rau ""Frauenklinik i ■ „ o * Eags, auf dem Mhenhaus. klWMM ..........................mm und die Freunde lobet ein Mm UDWI6 Uhr abends M des 1. (Hess,) Inf.-Rgts. sterW.Ufoer \ 6584c | ättlers Violinspiel bends 71/, Uhr, Ludwigstr. 11II. skonzert : Eckhardt (Klavier) er (Cello), ife, Streichquartett von ns ;n 'Emst Chillkr^ nr. 156 Erstes Blatt (15. Jahrgang Dienstag, 7. Juli 1925 Erscheint täglich, außer Sonn» und gtiertogs. Beilagen: GießenerFamil'enblötter Heimat im Drld. Monatr.vezugrpreis: 2 Voldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach» richtenAnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vruS und Verlag: vrühl'fche Univerfi1ät§-Buch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrist 20* ,Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 3. D.. Ghrhard Evers; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Sicherheitsdebatte im Oberhaus. London. 6. 3uli. (WB.) Im Oberhaus wurde Heute die angekündigte Debatte über dce auswärtigen Angelegenheiten von Asquith eröffnet. Asquith stellte zu Degmn seiner Rede die Frage, welcher Fortschritt gemacht worden sei oder erwogen werde, was die Räumung Kölns und des Kölner Gebietes durch die britischen Truppen anbelange, ferner, welches das Ergebnis der alliierten Erwägungen über die angeblichen Verzüge Deutschlands in der Erfüllung des Versailler Vertrages sei und welche Rechtfertigung für die weitere Verzögerung der Räumung der genannten Jone bestehe. ' Asquith kam dann auf die Sicherheitsfrage zu sprechen und erklärte: Die bestehende Llnsicherheit und der Mangel angemessener Vorkehrungen zum Zwecke ihrer Deseitigung ist nicht nur gefährlich für Frankreich. sondern für alle europäischen Rationen. Alle bisherigen Versuche, eine Regelung zu finden, sind gescheitert. Sie zu finden, bleibt jedoch die erste Ausgabe der europäischen Staatskunst. Es ist von großer Wichtigkeit, daß Deutschland Mitglied des Völkerbundes wird. Der neue Sicherheitspaktentwurf ist mit Desricdigung zu begrüßen. Ein solcher Pakt, der im übrigen unbedingt unzweideutig sein muß, wird die Autorität des Völkerbundes nicht schwächen, sondern stärken. Ein Vorzug ist es, daß die Initiative von Deutschland ausgegangen ist und daß sein Vorschlag einen bedeutenden Fortschritt darstellt, wobei nur au bedauern ist, daß_ die Bezugnahme auf die Revision von Verträgen unNar gehalten ist. Asquith, der darauf die Frage der Revision der Friedensverträge an Hand der Bestimmungen näher erläuterte und darauf die Frage stellte, ob der Schiedsgerichtsvertrag, der unter dem Pakt geschlossen werden solle, sich auf die Fragen erstrecken solle, die sich äm Zusammenhang mit dem Versailler Vertrag ergeben könnten, gab zum Schluß seiner Rede der Hoffnung Ausdruck, daß der geplante öicherheitspakt die erste Etappe eines ent- chcidenden Beitrages zur dauernden Be- vriedung der Welt werde. Lord Hal da ne, der nach Asquith sprach, erklärte, daß er den Geist des vorgeschlagenen Paktes billige, ersuchte jedoch um Informationen bezüglich der Einzelheiten. Lord Grey führte aus: Die Bedeutung des deutschen Vorschlages zur Regelung der Sicherheitsfrage kann nicht hoch genug angeschlagen werden. Der deutsche Vorschlag weist einen neuen Weg für die Zukunft Europas. Seit der Beendigung des Weltkrieges hat sich die Autorität der europäischen Zivilisation wie dies die Ereignisse in Aegypten, Marokko, China und anderswo zeigen, beispiellos vermindert und die Frage des Augenblickes ist es, wie sie wiederhergcstellt werden kann. Europa kann aber sein früheres Prestige nur wiederherstellen. wenn es bezüglich des künftigen Friedens ein Beispiel gibt. Die deutschen Vorschläge für einen Sicherheitspakt eröffnen nun einen neuen Weg und einen besseren, als den der alten Sonderbündnisse. Wenn sie Erfolg haben, so werden sie den früheren Zustand, wonach Deutschland und Frankreich jedes für sich versuchten. Sicherheit auf Kosten des anderen zu erreichen, ein Ende machen und beiden Ländern Sicherheit bringen, an der sie ein gleiches Interesse und gleichen Anteil haben. Die Verpflichtungen, die Großbritannien übernehmen müßte, wären die Hochhaltung deS Prinzips der Schiedsgerichtsbarkeit und des Grundsatzes, daß Großbritannien zu der angegriffenen Ration steht. Großbritannien darf sich nicht abseits halten. Eine Politik der Isolation ist unmöglich. Selbstverständlich müssen die Dominions in jedem Punkte zu Rate gezogen werden. Es darf 'kein Druck auf sie angewendet werden. Verpflichtungen zu übernehmen, die sie nicht eingehen wollen. Andererseits muß die Regierung alles tun. um den Dominions die Bedeutung des gegenwärtigen Standes der europäischen Angelegenheiten und 'ne Interessiertheit Englands an diesen klar zu nachen. Die Dominions werden hoffentlich wissen, 'ah eS für die britische Regierung wesentlich ist, sich an den europäischen Angelegenheiten zu in- leressieren. wenn sie auch vielleicht selbst keine endgültigen Verpflichtungen übernehmen wollen. Lord Grey gab zum Schluß seiner Rede der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen zur Herbeiführung eines Sicherheitspaktes Erfolg haben werden. Lord Balfour, der darauf das Wort nahm, erklärte zunächst, da die Ausführungen seiner Vorredner eine Verteidigung der Politik der Regierung darstellten, bleibe ihm sehr wenig zu sagen übrig. Balfour erinnerte dann in Beantwortung einer Frage Asquith bezüglich der Räumung des deutschen Gebietes an die ülmstände, unter denen die im Januar fällige Räumung verschoben wurde, sowie an die Ereignisse, die zu der französisch-britischen Abrustungsnote führten. Er sagte, bisher sei von der deutschen Regierung keine Antwort eingegangen und dies sei der augenblickliche Stand der Lage. Balfour erklärte bann, er teile nicht ganz die Desdrg- nisse Greys, daß die Schwierigkeiten Englands auf die Abnahme des Prestiges der europäischen Zivilisation zurückzuführen seien; er stimme aber der Ansicht vollkommen zu. daß der Weltkrieg die allgemeine Llmwälzung hervorgerufen habe, an der man jetzt leide. Ich hoffe zuversichtlich daß die Vorschläge, welche wir. nachdem Deutschland die Initiative ergriffen hat, gemacht haben, schließlich von der deutschen Politik angenommen werden. Wenn dem so ist und wenn tote das Glück haben, daß auf dieser breiten Basis ein allgemeines Ale6eccinfommen getroffen wird, so kann nicht der geringste Zwefel aufkommen, daß einer der wesentlichsten Beiträge zur Zivilisation und zum Frieden geschaffen werden wird. Wenn infolge von unzeitgemäßem Zögern oder Zweifeln oder aus irgend einem anderen Grunde irgendeine der in Frage kommenden Parteien, die an diesem Sicherheitspakt teil- nehmen sollen, jetzt zurücktreten würde, so stimme ich mit Lord Grey darin überein, daß ein schlimmerer Schlag gegen das Glück und die Wohlfahrt der Menschen nicht geführt werden könnte, und daß eine größere Erschütterung der ganzen W e *, die für die ©enefung von dem Unglück der . -angenheit kämpft, nicht ausdenkbar ist. Ich tann nicht glauben, daß irgendwelche Staatsmänner diese gewaltige Verantwortung auf sich nehmen wollen. Es scheint, daß wir Land in Sicht haben. Sicherlich wird das Schiff der Zivilisation nicht durch eine verbrecherische Torheit von Jenen zum Scheitern gebracht werden, die für seine Führung in Wirklichkeit verantwortlich sind. Ich weiß, daß, wenn ich diese Hoffnung zum Ausdruck bringe, und es gibt mir eine große Befriedigung, so zu denken, die britische Regierung die wärmste Sympathie aller Jener haben wird, die in diesem Hause gesprochen haben, und ich glaube, daß sie nicht nur die Parteien, für die fie sprachen, sondern daß sie die besten politischen Gedanken unseres Landes vertreten und wünschen, daß die Bemühungen der Regierung für eine Sache, die nicht eine Angclegcnheit einer einzelnen Partei noch eines einzelnen Landes, sondern der Zivilisation an sich ist, von größtem Erfolg gekrönt werde. In Fortsetzung der Debatte erklärte der Lord-Kanzler Cave in Beantwortung einer Frage von Lord Redesdale. ob in dem Sicherheitspakt vorgesehen fei, wie die Bedingungen des Paktes durchgeführt werden sollen: Ich bitte den Fragesteller, warten zu wollen, bis das Dokument dem Parlament vorgelegt wird. Wie das hohe Haus weiß, ist der CBer trag noch nicht formuliert. Aber es ist bereits oder wird in wenigen Tagen der Gegenstand von Verhandlungen sein. Die englisch-russische Spannung. London, 6. Juli. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des „Manchester Guardian" schreibt, die Andeutung der „Sunday Times" betreffend die bevorstehende Aenderung der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetrußland sei eine bloße Mutmaßung, die den Tatsachen nicht entspreche. Richtig sei, daß die Regierung im Besitze von ständig wachsendem B e w e i s- material für d i e bolschewistischen Intrigen in China und anderen Teilen Asiens gegen großbritannische Interessen sei. Es verlaute indessen, daß die Politik der britischen Regierung dahin gehe, keine isolierte Aktion gegen die Sorojetrcgicrung zu unternehmen, sondern lediglich an der vereinbarten Aktion seitens einer Gruppe v o n M ä ch- t e n teilzunehmen, deren Interessen in ähnlicher Weise bedroht seien. Während der letzten Wochen scheine die britische Regierung mit den anderen Regierungen über diese Frage in Beratung gestanden zu haben. Sie beabsichtige nicht eine direkte Aktion gegen China oder Rußland zu unternehmen. Sie sei bereit, an einer internationalen Intervention in China teilzunehmen unter der Bedingung, daß neben den andern Mächten die Bereinigten Staaten und Frankreich zur Teilnahme bereit seien. Aehnlich sei die Lage gegenüber Rußland. Es heiße, daß gewisse Mitglieder der Regierung für eine sofortige Aktion gegen Rußland seien, aber es scheine nicht, daß diese Mitglieder bis jetzt einen entscheidenden Einfluß auf die britische Politik in dieser Hinsicht erlangt haben. Die Lage im Fernen Osten. London, 6. Juli. (Wolfs.) Der „Daily Telegraph" schreibt in seinem Leitartikel, die LInruhen in China bewegten sich langsam, aber sicher auf ihrem vorgefchriebenen Wege, der wahrscheinlich mit ernsten Verlusten für das Ausland und nicht weniger als ruhig für China enden werde. Aber eine furchtbarere Gefahr als die innere Auflösung und das Chaos in China sei am Horizont erschienen. Mitten in die augenblickliche Verwirrung hätten die Vereinigten Staaten einen wohlgemeinten Vorschlag geworfen, der jedoch wohl nur als eine Herausforderung angesehen werden würde. Washington habe mit feinem Vorschlag einer sofortigen Reform der jetzt von Ausländern in China genossenen exterritorialen Rechte von neuem gezeigt, daß die Republik des Westens nicht bereit und nicht fähig sei, die größeren Seiten der orientalischen Fragen zu erfassen. Japan werde diese Forderung Amerikas sicher als einen Beweis dafür ansehen, daß Amerika endlich den Fehdehandschuh hingeworfen habe. Für alle diejenigen, die den Fernen Osten kennen, sei es vollkommen klar, daß von allen ausländischen Einwohnern in China und von allen dortigen ausländischen Interessen diejenigen Japans bet einer solchen Abänderung nicht nur am meisten leiden, sondern in der augenblicklichen Stimmung Chinas so offenkundig bedroht werden würden, daß Tokio, so friedlich auch feine augenblicklichen Absichten seien, doch durch den Selbsterhaltungstrieb allein veranlaßt werden würde, eine sofortige Aktion zu unternehmen. Man müsse sich wundern, daß ein so augenscheinliches Ergebnis der Einmischung in das Fremde recht inmitten der fremdenfeindlichen Bewegung nicht wenigstens einigen der Leute, die die Außenpolitik der Vereinigten Staaten lenkten, zum Bewußtsein gekommen fei, denn es gebe wahrscheinlich nicht einen einzigen Amerikaner, der wünsche, daß Japan mit China oder den Vereinigten Staaten Krieg führe. Das Blatt weist darauf hin, daß Japan gezwungen sein werde, seine Interessen in der Südmandschurei zu schützen. Wenn zu dieser Rotwendigkeit noch der Versuch der Vereinigten Staaten tarne, die Garantien au s chwäch en, die Japan jetzt in China genießt, so könne die Angelegenheit nur ein einziges Ende haben. Der englisch - russische Konflikt. London, 6. Juli. (WB.) Irn Unterhaus fragte Trevelyan, ob Chamberlain beabsichtige, sich Tschitscherins Erklärung zu Ruhen zu machen, daß Rußland zur Erörterung zwischen ihm und England schwebender Fragen gewillt sei, und daß es auch bereit fei, mit jedem Staat zu einer Vereinbarung zur Förderung des Weltfriedens zu gelangen. Chamberlain verneinte diese Frage. Ch rmberlain über die Einschränkungen für die deutsche Luftfahrt. London, 6. Juli. (WB.) Auf eine Anfrage Wedgewood Benns wegen der Einschränkungsbestimmungen für die deutsche Luftfahrt gab Chamberlain im Unterhaus eine Erklärung über die Verhältniffe ab, die zu der bekannten Rote der Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung geführt habe. Auf eine weitere Frage Wedgewoods Benns, ob es Chamberlain bekaimt sei, daß deutscherseits die ausländischen Flugzeugen bei Flügen über Deutschland auferlegten Beschränkungen eines der größten Hindernisse für die Entwicklung der europäischen Handelsluftfahrt sei, sagte Chamberlain: Es ist mir bekannt, daß Schwierigkeiten vorhanden sind. Die zuständigen britischen Behörden bemühen sich um ihre Beseitigung. Weiteres kann ich im Augenblick nicht darüber sagen. Der neue Oberbefehlshaber in Marokko. P a r is, 7. Juki. (TU.) Zum Oberbefehlshaber in Marokko ist General 77 a u l i n ernannt worden, der seit Uebernahme des Oberkommandos am Rhein durch Genera! Guillaumet das 30. Armekorps in Mainz befehligt, vorher war er Befehlshaber der alliierten Streitkräfte in Oberschlesien. Der General, der gegenwärtig zur Kur in Vichy weilt, wird sofort nach Marokko abreifen. Das Ernennungsdekret, das heute früh im „Journal" offiziell veröffentlicht wird, hat nach den Morgenblättern folgende Fassung: „Der Generalresident von Marokko ist unter der Oberaufsicht des Kriegsministers für die innere und äußere Berteidigung des Protektorats verantwortlich. Er verfügt zu diesem Zweck über die gesamten Streitkräfte zu Wasser und zu Lande. Unter seiner Aufsicht wird das Oberkommando über die vereinigten Streitkräfte des Protektorats und die damit Aufammenhängenden Dienststellen einem General übertragen, der nach den Anweisungen des Generalresidenten die Operationen vorbereitet und ausführen wird. Er ist dafür verantwortlich. Der Oberkommandierende übt in der Kampfzone nicht nur dos Oberkommando über die Truppen, sondern auch über den Nachrichtendienst aus, und nimmt nach Gutdünken die Verteilung der ihm vom Kriegsministerium zur Der- fügung gestellten Offiziere und Mannschaften vor." Nach dem Wortlaut des Dekretes zu schließen, lag der französischen Regierung daran, den Eindruck zu verhindern, als bedeute die Ernennung des Oberbefehlshabers eine Demütigung des Marschalls Liauthey. — Ueber die Gründe, die General Guillaumet veranlaßten, das Oberkommando abzulehnen, wird berichtet, der Oberkommandierende der Rheinarmee habe besonders an d^r Begrenzung der Machtbefugnisse Anstoß genommen. Französisch-spanische Offensive in Marokko. Paris, 6. Juli (TU.) Aus Rabat wird gemeldet, daß die französische Armee seit gestern auf der ganzen Front an greift. Der Gegner soll durch die neue Offensive stark erschüttert worden fein. Gestern abend wurde bekannt, daß auch die spanische Artillerie den Feind nördlich von Lukkas unter Feuer genommen hat. Eine Kolonne war im Rachtmarsch auf Terronal vorgestoben, das sie trotz verzweifelten Widerstandes des Feindes erreichte. Die wichtige Stellung Dab-Taza wurde nach heftigem Kampfe gestürmt. Der Zugang zu der Stellung Du-Halinn konnte vom Gegner gesäubert werden und wurde dann zum größten Teile zerstört. Dor Taza stehen die französischen Truppen noch in heftigem Kamtzse mit drei feindlichen Abteilungen. Der Feind zieht sich langsam zurück. ------- i Deutscher Reichstag. Jugcndschutz. — Zrainpf um die S cher» heitsdcbatte Das Haus ist fast leer. Ein kommunistischer Antrag auf Haftentlassung der Abg. Hecker und Pfeifer (K.) wird dem Geschäftsordnungs- ausschuß überwiesen. Die Vorlage über Gebühren für Arbeitsbücher wird in dritter Lesung angenommen. Das zur dritten Lesung stehende Handelsabkommen mit Griechenland wird aus Antrag des Abg. Schultz- Bromberg (Dntl.) dem auswärtigen und han- handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Er folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes über den Schuh der Jugend, die Lustbarkeiten, verbunden mit einem sozialdemokratischen Antrag über die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. Rach der Vorlage kann die Beschäftigung und der Besuch von Minderjährigen unter 18 Jahren für bestimmte Lustbarkeiten und Schaustellungen verboten oder eingeschränkt werden. Frau Abg. Schröder- Schleswig-Holstein (©da.) berichtet über die Verhandlungen des Sozialen Abschusses betreffend die Kinderarbeit. In der Debatte behauptet die Abg., Frau Arendsen (Kom.), daß es sich bei allen Maßnahmen dieser Regierung nicht um Maßnahmen für die Jugend, sondern um solche gegen bte Heranwachsende Jugend handle. Wenn die Jugend verwahrlose, so sei das die Schuld der Gesellschaft. Abg. Schwarzer' (Bayer. Dpt.) bemängelt, daß bei der Beratung der Kinderarbeit bei Filmaufnahmen eine Sachverständigenberatung nicht stattgefunden habe. Das so allgemein gehaltene Verbot, wie es in der Vorlage der Regierung enthalten fei, fei untragbar und unannehmbar. Daß man für den Schuh der Jugend eintreten müsse, sei selbstverständlich. Wenn aber das Gesetz kategorisch verbiete, daß Kinder unter drei Jahren zu anderen als Zweiten der Heilkunde gefilmt werden, so müsse man das als zu weitgehend ablehnen. Dec Redner beantragt nochmalige Rückverweisung des Gesetzentwurfes an den sozialen Ausschuß. Abg. Frau Lüders (Dem.) wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners. Die Rednerin verweist auf eine Stellungnahme des Berliner Polizeipräsidenten. Man müsse bedenken, daß abgesehen von der sittlichen Gefährdung filmender Kinder noch andere Gefahren in Frage kommen, die für den Erwachsenen nicht als Gefahren zu bezeichnen sind. Ausnahmsweise könnten Kinderaufnahmen von Kindergärten und Kinderheimen gestattet werden, aber weiter könne man nicht gehen. Abg. Frau Schröder (Soz.) erklärt, der Schuh der sog. Filmkinder sei nur deshalb nicht im Gesetz von 1903 enthalten, weil es damals noch keine Filmkinder gegeben habe. Dieser Schuh müsse nun nack^eholt werden. Die Regierungsvorlage wird dann einem besonderen Ausschuß überwiesen. Der Antrag Müller-Franken wird in zweiter Lesung angenommen. Dann teilt der Präsident dem Haus mit, daß er gemäß den gestrigen Beschlüssen des Hauses mit dem Reichskanzler die Frage besprochen habe, ob und wann die außenpolitische Debatte stattfinden könne. Der Reichskanzler habe erwidert, daß es gegenwärtig nicht wünschenswert fei, in die außenpolitische Debatte einzutreten, weil wichtige diplomatische Verhandlungen, die gegenwärtig schweben, dadurch gestört würden. Man hätte aber, wie Präsident Loebe weiter mitteilt, sehr wenig De- ratungsstoss, weil alles in den Ausschüssen liege. Es fei deshalb zu erwägen, den Montag und Dienstag von Plenarsitzungen frei zu lassen. Abg. Dittmann (Soz.) erhebt gegen diese Art des Verfahrens Einspruch. Es müsse auch noch Beratungsstoff für die nächsten Tage vorhanden sein. Abg. v. Gräfe (Völk.) bemängelt die lauen Erklärungen des Abg. Dittmann. Die Völkischen wünschten unter allen Umständen die sofortige außenpolitische Debatte. Staatssekretär Kempner. 3m Auftrage des Reichskanzlers habe ich w erklären, daß die Debatte über die außenpolitische Lage noch vor den Sommerferien stattsinden wird, und zwar, sobald die Antwortnote überreicht fein wird. (Lebhaftes Hört! Hört! links.) Abg. Dr. Rosenberg (Komm.) meint, ein derartiges Vorgehen der Regierung würde in keinem anderen Parlament Europas möglich sein. (Gelächter rechts.) Die Kommunisten müßten unbedingt auf der sofortigen außenpolitischen Debatte bestehen. Abg. Dr. Breit scheid (Soz.): Nach der soeben erfolgten Erklärung der Regierung verlangen auch wir, daß noch heute mit dem Außenminister darüber gesprochen wird, welche gewichtigen Gründe die Regierung verhindern, zur Zeit schon in die außenpolitische Debatte einzutreten. Die Debatte müsse noch stattfinden, bevor die Note herausgeht. Abg. Fehrenbach (Zentr.): Montags- und Dienstags sollen keine Sitzungen stattfinden, damit die Ausschüsse alle wichtigen Beratungen für das Plenum reif machen können. Bezüglich der Debatte über die außenpolitische Lage hat der Reichskanzler im Aeltestenrat nichts da-- von gesagt, daß die Debatte erst nach Absendung der Rote erfolgen solle. Der Herr Reichskanzler hat aber den Entschluß gefaßt, dem Aeltestenrat Auskunft über die Gründe zu geben, welche es geboten erscheinen liehen, die außenpolitische Debatte zurückzustcllen. Bielleicht kann der Reichskanzler auch im Ausschuß berichten und uns diese Gründe am nächsten Mittwoch ansein- andersetzen. Dis dann wird die Rote noch nicht abgehen. Zuerst müssen wir den Kanzler hören, und dann wird noch immer Zeit sein, darüber zu sprechen, wann die außenpolitische Aussprache stattfinden soll. (Beifall rechts.) Präsident Loebe: Der Reichskanzler hat sich bereiterklärt, die Gründe gegen die sofortige Außendebatte vorzulegen. Aus der soeben abgegebenen Erklärung aber geht hervor, daß wir uns über den Zeitpunkt der außenpolitischen Aussprache klar sein sollen. Abg. Dr. Haas (Dem.): Es ist nicht verständlich, warum der Reichskanzler seine Erklärungen durch den Staatssekretär abgegeben hat. Wir wünschen auch eine außenpolitische Debatte vor Abgang der Rote, haben aber in der Opposition die Pflicht der Verantwortung und müssen daher vorher den Reichskanzler hören. Mit dem Außenminister könnten wir uns nur begnügen, wenn wir wüßten, daß beide einer Meinung sind. Mir scheint aber das Durcheinander der Regierungsparteien so groß zu sein, daß ich die Auffassung habe, durch den Herrn Reichskanzler vielleicht besser informiert zu werden. Die Aussprache muß so schnell wie möglich mit dem Reichskanzler erfolgen. Abg. Stöcker (Komm.) beantragt, den Reichsauhenminister Stresemann sofort vor den Reichstag zu rufen, um die Gründe der Regierung zur Hinauszögerung der Debatte zu hören. Abg. Fehrenbach (Zentr.) fragt den im Saale befindlichen Reichsarbeitsminister, ob nach seiner Meinung eine sofortige Absendung der Rote über den Sicherheitspakt in Frage komme, ob der Reichskanzler mit dem Kabinett einig sei und seine Erklärungen vielleicht im Auswärtigen Ausschuß abgegeben habe. Reichsarbeitsminister Brauns: Der Herr Reichskanzler und der Herr Reichsaußenminister sind gegenwärtig nicht in Berlin. (Zuruf des Abg. Höllein (Kom.): Sie haben sich gedrückt!) Ich bin aber überzeugt, daß der Reichskanzler bereit ist, mit den Fraktionen in, den nächsten Tagen Fühlung zu nehmen. Die Antwortnote toird nicht beschlossen werden, bevor diese Fühlungnahme stattfand. Rach weiterer Geschäftsordnungsdebatte lehnt das Haus gegen die Stimmen der Völkischen, Sozialdemokraten und Kommunisten den Antrag ab, am nächsten Montag dke außenpolitische Debatte stattfinden zu lassen. Die Entscheidung über diese Debatte wird erst nach den angekündigten Ausführungen des Reichskanzlers stattfinden. Der Ablehnung verfiel gegen die gleichen Stimmen mit Einschluß der Demokraten der Antrag H e n - n i g (Völk.), keine Rote über den Sicherheitspakt anzusenden, bevor die Aussprache im Reichstag stattgefunden hat. Anter Ablehnung aller anderen Anträge beschloß das Haus, die nächste Sitzung erst am Mittwoch stattfinden zu lassen. Unter Erledigung dieser Geschästsordnungs- 'debatte wendet sich das Haus der ersten Bera- » tung des Gesetzentwurfes über den Ausbau der Ange st eilten Versicherung zu, der 1 vom Arbeitsminister Brauns dem Hause zur Annahme empfohlen wird. Der Entwurf sieht eine Erhöhung der Leistungen der Angestellten- versicherung um ein Drittel, aber auch eine Erhöhung der Beiträge um ein Drittel vor. Vizepräsident R i l l e r überweist den Antrag über die Angestelltenversicherung dem sozialpolitischen Ausschuß. Das Bureau ist sich einig, daß das Haus nicht beschlußfähig ist. Die Sitzung wird daher um i/25 Ahr auf Mittwoch, den 8. Juli, 2Vr H&t nachmittags, vertagt. Himmelsdach-Ausschub des Hessischen Landtages. Darmstadt, 6. Juli. (Eigener Bericht.) Rach dreiwöchiger Pause trat heute nachmittag der Dom Hess. Landtag eingesetzte Ausschuß zur Untersuchung des Falles Himmelsbach wieder zusammen. Als erster Zeuge soll Finanz- minister Henrich vernommen werden, der vorher die Erklärung abgibt, daß er nicht nur als Zeuge sprechen wolle, sondern auch als Vertreter der Hess. Regierung. Die Denkschrift des Finanzministeriums liege jetzt vor. Auf Liefe Erklärung hin zieht sich der Ausschuß zurück und beschließt in geheimer Beratung, den Minister nur als Zeugen zu hören. In dec Vernehmung erklärt Finanzminister Henrich u. o. die ventes habe die Regierung als notwendiges Aebel über sich ergehen lassen müssen: vor den Leuten, die dort gesteigert hätten, habe er persönlich keine gesteigerte Hochachtung. Die coupes seien gerade so zu bewerten, es sei dazu nur eine beschränkte Anzahl von Firmen zugelassen worden. Die coupes-Verträge wären als Geheim- verträge anzusehen, in der bayerischen Denkschrift wären sie als geheim bezeichnet: in Hessen wäre das nicht feststellbar. D i e Zustimmung dazu sei nie erteilt worden, trotz gegenteiliger Behauptung der Firma Himmelsbach. Die Regierung sei in keinerlei Weise mit dem Verlangen der Firma einverstanden gewesen. Als Zustimmungsersah müßten ihr die Erklärungen des verstorbenen Oberforst- rates Kallenbach dienen. Der Minister sucht dann darzulegen, daß die Firma Himmelsbach nicht unter einem Zwang gehandelt, sondern ein gutes Geschäft, ein Millionengeschäft, gemacht habe. Die Frage der Zuweisung der Schläge fei dunkel; wahrscheinlich habe die Firma hier aktiv mitgewirkt. Die Maschinen zum Fällen, die die Firma von der Forstverwaltung lieh, wären beschlagnahmt gewesen, sie hätten von den Oberförstereien herausgegeben werden müssen. Die Firma habe dann versucht, von der Hess. Regierung eine Art Ehrenerklärung zu erlangen: ein Boykott gegenüber der Firma sei nicht ausgesprochen worden. Aus den vielen Kreuz- und Querfragen, die dann an den Minister gerichtet wurden, ist die des Abg. H a u r y (D. Vp.) bemerkenswert, der darauf hinwies, daß die Forstbehörde sich für das Ausleihen der Maschinen ja habe bezahlen lassen, sie könnten doch wohl nicht beschlagnahmt gewesen sein. Auch Abg. Kaul (Soz.) ist der Meinung, daß bei dem Vorliegen eines Leihvertrags von einer Beschlagnahme nicht die Rede sein könnte. Hauptsächlich drehte sich die Vernehmung um die Aussagen des Ober- forstrates Kallenbach, der bekanntlich Aeuße- ningcn getan hatte, auf Grund deren die Firma Himmelsbach annahm, berechtigt zu sein, die Verträge über die Holzschläge abzuschliehen. Minister Henrich bestreitet, daß der Oberforstrat selbständig Erklärungen abgegeben habe .ohne vom Ministerium dazu ermächtigt zu fein. Diese Auffassung fand nicht die Zustimmung aller Aus- schußmitglieder, wie aus deren Fragestellungen hervorging. Landforstmeister i. R. Joseph glaubt nicht, daß Oberforstrat Kallenbach in einer Unterredung persönlich eine andere Auffassung hatte, als die ablehnende des Ministeriums. Zum Schluß der Sitzung wird noch Landforstmeister Hesse vernommen, der aber nichts wesentlich Reues zur Sache aussagen kann. Um die Erhaltung der Bergstraße Dem Hessischen Landtag wurde ein von 24 Abgeordneten unterzeichneter Antrag vorgelegt, der folgenden Wortlaut hat: Der Landtag möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, alsbald zu veranlassen, daß die Fahrgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge jeder Art für die Straßen Bickenbach — Heppenheim und Eberstadt—Seeheim—Zwingenberg auf eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometer pro Stunde festgesetzt wird. Begründung. Die oben im Antrag bezeichneten Straßen werden zur Zeit für den Durchgangsverkehr der Kraftfahrzeuge benützt. Infolge dieser Tatsache ist eine Verkehrsdichtigkeit der Kraftfahrzeuge eingetreten, so daß der Publikumsoerkehr, namentlich an Sonn- und Feiertagen, fast ausgeschaltet ist, und zwar erstens wegen der ungeheuren Staubplage, zweitens insbesondere wegen der Lebensgefährlichkeit. Wenn auch Strecken dieser benannten Straßen mit Pflasterung versehen sind, so sind die Straßen dadurch noch lange nicht staubarm. Bei den rasenden Tempos der Fahrzeuge wälzen sich große und dichte Staubwolken über die vorübergehenden Straßenpassanten, ohne Unterbrechung. Infolgedessen ist dadurch allein schon der Publikumsverkehr fast zur Unmöglichkeit geworden. Hierzu gesellt sich die dauernde Gefahr für das Leben der Passanten, wovon die Unglücksfälle letzterer Zeit, mit teilweise tödlichem Ausgang, ein beredtes Zeugnis ablegen. An den schmalen Straßen Seeheim—Zwingenberg, inmitten der Luftkurorte der Bergstraße, ist der Personenausflugsverkehr zur direkten Unmöglichkeit geworden. Es drängt sich hierzu noch die Frage auf, wo überhaupt die Einwohner, Ausflügler und die sonstige Bevölkerung ihre Erholung und Erledigung ihrer sonstigen Geschäfte sich noch bewegen soll, wenn sie nicht dauernd ihr Leben und ihre Gesundheit dieser Autoraserei aussetzen will. Marschall Fach Ehrenbürger von Manchester. Paris, 6. Juli. (WB.) In der englischen Botschaft fand heute nachmittag eine Feier statt, in deren Verlauf der Lordmayor von Manchester dem Marschall Fach den Ehrenbürge cbrief der Stadt Manche st er überreichte. In feiner Dankrede sagte Marschall Fach: Die Ruhe braucht lange, bis sie in der Welt zur Herrschaft gelangt. Ich möchte annehmen, daß durch Verständigung und Abkommen zwischen den Völkern die Krise abgekürzt wird, die man die Krise des Friedens nennen kann. Aber diese Abkommen und diese Verständigung dürfe man nicht blindlinks suchen. Man müsse ihre Realitäten unter den Völkern suchen, die unter dem Banner der Freiheit in gleichem Schritt marschieren. Was die Redlichkeit und die gegenseitige Hilfe an!angt, hüten wir uns vor denen, die selbst den Frieden durch Schulen des Hasses verhindern. Demission des holländischen Kabinetts. Haag, 6. Juli. Der Ausfall der holländischen Wahlen hat das Kabinett veranlaßt, der Königin seine Entlassung einzureichen. Das Kaue:: wurde mit der vorläufigen Weiterführung der Geschöftt. beauftragt Kleine politische Nachrichten, Der preußische Gesandte in München und bisherige Geschäftsträger der preußischen Regierung in München Ministerialrat Denk, der nunmehr zum Gesandten ernannt wurde, hat dem Ministerpräsidenten Held sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Ministerpräsident Held wünschte dem neu ernannten Gesandten Glück für die Amtsführung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das gegenseitige Verhältnis der beiden Länder weiterhin ein gedeihliches sein möge. Der englische Botschafter in Berlin Lord d ' A b e r n o n ist in Baden-Baden angekommen und hat im Sanatorium-Dr. Denglet Wohnung genommen. Aus aller Welt. Der 100. Geburtstag Friedrich garnckes. Heute vor 100 Jahren wurde im Pfarrhaus des Dorfes Zahrenstors bei Brüel in Mecklenburg-Schwerin Friedrich Zarncke geboren. Er hat sich besonders durch die Begründung des „Literarischen Centralblattes" und seine bedeutenden germanistischen Siudien über Brants „Rarrenschisf" und das „Ribelungenlied", sowie seine philologischen Arbeiten über Christian V-euter und Goethe einen 21 amen gemacht. Wir werden Gelegenheit haben, unseren Lesern in Kürze einen Abriß seines Lebens und Wirkens vorzulegen. Der Zeppelin als Nordpolbesieger. Berlin, 6. Juli. (Wolff.) Amundsen hat einem Berliner Journalisten ein Interview gewährt, in dem er u. a. sagte: Ich glaube nicht, daß man mit dem Flugzeug den Rordpvl erreichen kann. Es gibt keine Landungsplätze da oben, die für Flugzeuge geeignet wären. Ich glaube aber fest, daß ein Zeppelin es schaffen kann, weil er auf dem Eis niedergehen kann und nicht mit seinem Gewicht einsinkt wie eine Maschine, die schwerer ist als Luft. Der Plan Dr. Eckeners ist ein ganz großer Gedanke. Er sollte und er muh verwirklicht werden. Ellsworth, der zweite Führer des Polflugzeuges, fügte hinzu: Ich bin jederzeit bereit, wieder mit hinauszugehen. Ich teile vollkommen die Anschauungen Amund- sens über Eckeners Pläne. Ein Erdbeben. Wie die Technische Hochschule in Karlsruhe mitteilt, registrierten die Seismographen am Montag ein ziemlich starkes Erdbeben. Die ersten Wellen trafen um 1 Uhr 19 Minuten mitteleuropäischer Zeit ein. Der größte Ausschlag erfolgte um 1.25 Uhr. Der Erdbebenherd liegt in Europa in einer Entfernung von etwa 1700 Kilometern. Das Bostoner Linsturzunglück. Aus den Trümmern des zusammengestürzten P i ck- wick-Klubgebäudes sind bis jetzt 41 Leichen geborgen worden. Hierunter befand sich auch ein Polizeiinspektor, der in dem Klub anscheinend nach polizeilich gesuchten Personen gefahndet hatte. 200 Rettungsmannschaften setzen die Suche nach weiteren Verunglückten fort. Tödlicher Grubenunfall. Ein schwerer Unfall hat sich in Kunststein in einem Schlackenbetrieb der Dortmunder Union ereignet. Drei Leute waren zu Beginn der Morgenschicht damit beschäftigt, einen großen Hohlraum in den Schlackenberg zu treiben, als die Schlacken plötzlich nachgaben und die drei Arbeiter unter sich begruben. Der Arbeiter Kotzki wurde durch die stürmenden Schlackenblöcke erschlagen, der Arbeiter Mässa erlitt schwere Schädelverletzungen, während der dritte Arbeiter mit leichteren Verletzungen davonkam. Siedlungshäuser an Stelle von Jahrtausendfeiern. Das Stadtverordnetenkollegium von Kaldenkirchen (Riederrhein) beschloß, anstelle einer I a hr t a u se n d s ei er zehn Eigenheime für kinderreiche Familien zu schaffen und „Jahrtausendsiedlung" zu nennen. Den Beziehern der Häuser soll seitens der Stadt für den Zin- fendienft ein weitgehender Zuschuß gewährt werden. Mordversuch am schlafenden Bruder. Am Sonntag früh meldete sich der 17 Jahre alle Arbeiter Friedrich Zielte bei der Berliner Polizei und gab an, seinen B r u de r e r m o r d et zu haben. Als die Polizei in die Wohnung Zielkes eilte, fand sie in dem gemeinsamen Schlafzimmer den 19 Jahre alten Paul Zielte mit nur noch schwachen Lebenszeichen blutüberströmtimBette liegend vor. Es stellte sich heraus, daß der jüngere dem älteren Bruder, mit dem er am Abend vorher einen Streit gehabt hatte, in der Nacht drei wuchtige Beil- hiebe mit der scharfen Schneide auf den Kopf versetzt hatte. 2)er*iäter hatte geglaubt, seinen Bruder getötet zu haben. Der schwerverletzte Paul Zielte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er in bedenklichem Zustand barnieterliegt. Den Sohn erstochen. In Jmsheim bei Landau wollte der Taglöhner Jakob Sattel seinem 14 Jahre alten Sohn den Lohn äbnehmen, um das Geld zu vertrinken. Der hinzukommende ältere verheiratete Sohn erhielt von seinem Vater beim Abwehren vier schwere Messerstiche, woran der Verletzte nach seiner Einlieferung in das hiesige Krankenhaus verstarb. Die Polizei hat den Täter verhaftet. Hochschulnachrichten. Professor Lummer f. Der Breslauer Universitätsprvfessor Dr. Phil. Otto Lummer ist plötzlich an einem Herzschlag gestorben. Kronprinz Rupprecht Dr. phil. h. c. Die philosophische Fakultät der Universität E r- langen hat dem ehemaligen Kronprinzen Rupprecht von Bayern, der bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des ehemaligen 19. bayerischen Infanterieregiments in Erlangen weilte, die Würde eines Doktors der Philosophie honoris causa verliehen. Desgleichen hat die Universität Erlangen den Generälen der Infanterie Hermann v. Francois in Berlin und Paul Ritter von H e u ß l, München in Würdigung der hervorragenden Führung bei den ruhmvollen Kämpfen in Galizien die Würde eines Dr. phil. honoris causa verliehen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Juli 1925. Ein Schwindler. 3n verschiedenen Ortschaften der näheren Umgebung Gießens wird feit einigen Tagen ein „Hausund Familienkalender" zum Preise von 75 Pf. angeboten. Der Agent hat sich wiederholt als Vertreter des Gießener Anzeigers ausgegeben. Wir machen unsere Leser und Zweigstelleninhaber ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der Gießener An- zeiger mit diesem Unternehmen nichts zu tun hat. Der Sonntag als letzter Kündigungstag. Das Gewerbegericht in Plauen hat eine Entscheidung über die Frage getroffen, ob, wenn der letzte Kündigungstag auf einen Sonntag fällt, noch am darauffolgenden Werktage rechtswirksam gekündigt werden kann. Das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt im § 193, daß, wenn eine Willenserklärung an einem bestimmten Tag oder innerhalb einer Frist abzugeben ist, die Abgabe dieser Willenserklärung am nächstfolgenden Werktage erfolgen kann, falls der bestimmte Tag oder der letzte Tag der Frist auf einen Sonntag fällt. Für die Kündigungsfrist für Angestellte nach dem Handelsgesetzbuch und nach der Gewerbeordnung kann dieser Paragraph jedoch bei der Kündigung der unter diese Bestimmung fallenden Angestellten nicht gelten. Für diese Angestellten schreibt das Gesetz vor, daß sie rechtswirksam gekündigt werden tr • ’.t. rJt einer Frist von 6 Wochen vor dem Gc/uhc des Vierteljahres, oder, falls es vereinbar! i.'t, von einem Monat, d. h. selbstverständlich, '---ätz zwischen dem Tag der Kündigung und t - ai letzten Tag des Dienstverhältnisses eine Frist von 6 Wochen gleich 42 Tagen bzw. von einem Monat liegen muß. Diese Bestimmungen können nicht anders ausgelegt werden, denn sie sind zwingender Natur. Die weitverbreitete 'Annahme, daß die Kündigung nur an einem bestimmten Tage ausgesprochen werden kann, ist irrig, denn die Kündigung kann bis zu dem Tage ausgesprochen werden, hinter welchem noch eine Frist von 42 Tagen bis zum Vierteljahrsschluß bzw. von einem Monat liegt. Für die Kündigung ist also kein bestimmter Tag im Sinne des 8 193 BGB. vorgeschrieben, noch ist eine bestimmte Frist, innerhalb welcher die Kündigung erfolgen muß, gesetzt. Wer also eine Kündigung aussprechen will, ist gehalten, die 42tägige bzw. monatliche Kündigungsfrist zu wahren. In diesem Sinne hat das Gewerbegericht in Plauen entschieden. Wir möchten noch einmal besonders auf diese Entscheidung verweisen, da sich aus den falschen Auffassungen in der gekennzeichneten Richtung zahlreiche Streitigkeiten ergeben. Eins ist allerdings zu beachten: Falls der Arbeitgeber eine Kündigung untex Verletzung der gesetzlichen oder vertragsmäßigen Frist ausspricht, muß der Angestellte unverzüglich, d. h. sobald es nur immer möglich ist, Widerspruch gegen die Kündigung erheben. Unterlassung dieses Widerspruchs gilt nach der herrschenden Anschauung als Einverständnis mit der erfolgten Kündigung. Ein Wiedersehen. Es war gestern nachmittag — so gegen fünf Uhr. Auf dem Seltersweg stand ein alter Offizier — selbstverständlich alter 116er — und unterhielt sich mit einem jüngeren Manne. Der alte Herr, so fest im Verstände wie ein Fünfziger. ungebeugt von der Fülle der Jahre, die prächtige Erscheinung wie einst. Reben den beiden bleibt einer stehen, gau- nahe. Einer vom Lande, mit weichem, niedrigem Filzhut, blauen Augen und Brauen darüber, so stark wie der Schnurrbart eines Zwanzigjährig gen--. Der Mann vom Lande ist Wohl noch einen halben Kops größer als der alte Offizier. Aber wie dieser auch ungebeugt. Seinen kräftigen vier eckten Kops umrahmt ein gestutzter grauer Vollbart. Lang wallt der des andern auf die Brust. Und wie der oberhessische Landmann — selbstverständlich ist er ein Ober Hesse — den andern eine Weile angesehen hat, tritt er auf den alten Offizier zu und spricht: „Entschuldige Se, sein Sie vielleicht der Herr General X?“ Dieser zögert c ne Weile mit der Bejahung. Darum der Dritte, um dem freundlichen Frager aus der Verlegenheit zu helfen: „Jawohl, lieber Mann, das ist der Herr General T." Darauf der Frager: „Ach, das freut mich aber, Herr General, daß ich Sie emal wiederseh! Mir hawwe uns gewiß itotoer fürtzig Jahr net geseh'. Ach, das freut mich aber doch, wie gut Sie in Ihrer Statur noch aussehe, wie a&Ib fimt- Sie bann jetzt?" Daraus der Angesprochene. „Ich bin jetzt zweiundachtzig! Aber woher kennen Sie mich denn, wie heißen Sie denn und wie alt sind Sie?" „Ach, ich hab doch in Ihne Ihrer Kombanie gestände, Herr General, unn Sie toar’n felligmai mei* Otoerleutnant. Ich sein etzend 77 ahlb unn wohn in Rieber-O.... unn schreib mich P." „Ja, Herr P.," Sie dürfen es mir nicht übel nehmen, wenn ich Sie nicht wieder erkannt habe. Wir hatten doch immer 150 Leute in der Kompagnie, da habe ich etliche Tausend kennen gelernt, und dann kennt man manches Gesicht nach so langen Jahren boch nicht wieder." „ÄH, das macht gar nix, Herr General, die Hauptfach iS, daß ich Sie noch wieder erkannt hab. Cs sein doch jetzt scho weit iwwer fuffzig Jahr her, wie ich zu Ihne in Ihr Kombanie komme fei. Das warn noch scheene Zeide. Wahr- hafdigen Gott. Awwer wie Sie sich gehahle hawwe, Herr General, das macht Ihne fanec nach. Ze erfchd haw ich gebachd: Js er'sch oder is er'sch net. Unn wie ich gefragt hab, da toar’n Se's wahrhafdig boch!" „Es hat mich auch sehr gefreut, Sie einmal wieder zu sehen!" Da streckt der 77jährige seinem einstigen alten Oberleutnant zum Äbschied die Hand entgegen und sagt: „Ich muß fort, mei’ Zug geht bahld. Rix for ungut. Dleiwe Sie nor schee gesund. Sie glauwe net, wie michs gefreut hat, Sie emal wieder ze sehe. Lewe Se recht wohl, Herr Ezellenz!" Gießener Wochenmarktpreife. am 7. Juli 1925 (Hänblerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 2 Mk., Matte 40, Käse 65, Wirsing 35, Weißkraut 35, gelbe Rüben 20, rote Rüben 20, Römischkohl 15, Dohnen 35 bis 70, Erbsen 30. Mischgemüse 20 Pf., Tomaten 1 bis 1,50 Mk., Zwiebeln 20, Rhabarber 20, Kartoffeln, alte 6, neue 13 Pf., Aepsel 1,20 Mk., Kirschen 80, Heidelbeeren 50 bis 60, Stachelbeeren 40, Johannisbeeren 30 bis 40 Pf., Erdbeeren 1,20 Mk., Himbeeren 70 bis 80 Pf. per Pfund; Eier 13 bis 14, Blumenkohl 50 bis 130, Salat 4 bis 15, Salatgurken 60 bis 30, Einmachgurken 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 12 bis 15, Rettich 20 Pf. das Stück, Radieschen 15 Pf. das Bund. JeLtervoraussage. Fortdauer der herrschenden Witterung. Eine Tiefdruckwelle zieht sich von Island über Skandinavien nach Rußland Hinern. Im ©üdtoeften liegt heute ein kräftiges Hochdruckgebiet, das mit seinen Ausläufern bereits Mitteldeutschland berührt. Rach Süden vorstohende Ausläufer des Fallgebietes können vorübergehend leichte Riederschläge und Gewitterstörungen bewirken. Bornotizert. — Tageskalender für Dienstag. Astoria-Lichtspiele: „Große Lustspiel-Woche". — Deutsche Volkspartei. Man schreibt uns: Die für Mittwoch, 8. ds. Mts., einberufene Mitgliederversammlung der Deutschen einge- Richt waren Stolberg-Roßla-Ortenberg gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung hoher Verehrung und inniger Dankbarkeit seitens der ganzen Bevölkerung gegenüber der Entschlafenen. Rachdem um 11 Uhr vormittags unter dem Geläut dec Glocken und dem Geleit des Schühen- vereins die sterbliche Hülle in die von lieben Händen wundervoll geschmückte Kirche gebracht worden war und der Schützenverein die Toten- und Ehrenwache übernommen hatte, fand um 4 Ahr die eigentliche Trauerfeier statt. Zu beiden Seiten der Bahre, die mit prachtvollen Kränzen von Hoch und Niedrig bedeckt war, hatten die Stolberger Förster, der Schühenverein, die Feuerwehr und die Fahnen der Orlenberger Vereine Aufstellung genommen. Der Platz der Heimgegangenen war sinnig mit einem Dlumen- gewinde geschmückt. Anter den Klängen der Orgel zog das zahlreiche Trauergefolge ein, unter dem man außer den Familienmitgliedern die frühere Großherzogin. Herzog Adolf zu Meklenburg- Schwerin, die Fürsten von Büdingen, Lich, Bir- stein. Rüdenhausen und viele andere sah. Der einen modernen Sanitätskraftwagen anschaffen, der zum Transport von Kranken aus den abgelegenen Gemeinden des Kreises verwendet werden toll. Die Kosten belaufen sich auf zirka 15 000 Mart, die man in Bälde zu beschaffen hofft. • Darmstadt, 6. Juli. In der Diester- wegfchule wurde eine Jugendherberge für die männliche Jugend eingewriht, die 30 herausstellte. 2m oberen Drittel halten zwei Engel ein Wappen mit einem Kreuz. Die Mitte ist ausgefüllt mit einer Darstellung des gekreuzigten Christus, zu seinen Seiten rechts vier männliche, links fünf weibliche Figuren, wohl die Kinder oder die Witwe mit acht Kindern des Verstorbenen. Der untere Teil enthält den Spruch 2. Timotheus 7 und 8. Die andere Seite des Steins, der jedenfalls die Namen und den Geburts- und Todestag enthielt, ist leider vom langen Gebrauch des Denkmals als P f l ast e r st e i n obgeschvfsen. Einen ganz ähnlichen Stein, bei dem auch nur die Seite mit der bildlichen Darstellung und einem Spruch erhalten ist, fand man in diesem 2ahr in Flensungen, als eine steinerne Türschwelle der Kirche umgedreht wurde. Er wurde an der Außenwand der Kirche aufgestellt, wie es auch mit dem Merlauer Stein geschehen soll. Beide stammen von den früher die Kirchen umgebenden Friedhöfen. Sicher befinden sich in unseren Dörfern noch manche solcher Altertümer als Türfchwellev, Pflastersteine und dergleichen, und es ist zu wünschen, das; auf auffallende For- Korpulenz und Mode. Es ist bekannt, daß übermäßige Körperfülle mit der Moderichtung unserer Zeit im krassen Widerspruch steht. Da auch Korpulenz unschön wirkt und alt macht, ist Korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten zu empfehlen, etwas Ordentliches dagegen zu tun. Wir raten. 30 Gramm echte Toluba- Kerne zu kaufen, die unschädliche, aber wirksame, den Körperansah reduzierende Swffe erhalten Sie erhalten Toluba-Kerne in den meisten Apotheken, sicher in der Aniversitäts-Apotheke zum goldnen Engel. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. SL62ss ! Krofdorf, 7. Juli. Der Landwirt und Mehgermeister Römer verunglückte gestern dadurch, daß er sich beim Hantieren an seinem Eisschrank mit dem Taschenmesser eine schwere Pu lsaderverletzung zuzog. Da ein Arzt nicht gleich zur Stelle war, trat großer Blutverlust ein. In bedenklichem Zustand wurde der Mann mittels Autos in die Gießener Klinik ge- Sängerfest in Klein-Linden. !*! Klein-Linden, 6. Juli. Aus Anlaß des 60jährigen Bestehens des hiesigen G e - sangvereins „Eintracht" fand am gestrigen Sonntag ein reichbefchickter Gesangswettstreit statt. Der Samstagabend brachte eine Dorfeier, an der sich die hiesigen und mehrere wettstreitende Vereine zahlreich beteiligten. Anschließend an den Fackelzug, der sich durch die Ortsstraßen bewegte, versammelten sich die Festteilnehmer auf dem geräumigen Festplatz, der Pfingstweide, zu einem Festkommers. Der Gesangverein „Eintracht" sang einen Begrüßungschor unter Leitung seines bewährten Dirigenten Wilhelm Schöttler -Gießen. Die Turner stellten Pyramiden, welche lebhaften Beifall heroorriefen. bracht, nachdem er von dem inzwischen troffenen Arzte verbunden worden war. Hessen-Nafiau. Betten zählt. Kreis Wetzlar. Hammer aus Mainz, der vor einigen Jahren längere Zeit hier beruflich tätig war, und daher noch die Niddaer Derhältnisie kannte, wußte diese in äußerst geschickter Weise humorvoll zu schildern und große Heiterkeit hervorzurufen. Das übliche Tanzvergnügen bildete den Schluß der genußreichen Abendunterhaltung. Heute morgen führte ein Son- derzug die fidelen Mainzer, denen sich noch viele V. H. C.er von hier angeschlossen hatten, nach Schotten. Von da begann dann die Wanderung zum Hoherodskopfiest. )( Ortenberrg, 4. Juli. Die heutige Trauerfeier für Gräfin Kuno zu sie«/!“’ w» t Ihne Ihrer Äomfanic mn Sie toar’n selliginal ein ehend TL ohld um in schreib mich V-" dürfen es mir nich je nicht Dieder erfanni inner 150 Leute in der etliche Tausend feiner in manches Gesicht nach cht wieder? nix, Herr General, die e noch wieder crkamt fio weit iwtvec fuM ine in Ihr Kombam- s scheene W wie Sie sich flW as macht Ihm kcme irdachd'. 38 er sch od« gefragt hab, da war, chr gefreut, Sie einmal -SäB .u6 IM * $"9 N Alcive Sie nor w Trauerseierfiir Prof. Winderstein A Bad-Rauheim, 5. Juli. Dem Gedenken des vor kurzem verstorbenen Generalmusikdirektors Hofrat Prof. Hans Winder- stein galt heute in der Mittagsstunde eine öffentliche Trauerfeier im Großen Hause, an der außer den Familienangehörigen des Entschlafenen und Vertretern der Behörden auch Einwohner und Kurgäste in großer Zahl teilnahmen. Der große Konzertsaal war fast gefüllt, ein Beweis für die herzliche Teilnahme an dem so herben Verlust, den unser Bad und darüber hinaus die musikalische Welt erlitten hat. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einer erhebenden Feierstunde. Das Lichtbild des Verstorbenen, von Blumen und frischem Grün umrahmt, schaute von der Stelle aus, wo Winder- stein so oft für den ihm gewordenen Beifall gedankt, auf. die ansehnliche Trauergemeinde, die tief gerührt den packenden Trauerklängen des von Musikdirektor I. Schröder geleitetenKur- orchesters lauschte. L. v. Beethovens „Ouvertüre zu Goethes Egmont" folgte ein von dem Mitglied des Kurtheaters Kurt JoachimBaum erhebend gesprochener gedankentiefer Nekrolog. Der Verfasser, Hofrat Hermann Stein- g o e 11 e r, beklagte darin in edler Sprache den Heimgang des Großen im Reiche der Kunst, den Priester am Tempel der Musen, der in seinem Wesen stets ein Jüngling, in seinem reifen Schaffen und Können aber ein M ei st e r und Mann gewesen. Die Kurkapelle spielte dann noch I. S. Dachs „Air für Streichorchester". G. F. Händels „Largo für Solovioline, Harfe, Orgel und Orchester", R. Wagners Trauermarsch aus „Götterdämmerung" und hatte damit wohl mit Absicht gerade solche deutsche Meisterwerke gewählt, die Winderstein selbst mit besonderer Vorliebe immer wieder auf das Programm seiner Sinfonietonzerte gesetzt. Die Trauer gemeinde war ergriffen von den Darbietungen, deren tiefsinnige Wiedergabe ein Beweis dafür ist, daß jeder i einzelne Musiker mit seinem ganzen Herzen dabei ! mar, als es galt, den verehrten Meister und Führer zu ehren. Winderstein ist nicht tot, er wird weiterleben in dem Sinne des Steingoetter- schen Rekrvlogs und im Geiste der heutigen Feierstunde. rend des Krieges. --- Schotten. 6. Juli. Der von Jahr zu Jahr zunehmende Radfahrverkehr auf den Landstraßen (von Autos und Motorrädern gar nicht zu reden) ist schon am Tage eine überaus starke Belästigung des Fußgängers. Bedrohlich und gefährlich wird er aber in den Abendstunden, weil viele, namentlich junge Radfahrer, es für geboten halten, ohne brennende Fahrradlaterne über die Straßen zu rasen. Am diesem Anfug entgegenzuwirken, sah sich das Kreisamt veranlaßt, Ortspolizei und Gendarmeriestationen anzuweisen, mit unnachsvchl- kicher Strenge jeden Radfahrer zur Anzeige zu bringen, der bei Eintritt der Dunkelheit mit unbeleuchtetem Rade angetroffen wird. Vielleicht wäre es auch angebracht, die Aufmerksamkeit der Polizeibehörden auf die wilden Radler zu lenken, die im Renntempv die Dorfstra- ßen nehmen und Gesundheit und Leben ahnungslos spielender Kinder gefährden. Kreis Alsfeld. *!* Merlau, 6. Juli. Im Hofe des Landwirts Heinrich Karl Zimmer fand man beim Unv pflastern des Hofes eine S a n d st e i n p l a 11 e , die sich beim Umdrehen als ein alter Grabstein fpd. Frankfurt a. M, 6. Juli, weniger als achttausend Kinder zur Erholung bei der Er h ol u n g s f ür so rg e des Jugendamtes angemeldet. Aber nur eintausend Kinder konnten zunächst abgeschickt werden. Der „Rest" soll nach und nach folgen. In sechzehn Transporten wurden die Kinder unter Führung von Beamten des Jugendamtes nach Orb, Wildungen, Rauheim, Weilmünster, Helgoland, Rügen und anderen Plätzen geschickt. Der Aufenthalt dauert rund sechs Wochen für jedes Kind und wird teils vom Jugendamt, teils aus Mitteln des Verbandes für Erholungsfürsorge bestritten. bl. Dillenburg, 6. Juli. Der Kreis wird Am Sonntag früh begann der Gesangs Wettstreit, der in den Sälen zur „Deutschen Eiche" und im Turnerheim ausgetragen wurde. In beiden Lokalen war der Andrang des Publikums außerordentlich stark. Es wurde Vorzügliches geleistet, und man konnte allgemein fcftftellen daß der Männergefang allerorts aufs beste gepflegt wird und im Auiblühen begriffen ist. An das Wettsingen schloß sich das H a u p t e h re n preisfingen der sämtlichen IW wettstreitenden Vereine, das bis 2 Uhr währte. Das Ergebnis des Klassensingens war sokgendes: 2. Stadtklasse: Ehrenpreis und 1. Preis „Germania"-Burkhardsfelden 163 Punkte, 2. Preis „Edelweiß"-Dtühlheim a. M. 147 P. — 3. Stadtklasse: Ehrenpreis und 1. Preis „Teu- tonia"-Marienborn 165 P., 2. Preis Gesangsver- cinigung 1920°Obcrrodenbach bei Hanau 146 P., 3. Pr. „Fortuna" Kinzenbach 132 P. — 1. Land- kl a f f e: Ehrenpreis und 1. Preis „Sängerkranz". Watzenborn 170 P., 2. Preis ,.Frohfinn"-Hochstadt bei Hanau 168* P., 3. Preis „Germania"-Großen. Linden 159 P. — 2. Landklafje: Ehrenpreis u. 1. Preis „Süngerkrcmz"-Grohen-Buseck mit 147 P., i 2. Preis ,Heiterkeit"-Annerod 135* P., 3. Preis I „Orpheus"-Wetter 129 P., 4. Preis „Liederkranz". Windecken 122* P., 5. Preis „Harrnonie'-Kubach 117 P., 6. Preis „Sängerkranz"-Nidda 114 P., 7. Preis „Gutenberg"-Burg (Dillkr.) 108 P., — Klasse der nichtpreisgekrönten Vereine. Ehrenpreis und 1. Preis „Germania"- Frankfurt-Preungesheim 162 P., 2. Preis „Lieder- tranz -Dutenhofen 120 P., 3. Preis „Frohsinn"- Atzbach 119 P., 4. Preis „Harmonie"-Dutenhofen I 113 Punkte. Beim höchsten Ehrensingen erhielten den 1. Hauptehrenpreis „Äermania".Frank- furt-Preungesheim mit 157* P., 2. Hauptehrenpreis ,Heiterkett"-Annerod mit 156 P., 3. Hauptehrenpreis „Teutonia" - Marienborn mit 152 I Punkten. Zur Preisverteilung standen zahlreiche Gegen- | stände, gewidmet von den hiesigen Vereinen und I Mitgliedern der „Eintracht", sowie ein Preis der Gemeinde Klein-Linden zur Verfügung. I Der Feftzug bewegte sich um 2j Uhr durch die geschmückten Sttaßen des Dorfes nach dem schön gelegenen Festplatz; etwa 50 Vereine beteiligten sich an dem Umzug. Die beiden noch leben- den Gründer Kaspar Klein und Philipp Jung, Kriegsoeteran von 1866 und 1870/71, wurden im Auto dem Zuge vorausgefahren. Auf dem Festplatz hielt der Feftpräsident Wilh. Fey die Festrede, er begrüßte die Sangesbrüder und widmete den gefallenen Sängern ein treues Gedenken. Er feierte das deutsche Lied als em festes Band, das weite Streife des deutschen Vaterlandes zufammenschließe. Ministerialdirektor Urstadt betonte, daß die Sängerfeste der Förderung und Erhaltung eines Kul- I turbesitzes dienten, der unserem Volke geblieben fei, wenn auch Macht und Ansehen dahin geschwunden seien. Der Gesang tröste uns im Verein mit der Musik über die Not der Zeit. Der Hessische Volks- ftaat fördere diese Künste, und deshalb lasse der Staatspräsident dem Verein Glückwünsche übermitteln. Redner überreichte als Geschenk das Bild Schuberts als Jubiläumsgabe. Frl. Frieda Jung I übergab drei von den Jungfrauen gestiftete Schärpen. Dann fang der Jubiläumsoerein den Begrä- ßungschor. und die Gastvereine schlossen sich mit ihren Liedern an. Im Laufe des Nachmittags trafen Gäste aus Gießen in sehr großer Zahl ein, so daß auf dem geräumigen Festplatze ein dichtes Menschengewoge herrschte. Für eine ausgezeichnete Musik sorgte die Kapelle Harnisch-Watzenborn. Gegen Abend rückten die fremden Vereine allmäh- lich ab, und die Klein-Lindener konnten wieder ihren bodenständigen Ausdruck anwenden: „Die Kirmes is vifer" (unser). Vrlispartei wird wegen Erkrankung des Redners, | l Pros. Roloff, vorläufig verschoben. (Siehe Heu- i tige Anzeige.) * *• Dom Finanzamt wird uns geschrieben: > Nach Abschnitt E 2 der Dritten Durchführungsbestimmungen ;ur Zweiten Steuernotverordnung über bie Vorauszahlungen auf Einkommen- und Körper- i sctzaftssteuer sind die Arbeitgeber verpflichtet, für ' ieben Arbeitnehmer, dessen Bruttoarbeitslohn in einem Kctlenderoierteljahr 2200 Rm. überstiegen hat, einen Lohnzettel an bas für den Arbeitnehmer zuständige Finanzamt einzureichen. Diese Bestimmung ist im Anschluß an das Steuerüberleistungsgesetz nunmehr dahin geändert worden, daß die Einreichung der Lohnzettel nur dann zu erfolgen hat, I wenn der Arbeitslohn nach Absetzung des steuerfreien Lohnbetrags den Betrag non 3000 Jim. im Kalendervierteljahr übersteigt. Die Zuordnungi gilt bereits für den abgelaufenen Abschnitt April Dtmi. •• Sorbeugunfl^ma&iiaömengegen Fleischvergiftungen. Dom Polizeiamt Gießen wird uns geschrieben: In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß d^Erttan- hingen infolge Genusses "lcht emwand,reier Rahrungsmittel. insbesondere werden Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Aus diesem Grund ist in den Fleischverlaufsordnungen das Verbot entölten, Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzu stellen und feilzuhalten, und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Die Polizeiorgane find angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hackfleisch zu laufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird. •• Don der Feuerwehr. Gestern nach- mittag 3.01 Ahr wurde durch Fernspruch der Feuerwache auf Oswaldsgarten gemeldet, cs brenne Erlengasse 15. In derselben Minute wurde auch der Feuermelder im Teufelslustgärtchen betätigt. Die Wache rückte sofort aus und traf in kürzester Zeit an der Brandstelle ein, woselbst in einer Werkstatt des Seitengebäudes ein heftiger Brand wütete, der bereits die Decke durchfressen und die angrenzenden Gebäude in Gefahr gebracht hatte. Mit Hilfe von Rachbarn und einiger schnell herbeigeeilten Feuerwehrleute beider freiwiNigen Wehren wurden drei Schlauchlinien, und zwar eine nach dem Feuerherd, eine nach deni Obergeschoß und eine nach den gefährdeten Rachbarhäusern vorgenommen und damit in ganz kurzer Zeit das Feuer bewältigt. Rach einigen Aufräumungsarbeiten konnte die Wache abrücken und traf 3.46 Ahr auf Oswaldsgarten wieder ein. ** Gaskoch oortrag. Gestern vormittag hielt das Städtische Gaswerk im Saalbau Sauer (Oswaldsgarten) den ersten Gaslehrvortrag ab. Schon beim Betreten des Saales wurde der Besucher auf das angenehmste überrascht durch eine gut durchdachte und geschmackvolle Ausstellung in allen neuzeitlichen Gasverbrauchsapparaten. Diese Apparateschau ließ bei jedem Besucher die Erwartung auftauchen, daß auch der Vortrag selbst inter- I essant und lehrreich werden dürfte. Direktor Giebing vom Städtischen Gaswerk sprach einige kurze Degrüßungsworte und stellte die Vortragsdame I Frl. Frantz, Frau Hilbig und Oberingenieur Nasche von der Zentrale für Gasoerwertung Berlin, vor, die dann in ihrem Vortrage, der zeitweilig mit feinem Humor gewürzt war, wirklich Staunens- wertes vorführte. Im Gasbackofen wurden zwei Kuchen gebacken, ein weiterer kleiner Kuchen wurde auf dem Gaskocher unter Verwendung einer neuzeitlichen Kuchenform bei einem Gasverbrauch von nur 60 Litern hergestellt. Im Oasbratofen richtete die Dortragsdame in kürzester Zeit einen gut gelungenen Braten her, um bann zur Herstellung des vollständigen Mittagessens für 6—7 Personen, bestehend aus Suppe, Fleisch, Gemüse, Reis zu schreiten. Die Zubereitung fand in Turmkochöfen, einem | hervorragenden Meisterwerk modernster Wärme- | technik, statt. Zwischen den einzelnen Handlungen fesselte Frl. Frantz durch beweiskräftige und belehrende Ausführungen die Zuhörer. Der Gasverbrauch wurde durch Gasmesser überwacht. Einen weiteren Hauptteil des Vortrages bildeten die prob tischen Vorführungen an neuzeitlichen Brennern und die Erläuterungen in bezug auf die richtige Einstellung der Gasflammen. Zum Schluß wurden die zubereiteten Speisen als Kostprobe verteilt und die ausgestellten Derbrauchsgegenstände durch die Besuchern besichtigt. Schwarzsehern empfehlen wir, die Ausstellung zu besuchen, sie werden dann auch den weiteren Vorträgen beiwohnen. •• Gin Siebzigjähriger. Morgen, 8. Juki, begeht der Wagenwerkmeister i. R. Otto Müller in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Landkreis Gießen. > Holzheim, 6. Juli. Auf dem diesjährigen Gauturnfest des Gaues Hessen, das in Friedberg stattfand, waren auch unsere Turner erfolgreich Eine Musterriege am Pferd, bestehend aus 6 Turnern unseres Turnvereins „Gut Heil", kam unter der exakten Führung des altbewährten früheren Turnwarts Karl Jung mit 1041/» Punkten und mit dem Gesamturteil „sehr gut" an die dritte Stelle. Gewiß eine schöne Leistung für einen Landverein, wenn man Die außerordentlich starke Konkurrenz in Betracht zieht, die ohne Zweifel durch eine zroße Zahl von Etadtvereinen gegeben war. Kreis Friedberg. A Reichelsheim, 6. Juli. Ein Weiß- i n ber aus Gettenau war mit Anstrei cher- 5citen am hiesigen Bahnhöfe beschäftigt. Dabei urzte er ab und trug schwere Verletzungen von, denen er erlegen ist. Kreis Büdingen. A Nidda, 5. Juli. Gestern abend traf auf fei- . t Wanderung zum Jahresfest des V. H. C. 4 dem Hoherodskopf der Zweigverein Ji a i n 3 hier ein und wurde von dem hiesigen ^weigoerein am Bahnhof abgeholt und gastlich auf- genommen. Für Freiguartiere hatte unser Verein aufs beste gesorgt. Zu Ehren der Gäste veranstaltete man im Gambrinussaale eine wohlgelungene, stark vesuchte Abendunterhaltung. Oberjustizinspektor Geiger von hier begrüßte die Mainzer Gäste, etwa 60 V. H. C.-Schwestern und -Brüder, in herzlicher Ansprache. Musik- und Gesangsoorträge, gemeinsam gesungene V. H. C.-Lieder und Solovorträge von hiesigen und Mainzer D. H. C.ern sorgten für angenehme Unterhaltung. Großen Beifall fand ein von Mitgliedern und Jungfrauen des Niddaer D.H. C. gespieltes Theaterstück: „Auf der Kerb" in oberhessischer Mundart. Kaufmann S ch l o t t - 3t werden h ton* Mr ?,S SÄ ■’ a**„ee|e6i 3e * ®'H. 1 Wauen 6e onber?« = ?n- >er oek-nn, 'Ql’ Mochten: fon, \ ng unter Äöer jchMe uT -W «sehen. Mittag _ nb! «wer stehen, w Edeichsn, niedrige ™ -ötauen darüber ' „ ^igjährj. 71 Lande ist whs noch .als der alle Ossizi« W Seinen fräftigm gestutzter graue andern auf dir fische Landmann - ' n ein Oberhessc - mgesehen hat, tritt er i und spricht: Sie dielleicht der Hm ile mit der Dejahung. M bem freundliche jeit zu Helsen. .Jawohl. Herr ®eneia( I.“ .Ach. das freut mich ich Eie emat Wiedersehn itotoer fürhig Jahr rat ch aber btxf), wie gut auäfefe, wie ohS Yun dchene: »Ich bin jetzt vher Tennen Sie mich dem md wie alt sind ,en«arkyr«i-. 35 6ö,’£'ä 150 ®. SÄ* elbeeren 40. dbeeren st, Psundi Erer iunb- ei« “4 szS? men solcher Sterne geachtet und sie, wenn es Grabsteine sind, an oder in der Kirche ausgestellt würden. Man yat sich zu einer Zeit, wo man keinen Sinn für ihren geschichtlichen und künstlerischen Wert hotte, zu Bauzwecken verwandt. In Merlau, wo die Insassen des Schlosses und die Angehörigen des Adelsgeschlechts von Merlau auf dem alten Friedhof und in der alten Kirche beigesetzt wurden, wären vielleicht noch manche wertvolle Funde zu machen. Zum Glück ist das Wappen des Schlosses, ein hessisch- württembergijches Dopvelwappen, erhalten und im Eingang zur neuen Kirche eingemauert. Der Erbauer | des Schlosses, Landgraf Ludwig IV., hatte eine würt- _______ , tembergische Prinzessin zur Gemahlin. Das Schloß Ortsgeistliche entwarf im Anschluß an Jeremia selbst, einst ein überaus stattlicher Bau, wurde im Kap. 29, Vers 11 ein treffendes Lebensbild der Jahre 1826 an die Gemeinde zu 226 Gulden ver- fücstlichen Samariterin und Dulderin, die Got- tauft und allmählich abgebrochen, die letzten Reste tes Gedanken durch Freud und Leid zum Frie- dienten im Jahre 1857 der Gemeinde zum Wegebau den geführt haben. Die gottesdienstliche Feier und zum Ban einer neuen Kirche. war umrahmt von 2 Chören des Gesangvereins m. Flensungen, 4. Juli. Auf dem Frohsinn und des Kirchengesangvereins, sowie D i b e l h e i m F l e n s u n g e r H o s hielten Ver- Gemeindegesang. Rach der Feier wurde der tretet des Westbundes der deutschen Sarg unter Vortritt der Vereine und gefolgt von I ü n g l i n g s v e r e i n e vom 1. bis 4. Juli den Leidtragenden und Gemeindegliedern unter Bundesgauwart Keller eine Freizeit zur Dahn geleitet, um nach Abschieds- und Se° ab, zu der etwa 100 Vertreter erschienen waren, gensworten des Geistlichen und eines Chorge- darunter auch solche aus den Dörfern Dutenhofen, sang des Kirchengesangvereins nach Roßla über- Groß-Rechtenbach und Hochelheim des Kreises führt zu werden, wo am Dienstag die Beisetzung Wetzlar, der ja bekanntlich auch zum Rheinland in der Familiengruft im engsten Familienkreis gehört. Die Freizeit begann mit einer Wald- erfvlgt. feier, in der Pfarrer Dr. Eichhorn, der Leiter Kreis Schotten. des Heimes, die Gäste begrüßte und durch eine Sdiotten 6 Juli Unter dem Vorsitz tiefdurchdachte Bibelansprache erbaute. Die des Geh ReaRats Bo etfm a n nSchottenhiett Dibelkurse wurden durch Pastor Humburg ab- der D bft - unb ® a rien b a u oe?eTn f ü r den gehalten. Abend hielt Bundesgauwart keksammluL °ab. Är Besuch'war'äl?'sehr M^zu ^^t^’oW^J n Rest von 614,27 Mk. abschließt und von der Ver- gcmgenen ~agen . sammlung genehmigt wurde. Hierauf wurde der Kreis LNUtervaty. Voranschlag für 1925 vorgetragen und geneh- rr. Schlitz, 4. Juli. Die D e u t s ch - ch r i st- migt. Ec schließt in Einnahme und Ausgabe mit V\6>e Studentenvereinigung, die fast an 2014,17Mk. ab. Für @ e m a r t u n g 3 u m g ä n g e aUen deutschen Universitäten und Hochschulen ver- und Vorträge sind 200 Mk. vorgesehen. Es ist treten jst, und welche im vergangenen Jahre ihre nämlich geplant, in einigen Gemarkungen unter Hauptversammlung in Gersfeld (Rhön) abhielt, hat Führung des Obstbauinspektor^W i e s n e r mehr- diesmal unser Städtchen zum Konferenzort gewählt, tägige Umgänge mit den Obstzüchtern vorzunehmen, werden zu dieser Tagung, die vom 5. bis um das Interesse für den Obstbau mehr zu fördern, 8. August stattfinden soll, annähernd 500 Teilneh- um die Fehler festzustellen und was zur Abstellung mer erwartet, u. o. auch der frühere Reichskanzler dieser Fehler geschehen soll. Auch sollen verschiedene D Dr. Michaelis. Die älteren Mitglieder wer- Ob st schauen abgehalten werden, so in Laubach, den in Bürgerguartieren und die anderen in Mas- Eichelfachsen. Aus dem Jahresbericht ist zu ent- fenguartieren untergebracht. Unter den Themen, nehmen, daß der Verein aus 516 Mitgliedern und bie bei der Zusammenkunft zur Verhandlung stehen, dreizehn torporatioen Mitgliedern besteht. Die in finb ßU nennen: „Das Leben in Kraft"; „Der Christ Ulfa abgehaltene Obst- und Gemüse schau in^ Wirtschaftsleben"; „Gottes Ringen um die war ein großer Erfolg. In verschiedenen Gemein- Menschheit"; „Unser wissenschafllicher Beruf". — den wurden Pfropf- und Baumpslegekurse abge- b^ser Woche wurde auf unserem Marktplatz halten. Für einzelne Ortsgruppen wurden Obstreiser eine M o t o r f e u e r s p r i tz e in Anwesenheit von vermittelt. Dbftbauinfpettor Wiesner hielt als- Kreisfeuerwehrinspektor Rat Bechtold-Lauter- dann einen längeren Vortrag über „Ktrschen - bad) unb zahlreicher anderer Interessenten vorge- b a u im Vogelsberg . Besonders führte er I «juf Die Leistungen der Spritze, die hervorragend aus, daß der Kreis Schotten sich zum Kirschenbau waren, fanden allgemeine Anerkennung. Die An- gut eigne, da die Kirsche em ©ebirgsbaum fei. Der Schaffung einer solchen für den Kreis Lauterbach Ertrag sei ein sehr guter, zumal es kaum eine Miß- roirb erwogen. ernte gebe. Böden, auf denen sonst keine Obstbäume gedeihen wollen, seien immer noch gut für Kirschen- | S» LöNtmrg Utto Rheinhessen, bäume. Er empfiehlt keine Kirschenbäumchen aus I milderem Klima zu beziehen, sondern Wildbäume zu i veredeln. Der Referent teilte mit, daß in ca. sechs Jahren große Mengen veredelter und unveredelter Kirschen von der Landwirtschastskammer bezogen werden könnten, da diese den Warthof bei Grünberg gepachtet und zur Baumschule eingerichtet habe. Der Vorsitzende dankte dem Vorttogenden für seine vorzüglichen Ausführungen und forderte im Schlußwort die Anwesenden auf, sich an den Veranstaltungen des Vereins rege zu beteiligen, damit sich der Verein immer mehr vorwärts entwickele. — Kanzleirat Zinfer feierte amSamstag das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Am Vorabend brachten vor der Wohnung des Jubelpaares der Turn- und Gesangverein Schotten zwei Lieder und der Musikverein Schotten zwei Musikstücke zum Dorttag. Der 1. Sprecher des Turnvereins, K. Zeschky, würdigte die Verdienste des Herrn Zin- ser um den Turnverein, überreichte ein Geschenk und schloß seine Ausführungen mit einem Hoch auf das Paar. Der Vorsitzende des Mustkoerems, Beig. L e u n i n a , übermittelte die Glückwünsche dieses Vereins. Im Auftrage des Hochzeitspaares dankte der Sohn Fr. Z i n s e r für die Ehrungen. Er brachte ein Hoch auf die Stadt Schotten aus. Der Stadtvorstand würdigte die Verdienste Zinsers um die Stadt durch Ueberreidjung eines prächtigen Blumenstraußes. Zinfer versah als Beigeordneter die Geschäfte der Bürgermeisterei wäh- Gießen (Dammstraße 22 III), den 7. Juli 1925. 05749 Aliendorf a. d. L, den 6. Juli 1925. 05746 Nach langem, schwerem Leiden verschied unser Werkmeister 66590 Vermietungen | hofes aus statt. 05731 Frankfurt a. M. 6641ss Ey »eens t raße 10 Fernspr. Hansa 3774 stadt 57. [05722 Tel. 240 auch nachts Dlöbl. Wohn-u. Schlai' zimmer an sol. Herrn ievtl.aucheinz.)z.vm. 0574 tLudwig str. 34 ll Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli 1925, nachmittags 3 Uhr statt Die Beerdigung findet Donnerstag, den 9. Juli 1925, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Arthur Appel. Heinrich Kümmel, Wieseck. Der Dahingeschiedene hat während mehr als 30 Jahren sich als Werkmeister in unseren Fabriken zu Wieseck, Fronhausen und Gießen aufs Beste bewährt und ist in treuer Pflichterfüllung allen Mitarbeitern ein Vorbild gewesen. Sein Andenken wird bei unseren Geschäftsinhabern, Angestellten und Arbeitern alle Zeit m Ehren gehalten werden. S. Bock & Co. G. m. b. H Zigarrenfabriken Gießen. la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck Heute morgen 41 /4 Uhr entschlief infolge eines Unglücksfalles nach 14tägigem schweren Leiden unser fieber Bruder, Onkel und Schwager Johannes Amend IV. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Amend II. Friedrich Binz. IZ immer zum Möbeleinstellen gesucht. Angeb. an Willi Noll, Neu- Stollenangebotej Gesucht gelernter, über 25 Jahre alter Auto- Mnleur. Schritll. Bewerb, unter 6533D an den Gieff. Anz. erbeten. | Gestern nachmittag entschlief sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Großmutten Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Appei geb. Bruchhäuser im Alter von 68 Jahren. Liebigshöhe Mittwoch nachmittag 4—7 Uhr Familien-Konzen Eintritt frei 2988D Eintritt frei Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Gendarm Hch.FunkWw. Margarethe geb. Petri nach langem schweren Leiden im 84. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Carl Appel Emmy Dilfer geb. Appel Peter Dilfer. Gießen (Westanlage 64), den 5. Juli 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli 1925, nachmittags 2*/2 Uhr, vom Portale des Neuen Fried- Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Duderussche Eisenwerke, Aktiengesellschaft Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, eingetragen: Die Firma wurde in Buderussche Eisenwerke, Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, von amtswegen berichtigt. Gießen, den 1. Juli 1925. 6642c Hessisches Amtsgericht. MW, Wies, üriitaad in jeden Mengen sofort lieferbar Frankfurter Kiesvertrieb Ges. m. b. H. Ml. MM zu vermieten 05,82 Ederst raffe 20 H. Steiner unö großer tSWMM «teils zum Abstellen v. Möbeln geeignet) im Seltersweg sofort zu vermieten. Näheres Becker, Landgraf - Phtltvv- Platz 10 I. (05736 I Mietgesuche | 3 einfach möbl. WMl auch einzeln, »u mieten gesucht. Off. unter 546 an Herfo, Plockitr. 5. (6649h Lehrerin sucht 2 möblierte Zimmer für 15. August. Schrtftl. Angebote unter 05725 an den Gieff. Anz. erbeten. 05729 Gießen, den 7. Juli 1925. 6638D 6463a Klein-Linden, 6. Juli 1925. 05735 W^Nur Kirchenplatz 10. Für die Hinterbliebenen: Frau Anna Frosch. Georg Görnert Familie Hermann Volk. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank, besonders dem Herrn Pfarrer danken wir für die schönen, tröstenden Worte am Grabe. Frau Auguste Fehl und Kinder. 05728 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juli, nachmittags 31/* Uhr • in Dorlar statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren besten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die aufopfernde Behandlung von Herrn Dr. Siegfried Klein, die liebevolle Pflege der kath. Schwestern und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sage ich auf diesem Wege den herzlichsten Dank. K Lebenslust md Schaffensfreude. Wer in der heutigen, die *4orven zerrüttenden Zeit schon ihre Folgen spürt, soll sofort eine Kräftigungskur mit »Doppelherz« machen. 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Aakonie- • R von Geld- die Zeit vom AWlanddeutfchri, Geldspenden durch Mg und Presse- ’• Oktober 1925 rim und Fidelis Don Geldspenden 1 erteilt. gestattet. Baden- ZiehungS- - der Losbriese ssen genehmigten erstteckt; zu der t Groh-Umstadt )ßn 25000 bzw. g ft 8 I - Der „Potsdamer Kronrat". Eine psychologische Skizze. Von Prof. Dr. . leriMonifd)« Schutzsoimrl: L-rw-igM ty Frttz Kern, Bonn. In der vorausgehenden Skizze war ge- | geschildert worden, wie Gras Hoyos im Auftrag des österreichisch-ungarischen Auhen- ministers am 4. Iuli 1914 nach Berlin reiste und den österreichisch-ungarischen Botschafter i Graf Szögyenh instruierte. Dieser sollte am ■ 5 Iuli dem deutschen Kaiser ein Handschreiben ! Franz Iosefs und ein« Denkschrift des f. u. k. Außenministeriums überrrichen. Der tiefere Zweck dabei war, die begretsltche psychologische EmpörungKa l se r W t t - Helms über die serbisch e M v r d erzen t r a l e auszunühen, um Äußerungen des Kaisers zu veranlassen, dre man Kaiser (Franz Iosef und dem Grafen Tisza gegen- über als deutschen Wunsch nach energischem Einschreiten gegen Serbien ausgeben konnte. i.i®raf Szögyeny in Potsdam Die psychologischen Umstände konnten nicht ntiiger liegen. Nicht allein muhte Kaiser L :q>elm mit der ganzen Welt die Ueber- ugung teilen, daß Oesterreich seine Sühne zu o^spruchen habe. Sondern der Kaiser muhte chz um so bereitwilliger die Hand zu dieser ibvreerzwingung bieten, je peinlicher er es emp- ciE, daß er soeben aus Besorgnis um ferne a;c :e Srcherheit es sich versagt hatte, dem ehr- Kit )igen Bundesgenossen in dieser schweren ku«de, wie es sich geziemt hätte, nahe zu sein, lau konnte darin einen Mangel an Mut erblik- und wer den Kaiser so gut kannte, tote Graf kogheny, konnte erwarten, daß dec Kaiser um V ürärmer sein Mitgefühl mit weithin sichtbarer frfuc zu bekunden wünschte. Die unangenehm war es sür Kaiser Wtt- lÄhm, das) August Stein in der „Frankfurter n I ung" vom 2. Iuli mit aller Umständlichkeit r einem schmerzhaften Hexenschuß erzählte, k sich dec Kaiser entweder auf einer Wasser- Prl oder nach einem starken Morgenritt zu- Do gen hat, und der allein ihn an der Reise ich Wien hindere. Der Kaiser war kerngesund. Ict der bestens informierte Stein bestand dar- daß wirklich nur die genannte |:f r a n t un g , ckcht irgend sonst ein Grund ji! Reise unmöglich mache. Freilich schon am > meldete derselbe Berliner Schriftleiter, der Via gern als Offizious gab, seinem Blatt mit It’jfem Augenzwinkern: „Der Hexenschuß, der M der offiziellen Darstellung den Kaiser ver- juö«rt hat, an den Trauerfeierlichkeiten in lier teilzunehmen, ist schnell gewichen." In Tier hatte m«n freilich scho^ am 2. Iirli der 113 rede nicht geglaubt und in der Presse ver- kinlich über die Lauheit des Bundesgenossen jciurrt. Aus Wien hatte dieselbe „Frank- Mter Zeitung" sich unterm 2. Iuli ruhig melle lassen, daß bei Kaiser Wilhelms Absage Micherweise die Furcht vor Atten- täten ein« Rolle spiele. Als nun Kaiser Wil- iti.i aus Tschirschkys Bericht von dessen nach- k)cklichcr Bemühung erfuhr, die Oesterreicher xr .Unbesonnenheiten" zurückzuhalten, da lief ivd) ihm die Galle über, und er fand dieses rüge Abwiegeln des Botschafters ebenso be- kklich, wie dieser selbst das vorlaute öffent- iid) < Abmahnen schädlich gefunden hatte. In per Randbemerkung entlud sich des Kaisers il'öehagen, sein Gefühl, die Oesterreicher in den r:en Iahren zu stark gebremst zu haben, sein ^rn über die von ihm selbst zu nachsichtig be- fc^delten Serben und feine Furcht vor schlechten Hiifoirfungen auf das Bundesverhältnis: „Wer je: Tschirschky ermächtigt, vor übereilten Schrit- lle 8U warnen? geht ihn gar nichts an, da es Kiiglich Oesterreichs Sache ist, was es hierauf l’.' tun gedenkt. Nachher heißt es dann, wenns «Li geht, Deutschland hat nicht gewolltl tbßischky soll den ilnfinn gefl. lassen! Mit den 5ckn muß aufgeräumt werden, und zwar bald." ■ war psychologisch gut vorgearbcitet, als -kraft Szögyeny dem Monarchen das Handschrei» k and die Denkschrift überreichte. Höflich gab ft Wilhelm II. sofort ans Lesen. -ßas Handschreiben verbreitete sich über „energische diplomatische Aktion". Die Ls lchaltung Serbiens als politischen Macht - jftv-is sollt« danach auf dem weiten Umtocg über Pein antipanslawistischen Balkanbund, durch Her- »sicchung Bulgariens und Rumäniens erfolgen. Rach dem Handschreiben laS der Monarch die liiikschrift. Iedermann weiß von dieser fhEschrift, kaum jemand hat sie gelesen. Man ntfj die Geduld haben, sie zu lesen, um zu er- Indien, wie sehr sie den Monarchen gelangweilt , n muß. Auf ganzen 12 Druckseiten vertieft I "ii diese Ausarbeitung in die Verhältnisse alt M *.k Ireundlichen Dalkanvölker, um im Stil einer - '.Ld'imischen Abhandlung zu dem gleichen Schluß 9 üi llommen, wie das Handschreiben, daß man । 'Mllich mit Bulgarien in ein engeres Derhält- ' Mü treten und auf diesem Weg auch Rumänien DhW dreibundwärmer machen müsse. Neu war & Vorschlag nicht. Ein einziger militärischer Söanfe findet sich darin: „die Anlage von Be- •Moringen gegen ..... Rumänien sei in De- zu ziehen", indeh selbst das nicht als Ent- chu h, sondern nur als Erwägung. Am Schluß tnbvlb die Dissertation sich zu dem Sah, es trete ,..ar di« Monarchie die Notwendigkeit heran, mit ' ::Mlossenec Hand die Fäden zu zerreißen, die Regner zu einent Netze über ihrem Haupte -ed-chten wollen". Wenn Diplomaten in Schrift- Ififen zum inneren Geschästsgebrauch anfangen ili Vildern zu reden oder zu deklamieren, so Dtfr der Kundige im allgemeinen weniger aus Mißte Entschlüsse, als auf vorhandene Vor» miifyeiten schließen. Dem Zusammenhang nach «nie dies pathetische „Zerreißen" nicht auf ÄU arische, sondern nur auf sehr langfristige Moin arische Handlungen bezogen werden. Die «Schrift wär überdies, wie sie selbst bemerkte, j*» dem Attentat verfaßt, diente also trefflich um zu belegen, wie richtig man in Wien, J mrichtig in Berlin die Balkanfragen stets *ridlt habe und entwickelte dringende Hvff- E'l auf beginnende Einsicht auch in Berlin, gerade dieser Hinweis auf die durch das 1 ”^rtat bestätigte alte Erkenntnis des Dall- lenkte den Leser dieser ermüdenden Aus- Pyig auf die längst schon ventilierten fried- ■kn diplomatischen Methoden hin, von denen Fritz Kern. die beiden Schriftstücke tatsächlich allein handelten, und allein handeln konnten, da ja Tisza der maßgebende Regierungschef war. Ausfällig war an den beiden Schriftstücken, daß sie bei allem Wortschwall („verbiage", wie der Diplomat sagt)), keine Silbe über eine Zuspitzung des Verhältnisses zu Rußland ver- loren, die von der beabsichtigten diplomatischen Aktivität am Balkan doch kaum weggedacht werden konnte. Dies war ja der einzige Grund, weshalb sich Deutschland bisher nicht nur einer kriegerischen Politik, sondern sogar einer Annäherung an Bulgarien versagt hatte. Ietzt, nach dem Attentat, sah Kaiser Wilhelm wohl ein, daß etwas gegen Serbien geschehen müsse und daß die Wiener Wünsche nach einem engeren Verhältnis zu Bulgarien nicht länger zurück» gewiesen werden könnten. Nachdem er die beiden Schriftstücke mit liebenswürdiger Aufmerksamkeit gelesen hatte, stimmte er dem diplomatischen Plan im ganzen $u, zögerte indes noch, die Verantwortung für diese neue Balkanbündnispolitik zu übernehmen, und meinte, er erkenne wohl die Notwendigkeit einer Aktion, müsse aber vor einer endgültigen Antwort mit dem Kanzler beraten. Der Kaiser hatte Herrn v. Tschirschky trotz seiner ungnädigen Randbemerkung keine Instruktionen erteilen lassen, die Tschirschkys Kritik an den österreichischen unklaren Plänen mißbilligten: aber noch waren dem Kaiser andererseits die Vorwürfe mangelnder Buirdestreue gegenwärtig, die General Conrad ihm ins Gesicht zu werfen gewagt und die er auch sonst oft genug gehört hatte. Noch Anfang 1914 war Wilhelm II. wiederholt den österreichischen Versuchen, ihn auf eine Rußland mißliebige Dalkandiplomatie festzu- legen, ausgewichen. Ietzt aber, in einem Augenblick, da sich das Serbentum vor ganz Europa sittlich selbst geächtet hatte, brachte der Monarch den Mut nicht auf, ein Bedenken zu äußern, das ihm notwendig wieder als „Serbophilie" gedeutet werden würde. Der von Derchtold und seinen Leuten berechnete Eindruck der so gemäßigten beiden Schriftstücke trat notwendig ein; «ine Absage war unmöglich, eine Zusage im Werden. Es war nun die Frage, ob diesem ersten Schritt gleich der zweite folgen könne, ob es der Gesprächskunst Szögyenys gelänge, den Kaiser unmerclich von Tiszas friedlicher diplomatischer Aktion zu Czernins kriegerischer „Operation des serbischen Blinddarms" hinüberzuführen. Durch seinen Rückzug auf die Beratung mit dem Kanzler glaubte der Kaist* bk: Verhandlung abgeschlossen zu haben, ohne sich zu binden, aber auch ohne den Oesterreichern zu neuen Klagen Stoff zu bieten. Der geschäftliche Teil der Unterredung war damit für ihn beendigt. Nicht so für den Botschafter. Für ihn, der den Kaiser vor und nach Tisch kannte, im Zu stand vorsichtiger Bindung an verantwortliche Ratgeber wie im Freilauf der Gefühle, bedeutete das bisherige nur die Vorbereitung zu dem. was kommen mußte. Zunächst ließ er den vertrauenerweckenden Eindruck des Handschreibens wirken. Man wandte sich der Frühstückstafel zu. Soweit es die Neigung des Kaisers zu anekdotischem Tischgeplauder zulieh, versuchte der alte Ungar den Monarchen bei der Sache zu halten. Nach dem Wahl, bei der Zigarre, holte er zum Vorstoß aus. Was er „zur mündlichen Erläuterung des Handschreibens" gesagt hat, erfahren wir von ihm selber nicht; denn in seinem Bericht erwähnt er nur, was der Kaiser gesprochen hat, als ob dieser von sich aus auf alles gekommen toä, Dagegen hat der Kaiser nach der Unterredung mehreren Offizieren mitgeteilt, was Szögyenh ihm erzählt hatte, und aus den damaligen Niederschriften dieser Offiziere erfahren wir mit photographischer Treue, welche Vorstellungen der Botschafter dem Kaiser einzuprägen verstanden hatte. Neuordnung der Reichswehrversorgung. Von Generalsekretär Wilhelm F e ch t, Berlin. Die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages haben Deutschland ein Berufsheer mit 100 000 Mann mit zwölfjähriger Dienstzeit aufgezwungen. Da infolgedessen Unteroffiziere und Mannschaften sich freiwillig zu einer zwölfjährigen Dienstzeit verpflichten müssen, entstehen Schwierigkeiten, deren Bedeutung vielleicht erst dann klar zutage treten wird, wenn nach Ablauf der ersten zwölf Jahre eine verhältnismäßig sehr große Zahl aus dem Heeresdienst ausscheiden wird. Denn für jeden Reichswehrsoldaten entsteht dann die schwere Frage: Was' wird aus mir? Wird er doch in bereits fortgeschrittenem Lebensalter vor die Aufgabe gestellt, sich einen Lebensberuf zu suchen. Um dieses Problem zu lösen, mußte rechtzeitig Klarheit geschaffen werden, soll nicht Gefahr entstehen, daß der Nachwuchs für das Heer ausbleibt, zumal es heute schon ohnedies Schwierigkeiten macht, den Sollbe- stand zu erhalten. Es liegt auf der Hand, daß hier an die Zivildienstversorgung der Friedenszeit angeknüpft werden mußte. Die Versorgung alter gedienter und invalider Unteroffiziere und Mannschaften besteht erst seit etwa 100 Jahren, und zwar feit der Kabinettsorder vom 7. 8. 1820. Die Zivilversorgung war im Frieden im Wege der Gesetzgebung verankert worden. Unteroffiziere, die ihre 12 Jahre gedient hatten, erhielten den Zioiloersorgungsschein und wurden bei einer Behörde als Anwärter vorgemerkt. Sie erhielten Uebergangsgebühmisse. Bei Verzicht auf den Zivilverforgungsfchsin erhielten sie eine Geldentschädigung von 1500 Mk. Angepaht an die neuen Verhältnisse wurde das Wehrmacht-Versorgungsge- setz vom 4. 8. 21 beschlossen, dessen Fassung am 22. 6. 23 abgeändert wurde und zu dem jetzt die Reichsregierung dem Reichstag eine Novelle zugehen ließ, auf deren Eilbedürftigkeit besonders hin- gewiefen wurde. Die Novelle enthält eine Neuordnung der Uebergangsgebührnifse. Besonders wichtig aber in die Fassung des § 11, die besagt, daß durch den Zioildienstschein ein Anspruch auf Anstellung nicht erworben werde; daneben aber neue Bestimmungen enthält, um für die Inhaber des Zivildienftversorgungsscheines eine Erweiterung des ihnen bei Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden vorbehaltenen Stellenkreises zu bringen. Die Begründung zu dem Gesetz erkennt an daß cs die Aufgabe der Versorgung sein müsse, den Berufswechsel reibungslos durchzusühren und durch die Art des neuen Berufs selbst dem Soldaten einen Anreiz zu bieten, vorher eine lange, entbehrungsreiche Mili- tärdienstzeil auf sich zu nehmen. Auf der anderen Seite wird bei der 'JlooeUe der Versuch gemacht, bei dem schlechten Stand der Zivilversorgung die Unterbringung der Soldaten in reie Berufe zu fördern. Wenn auch Berufsberatung und Unterricht dem Soldaten schon während der Dienstzeit den späteren Beruf vorzeichne, so werde doch in manchen Fällen die Praxis ihn lehren, daß er sich besser einem freien Berufe zuwenden solle. Immerhin, und das wird wohl unterstrichen werden müssen, bringt auch die Begründung zu dieser Novelle die Feststellung, daß das Kernstück der Militäroer- sorgung die Unterbringung im Zivildienst, d. h. die Uebernahme in den Beamtenberuf sei. „Denn werden die Hoffnungen in dieser Hinsicht nicht erfüllt, so muß die Güt« des Ersatzes und die Leistungsfähigkeit der Wehrmacht darunter leiden." tatsächlich liegen hier gerade die Schwierigkeiten. Die Lage auf dem Gebiet der Zivilversor- gung ist z. Z. fast katastrophal. Während des Krieges haben viele Militäranwärter die den 23er- sorgungsanwärtern vorbehaltenen Stellen eingenommen. Nach Beendigung des Krieges suchten viele Tausende von 23erforgungsanroärtcrn Unterkunft im Zivildienst. Dazu kam der Verlust der abgetretenen Gebiets und die Notwendigkeit, dort ausgewiesene Beamte unterzubringen. Seit 5 Jahren wirkt sich pudern die Anstellungssperre aus, so daß heute allem vom neuen Heer 8000 Dersor- gungsanwärter und mit denen des alten Heeres 10 000 auf Unterbringung im Zivildienst warten. Da die Uebergangsgebührnisse über 3 Jahre hinaus nicht bezahlt werden, so kann cs Vorkommen, daß, wie der Reichstagsabgeordnete Admiral Brüninghaus, jüngst mitteilte, „altgebiente Soldaten, frühere Feldwebel, Sarrenarbeiterbicnfte verrichten müssen, um nicht zu verhungern." Vielfach kann man sich bes Eindrucks nicht erwehren, daß seitens der Kommunalverwaltungen die Neigung besteht, möglichst wenig Milj-äranwär- ter einzustellen. Das hatte zur Folge, daß ein Antrag Morath, Allekotte, Lucke im Reichstag eingebracht wurde, durch eine Vorlage zur Aenderung des Wehrmachtgesetzes und des Reichsversorgungs- gesetzes sicherzustellen, daß die Gemeinden sich nicht durch Einstellung einer übergroßen Zahl von Dauerangestellten der Verpflichtung zur Unterbringung von Versorgungsanwärtern entziehen. Der Regierungsentwurf trägt dem Rechnung. Wie notwendig die Einbeziehung dieser Stellen ist, zeigt schon Die Tatsache, daß bei den Kommunalverwaltungen Preußens neben 83 000 Beamten 109 000 Angestellte vorhanden sind. Ferner will der Gesetzentwurf alle Organe des staatlichen Lebens zur Aufnahme von Dersorgungsanwärtern heranziehen, gleichgültig, ob sie Zuschüsse aus Reichsmitteln bekommen oder nicht. Natürlich dürfen diese Erweiterungen des §11 nicht dazu dienen, die betreffenden Behörden in die Lage zu fetzen, alte verdiente Kröte zu entlassen. Die Vorschriften sollen vielmehr erst bei Einstellung nach Inkrafttreten des Gesetzes gelten. Außerdem soll nach der Novelle den Soldaten, die den Nachweis ihrer Eignung zur ländlichen Siedlung erbringen, zur Erleichterung eine Reichsbürgschaft gewährt werden, die auch dann eintritt, wenn, wie das z. B. in Süddeutschland als möglich angenommen wird, ihnen Gelegenheit geboten ist, kleine bäuerliche Wirtschaften selbst zu erwerben. Für die Offiziere der Wehrmacht bringt der Entwurf ebenfalls eine Verbesserung. Schon bei Beratung des Wehrmachtversorgungsgesetzes war seinerzeit anerkannt worden, daß die Offiziere mit Ausnahme der Generäle das Höchftruhegehalt wegen der frühzeitigen Beendigung ihrer Laufbahn 10 Jahre früher erreichen müßten als die Beamten. Diese Möglichkeit war inzwischen durch Aenderung des Besoldungsgesetzes weggefallen und soll jetzt wieder hergestellt werden, weil einerseits die Mehrzahl der Offiziere zu einer Zeit ausfchei- det, in der die Heranwachsende Familie erhöhte Aufwendungen erfordert, andererseits ihre lieber» führung in den Zivildienst sich nicht hat durchführen lassen. Es ist notwendig, beschleunigt, wie auch der Regierungsentwurf fordert, die Versorgung der Zivildienstberechtigten in geregelte Bahnen zu leiten und damit mancher mit Recht vorhandenen Erbitterung entgegenzuwirken. Dabei wird man sich im Rahmen des Möglichen halten müssen. Wünschenswert wäre, daß der § 11 des Besoldungsgesetzes grundsätzlich den Rechtsanspruch auf eine Beamtenstelle anerkennen statt ablehnen würde. Ferner ist notwendig, eine bessere Anrechnung der Militärdienstzeit auf das Dienstalter auf dem Wege einer Novelle zur Beamtenbesoldung herbeizuführen, schließlich ist zu wünschen, daß für die Zivildienstberechtig- ten, die für die Beamtenlaufbahn vornotiert sind, die Uebergangsgebührnisse auch über Drei Jahre hinaus bis zur Einberufung bezahlt werden unter der Voraussetzung, daß die betreffenden Zivildienstberechtigten nicht eine ihnen angebotene Stelle abgelehnt haben. Grundfragen der Verkehrspolitik. Von Oberpräsident a. D. von D a t o ck i, Dledau. Dis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts war der Personen- und Frachtverkehr auf das Pferdefuhrwerk der Landstraße und den Schiffsverkehr auf Flüssen und Kanälen allein angewiesen. Bei der Schwerfälligkeit des Frachtfuhrwerkes waren die Wasserstraßen von ausschlaggebender Bedeutung, weitsichtige Fürsten wie die Hohen- zollern taten viel für Schiffbarmachung der Flüsse und Schaffung von Kanälen, natürlich mit nach heutigem Begriff kleinsten Ausmaßen. Die meisten Kanäle jener Zeit sind darum heute ohne grundlegende Erweiterungen wenig brauchbar. Für den Fuhrwerksverkehr wurden die Hauptstraßen mit Chaussierung versehen. Nach Schaffung von Eisenbahnen wurde hier der Fuhrwerksverkehr diesem gegenüber wettbewerbsunfähig, während die Wasserfracht vor allem bei einigermaßen genügenden Ausmaßen der Fahrrinne und günstigen Ladevorrichtungen für Wassertransporte konkurrenzfähig geblieben ist. Lange wurde das neue Verkehrmittel der Eisenbahn von den öffentlichen Gewalten mit Mißtrauen, fast mit TlebelwoUen betrachtet. Dienstag, 1. Juli (925 Schärfste Haftpflicht für Unfälle aller Art wurde ihr aufcrlcgt, und während der Staat den Kähnen und den Fuhrwerken ihre Straßen gegen ständig verringerte, schließlich zum großen Teil ganz fortfallende Gebühren auf Kosten Oec Steuerzahler baute und unterhielt, verlangte er von den Eisenbahnen, daß sie ihre Fahrbahn aus eigene Kosten herstellten und unterhielten und außerdem noch erhebliche Abgaben zahlten. Auch für die Post mußte der unerwünschte Eindringling „Eisenbahn" kostenlos große Leistungen übernehmen. Diese Grundanschauung blieb bestehen^ als die Eisepbahn verstaatlicht wurde, und sie besteht auch heute noch weiter, nach der Dawesbelastung der deutschen Reichsbahn für diese sogar noch im verstärkten Maße. Gegen Ende des 19. I- hchunderlS setzte in Deutschland, gefördert durch die Vorliebe des Kaisers Wilhelm II., für den Wasserverkehr jeder Art („Deutschlands Zukunst liegt aus Dem Wasser"!) eine Welle von Begeisterung für den Kanalbau ein. Derkeh sinteressenten suchten, mit Tiefbauunternehmern und Terrainspekulanten oft unbewußt Verbünde.,, die Kanalbegeisterung zu schüren. Das Beispiel des Kaisers veranlaßte andere Dundessürsten, auch für ihre Lander weitschauende und kostspielige Kanalpläne zu verfechten. Konservative Abgeordnete, welche eS wagten, statt des Mittellandkanals Rhein—Elbe eine viergleisige für schwere Züge ausgebaute Großgüterbahn als billiger und nützlicher zu enipsehlen, verfielen als eigensinnige Reaktionäre der öffentlichen Verachtung und, so weit sie Staatsbeamte waren, als „Kanalrebellen" der Dienstentlassung. Seitdem gilt Kanalbegeisterung als intelligent, jedes Bedenken gegen sie als engstirnig. Der Zusammenbruch und die Llmwälzung hat an dieser „Kanalpshchose" nichts geändert. Die Ausführung ausschweifendster Pläne an allen Stellen, wo sich ein Kanal irgendwie anbringen läßt, wird von ernsthaften Leuten den Steuerzahlern des verarmten Landes zugemutet, ohne daß von einer bescheidenen Verzinsung, oft auch nur von der Deckung der Ausschreibung und Tlnterhaltung aus Gebühren ernstlich die Rede ist. Wo schon Kanäle vorhanden sind, werden Riesenaufwendungen für ihre „zeitgemäße" Modernisierung, gleichfalls ohne Aussicht aus Verzinsung, gefördert. Das ganze nennt man dann „großzügige und zielklare Derkehrspolitik". Die örtlichen Interessenten denken in solchen Fällen, daß, da auf sie selbst als Steuerzahler ja nur ein verschwindender Teil der Kosten entfällt, sie den Vorteil, mag er auch im Mißverhältnis zu den Gesamtaufwendungen stehen, immerhin mitnehmen können. Gleichzeitig ist den Eisenbahnen ein anderer Konkurrent in dem Kraftwagen erwachsen, der gleichfalls im Gegensatz zur Bahn und Straßenbahn seine Fahrbahn auf Kosten der Steuerzahler ganz oder fast umsonst zur Dersügung gestellt bekommt, und der an sich für nähere und mittlere Entfernungen vor der Eisenbahn für Personen- wie für Güterverkehr offensichtlich große Vorteile bietet. Mit der Begründung, daß der Innenabfah der Erzeugnisse der Kraft- Wagen- und ©ummireifenfahnten gefördert werden muh, ist jede wirksame Heranziehung der Kraftwage.i zu den Kosten Der Anlage und Unterljaltung der Landstraßen bisher verhindert worden. Im Gegenteil fordern die Kraftwageninteressenten kostspielige Verstärkungen und sonstige Verbesserungen an den Chausseen auf Kosten der Steuerzahler "als ihr gutes Recht. Diese einseitige Einstellung der öffentlichen Gewalten und der Oeffentlichkeit überhaupt bildet eine schwere Gefahr für eine gesunde Entwicklung unseres Verkehrswesens im ganzen. Wenn in den Städten die Straßenbahn, die ihre Fahrbahnen selbst unterhalten und für die Benutzung der Straßen Abgaben zahlen muh, ihrer Verdrängung durch Kraftwagen entgegensieht, so ist das trotz der auch damit verbundenen schweren Eingriffe in wirtschaftliche Interessen vom Standpunkt der Allgemeinheit vielleicht erträglich. Richt erträglich ist es aber, wenn durch die Fortführung des bisherigen Systems die Lebensfähigkeit der volkswirtfchaftlich unentbehrlichen Eisenbahn gefährdet wird, indem auf Kosten der Steuerzahler Wettbewerbskraft von Kraftwagen und Wasserfahrzeugen gegenüber der Eisenbahn auch für solche Frachten künstlich geschaffen wird, die bei gleichmäßiger Behandlung der verschiedenen Verkehrsmittel der Eisenbahn zufallen müßten. Gerade heute, wo Deutschland durch das Gebot der früheren Feinde zur zeitweiligen Lösung der engen Verbindung zwischen Reich und Reichsbahn gezwungen worden ist, kann die dadurch hervorgerufene psychologische Einstellung der öffentlichen Meinung und des Parlaments gegenüber der Reichsbahn besonders leicht zu verhängnisvollen Fehlern in jener Richtung führen. Deshalb schien es geboten, auf die damit verbundenen schweren Gefahren einmal emft und nachdrücklich hinzuweifen, auf die Gefahr hin, damit nicht nur das Mißfallen der zahlreichen „Interessenten" aller Art zu erregen, sondern auch in den Verdacht „reaftionärer Verkehrs- feindlichkeit zu kommen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, 8. Juli: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4 Uhr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr: Nach- mittagskonzert des Hausorchesters: Operetten- und Tanzmusik. 6 Uhr: Wirkschaftsmeldungen. 6—7 Uhr: Kinderstunde. 7—8 Uhr: Stunde des Rhein-Maini- schen Verbandes furVolksbildung: Deutsche Schwankerzählungen des Mittelalters; gelesen von Herbert Kranz. 8.30 Uhr: Gegensätze, zweiter Abend. Anschließend Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. Aus dem -Lmtsvcrkünr'.gungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt N r. 5 3 vom 3. Juli enthält: Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizeiverord- nungen der Gemeinden Birklar, Lauter und Langd. — Die Julimietc. — Ferien des Kreisaussckusses. — Maul- und Klauenseuche. — Feier des 1L August. — Landesjugendtag. Der Prozeh gegen Angerstein. Die Aussagen des Angeklagten. (Eigner Bericht des „Gießener Anzeigers". — Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.) * Limburg, 6. Juli 1925. Dor dem Schwurgericht Limburg begann heute der Mordprozeh gegen den Handlungsbevollmächtigten Fritz Heinrich Anger - st e i n aus Haiger. Das Gerichtsgebäude ist polizeilich abgesperrt: nur Personen mit Einlaßkarten und Pressevertreter mit Ausweisen dürfen das Iebäude betreten. Den Vorsitz führt Landge- cichtsrat Roth, als Vertreter der Aicklage sun- gieren Oberstaatsanwalt Dr. Bac meister und Ierichtsassessor Dr. Hofmann. Die Derterdr- ;ung des Angeklagten führen Rechtsanwalt D i l l m a n n aus Limburg als Offizialverteidiger und Rechtsanwalt Dr. Herzfeld aus Lssen als Wahlverteidiger. Wegen der Lange der Verhandlung ist ein Ergänzungsgeschworener ;ugezogen. Der Angeklagte wird — an den Händen gefesselt — kurz vor Begum der Sitzung in den 5aal geführt. Hinter ihm nehmen auf der An- 'lagebank zwei Polizeibeamte, neben ihm ein 9efängnisbeamter Platz. Vor dem Richtertisch verden auf einein großen Tische die Äeberfüh- mngsstücke aufgebaut. Darunter befinden sich das )tm dem Angeklagten bei der Tat benutzte Veil, der Hirschfänger, die Denzinbehälter usw. Punkt 91/» Ähr vormittags betritt der Ge- üchtshof den Sitzungssaal, dem Angeklagten Iper» >en die Fesseln abgenommen. Zu der heutigen Verhandlung sind als Sachverständige Professor Dr. Popp aus Frankfurt a. M., Professor Dr. Jahrmärker aus Marburg, Professor Dr. Raecke aus Frankfurt a. M., Kreismedi- inalrat Dr. D e n b a u m aus Linrburg geladen. Ferner teilt die Verteidigung mit, daß sie von ich aus unmittelbar den Äniverfitätsprofessor Dr. Herbertz aus Vern geladen habe. Der Angeklagte wird — nachdem die Beeidigung der Geschworenen erfolgt ist — zunächst ,ur Person vernommen. Er gibt an. am 3. Jan. 391 in Dillenburg als Sohn des Hüttenarbeitevs Angerstein geboren zu sein, seine Kindheit in Dillenburg Äs zu seinem 14. Lebensjahr verlebt md die Seminarschule besucht zu haben. Er ist >ann sechs Jahre lang in dem Landmesserbureau n Dillenburg tätig gewesen. Im Herbst 1913 sei •r mit einem Gehakt von 65 bis 70 Mark monat- ich bei der Rassauischen Bergwerks-Gesellschaft ils technischer Beamter beschäftigt gewesen. Im Februar 1917 ist er nach Haiger gekommen und )ort bei der Firma van der Zypen als Hand- ungsbevollmächtigter tätig gewesen. In Erledi-- ;ung von Grundbuchsächen habe er von der Firma Deneralvollmacht gehabt. Im Jahre 1911 habe er Kä the Barth ms Wetzlar geheiratet. Wegen der zu frühen heirat hat er sich mit seinen Eltern entzweit, llus der Ehe sind keine Kinder hervorgegangen, »agegen habe seine Ehefrau 5 Fehlgeburten gelabt. An Vermögen hat Angeklagter bei Eingehung der Ehe gegen 1000 Mk. gehabt. Der llngellagte behauptet, mit seiner Ehefrau in glücklicher Che gelebt zu haben. Dis zu seinem 0. Lebensjahr will der Angellagte stets gesund gewesen sein, erst später habe er Augen- und llasenkrankheiten, sowie solche des Kehlkopfes gehabt, deretwegen er seit 1905 bis 1906 dauernd n ärztlicher Behandlung war. Er behauptet, an eine Firma einen Anspruch von 30—40000 Mk. u haben an rückständigem Gehalt usw. Es erfolgt nunmehr die Verlesung des Er- 'ffnungsbeschlusses. Dem Angeklagten wird in »iesem Unterschlagung, schwere Urknnden- sälschung, Urknndenvernichtung, Mord in 8 Fällen, Brandstiftung und Meineid :ur Last gelegt. Sämtliche Straftaten fallen in das Zahr 1924, der Mord, Urkundenvernichtung. Brandstiftung und Meineid in die ersten De- embertage 1924. Es werden nun zunächst die Fälle der Unterschlagung mid schwerer Irkun-enfälschung behandelt. Der Angellagte, der seine Erklärungen im . Flüstertöne abgibt und vom Vorsitzenden wieder- lolt aufgefordert wird, lauter zu sprechen, gibt u, Belege fingiert zu haben, um Fehlbeträge u decken. Er erblickt aber hierin keine straf- iare Handlung, da es sich um Ausgaben für iie Firma handelte. Rach den vorgelesenen Be- egen handelt es sich um Beträge von 30 bis 500 Mark, und zwar alle im ersten Halbjahr 924. Im Ganzen handelt es sich um 8900 Mark. Der Angeklagte gibt auf Vorhalt zu, sich einen Wandschrank für Rechnung seiner Firma haben infertigen zu lassen. Er behauptet, Gelder für Seamtenbestechungen und sog. SHmiergelder im Interesse der Firma ausgezahlt zu haben. Auf >ie Frage, an wen diese Gelder gezahlt worden ind, verweigert der Angeklagte die Aussage. Drotz des Vorhalts des Vorsitzenden, daß eine olche Weigerung Rückschlüsse zulasse, erklärte >er Angeklagte, daß er seine Helfershelfer nicht lenne. Später seien dann Gelder von ihm er» >reßt worden unter Ausnutzung der angeblichen mlauteren Machenschaften der Firma. Bezüglich >er zweiten Hälfte 1924 gibt A. an, fortlaufend betrüge aus der Kasse der Firma genommen u haben. Er selbst habe für sich Grundstücks» äufe getätigt und dafür etwa 4000 Mark au-8» gegeben. Als dem Angeklagten bezüglich der An- aben nach dieser Richtung hin seine früheren Aussagen vorgehalten werden, erklärt er, daß eine heutige Auslassung richtig sei. Außerdem ab er an, im Jahre 1916 auf ein Lotterielos iner außerpreußischen Lotterie, deren Ramen er ächt kennen will, 32 000 Mark gewonnen zu >aben. Runmehr tritt das Gericht in die Erörterung er einzelnen Mo rdtaten ein und man merkt »em Angeklagten eine innere Erregung an. Den Geschworenen werden die einzelnen Lichtbllder »orgelegt, daraus sie sich von den Verletzungen ind der Lage der Getöteten ein llares Dlld nachen können. An der Wand hinter der Anlagebank hängt ein Plan von .der Villa des Angeklagten, ferner liegen dem Gericht 3 Tafeln ron dem Grundriß der einzelnen Räumlichkeiten n>r. Der Angellagte erklärt, daß er am Samstag >or der Tat die Löhne und Gehälter der Angestellten ausgezahlt Hube. Sein eigenes Gewalt habe 390 Mark monatlich betragen, außerdem habe er freie Wohnung usw. gehabt, so daß nach seiner eigenen Schilderung von einer Rot- läge gar keine Rede sein kann. Am Rachmittage sei er in Dillenburg gewesen und erst gegen 8 Uhr abends nach Haiger zurückgekehrt. Da er Kopfschmerzen hatte, habe er Aspirin genommen und sei dann schlafen gegangen. Am Tage selbst habe er mit dem Prokuristen Rix, der hinter die Delegfälschungen gekommen war, eine Auseinandersetzung gehabt. In der Rächt seien dann in der Rähe des Hauses mehrere Schüsse gefallen. Er sei aufgestanden, habe das Haus von oben bis unten durchsucht, aber nichts gefunden. Seine Ehefrau habe sich aber in einer furchtbaren Erregung befunden, und am folgenden Tage, dem Sonntag, stellten sich bet ihr Herzkrämpfe und Darmkatarrh ein. Er selbst sei am Sonntag um 3 Ähr Dorrn, aufgestanden. Gegen 11 Ähr sei er dann zur Post gegangen, um die Postsachen abzuholen. Den ihm Begegnenden erzählte er von der nächtlichen Schießerei, und bei seinem Rachbar Müller erfuhr er dann, daß dessen Söhne einen Geburtstag eingeschossen hätten. Er sei dann nach Hause gegangen und habe seiner Frau erzählt, was er von seinem Rachbarn gehört hatte. Die Erregung bei seiner leidenden Frau war aber einmal da und damit auch die damit zusammenhängenden Begleiterscheinungen. Da er auch Kopfschmerzen gehabt habe, sei er am Rachmittag eine Stunde spazieren gegangen. Als er nach Hause zurückgekommen sei, fetzte er sich mit seiner Schwiegermutter zusammen an das Bett seiner Frau und unterhielt sich mit dieser. Abends legte er sich zu Bett, nachdem er sich noch vergewissert hatte, daß alles gut abgeschlossen war. Der Angeklagte gibt weiter an, daß am Freitag vor der Tat er in das Zimmer seiner Frau gekommen sei und diese dabei angetroffen habe, wie sie etwas verstecken wollte. Auf seine Frage, was das zu bedeuten habe, erklärte ihm seine Frau, sie habe ihren letzten Wunsch niedergeschrieben und legte den Umschlag auf dieWäsche, wo ihn der Angeklagte später gefunben hat. Dieser Brief gelangt zur Verlesung. Er beginnt mit den Worten: „Letzte Ditte an meinen geliebten Mann." Dann schrieb die Frau des Angeklagten, daß sie so jung sterben müsse, bittet ihren Ehemann, ihre Mutter und Ella, die t^hwester. nicht zu verlassen und trifft Anordnungen über ihre Beerdigung und Chorgesang an ihrem Grabe. Der Angellagte behauptet, daß er im Jahre 1921 schon einmal einen ähnlichen Abschiedsbrief von seiner Frau erhalten habe, in dem seine Frau zum Ausdruck brachte, daß sie in den Tod gehen wolle, damit er von ihr befreit werde und glücklicher werden könne, da sie ihm das von ihr erhoffte Glück nicht bringen könne. Damals hätten sie beschlossen, beide gemeinsam ins Wasser zu gehen, und er habe schon seine Frau zu diesem Zwecke auf dem Arm gehabt, als, wie der Angellagte angibt, eine Männerstimme das Lied „jenseits des Stroms" fang und er dadurch von seinem Vorhaben abgebracht wurde. Am Sonntagabend gegen 10 Ähr legte sich der Angellagte zu Bett, mit heftigen Kopfschmerzen und Darnckatarrh. Gegen 2 Ähr ist er plötzlich aus dem Schlafe aufgeschreckt worden, seine Frau sei in äußerster Erregung gewesen und die Mutter zu ihr heruntergekommen. Er wollte zum Arzt gehen, was die Mutter aber nicht zuließ. Hinter der Tür hätte er gehört, wie sich die beiden Frauen von einem Brief unterhielten, den sie von Wetzlar erhalten hatten und der unerfreuliche Rachrichten enthielt. <2*cr Angellagte will sich nun in höchster Erregung befunden haben, zumal er selbst krank war, das Leiden seiner Frau bald nicht mehr ansehen konnte und zu dem Entschluß kam, mit seiner Frau aus dem Leben zu scheiden. Er holte aus dem Schreibtisch im Herrenzimmer einen Revolver und will ihn unschlüssig eine Stunde lang in der Tasche herumgetragen haben. Als et dann schließlich die Waffe auf seine Frau anlegte und losdrücken wollte, entrang ihm die Frau den Revolver und sank ohnmächtig zurück. Jetzt wollte der Angeklagte mit einem Hirschfänger seinem Geben ein Ende machen, holte diesen in der Scheide herbei und legte ihn zu sich auf daS Bett. Rach einer kurzen Weile stach er auf seine Frau, die quer im Bette lag, blindlings mit dem Hirschfänger ein, er hörte noch seine Frau sagen: „Sein eigenes Weib, Vater, vergib ihm. Fritz, vergib mir". Runmehr lief er entsetzt in sein Arbeitszimmer, wo zwei geladene Revolver lagen, um sich zu erschießen. Da die Revolver aber nicht losgingen, legte er sie in den Schreibtisch zurück und ging in den Keller, nm ein Beil zu holen und sich die Hand abzu-' schlagen. Plötzlich hörte er seine Schwiegermutter, die sich schon längere Zeit vorher in ihr Zimmer begeben hatte, schreien. Der Angelagte erklärt, daß jetzt plötzlich eine Erregung über ihn kam durch die Erinnerung daran, daß seine Schwiegermutter seiner Frau schon manchesmal Unrecht getan habe. Er stürzte mit dem Beil in der Hand aus dem Keller hinauf und schlug seine Schwiegermutter nieder. Das war zwischen 2 und 3 Uhr nachts. Nachdem er die Schwiegermutter, die mitten im Schlafzimmer lag, niedergeschlagen hatte, dachte der Angeklagte, daß seine Frau sich doch einmal aufrichten könnte, und versetzte ihr nochmals mehrere Beilhiebe. Bezüglich der Krankheit seiner Frau gibt der Angeklagte an, daß ihr Gewicht zum Schluß 72 Pfund betrug. Um seine Frau in die Meinung zu versetzen, daß sie auf dem Wege der Besserung sei, legte er bei dem wöchentlichen Wiegen der Frau immer ein besonderes Gewicht auf die Wage, um damit eine Gewichtszunahme vorzutäuschen. Der Angeklagte gibt zu, keine zwingenden Gründe gehabt zu haben, seine Schwiegermutter zu töten. Auf Vorhalt gibt er zu, daß es bereits im Jahre 1923 zu einem Auftritt mit seiner Schwiegermutter gekommen sei, weil diese den Reisbrei für feine Frau habe anbrennen lassen. Seine Frau sei damals infolge des Streites fortgelaufen, während sich die Schwiegermutter in ihr Zimmer einschloß. Er habe damals geäußert, als er seine Frau suchen ging, er werde seine Schwiegermutter nieder- schießen, wenn er seine Frau nicht finde. Er gibt weiter zu, daß er auch einmal wegen eines angebrannten Reisbreis seine Schwiegermutter ins Gesicht geschlagen habe. Als er die beiden Frauen erschlagen hatte, be- nieilte er, daß das Dien st mäbchen Stoll die Treppe heruntergekomen war. Als sie den Ange- Ilagten mit der Axt in der Hand sah, flüchtete sie auf den Speicher. Der Angeklagte folgte ihr und erschlug sie dort mit dem Beil. Auch hier gibt ber' Angeklagte zch keinen Grund gehabt zu haben, das Mädchen zu töten Hierauf ging er in die Küche und wusch das blutige Beil am Wasserhahn ab. Vorher war er noch einmal in das Schlafzimmer gegan- gen^und hatte noch einmal auf Frau und Schwiegermutter eingeschlagen. In der Küche setzte er sich auf eine Holzkiste und schlief ein, es kann inzwischen 3 oder 4 morgens geworden sein. Das Beil hatte er in der Küche hingestellt. Der Angeklagte erwachte erst, als es am Morgen in der Dämmerstunde schellte. Es war der Düro- gehilfe Heinrich Kiel erschienen, den er wieder weg schickte, um Brötchen zu holen. Inzwischen hatte der Angellagte mit dem Zeugen Schauß, der angekommen war, eine geschäftliche Sache erledigt. Der Angeklagte ging nunmehr vom Bureau aus nach oben und mußte sich auf dem Klosett übergeben. Der Gärtnergehilfe Geis war inzwischen erschienen und bat um Kaffee. Da in der Küche kein Kaffee vorhanden war, ging der Angeklagte in das Schlafzimmer, wo noch eine halb gefüllte Kaffeekanne stand, um sie für Geis zu holen. Als er die dort liegenden Leichen sah, kam wieder eine solche Erregung über ihn, daß er in die Küche zurückging, das Beil ergriff und den Geis, mit dem er in ein Ringen tarn, vor der Küche auf dem Flur niederschlug. Er sah nun plötzlich den Dureauangestellten Dit- te r t vor sich stehen. Dieser wich entsetzt zurück und flüchtete nach dem Herrenzimmer. Der Angeklagte verfolgte ihn und schlug ihn im Herrenzimmer nieder. Als Dittert erschlagen war, hörte der Angellagte, daß Geis noch stöhnte, und er schlug daher nochmals auf ihn ein, bis dieser stumm war. Der Bureaugehilfe Kiel war inzwischen mit den Brötchen angekommen, sah Dittert im Herrenzimmer liegen und flüchtete in das Eßzimmer, wohin ihn der Angellagte verfolgte und ebenfalls niederschlug. Auf die Frage, ob er Kiel auch mit dem Hirschfänger gestochen habe, er» klärte der Angellagte, er wisse das nicht. Nunmehr reinigte ber Angeklagte roieber bas Beil in ber Küche unb setzte sich in bas Herrenzimmer, wo er ben Kopf in bie Hänbe stützte. Es bauerte nicht lange, als feine Schwägerin Ella Barth von einem Ausflug zurückkehrte. Er hörte sie nach bem Mäbchen rufen. Darauf schloß er bie Haustür ab, ging nach oben unb erschlug seine Schwägerin auf ihre Frage, wo bas Mäbchen sei. Diese Leiche beberfte er mit ber von ber Schwägerin mitgebrachten Decke, ba er nach seiner Angabe bie Leiche bes Kinbes nicht sehen konnte. Der Angeklagte gibt bie Möglichkeit zu, seiner toten Schwägerin zugerufen zu haben: „Auch bu hast große Sünbe an Käthe getan." Der Angeklagte reinigte bann bas Beil unb ließ es oben an ber Tür zum Speicher stehen. Enb- lich erlebigte er noch ein Telephongespräch mit ber Güterabfertigung, bie ihn angerufen hatte. Weiter hatte er noch eine geschäftliche Angelegenheit mit bem Fuhrmann Theis erlebigt. Danach holte sich ber Angeklagte aus bem Keller einen Apfel. Als er roieber zurückkam, war ber Gärtnergehilfe Darr in bie Wohnung gekommen. Nach kurzem Ringen erschlug er biefen burch Beilhiebe. Sodann hatte ber Angeklagte mit bem Zeugen Dämme- r i g eine kurze Besprechung unb schloß, als bieser weg war, bie Dorbertür ab, währenb er bie Hintertür offen ließ. Dann, so gibt der Angellagte an, sei ihm die Erinnerung an die von ihm gefälschten Belege gekommen und er habe diese nun verbrannt. Inzwischen war der Maschinenmeister Ebert erschienen, um eine elektrische Leitung zu legen. Diesem hat er noch einen an seinen Bruder gerichteten Brief zur Besorgung übergeben. Während Ebert noch da war, kam auch der Däckerjunge und brachte zwei Brote, ferner kam der Postbote und brachte eine Zustellung vom Finanzamt. Den an Ebert übergebenen Bries will der Angeklagte schon am Samstag angefangen, aber erst am Montag beendigt haben. In dem Brief, der zur Verlesung gelangt, kündigt der Angellagte seinem Bruder den Besuch seiner Frau für Freitag an. Der Angellagte gibt zu, den Sah: „Die Damen kann man nicht nachts alleine lassen" erst am Montag geschrieben zu haben, als die Tat bereits geschehen war. Es folgt nunmehr die Verlesung der Aussage des Zeugen MaschinenmeisterEbert, der zur Zeit krank in der Gießener Klinik liegt. Aus der Aussage geht hervor, daß es dem Zeugen Ebert auf fiel, daß die Eingangstür zum Hause Angerstein an jenem Tage verschlossen, was sonst nicht der Fall war. Auch ist dem Zeugen das aufgeregte Benehmen des Angeklagten aufgefallen. Als Ebert fort war, wollte der Angellagte die Leichen vom Blute reinigen. Er holte zu diesem Zwecke eine Kanne Benzin aus dem Keller, gab aber sein Vorhaben auf, da es ihm zu viel Arbeit war. Der Angaklagte gibt weiter an, er habe gewußt, daß der Vater des erschlagenen Darr in Haiger arbeitete, und wollte diesem erzählen, daß er seinen Sohn erschlagen habe. Der Angeklagte bestreitet, das Wasserbassin abgelassen und das Benzin ausgegossen zu haben. Der Angeklagte ging dann, nachdem Evert weg war und er die Absicht des Waschens der Leichen aufgegeben hatte, in die Stadt und erledigte verschiedene Besorgungen. Nach seiner Wohnung zurückgekehrt, faßte er ben Entschluß, seine Villa inBranbzu st e ck e n. In bem Keller, wohin er sich zunächst begab, schlug er noch ben einen Schäferhund), ber sich bort befanb unb ihm in bie Beine lief, nieber. Dann zünbete er an verschobenen Stellen bas ausgegossene Benzin an, so baß bie Flammen hoch auf» loderten. Als bies geschehen war, lief ber Angeklagte aus bem Haufe hinaus unb brachte sich oerschiebene Stichverletzungen in Arm unb Brust bei. Er bestreitet, Kassette unb Löffel in ben Garten mitgenommen zu haben. Der Angeklagte kam bann, wie bekannt, in bas Krankenhaus, wo er oerbunben würbe. Am nächsten Tage, als Zeuge über ben Vorfall vernommen würbe, tischte er bann bas Märchen von bem Raubüberfall auf feine Behausung auf. Diese Aussage hat ber Angeklagte auch beschworen. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde die Verhand- lung unterbrochen unb bie Fortsetzung auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt. Bürgermeisterwahlen im Kreise Gießen. * Trohe, 6. Juli. Bei der gestern statte I gehabten Bürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Schmidt mit 6/e aller abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat H. W. B r ü ck erhiell 29 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war sehr stark, es haben 95 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. 1*1 Allendorf a. d. Lahn, 6. Juli. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Volk wiedergewählt. m. Hausen, 6. Juli. Bei der gestrigen Bürgermei st erwähl machten von 359 Stimmberechttgten 333 (— 93 Proz.) von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Bürgermeister Ludwig Happel I. wurde mit 202 Stimmen wieder- gewählt, sein Gegenkandidat Karl I o st erhielt 123 Stimmen. Die übrigen 3 Stimmen waren zersplittert, bzw. ungültig. Am Abend wurde dem Bürgermeister ein Fackelzug und Ständchen gebracht. T Langsdorf, 5. Juli. Auch hier fand heute Bürgermei st erwähl statt. Als Kandidaten waren aufgestellt der seitherige Bürgermeister Wilhelm Bender H. und als Gegenkandidat Hermann Kneipp IL Letzterer trug mit 429 gegenüber 138 Stimmen für Dender den Sieg davon. Mit dem Wahlergebnis sind die kühnsten Erwartungen der Partei Kneipp übertroffen, vermochte doch der seitherige Bürgermeister noch nicht V4 der abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinigen. * Bellersheim, 6. Juli. Gestern wurde Bürgermeister Georg Friedrich Müller einstimmig zum Bürgermeister wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Von 419 Stimmberechtigten stimmten 315 ab. * Mus chenheim, 6. Juli. Die gestrige Bürgermei st erwähl ergab die Wiederwahl des bisherigen Bürgermeisters Becker mit 221 Stimmen. Sein Gegenkandidat Heinrich E i s e r erhielt 151 Stimmen. Wahlberechtigt waren 395 Personen, davon machten 372 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. * Inheiden, 6. Juli. Bei der gestrigen Bürgermei st erwähl wurde unser bisheriger Bürgermeister Otto Reih mit 234 Stimmen wiedergewählt. Ein Gegenkaichidat war nicht ausgestellt. Am Abend wollte der etwa 30 Jahre alte Arbeiter Otto Rupp einen Freudenschuh anläßlich des Wahlausganges abfeuern. Er benutzte dazu einen Sprengstoff, der aber vorzeitig explvd'ierte und dem Manne die rechte Hand am Handgelenk abriß. Der Bedauernswerte, der verheiratet ist und drei umnündige Kinder hat, wurde in das Krankenhaus nach Hungen verbracht. * Queckborn, 6. Juli. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl wurde Bürgermeister Albert einstimmig wiedergewählt. Von 416 Stimmberechtigten wählten 285. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. * Geilshausen, 6. Juli. Bei der hiesigen Bürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Ludwig Wagner ein- ] stimmig wiedergewählt. Schöffengericht Gießen. * G i e ße n , I.Juli. Der Landwirt unb Bür» germeifter St. in R. hatte sich wegen intellektueller Urkundenfälschung unb wegen Abgabe wissentlich falscher Erklärung vor bem Registergericht, Vergehen gegen § 147 bes Genossenschaftsgesetzes, zu verantworten. Er war Direktor ber Molkereigenossenschaft, würbe aber mit bem ganzen Vorstanb in ber Generalversammlung vom 1. Juli 1924 feines Amtes enthoben. Am 3. Juni erschien er vor bem Amtsgericht Friebberg unb legte eine Austrittserklärung mit einem weit zurückliegenben Datum vor mit ber Behauptung, er habe biefe Erklärung versehentlich । in seinem Tisch liegen lassen; tatsächlich habe er seinen Austritt zur früheren Zeit erklärt. Die Staats- anwaltfchaft steht auf bem Stanbpunkt, bie Austrittserklärung fei erst nachträglich schriftlich feftgetegt ' worben unb falsch. Nach längerer Beweisaufnahme gelangte bas Gericht zur Freisprechung; es hielt bie Möglichkeit für gegeben, baß bie Austrittserklärung richtig fei. Die mehrfach vorbestraften Arbeiter M. H. unb S. M. werben wegen Rückfallbiebstahls zu Gefängnis st rafen von 1 Jahr unb 1 Jahr 6 Monaten verurteilt. Sie finb über« führt, mit einem zur Zeit flüchtigen britten Angeklagten in ber Heil- unb Pflegeanstalt in Gießen, in welche sie sich nachts unter Anwendung von falschen Schlüsseln eingeschlichen hatten, eine größere Anzahl von Kleibungsstücken gestohlen zu haben, biefe haben sie bann in Frankfurt a. M. an Hehler abgefetzt. Der eine Angeklagte hatte ein umfassendes Gestänbnis abgelegt. Turnen, Sport und Spiel. Sport im Dienste der Menschenliebe. Von Gustav Putzte, Berlin. Es ist noch nicht lange her, baß bei bem Wort „Sport" von fast allen beutfchen Mitbürgern nur an Rekorde unb Silberhumpen gebucht mürbe. Die Vereine unb Verbänbe haben viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, bis erkannt würbe, baß ber Wert ber sportlichen Betätigung in her Stärkung unb Pflege des Körpers unb bamit ber Hebung ber Gesunbheit liegt. Wer aufmerksam burch bas Leben schreitet unb auf frühere Jahre zurückzublicken versteht, ber wirb gesehen haben, baß sich ber Typ z. B. bes höheren Schülers völlig veränbert hat. Einst krumme, brillengeschmückte, bleichwangige Gestalten, zu 50 Prozent vom Turnen bifpenfiert. Heute schlanke, wohlgebaute, flaräugige Jungen unb Mäbchen. Das hat bie burch bie Werbearbeit ber Verbänbe herbeigeführte unb lange genug von ben Schulverwaltungen bekämpfte sportliche Betätigung ber Jugenb herbeigeführt. Gesunb unb stark wollen wir unsere Jugend machen, mit klaren Augen soll sie in bas wirtschaftliche Leben treten unb wohlausgerüstet ben Kamps um bas tägliche Brot aufnehmen können! Trinkt ,Schwalbacher-Stahlbrunnen‘ Das vorzügliche natürliche kohlensaure Mineralwasser. 6559J) |6' f L- ’A) Miken- sgnbe. E>n erholen immer - '-er Mer ‘tfpSi StzS ! Ten ^Sn ifeinb fei ad-r 2 uebungsge "Ms Rimmer konnte e «WM Xe MitrrentwicklunS , MM mehr äufne i beMgen tonnen- ?n her »nMichel über auch die ®ur* imttmchts. Solange ' men in du lange wrrd die W I bem. . ... Die Jugend will nicht an geeigneter en habet unb schwimmt l< unb kümmert M m 3ugerrbem loden ®eia So wirb es klar, da Mn/chentiebe erzieht, erjagen muß. So mu durch des Schwimens Dpsern führen. hier fetzt nun ein Schwimmern huvvrge Deutschen Schwimm- Dumerschait getragen Mtungs-GeMchast. tu jammen, denen durch Ertrinken zu morden ist. 3n Wort unb 6 ? M Rumpfe fiepen l iiin durch Sfuftlänn Wjrpönpe M 'Mill si ganz Deutschland üt Im gefährdeten Stelle l’o zu können. Schon Deutschen Lebens-M Rittern das Leben. hier stellt sich ber C Webe. Vom Lom Herein „Ufert Weben: schon im Bericht o an dieser Stelle unsere kritiker dahingehend n Vgen Rudervereinen wi arbeitet werde. Die h Wtten, bei denen die Mnen beteiligt wäre, >5 erbracht, daß he erbeutet EMainimTchkier nnöbei der am A.» veranstalteten 2t. Bu ? hefige Mergele * um ben Lab ft ?,e«r fiegreid ' schort 1913, Gj V ? a beteiligt war W die überlegene ""/kommen fon ober anerkc Ä J öranfiurt q w reich, x ferner < Win ? ^tzt Ne ft" l^furt । »fe M.r V°"er j Nchb' (!e beiden Nen. uÄ^n h er ? IP0« Deutlich l ^tgt ,,en ebenS^ (Er man nf/NN , VQUa en(S "Na 5 Astr K weiter ?^ner 9tuh?en beo 1 'M Lj,!., 191,3 Sä'5‘« 1 5*. 1 d«k na '41 <4^ fei3* c ’^tfoahr L Ev ’m te6?e^ r a N.) XV35® öS*» SufiÄ > p II pOhT WerXr?« i« «SS chZr ^Sten stimmt 2uli. Die Mb die D D Sempers 2«t« a$fen 372 von ihres 'Lider toufo uni« 5* ^)h mit 234 big. Si n Tegvckach^ Dend wollte der atx Ovo Jupp einen öes WahlaustzangÄ 1 einen Spreng, rkplod'ierte ini »and am Hanb- uemswerte, der veo ündige Kinder > nach Jungen ttp li. Dei der gestrigo wurde Sütgetmeiflt! wiedergewähl’. in wählten 285. teuf gefielt!. . Juli. Bei der h:i> »ahl wmLe der fett toig Dagner cm- lt. it Sichen. : Landwirt und Wo ch wegen intefleftuelr ;en Abgabe miffentiti Wstergericht, Sergej haftögesetzes, zu veror ■ Molkereigenofsenfih-’i Vorstand in der (Benelli 1924 feines AnW ien er vor dem 21mt- eine AustrittserNänr )en Saturn vor mit > Erklärung oerfeheiL >n; tatsächlich habe' Zeit erklätt. Sie Etas Standpunkt, die As äglich schriftlich festM ngerer Jeweisaufnap Freisprechung:« Ken, doh die Aurtriv rasten Arbeiter R J >n Mcksalldiebsiahls P t flüchtigen dritten v Pslegeanstott m M )»n batten, eine n ML Lu ।te fyüte ein wiN0®5 Sie soll aber auch lernen, im Gegner den Menschen, den Gleichstrebenden, zu achten! Das lehrt sie die Kampfbahn. Aber noch mehr verlangen mir von unserer Jugend. Sie Jugendlichen sollen berit sein, sich mit ihrer ganzen Kraft auch für den anderen einzu- jehen, besonders, wenn er in Gefahr ist. Unerträglich ist das namenlose Elend, das all- I jährlich i* die 6—8000 deutschen Familien einzieht. ' Da reiht i^r nasse Tod den hoffnungsvollen Sohn, den einzigen Ernährer und Hoffnung einer Mutter an sich, da bringen sie die mit frohem Lachen hin- ausgegangene Tochter still und starr zurück. Abend ist es, und noch immer kehrt Vater nicht nach Haus, er, der sonst so pünktlich war. Da Hopft «, der Bote traut sich nicht mit der schrecklichen Nachricht hervor: Der Vater, ist er- irunken. Er wollte sich von der Hitze des Tages erholen im Bade. Ein Fehltritt in eine Untiefe unb , — leer wird immer der Platz am Tische bleiben, durch das Haus schleicht nach der Trauer die Sorge. Diese Schrecken bannt die Schwimmkunst, der aus ihr hervorgegangene Schwirnmspo r t Dem Schwimmer rft das Schwimmen nie Selbst- »weck. Er weiß, daß er einfpringen muh, wenn ein ; Hilferuf ertönt: Die Menschenliebe ist ihm Lebens- P Aufgabe! _ Pslichtvergessen handelt aber jeber Vater, jebc Hutter, jeder Erzieher an sich und den ihm anver- tTauten Menschenleben, wenn er nicht dafür sorgt, : die Jugendlichen rechtzeitig schwimmen lernen, ien Jugendlichen muß gelehrt werden, daß das Lasser dem ein Feind ist, der nicht gelernt hat, es ; tu beherrschen. Seinem Beherrscher aber ist es ein Freund, ein Freudenspender. Pflichtvergessen handelt jede Staats-, Stadt- »ber Gemeindeverwaltung, die nicht für den Bau genügender Uebungsgelegenheiten sorgt. Mitschuldig ist jeder an dem Tode seiner Mitmenschen, der die Gelder zum Bau von Schwimmanstalten ablehnt. Die Zahl der heute in Verbänden organisierten Schwimmer konnte bedeutend höher {ein, wenn die Vereine genügend Uebungsmöglichkeiten besitzen wurden. Es fehlt ihnen dadurch die Grundlage für eine Weiterentwicklung. Die Vereine können kaum Mitglieder mehr aufnehmen, weil sie dieselben nicht beschäftigen können. An der unzureichenden Bademöglichkeit scheitert aber auch die Durchführung des Schulfchwimm- unterrichts. Solange die Jugend nicht im Schwimmen in der Schulzeit ausgebildet werden kann, solange wird die Zahl der Todesfälle sich nicht min- > btm. Die Jugend will schwimmen. Wird ihr dazu nicht an geeigneter Stelle Gelegenheit gegeben, dann bodet und schwimmt sie dort, wo sie einen Ort findet, unb kümmert sich nicht um drohende Gefahren, siißerrdem locken Gefahren die Jugend. So wird es klar, daß dieser Sportzweig, der zur Menschenliebe erzieht, die größten Beschränkungen erfahren muß. So muß aber auch die Betätigung durch des Schwimens Unkundige zu den vielen Opfern führen. Hier fetzt nun eine Organisation ein, die aus Schwimmern heroorgegangen ist, und die heute vom Deutschen Schwimm-Verband und der Deutschen Turnerschaft getragen wird, die Deutsche Lebens- lTettungs-Gesellschaft. Sie setzt sich aus Männern zusammen, denen die Statistik über Todesfälle durch Ertrinken zu .Zahlen des Schreckens" geworben ist. In Wort unb Schrift forbert bie D. L. R. G. gim Kampfe gegen ben nassen Tod auf, bekämpft ign durch Aufklärungsschriften, Vorträge und Lehrgänge zur Ausbildung von Rettern, mit denen |ie ganz Deutschland überziehen will, um überall an ben gefährdeten Stellen Rettungsstationen einrich- l?n zu können. Schon jetzt verdanken Tausende der deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und ihren Vettern das Leben. Hier stellt sich der Sport in den Dienst der Men- lifjenliebe. Vom Rudern. Vom Verein „Uferkritik", Gießen, wird uns geschrieben: Schon im Bericht vorn 14. Mai d. I. hatten wir .an dieser Stelle unsere Wahrnehmungen als Uferkritiker dahingehend mitgeteilt, daß in den hiesigen Ruderoereinen wieder eifrig und ernsthaft gearbeitet werde. Die inzwischen abgehaltenen Regatten, bei denen die Gießener Ruderoereine an Hennen beteiligt waren, haben bie erfreuliche Be- i’ätigung erbracht, baß der aufgeroenbete Fleiß unb bie ernsthaften Bemühungen nicht vergeblich waren. Sa konnte ber hiesige Ruberklub „Hassia" am 6. und 7. Juni auf der Regatta des S. R. D. in Mühlheim an Main im Gastvierer einen schönen Sieg ernten, uetb bei der am 20. und 21. Juni hier auf der Lahn ucranftalteten 21. Ruderregatta des D. R. V. ging bet hiesige Rudergesellschaft 1877 sowohl im Einer- ' ttnnen um den Lahnpokal, wie auch im Akademien Vierer siegreich hervor, während der Verein t uberfport 1913, Gießen, der an der gleichen Re- atta beteiligt war, im Achter-Rennen allerdings egen die überlegene« Limburger Klubmannschaft l icht aufkommen konnte und zweites Boot wurde, ti $ muß aber anerkannt werden, daß die Gieße- tun» Spiel enste der liebe. se, Berlin. ien S^iärutf en viel M r!anntin ber'a»" d°- Mn versteh ■ TYP S- hat- .... bleichwE eig nen vom Jungens ,le» «ir -D — ner Mannschaft sich auch in diesem Rennen bis zu- lyt tadellos gehalten hat und den Limburgern der Sieg nicht leicht gemacht wurde, so daß auch dieses Jiennen bis zum Ziel äußerst spannend war. Am gleichen Tag war der Gießener Ruderklub „Hassia" n Frankfurt a. M. auf der Regatta des S. R. V. in drei Rennen, davon in zwei als erstklassig zu bezeichnenden, nämlich im Gastoierer und im 1. Seniorvierer und ferner im Ermunterungsvierer siegreich. Bei der zuletzt stattgefundenen Regatta des D.R. D. in Frankfurt a. M. am 27. und 28. Juni fonnte die Gießener Rudergesellschaft 1877 eben» cills wieder die beiden von ihr belegten Rennen, ämlich bas Einer-Rennen um den Preis vom Ost- iifen, wie auch ben Hochschulvierer als Sieg Der» ' vchen. lieber bie sportliche Leistung des Skullers '«r R. G. „Nelson", Halle, direkt niederruderte, war man allgemein überrascht, und unsere zu der Re- petta entsandten Kritiker konnten oftmals wahrnehmen, daß der junge Gießener Skuller bei Fort- (egung des ernsthaften Trainings jedenfalls noch große Aussichten auf weitere erstklassige Erfolge heben wird. Die Trainingsfahrten der verschiedenen Vereine finden natürlich weiterhin allabendlich auf der Lahn ’tatt Wir haben beobachtet, daß sowohl von der ©ebener Rudergesellschaft 1877, wie auch vom Verein Rudersport 1913, Gießen, jeden Abend etwa :e drei Vierer und je ein Achter die Bahn passieren, I Mhrend der Gießener Ruderklub „Hassia" ebenfalls leben Abend etwa sieben bis acht Vierer und einen Achter laufen läßt. Durch Umsetzungen in der Mann- fckaft sind noch Vorteile erzielt worden, und jedenfalls kann man auf bie Rennen bei ber am Sonn- I tag, 5. b. M., in Kaffel ftattfinbenben Regatta des D. R. D., bei welcher, wie mir hören, sowohl die Gießener Rudergesellschaft 1877, wie auch der Verein Rudersport 1913, Gießen, im Achter vertreten fein werden, sehr gespannt sein, zumal auch der Achter des Vereins Rudersport durch Umsetzung entschieden verbesiert worden ist. Auch die am 18. unb 19. b. M. in Offenbach ftattfinbenbe Regatta des S. R. V., an welcher der Gießener Ruderklub „Has- sia" mit verschiedenen Vierer- und einem Achterrennen teilnimmt, verspricht äußerst intereffantc Rennen. Wir wünschen unseren Gießener Sportkameraden auch zu den bevorstehenden Kämpfen alles Gute und werden uns freuen, dieselben auch bann wieder als Sieger begrüßen zu können. Wirtschaft. * Konkursnachrichten. Lieber das Der- mögen der Firma Karl Herrmann, Gesell- schäft mit beschränkter Haftung, Zeitungsverlag „Deutscher Allgemeiner Immobilen- und Kapitalmarkt" in Mainz, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 20. Juli beim Amtsgericht in Mainz anzumelden. — Lieber das Vermögen des Kaufmanns Karl Z a ch r i ch, Inhaber eines Lebensmittelgeschäfts in Mainz, wurde ebenfalls das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 20. Juli beim Amtsgericht in Mainz airzumelden. • Fellen und Guilleaume, Carls- Werk A-G., Köln-Mühlheim. Der in der letzten Hauptversammlung angekündigte Auftrag auf Lieferung eines Seetelegraphenkabels von Emden nach den Azoren ist. wie die »K. Z." erfährt, nunmehr perfekt geworden. Durch diesen Auftrag dürfte das Rordenharnmer-Werk der Gesellschaft stark ein Jahr lang beschäfttgt sein. * Stahlwerk Becker A.-G., W i 11 i ch. So» weit es sich um die Beteiligung der Gläubiger handett, ist die Sanierung durch Zahlung der 25prozentigen Quote durchgeführt, abgesehen von den Gläubigern, die auf dem Wege des Rechts- ftreites ihre Forderungen durchzufetzen versuchen. Zur Lage der Gesellschaft ist zu bemerken, daß das Unternehmen, obwohl die allgemeine Marktlage im Stadium des Rückganges ist, laut „F. Z.", verhältnismäßig gut beschäftigt ist. In Willich, wo noch gute Aufträge zu erledigen sind, und wo auch die Nachfrage für die Fabrikate weiter gut bleibt, arbeiten etwas über 1200 Mann, die Belegschaft auf den Hochofenwerken Reinholdshütte stellt sich auf etwa 550 Mann, so daß rund 1800 Mann wieder beschäftigt werden können. ' Die amerikanische Farbstoff- erzeugung 192 4. Die Farbstoff Produktion in den Vereinigten Staaten ist im letzten Jahre um 26 Proz. gegenüber 1923 zurückgegangen. Es sind, laut DHD., 67 Mill. Pfund im Werte von 36 000 000 Dollar hergestellt worden. Sieben der verminderten Tätigkeit der Textilindustrie wirkten hierbei die sieben Mill. Pfund Bestände mit, die aus dem Jahre 1923 übernommen wurden. Ferner erhöhte sich die Einfuhr angesichts des um 15 Proz. verminderten Zolles. Die Ausfuhr ist gleichzeittg um 2 211 109 Pfund zurückgegangen. An Kohlenteerfarben sind 1924 insgesamt 15 713 091 Pfund ausgeführt worden, ihr Wert betrug 5 635 064 Dollar oder 69 693 Dollar mehr als 1923. Diese Wertzunahme dürfte hauptsächlich darauf zurückzuführen fein, daß mehr Indigopulver als Indigvpasta ausgeführt worden ist. Börsenkurse. DaNnn: Berliner -cjrfe. »r« DeaNche ’RettüSanTette <% Deutsche Reichsanlcthe . 5'/*% Deutsche ReichSanlethe 3% Deutsche Reichen leibe ■ Deutsche Sparprümienauleth« 4% Preu bische LonsolS . . . 4% Hessen..... 8 */»•/« Hellen.......... 8% Hellen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll.°Schatz»AMt7eisllg.') 4»/, Hoatürten......... 6% Gold Mexikaner Berliner HandelSarsellschast. fcommeri« und Privob-Bank Darmst- und Raitonalbauk . Deutsche Bank ...... Deutsche BereinSbaok .... DiSconlo Commandit . . Metallbau!.......... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ü csterrcichiime Lreditaustatt. Wettdauk ....... Bochumer Äug . ...... BuderuS........... Caro ... Deutsch-Luxemburg .... iHelseuktrchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke AscherSlebeu.... Kaliwerk Westeregelu .... Laurahütte ...... Oberdrdars . ......... Pbonir Bergbau....... Rheinstahl ........ Ricdeck Montau....... TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Lheramische Werke SlbtU . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbilivv HoUmanu .... Anglo-Lour -Goas» ..... Badische Antlto ..... Lheunsche Maller Laniu . . Goldschmidt .... Grlesteimer Electron ... I Höchster Farbwerke...... boijverkoolung ....... RütgerSwerke ........ L cheideanllalt «llg ElektrtittätS^Sekellschakt tötrpmann ....... Mamkraitwerke . Cchuckert . • • EiemenS L HalLIe ..... Adlerwrrke Slteuer *>.,«. Daimler Motoren. . Hcoligeuftaedt . Bieguin..... Motorenwerke Manubetm . llrauksurter Armarurru Konservenfabrik Braun . , . B.etallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union Lchub'abrtk Her,....... Sichel ..... . . . .tzellstoll Saldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäukek • • • Frankfurt a-M- Berlin Schlutz. fiur» Sdjiubft Abend» börse Schluß Rur» Schluhft MiNaq bötb 3. 7. 6 7. 3.7. 6 7. 0.4025 0.3875 0.4025 0.387 — 0,475 1,5225 0.49 0.495 0.465 1.5925 0.4775 0,68 0,675 0.72 0,695 0,28 0,285 0.30 0,295 0.515 0.515 1.5075 1.5025 0,70 0,65 0,66 — — ■ — 0 485 — 0.58 0,56 89.75 89.75 91.75 91.75 93,4 93.3 93,4 93,5 | 7.10 6.90 7,2 6,9 1 35 35 —- — 120.62 120.5 120,40 120,4 98 98 98 97.4 120 119 120 119 119,5 119,50 120 120 —» — ■ 108 107,75 108 108 93 91,25 - — 97 97 97 97 7,4 7,70 7.25 7.75 0,1 — 0 1 —- 80,5 77 13 81 76.5 55 54 50 55.3 53.6 52 53 50 50 71 69 71 69,13 60 58 60 62 114,75 111 115.25 111.75 14.90 107.25 107 5 107.40 12 i 122 19.13 18,70 51.5 50,25 51,25 50 54,25 50 55 53 00 88 90,4 87,9 72,25 69.25 72,25 69,50 74,5 70,5 75 72,5 2,25 2,25 — 56,50 53,75 56,50 54,9 59,25 57 59 57,5 74 72,25 — _ 62 62 '>2,5 60.5 — 101 100 122 120,5 122.75 121,25 0,455 0.44 — 85.62 84 86.5 84 113.40 112 114.25 112.75 115 113 114.75 113 8.20 6.2 — 72.5 71 73,4 71.13 108 104 — »4.75 ^3.25 95 93.10 75,25 73,25 74,2 73.1 85,5 86.25 — 63 60.10 62 60.4 80 79 80 78.75 ->0 68 62 60 58,25 56 59 55,75 43 44,5 — 42 47 46 46,5 — - 69 0,41 — — _ 0,9 0,85 0,87 0,975 105,25 103 — - 68 67,5 2 2 2,6 2,62 — 40 39 40,25 38 9,6 9.5 9.75 9.62 83,5 : 82.25 — _ 67,5 । 67,50 69 68,5 Berlin, 6. Juni. Wir haben bereits kürzlich erwähnt, baß eine neue Baissebewegung an ber Börse einzutreten scheint. Diese Vermutung fand in dem Beginn bes heutigen Verkehrs ihre Bestätigung. Die Spekulation schritt auf sämtlichen Marktgebieten zu Abgaben, die bas Kursnioeau allgemein senkten. Die führenben Spekulationswerte gingen um mehrere Punkte zurück. Zu ben bisher schon vorliegenden ungünstig ftimmenben Berichten über bie Lage wichtiger Gewerbezweige in Deutschlanb kommt jetzt noch hinzu, daß bie Berichte ber preußischen Hanbelskammern über ben Monat Juni ebenfalls größtenteils pessimistisch gehalten finb unb bie Aussichten für ben Abschluß eines beutsch-franzöfischen vorläufigen Hanbelsabkommens nach bem Ergebnis ber letzten Beratungen gleich Null sinb. Die Tatsache, baß bie Zahlungsmittelansprüche an bieReichs» bank zum letzten Halbjahresschluß hinter ben Anforderungen bes Monats Mai zurückblieben, deutet man als Zeichen eines vielfach barnieberliegen» ben Geschäfts unb bementsprechenb kleinem Geld- bebarf. Einige anregenbe Momente, wie ber gute Kaliabsatz im Monat Juni unb bie günstige Geschäftslage in ber Elektroindustrie, übten demgegenüber nur wenig Wirkung aus. Der Geldmarkt zeigte sich noch angespannt. Tägliches Geld ist stark gefragt unb erforbert einen Höchstsatz von 11 Prozent. Erstklassige Firmen zahlen 9,5 Lis 10,5 Prozent. Monatsgeld 10,5 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt wurden von Pariser Franken große Beträge für Intervention s- zwecke ausgenommen, was eine Erholung bes Pariser Wechselkurses auf 102 gegen Lonbon ergab. Brüssel unb Mailand waren ebenfalls gebessert mit 103 dezw. 130 gegen Lonbon. Die nor- bischen Devesen lagen dagegen nach ihren jüngsten übertriebenen Steigerungen etwas schwächer. Die deutsche Reichsmark notierte in London 20,43, Devisenrft Berlin—Frankfurt a. M. (In AUancn Mark cgäctbrüift. BueooL-AirrS, Landon, Reu- dork, N-an. 9tip de Lfanciro für eine Elli Helt, Mm und Budavest rär lOfltXX) Einhektm. alles übrtge für 100 Ein Helten.» Telegraphische Auszahlung. 3 Juli 6. Jnli Amtliche 9iorieruna Amtliche NoNeruna Geld 1 Brief Brief 168.09 iW?5i 168,19 168,61 Bmn^ArreS 1.691 1.695 1.692 1,696 Brss.-Anlw. 19,43 19,17 19 82 19,86 Christiania - 76,10 76,80 75,90 76,10 flopenhaQtu 86,24 6,46 86,79 87,01 Gtodbolm . 112,42 112,70 112,41 112,61 Helsingfors. 10,56 i 10,60 10,5f2 10,602 ytalicn. . . 14,78 14,80 15,71 15.75 London. . 20,389 20,441 20,391 20,443 vlcuvork . . 4,195 , 4.205 4.195 4,205 Paris.... Schwei, . . 19,63 19.67 20,00 20,06 81,40 81,60 81.38 81,58 Spanien. . 61.02 61.18 61.02 61,18 Japan . . - Rio de Jan- Wien in D-- 1,708 1,712 1,715 1,719 0.449 0.451 0.451 1.453 Ceft. abßeft 59,097 I 59,19. 59,057 59,197 Prag .... Belgrad .. 12.432 12.472 12.436 12,476 7.29 7.31 7.29 7.31 DudapeN. . Bulaarieu . 5,8f5 3,025 5,915 3.035 6,895 3,025 5,915 3,035 Lissabon 20,525 20,575 20 525 20,575 Daruig. - - Jtonftantht 80.86 81.06 80 86 81,06 2,-65 2,2’5 2.265 2,275 Llhen- . ■ 6.99 7.01 6.29 7,01 Danknoten. Berlin, 6. Juli. Amcrtkanllche Note» .... Belgische Norm . ...... Dänische Noten ....... iftiglische Noten ....... Franjöüsche Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Notm ..... Norwegische Noten...... Deutsch»Ocfterr.,L rooKronm Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Note»....... Svanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Sloten . . . . . Geld 4,176 19,77 86,8« «5Ü.358 19,97 167,08 15,76 75,81 59,lo 112,17 81,70 U0,80 12,40 5.85 Brief 4.196 20,07 87.32 20,458 20,07 168,62 15,84 76,19 59,45 118,73 82,10 61,10 12,46 5.89 Frankfurter Qlbenbbörfe. Frankfurt a. M., 6. Juli. Die Abendbörse verlief lustlos und weiter zurückhaltend; Llmsätze von Belang kamen nicht zustande. Die Kurse hielten sich meist auf dem Niveau ber heutigen Vachbörse, zeigten also gegenüber den offiziellen Schlußnotierungen ein weiteres leichtes Aachgeben. Montanaktien geschästslos. Für C&fjemictoerie setzten sich die Rückgänge fort. Bankaktien Warrn wenig verändert. Am heimischen Bent en markt gaben Kriegsanleihen weiter nach. Die Abendbdrse schloß in schwacher Haltung. Deutsche Starten: 5prvzentige Reichsanleihe 0,387XJS. Bankaktien: Commerzbant 98, Deutsche Bank 119,50, DiScontogesellschaft 107,75, Dresdner Bank 101,75, Mitteldeutsche Credit- bank 97, Rheinische Creditbank 90, Oesterreichische Kreditaktten 7,70. Montanaktien: Iffe Bergbau 94, Rheinstahl 69^B, Kali Aschersleben 107,25, Kali Westeregeln 122. Chemische Aktien: Badische Anilin 120,50, Elberfelder Farben 112,75, Höchster Farben 113. Schiffahrtsaktien: Rordd. Llovd 57. Industrieattien: AEG. 93,25, Adlerwerke Kleyer 58, Dyckerhvfs & Widm arm 40, Licht und Kraft 97, Rhemmetafl 32. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 6. Juli. Es wurden notiert: Weizen (Welterauer) 22 bis 24, Roggen (inländischer) 19 bis 21,50, Hafer (inländischer) 19 bis 22. Mais (gelb) 21. Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 36,25 bis 36,50, Roggenmehl 29,50 bis 30, Weizenkleie 11,60 bis 11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Erbsen 24 bis 27, Heu (süddeutsches, gut, trocken) altes 8,90, neues 7,75, Weizen- und Roggenstroh 5,25 bis 6, Treber (getrocknet) 16,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 6. Juli. Austrieb: 1693 Rinder, darunter 521 Ochsen. 77 Buffen. 1050 Färsen und Kühe. 527 Kälber, 137 Schafe und 4031 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: Boff- fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 60 bis 67, junge, sleffchige. nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 58. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 44 bis 49 Bullen: Dollfleffchige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 58, voklfleischige jüngere 45 bis 50; Färsen und Kühe: vofffleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 65. ausgemäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 50 bis 58, wenig gut entwickelte Färsen 50 bis 57, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 49, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 38, gering genährte Kühe und Färsen 15 bjs 25. Kälber: Feinste Mastkälber 70 bis 76. mittlere Mast- und tefte Saugkälber 60 bis 68. geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 59. geringe Saugkälber 48 bis 54. Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 48 bis 50, geringere Mast Hammel und Schafe 40 bis 45, mäßig genährte Hämrnel und Schafe (Merzschafe) 20 bis 30. Schweine: Vofffleischige von 80 bis 100 Kg. 80 bis 82, unter 80 Kg. 75 bis 80, von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und Fettschweine über 150 Kg. 80 bis 82, unreine Sauen und geschnittene Eber 65 bis 75. Marktverlauf: Langsamer Handel. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Juli. Der Produstemnarst hatte weiter ruhiges Geschäft. Die Inlandforderungen für Roggen bfeiben dauernd hoch, sind aber schwer durchzusehen. AuÄandweizen ist knapp und etwas höher. In Gerste überwiegt das Angebot. Hafer in greifbarer Ware knapp. Futterartikel unverändert. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, Juli 262 bis 261,25, Roggen, märf. 230 bis 232, do Juli 219 bis 218.50, Gerste (Winter-) 202 bis 207, Futtergerste 204 bis 218. Hafer, märf. 232 bis 241, do Juli 195,75 bis 195, Raps 340 bis 360; für 100 Kilo. Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 31 bis 33, Weizenkleie 12,80 bis 12,90, Roggenkleie 13,60 bis 13,75, Viktoriaerbsen 26 bis 31,50, kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 22 bis 24, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 24 bis 26, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, do. gelb 14,50 bis 16, Rapskuchen 15,50 bis 15,60, Leinkuchen 22,20 bis 22,60, Trockenschnihel 10,60 bis 11. Kartoffelstöcken 24.20 bis 24,40. Erfahrung dir'* nicht o/ hat mich klug gemacht Die Glatze glänzt von selbst allein Dein Schuh wird erst durch „Welt-Creme" fein! EDEL- Fräulein Fob. Roman von Anders G j e. 14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ich möchte so furchtbar gerne wissen, was bann nach unserem kleinen Souper bei Herrn Mumm im Hotel Savoy sich weiter zugetragcn hat..... Also, jetzt ist es herausgesagt!" Fellips war auf diese Frage vorbereitet, und auch auf die Antwort. Cr lächelte, ohne jede Verlegenheit, und nippte am Wein. „Fangen wir mit dem Abend an, der Ihrem kleinen Gastspiel folgte. Ich brachte diesen Abend nccen meine Gewohnheiten in einem Cafe zu. Wissen Sie, in welchem?" „Imperial." „Richtig." „Sie suchten nach Fräulein Lisa?" Fob kicherte vor Vergnügen. „Stimmt. Ich suchte nach Fräulein Lisa. Es war meine Absicht, sie um Entschuldigung zu bitten, — um damit anzufangen. Ich lasse mich mutterseelenallein an einem Tisch nieder, mit einem Stotz Zeitungen als Reserve. Ich hatte absichtlich den Tisch in der Rähe der Kasse gewählt, um die Mädchen im Auge behalten zu können und wartete nun .....“ „Mich zu sehen?" „Ich wollte an die Kameradinnen des Fräu« leins Lisa keine Fragen stellen. Man weitz, wie getratscht wird, und ich wollte feinfühlig sein wie ein katholischer Veichtvater. Also sitze ich da, lese Zeitungen, trinke Grog, rauche Zigarren. Es wird elf, nirgends ein Fräulein Lisa? Run, denke ich mir, Fräulein Lisa hat vielleicht ihren freien Abend Rümmer zwei, wenn sie sich nicht am Ende krank gemeldet hatte. Bei dieser zweiten Alternative fühlte ich Gewissensbisse, Fräulein Fob. Als es mir zu lange währte, beschloß ich, den Versuch tagsdarauf zu wiederholen. Ich bezahle und gehe, in einer Stimmung, die hätte besser sein können." „Jetzt ist es an mir, Gewissensbisse zu spüren, Herr Fellips." „Am Abend darauf saß ich schon um neun Ähr an meinem Tisch, und die Kassierin begrüßte mich mit einem Lächeln des Wiedererkennens, — etwas, das mir seit der Studentenzeit nicht mehr geschah. Diesmal war ich in das Revier eines der Keller geraten. Aber auch das half nichts. Ich entfalte eine Zeitung und forsche in den Saal hinab, ob sich zwischen den Säulen nicht das Fräulein Lisa zeigen werde." „Gerade in diesem Augenblick war ich auf dem Wege nach Kairo." „Danke. Leider war ich von dieser liebenswürdigen Tatsache nicht unterrichtet und blieb also auf meinem Wachtposten. Aber die Stunden verannen, — vergebens. Schließlich sehe ich ein, das; auch die Feinfühligkeit ihre Grenzen hat, ich suche mir eine der jungen Damen aus, die ein wenig diskreter aussieht als ihre Kameradinnen, und stelle an sie jene Frage, die mir schon seit Stunden auf der Zunge brennt. Ia, antwortet sie, gewiß ist Fräulein Lisa hier. Sie hat jetzt nur einen anderen Dienst." „Run?" „Rach einigem Herumreden erfuhr ich, daß Fräulein Lisa seit einigen Tagen ihre Wirksamkeit in den ersten Stock verlegt hatte, und es gelang mir auch, mein diskretes Fräulein dazu zu bringen, eine Begegnung zu arrangieren. Die Ärsache ihres belustigten Lächelns konnte ich mir erst später erklären, als ich Auge in Auge der Dame gegenüberstand, die ich für Sie gehalten habe. Wenn Sie sich ein Porträt der Königin Viktoria von England aus ihren älteren Tagen vorstellen, deren Züge von Kultur h.iö Intelligenz jedoch wegretuschiert, so haben Sie das Bild des Fräuleins Lisa vom ersten Stock." Fob wurde schrecklich lustig. Das einzige, was ihr Vergnügen beeinträchtigte, war, daß Papa Fili nicht mit am Tisch sah, sondern sich mit dem Bericht über Herrn Fellips' Abenteuer aus zweiter Hand begnügen muhte. „Die Geschichte wurde dadurch nicht gemildert," schloß er, „daß ich stets eine ausgeprägte Antipathie gegen die alte Mama des Königs Eduard hatte." Fob entdeckte erst, als es schon zu spät war, daß ihre Absicht schändlich mißlangen war: den Bankier über den Verlauf seiner Auseinandersetzung mit der dritten Person des Dramas auszuholen. Als sie sich dessen entsann, hatte Herr Fellips ihr schon die Hand zum Abschied gegeben und das Versprechen erhalten, an einem der nächsten Tage bei Papa Fili den Tee nehmen zu dürfen. V. Bei den Sommergast en auf Carolhi. Stell dir einen schmalen, mit kreideweißem Schneckensand bestreuten Fahrweg vor, der sich wie eine faule, freundlich gesinnte Riesenschlange zwischen smaragdgrünen Wiesen und topasglitzernden Getreidefeldern dahinringelt, da und dort von tief herabhängenden Älmenkronen väterlich beschattet. Wenn der Wagen von der großen Landstraße mit ihrem gelben, erstickenden Staub und ihren unerträglichen Wassergräben nach dem Eisenbahnübergang, der dich ganz durcheinanderschüttelt, hier einbiegt, bist du — zerrädert und verärgert, gerade bereit, die ganze Reise auf- zugeben. Aber da beginnt der weihe Schneckenweg. Ohne daß du es erwartest, fangen d^e Räder wie vergnügte Katzen zu spinnen an, und der Wagen fliegt vorwärts wie ein Schiff auf einer niemals von Wogen aufgerührten See. Die Pferde schnauben vor Entzücken über den starken Duft, der von den Feldern und Aeckern aufsteigt, sie wittern reichen Hafer im Stall. Die Hälse strecken sich und die silbernen Klöppel der Kandaren schlagen Millionen von Funken in der Sonne. Mit seinen in Stulpenhandschuhen steckenden Fäusten hält der Kutscher die feurigen Tiere im Zaum, — er hat ein feines Ohr für die Musik der Räder und duldet nicht, daß sie gestört wird. Der Reisende, dessen Trommelfell noch von den Tramwayglocken und den Auto- hupen zerrissen ist, vernimmt plötzlich ein nervenberuhigendes Saufen zu dem gedämpften Geklapper der Pferdehufe, und die Falte über den Augenwinkeln bekommt auf einmal einen minder starken Schatten. Er überrascht sich selbst bei dem Wunsche, der Weg möge bei der nächsten Biegung noch nicht zu Ende fein, — und er ist es auch nicht. Droben am Waldrand steht das Gebüsch in festlichem Grün, und von dort herab verstreuen sich Eichen und Buchen — so wie losgelassene Stubenhocker im Frühling — in wachsenden Gruppen über den heiter gestreiften Kanevas des Wiesengrundes bis herab zum Weg. Gleichzeitig gibt ein unsichtbarer Dirigent von irgendeiner goldgesäumten Baumwollwolke herab sein Zeichen, — der Oboe - Ton unter den Wagenrädern ist der Auftakt zu einer rauschenden Kaskade von fliegenden Flageoletten im zwitschernden Dur irgendeiner sechsfach gestrichenen Oktave. Mit dem Buchfink auf einem anderen Baum spielt die Drossel eine Doppelkapriole des schönsten Dreiklanges, der Pikkolo des Zeisig hat die Flöte des Domherrn zu einem girrenden Duett herausgefordert, und die Kohlmeise hat ihre Verwandte, die Blaumeise, überredet, bei den Triolen der Sekondklarinetten mitzuhelfen, während ein halbes Dutzend Heimchen inbrünstig dabei ist, die pastorale Symphonie zu irgendeiner Zugnummer für ein amerikanisches Tingeltangel herabzuwürdigen. Dann kriecht der Schneckensandweg um einen moosbewachsenen Felsenvorsprung herum, der im Profil recht gefährlich aussieht, seine Brust aber für die Einfälle der Liebespaare entblößt hat. Auf eine Felsenplatte hat man plumpe Herzen gezeichnet, wohlgemeinte Amorpfeile und hochzeitslüsterne Initialen mischen sich mit den gro- teskesten Substantiven der Sprache. Diese phantastische, aber im Grunde unschuldige Orgie wird von einem, im grellsten Rot hingemalten „Ma- tilda" gekrönt, was jedenfalls Liebe für ewige Zeiten bedeuten soll, aber schon sind die Ränder angenagt und ist die Farbe im Verblassen. Quer über den Weg howen die auf beiden Seiten emporkletternden Iasminhecken eine Mauer von schweren, lieblich einschläfernden Düften errichtet. Der Wagen dringt ein in Duft und Sonnengold und bewegt sich gegen eine riesenhafte Sturzsee von violett funkelnden Fliedersträußchen, die eine weihgestrichene Mauer überfluten, einen Leuchtturm in diesem Meer von Grün und Blumenpracht. Lieberschneit von den lichttrunkenen Reflexen scheint der kreideweiße Schneckensandweg hier sich den Blumen ergeben zu wollen. Der Reisende hat das Gefühl, als sähe er in einem Schiff, das geradeaus auf eine Klippe zufährt, — der Weg mutz hier unbedingt ein Ende haben. Aber gerade im letzten Augenblick öffnet sich ein Loch auf der Backbordseite, ein rasches Manöver mit dem Steuer, und es geht weiter in neue Sommerwunder. Wie eine in der Mitte auseinandergeschnittene Riesenbirne breitet -sich. der Platz vor der Villa Carolyi aus. Ganz drohen am Hols der Birne haben sich die Kronen der Ulmen zu einem mächtigen Resonanzboden umarmt, der ei, ganzes Orgelwerk brausender Stimmen zurückwirft, wenn der Wagen hecangleitet. Es ist das pompöse Finale der Streicher in rasch steigendem Creszendo, unterbrochen vom Trompetenschall zweier vor Freude wahnsinniger Hunde, die vor und zwischen den Hufen der Pferde einen lebensgefährlichen Tanz aufführen. Wenn dann der Fußtritt des Wagens schon die Treppe streift und du ein blankes Silberstück in die erwartend hergestreckte Hand des mit der Peitsche salutierenden Kutschers gelegt hast, hat die Steifheit deine Knie vollständig verlassen, — belebt wie von einem leichten Moselrausch und mit einem Appetit auf alle guten Mahlzeiten der Welt nimmst du die Treppen in drei federnden Schritten und küssest der Wirtin die Hand, auch wenn du noch so gut weißt, daß sie solche Kavaliersgebräuche verabscheut. (Fortsetzung folgt.) ttenkel's Meicd- u.. Waschmittel gibt schneeweiße Wäsche spart Seite uu4 ersetzt die Rasenbleiche Völlig unschädliche — OHNE CHLOR Internationale Mädchenhändler an der Arbeit Im Laufe des vergangenen Jahres sind in Neu- york nicht weniger als 3000 Mädchen und Frauen spurlos verschwunden. Die polizeilichen Nachforschungen wurden stets dadurch sehr erschwert, daß die Angehörigen der Verschwundenen sich meist erst nach längerem verzweifeltenWarten an die Polizei gewandt haben. Unverzügliche Meldungen bei dem nächsten Polizeiamt sind unbedingt erforderlich. Die Neuyorker Polizei erläßt nicht nur diese Bekanntmachungen von Zeit zu Zeit in den ge- lesensten Zeitschriften und auf großen Plakaten. Sie hat auch an einem Riesen-Film mitgewirkt, der den Titel führt: „Die Mädohenhändler von Neuyork“. Der Verfasser dieses Films ist der ehemalige Polizeipräsident Richard Enright, der seit länger als einem Jahrzehnt als der bewährteste Verfolger und Entlarver der Mädchenhändler gilt. Er kennt alle ihre Schliche und Schlupfwinkel und hat schon Tausende von unglücklichen Frauen und Mädchen wieder in den Schoß ihrer Familien zurückgeführt. Seinem Einfluß ist es zu danken, daß der Polizei-Präsident von Neuyork sämtliche KriminalbeamtederSecbs-Millionen-Stadt zur Mitwirkung an dem erwähnten Film befohlen hat. Mehr als viertausend Beamte sind bei Herstellung des Films tätig gewesen, der alle die für uns unglaublichen Macht- und Hilfsmittel veranschaulicht,über welche dieNeuyorkerPolizei verfügt Das internationale Mädchenhändlertum ist ein großkapitalistischer Trust mit festgefügter Organisation. Gewaltig ist auch seine Macht, weitreichend sind seine Verbindungen, und es ist charakteristisch, daß das reichste Land der Erde sich nur mit Aufgebot aller Kräfte dieser internationalen Verbrecher erwehren kann. Nun hat man aber eine Genoral-Offensive gegen die Mädchenhändler eröffnet und der von Polizeikommisser Enright geschaffene siebenaktige Film gibt die Mittel und Wege an Er hat für die ganze Welt das spannendste Interesse und wird von Donnerstag, 9 Juli, ab im Rahmen eines großen neuen Spielplanes im „Lichtspielhaus“ zur Vorführung gelangen. 6650c Astorla-Uchtsplele 6653c Heute große Lustspielwoche (3) am 5.f6.u.7. September 1925 Es sind auf dem Festplatz (Trieb) der Betrieb in der Festhalle, 5 Bierhallen und ein (Eaf£, außerdem verschiedeneDerkaufsstände, Waffelbuden usw. zu vergeben. Meldungen sind bis zum 15. Juli d. I. bei unterzeichnetem Ausschuß einzureichen, woselbst die Bedingungen zu erfragen sind. Der Wirtschafts-Ausschuß: Der Vorsitzende: Der Schriftführer: Ph. Herrmann. E. Stieber. Meldungen sind an den Vorsitzenden, Selters- weg 12, Nebengebäude, zu richten. öööid Confection Weinhefen Gährröhren Korbflaschen Einmachartikel Gummiringe HANS NOLL Lndwlgsplatz-Drogerle Neustadt -Drogerie rM»a KurzMnittenks Brennholz Bestellungen nimmt wieder entgegen MSWUMlk Kollar -"0 B. Nuhn A. G. Für Kleine Zimmerarbeiten wie Reparaturen, Gartenlauben, (Sarteubütten, Gtnfriediguuaen ufro. empfiehlt sich Zimmermetster totoSWei Mittelweg 121. 6W8D | Verkäufe ) Land, 7000grn, Nähe Schöne Ausficht, vsrtso.24Obstb.,Cich' gärt., beide Obj. btll. z. vk. Schr. Ang. u. 05740 an d. G. 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Mts., angefetzts Mitgliederversammlung «US. 6655c WnbtMWrdmMrWSvmi!i zu (tzrünberg (Hessen) Die Besichtigungen und Neuaufnahmen finden statt: Orte der Rabenau: Londorf: Donnerstag, den 9. Juli l. I., nachmittags 2 Uhr. Orte des Bnsccker Tals: In Reiskirchen: Frei tag. den 10. Juli l. I.. vormittags 7‘/2 Uhr: in Grofien-Buseck: Freitag,den 10.Juli I. I., vormittags 11 Uhr. Schiffenberg und Umgegend: Dienstag, den 14. Juli l. I.. mittags um 2 Uhr in Garbenleich. 6648D Auf § 21 der Satzung wird verwiesen. Die Pferde find ohne Geschirr vorzuführen. Grünberg, den 6. Juli 1925. Schäfer, Direktor. Herren u. Damenkleider werden in einigen Tagen tadellos chemisch gereinigt u. gefärbt. Trauersachen innerhalb 24 Stunden. Bettkedern werden tadellos gereinigt u umgefüllt, auf Wunsch in einigen Stunden. 6656D Färberei C. F. Croon Fabrik und Laden: Marburger Straße 40 Filiale: Seltersweg 25. Televh. 869. 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