammensetzung des Kabinetts sein werde. Bei einer wirtlich neutralen Zusammensetzung könnte auch Die Haltung Der Partei neutral sein. Aus den Ausführungen des „DorwärtS" ist -u entnehmen, daß die Sozialdemokratische Partei voraussichtlich einem solchen Kabinett gegenüber eine wohlwollende Reutralität üben werde Das Blatt betont, daß eine Regierung Marx im Reiche nur gestürzt werden könne, wenn die Rechte und Die Kommunisten sich zu diesem Werk bis zum letzten Mann zusammenschließen würden. Mehrere Blätter wollen wissen, daß das Innenministerium in Dem oben angedeuteten Kabinett Marx durch den Führer der Demokraten, Koch, beseht werden soll. — In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß Dr. Marx noch einmal Den Auftrag zur Bildung einesBeamtenkabinetts erhalten werde. Anderseits wird auch davon gesprochrn, daß der Führer der Dahrischen Dollspartei, Abg. Leicht, mit der Kabinettsbildung beauftragt wird. Eine amtliche Bestätigung dieser Gerüchte ist bis zur Stunde nicht zu erhalten. 1 Vor dem Zollkrieg mit Frankreich hob sich Churchill täten weitergeführt werden sollen. und Tagte er stimme den Ausführungen des französischen Finanzirrmisters vollauf zu. Man darf nicht außer Acht lassen, daß wir hier als Freunde und Kameraden zusammengebommen. sind und daß die Aufrechterhaltung dieser Kameradschaft mehr Bedeutung hat, als die, ohne Zweifel wichtige, aber immerhin untergeordneten und begrenzten Resultate, die wir hier erzielen fönnen. Hierauf sprachen noch Kellock (Amerika), Stefani (Italien) und Theurris (Belgien). Die Konferenz schritt dann zur Bildung von Unterausschüssen und vertagte sich. Clernentol und Churchill hatten eine kurze Besprechung, über das interalliierten Schuldens)rvblem. gang der Konferenz und einer Lösung der ver- Lschiedenen Probleme zu rechnen. Darauf er= Wilhelmshaven, 7. 3nn. (Wolff.) Auf der hiesigen Marinewerft ist heute der Kreuzer „Emden", der erste Reubau der Rachkriegszeit, glücklich vom Stapel gelaufen. Das mit Tannengrün und Flaggenschmuck gezierte Schiff lag zum Stapellauf auf der Helling, von der der letzte große Kreuzer der Kaiserlichen Marine, der „Hindenburg", vom Stapel gelaufen war. Dor dem Bug des Schiffes waren die Tribunen für die Ehrengäste errichtet. .Hm 4.40 llf>r traf der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, auf dem Festplatz ein und schritt die Front der Ehrenkompagnie und der Ehrenabordnungen unter den Klängen des Präsentiermarsches ab. Auch Frau von Müllet, die Gattin des Kommandanten der alten ^.Emden" und Kapitänleutnant a. D. von Mucke, waren erschienen. Rach dem Abschreiten der Front führte Admiral von Zenker Frau von Müller auf die Tribüne, wo er die Taufrede Der Stopdlauf der Emden. Das erste Schiff der Nachkriegszeit. — Der 100. Bau der Wilhelms- Hafener Werft. — Riesige Beteiligung. - Das Telegramm des Reichspräsidenten. helmshaven ein, sondern auch aus den Städten und Dörhrrn der Umgebung war eine große Menschenmenge herbeigeströmt, insbesondere auch die S ch u l e n. So waren die auf dem Gelände der Marinewerft errichteten Tribünen und alle freien Plätze mit einer dichten Menschenmenge gefüllt. Die Arbeiterschaft selbst hatte zum Teil die Dächer der Werftgebäude be« setzt. Rach dein Stapellauf wurde in der Werfthalle ein kleiner Imbiß eingenommen, wobei tne eingetroffenen Glückwunschtelegramme verlesen wurden. Zuerst das des Reichs» Präsidenten, das folgenden Wortlaut hatte: „Zum Stapellauf des Kreuzer« „Emden- fenbe ich herzlichste Glückwünsche und Grütze. Möge der Geist opfermutiger Vaterlandsliebe und seemännischer Tüchtigkeit, der die alte „Emden" beseelte, auch aus diesem Schiffe fori- leben. Möge dem jüngsten Glied unserer aufstrebenden Reichsmarine allzeit eine glückliche Fahrt beschieben fein.“ Auch Prinz Heinrich von Preußen sandte ein Telegramm. Der Oberbürgermeister von Emden, Dr. Mühelburg, benutzte die überaus kurz bemessene Zeit, um namens der Stadt Emden für die ihr durch die Ra» mensgebung des neuen Kreuzers bereitete Ehrung zu danken und der Beziehungen zu gedenken, die die Stadt Emden mit dem ersten Schiffe dieses Ramens verknüpften. Für die Werft war der Stapellauf infofern em besonderer Ehrentag, als es der erste Reubau für die deutsche Rachkriegsmarine und zugleich der hundertste Schiffsbau für die Wilhelmshavener Werft ist. Unter den von auswärts eingetroffenen Gästen war auch die Presse Süddeutschlands stark vertreten. Neue Lage in Italien. Mussolini von der Krone gedeckt? Rom, 8. Jan. (TU.) Mussolini hat sich die zweite Ueberraschung geleistet. Die erste war die gänzlich unerwartete Ankündigung der Wahlrechtsvorlagc. Gestern hat er nun im Ministerrat erklärt, die Kammer werde sofort nach Annahme der Wahlrechtsvorlage aufgelöst werden und es würden Reuwahlen ausgeschrieben. Zwischen der Kammerauflösung und den Reuwahlen müssen 45 Tage liegen. Da mit der Annahme der Wahlrechtsvorlage innerhalb dieses Monats gerechnet ist, tonnten die Reu- wahlen schon Ende April oder Anfang M a t siattsiadeii. Mussolini hätte diese Erklärung nicht abgeben können, wenn er nicht vorher der Zustimmung der Krone sicher gewesen wäre, deren Vorrecht die Bestimmung über eine Auflösung der Kammer ist. Somit wurde Mussolini noch von der Krone gedeckt bleiben und die sogenannte nwralische Frage zurückgestellt sein, die in den Prozeß Matteotii ausläuft und von Frankreich fordert die Möglichkeit, sämtliche deutsche Erzeugnisse durch einen techniAsn Beamten" nachprüfen zu lassen. Diese Forderung kommt einer weitgehenden Wirtschaftsspionage gleich. Das Recht der Riederlassung von Gesellschaften ist außerordentlich kompliziert geregelt. Der uns im Text des Proviforrurns thevre- tisch gewährte Schutz des deutschen Eigentums wird dadurch sosort hinfällig, daß sich Frankreich in einem weiteren Artikel des Provisoriums alle Rechte aus dem Versailler Der- t r a g vorbehält. Somit behält § 18 der Anlage zu Teil 8 des Versailler Vertrages auch nach Abschluß des Provisoriums seine Wirkung und Frankreich würde die Wglichkeit haben, sich jeder Zeit m den Besitz deutschen Privateigentums zu setzen. Dabei ist anzuführen, daß England, Belgien, Italien, und eine ganze Reihe andere Länder darauf verzichtet haben, sich diesen § 18 des Bersailler Übertrages nutzbar zu machen. WaS den Handlungsreisenden anderer Staaten von Frankreich zugeslchert ist, die Einreise und Ausent- haltsmöglichkeit ist uns versagt und nach dem Inhalt des Protokolls ist die Einreise deutscher Handlungsreisender usw. von einem P a ß w e s e n abhängig. Der gesamte Tert des Provisorium« kommt somit der Herausforderung zu einem Zollkrieg gleich. Trendelenburg in Berlin Berlin, 8. Ian. (TU.) Der Führer der deutschen Wirtschaftsabordnung in Paris, T r en- delenburg, ist gestern abend in Begleitung verschiedener Sachverständiger hier eingetrvffen. Aus Kreisen, die über die Vorgänge der Pariser Wirtschaftsverhandlungen gut unterrichtet sind, erfährt die Telunion folgendes: Der Versuch der Pariser Presse, die politische Spannung infolge der Entwaffnungsnote mit der augenblicklichen Schwierigkeit in den Wirtschaftsverhandlungen in Verbindung zu bringen, ist nichts als ein Manöver. Die Delegatton hat, wie allen den zahlreichen in diesen Tagen nach Paris berufenen Sachverständigen genau bekannt ist, auf das strengste die Erörterung politischer Momente abgelehnt und sich auf diejenigen der rein wirtschaftlichen Fragen beschränkt. Es ist ferner gänzlich unrichtig, daß von der deutschen Delegation den Franzosen ein Provisor t u m an- geboten worden ist. Man hat im Gegenteil seitens der Delegation nie einen Zweifel darüber gelassen, daß uns an einem, möglichst schnellen endgültigen Abkommen aber nicht an einem Provisorium gelegen sei. Die von der französischen 'Regierung ausgearbeiteten Vorschläge für ein Provisorium sind von der deutschen Wirtschaft einhellig abgelehnt worden. Es muh immer wieder betont werden, daß Frankreich durch seine mitten in den Verhandlungen auf den Tisch geworfenen, gerade für die uns interessierende Ausfuhr direkt prohibitiven neuen Minimalzölle die Verhandlungen in dieses kritische Stadium gebracht hat. Diese SÄe ließen selbst dem wärmsten Vertreter des Vertragsgcdankens Zweifel darüber aufkvmmen, ob die Aufrechterhaltung des Entwurfs irgendein Interesse für Deutschland nach Herbeiführung des Vertragszustandes noch besteht bei dem für uns nichts, für Frankreich aber alles zu gewinnen ist. Die Pariser FinanMlnlsterkonferenz. Die Eröffnungssitzung. Paris, 8. Ian. (T. 11) Die interalliierte Finanzministerkonferenz wurde durch eine Rede des Finanzministers Clementel eröffnet Unter Hinweis auf das Dawesgutachten bemerkte er, bah Deutschland über seine Verpflichtungen jetzt im Bilde sei. Man müsse zugeben, daß es diese bis zur Stunde getreulich S'cfüsllt habe, dagegen bestehe eine gewisse Unklarheit über die Verteilung der deutschen Zahlungen unter den Gläubigerstaaten. Dank dem Gefühl der Solidarität, dos die alliierten Vertreter beseele, werde man die Debatte in einer Atmosphäre der Großzügigkeit ! führen. Es sei daher mit einem günstigen Aushielt. »Wir stehen heute vor einem bedeutungsvollen Ereignis: Der erste Reubau der Reichsmarine soll seinem Elemente übergeben toerben. Roch nie wohl haben sich der Erbauung eines deutschen Kriegsschiffes so große Schwierigkeiten entgegengetürmt, wie diesem Schiff. Am 8. Dezember 1921 ist die erste Kielplatte gestreckt worden, heute erst, nach 3 Jahren, kann das Schiss die Helling verlassen. Die ganze große deutsche Rot dieser Jahre spiegelt sich in diesem Dau wider: die Erregungen, Irrungen und Wirrungen nach dem Umsturz, der Ruhreinbruch, die Katastrophe der Geldentwertung. Und dennoch ist das Werk gelungen und steht heute vor uns: ein Zeugnis neuesten technischen Ersinnens und Könnens und altbewährter, vortrefflicher Handfertigkeit Dank und Anerkennung sei daher allen ausgesprochen, die in unermüdlichem Fleiß Kops und Hand in den Dienst dieses Werkes stellten. Von besonderem Klange und die Gegenwart überzeugender Bedeutung ist für uns der Rame »Emden" durch den Kreuzer geworden, der zuerst diesen Ramen getragen hat. So oft Kunde zu uns drang von den Laten der „Emden" da draußen im Indischen Ozean, haben die Herzen höher geschlagen voll Stolz ob der Kühnheit dieses Kreuzers, dem auch die Gegner ihre Ächtung nicht versagten. Uno nun gleite in dein Clement. Sei allzeit ein glückhaft Schiff, fest in Sturm und Wetter, sieghaft In Kampf und Gefahr. Jederzeit und allerorten aber, mag dein Weg auch durch Rot und Tod führen, mögen dich zwei Sterne leiten: des Vaterlandes Wohl und Deiner Flagge Ehre!" Sodann vollzog Arart von Mütter die Taufe mit dcn Worten „Ich taufe Dich Emdenl" Schiff lief kurz nach 11 11.hr glücklich zu Wasser. Zum Stapellauf sand sich nicht nur ganz Wll- Die Prüfung des von der französischen Han- Delsdelegatton unterbreiteten vorläufigen Vertragsentwurfes, der inzwischen in Berlin ein» Svoffen ist, hat auch an amtlicher Stelle jede ffnung zerstört, daß es gelingen werde, die rhandlungcn mit Frankreich zu einem einigermaßen befriedigenden Abschluß zu bringen. ‘6taat6fe£cetär Trendelenburg wird dem Reichstobinett heute über den gegenwärtigen Stand der Pariser Verhandlungen Bericht erstatten, das Kabinett wird dann darüber Be- fchluh fassen, ob es unter den gegebenen Umständen angebracht erscheint, die deutsche Delegation Xn Paris zu belassen. Ratürlich hat Der Meinungsaustausch zwischen Den Sachverständigen (feinen Fortgang genommen, auf deutscher Seite ist auch alles vermieden worden, was den Franzosen Anlaß geben könnte, von einem „schlechten W i l l e n." . bei uns zu sprechen, mit dem sie bekanntlich immer sehr rasch bei der Hand sind. Was aber jetzt von den Franzosen als vor- (läufige Regelung vorgeschlagen ist, ist für Deutschland, das mit dem 10. Januar seine Handlungs- ifreiheit wieder erhält, einfach unannehmbar, jauch wenn man in Betracht ziehen würde, daß 'die Reichsregierung unter Umständen bereit wäre, (Frankreich entgegenzukommen. Die Pariser Regierung verlangt nicht nur die Beibehaltung deS bisherigen Zustandes, wie er aus Dem Versailler Vertrage hergeleitet wurde, sie behäll sich sogar hinsichtlich der Höhe der Zölle völlig freie Hand vor, verlangt jedoch von Deutschland sofortige Bindung und will dann noch das Provisorium bis zum 10. Januar in Kraft gesetzt wissen, obwohl es zahlreiche Bestimmungen enthalt, die die Reichsregierung nicht eher akzeptieren kann, als bis der Reichstag sie angenommen hat. Die Situation ist Lurch das Verhalten der (Pariser Regierung, die auch durch die plötzliche Einführung unerhört hoher Schutzzölle alle bisherigen Verhandlungsergednisso sabotierte, so verschärft worden, daß, falls man l» Paris nicht im letzten Augenblick zur Einsicht kommen sollte, nach dem 10. Januar ein vertragsloser Zustand eintritt, Der sich durch Len von Frankreich vom Zaun gebrochenen Zollkrieg besonders auszeichnen wird. Da aber die schon erzielte Verständigung über dcn Warea- uab Zollverkehr für ein kurzes Zwischen- !ft abt um genügen würde, hätte sich die Zu- 'spitzung des dentsch-französifchen Verhältnisses leicht vermeiden lassen, wenn man in Paris von vornherein den aufrichtigen Wunsch gehabt hätte, mit Deutschland ein gut nachbarliches Verhältnis auf der Grundlage der gegenseitigen Meistbegünstigung herzustellen. Das Provisorium. ; Der der deutschen Regierung von Der französischen Regierung überreichte Entwurf eines Dreimonatlichen Provisoriums sichert den Franzosen die Möglichkeit der Verlängerung über drei Monate hinaus. Das Recht der zollfreien Einfuhr in das Saar- gebiet fällt fort. Die Franzosen verlangen die fristlose Verlängerung der elsah- lvt h'r ingischen Kontingente in voller Höhe. Das Recht dec Meistbegünstigung; wird nicht hergestellt. Außerdem verlangen sie Bindung unserer Zollsätze. Durch das Provisorium würde das Saargebiet völlig seinem Schicksal überlassen. Diesen maßlosen Forderuw- gen steht als Gegen lei st u n g von französischer Geite gegenüber, daß sie uns ihren Minimaltarif für eine gewisse Anzahl von Waren cknbieten. Welche das sind, geben sie nicht bekannt. Für eine zweite Liste von Waren werden uns sogenannte Zwischentarise angeboten, die zwischen dem Minimaltarif und dem Generaltarif liegen. Heber diese Liste lassen sie uns jedoch im Dunkeln, um uns zu einer gründ- sählüchen Stellungnahme zu bringen. Don Bedeutung Ist, daß sich Frankreich nicht verpflichtet, diese Sätze überhaupt rinzuhalten. Sie gelten für Die jeweiligen Sähe des französischen Zolltarifes, d. h. Frankreich kann sowohl fernen Minimaltarif tote auch Die Zwischensätze jederzeit erhöhen. Umgekehrt verlangt man von uns nicht nur die volle Meistbegünstigung, sondern auch die Bindung der Zollsätze und Aushebung Der Einfuhrverbote nach dem Ruhrgebiet. Preußen. Das Zentrum für Braun. ----- Das Rumpfkabinett vor dem Landtag. Berlin, 8. Ian. (TA.) Die Zentrum«- sraktton des preußischen Landtags nahm folgend« Entschließung an: Die Fraktion hall die Der- fassungsiechtliche Auslegung des Art. 45 der Preußischen Verfassung durch die Deutsche Dollspartei, wonach Die Reuwäh -l des Landtages Die Demissionierung d eS Kabi- nettes zu r Folge haben müsse, für unrichtig. Sie schließt sich Der Auffassung, ihrer Kabinettsmitglieder vollinhaltlich an. Die Deiliner Presse hält es nun für feststehend, daß das Kabinett Draun ohne Die beiden volksparteilichen Minister vor den Landtag treten wird. Die Germania bemerlL dazu, die nächste Zell werde lehren, daß es auch ohne Volkspartei in Preußen gehen werde. Der Vorwärts teilt mit. daß die Geschäfte des preußischen Finanz- und des Unterrichtsministeriums von Den S taatssekre- täten weitergeführt werden sollen. Neue Papyrusftmde. Von Professor Dr. C. Fries. Der Krieg hatte die deutsch-englischen De- tjiehungen auch auf dem Gebiet brr Aus^ra- bungdtütigEeit unterbrochen, und die b.iben bekannten Archäologen Er nsell und Mu ll, die früher immer deutsche G.lehrte zur Aisdeutung ihrer Oxycrhy ch.r-s-Pa y i Heia ge o en, ve.- ließen sich jetzt auf sich selbst. Run sind diese Fäden wieder nngefnüpit und Die alle Arbeit kann mit neuer Kraft einfthm. In seien Papyri haben sich im letzten Jahr? toUfcer wichtige Lite- raturtexte g f-unben, die Obecstud.enrai Karl Fa W. S cy m i d t in den „Göttinaer G -lehrt- n^An- zeigen" mit eignen Lextvecbefsecunzsn miUellt. An theologischen Fragment.n gibt es ein Papyrusblcllt aus der Apologie des Aristides, etwas vom Hirten des H nnaS, Reste einer Pre'llgt aus der Zeit der Völk rwon. erung. Aach Von S^dom, Kain und Dal am ist die Rede, der Text ist unklar. Dann gibt es einen christlichen Hymnus mit Roten. Bedeutender sind die klassischen Texte. Ein Pa/yrus auü Dem >-r tien Oaurijirnb rt nach Christus bringt sehr beschädigte Fragmente von Sappho, in denen sie ihres eigenen Ruhmes gedenkt. Er strahlt, soweit die Sonne leuchtet, und wirb auch im Hobes nicht vergessen. Andere äolische Lieder dürften von Mcäus herstammen, so Die Sch'lderung eine« vom Sturm gepeitsch-.en Schiffes. Sin dorisches Fragment wird dem Ibykos zugeschrieben: es enthält das Lob der Helden, die nach Troja geigen sind. Einander Papyrus- fetzen enthält etwas aus einem Päan. Pincars, Der die delphische Tempellegende behandelt. Don KallimachoS ist ein SiegeSlied für S sibios er-. hallen, einen Offizier des König PtolemäuS Phi- labelphus, der einen Sportpreis erhalten hat. Ein alexandrinisch es G richt ist verstümmelt erhalten, und auch D;r Dich.er ist nicht festzustellen. Ich gebe den Text dcs Bruche stückes in eigener liebeefdjung hier: »Räher zu ihm hin trat ftc und sprach: Kind. Kind, cs geziemt nicht Kalt an dem Kleinen vorüberzugehen; er bettelt um Brot nur, Weiß er das Händchen auch nicht zur Ditte zu heben, die Stimme Richt zu schicken und nicht des Mitleids Gabe zu heischen. Ja, dies ist mein einziges Kind, tot ist der Erzeuger, Lieh mit dieses zurück und eilte von hinnen. Ich Arme Blieb einsam und im Jammer zurück, und die Hoffnungen brachen Ferneren Lebensgewinns, hohl steht mit das Haus und verödet. Wettetwendifche Lose des Glücks Den sterblichen Menschen! Wie die Regel der Würfel im Spiel, so jene des Glückes. Heute Den einen erheben dir Würfel mit win- fenbem Glücksstand. Heben ihn hoch in die Fülle der Lust, und morgen den andern. Reich wird heute der Bettler und morgen ein Bettler dec R.iche. Also schleudert doS Glück die beweglichen Flügel im Kreise. ■Heber den Menschen, bevorzugt diesen, verspottet den andern. Ich war mir fefber einmal die Spenderin labenden Tranks und Reicher Speise für viele, ja Wie du mich siehst hier in Lumpen. Acker war mein und gesegnete Mur und prangende Gärten, Schafe besaß ich in Herden, — Das alles entriß mir das Elend And die erbärmliche 2ll>t. Run irr' ich verlassen und bettle Durch die bevölkerte und Keiner geleitet die A -me.“ Die ergreifende Klage der unglücklichen Mutter mit dem Kind aus Dem Arm vor Dem reichen Jüngling dürfte aus sozialen Gedankengängen jener Zeit erwachsen sein. ES fehlt jede Möglich- kell, es literarisch zu lokalisieren. Sin anderer PapyruS bringt ein botanisches Lehrgedicht. Zuerst ist von Cyklamen die Rede, einer ägyptischen Verwandten unseres Alpenveilchens. >»3a, wohl merkt sie den Rll, wenn er annaht, wann er verschwindet", und dann zieht sie kräftig Wasser mit der großen knolligen Wurzel ein. Oder von der Dattelpalme ist die Rede: „Hoch steigt dann die Schwelle des Rils, hoch breiten sich ringsum Korn und Früchte zu Häuf, der Strom schafft lachenden Wohlnanö, Heber das ganze Land find reifende Früchte gebreitet." Wie die Palmen Dann auf Deichen zur Befestigung nach altem Herrenbrauch angepflanzt werden und vor Flut und Hungersnot schützen, lehrt DaS Folgende. Von einem Baum „Persia" oder „Persea" ist dann Die R2de, der seine Früchte au5 dem Stamm hecaustreibt. In anmutigen, rhytrni.ch vollendeten Versen wird der Stoff wirklich poetisch behandelt, wie es jener zierlichen alexandrinischen Kunst eigen war und wie es auch die plastischen und kunstgewerblichen Reste so köstlich zeigen. Hnter den Prosatexten findet sich ein anonymes Werk über Alexander den Großen fragmentarisch, ebenso eine Rede zur Verteidigung des wegen Hnterschleife angeklagten Redners Demosthenes. Eine Reihe von bunt durcheinander gesetzten biographischen Anekdoten über berühmte Männer und Frauen wirkt wie eine Schülerarbell, wie Schmidt meint. Es ist noch mancherlei erhalten, Glossare, dann auch viele Teile aus erhaltenen Klassikern, zum Teil in antiker Kurzschrift, tote sie bei den Römern bekannt- lich CiceroS Sklave Tiro erfunden hat, und Dialogstellen auS verlorenen Dramen. Der nächste Band foll byzantinische Urkunden bringen, Die vielleicht geschichtliche Nachrichten von Wert enthalten. Diese Papyrusbändc gehören immer zu den wichtigsten Publikationen Der ganzen Altertumswissenschaft, und es ist unerfindlich, warum das große Publikum über diese Dinge fast nie unterrichtet wird. Hier fami.man ja gerade Die Vorzeit unmittelbar an der Quelle studieren. Wir sehen direkt in bas Leben und Treiben vergangener Jahrtausende hinein, als wäre es durch ein plötzliches Raturereignis unterbrochen worden. Aus dem Frankfurter Theaterlebsn. Las alte Jahr beschloß das Operetten- Theater mit dem Mafsary - Gastspiel in der Strauhfchen Operette „Die Perlen Der Kleopatr a", Oskar Strauß erschien selbst am Dirigenlenpult, Das ganze aus verkaufte Haus wap in denkbar gehobenster Stimmung. Diesmal ist nicht nur die Bühne, sondern auch das Publikum ein ausgezeichneter Rahmen, in welchem Die für die Operette transponierte Aegypter- Königin äußerst ausgiebig liebt. Drei Liebesabenteuer lassen die Librekttsten Grünwald und Brammer ihre Kleopatra bestehen. Rummec eins Sllvius, Der sich jedoch später nach einem bürgerlichen Glöckchen mit einem kleinen Mädel sehnt, zweitens Prinz DeladoniS, ein schneidiger Junge, und zuletzt — jetzt toiib die Sache geschichtlich — Marc Antonius, dec fesche Toni, Jeder Der Drei bekommt Den historisch berühmten „Perlentranl" kreDenzt, Das Ganze hat einen stark parodistischen Einschlag und flotte Mtlieuzeichnung und vor allen Dingen Humor, Oskar Strauß übersetzte mit klangvollem Geschmack dos Textbuch in das Reich bet Tone, ct umspinnt die Handlung mit einem Retz musikalischer Gedanken und Einfälle. Die Aufführung unter der Leitung Dr. Reinhard Bruck war in ihrer Gesamtheit ausgezeichnet, trotzdem war Fritzi M a s s a c y der Geist, der über den Wassern schwebte. Diese Frau würde selbst die echte Kleopatta an die Wand drücken. Eine prächtige Type in Spiel und Maske schuf Reul als Minister Pampylos. Parodistisch vorzüglich Direktor Dewalds Marc Anton. Richt enDen- wolle.rder Beifall rief Massary, Oskar Strauß und unsere hiesigen Künstler vor die Rampe. L. W. Der König von Spanien ist leicht für Das atlantische Kriegsgeschwader der d'e Visum 7.05, abends 4.00. ■iM Modehaus alomon Gießen, Schulstraße 283a Mebrrrc vrcisrveli äuberst 281D ab,;uqeben Steinstrahe ZB. ■ für Personen- und Lastwagen für etftan tt. Die diplomatischen Empfange Ende der Woche muhten abgesagt werden. Schriftliche Angebote nebst Zeugnissen unt 210V an den Giehener Anzeiger erbeten. beten Klärung nicht nur die Avantwpposition, sondern auch btc Giolitti-Salandra-Opposition die Reuwahlen abhängig macht. Hiernach würde man ,eyt in Italien vor einer völlig neuen Lage stehen. Zuverlässiger Chauffeur den. Auch Iugo EinriSlöDoen sowie eiuzclne Schränke Erste IciftunflSfäbige weit« fältsche Ttelubägecdrenne rei und Ltkörsa rik sucht rächt aut einnef. fßetiteiet b. hob. Droo. für '»testen u. Umg. Cff.u. tB.8250 an Ann.. 6id. Amte. Kranksurt a. M. 277c Schtllerstr. 2. Hochschulnachrichten. Don der LanbeSunidersität. 211. Der ordentliche Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie an unserer Landes- Universität. Dr. Siegfried Becher, hat einen Ruf an die Universität Tübingen erhalten. tuch etncn Knebel gemacht, den sie zweifellos, wenn erforderlich, verwenden wollten. Sachdienliche Mitteilungen zur Aufklärung deS Vorfalls nimmt die Kriminalpolizei entgegen. fpd. Die höch.ste Ianuartempera» tur seit 80 Jahren. 3m Meteorologischen Institut in Frankfun a. M. wurden am Samstag abend 9 Uhr 13.4 Grad über Rull gemessen. Das ist die höchste seit 1834 im Januar gemessene Temperatur. Vor einem 3ahr, am v. Januar 1924, zeigte das Thermometer 14,6 Grad unter Rull. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviebrnarkt: Ochsen 1. Färsen und Kühe 4, Kälber 1072. Schafe 596, Schweine 336. Bornotizen. - Togeslalender für Donnerstag. Stadttheater. „Gyges und sein Ring". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Die zehn Gebote". — Astoria-Lichtspiele: „Boulevardblut". ” Der Evangelische Landetkcr- ch e n t a g wird am 28. Januar in Darmstadt Su einer mehrtägigen Beratung zusammentreten. Die Voroerhandlungen beginnen am Montag. 26. Januar. '* Die Racheichung der Maße und Gewichte, aus die wir am Montag schon aufmerksam machten, findet im Monat Januar wie folgt statt: Dom 12. bis 17. Januar Bezirk !: Kreuzplah. Seltersweg. Maigasse. Plockst raste, Teufelslustgärtchen. Io- hannisstrahe und Diezstratze. Vom 19. biS 24. Januar Bezirk II: Marktplatz. Mäusburg. Linden Platz, Ktrchenplah. Schulstrahe. Schlotzgasic. Ka- planeigasse. Wagcngasse.Wettergasse. Kivchstraste. Burggraben, Auf der Bach, Dreihäusergasse. Rähcres ist aus der Bekanntmachung im Ämts- verlündigungSblatt Rr. 2 vom 6. Jan. zu ersehen. •• Der Karneval in Hessen. Das Hess. Ministerium des Innern gibt jetzt amtlich bekannt. Jede Maölerade und jedes tarne- valistische Treiben, wie beispielsweise auch das Werfen von Konfetti und Luftschlangen auf öffentlichen Wegen, Strahen und Plätzen oder an enteren öffentlichen Orten ist verboten. Wer der Vorschrift zuwiterhantelt, wird mit Ve° sängnls bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe biS zu zehntausend Goldmark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Diese Bestimmungen gelten bis zum 30. April d. I. RDV. Ermäßigung b?w Aufhebung der Visum gebühr. Rach längeren Verhandlungen ist es zu einer Verständigung der beteiligten Regierungen über die im deutschpolnischen Verkehr zu erhebenden Visum- pebühren gekommen. Die polnischen Konsulate tm Deutschen Reich werden nunmehr die ermäßigten Gebührensätze zur Anwendung bringen. Das Einreisevisum kostet 10 Goldfrancs. das Ein- und Rückreisevisum mit einmonatigem Aufenthalt in Polen 10 Goldfrancs. das Visum für mehrmalige Hin- und Rückreise mit dreimonatiger Dauer 20 Goldfrancs. Die deutschen Visumgebühren für Reisen von Polen nach Deutschland sind in gleicher Weise ermäßigt war- MW. 317Wcißwejn,3äRot' wetn,272ekt,43sion' nak. 51 Likör, tnbeö. Zu stand, geg. Höchstgebot zu verkaufen Swr. Anaeb. u- 0228 an den Glotz, Anz. Wie die „Times" aus Tokio meldet, organisiert die japanische Zeitung „Asahi" ehren Flug von Tokio nach London über Sibirien , ter am l.Mai d. I. beginnen und von zwei Doppeldeckern auSgeführt werden soll. Man hegt die Erwartung, daß die Flugzeuge am 16. Mai in London eintreffen werden. Großhandlung sucht für sofort oder 1. April tüchtige Kraft für «WWÜ.MW (Dein- und Likörbrauche bevorzugt) für bau-'rnbe Stellung. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften u. Gehaltsansurüchen unter 270D an den Gießener Anzeiger. Aus dem Amtsverrüudigunqsblatt. • Das Amtsverkündiaungsblatt Rr. 1 vom 3. Januar enthält: Rcichstagswahl. — Amtliches Ergebnis der RcichStagswahl für den 33. Wahlkreis. — Die Ianuarmiete — Maul- und Klauenseuche tn Lardenbach, Lang- Göns und Lich. — Lehrmittel für die landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen. — Aushändigung der Reichsversassung an hie zur Entlassung kommenden Schüler. — Felbbereinigung RöthgeS. Das A m t s ver kü n d i gu n a S b l a t t Rr. 2 vom 6. Januar enthält ViehhandelS- crlaubniskarten. — Vorlage der Sprungregister. — Racheichung der Matze und Gewichte. — Gesetzliche Ladenschlu'rzell für das Wander- und Hausiergewerbe. — Legitimationescheine. — Gewerbe-Legitimationskarten. — Dienftnachrichten. Lehrling mit höherer Schulbildung zum fofortitien Eintritt gesucht. 2&D Schristltcke Angebote mit Schulzeugnis- abschritt und zu richten an die Commerz- und Privat Bank Aktiengesellschaft - Filiale Gießen 1—1/) 11 f z?// n \ O1 /J D 83 cm breit, waschbare gute Qualität, in vielen Farben, tur 11 CI vCllCl^OClUC Ball und Straße, Meter. ..... ................ML gebühr erheblich herabgesetzt für solche Srholungs- ieifente, die einen mindestens 14lägigcn Auf enthalt in Ragusa oder einem der dalmatinischen Kurorte des Landes nehmen wollen. Die Gebühr beträgt jetzt statt 320 nur noch 10 Dinar. Sehr erfreulich ist die Rachricht, die aus Karlsruhe kommt: Danach hat das O est e r re i chische Konsulat in Karlsruhe sich bereit erklärt, den deutschen Iugendwandervereinen bis auf weiteres für gemeinsame Wanderungen gebührenfreie «Ächtvermerle für den Besuch des österreichischen Gebietes zu gewähren. Hoffentlich bedeutet diese Herabsetzung bzw. Beseitigung ter Gebühren seitens verschiedener Länder nur eine Etappe auf dem notwendigen Wege zur völligen Beseitigung ter Sichtvermerke, die den Reif 2- vertehr ter Länder zu ihrem eigenen Schaden fesseln. " Pfarrfrauentagung. Auf Veranlassung der Oberhessischen Dolksmission findet am 13. Januar im Konsirmandensaal der Iohannes- tirche in »Sieben eine Pfarrfrauentagung statt, auf der die bekannte Schriftstellerin Frau Pfarrer H e i t e f u h von Haiger sprechen wird über „111 - fache und Wirkung". Die Oberhessische Volksmission hat bereits zwei Pfarrsrauenfrei- 8eiten abgehalten, die gut besucht waren, und den Teilnehmerinnen in unvergeßlicher Erinnerung sind. ** D ie Leiche eines neugeborenen Kindes wurde gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Rähe der Bismarckstrahe auS ter Wieselt gelandet. Die Polizei ist mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Wer sachdieirkiche Angaben machen kann, melde sich bei der Kriminalpolizei. ** Einbruchsdieb st ahl. Der Polizei- bericht meldet: In der Rächt zum Mittwock) gegen 2 Uhr wurde in einem Hause in der Alieestratze ein SinbruA verübt. Rachtem die Diebe in ter Küche alle Schubkasten aufgemacht hatten, begaben sie sich in das Schlafzimmer, wo sie mit einer Taschenlaterne leuchteten. Als der Woh- nungSinhaber erwachte, hielt ihm einer ter D ebe eine Pistole vor mit der Aufforderung, sich ruhig zu verhalten. Die Diebe entfernten sich dann auf dem gleichen Wege, wie gekommen. Als Täter kommen 2 Mannspersonen im Alter von 18 dis 20 Jahren in Betracht; sie sind 1,68 bis 1,70 Meter groß, jugendliches, längliches Gesicht, lange schmale Olafe, bartlos, der eine trug schwarzen Mantel, gelbfarbigen glatten, noch vorne heruntergebogenen Hut, sprrcht auswärtigen Dialekt. Der zweite Täter trug gelbliche Patschmütze und ähnlichen Mantel. Rachstehende Sachen wurden entwendet: eine braunteterne Reisehandtasche mit einem Herven-Oberhemd, 2 Paar Strumpfe und ein Taschentuch, ein rotbrauner Spazierskock. drei Kleiderbürsten, ein Aickelbecher mit Untersatz, ein Hammer, sowte ein teftr. Bügeleisen, Marke: Degea, Rr. 182 337. In ter Küche hatten die Täter von einem Hand- Haus in wenigen Wochen bestebbar, Nahe Äiestenö, 5 Zimmer. Kücbe, 23 ab und Diele, an nur Leibst- fäufer -,u verkaufe,' Schrift!. Angebote unter 0219 an den Gietz. Anz. erdete! i. Kein Husten mehr! DrJoHebsectil. Feachelhonig virkl Wooder C.Karn, Central-Drogerie, Schulstraße M^Wmb^WUiÄk'iifiiSiil sucht für den Diehener Bezirk einen durchaus W Ws mit Stallung, Scheune u. Stcbeurdumen, geeignet für Metzgerei ober Bäckerei, an bet Strecke Bietzen—Alsfeld gelte., ist unter günmgen Bedingungen zu ver- kaufen. Hu erfr, ist der BescyastSst. beft Sieb. Wnj. 213D zu EaprrvrS Zeiten, denn damals gab es tptntg- stens noch geordnete staatliche Verhältnisse. Ser Redner schloh mit dem Wunsche, test bn neuen Jahre Gottes Segen auf ter schweren, aber schönen Arbeit ter Landwirtschaft ruhen möge. Canbtagdabgeortmeter Dumas- Karlsruhe sprach über die politische Lage Der Redner besprach in längeren Ausführungen die Möglichkeiten ter Regierungsbildung im Reich sowie den Magdeburger Prozeß. den Barmat und Kutisker-Skandal, ferner verschiedene aufien • politische Fragen, namentlich im Zusammenhang mit dem DaweSplan Die Landwirte müsttec ihren Willen zur Macht zeigen, denn sie seien ein Drittel ter deutschen 'Bevölkerung. Die Landwirtschaft habe nur geringe Kredite bekomme», aber Kutisler habe von ter preußischen Staatsbank 14 Millionen Mart erhalten. Auch Barmat habe es verstanden, sich viele Vorteile zu verschaffen unter Mithilfe sozialdemokratischer Führer. Die Jugend müsse den modernen 'Bauernstolz zeigen. Immer sei cs die Jugend gewesen, die die nationale Bewegung auf red)!- erhalten habe. — Der nächste Redner Landtagsabgeordneter Müller sprach über btc wirtschaftliche Lage: er behandelte Steuerfragen, dir Kreditkrise und die Preiskrise. Gmachcab erörterte er die Zolttrage: Schutzzoll bestehe nur noch für bic Industrie, aber für die Landwirt- schafr gelte jetzt ter Freihandel Die Landwirt schüft verlange nichts anderes als die Gleichstellung mit ter Industrie, d. h. Schutz ihre» Arbeit. Rach Besprechung weiterer wirtschaft- lieber Fragen, wobei die Anwese,tden den Ausführungen des Redners lebhaft tufümmten schloß sich an die Vorträge eine Aussprache. «wittat, Xsl?* ■»•i'saa mnschtelegramme Zuerst bui des Reichs» w folgenden Wortlaut HM «MM Äreuzus Mtti* ?|tt Cruchvünfche unb Drühr vvfrmuttger DaürlanbsM r Tüchtigkeit, der die alte „6m, auf diesem Schiffe forst « lungstra Slird unferer auf. Spanne allzeit eine glMchr n fein. i Heinrich von Preuhen stamm. Der Oberbürger- smden, Dr. Müyelburg, ws kur» bemellene Zeit, um na- Smbcn für die ihr durch die Daneuen Kreuzers bereitete Ehrung st Dezie-ungen zu gedenken, die i mit dem ersten Schiffe dieses en. §ür die Werst war der ©tarn besonderer Ehrentag, als es ubau für die deutsche itine und zugleich der chiffsbau für die Wil- :r Werft ist. Unter den von wffenen Saften mar auch eutschlands stark vertrete age in Italien, ton der Krone gedeckt? San. (M WM W M rafchung geleistet. Die erste M mermrtetc A''luMgunz & )vrlaac. Sestern h°i er nun Mrt, die Kammer werde ivfvä der Dablr-ch'SMlage auf- und cs würden Äellvahft" aus' fchen dec IvnM. sicher geilen lamerKkanischen Flotte, das ungefähr 80 Schisse umfaht, ist nach Kuba zur Abhaltuna von Manvdern aufgebrvchen. Die Flotte wird nach der Durchfahrt durch den Panamakanal am 12. März mit der Flotte des Stillen Ozeans unweit ter Küste von Kalifornien zusammen- t reffen. Kleine politische Nachrichten. Rumänien hat die Rückgabeder ruf fischen Handelsflotte mit ter Begründung abgelehnt, daß die Sowjetregierung sich weigere, den bei einer Moskauer Bank ruhenden Goldbestand im Werte von ein* Milliarde zurück- flugeben. Aus Ottawa wird gemeldet, dah in Regierungs- Treifen Stimmen für tenAustrittKanadas aus dem Völkerbünde laut geworden sind. Kanada habe keine Veranlassung, noch weiterhin am Völkerbünde teilzunehmen, besonders, da ter Völkerbund die meisten ter Beteiligten enttäuscht habe. Wenn die Vereinigten Staaten ohne den Völkerbund auSkämen, so könne das Kanada nicht minder. Die in Konstantinopel erscheinende englische Zeitschrift „Orient Rews" ist von ter Regierung bis auf weiteres verb oten Worten. Begrüntet wurde die Schliehung dadurch, datz die Zeitung tec Ueberfübrung des Regierungssitzes von Angora nach Konstanttnopel gefordert habe. Die eigentliche äkrsache für die Mahnahme ter Regierung ist die e n g l a n d f r e n n d l i ch e Tendenz des Blattes, die sich nicht mit den türkischen Interessen vereinbaren säht. Rundfun ti-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus ter „Radio-Umschau".^ Freitag, 9. Januar: 11.65 Uhr Zeitangabe. 12 Uhr Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr Hausfrauen-Rachmittaa. Vortrag von Fr! Berta Pappenheini „Die Tochter im Haushalt". 6 Uhr WirtschaftSmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr die Lesestunte „voll un^Haden" von Gustav Fretztag (Fortsetzung), 7 bis 7.30 Uhr Esperanto-Unterricht. 2 30 Uhr Funkhochschule, Vortrag von Dr. Vatter. Direktor des Frankfurter Vökkermuseums „Die Kunst im alten Peru 3 bis 8.30 Uhr die Besprechung (Theater und Kino). 8.30 Uhr Amerikanischer Humor. Aus Grotesken von Mart Twain Aus dem Roman „Babbitt" von Sinclair Lewis. Amerikanische Tanzmusik. Aussi'ihrende: Arthur Mainzer' vom Reuen Theater Frankfurt. — Sin Iazzorchester 9.30 Uhr Rachrichten. Wettermeldung, Sportbericht. 9.40 Ubr die Spätankündigung: Genieße was dir Gott beschieden. 9.55 Uhr Zeitvorbcrci- tung. 9.56 Uhr Drei Minuten ter Hausfrau 10 Uhr: Zeitangabe. 10—11 Uhr: Ball der älte ren 3ugenb. 1. Der königliche Walzer. 2. Äatifdte' Polka. 3. Frangaise. 4. Lied aus ter „Lustigen Witwe". 5. Lancier. 6. Galopp. 7. Polonaise. 8. Lied aus „Das süße Madel" 9 Schllttschub- läufer usw. Ansführende: <8llh Schaefer (Cbefang' Das verstärkte Hausorchester. Flügel: Herr Kohl- Höffer. _______ KdkchUShS Nachrichten. Israelitische Geweiade«. Isr. ReliglonSgemeinte. Gottesd.!. d.Stmsgoae (Südanlage). Samstag, den 10. Januar. Dorabd. 4.30. morg. 9.00, abds. 4.55 u. 5.35. 3fr. R«Ngionsges«llschaft. SaSbatfeier» lO.Zan Freitag abd. 4.20, Samstaf, vr-rrn. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.3^, WochengottrSd. morg leben wid Ttt. em pM gg&i* opcrdlti*1 ।At» -s B# Aus Stabt und Land. Dietzen, den 8. Januar 1925. ** Von der Handelskammer Gießen. In ter am Dienstag stattgehabten Vollversammlung der Handelstammer Diehen wurde der feitberige Vorstand, bestehend aus Kommerzienrat Schirmer als Vorsitzender, Kommerzienrat Grünewald und Kommerzienrat Klingspor al« stellvertretende Vorsitzende und Kaufmann Röhr als Rechner einstimmig wiedergewählt. An diesem Tage konnten auch Kommerzienrat Grünewald-Alsfeld. Draue- reibirettor Ihring- Lich. Kommerzienrat R a m f tp e d «> AlSfeld und Fabrikant R i n n - Heuchelheim auf ihre 25jährige Zugehörigkeit zur Handelskammer zurüdbliden. Der Vorsitzende beglückwünschte die Iubilare zu diesem hohen Beweis des Vertrauens seitens der Wählerschaft, dankte ihnen für ihre während dieses langen Zeitraumes im Dienste von Hantel und Industrie des Kammerbezirk« geleistete Mitarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, datz ihr hochgeschätzter und wertvoller Rat noch lange der Hantels- fannner erhalten bleiben möge. Kommerzienrat Grünewa ld-Alsfeld dankte namens der Iubilare in bewegten Worten für die dargebrachte Hhrpng. Rach der Sitzung vereinigten sich die Äammcnnitglicber mit den Iubilaren zu einem festlichen Mahle, wo von Kommerzienrat Klingspor. Kommerzienrat R a m s p e d. Drauerei- direftor Ihring. Kommerzienrat Schirmer unb Fabrikant Rinn ganz treffliche und tief empfundene Reden ausgetaufcht wurden. *• Maßnahmen zum Besten unserer Jugend. Zahlreiche KreiSämter erlassen gegenwärtig Verfügungen gegen den Alkoholmih- vrauch. unb zwar, wie sie crtlären, wegen ver- fÄietener Vorkommnisse in der letzten Zeit. Es wird darin verboten, geistige Getränke oder nikotinhaltige Tabakwaren an Personen zu verabfolgen. die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Einige Kreisämter haben jedoch diese Altersgrenze auf das 16. Lebensjahr festgesetzt. Jugendlichen Personen wird auch ter Besuch von Wirtshäusern und öffentlichen Tanzbelusti- flungen ohne Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertretern untersagt. -=• Vertretung — die nur VerkausStalent erfordert und laufend boben Verdienst abwirft zum Verkauf leicht abietzü Lveztal- mafchinen die in jedem kl. u. gron. Betrieb u. Geschäft gebraucht werden, für töteten und weite Um- aebnna zu vergeben. Tüchtige steinige Herren wollen schreiben ui ter I. H 46011 an die Ann.-Vxped. Bon acker & Rantz Düsteldors. 2Ö0D bei vollständig selbständig arbeiten bann, in Dauerstellung für sofort - *,eMVuv»- ^T'-c^-Twn?e" JT gesucht. Schriftliche Angebote unter sofort gebucht. Schriftliche Angebote 238D an den Gießener Anzeiger. | unter 2371) an den Gießener Anzeiger. Hessische Landwirtschaftliche Woche Von unferer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 7. 3an. Die heutigen Vorträge, die im städtischen Saalbau stattfanden, waren wieder sehr stark besucht: sogar die Galerien waren dicht besetzt. Der Vorsitzende ter Landwirtschastskammer Oeko- nomicrat Hensel gab in seiner Eröffnungsansprache seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck. Als erster Redner sprach Geh. Regierungs- rat Prof. Dr. Fischer von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin über ..Kleinmotoren und Kleinschlepper für die Landwirtschaft, besonders für kleinere Landwirte". Der Redner hob u. a. hervor, schon in diesem Frühjahr sei es möglich, zu verhältnismähig billigem Preise geeignete deutsche Motorpflüge zu kaufen die mindestens so viel leisten, wie die Fordschen Pslüge. Die Versammlung spendete dem Rrd- ner lebhaft Beifall. Den zweiten Vortrag hielt Tierzuchtinspeltor Oberveterinärrat Gutbrod. Leiter ter Bahr. Tierzuchtinspektion Würzburg, über ..Tierzucht unb Betriebswirtschaft". Er warnte vor einer Ueberftellung des Stalles bei den Kleinbauern: der Viehstand müsse dem Futterbau angepafft werten. Unnötige Fresser muhten aus dem Stall. Diele Kleinbauern wollten die Zugkühe abschaffen und sich Pferdegespanne dafür zulegen, das sei ein Fehler. Durch Ochsenhaltung unb Kuhhaltung könnten die Kleinbauern zu Wohlstand gelangen, wohl kaum durch Pferbehaftung. Pserdehaltung gefährde auch die Drehzucht an sich. Der Redner forderte Arbeitsleistung als Zuchtziel, damit könne die Fleischleistung verbunden werten. Um Betriebsmittel zu erlangen, gingen heute viele Güter zur Abmelkwirtschaft über, das sei erfreulich. Bedauerlich sei jedoch, dah die Milch immer noch nicht genügend als hochwertiges Rahrungsinittel gewürdigt werde. Der Redner wandte sich schlieh- lich gegen die hohen Steuern und verlangte Schutzzoll im Interesse der Viehzucht. Auch dieser Redner wurde durch lebhaften Beifall ausgezeichnet. Den beiden Vorträgen folgte eine Aussprache. Heute nachmittag hielt ter Hess. Bauernbund im ftäbt Saalbau, ter bis auf den letzten Platz gefüllt war, feine ßanbednerfamm» lung ab. Die für die Tagung vorgesehenen Redner, die Landtagsabgeordneten Glaser- Rordheim unb Brügel - Rurnbecg. sowie Reichstagsabgeordneter Dorsch- Wölfersheim waren am Erscheinen verhindert, so dah andere Redner für sie cintratcn. LandtagsabaeordnLter Dr. von H e l m v l t eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf die letzten Wahlen, dairkte für die Wahlhilfe unb geißelte die in manchen Kreisen herrschende Gleichgültigkeit, ter bic Man- datSterluste zuzuschreiben seien. Der Linken in her Regierung sei jetzt der Kamm geschwollen: er verwies in diesem Zusammenhang auf ten Fall Leuchtgens, worauf die Versammlung in lebhafte Pfui-Rufe auSbrach. Die Zahl der Mitglieder des Hess. Bauernrbuntes betrage in Starkenburg unb Oberhessen rund 25 000; in Rheinhelsen bestehe noch feine Organisation, was sehr mißlich sei, wie die letzten Wahlen gezeigt hätten. Abgeordneter Dr. Schlinger führte in einer Rede u. a. aus, dah man trotz des Mißerfolges bei den Landtagswahlen den Kopf nicht hängen lassen dürfe, sondern erst recht arbeiteni müsse. Die Berufsgenossen, die links gewählt hätten, würden bald merken, was sie angerid>tct haben. Der Landwirtschaft gehe eS schlechter als Ihre Stuhlverstopsung muffen Sie fchnellstens beteiligen, bevor die unausbleiblichen Folgen eintreten. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke 30 g Herbex-Kerne zu kaufen, die unschädlich, aber von prompter Wirkung sind. Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher Llniversitätsapotheke .Zum goldenen Engel". ei.,ss Extra billiges Angebot cldCtl ■ TflKot 1B°ntarbcnltM^re Qucilltat> nur den ,,l0dernsten Kleid£r’ in LUIIÜIIIIIUMMWINV Suter 5chlas ist d. besteHeilmlttel. Meralloett.f.Grostu. 5ttetn.ln.od.o.Liubed. Ltnhlmatr., a. Priy. BeouemcÄedina.klar. 31 N fr. 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Februar 1925 fälligen Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer, fällig gleichzeitig mit diesen Vorauszahlungen; b) für Gewerbesteuerpflichtige, die viertel« jährliche Vorauszahlungen auf die genannten Steuern leisten, auf 60 v H. der cm 10. Januar 1925 fälligen Vorauszahlung auf die Einkommen- und Körper- fchaftssteuer (berechnet aus den Betriebseinnahmen usw. der Monate Oktober, November und Dezember 1924) füllig gleichzeitig mit dieser Vorauszahlung. Bei vorstehender Regelung sind die bis einschl. September 1924 fällig gewesenen Ratenzahlungen berücksichtigt. (Es ergibt sich hiernach eine gleichmäßige Belastung aller Gewerbesteuerpflichtigen in Hessen - im unbesetzten und besetzten Gebiet - und zwar sowohl derjenigen, die zu monatlichen Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer, sowie auf die vorläufige Gewerbesteuer für 1924 verpflichtet sind als auch derjenigen, die svierteljährliche Vorauszahlungen leisten. Dabei bleibt die am 10 X-, 10. XL und 10. XII. 24 fällig gewesene allgemein gestundete und demnächst zu erlassende Schuldigkeit außer Betracht. Die Erhebung und Beitreibung etwaiger rückständiger Betrüge aus früheren Raten wird hierdurch nicht berührt. Darmstadt, den 17. Dezember 1924. Hessisches Ministerium der Finanzen. Henrich.__________273c ' ' Empfehle: Pa. Ochsenfleisch . . 90 Pf. Pa. junges Ulchfleisch 56 Pf. Pa. Rindswürftchen 100 Pf. Gießener MischhM Walttorttrake 33. 280D W M M W D New ll)ork 263D Freitag, den 9. Januar 1925, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich 932 Lreesent-Street Astoria L. 3. Amerika An Weihnachten verlobte sich unser Ernakind. Erna Grund Gustav Gerber Verlobte Friedrich Grund u. Frau Johanna geb.Franz Sesueht wird Statt Karten. Heute, am 7. Januar, vormittags VA Uhr, starb mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Rechnungsrat Karl Lein Gefängnis-Oberinspektor im Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Lein und Kinder. Butzbach, den 7. Januar 1925. Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 9. Januar, nachmittags 3Va Uhr. 274D in Trohe (am Schulhaus) zwangsweise gegen Barzahlung 2820 H. Putzarbeiterin welche auch im Berkaus bewandert ift tn JabreöfteUung zum 1. Februar bei freier Station und Famtlienanfchlnß. Offerten mit Zkugnisabscür., Bild, Gc- haltöausvr., LlierS- u. Neltgionsangabe erblttet Prrhfvezialgefchäft Marie Auerbach 2720 in Lauterbach 0M litigeS, ehr- 279D ot Md- Asche Jl Men n- Io,0« M»ik^ Die rote Kaschgar Roman von Fedor von Zvbeltltz. Sie hatte neben der österreichischen die fährdetste Lage und war auf zwei Seiten den Barrikaden der Boxer umgeben, die in kleinen Gaffe neben der Legation sogar ein paar allcl *«*S und breit erzählen will. Rur tur^: die Savary, eine Jugendfreundin der Dicomtesfe Kodama, hatte sich durch alterbanb unterirdische Bekanntschaften verdächtig gemacht, man hatte sie auch der Sp onage überführt und wollte sie nach Frankreich, ihrer Heimat, zurückschassen — doch der Aufstand trat dazwischen. Zu trauen war ihr also nicht. Hier lag der Fall aber so, daß ein Betrug, eine Lüge ganz zwecklos gewesen wäre. Dir mußten notgedrungen unser Frikassee unD den Heidsicck im Stiche lassen und machten uns eiligst nach der französischen Gesandtschaft auf (Rachdruck verboten.) 9. Schweizergarde in ihrem historischen Wams dem Galakürah, Helm und Hellebarde bildet in Mtern eQu einet Lreitia(jt(t icht. ' Monats- Versammlung- «d d»tj&z tag sUZ Wsa ’fZZ 'W. gegen hL^nnie und öute ftt3,n,ei! (-?flu"‘unrehtu iiüifei sz W- Ate* Raum y«* H°A!bai,k Ajk°ulev Okfuch!. Ä, Angebote mit ‘Wm'i'9hnbn!tUntet -b_ü on b. &. jfnj. «WWlkl ä Wt alt, mit „WtIL K"I- Lehret ober s. ■ötnnner beootiufit. Porta Santa. Don unserem rbmischen Berichterstatter Dr. Fred D. Hardt. Rom, Christvigil 1925. Die Oeffnung der Heiligen Psorte in Sanit Peter ist die eigentliche Einweihungsfeierlichkeit für das Anno Santo. Don diesem Tage an kann die indulgenna plenaria — der geistige Gehalt des Heiligen Jahres — von allen Gläubigen erlangt werden. Die Zeremonie ist sehr alt in den Gebräuchen her Kirche: doch die heutige Heilige Pforte in iSanft Peter ist erst von Aleander XVI. eingemauert, da man in der alten Konstantinischon Basilika die von Bonifaz IX. geschlossene Tür nicht finden konnte, und für alle Zeiten durch eine Marmorverkleidung kenntlich gemacht. Im vorigen Jahrhundert ist sie nur zweimal geöffnet und geschloffen worden, von den beiden Leo, \>in xll. und dem XIII , im Jubeljahre von 1825 und 1900. Die napoleonischen Kriege hatten den VI. und VII. Pius an der Jahrhundertwende an Der Feier verhindert, die revolutionären Wirren von 48 Pius IX. aus Rom vertrieben, und als er zurückkehren konnte, wurde er bald daraus der „(befangene im Vatikan", und hielt cs für angemessen, das Anno Santo von 1875 ohne äußerlichen Pomp zu begehen. Ein anderer Pius, der XL, hat nun an Der Christvigil von 1925 die Pforte wieder geöffnet. Es ist noch frühkühl, und leichter Rebel gibt nur die Silhouette ter Stadt, da ich gegen neun ilbr durch die Straßen fahre, aber als der Wagen über die Engelsbrücke in den Borgo einbiegt, schmeichelt die Sonne den Rebel weg. und der grandiose Platz vor Sankt Peter liegt in voller Helle, geborgen in der steinernen Umarmung der Bernini-Säulen. Ich schlüpfe durch das 'Bronze-Tor ein, und gehe die Stufen zur Scala Reggia hinaus, an Konstantins Reiterstandbild nach links, und bin in der Vorhalle von Sankt Peter. Verkleidungen und Damastdraperien haben Den Teil Der Vorhalle, bis zur köstlichen florentinischen Bronzetür, in einen geschlossenen Saal verwandelt, in Dem Die eigentliche Fe>er ftattfinDet. Dicht neben Der Heiligen Pforte ist der päpstliche Weihe Thron auf Stufen aufgestellt, im Rechteck umgeben von den gobelingeschmückten Bänken für Die Kardinäle, die Qua- Dratura Sacra, dahinter Die Sitze Der Erzbischöfe, Patriarchen und Bischöfe. Dem Thron gegenüber Die Tribünen für die Mitglieder Königlicher Häuser, Die Souveränen Ritter von Malta und die Ritter des Heiligen Grabes, das diplomatische Korps, Die päpstliche Familie und das römische Patriziat. Den Abschluß bilden die Plötze für die römische Prälatur, das Kapitel ,ü*m19 Di! I J &. Fawiei-H ____ verein Met- Zimmer stürzte und uns zurief: .Meine Herren, ich höre foeoen, daß Der Feind die französische Gesandtschaft unterminiert ha-, und Drüben weiß man noch nichts davon!' — Du kannst Dir denken, wie wir in die Höhe fuhren — Teufel, das war eine erfreuliche Rach- richt! Am Petang, Der französischen Mission, hatten die Chinesen fünf Minen gelegt und die Kathedrale in die Luft gesprengt. Bei uns aber war Der Boden für Derartige Experimente zu wenig geeignet, immerhin lag Die Möglichkeit vor. daß die Savary nicht unrecht hatte. Wie tarn sie zu ihrer Behauptung? Eine kleine christliche Chinesin, ein Mäde.'chen aus einer (Sing» sanghalle, Die sich bei Beginn des Aufstandes zu uns gefluchtet, hatte in der Rächt die Geräusche Der Minierarbeit gehört. Ra'.ürlich konnte sie sich auch getäuscht haben, jedenfalls muhten aber die Franzosen gewarnt werden. Wie kam nun wieder das Singmädel zu Fräulein Savary? Das ist ein förmlicher Roman, den ich nicht lang Peking scheint ja nie so recht zu schlafen. Unter den Catemcnrcifjcn Der Straßen tobt auch zur Rachtstunde das Leben auf und ab, doch jetzt war Der dumpfe Widerhall Der tausend verworrenen Geräusche zu einem einzigen großen Schrei geworden, einem Schrei von Tausenden, aber gleichsam vereinigt zu einem Himmelanrufenden Klagelied. Da wußten die Belagerten, daß im Christenviertel Die Metzeleien begonnen hatten. Leuchtkugeln schwirrten durch Die Lust tote bei einem satanischen Feuerwerk. Scheinwerfer schleuderten weißes Licht in Wolkenhöhe, unaufhörlich prasselnden Schüsse und ballerten Die Kanonen. Dann reckten sich schwefelgelbe Flammen, und verdunkelten den Horizont, aber glührot hing Der Himmel im Zenit. Der Wind trug die Flammen weiter, garbcnweise schossen sie in die Luft, ganze Fcuerströme muhten schon durch Die Strw- 6en wandern... 2ln allen Den Einzelkämpfen. in denen die Belagerten um ihr Leben kämpften, beteiligte Gert sich gemeinsam mit seinem neuen Freunde Gordon Murray. Besonders eingehend schilderte er in seinem Briefe an Geisbach einen Sturmangriff, den Die Chinesen gerade an dem Abend, da den Gesandtschaften ein Waffenstillstand angeboten worden war. auf den Tennisplatz und die Klubhäuser versuchten, Der kräftig abgeschlagen wurde. Dem aber noch ein anderes seltsames Abenteuer folgte. ... „Wir feierten unfern Sieg," schrieb Gert, „ein Stündchen später in Der japanischen Gesandtschaft. wohin der Militärattache Oberstleutnant Schiba Munxay und mich gebeten hatte. Er kommandierte Die Freiwilligentruppen. Der auch Murray sich angeschlossen, und Da er auf Schmuggelwegen zwei Hühner und sechs Eier bekommen, auch noch ein paar F'afchen Hetdsicck aufgeftöbert hatte, so erwartete uns ein in diesen Zeiten immerhin ungewöhnliches Souper. Wir setzten uns zu Tifch, und die Diener trugen das Frikassee auf, das der Gesandtschastskoch aus Hühnern unD Eiern unter Zutat von Reis und einer Büchse Krabben kunstgerecht zusammengestellt hatte, als hastig Die Tür aufgerissen wurde, und Fräulein Savary, die Gesellschaftsdame der Gräfin Kodama, in höchster Erregung in das Mitte August, zwei Tage nach Der Entsetzung des Gefandtschaftsviertels in Peking durch die cinrückenden Hilfstruvpen. schrieb Gert an seinen Schwiegervater. Er saß dabei nicht in seinem cinst sp hübsch eingerichteten Pavillon int Gc° sandtschaslsgarten, Der durch chinesische^ Brandraketen schon vor zwei Wochen in einen a,rummer- baufen verwandelt worden war. sondern in einem Unterstand am alten Klubhause auf einer leeren Portertonne und vor einem Tische, Dellen uicrteä gebrochenes Dein man mit einem. Handtuch kunstgerecht verbunden hatte. Cs schrieb sich schlecht nut Der verdickten Tinte, in Der Die Feder zuweilen eine tote Fliege auf spießte, aber der Brief wurde doch ziemlich lang, weil er möglicherweise der letzte wcu', den er für Die nächste Zeit nach Hause schicken tonnte. Gert schilderte zunächst die Vorbereitungen, Die man notgedrungen gegen die nahenden cturm» wellen Der Dorer treffen muhte, den Darrikaden- tau, für den man sogar das Hausgerät opferte, kostbare Möbel, Klaviere, die gestickten chinesischen Seidenstoffe, Brokatdecken. Vorhänge, 2. ep- piche. all das bei den Pekinger Gaunern mühselig Erhandelte, das nun mit Stroh, Erde, Matratzen, Steingeröll, Sandsäcken kunterbunt zusammenge- stopft wurde. Auch ein großes Grammophon war darunter, das bet Den ersten Schüssen in Die Darrikc^e zu dudeln begann und geraume Zeit das Pfeifen der Geschosse mit der Melodie: „Komm herab, o Madonna Theresa" begleitete, bis eine barmherzige Kugel ihm das Maul zerriß. Anfänglich hatte man noch mit Sicherheit auf die Watrosendivision des Admirals Seymour gerechnet. Aber sie traf nicht ein. Die Doxer hatten ihr den Weg verlegt. Die überschwemmten bereits die Stadt und hatten sich mit Den Truppen vereinigt. Im Gesandtfchaftsviertel sah man das durch die Ferngläser und merkte es an Dem Hdüenlärm, Der auch in Der Rächt picht erstarb. W M Wen ibet gesucht. Krug, bigftra&e 37 gesundes Aus Der Provinz. Landkreis Gictzcn. L Wicfeck. 7. Ian. Wie an dieser Stelle schon berichtet, beschloß der Gemcinderat in feiner letzten Sitzung Winterbeihilfen an Die E rwcrbslosen *,ur Auszahlung zu bringen. Für Diele soziale Hilfe, die boflcntlid» ihre Wirkung nicht verfeblt hat. wurden 1970 Mark verausgabt. Außerdem (amen an Die Sozial rentner zu gleichem Zweck 1015 Mark und an die Kleinrentner 380 Mark auv Auszahlung — Gegenüber Dem Dormrmat hat sich Die Zahl Der aus Der Erwerbslofenfür- sorge Unterßützlen wiederum verringert. Am 31. Dezember zählte man 34 Vollerwerbslose gegenüber 43 am 30. Rovernber. An unter- stützungsberechligten Angehörigen waren 41 (1Z Ehefrauen und 24 Kinder» gegenüber 46 (12 Ehefrauen und 34 Kinder) vorhanden. 53 Sozialrentner und 19 Kleinrentner waren aus Der Sozialfürsorge zu unterstützen. Diese Zahl hielt sich gegenüber Dem Vormonat auf unveränderter Hohe - Am Samstag abend wurde im Kriegerschen Saale nach einem Vortrage des Lehrers Wilhelm Ziegler aus Darmstadt, einem geborenen Wieseckcr. eine Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold gegründet Recht lebhafte Klagen sind in letzter Zeit über das mangelhafte elektrische Licht laut geworden Einem Teil Der Verbraucher ist es in kurzer Zeit wiederholt passiert, daß am frühen Abend das Licht plötzlich verlöschte und erst am folgenden Tage Die Stromversorgung wieder einsetzte. Wohl ober übel muß Dann das verstaubte Petroleumlämpchen beroorgebolt werden. Es ist ohne weiteres zu begreifen, daß Störungen irgendwelch.'r Art einfcyen können, erwarten muß man aber, daß diese sofort beteiligt und nicht große Der- braucherkreife rücksichtslos ganze Rächte ohne Licht gelassen werden. Auch sonst lassen Die Licht- Verhältnisse viel zu wünschen übrig. Trüb und flackernd leuchten die Lampen, so daß es kaum möglich ist. abends irgendwelche Arbeiten vor- zunehmen. zu denen man genauer sehen muh. Eigentümlicherweise ist dieser Mißstand nicht am ganzen Ortsnetz zu beobachten, sondern nur an einzelnen Leitungen. Der Wunsch nach „Mehr Licht!" ist also berechtigt und verhallt hyfsentlich nick.t erfolglos, Dena wer sich seine Ware bezahlen läßt, muß bestrebt fein, auch seine Kunden einwandfrei zu bedienen. y. Lollar. 7. Jan. 3n letzter Zeit sind wieder in hiesiger Gegend einige Diebstähle, die noch der Aufklärung harren, vorgekommen. So wurde in der vorigen Woche im benachbarten Rutteris Hausen während Der Rächt Kinderwäsche, Die in einer Halle aufgehängt war. samt Dem Seil entwendet, in Kirchberg in den Hühnerstall des WirtcS Fischbach cingebrochcn mtD mit Sachkenntnis zwei Hahnen und fünf junge Hühner gestohlen, während man die älteren Tiere ungeschoren lieh. — Dagegen hat Der vor einiger Zeit gemeldete Einbruch in Den Konsumverein zu Staufenberg seine Aufklärung gefunden. Die Täter sind Fremde, deren Spezialität Diebstahl von Tuch war. Sie wurden in Köttingen, tot sic ein Diebslager hielten, und wohin sie die zuletzt auch in Hohensolms gestohlenen Sachen brachten, entdeckt und festgenommen. -o- G r o ß e n - Li n d en . 7 Jan. Unsere n e u e G a r t e n st r a ß e im Dnhnhofsvieriel steht zur Zeit im Zeichen des Tiefbaus: Wasserleitung und Kanalisation ich ei.ea lüftifl vorwärts, wohl auch zur Freude der angrenzenden Moltlcstraßc, deren Anwohner seil Jahren mit den Wasscimassen zu kämpfen batten. Die sich bei Regenweitcr und besonders im F.ühjahr bei Der Schneeschmelze auf dem undurchlässigen Gelände zu einem See stauten, der feine Ausläufer in Die Hausgärten und Äetlenäume entsandte. Wenn es auch noch möglich wird, DieBtsmarck- st r a ß e ticfbaulid) an die Durgstraße anzu- schließen, so wäre Dem höchstgelegenen Teil unseres Ortes das Wohnen und Dauen wesentlich erleichtert. — Eine ähnliche Last haben unsere Mitbürger im untersten, alten Ortsteil zu tragen. Dort zieht die große Derkehrsstrahe Gießen—Frankfurt durch unseren Oct, und ihr starker Verkehr, insbesondere durch Autos, gegen den HeinrichErb Don Leitern in der Wirtschaft m Germania laufiae- lmochenen Beleidi- flunfle« u. Ver/eum. dünnen nehme ich hiermit mit demAuS- druck lieiitrn Bedauerns als unwahr zurück. 0231 Otto Stein. Federdoa auid.2elier?ivegii. b>}rniiliunergir.u. Viebioftr verloren. Geg. Belohn, abzug. 011 iiiiblfiilt 62 L Geschütze aufgestellt hatten. Ursprünglich war auch sie Der Palastkomplex eines chinesischen Großen gewesen, aber man hatte Die alten Baulichkeiten meist durch moberne ersetzt, deren un» prakt sche Anordnung dem Feinde günstige Zielpunkte bot. Ratürlich waren Die Herren Fran- -ofen über unsre Mitteilungen gewaltig überrascht, doch sie kannten ihre Landsmännin, Die Savary, zu genau, um nicht zu wissen, daß man die Geschichte ernsthaft nehmen müsse. Daß Fräulein Savary ftc nicht direkt gewarnt, lag Daran, daß man sie auf der japanischen Gesandtschaft interniert hatte — sie konnte sich also ran; an uns wenden. Aber wir hatten sie mitgenommen. Das kleine chinesische Singmädel war dagegen verfchwunden. Wir suchten auch gat nicht nach ihr, es kribbelte und wimmelte Im Quartier von chinesischen Flüchtlingen, Die zu bunten Hausen überall umherlagen, und in dem Gewühl hätten wir das Mädel sowieso kaum finden tonnen. Rach dem letzten Angriff aus Die Klubhäuser war es merlwürdig still geworden. Es hieß sogar, bei Den Engländern habe sich wieder ein Parlamentär gezeigt, ein Beamter des Tsungli- Damen, Sicherheit Darüber war aber im Augenblick nicht zu erlangen. Auch Die Feuersbrunst schien erloschen zu fein, schwarz hing Der Himmel über Den Brandstätten, und jeder Windzug wehte Den beizenden Qualm aus verglimmender Glut zu uns herüber. Es handelte frch zunächst Darum, ouszutund- schäften, von welcher Seite die Chinesen mit Den Minierst ollen vor gegangen sein konnten. Der Wahrscheinlichkeit nach von Osten. Der einzigen Seite, Die leidlich standfähigen Boden zeigte, und auch hier war an eine Daueranlage kaum zu denken. Wenn überhaupt, so hatte der Feind sich jedenfalls mit einfachen Flatterminen begnügt. Ich erbot mich, das gefährlrche Terrain mir einer elektrischen Taschenlaterne abzusuchen, Demi es war möglich, an Der Dodenbeschafsenheck zu erkennen, wo Eingrabungen erfolgt waren. Die Franzosen wollten meine Htlfe nicht annehmen, aber nun erklärte Die Savary, sie selbst wolle das Gelände sondieren und habe sich bereite Darauf dotbereitet. Und da sie dies sagte, geschah etwas Verblüffendes. Sie warf ihr ÄlcxD ab und stand, vom Kopf bis zu den Füßen in schwarzes Trikot gehüllt, vor uns. Wir waren natürlich erstaunt, verstanden aber ohn? weiteres Den Zweck bet Kostümierung. Das Schwarz der Trikotage sollte Dem Dunkel der Rächt sich un< passen. Es war eine geschickte Mimikry, (Fortsetzung folgt) der Kirche geformt hat in Jahrhunderten, ein jedes einem jeden Anlaß angevaht. mit Vergangenem und Ewigem durchwebt. Währenddem waschen die Pönitentiarc von Sankt Peter die Stufen und Die Marmorumfal- fung der Heiligen Pforte mit geweihtem Waller. Der Papst intoniert das Antifon — jubilate Deo vmnis terra — Die Sänger der Siktina nehmen das Antifon auf und leiten es in die wunderianien Melodien Palestrmas über. Pius XI erhebt sich, und, in der Linken durch einen golddurchwirkten Handschuh geschützt, die- hohe brennende Kerze haltend, in der Rechten das große goldene Hreut. durchschreitet er als erster Die Heilige Tür. Langsam, sehr langlam. Rach ihm die Kardinale. Difchöfe und Der ganze reiche Zug. Auch ich kann endlich Die Pforte durchschreiten und nach Sankt Peter einDringen. Rach Dem langen Verweilen in Dem Halbdämmern der Vorhalle. bin ich wie geblendet von dem vollen Licht, das durch Die Kuppel und Die hohen Fenster cinfäfli. Durch Balustraden, mit rotem Damast überzogen, ist ein Gang freigehalten von der Porta Santa bis zur Ccnfesfio und von dieser bis zur Kapelle der römischen Märtyrerin Petronella, wo Der Papst jetzt das ausgesetzte Allerheiligste aDoriert. Wie viele Taufende mögen hinter Den Balustraden gedrängt, stundenlang geduldig gewartet haben! Und doch spürt man Diele Menge kaum, alles verrinnt in Dielen ungeheuren Räumen. Menschen können diese Dimensionen nicht verwischen. Ich stehe dicht neben Der Confessio. Gelbes Licht kommt wie Kerzenschein ans dem rieftgen Rundfenster über Der Kathedra. die im bronzenen Barrckmantel Berninis den alten römifchen Bi- fchossstuhl umhüllt. Gelbes Licht strahlt aus den goldbrrnzenen Lampen, die die Confessio zieren. Und tief unten, noch tiefer als Die Krypten bereiten konstantinischen Basilika, eingebettet in einem Brvnzeblock, ruht Sankt Peter, Dem die Schlüssel übergeben wurden. Aber ich will an nichts mehr denken, will nichts mehr schauen,' schließe die übermüdeten Augen. Doch, Da kommen wieder die Töne des „5c Deum Laudamus" aus her Petronella-Kapelle. Die Sedia Gestatoria wird wieder sichtbar und- der ganze Zug geht in feierlicher Prozessionsordnung hinter mir vorbei, und taucht bei der Dronzetür wieder auf. Alles so weit, so fern. Der Papst erscheint wie eine Heiligenfigur, leblos, starr. Durch eines Der hohen Fenster fällt ein breiter Lichtstreifen ein und baut einen flimmernden Steg, und wie die Gestia Sedatoria über den Lichtsteg schreitet, bekommt, alles Leben und Farbe. Ausslammen Die edlen Steige an der Tiara, Die Stickereien an Dem weißen Mantel gleisen und glitzern und fließen wie geschmolzenes Gold am Papst herab — eine byzantinische Gold- mosaik. Und ein Jubeln und Brausen erhebt sich tote ein Sturm, und umbraust Den Papst, rollt ihm voraus und jubelt ihm nach. In der Dorhalle war alles gedämpft, Töne und Licht — Mystik. Hier im vollen Schein, in Den weiten hellen Räumen, vom Jubel umrauscht, ist Gegenwart — Ecclesia Triumphans. Dor der Confessio ist ein. damastüberzogenes Podium ausgestellt. Dort senkt sich Die Sedia Gestatoria, und nunmehr nimmt der Papst auf einem roten Faltstuhl Platz. Die beiden assistierenden Kardinäle verlesen die Ritual- formet Der Indulgentia Plenaria. Dann erhebt sich Der Papst, und hochausgerichtet erteilt er öchen pts-Ta-eS- esnÄt- Im» belheim, stftrave ngesuche mfienr nS's et Seufli"? r-S ^erbttet-— Pinn Stellung als seister. nlll-ÄngeU Ring an den S e« Vereine Volks- Hochschule Dtt PchumavN' abend 11U16 Flli tag; den S. 1. u. Mag, d.16.1. auSsallen. Nächste Mn) c: , Dienstag, Gloster Der Zeremonie zugeschaut, die Könige von Rcapel oder der Sächsische Herzog. Dem Urfcan X III. Den goldenen Hammer Ichenkie. mit Dem er Die Porta Santa geöffnet hatte. Vielleicht saß Dort, wo heute Die goldgestickte Uni» form irgendeines Diplomaten glänzt, Coperni- kus. Den Der Vf. Alexander cingelaben hatte, oder Tasso. Michelangelo und Ignaz von Loyola, Die zum Anno Santo von 1550 Der Feier beu wohnten? Vielleicht? Hier verwischt sich so leicht Das Gegenwärtige, alles Persönliche, und wird Historie. Gegen cinhall» elf kommen aus Dem Innern des vatikanischen Palastes Die Töne eines psal° meDicrenDcn Gesanges. Der Papst hat feine Pri- vatgernächer verlassen, und legt in Der* Äula Dei Pramenti Die Zeremonial-Gewänder an. Stärker wird Der Gelang, klarer das Virni Orcator — Dann schmettern Die silbernen Tuben Die jubelnde Wucht Des päpstlichen Marsches, und auf Den obersten Stufen erhebt sich Die weihe baldachingefchmückte Gestia SeDatoria — Der Papst wirD sichtbar: ganz fern noch. Die Stufen herab kommt Farve unD Gleißen und gleitet in feierlicher Ruhe an uns vorbei. Voran Der päpstliche Hof, Rot unD Hermelin, rote und graue Pelze. Die Protonotare, Die Procuratoren Der Orden, die Konsistorial-Advokaten. Die Dus- folanti, in kirschrotem Samt mit Der schweren silbernen Bussola. Zwei Kapellane tragen auf weißen Kissen Die Mitra Preziosa und Die ede!- fteinfunlelnDe Tiara. Die Orbenägeneiälc, Erzähle und Olebtc, Die Bischöfe. Erzoischöfe — 60 an t’er Zahl — Patriarchen, im weißen Pluviale und weißer Mitra, Dann 27 Kardinäle. Hoch^ aufgerichtet Der achtzigjährige Chrle. Der greife Merry Del Bal. dem noch Der XIII. Leo den Purpur gereicht hatte, rechts von ihm der Kardinalstaatssekretär Gasparri und links der Belgier Mercier. Auch Die Kardinäle in weißer Mitra, eine brennende Kerze in der Rechten. Während das Te Deum laudanlus von der Six- tinischen Kapelle intoniert wird, und Der Zug an uns vorübergleitet, wächst Der Papst auf der SeDia Gestatoria unD gleitet wie eine Erscher- nung Die Stufen herab und schwebt über den Köpfen Der KnierrDen vorbei. Mit gemessener Geste spendet Der Papst den Segen, ein jedes Auge sucht ihn, wie Weihrauch steigt um ihn auf Die Inbrunst der Gläubigen. Vorbei — in Der Sacra QuaDratura senkt sich Die Sedia Gestatoria; Der Papst verschwindet einen Augenblick unseren Blicken, Dann wird er wieder sichtbar — auj Dem Thron. Pius erhebt sich und schreitet Die Stufen zur Porta Santa hinauf. Ein ungeheures Schweigen ist im Raum. Das fast körperlich wirkt. Ein Recken und Schauenwollen. Ich sehe, wie Der Papst Dem KarDinal Bisleti Die Kerze übergibt, Die er in Der Rechten hält, und vom Groh- pönilentiar, Kardinal Giorgio etwas Funkelndes entgegennimmt, — Den golDenen Hammer. Der Papst steht auf Der letzten Stufe, erhebt Den Arm. Deutlich unD klar feine Stimme-. — Aprite mihi Portas justitiae —. Ein Schlag gegen Die Tür. Die Sixtinischen Sänger fallen ein: — ingrefsus in eas confitebo Dom ine —. Ein zweiter Hammerschlag. und die Stimme des Papstes: — Ich gehe ein in Dein Haus, o Herr — und Der Chor: — Ich bete Dich an in Deinem Haus —. Ein Dritter Hammerschlag. kräftiger als Die beiden ersten, und des Papstes Stimme flehender: - Oesfnct mir Die Pforte, Denn der Herr ist mit mir —. Das bronzene Kreuz in Der Mitte Der weißen Marmorplatte, die die Tür schließt, zerspringt, klirrend fallen Die Stücke zu Boden, und mählich senkt sich, wie von Geisterhänden bewegt, die mächtige Marmorplatie nach innen. Ein Brausen kommt aus der Oefs- nung. wie aus einem Schacht. Und wie die Tür der Gerechtigkeit sich öffnet, jubeln alle Glocken Roms. So mächtig Die Große Glocke von Sankt Peter, daß ein Vibrieren über uns niederriesclt. sie jubeln und jubeln — Aperta est Porta justitiae. Es ist elf Uhr fünfundzwanzig. Der Papst hat wieder auf dem Thron Platz genommen, mit geschlossenen Augen, ganz in sich versenkt. Dann knien die assistierenden Kardinäle vor ihm, und halten die goldenen Leuchter und einen großen Pergament-Folianten. Der Papst liest die uralten Gebete, die die Liturgie Dringt cs im Devetn mit dem lebhaften Rah- und Ortsverkehr mit sich, daß bei trockenem Wetter die Staubwolken und in nassen 'Tagen die Sch la mm assen zu einer fast unerträglichen Belästigung bis in die Häuser und Stuben hinein werden. Zwar will die Kceisverwaltung hier 21b» Hilfe schaffen durch eine Kleinpflasterung der Ortsdurchfahrt in einer Breite von fünf Meter Fahrdamm, während die Gemeinde ein Drittel dieser Kosten, ferner die längsseitlichen Rest- slöchcn und die spätere Hnterhaltung der ganzen Anlage übernehmen soll. Da aber dieser St ratzenumbau gleichzeitig noch weitere Arbeiten notwendigerweise im Gefolge haben mühte, wie Hm» bzw. Reupflasterung der ©tragenrinnen, Reu- verlegung der Masserleitun^sanschlüsse u. ä., so hat sich bis ietzt die Gemeindeverwaltung nicht dazu entschliehen können, die hierher zur Last fallenden hohen Kosten auf die Gememdekasss zu übernehmen, zumal zur Zeit auch noch andere notwendige Aufgaben zur Ausführung drängen. * Lang-Göns, 6. Jan. Hier ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Sperrbezirk ist die Gemarkung Lang-Göns. Beobachtungsgebiet die Gemarkung Große n-Linden. sk. L i n d e n st r u t h . 7. Jan. Der Wiese n g r u n d zu beiden Seiten unseres Dorfes, zwischen Bahn und Staatsstratze, bietet ein t r d st- loses Bild. Bom Sommer bis tief in den Herbst hinein stand er unter Wasser. Das Grummet konnte zum größten Teil nicht abgeerntet werden, und braun und schmutzig steht ein großer Teil der Wiesen da. Der- Wasserlauf liegt zu hoch, um das von den Feldern abströmende Wasser aufnehmen zu können. Wenn nicht bald eingegriffen wird,, droht die Versumpfung des ertragreichen Wiesengrundes. Die Gemeinde hat sonst keine Wicsenflächen, und somit bedeutet der Verlust eines Grasschnittes eine große Schädigung der Landwirtschaft. Die einzige Mög- '.ichkeit zur 2lbhilfe scheint die zu sein, daß der Wasserlauf bedeutend vertieft wird. Dies kann jedoch nur durch ein planmäßiges Arbeiten geschehen. 'f Grünberg, 6. Jan. Gestern nachmittag fand eine Dekanatssitzung unter Leitung des Dekans Böschen im Hotel Hirsch Hierselbst statt. 16 Geistliche waren in dieser Versammlung zugegen. Pfarrer S ch i ck - Queciborn hielt einen Vortrag über das Deutsch in der Lutherbibel. Es wurde eine Entschließung gefaßt, die an das Landeskirchen amt geschickt werden soll, damit bei einer zukünftigen Revision der Lutherbibcl die dem modernen Sprachempfinden nicht mehr entsprechenden Ausdrücke beseitigt werden sollen. — In der Pfarrei ® rünberg, zu der auch die Gemeinden Stangenrod und Lehnheim gehören, fanden im Jahre 1924 54 Taufen statt, und zwar in Grünberg 39. Stangenrod 8, Lehnheim 7. 21 Trauungen wurden vollzogen, und zwar in Grünberg 13. Stangenrod 3. Lchnheim 5. An Beerdigungen fanden 32 (in Grünberg 29, Stan- aenrvd 3) statt. In diesen 3 Gemeinden sind an Kollekten-Gabrn für Vereine und Anstalten 2175 Mark erhoben worden. 3m Lause des Jahres haben 7621 Männer. 10 346 Frauen und 4340 Kinder die Kirche besucht. Hiervon kommen auf Grünberg 6253 Männer. 8749 Frauen und 3156 Kinder, auf Stangenrod und Lehnheim 1368 Männer. 1627 Frauen und 1188 Kinder. Am heiligen Abendmahl haben zusammen 618 Männer und 739 Frauen teilgenommen. Hiervon entfallen auf Grüüberg 305 Männer und 411 Frauen, auf Stangenrod und Lehnheim 313 Männer und 328 Frauen. In der Gemeinde Lumda, die zur 2. Pfarrei Grünberg gehört, fanden im ver- t flossenen Jahre 7 Trauungen, 23 Geburten und • 7 Beerdigungen statt, 9 Kinder wurden konfir- ? miert Den Gottesdienst haben 3371 Erwachsene • und 1375 Kinder besucht, am Abendmahl haben ' 422 Personen teilgenommen und an Kollekte gingen 217 Ml. ein. — Auf das Drängen vieler Wähler aus allen Ständen Grünbergs hat sich der jetzige Beigeordnete Fulda t bereit erklärt, zu der am 25. d. M stattfindenden Bürg erweist erwähl zu kandidieren. In entgegenkommender Weise hat dieser Kandidat versprochen, daß er vom Amt zurücktreten werde, wenn der neugewählle Gemeinderat im Laufe der Zeit sich für einen Fachbürgermeister entschließen sollte. rt L i ch. 7. Jan. Run hat auch Lich den berühmten Bethel - Film gehabt. Die Vorführung fand gestern abend in der Turnhalle statt unb wurde für die zahlreichen Besucher zu einer rechten Feierstunde. Der Pvsaunenchor begleitete einige der gemeinsam gelungenen Lieder. Am Rachmittag fand eine besondere Vorführung für die Schullinder statt, zu der auch auswärtige Schulen der Umgegend emgeladen waren. Um das Gelingen der Vorführungen hat sich Herr Photograph Hisgen sehr verdient gemacht, der mit freundlicher Bereitwilligkeit seinen Filmapparat und seine Hilfe zur Verfügung gestellt hat. * Lich, 6. Jan. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Die Schutzmaßnahmen würben wieder aufgehoben. df. L a n g s d o r f, 6. Jan. Am Samstag fand hier em Lichtbildervortrag der Liga Sum Schutz der deutschen Kultur statt. Ingenieur E r t e I schilderte uns. art Hand von etwa 100 eigenen Aufnahmen feine auf genauer Sachkenntnis beruhenden Erlebnisse in Rußland. In einer vorausgehenden Ansprache beleuchtete er die Verhältnisse in Rußland und kam zu dem richtigen Schluß, daß wir von dort nichts Gutes zu erwarten haben, to-ehcr in wirtschaftlicher noch in militärifcher Hinsicht. Der Vortrag war sehr gut besucht. Wie wir hören, steht uns ein ähnlicher Abend bevor. Ein Herr, dec China bereiste, wird uns in Kürze seine Eindrücke und Erlebnisse aus diesem Lande schildern, das ja im letzten Jahre von sich reden machte. Möchte ihm ein gleicher Erfolg beschert sein wie Herrn Ingenieur Ertel'. Kreis Friedberg. 4' Dad-Rauheirn, 7. Jan Wie wir schon berichteten, wird laut Beschluß der Stadtverordneten das 5. Ziel der städtischen Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz nicht erhoben. Für die Hausbesitzer und auch sür die Mieter wurde damit für den Januar eine wohl tuende Er leichtei-ung gebracht. Ob das 6. Ziel auch ganz oder ieiltoeii'c erlassen werden kann, darüber werden die Stadtverordneten noch zu beschließen haben. Auch die ft ä d t. vorläufige Gewerbe st euer wird für diejenigen Umsätze. die vom 1. Dezember 1921 an getätigt worden sind, nicht erhoben. — Die Volks bank hat mit dem 1. Januar die alte Einrichtung der P f en n i g s p ar kasse wieder aufleben lassen und mehrere Sammelstellen bei offenen Geschäften in den verschiedenen Stadtteilen eröffnet. Dolksbank und Annahmestellen arbeiten ehren amtlich. — Die Wintermonate sind von jeher für unsere einheimische Bevölkerung eine Zeit der Ausspannung und Erholung, nachdem in der Saison in verhältnismäßig kurzer Zeit alle Kräfte aus den Erwerb eingestellt werden müssen. Erholung sucht unsere B.völlerung auch aus geistigem Gebiete, vor allem duich gute Unterhaltung und Vorträge, zumal es den wenigsten Einheimi- chen vergönnt ist, sich im Sommer an den guten Veranstaltungen der Kurverwaltung nach Herzenslust beteiligen zu können. Das führte schon vor dem Kriege zur Gründung zweier wichtiger Vereine, des Vortrags - und M u s i k v e r e i n s lind des Bild ungsver eins, die den geistigen Bedürfnissen aller Bevölkerungskreise Rechnung tragen. Sie haben ihre Hauptbetätigung in die Wintermonate verlegt. Der DortragS- und Musik- verein steht bereits mitten in seiner Arbeit drinnen. Einer Reihe hochwertiger musikalischer Andachtsfeiern, worüber wir schon berichtet, folgt am Donnerstag ein Vortragsabend. Prof. Dr. Hans Halm aus Irkutsk (Sibirien) wird einen Lichtbildervortrag über Sibirien gestern und heute" halten. Weitere Vorträge sind noch vorgesehen. Der Bildungs- Verein leistet mit seiner reichhaltigen Bibliothek, die durch Hnterstützung dec Stadt jährlich beträchtlich vergrößert werden kann, unter der achkundigen Leitung seines Bibliothekars, Lehrer Wehr he im, durchs ganze Jahr hindurch im stillen eine äußerst fruchtbare Arbeit. Während des Winters wird die Bücherei naturgemäß sehr stark in Anspruch genommen. Daneben veranstaltet der Bildungsverein im Winter alljährlich eine Reihe von allgemeinbildenden Vorträgen. 'Die dieswinterliche Reihe, die er jetzt ankündigt, wird in den nächsten Tagen der Altertumsforscher und Denkmalpflege c für Oberhefsen. Prof. Helmke (Gießen) eröffnen. Sein Vortrag über „Römer und Germanen bis zur Schlacht im Teutoburger Walde ist als Fortsetzung des vorgeschichtlichen Vortrags gedacht, den vor Jahresfrist der Gießener Museumsassistent Dr. Kunkel hier hielt. Weiter werden dann im Lause des Winters noch sprechen: Oberst udien- birettor- Altendors (Frkedberg) über „Die Eiswelt der Berner Alpen und Zermatts": Studienrat W a l d l über „Die Melancholie, Ritter Tod und Teufel und Hieronymus in Griffelkunst und Dichtung: Aeallehccr Staubach über „Am Lebensquell der Sprache": Prof. Keller(Friedberg) über „Vom neuen Sehen, ein Beitrag zum Verständnis der- Kunst der Gegenwart". Mit Ausnahme des Vortrags Staubach werden sämtliche Vorträge durch Lichtbilder erläutert. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, die unter Leitung von San.» Rat Dr. Hahn wieder mit einem Ausbildungsund Wiederholungskursus begonnen hat, will sich auch mit einte Vortragsreihe an die breite Oeffentlichteit wenden. San.-Rat Dr. Hahn wi'-'d zum 50 jährigen Jubiläum des Roten Kreirzes in mehreren Vorträgen, zu denen auch die reifere Jugend eingeluven ist, über „Ziele und Aus- gaben des Roten Kreuzes" sprechen. So stehen uns für den Rachwinter noch schöne anregende Dortragsveransdalrungen in Aussicht, sür die weite Kreise der Bevölkerung den genannt :n Vereinen dankbar sind. Auch den einigen Hundert Kurgästen, die in den Wintermonaten immer hier anwesend sind, wird damit Abwechselung und belehrende Unterhaltung geboten, zumal die Veranstaltung en fast ausnahmlvs im Kurhause stattfinden. Richt zu unterschätzen ist neben alledem auch die Bedeutung die die täglich im Kurhaufe stattfindenden Konzerte für das geistige Leben unserer Stadt während der Win- termonalc haben. Sie werden sehr zahlreich auch von den Einheimischen besucht, d-nen während dec Sommerarbcit die Teilnahme an den Kurveranstaltungen nur selten möglich ist. Kreis Büdingen. „?" Ridda, 7. Jan. Am 18. Januar findet dahier hn Gambrinussaale die Vertreter- Versammlung des Ridbat-alsänger- b und es statt. In dieser Versammlung sollen die gesanglichen Deranstallungen fü- das Dun» desjahr 1925 festgelegt werden. A.ßerdem werden die Vertreter der Bundesvereine Gelegenheit haben, ihre Stellungnahme zu dem neuge- gründeten Hess. Sängerbünde zu bekunden. Kreis Spotten. B. Schotten, 7. Januar. Wie verlautet, will der Kreis zur Hebung der Verdien st Möglichkeit Maßnahmen ergreifen. Das Kreisamt hat die Bereitstellung von weiteren Staatsmitteln für die Fortsetzung der Meliorationsarbeiten zur Gewinnung von Hutweiden beantragt. Auch ist beabsichtigt, alsbald an die Vorarbeiten zur Beschaffung der Steine für den Klein schlag auf den Kreis st raßen heranzutreten, um den notleidenden Schichten der Bevölkerung mit dem Drechen und Kleinklopfen der Steine Erwerbs- gclegenheit zu geben. — Gestern tagte hier die P f a r.r ko n f o r enz des evangelischen Dekanats Schotten unier Leitung von Dekan Dolz- Laubach. Der frühere Missionar und jetzige Pfarrer Jttmann von Mittel-Seemen hielt einen Vortrag über „Heidnische Sprichwörter", in dem eine Fülle von wertvollen Deobachtungea und Erlebnissen aus der Tätigtcit der Missionare in Kamerun geboten wurde. Die Konferenz einigte sich aus Gedern als Tagungsort für die diesjährige Dekanatssynode. b. Schotten, 7. Januar. Seit heute ist Schneefall eingetreten, der besonders auf den Höben stark ist. Der Hoherodslopf und Ober- Wald zeigen sich zur Freude aller Wintcrsportler im schönsten Winterkleid. — Das frühere, in Touristenkreisen bekannte G a st ha u s „T raub e" ging durch Deckaus guf Herrn G. Goldschmidt von Einartshausen üb^r. Aus dem Vogelsberg, 6. Jon. Unter Sturm und Regenschauern hat sich das alte Jahr verabschiedet, Stürme und Regenschauer begleiten daS neue Jahr seit seiner Werdestunde. Trotzdem erreichte die Heft gleit deS Slu'nnes in unserer gebirgigen Well nie die Stärke, wie sie uno aus den flachen Gegenden unseres Doterlandes berichtet wirb, iln* ferc Wälder brechen feine Macht und unsere Berge zermürben ihn, ba& wir ihn in den Tälern nicht mehr zr fürchten brauchen. Waren hie Regelfälle auch ost sehr heftig, so bauerten sie aber im allgem. i nei nicht lange, Hochwasser trat nicht auf, hie Bäche und Flüßchen haben feinen sonderlich Holm Dasseistand. Die äußerst ungefmibc Witterung hat Di c l Krankheite n im Gefolge, so daß die Aeczte eben recht beschäftigt sind» * Einigung über die Rentenbankobligationen derJndustrie. 3m Reichs- wirtschaftsrat ist eine Einigung über die streitigen 25 Mill. Mark Jndustrieobligationen zu« stände gekommen. Die nicht landwirtschaftlichen Kreise haben bekanntlich gegen die Zahlung her fälligen zweiten Zinsrate (April bis Oktober 1921) protestiert. Es ist jetzt veschlossen worden, diese zweite Rate in der Höhe von 16,6 Mill. Mark der 3ndustrie zu erlassen und weitere 8,4 Mill. Ml in bar auszuzahlen. Heber die Verteilung dieser Summe auf Industrie, Handel und Danken sollen sich diese Gruppen selbst einigen. ■ Auslandsaufträge für d ie deutsche Industrie. Wie verlautet, bat sich Kreis Alsfeld. «ü Alsfeld. 7. Jan. 3m abgelaufenen Jahre 1924 betrug die Zahl der Geburten in der Stadt Alsfeld 114 (im Jahre 1923: 106), Eheschließungen fanden 19 statt (im Jahre 1923: 36). Sterbefälle ereigneten sich 63 (im Jahre 1923 : 68). Am auffallendsten ist der Rückgang der Eheschließungen, die seit dem Jahre 1920 ständig abgenominen haben, nachdem sie in diesem Jahre ihren höchsten Stand mit 61 Eheschließungen erreicht hatten. 1921 gab es 59 Eheschließungen. 1922 40; 1923 36, 1924 19. In diesen Ziffern spiegeln sich die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse und die brückende Wohnungsnot deutlich wieder. Kreis Lauterbach. LT. Schlitz, 6. Jan. Aus dem kirchlichen Leben unserer evangelischen Gemeinde im letzten Jähre ist folgendes zu bemerken: Getauft wurden 46 Kinder (53 im Vorjahr); tonfirniiert 54 Kinder; kirchlich getraut 19 Paare; kirchlich beerdigt 23 Personen. Dom 20.-23. März sprach Misstons- sekretär Harder aus Wernigerode int Auftrag des Misfionsbundes: ..Licht dem Osten". Am 15. Juni fand hier aus Schloß Derleburg ein stark besuchtes Bezirksfest des „Vereins der Freundinnen junger Mädchen" statt. Dom 3.-8. Rovember hielt die Volksmissionann Fil. Hardt eine sehr gut besuchte ..Frauen - Woche" ab. Am 16. Rovcmber feierte man schließlich einen ©emeinbeabenb im dicht besetzten Guntiumschrn Saalbau, wobei unter anderem das Festspiel „Luther in Oppenheim" zur Aufführung kam. — Bei furchtbarem Sturm, der aber verhältnismäßig wenig Regen mit sich brachte, trat in dec Rächt zum Samstag unerwartet mit unheimlicher Schnettig».eit Öle Schlitz über bic Hf er; in den frühen Morgenstunden bildete ihr Flutztal und das der nahen Fulda einen einzigen großen See. Da der Wächter brr hiesigen großen Bleichereien statt zu wachen, den „Schlaf des Gerechten" schlief, wurden auch die großen, zum Bleichen ausgelegten Leinenbestäiidz völlig unter Wasser gesetzt; erst in den Spätnachmittagsstunden des eoamstag konnten sie geborgen werden, wenn auch zum Teil in recht beschädigtem Zustand. Auch tonnte der Wächter s i ch retten, der also nicht, wie dem „Lauterbacher Anzeiger" sälschlich berichtet wurde, dem Hochwasser zum Opfer gefallen ist. Hessen-Nassau. dh. Rodheim a. d. Bieber, 7. Januar. Wahrend der großen Wirtschaftskrisis des vergangenen Jahres hat die G e w e r t f ch a f t D u - berus auch hier zwei ihrer Gruben, nämlich Morgenstern und Friedberg, ft iIIgelegt. Morgenstern, eine Roteisensteingrube, ist wohl als ausgebeutet zu bezeichnen; aus ihr wurde alles Material, taS noch irgendwelchen Wert besah, ausgebaut und der Schachteingang mit Beton verschlossen. Die Grube hat wohl keine Aussicht, noch einmal in Betrieb genommen zu werden. Friedberg dagegen, eine Brauneisenstein- und Mangangi. übe, ist mit Dem neuen Jahre aus ihrem einjährigen Schlafe geweckt worden. Zunächst follen nur die auf dec Halde liegenden Erze nach Wetzlar befördert unb dort verhüttet wecken. Dec Eisenmarkt bat sich dermaßen belebt, daß die Sophienhütte Wetzlar ihren dritten Hochofen wieder in Betrieb setzt. Hoffentlich bedeutet dies nicht nur ein Aus flackern uif.rcr Industrie, sondern einen Dauerzustand. Dann würde vielleicht bic junge Grube Friedberg, in welcher bis heute in der Hauptsache nur Aufschlußarbeiten geleistet wurden, endlich einmal ein voller Betrieb. Mögen ihre Erze auch nicht besonders hochprozentig fein, so versprechen sie in der Teufe immer besser zu werden. Ebenso besteht die Aussicht, daß der Kieselschiefer» welcher die Verhüttung der Erze wesenllich verteuert, sich in der Teufe vermindert, und anstatt des erdigen Brauneisensteines mehr Stückerze gefordert werden kann. « bt. Dillenburg. 7. Jan. Im Eisenberg bau unseres Kreises ist leider bis heute noch keine Besserung eingetreten. Don der Reichsbahiverw altung wurden wiederholt Fragebogen an die einzelnen Grubenverwaltungen gesandt, ohne daß jedoch etwas positives zu erreichen war. Wenngleich eine Besserung der Jndustrielage bei den Fabriken und damit eine Herabminderung der Erweröslvsenziffer eingetreten ist, so würde die Arbeitslosigkeit ganz verschwinden, wenn die Dergwcrksrndustrie wieder aufbiühte. — Das vergangene Jahr brachte au dem Gebiet des Sanitätswesons in unserem Kreise eine bedeutende Förderung. Die in den 3 Städten bestehenden Sanitälsmlonnen tonnten den Anforderungen nicht mehr genügen. Don der Kreisverwaltung wurde darauf gedrungen, daß das Retz vergrößert wurde. In 3 weiteren größeren Gemeinden des Kreises sind nun neue Kolonnen entstanden, die sich bereits als sehr segensreich erwiesen haben. spd. Frankfurt a. M. 7. Jan. Der Magistrat beschloß den Ausbau des R e b st 0 ck s zu einem Zentral-Flughafen Das Gllände, das dcm Weißfrauen- und Katharinenflift gehört, ist durch Erbpacht auf fünfzig Jahre gesichert. Ferner soll der H 0 f Re bst ock mit rund 15 003 Quadratmetern erworben wecken. In seinen Gcbäuden sollen die Detriebsanlagen Hnteikunst sinden. Die Verwaltung des Platzes übernimmt eine städtische Gesellschaft. Im übrigen soll sich die Flugplatzgesellschaft selbst erhalten, nachdem ihr für den Anfang ein verzinsliches Darlehen von 200 000 Äkl. von der Stadt gewährt worden ist. Die Kleingärtner, die auf dem Platze noch ihre Garten haben, sollen anderweitig unlergebracht werden; hierfür beantragt der Magistrat die Bewilligung von 75 000 Mark. — 3m Polizeibezirk Frankfurt kamen im Monat Dezember 1773 Fälle kriminalistischer Vergehen und Verbrechen zur Anzeige. Hiervon entfielen zwei auf Totschlagversuche, vier auf Raub, einer auf Hehlerei und 134 auf einfache Diebstähle. An Einbruchsdiebstählen kamen 180 zur Anzeige, kleinere Eigentumsvergehen 268. Betrugsfälle wurden der Behörde 197, Unter» schlagungen 120 und Münzvergehen und -verbrechen 63 gemeldet. Mit Sittlichkeitsvecgehen und -verbrechen beschäftigte sich die Polizei in 151, mit Sitllichkeitsüberiretungen in 291 Fällen. Wegen Wuchers schritt man 120mal, wegen Schleichhandels 20mal ein, Rahrungsmittelfäl- schungen kamen 17 vor. Üleun Selbstmorde kamen zur Anzeige. Insgesamt kamen 724 Personen wegen krimineller Straftaten in Hast, darunter 43 steckbrieflich gesuchte. — In dec Schnurgasse kam es zu einer M a s s e n s ch l ä g c r e i, bei der ein Spengler am Kehlkops durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt wurde. Als Beamte der Schutzpolizei eingreifen wollten, wurden sie tätlich angegriffen, so daß sie schließlich mit ihren Wirtschaft. Konjunktur und Geldmarktlage. Die feit dem Spätherbst allmählich ein- fetzende Belebung der Konjunktur hat in den letzten Wochen Fortschritte gemacht. Zweifellos wird aber das Ansteigen der Konjunkturkurve durch die sortbestehende Kapital- unb Kredit- knappheit gehemmt. Zwar sind gewisse Anzeichen dafür vorhanden, baß die inländifche Kapital- neubilbung in bescheidenem Umfang wieder in Gang gekommen ist. Sie Zahl der bei den Sparkassen neu eröffneten Konten nimmt von Monat zu Monat zu. und auch die Sparanlagen weisen ein stetiges Anwachsen auf. Das gleiche gilt für die Depositenemlageri der Banken, deren Bestand gegenüber dem Anfang 1924 im Durchschnitt minoestens eine Verdoppelung erfahren hat. Allerdings ist auch hier wieder die Einschränkung zu machen, daß nur ein geringer Teil dieser Gelder wirtliches Sparlapital barstellt, der Hauptteil vielmehr immer noch aus kurzfristigen Guthaben privater und öffenllicher Stellen unb aus reinen Girogeldern besteht. Der Mangel an Sparkapital tritt vor allein in Gestalt des Fehlens langfristiger Gelder in Erschei nung. Der Durchschnittscharakter der fremden Gelder der Danken hat sich — unter dem Gesichtspunkt der praktischen Derwendbarckeit für Kreditzwecke betrachtet - gegenüber der Vor kriegszeit start verschlechtert. Die Einlagen bedeuten heute nicht ohne weiteres dasselbe mir entsprechende Vorkriegsbetrage, well die kurz friflig eingelegten Gelder in viel größerem Maße jederzeit fällig sind. Mit der kürzeren Geld unb Kapitaldecke sind die Dispositionen schärser geworden, unb bic knappen Betriebsmittel lassen nicht zu, daß vorübergehend überschüssige Beträge sich auf längere Zeit bei den Danken „setzen". Sie Banken müssen daher ihrerseits an» gesichts des beschränkten Umfanges echter Dc- pofitengelder sich in der Hereinnahme von Wech- fein eine gewisse Reserve auferlegen, zumal auf Grund 6et Kreditpolitik der Reichsbank auch nicht mit der Möglichkeit beliebiger Rediskontierung zu rechnen ist. Die Folge ist, daß der Markt sür kurzfristige Gelder reichlicheres Angebot erhält und vielfach eine Flüssigkeit aufweist, bür zu der eigentlichen Lage im Widerspruch steht, und — so eigenartig es klingt — in Wirklichkeit geradezu eine Folge der Kapitalknappheit ist. Das Kapitalangebot fz. D. für Zwecke bei Hypothekenanlage) könnte heute bereits aus reichender sein, wenn viele öffentliche und halb- öffenlliche Institute ihre Gelder für langfristige Realkredite zur Verfügung stellen würden, anstatt damit Bankgeschäfte oft recht spekulativen Charakters zu betreiben Ganz abgesehen von der Gefahr, die sich sür die Währung aus einem Zu viel von Instituten, die Kreditgeschäfte betreiben, ergibt, müssen wir uns in unserer Kceditwirt schast wie in der Produktion darauf einrichten, die vorhandenen Bestäicke möglichst rationell und der gegebenen Lage angepaßt zu verwerten. Die gegenwärtige Gestaltung der 'Verhältnisse am Geld- und Kreditmarkt läßt diese notwendige Rationalisierung noch sehr vermissen. Daß wir von der Wiederherstellung normaler Kreditver» hältniffe weit entfernt find, kommt u. a. in dem Festhalten der Reichsbank an der strengen Kro- ditkontingentiecung zum Ausdruck. Das Kontingent ist nur knapp 10 Proz. höher, als cs im April 1924 war. Charakteristisch für bic unzureichende Ausstattung der Wirtschaft mit flüssigen Betriebsmitteln sind die außerordentlich scharf gesteigerten Ansprüche, die neuerdings jeweils am Monatsende an die Reichs bank gestellt werden. Die Stärke dieser stoßweisen Ansprüche, deren Eintreten vor dem Kriege durch Erhöhung des steuetfreien Rotenkontingents Rechnung getragen war. hat offenbar im Zusammen hang mit der Belebung der wirtschafllichen Tätigkeit erheblich angenommen. Eine Rückwirkung dieser Erscheinung zeigt sich u. a. in dem gesteigerten Rotenumlauf, der jetzt einschließlich der Hartmünzen ca. 4 Milliarden ausm-acht. t c vw affen bte brUgelluftigen Leute auiefev anbertreiben muhten. — Der 31jährige Kaufmann Adolf Sichel hat bei auswärtigen Firmen große Bestellungen auf deckungslose Wechsel gemacht. Rach den bisherigen Feststel langen belaufen sich die Schwindeleien auf mehr als 10000 Mk. Jedoch scheint Sichel noch weit größere Gaunereien verübt zu haben. — 3m Scheckämt pirschte sich ein Herr an einen Lehrling, der sür eine Sachsen Häuser Firma 800 Mk. abgehoben hatte, heran, stellte sich ihm als Postbeamter vor und sagte ihm, daß sich in dem Geldpaket Falfchscheine befänden. Gr veranlaßte den ahnungslosen Lehrling wieder zur Rückkehr in das Haus unb ging mit ihm in den vierten Stock, wo er bem Jungen das Geld entriß und verschwand. * Hanau, 7. Jan. Der Haupt- und Jnnungsausschuh des HanbwerkSamts- bezirkes Hanau hat In seiner Delegiertensitzung den Beschluß gefaßt, im Sommer 1925 in Hanau eine große Handwerks- unb Ge - w e r b e a u s st e 11 n n g zu veranstalten. Die Ge- schäftsleituna hat bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Es durften nach bem Projekt zirka 5000 bis 6000 Quadratmeter Bodenfläche als AusstellungSvaum in Frage kommen, hiervon 2500 Quadratmeter von massiver Bauart, während der andere Teil Hallenbauten unb freies Gelände sind. Die Ausstellung gliedert sich in drei Teile, um) umfaßt: 1. Handwerkliche Erzeugnisse (hier kommen zirka 50 bis 60 ausstellende Gruppen in Frage). 2. Industrielle Hntemeh- mungen. soweit sie sich mit der Herstellung von hilfstechnischen Maschinen zur Verwendung im Handwerk und Kleingewerbe befassen. 3. Rohstoffe. Soweit sich heute iibersehen läßt, wird seitens der beteiligten Kreise bereits jetzt schon ein sehr großes Interesse für diese Ausstellung gezeigt. .VW,' ' N y>- ’.*•> .■«.' 90 «- «t iir* fA lagen der kanten, deren Jetern Anfcmz 192t im Turch- ü> eine Verdvpvrlung erfaßen Üt auch hier wieder die Sin- rachen, daß nur ein geringer Leü wirkliches SparkoM baMi. vielmehr immer daß die inländische Äailtal W&enem Umfang wieder I» Ijf Zahl der bei den Spar- «eil Konten nimmt von Mna' cdvch SDlnbe(eili nm5efHie[ ein § haben. ?. ^»»b.8 bgf »«Tb }Än*Ä Sä,-ÄS ÄLZSL ?.2. LJ? mit der alchtnen »uv von 5Mt* ih hSrjBus* rrchschnittscharakter der srernben rken hat sich - unter dem Se- praktischen Delwcnöbarkeit für rächtet - gegenüber Ser Jdi verschlechtert. 'Sie Gmlagm cht ohne weiteres dasselbe ®t orkriegöbetrage, Well tfc hri n Gelder in viel grüherem W ünb. Mi der kürzeren M e sind die Dispositionen fW die Wen DeÄebsmM W vockbergrhend längere 3* * rauten Men daher,hr«^ ,ef(6ränßen MfanZes echter M S in der Hereinnahme von W fLs ää Mlichkeit belieM^A ,? X wfle iß, dast der -üwrn '(W fei iTsrs? öcW-?dklSfüT(angfrtN lut2JTnnftXnSurten,anfta" LrS-AS 2aae an®e^L Mhälwille JJ ttebitmai^L vermissen. r Aich^ ÄusdruL « * >1K2 >«*&*''» i SsiiS”^ «ÄJÄ”« Springmanns Presse trotz bekannter Billigkeit bei einer großen Menge Schuhwaren bedeutend herabgesetzt! Selten~g ü n st ige Einkaufsg e/e gen h ei t für Je d ermann ne <$trma Krupp bet Der Vergebung i>on r2Iut- rägen der indischen Eisenbahn eine beträchtliche Unzahl von Kontrakten für Achsen und für Räder Radlahe) gesichert. Sieben Krupp ist an den in- nschen Eisenbahnaufträgen noch die Sächsische Waggonfabrik Werdau in erster Linie beteiligt. )ic einen großen Auftrag auf Güter- und Per- sonentvagen erhielt. Auch weitere deutsche Firmen sollen sich außerordentliche umfangreiche Abschlüsse für Wagen und Eisenbahnräder gesichert haben. Sn mehr als einigen Fällen sind den deutschen Firmen Aufträge wegen zu langrr Lie ferungssristen verloren gegangen. — Wie dem „Hainburger Fremdenblall" aus Stockholm gemeldet wird, hat die schwedische Reederei A.el Broström Cie. für Rechnung der Dampfschifffahrt A. G. Dirfing bei der Deutschen Werst in Hamburg zwei große Motorfrachtschiffe in Auftrag gegeben, die die größten bisher in Europa gebauten Motorfahrzeuge sein werden. Die Motormaschinen tollen für jedes Fahrzeug 6003 PS. entwickeln und diesen eine mittlere Geschwindigkeit von 11 Knoten geben. Die Baukosten werden auf 8 Mill. Kronen berechnet, für die die Reederei bei der schwedischen Regierung um ein Darlehn von 40 Prozent der Gesamtkosten nachgesucht hat. " Die Umstellung der A. C. G. Die A. E. G. legt zu gleicher Feit zwei Gold- bilangen vor, die eine per 1.10. 1923, die ander« per 1.10.1924. Die Eröffnungsbilanz 1923 zeigt ein Reinvermögen von 172,25 Mill.Rm. Gegenüber dem Pm.-Kapital von 1,7 Milliarden ist eine Umstellung deo Stamniaktientapitals von 1,2 Milliarden auf 120 Mill. Rm. (10:1) notwendig. Die Vorzugsaktien werden entsprechend ihrem Einzahlungswerl bei der ersten Emission auf 50 Rm. bzw. 20 Rm. umgestellt: die Vorzugs- altien erhalten außerdem einen Anteilschein von 5 Rm. Die Rücklage ist mit 16 Mill. Rm., der WohlfahrtSfonds mit 4 Mill. Rm. ausgewiesen. ' Deuts!-che Petroleum A. - G. Rütgeiswerkc A. - G. Die Verwaltung beider Gesellschaften legt nunmehr die Reichsnrark- bilanzen vor. itach denen bei der Deutschen Petroleum A.-G. daS Kapital mit 24 Mill. Rm. und die Rücklage mit 6 Mill. Rm., bei den Rütgers- werken das Aktienkapital mit 48 Mill. Rm. und die Rücklage mit 12 Mill. Rm. ausgewiesen wird. Die älmstellung erfolgt bei beiden Gesellschaften im Verhältnis von 1000:160. Frankfurter Abenbbörse. Frankfurt a. M. 7. San. CSU.) Unter Vernachlässigung der Aktienmärkte entwickelte sich an der heutigen Abendbörse ein reges Geschäft in Städteanleihen und Pfandbriefen, die schon im Mittaasverkehr einer lebhaften und steigenden Rachfiage begegneten. Bei lebhaften Umsätzen konnten diefe Werte weiter im Kurse an- ,ziehen. Rheinische Hypothetenbant 5,4. Frank- fu'.ter Hst o h keubant 5,6, Rheinisch-West'ä i che Htzpvthekcn 5.35, Preußische Sentralbodeniredit 5,3, Frankfurter Stadtanleihe 6,2. Berlin 6.6, Mannheim 7. Stuttgart 9. Die Aktienmärkte lagen ruhig Die aus der Rachbörse hervorge- tvctenc Erholung zeigte keine weitere Fortschritte. Bei minimalen Umsätzen waren die Kurse gegen Mittag fast uotllommen unveräirdert. Rur am Banken markt setzten Berliner Handelsgesellschaft ihre Lagerung bis auf 179* ,• fort, also ein neues Mus von 5‘ - Prozent. Die gute Meinung für dieses Papier geht von der Hoffnung der L^Sschütlung einer ziemlich bedeutenden Dividend 2 a'rs. Der Anleihemarkt lag weiter un- sjcher. Kricgsanlriheii leicht gebessert. Die Börse sch.oh in lustloser Haltung bei behaupteten Kursen. Deutsche Anleihen^ 5proz. Kriegsanleihe 905- 902,5, 3,5proz. Reichsanleihe 1125. 3,5proz. Konsols 1425. 5proz. Preußische Schätze von 1»25 0,35. Ausländische Renten: Zolltürken 10 25. Ungarische Goldrcnte 9,75. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 179—179,5, Commerzbank 6.9, Darmstädter 14,3, Deutsche 'Bank 13.25, DisronlogesellschUr 18,25, Mitteldeutsche Er^ditbank 1,9, Desterrcichifche Kreditaktien 11,05. Montanait-en. Buderus 22, Harpencr 132.5, Mansfelder 5,25, Phönix 59,75, Rheinstahl 55, ÜaurahuUe 7,20. Westeregeln 25,75. Salz Detfurth 28 50. Chemische Aktien: Badische Anilin 33,37, Scheideanstalt 25.9. Elberfelder Farben 27 87, DH. Goldschmidt 25.5, Höchster Farbwerke 28, Holzverkohlung 10,9. Ehemische Mcnania 8. Aütgerswcrke 21,25. Elektroaktien AEG. 12,3, S?id)t und HiaU 8,8i. ransportwerte: Hapag 30. Sonstige 3 nbu ft riete eite: Kleyer 3.10, Docke: hoff L Widmann 4.9. Etzlinger Maschinen 10, Aschaffenburger Zellstoff 33,25, Zement Heidelberg 28,5, Holzmann 6,25, Spinnerei Hammerscn 23,5, Lechwerte 22,2, Gedr. Iunghans 12,25, Rheinmetall 12,75, Peters Union 2,2, Doigt i Häffner 2,05, Badischer Zucker 4.5, Frankenthalzucker 5,55, Heilbronn 4,1, Ofssteinzucker 4,45. _________________Dorfen kurse. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 7. 3an. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Es erweckt den Eindruck, als ob die A b s ch w ä ch u n g s p e r i o d e bereits überwunden wäre. Es zeigt sich immer mehr, daß die Abschwächung auf einen Vorstoß der Spekulation unter Ausnutzung der schwierigen politischen Lage zurückzuführen ist. Rach- dem die Spekulation gesehen hat, daß sie keine Gefolgschast findet, ging sie bereits gestern und in verstärktem Maße heute zu Deckungen über, so daß die Gesamtlage der Börse als durchaus fest zu bezeichnen ist. wenn auch das Geschäft noch nicht wieder den Umfang der vorigen Woche erreicht hat. Am Montanmarkt standen wieder Stinneswerte im Vordergrund des 3nter- esfes bei erheblichen Kurssteigerungen. 3m übrigen beschränkte sich das Geschäft wiederum auf einige Spezialpapiere: so blieben Erdöl Wester gesucht. Ramentlich am Kaliaktienmarkt und hier wieder besonders in unnotierten Werten war das Geschäft überaus stürmisch. Hierbei ffrnnlfnrt-i M. Ferffi Schluh. Mut» Schluß. Ä6en6» böile S-chlatz- J.ur» Sdluh*. T ittag» bAde T^htni: 6.1. 7. . .1. ] l 1. 5*A DkllNchc 9te1d)Sr 3.1 0 —- 11,20 10,75 11 — 0 275 0.25 91,-0 Bochumer <3u9 ....... 89,5 BuderuS............ 22 22 21,50 I2.7S 51 21 90 Caro ............. 1? 80 Devtllb-Lurembm-tz...... 51,75 Qlelknttrttener Bergwerk. . — 93,75 93 25 fcarvener Bergbau...... 129,50 132,5 127,7 • . 0 89 131,5 21,13 «allwerke Äschersleben. . . . Kaliwerk 'ZBciteregeln. .... 25,50 21,75 25,13 25 6 L'curohütte...... ♦ • . 7,12 7,20 7 7.25 Ctevbeöarf ....... BUchett Montau........ **■ 13.6 13.60 60,25 69,75 85 59,8,5 51,73 49, 0 59,8 55,2 48 75 LelluS Bergbau........ - — Hamburg-Lmerika Paket... Aorddeutlchrr Llovd..... — ? 29,375 4,125 30 4,6! Cberamische Werke 8(Ma . , — — Zementwerk Heidelbna .. Philipp Holimann ...... 6,40 33,90 28 R 6,25 33,40 6,25 13 33,13 6,25 19.3 33,21 kinglo-Tont.Suano ..... Badische Liuilin........ Cbemische Mayer Rlahta .. »oldlcbmidt....., . . . — — — 24,62 2 .,9 25,50 21.90 — Griesheimer Elecirou .... Höchster Farbwerke...... 26 5 26,50 <8,13 28 27,10 .8 Holzverkohlung • . ...... 10,9 10,93 21,25 —- __ öiÜt'serSioerke ......... 20.60 20,375 21 Scheideanstalt -........ 25,7 25,90 — kllla Tleltriiitatr-Sefellschast 12,40 12,30 12,3 21,25 12,40 21,10 öcrpnmnn .......... w Mainkraftwerke ...... , . *. I - Schuckert............ - 7 6?) — Siemens L Halüke ...... «w bl 0 81,75 Eltilerroerte Ätetec ...... 3,15 I 3,13 3,1 3,1 Daimler Motoren. ...... •— 4 4 ßcnllBenftcebt. . ....... Mcguiu............. 1 ». 9,9 10 frankfurter Armaturen . . , — •» wr> nonservenfobrik Braun . . . — —- 1 1,2 Metallaelell'chaft Sranlfurt. Tet Union M.«®....... 20 1,96 ; 2,20 L Schuhfabrik Herr ...... — 4 1 4 Sichel...... ........ 3 »26 — 3,25 3,2 13,40 Bendorf Waivbof....... 13,4 ßutferfabrif Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 6 4,4 1 5,55 4,60 34,50 bis 38.50, Weizenkleie 13,75 bis 14. Roggen. Eleic 12,75 bis 13 Mk. Tendenz fester, jedoch wurden KrugershaU in großen Posten aus dem Markt genommen. Am Markt der heimischen Renten blieb der Versuch der Spekulation, auf Grund der verschiedenen Gerüchte über die Auswertung den Markt zu beleben, vergeblich Rach etwas lebhafterem Geschäft an der Dorbörse flaute der Markt wieder erheblich ab. Am Geldmarkt sind keine Veränderungen zu verzeichnen. Geld ist zu den bisherigen Sätzen leicht zu haben. Am internationalen Devisen- m ar It ging das englische Pfund nach der gestrigen Abschwächung wieder nach oben. Der französische Franken blieb schwach. Aedisenmartt Berlin—Frankfurt a. HL (3n ivi-Uoneu Mark auk^drückt- BueneB-Strel, London, «ea» dort. Japan. Rto d, Ftonetro für eine Stnbett Wien nntz Vudaven iur 100000 Änderten, alle» übrige tut 100 (Einheiten.) Lelegraphtsche Auszahlung. _______________(Ohne Gew-ähr.)____________ schäftslos. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. 3an. Der Produllenmarkt war ruhig. Die fest einigen Tagen mehrfach wechselnden Schwankungen gingen im heutigen Termingeschäft wieder etwas höher. — Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märt.) 237 bis 242, Weizen (März) 271 bis 270, Roggen (märf.) 229 bis 235, Roggen (März) 262 bis 261, Roggen (Mai) 272 bis 270, Gerste (märf.) 281 bis 293, Gerste (neue) 200 bis 218. Hafer (märf.) 175 bis 184, Mais (La Plata) 220 bi» 224. Mais (Mai) 211, Raps 400. Leinsaat 420 bis 425: für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.75 bis 35.00, Roggenmehl 32.00 bis 34.70, Weizenkleie 15.75 bis 15.80, Roggenkleie 14.90 bis 15.00. Viktoriaerbsen 29.50 bis 32.50, kleine Erbsen 20.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 18.00 bis 19.00, Wicken 16.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 11.00 bis 13.00, Lupinen (gelb) 15.50 bis 16.00. Serradelle (all) 10.00 bis 11.00, Serradelle (neu) 15.00 bis 18.00, Rapskuchen 17.80 bis 18.00. Leinkuchen 25.60 bis 26.00, Trockenschnitzel 9.40 bis 9.50, Torfmelasse 9.60 bis 10.00, Kartoffelflocken 19.70. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „fötefjener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 7. 3an Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 24.50, Roggen, inländ. 22 bis 24, Sommergerste für Brauzteecke 25,50 bis 31.50, Hafer, inländ. 18 bis 22,50, Mais (gelb) 21.75 bis 23, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 39 bis 41,75. Roggenmehl a. Iemuar 7. Januar Repart. vmiliche ‘Jiotlentin Q: . <»elD otuc t t I •Brie» (Xefb Briet »ml - Rott 8*dT. Yinttü kdiiätinia 17 >,14 20,90 CJ.62 .70. .1 .0.96 63,78 170, rf 20, >4 t3,83 i7j,zi 21,00 1 4.0 coli roll voll voll voll ooll Äovenhaflen ßtoctoiUm . HelnnasorS. Ntalieu. . . London. . . Neuvork .. Pari?.... Schwei, . . Sva!'ien . 14,36 113,01 10,55 7.67 AFS 5 4,i93 42,16 61,74 t8.63 4, 4 '.1-.29 10, "9 17,71 10,035 4,205 1.',62 01,91 18.82 7 4,?8 1 2,96 1C,5 5 17,41 19,9t 4,115 22.64 81,72 b6,-8 4 46 : 13,21 10. 9 17,7. 20(14 4,203 12,70 61,92 *9,02 voll voll ro>< voll voll voll roll voll voll voll voll voll DDU'DOU voll voll voll voll Wien in D-» Ceft- obgefl Vraa Vudavest. . Buen. Aire» Bulgarien Japan . . . Wo de Jan Belirad . . Lissabon . . 6,902 11,64 «,065 1rfi13 6,479 6,479 19,43 6,922 ir,6d 6,81 1,88’ 8,675 1,617 t,481 6,4:1 19,44 6,904 12.64 8,795 1^78 5,06 > 1J613 C.471 1,195 19.73 1^24 17,69 6,81 1,662 8,075 1,617 l ,481 6 81. 19,77 voll voll voll voll voll voll voll voll von voU voll Jdd uou voll voll voll oll voU IBantnote» (Ohne Gewähr.; Frr’M 7. Januar. Cefb | Brie' ülcstitt. «merikantsche Roien velgischc Noten . . . . • IM 4,17? 20.8/ 4,122 :c,L8 roll roll Dänische Noten . . . Englische Noten. . . . (trantäfikbe Noten . . • e . • • • • • 71 0> iS, 6 22,6 74 4 > 20 C6 27 voll voll voll vollLndische Noten . . 19. 9 -.70 6 voll ntolienische Noten . Norwetiische Noten. • Ml 17,<1 63,59 17,7 (3,91 voll voll Deutsch Cefterr .älöO Arones Rumänische Noten...... Schwedische Notett...... Schweizer Noten....... r,8J 2,16 117,7- 61.6 6,91 2,19 113.50 12.05 roll voll voll voll Spanische Tsch:cho!lor Ungarische lioten . . t8.67 ■89 voll oakische Noten . • Noten . . . . . 12, il)> 5 775 12/6 5,795 voll voll Gut eingeführter VERTRETER für Gießen und Umgebung gesucht. 2395» Warum werden wir im Winter stärker? Weit une die Bewegung in frischer Luft fehlt, auch unsere Nahrung eine hochivertlgere ist als im Sommer, weil schliestlich auch der Körper von Naiur aus gerade in der kalten Jahreszeit zum Zetlanfatz neigt. Sind Sie lorvulent oder besttzeu Sie Neigung hierzu, so muffen Sie gerade jetzt tm Winter eine ?,ehr!ur vornehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke Toluba^Kerne. 30 oder 60 (tzramm, -u kaufen, die völlig unschädliche Stoße uou fetizehren- der Wirkung enthalten. Verlangen Sie ausdrücklich in den Apot'.ekeu Toluba! Sofern tu anderen Apotheken nicht erhältltch, sicher IlniverntätS- Apotheke „Zum goldenen Engel". Büchertisch. — Der Heger (Heger-Derlag Wilh. Gotck. Korn, Breslau 1) zeigt mit jedem Heft wieder aufs neue, dah die Belange des deutschen 3ä- gers und Hegers bei ihm aufS beste gewahrt werden. Während Heft 27 vornehmlich Reinecke Fuchs, dent roten Freibeuter, gewidmet ist, ist Heft 28 wieder mehr auf die Wildhege zuge schnitten. Erwähnt fei hier nur der auSgezeich netc Beitrag des Schriftleiters Obf. Scherping ^Waldjagden" und die mit Spannung erwarteten Fortsetzungen „Die 3agb in der Rostocker Heide" und „Aus Litauischen Elchrevieren". 1546 „Alte und neue Meister". Verzeichnis einer Auswahl von Reproduktion«* in allen mechanischen Wiedergabeverfahren (Verlag F. Bruckmann-München und Pbotogiaphi- sche Binion-München). Das Buch enthält mit 380 Abbildungen von Weilen alter und neuer Meister, einen kleinen Teil der Kunstblätter (Reprodultivneni die vom Verlag Bruckinann bezogen werden können. Die Preise der Blätter, das Reproduktionsverfahren und die DlaNgröße ist bei jedem Bilde angegeben. 1458 Bruno Bette, „Set kaufmännische Stil" (Verlag Hesse L Becker. Leip zig). Gegen die Verderbtheit der ,Kauf»ianm> spräche" ist schon viel unternommen worden, doch steht der Erfolg ui keinem Verhältnis zu der aufgcwandten Müde. So muß denn der Kampf gegen die Verungl'.mpsu.ig unserer deutschen übradh-c weiter geführt werden und hoffentlich erfolgreich. Der Verfasser geißelt in seinem Werte die Schandung unserer Muttersprache in so eindringlicher Weife, daß sie auch den ver stockteslen Sprachfünder auf den Weg der Reue und Besserung führen müßte. An Hand vieler Beispiele werden, milde gesagt, die ilnfittcn des kaufmännischen Stils klar vor Augen geführt. Das Wert ist ganz besonders auch unseren jungen Kaufleuten, die berufen find, das Ansehen unseres Valerlandes in der Wclt zuruckzuerober.i, zu empfehlen, zumal gerade die 3ugenb in betrüblicher Selbstüberhebung oft jede Belehrung ablehnt 1462 CEGR. 186» HawFABEReC'l FRANKFURTS Saber* Wkinbrand 90 Frauen-Werktagsschuhe fl RMMer-ScMstielel EleganteHerren-nalbechuhe Br.BoxkalI»D.-3ali>6Chruchverbandavvarat, ohne Feder, ohne 6iummi° band, ohne Cchenkelriemen liüv alle Arien von Brüchen, wie Lmsten-, Schenkel-, Hoben«, Nabel-,Bauchbruche :c.l, hält auch den schwersten Bruch ohne lästigen Truck von unten nach obtzn sicher zurück.