Dienstag, 7. April 1925 U5. Jahrgang «r. 82 Erstes Blatt Die Herriot-Krisis Die Linke für Herriot Das Finanzproblem ier nd Frau :he Geburt eines $ 3580D pp. 0101 erer Albernen «jenen Ausmerk- dt *b. Haas, miöt Ei. Vingel. Abg. Kindt (5)ntl) erklärt, dah die Kommunisten gegen die D.ldung seien, dmrn je mehr Bildung, um so weniger falle jemand auf das komnumlstische 3beal herein. Die Deutschnatio- nalen wären für nwglichst viel D.ldung und f ü r den Ausbau des Schulwesens, namentlich auf dem flachen Lande. Es sei wünschenswert, daß die Kinder m ö g l i ch st lange im El- tcrnhause bleiben und nicht die Schulen der Großstädte aufsuchen müssen. Die Deutschnatio- nalen würden den vorliegenden Anträgen zustimmen. _ _ , , . Abg. Reiber (Dem.) bemerkt, dah ferne Partei den Anträgen zustimmt. Finanzminister Henrich meint, es sei richtiger. die Allgemeinbildung zu heben t Fortbildungsschulen), als das höhere Schulwesen. Der Minister warnt vor Entschließungen, deren finanzielle Tragweite man nachher nicht mehr in der Hand habe. Abg. Glaser (Dbd.) wendet sich u. a. dagegen. dah der Ausbau der Mädchenschule in Gießen damit begründet wird, dah Oberhessen noch keine derartige Dollanstalt besitze. Starkenburg habe z. D. auch keine Universität. Man könne nicht jeder Stadt eine höhere Schule zubilligen. 3m übrigen wendet sich der Redner gegen derartige Anträge, sie ließen Sparsamkeit vermissen und führten schliehlich zum Untergang des Staates. Abg. Lücke 1 (Soz.) macht daraus aufmerksam, dah die Anstalten, die hier in Frage kämen, gerade für die Söhne der Landwirte von Vorteil seien. Es wird abgestimmt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens und Glases, die dem Hause vorliegenden Anträge wegen der finanziellen Schwierigkeiten des Landes abzulehnen, wird abgelehnt. Annahme von Anzeigen für bie lagesnummct bis zum Nachmittag vorhcr ohne jedeDerbtndlichtzeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« blame-Anzeigen ü.TOmin Breite 35 Goldpfennig, Plahvorfchrist 20°,, Auf« schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lang«; für den übrigen Ted: Ernst Blumlchein; für den Anzeigenteil Hans Leäi, sämtlich in Gießen. c 3cte Nti bafi bie S Steiancstu. 9 folgt.) einer Studienanstalt. Leider müsse der zweite Teil ihres Antrages fallen, daß der Staat die Hälfte der Kosten trage; es sei dies aber nur als eine vorläufige Lösung der Angelegenheit anzusehen. Die finanzielle Seite der- Frage müsse für Gießen genau s o geregelt werden, wie in den anderen Städten (Qllainfl und Darmstadt). Die Rednerin weist nachdrücklich darauf hin, dah für viele höhere Frauenberufe heute das Maturum verlangt wird; auch für die Dolksschuttehrerin werde künftig das Reifezeugnis gefordert. Die Dringlichkeit der Forderung zum Ausbau der Gießener Mädchenschule gehe aus den Vorstellungen des Oberbürgermeisters von Gießen und der Gießener Frauenvereine hervor. Dem Abg. Dr. Leucht- gens gegenüber führt die Rednerüi aus, daß durch ihren Antrag auch die Interessen des flachen Landes wahrgenommen werden, denn Gießen sei wegen seiner zentralen Lage mehr wie eine andere Stadt geeignet, die Echulwünsche zu befriedigen. 3um Schlüsse ihrer Darlegungen bittet die Red- nerin, den Anträgen und Vorstellungen stattzu- geben; sie bitte auch dem Ausbau der höheren Mädchenschulen in Offenbach und Worms zu VoUanstalten zuzustimmen. (Beifall.) Abg. Kaul (Soz.) erklärt, daß die Sozialdemokratie die Abstimmung in diesen Fragen freigebe. Abg. Heinstadt (Zentr.) tritt für die Anträge ein. Abg. (Salm (Korn.) wendet sich gegen die Anträge unter scharfen Ausfällen gegen die Sozialdemokratie. Während der Rede des Abgeordneten kommt es wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Präsidenteii wegen Fragen der Geschäftsordnung. Der Redner erklärt, dah die Kommunistische Partei gegen die Anträge stimmt. *d)te ZS Ljihchi" men 2Iufmert= allen YttM erlab buch R,r AUS71” Äbg. Frl. Birnbaum (D. Dp) hat ihren Antrag in der Weise abgeändert, dah die Stadt Gießen die Kosten des Ausbaues der höheren Mädchenschule trägt. Der Antrag wird angenommen und *bamit die Vorstellungen des Gießener Oberbürgermeisters und der Gießener Frauenvereine für erledigt crtlärt 3n ähnlicher Weise werden auch die Anträge für den Ausbau der Anstalten in Worms. Offenbach. Schlitz, Alzey, Vilbel, Rüsselsheim, Ridda, Ober-Ingelheim. Dingen und Wimpfen angenommen mit der Bestimmung. das die Gemeinden die Kosten dafür über* nehmen. Zu einem Antrag der Abg. Galm und Gen über das Verbot der Abhaltung von Versammlungen unter freiem Himmel beantragt der Ausschuß, diesen für erledigt zu erklären. Abg. ©ähr spricht gegen den Ausschußantrag unter heftiger persönlichen Ausfällen gegen den Staatspräsidenten Lllrich; er erhält wegen des Ausdrucks „Schwindel" einen Ordnungsruf. — Ober« regierungsrat <3 i e g e r t rechtfertigt baä Versammlungsverbot, da es gegen alle Parteien gleichmäßig angewandt worden sei. — 2lbg. Fror Roth (Komm.) spricht ebenfalls gegen dm Aus* schußantrag, der aber mit großer Mehrheit a n » genommen wird. Eine Regierungsvorlage, in der gegen die Vorstandsmitglieder des Hessischen Bauernbundes in Friedberg wegen Beleidigung des hessischen Finanzministeriums ein Strafverfahren angekündigt wird und um A u f h ebu ng der Immunität des Ab- geordneten Leuchtgens ersucht wird lehnt das Haus ab. Rächfte Sitzung Diens- tag. Besprechung über das Expose des Herrn Finanzministers zum Staatsvornnschlag ?;i°lraub| orQut, U| mutb, * bM«Lse!*n I : -®ir > bal «efe,n »ir i * ’erfriebene JBorfirfjt, mögens des Steuerzahlers betragen soll. Die Abschätzung soll auf Grund einer Vermögenserklärung, wie sie bei Todesfall erfolgen würde, vorgenommen werden. Das Vermögen desjenigen, der keine Dermögensdeklaration abgibt, soll amtllcherseits auf Grund der von ihm gezahlten Einkommen- und Dodensteuem nach einem noch näher zu bestimmenden Koeffizienten eingeschäht werden Diese Abgabe bringt vier Prozent Zinsen und alle Staatspapiere sollen zum Börsenkurs in Zahlung genommen werden. Der Ertrag dieser außerordentlichen Vermögensabgabe werde der für die Amortisierung der schwebenden Schuld errichteten Kasse überwiesen werden. Rach den Blättern haben sich bei den gestrigen Beratungen innerhalb des Kabinetts erregte Vorgänge abgespielt, ehe man sich grundsätzlich über die geplante Kapitalanleihe einigen konnte. Gelingt es dem heutigen Ministerrat nicht, bie Meinungsverschiedenheiten zu beheben so wird de Monzie sofort auö dem Kabinett ausscheidca. Leon Blum und A u r i o I hatten gestern nachmittag eine längere Untcrrcöung mit dem Finanzminister, in der sie auf die Notwendigkeit radikaler Maßnahmen zur Erhebung der Kapitalsanlsihe hinwi fen. Sie beantragten u. a. die Herabsetzung des Zinsfußes von 4 auf 2 Prozent. Wenn der Vorschlag angenommen wird, so wird die Dank von Frankreich den Diskontsatz erhöhen. 3n den Besprechungen mit den Direktoren der Bank von Frankreich wurde ein Abkommen über die Emission von 4 Milliarden Franken Banknoten ausgearbeitet, das heute dem Ministerrat vorgelegt wird. Die Kapitalanleihe und die Banknotenemission sind als zwei einander ergänzende Maß- nahmen gedacht. Die Banknoten werden je nach Eingang der Beträge der langfristigen Anleihe allmählich aus dem Umlauf zurückgezogen Der Finanzminister steht auf dem Standpunkt, daß die Anleihe mindestens 6 bis 7 Milliarden Francs abwerfen wird. Dem Vorwurf, dckß die neue Banknotenausgabe der Inflation Vorschub leiste, begegnete er mit dem Hinweis, daß die Emission nur einen vorübergehenden Charakter habe. Rach Beendigung des Kabinettsrates erklärten einige Minister den anweseirden Prefse- vertreter'n, daß man sich über die Grundsätze des finanziellen Sanierungsprogramms geeinigt habe und daß nur noch einige E i n- zelf ragen zu regeln seien. Sofort, nachdem der Kabinettsrat beendet war, hat Ministerpräsident Herriot die führenden Senatoren der- denrokratischen Linken, also der radikalen Senatsfraktion, sowie die führenden Abgeordneten der radikalen Kammerfraktion zu einer Besprechung zusammen- berufen. Die Delegierten stimmten einem Kompromiß zu. dah der Geschäftsträger beim Vatikan Elsah-Lothringen und das Schutzgebiet (öaargebiet, Togo. Kamerun und Syrien) vertritt. Rach denr „Matin" ist man der Ansicht, dah vorläufig in der Vatikan-Frage die Vertrauensfrage gestellt werden wird. Dem Finanzplan haben die Delegierten vorbehaltlos z u g e ft i m m t. die Vertreter des linken Flü- gels stellten aber die BLdingung, daß der Z i n s- fuß der Kapital-Anleihe auf 2 Proz. herabgesetzt wird. Eine Anfrage wegen der Kammer-Auflösung ließ Herriot unbeantwortet. Die Beratung dauerte bis nachMttirr» nacht. Anschließend empfing Herriot Presse- Vertreter. denen er erklärte, sämtliche Lint> Parteien hätten die Versicherung abgegeben, daß sie für bie Regierung stimmen würden. Nollets Armeereform. Paris. 7. April. (WTD Funkspruch.) General Rollet hat dem Präsidenten der Republik den Gesetzentwurf über die allgemeine Reorganisation der Armee, der soebcn vom Obersten Kriegsrat geprüft worden ist. zup Unterzeichnung unterbreitet. Die Form der milb tärischen Institution umfaßt drei Gesetzentwürfe Ein Gesetzentwurf betrifft die- allgemeine Organisation, der die Grundlagen für die neue Armee festlegt unb heute nachmittag dem Bureau der Kammer vorgüegt werden wird. Ein weiterer Gesetzentwurf betrifft die Rekrutierung. Er liegt gegenwärtig dem Obersten Kriegsrat vor. In ihm sind die militärischen Verpflichtungen der Staatsbürger festgelegt und die Herabsetzung der Militärdienst- vs licht vorgesehen. Schließlich ein Gesetzentwurf betrifft die Offensivbestände. Dieser Ent- Wurf wird später vorgelegt werden. Er enthält die Qlatur und die allgemeine Zusammensetzung der Heereseinheiten für ein Jahr. Die Schuldenregelung zwischen England und Frankreich. London, 7. April. (SU.) Der diploma» tische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Abgesehen von dem Rücktritt Clemen tels, der notwendigerweise eine Untcrbrc- chung der englisch-französischen Der Handlung in der Schuldenfrage berbeigefühlt bat, ist das Resultat des Meinungsaustausches zwischen den Sachverständigen des englischen und französischen Schatzamtes eine erneute Festste! (ung, wie groß die Kluft ist. die beidr Länder- voneinander trennt Insbesondere b reitet die Frage der Annuitäten, die Frankreich an Engi and zahlen muß, Schwierigkeiten. Die französischen Sachverständigen waren der Mcnning. daß England mit der Barzahlung von 25 Millionen Pfund zufrieden sein würd' und die fehlenden 10 Millionen von den übrigen Schuldnern getragen werden sollen. Aus dieser Grundlage würden sich die französischen Zahlungen auf etwa 2 Millionen Pfund iir Jahre stellen. Cs ist dies Vs Prozent der Gesamtschuld an England. Dieser französischen Auf- fassung steht die englische gegenüber unb du englischen Sachverständigen haben eine ganz eigene Ansicht über die Zahlungen, die sie von den Alliierten zu bekommen haben. In englischen Kreisen sieht man der Frage, ob der neue französische Finanzminister de Monzie gegenüber dem Problem der interalliierten ähulden eine andere Haltung ein« nehmen werde wie die kürzlich von Herriot und Elementel angebeutete, mit großem Interesse ent« gegen. Das Kabinett Herriot wie auch dic früheren Regierungen hätten immer gewünscht, das Problem der Sicherheit und der Entwaffnung auf der einen Seite und der K r i e g s s ch u l d f r a g e auf der anderen Seite miteinander zu verbinden, um für französisch« Zugeständnisse in der Abrüstungsfrage englische Zugeständnisse in der Schul- denfrage zu erlangen. obung er®*1’ Das Kabinett Herriot ist durch die schwierige finanzielle Lage des Larrdes in eine Krise hinein- geraten, die im Laufe der Woche leicht den Sturz des Kabinetts bringen kann, wenn es dem neuen Finanzminister d e Monzie nicht gelingt, für die von der Opposition stark bekämpfte Kapitalabgabe einen Ersah zu finden, der den Reihen der Linken die Möglichkeit gibt, geschlossen für bas Kabinett Herriot ein- zutreten. Herriot hat in Fontainebleau anläßlich der Einweihung eines Denkmals eine Rede gehalten, die sich mit diesem Problem eingehend auseinanderseht. Das Wesentliche an dieser Rede war wohl, dah er mit aller Entschiedenheit ankündigte. die Regierung werde aus keinen Fall nachgeben, sie werde es vorziehen, in einer parlamentarischen Schlacht zu fallen unb dann durch Auflösung des Parlamentes dem Volke Gelegenheit geben, seinen ilr- teilsspruch abzugeben. Herriot beruft sich — unb vielleicht nicht ganz mit Anrecht — darauf, daß die Schuld an der Finanzkatastrophe seinen Vorgänger Poincare treffe, bet nicht für die nötigen Einnahmen gesorgt habe. Cs sei ein bemerkenswertes Eingeständnis, daß Herriot die außerordentlichen Finanzmaßnahmen damit begründet und rechtfertigt, durch die Finanzlage werbe die innere unb auch die äußere Bewegungsfreiheit der Regierung stark behindert. Die Opposition unb auch die Wähler im Lande werden dafür sicher wenig Verständnis haben. Das zeigt sich vielleicht darin, dah am gestrigen Sage Millerand mit überwiegender Stimmenmehrheit in den Senat gewählt wurde. Bei dieser Gelegenheit weisen die Blätter darauf hin, daß in den letzten Monaten alle Ersatzwahlen sowohl für die Kammer wie für den Senat zugunsten der O p p o s i t o n ausfielen. Vielleicht ist gerade diese Erfahrung geeignet, das Kabinett zu einem gewissen Sinke n l e n zu bringen. Während Herriot in Fontainebleau feierlich die Unnachgiebigkeit der Regierung verkündete, hat de Monzie mit den Sachverstairdigen des Finanzministeriums die Jinanzpläne ausgearbeitet, die dem Kabinettsrat am Montag vorgelegt werden fallen. Unb wie bie Blätter zu melden wissen, versucht sich be Monzie insofern der Lage anzupassen, als er die Kapitalabgabe fallen lassen will unb zur Entlastung des Schatzamtes Maßnahmen vorschlägt, bie vielleicht auf eine geringere Opposition in den beiden Häusern stoßen. Vielleicht gelingt es dem Kabinett auf diese Weise, die Krise noch einmal zu überwinden, ba vielleicht der Opposition in diesem Augenblick toenigec daran liegt, Herriot zu stürzen, als das Kabinett unter Druck zu halten unb seinen Wünschen, die sich wohl in der Hauptsache auf die Sicherheitsfrage beziehen, gefügiger zu machen. DeMonzies Finanzpläne. Paris, 6. April. (WB.) Finanzminister de Monzie hat heute vormittag den unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten versammelten Ministern unb älnterstaatssekretä- ren seine Finanzpläne unterbreitet. Es handelt sich nach Havas um zwei verschiedene Maßnahmen, u. a. um die Erhöhung des Roten Umlaufs von 41 auf 45 M i l l i a r - den Franken. Um hierfür ein Gegengewicht zu schaffen, plant Finanzminister be Monzie eine freiwillige außerordentliche Vermögensabgabe, die grundsätzlich 10 Prozent des Der- SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Ullivcrsttätr-Vuch- und 51eindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Erscheint täglich, außer Sontu und Feiertags. Beilagen: OießenerFamikicnblätter Heimat im Bild. monat»:Be)r.g«preis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstell« 51. Anschrift für Drahtnachrichten: An,eiaer«ießen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. Hessischer Landtag. | Die Gießener Studienanstalt bewilligt. Darmstadt, 6. April. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um IO3/, Uhr. Am Regierungstisch: Staatspräsrdent Ellrich. Wirifchaftsminister Raab und Finanzminister Henrich. Präsident Adelung erllärt: Meme Damen und Herren! Zu Beginn der letzten Sitzung (die Mitglleder des Hauses erheben sich von ihren Sitzen) haben wir unsere tiefempfundene Qlnteü- nahme zum Ausdruck gebracht aus Anlaß des furchtbaren Unglücks, bas die Reichswehr betroffen hat, unb heute ereilt uns wieder die Rachricht von einer neuen Orubcnfata» fkrophe, die sich in Karnap bei G elf en- kircheü ereignete. Infolge Versagens einer Fördermaschine fanden 17 Bergleute ben Tob, während 56 zum Teil sehr schwer verletzt wurden Wir bringen unsere tiefe Trauer zum Ausdruck mit den Opfern und den Angehörigei, derer, die au f dem öchlachtf elde der Arbeit Leben unb Gesundheit haben lassen müssen, ilnfcrc Trauer als Volksvertreter aber soll vor allem bahin ihren RiÄ>erschlag finben, daß wir bedacht sein werden, alle Bemühungen ch liberalen Konzentration s k a b i n e t t s ober dem Zustandekommen einer sozialistisch- liberalen Koalitionsregierung. Ein belgisches Kriegsgerichts- urtett. Das Kriegsgericht von Brabant hat den Kommandeur der Bremer' Schutzpolizei. Oberst Caspari, früheren Hauptmann im Infanterie^ Regiment Rr. 75 wegen Erschießung eines belgischen Geistlichen aus Antgar-- d e n in contumaciam z u m T o d e v e r u r t c i (t. Zu diesem Urteil veröffentlicht Oberst Caspari eine Erklärung über den Feuerüberfall auf das Infanterie-Regiment Rr. 75 bei dem deutschen Vormarsch am 18. 8. 1915. Danach fragte vordem Einmarsch der Truppen in das belgische Städtchen Antgarden der damalige Hauptmann Caspari den Ortsgeistlichen, ob die Ortschaft, von d e r Z i v i l b e v 6 (t e v u n g g e r ä u m t sei. Dar Geistliche bejahte diese Frage, woraus das Regiment mit dem Geistlichen an ibev Spitze in den Ort einstig. Bei einer Degebiegung cmae-- sich^s einer errichteten Barrikade versuchte der Geistliche zu entkommen, was ihm jedoch nicht gelang. Darauf setzte ein heftiger Feuernder fall auf das Regiment ein. Als erster fiel der Geistliche den Kugeln feiner eigenen Landsleute zum Opfer. Entscheidungskampf im Kurdenausstand. Angora, 7. April. Die Regierungstruppen sind in Drei Kolonnen, aus verschiedenen Richtungen marschierend, tief ins Aufstandsgebiet eingedrungen und haben di« Haupt st ütz-- punkte der Rebellen eingenommen. Büie verlautet, ist es gelungen, die Rebellen zum entscheidenden Kampf um ihve letzten Positionen zu zwangen. Augenblicklich ist ein verzwei fettes 'Jungen ttn t^angc. dessen '«ausgang als das Ende der Ausstandsbewegimg bc^ich- net wird. Der Ausstand in Südwestafrika. K -p st adt, 6. April. (WTB.) General H e r tz o g gab bekannt, daß die Rädelsführer des inzwischen ohne Kamvf beendeten Auf st and cs im Rehobothgebiel bestraft würden. Die Aufständischen haben sich mit ihren 'Waffen ergeben. Eine gerichtliche ^Inwisuchnng wird sich mit der Lage des Rehobvthstammen befassen. Das Kabinett Braun. Berlin, v. April. (1.1L) Amtlich wird mit- geleilt, daß der preußische Ministerpräsident Braun das Kabinett in feiner bisherigen Z u - fammenfehung neu ernannt hat. Der Tschekaprozeh. Leipzig, 6. April. (WTB.) In der Rach- mittagssitzung des Tfchekaprozesfes begonnen die Plädoyers, Rechtsanwalt S d) u m ichen erklärte für den Angeklagten Diener, daß dessen Tätigkeit der Polizei bekannt gewesen und infolgedessen nicht strafbar. Der Verteidiger Reumanns, Rechtsanwalt Goldstein, wendet sich dagegen, daß die Grupps Reumann mit der russischen Tscheka gleichgestellt werde. Reumann selbst halte er für völlig unzurechnungsfähig, dagegen sei er in bestimmten Augenblicken infolge feiner labilen Willensveranlagung anders zu beurteilen als ein normaler Mensch. Die Fortsetzung der Plädoyers findet am Dienstagvormittag neun Uhr statt. Die EeVerkschastsvettketer beim Kanzler. Berlin. 6. April. (LA.) Auf Antrag der Spitzengewertschaftrm wurden heute vormittag die führenden Persönlichkciten aller gewerkschaftlichen Richtungen durch den Reichskanzler in Gegenwart des Reichswirtfchaftsmini-- stors. des Staatssekretärs Dr. Geib sowie von Bertretern der anderen Reichsxessorts empfangen. Bon Len Gewerkschaftsvertretern wurde die Wirtschafts- und sozialpolitische Loge vom Standpunkt der Arbeitnehmer ausführlicv dar- gelegt. Es trat dabei die Befürchtung zutage, daß die politische Entwicklung in einer Richtung verlaufe, die infolge zuweitgehender Schonung des Besitzes wichtige Belange der Arbeitnehmer, insbesondere auf dem Gebiete der Sozial-- und Steuerpolitik gefährde. Die Vertreter der Äeichsregierung nahmen die Ausführungen der Gewerkschaftsvertreter zur Kenntnis und stellten eine Prüfung der vorge- tragenen Wünsche In Aussicht. Insbesondere erklärte box Reichskanzler. dc.'ß die Reichs- regleiung nach wie vor den Erfordernissen der Sozialpolitik vollstes Ber st ä n d« wird sich mit der Lage des Rehobothstammes den Arbeitnehmer kreisen in den schwebenden Fragen weiterhin in Verbindung zu bleiben. Das Hernsr Eisenbahnunglück vor Gericht. Herne, 6. April. (BSD.) Vor dem erweiterten Schöffengericht Herne begann am Mon- tagvormittag der auf zwei Lage berechnete Her- ner Hisenbalmprozeß. Es handelt sich dabei um das am 13. Januar im Ba hnbof Herne vorgesallene E i s e n b a h n - TI n g l ü ck. bei dem 23 Personen getötet und weit über 60 verletzt wurden. Angeklagt ist wegen fahrlässiger Gisen-- bahntianspoitgesährdung, fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung der Lokomotivführer H a b e r k a m p aus Hamm. Dieser verharrt bei feiner Vernehmung entschieden bei der schon in der älnterfuchung gemachten Bekundung, daß be ider Einfahrt des l)-Zuges im Bahnhof Herne sowohl das Vorsignal wie auch das Haupt- signal ans Fahrt frei gestanden und daß er das hierfür erforderliche grüne Licht gesehen habe. Er sei bei dem dichten Rebel mit geringere'. Fahrt geschwindigleit in den Bahnhof eins gefahren. Die Anklage hält diese Angaben für unzutreffend und durch die Feststellungen als widerlegt. Sie kam zu dem Schluß, daß beide Signale in Wirklichkeit auf Halt standen und von Haberkamp überfahren worden seien. Zudem sei er trotz dichten Rebels mit großer Geschwindigkeit In den Bahnhof ein- gefahren. Die Verhandlung wurde hierauf auf 3 LIhr nachmittags vertagt. Dev Lokomotivführer des O--Zuges, Haverkam p. gab an. daß er am Tlnglückstage seine TI hr vorschristsmäßig in Hamm g e ft e I l t und mit der Zugführeruhr verglichen habe. 3 nDort- mund habe der Rebel begonnen. Das Vorsignal habe auf Halt gestanden, ebenso das Hauptsignal. Er habe rechtzeitig gebremst und fei nicht zu früh in Herne eingofaffren. Er behauptet, daß die älhren verschiedener Bahnhöfe voneinander abweichen. Die Verteidigung beantragt die Be? Weiserhebung darüber, daß schon Fälle vorgekommen. daß der M e ch a n i s m u s des Stellwerks versagt habe. Sie macht sich anheischig, 19 solcher Fälle unter Beweis zu stellen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ist dagegen, so daß das Gericht beschloß, hie Sachverständigen zu Horen. Reichsbahn-Oberrat Rudolphi hält ein Versagen bei mechanischen W ichen- anlagen für möglich, nicht aber bei elektrisch betriebenen Stellwerken. 3m Gegensatz zu diesem Getachten stellt der Gutachter Lokom-üivsührer H o h a u s unter Beweis daß fünf Tage nach dem Hemer .Unglück in Köln auch ein Visagen ves elektrisch betri-edenen Meck,^n'smus stattgefunden habe. Es wird bie Möglichkeit eainer Schuld des Fahrdienstleiters erwogen. Der Dank des Reichswehrmmi^ers, Darmstadt, ö. April. (TU) Auf das Bei- leidstelegramm des L a n d t o g s p r ä f i b e n t e n Adelung an den Reichsmehrminister Dr. Geß- ler aus Anlaß des Unglücks non Beltheim ging folgendes Antworttelegrnmm des Reichswehr- Ministers ein: „Ihnen und dem Hessischen Landtage sage ich für den Ausdruck des Beileids zum Unglücke von Veltheim immens der Reichswehr tiefempfundenen Dank. Ich habe ihn den beteiligten Truppen übermittelt. Reichswehrminister Dr. Geßlsr." Aus aller Welt. Ein Film des Roten Kreuzes. 3n Anwesenheit von Vertretern der Reichsund Landesbehörden und der Stadt Berlin, des Chefs des Heeressanitätswesens und des Präfi- denten des deutschen Roten Kreuzes, v. hinter» feldt. fand heute nachmittag die Üraufsiihrung des LehrsilmS „Erste Hilfe hei Unglücksfällen" in der Urania statt. Der Film, der in ganz Deutschland gespielt werden soll, zeigte in ergreifender Weise, wie mit geringen Mitteln bei schweren Unfällen, fei es im Verkehr, im Beruf oder im Sport, geholfen werden kann. Er zeigte deutlich, wie auch der Laie leicht sachverständige Hilfe geben rann. Der Film fand den ftärtften Beifall der großen 'Versammlung, in der sehr viele Aerzte, Sanitäter und Krankenschwestern anwesend waren. Trauerftier für die Opfer dcS Böhlener Bauunglücks. Am Montag vormittag fand aus dem Friedhof zu Medewihsch bei Dresden die Stauer» feier für die Opfer des Böhlener Dau- u n g I ü ck s statt. Rach Gedächtnisreden der katholischen und evangelischen Geistlichen sprachen Vertreter der Hauptverwaltung, des Aussichtsrats ber Aktiengesellschaft Sächsische Werke, der gesamten Belegschaft, der Amtshauptmannschaft Borna, der Kreishauptmannschast Leipzig und der bauausführenden Firma. Dio Toten sollen in ihre Heimat ubergesührt werden. Die letzten zwei noch unter den Trümmern liegenden Verunglückten hofft man sehr bald bergen zu fömien. Bisher 44 Opfer des Weserunglücks geborgen. Wie der Telunion von amtlicher Seite mit» geteilt wird, sind bis Montag abend 44 Opfer des Weserunglücks geborgen worden. Genickstarre-Epidemie im Saargebiet. 3m Ortsteile Papiermühle der Gemeinde Schwa Ibach (Kreis Saarlouis) ist eine Genickstarre-Epidemie ausgebrochen. Dis jetzt sind im ganzen drei Todesfälle zu verzeichnen, während 5 Ertränkte nach Saarlouis bzw. Wadgassen (Kreis Saarlouis) ins Krankenhaus gebracht werden mußten- Die K i n= ber des betroffenen Ortsteiles von Schwalbach dürfen die Schule nicht besuchen und die Arbeiter nicht zur Arbeit gehen. Auf diese Weise ist die Epidemie l o k a l i j i c i t und eine Ausdehnung auf andere Teile der Gemeinde so gut wie ausgeschlossen. Waldbrand bet Berlin. Am Sonntag entstand durch Ausflügler in der Wuhlheide bei Köpenick ein Waldbrand, dem der Baumbestand auf einer Fläche von 3000 Quadratmeter zum Opfer fiel. Auch am Wandlitzsee von Berlin brach durch Unvorsichtigkeit von Ausflügler» ein Walddrand aus. Ferner werden aus den Kreisen Teltow und Ricderbarnim Wald- und Wiesenbrände gemeldet. Mord und Selbstmord. Rach einer Meldur« aus Berlin, hat der 43iähriste Spielbankvireiror Hoffmann, der mit seiner 25 3ahre jüngeren Frau in Scheidungsklage lebte, in einem Berliner Hotel sich und feine Frau, die er 411 einer letzten Zusammenkunft gebeten hatte, erschossen. Wieder ein Eisenbahaunglück in Frankreich. Der Schnellzug von Chalons zur Marne nach Rouen stieß auf der Strecke mit einem anderen Zugezusammen. Der Lstvmotiv- führer und ber Heizer wurden getötet. Zehn Fahrgäste erlitten schwere Verletzungen. Das ist innerhalb weniger Tage das fünfte Eisenbahnunglück in Frankreich. Erdbebenkatastrophe in Mexiko. Aus Meriko-Cith wird gemeldet, daß Guadalupe Viktoria Manurillo in Mexifo mehrmals von Erdbeben heimgefucht toorben sind. Man spricht von Taufenden von Flüchtluchen. Dor Sachschaden soll ungeheuer groß fein, jedoch keine Menschenopfer, da das Erdbeben größtenteils unterirdisch und ohne Erruptionen verlies. Dieder ein Wirbelsturm. Durch Funkspruch wird aus M i a m i (Florida) gemeldet: Ein Tornado zerstörte 75 Hauser in den benachbarten Ortschaften. Es gab drei Tote und 23 Verletzte. Entschädigung für die Erben HelsferichS. Zwischen der Direktion der schweizerischen Bundesbahnen und den Erben des bei dem Eisenbahnunglück von Bellinzona verunglückten Staatsministers a. D. Dr. H e l f s e r i ch wurde, wie ein Berner Telegramm meldet, eine Entschädigung von 250 000 Franken vereinbart. Graf Äeyfer'.ing in Rom. Der Darmstädter Philosoph Graf Keyserling hat in Rom in den letzten Tagen drei Vor trage über Weltanschauung vor einem zahlreichen Publikum gehalten, die große Beachtung in der römischen Presse gefunden haben. Karfrettagsprogramm des Rundfunk: ^Parfifal". Am Karfreitag wird unter der Leitung von Professor Max Schilling von der Sendespielbühne der Funkstunde in Berlin das Dühnenweihefeslspisl ^P a r f i f a I“ von Richard Wagner Gufgcfübrt werden. Das Festspiel wird von bet Station Könisswusterhausen aus Wells 74 8 0 über die ganze Welt gesandt werden. Londons Lrlephonberbindungen. London, 7. April. (WTB. Funkspruey.) „TRornmg Pvjt" berichtet, daß führende Beamte des Post-Ministeriums in den letzten Wochen Versuche unternahmen, die. wie man hofft, bald zu einem Telephon-System führen werden, das ßon&on mit den Großstädten Europas und Asiens verbinden wird. Versuche. mit Stockholm. Turin und B e r I i n zu sprechen, waren erfolgreich. Feuer auf einem Dampfer. 3n Brindisi ist ber Triester Dampfer „Candiano" unmittelbar noch seiner Ankunft aus Fiume in Brand gerat eit Gr war nach Tripolis mit einer Holzlavimg unterwegs. Der Dampfer mußte ins Meer geschleppt nyd durch Schüsse versenkt werden. Wettervoraussage. Meist trocken, teilweise wolkig, tagsüber warm. Das westliche Tief zeigt Neigung sich auf.zu- fülley und gewinnt deshalb keinen stärkeren Einfluß auf die Wetterlage. Zeitweise stärkere Bewöl- fung und schwache Regenfälle stehen jedoch noch in Aussicht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. April 1925. Grauen-Geheimnisse. 'Wer hat mehr Geheimnisse, die Frau odee der Mann? 3R es wahr, was ORensrbenksnner behaupten, daß es Geheimnisse geben mässe, selbst für solche Menschen, die sich eigentlich nichts zu verbergen hätten? Klingt es nicht ein wenig romantisch, wenn man hört, daß kluge Frauen manchmal künstlich Geheimnisse ichafßrn. nur um dem Gatten interessant zu bleiben ? Von Haus aus neigt die Frau mehr zo Geheimniskrämerei als der Mann, das liegt ganz in ihrer Wesensart begründet: sie ist mehr auf Gefühl, als auf Verstand eingestellt, und gibt sich in bet Regel viel leichier zufrieden, wenn sie die gedanklichen Zusanimei-Hängo nicht gleich auf den ersten Blick durchschaut. Ueberhaupt wird sie durch das Geheimnisvolle angezogen Die okkulte Wissenschaft findet ihre Verehrer hauptsächlich in den Reihen der Frauen; meist sind ja auch Frauen die besten TRe'cürn. Die Frau glaubt lieber, als daß fit wissen will. Sie sucht das Wunder und läßl sich überzeugen, daß bas" Wunder schöner und reizvoller ist. als die nüchterne Auflösung. 3m alltäglichen Leden kann sie vielfach auch nicht ohne Geheimnisse sein. Wenn man z. B. Backfische beobachtet, erstaunt man, was sie alles sür Geheimnis haben und haben müssen; und wehe, wer da mit harter Hand hmcingreift; er soll sich davor hüten, wenn ihm ihre Freundschaft wert ist. Der Zauber der Frau besteht zum greifen Teil darin, daß sie in gewisser Art geheimnisvoll ist. schweigen kann und den Anscheir erweckt, daß vieles in ihr verborgen sei. Mcn scheu, die olles sagen und keinerlei Zweifel, mehr übrig lassen, sind uns gleichgültig, dos wissen dis Frauen sehr wohl. Es ist der Hauptzug ihrer Taktit, zu reden und schlau zu schweigen Der kluge Mann stört ihre kleinen Manöver nicht, ja er begünstigt sie sogar, wenn er ihres Herzens sicher ist. Sie mag ruhig vor ihm das eine ober andere verbergen, wenn ile nur ihre Liebe zu ihm nicht verbirgt. Ist er dieser gewiß, so gewinnt für ihn alles andere dadurch nur um so größeren Reiz. Rur ist es meistens mit den Geheimnissen der Frauen so. daß sie sie nicht lange tragen können, es wird ihnen schwer, sie in sich zu verschließen: fic verplappern sich leicht und wolle, dann doch nicht, daß man cs merk'. auch tkid ist eine Schonung die sie unbedingt verlangen. Hie spielen eben meist ein Spiel, von dem sie gern wünschten, daß man es ernst nimmt, aber nicht zr eins. beim es soll uns Männer ja nur be« schäftigett, 2. B. * Gies;euor Wochenmatttpreise. am 7. Mürz (Händlerpreifc). C- rosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter dos Pfund 220. Matte 35, Käss 65 btt 70. Wirsing 30. Weißkraut 20, Rotkraut 30 gelb? Rüben tO. rote Rüben 10. Spinat 40, Unter Kohlrabi S. Mrfchgemüse 20, Grünkohl 25. Rosen kohl 70, Feldsalat 100, Endivien 80, Tomaten 130 Zwiebeln 30, Meerrettich 60 bis 100, Schwarzwurzeln 70. Kartoffeln 5, Aepfe! 15 bis 20 Birnen 12. Dörrobst 35, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120. Russe 80 Ps.. (Ster das Stuck 12, Blumenkohl 60 bis 150, Salat 40. Salat gutfen 150, Lauch 5 bis 10. Sellerie 20 bis 80, Radieschen Bd. 30 Ps. Bornotizerr. - Tageskalender für Dienstag Stadttheater: Zi'2 4lhr ..Wenn wir Toten erwachen". - S. C. 1900: Leichtathl. Abtg. 8 Uhl Kaufmännisches Bereinshaus Versammlung. -- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Großmutters 3unge". Vom Ortsausschuß b0V Genossenschaft Deutscher Bühn 0 n - Angehört g en wird uns geschrieben: W'o in früherer Jahren, findet euch diesmal ein Künstlerfest statt und ztvor am Samstag. 18. April Das Fest hat den Untertitel „Eine Rächt in Peking" und ist im Stadttheater selbcb, waS einen besonderen Rei^ auf das Publikum ausüben dürfte. 3n den nächsten Tagen erschrint eine Anzeige im »Gießener Anzeiger" * Entgleisungen eines Güter» zuges. 3n ber Rächt zum Sonntag entgleiste auf der Main-Wesor-Bahn zwischen Biehra unb Treysa ein Güterzug, wodurch die Strecke für mehrere Stunden gesperrt wurde. Die Schuellzüge nach Hamburg und Berlin erlitten hierdurch größere Derspätuiigem LRenschen sind bei dem XlnfaH nicht zu Schaden gekommen. Der Ma- terialschaden ist nicht bedeutend. Als Ursache des Unfalls wurde Achsenbruch festgestellt. Auch fctei hat sich die bei den Güterzügen emgeführte Luft- biurtbrcmfe wieder bewährt, da es dank dieser Einrichtung gelang, den Zug schnell zum Steh« zu bringen. D i c V v l k s b a l l e. Der Finanzausschuß für den Volksballe-Bau wendet sich in unserem heutigen Anzeigenteil mit einer wichtigen Mit- teilung an die Bürgerschaft, bereit Aufnterksonv sqmkeit wir hiermit besonders auf jene Veröftenb' Uchung bildenten möchten. vi Da» (Sin bauen der (Aavteu- Wa! sermesser betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir brr Aufmerksamkeit der 3ntereffenten empfehlen. d. Städtische B1 e n n h 01 z v e r st e i - gerung. 'Bei der gestrigen Brenntzolzverstsi- gerung der Stadt Gießen würden folgende Durch schnittspleise erzielt: Buchenscheiter 20 Mk, Cichenscheiter 13 Mk.. Buchenknüppel 14 Mt. Kiescimknüppel 8.50 Ml-, Fichtenlnüppcl 7 Mk- Buchenstöcke 9 Mk.. Fichten stocke 3 Mk. je Rm. Fichtenstangen l. Kl. 35 Mk.. 2. Äl 25 Ml Fichtemeisstangen 1. Kl, 19 ‘217?. je Fstm . Buchen' reisig 40 Mk.. (Sidxmrcifig 36 M5. Al Pen reisig 28 Mk. Lindenreisig 35 Mk. je 100 Wellern tv Personalien. Ernannt wurden. be'- StratanstaltsobeNvachtmeistcr bei der Zellenstraft anftalt in Butzbach, Heinrich Klee, zum Straf' anstoltshauptwachtmeister bei dem Landeszucht' Haus Marienschloß: ber Lehrer Richard Ulrich zu Michelbach. Kreis Schotten, zum Lehrer i WkliMmliM. " faftt: .M* I!U» l>sr Skiis! Aühnen-Angr' kon: Wc in frühere’ *<«Ä April Sa» H W in Pel'Ng UN-'/ nenM^S zeige 'M ,Sieym« stirttpreist. Nerpitik). tigen DscheWarkk he 35, Stile 65 Olt t 20, Avtjrau) 30 10, spinal 10, Unlei Öninlob! IX loh en SO, Lomaim |30 biS 100, öchvar» W?I 15 bis 26 j 40, junge Ao-m ■ SO U, Sör /«# 0, so!ai 40. Salv. Sellerie 20 M tzL. LLZ Äö» 11*" » 1« M °« s, aJjio gt^S&nf i* iw*«* .n°Wr öffe- KB SÄS» 3ö % Dellen- ;f. 1<> w ■ ix' »C'IM Mit L 1U 6c#" 6 ?aid. 1925. "'Ne. ie, bj» » Ml > »btt 1 t J*' lelblr "ich! ?, M HuQt >"fl s^rr inb?t; A tizi d cini J Mi «Änhü? LK *»«&" b?r 8ca„^"br,i <<’ * NZ- ' Ä * 17cn« man vi wn, rvas fie ft ««k- unb hinemgreifi, „ ÄWE ff fein? ' J ben 'n»' £ V * 'n wt haupüm «kleinen Ann-dki 3öT- Venn er iAree ruhig ter ijm ba» Zem iie nut ihre 'a er dieier getpif-, 're dadurch mir um te Meimniffen 'M lange /ragen llsin sich zu bei. leicht unb yM, artft; auch im ik Rflt vrrlanarn. tzic hen dem sie gern ümmi, aber nicht »i lUännec ja nur be- Ö.3. Belnnntwachnng. ^Der Voranschlag der Gemeinde Ober- Hörgern für 1925 Ai liegt vom Don» rrerSiag, -em 9. Avril 1925 bis einschließlich Mittwoch, dem 15. April 1925 auf unserem Bureau zur Einsicht» nähme oben, innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen den Inhalt des Voranschlags schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beleb [eilen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. t?i'etoA5rgern. den 8. April 1925. Hessische Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Holler. 3629D Drucksachen aller Art Hefen fp j#ornis zu Lehrern nn der Byltsschule zu Bunbad) Xreis firtebberg; her Schulamtsanwärter Ernst Mül- le r aus Rodheim v. d. H. Ärtte Friedberg, zum Lehrer an der Voltsschule zu Bergheim. Mrei» Büdingen. der Lehrer an der Bollsschule zu Main^ Mombach. Ludwig Belten, zum tobtet an der Voltsschule zu ®ief>cn; am 1. April der Lehrer Heinrich Earl zu Eckartsborn, Ätei» Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Ditenbcrg; der Studienrat an der Oberrealschul^ am Friedrichs vlav in Offenbach Konrad von der Schmitl zum Studienrat an der Ober real schule zu AlSfcld. der Studienrat an der Ober realfchulc zu Al-teld. Georg Schachner. zum Studienrat an der Oderrealschulc am Friedrichs- plah m Offenbach, beide mit Wirkung vom 20 Avril 1925 ab. -- Die 14 Hauptversammlung des Landesverbände s Hessen der toch - nischen Lehrerinnen sand dieser Lage in Frankfurt a. M. statt Nachdem die Vorsrtzende. Fr! H e r m a n n - Darmstadt, die Dersammlung eröffnet hatte wurde der Jahresbericht verlesen, brr Kassenbericht geprüft unb der Rechnerin Entlastung erteilt. Die Dotstondswahl ergab einstimmig die Wiederwahl der seitherigen Vor starchsmitglieder. Dann wurden die Aichtlinien der Ausbildung der technischen Lehrerin unb der in Aussicht gestellte Lchrplan besprochen. Um den zahlreich erschienenen Ätitgliedern Anregung Igr den Unterricht mUzugeden wurden von Amci Lehrerinnen Borträge über Entwürfe zur Her" Heilung von Kleidungsstücken gehalten. Aach reicher Aussprache schloh der geschäftliche eil. Der Tag nahm dann mit einem gemütlichen Beisammensein der au» ganz Hessen erschienenen Kolleginnen in schöner Harmonie sein Snde. • D ie Telephonyedühren für Ortsgespräche. Die vielen Klagen. Die beim Eisen- unb Stahlwaren-Sndustrieverhand in Elberfeld von seinen Mitgliedern über dir zu hohen Telephongebühren für Ortsgespräche ein» gegangen lind, haben dem Bunde Veranlassung gegeben, in eine Prüfung der Frage einzu- iorten, in welchem Umfange die gegenwärtigen Gebühren sich höher gestaltet haben, als 6ie- jenifltn vor dem Kriege. Hierbei sind die Ver- hältnissc in der Stadt Elberfeld mit 8500 An- Wüllen zugrunde gelegt worden. Diese Prüfung ha! ein ganz ungewöhnliches Ergebnis gehabt Mährend dte Tetlnehmer mit wenigen Gr- sprachen meist geringere Gebühren zu zahl-n haben als vor dem Kriege, sind die Gebühren für Anschließer mit Gesprächen in größerem Umfange in ganz unerhörter Weise Verteuert worden. Die Mehrbelastung für monatliche Ge 'präche von 200 bis 1200 beträgt hiernach nicht weniger als 104 bis 851 Prozent. Am meisten werden die Gespräche von 200 bis 500 Stuck pro Anschlust und Monat Vorkommen. Für die Gespräche in diesem Umfange muß augenblicklich eine Gebühr bezahlt werden, die um 104 bis 358 Prozent höher ist als hicienigc in der Vorkriegszeit. Da diese Mehrbelastung aus der Fern- fprechben^ung namemtich für die Geschäftswelt unerträglich ist. so hat der Eisen- und Stahl- waren-rntnom° men und der Preußischen Zentralgenossenschafts- iasse zur Weitergabe unter eigener Ruckgalre- verpflichtung übertragen hat, während 40 Millionen von der Preußischen Staatsbank, 10 Millionen von der Preuhenkasse und je fünf Millionen von der Girozentrale und der Landesbank- zentrale ausgebracht wurden. Der Zinssuß beträgt 6 Prozent. 1 Pro^nt davon ist zur Dek- hmg der Unkosten der Kreditorganisationen bestimmt. Die Deckung der Spanne zwischen ben verbleibenden fünf Prozent und dem normalen Zinsfuß übernimmt der preußische Staat, indem er bet eigenen Geldern auf diesen Zinsteil verzichtet Vei den übrigen Mitteln werden bzn Geldinstituten entsprechende Summen erstattet. Die Darlehen sind, soweit sie von der Preußischen Staatsbank stammen, zum 16. Rovember uno nn übrigen In# Omx1 iNo vucktzohtvar. Zur Sicherung der Rückzahlung wurde für jedes Darlehen die Bürgfchasi des ÄommunalncrbanheS zur Bedingung der Hergabe der Darlehnsmitiel gemachr. Der Amtliche Preuhilche Prefledi nst weist darauf hin. daß hie Auffassung, als rechne die Ötaai8regicnmg mit einer weiteren Stundung oder gar mit dem Erlaß der Darlehen, eine gefährlich Täuschung sei. Vielmehr müßten sich die Landwirte von vornherein auf pünktliche Rückzahlung «mrichten. Hochschulnachrichten. Dom Zeiitralinftitlit für Erziehung und Unterricht. Zu Ehren der vom Zentralinstitut für Erziehung und UntenW zur Zeit in Berlin veranstalteten Tagung ..Das Gnmnaüum' gab her Stellvenrctor des Rc .chspiäsidenien ein F r ü h - stück, zu dem der Vorstand und der Schriftführer der Tagung, der Minister dos Innern Schiele, der preußische Staatsininister Dr Becker, der Rektor der Uniperfuat Dr. Holl. Oberbürgermeister Böß u. a. geladen waren Akademie der Künste. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben sich um die seit Bestehen der Goldwährung wieder *4 Krast getretenen zwei Staatspreise der Akademie der Künste nicht weniger als 48 Maler und 19 Bildhauer bemüht. Die Preise wurden kern Maler Doerries - Hannover und dem Bildhauer Henselmann zugesprochen. Buntes Merlei. Die älteste Bilderbibel. Die Bibel, die der christlichen Kunst jeder Zeit die reichste Stofsquelle geboten hat, ift doch bald nach der Ersindung Holzschnitts mit Illustrationen ausgeschmückt worden, und die Druckerkunst vereinigte sich mit der Graphit, um Wunderwerke der Schönheit herzustellen. Die ehrwürdigste dieser Dilderbibeln ist die berühmte Kölner Bibel, denn sie ist die erste gedruckte Bibel der deutschen Kunst, die eine geschlossene und zusammenhängende Folge von großen Holzschnitten aufweist. Die wenigen Versuche, die schon vorher im Holzschnitt zur Illustrierung der Bibel gemacht wurden, haben auf dies Werk feinen Einfluß gehabt; vielmehr tritt die Kölner Bibel ohne deutsche Vorgänger in die Kunstgeschichte, und sie wird maßgebend für die ganze Frühgeschichte der deutschen Vibelillustration bis zu Dürer unb Holbein; selbst die italienischen Bibeln lehnen sich an dieses Vorbild an. lieber den Ursprung dieses Werkes wissen wir nur eins bestimmt, nämlich daß es in Köln entstanden ist Der Einleitungstext enthält die Angabe' ..Mit großen Kosten in der löblichen Stadt Köln gedruckt." In den Dildern erscheinen das Kölner Wappen und Kölner Dauten. Daß her Drucker sich nicht genannt hat, mag wohl darin liegen, daß die Herausgabe einer Vckel in der deutschen Sprache ein Wagnis war. denn die Kirche bc- trad.tete die Ausgabe der deutschen Bibeln mit Mißtrauen, und der Rektor der Kölner Universität hatte 1479 die Erlaubnis erhalten, eine Zensur über alle Bücher auszuüben, die den kirchlichen Borichrnien nW>t entspräche" 1485 erließ der ö^bddhot von Mainz eine Vewrdnmta die die mit stärksten Strafen bebrobt?, di? die Bibel und andere religiöse Schriften in gemeines Deutsch übertragen würden "tiSeun Me ältefte 'Bilbciblb?!, wie anzunehmen ist, schon vor der Eiuseyung der ■UnlMdttätfrjenfur erschienen ist. da sie Jemen Apvrobativnsvennert wigt. f? muß ho 14?7 shet 1478 erlchienen fein 6in früh.res Erscheinen ist au9gelcblDi|en. weil tur o,e HcrsteUimg desTertes eine Deiner Bibel von 1477 bcnuM wurde 211© Drucker kommen hauptsächlich zwei Werkstätten i" Betracht, die damals in Köln blühten, di: bet Heinrich Quentekt und d.e des Varlbolom-.iu- von Eintel Ans der 'Beschaff en freit der Tvpea hat man schließen wollen, dast Unkel der Druckei war. Da aber in gewißen Werken des, QuenioU die berühmten Randleisten de- Kölner B'.brt wieder benuhi hub. w befiehl die Tstöglichleil daß Ouentell wenigstens ole Verleger an dem Werf beteiligt war. Die künstlerisch hervorragen den 'Bilder dieser Bibel temicn nun natürlich n.cht ohne Vorgänger fein. Die '5-1x6vier diele.' Holz- schnitte haben wohl niederlä»ibifch? und fran» höfische Miniaturen zum Vorbild geuonnue.’. Besonders ist es ba» französische Gepräge da? diesen Blättern eine außerordentliche Klarheit und lleberli(bthd)teit v -rleiht Schachfiguren ale Kun'iwerlr Das Schachspiel stammt lmkannilich au» dem Morgenlunde und wurde im Vkiltclaltei von dort nach Europa cingefübrl. Daraus crlläit cs sieh, daß die Schachsiguien noch lange vom Orient bezogen mm ben. Dies: Schaünigui en waren zum Teil kostbare Kunstwerke, wie Ernst Kühnel in seinem bei Richaid Earl Schmidt & (So. erschienenen Werk übet . Islamische Kleinkunst auSsübrt. Die Figuren wurden bisweilen aus Vergti istall geschnitten und einige diese löst liehen Arbeiten bat man als „Geschtnl Harum al Raschids an Karl den Großen" bezeicb net. 3n hei Regel abei handelte es sich um Elfenk-einschniyereien. in denen die mnbammc dänischen Meister ihre reiche vlaskiichc Phantasie zeigten. Rur wenige alte Vrifpiele dieser eigenartigen Kunst sind auf uns getommeu. Die Fi guren weichen ihrer Reihenivlae nod) Ixcute im Orient von der bei uns üblich'n ab. Reben dem König stehl nicht eine Königin, sondern der Wezir. der Elefant tritt au die Stelle des Lau feis? der Turn: wird als eine Art Streitwagen gebildet tu einer Form, die auf indisch? pt>?i byzantinische Anregung zurückgeh.. Statt bei Bauern marschieren Soldaten auf Diese islamischen Schachfiguren untren von ganz hebeulenbci- @röto; manche von ihnen haben fast das Fot mal einer Kinderfaust Sie waren v>egen ihrer tostbaten AnSfühtuna hefonherS jüv Geschenk' zwecke beliebt. 3m allgemeinen bebienlc man sich obet beim Spielen nicht dieser Kunst werte Ion bei gebrauchte, wie noch heute im Mpigeulande einfache Steine, die durch lieftimmte .NVeiben und Kontuteu bezeichne! waren__________ Schlechte Säfte im Blut sind die Ursache vieler Leidc-u. Wir raten 3huen. in der Apothete 60 oder 30 Gramm echte Herbes- Kerne zu laufen und gerade jetzt im Frülrling eine Blutreinigungsluc zu unternehmen. Sicher erhälll Aniversttötsapotheke U3um goldenen Engel'. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben (t ;? ■VÄ^'7 M ..." ■ Schwan im Blauband w UW ^Osterkuduen wird mit derFeinkosttnargarine„Schwan im Blauband“ besonders gut geraten, sie ist köstlich im Geschmack, besitzt herrliches Aroma und ist sehr preiswert. 50 Pfennig das Halbpfund, in der bekannten Packung Wir bittM, beim Einkauf h>r je 1 Pfund „Blaubanä-Margarüie“ da* farbig illaitrUrte Familicnblatl „Die Blciuband-Wocht“ kostenlos za verlangen. WM WM Neuen Baue 28 Glut mobl. Zimmer mit Verpsleauun. _____Tel. 1085. auD Nut möbl. Zimmer evtl, mit Pension, zu vetinieten ((»3073 Wetzlarer Woa 77 Gut möbl. Zimmer clcftr. Licht, in. 1 ob. 2 Beuen sofort oder später z- verm. Selterstvey LS ll. mL Zimmer au ürrnüeien Licker Straße 153 | Mietgesuclie j 1—2 aut möblierte Zimmer Nabe .Qlmifcn, von SltAt gesucht. Lchrlstl Angebote unter 03078 an den Gieß. Anz. erbeten. Möbliertes Zimmer für sofort gesucht. Schrift!. 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Zu diesem Zwecke stellte die Kreisverwaltung einen größeren Betrag in den Etat ein, der an die Gemeinden verteilt werden soll, die Interesse für die Anschaffung von Motor- Feuerwehrsp ritzen hegen. Aus diese Weise hofft man viele Gemeinden zu gewiimen und mit der Zeit ein brauchbares Feuerlöschwesen im Kreise einzurichten. — DieTunnelarb eiten am hiesigen Bahnhof schreiten gut vorwärts. An den beiden Llnterführungen für Per» fönen und Gepäck wird eifrig gearbeitet. Bei dem Gepäcktunnel haben sich insofern Schwierig- leiten ergeben, als der Weg durch Felsen gebahnt werden muh. Gleichzeitig werden schon die Gleise der verschiedenen Strecken verlegt. Zum 1. November gedenkt man die Unter füß= rungen dem Verkehr zu übergeben. inen 0: Drakmen tonMfliien Pid. Packung Marl Mpred). 1631 3631c ieraer, Saroiti llv '/, U. V, PId. von 90 Pig. an. ICO »H Autschrin. itWbabtt Gewürz 'laben , Reick,ardt, ’W* Hamburg, r°llt Mauris > «erger, Sivil, o Holex Rudolf Herzog und besonders von Johann Le* Walter, dein Grimm der Volkslieder und Volks- tänze. namentlich der hessischen. Se'ne zartbesaiteten Gedichte haben nie das L.cht einer Druckerei erblickt, aber feine Erzählungen — wer kennt nicht „Ursula" oder „Die Flüchtlinge", „Menschen, d c den Pfad verloren" und dann der „Joggell". der Wohl in keiner Schuld bliothek fehlt, mit dem er sich das Prädikat „Hessend'chter" erwarb. Mll den Blumen der Dichtung trat bei Anstaltsgeistliche unter die Armen, und so an den verschiedensten Orten, bis er die Seelsorge ii der großen Moabiter Anstalt leitete. Vor cinci Reihe von Jahren kehrte er nach Kassel zurück in seiner Kindheit Land, und sah immer vor Äugen den Habichtswald mit dem Herkules H'cr ereilte ihn ein Schlaganfall, der ihm die Sprache raubte. Still, immer der Ioggeli. trug er jahrelang das schwere Joch. Run ist er langsam hinüber- geglitten in das Land des Friedens. Seine Vaterstadt ernannte ihn anläßlich seines 60. Geburtstages vor einem Jahre zum Ehrenbürger und die Stadt Kassel hat eine Straße nach ihm genannt. n- »■ 13» ■ fverscHedenes] i’r Äprll 1925’ ii ÄeUershat^y r*!1 setzt — zu ihrem Geliebten avanciere. Einfach, aber schön! Gegenüber diesen verwickelten Ehe- und Fa- milienoerhaltnisfen ist ca schwer, ernst zu bleiben, vielleicht macht Trebitsch eine Posse daraus. Die Ausführung tat ihr möglichstes. Unmögliches möglich zu machen. Georg Leng- bad) und die ungemein natürliche Evelyne Van fing (Wien) versuchten mit Einsehen ihrer ganzen Kunst aus diesem unwahrscheinlichen Ehepaar Menschen von Fleisch und Blut zu schassen. Diack) dem zweiten Akt mußte sich der Dichter wiederholt zeigen. Das Publikum ist halt zimmer streichen müssen. Denn Hellmer erklärte, daß er erstens das klagende Fräulein nicht spez eil für die Rolle der Magda, sondern für ein Gastspiel an seinem Theater verpflichtet habe, daß er sich zweitens auch vom Gericht nicht in künstlerische Dinge hineinreden lasse und was die Haftstrafe betreffe. — jedenfalls denke er nicht daran, wegen einer Rollenbesetzung zu brummen. Die eaeße hat natürlich ihre prinzipielle Seite und diese wird in der Kunstwelt lebhafte Beachtung finden. Wenn die Theaterdirektoren bei Rollenbesetzungen immer mit einem Fuß im Kittchen stehen, dann werden die deutschen Bühnen bald von einer Gesellschaft von — Schwerverbrechern geleitet sein. Der Dichter des Ioggeli. (Zum Tode Wilhelm Specks.) Dort, wo die Meißner Dorberge vom Basaltschloß der Frau Holle zur ringelnden und schimmernden Werra niedersteigen, liegt vor einem hübschen Dorfe mit lieben Menschen ein Brunnen. Mich erinnerte er immer an jenen, wo Abrahams Sendbote einst Rebekka antraf. Und fragte der Wanderer nach dem Ramen des Brunnens, so lächelt man und sagt: „Aber, das ist doch der Joggeli-Drunnen." Der Joggell ... ja. das ist eine wunderbare Geschichte von einem Menschenkinde, das hier seine Liebe fand und dann einsam durch die Well ging, aber immerdar Sonnenschein war und Liebe verschenkte. das die Großen achteten und die Kleinen verehrten, ein Eonnenkind... Der dies Geschichtlein schrieb, war Wilhelm Speck, ein Lehrersohn aus Großalmerode im Kaufunger Walde zwischen der Fulda und der Werra, ein Theologe, der für die Seelsorge in den Strafanstalten von größter Bedeutung war. Ein Menschenalter hindurch war er Freund und Tröster derer, die in Gefangenschaft, aber auch ein Freund der Großen im Reiche der Künste, Vertrauter von Wilhelm Raabe, Paul Hehse, Die Tschechen. Wir Deutschen glauben, die Franzosen feien 1919 in bei Vorbereitung des FriedensdillateS in ihrem Hasse am weitesten von allen Beteiligten gegangen. Das Volk der Tschechen aber hat sie voi. währerü» und nach dein Kriege übertroffen. Die 1918 an unserer ungeschützten Ostgrenze errichtete tschechische Republik nahm entgegen dein pci tfmbeten Selbstbestimiuungsrecht der Völker 3' Mi llionen Deutsche in sich auf, hie es seitdem langfam und planmäßig ma- tctiell, rulnucll und geistig .zu vernichten 'ucht. Roch sind wir Deutschen uns zu wenig her Gefahr bewußt, welche damit die Grundlage Deutschen Rationalstaates, welche das deutsche Volkstum bedroht. In umfassender Weise tragen auch hier wiederum die Süddeutschen Monat s h e f t c (München) zur Aufklärung bei durch ihr neuestes Sonderheft „Die Tschechen". Die sachkundigen Mitarbeiter sind vor allem Deutsch-Böhmen, die schon im jahrzehntelangen Kamps für das Deutschtum stehen. Eines der mtcreffanteften Kapitel des Heftes „Die Tschechen aus der Friedenskonferenz" (von Graf Stolberg) beruht auf unveröffentlichten Seheimakten. Man erschrickt und erstaunt, mit welcher Gerissenheit und Derdrehungskunst die Tschechen in Versailles den Großmächten. be° 'anders Amerika, in geheimen Denkschriften ihre Forderungen unterbreiteten. Wie dabei Frankreich feinem östlichen Bundesgenossen in die Hände arbeitete, zeigt besonders das wiedergegebene Protokoll einer Besprechung zwischen BÄsour, Cambon und Lansing über die Grenzregulierun- flen im Osten. Die Außenpolitik des neuen Staates zeichnet Gras Ledebur. Mitglied des Parlaments. Er schildert die Ziele und Mittel des begabten Außenministers Benesch, seine Stellung zu Europa, zum Panslawismus, zu dem schwierigen slawischen Rordosten (Dolen), zum Vatikan, den übertrieben großen Aufwand an auswärtigen Vertretern, an Presse und Propaganda. die Reibungen infolge der schlechten Innenpolitik. das falsche Reflameschild der „De- iHDliatic". schließlich d e Aussichten dieser Außenpolitik. Sind schon die Kosten des diplomatischen Olpparates für das kleine Land kaum tragbar, so erst recht nicht jene für die Armee. Der Militär- Politik ist eine eigene Abhandlung gewidmet, die nicht nur die Gefahr- kriegerischer Verwicklungen seit 1918 sowie die geschlossenen Milttär- herträge mit Frankreich, Polen usw. erläutert, 'vndcn, auch. Entstehung und Organisation der tschechischen Armee, dieser Armee, die heute noch um die Halste größer ist als unsere Reichswehr und mit gewaltiger Artillerie und Flugpark ausgestattet ist. Die Innenpolitik (von Senator Hartl) berührt unsere deutschen Brüder drüben am meisten. Das größte innerpolilische Problem des vielsprachigen Staates bleibt die Rationalitätenfrage. Am einzelnen wird der Kanrps gegen das Deutschtum geschildert- das neue Sprachenrecht, die Entfernung aus den Aemtern. das Schulgesetz, die wirtschaftliche Entrechtung,Enteignung desGrund- befihes, die deutschfeindliche Sozialgesetzgebung ... Begründung ihrer Gesamtpolitik suchen die Tschechen stets aus der histvrifchen Entwicklung bei vif eiten mit der grundfalschen Behauptung, kaß sie das eingeborene, atteinberecht-gte Herren- nol! leien. Dagegen klären in sachlicher, wissenschaftlicher Weife auf die beiden Abhandlungen .Herkunft und Siedlung der Bevölkerung" (Mi- niftcriafiat Dr. Schwab-Jglau) und „Deutsche und Tschechen im Mittelalter" (Privatdozent Dr. Lchwarz.Prag). Am eindringlichsten bringt her Aufsatz ..Die Tschechen in Wien" von Fr. Matras uns die unmittelbare Gefahr vor Augen. Dort in Wien, dem letzten Bollwerk gegen das ölaventum. steht die Organisation der national iKtoußtcn Tschechen auf bewundernswerter Hohe. Groß ist die Zahl der tschechischen Vereine, Schulen und Zeitungen in Wien, unverständlich gering die Abwehr durch den österreichischen Staat, obwohl in den Schulbüchern der Wiener Tschechen den Kindern der künftige Besitz Wiens cingehämmert wird! Dieses Heft her Süddeutschen Monatshefte | muß 'Durch feine Darstellung. Gewissenhaftigkeit und Sachlichkeit als wichtigstes Material von dauernder Bedeutung gelten, alles nur getan, um frei zu werden, frei für inff. Den einstigen Gatten uftb Adoptivvater, damit er Ein weißes Reh. In der Gegend von ilffenßeini (Mittel- franken) wurde in den letzten Jahren ein Rchalbnw bemerkt. Wie wir im „Deutschen Jager' lesen, wurde das Tier bisher von seinesgletchen gemieden, erst im heurigen Jahre scheint es aufgenommen zu haben. Es wird nun sehr intere'fanf sein, zu beobachten, wie die Jungen ausfallen. Mit Lappen und Renntieren durch Deutschland Eine Lappländer-Karawane aus Finnisch-Lappland, bestehend aus vier Familien die eine Herde von 75 Renntieren mit sich führen, ist am 17. März 1925 in Lübeck eingetroffen, um unter Leitung des Malers Dubbick eine Gastspielreise durch die Deutschen Zoologischen Gärten anzutreten. kKr 'M' zöge""' tifierung im Jahre 1809 zur Erledigung von langjährigen gerichtlichen Äuseinandersetzungen mit her Gemeinde sich mit einer Jahresabgabe von 200 Gullxm begnügt Diese Verpflichtung wurde auch bisher regelmäßig erfüllt Auf Antrag der Rentkammer willigte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in d.e Zahlung einer Ablösung»- summe von 4500 Mk. In einem Schreiben der Rentkammer wurde der Bürgermeisterei und dem Gemeinderat mitgeteilt, daß der Grat auf die ihm zustehende Schafweideberechtigung in der Gemarkung der Stadt verzichtet. — Die Dezirlsspar lasse Laubach hat seit Oktober vor. Jahres eine Verdoppelung der Einlagen gehabt. Die Zahl der Kontoinhaber steigt sortgeseyt und der Tieberweisungsverkehr dehnt sich andauernd aus. Eichelsdorf, 6. April. Die trockenen, foimigen Tage der vergangenen Woche haben die landwirtschaftlichen Früh- jahrsarbeiten so gefördert, daß die Aussaat der Sommerfrucht zum großen Teil beendet ist. Mit dem Setzen der Frühkartoffeln hat man bereits begonnen. Die aLndwirte klagen über das starke Austrocknen der oberen Bodenschicht durch den Wind. Die so entstandene Kruste beeinträchtigt die Pflanzen in ihrem Wachstum. § Ml rief) ß ein, 6. April. ß:ßten Samstag nachmittag trafen hier die neuen, bei R.ncker in Sinn gegossenen Glocke n ein. Um 1.6 11 br wurden sie feierlich, unter (Borantritt des Musikvereins, eingefahren. Schulkinder umttänzten unter entsprechenden Versen die Joche der Glocken: Pfarrer Kornmann hielt die Ansprache. Elarkcnburg und Nheinhessen. " Darmstadt, 6. April. Rachdem die beledigten Gemeinden den Plan einer Kraft- pvstlinie Beerfelden — Erlenbach — Falken-Gesäß — Finkenbach — Hirschhorn gebilligt haben und die erforderliche Garantie der Oberpostdirektion gegenüber leisten wollen, ist in kurzer Zeit mit der Eröffnung dieser Linie zu rechnen. — Bei einem Streit in der Altstadt wurden 4 Personen durch Messerstiche verletzt. Auch bei einem Streit, den Zigeuner untereinander hatten, wurde einer von ihnen schwer verletzt. -!- Offenbach, 4. April. Im Hand- werke rtartell sprach HandwerkSkammer- direktor Schüttler aus Darmstadt über Oie Geschichte und Bedeutung der neuen Reichshandwerksordnung. Rach jahrelanger Verschleppung ist der Regierungsentwurf jetzt den Forderungen der Gewerlschasien entsprechend in einem Sinne umgeqrbeitet worden, der ihn unannehmbar macht. Ein neuer Entwurf ist bis zum 15. Mai zugesagt worden. Roch viele Kämpfe stehen dem Handwerk in dieser Hinsicht bevor. Inhaltlich ist die Hauptneuerung der Reichshandwerksordnung die restlose Durchführung der Pflichtorganisatton. Hessen-Nassau. machung- der Gemeinde Anne' iegt vom Mittwoch. > bis einschließlich 4 MU 1925 auf ßinsichlnahmeoffen. ist können bei uns „den 3nha.lt ta » »to ™US idjt werden. •" Umlage beschlossen. Mt herangcM April 1925. #«W”»isD rn.______— der Gemeinde Desi och. KM« Ker Srifl «ft« uch fpd. Frankfurt a. M., 6. Aprll. Im Monat März wurden in Frankfurt 1610 Fälle krimineller Straftaten behandelt. In zwei Fallen Handelle es sich um Mord, in einem um Mordversuch, in 15 Fällen um Raub und in 7 um Hehlerei. Einfache Diebstähle kamen 108, Einbruc^diebstähle 90 und kleinere Eigentumsvergehen 217 zur Anzeige. In 106 Fällen mußte sich die Behörde mit Betrug und in 125 mit Unterschlagung befassen. Münzver- bl. Dillenburg. 6. April. Der Kreis ist in letzter Zeit stark darauf bedacht, in allen Gemeinden eine Feuerwehreinrichtung zu Aus der Provinz. Landkreis Gießen. ■f Grünberg. 4. April. Gestern vormittag fand die Abgangsprüfung der hiesigen Winterschule statt. Die Schule wurde zum erstenmal im Oktober 1921 eröffnet; zu dieser Zeit besuchten sie 23 Schüler in einer gerne.n- schaftlich.n Klasse. In den folgenden Jahren 1922 23 nahmen in der oberen Stufe 18, in der unteren 12, 1923 24 in der oberen 13, in der unteren 11 und 1924 25 in der oberen Klasse 8. in der untern 43 Schüler teil. Die Schüler .die aus den Kreisen Alsfeld, Gießen und Schotten flammen, besuchen wegen der sehr günstigen Dahn- verbindmrg die hiesige Landwirtschaftliche Winterschule sehr gerne. Die Beteiligung der Gäste bei der diesjährigen AbgangLp.üfung war sehr stark; u. a. waren Regierungsrat Dr. Braun aus Gießen als RegierungsVertreter, Oefonomierat Glaser vom Landwirtschaftsamt Lauterbach, als Vertreter drr Stadt Beigeordneter Fulda t und außerdem noch 50—60 Zuhörer zugegen. An dieSchüler richteten Regier'ungSrat Dr. Brann und Ocfonomicrat Glaser Ansprachen, in denen sie auf die Bedeutung der Schule und die Wichtig- leit erhöhter Produktion zur Befreiung unserer Lebensmittelversorgung vom Ausland hinwiesen. Rachmittags um 3 Ußr fand eine gesellige Zusammenkunft der an der Abschlußprüfung beteiligten Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste statt. Im Anschluß daran hielt der Verein eheinaliger Schüler als Schlußfeier sein Wintervergnügen ab. Ärcis Friedberg. -I- Dad-Rauheim, 6. April. Der Verband der hessischen Kreise und Provinzen hält Sonntag, 7. und Montag, 8. Juni, in Dad-Rauheim eine Mitgliederversammlung ab. Sonntags soll der geschäftliche Teil erledigt werden, Montags schließen sich Besichtigungen an. am. Staden, 6. Aprll. Die erste Postkraftwagenlinie in Deutschland war die Kraft- wagenverbindung Friedber g—0 t a - d e n—R anstadt. Wie bei Beginn des Krieges so manches aufhören mußte, was notwendig und rentabel war, so wurde auch diese Kraftwagenverbindung aufgehoben. Die Bewohner der abgelegenen Orte, die der Post eine Verbindung mit der Eisenbahn zu verdanken hatten, hofften nach Beendigung des Krieges sechs Jahre lang vergebens auf Wiedereröffnung dieser Kraftwagenlinie. Don heute, dem 6. April ab. eröffnet zur Freude der Gemeinden die Kraftwagenbetriebsgesellschaft Wetterau einen Tül der früheren Linie, nämlich Rieder- M o ck st a d t—F r i e b b e r g. Es wäre hu wünschen. daß diese Linie bald bis nach Ranstadt verlängert wird, so daß die früheren Kraftwagenverbindungen wieder hergestellt werden. Areis Büdingen. Bleichenbach. 6. April. Eine größere Kirschbaumpflanzung, 250 Bäume ist auf dem sogenannten „Kieselberg" von Gemeinde und Privateir vorgenommen worden Kreis Schotten. .. Schotten, 6. 2ll>ril. In den verschiedensten Orten erleidet die Bautätigkeit ernste Stockungen dadurch, daß es schwierig ist, die nötigen Geldmittel z u beschaf - f c n. Der bewilligte Staatszuschuß bleibt mitunter sehr lange aus und private Geldbeschas- fung scheitert an der fehlenden Sicherheit. Die Folge ist. daß im Vorjahre begonnene Reu- bauten nicht weiter fort geführt werden können und hier und da schon zum Verkauf angeboten werden. Bedenkt man noch die hohe Verzinsung dieser entstandenen Reubauten, so muß man zu dem Schluß kommen, daß es unter den jetzt herrschenden Verhältnissen für finanziell Schwache äußerst schwierig ist, sich ein eigenes Heim zu beschaffei?. Diese Einsicht bewog auch bereits manchen Baulustigen, fein Vorhaben auf spätere, günstigere Zeiten zu verschieben. 0 Laubach, 5. April. Die Preise der letzten Holzversteigerungen der hiesigen Gemeinde sowie der umlicgcnben Orte waren verhältnismäßig hoch, wesentlich hoher, als die der gräflichen Holzversteigerungen. Es galten der Raummeter Buchenscheiter 14 bis 15 Mk, Buchenknüppel 9 bis 11 Mt.» Duchenstöcke 6 bis 7 Mk., Buchenreisig 1,20 Mk. — Der Graf Fried- rich Ludwig Christian (1769—1822), der letzte regierende Reichsgraf, hatte nach der Media- brechcn kamen 134 und Sittlichkeitsverbrechen und -vergehen 164 Fälle zur Anzeige, außerdem 251 kleinere Sittiichkeitsübertretmigen. Ferner wurden 180 Wucherfälle bearbeitet. Selbstmorde kamen 12 zur Anzeige. Insgesamt tourben wegen krimineller Straftaten 571 Personen verhaftet. darunter 33 steckbrieflich gesuchte. Turnen, Sport und Spiet Vom Turngau Hesse« (D. T.) —o— Gießen, 6. April. Sonntag vornnt- tag 8.30 Uhr eröffnete Gauobcrturnwart Wilh. W il l in der Turnhalle des TV. 1846 zu Gießen die zweite Gauvorturner st undc, die von Mitgliedern des Gauvorstandes, vorn Turnausschuh und zahlreichen Turnwarten der Gauvereine bc- sucht war. Die Uebungsjolge begann mit den Freiübungen für das @ a u f e ft, das im toommer in Friedberg Hattfinbet; unter Leitung der Be- zirksturnwarte schlossen sich ricgenweise die Psliclit- übungen an Reck, Barren und Pferd an. Es folgte die Sonderoorsührung des Gaues für das dies jährige K reisse ft in Gießen, und nachdem die volkstümlichen Hebungen durchgcnommen waren, sand die zweite Hampfrid)tcraudbilbung statt, da bei den turnerischen Veranstaltungen des Waue; nur noch solche Kampfrichter Verwendung finden, die mit Erfolg an den Kampfrichterausbildungen teilgcnommen gaben. Nachmittags 2 Uhr fanden sich die Teilnehmct zurGauvortumersitzung wieder zusammen, der auch der 2. Gauvertreter, K. Schneider- Lutzbach, in beruflicher Verhinderung des 1. Gau- vertreters, beiwohnte. Einleitend wies der Gauoberturnwart seine sechs Bezirksturnwarte einbring« sich barauf hin, nunmehr unverzüglich ben am Vor« nütttag burdjgearbeltetcn reichen Uebungsstoff auf dem Wege über bie Bezirksvorturnerstunben in bie einzelnen Gauvereine hineinzutragen, bamit bie Turner demnächst bei ihren Wettkämpfen in den Beztrten, im Gau und Kreis in gewohnter Weise mit Ehren bestehen könnnen; ferner gab er auf Grund eines Beschlusies des Turnausschusses genaue Anweisung über die Kleidung der Turner und Turnerinnen während der Hebung, auf der Straße und bei Festzügen. Gelegentlich des Kreisturntages zu Dannstadr am 19. April soll zu Ehren eines uet dienten Mitgliedes des Mittelrheinkreises ein drei teiliger Staffellauf ftattfinben, der von Worms, dem Geburtsort des Jubilars, und von Bingen und Gießen, feinen früheren Wirkungsstätten, ausgehend, um 11 Uhr vormittags in Darmstadt ein treffen wird: in Gießen wird der Lauf um 7 Uhr vormittags bei der früheren Wohnung des Jubi« Inrs beginnen und bei 47 Km. Länge bis zur südlichen Gaugrenze bei Okarben 235 Läufer be nötigen. Ferner gebt der gewaltige Staffellaus der Deutschen Turnerschaft zum Herrn a n n s b c n t m a l im Teutoburger Walb am 16. August in vier Linien burch bas Gaugebiet, wobei auch Gießen berührt roirb; Der Gau ist mit 332 Km nnb 1500 Turnern beteiligt. Um bie turnerisch« Ausbilbung jebes einzelnen zu förbern, müssen die Vereine in Zukunft roieber entsprechende Muster- riegen zu ben Turnfesten mitgeben, und zwar im Gau bei vier, im Kreis bei fünf Wetturnern. Nach biesen geschäftlichen Mitteilungen bilbete ben Höhepunkt ber Tagung ein Vortrag des Gau wartcs für turnerisches Geistesleben. Stubicurai Schuchmann (Friedberg). Er zeigte in einem kurzen, scharf umrissenen Ueberblitf, wie im Lause ber geschichtlichen Entwicklung mit ben Formen der Leibesübungen insbefonbere auch ber Gebanken unb Gefühlskreis, aus dem heraus die Pflege bei Leibesübungen entspringt, seinen Inhalt gewechselt hat, und daß die im deutschen Volksturnen verankerte aeistig-fittliche Grundlage, die Friedrich Ludwig Jahn dem deutschen Turnen vor mehr als hundert Jahren gegeben hat, sich heute noch lebensnah und merbeträftig erweist. Mit dem gemeinsamen Gesang einiger Turner lieber schloß um 5 Uhr ber arbeitsreiche Tag, brünier Wilh. Wilks umsichtiger Leitung körperlich' Uebung, turnerisches Geistesleben und turnbrüber siche Geselligkeit zu einem harmonischen Drei- flang vereinigt hatte. Erneute Waldlauf-Erfolge der IDOOei Leichtathleten. Am Sonntag fanb in Wetzlar-Nieder» girmes ber Bezirks--Fmhjahrswald- lauf statt, an dem bie drei ersten Einzel- unt Mannschaftssieger ber Gruppen Gießen-Butzbach, Wetzlar und Weilburg teilnahmeberechtigt waren. Angesichts ber starken Konkurrenz und ber übe« aus schwierigen, meist stark fteigenben Strecke mußte »undimHaus *1 siehf’stdsbei dir wie Sonntag aus! j ^HABetiKti./'*9uXi- und Scheuer nüM) i CoDtaKaubRcg«i»m*n« tri, gumaiiort ti. iroptJg« weil, türD^m en. Hi ri M 10 17 W tu SS t8 «7 118 S'j W 81 59,61 1* l) L.-ä t Linie die neuerdings wieder auftlammenden Streikbewegungen, die z. D. heute vormittag in Berlin zur Aussperrung mehrerer Tausend Metallarbeiter führten. Aus dem Ruhrkohlenbergbau liegen Anzeichen über eine weitere Verschlechterung der Lage in den letzten Tagen vor, hier dürste zweifellos bei* Kampf der Ruhrko hlen-A.-G., dessen Entscheidung vorläufig auf Donnerstag vertagt wurde, mit eingewirrt haben. Einiges Clntereffe bestand unter diesen Verhältnissen nur für besondere Spezialwerte, so für Türken in Erwartung einer baldigen Ausnahme der Kuponzahlungen. ferner für Diamant-Shares (21). Gefragt waren weiter R. A. G. mit Rücksicht auf die günstige Dividendenverteilungsvorschläge. Am Geldmarkt hörte man tägliches Geld mit 8 bis 10 Prozent, MonatsgelD mit 9 bis 11 Prozent. Der Bedarf hat bei dem stillen Geschäft etwas nachgelassen. Am Devisenmarkt lag das englische Pfund international leicht befestigt, während der sranzösische Franken im Verlaufe des Vormittags erneut zur Schwäche neigte. Börsenkurse. / Die Absatzkrise im Ru hrgeb i ct. Auf der Zeche „Vereinigte Schürbank Charlotten- butg“ finden Verhandlungen wegen Stillegung dieser Seche statt. Durch die Stilllegung würden rund 600 Mann arbeitslos werden. Um den Betrieb ohne Zuschuß aufrechterhalten zu können, tpuröc den Bergleuten vorgeschlagen, neun <5tun» den zu arbeiten. Dieser Vorschlag wurde aber abgelehnt. Infolgedessen tritt am 1. Mai die Stilllegung dieser Zeche eilt Frankfurter Abrndbörse Frankfurt a. M., 6. April. Die Abend- börse verkehrte in leicht gebesserter Haltung. Ausgehend vom Markte der chemischen Papiere, für Die etwas Kauflust hervortrat, übertrug sich die freundlichere Haltung auch auf die anderen Gebiete, wo einzelne Werte einer etwas regeren Rachfrage begegneten. 3m großen ganzen ging die ilmfabtätigfeil aber über- den bisher üb» lichen Umfang nur um ein Geringes hinaus, da es an einer großzügigen Llnternehmungslust weiter fehlt. Einiges Interesse bestand ferner für türkische Papiere, die im Ämfe leicht an- zogen. Heimische Anleihen, besonders 5proz.n- tige Reichsanleihen, waren ebenfalls leicht gebessert. Die Börse schloß in ruhiger Haltung. Deutsche Anleihen: 5prozentiM Reichsanleihen 0,663. 1923er K-Schätze 0,61. Ausländische Renten: Zolltürlen 10,12, Bantaktien: Commerzbank HO. Darmstädter Bank 137, Deutsche Ban! 135,50. Diseontogefellschaft 117,50, Dresdner Bank 108.50, Bllttelbeutsche Creditbank 99,75. Süddeutsche Dis^ conto 109, Oesterreichische Creditaktien 8,30. Mon-> tanattien Deutsch-Lrtj-emburg 73,50, Mansfeld 90, Obcrbrdarf 10.125. Kali Aschersleben 17,12, Kali Westeregeln 22,25. Chemische Aktien: Badische Anilin 141,25, Scheideanstalt 137, Elberfelder Farben 26,75, Th. Goldschmidt 110,50, Höchster Farben 134,75. Transportaktien: Rordd. Lloyd 85, Salonik Monaftir 11,40. Industrie- aftien: AGG. 11,25. Aschaffenburger Zellstoff 104,50. Dyckerhofs 4,30, Holzmmm 87,25, Inag 1,35, Gcbr. Iunghans 11,75, Karlsruher Maschinen 72, Lech werke 85, Reckarfulmer 92, Po- kormh 5, Zellstoff Waldhos 12.75, Frankenthalzucker 5. 4.1«? 9t. 27 XO 1| 16 8-' to.i 7 Jia 42 bl 20 Ö3,9« u. 16 j.Ml Berlin, April. Ameritanilive Note« ..... Bclaische Noten ....... Tanifcoc Noten ..... Englische Noten........ Fran;öinche Note« ..... Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Note«...... Deu'sch-Oeftrrr, ä ioo Krone» Rumänische Roten Schwedische Roten ..... Schwester Roten ...... Svanisch.- Rote»....... Tschechoslowakische Note» • • Ungarische Roiea . . . Reichsbank nunmehr wieder zu der Deröftent- lichung ihrer Zwein-Monats-Bilanzen überge- gangen. Der „Reichsanzeiger" gibt die Bilanzen zum 28. Februar 1925 von 80 deutschen Kredit-- 6a nie-n, 9 Staats- und Landesbanken, darunter auch der Preußischen Staatsbank, fotoip Bayrischen Hypot Helen- und Wechselbant wieder. Zn erster Linie interessieren die Bilanzen der Berliner Großbanken. von denen diejenige der Berliner Handelsgesellschaft, ebenso wie auch in deck Vorkriegszeit, fehlt. (Sin Vergleich mit der Vorkriegszeit gibt, nachdem in der Zwischenzeit eint, große Anzahl von Provinzbanken von den Berliner Großbanken aufgenonnnen worden sind, ein schiefes Bild, doch ist kennzeichnend für den außerordentlichen Rückgang des deutschen Bankgewerbes, entsprechend der eingetretenen Kapitalarmut, daß die Kreditoren bei sämtlichen deutschen Datum: SV. Drukscht RrtevSantekhr . <"/» Teu-sche Retürsailtethr . 5'/,»/. Deutsch? RcichSonlethe J5»/.. D'Utsche Reichsanlache . Deulsche Sporprämieiiallleth« «6/o Preußische «oufold ... 4% Hessen 3‘/.% Hellen 85° Hrsseti........... Deustche Wertd. Dollar-Anl. bfo- Doll. SchalteAmreilng.') 4°/. Kolltürkm......... 6% GoldmexÜaner Berliner HimdelSaesellschaf». Commerz» und Privat-Bank. Darinst. und Nattonalbcur! . Deutsche Ba>,!......... Deutsche Bereinsban? .... Discoikto Commandit .... Meiallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . g.'slenelchische Creditanstalt- estbank ............ Bochumer (Lutz ...... BuderuS............ Caro ........... DeutschLuremburg ..... Gelsennrchence Bergwerke .. Harpener Bergbau...... Kaliwerle Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregel» .... Laurahütt« Oberbedarf ......... Tbonir Bergbau ....... Rhcinstabl..........* Ri?bett Montan Tellus Bergbau .... . Hamburg.«mrriko Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Lheramtsche Werke Albin . . '»einentwerk Heidelberg . . . Pbilipv Holzmani«...... Knglo-Cont -Änava ..... Badische Anilin ....... Chemische Mayer Aladt» .. Goldschmidt TT. . * GrieS-etmer Electron .... Höchster Farbwerk« ..... Hostverkobluna........ RutgerSwerke Echctdeanstalt ...... an«. ClcktrittkatS-Gesellschaft Bcrgniann Mainkraftwerke ....... Schultert Siemens 4 HalLke ..... Adlerwerke Älcyer ..... Daimler Motores. ..... Hcyltgeustaedt...... Meautn........... Motorenlverko Mannbeim . Frankfurter Armatur«» . .. Äonservenfabrik Braun . . . wketallgetellSchaft Snmlfmt. Pct Union Lr.-K.. ..... Schnh'abrik Sichel ....... . Zellstoff Aaldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik 53aohäufe* • . . ftnrrttemt,. 'M. Fernn Schluß, flur» SoSuhk. Abend» börfe Schluft. Ku-, SchlUh» mittag b rl. 4. 4. r 6 4. 4. 4. 6 4. 0.660 0.663 r 660 e 645 —— 0,67 0.71 0, 0 o,?n 0,70 0 69 o 68 »»m» 0 8 < 0,73 0,350 0,830 0,31 0 31 0,785 0,7 0 0.77 0.75 — । Q.'Jj 0,9 0 86 0 86 0.79 0 79 — 0.8 P4 75 94,75 95 95 91 50 i 91,50 51 70 91 70 V,73 10.13 9,5 9,9 36,75 -R' — 156 IV 158 117 50 100 75 uo 119 >10 :w,35 137 137,3 137.1 134.5 135 SO 135 1L5 0,37 0,36 117.60 1>7 ,.50 118 117,50 11 114,75 100 M.75 IM) 100 8,35 8 3 8 12 S 4) 0,11 0,11 0,2 0,3 —7» 84 50 80 81,9 16.90 16,8 9.75 10.21 10 10,2 73.4 73,5 73,10 73 8' 0 81.4 81,10 i1 50 137 13-5 10 136.25 136,13 17,11) r t; 17,40 17,1.1 22,13 22,25 23 30 28,40 77 5 77 75,1 76 10. i 10 125 o.h 10 60,10 60 25 59 9 60,5.0 2 52 52 30 103 3 J 101,2- >01.10 IV 1,5 3,3 3 25 1 62 5 81 751 82.75 ’3 13 1 85,25 85 85 81,60 90 — — 1 88,75 87,25 88,75 86,25 -R- 14» 141/) 141.25 141,59 111,50 110 30 110,7 109,70 36.5 26,6' 28,62 26 70 134 134,7Ä >33.60 IM 7,75 7,75 15 75 ; 15,75 16 30 15.63 137,5 ' 137 1 85 । 11 25 11,30 11.25 91.25 ■WI 98 93 86 ■ 86 5 — 63 62 | 63,75 63 ; 64 73.12 i 74 73,25 | 73 75 3 50 3,69 I 3,50 & 7 | 3,60 6,63 8,50 3,05 1 03 - I — 8 7,75 7,5 i 7,75 — 1 -w 113 5 1 111,75 0 655 1 0.655 - 1,19| 1 iS 1,2 ! 1,2 129 5 129 °5 2 15 | 2,1 y,3 | 3,2 3 55 I 3 5 3,5 i 3,5 2.5 j 2.3'3 »,45 2.41 13 ' <). 12 73 —- ' 12.0 4.8) 5 — 3 49 ' 3.40 3,1 ! 3,4 4. Apr« 0. April «will», titl» Notierung Bries kinitliche ‘.Üotter 111 «Lei» Amlt.^iotr. 167 3 » 167,Ri 167749 167.91 Bur». Aires 1/01 1.608 1.588 21 25 1 393 Brsf.-Antnu 29 ?» 21 .!> Cbriitiauia. Kopeu Hagen 16 57 16 73 66 62 68 78 77 33 77 00 77 20 77 12 Stockliolm . 113.04 318.13 113.94 113.1'4 HelsingsorS. irtalieu. . 10,505 17.24 10,60.5 17 28 SO.Ma 17 25 10,605 17 2» Bonbon ■ . . 20 059 20,109 20,1)83 20 133 Neunork • • 4. IM 4.205 4.1« 4.M5 Paris. . . 21 69 ri 75 11 74 21 8) Sctzwrst . . 60.95 81 15 fco 94 Hl 11 Svaaien. b’J 63 59,77 S» tr; 51) 77 Japan .. . 1,736 0.451 1.74) 1.74 > 1.747 wo bc Jan. Wien in D - 0,119 0,454 O«tt. adgest 86,03 59. n 59.06 69,20 Prag .... 1? <4 12.48 12.42 12.17 Belgrad . . 6 745 6,78ü 0.782 8,802 Budap'll. . 8,805 6,825 6.817 kl,837 Bulgarien «,051 «.Oft! 3,Ö7 Lissabon . 19.971 20 02« 19,975 30 061 «m&ta 79 65 2,18 79 85 2.19 38.73 3 17 39 05 2,18 Athen. . . 6.56 6 6t 0.84 6.88 I MMM der Staat Giesea 1925 Dom alpha!»etischen Einwohner unÄ Firmenverzeichnis liegen die Buchstaben i bis einschließlich M vom Mittwoch, dem 8. April, an drei Tage lang zu jedermanns Einsichtnahme offen. Wir bitten dringend um Nachprüfung auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Einträge und um Einzeichnung etwa er« forderlicherAenderungen und Ergänzungen SeWsksWe sxz AiikkSbOskllkges Schuljtraye 7 Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M„ 6, April. Cs wurden notiert: Wel.;sn (Welterauer) 19 bis 24, Roggen (inländischer! 19 bis 23, Sommergerste für Brau» zwecke 22 bis 29, Hafer 'inländischer) 17 bis 21,50, Mais (gelb) 19,50 bis 19,75, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 35 bis 36. Roagenmehl 30,50 bls 32, 'Weizenlleie 13 bis 13.25, Roggen- tleic 14,25 bis 14,50, Erbsen 25 bis 30, QinfeiT 40 bis 45, Heu (süddeutsches, gut, trocken) 9,50 bis 1.0, Weizen- unb Roggenstroh 3,50 bis 6 Treber- (getrocknet) 18 bis 18,50. Tendenz: stetig. Speisekartoffeln (3nöuftrie, norddeutsche) 4, ©peifefartpffeln (Industrie, hiesige Gegend) 4, weißschalige norddeutsche 3 bis 3,25. weißschglige aus hiesiger Gegend 3 bis 3,23. Die notierten Preise sind Großhandelspreise für 50 Kilogramm. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtdiehmarkt (Eigener Drahtbericht Les „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 6. April. Auftrieb: 1472 Rinder, darunter 435 Ochsen, 84 Bullen, 953 Färsen und Kühe, 779 Kälber. 174 Schafe. 6639 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Ochfen: vollsleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 56 bis 62, junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästcte 48 bis 55, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40 bis 47; Bullen: vollft. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, vollfl. jüngere 42 bis 47, mäßig genährte junge unb gut genährte ältere 30 bis 41; Färsen und Kühe: vollfl. aus* gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 54 bis 60, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertö bis zu 7 Zähren 48 bis 34, wenig gut entwickel« Färsen 44 bis 52, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 34 bis 44, mäßig genährte Kühe und Färsen 22 bis 32, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 20. Kälber: feinste Maßsä Iber 78 bis 85. mittlere Mast-- unb beste Saugkälber 70 bis 77. geringere Mast- und gute Saugtälber 60 bis 68, geringe Sauglälber 50 bis 58. Schafe: Maslläimner unb Mast Hammel 48 bis 52, geringere Maststämmel und Schate 40 bis 45. Schweine: vollfl. von 80 bis 100 Kg 60 bis 61, unter 80 Kg. 52 bi- 60, von 100 bis 120 Kg. unb 120 bis 150 Kq 58 bis 63, unreine Sauen und geschnittene Eb>u 48 bis 58 Mk. Marltverlauf: Bei Rindern mit Schweinen langsames, bei Kälbern und Schafen reges Geschäft. Schwein» hinterlassen größeren Lieberstand. Berliner Produkienbörse. Berlim 6. April. Der Produttenmarll hielt seine Zurückhaltung und Ansichrrheit bei Trotz erhöhter Aus!andmeldung-.n trat hier eint weitere Senkung her Preise ein. Gerste wenig umgefetzt, Hafer blieb behauptet und Mehl wurde billiger angeboten. Es notierten je 1000 Kg. Weizen (mavt.) 243 bis 246, Weizen (Apcll) 244.50, Weizen (Juli) 246 bis 244, Roggen (märt) 221 bis 222. Roggen (Mai) 221 bis 218. Roggen (3uK) 218 bis 216). Gerste (märt.) 218 bis 235, Fülletgerfte 188 biS 213. Hafer (märt.) 185 bi» 193, Hafer (April) 182. Hafer (Mai) 176 bis 173, Mais (Mai) 172 bis 170, Raps geschäjtslos, Leinsaat 390 bis 395; für je 100 Kg.: Weizen-- nrehl 31.75 bis 34.25, Roggenmehl 30.50 bis 32.25, Weizenkleie 14.00. Roggentleie 14.40 bis 14.30, Viktoriaerhscit 22.00 bis 27.00. i'lcine Erbsen 18,00 bis 20.00. Futtererbfen 18.00 bis 19.00. Peluschken 18.00 bis 19.00, Ackerbohnen 18,50 bis 20.00. Wicken 18.00 bis 20.00, Vupinen (blau) 11.00 bis 11.50, Lupinen (gelb) 12.50 bis 14.00. Serra-- Mlc 13.00 bis 14.50, Leinkuchen 21.30 bis 21.80, Trockenschnitzel 9.90 bis 10.20. Torfmelasse 9.20. Kartofselslocken 19.10 bis 19.16, Zucker 17.50 bis 18.50. schwächer. Lander CJlad)bru(t verboten.> 12. Fortsetzung. riet er lebhaft. Er lieh die r starb teile oiis unserer Rordpolfohrt nun öem Soeben eingetroffen!! Ostern Pralinen So nehmt die Rahma-butterglrich!j Lindenplatz 1 36O4D WWWWW ’/a Pfund 50 Pfennig kleine Kinder.“ Total-Ausverkauf! Klungt W. Dürbeck Nachf. Albert Höß -tc fuhr auf. ,Ein Mann der Hasen Eier Schokoladen ton aegen 'Bereit Das Braufen »im feine '.Rute Ipielcn. ..Da» Del kommt!" Damen hier", faßte 3 Muffe, vollst aus* bchtiverls M bis 60, *4ften Schlachtverti wnifl gu! aihpidelK jemaifetc rvihe und c Kühe 34 bii 44, Särkn 22 bii 32, Ursen 15 bis 20. <8 bis 85, mittlere ?0 bis (?, geringere 63 bis 68. gering: c; WlMänmer uni •ingere Maltttmswl weine. totifL von miet 80 Kg. 52 bi? id 120 bi- 150 Mt nd g:^niiUtK Sb-'i V 'M Ai'Mcn unt jlberu und öijalcr ntcrlasscn gMre" können. ..Blvben 3ic mit bi Landers y\ dem Muffen, suchen." '21 ber Linda wollte mi: seines Berufes." .Mas nurd fragte Linda. „Die ist mit o nullte cira Sie fein und lasten sich durch den ersten ÜnfllüeTf fall abschrecken' Ich verlange von Ihnen, bah wir beide das Vermächtnis des loten fortfelfen." (Fortsetzung folgt.) ‘ftebic Erbst» M «9 21J»S.3S' >q 2vrstnela>'t 7 16, Mr W feinen Dillen bei der Prinzessin bldheu ü noch wenigen Minuten fanden sie bi Autos unoerlehn. Die (Sl)anfrcure hatten sich rech: Seltersweg 24 Telephon 204 >>i7D zeitig in Sicherheit gebracht. Die (Thaufffetirr erfühlten wlgendes: Uin Ai beiter röstete ein Stück Mamalign über einem Fenerchen. do5 er völlig ausgetreten haben wollte bevor bie Sprengung erfolgte. Der durch die Lxplo sion verurfachte Lu'tbnm ober ein piSvilid) ein fetzender Wind brachte aber eine voll) glimmende Stöhle zum erneuten . ‘uiflommen. Sie beobachtete t dann noch, daß der deutsche Ingenieur tpic ein Irr sinniger zum Feuer hinlicL '"ter bevor er e» et reichte, stand alles in «xlatnmcn. In'vlge des bldtten '.Rauches tonnten sie bann nicht.- rwitr erkennen. M fi<1) der deutsche Ingenieur gerettet '* Sorga gab '.Raael einen Wmk. Dieser bat bie Zuschauer, sich auf einen etwa Hunden Meter entfernt en Hügel zu begeben, wo sich auch der haften mit her Akkumulatorenbatterie befand, besten etrom die Ladung entzünden sollte. Jetzt packte alle eine gewisse Erregung. Die Herren "verstummten, während die Damen nut geröteten Gesichtern rasche und lebhafte Fragen stellten. Der Standpunkt auf dem kleinen i)ugel befand sich fast in Höhe der Spine des Bohrturms. Nagel „and am Kasten des Akkumulators, besten Deckel er geöffnet hatte. Dotter, der Bohrmeister, blieb mit zwölf rumänischen Arbeitern dem Turm unt pfrDfi vierzig Schritte näher. Die Tankleitung nach dem nächsten 'Jtelerooir war bereits gelegt. Die noch sinzuichaltenden IHohrftücfc befanden sich in nächster Mhe der Arbeitskoionne. ..Dollen Sie die Ladung entzünden?" fragte Stefanescu die Fürstin. „Sie rauchen hier/"fragte Landers befremdet, c.lj er sah. wie Iorga sich in nervöser Unruhe eine Zigarette anzündete. ,,.2ßarun nicht?" meinte der Rumäne, „(fine glimmende Zigarette vermag dos Del nicht zur Ent ’.ünbung zu bringen, und ein Streichholz werde ich nach dem Ausbruch des Petroleums nicht mehr an» Sanders zuckte mit den Achseln. Mindestens erschien ihm das schlechte Beispiel für die Arbeiter nicht angebracht. Linda hatte, sich von Waget zeigen taffen, auf welche Weise die Explosion herbeigefuhrt werden muhte. Jetzt hielt sie den Schalthebel in der Yand, her den Strom durch das Stabei bis zur untenrbu scheu Labung jagen sollte. „Achtung!" rief Stefanescu. Die Prinzessin hielt sich für alle efäUe die Ohren zu. „Los?" Sanders sah nach der Uhr. Linda legte den Hebel herum. Leicht erzitterte der Boden wie unter den Er- jchütierungen eines schweren Lastwagen», der auf loten begraben." Tat und des Lebens wollen einer Pflasterst rage dahinsahri. Gleich daraus wurde ein Brausen im Bohrturm hörbar. Ausströmende Exploslonsgase", erklärte Stefanescu mit vor Erregung heiserer Stimme. Zugaben kosten Geld! Ein großer Irrtum ist es, wenn Hausfrauen glauben, der Kaufmann verschenkt etwas. Kostenlose Zugaben werden in die Ware einberechnet, sie erwecken, ebenso wie beim Anbieten besonders billiger Waren (Lockvögel), nur den Anschein eines vorteilhaften Einkaufes. Deshalb decken kluge Hausfrauen ihren Bedarf nur in den Geschäften, welche erkenntlich sind durch das Schild Mitglied der Edeka Hier bekommen Sie zwar nichts geschenkt, üaiur aber gute Ware preiswert geliefert Achtung Versäumen Sie nicht die günstige Gelegenheit, solange Vorrat reicht Stille gewichen. Jiur bie schwarze 'Rauchwolke Hane sich immer höher geschraubt, walzte sich schirmonic noch beiden Seiten und verfinsterte den hofbei Horizont, so daß bie Sonne nur noch al» motte kupferrote Scheibe »wischen den dichten Schwaben erschien. \ Sander» fchntt neben Viuba. Stratoft stützte die immer noch zitternde Prinzessin, die aber ihren verstauchten ifufo recht gut gevranchen könnt«' 'Juf einem groben II nunc gc erreichten sic ui zehn Minuten den jahrmru. ’öilfsrolonncn iki Nachbarwerk. eilten heran. Wagen mit '.Rettung; gerat rosten herbei. Stickiger Staub, schwarzer Rutz und Delge'lanf Die Prinzessin behauptete nicht weiter zn Geneiai-Veitiaiei: Gustav Heuser, Hankfuit a. M SchillernBatz. 5 7. Tel. Slaneu 7M7 Ein rötlicher Schimmer mischte sich in bas braunschwarze Gewölk. „Eme gute DelqueUe," tagte Straton ruhig, „leider brennt sie bereits.“ Er liebte derartige Sen sationen. Sein im Blutdunst Sowjetrußlands erhärteter Geist trank den Rausch gefahrvoller Augenblicke. Setzt leuchtete die Dclsontane purpurn auf, und eine bufterrotc glommt schlug gen stimmet. Landers ergriff Lindas linke .'lonb und ntz sie zur Seite. „UoN!" schrie er. „Es geht um5 Leben!" Alle prallten zurück utch liefen hinter Sanders her, der mit raschen Sprüngen, Linda halb zerrend, halb tragend, ins nächste Tal hei untereilte. Schon schlug die Glutwelle der Stichflamme hinter ihnen her. Al» sie auf dem Grunde der Sen- hing einen Augenblick Atem schöpften, brannte bc reite das trockene Gras der Nähe, auf der sie fachen noch gestanden halten. Hinter ihnen war der ganze Horizont von pechschwarzen Rauchwolken oerfin- ftert, bie stellenweise von blutigen Streifen durchs setzt schienen. Stefanescu rannte weiter. Er barte den ersten Schrecken überwunden. Jetzt galt es. bas Rettungs- werk einzuleiten. Linda starrte mit weit geöffneten Augen auf bas gewaltige Schauspiel. Die Prinzessin schluchzte fassungslos und bebte am ganzen Körper. Sie behauptete, ihren linken Fuß verstaucht zu haben. Stratoff teilte seine gierigen Augen zwischen Linde und der brennenden DelqueUe. „Kommen Sie mit mir nach Rußland", sagte er leise. „Ich verspreche Ihnen Sensationen, gegen bie das heutige Ereignis eine unbedeutende Farce ist." Linda sah ihn grofi an. ..Bielleicht komme ich. wenn Sie sich mit einer Million Dollar an dem von mir erwähnten Unternehmen beteiligen." Sanders übernahm setzt die Führung. ,Hch schlage vor, zunächst unsere Autos ans- zusuchen. Dann können wir weiter sehen." „Die 2UUO5 werden wohl zerplatzt sein", meinte Strolchs spöttisch. „Mein kostbarer Chinchillapelz', klagte die Prinzessin. „Eine schone Frau wie oie findet genug Freunde, bie ^hnen den Verlust voller Freude ersetzen werden", meinte Stratoff. Der anfängliche Lärm der Eruption und des beginnenden Brandes war einer fast beängstigenden rRuie sinken und blickte nach dem feiger seiner Uhr. Zwanzig Sekunden waren vergangen. Die Spannung wuchs. Jetzt tönten leises $)eu* len und gurgelnde Laute aus dem Bohrloch. Ein plötzlicher Windstoß fetzte ein. Instinktiv blickte Sanders nach links und et; starrte einen Augenblick vor Schreck. Etwa zwei- h-inbert Meter östlich des Turmes stieg eine leichte Rauchsäule empor. „Feuer!" schrie er und beutete dorthin. Nagel begriff sofort und rannte mit Zlufbic* tungu aller Ä roste dem Rauche zu. Wolter und zwei Arbeiter folgten etwas langsamer. ,,Unerhört!" schrie Stefanescu wütend und wandte sich an Iorga. „Wußten die Leute nicht, daß es strengstens verboten ist, in der Rahe des Turmes Feuer anzuzünden?" Dos Glirgeln im Turme wurde zum Rauschen und Poltern. „Ich Hobe vor einer Stunde nochmals ollen Angestellten die S'cherheitsmaßregeln mitgeteilt und sirengste Strafen bet Richtbefolgung in Aussicht gestellt." Seine letzten Worte wurden von einem zi'chen den Krachen übertönt. Eine braunschwarze Wolke drang aus allen Dehnungen des Turmes. Das Krachen verstärkte sich, .'-Holzsplitter, Bretter und schließlich ganze Balken flogen in die tiöhe, der Bohrturm verschwand in dunklem Gischt, unb lang- lam. immer höher werdend, flieg eine schwarze Ric- fenfontane, bie Luft verfinsternd unb verpestend, gen Himmel. Rur der scharfe Westwind rettete die Zuschauer vor einem Guß des wilden, freigewordenen Ocles. „Alarm!" rief Stefanescu heiser. Aber schon durchgellten die Sirenen des Werke-, bie ölfchwangere Lust, um die Dcrgungsmann- f(haften herbeizurufen. Sanders voll höchster Spannung, Stefanescu in fiebernder Angst blickten in die Richtung, wo Nagel verschwunden war. Die übrigen starrten in neroenpatfenber Erwartung auf bie schwarze Deb säule, die immer noch zu wachsen schien._________ tow>e Sp0xi«lt«hrjeder /*\ Art fUr Stadtverwaltungen. /fcäX Faun-Werke A.-G. Nürnberg f V \ 2 bie 3V» Toanen ' _\ Sohnell-Laatwagoa und KRij IP PU » 24 PS Perteneewagen fragte Sanders eifrig. „Der ist verloren", war die Antwort. ,.C 1 befand sich mitten ui den glühenden Stichflmnmen." „Ehre dem tüchtigen Manne", sagte Sanders .vtelb auf dem 5dilad)tielbc U w 111! VW MM MM W- -stv.VX ft* W MM .7 ■ 7 ».«2 AußergewöhnlichbillisesOster-Ängebot _L. u_u.li —jv ^win । icrznitiii i.il iuh i ■um Für den Herrn Für die Dame cd CQ HEINRICH HOCHSTÄTTER 2240 Cafe Arnend Der Finanzausschuß 3632c 21. Sonder-Konzert L. . Sk 8Mee Vfb. 3.20 mit AttlffA B 4.00 t» HöÖOtt >♦ SAtr & Siillgruöf Bahnhosftraße 26 Ludwigstrahe 20 Walltorstrahe 24, FranKfurterStraße 89 3624c GSWWTWGD«W»ZWWMMG Mittwoch, 8. April abends 8 Uhr Trikot-Einsatzhemden mit schön gemusterten Ein- AK Sätzen. . . Mk. 4.25, 3.2», Oberhemden elsässischer Perkai, in. pass. A SA Kragen..........Mk. 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Betrifft: Dolkshalle. Für die demnächst beginnende Werbetätigkeit zur Finanzierung sei noch folgendes bemerkt: Bei sämtlichen hiesigen Banken sowie bei der hiesigen Bezirkssparkasse sind Zahlstellen errichtet. Zahlungen auf gezeichnete Anteile können also ganz nach Belieben an diese Banken zu unseren Gunsten erfolgen. Zur Zahlung der ersten Rate wird zu gegebener Zeit öffentlich aufgefordert. Die Aushändigung der gezeichneten Anteilscheine geschieht sofort nach erfolgter Restzahlung. Solche Unternehmen und sonstige Geschäftsleute, die bei der Finanzierung der Halle talkräftig mitwirken, haben natürlich in erster Linie Anspruch auf Berücksichtigung bei Vergebung der Bau- und Ausstattungsarbeiten sowie bei der späteren Belieferung der Halle. Darum zeichnet Anteile! empfehle mein reich sortiertes Lager In allen Arten von Sehuhwaren Nichtig 'st- Msilien n|rf'l aus mehrere" s .hcere sind W nnig der von Wickels, MtUtardt nischem Borbil len Kreisen ! die ous.schnell' wirkte vcha'l na/staates sich in deffelb siehenden Aerhi Oligarch'^ mit ihresgleiche ssrage ist M bar vorhanden, gebende 'Holle, -fallIn mit ihr i Die Militär gebe; daß dies im Zusammen! Sinne eine 1 siliens am iMlungnahmi Der leicht ems Druck einer deren realer Schiffen war, nllgemeine Wei Ossizieren eine so daß sie sich dein Wege der Dieser völlig 111 aus der Teilnt Mittelmächte h init Frantr der hervorstech Aeilerbund finanzielle deutend Mehrfac niinn der paar ^chdar Argenti MM während Sübammta so 'Jituitalitit Qusi iiber noch gros ünien versügt, nicht einen Sur hl als der arg bekannte Jene Äon der ; Meinen ich Jeutschlan! daran, daß Br 8'len jii fanip Ehkreich, Am Eg hineinstieh ^•ilärrommilfic ^negsmaterials L ederte. 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Diese 'Auslassungen werden im Vanbe selbst, wo weite Strecken seit dem Iuliputsch in Sao Paulo »och nicht wieder zur Ruhe gekommen sind, wo immer wieder im -Neer und in der Marine revolutionäre Ausbrüche erfolgten, mit recht skeptischem Lächeln gelesen. Richtig ist, dasz eine Revolution nach europäischen Begrissen. die auf Weltanschauung und theoretisch durchgebildetem Parteiwesen beruht, in Brasilien nicht besteh': wohl aber zeigt sich eine aus mehreren Wurzeln hervorgehende revolutionäre Bewegung noch ungeklärten Charakters, die aus einer allgemein vorhandenen Unzufriedenheit besonders mit den wirtschaftlichen Verhältnissen ihre Rührung zieht. Im Heere sind unklare Borstellungen von einer Besse rung der von einer oligarchischen SUiguc gelenkten Geschicke des Riesenlandes durch Errichtung einer Militärdiktatur nach spanischem oder italienischem Dorbildc vorhanden, in i n t el l e k t u e l - l e n Kreisen vertreten Schriftsteller Sortierungen, die aus schnellere unb durch kulturelle Hebung bewirkte Schaffung eines ft r a f f e r e n Ratio nalslaates hinauslaufen. Schließlich bewegen sich in derselben Richtung aus Umsturz der be stehenden Verhältnisse Mitglieder der herrschenden Oligarchie, die sich aus persönlichen Gründen mit ihresgleichen entzweit haben. Die soziale Frage ist zwar auch überall deutlich wahrnehm bar vorhanden, spielt aber noch keine ausschlaggebende Rolle, wenn auch die Rebellen von Sao Paulo mit ihr gerechnet hatten. Die Militärerhebungen waren immer gang und gebe; daß diese aber gerade jetzt so häufig und im Zusammenhang Vorkommen, ist in gewissem Sinne cm rtung der Teilnahme Brasiliens am Weltkriege und seiner engeren Fühlungnahme mit den europäischen Strömungen. Der leicht empfängliche Brasilianer hat unter dem Druck einer künstlich erzeugten Kriegsstimmung, deren realer Kern die Sehnsucht nach einigen Schiffen war, dem Militarismus gehuldigt, hat die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und dadurch den Offizieren eine Macht und eine Bedeutung gegeben, so daß sie sich zur Rettung des Vaterlandes auf dem Wege der Revolution für befähigt halten. Dieser völlig unberechtigte Militarismus sowie der aus der Teilnahme an der Wctthetze gegen die Mittelmächte hervorgegangene enge Kontakt mit Frankreich und England, der sich in der hervorstechenden Teilnahme Brasiliens am Vs terbund zeigt, haben Brasilien unendliche finanzielle IS a ft c n aufgebürbet, bie ein bedeutend Mehrfaches besten barstellen, als der Gewinn der paar deutschen Schiffe beträgt. An dem Rachbar Argentinien sehen wir, wie eine kluge Politik während des Krieges und nachher die für Südamerika so günstige Weltlage durch strenge Neutralität ausnutzt. Aehnlich konnte Brasilien, das über noch größere Zukunftsaussichten als Argentinien verfügt, heute auch daftehen; es brauchte nicht einen Kurs zu haben, der saft viermal so schlecht ist als der argentinische unb eine bisher völlig unbekannte Teuerung. Von der Kriegsstimmung ist man ja im allgemeinen sehr schnell wieder abgekornmeii. Deutschland hat nicht den geringsten Anteil daran, daß Brasilien jetzt mit soviel Schwierig feiten zu kämpfen hat, vielmehr verschulden dies SranFreid), Amerika unb England, bie es in den Krieg hineinftießeu, unb von denen Frankreich durch Militärkommisfionen und Lieferung seines alten Kriegsmaterials den Militarismus noch besonders -förderte. Der französische Einfluß ist es auch, der ®immer noch die alten Lügen aus der Kriegszeit ab unb zu aufs Tapet bringt und die damals künstlich erzeugte» Leidenschaften zu neuem Leben zu erwecken sucht. Das zeigte sich deutlich, als am A u f st a n d i n Sao Paulo auch Einwanderer aus Deutschland ttilgenommen hatten. Die armen Teufel waren von den gewissenlosen Führern der Rebellen mit großen Versprechungen an Lohn und späterem Landbesitz verladt worben, unb ba ihnen das Kriegshandwerk meist noch bekannt war, gingen sie, völlig lande- unkundig. auf die Angebote ein. 3n der großen Zeitung ..Paiz" n: Rio de Janeiro aber schrieb ein brasilianischer Politiker, dessen Geistesrichtung durch französische Zitate gekennzeichnet mar. daß Deutsch land letzt mit seiner gewohnten Gründlichkeit sich auf den Massencl.port von Mördern verlegt habe Ueberschrieben waren diese Stilblüten: „Der Herr Professor der Schlächterei." Zn Wirklichkeit war die 'Beteiligung deutscher Einwanderer eher geringer als die andersstämmiger ixremblingc aus brasilianischem Boden, wenn man nämlich bedenkt, daß über die Hälfte aller Einwanderer im vorigen Jahr aus Deutschland kam. Unter den 120 Bänden, die die Anklogeschrist h» dem Riefenprozeß füllen, der bemnächs» in oao Paulo wegen der Julivor- gange 1924 verhandelt wird, handelt ein Band über die sogenannten .'> Fremdenbataillone im Rebellenheer. ein italienisches, ein ungarisches unb ein deutsches. Das „deutsche" wurde geführt von einem Dr. Plansch chinski, unb zu bieier Truppe gehörten neben Oestereichern unb Schweizern, die wir gern dazurechnen, noch Polen, Russen unb Tiche- dien, wie ja der Name des Führers offenbar nicht deutschen Ursprungs ist. Zwei Uniftanbc haben den Anteil der Deutschen großer erscheinen lassen, als er in Wirklichkeit war. einmal, daß sie sich bis zuletzt, als sie teilweise von ihren Komeraben ab- ichttich bei der Flucht aus Sao Paulo zurückgelassen waren, tapfer schlugen, unb sodann, daß die Deutschen nach alter guter Sitte ihre Gefallenen ehrten, ihre Särge mit Blumen schmückten unb sie mit dem Gesang „Ich hott' einen Kameraden zur letzten Ruhe begleiteten. Dieser rein äußerliche Vorgang war den Brasilianern ungewohiit unb blieb beshalb besonbers in ihrem Gedächtnis haften. Die übrigen Revolutionsopfer würben fang- und klanglos verscharrt. Bleibt so von einem besonderen Anteil der Deutschen an der Revolution, bie auch von einer englischen Zeitung in Brasilien unterstrichen würbe, nichts übrig, so haben sich bei dein Uebcrgreife» der Bewegung auf bas zu gut einem Viertel vom deutschen Element bewohnte Rio gründe do S u l gerade die beutschstämmigen Brasilianer unb bie neudeutschen Einwanderer als Hüter der Ordnung erwiesen. In dem hügeligen, von Wald und Kamps bedeckten Grenzgebiet nach Argentinien zu, den drasilianisdien Missiones und der Scrra, war es der von feiten der deutschen Kolonisten gegründete S e l d st s ch n tz , der schwere Leiden für die ganze Bevölkerung verhütete. Schon als im Jahre 1923 hier örtliche politische Wirren zum Austrag kamen, hatte die rein deutsche Kolonie Reu-Württemberg einen Selbstschutz aufgefteUt, der die Kolonie zu einer friedlichen Insel machte. Dies Beispiel wurde, als am 29. Oktober 1924 plötzlich über Rächt vier Grenzgarnisonen meuterten und damit begannen, unbefdjügtc Plätze anzugreisen, zum Zweck der Plünderung der Geschäfte unb Banken sowie des Raubes von Autos, Pferden und Vieh, von den anderen Kolonien nachgeahmt. Die guten andersstämmigen Elemente, Lusobrasilianer, Italiener, Letten, Schweden, Polen u. a. schlossen sich den deutschen Kolonisten an, die die Anreger und Organisatoren waren. Vielfach lag die Leitung bei ehemaligen Kriegsteilnehmern. In Reu-Würt- temberg ist der Führer des stramm militärisch geübten Selbstschutzes ein ehemaliger Kolonialdeutscher aus Südwest, in einem benachbarten Mu- nizip (Streis) waren ein früherer Kampfflieger und ein Held von der Mooe die Seele der Drganfation. Es hat freilich auch nicht an einzelnen wenigen „Neudeutschen" gefehlt, die in „Niewiederkrieg"- Stimmung die Heimat verlassen hatten unb nun sehr entsetzt unb mißmutig waren, hier im fernen Brasilien wieberum bas Gewehr 98 im Arm Wache schieben zu müssen. Denn im November, Dezember unb z. T. noch Januar hatte ber Selbstschutz in den Kolonialgebieten fast polizeiliche Macht und zwang einfach alle, den Wachdienst zu versehen, Drahtverhaue zu bauen, Schützengräben und Wacht- häuschen anzulegen. Kleineren Banden konnte auf bie Art überall gewehrt werden. Als die legalen Truppen, die inzwischen herangerückt waren, die Rebellen — rund 3000 Mann — zusammen getrieben hatten und diese um die Jahreswende einen Durchbruch nach dem nördlichen Nachbarstaat Santa Catherina machten, da konnten die an den einzelnen Stellen nicht mehr als etwa 100 Mann zählenden Selbstschutzleute freilich ihnen nicht den Weg verlegen, zumal sie von den legalen Truppen, deren Führer vielfach mit den Rebellenoffizieren befreundet waren, nicht genügend unterstützt wurden. Mit Weibern und Kindern, vielen 1000 Stück Vieh und 6000 Pferden, Autos unb Kinooperateuren zog der rcooltierenbe Hauptmann Prestes auch durch deutsches ftoloniftengebiet, oft plündernd, au anderen Stellen, wo die Führer des Selbstschutzes mit ihm verhandelten, friedlich seines Weges ziehend. Nur Bälle zu veranstalten und Pferde zu stehlen, konnten die auf leben und leben lassen gestellten Rebellen sich nirgends verkneifen. An der Grenze von Santa Eatharina kam es dann schließlich mit diesem Räuberheer dock) zu größeren Kämpfen mit Staatsmilitär, bas die Revolutionäre zumeist zerstreute, etwa 1Q00 Mann fielen aber noch in die jenseits des Uruguay in Santa Catharina liegende, erst ein Jahr alte Kolonie Porto Feliz ein eine Tochtergründung von Neu-Württemberg, wo' etwa 100 teils eben herübergekommene Einwandererfamilien aus Deutschland, darunter viel Intellektuelle, leben. Zweifellos hat der Selbstschutz in Rio graube do Sui wesentlich geholfen, daß nicht noch ganz andere Zustande einrrffen. Das ist auch von der Staatsregierung und von Rio graube do Sui be rcitwillig anerkannt unb des deutschen Elementes rühinend gedacht worben, während einzelnen 'Blättern in Rio und Sao Paulo schwül bei dem Gedanken würbe, im Silben etwa 15 001) Deutschbrasilianer und Reichsdeutsche unter Waffen zu wissen, unb schon wieder eine „deutsche Gefahr an die Wand malten. Sie können fick) beruhigen, diese freiwilligen Ordnungshüter haben nur Brasilien gebient und wieder einmal gezeigt, daß es der Loyalität feiner deutschstämmigen Bevölkerung unbedingt vertrauen kann, auch wenn nod) schwerere Verwicklungen kommen sollten. Kunst und Wissenschast. Hessen-Nassauisches Wörterbuch. Hebet die Arbeiten an diesem großen Hei- inatwerlc im Zähre 1924 berichtet in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften Herr Pros. Wrede in Marburg: „Mit der im Berichtsjahr zunehmenden Festigung der deutschen Währung konnten auch die Arbeiten am Hessen-Tlasfauifchru Wörterbuch wieder gleichmäßigeren Dahnen folgen. Die Ausarbeitung des populären Idiotikons mußte dabei etwas zurücktreten gegenüber der ständigen Prüfung und Einordnung des einlaufenden Materials. Zu den Fragebogen, die in der ersten Jahreshälfte gute Erträge lieferten, lam reiche Deute aus privaten canunlimgen. Hier seien nur die wertvollen Einsendungen von Frau Prof. Hom-Gießen (2320 Zettel für Grohen-Duseck». Herrn Baurat Jacobi (505 Zettel für Homburg und llmgegenb). Herrn Mittelschullebrer Kappus (1607 -Settel, zumeist für Weisel bei Eaub>, Herrn Lehrer Schäfer-Zimmersrobe 186O Zettel für Densberg am Kellerwaldtz Herrn etubienrat Schneider- Frankenberg> 905 Zettel, gesammelt bei seinen Schülern) erwähnt. Den geno rnten. aber aud> allen andern Heisern in Stadt und Land sei aufs neue herzlich gebmxtt. Der revidierte und stets benutzbare Apparat des Wörterbuchs umfaßt heute 187 500 Zettel Die Eigenmarke rmseres Werkes wird in der starken Detonung deS wortgeogiaphischen Prinzips liegen. Diesem diente im letzten Sommer folgendes Verfahren, das hier mitgeteilt und zu vielseitigster Nachahmung empfohlen sei. 3m Anschluß an einen Dortrag, den ich zu Werbungszwecken vor dem ßebreroerem des Kreises Di eben- köpf gehalten hatte, stellte Herr Landrat ‘Breuer, ein energischer Förderer aller Heimatforschung, uns einen Platz in seinem Dienstaulo zur Verfügung, der bei den bevorstehenden Imp frosten des Kreisarztes von Ort zu Ort noch frei sei. Das wurde gern angenommen, und so konnte an sechs verschiedenen Tagen in 90 Ortschaften des Kreises, während m der Schule die Impfung vor sich ging, an anderer Stelle des Ortes jedesntal die DeanlWartung derselben Wohl überlegten 75 lexi lalifchen Dialektfragen eingeholt werden. Dem Herrn Landrat und seinen hilfsbereiten Bürger- meistern sei auch an dieser Stelle Dank und An- crlcmiung für die der Wissenschaft geleisteten Dienste ausgesprochen. Der Kreis Biedenkopf marschtert jetzt in wort geographischer Erkenntnis an der Spitze der Wörterbuchbezirke und bei ber erreichten Vollzähligkeit wohl an der Spitze der deutschen Dialektkandschaften überhaupt. Das Ende der Quäkerspeisung. Vom städtischen Wohlfahrtsamt, Abt. Jugendamt, wird uns geschrieben: Mit dem Abläufe des Schuljahres findet auch eine Einrichtung ihr Ende, die feit vielen Jahren großen Segen unter unserer Jugend gestiftet hat, die amerikanische Kinderspeisung. Schon während des Krieges wurden in den Amerika verbündeten europäischen Ländern ftinber durch den European Chlldren's Fund (Europäischer Kinderfonds) gespeist. Im November 1919 machte der Leiter dieser Speisungen, Herbert Hoover, der Religiösen Gesellschaft der Frepnde (Quäker) von Amerika das Angebot, die Kinderspeisung auch in Deutschland durchzuführen. Die Quäker haben, dieses Werk gern übernommen unter der öffentlich bekanntgegebenen Voraussetzung, daß es außer einer bloßen Speisung zugleich eine wirkliche Botschaft des Wohlwollens und der Ermutigung von Amerika an das deutsche Volk zur Zeit seiner schmerzlichen Prüfung sein sollte. Die Basis des Werkes, so teilten uns die Quäker damals mit, war durchaus religiös. Es war ein Versuch, den Glauben der Religiösen Gesellschaft der Freunde, daß dauernd Gutes niemals durch Krieg und Gewalt, sondern nur durch Liebe und Dienen verwirklicht werden kann, praktisch zu betätigen unb die wesentlichen Grundsätze des Christentums auf die gegenwärtige Wettlage zur Anwendung zu bringen. Im Jahre 1920 begannen die Speisungen in den deutschen Großstädten. Am 10. Januar 1921 wurde in Gießen im „Gasthof zum Löwen" die Speisung eröffnet. Die ehrenamtliche Leitung der Speisungen übernahm Frau Johanna Haas. Sic hat dieses arbeite- unb oerantwortungsreiche Ehren amt unter schwierigen äußeren Umftänben bis zu ihrem Tobe am 22. Februar 1922 in Treue unb Gewissenhaftigkeit recht im Sinne ber Begrünber des Werkes geführt. Ihre Nachfolgerin war Frau Martha Asch, bie bis jetzt im gleichen oinnc wie ihre Vorgängerin ihres Amtes gewaltet hat. Unterstützt würbe bie Leiterin durch Gießener Samen, die ihre Zeit freiwillig und uneigennützig dem Liebeswerke an unseren Kindern opferten. Die Verwaltung der Speisung wurde beim städtischen Wohlfahrtsamt geführt. Geschäftsführer war Ver- waltungsamtmann Keitzer. Beschlußfastende Körperschaft war ein Ausschuß, nach den Vorschriften der Quäker zusammengesetzt, der „Ausschuß für die amerikanische Kinderhilfe in der Stadt Gießen". Er' stand unter dem Vorsitz des Beigeordneten Dr. Frey unb bestaub aus Vertretern ber höheren Schulen unb ber Volksschulen, ber Aerzteschaft, ber Geistlichkeit unb der Organisation ber freien Liebestätigkeit, ber politischen Parteien, ber Gewerkschaften unb ben Fürsorgerinnen. Währenb ber gesamten Speisezeit vom 10. Januar 1921 bis 28. März 1925 finb an 897 Speisetagen 1005 941 Portionen ausgegeben worben. Diese verteilen sich auf die Teilnehmer wie folgt: Kleinkinder 147 180 Portionen, Schulkinder 797 455 „ Mütter 61 300______„ Zusammen 1 005 941 Portionen. Die Herstellung dieser Portionenzahl bedingte den 'Verbrauch von 137 Zentner Fett, 253 Zentner Zucker, 59 Zentner Kakao, 76 Zentner Bohnen, 143 Zentner Reis, 7,50 Zentner Haferflocken, 6,25 Zentner Nudeln, 9 Zentner Eorned-Beef, 24,50 Zentner Maisgrütze, 636 Zentner Dosenmild) und 1096 Zentner Mehl. Nach den heutigen Groß Handelspreisen stellen die genannten Mengen einen Gesamtwert von rund 132000 Goldmark dar. Anfänglich wurden die Speisen in den Räumen des „Gasthauses zum Löwen" zubereitet. Am 25.8. 1924' wurde bie Küche in das ehemalige Garnisonlazarett, Braugasse, verlegt. Die höchste Teilnehmerzahl wurde im Sommer 1924 erreicht, wo täglich 1197 Personen gespeist wurden. Die Sommerspeiseperiode 4924 gipfelte in dem Kinderfest, das am 24. September 1924 auf der Liebigshöhe ftattfanb unb an bem über 1200 Schulkinber teilnahmen, um für bas menfchen- freunblichc Werk ihren Dank barzubringen. Die Speiseperiobe im Winterhalbjahr 1924 bis 1925 begann am 10. November 1924. Sic umfaßte 16 Wochen, an denen täglich 815 Kinder im Alter von 6—14 Jahren, 275 Kinder tm Atter von 2—6 Jahren und 50 werdende ober stillende Mütter gespeist wurden. In den einzelnen Speisestellen nahmen teil: Bezirksschule 220 Kinder von 6—14 Jahren, Stabtknabenschulc 315 „ „ 6—14 „ Sladttnädchenschule 280 „ „ 6—14 „ Kleinkinderschule 130 „ „ 2—6 „ Volkskindergarten 70 „ „ 2—6 „ Mütterspciscstelle 60 „ ,, 2—6 (Braugasse) und litt werdende ob. still. Müttek zusammen 1125 Teilnehmer. Die Gesamtausgaben während des Winterhalbjahres betrugen 3751,2« Mk., denen bie Einnahmen in Höhe von 3551,86 Mk. gegenüberstehen, so baß die Stadt einen Zuschuß von 199,42 Mk. leisten muß. Es ist zu bemerken, daß durch die Spenden des Auslandes die Lebensmittel selbst aufgebracht würben. In Deutschland wurde der für die Beförderung, für die Verteilung unb ^Übereilung erforberlid)c Betrag aufgebracht. Es geschah die» z. T. burd) bie sog. Elternbeiträge, die zuletzt in Gießen in ber Woche 20 Pf. betragen haben. Den ungebeeften Zuschuß hat die Stobt getragen. Die Quäker haben nicht immer bie Leitung ber Speisungen innegehabt. Im Jahre 1922 zagen sie sich davon zurück, inbem sie die lieber,Beugung aus- sprachen, daß nunmehr die deutsd)en Verwaltungsstellen, deren Tätigkeit sie bewundern gelernt hätten, allein in der Lage seien, die Speisungen fortzu- führen. Sie selbst wandten sich dem Hungergebiet in Rußland zu . Die Lebensmittel wurden nun nicht mehr von den Quäkern gestiftet, sondern durch Sammlungen unter den Deutsch-Amerikanern auf- gebracht. Als jedoch im Jahre 1923 bie 'Jlot aufs Höchste flieg, nahmen bic Quäker ihre Tätigkeit wieder auf. Ganz Amerika, nicht nur bic Deutsch-Amc rilancr, sondern gerade auch hervorragende Anglo- Amerikaner forderten öifentlid) auf, die Liebestätigkeit für die deutschen Kinder wieder aufzunehmen. An erster Stelle ist hier dankbar der General Allen, der frühere Dbcrtommanbierenbe der amerikanischen Truppen in Koblenz, zu erwähnen. So wurde cs möglich, daß in der besonderen Notzeit auch besonders reiche Hilfe kam. Mit Ablauf des Sommerhalbjahres 1924 waren die Sammlungen in Amerika beendet, und es wurde die Quäterspcisung zum großen Teil in Deutschland eingestellt. In Gießen ist es dank vorhandener Vorräte möglich gewesen, die Speisung noch bis jetzt fortzuführen. In ben stäbtischen Voranschlag für 1925 ist ein Betrag eingestellt, ber cs ermöglichen sott, dem größten Teil ber an der Quäkerspeisung betei ligten Kinder ein Frühstück aus Frischmilch unb Brötchen zu gewähren, in ähnlicher Weise, wie das vor dem Kriege schon geschehen ist. Da bic Stabtvcr. orbnetcn Versammlung ihre Mitwirkung noch ni< versagte, wenn cs galt, unseren Kinbern zu Helsen, so ist' bestimmt zu hoffen, bckß biescr Teil des Vor- anschlags Genehmigung finden wird unb bic Speisung in bieser Form weitergeführt werden kann. In der ersten Sitzung des Ortsausschusses am 19. März 1925 wurde ein UeberbHrf über den gesamten Verlaus der Speisung und insbesondere über den im letzten Halbjahr gegeben. Besonderen Dank wurde Frau Martha Asch und ben Dasneu ausgesprochen, die ehrenamtlich geholfen haben. Da seine Aufgabe erledigt ist, löste sich der Ausschuß nunmehr auf. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus ber „'Radio-Umschau*.) Mittwoch, 8. April: 1045 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 12 Uhr! Aachrichtendienst 3 unb 4 Uhr: Wirtschaftsmel- bringen. 4 20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30 Uhr: Kinberstunde. 5.30 bis 7 Uhr: Rachmittagskon- zert bes Hausorchestevs Mendelssohn. 1 Oul>. z „Sominernachtslraum", 2. Frühlingslied (Lied ohne Worte), 3. Gesang. 4. Quv. ..Die Heimkehr aus der FreiiBe", 5. Gesang. 6. Venezianisches Gondellied, 7. Hochzeitsmarsch a. b. „Sommer* nachtslraum". 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7 30 Uhr: Steiwgraphischer Fortbrldungs- türsus für alle Systeme (Diktat von 80 SilbeU aufwärts). 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule. Paul Vetter: .Musikgeschichtliche Wandlungen". 17. Vortrag .Rationale Strömungen in Konzert und Oper". 8 bis 8.30 Uhr: Vortragszyklus ber 3iv» buftrio unb Hanbelskammer Frantturt a. M-» Hanau: „Jur Frage des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern unb Gemeinden". Referent:- Reg -Rat a. D. Dr. Keck. 8 30 bis 9.30 Uhr. Vioiin-Duos. 1. Sonate für 2 Violinen mit beziffertem Baß von G F. Händel, 2. Konzert für 2 Violinen in l l°Moll op. 88 von L. Spohr. 9 30 Uhr: Rachrichtenbienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis II Uhr: Konzert des Blaser, chors des Wartburgvereins. Trinkt (ßroscbVet / . Vertreter und Lager: Barth z Co„ Gießen, ludwigslraße 57. SommerfprofienbUöung im Mhling. Besteht bei Ihnen Neigung zur Sommersprossen« bilbung, so müssen Eie gerade in den Frühlings- monaten etwas ordentliches dagegen tun. Wir raten Ihnen, in derRpotheke weißes Eitalbol-Wachs, 50 oder 25 Gramm, zu kaufen, um sofort mit der Behandlung der befallenen Stellen zu beginnen. Sicher erhättl.: Univers.-Apotheke „Zum gold. Engel . 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