Nr. 209 Erster Blatt 175. Jahrgang Montag, Z. September (925 GietzenerAilzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Drurf und Verlag: vriihl'sche Univerfitäts-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Lietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 1. Annahme von Anzeigen für die Tage« nummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkcil. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllichS, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen o.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahoorfchrist 20* /Auf- fchlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein;für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gietzen. Erscheint täglich, aufecr Sontu und Feiertag«. Beilagen: ® ietzenerFa mittend lütter Heimat im Bild. Monatrvezugrxreir: 2 Goldmark u 20 Goldpfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech,Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: AnzelgerSietzeir. postschectlonto: graiffurt a. M. 11686. Der Kampf in den britischen Gewerkschaften Bor dem Gewerkschaftskongreß in Scarborough. London, 7. Sept. (IU.) Heute beginnt der mit großer Spannung erwartete diesjährige Gewerkschaftskongreß in Scarborough. Die im vergangenen Sabre vertagte Entscheidung zwischen der g e - mäßigten Führung und der sogenannten Min- derheitsbewegung, wohinter sich der englische Kommunismus verbirgt, wird in diesem Jahre ausgekämpft werden. Man spricht von einer roten Revolution gegen die Parteileitung. Sie richtet sich in erster Linie gegen den Parteiführer Mac- d o n a l d und gegen die alten Führer im allgemeinen. Die Personen verkörpern dabei zwei verschiedene politische Prinzipien. Hinter Macdonald stehen die Vertreter der Evolution, hinter seinen Gegnern, die von dem früheren Gcsundheits- Minister W e a t l e y geführt werden, die Revolutionäre. Sie wollen den ilampf und durch Lahmlegung der Industrie' und des Der- kehrs die Macht im Staate erringen. Seit dem Sturz der Arbeiterregierung hat diese Bewegung innerhalb der Gewerkschaften stark an Boden gewonnen und beherrscht sie heute fast vollständig, wenn auch nicht zahlenmäßig. Die Minderheits- bewegung kann jedoch schon morgen eine Mehrheitsbewegung werden. Der Präsident des Gewerksämsts- kongresses, S w a l e s . ist auch ein Radikaler. Aeußerlich geht der Streit um die Frage der Zulassung der Kommunisten zur Mit- aliedschaft derArbeiterpartei. Von dem Ausgang der Tagung erwartet man starke Rückwirkungen auf die politische Lage. Gewinnen die Radikalen, so sind schwere Erschütterungen des politischen und wirtschaftlichen Lebens in England gewiß. Da Macdonald Samstag und Sonntag als Gast des KOnigs in Balmoral weilte, wird er sich direkt vom König zum Kongreß begeben, worauf in der Arbeiterpresse besonders hingewiesen wird. Wie verlautet, wird er während der Tagung nicht das Wort ergreifen und man nimmt an, daß er fein A m t als Parteiführer wahrscheinlich verlieren wird, da selbst bei den Gemäßigten feine Stellung als erschüttert gilt. Snowden hat heute bedeutend mehr Ansehen innerhalb des gemäßigten Flügels der Arbeiterpartei als Macdonald. Der Internationale Friedenskongreß. Paris, 6. Sept. (WTB.) Der internationale Friedenskongreß hat im Verlaufe der legten Llr- beitssißung eine Reihe von Entschließungen gefaßt. So verlangt er, daß der Völkerbund auf die nächste Tagesordnung die wirtschaftliche Organisation des Friedens setze. Die ständig wachsende- Annäherung der europäischen Staaten und das Bestreben, eine Zollunion unter ihnen herzu- stellen, werde bewirken, daß sich die Menschheit wieder in Sicherheit und in Frieden an die Arbeit machen könne. Eine weitere Entschließung, daß der Marokkokonflikt dem Völkerbund unterbreitet werde, damit dieser für eine gerechte Lösung sorge. Der Friedenskongreß entbietet den Opfern des Kolonialkrieges seinen Gruß, spricht an- qestchts des gegenwärtigen Rifkrieges in Marokko feine Entrüstung aus. Der Marokkokrieg und die Schwierigkeiten in Aegypien, Syrien und Ehina und anderwärts beweisen, daß die Kolonialfragen und die Frapen, die sich auf die Länder mit beschränkter Souveränität beziehen, sowie endlich die Beziehungen der Rassen untereinander, einer vertieften und ständigen Prüfung unterzogen werden müssen. Alsdann beschäftigte sich der Kongreß mit den Fragen, die der Ausschuß für die Sicherheit und A b - ruftung geprüft hatte. In der von der Kommis- hon ausgearbeiteten Tagesordnung wird die vollständige Aufhebung der militärischen D i e n ft p f I i cf) t verlangt, außerdem Straflosigkeit für Verstöße gegen diese allgemeine Dienstpflicht, in den Ländern, in denen sie noch weiter bestehen soll. Diese Kommisfionsentschließung wurde von dem französischen Delegierten Duisson be- kämpft, der sich gleichfalls gegen die Dienstpflicht aus’irad), ohne es jedoch in das Belieben des einzelnen zu stellen, ob er sich der Dienstpflicht ent- ziehen will ober nicht. Die Abstimmung ergab eine ilnnahme der Entschließung Buisson mit 193 gegen 144. In der Vormittaassißung wurde im übrigen noch eine besondere Entschließung einstimmig angenommen, die sich mit den deutsch- sranzöfischenBezie Hungen beschäftigt und in der das Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß diese beide Länder, von denen legten Endes der Friede Europas abhänge, noch nicht dienst- wendigenGesten gemacht hätten, ober hätten machen können, um klare loyale und herzliche Beziehungen zueinander herzustellen. Rechtsbeugung im Saargebiet. Saarbrücken, 6. Sept. (SIL) Der Redakteur Franke von der .Saarbrücker Zeitung" hat seinerzeit dem damaligen Minister Hector, einem Arzt und ehemaligen Bürgermeister in Saarlouis den Vorwurf eines schweren Betruges durch Fälschung einer vom Saarlouiser Stadtrat einaereichten Denkschrift bei der stanzösischen ^.leberieyung gemacht, weshalb Franke einen Beleidigungsprozeß angestrengt hatte. 3m Verlauf des Prozesses, den Hector zurücknchmen mußte. Hal Hector bewußt einen Meineid geleistet, daß er einen gewissen Nach der Iuristen-Konserenz. Die Paktfrage in Genf. Paris. 6. Sept. (IDIB.) havas berichtet aus Genf, daß die Außenminister Englands, Frank, reich» und Belgiens und der Vertreter Italiens im VSlkerbundsrat Freitag abend beraten haben, mel- ches Verfahren man nach der Konferenz der juristischen Sachoerständigen gegenüber einzuschlagen haben werde. Sie hätten es für richtig gehallen, die Sonderkonferenz abzuhalten, die sich mit der Prüfung des von den Juristen ausgearbeiteten Entwurfs zu besoffen und zu der auch der deutsche Außenmini st er eingeladen werden würde. Die vier Vertreter der alliierten Staaten feien übereinstimmend der Ansicht gewesen, daß nach den Londoner Besprechungen diese neue Konferenz verwirklicht werden würde. Nichts- deftoweniger könne der Zeitpunkt dafür noch nicht sestgelegt werden, und f chliehlich komme Gens dafür auf keinen Falt in Frage. Ls verlautet, daß Mussolini den Wunsch geäußert habe, an der Konferenz teilzunehmen. und Rom als Ort der Zusammenkunft vorgeschlagen habe. Freilich werde es in Genf als unwahrscheinlich belrachtet, babble Zusammenkunft in Rom stattslnden werde. Man erwartet, daß der Bericht der alliierten Juristen am Montag ober Dienstag in Gens eintreffen werde. Der Sonderberichlerstaler des „Petit Journal" in Genf hat den belgischen Außenminister über feinen Eindruck von den Sicherheitspaklver- handlungeu befragt. Vandervelde wies In feiner Antwort darauf hin. daß der in der Presse gebrauchte Ausdruck, in Gens würden die Minister den Slcherheltspakt noch o b f e i l e n. die Tatsachen richtig roiebergebe. Abgesehen von zwei ober brei Plinkten, die noch nicht entschieden seien, herrsche unter den Regierungen eine einmütige Auffassung. Heber die Innerpolitische Lage in Belgien erklärte Vandervelde, man könne sich auf eine sehr hestige Diskussion, ja sogar aus Konflikte in Belgien gefaßt machen, was aber die belgische Außenpolitik und die Beziehungen Belgiens zu seinen Alliierten betreffe, so könne wohl gesagt werden, daß es in Belgien keine Parteien gebe. Seit den Londoner Abmachungen und seit der Annahme de--' Dawesplanes fei die Aufgabe des belgischen A,' Ministers sehr viel leichter geworden. Ganz Bt i spreche durch den Mund Hymans und den fein. wenn er, Vandervelde, erklärte, er fei mit Ehamberlain ober Brianb einig, so bedeute dies, daß gab; Belgien mit seinen Allierten einig sei. Oesterreich vor dem Bö'Kerbund. Genf, 5. Sept. (TU.) Nachdem die Behandlung der Mossulfrage von dem Völkerbundsrat einem besonderen Komitee übertragen worden ist, richtet sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Verhandlungen über di e finanzielle Lage Oesterreichs und die Lockerung seiner Finanzkontrolle. In Genfer diploma- tischen Kreisen beherrscht das österreichische Problem die Gespräche. Mit besonderem Interesse wurde die Aeußerung Beneschs besprochen, der, im österreichischen Komitee erklärt hatte, das österreichische Problem wäre in erster Linie ein politisches und kein finanzielles. Man erwartet allgemein nach diesem Ausspruch, daß Oesterreich dos Entgegenkommen des Völkerbundes in der Finanzkontrolle mit einem neuen Versprechen wird be- zahlen müssen, auf den Anschluß an Deutschland z u verzichten. Die in Genf anwesende österreichische Delegation wird ein derartiges Versprechen leichten Herzens übernehmen. Die franzosensreundliche Einstellung des österreichischen Außenminister? Mataja ist allgemein bekannt. Auch seine Umgebung unterscheidet sich in die fer Beziehung nicht von ihm. Es ist tief bedauerlich, daß Oesterreich in diesen, für sein zukünftiges Schick- sal so wichtigen und so entscheidenden Tagen in Genf derartig vertreten ist, und daß die Mehrzahl der österreichischen Bevölkerung, die den Anschluß an Deutschland erstrebt, in Genf keinen Vertreter hat, der ihren Empfindungen und Wünschen Ausdruck verleihen könnte. Mit ernster Besorgnis wird man daher den weiteren Verhandlungen des Oesterreich-Komitees entgegensetzen müßen. DaSDöllerbundü'ekretariat vcrössen.licht einen längeren AuSzug aus dem Bericht der beiden Sachverständigen Bist und Lahton über die wirtschaftliche und finanziell« Lage Oesterreichs. Der Bericht vermeidet es, den Anschluß an D eu t s ch l a n d auch nur in den Bereich einer entfernten Möglichkeit zu ziehen. Statt dessen wird Oesterreich als unbedingt lebensfähig hingestellt. Durch ausländische Kredite hätte Oesterreich sein Schattenleben writerführen und das Handelsdefizit decken können. Der außerordentlichen Aktivität der österreichischen Bevölkerung sei es gelungen, d.e schlimmste Katastrophe zu überwinden. ID i en sei der wichtigste Platz im Austausch der Waren und in der Vermittlung der Kredite zwischen dem Orient und den Donauländern. Beruhigend fei die Stabilität der Währung, die allen Anfechtungen bisher standgehalten hätte. Sehr ernst sei das Problem der Arbeitslosigkeit. Die Ursache hierfür sehen die Sachverständigen in der Senkung der Preise. Die Produktion der österreichischen Industrie stehe zur Zeit mit 20 bis 25 Prozent hinter der Friedensproduktion zurück. Der Austauschhandel erreiche nahezu 60 Prozent des FriedenSumfangeS. Die Zollgrenzen Oesterreichs behinderten den Handel in verhängnisvoller Weise. Ogleich die anderen Donaustaaten gleich lls Opfer der Zoll- polttik seien, habe doch keiner von ihnen so zu leiden, wie Oesterreich. Oesterreich sei in seinem heutigen Umfang. wenn die Zollgrenzen gelockert werden, und wenn man seiner Industrie die Arbeitsmöglichkeit wiedergebe, in der Lage, sich zu erholen. Keine Fremdenausweisungen in Oesterreich. Wien, 5. Sept. (Wolfs.) Die Mitteilung Berliner Blätter, daß in Oesterreich ein Gesetzentwurf gegen die in Oesterreich beschäftigten ausländischen Arbeiter eingebracht worden sei, beruht auf einem Irrtum. Der Gesetzentwurf zum Schuhe des inländifchen Arbeitsmarktes wird lediglich die Aeueinstellung ausländischer Arbeiter und Ange st eilten für die Zukunft beschränken. Seine Geltung ist ausschließlich auf die Dauer der gegenwärtig auf dem Arbeitsmarkte herrschenden Krise beschränkt DaS Gesetz wird die bereits hier in Beschäftigung stehenden Ausländer nicht berühren. Außerdem ist kein absolutes Ver- b o t beabsichtigt, sondern es soll den zuständigen Behörden anheimgestellt werden, die Einstellung von ausländischen Arbeitern und Angestellten in bestimmten Fällen zuzuläsfen. Endlich räumt das Gesetz die Möglichkeit zwischenstaatlicher Verträge auf der Grundlage der Gegenseitigkeit ein. Brief nicht geschrieben und abgesandt habe, der ihn im Zusammenhang mit verschiedenen Aus- i'- ifungen schwer kompromittierte. Erft später hat sich Hector als Schreiber bekannt und seine eidliche Aussage richtiggestellt und wurde dann aus der Regierungskommission ausgeschifft, ohne daß ein Verfahren wegen Meineids gegen ihn eingeleitet wurde. Darauf stellte Redakteur Franke den Antrag auf Strafverfahren gegen Dr. Hector wegen Meineids und widerrechtlicher Aneignung und Beseitigung von Alten auS dem Staatsarchiv von Saarlouis, der jedoch sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von dem Obersten Gerichtshof in Saarlouis eigenartiger Weife abgelehnt wurde. Run- mehr veröffentlicht die »Saarbrücker Zeitung" ein Schreiben des französischen Präsidenten Rault der Regierungskommisfion an Hector, worin er mitteilt, daß er den Justiz- Minister Graf Moltke-Huitfeld (einen Dänen) angewiesen habe, den Generalstaatsanwalt Berg dabin zu verständigen, daß die Einleitung eines Verfahrens gegen Hector nicht angezeigt erscheine. Die ^Saarbrücker Zeitung" stellt fest, daß mit dieser Feststellung einer schweren Rechtsbeugung auf Wunsch des Saar- gebietspräsidenten Rauft das ganze Ansehen der saarländischen Justiz in Frage gestellt ist. Ein neues französisches (Tontumaclalurteil. Paris, 7. Sept. (XU.) Das Kriegsgericht der C. Region verurteilte den ehemaligen deutschen Generalmajor von Etzel, Kommandeur der 33. Kavalleriebrigade, in Abwesenheit 8 um Tode. Seine Truppen sollen 1914 in Revigny (Departement Weufe) geplündert und eine Anzahl Häuser in Brand gesteckt haben. Dr. Wir-'h unb das badische Zentrum Eine (Erklärung Wirths auf den» badischen Zentrumsparteitag. Offenburg i. Baden. 6. Sept. iWD.) Aus dem Parteitag der badischen Zentrumspartei gab außerhalb der Tagesordnung der Reichstags- ahgeordnele Wirth eine Erklärung über seinen Austr111 aus der Reichs t agsf rak- t i v n des Zentrums ab. Er erklärte, er habe niemals den Gedanken gehabt, eine neue Partei zu gründen. Der Sinn seines Schrittes sei gewesen, den christlichen Geist im Zentrum zu wecken. Ein deutlicher politischer Charakter der Partei sei notwendig. Ihm stehe die Sorge um die politische Rettung höher, als die um die eigene Partei. Wenn er wieder gesund geworden fei, werde er handeln. Rach Referaten des Reichs- tagsabg. Brüning und des Landtags abgeordnet en Föhr-Freiburg über Steuerfragen äußerte sich Reichskanzler a- D. Marx zunächst über die Außenpolitik und erklärte dann, durch die Wahl Hindenburgs habe die Verfassung einen neuen Halt bekommen. Das Zentrum müsse mit rechts und links Politik treiben. Einen Mann wie Wirth möge man im Zentrum behalten. Man müsse sich Wiede rzusammensinden. Prälat Dr. Schofer erklärte, auf die badischen LandtagS- wahlen habe der Schritt Dr. Wirths keinen Einfluß. Zum Schlüsse deS Parteitages wurden die gesamten Resolutionen cinftimmig ange- nommen. In Bezug auf den Fall Wirth wünscht die Partei, daß Wirth der Zentrumsfrak- tivn wieder beitritt. Rach einer Meldung der .Momagspvst" ist Dr. Wirth am Sonntag abend nach Amerika abgereist. vie„Zhenandoah"-!latastrophe. Eine neue Aeußerung Dr. Eckeners. Die Schuld des HeliumgaseS. Sinern Vertreter des „Berl. Lok.-Anz.- gegenüber äußerte sich Dr. Eckener nochmals über die ..Shenandoah "-Katastrophe. Dr. Eckener führte u. a. aus: Die Aeußerung deS Ingenieur Heinen über die Entfernung von acht UebcbrudDcntilcn läßt den Vorgang in einem etwas bestimmteren Licht erscheinen. Es drängt sich die Vermutung auf, daß das bei dem Steigen deS Luftschiffes sich auS- dehnende Gas nicht die Möglichkeit hatte, in ausreichendem Maße aus den UeberbrudüentUen zu entweichen. Die Folge hiervon müßte nun allerdings, nicht wie Herr Heinen meint, die fein, daß der Schiffskörper gesprengt wurde, sondern vielmehr die, daß eine oder mehrere Gaszellen platzten und daß daS gesamte Gas auS diesen Zellen a u s st r ö m t e. Hiermit aber war natürlich eine außerordentliche Verminderung der Festigkeit des Luftschiffes verknüpft; denn ein wesentlicher Festigkeitsfaktor der ganzen Konstruktion liegt eben in dem Druck der Gaszellen. Sobald einzelne Abteilungen des Luftschiffes entleert waren, konnten sie starken Beanspruchungen nicht standhaften, mußten vielmehr schon bei hartem Ruderlegen brechen. Es mag wohl die Beobachtung eines Zuschauers richtig gewesen fein, daß das Luftschiff in seiner größten Höhe plötzlich auSeinanderbrach. Durch den schnellen und starken Gasverlust infolge des Platzens einiger Zellen läßt sich auch ungezwungen erklären, weShalb das Luftschiff mit einer solchen Geschwindigkeit fiel, daß die Insassen zum großen Teil durch den Sturz ze r s ch m e 11 e r t wurden. Wenn Herr Heinen meim, daß darnach letzten EndeS die Rücksicht auf das kostbare Gas, daS man nicht entweichen lassen wollte, der Besatzung verderblich geworden fei, so trifft das auch noch in einem anderen Sinne zu: Es ist eine Führungsregel für Luftschiffe, daß man an Böen mit starker Dertial- bewegung nicht mit leichtem, sondern mit ausgewogenem ober besser noch mit etwas schwerem Lufts chis f herangeht, um durch den Wirbel nicht emporgerissen zu werden. Es wird in bet Reiwl bei der Annäherung an Bö^n für den Führer erforderlich sein, Gas zu ziehe n, um den geeigneten statischen Zustano des Luftschiffes zu erzielen, weil das Luftschiff nach längeren Fahrt infolge des Benzinverbrauches etwas leicht ist. Hat man das billige, leicht ersetzbare W a f - serstosf gas in den Zellen, so zieht man natürlich ohne Bedenken Gas. Schwer wird man sich aber entschließen, das teuere Helium- gas aus den Zellest entweichen au lassen Wenn, wie vielmehr wahrscheinlich ist, daS Unglück sich in der genannten Weise zugetragen hat, so könnte nur dadurch Abhilfe geschaffen werden, daß man wenigstens zu einer teilweisen Ve rwen - düng von Wasserstoff auch in Amerika übergeht, was bei geeigneter Anwendung der GaSzellen ohne jede Gefahr möglich wäre. Steuern und Preise. Die Ansicht des ReichssinanzministerS. Berlin, 5. Eept. (TäL) In einem Interview, das der Reichsfinanzminister v. Schlie- b e n einem Vertreter der „Schlesischen Zeitung" gewährte, äußerte stch dieser zu der Frage, ob der gegentoärtig hohe Preisstand in Deutschland nicht auf die Gestaltung der Steuern zurückzuführen sei, u. a. wie folgt: „5>tc Reichsregierung ist diesen Behauptungen schon zu wiederholten Malen mit Rachdruck entgegengetreten. Bei der Einkommensteuer sind die steuerfreien Sähe erheblich erhöht toorben. Außerdem sind für die kinderreichen Familien weitgehende Erleichterungen vorgesehen. Die Körperschafts st euer beträgt letzt einheitlich 20 Prozent, während bisher von dem ausgeschütteten Gewinn noch eine Zusah- fteuet von 15 Prozent erhoben wurde. Die Kapitalertragssteuer ist aufgehoben worden. Die Vermögenssteuer beträgt für die nächste Zeit allgemein 5 vom Tausend und die VermögenSzuwachssteuer i't bis zum 31. Dezember 1927 außer Kraft. Schließlich weise ich auf die bedeutende Senkung der Llmsatzsteuer hin, die vom 1. Oktober 1925 ab nur noch ein Prozent betragen wird. Die Luxus st euer wird vom 1. Oktober 1925 ab nur noch T-.. Proz. betragen. Wie unter solchen Umftänben von Erhöhung der Steuern auf Vermögen und Einkommen oder gar von neuen solchen Steuern gesprochen werden Fann, ist mir unerklärlich." Auch die Behauptung, daß alle biete Erleichterungen sich jetzt noch gar nicht auswirken und zu spät kämen, und der Wirtschaft im Rahmen von Vorauszahlungen Beträge entnommen würden, die sie endgültig gar nicht zu zahlen hätte, wurde von dem Minister als unzutreffend bezeichnet. Irn Zusammenhang mit der vielfach besprochenen Tatsache, daß die Reichssteuern in den ersten vier Monaten des Rechnungsjahres 1925 erheblich höhere Einnahmen gebracht hätten, als ursprünglich angenommen worden war, teilte der Minister folgendes mit: Es ist richtig, daß die Einkommensteuer in den vergangenen vier Monaten des Rechnungsjahres 1925 mehr e r- bradft hat als sie nach den Etatsansähen auf das Jahr umgerechnet erbringen sollte Diese tatsächlichen Eingänge beruhen aber bis zum Juni gröhlenteils auf den früheren Vorschriften, insbesondere auf der zweiten Steuer- notverorbnung. Diese Ziffern sind aber heute u icht mehr maßgebend. Denn seit dem vn sind bei der Einkommensteuer ausschließlich die neuen Torschriften maßgebend. Eine ge-- veisse 25iriung laßt sich sogar schon bei den ^unieinnabmen erseßen: Die x o r p e r s ch a f t s- - '' r pai. bisher- monatlich je 26 und 28 Mil- :oncn Mar- e .rach. 3m Juni waren von den Einnahmen zweier Monate [ Krims noch nicht gebrochen ist. Abd el Krim verbreitet einen neuen Aufruf, in dem er . eine Anhänger 5um äußersten Widerstand auf» ' ordert und bei Feigheit vor dem Feinde die Todesstrafe androht. Wie an der französischen, so ist auch an der spanischen Front eine lebhafte Tätigkeit des Feindes zu bemerken. Abd el Krim ließ in den Dörfern verbreiten, er beabsichtige, die Spanier mit Artillerie und Mafchinengewehren amu- greifen. Bei Tahtof, 12 Kilometer nördlich des Lulkosflusses, plant der Feind Truppenansarnrn- langen. Der Kampf dauerte auch hier an, und zwar besonders heftig im Gebiet der Beni Hoz- mar. Der Feind sucht einen starken Druck auszuüben, um die Dorbereitungen der Spanier und Franzosen für die kommende Aktion zu erschweren. Der König von Spanien hat SamStag abend San Sebastian verlassen, um sich noch Madrid zu begeben. Admiral Ma gaz und General 3 0 r d a n a sowie die übrigen Mitglieder des Direktoriums haben beschlossen, 18 Bataillone und 6 Regimenter Artillerie, im ganzen etwa 15 000 Mann, Verstärkungen nach Marokko zu entsenden. Ein starker Truppenkörper, der in Ceuta mit Bestimmung nach Melilla eingeschifft werden sollte, wurde nachTetuan und an die Kampffront bei Tahrar zurücktrans- pvrtiert, wo gestern ein heftiger Angriff der Rifleute erfolgte. Aus aller Welt. Nansen und Lven Hedin bei Junkers. Dessau, 7. Sept. (TU.) Fcithjof Raufen traf heute vormittag mit einem breimotorigen 3unlers-Grohflugzeug mit Frau und Tochter von Berlin kommend in Dessau ein, wo er von Professor Funkers und dessen Gast Sven Hedin empfangen wurde. Der dreistündige Aufenthalt Ransens in Dessau galt vor allem aber der Besprechung schwebender internationaler Luft- vcrkehrssragen. Ransen setzte hierauf seine Luftreise im Großflugzeug nach Genf zur Völkerbundstagung fort. Sven Hedin wird sich morgen gemeinsam mit Professor Funkers nach Dresden begeben zur Teilnahme an der Generalversammlung der Europa-Union, der großen Betriebsgemeinschaft 16 europäischer Luftverkehrsgesellschaften. Zahnhhgienifche Ausstellung in Karlsruhe. Am Sonntag wurde in der Ausstellungshalle die zohnhygienische Ausstellung ..Unsere Zahne" eröffnet. Der erste Vorsitzende des Reichsverbandes deutscher Dentisten, S i e b c d c - München, betonte in seiner Begrüßungsansprache den Willen der Standesorgonisation der Dentisten, beizutragen an der Aufklärung und Belehrung unseres Volkes über den Wert und die Notwendigkeit einer vernünftigen Zahnpflege und Zahnbehandlung. Daran anschließend sprach der Direktor des Karlsruher Fortbildungsinstituts für Dentisten. Kimrnig, der badischen Regierung und dem badischen Landtag seinen Dank aus für den hohen Beweis des Vertrauens, den sie den badischen Dentisten durch die Einführung des Befähigungsnachweises gegeben haben. Zum Schlüsse fand ein Rundgang durch die interessante und reichhaltige Ausstellung statt. Die Laudeszentrale für Säuglingsschuh Die Preußische Landeszentrale für Säuglingsschutz E. V. Charlottenburg 5, Frankstr. 3, veranstaltet zum Zwecke der Durchführung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben eine Große „W 0 hl ° s a h r t s - W a r e n l 0 1 t e r i e". Die Gewinne bestehen in Automobilen, Motorrädern, Motorbooten, Faltbooten, Sportartikeln, einer befchlagnahme- freien Wohnung mit Einrichtung und Wohnungseinrichtungen im Gesamtwerte von 80 000 Mark. Der Lospreis beträgt 1,50 Mark. Die Ziehung findet am 15. und 16. Oktober 1925 in Berlin, unter Aufsicht der General-Lotterie-Direktion statt. Die Ausführung bleibt in den. Händen der Preußischen Landeszentrale für Säuglingsschutz unter Hinzuziehung eines Berliner Lotterie-Fachmanns. Bei den wichtigen sozialhygienischen und bevölkerungspolitischen Bestrebungen der Preußischen Landeszentrale für Säuglingschutz liegt ein volles Gelingen der Lotterie durchaus im allgemeinen Interesse. Orientierung auf hoher See. Das von M a r c 0 n i ausgearbeitete System zur Orientierung auf hoher See durch kurz- welligeRadiosendungen wurde an Bord feiner Facht „Electra" mit guten Ergebnissen erprobt. Das Schiff stand in radio-telegraphischer Verbindung mit der Versuchsstation auf Kap South Forelands (nordöstlich von Dover). Die Stellung eines Schiffes zur Sendestation kann dadurch feftgeftellt werden, daß das vor der Sende- ftation bestrichene Feld in eine größere Anzahl von Sektoren einteilt, für die in regelmäßigen kurzen Zwischenräumen bestimmte, genau unterscheidbare Signale gegeben werden. Die Entfernung des Schiffes von der Sendestation ergibt sich aus der Lautstärke der Signale. Die Welle, deren Länge 6,09 Meter beträgt, ist auf dem Meere über 100 Meilen weit zu hören. 250 Häuser eingeäscherl. Aus Shreveport (Lousicma, U. S. 21.) wird gemeldet, daß durch eine heftige Feuersbrunst 250 Häuser zerstört wurden. Die Ausdehnung des Feuers wurde dadurch begünstigt, daß die Feuerwehr die Flammen infolge eines Wasserleitungsbruches nicht rechtzeitig und wirksam bekämpfen konnte, lieber tausend Personen sind obdachlos geworden. Der Schaden beläuft sich auf 5 Millionen Dollar. Aufklärung eines Raubmords nach acht Fahren. Vor acht Fahren war in der Rowawesstraße in Berlin ein Raubmord an der Schankwirtin Rahel Fakobh verübt worden. Vor kurzem wurde der ehemalige Kellner Kurt Dani owski in seiner Wohnung verhaftet, da feine Fingerabdrücke mit denen am Tatorte über* einstimmten. Er hatte bisher trotz dringender Verdachtsmomente jeden Zusammenhang mit der Tat geleugnet. Fetzt haben er unb seine Helfershelferin, eine Marie Böhm aus Lüneburg, ein Geständnis abgelegt Geheimnisvolles Verbrechen. In Neuyork würde die Feuerwehr zur Löschung eines Autos herbeigerufen, das auf offener Straße in Flammen stand. Im Innern des Wagens fand man die halbverkohlte Leiche eines Unbekannten, der geknebelt und mit Benzin übergossen war. Die Nummer und sonstigen Erkennungszeichen des Autos waren entfernt. Wettervoraussage. Molkig, im allgemeinen kühler, Regenschauer. Das Tagesmitlel für G.eßen tag gestern um 2,7 Grad Celsius unter dem 20jährigen Monats» ganzen Bezirk war es regnerisch und kühl. Der nördliche Wirbel verlagert sich mit j seinem Kern ins Baltikum. Seine Randbildungen au >2!. ^Oniincnt haben an Stärke verloren: in ! gar^ Mitteleuropa steigt der Luftdruck an. Wir gelangen langsam auf die Rückseite der Stö* runigen. Temperaturen: Maximum 14,6, Minimum 8,8 Grad EelsiuS. Morgentemperarur: 10,2 Grad Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. September 1925. 11nser Bataillon rückt heute abend ins Manöver. Der Abmarsch erfolgt um 5 Uhr von der Reuen Kaserne, der Marsch geht durch die Kaiserallee, Moltkestraße, Ostanlage, Südanlage, Westanlage am Hotel Schütz vorbei, Harnmstraße zum Güterbahnhof, wo verladen wird. Um 7.17 Uhr fährt der Zug ab. ,e Eisenbahn und 1 16er-Tag. Der Hauptverkehr des Sonntags wickelte sich in den Vormittagsstunden zwischen 7 bis 12 und in den Abendstunden zwischen 5 und 11 Uhr ab. AuS allen Richtungen war der Andrang sehr zahlreich, besonders aber auf den oberhessischen Strecken rollten viele Festteilnehmer heran. Die Cifenbahnverwaltung hatte für die Möglichkeit einer glatten Derkehrsabwicklung gesorgt, die Anschlüsse von und zu den Rebenstrecken, der An* und Abmarsch vom Bahnsteig, alles klappte auch dank der ruhigen Haltung des Publikums mufler- gültig. * * Das Festspiel „V 0 r k", das unseren Gießener Mitbürger, Geheimrat Professor Dr. König zum Autor hat, wird heute abend in der Volkshalle noch einmal aufgeführt. " Sonderzug nach dem Rhein. Am Sonntag, 13. September führt die Reichsbahn* direktion Frankfurt (M) einen Sonntags* f onderzug nach dem Rhein. Der Zug fährt v 0 n G i e ß e n aus mit Einfteigegelegenhei* ten in Butzbach, Dad-Rauheim, Friedberg, über Bad*Ho-mburg, Höchst und Rüdesheim. F'n Rü* desheim erfolgt der ilebergang der Teilnehmer auf einen Dampfer der Köln-Düsseldorfer Dampf* schiffahrtsgefellschaft und Fahrt bis Coblenz. Die Rückfahrt von Coblenz aus wird mit dem Svnderzug angetreten. Reben den bekannten De- fuchsorten in Coblenz selbst haben die Teilnehmer an der Fahrt auch reichlich Zeit die herrliche,, Anlagen auf dem Arenberg zu besuchen. Liebhaber des Weins finden in der Ausstellung Deutscher Wein in Coblenz (im Weindorf) gute Gelegenheit deutschen Wein zu kosten. Der Son- derzug fährt nach folgendem Plane: Gießen ab 6.13 vorm., Butzbach ab 6.37 Dorrn., Dad- Rauheim ab 6.50 vorm.. Friedberg ab 6.57 vorm., Bad-°Homburg ab 7.34 vorm., Höchst ab 802 Dorrn., Ankunft in Rüdesheim 9.20 norm. Die Abfahrt mit dem Dampfer erfolgt in Rüdesheim um 9.45 Dorrn. Dampferankunft in Coblenz 12.50 mittags. Die Rückfahrt Don Coblenz wird wie schon erwähnt um 6.15 abends angetreten. Ankun ft in Höchst 8.37 nachm., Bad-Hornburg 9.04 nachm., griebberg 9.41 nachm., Dad-Rauheim 9.50 nachm., Duhbach 10.07 und in Gießen 10.27 nachm. Die Teilnehmer an dieser Fahrt erhalten eine Fahrpreisermäßigung Don einem Drittel des gewöhnlichen Fahrpreises 4. Klasse. Der Zug fährt mit vchnettzugsgeschwindigkeit. Feder Teilnehmer hat Anspruch auf einen Sitzplatz. Die Fahrkarten sind nur im Vorverkauf 0 bei den Fahrkartenausgaben der genannten Stationen erhältlich. Die Fahrtkosten betragen: Don G i eßen aus 10,40 Mk., von Duhbach 9,60 Mk., von Dad*Rarlheim 9,20 Mk., von Friedberg 9,00 Mk, von Dad-Hombuvg 8,0 Mk. und von Höchst aus 7,30 Mk. 3n den genanntem Fahrpreisen ist der Preis für die mit dem Dampfer zurückzulegende Strecke Rüdesheim bis Coblenz einbegriffen. Deibehalten von D * 3üge n im Winterfahrplan. Die nur bis zum 30. September 1925 (Sommersahrplan) vorgesehenen sog. Däderzüge: D 27 Mainz — Wiesbaden — Vad- Homburg—Berlin Potsd. Df., Gießen an 1,02 Uhr nachm., ab 1,12 Uhr nachm., ferner D 28 Berlin Potsd. Df. — Bad-Homburg — Wiesbaden-Mainz, Gießen an 5,28 Uhr nachm., ab 5,38 Uhr nachm., ferner D 27a (Anschlußzug an D 27 in Dad - Rauheim) Frankfurt an, Main—Dad - Rauheim, Frankfurt a. M. ab 11,44 Uhr Dorrn., Dad-Rauheim an 12,27 Uhr nachm., ferner D 28a (Anschlußzug Don D 28 in Bad-Rau* beim), Dad-Rauheim an 6,11 Uhr nachm., Frankfurt a. M. an 6,51 Uhr nachm.. ferner D 127 Trier Hbf. — Koblenz — Gießen. Gießen an 12,26 Uhr nachm , ferner D 128 Gießen — Koblenz Hbf. —Trier Hbf.. Gießen ab 5,50 11hr nachm., werden versuchsweise auch nach dem 30. September 1925 gefahren. Voraussetzung für die Beibehaltung im Winterfahrplan ist jedoch, daß die Züge weiterhin gut beseht sind. Der Zug D 125, Gießen an 11,22 Ähr nachm., erhält ab sofort in Rassau Aufenthalt von 9.39 bis 9,40 llhr nachm. • * Einen Samariter kursus veranstaltet der Alice*Frauenverein, zu dem Anmeldungen Frau Professor Dr. Kramer annimmt. (Siehe Anzeige.) * * Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 498 Ochsen, 53 Dullen, 1054 Färsen und Kühe, 355 Kälber, 85 Schafe, 3808 Schweine. Bor. .on. — Tageskalender für Montag: Regimentsiag der 116er 8 Uhr abends Volkshalle Wiederholung des Festspiels „General York". — Gabelsberger Stcnographen-Derein von 1861 7 Uhr Bezirks schule Anfängerlehrgang in Reichskurzschrift. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann um Mitternacht". Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 4. Sept. Gestern trat hier das Preisgericht für den Wettbewerb der Bauentwürfe für das neue P 0 lytech - ni f um zusammen, bestehend aus Bürgermeister Dr. S e y d, Ministerialrat Prof. Dr. Hofmann- Darmftadt, Prof. K. Roth- Darmstadt, Professor Eberhard-Offenbach, Oberbaurat H a a g , Direktor Dr. Schäfer, Stadtverordcter Koch, Bauunternehmer Th. Mörschel und Stahlbau- meister Köhler. Das Preisgericht kam zu folgendem Entschluß: Ein erster Preis wurde nicht verliehen. Zwe'- zweite Preise von je 2500 Mark fallen auf die Entwürfe Meba und Am Hang. Ein dritter Preis (1500 Mark) auf den Entwurf „Zentralanlage. Ein vierter Preis (1000 Mk.) auf „Stadtkrone". Der Entwurf „Peter" soll der Stadtverordnetenversammlung zum Preise von 750 Mk. zum Ankäufe empfohlen werden. Der Entwurf „Am Hang" ist von Architekt I. Ott- Ebingen (Württemberg), „Meba" von Dozent Fr. Schwarz- Friedberg, „Zsntralanlage" von Architekt Balser- Neu-Isenburg, „Stadtkrone" von Studienrat H. Stumpf und Architekt Fr. S 0 e d e r - Darmstadt, „Peter" von Diplomingenieur Walter Wiese- mann- Darmstadt. Freudig zu begrüßen ist die Taisache, daß ein Dozent und ein früherer Studie- render der Anstalt (I. Ott) Preisträger sind und somit den Beweis gaben, daß sowohl der Lehrkörper der Anstalt tüchtige Kräfte in sicy birgt und auch die Anstalt in der Lage ist, den Studierenden eine Ausbildung mitzugeben, die sie befähigt, sich an tDl. chen Wettbewerben zu beteiligen. — In der Stadtverordnetensitzung vom 27. August war der Beschluß gefaßt worden, wegen eines Form- sehlers die Vergebung der Maurerarbei- ten für ein von der Stadt zu erbauendes Wohn. Haus für die technischen Angestellten nochmals auszuschreiben. Geaen diesen ^Beschluß hat die Baufirma Theod. Mörschel, der nach dem Be- schlusse des Bauausschusses die Arbeit übertragen werden sollte, Einspruch erhoben. Oberbau, rat Haag, der zu einem Gutachten aufgesordert war und auch der Sitzung beiwohnte, erklärte, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen der Firma Th. Mörschel die Arbeit zugeschlagen werden müsse, b» die einzige Firma, W. Reuß, die durch den Fehler betroffen sei, keinen Einspruch erhoben hatte und kein Interesse an der Sache habe. Trotz des sehr klaren Gutachtens beharrte die Stadtverordneten, sitzung mit 12 gegen 6 Stimmen auf ihrem früheren Beschluß, so daß also ein nochmaliges A u s s ch r e i b e n erfolgen muß. 4- Bad-Rauheim, 3. Sept. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom R 0 t e n K r e u z hat dieser Tage die Einladungen zum 7. Hessischen Kolon nentag, der am 26. und 27. September hier stattfindet.'ins Land hinausgehen lassen. Von den 42 hessischen Kolonnen. in denen rund 2000 tätige^-Mitglieder organisiert sind, hat eine größere Anzahl sofort ihre Beteiligung zugesagt, darunter auch Kolonnen ans dem besetzten Gebiet. Den bis jetzt schon vorliegenden Anmeldungen nach zu schließen, kann mit einer Gesamtbeteiligung von etwa 600 bis 700 Sanitätern aus allen Teilen des Landes gerechnet werden. Wenn eine durch verschiedene Blätter gegangene Meldung, daß für diese Gäste bereits Freiquartiere zur Verfügung ständen, auch als voreilig und verfrüht bezeichnet werden muß, sö ist aber doch damit zu rechnen, daß allen Sanitätern aus dem Lande, die zur Tagung kommen, gastliche Aufnahme gewährt werden kann. Der WvhnungSausschnß hat sich mit einem entsprechenden Aufruf an die Bürger* schäft gewandt, und es ist anzunehmen, daß Diesem gern und freudig Folge geleistet wird, wenn demnächst die Einzeichnungslisten für die Freiquartiere in Umlauf gesetzt werden. Es barf das um so mehr erwartet werden, weil um die Zeit der Tagung die Saison schon über die Tage deS Hochbetriebs hinaus ist und Zimmer in allen Häusern frei find. Ein Ehrenansfchuß, dem u. a. Bürgermeister Dr. Kayser, Kurdirektor D. Doehmer, Kirchenrat Wissio, Regierungsrat Dr. Grosholz. Beigeordneter Kissel, Oberstudiendirektor Reuther, Rektor Staubach, Pfarrer Hem- meS und Kreisdirektor Gebhard (Friedberg) angeboren, hat sich gebildet und gemeinsam mit dem Kolonnenarzt, Sanitätsrat Dr. Hahn, und dem Vorstand der hiesigen Kolonne das Programm der Tagung beraten. Cs kann jetzt schon getagt werden, daß den Gästen außerhalb der geschäftlichen Sitzungei! noch Zeit und Gelegenheit bleibt, die Schönheiten unseres Bades kennenzulernen und zu genießen. 4 Bad-Nauheim, 6. Sept. Im Stabt- m a l d e und in den sich von da zum Winterstein hinziehenden Taunuswaldungen bildet die Brombeere noch ausgedehnte, kaum zu durch, dringende Hecken, besonders in den lichtreichen Eichenbeständen. Die Hecken, die voll von schwarzen Beeren hängen, liefern in diesem Jahre eine überaus reiche Ernte. Die Jugend unserer Stadt sowie die von Friedberg und den am Taunusrande liegenden Ortschaften ist schon seit etwa 14 Tagen beim Sammeln der köstlichen Waldsruch t. Wenn warmes Wetter täglich noch mehr Beeren zur Reife bringt, steht der Hauptteil der Ernte noch bevor. Auch auf dem Markte kommt dis schwarze Waldfrucht zum Verkauf. Das Pfund kostet 50 bis 60 Pf., ein Preis, der nicht hoch genannt werden kann, wenn man an die mühsame Arbeit der ' Sammler in den zum Teil recht weit von den menschlichen Siedlungen abliegenden Wäldern denkt. Täglich sieht man nud) Pilzsammler die Wälder durchstreifen. Zentnerweise werden die Pilze heimgeschlcppt. Die Hotels und Pensionen kaufen gute Ware gern auf, auch auf dem Markt und in den Obst- und Gemüsehandlungen sind Pilze täglich erhältlich. Kreis Schotten. □ Laubach, 5. Sept. Wie wir berichteten, beschäftigt man sich eifrig mit den Vorfragen zur Errichtung einer Badeanstalt. Auch der Ge- m e i n d e r a t, der bereits im vorigen Jahr die Anlage einer solchen Anstalt grundsätzlich beschloßen hatte, wird der Frage jetzt wieder nähertreten und demnächst die verschiedenen, für die Badeanlage in Aussichr genommenen Plätze besichtigen. Am passendsten erscheine die Wiese an Schöllenbach, links von der Freienseener Straße, wo noch die wohl- erhaltenen Ueberreste des alten Wasserbeckens stehen. Hier hat man auch an die Anlage eines Sonnen- und Luftbades gedacht. Der Platz am Schöllenbach erscheint auch deshalb geeigneter, weil ec im Besitz der Gemeinde ist. — Gegen Mitte des Monats wird die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung voraussichtlich die Saison wieder eröffnen. Es ist wieder die Mitwirkung erstklassiger Künstler in Aussicht genommen § Ulrichstein, 5. Sept. Ein schweres Gewitter zog am Freitag gegen Abend über unser Städtchen. Dabei schlug der Blitz in den Turm des Schlohbergs, den er schwer beschädigte: die Hälfte der Fenster ist zertrümmert. einige Steine aus den Mauern gerissen und das Dach bös mitgenommen, so daß es wvhk völlig neu hergerichtet werden muß. Die nähere Umgebung des Turmes ist mit Trümmern wie besät. lg. Gedern, 6. Sept. In der hiesigen Wollspinnerei Hoffmann venrnglückte der dort bcfdjäf- W» 1 ----------US-1.,'. ■ Wer nl3 moderner Mensch Zeit und Geld fvnrcn will, der benutzt für den täglichen Weg von und »nr ^rbeitsstnite ein Fadrrad. Ein derartiges bffltnc?’, be.inerneS und praktisches VerkehrSmiitel innf; aber in cr-:rr Linie zuverlässig sein Abgesehen von Neifelivannen ilt nm ehesten am Fceilauf mit .kitraubenden Defekten au rechnen. Zeder Rad- '.ihrer wähle daher sorgfältig den Öteüauf seiner Maschine auS. ES liegt in seinem Interesse, sich unbeoch et aller .'liefiame selbst von den konnruk- liven Eiaentittnllchkeitcn der verschiedenen Fabrikate au überzeugen. Denn wird feine Wahl sicher den ,-Komet"-Freilaus treffen, weil dieser mit seiner Lamellenbremse dem neuesten Stande moderner Technik und daher den höchsten Anlorderungen entspricht. Stets ßlcldiblcibcnbe, allerzeit zuverlässige und luirfunflSooUe, aber dennoch weiche Bremsung in Verbindling mit geringster Desektmöglichkelt und denkbar größter Lebensdauer sind die Saupimerfi* wlile des „Komet"'FrellausS. Laßen Sie sich von Ihrem Händler einen Prospekt über ferne Konstruktion neben und eingebendeS Studium wirb Sie überzeugen, daß „Stomet" nicht nur der modernste, sondern auch der beste Freilauf ist, wie man ihn allein nur in einem Verkehrsmittel gebrauchen kann. Der 116er-Tag in Giehen. • Diehen, Öen 7. September 1925. Geleitet von wärmster Daterlandsltebr beseelt von dem Geiste echter Kameradschaft erfüllt von herzlichem, dankbarem Gedenken an die gefallenen Brüder und erfreulicherweise auch vom Detter leidlich begünstigt nahm der Drohe llver-Tog am Samstag und am gestrigen Sonntag einen sehr eindruck-vollen, besonder- denkwürdigen Verlauf. Zu vielen Tausenden waren die alten 116er von nah und fern, sogar weit au- Ostdeutschland herbeigeeill, ihnen gleich- geton hatten e» viele, viele ehemalige Ange- hörige der Kriegsformationen de- Regiment- Kaiser Wilhelm Ar. 116. Die Bürgerschaft nahm herzlichen Anteil an der Veranstaltung das zeigte der überou» reiche Schmuck der ©traben mit Jahnen und Virlanden, die den Häusern, selbst bi- in abgelegene Strahen, ein recht festliche- Au-sehen gaben, da- bewies die sehr große Beteiligung der Einheimischen an den Jetern in der Bolk-Halle: und endlich ging das noch hervor au- der starken Aufmerksamkeit, die gestern nachmittag von den vielen Tausenden von Zuschauern dem Festzuge der alten Soldaten gewidmet wurde. So wurde der 116er-Tag nicht nur eine Feier der Regimentskameraden, sondern zugleich auch ein reiches Erlebnis der Bürgerschaft der allen Garnisonstadt, das in der Geschichte unserer Stadt ein bemerkenswertes Blatt schichte unterer Stadt ein bemerkenswerte- Blakt sein wird. Der Empfang der auswärtigen Kameraden begann am SamStagnachmittag und dauerte bis in die Mittagsstunden deS gestrigen Sonntag-, AuS allen Himmelsrichtungen brachte ein sehr starker Zugverkehr die Tausende der alten Kameraden heran, die auf den Bahnsteigen zuerst von etwa 50 jungen Damen freundlich begrübt und in sinniger Weise mit einer Blume in die Hand jedes Kameraden geehrt wurden. Diese reizende Begrüßung wurde von den Gästen mit sichtlicher Dankbarkeit und Rührung ausgenommen. Sodann wurden die Kameraden von Mitgliedern des EmpsangSau-schusse- vor das Bahnhofsgebäude und von hier unter Dorantritt flotter Marschmusik in die OlanDquarticrc geleitet, auf dem Wege freundlich begrüßt von der Einwohnerschaft. Eingeschaltet sei hier, daß die Festleitung am Bahnhof in mustergültiger Weise hurd) große Orientierungsschilder, Wegweiser, Auskunftsstelle usw. für eine rasche Beantwortung von Fragen der Gäste gesorgt hatte: hier war die reiche Ersahrung im Felde in bester Weife wirksam gemacht. Weiter wurde sehr angenehm empfunden, daß der Empsang-auSschuß -inen besonderen Fahrplan in Gestalt eine« großen Plakat- herausgegeben halte Der Begrützungsabend in der Dolkshalle vereinigte am Samstagabend die alten Soldaten mit vielen Angehörigen der Bürgerschaft,, e- mvgen hier wohl ebenfalls, wie beim KreiS- tumfeft, etwa 4000 Menschen versammelt gewesen fein. Die Dolkshalle war von dem AuS- scymückungsauSschuß in allen Teilen in prächtigster Weise ausgeschmückt, eine Tat, die allenthalben viel Anerkennung fand. Obermusikmeister 2 ö b e r leitete mit seinem Musikkorps deS 1. shessischen) Grenadierbataillons 15. Inf.-Rcgts. beiden wurde im Verlaufe der Deranstaltung für die ausgezeichneten Darbietungen oft mit wohlverdientem starken Beifall gedankt - den Abend in stimmungsvoller Weife mit deis Parademarsch des ehemaligen InfVRegts. 116 Kaiser Wilhelm" ein. Darauf wurden unter dem stürmischen Jubel der Menge und den Klängen deS Präsentiermarsches die altehrwürdigen Re- aimentsfahren von der Fahnensektion der Traditionskompagnie in die Halle getragen und zu beiden Seiten der Bühne ausgestellt. Major a. D. Linden au, der Vorsitzende des Derbandes ehemaliger 116er, entbot den Kameraden in einer Ansprache den V 'mmensgruft dec: »rer'Verbandes. Mit seinen Begrüßung-Worten verband er den Ausdruct der Freude über da- außer- ordentlich zahlreiche Erscheinen. ®r bat. diese Feier und insbesondere das folgende Festspiel als ernste Dorbereitung zu der am nächsten Tage vorzunehmenden Denkmalsenthüllung anzusehen Mit ernsten Worten ermahnte er weiter zum kameradschaftlichen Zusammenstehen für das Vaterland, zum Gottvertrauen, zu brüderlichem Handeln und zum steten Denken daran, daß uns hont Feinde in Ost und West. Süd und Rord Teile de- Vaterlandes geraubt worden sind. Rur durch Einigkeit und strammes Rational- betoußtfein können wir daS Daterland wieder hochbringen. Mit einem dreifachen Hurra auf ''1-5 deutsche Vaterland, in das alles begeistert nftimmte. fand die Rede ihren Abschluß. Ste- end wurde hierauf daS Deutschlandlied gelungen. — teilte mit. daß der alte Regimentschss Kaiser Wilhelm dieser Veranstaltung der hemaligen 116er in herzlicher Weise gedenke, 'urdi einen Dertreter erneut seine hohe De- unberung deS Regiments 116 und seinen herz’.igtc Arbeiter Heinrich Oberheim dadurch, daß er in die Transmission geriet, wodurch er sich einen mehrfachen Rippenbruch zuzog. Mreid Wetzlar. XX Aus der Bürgermeisterei Atz- b a ch, 6. Sept. Mit Recht wendet man den allen, erhaltenswerten Fachwerkhäusern unserer Gemeinden, vor allem solchen mit Inschriften ober auch sonst durch malerische Eigenart der Bauform sich auSzeichnenden älteren Bauten, erneute Aufmerksamkeit zu. So ist an dem mitten in Atz bach gelegenen, im Iahre 1690 erbauten Gemeindehaus (der früheren Schule) lichen Dank für dessen glorreiche Talen im Weltkrieg« hab« auSsprechen lassen und zum Zeichen seines Gedenken- Postkarten mit RarnenSzug übersandt habe. Die den Kameraden von den Offizieren ihre? Kompagnien überreicht werden würden. Oberbürgermeister Keller überbrachte mit folgender Ansprache den (ftruft der 2tadt lyieften an dir alten Soldaten. Hochgeehrte Anwefendc! Rachdem Ihr Herr Vorsitzender Sie begrüßt hat, möchte ,ch alfl Oberbürgermeister Der alten Dornisonstadt Gießen Den zum Großen 116er-Tag Versammelten einen herzlichen Wi lkommengruß entbieten. Die überaus stattliche Zahl zum $eii au- weiter Ferne herbeigeeilter Teilnehmer ist ein glänzender Beweis für die Treue, mit der Sie zu Ihrem alten Reyimente stehen, für den kameradschaftlichen Geist und daS innige Zusammengehörigkeitsgefühl, die in Ihnen lebendig sind. Wenn durch das Diktat unserer Kriegsgegner un- die allgemeine Wehrpflicht, jene- wirkfame nationale Erziehungsmittel, genommen »ft. Io muß um so mehr begrüßt werden, daß die Eigenschaften Der Ordnung. Disziplin. Kame- radschast und Vaterlandsliebe in Vereinigungen, wie Der Ihrigen, fortdauernd gepflegt und hoch- gehalten werden. Verehrte Anwesende? Sie werden morgen in weihevoller Stunde daS Ehrendenkmat für Ihre Gefallenen enthüllen. Beträchtlich ist die Zahl Der Opfer, die aus Bem Regiment 116 und seinen Formationen gesunken sind in den eisernen Schlas und Die Treue zum Vaterland« mit dem Tode besiegelt haben. Mag das Denkmal ihre Heldentaten für alle Zeiten äußerlich wachhalten, so muß Daneben innerlich in unseren Herzen ein unvergängliches Ehrendenkmal ausgertchtet bleiben dadurch, daß wir. Die Lebenden. Dem Vater- lande Die Treue bewahren wie sie. die Toten. Dine wunderschöne Sitte übt seit alter Zeit das deutsche Heer bei Beerdigungen Rach der Beerdigung einer Militärperson rückt Die Re- gimentSmusik, flotte Märsche spielend, in Die Kaserne zurück. „Kann dir die Hand nicht geben, bleib Du im ewigen Leben"! Und, den Lebenden, ist die Aufgabe gestellt, mit frischem Mute zu- lüc^ufobren von d?r Erinnerung an die Gefallenen zu den Pflichten Der Oebenben, zur Ge« flaltung Der Deutschen Zukunft! Ist Diele Aufgabe nicht gewaltig groß?, ist es nicht auch ein gewisses HeldenNim, auszuharren in Der unsagbaren Schmach, in Die erbarmungslose Gegner uns geschleudert haben?, ist diese Aufgabe nicht so groß. Daß mancher schon verzweifelte an D:r Zilkunst Des deutschen Volkes?! 3a wahrlich, diese Ausgabe ist gewaltig groß. Aber es ist noch nie ein Volk unter gegangen, das sich nicht selbst aufgegeben hat! Darum muß es unsere, der Lebenden, Aufgabe fein, den Glauben zu bewahren an Die deutsche Zukunft, Den Glauben, daß aus Dunkeln Tälern der Wog wieder emporführen wird zu lichten Höhen, Den Glauben an Den Sommertag Des deutschen Volkes. an die Zeit, da wir dereinst wieder fingen und sagen werden: ,Vaterland, ich muß ‘ r>etjin- fen, hier in deiner Herrlichkeit" Aber dieser deutsche Sommertag wird nur dann Heraufziehen, wenn mir • Volk herzhafter Männlichkeit sind, ein Vol! Einigkeit, Der Ordnung und Der Zucht, ca- ?. pflichttreuer Arbeit unD nimmermüder T. Bewahren Sie, meine verehrten Anwesenden, diesen Glauben an Die deutsche Zukunft, schöpfen Sie aus Der pietätvollen Erinnerung an Ihr? Toten den LebcmSgedanken des deutschen Volkes, pflegen Sie. wie bisher, in Ihren Reihen den Geist kameradschaftlicher Treue und lassen Sie sich fortdauernd erfüllen von Der Wahrheit: .Einigkeit macht stark"! In diesem Sinne bitte ich Sie alle mit mir cinzustimmen in den Qtuf: .Dio kameradschaftliche Treue und Ginigkeit im Verbände ehemaliger 116er lebe hoch"! Begeistert stimmte alles in den Rus ein. und herzlicher Beifall zeigte. Daß der Redner in Den Herzen der Zuhörer lebhaften Widerhall geweckt batte. Das Festspiel. 3m weiteren Verlause des Abends kam das Festspiel .General Bork', ein Schauspiel in fünf Auszügen von Geheimrat Prof. Dr. König unter der Spielleitung von Karl 3 u h n k e vom Gießener Stadttheater^ zur Erstaufführung. Das Festspiel hat zum Thema Geschehen um Tauroggen. Die große Armee Rapv- IconS ist bei Moskau vernichtet. Der Kaiser geflohen und her Rückzug Der Armeen hat auf Der ganzen Linie eingesetzt. General Bork, der bei Der Armee des Marschall Macdonald den Rückzug decken soll, wird von den Russen abgeschmtten und soll sich von den Franzosen losfagejL um die Vernichtung Der kaiserlichen Armee vollständig zu machen. Rach langem Schwanken, nachdem Der König und da- Kabinett in Berlin versagt haben, nimmt Bork die Tat auf sich und leitet so das Befreiungswerk ein. DaS bringt ihn beim König in ilngnahc: ihm droht Absetzung unh Schande. Doch im Fortschreiten der Ereignisse in Der Heimat und an der Front gibt der Erfolg Dem tapferen General recht. So winkt ißm und seiner Tat herrlicher Lohn: die Gnade des König- und Die Liebe des befreiten Volkes. — Die Ausführung löste lebhaften Beifall aus, wobei Karl 3 u h n k e als Bork Der Gegenstand besonderer Ehrungen war. Der Autor ließ diesem Hauptdarsteller einen prächtigen Lorbeerkranz überreichen Ausgezeichnete instrumentale Darbietungen der Militärkapelle gaben dem Abend einen tooßl- gelungenen Abschluß. Feldgottesdienst und Denkmalsenthüllung. Äm gestrigen Sonntagoormittag sand am Denkmal für b i e Gefallenen des Regiments 116 auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein Ieldgottesbienft mit anschließender Denkmalsenthüllung statt. Dazu hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunben. Darunter Der Groß- verzog Ernst Ludwig mit seinen Söhnen, ntete Offiziere ber alten Armee, Oberbürgermeister Steller. Se. Magnifizenz Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger u. a., die Trabitionskom- p a g n i e mit ben alten ‘Regimentsfahnen, ber Rom- manbeur dec Zns.-Rgts Nr. 15 Oberst Fett mit seinem Stabe, bic Vertretungen der ft u b e n t i • j tßc n Korporationen in Dichs. ferner noch bic militärischen Vereine Gießens und Adorbnungen aus der Umgegend unb eine unübersehbare Men- schenmenge. Die Ehoralmusik stellte bie Kapelle un serer 15er unter Obermusikmeister Lober. Die F e I b p r e b i g t hielt Pfarrer Haupt, z.L. in (fließen, im Felde Dioisinspfarrer, ber aus der Rricgsbibd des Res.-Inf.-Regts >22 bas Wort „Niemand bat größere Liebe als bie, baß er sein Leden lasset für seine Freunde" seiner Predigt zu- gründe legte unb dabei u.a. sagte: Es ist vor allem die große religiöse Idee, zu ber wir aufblicken und bie bie Bibel in bie Worte fleibet: „Niemanb hat größere Liebe denn bie, baß er sein Leben löstet für seine Freunbe." Man kann gewiß nicht sagen, daß diese Idee in ihrer Größe allgemein ergriffen wäre. Aber Tausende von Euch haben sie erfaßt, Ihr toten Kameraden! Das jage ich nicht, weil's Glorienschein wäre, der Entsetzliches verklärt. Ich habe es erlebt, baß es so war. Wie ^mancher sterbende Soldat hat mir gesagt: „Sagen Sie es der Mutter nicht, baß wir jo tollkühn drausgegangen sind. Wir töten s aus Vaterlandsliebe ' Das war der Geist, von Dem der Armeebefehl vom 20. Marz 1916, der ja- gerade dem ^Regiment 116 gilt, spricht: „Wo Hessen schlagen, hält kein Franzmann stand. " Und wenn sie's nicht gesagt hätten, man hätte es gefühlt. Wo soviel Liebe ist, schafft sie um sich eine Atmosphäre von Liebe. Itompaflnieii waren Familien, in Unterständen war's traulicher ost als daheim, wo nur zu schnell der Egoismus die Gemüter verdarb. Es war auch nicht bloß Begeisterungsrausch, der nicht gemerkt hätte, wie er in Blut und (Eifcnjtanb. Wie oft wurde gejagt: „Was hat mir der 5ran^ mann getan, daß ich auf ihn jchießen muß." Es ist furchtbar, es geht nicht anders. Ich muß hier stehen, um bic in ber Heimat zu schützen. Drum irhaut nicht auf zu biesem Denkmal wie zu einem Totenmai. Es ist Ehrenmal. In Stein gehauener heiliger Gedanke. Nicht Tote sollen wir betrauern, sondern Männer, bie ein hohes Ziel erreicht. Wir finb ja gar nicht auf der Welt, um 70 ober 80 Iahre zu leben, wir sinb für heilige Pflichten ba. Freilich, es bedarf dazu feiner Kriege, um solche Pflichten zu haben. Gerade die heutige Zeil stellt sie. Tausende wohnen in entsetzlichen Verhältnissen, weil leihet- viele ihre Pflichten einfach nicht tun. lau» sende hungern unb tragen schwere Lasten, weil der ulte Kompagutegeisl fehlt. Zuviel mit dem Munde singe,t wir , Deutschland, Deutschland über alles". Das Lieb erforbert Herzen, Taten, die sich aufraffen können wie bie Toten des großen Krieges zu dem Sterncnroorl: „Niemand hot größere Liebe denn bie, daß er fein Leben lüstet für bic Freunbe." Hierauf erfolgte bie Enthüllung des Denkmals, bie von Major a. D. fiinbenau mit folgcnbem Geleitwort begleitet wurde Mir grüßen Euch, Ihr Helben, bie Ihr durch Jeinbeshcmd Gefallen seid fürs deutsche, geliebte Vaterland' Ihr Habel ausgetoftet Des Sterbens bittre Not, Ihr habt bas Wort erfüllet: Getreu bis in ben Tob! Längst deckt Euch grüner Rasen unb Walbes« jchatten zu. Gott schenk' Euch, tapfern Toten, die sel'ge ewige Ruh! Der Eichen Rauschen sprach Euch von Deutschlanbs Herrlichkeit, Nicht von Uergebfid) Sterben, nicht von des Reiches Leib! Anschließenb hielt Major a. D. L i n b e n a u bie Weiherebe, in ber er zunächst dankte für bas zahlreiche Erscheinen zu biefer Feier, für die Unter- stützung, bie bie Kameraden ber Errichtung dieses Ehrenmals zuteil werben ließen, Dank unb Anerkennung Dem Schöpfer des Denkmals, Bilbhauer A r • nolb - Beuern, aussprach, unb bann u. a. jagte: „Wir sehen bas Ehrenmal vor uns, nicht als zu> jammengebrochenen Krieger, sonbern die aufwärts- strebende Fiaur zeigt uns ben nicht austilgbaren deutschen Geist unserer Helden. Wohl kann durch ben Tob dieser Geist im Augenblick niedergeschlagen werden, durch den leiblichen Tob seines Trägers aber wirb ihm die innere Kraft nie genommen werben rönnen. Dieser Geist unserer Helben soll unb muß weiter leben in Denen, bie um sie trauern, wie auch in ben Kameraden, bie mit ihnen im Feuer standen. 3a, er muß roeiterleberi in allen, bie gleich ihnen sür bas Balerlanb fühlen und in denen, bie biefes deutsche Fühlen erst ganz lernen wollen in ber Jugend. Wir alle wollen wie unser Freiheits- dichter Theodor Korner m Joseph Heyberich sprechen ,.Er kann nicht tot (ein, er bars nicht tot fein." Geloben mir dieses jetzt unb erinnern wir uns biefes Gelobnisies stets, bann kommen wir zum tebenben Geist unserer Toten, unb mit ihnen roieber zu einem freien unb starken Saterlanb. Die ‘Reliefs am Sockel bc5 Denkmals zeigen uns bie Vergangenheit, wir selbst stehen hier als bie Gegenwart unb beibe zusammen finb verantwortlich für die Zukunft. Unb jo gewinnt sich bas Lebenbige Durch Folg' aus Folge neue Kraft, Denn die Gesinnung, die beständige. Sie macht allein ben Menschen bauerßaft. folgende interessante lateinische und deutsche Inschrift zu lesen (erstere mit Ehronograrnrn): 1. Quas Mars quas ignis fervensque refrigerata Des pads fertilatas lo (?) tibi restituiL Aa. 1680. 2. DaS der verderbliche Krieg und Feuer hat verheeret. Solches hat des Friedens Frucht uns wiederum bescher«.. Ioh. Safimir Ronding D. Reich an alten merkwürdigen Bauten ist ganz besonders die durch ihr vonnaligeS Kloster berühmt gewordene Gemeinde Dorlar. Am dortigen Platze bei ber Linde befindet sich eine tm 15. Iahrhundert errichtete mertoürhige Durchfahrt. sowie viS-ä-vis der alten Schule ein aus Dem 14. Iahrhundert stammender Torbogen und anderes mehr. d. Münchholzhausen, 5. Sept. Die von dem Fürsten zu SolmS-Brcrunfel- erfolgte Berufung des Pfarrer- Lic. Müller in Rieder- kleen zum Pfarrer der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde ist von dem Evangelischen Konsistorium Der Rheinprovinz zu Koblenz bestätigt worden. d. Dolpertshaufen, 5. Sept. Die wegen Erkrankung deS größten Teiles ber hiesigen Schulkinder an Masern geschloßene Schule ist nach Genesung der Kinder wieder eröffnet worden. Ihr Unterbliebenen, in Denen heute schon vernarDtc Wunden wieder auf gerißen werden. Denen Die Väter, Männer, Söhne und Brüder mit crll' ihrer Liebe unb Güte, mit ihren Sorgen für euch, heute wieher deutlicher vor Augen treten, werdet hieserhcckb nicht traurig. Denkt an fic in dankbarer Erinnerung, denkt daran, welche Enttäuschungen unh schweren ©tunhen ihnen erspart blieben, henkt an sie als die, bie Hinauszvgen nur für euch Sie opferten sich, um euch von all' den Qualen zu retten, bie Feindes- not über ein Land dringt Für euch wollten fit kämpfen unh wenn Gott es so beschlossen. noch sterben, wenn nur her Feind nicht die heilige Schwelle her Heimat überschritte. Sie Haben ihre Plicht getan, sie Haben ben Feind sern von den Grenzen gehalten, unh wo er emgehnmgen Ivar, habe sie ihn zu 100 000 gejagt Vier Iahre lang haben sie gegen einen Wal! von Feinden für euch gestanden, oft schweren Herzens und voller Sorgen für euch und euer Ergehen, aber trotz- bem taten sie tßre Pflicht Wir können ihnen ihre Tat nicht besser vergelten, als wenn wir h«ute an der ihnen geweihten Stätte von neuem geloben, auch unsere Pflicht gegen daS Vaterland zu tun. Unsere Pslicht bcftd)t eber nicht allein darin, sie nrcht zu vergeßen und ihnen dieses Ehrenmal aus Stein zu fetzen. Rein, nnfevo Pflicht grpselt lebten Endes darin, uns ihnen wieder gleich zu machen in der Erfüllung unserer Pflichten gegen ba£ Vaterland. Die Erfüllung dieser Pflich aber kann uns nur gelingen, wenn wir tatkräftig und praktisch an und mit unserer Jugend arbeiten. Rickl sagen wollen wir, ach mit ber 3ugenb »st hoch nichts anuzsangen. nein, wo ein Wille ist. ist auch ein Weg. wenn wir uns nur nicht selbst aufgeben. Darum, treten wir stets an btefed Ehrenmal mit Dem Gefühl heißer Dankbarleit und mit dem heiligen Versprechen, ihnen gleich zu werden. Dann ist ihr Sterben nicht umsonst gewesen. Denn fic haben un- Durch ihren Tod wieder Den Weg der Pflichten getotefen. Dann weihen wir diese Stätte wirklich zu der, die fte fein muß, zu der Stätte, von Der toicDer aus- strömt der wahre Ilker-Geist in DeutscheMänner- unD Frauenherzen und in Deutsche Kinderseelen. Geht diese einigende Kraft von unserem Ehrenmal aus. so wird dieser tote Stein der lebende unerschütterliche Grundstein fein, aus dem wahrer Gemeinsamkeitssinn, wahre Treue zu Volk und Reich und echte Vaterlandsliebe erwachsen. Erst wenn die- wieder stärker in uns ist als Materialismus. Reid und Haß, die letzten Endes doch ohne liefen Grund z. T. künstlich von Vaterlandsfeinden in einen Teil unteres Volkes gehämmert sind, werden Volk und Reich wieder frei und stark sein, erst Dann haben wir alle unsere Pflicht erfüllt. Alsdann übergab der Redner bas Denkmal I Dem Schuhe Der Stadl Gießen, in deren Rainen Oberbürgermeister Keller es übernahm mit der Versicherung, diese geweißte Stätte stet- mit besonderer Liebe und Sorgfalt zu hcpen und zu pflegen. Rach Ehoralklängen der Kapelle erfolgten die Kranzniederlegungen: al3 c tftcr legte Groß Herzog Ernst Ludwig e neu' Kranz nieder, hierauf Generalleutnant v. T. Exzellenz von Trotta im Auftrag Kaiser Wilhelme. Oberbürgermeister Keller für die Stadt Gießen, Se. Magnifizenz Geh. Kirchenrat Pro‘ D Dr. Krüger für die Lanbes- uniDcrßtät und anschließend viele andere Sprecher für ihre Korporationen Ein Vorbeimarsch der alten Regimentsfahnen und der TrabitionS- kompagnie am Denkmal gefolgt von den Fahnenabordnungen der Vereine, schloß die würdigse Feier. Der Seftjug der alten Soldaten bewegte sich am Rachmittag unter Vorantritt Der Militärmusik und der Traditionskompagnie vom Oswaldsgarton aus durch die Reustabt. Bahnhofstraße. Westanlage, Seltersweg, Goethe- ftraßc. ßubtoigftraßc Ludwigsplah. Kaiscrallee zum Trieb. Es war ein erhebenber Anblick, alÄ die langen Kolonnen der ehemaligen Soldaten in schneidigem Schritt, Die Fahnen voran, voruber- zogen. Der Vorbeimarsch, wobei viele herzliche Zurufe nus dem vieltausenbköpfigen Publikum die Marfchierenden grüßten, dauerte etwa eine halbe Stunbe. Vor der Landesuniversität bcfaitb sich her Großherzog Sm ft Ludwig mit seinen Söhnen inmitten der Zuschauermenge, ihm wurde von den Vorbeimarschierenden herzlich zugejubelt. Auf dem Festplatz. Rach ber Ankunft auf bem großen Festplatz entwickelte sich ein frohes geselliges Beisammen- lein. Der Großherzog weilte u.a. einige Zeit in ber Dolkshalle, unh auch hier wurden ihm freundliche Aufmerksamkeiten zuteil, namentlich als er die Halle verließ, brachen überall spontane Hochrufe los. Major a. D. fiinbenau hielt vorher eine Ansprache, bie Militärkapelle unter Obermufifmeifter fiöbcr konvertierte unb überall wurde am Rachmittag uno Abend in froher Weife das Wiedersehen gefeiert. AuS der Musik- folgc fanden besondere Beachtung die historischen Märsche, bei Denen mit einfachen Mitteln das Vorwärlstreibende. Mitreißende vortrefflich zum Ausdruck kam. Sonst bot die Halle bis in. die späten Abendstunden Das übliche Bild des gemütlichen Beisammenseins. Trotzdem so mancher - ihm zu früh — ber Heimat zueilte, schlossen sich Die Lücken immer wieher, wahrend auf bem Fest Platz Das Treiben ruhiger tourDe unh zuletzt infolge Der herbstlichen Kühle ganz abflautc Der Zapfenstreich. Der noch einmal eine Dicht gcDrängte Menge auf Den Festplatz brachte, gab hem Tag einen toürbigen Abschluß. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 5. Sept (WTB.) In der Angelegenheit des Mädchenmordes bei Mörlen- bach Hai bie Krimmalpolizei in Ludwigshafen einen in den Badischen Anilinwerken beschästigten Schmied verhaftet, ber aus Mörlenbach flammt, ledig ist und in ben zwanziger Fahren steht. Er mar am Sonntag in Mörlenbach unb hat sich bei seiner Rückkehr zwei lajje später durch sein auffallenbes ‘Benehmen Derbri d)tig gemacht. Gr ist mit einer Frauensperson am Samstag in Mörlenbach gesehen worben. Eine Vernehmung durch bie Staatsanwalt« jchaft ist bis zur Stunde noch nicht erfolgt. Gießen (Goethestr. 23), Köln, Ober-Ofleiden, Garbenteich, 5. September 1925. Im Namen statt — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 8362V 8365V Reiskirchen, den 6. September 1925. Die Beerdigung findet Dienstag, mittags 3 Uhr, statt. Gießen, den 5. September 1925. 07326 Mietgesuche| Josts Heilerde Die trauernden Hinterbliebenen: Georg und Ludwig Schön Anna Balser, Pflegetochter. Studierende Dame sucht fürs Wintersemester möbl. Zimmer evtl, mit Klickenden, bei netten Leuten. Schr. Angeb. unter 8358V a.d.Giek. Anz. MMMHWM Gießen, den 5. September 1925. Die Beerdigung fand in der Stille Die Beerdigung findet Dientag, den 8. ds. Mts., nachmittags 2l/2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 0733i der trauernden Hinterbliebenen: Georg Lotz. Leihgestern, den 6. September 1923. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. Sept., nachm. 4*/4 Uhr statt. 8367D Ehepaar sucht möbliertes Zimmer mit zwei Betten, möglichst mit Mittagstisch. Schrift! Angeb. mitPreisangabe unter 8346V an den Gieß. Anz. Danksagung. Für die wohltuende Teilnahme, die uns von so vielen Seiten kundgetan worden ist, für die freundliche Begleitung unserer Entschlafenen zu ihrer letzten Ruhestätte sowie für die schönen Blumenspenden, sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der Trauernden: K. Strack, Kirchenrat. Möbliertes Zimmer mit zwei Betten gesucht. Schr.Ang. unt8345D an d. Gießener Anz. Zu haben: Reformhaus Kreuzplatz 5 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Bruder, Pflegevater und Onkel Heinrich Schön III. im 66. Lebensjahr nach schwerem Leiden verschieden ist. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlüsse gefallen, heute nachmittag 51/* Uhr meine innigstgeliebte, unvergeßliche Gattin, meine herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Schäfer geb. Preis nach kurzem, schwerem Leiden, plötzlich und unerwartet im Alter von 62 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Georg Schäfer, Zugführer Karl Schäfer Elise Schäfer geb. Grüber Familie Leonhard Grüber und alle übrigen Verwandten. Todes-Anzeige. Gestern abend 8 Uhr verschied im 86. Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Jobs. Jung IX. Kriegsveteran von 1866. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilh. Jung II. und Familie Otto Arnold II. und Frau. Heute früh entschlief sanft unsere hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Mathilde Lotz geh, Schmidt im 70. Lebensjahre. Weingutsbesitzer sucht geeignete Persönlichkeit für den Verkauf seiner Weine in Gießen und Um° gegend. Sckrisll. Angebote unter 07328 an den Gieß. Anz. erbeten. Gewandte Persönlichkeit ortskundig in Stadt und Land, von erster Firma gesucht. Schr. Angeb. unter 8353D an den Gietz. Anz. Tüchtiges illeiDticta gesucht. Alter nicht unt. 25 Jahren. ^D <5vvstein im Tann. bet Frankfurt a. M. Suche für sofort für tagsüber ehrliches, fleißiges Mädchen vom Lande «nicht unter 17 Jahren! mit guter Empfehlung. Borzusr. zwischen 2 u. 3 Uhr. 07327 Dr. Lenz, Gr. Steinweg 13 p. Wegen Berheir. m. jetzigen Mädchens gut empfohlenes lllHita das kochen kann, zu bald.Eintr. ges. Frau Provinzialrat Wolf, Wilhelmstrahe 41. Stellengesuche] Aelterer Herr sucht in Gießen ob. 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Meist er- hielten sie diese an der Peripherie, wo die Boden- Verhältnisse und der Mangel an Gebäuden und In- oentar kaum eine Existenz als Kleinbauer möglich erscheinen lieh. Zudem unterlag die Landzuteilung an die früheren deutschen Grundbesitzer zumeist einer außerordentlichen rigorosen Handhabung, die das wesentlichste Ziel und den offen zu- geftanbenen Znreck der Agrarreform, die e n b g ü l • tige Vernichtung ber beutidjen Kultur und b e 9 bisher bestimmenden deutschenEinflufses förderte unb unterstrich. Es war von ben neuen Gesetzgebern richtig erkannt worden, doh mit der Zertrümmerung be:- deutschen Grundbesitzes als stärkste politische Stütze ber beu- schen kolonialen Dormachtsiellung unb mit bem Raub ber Dodenstönbigkeil auf bie Dauer bas gesamte Deutschtum bieses Gebietes fallen muhte. Auf Seiten bes stark gelichteten unb wirtschaftlich fast gebrochenen baltischen Deutschtums würbe da- gegen klar erkannt, dasi der altgewohnte Weg des unbeirrbaren Fe st stehens unb Aushar - rens auf bem angestammten Heimatboben, Eigenschaften, bie von jeher bas borkige koloniale Deutschtum ausgezeichnet haben, ber einzige fei, ber beschritten werben könne unb müsse. Was an beutschem Grunbdesitz bort noch verblieb, würbe in jahrelanger mühevoller Arbeit langsam wieder neu aufge - baut. Bei ben klimatischen und Bodenverhältnissen dieser östlichen Gebiete sicherte die durch die Agrar- btlanz ersichtlich wurden. Rach den Angaben des evgliichen Abgeordneten E. D. Morel in seinem Buche „Marokko in der Diplomatie" war der Han- del von Casablanca mit 40 Proz. in deutschen Händen. Drei deutsche Schiffahrtslinien liefen ma- rokkonilche Hafen an, die deutschen Postämter waren anerkanntermahen die besten, die deutschen Kredulransakttonen nicht unbeträchtlich. Wahrend des Krieges und nachher hat nun aber auch der marokkanische Ausfuhrhandel einen erheblichen Aufschwung genommen. Don 46,4 Mill. Franken im Jahre 1913 ift er auf 256,2 Millionen Franken im Jahre 1922 gestiegen, wobei freilich zu bedenken ift, bah ber Franken zu Ende bes Jahres 1922 bereits sich wesentlich verschlechtert haue unb gegen das Pfund Sterling mit ca. 66 anstatt 25 notierte. Auch ist zu berücksichtigen, bah bie Preise gestiegen waren, so bah bie Steigerung ber Warenausfuhr geringer gewesen fein muh, als aus ber Steigerung ber Wertausfuhr anzunehmen wäre. Aber selbst wenn man bies berücksichtigt, bleibt die Steigerung des Ausfuhrwertes um fast bas Sechsfache der Dorkriegszeit ein bezeichnenbes Symptom für ben Fortschritt ber marokkanischen Wirtschaft. Die Einfuhr hat sich von 231 auf 966 Millionen im Jahre 1922 erhöht. Sie ist also nicht so rasch gestiegen wie bie Ausfuhr, wobei noch zu bebenfen ist, doh die Steigerung der Preise der eingefuhrten Fertigwaren vermutlich gegenüber 1913 höher zu bewerten ist als die Steigerung der föhnten ist keine Rede. Immerhin war Marokko nach dem Kriege em Tummelplatz vieler spekulativer Elemente, unb der Rückschlag des überlchötzten Tempos marokkaniicher Entwicklung nach der ersten Zeit des französischen Siegestaumels ist im dortigen Geschaftsleben nicht ausgeblieben. Die gröhte Gefahr aber für bie gesamte Weiterentwicklung Marokkos in wirtschaftlicher Beziehung ist ber Dieberausbruch des jetzigen Krieges, dessen Wirkungen und Fernwirkungen noch nicht abzusehen sind. Vas auseinanderfallende China. General Wu-pei-fu. der im vorigen Jahre durch den Absa'.l des christlichen Generals Zengh in eine unglückliche Lage geriet und durch ben zur Pelinger Zentralregierung haltenden General Tlchang-Tso-L in überwunden wurde, ift nun plötzlich, nachdem man lange Zelt nichts mehr von ihm hörte, wieder aufgetaucht unb bat nach einer Meldung auS Kanton die 11 n » abbängigfeit der von ihm in Zentralcknna regierten Provinzen ausgesprochen. Somit gruppieren sich um die schwache Pekinger Regierung jeftt folgende vier selbständigen Machtfaktvren: Tschang-Tso-L in im Aordcn in ber Mandschurei. Feng-Vu-Hsiang im Westen in der Mongolei, bie Santonregicrung in Südchina unb Wu-Pei- Fu im Zentrum. Es hat zwar Anfang August in Ehikungshan eine Konferenz ber- mittleren unb südlichen Provinzen unter Ausschluß Tschang-Tfo-LinS statt- gefunden, bie mit einem Dündnisgegendi e 3entralreglerung von Peking endete. Da aber die Generale untereinander sich selbst nicht wohlwollen unb sich auch weiterhin eifersüchtig beargwöhnen, bedeutet das Wiekeraus- taudjen Wu-Pei-Fus nicht- anderes als bie Fortsetzung be« Verfalls des chinesischen Aiesenreiches. um so mehr, als das oben erwähnte Bündnis sich auch gegen die radikale Äantoner Regierung richtet, die erst vor wenigen Tagen einen neuen Sieg über die gemäßigte Richtung der Kuomintang unb die aufständischen Äantoner Bürger erfochten hat. wo es möglich ist. als verbindlicher 11 n t er- richtsgegenstanb in den Plan der Schule cingcglicbert werden. Er ist deshalb in seiner Durchführung dem allgemeinen Schulbetrieb anzupassen. Da der Grundzug der Schule der Massenunterricht ist. so ist auch der Schwimmunterricht als Massenunterricht zu betreiben. Der Dang des Unterrichts gestaltet sich folgendermaßen- 1. Vorübungen auf dem Lande in Gestalt von Freiübungen. 2. UebergangSübun- gen im Wasser als Gewöhnungs- und Atmungsübungen, 3. Hebungen im Wasser mit Unter» stühungen, 4. Uebungen im freien nht einen mden Mat it bei längerem j rauche öle rven. p.hvorNachahmung .ufdieSchutzniarkt lud den Namenszug Ich“. In Original- i haben in allen und Drogerien, lestimmt ogerie, Schulstraße Drog.. Frankf. Str.29 igerie. Lindenplatzti geri8.Bahnbohtr.61 ogerie latz-Drogene Drogerie terhoif,Kreazpl910 ausgeführten Roherzeugnisse Marokkos. Alles in allem: Die Ausfuhr Marokkos weist unbedingt eine Tendenz zur Steigerung auf, was gerade heute in einer Zeit ber Ausfuhrschwächung vieler Länder besonders zu vermerken ist. Es ist anzuerkennen, daß die Franzosen feit 1912 nicht unrührig in Marokko waren. Seit 1914 hat man Marokko dreimal Anleihen gewährt, die über eine halbe Milliarde Franken betrugen und produktive Verwertung fanden. Der englische Balfour-Bericht glaubt feftfteüen zu können, daß sich daraufhin der Handel Marokkos mit Frankreich, selbst unter Zugrundelegung der Borkriegspreise bis 1923 um das Dreieinhalbfache steigern konnte. Der Eisenbahnbau hat rasche Fortschritte gemacht. Bis zum Jahre 19)0 befaß Marokko überhaupt keine Bahnlinie. Es enftanben dann 1300 Kilometer Schmalspurbahnen, im Jahre 1923 vollendete eine französische Gesellschaft die erste normale Bahnlinie in das Innere, von Rabat ausgehend, und man hofft, in den nächsten vier bis fünf Jahren die Schmalspurbahnen lediglich als Nebenlinien der Hauptocrbindungen zu benutzen, um durch sie frucht- bare Distrikte zu beiden Seiten der vergrößerten Hauptlinien verkehrsmäßig zu erschließen. Marokko ist in erster Linie ein Agrarland, aber die Hoffnungen richten sich schon heute auf seine Mineralschätze, von denen freilich zunächst nur die Phos phat-Felder ein wirkliches Aktivum bedeuten. Die Erschließung derselben begann erst im Jahre 1920. Sie betrug im Jahre 1923 schon 225 000 Tonnen. Man schätzt die Zunahme dieser Erzeugung bis zum weiteren Ablauf von drei Jahren auf über eine Million Tonnen. Auch an die Nutzung der Wasserkraft ist man herangetreten, und zwar unter Zuhilfenahme französischer Banken- und Eisenbahn- unternehmungen, an deren Spitze die Dangue de Paris et des Pays-Bas getreten ist. Es ist die An- läge von Großkraftwerken und die Elektrisierung von 635 Kilometer Bahnstrecke vorgesehen. Man erkennt also, daß die Triebkräfte, bie sich in Ma- rok'co regen, beträchtlich finb. Auch die Eigenversorgung Marokkos mit industriellen Waren ist in letzter Zeit erheblich gestiegen, wie sich ja überall in ber Welt, auch in ben kleinsten ßänbem, nach bem Kriege ber Drang, „nationale" Jnbustrien zu schaffen, bemerk- bar machte. In ber französischen Zone befinben sich heute 500 gewerbliche Unternehmungen unter Lei- hing von Europäern, die ein Kapital von fast 240 Millionen Franken darstellen. Es handelt sich um Getreide- unb Oelmühlen, Ziegeleien, Sagemühlen und Möbelfabriken, auch Kognakbrennereien, Kon- seroen- und Seifenfabriken haben sich aufgetan, aber von einer Industrie im europäischen Sinne mit größeren Tertilfabriken, Eisenwerken, Maschinen- Deutsche koloniale Ostpolitik. Bon unserem Dl.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Riga, 24. August. Die durch den Zusammenbruch des Jahres 1918 geschaffene europäische Lage unb bie daraus entstandenen Probleme mitteleuropäischer Politik Haden die Blickrichtung der deutschen Oessentlichkeit von einem Gebiet der osteuropäischen Politik femgehal- ten, das in seiner historisch-politischen Bedeutung ottale deutsche Interessen berührt. Eine Betrachtung der Entwicklung und ber Bedeutung des baltischen Randstaatengebietes an der Ostsee fAeint gegenwärtig im Zusammenhang mit den Fragen nicht ohne Interesse zu sein. Die Loslösung des dalttschen Randstaatengebie- tes ist das Resultat der deutschen Okkupattons- Politik der Jahre 1916-18, vor allem des Brest- htomffer Friedens. Die damals gegen Rußland gezogene Abgrenzung ist auch heute die gleiche. Rach dem Zusammenbruch des deutschen Einflusses tm Osten im Jahre 1918 trat eine neue Entwicklung der innerpoltilchen Ausgestaltung sowie bie Einbeziehung der neu entstandenen Randstaaten Lett- land unb Estland in die französische Barrierenpoli- tik ein, die zwischen dem Deutschen Reich und dem Sowjetstaat durch den Dersailler Dertrag durch einen Ring kleiner Ranbstaaten eine endgültige Abschlie- feung zu schaffen gedachte. Die datttschen Randstaaten Lettland und Estland entstanden a u f historisch-kulturellem alten deutschen Kolonial bo den. Trotz politischer Iso herung dieser ältesten deutschen Kolonie von dem beutfdjen Mutterlande ift dieses Gebiet an ber Ostsee seiner kulturellen unb sozialen Struktur nach immer oöllia beutfd) geblieben. Es war fein Verhängnis, bay es Kolonie blieb unb nie Provinz zu werden vermochte. Dennoch blieb, allen Stürmen ber Jahrhunberte zum Trotz, allein das deutsch- hanseatische Gepräge des Landes, das auch die 200jahrige Russenherrschaft nicht zu brechen vermochte. Deutsch war in dem baltischen Ostseegebiet alles, was an kulturellen Gütern im Laufe langer Jahrhunderte dort mühsam von westfälischen und niedersächsischen deutschen Einwanderern, stets in schwerster gefährdeter Abwehrstellung gegen slawisches Dordringen aus dem Osten, geschaffen war. Deutsch war das kulturelle Bild ber Stabte, Deutsche hatten die neue Religionsform des Protestantismus dorthin gebracht, Deutsche hatten einen großen gesunden konservativen Bauernstand bem eingeborenen Volke brr Letten gegeben. Deutsch war vor allem die Selbstverwaltung des Landes, die in steter Abwehr slawisch - russischen Eindringens deutsche Kuttur schuf und förderte. Diele durch deutsche Waffen von russischer Fremdherrschaft befreiten Ostgebiete wurden nach dem Zusammenbruch des Jahres 1918 als sogenannte Ranbstaaten, den liebergang von Mittel- zu Ost- curopa bildend, organisiert. Die historische natürliche Einheit ber brei Provinzen, Est-, Lit- unb Kurland wurde dabei zerstört, indem daraus die beiden Staaten Estland und Lettland entstanden. Tragend für diese Entwicklung war das sogenannte Selbstbestimmungsrecht der Völker, angewandt auf die dort seßhaften Esten und Letten. Aus dem Konflikt zwischen dieser formellen Selbstbestim- mungsfähigkeit dieser Bevölkerungsgruppen ergibt sich bas Bilb ber heutigen Lage bes Baltikums. Die Gesetzgebung ber ersten Jahre nach bem Entstehen biefer Ranbstaaten Estlanb unb ßettlanb legte Hanb an das wesentlichste Fundament der deutsch-baltischen kolonialen Eristenz. Die in ihrer Methode und Systematik an östliche Vorbilder sich anlehnende Agrarreform vernichtete mit einem Schlage den gesamten deutschen Grundbesitz, ver- nichtete damit nicht nur unersetzbare deutsche Kulturgüter und die wesentlichsten Produktionsmittel des Landes, sondern auch alles, was von diesem stärksten und bedeutsamsten Faktor der deutschen Vormachtstellung abhing. Das Deutschtum hatte damit seine Bodenständigkeit verloren. Das deutsche Bürgertum unb Handwerk in den Stählen verlor seine wirtschaftliche Betätigungsmöglichkeit und wurde damit zu einem sicheren Aussterben oerur- teilt. Nur in ben großen ötäbten erhielten sich Reste des Deutschtums, die zäh und unbeirrbar um die Erhaltung der ihnen noch verbliebenen Kulturgüter um Kirche unb Schule kämpften. Die Agrarreform nahm in den beiden Staaten, wenn auch nicht im Grundsätzlichen, so doch im Einzelnen einen ver- schiedenen Verlauf. In Lettland wurde der gesamte deutsche Grundbesitz entschädigungslos enteignet, trotzdem eine Entschädigung im Grundgesetz vorgesehen war. Die früheren Besitzer erhielten lediglich sogenannte Restgüter, die ben Umfang von 50 Hektar nicht überschreiten durften. In E st l a n d wurde der gesamte deutsche Grundbesitz gleichfalls durch ein Agrargesetz enteignet. Eine Entschädigung war vorgesehen, jedoch ist diese Frage, trotz der sechsjährigen Entwicklung immer noch als latent anzusehen. In Lettland wurde der enteignete deutsche Grundbesitz einer Parzellierung unterworfen. Die Landzuteilung erfolgte im großen derart, daß die einheimische lettische Bevölkerung in Kategorien ein- geteilt wurden, unter besonderer Berücksichtigung der Soldaten, wobei jeder Anwärter den Anspruch auf eine Parzelle von 50 Hektar hatte. Die Zutei- lung bes Landes hatte die Form eines Kaufes. Der Kaufpreis mußte in 41 Jahren ratenweise abqe zahlt werden. Diese neuen Siedler formten infolge des sehr reichlichen und billigen staatlichen Kredits meist aus dem vollen wirtschaften, zumal vielfach die zugeteilten Waldparzellen abgeholzt und verkauft wurden. Nur ein kleiner Teil dieser neuen Siebter hat sich bisher als lebensfähig erwiesen. In zahl- reichen Fällen fand ein häufiger Besitzwe ch s e I statt, ber vielfach zu einem steigenden Angebot dieser Parzellen trotz gesetzlicher Schwierigkeiten auf bem Markte führte. Die früheren deutschen Grundbesitzer erhietten gleichfalls, allerdings meist nach jahrelangem mühevollen Ringen, das gesetzliche Marimum von 50 Hektar zugeteilt Jedoch wurden ihnen diese Parzellen nur in den allerseltensten Fällen im Zen- Das Landesamt für das Bildungswesen hat an die Direktionen der höheren Schulen, die Leiter der höheren Bürgerschulen und bie Kreis- unb Stabt- schulämter Richtlinien für den Schwimmunterricht der Schulen in Hessen in Form eines Ausschreibens zur Kenntnisnahme unb Beachtung gerichtet. In triefen Richtlinien wirb gejagt, daß der Zweck des Schwimmunierrichts die Ausnutzung des Schwimmens für das Kind als Lei- besübung nach seiner anatomisch-physiologischen Seite, seiner hygienischen Bedeutung und seiner fitt lich erziehlichen Einwirkung ist. Dieser Zweck wird erreicht durchs 1. Das Derlrautmachen der Rin ber mit dem Wasser, 2. die Erkenntnis des hohen Wertes des Schwimmens, 3. die Erweckung von Lus unb Liebe zur Schwimmkunst, 4. die (Erlernung eine-, richtigen Drustschimmens, 6. die Ausführung der ein jachsten Wasfersprünge in mör“ “,1" 6. die Einführung in die fittlii, _ rettung, 7. das Verständnis für die Wiederbelebung Scheintoter und die Anwendung der einfachsten Methoden der künstlichen Atmung. In den Richtlinien werden die Lehrer ermahnt, keine Anforderungen an die körperlichen und geistigen Kräfte zu stellen, die bas Durchschnittskind noch nicht erfüllen kann. Z. D ist von längeren Tauchübungen unb von Retturgsübungen mit Zwölf- und Dreizehnjährigen abzusehen. Bei besonders gunsti- gen Verhältnissen käme von den anderen Schwimmarten noch das Rückenschwimmen in Frage. Heber die Methode deS Unterrichts wird u. o. erltärt: Der Schwimmunterricht soll da. «form geschaffene Landzuteilung dem deutschen Restgrundbesitzer kaum die Eristenz eines mittleren Bauernbesitzes. Dennoch ist hier allmählich, wenn auch in wesentlich neuen Formen ein l a n g | a m e 6 Erstarken des deutschen Einflusses und der deut- schen Ueberlegenheit zu spüren. In den Städten wurde unter außerordentlich hohen Opfern das alte deutsche Schulwesen auf dem bisherigssn hohen Niveau erhalten. Den Minderheitenschutz, den die Ent Wicklung des Dölkerbundsgedankens für diese Gebiete gebracht hatte und der eine in der östlichen politischen Situation völlig absurde Rechtsfigur bar- stellt, versuchte man burch die nationalfultureUc Autonomie, die dem Deutschtum einen eigenen Lebensrahmen sichern soll, fortzubilden unb neu zu gestalten. Die Denkweise einer rein ziffernmäßigen Bewertung der einzelnen Bevölkerungsgruppen konnte in einem Lande, in dem seit 8 Jahrhunderten eine deutsche Minderheit Kultur und Entwicklung geschaffen hatte, in keiner Weise der wahren politischen Bedeutung des dortigen kolonialen Deutschtums gerecht werden, daß trotz der eigenen Lebensgefahr das dortige baltische Deutschtum aus unerschütterlichem Verantwortungsgefühl gegenüber ber deutschen Kulturmission im Osten und dem angestammten Heimatboden fest entschlossen ist, allen Gefahren zum Trotz sich zu behaupten. lind ihnen die allgemeinen Gesundheits- und Verhaltungsmaßregeln für das Dadengehen einzuscharfen, z. D. sind sie vor zu langem Derweilen im Wasser dringlichst zu warnen, auch vor dem Baden mit nüchternem oder vollem Magen und dem Springen in daS Wasser mit erhitztem Körper. Wirtschaft. Die Reichsbank Ende August. Dach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. August 1925 sind während der Llltimowoche an Banknoten 302,3, an Rentenbankscheinen 205,6 Mill, neu in den Verkehr abgeflossen. Der Um* lauf an Deichsbanknoten erhöhte sich demgemäß von 2292,3 auf 2594,6, der Umlauf an Renten* bankscheinen von 1508,6 auf 1714,2 Mill. Der Bestand der Reichsbant an diesen Scheinen verminderte sich dementsprechend von 327,2 auf 121,6 Mill. Der gesamte Zahlungsmittelumlaus in Deutschland stellt sich unter Einbeziehung von etwa 183 Mill. Privatbanknoten und 508,6 Mill. Scheidemünzen auf etwa 5000 Mill. Rm., d. h. auf etwa 90 Mill, mehr als am 31. Juli 1925. Die fremden Gelder der Bank verminderten sich in der Berichtswoche um 275,8 auf 701,0 Rm. Die gesamte Kapitalanlage stieg um 215,4 auf 2000 Mill, (gegen 2051,2 Mill, am 31. 7.), und zwar erhöhte sich die Lombardanlage um 16,6 auf 33 Mil!, und der Wechselbestand um 198,8 auf 1765 Mill, Der Gesamtbetrag der Rediskonten hat sich um 1 Mill, auf 490 Mill, erhöht. — Das Darlehn bei der Rentenbank ist gänzlich getilgt. Die Bestände an Gold und dcckunasiähigen Devisen erhöhten sich um 0,2 auf 1495^8 Mill., und zwar entfallen aus Gold 1138,4 Mill, und auf deckungsfähige Devisen 357.4 Mill. Die Golddeckung der Roten ging von *-9,6 auf 43.9 Proz. öie Deckung durch Gold und deckungsfähige Devisen von 65.2 auf 57 7 Proz. zurück. Am 31. Juli betrug die Golddeckung der Roten 43.6. die Deckung durch Gold und deckungsfahiae Devisen 58,2 Prozent. Die Bestände an Scheidemünzen haben sich um 3 Mill, auf 66,6 Mill, verringert frankfurter Dörse. (Eigener Drahtöerichl des „Gießener Anzeigers".) F r a n k f u r t. 5. Sept. Tendenz: Befestigt. — 3m freien Verkehr der heutigen Samstag-Börse setzte sich die gestern hervorgetretene D e r st i m * mung stärker fort. Bei unsicherer Haltung machte sich auf fast allen Gebieten 'Äbgabebedürf- nis bemerkbar. Vas einen leichten Kvrsdruck zur Folge hatte. Die innere Festigkeit der Börse kam ledoch bald wieder zum Durchbruch, da gute Kaufaufträge bekannt touriben und schließlich auch von feiten b-'r Spekulation Wochen- schlußdeclungen vorgenommen wurden Die in Genf beschlossene Räumung Oer Kölner Zone bot etwas Anregung und gestaltete das Geschäft zunächst etwas lebhafter. Die Kurse konnten infolgedessen über das Ri- veau der gestrigen Abendbörse hinausgehen. Der Montanmarkt lag nicht einheitlich; oberschlesische Werte kamen nicht ins Geschäft. EHern i s ch e Werte hatten zumeist gehaltene Kurse, mit Ausnahme von Holzverkohlung die um weitere 2x/e Prozent schwächer wurde». Elektro- werte lagen behauptet, nur Schuckert waren niedriger. Schiffahrtswerte waren ansehnlich befestigt. Auto- und Terrain- Aktien zogen weiter an. Maschiuenaktien waren wenig verändert. Karlsruher Maschinen minus 0,5. Am heimischen Anleihemärkte war die Stimmung gleichfalls gebessert. Ausländische Renten lagen kaum .verändert. Der Freiverkehr war sehr still. Api 0,175. Beckerkohle 4, Benz 515 Prozent, t Brown-Broveri 57,5 Prozent, Growqg 62 Prozent, Hansa-Bank 100, Kreichgauer 15^ Krügers- 1 hall 102 Proz.. Kunstseide 230. Petroleum 71, llfa 67 Prozent. Unterlaufen 49,5 Prozent. Im ' weileren Der.aufe blieb öie OrunDiiinunung ziemlich fest. Kursveränderungen von Belang zeigten sich nur noch vereinzelt DaS Geschäft wurde ungewöhnlich ruhig. 3m Devisenverkehr lag auf englische Pfund gegen Kabel Reuyork mit 4,85 etwas fester. Paris stellte sich gegen London auf 103,40, gegen Kabel anf 21,30. Mailand war gegen London weiter .gebessert mit 120,50. Der Geldmarkt lag weiter leicht, Monatsgeld 10 bis 11 Prozent. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Siebener Anzeigers".) Berlin, 5. Sept. Die Schwierigkeiten im Sichel-Konzern haben der Börse erneut gezeigt, daß der Neinigungsprozeh innerhalb der deutschen Wirtschaft mit der Erledigung der Siin- nes-Liguidationen durchaus nicht beendet ist; auch die große Anzahl jetzt veröffentlichter Gefchäftsauf. fichten und Konkurse im Monat August beutet darauf hin. Da die Börse am Wochenschluß sich von neuen Engagements zurückhält, hielt sich das Kurs- nioeaii etwa auf der Höhe der schwächeren gestrigen Schlußnotierungen. Für die Gesamtlage der Börse kann cs nur als ein gesundes Zeichen betrachtet werden, daß die Spekulation nach den Steigerungen heute Realisationen vornimmt, damit die Befestigung der Kurse sich in ruhigen und normalen Bahnen vollzieht. Trotz des l u ft l o f-e n Beginnes der heutigen Börse, die fett langer Zeit zum ersten Male wieder am Samstag abgehalten wird, konnten einige Spezialwerte größerem Interesse begegnen, so namentlich am Schiff- fahrtsmarke Norddeutscher Lloyd und chapag im Zusammenhang mit den gestern aufgetauchttu Gerüchten über neue Entschädigungsoerhandlungen mit Amerika. Auch heimische Anleihen, na- incntlich Kriegsanleihen, befestigten sich nach mattem Beginn, da später an diesem Markte größere Kauf- austräge zur Ausführung gelangten. Die Geldmarktlage erfuhr keine Deränderung und blieb wie bisher leicht. Tägliches Geld 8 bis 10 Prozent, Monatsgeld 10 bis 1t Prozent. Am Devisen markt halte das englische Pfund nach der kürzlichen Abschwächung, die auf den Seemannsstreik zurückzuführen ist, eine geringfügige Besserung zu 'verzeichnen: es stellte sich gegen Kabel Reuyork auf 4,8496. Auch die italienische Lira war im Zusammenhang mit den Stützungsmaßnahmen der italie- nischen Regierung weiter erheblich gebessert. Mailand gegen London 120,50. Nordische Devisen zogen gleichfalls an. Oslo stellte sich gegen London auf 22,69, Kopenhagen gegen London auf 19,231. Die deutsche Reichsmark notierte in London 20,37, Paris 5,07i, Amsterdam 59,12. Lerliuar tpro-'uLrr.cotfe. Berlin, 5. Sept. Dio Haltung des Ge* tceidemcuckteS war heute schwach. Man führt dies auf schwächere amerikanische Notierungen und htebefonbeve awf den dringenden Geldbedarf der Frankfurt a.M. Berlin Datum: Buntes Allerlei Landwirtschaft, der diese zu jedem noch annehmbaren Preise zum Berkaus zwinge, zurück. Es notierten: Weizen, märt 218 bis 224, dv. Sept. 241, do. Oft. 245,50 bis 247, do. Dez. 253, Roggen, märt 167 bis 175, do. Sept. 186 bis 188, do. Oft 193 bis 193,50, do. Dez. 194,75, Gerste mark. 215 bis 247, Futtergerste 180 bis 185, Hafer, märt 179 bis 187, do. Dez. 189,50, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360 per 1000 Kg.: Weizenmehl 31 bis 34,25, Roggenmehl 24,75 bis 26,75, Weizenkleie 12,40, Roggenkleie 11,80, Dik- toriaerbsen 27 bis 32, Futteverbsen 20 bis 24, Wicken 25 bis 28, Lupinen, blau 12,75 bis 14, Rapskuchen 16 bis 16,30, Leinkuchen 22,50 bis 22,80, Trockenschnitzel 12. Torfmelasse 8,90. Zucker 21 per 100 Kilo. Börsenkurse. 5% Deutsche Reichsanleibe • 4% Deutsche Reich?an!eihe . 3'/i% Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche Sparprämicnanleihe 4°/0 Preußische Konsolß . . . 4% Hellen . 3’/»% Hellen 3°/0 Hellen Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 9.18 12.432 L 7.46 59.82 12.472 7.44 7.46 7.48 Dudapell. . 5.89.5 5,913 ..885 W Bulgarien K,0>5 3.075 Lillabon ii 125 ÄL 20,925 20,975 Danzig. . . Konstantin. 80 70 Hfl, 70 80.90 2,495 2.505 .',49.5 2.505 Athen. . . 6 34 6-20 24 6.26 Canada. . . 4.195 4.2U-. 4.20 4.21 Ureignem . . 4.205 0,215 4,20 4.21 Berlin, 5. Septbr. Geld Briet Amerikanllche Note« ..... Belgische Noten........ Dänische Note«........ Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Dutt sch-Oellerr.,ä iw Ärenett Rumänische Noten . . . . ” Schwedische Noten...... Schwerer Noten....... Sdanllche Roten....... Tschechoslowakische Noten . . Nngarnche Noten....... 4.196 18,58 105.24 -'0.315 "Sa 90.26 59,00 112.27 80,95 59.50 12.39' 5.845 4.216 18,68 tto.76 160.32 SS 59,80 113.88 81,35 59.80 12,452 5.885 Die Genfer Alkoholkonferenz. Die internationale Konferenz zum Kampfe gegen den Alkohol nahm in ihrer Schlußsitzung drei Entschließungen an. Für die Kolonien wird ein allgemeines Berbot gebrannter Getränke gefordert. 3n der Schmuggelfrage werden wichtige Bestimmungen vorgeschlagen, durch die auf Grund einer internationalen Vereinbarung der Schmuggel von Alkohol eingedämmt werden soll. In bezug auf etwaige Konflikte zwischen alkoholausführenden Ländern und Staaten mit strenger Alkoholgesetzgebung stellte der Kongreß den Gimndsah auf. daß jeder Staat das Recht hat, jede Maßnahme nn Interesse der Hygiene zu treffen, ohne Repressalien anderer Staaten befürchten zu müssen. Den Antialkoholstaaten wird die Förderung der Herstellung alkoholfreier Fruchtprodukte vvrgeschlagen. Der Frage der al- Turnen, Sport und Spiel. Der deutsche Marathonlauf Hallc-Leipzeig. — Der erste Kaiupstao um die deutsche Zehnkampfmcrstcrschaft. — Adac-Reichs- und Alpcnfahrt. — Frankfurter Rudersport. Der deutsche Marathonlauf. Der deutsche Marathonlauf, der am Sonntag auf der Strecke Halle—Leizig ausgetragen wurde, wurde von Hempel- S.C. Charlotten- bürg in der Zeit von 2 Stunden 48 Minuten 251/? Sekunden gewonnen. Den letzten Kilometer legte Hempel barfuß laufend zurück. Die deutsche gehnkampsmeisterschast. vo. Am ersten Tage der Kämpfe um die Deutsche Zehnkampfmeisterschaft kamen die erften fünf Wettbewerbe bei allerdings ungünstigem Wetter zum Austrag, die bereits interessanten Sport boten. Leider ist der sehr aussichtsreiche Bewerbet Koepke- Stettin dem Start fern* geblieben. Die meisten Punkte konnte von den ausgetragenen Kämpfen — es waren dies 100* Meter-Laufen. Weitsprung, Hochsprung. Kugelstoßen und 400-Meter-Lausen — her Berliner Holz auf sich vereinigen. Auch den zweiten Platz gewann ein Berliner. Nachstehend die Ergebnisse: 100-Meter-Lauf: Kugel-Berlin 11,3. Weitsprung: Holz. S. d. Brandenburg-Berlin 6,72 Meter. Ruch die drei nächsten blieben nicht weit hinter dem Sieger zurück. Sie konnten alle über 6,50 Meter erreichen. Kugelstoßen: Brechenmacher-München 13,34 Meter. Hochsprung: Schnurr. Atvs-Derlin-Steglitz, 1,68* j Meter. 400-Meter-Laus: Holz, S.C. Brandenburg- Berlin, 55,1. Die bisherige Gesamtwertung ergibt folgendes Bild: 1 Holz, S. C. Brandenburg-Berlin 331 P., 2. Schnurr, Atos-Berlin-Steglih 322 Punkte, 3. Brechenmacher- München 302 Punkte, 4. Boß- Hamburger Sportverein 300 Punkte, 5. Leppke. Sv. Siemens-Berlin, 292 Punkte. Lüddeutschland schlägt Westdeutschland 7:2. Frankfurt a. M., 6. Sept. Süddeutsch- fanb£ Beste, die Nürnberg-Fürther Kombination, verstärkt durch Ertl und Kutterer, beide München, hat nach der katastrophalen Riederlage seinen Ruf rehabilitiert. 7:2 schlug der Süden den Westen. Bei den Süddeutschen war kein schwacher Punkt, besonders erfreut waren die 10 000 Gekommenen an dem vorzüglichen Spiel der Fürther Stürmerreihe, der man die wenigsten Chancen zugerechnet hatte. Eckenverhältnis Reichs- und AlpenfahrL 1925. do. Zeichnete sich bereits die erste Etappe der Reichs- und Alpensahrt des ADAC, durch igute Straßenverhältnisse aus, so tonnten die Teilnehmer auch am zweiten Tage mit dem Zustande der Straßen recht zufrieden sein. Aber nicht alle Teilnehmer setzten die Fak)'i fori Teils Ventilbrüche, teils andere Gründe oer- anlaßlen sie. aus dem Wettbewerbe auszuichei» den. So traten insgesamt noch 130 Fahrer die zweite Tagesetappe über 391 Kilometer an. Von Augsburg ging die Fahrt über das Lcchsrlb nach Landsberg-Garmifch-Partenkirchen—Mittenwald — Kochelsee — Tölz — Traunstein Vod Reichenhall—Weißbach nach Zell am See. Bereits gegen 3 Uhr konnte der erste Fahrer das Ziel erreichen, dem in schneller Rechmfolge die anderen Teilnehmer folgten. Der Grotze Preis von Monza. Rom, 6. Sept. (WB.) Den großen Preis im Automobilrennen von Monza gewann Drillt p e r i auf Alfa Romeo. Zweiter wurde Campari auf Alfa Romeo. 6. Frankfurter HerbftrLgatta. Frankfurt a. M . 6. Sept. ($11. i Unter den denkbax schlechtesten Witterungsverhältnissen kam heute vor einer zahlreichen Zuschauermenge die 6. Frankfurter Herbstregatta zum Austrag. Paul Brühl vom Frankfurter Ruderverein sicherte den Mainpokal, der Kasteller Ruder- verein gewann den Herausforderungspreis deS „F.-N." Sportes. Den spannendsten Kampf lieferten sich im Iugend-Gig-Achter die Frankfurter Germania und der Offenbacher Ruderverein ..Undine", den die Germania mit einer viertel Länge an sich reißen konnte Frankfurt a. M. 6. Sept. (TU.) Unter strömenden Regen kam heute der O st h a f e n - Achter der Stadt Frankfurt am Main zum Austrag Die Frankfurter Rudergeselllchaft „Borussia" war der glücklich' Gewinner des von der Stadt Frankfurt gestifteten Wanderpreises in der Zeit von 6.21. während die übrigen Boote von der Frankfurter Rudergesellschaft „Amicitia" und der Frankfurter „Undine" aufgaben. Schachturnier in Bad-Münster am Stein. Das Schachturnier um die Rheinmeisterschaft vom 6. bis 13. September in Bad Münster am Stein wurde am Samstag durch eine Begrüßungsfeier eröffnet. Dr. Hügel, der Vorsitzende des Schachllvbs in Bad Münster hieß Die zahlreich Erfch enenen w'.lltommcn und dam-.e dcn Teilnehmern Hevhaidt-Saarbcücten, Weißzerber, Schleißner-Ludwigshafen, Ruchti- Bahern, Orbach-Frankfurt a. M. Dleutgen- Mainz, Kemper-Wesel, Brech-Aachen. Härtel, Schapirv-Köln uni) Werner-Mannheim. — In der Morgenrunde gewann Ruchti gegen Werner. In der zweiten Runde gewann Brech gegen Ruchti, Orbach gegen Werner, Gebhardt gegen Schleißner, Weißgerber gegen Härtel, während die übrigen Partien in der Morgenrunde abgebrochen werden mußten. .koholfreien Verwertung der Trauben soll jede Aufmerksamkeit geschenkt werden. Schließlich beschloß dev Kongreß, sich an den Dölkerbundsrat mit der Bitte zu wenden, daß sich der Völkerbund mit der Alkoholfrage ebenso befassen soll wie mit der Öpiumfrage. Seltsame Geschichte eine- DUdes. Der Leiter der staatlichen Restaurierungsstelle in Moskau, Prof. G r a 6 a r, entdeckte in Rischnij-Taglisk im Urgl ein Gemälde, das er als Original von Raffaels „M a - donna bei Popolo" bezeichnet. Die Unterschrift des Bildnisses zeigt nach der Feststellung Grabars die Handschrift Raffaels. Das Bild, das aus dem Jahre 1509 stammt, befand sich im 19. Jahrhundert in der Demisossschen Fabrik in Rischnij-Taglisk. Im Jahre 1840 war das Bild im Besitze einer Geliebten Rikolaus' !., welche wegen Untreue von dem Zaren nach Rischnij- Taglisk verbannt worden war. Das Bild befindet fich in gutem Zustand. 600000 faulige Eier. Sine tragikomische Geschichte ist in Ranking aus dem Boykott der Kulis gegen englische Waren entstanden. Cin chinesisches Schiff brachte 600000 Gier hierher, die für eine engliche Firma bestimmt waren. Die Arbeiter weigerten sich aber, die Sier umzuladen, und die heiße Sonne tat ihr übriges, daß sich bald ein furchtbarer Gestank über die ganze Stadt verbreitete. Die Bewohner beklagten sich über die unerträgliche Verpestung der Luft und verlangten Vernichtung der Ladung auf irgendeine Weise. Die Regierung befahl Der dirraa, die die Eier gekauft hatte, den Abtransport. Diese weigerte sich aber, und auch die KuliS waren nicht zum Fvrtbringen der Eier zu bewegen. So wurde der Gestank immer größer und unerträglicher. Die Einwohner von Danking fluchen auf die patriotischen Arbeiter, und diese haben nun eingesehen, daß solch ein Streik auch recht peinliche Folgen haben kann, Das Ende von Liebigs Flcischextrakt. Der Liebigsche Fleischextrakt hat lange Zeit für ein besonders hochwertiges Nahrungsmittel gegolten und sich durch eine Reklame, die in der Zeit seiner Erfindung beispiellos war, die ganze Welt erobert. Tatsächlich aber war der Nährwert nur gering, und dieser Straft stellte eine ungeheure Verschwendung dar. DaS betont Dr. I. Hundhausen in einem Aufsatz der „Umschau", in dem er mitteilt, daß die Hauptfabrikationsstätte deS Extraktes Frah Bentos am Aruguay, jetz stillgelegt ist. „Als der große IustuS Liebig", schreibt er, „seines Freundes MuSpratt krankes Töchterlein mit dem hierfür gekochten Fleischextrakt „gerettet“ hatte, begeisterte er sich und andere an diesem Scheinerfolg so sehr, daß er seine Erfindung durch eine engliche Gesellschaft, die Liebig-Meat-Extrakt-Company, über die Welt verbreiten ließ. Sehr bald trat aber ein Landsmann von Liebig, der Arzt Dr. Kemmerich auf und erklärte die Hache verblümt für Schwindel: dos Präparat habe nicht den geringsten Nährwert, wie er bewiefen habe bei Fütterungsversuchen an Hunden, die daran Hungers geworben seien. Das war so bündig, daß die Liebig To. mit dem bekannten englischen Trick den keArischen Arzt zum Direktor ih«r Fabrik in 6t. Elene am Uruguay und damit mundtot machte. Der 2ieblg-6fttaft ifteigentlich nur in Deutschland beliebt gewesen und auch hier mehr und mehr zuruckgegangen, nicht zuletzt unter dem Druck neuer „Suppenparfüms'' mit noch größerem Rellamegehalt, um schließlich ganz von der Bildfläche zu verschwinden. „Die Fabrikation hat seit Jahr und Tag aufgehört, und die Leiter der englischen Gesellschaft, meist Deutsche, die sich in ©nglanb naturalifteren liehen, ruhen auf dem eroberten Reichtum aus. Hundhaufen bezeichnet das Schicksal dieses einst so berühmten Präparates als ein Beispiel für die ungeheure Verschwendung, die mit Nährwerten getrieben wird. Noch heute geschieht daffelbe in den großen Fleischländern Südamerikas, wo das wertvolle Fleischeiweis zu Guano „verarbeitet“ wird. Als ein Beispiel dafür führt der Verfafler das folgende an: „Auf einer großen Estancia wurden von der Nationalbank zur Eintreibung rückständiger Hypo- thekenzinsen 5000 Rinder versteigert und wegen Marktüberfüllung zu sage und schreibe 5000 PesoS zugeschlagen, das Stück zu 3",Mark. Der Käufer ließ sie abschlachten und häuten, nahm bloß die Häute mit und lieh die 5000 Leiber den Raubvögeln zum Fraß. Damals war Europa am Verhungern." Kirche und Schule. c Schlitz, 6. Sept. Die Realschule unternahm in diesen Tagen ihren großen Iahresausflug. Die unteren Klassen hatten Alsfeld und Romrod und den Vogelsberg als Ausflugsziele gewählt, während die älteren Jahrgänge den Knüll, die Wartburg und Cassel- Wilhelmshöhe besuchten. Die lohnenden AuS* flüge boten eine Fülle von Anregung und haben reiche Eindrücke hinterlassen. — Das Jugend- fest wurde wie im Vorjahre von der VvlkS- und der Realschule gemeinsam gefeiert Auch sämtliche Schulen des Schliyerlandes nahmen daran teil Die eindrucksvolle Feier war von dem DreMang „Iugendfest — DeLfassungsf-ier — Iahrlausendfeier der Rheinlande" bebc-crschl. Die Festrede, die der dreifachen Ausgabe der Veranstaltung Rechnung trug, hielt Studienassessor Rückert. Frohes Spiel der Jugend schloß sich an. Auch die Reichsjugendwett- kämpfe kamen zum Austrag In musikalischer Hinsicht trug der Männergesangverein „Harmonisches Kränzchen" zur Verschönerung des weihevollen Festtages bei. In grau, schwarz oder braun bei jedem Schuhmacher erhältlich. Se gut wie Continental-Reifen. Absäize Für den Büchertisch Schöne Literatur Geschichte non .Rüpel Kuckuck" Tkft M it o 18". (Grechlein & Co. er aus ae- wertvollen sondern auch oen oum uu ixi 'ZI Xroq;! aller Geber lucht. Die Spengler st^t & Berdjajew den AntergangSbrmger m der 3ünh- I das Land lich verwandt. <---z - - _ , den Untergang der Helgen Ku^ir. wobei . ej aber nicht nur beim Sutzeren Geschehen verweilt. „Der Gras von Mylau" ......... Tiefe mit dem ganzen sittlichen Ernst und der ftaltungsfraft eines wahren Dichters. Der Wolken- wanderer-Derlag in Leipzig Hal dem Derk dos ihm angemessene äußere Gewand gegeben. 1529 Die moderne spanische Literatur macht uns jung und alt Sonn- und Feiertags hinaus ins Freie. Zu Fuß mit Lautenklang und Gelang wird hinausgeu^indert, Dahn. Rad und Auto ermöglichen. entlegene Gegenden aufzusuchen. Hierbei wird der vorliegende prächtige Biideratta« so recht ein Führer sein. Sr begleitet den Leier von dem Alpengebiet, über die süd- und mitteldeutschen Berggelände in das norddeutsche Flachland. überall da» wechselseitige Durchdringen von Landschaft. Stamm und Geschichte in breiten geograpnllcden Querschnitten in Wort und Bild schildernd 189 vorzügliche Abbildungen zeigen den großen Reichtum des deutschen Landes, seine Sicdelungsf armen, de Schönheit des nach Stämmen verschiedenen Dors- und Hausbaues. 166 Familie Borstig Gin Tier- und Iagd- buch von Wild Hocbgreve. Mit Dilderfchmucl von Paul Haase (Ganzleinen Gm. 6.50. Verlag von S. Haberland in Leipzig-R.1 Beim Lesen di les neuesten Buche» auS der Feder de» bekannten Meister» jagdlicher Schilderungskunst weih man nicht, ob man bei den < ulzückenben Tiergeschichten ober bei den ZagderzLdtungen länger verweilen fall Solche Bücher 'ind jedenfalls danach ango- tmt. auch die Richtiger zu Freunden der Jagd zu machen, weil sie auch ihnen so viel zu sagen, zu geben wissen Der Graubart im Grünrock wird mit Genuß in ihm herumstöbern und der Backsllch wird vor Entzücken auslachen, tneim er etwa die — Hans Ryn er, ein Franzose, dessen Vater Norweger, dessen Mutter fiatatonierin war, ist bei un« nicht allzu bekannt. Mit Unrecht, seine Raheb Dichtung „Pjychodors Wanderschaft , van Ingermayer mustergültig übertragen, zeigt ihn als starken Dichter und als Philosophen, der mit lächeln« oom Antlitz durch die tolle Dell des Irdischen man- hert, etn Skeptiker schon, ober doch ein flamprrr -Lflen die Dummheit und Kleinheit des Menschen. . Wolkenwanderer Verlag, Leipzig ) 1527 — Von A. M. Renner kennen wir Gedichte von einer seltsamen torischen Zartheit. Hymnen der Liebe getragen von feinstem Ratiirempfmden, sein neuestes Werk „Einer unter Euch", das der Wolkenwonderer-Derlag in Leipzig in Mustergut« tiqer Ausstattung nach einem Entwurf von F. Müller vorlegt, zeigt Renner als Dramatiker, der ein so schwieriges Thema, wie der Judas Verrat mit großer Religiosität und in einer Sprache voll Wucht und Ernst wohl anzupacken weiß. 1531 — Maarten Maartens. GvtteS Rarr. Roman Lernen 7 Gm. Verlag von Albert Langen in Münchcm. — Seitdem Albert Langen die sämtlichen Werke von Maarten Maartens in seinen Verlag übernommen hat. beginnt man in Deutschland er ft. den großen | holländischen Dichter recht zu würdigen England und Amerika wissen ja längst über ihn OMäeib Maarten Maartens, dessen unbestechliche Wahrheitsliebe, dessen hoher, reiner Wille ihn zum Geistesbruder eines andern großen Holländer» Multatuli«. machen, schenkte der Welt in der Gestalt des Elias Lvssell etwas Unerhörtes Ein blinder und tauber Mensch wird bet Mittelpunkt einer weitverzweigten Handlung, die doch nichts weniger als eine Krankheitsge- lchrchte dar stellt. Dieser hvheitSvollen. unvev- geglichen Gestalt, diesem Rarren Gottes, der bi Wahrheit eine» von Gottes liebsten Kindern ist. find zwar die wichtigsten äußeren Sinne genommen. aber dafür ist ihm der unbenannte, der seltenste Sinn, der Sinn des He^ns. rn groß- ran Maste $u eigen Elias erfühlt drr Drnge und Menschen der ilmtoelt. Dor der Älarb^t seines gottmchen Empfindens gibt es kerne Masken. Darum scheiden sich an diesem Rarren die Geister Trotz aNer Schmerzen und Wirrnisse bleibt diese Serie in tiefster, ftrahlmder Ruhe. Wundervoll ist die Deseillchast von Kvvpstad geschildert. Mit unbestechlichen Augen sind alle ihre schwächen und Winkrizüge erschaut. Aber diese Hellen Augen strahlen über einem gütigen Dich- lerherzen. das seine Sonne über Gute und Bose ausgehen läßt, die Sonne der Liebe und des HumvrS. 468 — Franz von Baader, der Münchener Prw fessor der kacholischen Dogmatik um die Wende des 10. Jahrhunderts, ist für die Entwicklung der Philosophie weniger durch eigene Lehren und Forschungen bedeutsam geworden, als durch die vielseitiaen Anregungen, die von ihm namhafte philosophische Systemanker empfangen haben. So ist es ein begrüßenswertes Unterlängen, wenn eine Derösfent- lichung des Leipziger Wolkenwanderer' Berlages, dem wir schon manchen Hinweis auf Persönlichkeiten verdanken, die fern von der breiten Heerstraße Wertvolles schufen, diesen über- aus regen Gedankenaustausch Baaders mit den her, vorragenden Geistern seiner Zeit durch eine Veröffentlichung seines Briefwechsels unter dem Titel. Franz Baader und sein Kreis der unverdienten Vergessenheit entreißt. Wir finden Briefe an F.H. Jakobi. an Schelling, der Baader den Hinweis auf den schlesifchen Mystiker des l7. Jahrhunderts Jakob Böhmer verdankt, an Quftinus Kerner. Darnhagen o. Ense. Schubert. Jung Stillmg und viele andere, Briefe, die einen liefen Einblick in lerne philosophische Arbeit geben und durch den voll- endeten Stil des Schreibers auch dem Laien reichen Genuß bereiten. 1525 ber Verlag W 3 Mörlius. Berlin in guter ileberfetjungen zugänglich. Es liegen vor' Tore M de Pereda» „V e r g szc n e n" und Eoncha Gl Pina ..6 b t>: n t der Mara ga tos", ein Roman aus dem spanischen Hochland, voll tief- I ergreifender Bilder sozialen und nationalen Elends, mit reifer ErzählkunO und starker Kon- zentrationSkrasl geschildert 111 112 — „Talib" nennt P. I. Gernold einen Kreis rnorgenlandilchcr Geschichten nach dem Märchenerzähler. der mit seiner Kunst auch uns phantasielose Abendländer in feinen Bann zieht, ein Born der Weisheit geht aus von diesen alten Maren, eingekleidet in das berückende Gewand des Orients, auf den and) die in der Formgebung wie in her packenden Dramatik des Stoffes gleich interessanten Lithographien Rentings sich wunderbar einstellen. (Verlag Alex. Fischer. Tübingen.) 21 — Karl Hesselbacher: Ein Taus- büch le in Mit Bildern von Gustav Traub. Heilbronn. Verlag von S Salzer. Kart. 1,50 Mk.. geb 2.50 Mk. Leinwand 3 Mk — Ein ganz entzückendes Büchlein für alle Ellern! Man wird selten so etwas ZarteS und Starte» zugleich, eine so innige Dankbarkeit für das Geschenk eines Kindes und einen unverzärtelt geraden Mut zur verantwortlichen Erziehung in eine*1 Sammlung markiger feiner Sinnsprüche finden wie in diesem Büchlein. 492 Kopisch .Die Heinzelmännchen . ein Bilderbuch in 25 farbigen Bildern von Ad. Propp (Vollsverband der Bücherfreunde, Beilin). Wer keimt nicht das launige Gedicht von den Kölner Heinzelmännchen. Hier steht es leibhaftig vor uns. lustig illustriert in bunten, frohen Farben, so recht etwas für unsere Kleinen. 394 Franz von Lobkvwitz: Der geheimnisvolle Schneider. (Verlag Walter Seifert. Stuttgart.) Ein köstliches Märchenbuch, voller Humor und Witz. 281 W. Fischer-Graz: Das Burg- I kleinod. (Verlag Eugen Salzer. Hellbronn ) 68 Anna Schieber. Die Erfüllung. (Verlag Eugen Salzer. Heilbronn, s 69 Philosophie. — Leo p. Meyenburg. ,,D e k Hage Leipzig.) Einsame Bor- nehmheit vermag die „niebnge Jetztzeit", die schon Nietzsche fast oeryixtfdn ließ, sich vom Leibe zu halten So ist Stephan, der Hagestolz, ein fein- hlütiger Aristokrat, mehr noch Aesthet aus Instinkt unb Europäer. Pikantes Abenteuer lockt in Dora. ->lber der gepflegte Geschmack des Patriziers negiert ihre mondäne Kulturlosigkeit. Seine idealistische Sehnsucht will den europäischen Gegensatz über, winden, der den Sprößling tragischer Doppelkuttur lahmt 3n Louisens 'ranzolisch-zierlicher Anmut glaubt er sich geborgen. Doch die natürlichen Grenzen ihrer romanischen Kosse, ihr nur weiblicher aauber enttäuschen feinen romantischen Geist: für ihn find Unendlichkeit unb Tiefe no^oendige Lebens- bebiraungen. Das aber ruht m Elarrfsc. m ihrer jade*, betten Snnerstchkrit unb mystischen Treue — Rothenburg, do » Sauber t al mit Wertheim unb Dinkelsbühl. (Verlag Bonitas-Bauer. Inhaber Adolf Dröß- ler, Wurzburg.) Die Pracht unb Schönheit mittelalterlicher Kunst, die in Rothenburg erhalten blieb, lockc alljährlich Xautenbe von Fremden in dieses märchenschöne Städtchen Wie Rothenburg. so bieten viele andere Orte im Taubertal. ganz besonders Wertheim, eine Fülle altfränkischer Stadtbaukunst Richt minder reizvoll wie Rothenburg unb Wertheim ist das Städtchen Dinkelsbühl Möge diele Sammlung schöner Bilder fränkischer Städtchen zu einem Besuch der berühmten Orte aneifern. 241 Paul Kammerer Reuvererbung. (Verlag Walter Seifert in Heilbronn.) Da« Problem der Vererbung erworbener Eigenschaften, erbliche Belüftung und erbliche Entlastung behandelt der Verfasser an Hand reichen Abbildungsmaterial» in positivem Sinne. Ein auch dem Laien verständliches Werk, dessen Schlülle von eminenter Allgemeinbedeutung sind. 2ZZ Wirtschaft. In Subskriptionslieferungen gibt ter rührige Tübinger Verlag 3- eden von G o e t he s Faust gibt Professor R. von Aster Kunstfreund (Verlag Bruno Cassirer, Berlin ® 35.) in einem Bändchen der „Philosophifchen Reihe" be* Münä>ener Verlages Rösl & Cie 45 — Der Tübinger Berlag Alexander Fischer führt aTT a A Wanderer irn zielbewußt und erfolgreich die sich gestellte Aufgabe .. ~ a"s sE " b " ch' a n o hur* an Hand von wertvollen, reich ausgestatteten ZW^MWUWWM ist ein Gemeinfcnnes. das sie verbindet das sie I °b,^iL ^um gibt wertvolle selbst im Augenblick der unbannherzigen Ircnnunq Mittelalte . b ,um qrofc^ wieder und auf ewig miteinander vereint: drei von Ftngerzeige für d'e Wanderung °gro^m feine unbewußte, aber in allen lebendig wirkende Teil unbekannte.aber ^ß^in^essane Wille der Natur. Aus ihren Tiefen leuchtet m dem kennw^s ichwabücher B'idnere. autzerft 'nterepame Werte der Schimmer der Erkenntnis auf. wie die Kunftschatze. Lebenswanderer aus dem Ungewußten sich in ein (DAtllT lltlh ffiiffen eniporringen werden, das sich heute bereits JlUllir UHU X-vU/Hin« ihrer Sehnsucht verkündet. 480 6tn Büchlein aus der Feder be» Politik und Geschichte. Säää« .«sSsg aewandten und unbelehrbaren Emigrantentums, wie Ratzel fribft in fernem ^rwort die Auf- L- er feinet Wortes würdigt. Sein Werk ist gäbe be« Bu^err^umreihL. Lcchel seLst 'st em ben fllei^n DorauSf?dungen wie daS Künstler der «-f^ng, ^d »ern Duchr«!tsth MtDt b°IIffänö;a nach einem Sendet L All zuslans rÄ