den französischen König auf, die Weltherrschaft anzutreten, da die Franzosen das verständigste und waffenmächtigste aller Völker seien. Wenn es nicht möglich sei, alle unterworfenen Gebiete in Schach zu halten, so müsse man durch erbarmungslose syste- matische Verwüstung, z. B. von Lothringen, dem Feind die. Mittel des Widerstandes und den Mut rauben. Diese ganze Eroberungspolitik dient natür- lick nur dem Glück und der Sicherheit der Welt; „um allen Menschen das Unheil unordentlicher Fürsten zu nehmen, soll Frankreich sich mit Fug und Recht Völker und Reiche unterjochen". Das Beispiel mag genügen. Von Pierre Dubois führt eine gerade Linie zu Ludwig XIV. und Napoleon, zu den Liberalen von 1830, welche die Bourbonen stürzten, weil sie keinen Krieg entfesseln wollten, zu den Ministern Napoleons III., die ihn nach Sedan führten, und zu dem Poincarö des Ruhrkriegs, den man mit Recht als Napoleon IV. bezeichnet hat. Ein mittelalterlicher Anachronismus ist der Rheingrenzengedanke. Es scheint manchmal, daß die französische Nation nicht zur Ruhe kommen wird, bevor sie nicht die Verwirklichung dieses Ge» dankens aufgibt. Die Konferenz von Locarno. Locarno, 6. Oft. (Sil.) Die juristischen Sachverständigen sind heute morgen wieder zusammengetreten, um die Beratungen über die in der gestrigen Bollkonferenz von verschiedenen Seiten eingereichten Vorschläge fortzusehen. lieber den genaueren Inhalt dieser Beratungen wird StiUschweigen bewahrt; man erklärt, daß sich darüber auch gar nichts sagen lasse, weil es sich um lauter Einzelheiten handele, die sich in wenigen Zügen nicht zusammenfassen liehen. Das Klimafieber, das Dr. Stresemann gestern nachmittag befiel, hat sich heute gebessert. Der Minister hütete am Vormittag noch das Bett. Er war aber munter und war am Vachmittag völlig wieder auf dem Po st en. Die auf den Vachmittag verschobene Vollsitzung begann um 4.30 Ähr. Kurz vor ihrem Beginn trafen in schneller Reihenfolge die einzelnen Delegationen ein. Als erste die englische, dann die französische, die belgische und die deutsche Delegation, zum Schluß die Italiener. Dr. S t r e s e m a n n, der noch ein wenig angegriffen aussieht, scheint sich jedoch schon wesentlich erholt zu haben. Die Sitzung dauerte bis nach sechs ilhr. Bei der Abfahrt erklärte Dr. Stresemann, dah auf beiden Seiten der beste Wille vorhanden sei, zu einer Einigung zu gelangen. Die Arbeiten der Sachverständigen beschränkten sich bisher im wesentlichen auf diejenigen Artikel des Vertragsentwurfes, über die bereits eine grundsätzliche Einigung zu- stanbegekommen ist, für die aber heute noch nach einer genauen Formulierung gesucht werden muhte. Die Sachverständigenkonferenz ist Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen in sämtlichen Konferenzkreisen gewesen. Die verschiedenartige Beurteilung des Ergebnisses mag in erster Linie auf die verschiedenen Sem- peramente der einzelnen Vationen zurückgeführt werden, von denen die eine mehr zum Pessimismus, die andere mehr zum Optimismus neigt. Aber gerade die Engländer, deren ruhiger und kühler Charakter kaum anzuzweifeln ist, blicken jetzt mit außerordentlicher Befrie di- y u n g auf die Fortschritte der beiden ersten Sage zurück. Sir Cecil Hurst, der britische Sachverständige, äußerte sich englischen Pressevertretern gegenüber dahin, dah das Resultat der Verhandlungen bisher überraschend gut sei. Wenn es so weiter gehe, dürfe man mit einem vollen Erfolg rechnen. Die mehr zurückhaltende Art, die uns Deutschen zu eigen ist, hält uns davon ab, optimistisch zu sein, bevor wir etwas Gre-fbares in der Hand haben, lind tatsächlich erscheint es unklug, schon heute Den einem günstigen Verlauf der Konferenz zu sprechen, bevor man noch nicht an die Hauptschwierigkeiten berange^angen ist, die für Mittwoch oder Donnerstag erwartet we"den. E'ne kleine Bombe ist bere-ts g»stern gebläht. Briand und Danbervelde haben In ber Vach- mit^ags'"n>ren' e n*n Z sa an^rag erstellt, »n dem s e rrn Falle eines Angriffs Deutschlands gegen seinen östlichen Vachbarn auf dem Recht bestehen Sanktionen gegen Dersts^land ergreifen zu können und evtl. den Durchmarsch zu unternehmen. Dem Anschein nach ist die Frage noch nicht zur Diskussion gekommen und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Aber man sieht bereits, woher die Gewitterwolken kommen. Die französische Delegation und die in ihrem Gefolge befindlichen französischen Politiker sind im Gegensatz zu ihren englischen Freunden sehr zurückhaltend, denn es ist klar daß eine Verständigung in Locarno nur a u f Frankreichs Kosten erfolgen könnte. Die Forderung, die Deutschland für den Abschluß des Sicherheitsvertrags stellen muß. wird von Frankreich Obfer verlangen, die es nicht leichten Herzens bringen kann. In einer Beziehung ist allerdings die Lage der alliierten Staatsmänner gleich; Wenn die Verhandlungen in Locarno zu keinem Abschluß führen, so wird sich keine Regierung in ihrem Lande halten können. Ob Briand in. Locarno dasselbe Schicksal blühen wird wie einst in Cannes? Damals wurde er zurückgewor'en. weil er angeblich zu große Zugeständnisse gemacht hatte. Heute dürfte ihn das gleiche Schicksal treffen, wenn er in Locarno bei den Verhandlungen unter voller Wahrung der französischen Interessen keine Erfolge mit heim brächte. Ae^erra^chend ist die Satsache, daß die Vertreter einer großen Reihe der uns kürzlich noch sehr feindlichen englischen Blätter heute ihre Haltung vollkommen geändert haben und eine Art Vermittlerrolle zwif^en Deutschland, Frankreich und Belgien als die wichtigste Aufgabe an'e^en. Einer der namhaftesten englischen Journalisten, besten Blatt bisher durchaus nicht als deutsch-freundlich bezeichnet werden kann, sänke mir gestern im Laufe des Vachmittags: „Wir haben unfern Haß, soweit wir ihn hatten, im Meer ertränkt. Wir sind nach Locarno gekommen, um mit allen Mitteln, die uns Ml Gebote stehen, am Zustandekommen des Paktes mitzuarbeiten. Sie fragen uns, wie wir das tun wollen. Eine Antwort auf diese Frage zu finden ist nicht ganz leicht." Es bestätigt sich immer mehr, daß die Konferenz bereits einen Punkt erreicht hat, bei dem man in die Probleme und damit in die Schwierigkeiten hineingestiegen ist. Man kann es dahingestellt sein lassen, ob es wirklich schon so weit ist, wie die Engländerr behaupten, daß man schon um die politischen Hauptfragen gewürfelt habe, die nicht im Sicherheitspakt stehen, sondern von der deutschen Delegation als Unumgänglichkeiten mitgebracht sind, ohne die für Deutschland der Abschluß eines Sicherheitspaktes, mag et nun aussehen wie er will, überhaupt undenkbar ist. Immerhin, der Ernst der Verhandlungen hat begonnen. Er hat sogleich so stark eingesetzt, dah schon diese Satsache allein die Konferenz von Locarno von allen früheren Zusammenkünften unterscheidet. Reichsaußenminister Dr. S t r e s e m a n n , der übrigens von seinem Klimafieber vollkommen wieder bergcstellt ist, charakterisierte diese Konferenz dem Sonderberichterstatter der Telunion dahin, daß hier von Anbeginn an unerhört scharf gearbeitet werde. In der Tat hat man die Präliminarien aufs allernotwendigste beschränkt. Daß bereits heikle Fragen zur Tagesordnung stehen, geht ja auch daraus hervor, daß der amtliche Bericht davon spricht, daß gestern Dinge behandelt worden sind, die vorgestern verschoben wurden, eben wegen ihrer Schwierigkeit. Neber das aber, was verhandelt worden ist, darüber wird der Schleier des tiefsten Geheimnisses gedeckt, so daß man von einem Stadium des Stillschweigens sprechen muß. Vielleicht wird es nicht lange dauern. Kanzler und Außenminister haben Verständnis für den allgemeinen Schmerz der hiesigen Vertreter der deutschen Presse, im Dunkeln herumtappen und nichts Tat» fachliches sagen zu können. Sie wünschen darum selbst, daß diese Phase bald vorbeigehen wird, denn es ist kein Zweifel üver die Gefahr, daß die deutsche Presse für diese Zeit ohne eine einheitliche Linie bleibt. Die Rückwirkungen müssen natürlich äußerst unangenehm sein. Aber man hat offenbar ein Gentleman-Abkommen getroffen, wonach eben diese Taktik befolgt werden soll. Däbei kommen allerdings die Ausländer immer noch am besten weg, denn die deutsche Delegation ist der Ansicht, daß sie ganz besonders Grund hat, vorsichtig zu sein und nicht die Oeffentlichkeit in Dinge hineinzuführen, über deren Behandlung die Gegenseite schließlich viel freier diskutieren kann als wir selbst, wenn wir unsere Situation nicht erschweren wollen. Das heißt also, sich zunächst in Geduld fassen, bis sich etwas Konkretes aus dem jetzigen Stadium des Stillschweigens herausgebildet hat. E ne Erklärung Briands. Paris, 7. Oktober. (DTV. Funkspruch.) Ivie Agence havas meldet, kann nach Ansicht der Alliierten der Sicherheitspakt f of ort r atifiiiert werden. Er wird aber erst in Kraft treten, wenn Deutschland Mitglied des Völkerbundes fein wird. 3n der gestrigen Vachrnitlagssihung der Konferenz legte Brianb dar. Frankreich sei der Auffassung, dah der Pakt kein Hindernis dagegen sei, dah Frankreich auf die Seite polens und der Tschechoslowakei trete, falls Deutschland zur Gewalt seine Zuflucht nehme, obwohl es mit den beiden Mächten Schieds- gericht^verträge abgeschlossen hätte, die von Frankreich garantiert werden mühten. Chamberlain, vanderoelde und Scialoja stimmten den Darlegungen Brianbs zu. Die Durchzugsfrage. Rom, 6. Oft. (SU.) Der „Messagers"-Korrespondent in Locarno meldet, Briand habe Chamb-rlain die äußersten französischen Konzessionen w ssen lassen, deren Ablehnung unabsehbare Folgen haben könnte. Es handele sich um die Einwilligung in die s o- fort ige Räumung Kölns, um weitgehende politische Konzessionen im Saargebiet und um eine Mod fikation der Besatzung des Rheinlandes bis zur „Unsichtbarkeit" der Besatzung. Diese äußersten Konzessionen sei Frankreich bereit unter der Bedingung zu gewähren, daß Deutschland ein Schiedsgericht s a b k orn rn en mit Polen und der Sschechoslowakei abschließe und den Durchzug durch deutsches Gebiet garantiere für den Fall, daß Frankreich gezwungen sei, seinen Alliierten zu Hilfe zu kommen. Das bedeute, so hebt der „Messagero" ausdrücklich hervor, eine privilegierte Stellung Frankreichs als Schiedsrichter für deutsche Ostfragen und der alliierten Polen und der Sschecho-Slowakei zugleich. Die italienische Presse bezeichnet gerade die Durchzugsfrage als den heikelsten Punkt und sieht die sich infolge der geographischen Lage Deutschlands ergebenden Eventualitäten als die Hauptschwierigkeiten für die Unterschrift Italiens an, das Verpflichtungen unter so unsicheren und gefahrvollen Verhältnissen nicht eingehen könne. Vielfach wird auch das geforderte Durchzugsrecht als unvermeidbar mit der souveränen Würde Deutschlands abgelehnt. Die östlichen Schiedsverträge. Lvndvir, 7. Oft. (WSB. Funkspruch.) Die Sonderberichterstatter der Blätter in Locarno melden, auf der gestrigen Vachmittagssihung sei die Frage der östlichen Verträge und die des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund berührt worden. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Selegraph" sagt, er höre, daß, wenn die östlichen Verträge in Angriff genommen worden seien, der polnische Außenminister voraussichtlich beantragen werde, daß die Sowjet- Regierung ebenso wie die auf der Konferenz vertretenen Mächte befragt werden soll. Der Berichterstatter der „Westminster Gazette" in Paris meldet, in sehr maßgebenden Kreisen in Frankreich herrsche ein ziemlicher Optimismus über den Ausgang der Konferenz. Vach seinen Informationen bestehe bei Frankreich und Polen in der Frage des Vormarschrechtes durch deutsches Gebiet nicht die Unnachgiebigkeit, die man ihnen in Großbritannien Ungeschrieben habe. Frankreich habe auch Verständnis für Deutschlands Wünsche betreffend den polnischen Korridor und verlange nur, daß Deutschland sich verpflichtet, keine gewaltsame Aenderung seiner Ostgrenzen vorzunehmen. Russen, Polen und Tschechen in Locarno. Paris, 7. Oft. (WSB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" in Locarno meldet, daß der römische Sowjet-Botschafter Kerjenhew in Stresa am Lago Maggiore angefommen fei, von wo aus er die Verhandlungen der Locarno-Konferenz eingehend verfolgen werde. Der größte Seil der tschechischen Delegation traf gestern nachmittag ein und nahm im Parthotel Wohnung. Denesch selbst mit seiner nächsten Umgebung wird heute erwartet. Von chen Polen ist gestern der Vertreter beim Völkerbund Morawski eingetroffen. Heute folgte der Gesandte in Bern, Modza- letof f L Um Deutschlands Gleichberechtigung. Brüssel, 6. Oft. (SU.) Der Ausschuß der internationalen parlamentarischen Wirtschaftsunion hat die Beratungen über die Einberufung einer allgemeinen internationalen parlamentarischen Wirtschaftskonferenz für den 26. Mai 1926 zu Ende geführt. Den Gegenstand einer lebhaften Debatte bildete besonders die Frage der Zulassung deutscher Delegierter zu der ceD'anten Konferenz. Die französischen Mitglieder des Ausschußes beantragten zu beschließen, daß deutsche Abgeordnete erst nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu der Konferenz ein- gera' en werden sollten. Die skandinavischen und holländischen Delegierten widersprachen Dieser Auffassung und beantragten die sofortige Zulassung der Deutschen. Vach einer Intervention de' i!a'ier.ifd;en Abgeordneten C i m o ? o. der der _ französischen Auffassung beipflichtete, wurde beschlossen, es den belgischen und engfifxen Orra i'a ionen zur gev'a?ten Kon e enz zu über» Taffen, die eventuelle Zulassung der Deutschen, je nach dem Ergebnis der Konferenz von Locarno zu beschließen. Ein deutsch-ruMches Kreditabkommen. Moskau, 6. Oft. (WTB.) Wie der Finanzko.nmllsar S o ! o l n i t o f f ei e n Vc. - tretet der Sow^e.telegradhenagentur mitteilte, kam zwischen der Staatsbank der Sowjetunion und einer Gruppe deutscher Großbau fen ein Kreditabkommen in Höhe von 75 Millionen Goldmark zustande. Dieier Bankkredit soll zusammen mit dem Handelskredit eine Wareneinfuhr aus Deutsch la nd in Höhe von 100 Millioren Mark ermöglichen. Der deutsche Kredit wird eine sofortige Erweiterung der Einfuhr von Maschinen und Gebrauchsgegenständen ermöglichen, und zwar noch ehe Rußland aus eigenen Exporten Auslandövaluta erhält. Der Kredit soll ein Auftakt zu einer Reihe großangelegter langfristiger Kreditabkommen der Staatsbank bilden. Wie Sokolnilofs mitteilte, beläuft sich der Budget- vorschlag der 6d'.t je.union für das Finanzjahr 1925/26 auf drei Milliarden 550 Millionen Goldrubel und ist somit um 40 Prozent höher als im Vorjahre. Der Finanzkommissar hofft, . ytenBh"--^ A un. * i8Sr,et ei< «ntönig 3uae LTS BIM iS Honig flolbhar., beÜer^Jie- tetMotidimeivin. »HÄ Ä hQn!o NM. bnlbe^b.-. Bolbta. Nalm-Homg Sve. Aial^erlanbDimi >6™ w Uf -___ 'Wlffturio «sophatie atichilversahm! Montag, 5. Oktober, täglich «slagstn Vteßen,TbeIstr.r. rechstunLe bon 10-2 Uhr. Maöaits & Thom. ium>f)onwopatbic fomie mit estrahlmigm jeder Art säM. iten Mill Orimann tb uab Auaendiagnostikcr Mdit Ar,i)____________ M U Sie schon eine addierende ontrollkasse mit Anzeigevorrichtung. 08132 Sie kostenlose Auskunft ohne Aausverpslichtung. Odermann tretet der Dat.-Aeg.Mm denfront S gälte litt >4 an fwfbaeScifc ufenster Ur. 255 Erstes Blatt (L) 175. Jahrgang Mittwoch, 7. Moder (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Drud und Verlag: vrühl'fche Unioerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulfttatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für I mm Höhe »für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Retzlame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Or.Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen Lrschetnt täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: VießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monatr-Vezugspreis: 2 Goldmark u 20 Gold- ifennig für Trägerlohn, «mch bei Nichterscheinen eon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, Dernsprech-Anjchlüsse: Schriftleitung 112, Der» ergundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeigerGietzen. postschemonto: granffurt a. M. 11686. , .Rheingrenze" und französische „Volksseele". Lon Dr. Fritz Kern, Professor an der Universität Bonn. Kein religiöser, politischer oder sonstiger Wahn l)'ot Europa in den letzten Jahrhunderten soviel Älut gekostet wie der französische Rheingrenzen- Wahn. In dreifacher Gestalt ist uns dieses Gespenst »-»schienen: her Rhein als „natürliche" Grenze Frankreichs; als feine „geschichtliche" Grenze; schließlich als eine völkische Grenze! Die natürliche Grenze zwischen Deutschen und ij-canzosen fehlt, das ist richtig. Sie hat aber mehr öan Deutschen gefehlt als den Franzosen; die zahl- Iwen Franzosenruinen von der Pfalz rheinabwärts neb rheinaufwärts reden eine nur zu deutliche Sprache. Leider ober gibt es überhaupt kaum eine natürliche Grenze, die wirklich die Sicherheit eines ijendes verbürgte. Gerade die Geschichte des fran- Mschen Bodens legt davon Zeugnis ab. Das alte >9 aUien hat vorzügliche Naturgrenzen, und dennoch ifö es immer wieder erobert worden. Die Alpen und faß Mittelmeer schützten es nicht gegen die Erobe- rung durch die Römer; der Rhein, damals wirklich (9 renze, hielt trotzdem die Germanen der Völker- Änderung letzten Endes nicht auf. Geradezu ideal cls natürliche Grenzen sind die Pyrenäen, das un- Ägsamste Gebirge des Erdteils, und die stürmische Aiskayische See; und dennoch konnten die ein- br ingenden Araber die Pyrenäen überwinden, und bie Engländer haben, über die Biskayische See hin- meg in Aquitanien Fuß fassend, den französischen Staat des Mittelatlers jahrhundertelang aufs hef- ligfte bedrängt. Zur gleichen Zeit genoß Frankreich Don feiner Ostseite aus völlige Ruhe, obwohl dort (einerlei „natürliche" Grenze es schützte. Obwohl bar Deutsche Reich noch um 1300 Lyon und ®e= jiin^on, Bar-le-Duc und Nancy, Verdun und (£am= bioi besaß, war die absolute Friedfertigkeit des deutschen Reiches ein besserer Schutz für Frankreich cis die „natürlichste" Grenze. Nichts konnte diesen Trieben unb diese Sicherheit Frankreichs an seiner Dfigrenje stören als eben das gewaltsame Suchen nad) der „natürlichen", in Wahrheit so unerträglich mdernatürlichen Rheingrenze! „Gallien die Grenzen oiederzugeben, welche die Natur ihm bestimmt hat", ni irbc feit Richelieu und Ludwig XIV. Leitsatz der Irügerifdjen Angriffspolitik und der Die deutsche ,',uoietracht schürenden Diplomatie Frankreichs, seit bis» konfessionelle Spaltung der deutschen Nation beten Abwehrkräfte lähmte. Unsägliche Leiden er- ickgten daraus für ganz Deutschland und insbeson- bere für unseren Westen. Aber auch Frankreich hatte darunter zu leiden. Wenn deutsche £)eere in Abwehr bet napoleonischen Rheingrenzenpolitik im 19. Jahrhundert dreimal in Paris einziehen mußten, fo war liefe kriegerische Leistung — der jedesmal ein glirnpf- licfjer Friedensschluß gefolgt ist — immer nur der leidigen Notwendigkeit entsprungen, das Frankreich ^Hapoleons I. wie Napoleons III. von dem Anspruch Mpi heilen, am Rhein zu herrschen und vom Rhein ; "ms über das Schicksal Deutschlands zu gebieten. In Wirklichkeit war die „Natürlichkeit" der Rhein- ftenje niemals mehr als eine Phrase. Da Frankreich ' rneh „Brückenköpfe" auf dem rechten Rheinufer be= jchrt hat, und da diese Brückenköpfe wieder um ihrer tigenen „Sicherheit" willen nicht zu klein genommen mtrben durften, so war die Rheingrenzen-Jdee in Mklichkeit eine fressende Grenze. Ganz zynisch hat bi« schon um 1300 ein Prophet der französischen kinsdehnungspolitik ausgesprochen, indem er sagte: ,9*tin Fluß setzt den Grenzen Frankreichs ein Ziel!" Grenzen Lrankreichs sind dauernd auf dem barsch nach Osten. Napoleon konnte sie weder in hawnburg und Lübeck, noch in Erfurt und Triest end- zu liig begrenzen, sie fraßen immer weiter bis zum wslnschen Feldzug und zum Zusammenbruch. Die angeführte Aeuherung eines mittelalterlichen ^omzösischen Eroberungspolitikers fährt fort: „Die Zwatengrenzen werden durch Nationalitäten und Gebiete gebildet, je nachdem diese einem Staat von Unrang an unterworfen waren." Also die zweite ilu-sprägung der französischen Eroberungsgrenze: die Wiederherstellung" altgeschichtlicher Grenzen. Seit le» Renaissance wurde hierbei zumeist an das (9ab »m Cäsars gedacht; damit konnte man also die sihoringrenze zuriicksordern. Im französischen Mittel- i(t:ir dagegen verstand man unter dem zu rück- Mlenden Reich das Saris des Großen. Ganz un- leefroren wurde einfach Frankreich gleich Franken- :ei d) gefetzt. Mit größerem Recht hätte auf Grund feier Vorstellung natürlich der deutsche Kaiser ^nmkreich zurückfordeni können, weil ja Karl der tzr^oße ein deutschsprechender Germane war. 9(ber nan begnügte ftd) im Deutschen Reich um 1300 laBiit, die Unzulässigkeit der französischen Ansprüche iu*dj geschichtlich nachzuweifen. So erklärte ein rhei- rif'her Gelehrter zur Zeit Rudolfs von Habsburg, lies Franzosen seien gar keine Franken, höchstens iRrinflinge; die echten Franken säßen am Rhein, feien Deutsche und von ganz anderer Art als die Be!fd)cn. Mit diesen für ihre Zeit recht bemerkenswerten scßiftellungen waren zugleich schon im voraus die in fpräche abgewiesen, die erst im 19. Jahrhundert s> recht in Blüte kommen sollten: die Rheingrenze rlr völkische Grenze. Die Rheinländer sollten als fetten oder als Rheinfranken (beides je nach Bedarf 6ib Geschmack verwendet) den französischen Kesten tfer Franken näher stehen als den rechtsrheinischen hwtfdjen. Ueber den Unsinn dieser Theorien braucht fein Wort verschwendet zu werden. Dagegen wird es tielleicht manchen Leser erstaunen, zu erfahren, wie fef schon in alter Zeit die Eroberungsziele im ftarizösischen Bewußtsein wurzelten, und wie sie sich nit Weltfriedensphrasen schon damals verbanden. Schon im Jahre 1299 verbreitete sich in Frank- Nich das (selbstverständlich unsinnige) Gerücht, der btutfdje König habe das linke Rheinufer abgetreten. 6n politischer Schriftsteller, Pierre Dubois, forderte der tum der adel abge- cy heute Heimbrennerei durch Bauern. Wettervoraussage. Tern- Bich- Gestrige Tagesteniperaturen: Maximum 16,1. Minimum 5,4 Grad Celsius, Biederschläge 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 6,9 Grad Celsius. Riesenfeuer bei Königsberg. In der Rächt zum Dienstag wurde der Stadtteil Tannenberg der Stadt Labau von einem riesigen Feuer zum grösttenTeil zerstört. Erst heute morgen gegen 9 lljjr konnte das Feuer ge* löscht werden Sechzig Familien sind obdachlos. Schweriner Staatsanwaltschaft hat mehrere Personen verhaften lassen, die ebenfalls im Verdacht stehen, um die von dem Oberleutnant Schulz geleitete Feme gewußt zu haben. Die Namen ' Festgenommenen werden geheim gehalten. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 10Vi ^Ihr und weist darauf hin, daß die gegenwärtige Tagung notwendig geworden sei, um eine fristgemäße Vornahme der Wahlen für die Gemeindeparlamente zu ermöglichen. Voraussichtlich würden Mittwoch oder Donnerstag die Arbeiten beendet sein. Dann soll der Landtag Ende Rovember oder Anfang Dezember wieder zusammentreten, um einige noch spruchreife Gegenstände zu beraten, damit der Ausichuß den Staatshaushalt durch- beraten kann. Der Präsident teilt hierauf mit daß Minister Henrich und Ministerialdirektor ^Irstadt ihre Mandate niedergelegt hätten dafür seien Frau Karoline Balser und Dr. Büchner, die früher schon dem Landtag angehörten, wieder in das Parlament eingetreten. Abg. Kindt (Dntl.) gibt vor Beginn der Plenarsitzung folgende Erklärung ab: Die un- aufhörlichen Versuche der Firma Bei wechselnder Bewölkung wenig peratur-Aenderung, Winde aus westlicher tung, strichweise Biederschläge. (Sine starke Bandbildung des skandinavischen Zyklonen-Systems hat im Ostseegebiet unruhiges, zum Teil stürmisches Wetter mit Begenfällen veranlaßt. Ihre Ausläufer haben auch nach Mitteldeutschland übergegriffen, ohne daß es zu Begenfällen von Bedeutung kam, während der kontinentale Hochdruck sich unter Abschwächung ins Alpengebiet verlagert hat. Zwischen Island und Irland rückt hoher Druck ostwärts. Vor der Hand bleibt bei westlichen bis nördlichen Winden der Witterungscharakter unbeständig mit Biederschlagsneigung. Kassel, 6. OFt. (WB.) Im Prozeß wegen Vorkommnisse bei der Waggonverleih- > £ * n € V f $ a f * in Kassel wurde heute das Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte Direktor Voerner wurde, indem das Gericht über den Antrag des Staatsanwalts hinausging, wegen Betruges und Bestechung zu zwei Iah- ren Gefängnis und außerdem, weil er aus Gewinnsucht gehandelt hat, zu 20000 Mark Geldstrafe verurteilt. Ebenfalls wegen Betrugs und Bestechung wurde der Werkmeister Hellwig zu einem Iahr drei Monaten Gefängnis und der technische Direktor Krieck zu einem Iahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von 3, 4 und 6 Monaten, bzw. einem Iahr unter Gewährung eines Strafaufschubs von drei Iahren. Zehn weitere Angeklagte wurden freigesprochen. daß Die Pause in den französisch-russischen Vor- vespre Zungen über die Schuld en frage nicht allzu lange dauern und durch das Zustandekommen eines französisch-amerikani- « nr un$ cin€d französisch-englischen Schuldenabkommens verkürzt wird. Die Bemühungen Bußlands um eine wirkliche Verständigung seien aus ^Widerstände gestoßen, deren -Ursache auf den üblichen Schwankungen der fran- zosischen Politik zu suchen sei. Bußland zeige volle Bereitschaft alle Zugeständnisse zu machen. Oie sich mit den Interessen des Volkes vereinbaren. Der polnische Sejm. Die Klage der deutschen Minderheit. Warschau, 7. Oft. (TU.) Gestern begann der Sejm feine Beratungen nach den Sommerferien. Gleich nach der Eröffnung tadelte der Sejmpräsident in sehr scharfen Worten die Haltung der deutschen Seimfrak- t i o n, indem er darauf hinwies, daß er erfahren habe, daß die deutsche Fraktion beim Völkerbund eine Klage gegen das neue polnische Agrargesetz eingereicht habe. Er sehe in diesem Schritt der deutschen Abgeordneten einen Versuch, die parlamentarische Freiheit Polens zu unterdrücken und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich so etwas nicht wiederholen werde. Diese Erklärung wurde mit großem Beifall bei den Bechtsparteien aufgenommen. Darauf ging man zur Tagesordnung über, auf der die Beratung des Haushaltsplanes und die drei Sanierungspläne Grabskis stehen. Der Ministerpräsident wurde sofort mit großem Lärm im ganzen Hause empfangen. Auf der Rechten und im Zentrum ertönten Pfuirufe. Endlich konnte Grabski mittet- len. daß der Außenminister gestern abend nach Locarno a b g e r e i ft sei und daß Polen hoffe, sein Vertreter werde als gleichberechtigtes Mitglied dort an den Verhandlungen teilnehmen. Er begründete darauf eingehend seine Sanierungsplän? und schilderte die äußerst schwierige Wirtschaftslage des Staates. Zur Besserung der Lage verlangt er eine starke Einschränkung der Kosten der öffentlichen Verwaltung, ferner freie Hand in der Zostund Finanzpolitik. Bach der Bede kam es nochmals zu Lärmszenen im Hause Eine neue pornischeProvokQtion Danzig, 6. Olt. (TU.) Das Schulkuratorium in Thorn hat an der deutschen Privatschule in B e u st a d t zwei Lehrkräften d i e Änterrrichtserlaubnis entzogen. Durch diese Maßnahme ist das Fortbestehen der Privatschule in Beustadt auf das schwerste gefährdet. Das Vorgehen des Schulkuratoriums in Thorn muß umso mehr als eine zielbewußtc Provokation des Deutschtums aufge'aht werden, als im bekannten Dromberger Schul- s k a a d a l der Kultusminister Grabski. auf Vorstellung der deutschen Abgeordneten in Warschau, ausdrücklich erklärt hat. daß das damalige Vorgehen des Posener Kuratoriums ohne seinen Willen erfolgt sei. Herr Grabski hat eine Untersuchung des Dromberger Falles zugesagt, Umso auffälliger ist es, daß man in Thorn öic gleichen Schikanen gegen eine deutsch* Schule in Pomerellen ausübt und zwar in einem Moment, in dem die polnischen Unterhändler zu wirtschaftlichen Verhandlungen nach Berlin reifen wollen. ten Munch über die Einsetzung eines llnter- ausschusses zur Prüfung der Methoden einer Rüstungseinschränkung angenommen. In der Entschließung heißt es, zur Herbeiführung der Abrüstung sei es unbedingt notwendig, den Nationen ein Gefühl dec Sicherheit zu geben, was dazu beitragen würde, sie zur Annahme eines tatsächlichen Abrüstungsabkommen zu veranlassen. Im weiteren Verlaufe führte Mayeda (Iapan) u. a. aus, daß Iapan sich mit anderen Mächten verbünden sollte, um den Weltfrieden zu fördern und an der weiteren Abrüstung Mitarbeiten zu können. Hudson (England) betonte, England habe ebenfalls den Wunsch, mit den Großmächten zusammenzuarbeiten, um die Abrüstung weiter durchzuführen. Den Anstoß zu einer Abrüstung der Seestreitkräfte, sofern dieses Problem gesondert behandelt werden solle, würde am besten die Macht geben, die die Washingtoner Abrüstungskonferenz veranlaßt habe. Dieser Hinweis auf das britische Verlangen nach einer führenden Rolle Amerikas in der Abrüstungsfrage wurde mit großem Beifall ausgenommen. 1 '«er '«‘8 Ü'1“ Hrifu Q*"'- '6^nnbhlt Freier Spirituosenverkauf in Rußland. Moskau, 7. Oft. (WTB. Funkspruch.) Seit dem 5. Oktober werden Spirituosen in Friedensstärke verkauft, darunter 40prozen- tiger Kognak und Liköre. Diese Maßnahme wurde getroffen zur Bekämpfung des Spiritus-Schmuggels und die verbotene G e - Ein seltenes Jubiläum. Am 6. Oktober 1900 ist der kleine Kreuzer „Amazone" in Kiel vom St< ' ” crufen. „Amazone" befindet sich am aktiven Die nst der Reichsmarine und gehört zu den Seestreitkräften der Bordsee. Damit tritt de rfeitene und im Zeitalter des Wa- hingtoner Vertrages, der das Lebensalter eines Kriegsschiffes auf 15 Iahre festsetzt, außer gewöhnliche Fall ein, daß ein Kriegsschiff sein 25- lähriges Dienstjubiläum feiert. Hessischer Landtag. Darmstadt, 6. Oktbr. Siebes Sfr' .n ®'e estf. Ztg." berichtet, haben die am Bergbau- l^rif beteiligten Arbeiterverbände in einer heute in Bochum abgehaltenen Sitzung beschlossen, beim Zechenverband die Wiederinkraftsetzung der bis 3 0. August dieses Iahres geltenden Lohnvrdnung zu beantragen, mit t Maßgabe, daß Die Darin festgelegten Löhne 15. Oktober um 15 Prozent erhöht werden. Der Fememord in Döberitz. JkCIeL*n' 6' Okt. (WTB.) 3m Zusammenhang x oer'-ememordangelegenheit wurden gestern von der Polizei weitere Verhaftungen vorgenommen. So wurde zunächst ein gewisser Gutknecht verhaftet, der sich in Mecklenburg aufhielt und früher zum Regiment des Oberleutnants o. Senden gehörte. Weiter wurde der Oberleutnant Ebersbach fest- genommen, der auch unter dem Namen (B r a f f u n = Der eine Nolle gespielt hat. Ebersbach wird beschul- d.g'. im Oktober 1923 em Attentat auf Den OJcneral von Seeckl geplant zu haben. Die ’W Die o*|e ! -Ä« Gebr. Himmelsbach QI..®. Freiburg, den Spruch des parlamentarischen Llntecfuchungs- ausschusses des Landtages in ihrer Angelegenheit öffentlich auszunutzen und ein Schreiben der Firma vom 16. September d. I. an den damaligen Ausschuß, worin der Versuch gemacht wird die Mitglieder des Ausschusses zugunsten der Firma gegen die Regierung auszuspielen, zwingen mich zur nachstehenden Erklärung: Ich habe dem Spruch des Ausschusses meine Zustimmung nur gegeben, weil darin nicht davon die Rede war, daß 1. die Behauptung der Firma, sie habe die Zustimmung der hessischen Regierung zum Qlb- schluß der beanstandeten Verträge gealbt, irgendwie als erwiesen anzusehen sei, 2. die Behauptung Der Firma, sie habe die Vertrage unter Zwang abgelchtossen. irgendwie erwiesen sei, sondern nur gesagt wurde, sie habe des Glaubens sein können, daß ein Zwang vorliege, 3. die Behauptung der Firma, sie habe den hessischen Staat nicht geschädigt, erwiesen sei, 4. der hessische Staat nach Ansicht des Ausschusses keine Schadenerfatzansprrkche gegen die Firma geltend machen könne. Dann wird in die Tagesordnung eingetreten, auf der als erster Punkt die Beratung der Regierungsvorlage „Gesetzentwurf über die Wahlen für Ge- meinten und Gemeinteverbände (Kreise und Provinzen)" steht. Es findet zuerst eine allgemeine Aussprache über die Vorlage statt. Abg. Dr. Biepoth (D. Dp.) erklärt, seine Partei begrüße die Vorlage als solche, weil sie viele Mängel beseitige. Verschiedene Wahl» zettel abzugeben sei z. D. für manche Wähler zu viel. Wenn auch die Vorlage selbst anzuer- kennen sei, so wäre aber die Deutsche Dolls- Parter nicht von dem Ergebnis der AuSschuh- sihungen zufriedengestellt. Die indirekte Wa h l des Provinzialtages, wie sie die Vorlage Der Regierung forderte, fei unbedingt ein Fortschritt auf Dem Gebiete Der Entpolitisierung der Wahlen gewesen. Die Deutsche Dollspartei würde sogar die indirekten Wahlen für die Kreistage fordern. Die Sozialdemokratie habe für Die Provinzialtagswahlen Die Direkte Wahl verlangt: fie beharre hier auf einer grundsätzlichen Qlufsassung. Beim Zentrum aber, bei Dem Die Entscheidung in dieser Frage lag, ist die Aenderung seiner Meinung nicht zu verstehen: es sei denn, daß man wahltaktische Gründe annimmt und Furcht, einen Sih zu verlieren. Bemerkenswert ist, daß gegen Die Einführung Der indirekten Provinzialtagswahlen nur Die Politiker im Ausschuß waren. Wir sehen in Dem von uns gewünschten Verfahren nicht allein eine Verbesserung und Entpoliti« ierung Der Wahl, sondern auch eine bessere Vertretung Der Kreise. Der Provinzial- tag hat keine politischen Entscheidungen zu fällen: ihm ist das Straßenwesen unterstellt und er hat Aufgaben Der Derwaltungsstreitverfahren SU lösen. Mehrere Kreise Oberhessens sind nicht im Provinzialtag vertreten. Man nennt uns reaktionär, weil wir inbirette Wahlen wollen, aber in Sachen, wo eine Linksmehrheit herrschte, hat man indirekte Wahlen eingesührt. Wir haben gewünscht, daß toenig- iens Die ersten Barnen der Kandidaten auf den Stimmzettel gefetzt werden: unserem Wunsche ist zu unserer Freude im Ausschuß stattgegeben worden. Unser Antrag, daß in Gemeinden unter 10 000 Einwohrwrn Streichungen auf Den Stimmzetteln vorgenommen werden dürfen, ist abgelehnt worben. Wir sind für eine Wahlperiode von 6 Iahren statt 3 Iahren emgetreten, damit sich Die Gemeindevertreter recht einarbeiten können. Wir würden eine HerabsehungderWahl- ahigkeit von 21 auf 25 Iahre begrüßen: dem steht aber Die hessische Verfassung entgegen. Wir wollten aber durch Die Zustimmung zu einem deutschnationalen Antrag unserer Auffassung Ausdruck geben. Die Reichsverfassung läßt eine Wohnsihdauer von einem Iahr bei Der Wahlberechtigung zu: wir haben uns aber, weil eine Differenzierung Der Dauer bei den Wahlen unmöglich ist, für eine Aufenthaltsdauer von 6 Monaten entschieden. Der Ausschuß hatte die Zahl Der Stadtverordneten festgesetzt; Die Sozialdemokratie hat indessen einen Antrag eingebracht, wonach wieder durch Ortssat- 8 un g die Zahl bestimmt werden kann. Die Deutsche Vollspartei ist auch ür eine längere Amlsdauer Der Ehrenbürgermeister eingetreten, ihre Forderung ist jedoch vom Ausschuß abgelehiit worden. Erfreulich ist es, daß Durch die Fassung des Gesetzes der Beeinflussung bei den Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen (gemeint ind Bierfpenden) ein Riegel vorgeschoben werde. Wenn Die Vorlage auch in den Ausschußberatungen manche Verbesserung erfahren habe, so seien diese Doch nicht derart, Daß die Deutsche Volkspartei für Die Vorlage stimmen könne; fie werde deshalb Die Vorlage ablehnen. Abg. Schreiber (Dem.) spricht Den Wunsch aus, daß Gesetze, wie diese, so rechtzeitig Dem Hause zugehen, daß eine ordentliche Durchberatung möglich ist. Die indirekte Wahl für den Provinzialtag sei ein Schönheitsfehler in der Vorlage. Die Demokraten seien grundsätzlich nur für direkte Wahlen. (Zurus: Wahlen her Berufsbürgermeister!) Die Demokraten seien aus Mißtrauen gegen Die Anträge, weil sie von Der Rechten des Hauses tarnen. (Lebhafte Heiterkeit rechts.) Die interparlamentarische Konferenz. Washington, 6. Oft. (Wolff.) In der heutigen Abendsihrrng der Interparlamentarischen -Union sprach Der ehemalige Gouverneur Dr. Schnee über Die politische Weltlage und hob hervor, daß Deutschland zur Erfüllung des Dawes-Planes fein Bestes tue. Hohe Zölle und mancherorts Die Sonderbehandlung der deutschen Waren erschweren die Durchführung und verhindern den wahren Weltfrieden. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen ist erforderlich Die Wiederherstellung des Rohstoffe produzierenDen deutschen Kolonial- gebietes würde die Crfüttungsmöglichkeiten verbessern. Das Angebot des Sicherheitspattes beweise den guten Willen Deutschlands zu einer friedfertigen Verständigung. Falls es dem Völkerbund beitrete, erwarte Deutschland als entwaffnete unter bewaffneten Rationen Die Befreiung vom Truppendurchmarsch, ferner Die Erlangung von Koloniak- Mandaten. Die Mandate über Die Deutschland weggenommenen Kolonien seien Den fortgeschrittenen Mächten übertragen worden. Die könnte Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied in Den Bund eintreten, wenn es vom Kreise der fortgeschrittenen Rativ- nen ausgeschlossen wäre, Die Mandats - inhaber feien? Eine Verständigung der Rationen sei durch Die Rachwirkung Der Kriegspropaganda verhindert. Die Kriegsschuldfrage erscheine heute nach Oeffnung der Archive in einem anderen Lichte. Der Redner dankte Den hervorragenden amerikanischen Einzelvertretern sowie Der Wissenschaft für Die Beiträge zur Klärung der LI r fache Des Kriegsausbruchs. De Vries (Estland) wies auf Die Gefahr Der Propaganda der Kommunisten außerhalb Rußlands hin. Durch Die Aufteilung Rußlands in nationale Republiken versucht Der Kommunismus sich Die nationale Bewegung dienstbar zu machen. Falls Europa Den kämpfenden vierzig Millionen OK in Derbe iten die Anerkennung ihrer nationalen Rechte versagt, werde Der europäische Fristen schwerstens gewährtet. Gräber, der Vertreter Der deutschen Minderheiten in Polen, verlangt die Herstellung des Friedens durch Versöhnung ter Völler, wozu eine gesunde Verständigung der Volks st ämme innerhalb des gleichen Staates Voraussetzung sei. Diese Verständigung sei besonders dringend in Polen, das zum Bollwerk gegen den Bolschewismus berufen sei. Fort mit ter Unterdrückung. Der Eigentumsliquidation, der Rechtsunsicherheit und ter Ungleichheit vor Dem Gesetz! Erkennt das Recht auf eigene Kultur und Sprache und erkennt Die Unter» letzlichkeit Des Privateigentums an. Die Konferenz sprach sich Dann gegen Die Errichtung entmilitarisierter Zonen zwischen Staaten aus und befürwortete Den Abschluß von Verträgen zwischen einzelnen Staaten über Die Schaffung militärfreier Zonen. Ferner wurde eine Entschließung des dänischen Delegier- I "rtzz in Aus ten Auch!' chM geht hervor, gtM» 'm beptemb; Weil Daten. 3n Lültoßeisäule. diftritt, geflagt. rod) nicht geborgen, ■ cf den Mesen tx iah Klee lauten bi Mig. Die Traub !nrch 6auertourm Leben einem gering« mnbete Qualität zu । hnbSnoten betragen (tifien 2,3, Futterrübe: ie»(6nt=)n>ä||erung6tt mb Reben 3,1 (Hie Mel.) Gießener W am 6. Es kosteten auf i Sutter 200 bis 220.' 12. Deihlraut 8, Rl rote Rüben 10, 5 Dohnen 30, Unter- Rosenkohl 30. Lomal Mich 40 bis 100 1 Kartoffeln 4- „ Fall wnen 18 bis 20, A< L- Nuinenki Wien 15 bis 20 N5, Rettich 10 b r *B6tÜ(f. Bor ML IT* tu diesem a?. kenicn tltercn in h. T'w ft“1' WfuS tilgte IF. rr tonftot,crt* I WLiit wegen, Ö vernich fe*- F ä * fes«? L und Taps 5c und W Süfjröfanc und 6 ’s Srm rn« ® iteietium der Mr teil m dch'«M der auch m den «rs Pvstillwn nie Ms W ' w betoelil hmenten und vertvvlle N* zrankfurter StflMm r Lsalls iß te«* Sammlungen 8ranl.h.-r/tT in J totwM e>n 'frrm zußandekommcn Ser Stanb i 2Ibg. Dr. v. Helm 0 lt (Bbd.) gibt die SrNSrung ab, daß trotz einiger Verbesserungen die DorloA von seiner Partei ab gelehnt werde. Die Wahl« dauer sei viel zu kurz, das Wahlalter mit 20 Jahrerr viel zu früh angesetzt, ebenso die Wohnsitzdauer mit 6 Monaten. Nachdrücklich fordert der Redner die fm direkte Wahl für die Provinzialtage. Abg. Rechtien (Soz.) wendet sich mit feine» Uns uhrungen vornehmlich gegen die Forderungen der Redner der Rechtsparteien. Abg. (9 a Im (Komm.) setzt sich mit den Sozial oemokraten auseinander und will alle Termine für Wahlberechtigung, Wohnsitzdauer usw. noch weiter herabsetzen. (Dn.) meint, man dürfe nur von großen Gesichtspunkten heraus an die Wahloorlage herantreten. Es gelte, technische Verbesserungen ein- zufuhren und die Entpolitisierung der Gern ein d e oe r t re t u n g e n zu bewirken. Die Her- oulseKng des Wahlalters auf 25 Jahre fei eine grundsätzliche Forderung seiner Partei; es sei aller- dingseme Aenderung der hessischen Verfassung mit Zweldrittelmehrheit notwendig. Das Wahlalter solle auch nicht für die gegenmärtige, sondern für die künftigen Wahlen heraufgesetzt werden. Der Redner ordert die freie Listenwahl und lehnt die gebundenen £ften ab; er tritt für die Gesetzesvorlage in der Ausschußfassung ein, soweit fie dadurch ^bessert ist lehnt sie aber im übrigen ab. Abg. Schül (Ztr.) weift die Vorwürfe zurück, daß das Zentrum m der Frage der direkten oder indirekten Wahlen umgesallen fei; Das Zentrum vertrete schon feit Jahren die Programmsorderung nach direkten Wahlen und könne auch hier nicht davon abgehen. Nach weiteren Erklärungen sozialdemokratischer und kommunistischer Abgeordneten werden die Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Kleine politische Nachrichten.1 Der Reichspräsident empfing Dienstag Den Volkskommissar für Auswärtiges Tschil- '1 scherin. Der von Dem Botschafter Der Sowjetunion begleitet war. Der große Senat Der Universität Iena hat Professor Dr. phil. h. c. FrieDrich LienharD in Wei- mar anläßlich seines 60. Geburtstages zum Ehrenbürger Der Thüringischen LanDesuniverfität ernannt. Der frühere Schriftleiter Der kommunisttfchen .SuDteutschen Arbeiterzeitung", Oskar Qu eck. wurde vom Schwurgericht wegen Gotteslästerung. Verbreitung unzüchtiger Schriften und Beleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Straftaten geschahen durch Veröffentlichung zweier Gedichte in der betreffenden Zeitung. Das erfte-ftellt eine Umdichtung des -Vater Linser" dar, das zweite ist als Machtgebet" des Direttor Bosch von den Badischen Anilinwerken bezeichnet. Die Zahl Der Arbeitslosen in EnglanD betrug am 28. 9. 1 336 100, Das sind 24 142 Arbeitslose mehr als in Der Woche vorher unb 136 384 mehr als in Dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Der französische Innenminister Schrämet ist Dienstag nachmittag, als er das Ministerium des Innern verließ, von einer Autodrofchke übersah- ren worden. Er wurde schwer verletzt und ist unverzüglich in seine Wohnung gebracht worden. Aus aller Welt. Schwere Gefängnisstrafen für ^abrikdirektoren. ble 6rtr, ^'Qliagt ^tr bl» ß «Ä* tat n* . n#'1’ Sb*^>jr ßWi Mu bewirkter8^. • Qul 25 %?• Die fier. JtfefA S. Das to -Nuna mil I'lft, *« fir'bi Ml* i?eJ $'hn, \,e W2el(,n der ob. “r Werf ist °«'st die D^-. 'S-.«. d,>'w-. ®,,St«mmfor|)?*D«' * "• w« S'S I ccrtagL "i,e Der. V NWa ®»'M«ks4S 7$ Lienhard in Nei, „"'S* 3“” t» re». 1cn LondesuniveWt «< b* kommunistisch«, 2ue7. wegen TvtteSlLstr. SJS Schriften 'und Wonnen GesängniS en geschahen durch Der. nchte m der betreffenden " eine Amdichtung bei * Zweite ist als.Dacht. )sch von den Dadischm trivscn in England O.bos sind 24 M Arbeite. )t vorher und MM mehr n Zeitraum des Vorjahres, Minister Lchramek ist er bas Ministerium de; Autodroschke übersah« chwer verletzt Md ist im- >ng gebracht worden. er Welt. ngnisstrafen für irektoren. DD.) 3m Pwzch wegen >cr Waggonverlcih- :! in Kassel wurde heute Hauplangeklagte Direltor an das Gericht über den ivalis hinausging, wegen echung zu zwei 3ah- d außerdem, weil er aus hat, zu 20000 Mark t. Ebenfalls wegen Be- unfl wurde der Derk- einem Lahr drei ,nis und der technische in em Lahr 6 Mona« rurteilt. W SWtfJ Jen von 3, und 6^ r unter Gewährung ym* ei Jahren W roc,tcre igesprvchen i JublLum. tjstderklerneKreU' Kiel vom Stapel,ab^ indet sich noch heule i feiert. ® ®.Ä«»’"eS it*«enI'?e iÄ* «'• IS1*** lote, wJet'11, grjü’“- rch Bauern- itauM«Öc‘ . jan« ff <2® 7Ät!«-- »All? hottet n"i nach DW Aus Stadt und Land. Gieft en, den 7. Oktober 1925. Die alte deutsche Reichspost. Unter diesem Titel hat die Frankfurter Messe die bereits erwähnte Sonder-Rus° stell ung im Rahmen der Kunstmesse gebracht, die für Sieben und Oberhessen insofern pDit besonderer Bedeutung ist, als eins der Slanzstüae der historisch-postalischen Ausstellung aus Giehen stammt, nämlich die Sammlung wundervoller alter Postmarkenzeichnungen und s Driginalentwürfe und Stücke, Probedrucke, Sätze. Einzelexemplare aus der Sammlung Koch t .n Gieften. Der Wert dieser Sammlung wurde bereits 1908 aus lOOOO Ml. geschäht, dürfte )eute aber unvergleichlich größer sein. Jedes Philatelistenherz schlägt höher, wenn es vor Vitrine dieser Gießener Objekte steht: nicht bei Wertes wegen, den das Laienpublikum re- peltvoll konstatiert, sondern der Seltenheit und Originalität wegen, denn diese ilnifa wurden größtenteils vernichtet, als 1868 in Frankfurt )er ganze Bestand des damaligen Zentral-Post- ürchivs aus Thurn- und Toxischer Zeit einge- stampst wurde. Heute begreift man diesen Vor- Sng einfach nicht mehr. Auch sonst ist diese esse-Reichspostausstellung hochinteressant. Man. I indet da uralte Pergamente, in denen so etwas nie Postschuh den Boten der Städte gewährt vurde, kaiserliche Privilegien, Dotenbriefe, Ur- Pfunden und Verträge, bei denen es sich gelegentlich auch" um Gießen handelt, Stafetten- oässe, alte vergilbte Briefe, eine umfangreiche historische Literatur, ein gewaltiges Bildmaterial, bas vergangene Postwesen und die Postdynastle Thurn und Taxis und ihre postalischen Funk- lionäre und Einrichtungen betreffend, Modelle, Fahrpläne und das ganze romantische Drum unb Dran einer Periode, die in ihrem Breder- tneiertum der Vergangenheit angehört und nur noch in dichterischer Verklärung .fortlebt. Daß aber auch in der guten alten Zeit des Schwagers Postillion nicht olles so romantisch war, wie es uns das Diedermeiertum übermittelte, bas beweist der Inhalt von Progehstücken, Dokumenten und Briefen, die als kulturhistorisch wertvolle Publikation und Sonderdruck von denr Frankfurter Messeamt herausgegeben wurde. Jedenfalls ist die aus zahlreichen Archiven und Sammlungen zusammengestellte Ausstellung im Frankfurter Kaisersaal ebenso wie die Briefmarkensammlung in ihrer Art ein Unikum, das chwerlich ein zweites Mal wieder in dieser Form zustandekommen dürfte. L. W. Der Staub der Feldfrüchte in Hessen. Aus den Berichten der Saatenstandsbericht- «statt« geht hervor, daß die andauernden Regenfälle im September für alle Hackfrüchte von Nachteil waren. Im Allgemeinen wird über k o r t o f f e l f ä u l e, die in den feuchten Lagen auftritt, geklagt. Die Grummeternte ist teilweise noch nicht geborgen, an manchen Orten aber schon auf den Wiesen verfault. Auch über Rüben mb Klee lauten die Rachrichten teilweise ungünstig. Die Trauben haben an vielen Orten durch Sauerwurni und Fäule stark gelitten. Neben einem geringen Ertrag wird auch eine mindere Qualität zu erwarten sein. Die (Saaten- Ilcindsnoten betragen für Kartoffeln 2.3, Zuckerlüben 2,3, Futterrüben 2.4, Klee 2,7, Luzerne 2,7, De-(Ent-)wässerungswiesen 2,6, andere Wiesen 2,8 md Reben 3,1. (Hierbei bedeutet 2 gut und 3 mittel.) Gießener Wochenmarktpreise. am 6. Oktober 1925. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 220, Matte 35, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, tote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, Dohnen 30, Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 20, Dosenkohl 30, Tomaten 35, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 100, Kürbis 8. Pilze 30 bis 50, Kartoffeln 41/2, Falläpfel 5, Aepfel 12 bis 20, Dirnen 18 bis 20, Rüsse 40 Pf. das Pfund, Eier 16 bis 17. Blumenkohl 20 bis 100, Salat 15, Sudivien 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 25, Lauch 5, Rettich 10 bis 20, Sellerie 5 bis 20 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Dsutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband 8', Uhr Kaufmänn. Vereinshaus Monatsversamm- lu»g. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Reuland". — Die Vortrags-Vereinigung or-ranftaltet morgen abend in der Reuen Aula der Universität ihren ersten Vortragsabend, auf dem hiermit nochmals hingewiesen sei. (Siehe [fettige Anzeige.) — ..Ein Abend im Frankfurter D und f unk °S e nd er". Man schreibt uns: Ser Besitzer des Saalbau Sauer beabsichtigt, in diesem Winter eine Reihe von Sonder- ibenden mit den renommiertesten Frankfurter Künstlern des Opern- und Schauspielhauses und , Htnbcren zu veranstalten. Die erste derartige Ver- cnftaltung ist für Sonntag, 11. Oktober, an» gesetzt und betitelt sich: „Ein Abend int Frankfurter Rundfunk-Sender, auf Welle 470!" Die dmstlerische Leitung ist in den Händen des Frankfurter Rundfunkredners Emil Münster. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Wählerliste einsehcn? Morgen, Donnerstag, ist der letzte Tag, an dem die Einsichtnahme in die Wählerliste auf dem Stadthaus in der Bergstraße gestattet ist. Dureauzeit 7ibis 121 2 Uhr vormittags, 2l . bis 6 Uhr nachmittags. 'Bemerkenswert ist, daß von rund 23 000 Wahlberechtigten in Gießen dis jetzt noch nicht 150 die Liste daraufhin nachgeprüft haben, ob sie auch als Wähler mit aufgeführt find. Kreisstraßensperre. Die Kreis- strafte Lich—Münster bis an den Abzweig nach Ettingshausen ist bis auf weiteres wegen Vornahme von Walzarbeiten für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr geht über Hattenrod, bzw. Röthges—Ronnenroth. •* Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre Lindenstruth—Grünberg ist wieder aufgehoben worden. fpd. Wieder Freimarkenhestchen. Die Reichspost gibt in nächster Zeit wieder die bcfamiten Freimarkenheftchen aus. Sie entsprechen fast dem früheren Muster und enthalten 20 Marken ä 5 Pf., sowie 10 ä 10 Pf. '* Personalien. Ernannt wurden der Schulamtsanwärter Ernst Kauft aus Grünberg, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Roden, Kreis Dieburg: die prov. techn. Lehrerin Marie Hölzer an der Mädchenfortbildungsschule zu Alsfeld zur technischen Lehrerin an dieser Schule. Studienreferendar Dr. Karl Schweißgut h aus Grünberg zum Studien- Assessor. ** Di e Gießener Kolonne des Arbeiter-Sa mariter-Dundes erstattet soeben deii Bericht über das erste Geschäftsjahr 1924/25, dem folgende Angaben zu entirehmen sind: In diesem Geschäftsjahr wurde die Kolonne in 116 Fällen in Anspruch genommen. Diese wurden sachgemäß behaichelt und zeugten von guter technischer, sowie organisatorischer Durchbildung. Die Fälle teilen sich wie folgt: in Gießen, Krofdorf, Heuchelheim und Launsbach 65 Fälle einschließlich Massagen, in Wetzlar 45 Fälle und Massagen, in Frankfurt o. M. (Olympiade) 6 Unfälle. Hierzu sei bemerkt, daß der Kreisleiter des 16. Kreises Franz ©treeb beim Einteilen der Wachen mit dem Motorrad tödlich verunglückte, wiederum ein Beweis dafür, mit welchem Eifer und Opfermut im A-S.-D. gearbeitet wird. Transporte konnten infolge des Fehlens der nötigen Gerätschaften nicht übernommen werden. Alle Volksgenossen sollten sich dieser Einrichtung, die doch lediglich im Dienste des Volks wohls und der Hygiene steht, annehmen. Die Kolonne ist auf sich selbst und ihre Gönner, Freunde und nahestehenden Vollsgenossen angewiesen/ deren Spenden, waren sie auch noch so flein, immer zum Ausbau des Unternehmens geholfen haben. Da dies aber immer noch nicht genügt, um Gerätschaften, wie Bahren, Verbandstische usw. zu beschaffen, appelliert die Kolonne an den Opfersinn' aller Volksgenossen, und bittet um ihre Unterstützung. — So wie im Vorjahre, findet auch dieses Jahr Anfang Rovember ein Ausbildungskursus zur ersten Hilfe bei Unglücks fallen und plötzlichen Erkrankungen statt. Die Krofdorfer Kolonne hat jetzt einen derartigen Ausbildungskursus eröffnet. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 3. Oft. Der frühere Eisenbahn- Assistent Johann Decker aus Bingen, jetzt in Dvsenheim. ein geborener Elsässer, stand von Januar bis Aprll 1923 an der Spitze des zum Abwehrkampf gegen die Ruhrbesetzung in Dingen gebildeten Akti onsausschusses der Eisenbahn-An gestellten. Als nacheinander die Mitglieder dieses Ausschusses von den Franzosen verhaftet bzw. ausgewiesen wurden, lenkte sich der Verdacht auf Decker, daß er die Hand dabei im Spiele habe, zumal er zugegebenermaßen mit einem französischen Dolmetscher und Lehrer namens Amiel Verkehr unterhielt. Als er daher am 24. April 1923 zu einer Sitzung der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nach Darmstadt fuhr, erfolgte seine Verhaftung wegen Spionageverdachts. Im Laufe der Untersuchung stellte sich heraus, daß er 6 0 Millionen zur Auszahlung an die Eisenbahner bestimmter Reichsbahngelder unterschlagen hatte und mit ihnen ein Anwesen in Blankenburg i. H. erwerben wollte. Während die Beschuldigung wegen Spionage auf Grund des Londoner Abkommens niedergeschlagen werden mußte, erfolgte seine demnächstige Verurteilung wegen Unterschlagung zu 9 Monaten Gefängnis. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde heute nach einer den ganzen Tag währenden Beweisaufnahme verworfen. Ein von der Staatsanwaltschaft unternommener Versuch, weitere Veruntreuungen nachzuweisen, führte zu keinem Erfolg. Turnen, Sport und Spiel D. f. B. Die „Alten" waren am Sonntag mit den „Jungen" nach Friedberg gefahren und brachten sehr gute Resultate mit nach Hause. Die „Alte-Herremnannschast" dokumentierte ihre Wiel^rauferstehung durch einen 3:1-Sieg über die alten Semester des Friedberger Ramens- A'erm i etung en | 8 - Zimmer Wohnung ! i-i erhalten, wer >.0,7. z. Fertig' deö Neu- huco leiben kann. Schriftl. Angebote unter 08202 an den Oitü. Anz. erbeten Blil. Zimmer mit iev. Ging., eleCir. flicht sofort z.om. Walltocstr. 44 p. toi Mmr 3 (töne luio-Garage billig zu vermieten. 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Die internationalen Leichtathletik-Wettkämpfe in Paris brachten hervorragende Leistungen und mehrere neue Landesrekorde. So bedeuten eine Rekordverbesserung der Sieg des Schweden Petterson im 400-Meter-Hürdenlauf mit 53,8 über Riley, der zweitbeste Weitsprung Hofs- Rorwegen mit 7,75 Meter hinter den Franzosen (Sator 7,61 Meter, der zweite Platz des Holländers v. t). Berge im 200-Meter-Lauf mit 21,6 hinter dem Amerikaner Evans 21,4, der Sieg des Franzosen Bar a ton über 1000 Meter in 2:29,4. Ein neuer Weltrekord im 100- Meter-Brustschwimmen für Dame n wird aus Aachen gemeldet, wo Frl. Huneus (Wasserfreunde M.-Gladbach) 1:29.3 schwamm, eine erstaunliche Leistung. — Ein weiterer Schwimmrekord ist von Frl. Löwy-Oe st erreich als Landesrekord im 400-Meter- Freistilschwimmen mit 7:00 in Wien ausgestellt Die Gaumeisterschaften des ADAC auf dem Buckower Dreieck holten sich: bei den Motorrädern Klein- Berlin auf Mabeco, bei den Motorrädern mit Beiwagen S ch o t h - Berlin auf D. M. W., bei den Kraftwagen von Guillaume -Berlin auf Stehr. Der Motorrad-Länderkampf in Leipzig für Maschinen bis 500 ccm über 20 Kilometer wurde von Sieger-Leipzig auf Atlas-Sport 350 ccm vor dem Holländer Achtien für Deutschland gewonnen. Den Großen Preis von Thüringen, das Stundendauer-Rennen in Erfurt, gewann W e i h 69,850 Kilometer vor Dickentmann und Stolz. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden An^et übernimmt die Redaktion dem Publikum nnttoortung.) Eine Beschwerde von der Marburger Straße. Wer in der letzten Zeit Gelegenheit hatte, die Marburger Straße etwa bis zur Hohe der „Karlsruhe" zu passieren, dem muß es aufgefallen sein, daß die Straßenbaubehörde, dem immer mehr zunehmenden Kraftwagenverkehr entsprechend, ständig darauf bedacht ist, den Fahrdamm in möglichst guten Zustand zu versetzen und stets darin zu unterhalten, damit von feiten der Fahrer Anlaß zu Klagen nicht gegeben ist. Man scheint aber bei der Instandhaltung der Straße ganz zu übersehen, daß es auch noch Leute gibt, die die Straße als Fußgänger benutzen oder täglich zu benutzen gezwungen sind: bentV für die Fußsteige ist nicht nur in der letzten Zeit so gut wie nichts geschehen, sie sind sogar z. T. in einen Zustand versetzt worden, der ihre Benutzung unmöglich macht. Der für die Kabellegung entlang des östlichen Fußsteigs ausgeworfene Graben ist zwar wieder zugeworfen, aber der Hügel darauf bis jetzt noch nicht eingeebnet worden. Außerdem sitzen dort noch Sand- und Erdhaufen, die bei eingetretener Dunkelheit namentlich für ältere Leute ein lebensgefährliches Hindernis werden. Man fragt sich unwillkürlich, wie es möglich ist, daß dieser Zustand schon wochenlang bestehen kann. Haben denn die „Nur-Fußgänger" keinen Anspruch mehr auf Berücksichtigung? Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um die Kreisbaubehörde zu veranlassen, diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen. — Noch aus einen weiteren Mißstand sei hingewiesen. Jedermann fragt sich, wenn er ein Auto von weitem kommen und die Staubwolken aufwirbeln sieht: Auf welche Seite muß ich flüchten, um möglichst wenig Staub schlucken zu müssen? Und an der Marburger Straße lautet in neun von zehn Fällen die Antwort: Auf die westliche Seite, da der Wind bei uns meist aus dieser Richtung weht. Könnte man deshalb nicht auch an dieser Straßenseite — die als Reitpsad gedacht und wohl vier bis fünf Meter breit ist — einen etwa einen Meter breiten Kiesweg anlegen, damit sich der Fußgängerverkehr mehr auf dieser Seite abwickeln kann, was bisher des hohen Gras- wuchfes wegen dort nicht gut möglich war? Es ist gewiß nid)t unbescheiden, wenn die Fußgänger auf ein derartiges Entgegenkommen Anspruch erheben. C. L. Im Zeichen des Preisabbaues. Das Reichskabinett hat mit dem Reichspräsidenten an der Spitze wiederholt getagt, um die Richtlinien aufzuftellen, nach denen ein allgemeiner Preisabbau durchgeführt werden kann. Das Reich hat die Umsatzsteuer auf 1 Proz. gesenkt» und damit soll der Ausgangspunkt für die ganze Senkungsaktion gegeben fein. Von der Wirtschaft wird nun erwartet, daß sie diese Aktion nach Kräften unterstützt, in ganz besonderem Maße wird das auch von dem Handwerk erwartet. Dieses wird sich gewiß in dem Augenblick von Herzen gerne am Preisabbau beteiligen, indem man ihm die drückenden Lasten für die Sozialversicherungen, die heute durchweg ein Vielfaches der Vorkriegs- fätze betragen, erleichtert. Wie sieht es damit aber aus? Die Krankenkassen denken anscheinend nicht daran, ihre ^Beiträge herunterzufetzen. Und die Invalidenversicherung? Die c r h ö h t ihre Beiträge ausgerechnet in dem Augenblick um 2 5 Proz., in dem von der Reichsregierung der Preisabbau eingeleitet wird. Mir scheint, hier weiß die eine Hand nicht, was die andere tut. Und der deutsche Handwerker grübelt kopfschüttelnd über den Preisabbau. G. I. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Redaktion.) Aug. ftr. Sie fragen: 1. Sind alle ehemaligen Offiziere des alten Heeres berechtigt zum Tragen der Uniform? Meines Wissens nach nur diejenigen, die das Recht der Uniform vom Reichswehrministe- rium erhalten haben. 2. Bei welcher Gelegenheit dürfen die Uniformen getragen werden? Gehört das Seitengewehr auch zur Uniform ? 3. Welche Uniform darf getragen werden, wenn jemand z. B. beim J.-R. 115 zwei Jahre, beim J.-R. 116 19 Jahre aktiv gedient hat und bei letzterem ausgeschieden ist? 4. Rach den früheren Bestimmungen wurde das Recht zum Tragen der Uniform auch an ältere Unteroffiziere verliehen. Dürfen diese heute noch die Mannschaftsuniform tragen oder müssen sie den Offiziersrang erreicht haben? Antwort: 1. Beantwortet in der Samstagsnummer des „Gießener Anzeigers" in dem Artikel „Zur Aufhebung des Uniform-Verbotes". 2. Desgi. „Waffe" gehört selbstredend zur Uniform. Zu Feldgrau kann der Offizier das Seitengewehr tragen oder den Säbel. 3. Rur diejenige Uniform, die ihm beim Ausscheiden „verliehen" worden ist. Gewöhnlich die Uniform des Regiments, bei welchem er am längsten gestanden. Das „Recht, die Uniform zu tragen", muß ausdrücklich verliehen fein. 4. Nein! Nur Unteroffiziere, die Offizierrang erreicht haben, dürfen um die Berechtigung einkommen, die Uniform eines Regiments zu tragen, z. B. die Feldwebelleutnants, die bei Auflösung des alten Heeres zu Leutnants d. L. ernannt wurden. Das Reichswehrministerium hat wiederholt bekanntgegeben, daß keinerlei Gesuche um Eharaktererhohungen und Uniformverleihung mehr Berücksichtigung finden können. Rundfunü-Prs'zramm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Donnerstag, 8. Oktober: 4.30 bis 6 Uhr Nachmittagskonzert des Haus- orchesters: Auber-Boildieu. 6 bis 6.30 Uhr Die Lese- stunde. Aus dem Buch: Unter Indianern Südamerikas, von Prof. Dr. Max Schmidt-Berlin. 6.30 bis 7 Uhr Uebertragung von Kassel, Vortrag von Musikdirektor Karl Hallwachs: „Zum Gedächtnis des hundertsten Todestages von Johann Strauß". 7 bis 7.30 Uhr Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Hochfrequenzmaschinen II", 23. Kursvortrag. 7.30 bis 8 Uhr Funkhochschule Frankfurt: „Goethes Welt- anschauungslehre", Vortragszyklus von Dozent Pfr. Taesler — Erster Abend: Goethes jugendliche Welt- anschauungsgedichte (Prometheus, Grenzen der Menschheit, Das Göttliche, Wanderers Nachtlieder, Meine Göttin). 8.30 bis 10 Uhr Uebertragung von Kassel: Ein Abend aus Puppenkomödie berühmter Stoffe. 10 bis 11 Uhr: Aus französischen Opern. 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Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde mir heute nacht nach schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, mein guter Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Paul Benner im Alter von 35 Jahren genommen. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: Lilly Benner geb. Vetter z. Z. Gießen (Liebigstraße 15), den 6. Oktober 1925. Die Beerdigung findet in Bicken bei Herborn am Freitag, dem 9. Oktober, Saalbau Sauer Sonntag, den 11. Oktober, abends 8 Uhr (I.Sonderabend Frankfurter Künstler) Bas künstlerische Kabarett-Programm! „Ein Abend im Frankfurler Rundfunk-Sender“ Auf Welle 470. Persönliches Auftreten von: O.W. Stndtmann, 1. Sprecher d. Rundfunks Elly Schäfer, Heitere Lieder zur Laute und am Klavier Aenne Lönhold, Konzertsängerin, Sopran Pan! Lehmann, Solist auf ßfach.Schlagzeug Am Klavier: Karin Lenhelm, Lehrerin an Dr Hoch’s Konservatorium Künstlerische Leitung und einführende Worte: Emil Hflnster. Eintrittspreise: Mk. 1—, reserv. Platz Mk. 2 — (einschl. 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Laufkarze rrr 983 Querschnitt Haus der Technik. in türkheim stellt eine Tischler-Kreissäge aus, welcher inan lange Hölzer gut ablenken kann. Parlamentarisches aus Hessen. Q Darmstadt. Dem Hess. Landtage sind folgende Anträge zugegangen: 1. Antrag Dr. Diehl und Gen., der die Regierung auffordert, daraus hinzuwirken, daß a) eine schnellere Abwicklung des Entschädigungsverfahrens für Ausgewiesene eintritt und b) die tatsächlich vorhandenen Härten und Ungleichheiten in der Behandlung der Schadenfälle beseitigt werden. Ferner ein Antrag des Abg. Dr. v. Helmvlt und Die Maschinenwerke Gabisch, 21.«®. Liegnitz, zeigen u.a. ein Hochleistungs-Hochub« Freirahmen-Vollgatter, ein Horizontalgatter für Schnelwetrieb und eine H.-D.-Hobelmaschine mit vier Kvhlenbadeofen und elektrische Heißwasserspeicher der Metallwerke Knodt in Frankfurt a. M. zu erwähnen. G. Hegewald & C o. in Frankfurt a. M. führt den geruchlosen Lawson- Gasheizofen vor, welcher unseres Erachtens in erster Linie für die Uebergangszeit in Frage kommt. Metallbearbeitungsmaschinen ind nicht stark vertreten. Einen reichhaltigen und interessanten Stand sinden wir bei Friedrich Schmaltz, Schleifmaschinen u. Schleif- räderwerke in Offenbach a. M. Wir sehen vorzüglich arbeitende Sägen-Selbstschärfer verschiedener Art. Der besondere Wert dieser Sägen-Selbst- chärfer mit gleitendem Schleifkopf liegt darin, daß während des Ganges, durch einfaches Drehen von das Fräsen von Zinken, das Herausbohren von Astlöchern und Herausfräsen der hierfür erforderlichen Zapfen usw. Die Maschine bedeutet für die Zimmermannsarbeit einen großen Zeit- und Arbeits- gcroinn. Auf dem Stande des Ingenieurs Adolf Göbel in Frankfurt a. M. sehen wir einen elektrischen Bandsägelötapparat, welcher auf dem Prinzip der Widerstandslötung beruht, so daß keine Kohlen und keine Schutzbrille zum Löten mehr erforderlich sind. Eine Ueberhitzung oder eine Verbrennung des Sägeblattes ist hierbei ausgeschlossen. Auch die Dicktenhobelmaschine mit Einscheibenantrieb ist eine Neuheit. Außerdem ist eine riemenlose Fräsmaschine mit eingebautem 3-?.8.-Spezial-Drehstrom- oder Gleichstrommotor und eine Tischlerkreissäge in bester Kugellagerung der Firma Ferd. N u ck - deschel in Zeulenroda zu erwähnen. Pet - zing & Hartmann in Kassel zeigen Bandsägen, welche sie als Spezialität bauen. Adolf AFdinger in Stuttgart-Ober- Handrädern, die Umstellung auf jede beliebige und regelmäßige Zahlsorm geschehen kann. Diese Maschinen eignen sich besonders für solche Werke, wo es vielerlei verschiedene Zahnformen, Zahnweiten und -grüßen, hauptsächlich Kreissägen, abwechselnd zu schärfen gibt. Sie arbeiten wit einem sehr dünnen Schleifrad und schärfen etwa 70 Zähne in der Minute. Ferner sehen wir Universal-Geradeschliff- Sägen-Selbstschärfer, welche selbsttätig die ganze Zahnform leichter Kreissägen, Bandsägen und auch ganz leichter Gattersägen mit Geradschliff schärfen. Auch hier ist durch die leichte Einstellbarkeit des schwingenden ivchleifkopfes in alle Schräglagen die Möglichkeit gegeben, eine große Vielseitigkeit der zu schärfenden Zahnformen zu erzielen, d. h. Zahnungen in einem Arbeitsgang zu schärfen. Sehr beachtenswert ist ein ausgestellter Spiralbohrer-Schleifautomat. Dieser Auto-Spiral schleift stündlich bis zu 40 Bohrer beliebigen Schaftes vollständig selbsttätig und stoßfrei. Sehr gut ist die reichliche Wasserzuführung beim Schleifen. Dadurch wird durch den Wegfall des Schleisstaubes das wertvolle Werkzeug, die Maschine selbst und die Gesundheit des Schleifenden geschont. Eine unentbehrliche Werkzeugmaschine für die Blechindustrie sind Kuroenblechscheren, wie sie von Willy Piert in Köln ausgestellt sind. Mit diesen Scheren, welche elektrischen Antrieb besitzen, und für die verschiedensten Blechstärken gebaut werden lassen sich sämtliche vorkommenden Kurven sowie Jnnenausschnitte schneiden. Der Schnitt ist sauber und glatt sowie eine Gratbildung ausgeschlossen, so 'daß sich jegliche Nachbearbeitung der Schnittfläche erübrigt. Zu den Werkzeugmaschinen sind auch die elektrischen Punkt- und Nachschweißmaschinen der Elektrometallurgischen Gesellschaft in H ö ch st a. M. zu rechnen. Sie sind mit einem ström- iparenden Zeitschalter versehen. Eine ausgestellte Tischpunktschweißmaschine ist besonders für dünne Blech- und Drahtarbeiten geeignet. Im Interesse einer Verbesserung des Betriebes und Verminderung der Herstellungskosten ist dringend zu wünschen, daß die elektrischen Schweißmoschinen noch viel mehr als bisher in der gesamten Metallindustrie Anwendung finden. Es gibt auch heute noch sehr viele Betriebe, welche umständliche Bearbeitungsmethoden vornehmen, während die Anwendung des elektrischen Schweißens die Fabrikation vereinfachen und ver- b'"Anen°Äeressanten Ueberblick über die Vorteile des Kugel- und Rollenlagers finden wir auf dem Stand der Schweinfurter Prazifions- Kugellager-Werke Fichtel L Sachs A -G. An einem Modell kann sich der Besucher selbst von dem Unterschied der Reibung zwischen einem gewöhnlichen Gleitlager und einem Rollenlager überzeugen. Die Holzbearbeitungsmaschinen sind wie immer wieder in großer Zahl zu landen. Etwas ganz Neues und sehr Beachtenswertes ist die Ruga-Fräsrnaschine, welche von L i st m a n n & Stellmann (Mainz) ausgestellt ist. Diese Maschine nimmt dem Zimmermann eine Arbeit ab, welche er bisher noch mit Hand ausfuhren muhte, nämlich das Herausstemmen der Einschnitte in Treppenwangen, das Fräsen der Zapfenlöcher in Balken, das Einziehen von Schwalbenschwanznuten, Die Technik auf der Frankfurter Herbstmesse von unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter. 1932 3898 Aus verschiedenen Gründen ist der Anblick der Technischen Messe in diesem Herbst ein etwas anderer. Erstens sind die wirtschaftlichen Verhältnisse auch an der Frankfurter Messe nicht spurlos vorübergegangen und die weiten Hallen lassen manche bisher dort gesehene Firma vermissen. Wenn auch die Lücke in vielen Fällen durch neue Aussteller ausgefüllt ist, so hat doch die Belegung der Halle den Stand vom vergangenen Frühjahr nicht ganz erreichen können. Ferner ist auch eine wesentliche Llenderung in der Tendenz der aus« gestellten Maschinen. Ein sehr erheblicher Raum . wird durch eine große Automob11« mess Ox,- auf der wohl fast ausschließlich ausländische Wägen zn sehen sind, in Anspruch genommen, während die schwereren Maschinen bis auf einige Ausnahmen weiter zurückgegangen und kaum mehr anzutreffen sind. Wenn sich auch die Hoffnungen, welche man im Frühjahr auf den Markt gesetzt hatte, sich nur'^uni kleinsten Teile erfüllt haben, so ist doch auch in Frankfurt wieder sestziistellen, daß das Bauwesen gut vertreten ist. Dies gilt besonders von den Belonffeinbauroeifen, welche mit einer größeren Reihe sehr beachtenswerter Systeme zu finden sind. Wir sehen dann einen Beweis dafür, daß sich die Einführung des größeren Betonsteines, welcher gegenüber dem bisherigen Ziegelstein eine ganze Reihe von Vorteilen besitzt, auf die näher heute einzugehen nicht möglich >st, doch mehr und mehr Bahn bricht. ' Eine sehr beachtenswerte neue Bauweise, welche sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon weit verbreitet hat, ist diejenige mit den H=U«®aufteinen von Funke & Esch in Offenbach a. M. Der tt-U-Baustein ist ein Betonstein von ganz besonders zweckent prechender Form, welcher auf einer Spezial- maschine im Handbetrieb hergestellt wird. Trotz des Handbetriebes erzielt man auf der Maschine eine außerordentlich hohe Leistung. Ein tt-0-Stem entspricht etwa 13 Normalsteinen und ist nicht nur auf der Maschine sehr billig und rasch an Ort und Stelle anzufertigen, sondern auch wegen seines größeren Umfanges bedeutend schneller zu vermauern. Besonders ist heroorzuheben, daß der H=U«<5tein den wärmetechnischen Forderungen sehr entspricht. Ebenfalls wagerechte Luftkanäle besitzt der Triol st ein-Massivbau der gleichnamigen Gesellschaft in Frankfurt a. M. Auch er dürfte ein ganz vorzüglicher Baustein sein und in weitestem Maße für den Wohn- und Industriebau in Frage kommen. Unserem Erachten nach sind die wage- rechten Luftschichten besser als die senkrechten, weil bei letzteren oft die Gefahr besteht, daß sie wie ein Kamin wirken und die warme Luft nach oben hm absaugen. ~ Auch die Spezialbauweise H., W. 6- A. E u r i ch in Fran kfurt o. M., welche mehrere der Frankfurter Messehallen nach ihrem System gebaut hat, ist vertreten. Zu erwähnen sind auch ihre Hartbasalt- und Granitoid-Platten, welche besonders für Bürgersteige sehr geeignet sind. Gegen das Holzhaus herrschen immer noch ganz unberechtigte Vorurteile. Es ist nicht nur, da es maschinell hsrgestellt werden kann, sehr billig, sondern hat auch eine wohl von keiner Bauweise erreichte Wärmeisolierung. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß auch dieses Mal der Besucher der Frankfurter Messe Gelegenheit fand, sich von den Vorteilen des Holzhauses selbst zu überzeugen. Wir sehen einen reizenden Pavillon, welcher nach dem System der Ingolstädter Holzindustrie A.-G. erbaut ist. Die Holzbauweise kommt nicht nur für kleine Häuser, sondern auch für solche mit größerer Zimmerzahl sehr wohl in Frage. Durch die maschinelle Fertigung de? Bauteile in der Fabrik ist eine sehr rasche Aufstellung des Hauses möglich. Ferner kann das Holzhaus sehr wohl im gegebenen Falle auseinandergenommen und an einer anderen Stelle wieder aufgestellt werden. Verloren ist dann nur das Betonfundament. Im übrigen bot die Baumesse konstruktiv nicht viel Neues. Zur Ausstattung von Monumentalbauten verwenden wir immer noch viel zu wenig unsere schönen einheimischen Baustoffe. Wir weisen heute auf die Erzeugnisse der Deutschen Travertin- und Marmorwerke in Langensalza, welche sich als Verkleidung von Innen- und auch Außenwänden ganz hervorragend eignen. Die mit Bitumitekt (hergestellt von I. A. Braun, Stuttgart), einem Bedachungsstoff aus bester Wollfilzpappe und Naturbitumen, welcher auch bei größter Hitze niemals abtropfen kann, eingedeckten Dächer geben durch ihre rot- und grünfarbige Naturbestreuung einen Anblick von ganz einzigartig schöner Wirkung. Die Schwendilator-Kaminaufsätze von Joseph Schwend 8- Co. in Baden-Baden finden zweifache Anwendung, nämlich als Schornsteinaufsätze für Wohn- und Industriebauten und bann noch als vorzügliche Aufsätze für Entlüftungsanlagen, besonders bei Industriebauten, Stallungen usw. Auch fein Kamineinsatzstein und Kamintürchen, beide aus B e t o n - K u n st st e i n hergestellt, dürfen praktische Verbesserungen im Baufach darstellen. Ludwig Alter, A.-G. in Darmstadt, zeigt zwei neue Fußböden (Stabfußboden und Fischgratparkett, D. R. P.) in Plattenform. Besonders bemerkenswert ist an beiden die schwalben« fchwanzförmige Fugenausbildung. Sehr interessant ist diesmal der Stand von Dyckerhoff & Widmann, A..G. in Biebrich a. Rh. Wir finden hier den Prodorit-Beton ausgestellt, welcher sich als ein vollkommen säure« fester Beton erwiesen hat, und nicht nur zu Rohren ober anderen Apparaten, fonbern wie gewöhnlicher Beton, also auch mit Eisenarmierung, verarbeitet werden kann. Er füllt eine bisher sehr unangenehm empfunbene Lücke aus unb wirb ohne Zweifel in kurzer Zeit eine große Verbreitung finben. Auch als Bobenbelag kommt er in Frage. Außerbem finden wir hier die Asbeton-Schwelle, welche gegenüber der Holz- unb Eisenschwelle vor allen Dingen billiger in ber Herstellung ist unb nicht besser anbers zu verwertende Rohstoffe benötigt, und den Mastfuß „Ritterzange" aus Eisenbeton, welcher neben großer Standfestigkeit das Faulen ber Holzmaste verhinbert. Er wird von Winterhalter & Nitzsche in Karlsruhe hergestellt. Im Innenausbau ist ber Kohlenbabeofen Koba Eck ber Junkers-Werke (Vertreter Wilhelm Kraft in Frankfurt a. M.), ein weiterer Messerwellen, welche eine Geschwinbigkeit von 13 Meter in ber Minute besitzt. Schon am Eingang würbe erwähnt, daß in diesem Herbst in Frankfurt eine große Automobilmesse ausländischer Automobile zu finden ist. Schon in Leipzig und Köln war diese, wenn auch in kleinerem Umfange, zu finden. Es ist eigentlich zu bedauern, daß die Deutsche Automobil- inbuftrie sich immer noch auf bie Berliner Automobilausstellung beschränkt unb baburch fein birekter Vergleich mit ben ausländischen Wagen, welche nicht nur vielfach billiger im Preis, fonbern auch manche konstruktive Bequemlichkeiten besitzen, welche bie meisten beutschen Wagen noch nicht haben, möglich ist. Es wirb beshalb für bie Deutsche Automobil- inbuftrie nur vorteilhaft sein, wenn sie ben Weg zur Verbilligung ihrer Wagen unb Anpassung an bie Wünsche ber Abnehmer weiter entschlossen beschreitet. Wir zweifeln nicht, baß es ihr bann valb gelungen fein wirb, bie auslänbische Konkurrenz zum mindesten einzuholen. Neben amerikanischen Wagen wie Packard, Hudson, Essex, Nash und Ajax find auch zahlreiche französische und italienische Wagen wie Citroen-Paris, Alsa-Romeo-Mailand, Auwmobilfabrik Brescia, Italia-Turin usw. zu sehen. Auf dem Freigelände sehen wir einen Lastkraftwagen, welcher ganz besondere Bedeutung hat. Es ist ber Donar-Qualitäts-Lastkraftwagen ber Frankfurter Maschinenbau- A.-G. Mit biesen Wagen betreibt seit einigen Tagen bie Deutsche Reichsbahn einen Schnellgüteroerkehr von Frankfurt aus, welcher sich vorerst bis nach Mainz unb Wies- baben erstreckt. Es ist anzunehmen, baß nnbere Reichsbahnbirektionen halb bem Frankfurter Beispiel folgen werben. So stehen wir hier am Beginn einer neuen Entwicklung ber Beziehungen von Eisenbahn zum Lastkraftwagen unb bes Güterverkehrs. Autozubehör ist mit manchen interessanten Einzelheiten zu finden. Neben schon bekannten unb hier bereits anläßlich ber Frühjahrsmesse besprochenen erwähnen wir bie Hochbriickschmierung Emkawe (D. R. P.) von Minner L Krist in Wies« haben. Mit bieser automatischen Hochdruckschmie- rung, welche auch für Fahrräber und Nähmaschinen zur Anwendung kommen kann, ist es möglich, den Schmierstoff mit einem sehr hohen Druck bis zu 250 Atmosphären einzupressen. Man braucht das Qelkännchen nur auf ben Deler aufzusetzen unb kräftig nieberzubrücken. Damit treibt man ben Schmierstoff unter bem hohen Druck burch bie Lager unb den ganzen darin enthaltenen Schmutz heraus. M3 Haus ber Technik. Gen.: ben Bewohnern bet Dörfer im hohen Vogelsberg, bie durch die Ungunst der Wit« terung in diesem Jahre wieder um den Er* trag ihrer nieder unb Wiesen g e- kommen sind, die Landes steuern für ba8 Wirtschaftsjahr 1925 zu erlassen unb Saatgut aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Weiter ein Antrag ber Abg. Heraeus- Birnbaum von Ostern 1926 an den Handarbeitsunterricht in allen Mädchenschulen wieder mit dem 2. Schuljahre beginnen zu lassen. Ein Antrag bes Aog. Dr. Werner und Gen. die Regierung zu ersuchen, für den Ausbau des landwirtschaftlichen Betriebs der landwirtschaftlichen Schule zu Alsfeld zu einer kleinbäuerlichen Musterwirtschaft die erforderlichen Mittel in Höhe von 25 000 Mark bcreitzustellen. Schließlich ein Antrag der' Abg. Heinstadt und Wedler im Interesse deS Schuhes des freien Handwerkes, die Bade Verwaltung Bad°Rauheim durch die Regierung anweisen zu lassen, in her staatlichen Schreiner-, werkstätte nur eilige Ausbesserungen unb kleinere Reuanfertigungen, für bie Dringlichkeit vorliegt, vornehmen zu lassen. Der Deutschnationale Landesvorstand von Hessen hat nachfolgende Kundgebung an die Reichsparteileitung gerichtet: „Der Landesverband Hessen-Damistadt der Deutschnationalen Dolkspartei begrüßt den endlich von der Deut- chen Reichsregierung unternommenen Schritt des amtlichen Widerrufes der angeblichen Kriegsschuld Deutschlands, wie sie im Versailler Diktat niedergelegt ist. Der Landesverband erwartet, daß die Deutsche Reichsregierung keinerlei Maßnahmen oder Bedingungen billigt, die aus der mit der geschichtlichen Wahrheit in Widerspruch stehenden Behauptung der Llrhcberschast Deutschlands am Kriege hergeleitet werden könnten." Scharfer Kurs im besetzten Gebiet. Die Außenminister sind in Locarno zusammengetreten. Wie groß bei den einzelnen Delegierten der ehrliche Wille ist, einen guten Schritt vorwärts auf dem Wege zur endgültigen Befriedung Europas zu tun, kann sich erst im Laufe der Verhandlungen zeigen. Daß aber Locarno die Hoffnungen und Wünsche ber Völker Europas nicht erfüllen kann und wird, wenn auch in Zukunft deutsche Provinzen in fremder .Gewalt bleiben sollen, hat die Reichsregierung in ihren letzten Kundgebungen unb ihren diplomatischen Auseinandersetzungen mit ben alliierten Staaten immer wieder unterstrichen. Run sieht es aber fast so aus, als wolle Frankreich der Konferenz von Locarno durch schärfste Betonung ber französischen Militärherrschaft im besetzten Ah einland einen besonderen Hintergrund verleihen. Alle Rachrichten unb Meldungen _ au8 den Provinzen jenseits des Rheines tauten übereinstimmend dahin, daß bie Franzosen wie auf einen Befehl von oben herab auch bie geringsten Verstoß" gegen Bestimmungen der Rheinland- kommisfion und der einzelnen Ortskommandanten überaus hart ahnden und bei jeder sich bietenden Gelegenheit sich als die eigentlichen Herren des Rheinlanbes aufspielen. Wir haben ein ähnliches Verhalten der Franzosen seinerzeit vor ber Freigabe des Ruhrgebietes beobachten können. Auch damals bekam bie Bevölkerung an ber Ruhr noch einmal die ganze Wucht ber französischen Militärbehörden zu spüren. Die zahllosen Schikanen und Bedrückungen waren schließlich doch nichts anderes als das letzte Aufslackern ber Wut ber um ihre einträglichen Posten gekommenen Desatzungsbeamten. Während seinerzeit bie Räumung schon verbrieft und versiegelt war, müssen bie deutschen Unterhändler heitte erst in den Kampf um bie Befreiung des Rheinlanbes eintreten. Diesen Kampf möchte uns aber Frankreich so schwer machen wie nur irgenb möglich, möchte uns vor allem noch einmal vor aller Welt ben Stempel ber besiegten Ration aufbrüden unb un8 burch neue Bedrückungen der rheinischen Bevölkerung als Staat zweiter und dritter Ordnung hinst eilen. Erst kürzlich sahen sich bie Ministerpräsidenten Preußens, Bayerns, Hessens unb Baden- veranlaßt, den Reichskanzler auf den unverkennbar schärferen Kurs ber französischen Militärbehörden im besetzten Gebiet aufmerksam zu machen. Sie konnten auch dem Kanzler ausreichende Belege hierfür in bie Hanb geben, bie teiber nur Zeugnis von einem ganz geringen Bruchteil ber neueinsehenben französischen Bedrückungen unb Schikanen geben. Der größte Teil aller französischen ilebergriffe wird au3 Angst verschwiegen. W'e gespannt das Verhältnis trotz aller gegenteiligen Behauptungen bet! sehr rührigen französischen Vropaganba ist, haben die kürzlich in ber Eitel abgehaltenen französischen Manöver gezeigt. Rirgends zeigt« sich bie Bevölkerung, überall mieb sie die Straßen unb Plätze, bie von Trupven benutzt wurden, auch nicht eine ber in den französischen Tageszeitungen erschienenen Photographien über dis Manöver zeigt Soldaten unb Bevölkerung in freundschaftlichem Verkehr. Wenn Frankeich glaubt, unsere Stellung in Locarno durch Hervorkehrung des Siegers erschüttern zu können, dann irrt es sich. Die Leiden unserer Brüder am Rhein werden für die deutsche Delegation erst recht ein Ansporn sein, die Freiheit befl Rheinlanbes unter allen Umständen zu erkämpfen. Die Frankfurter Herbstmesse. fpb. Frankfurt a. M., 6. Oft. Der Besuch ber Messe fjat heute, am britten Tage, sichtlich nachgelassen. Viele Besucher haben Frankfurt bereits wieder verlassen. Geschäfte wurden kaum noch getätigt. Einzelne Verkaufsstände sink» schon geräumt. Das Interesse bes großen Publikums erlahmt, lleberalt hört man heute, daß, von einigen geringen Ausnahmen abgesehen, das Geschäft kaum bie Gebühren unb Auslagen bedte Am schlimmsten ist da- Kunstgewerbe baran: hier dürften nur wenige Aussteller einen Auftrag mit nach Hause genommen haben. Auch die Hanauer Edelwarenindustrie ist enttäuscht. ileberaH gähnt in ben Abteilungen das Gespenst der Kreditnot unä Der Zugverkehr auf Bahnhof Gietzen sämtlich Persvnenzüge) auf Bahnhof Gießen: Abfahrt: nach Richtung Ankunft: aus Richtung f eine .i hier die Fried- n unb Kaul- Ergeb- Schönstärker stvs, 1924 in UI zu Schotten formte > !*! Aus dem Kreise Schotten, 6. Ott. 3m Kreise Schotten ist eine ganze Anzahl von Staatsbauten fertiggesteM worden, während andere noch im Dau begriffen sind. So wurden Försterwohnungen im 3abte 1923 erbaut in 61 x r * " ' ~ - if. Die Försterfchul« bezogen werden Auch Frankfurt W422, tz4’, D73’, D 802, BP 9«, gbö, v los, 245, BP 338, D 538, 5<4, 739 ßP83i 8-56 D949, D 958, 1022 bis Friedberg. Kastel IE, W 527 bis Marburg, W 6’3 nach Lollar—Grünberg 6<2 bis Marburg, O 8’6 nach Hambura 824, S948 nach Lollar-^-Grünberg, BP 10’8 nach Hamburg, 1232, D 1’2 nach Berlin. 308 nach Lollar—Grünberg, 339, 620, W648 nach Lollar—Grünberg, 822 nach Marburg, S 822 nach Lollar- Londorf, BP911, 1043 nach R.-Walgern, D llfi nach Berlin, D 1149 „ach Hamburg. Koblenz 8 511, W52Z, 658 bis Wetzlar, V8>o, BP W 852, 1021, 1232, 200 bis Limburg, 358 bis Limbura D544, eis, 1022 bis Limburg. Köln W5U nach Betzdorf, 63v, W 658 bis Wetzlar, v 84’ über Hagen nach M.-Gladbach, 1125 BP3’5 nach Esten, 347, W533 bis Betzdorf, D 621 über Hagen nach Dortmund, 822 nach Eitorf WIO3« bis Dillenburg, S bis Haiger. Fulda W 422 bis Grünberg, W 640 bis Grünberg. 8’6, 0, \y 340, w außer Samstags 535 W648 bis B.- u. R.-Gemünden, 822, 1046 bis Grünberg. Gelnhausen W 521, 8’6, 143, W533 bis Hungen, 612, 1012 bis Hungen, Lollar- Londorf-Grünberg \V6’> 8 948, 303, W 648, S 822 nach Londorf, der Geldknappheit. Wer heute al« Rach» zuglcr noch die Stände durchschritt und wirklich kaufte, deckte, wie seine Vorgänger vom Sonn- .og und Montag, nur den dringendsten Bedarf an den unumgänglich notwendigsten Artikeln. Frankfurt recht sich Leipzig und Köln Hinsicht- lich des dürftigen und sehr mageren msses an. Darüber täuscht auch keine färberei hinweg. Die Verhältnisse sind als der Mensch. Starkenburg irr, M?inhessen. wrt*HNa$rJnfy,,bt'.6: DfL 3u Ehren des Dichters M a t t h i a s C l a u d 1 u s, der hier mehrer Jahre Redakteur der amtlichen „Darmstädter Zeitung" war wurde am Sonntag eine Eiche im Darm- stad ter Stadtwalde geweiht. Bei der 6e:er würben musikalische und deklamatorisch" Darbietungen geboten. Die Bank, die bei der Eiche er- kragt ein von Professor Beyer gemaltes Bild des Dichters. Nach der Ueberlieferund soll Clou- dius m Darmstadt die Lieder „Der Mond ist auf- gegangen" und „Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher" verfaßt haben. Hehen-Naffau. bl. Dillenburg, 6. Oft. 3m Laufe der Sommermonate entsandte der Dillkreis drei Transporte von schwachen und kranken Kin - dern zur Erholung in die Ostseebäder Arend- see und Boltenhagen. Die Kleinen kamen mit gesunden Wangen und einer erheblichen Go- !?t5>tSLun^Tne zurück. 3m nächsten 3ahre soll Werk fortgesetzt werden. — Unweit unserer Stadt am sogenannten Hach st ein. nimmt Dr. Kutsch vom Landesmuseum Wiesbaden Gra« bungen vor, um darüber Aufklärung zu erhalten, ob es sich um Reste aus keltische uni scher oder germanisch-römi- handelt. Die Arbeiten find erfolgreich — Der Kriegerverein Dillenburg veranstaltete zur Herbeischaffung der Mittel zum Bau eines Kriegerdenkmals eine Lot- terie, für die im ganzen Kreise Lose abgesetzt werden. Der Ziehungstag ist der 28. November. Mit dem Reingewinn hofft man den größten Teil des Kostenbetrags zu decken. Fuhrleute muhten mit ihren Lasten die fteife Straße im Dorfe benutzen, wozu sie aber stet» Es °-rI-hr-n zur Seit folgende Züge (D=D.3ug, 8?--2eIchleunig,er Personenzug, die übrigen I U,mbau h Bersonenzüge) auf Baßnbos Gießen: ! .DeiQUJcn auf etwa 10 bis 12 000 Mark, t Grünberg. 6. Oft. Am Sonntag fand das Abschießen des hiesigen Schützen Vereins statt. Die Beteiligung war sehr rege. Abends sand im „Hessischen Hof" eine Rachfeier mit Preisverteilung statt. Gesangliche und nrusi- kalische Darbietungen verschönten den Verlauf des Familienabends. Kreis Friedberg. hr. R i e d e r f l 0r st a d t, 6. Oft. Eine hiesige Witwe wurde verhaftet, weil sie ihr neugeborenes Kind in eine Fauchegrube geworfen hatte. Die Gendarmerie fand die Kindesleiche. Als Vater des Kindes soll ein verheirateter Eisenbahnbe- amter in Friedberg in Frage kommen, der ebenfalls verhaftet wurde. — Die Kar- t of felern te ist eben im Gang. Menge und Qualität sind ganz vorzüglich Die Preise stehen noch nicht fest, scheinen aber niedrig zu werden. Das gute Wetter in den letzten Tagen hat schon so abgetrocknet, daß Maschinen gut verwendet werden können und sauber arbeiten. Da fast jeder Landwirt eine Kartoffelmaschine besitzt, wird die Ernte noch im Laufe dieser Woche eingebracht werden. — Trotz der niedrig en Getreide preise, die sich etwa in Höhe des Friedensstandes halten, kostete nrxh bis vor 14 Tagen das 4--P f u n d b ro t 80 Pf. Auch den jetzigen Preis mit 75 Pf. hält man in den Kreisen der Verbraucher und Landwirte für viel zu hoch — Die Obsternte war hier gering. Da große Rachfrage bei der hiesigen Arbeiter- , bedölkerung. die keine Obststücke hat, vorlag, wurden hohe Preise am Daum angelegt. 80 Verkäufe brachten der Gemeinde 1200 Mk. ein. Ein Daum WirtfchaftSäpfel kam auf 120 Mk. Kreis Schotten. ■ — — ——— w.«w./, die von der Gemeinde mit Unterstützung von Kreis und Staat aufgebracht werden. J J Werd 0 rf. 6. Oft. 3n früheren Jahren veranstaltete der Obst- und Gartenbaus V e rein für den Kreis Wetzlar in guten Obst» lohren Obst- und Gemüse-Ausstellungen, die von Züchtern des ganzen Kreises beschickt werden konnten. Doch wurde bei derartigen Veranstal- llewöhnlich nur von solchen Orten ausgestellt, die in der Rähe des Ausstellungsortes lagen, da der weite Transport zu umständlich war und auch zu ßtel Zeit in Anspruch nahm. Wett von der Bahn abgelegenen Züchtern war es daher nicht möglich, Obst und Gemüse auszustellen oder die Ausstellungen zu besuchen' Um auch ihnen dre Segnungen derartiger Ausstellungen zugute kommen zu lassen, d. h. Anregungen bezüglich des Obst- und Gemüsebaues zu geben richtet der Verein seit einigen 3ahren Ausstellungen in den ein z,» Inen I u r g er ’n e i st er e 1 e n ein. Die Ausstellung für die Bürgermeisterei Aßlar wurde Hierselbst durch den zweiten Vorsitzenden. Gewerbeschul- direktor Oster-Wetzlar in V^Uitzluna des Landesrates, eröffnet. Dabei gab er für fernere Ausstellungen beachtenswerte Winke und Anregungen, die von den anwesenden Besuchern mit Belfals ausgenommen wurden. Er begrüßte es daß z. B. von einem Züchter zwei Dohnen- ranken mit stattlichem Behang mit den Stangen ausgeste lt waren. 3n ähnlicher Weise sollten vei Kartoffeln und Tomaten die Stöcke mit den Fruchten ausgestellt werden, und nicht, wie es bisher geschehen, die schönsten Früchte zusam- 3n letzterem Falle sei doch nicht deutlich zu ersehen, welche Sorte den besten Ertrag bringe. Kreisobstbaulehrer K i l p gab Uebersicht über die Aufgaben, die den Aus- Kellern gestellt waren. Die Ausstellung war reich beschickt besonders an Aepfeln, Beerenweinen und Konserven, während Gemüse nicht so reich ausgestellt war. Da die Birneiiernte in oiesem 3ahre sehr gering war, waren nur wenige Sorten vertreten. Bei den Aepfeln fielen den auswärtigen Besuchern die sog. Gacksäpfel auf, eine Sorte, die nur in unserer Gegend ge- zogen wird. Dieser Apfel führt seinen Rawen nach dem Züchter Gack, der den Baum im Walde £ennr7ifM'' ba- d?. Früchte vorzüglich waren, als Wildling in seinem Garten unveredelt angepflanzt hat. Von diesem Wildling hat man dann viele Bäume in unserer Umgebung veredelt. Wie uns versichert wurde, verdient diese Sorte überall angepflanzt zu wer- oen. Die Hausfrauen interessierten die vielen ausgeste.lten Konserven wohl am meisten. Der Wanderkurfus der Kreis-Haushaltungsschule W. auPer Konkurrenz eine große Anzahl eingemachten Früchten und Gemüsen ausgestellt um zu zeigen, wie man auf billige m 2?nc 5lc Eueren Apparate die Erzeug- • Ee des Gartens verwerten kann. Hoffentlich erfüllt auch diese Ausstellung ihren Zweck, neue über Anbau und Verwertung von Obst und Gemüse zu geben. Kreis Büdingen. !.' Büdingen, 6. Okt. Die Leiterin der hiesigen K l e i n k i n b e r s ch u l e, S ch w e st e r Kath. Fachmann, ist am 1. d. M. in den wohlverdienten Auhestand getreten. 32 Jahre lang hat sie zu aller Zufriedenheit die Schule geleitet. Möge ihr noch ein schöner Lebensabend in Büdingen beschieden sein. . ~ j)ier wurde ein Bürgerverein gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Landwirt W i l h. Kauf m a n n erwählt. Die Satzungen wurden in großen Zügen festgelegt und mit ihrer Ausarbeitung öcr Vorstand betraut. Der Bürgerverein ist vor allem gegen die Listenwahl bei Gemeindewahlen. Er hält es für nicht richtig, daß die Wähler eine Liste wählen müssen, ohne daran Aende- rungen vornehmen zu können. Zu den kommenden Wahlen will man einen Wahlvorschlag, da das nach den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen vorge- schrieben ist, aufstellen, in dem Personen aufgeführt werden, die nicht aus den Parteien hervorgegangen und die nicht an Fraktionsbeschlüsse und dergleichen gebunden sind. , Aus dem R i d d a t a l, 5. Okt. Der O b st f e g e n unseres Tales ist jetzt zum größten r peoorgen. Der Ertrag an Aepfeln war so reichlich, wie er seit 3ahren nicht beschieden ®aT- 210 etnem einzigen Bahnhof wurden allein 31 Waggons, daS sind über 9000 Zentner verladen, die zum großen Teil nach Stuttgart verfrachtet wurden. Der Landwirtschaft erwuchs daraus eine sehr will- wmmene Einnahme. Die Rachfrage nach ge- br^henem Wirtschafts- und Tafelobst ist zur Zett noch schwach. Man spricht von Preisen, die sich zwischen 7 und 12 Marr pro Zentner bewegen 1 te nach der Güte der Apfelsorten. Umsatz ist aber kaum vorhanden. Soweit die Grummet - I ernte beendet, wird das Ausmachen der Kar- I tone I n mit Eifer betrieben. Die letzten schweren Regentage haben den Prozentsatz an I?uI,e.n-Äart0“ern« insbesondere bei- gelbsleischigen Aeisekartoffeln, stark vergrößert. Die weißflei- schigen Sorten haben sich als widerstandsfähiger erwiesen Für .Industrie'' bietet man 3 Mark, o ra ”8» aOaU^ untere geringwertigere Sorten 2-50 ^2-80Mark. Die Produzenten nehmen aber diesen Preisen gegenüber eine abwartende Haltung ein und hoffen, ihre Kartoffelernte besser verwerten zu können. U^»Ortenberg, 6. Ott. Der weithin bekannte K a l t e M a r k l findet In diesem 3ahr ?^bi.s 28 Oktober statt. Der Termin r.H!et Nch leweils nach dem Simon 3udas Tag, ^sE diefer Tag in die Vorwoche, so beginnt der Markt am vorhergehenden Montag, fällt Simon 3uda in die Rachwoche, so fängt der Markt an öem darauffolgenden Montag an. Am ersten Tag findet Pferde- und Fohlen-, am zweiten Tag JJferöe-, Fohlen- und Rindviehmarkt, am dritten Tag Krammarkt statt an letzterem Tag. also m diesem Jahr am 28. Oktober, kommt die Kalte Markt lot terie zum Ausspielen,- sie ist dies- mal ganz bedeutend erweitert worden, es wurden Z000 Lose ausgegeben, als Gewinne wurden vorgesehen 5 Fohlen. 4 Rinder, 5 Schweine sowie vvG 196 Gegenstände, wie landwirtschaftliche Gerate und sonstige Gebrauchsartikel. Infolge der größeren Gewinnmöglichkeit ist die Rachsrage nach ^n Öofen sehr rege. Die Vorbereitungen zum stvd bereits in vollem Gang. Infolge der diesiahrlgen besseren Lage der Landwirtschaft der Markt schon jetzt sehr groß zu werden. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn für spatere Jahre, dem Beispiel anderer Städtchen folgend, mit dem Markt eine Prämiierung von Zuchtvieh und anderen Tieren verbunden wurde. Kreis Wetzlar. nn uUtr^°JenAn6 O£L Die Arbeiten an dem Umbau des Wellerwegs in eine Kreis strafte gehen nunmehr ihrer Vollendung Gegenwärtig wird der Kleinschlag auf das Packlagcr geschüttet. Die Dampfwalze wird bie lehte Arbeit auszuführen A^dann erfolgt die Abnahme der Straße durch tt!.Ak»^nbaubehörde Wetzlar. Die neue Kreis- ,tr5ne die Verbindung der Straße G i e h e n -Wetzlar mit dem Bahnhof Dutenhofen und der Straße Dutenhofen-Gar- b e n h e i m—W e h l a r Herstellen . Für die Land- wirte von Dutenhofeii, die viele Aecker und Wie- dvöen und viele Güter vom Bahnhofe abholen müssen, bedeutet die Herstel- ärnfi»16Verbindungsweges in eine chaussierte ©traße eine große Verkehrserleichterung ebenso naben”^arn£,l,:>krle Delch-istZeuIe dem ! naben Allend 0 rf und Munchholzhau- ' ^hlen Holz, Steine usw. auf >dem : 3SrD^A®U/im^Iernr Eaden. dn den letzten ! AJabren war her Wellerweg durch die nasse Witterung vollständig grundlos geworden, und die \ B Kaulst 0 s, 5. Okt. Gestern wurde feierliche Einweihung des Neuen 11C v. Hofs durch den seitherigen Ortsgeistlichen oorge- nommen, der nun nach Nodheim vor der Höhe versetzt ,st. Die Feier war umrahmt von religiösen Liedern, die der Gemischte Chor Kaulstos unter Leitung von Lehrer Mangel wirkungsvoll zum Vortrag brachte. Bon der üblichen Art, den Friedhof "sten Beerdigung ein^uweihen, hatte man 4b tanö genommen, weil der Besuch der Feier rnög- lchft vielen Gerneindealiedern ermöglicht werden ollte, was bei ungünstiger Witterung nicht zu er- L r?er Friedhof liegt ganz in der ^he des alten, ,etzt voll belegten, an der Straße von Burkhards kommenden Landstraße, in der Me der Lutherlinde. In seiner Anlage, die nach Panen von Baurat Nodnagel in Schotten er- olgt ist ist er weit geräumiger als der alte. Es Md auch Familien- und Erbbearäbnisfe vorgesehen. SCnU,5ACro,,onnen bat ^r Friedhos durch die in DieJer Mühe durchgeführte Melioration der ihn umgebenden Hutweiden r. . ^Ober-Seemen, 6. Ott. Eine sonder- die leicht schlimme Folgen zeittgen können, gingen zwei etwa neun- &iä zehmährige Knaben ein. Um nicht hüten sf en, schlug man vor, einen eisernen Masten der elektrischen Starkstrom- ItLtlr erklettern. Dem, der als erster oben sei, solle als Lohn die Freihett vom Hüten neunjährigen H. war es gelungen erster die Drahte zu berühren Aber er sollte S roerI)0B; Glücklicherweise mU E allzu schlimmen Verbrennungen an der Hand und Verletzunaen am nun der Kleine zur Erde nieder. Wie hört, wurde der Junge in das Gederner Krankenhaus überführt. Frankfurt 111, W 625 von Fttedberg, 803, D8Q7, D 832, BP 10’3, 1224, D102 W209 bnn BP303, 330, 622, W622, D6« BP922, 922, ü 1131. Dl 112. ' von ^rieooerg, ÄafTel W 52Z von Londorf—Lollar, 624 von Marburg, D 7’5, W 745 von Trevsa D754 S8” hnn 5,S- D528'^»""Sonbotf-SoUar. Koblenz 5g von Limburg, N 727 von Limburg, 937, D 1226, W außer Samstag 2’3, Samstags 2-8 4-b, 556, 825 von Limburg, 922, D 1122. ö •» Köln 635 von Dillenburg, 744 von Betzdorf, W 924 von Herchen, 12’9, D 1258 von Hagen, BP330 von Hagen, 524, \\ ess von Wetzlar, W 722, 1024, D 922 von Hagen. J 9 D n Fulda W 620 von Grünberg, Montags von Mücke, 754, 1157, W4?6, 733. Gelnhausen W625 von Hungen, 726 von Ridda, 936,120 von Hungen, W3’0,755, 952 Sonntagsv Hungen Grünberg—Londorf—Lollar W52Z von Londorf, W726, S8”, 237. en. in Glashütten wurde ein neues Förster° haus errichtet. Dazu _ kommen Wohngebäude für Gendarmen zu Schotten, vol- ^ndet 1920/21, Eichelsdorf 1921/22. Gedern 1923. Ein Hirtenhaus wurde in Michelbach errichtet, während ein weiteres in Götzen noch im Bau begriffen ist. Die Instandsetzung des Selgenhofes, den die Landwirtschasts- kammer übernommen hat, wurde ebenfalls non- dem Hochbauamt Schotten ausgeführt. Von G e= meindebauten sei erinnert an die Wieder- ausrichtung des Kirchturms von Ulrichstein, der 1924 abgebrannt war. Die neue Kirche SU Eschenrod war bereits 1914 begonnen worden, konnte aber infolge der Kriegs- und Inflationszeit erst 1921 vollendet werden. Der Staat hat zwei größere Beamtenwohnhäuser in Schotten erbaut, eins für mittlere und eins für höhere Beamte. Auch die Sladt sorgt für Reubauten, um der Wohnungsnot entgegenzutreten. So wurde 1924 ein Fünffamilienhaus vollendet, während ein Sechsfamilienhaus in Angriff genommen tourte, es soll im nächsten Sommer bezogen werden. 3m Dau befinden sich^ Krankenhaus Laubach, SchäferhauS Götzen. Turnhalle Fr eien feen. Roch in diesem Herbst sollen ausgesuhrt werden eine Postautvhatle zu Feldkrücken und ein Anbau an die Autogarage zu Ulrichstein für zwei weitere Kraftwagen .Die altberühmte Kirche zu Schotten wurde mit großen Kosten von außen renoviert, die Wiederherstellung des 3n- nem soll in kurzer Zeit erfolgen. Das 3u- gen&belm auf der Herchenhainer Hohe ist nahezu vollendet, die Einweihung soll noch im Herbst stattfinten. — Schotten, 5. Ott. Unsere Stadt hat einen großen Verlust erlitten. Sin hochangesehe- ner Bürger, der in weiten Kreisen bekannte Kauf- mann Georg R 0 ckemer, langjähriges Mitglied de« Gemeinterats, ter Handelskammer, Direktor der Dezirkssparkasse wurde heute unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung zu Grabe aetragen. Ein praktischer Blick, eine gesunde, treffende Anschauung im Kommunal-, Handels- und Wirtschaftsleben zeichneten diesen vornehmen, edeldenkenden Menschen, ter jedermann gern hilfsbereit war, aus. Die Vertreter ter Korporationen würdigten am Grab feine großen Verdienste. Schotten wird teil Verstorbenen tm dankbaren Andenken behalten. Ig. ©ehern, 5. Okt. Gelegentlich einer gestern flattgehabten Uebung ter Freiwilligen Feuerwehr wurde die neue fahrbare Feuerwehrleiter von Vertretern ter Lieferungsfirma übergeben und in Benutzung genommen. Einige Belastungsproben erwiesen die Stabilität des Gerätes. Die Gemeinte verfügt nunmehr u. a. über zwei fahrbare Leitern, was in künftigen Brandfallen wesentlich zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit unserer beiden Feuerwehren beitragen dürste. Aus der Provinz. L?anvkrcts :—: Oppenrod, 6. Ott. 3n unterem kleinen Dörfchen verliefen die Gemeindewahlen in diesem 3ahrc recht friedlich. Es wurden einstimmig gewählt und durch das Kreisamt Gießen bereits verpflichtet als Bürgermeister der Landwirt und frühere Beigeordnete Konrad Klos und als Beigeordneter der Landwirt Wilhelm Drück. Hoffentlich vollziehen sich auch die in ten kommenden Wochen stattfindenden Gemeinderatswahlen in Ruhe und ^rieten. — Unser Schulhaus mit Rathaussaal und Lehrerwohnung wird gegenwärtig einer gründlichen Reparatur unterzogen und mit einem neuen UebertDurf versehen. — Auch in unserem Dörfchen ist die Dautätigkeit sehr rege, find doch gegenwärtig vier Reubauten in Arbeit, um die Wohnungsnot zu beseitigen. 5 Saasen, 5. Oft. Die 50er des K irch- s Piels Wir berg, die vor 36 3ahren in ten Kirchen zu Wirberg und auf dem Dettsberg konfirmiert wurden, feierten am gestrigen Sonntag ihr-m Gedenktag. Aus 7 Gemeinden wurden damals 62 Knaben und Mädchen konfirmiert von deni damaligen Pfarrer Peter A h l h e i m, ter heute als Pfarrer in Münster bei Lich wirkt. Die Einladung und Anregung zu ter Feier ging aus von Peter S ch e p p in Saasen, einem jener Konfirmanden von 1889. Ein großer Teil der Altersgenossen hatte der Einladung Folge geleistet, ein Teil ist bereits gestorben, ein Teil ist durch Krankheit oder sonstige Grünte verhindert gewesen. Die Feier begann mit einem Gottesdienst auf dem Dettsberg, wo ter jetzigePsarrer vom Wirberg ten Altardienst hielt und Pfarrer A h l h e i m su feinen früheren Konfirmanden und zu der zahlreich erschienenen Gemeinte sprach über 1. Korinther 16. 13 Wie er ihnen damals mit Offenbarung 21. 7 in ter Konfirmationsrete das Ziel des überwindenden Glaubens vor Augen gestellt hatte, so rief er auch jetzt wieder zur Treue im Lebenskampf. Mit Gebet und Gesang schloß die erhebende Feier im Gotteshaus. 3n gemeinsamem Zuge ging es nun zum Saale des Wifhelm Schepp. ton die Rachfeier bei Kaffee und Kuchen stattfand. Lehrer Herber grüßte mit seinem Gesangverein zum Eingang und erfreute die Teilnehmer mit manchem schonen Sang. Peter SchePP sprach am Eingang einige De- grühungsworte und verlas die Ramen ter Konfirmanden. gab auch Kunde von dem Lebens- schicklal der nicht Anwefenten, die teilweise in Welter Ferne waren, teilweise verhindert durch mancherlei Umstande. Es redete hieraus Lehrer Herber- Saasen zu ten 50ern von Vergangenheit und Gegenwart und wünschte Gottes Segen für die Zukunft. Der nächste Redner war einer der Konfirmanden, Heinrich Munch auS Harbach, über die Jugendzeit und seine Lebensschicksale. die ein Beispiel der Schicksale aller seien. In Tauniger und doch zu Herzen gehender Rede sprach darauf Pfarrer Ahl heim über die Kon- firmandenstundenzeit vor 36 Jahren, es waren seine ersten Konfirmanden, nun ist er ein Mann im Weißen Haar, aber die alte Liebe zu den damaligen Konfirmanden ist nicht gerostet. Erzieht eure Kii'der in der Zucht und Vermahnung zum Herrn, das war sein Abschiebsgruß. Als letzter Dedner sprach der jetzige Pfarrer vom Wirberg, und namens seines Kollegen von Ä) i n n e r od . dem Orlspfarrer von Saasen. Er mahnte an das Lebensziel auswärts, heimwärts. Am Schlüsse wurde noch eine photographische Aufnahme der Feiernden mit ihrem alten Pfarrer gemacht. Es war eine harmonische Feier, ein Fest, das jeden befriedigt hat. weil es jedem einen inneren Gewinn gebracht hat. nicht nur an Erneuerung alter 3ugendfreundschaft. sondern auch durch Erhebung der Seele. Es darf Wohl noch angefügt werden, daß ein Dankopfer von ca. 40 Mk. für das Pfarrhaus in Oderberg gespendet wurde. !—.’ Göbelnrod, 6. Okt. Die hiesige Schafherde soll abgeschlachtet roerten, da sie von der Leberegelkrankhett befallen ist. ■ Sie i>n ’ j -en ^ ..rho auf 2f’L ^.7 auf. "'M«'* 6**w”e”* SM *Ä LSÄ deäungs!^ 34 3 Mill, auf SsD Auslands IrehitanH Sn Die umla Gold allem »u ■; AvrwÄel. d"' eilen ja M in der WC' l iffli Die Wit W* . ».M $äbriltn vorm. ^faitifcn Di ftwrMen, i Brüning, Lieblich hab« Jerbeiseran^ un mäßigere Ausgesü I laussorganisalion I die l>a;u ecfotte I getroffen lind, |i I Anträge auf Su I absichtigen. Die I folgen, bah die I Calella und Äa I im wesentlichen I und deren Doch I Badischen 2l aufgehen. Di wird ihr Astrenl der übrigen Fir Aktien gegen gl< der aufzunehmeni Aame wird dani slrie Aktieng der Sih der am Main ver bleiben mit ihren niederlallungen b [ FabrikationsstStt, I diesen ungeglkh gional vier Be Mteirbein. Tiiei den dielen Ber! artigen Produkte gliederte Berkc SMwsiproduk!^ «km-fungsmitie IM, mrorganile 'jlvilchenhrodukle, Senoinmen. den ton Vrheimrat P, g ötn Bvrsiani aus öer Ne fe te« i «■ it ®«^nnrat A De.nberai ^ganisat iUt Durchfuhr Konkv, L°gen der ® Uw te/inV«rs -embe? ! 3- sa < N'DeM'r Siu??* ----------— -PJ Eisenbahnwünsche von Dorlar und Umgegenb. r ■ ‘xr- r [ a.r - 6- Ott. Immer mehr hört man be, den Emwohnern von hier und der Umgebung den lebhaften Wunsch laut werden, an Stelle Der bestehenden Blockstation eine Haktcstelle für Do r l a r an der Bah,1 strecke Gießen — Wetzlar zu erhalten. Dieser Wunsch ist sehr be- rechtigt, denn viele müssen täglich nach Gießen fahren, um Erwerb oder Ausbildung zu erlangen, sind jedoch gezwungen, einen Umweg über Wetzlar zu machen ober 3* Kilometer nach der Station Dutenhofen zu Fuß zurückzulegen. Slußerdem käme diese Einrichtung den Kranken zugute, die in der Giessener Klinik Heilung suchen. Eine große Erleich- terung wäre es besonders bei der herannahenden kalten Jahreszeit auch für die Schüler. Mit den umliegenden Nachbargemeinden tcime diese wünschenswerte Neuerung etwa 2000 Menschen zugute. Ein anderer Mißstand ist der, daß an der Blockstation noch kein elektrisches Licht oorhanden ist, sondern mit Petroleum gearbeitet wird. Das Legen des elektrischen Lichtes könnte mit der erstgenannten Einrichtung verbunden werden, und so würde ein ld)on lang gehegter begreiflicher Wunsch der Bevölkerung erfüllt werden. Schon viele ergebnislose Versuche wurden zu diesem Zweck gemacht.'Vielleiijt gelingt es doch noch, hier einen Erfolg zu erzielen. Auf jeden Fall wäre eine Ortsbesichtigung seitens der zustehenden Behörde zu wünschen SÄÄF10 "kkWfk, ää Ämle6v Esam sind. Bestandteile auf be? Ladung. 9188** fon/LMen hi» ^•erftS000 tyarf®“ WM WW VW Ä lCT6 $ r>.«ps» ’A.Ä: S;\4SS 25" »«^T? 8fi ^Me Din!» !^ere QlNenben An- Behang mif ?' Lohnen- ähnlicher ®5r 6,.aWn nale"Ölfe f* -rden, UÄ den lchvnften tn-?1, fD,e es WIÄ?* LMZ wfS3 »•■ä’äÄ g,ÄÄ£ bbien unserer Um- . J "sicher, wurde, erajl angevÜLnzt zu wer- mterefsierten die vielen Whl a,n meisten. Jer xreie-.^ushaliunMuse nz^eme große Anzahl 11 fruchten und Gemüsen >eu. wie man auf billige xn Ahvarale die Stseug« ztkn lärm. 'Hvssentlich er« '"Ung ihren Zweck, neue au und Verwertung von oen. 1 Mrinfjcfitn. '*• 3u Gf)ten bt-j Meters . der hier mehrer ^>chre „Damstädler Zeitung' eine Eiche im Barm« e geweiht. Bei der ! und deklamatorisch» Dar« Zank, die bei der Eiche er« Professor Beyer gemaltes er Ueberlieferunb soll Glau« lieber „Der Mond ist aus« nzt mit Laub den lieben jflben. -Nassau. , 6. Oll. 3m Lause bet ne der Dillkreis drei chen md kranken Kjn« die OstleebäderArend« gen. Die Kleinen tarnen und einer erheblichen^ 3m nächsten 3ahre soll »erden. - Unweit * , hachltein, nimmt ®r. mleum MeKaden ®ra* nüber Aufklärung zu n Reste aus keltisch/ ? germanisch.rom- . Arbeiten sind erfolgreich, ein Dillenburg ver« foH Mr «tei l* nen Kreise Lose abg.M asistd-r-S.Dvemb^ hofft mm den groW zu decken. ifche von Dorl" naegend. It fifi n h>« «"d « S, w «»' "“Ä HU' ü' eine i)a!‘ kltM- offen NW "J erlangen, 1 Wsbildung N^hlat einen WJf “ 1 Station lometer naj » käme W"l^"'.2 die in der ranken Affute, ° r« beiher ben um- die S^ieie mänl^ jen tanie dM {< W 'mm) Benschen W^li-n , bahSchanden ist. tt L ich'.Ira-Legen earbeitet ^Lannten nnU nn Ä s/würde em *Är Wunsch JL0u -*-**^^^ tti raten iäsAs Wirtschaft. Die Reichsbank Ende September Die im Zusammenhang mit dem Viertel- jahrsende an die Reichsbank gestellten Zahlungsmittelanforderungen hielten sich in den an den sonstigen Monatsschlüssen üblichen Grenzen. Es flössen 337,4 Mill. Reichsbanknoten und 221,5 Mill. Rentenöankscheine, zusammen also 55 8,9 Mill. Zahlungsmittel neu in den Verkehr ab. Der Umlauf an Reichs- banknoten erhöhte sich entsprechend von 2311,7 auf 2649,1 Mill. Reichsmark, während sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen von 341,7 auf 120,2 Mill, verminderte. Der Wechselbestand erfuhr durch Einreichungen von privater Seite einen Zufluh um 225,9 Mill. Reichsmark, da 37,1 Mill, neu rediskontiert wurden, zeigt der Wechselbestand im ganzen eine Erhöhung um 188,8 auf 1717,3 Mill. Reichsmark. Der Lombardbestand wuchs um 47,9 auf 56,4 Mill., der gesamte Wechsel-, Lombard- und Eiiektenbestand um 236,8 auf 1976 Mill. Reichsmark an. 2ln fremden Geldern wurden der Bank 261,3 Mill, entzogen, so daß noch 620,2 Mill, solcher Verbindlichkeiten vorhanden sind. Der Bestand der Dank an G o ld und deckungsfähigen Devisen hat sich ' um 34,3 Mill, auf 1493,6 Mill, erhöht. Die Vermehrung betrifft ganz das Konto der deckungs- sähigen Devisen, dem ein Teil des Erlöses der Au'slandanleihe der Rentenbank- kreditanstalt, und zwar derjenige, welcher nicht auf Termin angelegt worden ift, zugeführt wurde. Der Goldbestand weist einen geringfügigen Abfluh von einigen tausend Mark auf. Die umlaufenden Roten werden durch Gold allein zu 44,3 Prozent (gegen 50,8 in der Vorwoche), durch Gold und deckungsfähige Devisen zu 56,4 Prozent (gegenüber 63,1 Prozent in der Vorwoche) gedeckt. Verschmelzung im Anilin-Konzern. Die Firmen der Interessengemeinschaft der Deutschen Farben-Indu- strie — nämlich Aktiengesellschaft für Anilin- Fabtikatwn Berlin, Badische Anilin- und Svda- fabrik Ludwigshafen, Leopold Casella & Co. ©. m. b. H., Frankfurt a. M„ Chemische Fabrik Griesheim-Elektron, Frankfurt a. M., Chemische Fabriken Dorrn. Weiler-ter Meer, Aerdingen, Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co., Leverkusen, Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, Höchst a. M., Kalle & Co., A.-G., Biebrich — haben sich behufs Vereinfachung, Verbesserung und Verbilligung durch zweck- mähigere Ausgestaltung ihrer Betriebs- und Verkaufsorganisation dahin verständigt, dah, sobald die dazu erforderlichen ^lebergangsmahnahmen getroffen sind, sie ihren Generalversammlungen Anträge auf Fusionierung vorzulegen beabsichtigen. Die Fusion soll in der Weise erfolgen, dah die Firmen, mit Ausnahme von Casella und Kalle, deren Anteile und Aktien im wesentlichen im Besitz der anderen Firmen und deren Tochtergesellschaften sind, in der Badischen Anilin- und Sodafabrik a u f g e h e n. Die Ludwigshafener Gesellschaft wird ihr Aktienkapital um die Aktienkapitalien der übrigen Firmen erhöhen und die neuen Aktien gegen gleiche Rennbeträge der Aktien der aufzunehmenden Firmen austaufchen. Der Rame wird dann in „3. G. Farben indu- strie Aktiengesellschaft" abgeändert und der Sitz der Firma nach Frankfurt am Main verlegt. Die fusionierten Firmen bleiben mit ihren bisherigen Ramen als Zweigniederlassungen bestehen. Aus den mannigfachen Fabrikationsstätten der 3. G.-Firmen und der diesen angegliederten Unternehmen werden regional vier Betriebsgemeinschaften (Oberrhein, Mittelrhein, Riederrhein, Mitteldeutschland), aus den vielen Verkaufsstellen für die verschiedenartigen Produkte fünf zentral und regional gegliederte Verkaufsgemeinschaften (Farbstoffe, Stickstvffprodukte, Pharmazeutika und Schädlingsbekämpfungsmittel, Photographika und Kunstseide, anorganische Produkte und organische Zwischenprodukte) gebildet. Es ist in Aussicht genommen, den neuen Vorstand unter Vorsitz von Geheimrat Pros. Dr. Bosch, Ludwigshafen, aus den Vorstandsmitgliedern, den neuen Aufsichtsrat aus den Aufsichtsratsmitgliedern der jetzigen 3. G -Firmen zu bilden. Zu diesen treten bann noch die heutigen Vorsitzenden der Vorstände hinzu. Letztere, di« bisher dem Gemein- schastsrat der J.-G. angehörten, werden zukünftig einen Ausschuh im Aufsichtsrat — Verwaltungsrat genannt — bilden, der mit weitgehender Arbeitsteilung die Kontrolle und Lleberwachung der neuen Gesellschaft vvmimmt. Für ben Vorsitz im Aufsichtsrat und im Verwaltungsrat wird Geheimrat Prof. Dr. C. Duisburg, Leverkusen, als Stellvertretende werden a) im Auf- ttchtsrat Dr. W. vom Rath, Höchst, Prof. Dr. C. Müller, Ludwigshafen, und W. Weinberg, Frankfurt, b) im Verwaltungsrat Geheimrat Dr. H. Häuser, Höchst, und C. v o n Weinberg in Vorschlag gebracht werden. Der neue Organisationsplan soll so schnell wie möglich zur Durchführung gelangen. * Konkursnachricht, lieber das Vermögen der Witwe Franz Zimmermann. Pauline geb. Dienst in Mainz, Inhaberin der Firma I. Zimmermann Sohn, Lithographische Anstalt, Buch- und Steindruckerei, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 22. Oktober beim Amtsgericht Mainz anzumelden. f Konkurse und Geschäftsaufsichten in der Zeit vom 1. b is 15. September 1 92 5. In der ersten Hälfte des September wurden durch den „Reichsanzeiger" 442 neue Konkurs« — ausschließlich der wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 227 an geordnete Geschäftsaufsichten bekanntgegeben. Ein Vergleich mit den entsprechenden Ziffern für die erste Augusthälfte (368 bezw. 178) zeigt ein erhebliches Anschwellen, und zwar um 20,1 Prozent bei den Konkursen und um 27,5 Prozent bei den Geschäftsaufsichten. " Vorübergehende Stillegung des Stahlwerkes Röchling. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" berichtet aus Dorston: Sämtlichen Arbeitern des Stahlwerkes der Röchling-Buderus A.-G. in Holsterhausen wurde die Kündigung zugestellt. Das Arbeitsverhältnis wird am 15. Oktober gelöst. Rach Mitteilung der Werkleitung erfolgt« die Kündigung wegen Maschinendefektes auf der Zeche Baldur, wodurch die Stromversorgung des Stahlwerkes unterbunden wurde. Es handelt sich bei der Endigung nur um eine vorübergehende Maßnahme zu dem Zweck, den Arbeitern die Erwerbslosen» unterstühung zu sichern. Man hosft, das Stahl- werk Ende Oktober wieder voll in Betrieb nehmen zu können. * Kreditgewährung für die Gebr. Stumm. Die seit längerer Zeit zwischen Vertretern der Gebrüder Stumm G. m. b. H., der Reichsbanl und einigen dem Konzern nahestehenden Banken gefüfjrlen Verhandlungen haben nach eingehender Prüfung ergeben, dah der Status des Gesamtkonzerns aktiv ist, die Schulden durch Waren und Debitoren gedeckt sind und nur die Kurzfristigkeit der Kredite Anlaß zur Reuordnung der Verbaltnisse gegeben hat. Der hierfür erforderliche Kredit ist bankseitig zur Verfügung gestellt worden, wobei davon ausgegangen wird, dah die schon bisher an der Finanzierung des Konzerns und der Tochtergesellschaften beteiligten Banken und Bankiers die gewährten Kredite prolongieren. Rach dieser Richtung hin hat eine Reihe der führenden Banken bereits Zugeständnisse gemacht. * Reckarsulmer Fahrzeugwerke 21.«®. Reckarsulm. Die Kreditnot zwingt auch dieses Werk zu Kurzarbeit und Entlassungen. Produktion und Absatz waren in den ersten acht Monaten des lausenden Iahres sehr befriedigend. Während der Wintermonate mit ihrem naturgemäß geringerem Absatz wird in normalen Zeiten teilweise auf Vorrat gearbeitet, um sodann im Frühjahr der zu dieser Zeit gewöhnlich sehr stark einsetzenden Rachfrage gerecht zu werden. Dazu wurden der Firma seitens ihrer Bankverbindungen stets ein Winterkredit zur Verfügung gestellt. Die Erlangung solcher Kredite ist aber derzeit unmöglich, und so bleibt als Ausweg nur der vorläufige Abbau. * Großer bulgarischer Brückenbau f a u f t r ag für eine deutsche Firma. Die Generaldirektion der bulgarischen Staatseisenbahnen und Häfen in Sofia übertrug an die deutsche Brücken-Firma C. H. Iucho in Dortmund die Lieferung und Aufstellung von 16 eisernen Brücken bis zu 36 Meter Stützweite für 9 Cisenbahnüberführungen der beiden Strecken Sofia—Varna und Caribrod—Konstantinopel. Der Gesamtpreis der Brücken beträgt 6 300 000 Leva. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Datum: 5% Deutsche Reichsanleibe . 4% Deutsche Rcichsanleiye . 3'/?/° Deutsche Rcichsaul-ihe 3% Deutsche Reichsanlcibe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische Konsols ■ . . 4°/» Hessen.......... 372% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dtp. Doll.-Schatz-Anweilrtg.*) 4% Boßtürfen......... 5% Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank Darmsl. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Weftbank Bochumer Gaß Buderus ....... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau . Rheinstahl........... Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Cont-Guauo Badische Anilin Chemische Mäher Alapin . . Goldschmidt Griesbeimer Electron . . . . Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung . . Rükgerswerke Scheideanstalt . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkrastwerfe Schuckcrt Siemens „Wenn ich den Plan gemacht hc lannd! iahe, ist jede Die Diplomat Baldrianwein ifpannung erwr gegen die Dinge Driand scheint d Bekannt gute Kuchen, Torten und dergl. 9363D Leer in Ostfriesland Galli markt 9365 ss o»2D MMWlmW ttllMie Teil- xahlnngbis zu 1 Jahr. Fleisch-Raucher- und Aufbewahrungs-Schränke vou 31k. 40.— an Hnb es tat ihr kaum weh, daß sein Werk gedacht hatte, und dann Liebe! Die Gläser berührten sich und und fein. Vom Ring her klang vorüberziehende Militärmusik. von ihrer Zukunft. Aus der Neuen Kräme blieb Hanns und deutete zu einem Dachstock hinauf. „Da wohne ich, Liebste." 3m Gedränge konnte Ruth nur einen tigen Blick in die Höhe werfen. Aach einer Weile sagte sie: Die Sonne schien warm, es war eher ein Märztag, als hirg vor Weihnachten. Hanns kaufte Ruth einen Deilchenstrauß. Das rührte sie. Seite an Seite gingen sie in die Stadt hinein. 3m flutenden Leben auf der Zeil fühlten sie sich allein und sprachen in verlorenen Sätzen die Augen- er zuerst an erst an ihre zirpten zart weitentfernt Expertise überflüssig. Lind die halbe Million! Wer so wahr ich's erlebe, dah das Werk gebaut wird, ich gehe betteln, bis die halbe Million beieinander ist. Fünftausend Mark habe ich schon, das ist nämlich alles, was ich noch habe. Lind dein Marktverdienst, Ruth, den rechne ich natürlich auch! Sind's hundert Mark, Engelmild!" Er drückte sie an sich. Trotzig hatte er begonnen, verbittert fortgefahren und zuletzt in einem jähen Hmschwung froh und zärtlich geschlossen. Engelmild, so hatte er sie nicht mehr genannt seit sieben langen 3ahren. Engelmild, Engelschön. Engelrein — die kindischen Kosenamen schwebten plötzlich wie Amoretten um sie her. „Hanns, hab' nur Geduld, du baust!" Tief in die Pfeilernifche gedrückt, küßten sie sich mit kalten, zuckenden Lippen, und saßen dann lange in ernstem Schweigen. Endlich standen sie in gemeinsamem Entschluß aus und verließen den Bahnhof. „Es gilt, Hanns, auf dein Werk!" Sie hatte sich wieder in der Gewalt, sie lächelte ihn an, ihre Augen liebkosten sein hartgespanntes, hageres Gesicht. Run gingen sie die stillere Ringstraße entlang, und Ruth erzählte von der Heimat. Da unterbrach er sie. „3ch vertreibe euch, Ruth, weißt du das auch? St. 3oseph liegt zu nahe am Rhein und an der Stelle, wo das Turbinenhaus errichtet werden mutz, um nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Die Erdbewegungen, die Anschlußgleise und die Materiallager werden euch erdrücken." „Dann ist Papas Existenz vernichtet. Er ist nicht stark genug, sich eine neue zu gründen." „Keine Angst, Ruth. Wir kaufen ihm St. 3oseph natürlich ab. Zum 3ndustriepreis, nicht zum Ackerpreis. Er wird keine Existenzsorgen haben." Sie überlegte eine Weile und antwortete darauf traurig: „Auch das wird uns nichts helfen, Hanns. Papas Leben hängt an St. 3oseph, sein inneres Leben, er hat dort seine Aufgabe ge- funden. Keine grotze, aber eine, die ihn auf» sein Weinglas hob, in dem ein goldener Brand glühte. „Auf das Werk zu Rheinau unterm Lauffen und auf unsere Liebe! Stotz an, Ruth Engelschön." Langsam hob auch Ruth ihr Glas. Albert Stichhan :: Der Sänger vom Rhein :: Pferdemarkt am Mittwoch, dem 14. Okt. 1925 (letzter Auftrieb 908 Stück) Rindviehmarkt am Donnerstag, 15. Okt. 1925 (letzter Auftrieb 4527 Stück Großvieh) Der Magistrat homöophatie 7 und Naturheilversahren! Halte ab Montag, 5. Oktober, täglich außer Donnerstags in Gießen,Ebelstr.2, l. Stock, Sprechstunde von 10-2 Uhr. Behandele nach Tr. 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Die Knie zitterten ihr vor Müdigkeit, doch sie tat es nicht deshalb, sondern um ihn zu beruhigen und um ihre Gegenwart fühlbar zu machen. 3n vier Stunden reiste sie ab. Am Taunusring aßen sie zu Mittag. Hanns 3ngold war auf einmal in einem jähen Stimmungsumschlag wieder heiter. Er warf eine Tablette in ein Glas Wasser und trank es aus. „So, nun wollen wir von der Heimat reden." „Was nimmst du denn da. Aspirin?" „3a, Doktormädel, das schlägt wohl in dein Fach! Weiht du, was Kopfschmerzen sind? So niederträchtige, die dir die • Stirnwand ein- drücken, wenn du stehst, und dir den Kopf zersägen, wenn du liegst! Seit ein paar Wochen kenn' ich diese schöne Erfindung. Ein Gesteinbohrer ist dagegen eine Puderquaste!" Die gelbe Wintersonne stand in seinen Augen, als er wild und lustig so sprach und große, o. K. Cfl Pfd. JU^ Maißiti Liebigstraße 71 Teleph. 1685. 88aec Eine unendliche Zärtlichkeit stieg in ihr auf, von einem jähen Schrecken aus ihrem Herzen ausgescheucht. Er war krank, sie sah es, erkannte es mit dem hellseherischen Blick der Liebe, und Plötzlich wußte sie, daß sie das schon aus seinem letzten Brief herausgelesen hatte. Krank, kränker, als er ahnte! Schreckhaft stand die Sonne in seinen Augen, zitternde Runzeln liefen in Wellen über seine Stirn, Schqtten füllten höhlen, unsicher zuckte der Mund. Hemdentuche und Schw. Stickereien weit unter Ladenpreis! L. Teitler, Gießen DammwtraOe 25, pari., gegenüber der Höh. Mädchenschule Kein Laden! w, recht hält und trägt, lind die gibt ihm niemand wieder, wenn er von dort vertrieben wird." „Ruth! 3ch kann das Werk nicht liegen lassen, weil ein bißchen von eurer Existenz daran hängt. Rur ein bißchen, denn was bringt euch St. 3oseph? Kaum genug zum Leben! Hnb bas an&cre, was du eben angedeutet hast, das ist ja kein Einsatz im Spiel. Dein Vater fristet auch in diesem übertragenen Sinn kaum fein Leben. Zieht euch ein Stück den Berg hinauf, oder geht nad) Elfenau, baut ein modernes Haus, und dein Vater wird auch als Arzt eine gröhere Aufgabe vor sich haben als jetzt!" Das war wieder der harte, entschiedene 3ngold, der sich durch empfindsame Rücksichten nicht hemmen lieh. . ->^uch diese Aussicht wird Papa nicht mehr aus die Füße bringen. Siehst du, er ist wie em Baum, der schon zweimal verpflanzt wor- den ist, als er auf der Höhe der Kraft stand. Da sind ihm starke Wurzeln abgeschnitten worden und er hat sich nur kümmerlich wieder festgegraben. Wenn man ihn noch einmal aus dem Boden reiht, stirbt er ab. Das beste, schönste Crdenreich würde da nichts mehr nützen." . 3n 3ngolds Gesicht flackerte jähe Röte. „Bist du gekommen, um mir das zu sagen und mir in den Arm zu fallen?"-stüH er heftig hervor. „Denk an meinen Vater, Ruth! Dem nehme ich mehr! Dem nehme ich alles! St. 3oseph gedeiht als Kuranstalt hier oder dort, aber die Existenz meines Vaters hängt am Lauffen. 3a, gerade so, wie du es eben gemeint hast, die innere Existenz! 3ch nehme ihm das Leben, wenn ich ihm an den Lauffen rühre! Er hat gerackert und gespart, er kann zur Rot die Hande in den Schoh legen, aber er wird eS nie verwinden, dah der Salm nicht mehr frei den Strom hinaufsteigt, der Rhein nicht mehr unter seinem Haus kocht und keine Aetzwaae mehr über dem Ufer schwingt." „Hnb trotzdem willst du —“ „3ch muh, Ruth. Herrgott im Himmel, spurst du denn nicht, daß ich muh!" Er hatte so laut geschrien, daß drüben auf der Häuserseite die Leute die Kopfe wandten. __________________ffir.rtf-'hyn/. folgt.) ' Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. „Die Arbeit ist fertig, Ruth. Gestern abend habe ich sie fertig gemacht. Die ersten Bogen sind schon im Sah. Hnb jetzt bin ich wie eine ausgebrannte Schlacke. 3ch wollte, sie wäre noch nicht fertig, daß ich bieses Gefühl ber Leere nicht hätte!" Sie streifte seine Schläfe mit dem Mund. „Run müssen sie dir glauben, und wenn erst einer den Anfang gemacht hat, so kommt die Gesellschaft ganz sicher zustande." Er richtete sich mit einem Ruck in die Höhe. „3ch war vorgestern bei der Elektro-Kom- merzbank und trug dem Kommerzienrat Ellen- rieder die Sache vor. Er hatte mich dazu aufgefordert. 3ch schrieb dir davon. Weißt du, was er gesagt hat? Wenn 3hre Regierung dem Projekt sympathisch gegenübersteht und Sie mir eine halbe Million aufweisen können, lasse ich den Plan expertisieren." Konditorei und erstes Wiener Cafe H. HETILER HOFLIEFERANT Die Wiedereröffnung meiner vergrößerten und auch wieder abends geöffneten Caferäume findet am Donnerstag, dem 8. Oktober nachmittags statt Ausschank von ff, Denninghoff - Bier, Münchener Bürgerbräu sowie Pilsner »Urquell« „Hanns, du reibst dich auf. 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