nr. 286 Erster Blatt 175. Jahrgang Montag, 7. Dezember 1025 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vs»s und Verlag: vriihllch« Univerfitäl5-Vuch- und Lleindruckerei «. Lange in Sieben. Sdjtiffleitung und Selchäftsürlle: Schulürab- r. Erich eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Btonat$iEt$ng$preli: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsse: Lchriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohlnach- richten: Anzeiger Stehen. postschecttonto: Zranlfurt am Main 11686, Annaqme von Anzeigen für die lagesnummcr bis Zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klamean cigen von 70 u in Breite 35 Neichspjennig, Playoorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Will). Gange. Verantworilich. für Politik und Feuilleton Di. Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil § ans Iüstel, lämllid) in Gießen. Parteitage der Demokraten und der Bayrischen Bolkspartei. Der demolratische Parteitag in Breslau. Breslau, 5. De-. ($11.) Auf der heutigen Sitzung des Reichsparteitages der Deutschen Demokratischen Partei ergriff der Parteivorsihende, Reichsmini st er a. D. Koch, das Wort zu einem Vortrag über das Thema „Erstrebtes' und Erreichtes". Er führte u. a. aus: „Unsere Partei hat nach der Revolution in allen großen Fragen der Außenpolitik, der Innenpolitik und der Wirtschaftspolitik gegen rechts und links recht behalten, vor allem damit, daß der Wiederauf st ieg Deutschlands sich im Anfang nur ganz allmählich und nicht ohne Rückschläge vollziehen werde. Man wird lich heute entschließen müssen, ob man die Zu- •fimft Deutschlands auf dem Wege friedlicher Verständigung zwischen den Rachbaroölkern oder m Reiche am meisten leiden, daß die Reichswehr ich auch heute noch nicht so als Glied des neuen Staates fühlt, wie es möglich wird. Aber Gehler ist nicht als Beauftragter der de- m o k r a t i s ch e n P a r t e i im Kabinett. Ich habe seinerzeit ertiärt, daß seine Zugehörigkeit keine Bande zwischen der Regierung und uns bindet unb~ deshalb hat es zur Zeit keinen Zweck, sich über die Einzelheiten zu unterhalten. Wir haben den Radit-len in der Sozialdemokratie vorgeworfen, daß sie gegen den Reichspräsidenten Ebert mit Resolutionen gearbeitet haben. -Gehler und Ebert sind treueste Freunde und Mitstreiter bis an Eberts Lebensende gewesen. Hüten wir uns vor einem ähnlichen Fehler. Es sprach dann Frau Dr. Gertrud Bäumer über internationale Kulturpolitik. Sie hob hervor, wenn der Vertrag von Locarno tatsächlich einen „Anfang" einer neuen Epoche im Leben der europäischen Rationen darstellen soll, so müsse der diplomatische Verkehr der Regierungen die Außenpolitik in engerem Sinne des Wortes, in anderer Weise gestützt und getragen werden von der Wiederbelebung des Kulturaustausches der Rationen. Der Völkerbund als Organ solches Kulturaustausches habe feine Grenzen und seine Gefahren. Alles, fo.'ern es vom Völkerbund ausgehe, werde stets mehr die Bedeutung einer Förderung der internationalen Zirkulation des geistigen Lebens, nicht aber dieses Lebens selb st haben. Eine internationale Kul- turmisfion ist ein undenkbarer Gedanke. Kultur wächst organisch aus dem Boden des Volks- tums, aus der Berührung, aus der Beeinflussung innerer Auseinandersetzung. Dieses Bewußtsein muß wieder gepflegt werden und das deutsche Volk hat hier in seinem und im europäischen Interesse feine eigene Mission, die ihm diktiert ist durch die Offenheit seines Geistes für das Andersartige und durch die Kraft feiner Begabung zur Verbindung des Mannigfaltigen in höherer Einheit. Heber „Reue Ziele in der Wirtschaftspolitik" sprach dann Minister a.D. Dietrich (Boden). Hm ein richtiges Bild von dem Stand und der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu haken, müßle die Veränderung ins Auge ge'aßt werden, die einen glatten Vergleich mit der Vorkriegszeit ausschließe. Der Redner bezeichnete es als einen verbrecherischen Gedanken, zu meinen, die Reichsbank könne jetzt noch Milliarden Auslandskredite ^ereinnehmen, ohne eine Katastrophe für die W..>cung, zugleich aber auch für die Wirtschaft hecbcizuführen. Der Redner zog dann a.is dem Dargeleg'.en die Kon'equenzen für die Wirtschaft. Erste Aufgabe sei, festzustellen, wo und inwieweit wir hinter der fort» gcschcittensten Technik der Welt zurückstehen, um die'en Rückstand aaszuholen. Dazu könne un- bedenk.ich Kredit in Anspruch genommen werden, denn dieser Prozeß werde uns wieder konkucren- fähiger machen. Der Landwirtschaft müsse mit Kredi.en geholfen werden, dadurch würde unsere Produktion auf dem Gebiete der Rah- rungsm ittelversorgung gestärkt und die Einfuhr verringert worden. Weiier gelte es, das unsolide Händler tu m zugunsten des dadurch wieder leistungsfähig werdenden soliden und eingesessenen Handels zurückzu- brängen. Auch eine verständige Wirtscha ts- und Zollpoli.it und eie sparsame Steuerpolitik sei zugunsten des Aufsteigens unserer Wirtschaft notüe.iöig. Man darf, so schloß der Redner, das deutsche Vo.k nicht entmutigen, noch immer ist es tüch ig und leistungsfähig. Darauf Nahm Dr. Freude r (Wien), Mitglied der Oesterreichischen Arbeiterpartei, das Wort und gab einen umfassenden Ueberblick über die einzelnen Parteien in Oesterreich. Zum Schluß feierte er den Anschluß Oesterreichs an Deutschland. Der Vorsitzende Koch erwiderte daraus: „Wir warten den Tag ab, wir ersehnen ihn und freuen uns darauf, wenn ein einheitliches Deutschland entsteht." Der preußische Finanzminister, Dr. Hoepker- Aschoff, ging dann auf die Frage der Hohen- zollernabfindung ein. Der neue demokra- t'sche Antrag im Reichstag, so führte er aus, werde vom preußischen Ltaatsministerium begrüßt. Führe er aber nicht zu dem Erfolg einer reichsgesetzlichen Regelung der Abfindungsfrage, so bleibe eben nur der Weg des Vergleichs übrig. In der Schlußsitzung des Parteitages forderte der Reichstag sabgeordnete Erkelenz eine Modernisierung unserer Sozialpolitik, da die jetzige soziale Gesetzgebung! den Arbeitern nichts nütze und der Wirtschaft schade. Ein großer Teil der sozialpolitischen Aufgaben müsse in die Hände der Wir.schaftsgruppen selbst gelegt werden. Der bekannte Pazifist Dr. Q u i d d e erklärte, daß er den pazifistischen Vereinigungen in den Ententestaaten geschrieben habe, daß es keine deutsche Regierung gebe, die dem deutschen Volke die Hoffnung auf Wiedergewinnung der abgetrennten Gebiete im Osten, Memel und Danzig, nehmen werde. — Eine in diesem Sinne von Dr. Quidde vorgelegte Entschließung wurde unter lebhaftem Beifall angenommen; desgleichen eine Entschließung, in der der Parteitag der Parteileitung und den Parteifraktionen Dank und Anerkennung für ihre zielbewuhte und erfolgreiche Politik ausspricht. Die Wahl zum Bor st and ergab die Wiederwahl des Reichsministers a. D. Koch zum Parteivorsihenden. An den Parteitag schloß sich eine Kundgebung der Demokraten für den deutschen Osten, in der alle Referenten das unverbrüchliche Festhalten am Deutschtum betonten, und die deshalb ein Bekenntnis der Demokratie zum nationalen Gedanken wuöde. Parteitag der Bayrischen Bolkspartei. München, 5. Dez. (WTD.) In der Landes- Versammlung der Bayerischen Volkspartei erklärte der erste Vorsitzende der Landespartcileitung, Abg. Speck, bezüglich der aus Anlaß der Reichspräsidentenwahl in der Partei bestehenden Interessen, er glaube sagen zu können, daß Hindenburg auch in seiner neuen hohen Würde sich als ein kluger, unabhängig und aufrecht denlender und handelnder Mann erwiesen habe. Zur Frage: Zentrum und Bayerische Bolkspartei bemerkte dec Redner, daß die Berhältnisse in der Zentrumspartei noch reichlich unklar feien. Solange der gegenwärtige Zustand in der Zentrumsfrattion antauere, sei eine Annäherung der Bayerischen Bolkspartei an das Zentrum ausgeschlossen. Den Bericht der Aeichstagsfraktion erstattete Reichs iagsabge- ordneter Dr. Leicht. Ec betonte, daß zwischen der bayerischen Regierung und der Reichstagsfraktion einerseits und der Landtagsfraktion andererseits keine grundsätzlichen Diffe- renzen bestünden. Zur Neubildung dec Regierung beme.k.e der Redner, daß die Fraktion einstimmig in dem neuen Kabinett die Führung Dr. Luthers begrüßen würde. Es wäre noch die einzige Lösung, wenn es gelänge, d i e bisherige Basis der Regierungsmehrheit zu erhalten, trotzdem es sich um eine Minderheitsregierung handele. Die wirt- schaMichen und sozialen Gegensätze der Flügcl- varte'.en einer Großen Koalition würden den inneren Zusammenhalt sehr leicht gefährden. Im Anschluß hieran berichtete der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Abg. Dr. W o h l - m u t h, über die Tätigkeit der Landtagsfraktion und erklärte, das Ministerium selbst habe als erste und größte Ausgabe übernommen, daß die Staatsa u t orität wiederhergestellt werde. Das sei gelungen. Es gäbe Leute, die die Wiederherstellung der Monar - ch i e in Bälde wünschte. Er selbst könne dies nicht empfehlen. Ministerpräsident Dr. Held sprach bann über die gegenwärtige europäische Lage und die Beziehungen Europas zur übrigen Welt. Das Ziel, das sich die deutsche Außenpolitik stellen muß, ist die Befreiung vom ausländischen Druck in jeder Form und die Erkämpfung der vollen Gleichberechtigung Deutschlands im Bölkerionzern. Soll der Geist von Locarno nicht nur eiy: leere Phrase bleiben, so muß es in kurzer Zeit zu einer Verkürzung der Desetzungs- s r i st e n kommen, so muß das 2k e ch t der deutschen Minderheiten außerhalb der Reichsgrenzen in befriedigender Weise geregelt und das Unrecht des Danziger Korridors und der oberschlesischen Grenzregelung wiedergutgemacht und dem Ans ruch Deutschlands auf Kolonien entsprochen werden. Der Geist Locarnos verbietet auch ein Verzicht auf deutsches Land und deutsches Volk auszusprechen. Alles, was die deutsche Muttersprache spricht, hat ein Recht, sich zur deutschen Ration, zum deutschen Staat zusammen zuschliehen. Der Ministerpräsident erklärte in der 2Iu3- sprache zur Frage der Reubildung der Reichsregierung, daß ihm eine Koalition dec sogenannten Mitte ohne So- zialbemr traten am aussichtsreichsten erscheine. Diese sei chne die bayerische Volkspartei und die Wirtschaftspartei nicht möglich. Wenn die Bayerische V:lls>artei sich bei der Regierungsbildung beteilige, müsse eine Prlitik gefiebert fein, die sich auf föderalistischen Grundlinien aufbaut. Zur Frage der Bayerischen Bolkspartei unddes Zentrums erklärte der Ministerpräsident, besonders die gemeinsame weltanschauliche Grundlage der beiden Parteien, lasse eine gemeinsame Kampffront angst.chts des beverstehen, en Kuiturlampfes als wünschenswert erscheinen. In staatspelitischer Beziehung habe das Zentrum mindestens eine starke Linksschwenkung gemacht. linier lebhaftem Beifall wurde den Der- tretern im Reichskabinett, in der Staatsregie* nxng, im Reichstage, im Landtage sowie der Landesparteileitung einstimmig der Dank und das Vertrauen ausgesprochen. Umorganifation der Reichsbahn 3n absehbarer Zeit ist mit einer völligen Umgestaltung der Reichlbahnverwaltung zu rechnen. Das gesamte Reich.b'.hnnetz soll sechs Generaldirektionen unterstellt werden, von denen zwei nach Süddeutschlanb verlegt werden. Während die eine das bayerische Dahrmetz umfaßt, erhält die andere ihren Sitz in Frankfurt a. M. In die Frankfurter Generaldirektion werden künftig die Bahnstrecken des Frankfurter B?'ir'-. t:e y-n H - ff - - "p- den, Württemberg und der Pfalz cingcglicbcrt Schon bei dem vor mehreren QHonaten erfolgten Wechsel in der Direktion der Frankfurter Verwaltung ist auf die süddeutschen Verhältnisse dadurch Rücksicht genommen worden, daß ein aus &em badischen Verwaltungswefen hervorgegan- gener Präsident, Geheimrat Dr. Roser aus Karlsruhe die Frankfurter Leitung erhielt, der später auch die Gencraldireklion mit dem Titel Reichsbahnoberpräsidcnt i berr.ch neu wird. Ferner wird vermutlich das technische Personal, das bisher noch der Frankfurter Leitung unterstand, der Zentrale für das Werkstät- tenwesen in Kassel zugewiesen. Die Demission öer Reichskabinetts Reichetaqspräsidcnt Vöbc beim Reichspräsident. Berlin, 7. De;. (ID. B.) Amtlich. Reichskanzler Dr. Luther überbradile Sam tag nachmittag 6 Ahc dem Reichspräsidenten die De- Mission dec Rcichscegierung. Der Reichspräsident nahm die Demission entgegen und ersuchte dcn Reichskanzler und die Reichsminister, bis zue Neubildung dec Regierung die Geschäfte weiter- Zufuhren. Dec R c i ch s p c ä j i d e n t hat Sonn- tag mittag den Reichslagspräsidenteu Lobe emp- sangen, der ihm über die gegenwärtige pariamerfa- rische Lage Bericht erstattete. Der Besuch währte eine knappe Stunde, wie mehrere Blätter wißen wollen, habe der Reichspräsident den Siandpn-.kt vertreten, daß versucht werden müsse, eine Regierung auf breiter Grundlage zu vil- ocn, die von den Sozialdemokraten bis zur Deutschen Bolkspartei reiche. Die Notwendigkeit einer Regierung auf derartig breiter Grundlage ergebe sich aus den Schwierigkeiten dec gegenwärtigen Wirtschaftslage und der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit. Am heutigen TUontag sind die Parteiführer, mit Ausnahme dec D.lki- fchen und Kommunisten, zum Reich-Präsidenten ue- laden. Die Reihenfolge beim Empfang richtet sich nach der Stärke der Reichskagssrakttoneu. Daher wird zuerst der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Hermann Müller, um 11 Uhr oom Reichspräsidenten empfangen werden. Nach dem «Montag" ist man in parlamentarischen Kreisen dec Meinung, daß nach den gestrigen informarori aten Besprechungen zunächst interfraktionelle Beratungen zwischen den parlamentarischen Gruppen folgen werden. Reue preisadbaumaßnabmen der Reichsregierung Berlin 5. D-z. (WB.) Amtlich. In der heutigen Kabinettssitzung erledigte das Kabinett eine Reihe wirllchasts- und soziaipolilis-ec Angelegenheiten, bevor das Reichsministerium den Demistlonsbeschluh faßte. Es wurde ein G e - se tz entw ur f zur Förderung des Preisabbaues verabschiedet, der nunmehr sofort dem Reichsrat vorgelegt werden wird Der Gesetzentwurf enthält: 1. Bestimmungen über einen vergleich zur Abwendung des Konkurses unter Aufhebung der Verordnung über die Geschäfks- a u f f i ch k. 2. Vorschriften gegen die Ausbeutung bei der Vergebung von Aufträgen im Wege der Aus- f ch r e i b u n g. 3. Beseitigung der Ausnahmestellung dec .Zwangsorganifatianen, die bisher nach der Kartellverordnung der Einwirkungen, >lich- keiten der Reichsregierung und des Kartellgcrichfs nicht unterliegen. 4. Bestimmungen, die hinsichtlich der Einwirkungsmöglichkeiten des Staates die Innungen und In nungs oe rbä ndc den Kartellen in gereiftem Umfange gleichstellen. 5. Vorschriften über das Feilhalten van Brot zu festen Gereichten. _ gesetzlichen Mw- -ahm .n haben sich bei Durchführung b:r Preis bbau kiion al3 notwendig evwiesen. De zur Verfügung stehende i verwaltungsmäßigen Mittel hat die Reir 3- rcnerung zur Herbeiführung des für estorderlch erkannten Preisabbaues selbstverständlich säm ! ch annewen^ct. Diese Mittel re>'‘en aber zur Erzielung des angestr^btrn Erfolges nteh: au3. Der vorgeschlagene Gesetzentwurf soll i.ie Pe n Gestaltung in der Wirtschaft weiterhin im L 'ne einer für die Gesamtheit gesunden Entwicklung! beeinflussen. Daöci wirb die Reich Zregietzunz in wesentlichen Beziehungen nach w e vor auf dir ver st ändnis volle Mitwirkung der E r w e r b s stä n de angewiesen bleiie i. Die in Fortführung ter Preisabbaualii:n weiter eingeleiteten und noch im Gange befindlich-n Maß- nehmen werden ohne iUntecbeechung weitergeführt wer.,en. So beschloß heute das Kabinett, i"em_ Reichsrat bir Herabsetzung des Zuschlages für die von den Apotheken vertriebenen Spezialitäten zu empfehlen. Außerdem ver byieb-t? das Ke binett eine Denkschrift über die Sozialversicherung 192-1 25 und eine Darlegung über Oie Einnahmen und Ausgaben der deutschen Erwerbslosenfürsorge seit dem ersten Juli 1924. Diese Materialien werden sofort dem ReichZrat unb dem Reichstag zur KeTmtnisnah-.ne vorg.l gl werben. Wie bas W. T. D. gleichzeitig erfährt, haben die Destrebun'en ter R.ichzregierung auf Herabsetzung der Zinsensätze für öffentliche Gelder zu dem weiteren Ergebnis geführt, daß sich dcn Bereinigungen zur Zins» hecabs tzung ter öffentlichen Gelder nicht nur die üb rwiegenbe Zahl der Länder vorbeßelt.'os an* ^schlossen hat, sondern «uch tle kommunalen Deutsche Städtetag. l angekündigt, daß bald ein Angriff erfolgen werde. Keineswegs übertrieben erschienen die Berichte, wonach sich 2000 Drusen in unmittelbarer Umgebung der Stadt aufhalten. Spitzenverbände, der der A:ichZstädtebund und deutsche Landkreis- tag. sowie das Geldinstitut des Deutschen Sparkassen-- und Giroverbemdes. die Deutsche Girozentrale ihnen vorbehalll-s belgetretcn find. Die Erwerbs'osennot. Berlin. 5. Dez. (Wolff.) Die Geschäftsstelle des Deutschen Städtetages teilt mit: Im Anschluß an die Beratung des Gesetzentwurfs über die Arbeitslosenversicherung wurde in der Dorslandssitzung eingehend die bedrohliche Lage erörtert, wie sie in vielfachen Betriebseinschränkungen, Stillegungen und in der beängstigend a n ° steigenden Erwerbslosenziffer zutage tritt. Die Stadtverwaltungen sehen mit Sicherheit wieder die Zeiten kommen, wo sie nicht aus schwächlichem Entgegenkommen, sondern weil sie sich der überaus großen Notlage nicht verschließen können, nor die Aufgabe gestellt sehen werden, wieder N o t- st a n d s a r b e i t e n einzurichten, um den notleidenden Massen Arbeit zu geben. Bei ihrer finanziellen '.Collage kann aber keine Rede davon sein, auch hier wieder die Gemeinden allein die Lasten tragen U> lassen. Reich und Staat sind in e r st e r Linie verpflichtet, das Nötige zu tun, um derartige folgen dec allgemeinen Wirtschaftslage abzufangen. Der Vorstand beschloß daher, an das Reich und die Länder mit der Forderung heranzutreten, daß die Reichsregierung und dir Länderregierungen nicht nur selbst für die Beschaffung von Notstandsarbeiten sorgen, sondern vor allem auch die nötigen Mittel b e r e i t z u st e l l e n , um den Gemeinden die Veranstaltung von Notstandsarbeilen zu ermöglichen. Es erscheint auch notwendig, daß der W i r t s ch a s t selbst die nötigen B e t r i e b s m i t- t e I zur Verfügung gestellt werden, damit die Wirtschaft ihrerseits ihre Unternehmungen in Betrieb holten kann. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags nahm zur Erwerbslosenfürsorge einen Antrag Delp mit zehn gegen vier Stimmen an, der dahin abgeändert worden war, daß die Gemeinden zu der Unterstützungcaktion für die besonders Bedürftigen einen Vorschuß in Höhe der Hälfte der Aufwendungen erhalten sollen. Die Gestaltung der Hauszins- steuer in Preußen. Berlin, 5. Dez. (Wolff.) Amtlich. Entsprechend der Auffassung des Reichstags und dem Beispiel anderer Länder, die bereits die Friedensmiete als Besteuerungsgrundlage eingeführt haben, beabsichtigt die Regierung, die Befteuerungs- g r u~n b 1 a g e für die Hauszinssteuer vom 1. April 1926 ab zu wechseln. An Stelle der Grundvermögenssteuer soll die F r i e d e n s m i e t e oder bei nichtvermieteten Grundstücken der Friedenswert (ortsüblicher Mietzins ab I.Juli 1914) treten. Die Steuer soll in bestimmten Hundertsätzen der Friedensmiete (des Friedensmietwertes) erhoben werden. Neben der Umstellung der Besteuerungsgrundlage soll vom 1. April 1926 ab das Eigen- kapital, das der Grundeigentümer am 31. Dez. 1918 am Grundstück hatte, stärker als bisher steuermindernd berücksichtigt werden. Den Eigentümern der steuerpflichtigen Grundstücke wird in der nächsten Zeit eine Aufforderung zur Abgabe einer Erklärung über d i e Friedensmiete der vermieteten Raume ihres Grundstückes zugehen. Für die Minderung der Steuer sind von Eigentümern besondere Anträge bei der Deranlagungsbehörde zu stellen, für die ein von der Gemeindebehörde zu beziehender Vordruck zu benutzen ist. Der Internationale Gewerk- fchaftsbund und Moskau. Amsterdam. 5. Dez. (WB.) Der General- rat des Internationalen Gewerks Haftsbundes befaßte sich mit der vor wenigen Tagen in London auf einer Besprechung von Vertretern des Internationalen Gewerkschaflsbundes und des englischen GewerlschaftsbundeS erörterten Frage der Zulassung der russischen Gewerkschaf t e n zum Internationalen Gewerkschafts-- bund. In cin?r von Stenhuis-Holland eingebracht :n Entschließung wurde der bereits im Februar bi'f'3 Jahres im Generalrat gefaßte Beschluß mit 14 gegen 7 Stimmen bestätigt und die neue Beschlußfassung für überflüssig erklärt. In der damaligen Entscheidung war zum Ausd uck gebracht worden, daß der International' G we ksch ft band nur dann bereit sei, eine Besprechung mit Vertretern des russischen Gewerkschaft sbund^s über das Zusammengehen der beiden Gewe.lschastsbewegungen einzuberufen, wenn der ruf ische Gewertschaftsbuno vorher seine Bereitwilligkeit zum Eintritt in den Internationalen Gewerkschaftsbunö ausdrücklich erklärt habe. Vorbereitungen für die Abrüstungskonferenz. Genf. 6. Dez. (*2BcIif.) Das Aatskomitee für Abrüstungsfragen hat beschlossen bei dem Volke', bundsrat einen Antrag einzubringen. Deutschland, die Vereinigten Staaten und Rußland zu ersuchen, Vertreter in den Vorbereitenden Ausschuß für die Llb.üstungskonferenz zu entsenden. Das Komitee legte ferner in großen Zügen das Programm des Dorbereitenden Ausschusses fest und beschloß beim Völcerbundsrate zu beantragen, in der Frage der privaten Waffenfabrikation den Regierungen einen besonderen, von der Stu- dientemmisfton vo bereiteten revidierten Fragebogen mit dem Ersuchen zuzuleiten, bis zum 1. Juni 1926 Antwort zu erteilen. In der Zwischen-eit sollen die vorbereitenden Studien über den Entwurf einer Konvention über die Kontrolle bet privaten Wafsensabrikation ansangen. Ein französischer Erfolg in Syrien Beirut, 6. Dez. (Reuter.) Französische Streitkräfte haben Hasbaya beseht. Damit kann die ganze Erhebung im Libanon als beendet betrachtet werden. Die Drusen hatten um die Ortschaft einen Wall aus Steinen gezogen, wodurch der erste Angriff der Franzosen, die mit Tanks vorgingen, zumStehen gebracht wurde. Hierauf ging die französische Infanterie vor, um den Pairzerautos den Weg zu bahnen, die dann in Hasbaya eindrangen. Die französischen Flugzeuge konnten die Stadt nicht bombardieren, da in ihr neben Mohcunedanern eine große Anzahl Christen leben. Aus Anlaß der Ankunft des neuen französischen OberkoMmbsars be 2 ouvenel in Damaskus haben die in bet Rahe der Stadt sich avfhaltenden Freischaren Parlamentarisches aus Hessen. Ein Antrag das Bauernbundes ersucht die Regierung, bei der Reichsregierung darauf hin- zuwirken, daß die Beiträge zur Invalidenversicherung. soweit sich Rückstände aus der Zeit vor dem 15. Oktober be Kontrollen nach diesem Zeitpunkt ergeben, nicht nach den neuen, sondern nach den vor dem 15. Oktober gültigen Sähen erhoben werden. Der Bauernbund beantragt: Den durch älnwetter schwer geschädigten Gemeinden i m K r e i s e L a u t e r b a ch: 1. Grebenhain. 2. Bermuthshain, 3. Crainfeld, 4. Over- Moos. 5. Rieder-Moos, 6. MetzloZ, 7. Metzlos- gchaag. 8. Bannerod. 9. Lanzenhain. 10. Engel- rod, sind dieselben Unterstützungen zu gewähren, wie den Gemeinden des Kreises Schot- t e n. Ebenso ist den weniger schwer geschädigten Gemeinden des Kreises Lauterbach, die nachstehend angeführt sind, dieselben Erleichterungen staatlicherseits zuzugestehen wie den weniger stark beschädigten Gemeinden des Kreises Schotten, und zwar: 1. Vaitshain, 2. Rösberts, 3. Weid- Moos, 4. Steinfurt, 5. Altenschlirf, 6. Ilbeshausen, 7. Eichenrod, 8. Eichelhain. 9. Hörgenau, 10. Hopfmannsfeld, 11. Wnnschen-Mo's, 12. Zahmen, 13. Heisters, 14. Herbstein, 15. Salz, 16.Radmühl, 17. Fleschenbach, 18. Freiensteinau, 19.Holzmühl, 20. ®ungenau, 21. Reichlos. Ein volksparteilicher Antrag zur Reuregelung bei? Befoldungsverhältnisse der Schutzpolizei, der staatlichen Ortspolizei und der Gendarmerie ersucht die Regierung. 1. alsbald, und zwar spätestens zum 1. Januar 1926 dem Landtag den Entwurf zu einem besonderen Polizeibeamtengesetz vorzulegen, durch daä die Besol- Dung der gesamten Polizeibeamten (also der Schutzpolizei, der staatl. Ortspolizei und der Gen- barmerie) einet völligen (Neuregelung im Sinne einer Höher ei nstufung unterworfen wird, und zwar unabhängig von der Desoldungsrege- lung der übrigen Staatsbeamten; 2. bis zu dieser Reuregelung den sämtlichen obengenannten Polizeibeamten eine gleiche, lediglich nach Dienst- jahren abgestuftc Dienstaufwandsent- schädigung zu zahlen, und zwar a) für Beamte mit 2 bis 6 Dienstjah-en 20 Mark monatlich, b) für Beamte mit 7—12 Dienstjahren 30 Mk. monatlich, c) für Beamte über 12 Dienstjahren 40 Mk.monatlich. • Ein deutschnationaler Antrag wünscht, daß mit Rücksicht darauf, daß in der gegenwärtigen unruhigen Zeit an die gesamten Polizei- und Sicherheitsbeamten (Gendarmerie. Polizei- und Strafanstaltswachtmeister) besondere Anforderungen gestellt werden und ein großer Teil von ihnen außergewöhnlichen Gefahren ausgesetzt ist, die genannten Beamten In eine besondere Gruppe der Desoldungsordnung aufgenommen werden. ♦ Der sozialistische Abgeordnete Delp beantragt. der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen: 1. unverzüglich eine R e u- organisation des Po.lizeiwesens in der Richtung einer Bereinigung der Schutzpolizei mit der blauen Polizei und der Gendarmerie mit dem Ziele einer erheblichen Verminderung des Personalbedarfs in die Wege zu leiten und dem Landtag hierüber Vorlage zu machen: 2. gleichzeitig mit bet Reuorganisation der Polizei, spätestens aber mit einer neuen allgemeinen Revision bet Gehalte der Staatsbeamten einen neuen B e s o l d u n g s p l a n für bic Polizeibeomten — einschließlich der Gendarmerie und Strafanstaltsbeamten — vorzu- legen. der den Lebensnotwendigkeiten dieser wichtigen Beamtengruppen und namentlich auch den Besonderheiten ihres gefahrenvollen Dienstes gerecht wird; 3. bei der Reichsregierung auf die unverzügliche Reugestaltung des Desol- dungswesens im Sinne einer weitgehenden Vereinfachung und einer sozialeren Ausgestaltung des Gehaltstarifs, vor allem durch Besserstellung der gering besoldeten Deamtengruppen hinzu- wirken. Falls die Reichsregierung nicht rechtzeitig zu diesem Schritte zu bewegen ist. sind sväte- ftens bis zu dem mit dem 1. April 1926 in Aussicht stehenden Außerkrafttreten des Bisoldungs- sperrgesetzes Vereinbarungen mit den übrigen Ländern des Reichs oder doch mit denjenigen Ländern, deren Verhältnisse m t denen unseres Landes am ersten vergleichbar find, dahingehend zu treffen, daß diese Länder von sich aus eine neueDesoldungsorduung jm obigenSinne schaffen; 4. für den bevorstehenden Winter die individuelle Fürsorge für den notleidenden Teil der Beamtenschaft — einschließlich der Pensionäre und der Hinterbliebenen von Beamten — und der ständigen vollbeschäftigten Staatsarbeiter, nötigenfalls durch äleberschreiten der dafür zur Verfügung gestellten Kredite, unter besonderer Berücksichtigung der durch die Besonderheiten des Dienstes der Polizeibeamten für diese bestehenden Rotlage, nach Möglichkeit zu erweitern und bei Prüfung der Verhältnisse der in Betracht kommenden Beamten in weitherziger Weise zu verfahren. Aus aller Welt. Die Kältewelle. Eine starke Kältewelle beherrscht seit einigen Tagen ganz Mittel- und Osteuropa. In D a h e r n herrscht strenger Frost. Sv wurde in München- Stadt am Samstag ein Temperaturminimum von 17 Grad, in Rhmphenburg 26 Grad und in Schleitzheim sogar 27 Grad gemessen. Auch ein Opfer hat die Kälte in Hollfeld (bei Würzburg) gefunden. Dort wurde eine alte Frau vor einer Scheune erfroren aufgesunden. Von allen Wintersportplähen des südlichen Schwarzwaldes werden gute Schnee» schuhbahnen gemeldet. Auf dem Feldberg beträgt die Schneehöhe 92 Zentimeter, in Hinterzarten 45 Zentimeter, auf dem Schauinsland 120, in Triberg 80 bis 90 Zentimeter. Did Sem- unter Rull. Von höher gelegen Punkten herrlichste Fernsicht. In ganz I t a l i e n ist die Temperatur nachts unter Rull gefallen. In Florenz und Vvlterra zeigte das Thermometer vier Grad, in Parma zchn. In Rom wat am Tage vier Grad Wärme, nachts vier Grad Kälte. In Sulmvna liegt 80 Zentimeter Schnee, Auch aus Syrakus und Caltanisfetta werden Schneefälle gemeldet. Seit drei Tagen herrscht auf dem Adriati chen Meer ein schwerer Sturm. Aus Mailand werden minus 5 Grad Celsius gemeldet, aus Turin 9,2 Grad unter Null. Aus Venedig kommt die Nachricht, daß ein Teil der Lagunen zugefroren sei. Auf dem Hochplateau von A s i a g o (südöstl. Trient) herrscht eine Kälte von minus 18 Grad Celsius. Seit vorgestern herrscht auch in ganz Frankreich starke Kälte. In der Provinz und in Paris sind ihr mehr als zwölf Personen zum Opfer gefallen. Die Loire ist zugefroren. Ein schweres Lawinenunglück ereignete sich in Lahn in Tirol. Etwa 30 Mann wurden im Derental von einer Law'.ne überrascht. Fünf Mann wurden vom Wirbel in b i e Tiefe gerissen. Während zwei Marrn der Kolonne sich selbst wieder herausarbeiten konnten, wurden zwei andere als Leichen aus i>em Schnee gegraben. SchMzusammensteß auf der Schelde. Auf der Schelde bei Antwerpen stieß der amerikanische Dampfer „Federal' mit dem englischen Dampfer „Ashton" zusammen. Die „Ashton" sank in wenigen Minuten, hinter den Opfern des ülnfalles befinden sich der Kapitän, der Lotse und drei Mann bet Besatzung. Canjagden. Simmern, 5. Dez. (WSR.) Einer Jagdgesellschaft ist es gelungen, im Hochwald (Hunsrück) an einem Tage 18 Wildschweine zu erlegen. In dem angrenzenden Teil der Eifel konnten an zwei Tagen sogar 75 Borstentiere zur Strecke gebracht werden. Eröffnung der Zugsp'ttzenbahn im Februar. Wie die „Münchener Reuesten Rachrichten" melden, hat die Bauleitung der Seilbahn auf die Zugspitze versichert, daß mit der Aufnahme des Betriebes im Februar 1926» zuverlässig gerechnet werden kann. Schweres Grubenunglück in Bayern. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich in der staatlichen Kohlengrube Peisenberg in Oberbayern. Bei der Bohrarbeit im Gestein kamen mehrere Bergarbeiter auf einen nicht ^gegangenen Schuß, der noch im Gestein steckte und dadurch zur Explosion gebracht wurde. Drei Bergleute wurden furchtbar verstümmelt tot aufgefunben. Go'dfunde in der Tschechoslowakei. Wie die „Prager Presse" meldet, hat die staatliche Berg- und Hüttenverwaltung seit einem Jahr Schürfungen auf Kupfer im Komitat A l t s o h l vorgenommen. Diese Schürfungen führten jedoch verhältnismäßig wenig kupferreiches Material zu Tage. Dagegen stieß man auf eine Quarzäder, die Gold in bedeutenden Mengen besitzt. Es ist anzunehmen, daß auch im weiteren Umkreise des Fundorts Goldfunde gemacht werden, wodurch die Möglichkeit gegeben wäre, ein großes, rationell arbeitendes Unternehmen ins Leben zu rufen. Der entflohene Selbstmörder. Als in Berlin einige Chauffeure von Racht- fährten in die Garage Aurückkehrten, fanden sie einen Chauffeur an einem Balken erhängt auf. Sie schnitten ihn schleunigst ab. packten ihn in ein Auto und wollten ihn in ein Krankenhaus bringen. Unterwegs tarn der Bewußtlose aber wieder zu sich, warf seine Begleiter mit Box- Hieben zur Seite, sprang aus dem Wagen und lief nach Hause. Die Deranlassung zu feinem Selbstmordversuch ist Liebeskummer. Wolkig, stellenweise neblig, Temperaturen langsam ansteigend, Winde aus südlicher Richtung, meist trocken. Die Luftdruckoerteilung über Europa ändert langsam ihr Bild. Das kontinentale Hochdruckgebiet wird von Westen her abgenblicklich stark angegriffen, doch ist sein Kerngebiet über Süddeutschland und den Alpen, durch starke Ausstrahlungskälte unterstützt, nur schwer zu überwinden. Immerhin dürfte sich die südliche Lufströmung.die auch in unserem Gebiete schon eingesetzt hat, langsam verstärken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: minus 9,7 Grad Celsius, Minimum: minus 19,6 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 18,9 Grad Celsius. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. Dezember 1925. Gießener VZschenmarktpreise. Es kosteten auf dem Samstag-Wochenmarkt das Pfund: Butter 2.10 bis 2.30 Mk., Matte 40 Pf.. Käse 65 bis 75 Pf.. Wirsing 15 Pf., Weißkraut 10 Pf., Rotkraut 15 Pf., gelbe Rüben 15 Pf., rote Ruben 12 Pf.. Spinat 40 Pf.. Unter- Kohlrabi 10 Pf.. Grünkohl 30 Pf., Rosenkohl 50 Pf., Feldsalat 1.20 Mk.. Tomaten 1.20 Mk., Zwiebeln 12 Ps.. Meerrettich 30 bis 80 Pf.. Schwarzwurzeln 50 Pf., Kartoffeln 4 Pf.. Aepsel 15 bis 18 Pf.. Birnen 30 Pf., junge Hahnen 1.20 Mk.. Suppenhühner 1.20 Mk.. Gänse 80 bis 110 Pf., Rüsse 60 bis 90 Pf.; das Stück: Blumenkohl 60 bis 120 Pf.. Endivien 10 bis 20 Pf., Ober-Kohlrabi 10 Pf., Lauch 5 bis 10 Pf., Rettich 10 bis 20 Pf., Sellerie 20 bis 40 Pf.. Eier 19 bis 20 Pf. Bornotizen. — Lageskalen der für Montag. Gesellschaft Liebig-Museum: 6x/< Ähr im Hörsaal von Prof. Dr. Schaum (Eingang Goethestrahe) öffentliche Vorträge. — Gesellschaft der Kunstfreunde: 81/» Uhr, Hörsaal des Phyfikal. Instituts, Lichtbilüer-Vorlrag. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr „Stadt Kassel" Monatsversammlung. — Elsaß-Lothringer: 8l/< Uhr „Hotel Köhler" Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Dahnhofstraße: „O alte Burschenherrllchkeit". — Astoria-Lichtspiele: „Die Sllaven-Königin". — A u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Ein theatralisches Ereignis allerersten Ranges wird Freitag, 11. Dez., bringen. An diesem Tage gelangt nämlich durch ein Frankfurter Operngastspiel Puccinis weltberühmte, hier noch nie gegebene Oper „Tose a" zur Aufführung. Allererste Kräfte der Frankfurter Oper, wie Frau Gentner-Fischer, John Gläser, Adolf P e r m a n n , verbürgen durch ihre Mitwirkung eine Aufführung, wie sie selten geboten werden kann. Diese Opernaufführung zählt als Operettenaufführung im Freitagabonnement. Bis Dienstag, 8. Dezember, haben die Freitagabonnenten das Vorrecht auf ihre Plage gegen eine bestimmte Aufzah» hing; von da ab beginnt freier Verkauf an dee Tageskasse. — Der Gewerbeoerein hält am morgigen Dienstag, 8.39 Uhr, eine Mitgliederversammlung ab, in der Steuerobersekretär Frees über die Vermögenssteuererklärung sprechen wird. Außerdem wird man sich u. a. über eine evtl. Ausstellung unterhalten, (^ieh Anzeige am Samstag.) — ..Der Aetna" (Vulkanismus und Vegetation) ist das Thema eines Lichtbilderoortrages, den Professor Dr. Funk am nächsten Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität halten wird. Näheres in der Anzeige am Samstag. V ** Die Kälte, die wir nun schrn seit etwa einer Weche genießen, ist nachz-erabr sehr unangenehm geworden. In der Rächt zum Sw tag sank die Temperatur auf 20,8 Grad, gestern: morgen zeigte das Thermometer sogar 21 Grab an. Die letzte Rächt brachte ein Minus von 19,6. heute früh waren es 18,9 Grad. Auch tagsüber war die Kälte gestern so schneidend, daß man es vielfach vorzog, i n toerrmer Zimmer zu bleiben, statt auf den Weih nach tsmaritbummel zu gehen. Infolgedessen zeichnete sich der kupferne Sonntag durch eine außerordentliche Oede des Verkehrs aus.. Auf dem Seltersweg, in der Mäusburg, in der Bahnhofstraße hatte man Platz, von dem sonst üblichen.Gedränge keine Spur, ja verschiedentlich war der Verkehr noch schwächer als der Werktagsverkehr in den gleichen Stunden. Untere Geschäftswelt ist unten diesen älmständen gestern nicht auf ihre Rechnung gekommen, denn auch das Landvolk fehlte in auffälligem Maße, so daß in den meisten Läden das Personal ruhige Stunden hatte. Hoffen wir, daß die beiden nächsten Verkaufsfoorntage den gestrigen: Ausfall der Geschäfte wettmachen! Der Winter» sport kam dagegen gestern völlig zu feinem Recht. Im hohen Vogelsberg herrschte bei mäßiger Temperatur, prächtigem Sonnenschein und arrsgezeich- neten Schnceverhältnissen regstes Wintersports leben, das den Teilnehmern genußreiche Stunden bereitete. Auch die Gießener Eisbahn und die Rodelstrecke aus dem Hinteren Trieb hatten Großbetrieb. 2m Eisenbahnverkehr macht sich der Frost natürlich störend bemerkbar, die Züge haben mehr oder minuer Verspätung, im Bahnhofszugdienst, z. B. beim Rangieren ufw., empfindet man die Kalle ebenfalls sehr übel. **’ Die Behandlung der Zugtiere im Winter. An^ alle Besitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken richtet das Kreisamt in einer Bekanntmachung die dringende Mahnung. bei Kälte und Straßenglätte ernstlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: 1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden; 2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und 3. die Hufeisen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten gehörig geschärft oder mit Stollen versehen sind. geaeott Oer nsngetaaen Baae» " Die städtischen Rotstandsarbei« ten. zu deren Vornahme die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung einen Kredit bewilligten. werden sich vorerst auf folgende Tätigkeit erstrecken: Pl.inierungsarbeiten auf dem Trieb und auf dem Müllabladegelände im Schifsenber- ger Tal und im Reustädter Feld, Ausgleichungsarbeiten an den Rändern unserer Steinbrüche. ** Protest gegen Stadtparla- mentsbeschlüsfe. Die Mittelst andsvereini- gung und der Hausbesiherverein laden im Samstag-Anzeigenteil zu einer Protest-Versammlung gegen Beschlüße der letzten Stadtverordnetenversammlung auf morgen, Dienstag, abend in das Kath. Vereinshaus ein. Räßeres in der Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe. ** Auszeichnung eines Gießener Handwerksmeisters. Dem Schneidermeister Theo B o r n ö, Gießen, Walltorstr. 25, wurde in An betracht seiner hervorragenden Leistung auf der Fachausstellung für das Schneider-, Schneiderinnengewerbe und verwandte Berufe zu Köln von der Ausstellungsleitung eine Ehrenurkunde nebst Plakette zuerkannt. ’* Personalien. In den Ruhestand verseht wurde der Ministerialrat im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Hermann Freiherr Schenck zu Schweinsberg auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1926 an. — Ernannt wurde der Justizpraktikant Max Walz in Alzey zum Oefonomen bei dem Landeszucht- haus Marienschloß; der Strafanstalts-Oberwacht- meister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach, Georz Jost, zum Strafanstalts-Oberwachtmeister bet dem Landesgerichtsgefängnis in Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1926: der Justizpraktikant Hermann Christ zum Oberjustizsekretär bei dem Amtsger'cht Älrichstein. ** Fahrplan änderung auf der Strecke Nidda — Schotten. Ab 12. Dez. verkehrt Pz.4185 (W) Nidda ab 4.25 Uhr, Schot- ten an 5.05 Uhr nachm. nur noch werktags außer Samstags. An Samstagen verkehrt der Pz. 4185 (Sob) 91ibba ab 3.10 Uhr, Kohden durch 3.15 Uhr, Unterfchmitten 3.20'3.21, Oberschmitten 3.25 3.26, Eichelsdorf 3.31 3.32, Rainrod 3.38/3.39, Schotten an 3.50 Uhr nachm. WSR. Gegen das Betteln in den Zügen. In der letzten Zeit hat daZ Beitel-- und Hausie:erunwefen in den Eisenlahnzügen bedeutend zugenommen. Ilm diese Te ästigungen der 21eisende.n zu unterbinden, haben die Reichs- bahndi:ek.ionen dal Zug- und Heberwachungs- personal angewiesen, gegen das Bettel- unk» Hausiererunwe'en in den Zügen mit aller Strenge vorzugehen. Diese Maßnahme kann aber nur dann zu dem erhofften Erfolg führen, wenn die Reisenden das Zugpersonal auf vorkommende Fälle ausmeft a.n machen. ,f Marrusgemeinde. In dem gut besuchten Familienabend der Markusgrmeind.', welcher am Mittwochabend im Marlussaal ftatt- fand, berichtete Repetent Lic. Saun über d:o Weltkonserenz für praktisches Christentum in Stockholm. Da der Vortragende diese Tagung, die von Christen aus aller Welt besucht war, selbst als Teilnehmer miterlebt hatte, konnte er aus persönlicher Erfahrung viel Interessantes berichten, und seine lobrnd'.ge Darstellung machte einen tiefen Eindruck auf die Hörer. Das Wort ward unterstützt durch viele Lichtbilder, zun großen Teil Aufnahmen von der Konferenz, fr daß man sich manchmal selbst als Teilnehmer an der Tagung fühlte und das Herz erwärmt wurde für diese große Tatsache, daß die mannigfachen We ßini gen« Sester" die 2:ust JJ ratäNPJ, ; J- * ' ,chaftsfal»Z I M S ,'Miiefene Aürr.brr 7 6, verlor hat msge'a renb die SP Wicgge'uy beständigste enr-Äunchrr vorbildstchrr nehmen, Dir, _ Mann.H gen wird. Jm Ah 'ten Wnst !atau (D. f. l Mutsche 2 Beginn in fd nicht nur za ton auch w besitzt. . Auch m Verein mit t äntbiüden- qcneß Lahr inne. Diese - gewinn infol bah ihr die icmmcn wer buhler wtzi Andere A.'rc die Meistersch 3n Du: cinflmdS b b to ehemalige ier Kreisliga stürk fertig, Ne Spitze z Haften, die i fährlich werd: gack und viel Im Mo Aereinen D werden, dem den Ossenb.'ch wieder der dem immer n. Ache, die den 21n Deihn fischen grfi cadieutfchlcmü ! krrg, sondern V. s. ‘ m Sieh D.C. De v. Aus di : gestern das ^ben erwähr Hofmanndeutung des Die Meisterst Platzverr »ruen „Größe ' ich! nur fehl P9«i äufdjaui M bis zu k 6l'le Houptschl Schiedst »schchungen zu !’ Etztel aus bm Inseitige Atz ein -Berkaus Cafe £ u ö. As I Gewa Turnen, Sport und Spiel «MW II erhältlich. ] z-NMek-WmiW AMMZÄS«, auch auf der Schreibmaschine und in Ste- WWWllVe 5-8000MK. , Betriebskapital-Einlage in gutgeben erngetrossen. &c5 Geschäft bei ausreichender Sicher, in Villa-Neubau, sofort beziehbar, au 11534D Dctntteiei des Geschäft bei ausreichender Sicher- Astorialichtspiele, Seltersweg 11535D 11540c heil und hoher Gewinnbeteiligung gesucht. Schriftliche Angebote unter 09796 an den Gießener Anzeiger. j Verkauf ab Dienstag am Cafe Ernst Ludwig. Desgleichen großes Zimmer mit Stürbe tm Souierrain an ntbtne* Ehevaar. welches die Bedienung der Heizung mit übernimnu. 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Oer Feinschmecker !!II!II!IIIIlIIIIIIIIllIII>!III!!IIl>IlIIIIs!!I>IIllllsII!'iI!IIIIIIIlIIIIIIIIIIIIIIIIIIII bevorzugt eine kräftige, aromatischeTasse Kaffee Die EXPRESSO-Kaffeemaschine allein ist in der Lage, binnen weniger Sekunden die Herstellung einer wirklich wohlschmeckenden Tasse Kaffee zu gewährleisten. Nur mit der EXPRESSO-Kaffeemaschine wird jedem Gast seine Tasse Kaffee vor seinen Augen einzeln frisch zubereitet. Das neueste Modell der EXPRESSO-Kaffeemaschine „Typ Uebergigant" mit einer Stundenleistung von 1000 Tassen ist jetzt auch in der Bahnhofswirtschaft Gießen Lichtspielhaus Straße 34 Expresso-Kaffeemaschinenfaörik G.m.h.H, Hamborg 8 GrönfngerstraSe 25. „Asiahaus**. Bi« ein-.ch'ießllch Mittwoch: Die Skiavenkönigin Gewaltiges historisch. Gemälde aus dem alten Aegypten. 7 Akt» Vorher: Eine tolle Groteeke In 2 Akten. $arau 93—Helvetia. Der schon bei dem letzten Spiel Germania gegen Ha^au beobachte.e Formrückgang der Hanauer QEa nschast scheint nicht nur vorübergehender Tlatur zu sein. Hanau führt zwar noch mit 3 Punkten vor Fuhballsportv-rein, doch dürfte die Entscheidung darüber, ob Hanau die Führung weiter behaupten kann, erst in dem in vierzehn Ta^en z-i chen beiden Mannschaften stattsinden- den Spiel fallen. Diktcria Ascka enburg—Anion Riederrad. Ten hohen Sieg verdankt Viktoria in erster Linie der durch Sr'atz geschwächten und zerfahren spie.enden LInion-Mannschaft. Weitere Fuhballergebnisse von gestern. 3m Tc^irf Rheinhessen-Saar gelang es der an zweitletzter Stelle stehenden S. G. Höchst den führenden Sportverein Mainz 05 mit 4:0 ?u schlagen. Zußbrllve'-ein Saarbrücken, der die Sport-Vg. Griesheim mit 7:1 abfertigen konnte, ist damit mit 18 Punkten wieder an die Spitze getreten. Der frühere Bezirkimeister Wiesbaden wurde vom Fußballklub 3dar in 3oar mit 4:0 geschlagen, während Borussia Neunkirchen gegen Wormalla Worms 1:2 verlor. 3m Rheinbezirk hat sich durch den Sieg von Phönix Ludwigsha en gegen V. f. L. Recka .au die Führung in der Spitzengruppe wieder ver- scholen. Phönix steht jetzt mit 15 Punkten an erster Stelle. Llnentsch.eden spielten V. f. R. Mannheim und Mannheim 08, so daß jetzt Reckarou und V. f. X Mannheim mit 13 Punkten gleich stehen. Waldhof spielte gegen Darmstadt 1:0, Ludwigsha en 03 gegen Pirmasens 5:4. Die Lleberraschung im Bezirk Niederrhein bildet das Ergebnis des Treffens des Sp. Duisburg gegen Preußen Duisburg, der vorn letzteren Verein mit 1:2 geschlagen wurde. Das Spiel Sp. D. Meiderich und Sp. Vg. Oberhausen endete unentschieden. D. f. L. Krefeld gegen V. f. B. Ruhrort 4:2, Union Krefeld gegen Hamborn 2:2. 3m Rheinbezirk Gruppe Süd ist hervorzuheben der neue Sieg der Sp. V. Köln- 6ürd gegen den Bonner F. D. mit 5:2. Unentschieden 4:4 trennten sich der Kölner Klub f. R. und der Kölner B. C. 3n der Gruppe West siegte der Rheydter Spielverein über den Düre- ner Sp. B. 1:0. 3m Bezirk Bayern schlug der 1. F. C. Nürnberg die Spielvereinigung Fürth mit 3:1, während die an der Spitze marschierenden Bayern München zemlich hoch 5:0 Wacker München ab- fertigen konnten. 3m Bezirk Württemberg-Baden hat der 1. F. C. Freiburg von den Stuttgartev Kickers eine 1:2--Riederlage in Stuttgart einstecken müssen. D. s. R. Heilbronn gegen V. f. D. Stuttgart 2:1. Bergisch-märkischer Bezirk: F.C. Solingen 95 — F. C. Düsseldorf 99 — 5:6; Germania Köln — Turu Bonn — 5:6; Koblenz 1900 — Viktoria Köln —1:4. Rheinbezirk: F. C. M.-Dladbach — F. C. Düren — 7:1; Germania Düren — Eintracht M.-Gladbach — 2:5 abgebrochen; Borussia M.- Gladbach — Alemannia Aachen — 6:3. Westfälischer Bezirk: Westfalia Ahlen — Hammer Sp. V. = 5:7; Westfalia Schernebeck — Union Herford = 0:3; Osnabrücker Fb. D. — Union Recklinghausen = 16:1. Handball. Eintracht gegen Dockenheimer T. G. 0:2, Sachsenhausen gegen Turn- und Fechtklub 3:2, Polizeisportverein gegen Vorwärts 5:0. Deutsche Polizei-Boxmeisterschasten. Die vom Reichsausschuß für Polizeisport durchgeführten Deutschen Polizei-Boxmcisterschaften (in Berlin) erbrachten als Ergebnis der Endkämpfe folgende deutsche Meister: Federgewicht Blümel (Berlin), Leichtgewicht Maske (Berlin), Weltergewicht Pa utz (Anklam), Mittelgewicht Galkowski (Berlin), Halbschwergewicht Doll (Oldenburg), Schwergewicht Schwertz (Berlin). Pflege des Kinderturnens in der D. T. do. Der Oberturnwart der Deutschen Turner- schäft fordert die Kreisleitungen auf, zur Heranbildung des turnerischen Nachwuchses und zur Bearbeitung der das Kinderturnen betreffenden Fragen in Kreis, Gau und Bezirk besondere Kinderturn- roarte einzusetzen. _ von Millionen getrunken Jubiläums - Dosen 'S ohne Aufschlag überall erhältlich. Bezirksvertreter von einer führenden Fabrik für Pflanzenschutzmittel gesucht Bedingung: persönlich. Besuch von Gütern, Landwirten usw. Angebote mit Angabe der seither. Betätigung u. Referenzen unter la. 986 an Annoncen- Exped. D. Frenz, G. m. b. H., Mannheim. ii532nz tPonnefeldfsTee JL seif 1OO Jahren bewährt fyen Jlotfianböarbei' fyni bie ßtabtoerorbneten -ig einen Kredit öeEg- it auf folgende SätwfeU ioxbextm au) dm. ixvfo abeedänbe 'm TWenber- Labtet Feld, Abgleichung intim unterer Steinbrüche, aeaen 61abtt>atta• , Sie Mittelst Mv-mn ausoesihewercin laben i® il zu einer PrM-Aerls»- iie'ber letzten Stabtvc-.:.- uf morgen, Dienstag, ar- Maus ein. Meres ml« Samstag-Ausgabe. _ iung eines ter5. Dem Lchne^emA L, SßGlHorftr.25, wurde« TSÄ* ■* Wer wird süddeutscher Fußballmeister? „Gestern noch auf stolzen Bossen, heute durch Sie Brust geschossen." Wohl selten hat ein 3ahr iln süddeutschen Fustb. Illeben so viele Heber- irschungen gebracht, wie das diesjährige. Die i .sten Vereine, schon wie die ersten Meister- 1 jafttifaDoritcn ausseh nd, verlieren Sonntag für Sonntag, und Mann:chrsten, die scheinbar aus- ' chtsles im Rennen lagen, kommen an die Spitze. Ten Rek rd an Fa'chingsresulta en hält deb elgepriesene Bezirk Bayern. Es gibt kein Schlagwort „Hochburg" rn hr. d-nn die Heroen tr)n Nürnberg-Fürth sind geschl-gen. Der 1. T. C. verlor in kurzer Zeit zwei Spiele und 1: ü insge'ämt sieben Derlustpunkte, wäh- r nd die Spielvereinigung Fürth tetsächlich der Äbstieggefehr noch nicht ganz entronnen ist. Die b-esländigste Form weist dec Tabellenführer Bay- c m°München auf, eine Mannschaft mit geradezu i'-wbildlicher Technik, und es ist wohl anzu- mchmen, dost diese — übrigens sehr sympathische Mann'chaft die Mcistcrschefts-Polme errin- g tn wird. 3m Rheinbezirk haben die beiden Er- fl en, Phönix Ludwigshafen und Mannheim Rek- fjrau (V. f. L) so stark nachgelassen, daß der 's ddeutsche Meister V. F. R. Mannheim, der zu Leginn in scheinbar aussichtsloser Position lag, licht nur zahlenmäßig am besten dasteht, fon- ) fmann - F. C. Wetzlar statt. Trotz der 2e- Icaitung des Spieles, das die Entscheidung um iic Meisterschaft brachte, und der Ankündigung ies6 Platzvereins, auf dem Felde mit einigen ritten „Größen" anzutreten, war die Zuschauer- nur sehr gering. Auch bekamen die wenigen Zuschauer nur ein schlechtes und von An- lang bis zu Ende unfaires Spiel vorgesührt. Ei ne Hauptschuld trifft hier wohl den sonst sehr ju.ien Schiedsrichter, der anfangs in seinm Ent- ih cibungen zu weich war und zuletzt fast das !piel aus den Händen geben mußte. Mehrfache ligenfeitige Bedrohungen der Spieler und so- sagten: „Ich kann ohne Bohnenkaffee nicht leben". Als sie aber den guten Dnieta versuchten, merkten sie keinen llntcndtieD im Geschmack, wohl aber im Preis Jetzt sagen sie: „Ich kann ohne Quicta nicht leben". Äaffecflehnlt: Qutci» Rvr io°/o soPsg. Outet a (Sc: b 25° o 80 ., Duieta @ofi) 4 1 °/e SR. 1.10 In > -P'd. Paketen, niemals lole. versuchen Sie den feinen Sulelfa-Ztel Die leichtathlettschen Meister- schaslen der D. T. in Frankfurt. Wie Direktor Zeih, der Leiter deS Frankfurter St dions mitteilt, ist als Austragungsort für die leicht tthletischc i Mnsterschos.e i der Deutschen Turnerschaft für das 3ahr 1926 das Frankfurter Stadion in Aussicht genommen. M.D. Sport piege!. Der F.E. Servette Genf, der schweizerische Fußballmeister, wird in den ersten Tagen des Jahres 1926 in Deutschland spielen, und zwar am 1. und 3. Januar. In einem Frankfurter Spiel ist der F. S. D. Frankfurt der Gegner. Die Schlußrunde in der Deutschen Hoch- schul-Hockeymeiftcrichaft zwischen dem vorjährigen Meister Technische Hochschule Hannover und der Universität Bonn kommt mn 16. Dezember in Hannover (D.H. E.-Platz) zum Auslrag. Ein Hockey-Länd^rkampf Deutschland — Holland soll im Februar 1926 in Amsterdam ausgetragen werden. Der Großflugtag. der nach mehrmaliger Verschiebung am gestrigen Sonntag in Magdeburg stattfinden sollte, ist infolge der strengen Kälte nochmals abgesagt worden. Die Welt nt ei st erschaff im Billardspiel hat der bisheriae Meister Schäfer im Kampf gegen den belgischen Meister Höre in ans (in Ebikago) an diesen verloren. Horemans erzielte 1500 Bälle, Schäfer 1495, darunter eine Serie von 432 Bällen. Dom Aufschwung des deutschen Rudersports. vo. Das 3ahr 1325 hat auf rudersportlichem Gebiet, anschließend an die Linie der vergangenen 3ahre. einen weiteren A:sschwung zu einer bisher m>ch nie erreichten Höhe gebracht. Diese Tatsache beweist eine im ..Wassersport" veröffentlichte Tabelle der deutschen 3krba Fregatten des jetzt zu Ende gehenden 3ahres. 3m 3ahre 1925 sind, wie am Freitag schon kurz im Sportspiegel berichtet, innerhalb deS Deutschen Ruderverbandes 105 Ruderregatten durchgeführt worden, an denen insgesamt 28 561 Ruderer in 5146 Renn- und 604 Gigbooten teil- nahmen, die in 1547 Rennen starteten. D e größten dieser 105 Regatten waren naturgemäß die bekanntesten: Berlin, Hamburg, Frankfurta.M. u. a. An erster Stelle (in Zahl der gestarteten Boote) steht hier die Hamburger Alsterregatta, an deren 35 Remien nicht weniger als 198 Boote der verschieöenen Gattungen tellnahmen. Es folgt die Große Grünauer Ruderregatta, in deren 21 Rennen 171 Boote gestartet wurden, vor der internationalen Wiener Regatta, die in 34 Rennen 165 Boote am Start sah. lieber 100 gestartete Boote brachten ferner die Frankfurter internationale Regatta 152, die Kölner 145, die Trierer Regatta 136, die Mannheimer 128, die Leipziger Ruderregatta 116, die Potsiiamer 113, die Duisburg-Ruhrort er 108, endlich die Königsberger Regatta mit 100 Booten. Diese Zahlen sind in den bisherigen 3ahren insgesamt bisher noch nicht erreicht worden, mit Ausnahme der gestarteten Gigboote. Bon diesen starteten in Dinerrennen 9, in Zweierrennen 57, in Diererrennen 436, in Qldyterrernten 52. Für die Rennboote lauten die Zahlen: Einer 862, Zweier 274, Vierer m. St. 2785, Vierer o. St. 164, Achter 1051. Die Gigboote haben sich in den Dauerruder-Wettbewerben als die geeignetsten Bovtsgattungen erwiesen, und hier stehen die Zahlen der in Renn- oder Gegbooten gefahrenen Dauerrudern in umgekehrtem Verhältnis. Don den insgesamt in 10 Dauerruder-Wettbewerben gestarteten 127 Booten (in 41 Rennen) mit 595 Ruderern entfallen 116 Boote (in 32 Rennen) mit 534 Mannschaften auf Gigs, dagegen nur 11 Boote (in 9 Rennen) mit 61 Mannschaften in Rennbooten. Die der Art und Weise des Baues und der sonstigen Beschaffenheit der Gig- oder Rennboote enstprechenden rudersportlichen Gebiete trennen sich also, wie diese Zahlen erweisen, in der geeigneten Weise. gar eine tätliche Ausschreitung des Halblinken vom Platzverein wurde ungeahnt gelassen. Das Spiet begann mit dem Anstoß des Plahvereins, der, vor das Tor des Gegners getragen, von der B. E.-Verteidigun^ gellärt wird. V. f. 2. hat zuerst mehr vom Spiel, man sieht vom B. E. nur einzelne flinke Vorstöße, die teils mit Glück von der Hintermannschaft des D. f. B. geklärt werden, teils die Wetzlarer Stürmer hilflos vor dem Tor stehen sieht. Einige totsichere Sachen der Siebener werden von dem früher so guten Sieger glatt verschossen. Ein Elfmeter für den P. erein wird verwandelt, aber wegen Regelverstoß Mandlers wiederholt und dann, schlecht getreten, von dem gegnerischen Hüter gehalten. Beide Mannschaften zeichnen sich überhaupt durch Regelverstöße aus. Bald gewinnt 2. C. die Oberhand. Tore liegen dauernd in der Luft, V. f. 2. bringt es auch glücklich zum ersten und einzigen Tore des Tages. S t e g e r war der glückliche Torschütze. Der Anstoß bringt 2. C. sofort vor des Gegners Tor. bie gefährliche Situation wird abermals durch Glück beseitigt, dann ist Pause. Von der zweiten Halbzeit ist nichts 2esonderes zu erwähnen. Der Schlußpfiff trennt zwei gleiche Gegner und bringt dem 2. f. 2. Gießen den langersehnten Aufstieg in die Bezirksliga. Es besteht nach seinen letzten Spie'cn keine Aussicht. daß er dort erfolgreicher als die anderen Lahnkreisvereine spielen wird. Wollen wir hoffen und wünschen, daß der n?ue Meister, wenn einige Störenfriede endlich kaltgestellt sind, noch mehr dieser Erfolge zu buchen hat. Die Dezirksliga?piele im Mainbezirk. SWR. Frankfurt a. M., 6. Dez Trotz des hartgefrosrenen Bodens und der nicht immer einwandfreien Spielfelder konnten die Bezirks- ligaspiele ohne nennenswerten Unfall durchgeführt werden. Fußballsportverein spielte gegen Eintracht unentschieden 1:1, während Germania 94 Kickers Offenbach einwandfrei 3:2 schlagen konnten. Hanau 93 brachte gegen Helvetia nur ein 2:1 heraus. Einen recht hohen Sieg konnten Viktoria Aschaffenburg gegen -Union Riederrad erringen. Folgendes über die Spiele selbst. Fußballsportverein—Eintracht. Trotz der grimmigen Kälte hatte das Sdiel zahlreiche Sportenthusiasten angelockt. Der Platz- besitzer hatte fürsorglich daS Spielfeld mit Sand bestreuen lassen, um den Spielern wenigstens einigermaßen etwas Standvermögen zu geben. Sportverein spielte in der ersten Halbzeit überlegen und formte bereits tn der 17. Minute nach einer exakten Vorlage von Pasche durch den Rechtsaußen Gattermann tn Führung gehen. Die übrige Halbzett verlief bei offenem Feldspiel torlos. 3n der zweiten Halbzeit wurde das Spiel ausgeglichener. Eintracht konnte sogar etwas auf« kommen und in der 12. Minute durch ein Selbsttor des Spielers Doller den Ausgleich erzielen. An diesem Ergebnis änderte sich bis zum Schluß nichts mehr, da weitere Erfolge durch das schwache Stürmerspiel des Fuhballfporlvereins ausblieben. Germania 94—Kickers Offenbach. Eine Aeberraschung brachte obiges Treffen, das die Germanen mit 3:2 Toren für sich entscheiden konnten. Damit dürfte Germania der Ge'ahrzone des Abstiegs entrückt fein. Das Spiel selbst war ziemlich ausgeglichen. Germania gewann verdient durch sein aufopferungsvolles und eifriges Spiel, während die Kickersmannschast nicht die gewohnte Durchschlagskraft zeigte und vor dem Tore vielfach den gesunden Schuß vermissen ließ. Leider kam es während des Spiels zu einem unliebsamen Vorfall, -der durch das ungehörige Benehmen eines Linienrichters her- vorgerufen wurde und in eine Schlägerei ausartete. Erst dem herbeigerufenen Äeberfall- kommando der Schutzpolizei ge ang es, die Ruhe wiederherzustellen und die Fortführung des Spiels zu sickern. Erwähnt sei noch, daß Offenbach durch die Verletzung eines Spielers in der zweiten Halbzett nur noch mit 10 Mann spielte. Nur noch heute und morsen: O,alteBurschenlierrlichkeit 7 Akte von goldener Jugend am herrlichen Rhein. Vorher: Fix und Fax im Suff Tolle Gro eske in 2 Akten. i e n. vH nffinifkriw* "Mrrialrat vn -•* - MM Hemm" ü - ’cinä?3anuÄ an. - vom 1. gua Dali -ain ßitfccn mH Dio . Sett^" rßelte[, nm die e OKI ' "Men S»« , n. geu n nn- c" .'-er r« , lQnn ave $ sBsrS"; iab2ni> drr y SsZS ^ertr*ärinW t fr Detein.. 1 Qn Sanisl^E-'- wirb. ^v-neter fo,,. 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Cloos Minni Cloos Christian Cloos, cand. iur. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. Dezember 1925, nachm. 3 Uhr, in Watzenborn statt. M’w Wetzlar, Gießen, den 5. Dezember 1925. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 9. Dezember, um 2% Uhr nachmittags, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 40, aus statt Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. 11543D „Deutsches Denkdaran" gehört in jedes deutsche HanS! Wer es no u nicht kennt, verlange Prospekt umsonst durch 1153 ID Gustav Nüiv. Offenbach a. P.am, Geishornttrastc 16. SchönslWeihnachlsgescheDk f. MW'MnIkl Watzenborn, Leihgestern. Gießen, Frankfurt a. M., den 6. Dezember 1925. 3. Verschiedenes. 115«D F Kaisers' Brust-, iCaramellenj Schade & Füllgrabe Filialen in allen Stadtteilen. 80 bezeichnen unsere meist. Ärzte Kals.r'e Brn«t-Caratnab len mit den 3 Tannen. Be nutzen auch Siedieses herrliche Mittel! V. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Frau Anna Elisabeth Köhler geb. Herzberger. Queckborn, den 7. 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November folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, dis Reichsregierung zu ersuchen, in dem in Aussicht genommenen Gesetzentwurf über eine Aenderung des Einkommensteuergesetzes 1. eine Vereinfachung der Lohn st euer im Interesse der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer hcrbeizuführen: 2. d i e Steuermilderungen zugunsten der kinderreichen Familien auch für die mittleren Einkommen im Ausmaß des Steuerüberleitungsgesetzes wiederherzuftellen. Die steuerliche Verschlechterung für die Kinder- reichen ist bedeutsam genug, um hier ausführlicher dargestellt zu werden. vor el r?h"ch'", Ltockuin cen wvr^l ♦ ßrum neuen Zahlet Lott verlas! Iktidenbc Heber 20 30; und durch st' bereites Wes Die Schwirrl, nötigten ihn bildung feine LSA. 2 d-rlcytenDc den ""d e'ne »arle Llichd-rau im KreiS 2, hat. ebenso Jarensa^ri.ei tätigt weg hundert Dar los geworde viele Hunde, heit fanden, arfchränkt u inSnnilchem i gering. bl Brei ichostslage bn Weftelwä! ftillegt Dc mim 1926 ge! Anzahl loior sonstige Arbe nähme die Ar 60jShr:g^ 2 DLL : Aeebsche Frantsmler schar von besten 6äw heute fein 6 Vorabend s< an das sich idjen ®artei Seiet (tani . öaalbau. an Tesangverein, und der 6d o. tzinden gwmm gefar furt sprach i reichliche: 2 leit dem beu. deS Anschlus glänzend ot Grenzen Fv Den Abschi - «t tz lom 181 Forisetzun Du halt« r *cbiett * und Mimet ba termen üb' Nig mir | S cinf * LS» S* ™»h W N &ia* '"Ä a«klntol£ L s ** liefe W. $> vormittag 2al5auses Staotgemeir furt a. D ^usttzbehörd Fürsorge un jiflle 0er fenen-Fü 41 eit. .Stil i Ms sfe1 r« 5Ä « «*AMi ÄS?» N°"--ch«--,,„. •Sff.es '■■a. g kStES"*“** “’w iitmeitn qr#ic hp^lrö Mwtai tnAm WÄ S!S».ft ÄSl«- ftFES®"1 murb< ’WL di, ein 11,c9>- ein Lieb- ?W Iriikwksten, 1 ?funb Tarn fielen 5 er- ber durch em ll(N tntnlMt werden. ein. HDreh. Dot m bet Stabt 5qJ ergeben: 130 Sind Aindvieh. 37 Siegen, 3223 6tüd ® Dienen )öiter. ©e» 1 if* ein erheblicher egen und Federvieh Wie sich die Belchüs. halb eines Menschen- davon gibt unser Ort )b war noih vor etwa eberborf, es gab dem nicht wenigstens vielen chaushastwigen itühle im @jm. ?it meistens beim Weben n Tag und Nacht sch h nicht die „Echemel" len und Zetteimachen, m war damals unser ■ Berus brachte es mit stets bares Oelb ver- ’erem Ort nicht ein etrieb. Die Ein- -oft nicht vollauf Be- ioch/ich in ben uw ,i ^0t6‘ Kl belade! Starke ',inh,r »f ««"" W5*' 'm Ml»1' "S ■'rf ! , ----- "mar er niemals em S'Ä-»«;; -die Ausbildung ö ’ '^ur -n Turn- .inger jjJUL Turnen übet "aieHüif ir WjSnberunjfl» auf ief"5“ein Mer fflt*ws * M 6a?J beruhe ststten, °uh meh Er hn ' ; E( arbeit« ' '■anSVn« lauterndes ^,ende° ÄK: J*"9’ iutg. , Lehrer Kafilld, von Dvhlsahrtsein- »rnschast grobe Mr- lendete dieser Tage [. Er führte Jahr- tt Ludwig- und Mete eine Sterbe- fteht Eine Stistung 3 von bet hessischen ru'en worden ist. er- f,Stiftung. W rh dem Vorstand der D'.e Entscheidung ü"'er die De> worden seien. 5340ss Winterkur für Nachdruck verboten. 13. Fortsetzung. sie sich, noch in aus die mitgebcacht, zum Tell noch unaufgeschnrrrene ore sie ihm versprochen hatte zu lesen. Sie fdmttt fit «Ne sorgfältig mit der Haarnadel aut und Franziska. Roman von L i e S b e t Dill. Merken krampe u Nervös-Erschöpfte. Speziftlkrra”«« nV Hof heim I. Taimens bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. M. Schulze - Kahieys«, Nervenarzt. schaute hinein. Schwer, tief und deutsch, sie strich über die zarten Ledereinbände. Denn er etwas schenkte, schenkte er es gut. Ich werde sie abends im Bett lesen, beschloß sie, und sie nahm jeden Abend so ein weiches rotes Lederbuch mit, und während sie las, stiegen ihr seine Worte auf, wie er sie gemahnt hatte, zu arbeiten. „Arbeite, so wirst du über alle anderen triumphieren." 3n Franziskas Herz schlugen die Worte Wurzel und bekamen plötz- lich Gestalt, und eines Tages nahm sie ihre Gesanasftudien wieder auf. Bei lästigem Husten raten wir Ihnen, die von Aerzten als kriiUiee •v u ft c n m c b i a t n bexüOTtagenb bemitadiicicn „3anitia"-^uftcul>ottJon» ?,tt nehmen. Lindern ö«e Ocbnieuen, lösen den Lchietin. „eatvfta*«; Bonbo d find in allen Sl voi heken ertätilich. UnloersilätSapoiheke z.Gold. Engel. Avoch.Krofdorf. großen Bedeutung der zur Verhandlung kommenden Gegenstände war die Tazunz außerordentlich stark besucht. Richter und Staatsanwälte aus Hessen-Aassau. Hessen Doyen', und Vaden waren in großer Zahl erschienen: ebenso Vertreter der Justizministerien von Preußen, Bayern. Sachsen, Vaden und Hessen und endlich viele in der sozialen Gerichtshilfe tätige Männer und Frauen. Rachdem Bürger- meister Gräf namens der Stadl Frani'urt a. M. und Oberlandeckgerichtsprätideal Dr. Dronie- Frankfurt a. M. namens der Justizverwaltung die Erschienenen begrüßt hatten, sprach zunächst Magistratsrat Dr. Michel- Frankfurt a. M. über die Bedeutung der sozialen Gerichtshilfe vom Stan'opunktdcr Fürsorge. 2hm folgte ein Vortrag von Landrichter Dr. Graf L a n ck o r o n s k i - Frank'urt a. M. über die Bedeutung der sozialen Ge- richtshilse vom Standpunkt der Rechtspflege. Hierauf beleuchtete der bekannte Jugendrichter Amtsgerichtsrat Allmenrod e r - Frankfurt a. Main die Jugendgerichtshilfe als Vorbild der Gerichtshille für Erwachsene und endlich erstattete Fräulein Kleeberg-Halle, die Leiterin der Gerichts- Hilfe beim dortigen Land- und Amts --richt, einen Bericht über die praktische Durchführung der Gorichtöhilfe für Erwachsene. Heule vormittag sprach Dr. Gröschner vom StrasooN- zugsamt Frankfurt a. M. über d'c Straf- entlasfenenfur sorge und M ni'terialrat Dr. Maier- Dresden über die Vewahrung als Mittel derStrafentlassenenfür- sorge. Rachmittazs sand eine Besichtigung des Strafge'än-inisses in Preungesheim statt, worauf die Teilnehmer der Tagung einer Einladung der Frankfurter Iuristen-Gesellscho't in den Räumen der Frankfurter Gesellscha't für Handel, Industrie und Wissenschaft folgten. Höchst a. M., 5. De'. In der abgelaufenen Woa e wa en hier 3298 (Vorwoche 2745) Arbeitslose vorhanden. Die Pahl der Hauvt- un^erstützunasempsänaer betrug 901, der Zu- sch'ag emp'änger 1326. Besonders stark leiden das Ta -ge gerbe, die Möbel- und die Lederindustrie. Vad Soden, 5. Dez. In der gestrigen S'adtve o d. etensihung teilte der Bürgermeister mit, daß sich um die öffentlich ausgeschriebene Stelle eines Kurdirektors mehr als 8 5 0 Bewerber gemeldet hätten und daß e l f Bewerber in die engere Wahl gezogen Wenn sie nach Hause kam im Regen, setzte in ihren langen Pelzmantel gewickelt. Hut und Handschuhen im Halbdunkel Chaiselongue und dachte bariiber nach, Rundfunk-Programm des #vrant titMi: Fenders. (Aus der „Radio-Umschau-.) Dienstaz, 8. Dezember. 3.20 bis 4 Mr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.30 älbr: Rachm'.ttagsko-zert des Hausorchesters: Wunschnach.nittag. 5.3) b'.s 6 Ahr: Der Oth-llo" von Ve-di. C'nfähren^ V rlrag von W. W. Göttis 6 b'.s 6 30 Mr: Rätselfunk-Wettbewerb. 6.30 bis 7 Mr: Uebertragung von Kassel: Stunde der Landwirticha täkammer Kassel: „Örnte und A sbewahrung der Kartoffeln". Vortrag von Dipl.-Agr. Fritz Schwend, Dozent an der Höheren Lehranstalt für prakt. Landwirte, Kassel-Wolfsanger. 7 Mr: Mbertrrg-.mg a 'S dem Frankfurter Opernha-s: „Othello", Oper in vier Akten, von Giuseppe Verdi. Die kandMirlscbaftlichen Schulen in Hessen. Rach einer Veröffentlichung deS Presseamts beim Hess. Staatsministerium bestehen Im Freistaat Hessen zur Zeit 21 landwirtschaftliche Schulen, davon 7 In Starkenburg, 6 in Rheinhessen und 8 in Oberhessen. Die Besucherzahl beträgt an den einzelnen Schulen: Darmstadt 78, Groh-Gerau 61, Groß-Umstadt 38, Heppenheim 52, Michelstadt 38, Offenbach 22, Reichelsheim 34. AlSfeld 54, Büdingen 41, Butzbach 40, Grünberg 61, Lauterbach 39. L i ch 44, Schotten 14 (nur ein- klaffiger Dchulbetrieb), Friedberg 60, Alzey 80, Eaualgesheim 41, Mainz 59, Sprendlingen 52, Worms 90, Oppenheim 33. Im Durchschnitt entfallen auf eine Schule 49 Schüler. Die Gesamtschülerzahl beziffert sich auf 1031 gegen 956 im Vorjahre. setzung werde in Oec kommenden Woche fallen. 5lre s Hersfrld. Hers selb, 5. Dez. (WSR.) Der Konflikt der heilen Mehgermeister mit dem Magistrat der Stadt ist nach vierwöchiger Ta e: nu-'me' r beendet worden. D e Mehrer, die vier Wachen lang den städ'llchcn Sch'acht- hof boykottierten, haben ihre Schlachtungen jetzt wieder ausgenommen. gewaltsam von ihrem Leopold getrennt werden soll, wenn sie auf der Fürstin-Mutter Bitten ihrer Liebe entsagen soll, wird die Operette zum Melodram. Aber im dritten Akt heißt eS: Ende gut.a lies gut, und der Leopold zieht mit seiner Anneliese unter den Klängen feines Marsches von den Soldaten begleitet, in die K rche. Richard Kehler unb Robert Winterberg haben auS der schon oft dramatisierten Geschichte der Anneliese von Derrau eine recht nette. m".s.kalstch ziemlich gute Operette g schrieben. Von Kalmans Melodienreichtum ist das Ohr noch etwas verwöhnt. aber auch hier klingen geschmackvolle melodiöse Rhythman auf. die allerdings im bewußten zweien Alt ins hochdramat'.sch Overnhafte übergeh eu und so an Originalität e'mbußen. D'.e Aufführung war ganz famos, an der Spitze die Anneliese M'.zzi Feldmeicrs. welche nicht nur gesanglich, sondern auch darstellerisch eine ausgezeichnete Leistung bot. K.-.rt Ham pes Leopold war der richtige Draufgänger, der jedes Hindernis im Sturm nimmt. M'c reifer Künstlerschaft spielte Frieda Gichelsheim die Fürstin- Mutter. A"ch Adolf Wiesner, als verdienstvoller Regisseur des Abends, wußte den Apotheker Foehse charakteristisch zu zeichnen. Einen besonderen Erfolg fr(te sich das Terz-tt Rado, Reul. Steidel. Die mus-.kal'sche Leitung lag in den bewährten Händen von Kapellmeister Schmidt. Im übrigen tobte daü Publikum und wollte sein Opfer haben, das heißt feine Wiederholungen, die auch reichlich gewährt wurden. V>. Frankfurter Theater. Gräfin Mareza ist abgereist, dafür hat „Anne Liese von Derrau" ihr Domizil im Operettentheater aufgeschlagen. Die Aufforderung nach Daroschin zu kommen, ist verhallt, dafür möchte aber Lisa Rado als Iulierme „eine kleine Hochzeitsreise" machen, sehr zur Freude des Publikums. Rur im 2. Akt. wenn die Annelieso Wirtschaft. Hande! und Gewerbe im November. Rach den Berichten der Preußischen Handelskammern an baß preußische Ministerium für Handel und Gewerbe hat sich die Wirtschaftslage im Rovember weiter verschlechtert. Absatzmangel infolge der stark gesunkenen Kaufkraft des Inlandes und der Erschwerungen des Auslandsgeschäftes. Kapitalmangel und Kreditnot sind die besonders hervortretenden Kennzeichen. So weisen^ z. B. die im Laufe des Berichtsmonats veröffentlichten Bilanzen der deutschen Gisen-Industrie fast ausnahmslos ein Arbeiten mit Verlust oder einen kaum nennenswerten Reingewinn aus. An der Börse nahm der Kursverfall der Aktien und festverzinslichen Wertpapiere seinen Fortgang und erfuhr nur gegen Monatsende eine geringe Linierbrechung. Industrie und Handel leiden besonders unter der mangelnden Kaufkraft der Landwirtschaft. Der deutsche Ausfuhrhandel weist eine gewisse Besserung auf. Eine weitere Besserung der deutschen Ausfuhrziffer kann in Auswirkung der in jüngster Zeit abgeschlossenen Handelsverträge mit Rußland. Italien, und bei günstigem Verlauf der mit Spanien und anderen Ländern abzuschließenden Verträge allmählich eintreten. Der Arbeitsmarkt verschlechterte sich weiter, besonders im rheinisch-westfälischen Industriebezirk, eine an sich in dieser Jahreszeit gewöhnliche Erscheinung. Die Hochst- zifsern der Arbeitslosigkeit des letzten Jahres sind noch nicht erreicht. Die Lebenshaltungs- inderzifser ist ebenso, wie der Großhandels- Index. weiter gesunken. Die Anforderungen der öffentlichen Hand an die Steuerkraft deS Landes find noch nicht wesentlich heruntergegangen. wie sie sich aus dieser Enge wieder am raschesten befreien konnte. Es war etwas in ihr weich geworden durch ihre Verlassenheit, in dieser häßlichen. traurigen, nüchternen Umgebung. Sie fing an, über Hmsse nachzudenken. Je weiter sie voneinander entfernt waren, desto naher kam sie ihm in Gedanken. Es muß doch etwas sein, das die Menschen unwiderstehlich zueinander zieht. Sie glaubte daran, daß er in diesen Stunden auch an sie dachte, daß er sie suchte, vielleicht ging er in den dunklen Straßen auf und ab und sehnte sich nach ihr, wie sie nach ihnu heute abend Hoffmanns ETzählungen. Diese Oper, einst beim Theatrrbrand in Wien als Premiere gegeben, war seitdem — Theaterleute sind abergläubisch — in die Versenkung getaucht und der Vergessenheit anheim gefall en Run hatte man sie toi eher aus gegraben und sie mit neuer Ausstattung angetünbigt. Die Menschen strömten in dichten Scharen dem hellerleuchteten Theater zu, das tote ein Magnet alles anzuziehen schien. Die Ebenhausen fang die Guilieta und Wohlgemut dirigierte, man war sicher, etwas Abgerundetes vorgesetzt zu bekommen;^ auf die Ebehausen konnte man sich verlassen wie auf eine gut eingestellte Maschin'. Man ginn bei ihr so ruhig ins Theater wie in eine Kirche. Sie bemerkten beide, daß Dienstmänner in blauen Bluten den herbeiströmenden Menschen fortwährend rote Zettel in die Hand drückten. Auf der Lilsaßsäule vor dem Theater^ klebten ebenfalls solch? Zettel, bis ein solcher in ihren Wagen flog. Hasse hob ihn auf, Ia5 ihn und zuckte zusammen. Wegen Erkrankung Frau Ebenhausens singt die Guilieta Fraulein Franziska Rott. ^Das ist ein Reinfall", bedauerte Worth. Sie stiegen aus und betraten das hellerleuchtetd Theater, das mit seinen weißen goldverzierten Wänden, den gelbseidenen Vorhängen, dem strahlenden Licht und den blauen Teppichen heute einen besonders festlichen Eindruck machte. In den Gängen und auf der Treppe wogte eine bunte. Helle Menge, die Logen waren besetzt, der Hof war erschienen. Uniformen, Brillant- diademe funkelten im ersten Rang, Fächer entfalten sich, ein Schleppenrauschen und Lächeln, ein Aufblähen schöner Augen, der Dust eines starken Parküms. vermischt mit dem der Haare, der Kleider, der Haut und frischer Rosen. Programme wurdrir entfaltet und überall tauchte der rote Zellet auf. .Die Rott", erzählten zwei dicke Herren, die im Smoking, der Bühne den Rücken zukehrend vor ihnen standen, „toar gestern mit der Siegfried unhilde abgefallen. „Sine schöne Person sonst, schad', daß die Stimme nicht reicht." (Fortsetzung folgt.) 3 sch. Frankfurt a. W.. 5. Dez. Gestern vormittag wurde im Großen Dücgersaal des Ratbauses dahier ein zweitägiger Lehrgang der Stadtgemeinde (Bezirksfürsorgeverband) Frankfurt a. M. in Verbindung mit den hiesigen Justizbehörden über die Zusammenarbeit von Fürsorge und Rechtspftege. insbesondere die S o- zialeGerichtshilfeundStrafentlas- senen-Fürsorge, eröffnet. Entsprechen) der Lind während sie über sich und ihr Leben nachdachte, fiel ihr manches ein. was sie früher von ihm obsichtllch überhört hatte. Sie hatte einen wahren Haß auf feine Predigt^ gehabt. „Einer meiner Vorfahren war ein berühmter Prediger", hatte er ihr erzählt. „Das mern man“, sagte sie. Heute tat es ihr leid, daß fte sich so ablehnend gegen seine Vildungsversuche verhalten. Stephansberger war ein Mann für die Mucki, die liebten sich, stritten und versöhnten sich wieder, gingen auseinander im 3:>rn. und wenn sie sich nach Jahren auf der Straße trafen, gingen sie zusammen toupieren. 3e9t war die Mucki mit einem Bassisten aus Wurzburg verheiratet, und der Stephansberger gab Episoden von seinem Glück bei einer retchen Witwe zum besten, die er oben im Walde auf einer Bank kennen gelernt und die ihn heiraten wollte. Er war mit dieser neuen Angelegenyett so beschäftigt, daß er ganz vergaß, daß er vor ein paar Wochen noch Franziska fast daS Handgelenk zerbrochen hatte, als sie sich toetgerte, ihn auf der Bühne zu küssen- Franziska starrte in das Dunkel des 2DeubS, der sich grau und trübe auf die Stadt herab- sentte, auf die enge Gasse, in der sich Haus an Haus. Hof an Hof schob und man den Himmel nur von den Dachfenstern aus sah, und auf ihre Seele senkte sich das Grau der Hoffnungslosigkeit, die Trauer um einen wertvoll m Menschen, den man freiwillig hergegebrn bat Sie besah noch Bücher von ihm, die er ihr mitgebcacht, zum TeU noch unaufgeschnittene die Die Mucki war auS Rizza zurückgekommen und hatte neue Hüte mitgebcacht, die abenbS aufprebiert tourbm, Mieze konnte Hüte aufstecken und arbeitete für die Kolleginnen, die Zimmer waren mit Bändern, Federn und Hutformen übersät. Franziska interefflcrten vorläufig nur die neuen Sommerhüte. Des Abends tog eine vergnügte Kollegenschar ein, zu denen sich auch Stephansberger gesellte. Man tafelte, hielt Picknicks in Franziskas Gartenhaus ab, die sehr fröhlich waren, aber dem grämlichen älteren Hausherrn nicht gefielen, weil sie seine Rachtruhe empfindlich störten und auch außerhalb deS Kontrakts lagen, und er kündigte Franziska. Das verursachte viel Laufereien in der Stadt, die Wohnungen waren teuer in Sonnenberg. In guten Häusern nahm man keine Sängerinnen, die tagsüber Klavier spielten oder GesangS- Übungen betrieben, abgesehen von den utovaU= 'eben Bedenken, und als sie von Stephansberger erfuhr, daß die HaDetage in seinem Hanse in der Parkstraße, welche bis dahin von der Soubrette vom Gastnertheaier bewohnt gewesen, fret war, nahm sie Franziska kurz entschlossen, nm der langwelligen Wohnungssuche enthoben zu sein. Sie waren wieder gute Freunde nach einer kurzen Epoche des Rausches und hatten sich aufeinander eingespielt. Seit Franziska in der Parkstraße wohnte, ging indessen eine Veränderung mit ihr vor. Sie suhlte, daß sie jetzt sacht und unaufhaltsam In einen dunklen, weichen, nachgiebigen Schlamm zurückzusinken drohte. Die Luft in dieser parfümierten, fchlecht tapezierten, engen Wohnung, dieser Umgebung steckte an. Der Frühling kam mit weißen Dlüter.däumen und grünen Hecken, der Flieder brach auf und hing wieder in schweren blauen Büscheln über die Mauern des Schlohparks. des Morgens zwitscherten die Vögel in den stillen^ grünen Alleen, auf dem Weiher zogen die Schwäne ihre ruhigen Furchen amd die Heckenrosen blühten. Aber Franziska suchte vergebens. Hasse blieb verschwunden. Hasse batte während des Sommers eine schwierige Operation an einer Dame vorgenommen, welche hoffnungslos schien, das Karzinom war zurückgegangen, und er war noch zwei Monate auf dem alten Schloß an der III geblieben, um die Schloßherrin, seine Patientin, in Radiunabshandlung zu nehmen. Das Leben in diesem aus dem achten Jahrhundert stammenden Schlosse mit seinen dicken Mauern, seinen Wendeltreppen und der Garderobe, in der die Pferde der Ahnherren wie eine Ahnengalerie aufaereibt hingen, dem kleinen Dorf mit seinem Dach, den schnatternden Entengruppen, dem alten, verwilderten Park, in dem er sich erging, hatten ihn in eine wunschlose, ruhigere Stimmung verseht, und er hatte dort Muße gefunden, seine wissenschaftlichen Versuche abzuschließen. Als er in die Stadt zurückkam, war eS Herbst. Der Wald stand in flammenden Farben, die Menschen trugen schon Petze, die Straßen sahen aus wie leergefegt, und das Theater hatte seine Pforten wieder geöffnet Der innere Worth holte ihn vom Bahnhof ab, er hatte Theaterkarten besorgt, man gab Günstige Entwicklung des preußischen Sparhafienmcfens» Wie der .Amtliche Preußische Pressedienst* auf Grund einer Ülebersicht der "Statistischen: Korrespondenz", des amtlichen Prb.ifationsor- gans des Preu,ischen S.atistischen 2aniX?5amtc5. über den Stand der öffentlichen oder unter St-c-.tsr'i' icht st henden Sparkofsen Preußens im Oki ber 1925 mit teilt, hat die erfreuliche Entwicklung der Einlagebestände im Sparver- t e h r und bankmäßigen Sparkasfen- verkehr im Berichtemon-t wei er: Fortschritte gemacht Dem gesamten Eml'eedestande fehlten am Schlüsse des OlWat? nur nach 3.1 Millionen RM. irt der ersten Milliarde; die Sp a r e i n läge n h b:n lick seit Jahresbeginn um 591,4 Milli nen RM., b. b. um 1*5,8 Prozent erhöht. Die absolute Oktober zunah ne betragt .51,6 Mill. RM. - 5.5 Prozent deS Sevlember- bestar.des. Auch dec bankmäßige V-eek.hr der Sparkassen nahm ein? günstige Entwicklung. Di« Einzehawgen b i.fen sich im Brricktsmonat auf rurb 1438 Mil.wren RM.. die Auszahlungen 1478,2 Millionen RM. die Guthaben auf 534.9 Milli:nen RM. Die Cinz'hluagm b trugen da- bei das 2 5sach? der Guth'den. Die ülmsatze haben sich über. II, abgesehen von Ostpreußen und Pommern, wo sie annähernd so h">ch wie im Vormonat blieben, gesteigert. Die höchsten Umfaße wies n ch wie vor Rheirlaerd-Westfalen aus, die nied"igsten — abgeseh n von den Hohen- zollernschen Landen und der Gren-mark Posen- Westpceu'':en Ostpreußen. Dch die Auszahlungen, mit Ausnahme von Berlin und der Grenemark Posen°Westpreu''^7l. die Ein?ahlun» gen überstiegen, ist in Anbetracht dar noch immer herrschenden Kreditrwt nicht allzu ausfallend. o WSR Die Lage des Cisenerz- marktcs im Lahn- und Dill gebiet. D'.e Ma l.'a;e für den Ei'enstein im Lahn-- und Dillgestiet hat sich im Rovember nicht nur ver- schle iert, sondern ist vielmehr an dem Punkte ance a.:gt, wo die letz en kcampfhasten Anstrengungen für die Weiterführung der Betriebe gemacht werden mit Zuhilfenahme der letzten Reste der Substanz. D e Kapi a im, die in den auf Ha-de gestürzten Cc^en festliegen, erdrücken durch, ihre Zmsenlast für die notwendigen Kredite auch die wenigen noch betriebenen und in Förderung stehenden Gruben. Bi5her wurde die Mehrzahl 6er stillgelegten Gruben noch durch Rotstand, a . ei en vor gänzlichem Zubruchgehen bewahrt. Indc'sen ist eS unmöglich, die dazu erforderlichen Geldmittel noch weiter auszu- bringen, und e3 müssen viele Gruben nunmehr gänzlich aulgege'en werden. Zu alledem hat der Rückgang dec aktiven Mitglieder der Dezirks- knappsckast eine weitere Erhöhung der sozialen Lasten der Betriebe zur Folge. Die Arbeller- schaft versucht, der mißlichen Lage der Betriebe Olechnung zu tragen. • D i e Anleihe der Hamburg-Ame- rika-Linie abgeschlossen. Die Derv^l- tung der Hamburg-Amerika-Linie tellt mit: Die mit Speyer & Co. und Henry Schröder, Banking Corporation in Reuyock geführten Verhandlungen über den Abschluß einer Anleihe sind beendet. Die Hapag erhält eine Obligations-Anleihe von 6,5 Mill. Dollar, die auf 10 Mill. Dollar erhöht werden kann. Der ZimSsatz beträgt 61/s Proz. • Keine sofortige Freigabe deutschen Eigentums in Amerika. In gut unterrichteten Kreisen Washingtons wird er Härt, LanbeSlehrer-Verein«. ber LanbeSfynvde und anderen Körperschaften an. • Darmstadt, 6. Dez. Gestern geriet in der Schloßgasse ein Kinderwagen, der zu .rahe am Ofen stand, in Brand Das darin liegende Kind erlitt so schwere Bcarldwunden, daß es später seinen Verletzungen erlegen ist. — 'Verhängnisvolle Folgen hatte ein Automobllunsall in 5an d dach L O. Dort war vor einigen Tagen des sechsjährige S ö h n ch e n des Gastwirts und Metzgers Jacob Stockum von einem Lastauto angefahren worden, so daß es alsbald verschied. Der Vater formte den 'Verlust seines einzigen Söhnchens, worauf die Eltern große Hoffnungen »ehten, nicht überwinden und starb am Be- zrübnistage des Kindes. Preußen. Kreis 9)larbnrfl» WSR. Marburg. 5. Dez. Hier hat in der letzten Woche die Zahl der Arbeitsuchenden und Unter ft uhungsempkänger eine starke Zunahme erfahren, was haupt- 'ächlich darauf zurückzusühren ist. daß eine Hütte im Kreis Biedenkopf ihre Belegschaft reduziert hat, ebenso eine Anzahl benachbarter Metall- lvarenfabri^en. Durch die Stillegung der Bau-^ tätigfeit wegen des Frostes sind ferner mehrere hundert Bauarbeiter und Hilfsarbeiter erwerbslos geworden. Der .Holzschlag, bei dem früher viele Hunderte von Erwerbslosen Arbeitsgelegenheit fanden, ist in diesem Jahre erhebllch eingeschränkt worden. Die Rachfraae nach kaufmännischem und Bureaupersonal ist bis jetzt nur gering. . Kreis Biedenkopf. • Crumbach. 5. Dez. Mit Begcnn des neuen IahreS wird uns der Lehrer Hermann Bott verlassen, um eine Hauptlehrerstelle in Breidenbach bei Biedenkopf zu übernehmen. Heber 20 Jahre hat Lehrer Bott hier gewirkt und durch seine reichen Gaben un) sein hilfsbereites Wesen sich viele Freunde erworben. Die Schwierigkeiten der Verbindung mit Gießen nötigten ihn mit Rücksicht auf die weitere Ausbildung seiner Kinder zu der Wegmeldung. Dillkre.s. bL Lreitscheid, 5. Dez. Die schlechte Wirt- schaftölage brachte es mit sich, daß auch die hiesige Westerwälder Tonindustrie ihren Betrieb ft UI e g t. Das Werk hat den Beamten zum 1. Januar 1926 gekündigt. Don den Arbeitern wurde ein Anzahl sofort entlassen. Da in unserem Bezirk sonstige Arbeitsmöglichkeit fehlt, trifft die Maßnahme die Arbeitnehmer äußerst schwer. Mannan. 60jährig:s Jubiläum drs Reebschen Männerchors. WSR. Frankfurt a. M., 6. De-. Der Aeebsche Männerchor, der zwe.tälteste Frankfurter Chor mit einer aktiven Sängerschar von über 200 Personen und einer der besten Sängerchöre ganz Deutschlands, feierte heute sein 60jähriges Stiftungsfest. Arn Vorabend sand ein Konzert im Saalbau statt, an das sich ein Degrühungsabend Im Zoologischen Garten anschloß. Im Mittelpunkt der Feier stand ein akademischer Festakt im Saalbau. an dem zahlreiche Abordnungen von Gesangvereinen auS ganz Deutschland, Oesterreich und der Schweiz teilnahmen. Reichspräsident o. Hindenburg hatte ein Glückwunschtelegramm gesandt. Im Oiamen der Stadt Frankfurt sprach Sladtrat Dr. Langer. Ein österreichischer Abgesandter betonte, welche Wichtigkeit dem deutscyen Liede als Mittel zur Stärkung des Anschlußgedan'ens zukomme. Das Fest, das glänzend organisiert war. hat weit über die Grenzen Frankfurts hinaus Widerhall ge,unden. Den Abschluß der Feier bildete ein Festball. friß die Frage über die Herausgabe deutschen Eigentums in Amerika noch nicht gelöst sei. ES heißt, daß die amerikanische Regierung vorläufig bas Eigentum herauszugeben nicht gewillt sei, da zunächst bestimmte amerikanische Privatforderungen erfüllt werden müßten. Die amerikanische Regierung stellt sich mit ihrem Dorgehen in Gegensatz zu Borah, der eine Vorlage auf Herausgabe des deutschen Eigentums einzubringen beabsichtigt. Dörsenkurle. Frankfurt a.M. Berlin üchlu futrs 1 i-Uve- flur« r-chluß« fiitr» ^Anfang Data n: 5- 13 7.12. 5 12 7 12 3% Deutsche RcichSaMelbe ■ 0.1K3 0.181 0.18.5 0.182 *6/o Deutsche Rcichsanlcihe — 0 2 O.2 0 2 3Ve°/o Deutsche Relchcanlcthe 0 3l — 0.2 —— 3% Deutsche Rcichsmleive u.285 0.2'5 0-251 Deutsche Svarpramicnanleid« —— — 0,1025 4% Preußische KoniolS • . ■ 0.19 —> 0 .95 0.1'. 0 4° o Hessen ... ...... — — — 3'/,% Hessen.......... 3% Hessen........... — —- 0 17 — — O,i7 Deutsche Wertb. Dollar-Aul. 91.25 — 91.75 dto- Doll.-Schatz-Anweiillg.*! 97,5 — 97 85 — 4% Zolltürken......... 8 05 8 8 — 5% Goldmerikaner ... . 41 25 41 42 5 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank l.18.5' 93.6* — 139» 9 » 138» Darmst. und Naitonalbank • 10;,7* — 104* — Deutsche Bank. . ..... Deutsche Bcreinsbank .... — — 104,7* 104* — — — Diöconto Commandik . . 101* — 102,2» 101* Mctallbank.......... 69 75 70 Mitteldeutsche Creditbank . — • 88 5' 88.9* Oestelfcichiiche Creditaustalt 6.75 6 75 6,5 6 8 Westbank ......... 0,03 0.03 — — Bochumer Guß ...... —1 — 6.3 5» 62 5 Buder^S........... 30 30 3U.25 29 2 Caro ............ Deutsch'Luxemburg .... 33.5* er 59* 61* 5'1.9* Gelsenkirchener Bergwerke. . — 67,4* 65.75* Harvencr Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben.... — w Mi.2* 94.5* 0l —— 01 5 92.5 Kaliwerk Wcitcregelll..... 98 — 98 97,75 Laurabüttc.......... 27 — 27.5 27 Oberbedarf.......... ——* — Phönix Bergbau....... Ryeinitahl . . ....... Nie bett Montan ...... 62' 61» 62.9* 61,62* 49* —- 49,25» 48» 61.5 — 62 62 Tellus Bergbau. ..... 40 — Hamburg.Amerika Paket. . . 77,75» 78 4* 78 75* 78,4» Norddeutscher Llovo ... — 86 5* 85 5* 86,25* Cheramtsche Werke Albin . . * — Zementwerk Heidelberg . . . 56 55 5 _ Philipp Holcmunn ..... 42.5 42 42,75 — Anglo-Cont -Guano..... —. — 65.25 _ Badische Anilin........ Chemische Mayer Hiapta .. 110,2* 109 4* 10, ,* 109,5» — GoidsLmidt ...... GrieS eimer Electron .... 68 —. 58 _ „ • 108 V 109.5* 11'8.5 Höchster Farbwerke...... 19 5* HI9* 110» 108.1» Holzverkohlung........ 40.05 40. <5 Stütgerswerke......... 4>' 51 Echeideanitalt ........ 77.25 76 25 — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 93* — 93.25» 92.62* Bergmann ....... Mainkrartwcrke ....... — 6 .5 — — _ Schulten ......... SiemcirS & Halske...... 57,62* • 57,75* 56.75» 71» — 72* 7 t» Adlcrwerke Älener ...... 23 22.6 23.1 22 55 Daimler Motoren. ...... 21.3 — 21,75 21 13 Heyligenllaedt......... 16 — Meguin. ... ..... . Motorenwerke Mannheim . 25 — 26 — — 36.5 — Frankfurter Annamren . . — — * Konservenfabrik Braun . . — — * Metallgcscll chaft Frankfurt. 83.5 83.75 — — Pet. Union A.°G. .... 51 50 51 75 —— Schub'abrik Herz . . .... 20.5 — — — Sichel ......... .* 1,75 2 — Zellstoff Waldbof. . .... 8,2 80.5 <7.5 79 Zuckcr-abrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 46 4.5 2 > 48 — 31 39,25 40.25 — Setliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 7. Dez. Der Wochenbeginn brachte ein außerordentlich stilles Geschäft, ^ie Lustlosigieit an der Börse konnte kaum noch gesteigert werden. Die Llmsähe hielten sich in Uhr engen Grenzen und zwar so, daß für eine Reihe von varriablen Werten eine Erstnotierung flicht zustande kommen lonnle. Die Kurse selbst gingen nach der vorübergehenden Besserung am Samstag erneut z u r ü ck, da die deutsche Wirtschaftslage wieder sehr pessimistisch beurteilt wird und Befürchtungen wegen der Schwierigkeiten bei der Bildung des neuen Kabinetts gehegt werden. Die Spekulation übt daher größte Zurückhaltung. Hinzu kommt noch, daß nach den Ausführungen Dr. Luthers mit einer Stabilisierung des Frankenkurses erst nach Regelung des internationalen Schuldenproblems zu rechnen ist. Paris unterlag heute einer neuen Abschwächung auf 126.65. Das einzige Gebiet der Aktienmärkte, das etwas Interesse fand, war der Schis- Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Rach dem 3 aiienischen der Terefah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 by A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Um die Wahrheit zu sagen, Rachtigallen ließen sich nicht hören. Man schrieb den 24. Dezember, es war eine bitterkalte Winternacht. und sogar der Eisvogel hatte den Weg über die Alpen zu gastlicheren Gefilden genommen. Aber die Dichter kennen das Geheimnis, an das glauben zu machen, was es nicht gibt. Hans Sachs sang, indem er sich selber auf seiner Laute begleitete. Da wurde es Licht und Tag, Sonne schien. Frühling war's und warm. Alle die Dinge, denen das Ständchen galt, hörten es, und allen, die es horten, ging es zu Herzen. Sie regten und bewegten sich wie im Traum, sie lösten sich von den Decken und Wänden, stiegen herab von den Weihnachtstischen und Gabenbänken, verließen die Schachteln, befreiten sich von den Bändern, mit welchen sie an die Tannenzweige gebunden waren----- fort. fort, hinaus, hinunter! An den Mondstrahlen. die Pelzmärtel in feine Seidenfäden verwandelt hatte, ließen sie sich von den Fenstern auf die Straße hinab. Richt ein Stück blieb zurück. Hans Sachs zog singend und laute- schlagend durch die Straßen, eine immer mehr anirachfer.de Menge entführter und lebendig gewordener Spielfachen hinter sich, und kaum waren die letzten Töne seiner Zauberweife verklungen, da... Bim — bam! Bim — bam! Die WeihnaHtsglocken schlugen neun Ahr. Reun Uhr! 3n allen Häusern, wo ein Weihnachtsbaum war und Kinder dem ersehnten Glockenschlag entgegenzitterten, wurden unter Jubetgeschrei endlich, endlich die glückverheißenden Türen geöffnet. — — — Aber, o Gott! Was war das? Richts mehr an Decken und Wänden, nichts mehr aus Tischen und Schränken-- Rur ein armseliger Daum stand im schmucklosen Zimmer und ließ traurig seine kahlen Zweige hängen wie leere Hände. fahrtsmarkt, unter Bevorzugung von Ha- pag und Rordd. Lloyd. Dchisfahrtswerte schlossen sich daher der allgemeinen Depression nicht an. Der Geldmarkt ist weiter flüssig. Tagesgeld ist reichlich angebvten und konnte infolge der großen Geschäftsstille nicht untergebracht werden. Tägliches Geld 7Vr bis 9V-. Monatsaeld 10V2 bis HVr Prozent. Am Privatdiskonten- markt herrscht starke Materialknapphcit, so daß man mit einer weiteren Herabsetzung der Sähe rechnet. 3m Devisenverkehr lag Warschau mit 7Vr gegen Kabel unverändert. Der Handel ist durch die polnischen Devisenverordnungen bedeutend eingeschränkt worden. Die übrigen Valuten zeigten keine Veränderungen. 'London lag eine Kleinigkeit fester. Die Reichsmark notierte in London 20.38, Amsterdam 59.22. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 5 Dezbr. 7 Dez r. Amtliche Non rung Amtliche Notierung Meld Brief (Selb 1 Brief amit.^ytoii <68 54 168.96 168.55 168,96 Bucn.-Aircö 1.740 1,714 1.739 1.14.3 Brff.-Antw 19 12 19.06 19,02 19.06 Ehristiania 85.44 85.71 85 49 85,71 Koprnbagetl 104.(14 1'15.20 104,8- 105,13 Stockholm • Helsingfor« 112.18 112.46 112,24 112,52 10 545 10.585 10.545 10.585 Italien. . 16 91 16.».. 16/11 16,95 London. . -0,361 20.4 1 20,369 20.409 Oleuyork . . 4.195 4,205 4.195 4.215 Paris - . . 16.28 iS.32 16,10 16.11 Schweiz . . 80 9 2 81.12 80,91 81.11 Spanien. 59. >8 60,15 69,80 59.94 Japan . . . ?Nfo bc Jan 1.800 l.MM 1.592 1.808 1,812 U 589 0.585 0,591 Wien in D-> Ctft. abgest 511.13 69.27 59.12 69,26 Prag .... Bclzrad . . 12.44 12,46 12,422 12.452 7.43 7.45 7.43 7.45 Budapest. . 5.875 5,895 6,875 5,895 Bulaarien 3.0 5 0,06.5 3.055 3.065 Lissabon 21 2.5 21,325 21.275 «1,325 Danzig. . 80 66 80 86 80.75 80.95 Konst.ntin- 2,2.55 2,325 i.22 2.23 Athen. . 5 64 5.66 5 54 5 66 Canada. . . 4 195 4.2 5 4.19» 4.205 Uruguay . . 4,275 4.285 4,235 4.245 Berlin, 5 Dezbr Geld Brief Amerikanische Note» ..... 1,19 4.21 Belgische Noten 18,97 19,07 Dänische Noten ....... 104.61 105,21 Englische Noten........ 20.B3 20,43 Französische Noten...... 16,23 16 31 Holländische Noten ...... 168,8 169.02 Italienische Noten ...... 16,»2 17.0) Norwegische Noten...... 85.24 85 66 Dcutsch.Ocsterr-, i 100 Kronen 58.97 59.27 Rumänische Noten...... — Schwedische Noten ...... 111.8# 112.45 Schweizer Noten ....... 80.72 81 12 Spanische Noten....... 59 flö 59 9i> Tschechoslowakische Noten .. 12.:-88 12.446 Ungarische Noten....... 5.825 5,865 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt, 7. Dez. Tendenz uneinheitlich, überwiegend schwächer. Die Börse eröffnete die Woche unter dem Einfluß des Vorgehens der Baissespekulation mit Abgaben, die stark auf das Kursniveau drückten. Die Börse verkehrte daher in überwiegend schwächerer Hol» tung. Das Geschäft vollzog sich, da Anregungen nicht vorlagen, unter starker Zurückhaltung, wobei besonders auf die ungeklärte innerpolitische Situa- Hon hingewiesen wurde. Etwas Interesse bestand wieder für Schiffahrtswerte, wo sich neue Käufer einfanden, während die übrigen Aktienmärkte nur ganz geringes Geschäft hatten. Dies war auch der Grund, weshalb die Rückgänge im allgemeinen verhältnismäßig gering blieben. Das Angebot in chemischen Aktien setzte sich auch heute fort, ohne daß hierfür ein ersichtlicher Grund Vorgelegen hätte. Am Montanmarkt war ebenfalls stärkeres Angebot zu bemerken, unter dem besonders Phönix empfindlich litten. Elektrowerte waren fast ohne Geschäft, auch für Bankaktien bestand keinerlei Interesse. Die Kurse blieben aber gehalten. Am Schiffahrtsmarkte gingen Hapag um 0,6 und Norddeutscher Lloyd um 2,1 Prozent höher, büßten aber im weiteren Verlaufe diese Gewinne wieder ein. Auto-, Maschinen- und Zucker- a k t i e n lagen niedriger. Der K a s s a m a r k t ver- kehrte lustlos. Am heimischen Rentenmarkt waren die Umsätze eng begrenzt. Reichsanleihe lag etwas niedriger. Don ausländischen Renten setzte sich bei Ungarn etwas Begehr fort, die Kurse zogen leicht an. 3m Freine r k e h r fiel der starke Rückgang von Krügers- Hall auf, die sich auf 59 Prozent senkten. Brown Viertes Kapitel. Ein Kapitel, aus dem zu ersehen, wie schwer es ist, ein gutes Werk zu vollbringen. — Ein Glück, daß im kritischen Augenblick der Petzmärtel eingreift. worauf die guten Nürnberger von einer unheimlichen Verblüffung in die andere fallen. — Ein unterirdischer Gang tut sich auf, und die weisen Störche rüsten zu einer abenteuerlichen Luftreise. an der Otto und Liefet teilnehmen dürfen. Zunächst war alles vor Verblüffung starr, keiner brachte ein Wort heraus, der Schrecken über das Unfaßbare lähmte die Zunge. Dann gewann der Aergec die Oberhand. Die Kinder schrien auf vor Enttäuschung, die Erwachsenen sprachen in höchster Erregung aufeinander ein, schließlich lärmte alles durcheinander. Es gab einen unbeschreiblichen Tumult. 3eder halte eine Vermutung, einen Verdacht, eine Anklage: jeder wollle etwas wissen, fragen, sich irgendwie Luft machen. Das Geschrei der Kinder brachte die Großen in Verwirrung, Mutter und Schwester verloren den Kopf. Viele glaubten an einen schlechten Scherz: Vater warf Mutter strenge Blicke zu, Mutter faßte die Dienstboten ins Auge, die Gäste tuschelten. Und so war es in jeder Familie, aber keiner ahnte, daß beim Nachbarn wegen derselben Geschichte das Haus auf dem Kopf stand. Erst als sich bald da, bald dort ein Fenster öffnete und der verstörte Familienvater hinausschaute, wie es zu machen pflegt wer sich keinen Rat weiß, folgte ein Schrei aus den andern, mit Windeseile trug das Echo die Nachricht von dem unglaublichen Ereignis von Straße zu Straße, von Tür zu Tür. 3n Hellen Haufen liefen die Leute zusammen, erzählten und bek.'aglen und wunderten sich. 3n allen Häusern, nicht eines ausgenommen, waren die für Weihnachten bestimm en Spielsachen plötzlich verschwunden: wer sollte das begreifen! 3e mehr man darüber nachdachte, je mehr Vermutungen aufgestellt wurden, desto une.k ärlicher, desto merk würdiger und desto unheimlicher mußte der Vorfall erscheinen. Es war doch nicht denkbar, daß eine ganze Schar von Spitzbuben, ohne aufzufallen, in Nürnberg eindringen und Boveri 53, Entreprise 7,5, Ufa 16,5, Ufra 50,5 Prozent. Der weitere Verlauf zeigte eine kursmäßig noch ausgeprägtere Verstimmung infolge der wieder recht pessimistisch gehaltenen Berichte über die allgemeine Lage im Reiche. Die Kursabschwächungen setzten sich fort. Der Geldmarkt war weiter flüssia. Tagesgeld 8,5 Prozent, Monatsgeld je nach Adresse 10 bis 11 Prozent. Zndustrieakzepte 9 Prozent, Bankdiskonten 7 Prozent. 3m Devisen- verkehr notierte London gegen Kabel 4,85g. Die übrigen Valuten sind fast unverändert. Sronlfuncr Getreidcoorle. Frankfurt, 7. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 26,50—26,75, Roggen, inländischer 18,50—1875, Sommergerste für Brauzwecke 24—26,50, Hafer, inländischer 18,50—22, Mais (gelb) 21—21,25, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 42,50—43, Roggenmehl 27,50—28, Weizenkleie 11,25—11,50, Roggenkleie 11,25—11,50, Erbsen 30 bis 36, Linsen 40—70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10—10,50, Weizen- und Noggenstroh 5,50 bis 6,Treber, getrocknet 18,50—18,75. Tendenz fest. Amtliche Notierungen für Speifekartoffeln: 3ndu- ftrie aus hiesiger Gegend 2,60—2,70, 3ndustrie, weißschalige, aus hiesiger Gegend 2,20. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin. 5. Dez. Die schwachen Vortagsberichte von den ausländischen Produktenbörsen! wirkten sich schon gestern im weiteren Verlause des amtlichen Verkehrs hier aus. Heute vormittag verschärften sich die Rückgänge weiter, um mittags voU zur Auswirkung zu kommen. Das Angebot in Brotgetreide seitens des Inlandes ist ziemlich klein, die Nachfrage nach Export blecht bestehen, doch können nur noch Umsätze bei merklich gedrückten Notierungen zustande kommen. Am Lokomarkt waren Preisrückgänge bis drei Mark zu verzeichnen. 3m Zeithandel eröffne'en .die ersten Kurse für Weizen um 3,50 bis 5 Mark niedriger. Roggen um 4,50 bis 5 Mark unter dem letzten amtlichen Kursniveau. Die Geschäftslage in Gerste hat sich wenig vermindert. Hafer allgemein matter. Die Käufer verhielten sich durchaus abwartend. Mehl konnte seinen Vortagspreis nicht behaupten. Der Handel blieb sehr ruhig. Futtermittel still. Es notier'en für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 252 bis 256, Roggen, märt. 154 bis 160, Gerste, märk. 194 bis 218, Futtergerste 158 bis 171, Hafer, märk. 168 bis 178: für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,25 bis 37,25, Roggenmehl 23,75 bis 25,75, Weizenkleie 11,50 bis 11.75, Roggenkleie 9,60 bis 10, Viktoria- erbsen 25 bis 32, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drcchtberichl des ..Gießener Anzeigers".'» Frankfurt a. M., 7. D^. Auftrieb: 1454 Rinder, darunter 318 Ochsen. S2 Dullen, 1104 Färsen und Kühe, 374 Kälber. 625 Schafe, 4436 Schw^Tne. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollflnsch'ge ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 52 bis 58, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 44 bis 50, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38 bis 43; Dullen, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 46 bis 52, vollst, jüngere 38 bis 45: Färsen und Kühe, vollfl. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 56, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 3ahren 40 bis 50, wenig gut entwickelte Färsen 38 bis 48, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 39, mäßig genährte Kühe und Färsen 24 bis 32. gering genährte Kühe und Färsen 12 bis 22. Kälber: Feinste Mastkälber 62 bis 68, mittlere Mast- rnrd beste Saugkälber 50 bis 60, geringere Mast- und gute Saugkälber 40 bis 49, geringe Saugkälber 35 bis 40. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 43 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 32 bis 40, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 78 bis 82, vollfl. unter 80 Kg. 72 b's 77. vollfl. von 100 bis 120 Kg., von 120 b's 150 Kg. und Fettfchweine über 150 Kg. 80 b's 82. unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Marktverlauf : Schleppendes Geschäft in allen Dieh- gattungen, bei Schweinen Ueb:rstand. Dücherlisch. — TheodorLüddecke, Dasamerika- nische Wirtschaftstempo als De- drohung Europas. Verlag von Paul List. Leipzig. Das Duch schildert die Gefahren, die der europäischen Wirtschaft dadurch entstand«* sind, daß während des Krieges Amerika es verstanden habe, die bisher europäischen Absatzmärkte seiner Wirtschaft nutzbar za machen. Durch eine bis ins Kleinste gehende Rationalisierung von Fabrikation und Geschäftsleben und dir dadurch hervorgerufene Verbilligung der Waren wisse Amerika diese Absatzmärkte auch nach dem Kriege sich zu erhalten und sogar auSzudehnen. Hierzu komme noch die ganz andere Einstellung von Fabrikherr und Arbeiter in Amerika, dir keinen Kostenge'st und kein „klassenbewußtes Proletariat" und dementsprechend noch nichts von der Arbeitsunlust kenne, die in Europa ein intensives Arbeiten und ein Mitfühlen des Arbeiters mit dem gesamten Detrieb nicht auf- kommen lasse. So muß man über Organisationstalent und Wirklichkeitssinn der Amerikaner staunen. Ob man jedoch die Bewunderung schlechthin für Amerika, die beim Verfasser zutage tritt, teilt? 740 — Trutz Kämpfer. Von Gertrud Walde. Geschichte eines jungen Lebens. Preis in Leinenband 5.50 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Die Geschichte einer Kindheit und doch — ein Menschenschicksal, das an die Seele greift und die Eindrücke nicht wieder so schnell verblassen läßt. Ein Buch, dessen Eindrücken man sich nicht entziehen kann. Eine starke sittliche Kraft geht von dem Duch aus und ein stilles, heiliges Freuen kommt über den Leser, so bitter ernst es auch ist. Man wird das Buch, in dessen Mittelpunkt ein Vater und seine Heranwachsende Tochter als fein getreues Ebenbild stehen, nicht ohne Erschütterung, aber auch nicht ohne innere Bereicherung aus der Hand legen. Es verdient einen bevorzugten Platz im Bücherschrank der guten Unterhaltungslektüre. 305 — Geschichtsbuch für die deutsche Jugend. Dclksschulausgabr. 1. Heft. Don Kumsteller-Haacke-Schneider in Gemeinschaft mit Mittelschullehrer W. Rödiger Lehrer H. S i I o m o n. 80 Seiten mit Anhang. Preis in Halbleinenband M. 1.—. Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Don dem schon in 14 Auslagen verbreiteten Geschichtsbuch für die deutsche Jugend von Kumsteller-Haacke- Schneider erscheint jetzt eine Bearbeitung, in der den Dedürfnisfen der Volksschule Rechnung getragen und der Stoss auf die deutsche Geschuhte beschränkt ist. Auch der neue Band geigt dieselben Vorzüge, die der früheren Ausgabe eigen waren. Hier ist ein Geschichtsbuch, nach dem die Jugend auch außerhalb der Schule gern greifen wird, das zu wahrem Daterlandsgesühl und echter Heimatliebe erzieht, das sich sreihält von jedem parteipolitischen Einschlag. 304 Honigplätzchen sind als Weihnachts-Kleingebäck sehr beliebt durch ihren würzigen Geschmack nach folgendem Oetker-Rezept: Zutaten: 300 g Kunsthonig 1 Päckchen v. Dr. Oetker’s 450 g Zucker "/< Pfd- süße Mandeln Backpulver ..Bacldn“ 3 g gestoß. Gewürznelken 6 Stück bittere Mandeln 2 g gestoß. Kardamome */e Päckch. v. Dr. Oetker’s 650 g Weizenmehl 6 g gestoßenen Zimt Vanillin-Zucker Die abgeriebene Schale von Vs Zitrone 7i ihproi+iin/T D,e Mandclr* werden geschält, Z_U UCI Cl LU I ly . grob gehackt und mit dem Gewürz und VamUm-Zuckcr unter das Mehl gemischt. — In einem Emiille'opf erwärmt man den Zuck r m t dem Honig so lange, bis der Zucker aufgelöst ist Die warme Lösung gibt man über die Me Imischung, die sich in einer Schale befindet, m seht alles miteinander und lügt nach dem Abkühlcn 1 Päckchen Dr Oetker’s ,,Backin'‘hinzu. Auf einem Kuchenbrett knetet man noch soviel Mehl hinein, bis der T ig nicht mehr klebt und aus^erollt werden kann. — Mit einem Glase od -r einer Blechform werden Kuchen ausgestochen und auf einem mit Wachs bestrichenen B ech hellbraun gebacken. Man nimmt die Honigplätzchen noch warm mit einem Messer vom Blech und bewahrt sie in einer Büchse auf. Sehr wohlschmeckend und billig. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und poitofrci von Dr.A. Oetker, Bielefeld. V Ilyl'S im Handumdrehen alle Häuser ausplündern konnte. Wenn es überhaupt D'.ebe waren, warum begnügten sie sich dann mit den Spielsachen? Nicht ein einziges Schmuckstück fehlte, wie sich bald herausstellte, nicht ein silberner Löffel, nicht einmal eine kupferne Pfanne. Alles außer den Spielsachen war unberührt geblieben. Entweder also die Nürnberger träumlen mit offenen Augen, oder es ging nicht mit rechten Dingen zu. Im Nu waren die gruseligsten Geschichten im Umlauf Die Kindermädchen, wie immer gleich mit den dümmsten Erzählungen vom Teufel zur Hand, versicherten, in den Zimmern rieche es noch jetzt nach Schwefel. Es war eine schreckliche Nacht. An diesen Hei igen Abend würden die Nürnberger noch lange denken! Als der Morgen graute, ließen sich beim Bürgermeister, der kein Auge zugemacht hatte, zwei alte Leutchen melden, um ihm, wie sie sagten, wichtige Mitteilungen zu machen. Sofort vor- ge'afsen, berichteten sie — bald sprach der Mann, bald die Frau, bald beide zusammen — unglaublich klingende Dinge. Da sie vergessen hätten, die Fensterläden äu schließen, habe sie der Mondschein nicht schlafen lassen, Lind so sei es gekommen, daß sie wachen Geistes das gegenüberliegende Haus betrachteten. Da seien dort mit einemmal die Fenster ausgegangen und eine große Menge kleiner, offenbar in größter Erregung bellndlicher Wesen — denn sie warfen mit Armen und Beinen nur so um sich — hätte sich auf die Straße herabgelafsen. Es habe aus- gesehen, als rutschten sie an unsichtbaren Fäden herunter. Ob es Kobolde, Heinzelmännchen oder andere Geisterchen waren, wisse der liebe Himmel. Sicher sei, baß ein anderer unabsehbarer Zug gleicher Wesen sie erwartet und ausgenommen habe. Darauf hätten sich alle in Marsch gesetzt, indem sie einer spukhaften Erscheinung folgten, die eine Laute zu spielen schien. „Lind was spielte denn diese Erscheinung?" sragte der Bürgermeister, der gespannt zugehört hatte. „3a,“ antworteten beide wie aus einem Munde, „Musik war nicht zu hören." Kopfschüttelnd fragte der Bürgermeister zuerst den Greis, dann die alte Frau, wo sie denn wohnten. Lind siehe da, eS ergab sich, daß sie in ganz entgegengesetzten Stadtvierteln wohnten. Damit war also der Beweis erbracht, daß sich der nächtliche Spuk an verschiedenen Stellen in der gleichen Weise abgespielt halte. Es konnte nicht anders sein: die Spielsachen hatten aus eigenem Antrieb gehandelt, sie waren auS- gewandert! Ein sofort vorgenommener Augenschein bestätigte diese Vermutung. Man öffnete die Spiel- warenläden: leer! Man ging durch die Fabriken: leer! Nicht die ärm.ichste Holzpuppe, nicht der gewöhnlichste Nußknacker, nicht das einfachste Schaukelpferd, nicht der kleinste Leilerwagen war zurückgeblieben. Ein Auszug mit Mann und Maus, mit Roß und Wagen! Da brauchte man wahrlich nicht nach Dieben zu suchen. ES lag näher, sich zu fragen, wer denn wohl den Pelzmärtel beleidigt haben könnte, denn einer derartigen Racke war nur ein tiefverlehter Pelz- märlel fähig. Alle Kinder Nürnbergs befragten darüber ihr Gewissen, und weinend mußte sich ein kleiner Junge gestehen, daß er am Abend vorher ausgerusen hatte: „Daran ist der böse Geselle, der Pelzmärtel schuld, der hat unS Weihnachten verdorben!" ♦ » Lieberlassen wir die Nürnberger ihren Mutmaßungen. Ihr werdet, denke ich, jetzt wissen wollen, wohin sich der nächtliche Zug unter Führung von Karl dem Großen, Kunigunde und Hans Sachs begab, als die Leute in ihrer Ratlosigkeit auf den Straßen zusammenliefen. Mit einer wunderbaren Schnelligkeit hatte sich die kleine Armee auf dem Marktplatz gefa.nmelt und von da aus, in Gruppen geteilt, formiert, und von Husaren zu Pferd in Reih und Glied gehalten, ging es im Laufschritt schnurstracks zu dem langen unterirdischen Gang, der sich unter der Burg hinzieht und im dichten Wald aus- mundet. Vorsichtig drangen sie in das dunkle Versteck ein und rührten und regten sich nicht mehr. So hatte es Pelzmärtel befohlen, der di« Gelegenheit benutzte, sich wieder an Karl dem Großen zu reiben, indem er ihn mit der Frag« in Verlegenheit brachte: „Mit Verlaub, wie wollt ihr auswandern, du und deine Leute? Was wollt ihr für Transportmittel benutzen?" (Forlletzung folgt) , M. 2# Hanoi,-kt! Die v fW iti der es nc ften LlinfM tere griffe tuns bM werven fünf ctfler Linie bancbcn 2tefo Aartcllvewrd auch auf die über das Fei njiait braucht Hand noch ga gar auch _o& zugcbrn tcm ich M r> der Gefch< Auch da- bat nach der funden wurk bruch zu vcrf Feil nch der aktuell erst 1- men yitivickcll leit 3er Ulf! Firmen @c ihrerLerp sie ihre Auhe tonnten. Dar. entiniddi, da hrrcmgeht. G Firma, wenn ihre Gläubig weil diese r kommen $in aefommert. Ivraussctzungc Konkurshc ihrer DrrM tonnen. So s GeschästSaufsi: alio etwas g teiligten?u b flung und ei fchastsirise ur In welch den muh, M drn handel« ist, leicht zu Die and g'erung vorg Ditlelchen, i herumdok leibst zu h Anbeginn cn der Regierung an der M senken ?teuerdru vielfaches Mcht. 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