Ur. 5b Erster Blatt 175. Jahrgang Samrlag, 7. März 1925 Erscheint täglich, außer Soniu und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienb lütter Heimat im Bild. Monat,»Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt. Fern sprech.Anschlüsse: Schriflleitung 112, Der« lag undGeschäft-.stelle bl. Anschrift für Drohlnach« richten »nzeigerEießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd onöDerlag: vrühl'sche UniverfitSl«-vuch- unb Steinbruderei R. Lange in Gießen. Sd) riftlettnng unb GeschSstsftelle: 5chulftraße 7. linabme von Injelacn für die Tagesnummer di» zum Nachminag vorher ohne ledeDerdindliLkett. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breit» örtlichb, auswärts 10 (Bolbpfennig; füt Ne» Klame-Anzeigen o 70mm Brette 36 Goldpfenntg, Pluyvorschrift 2V'. Aufschlag - Deruntworlllch für Politik u. Feutlleton: l)r Fnedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein, sür den Anzeigentetl^ Han» Lech, sämtlich in Gießen. Reichspräsidentenwahl. DeS Deutschen Reiches erster Präfidertt ist in badischer Heimaterde zur ewigen Ruhe gebettet Die offiziellen Trauerfeiern für den ersten Repräsentanten des Staates haben sich in würdigen Formen vollzogen. Wieder einmal zeigte sich die einigende Wacht großer nationaler Syrn- bole stärker als engstirniger Parteifanatismus und doktrinäres Nichtvergessenwollen. Dor der Bahre des toten Reichspräsidenten neigte sich mit dem offiziellen Deutschland das deutsche Volk in seiner überwältigenden Mehrheit, nicht, weil es sich mit dem Dahingegangenen politisch eines Sinnes gefühlt hätte, vielleicht nicht einmal, weil es in allen seinen Teilen die staatsmännische Bedeutung, den Persönlichkeitswert Friedrich Eberts empfunden hätte. Das rein menschliche Geschick diese« Mannes, der so jäh in der Doll- kraft seines Lebens aus der Dahn geworfen wurde, beugte uns alle, mehr noch das Symbol der Ration, daS er verkörperte, das Deutschland der Gegenwart, unser aller Deutschland, mögen tair es lieben in feiner heutigen Gestalt, mögen r vieles an ihm verbesserungsbedürftig halten, :S ist doch unser und der, den der Engel des Todes berührte, war unseres Deutschlands erster Diener. Fern gelegen hat es weiten Dollskreisen, die dem pol^hen Wirken des Reichspräsidenten kritisch gegc verstanden, dem toten Staatsoberhaupt ine höchsten Ehren zu versagen, aber mit Abscheu müssen diese Kreise im Verein mit allen anständig denkenden und gerecht wägenden Volksgenossen sich abwenden von den angesichts . der Majestät des Todes doppelt verwerflichen Versuchen einer links- demokratischen Großstadtpresse. aus dem Tode des Reichspräsidenten politisches Kapital zu schlagen. Dor keiner Geschichtsklitterung wird zurückgeschreckt, keine noch so übertriebene und h hie Phrase überschwänglichen Lobes fehlt in ktiefen Nekrologen, die den übelsten Auswüchsen ue£ gerade von dieser Seite immer mit besonderem Eifer krittfierten Byzan- tinertums der wilhelminischen Aeva nichts nachgeben. Was würde wohl Friedrich Ebert denken, wenn er diese Pamegyriken lesen mühte, die heute ivurnalistische Speichellecker auf ihn an- stimmen? Heiht es nicht das Andenken dieses schlichten,geraden,aufrechten dentschenMannes beschmutzen, wenn man ihn heure aus sehr durchsichtigen Gründen zum Nattonalheros stempeln will? Heiht es nicht mit gehässigem Mutwillen über die Persönlichkeit dessen einen frevlen Streit vom Zaune brechen, über den sich erst vor wenig Stunden die Erde schloß? Wohl das treffendste, was zum Gedächtnis Friedrich Eberts geschrieben wurde, steht in einem Artikel Dr. Strefern a n n s und das höchste, was an der Dahre des Reichspräsidenten gesagt wurde, kleidete Reichskanzler Dr. Lu t h e r in ergreifende Worte. Hier sprachen Staatsmänner über den Staatsmann, Mitarbeiter am Wiederaufbau des Vaterlandes, die den Toten in langen Jahren der Zusammenarbeit, des Strebens nach dem gemeinsamen Ziel als Menschen kennen und lieben gelernt, als Staatsmann ihn, den politisch Andersdenkenden, achten und schätzen gelernt hatten. Aber beide, Stresemann wie Luther, geben der Wahrheit die Ehre und ehren damit den Toten wahrhaft, dem nichts ferner lag als jene Tleberheblichkeit und Anmahung, die in den Epopöen gewisser Organe in so verletzender Weise zum Ausdruck kommen. Stresemann stellt in dem politischen Wirken des Reichspräsidenten an die Spitze seine stetige Arbeit für den Ausgleich, für Versöhnung der Gegensätze, für Zusammenfas- su ng aller Volksichichten. Darum sieht Stresemann den schwersten Verlust für unser Volk darin, daß es den Mann verlor, der wie kaum ein Zweiter berufen war, zusammenzuführen, was Krieg, älrnsturz und politische Mißgriffe in allen Lagern gespalten hatte. Glauben diejenigen, die sich seine Freunde nennen, fn seinem Sinne zu handeln, fein Werk des Ausgleichs fortsehen, wenn sie den Toten zum Märtyrer der Republik ausrufen, wenn sie noch am offenen Grabe beginnen, Hah und Zwietracht zu säen, wenn fit den Kampf um die Nachfolge mit dem zelo- tisch-n F l-g schrei ..hie Revubti , h e Monarchie" eröffnen? Sind das die rechten Sachwalter seines Erbes, jene kleinen Geister, die mit ihrer pharisäerhaften Tlnduldfamkeit der jungen Republik unendlich mehr schadeten, als jene Streife, die nicht von heute auf morgen alles Vergangene über Bord zu werfen vermochten? Jene kurzsichtigen Eiferer, die in ihrer törichten Angst vor der Reaktion den Staatsfeind unter den Volksgenossen statt an den Grenzen des Reiches suchten, haben wahrlich der Sache der Republik einen schlechten Gefallen getan, sie handeln auch heute nicht im Geiste jenes Mannes, der das Deutschlandlied dem deutschen Volk zur Nationalhymne gab, wenn sie an seiner Bahre den Kampf um den Präsidentenstuhl im Zeichen des ..Schuhes cher Republik" zu führen beginnen und alle die alten, abgegriffenen Phrasen von „Der- sassungsbruch" und ..Staatsstreich", „sozialer Reaktion" und „Platzhalter des Monarchen" wieder auftischen. Kein Mensch denkt an älmsturz. Jeder verantwortungsbewußte Staatsbürger weift, daß das deutsche Volk heute anderes zu tun hat, als sich in Derfassungslämpfen zu zerfleischen. Wenn das deutsche Volk in seiner Mehrheit eine Reform seiner Verfassung für erforderlich hält, eine Aenderung der Staatsform für notwendig befindet, so gibt ihm ja das demokratische Selbst- bestimmungsrecht genügend Mittel an die Hand, seine Wünsche auf legalem Wege durchzusetzen, so bedarf es keines Staatsstreiches, keines Um« Chamberlain in Paris. Herriot und die deutschen Garantievorschläge. — Einberufung einer Sicherheitskonferenz. Paris. 7. März. (TU.) Chamberlain ist gestern nachmittag pünktlich 6,15 llhr auf dem yQriLc£ Nordbahnhof eingetroffen Zu feiner Begrüßung waren der britische Botschafter und der Direktor der politischen Abteilung am Quai bOrfat), Laroche, erschienen. Chamberlain begab sich sofort im Auto nach der britischen Botschaft, wo abends ein intimes Essen ftattfanb, an dem auch Ministerpräsident Herriot teilnahm. Der Empfang in der Botschaft zog sich von 8 Uhr abends bis gegen 12 Tlhr hin. Viel beachtet wurde, daß Herrwl, alS er nach dem Quai d'Orsay zurückkehrte, ein umfangreiches Exemplar deS Friedensvertrages von 1919 unter dem Arm hatte. Von den heute vorliegenden und offenbar verbürgten Presseinsvrmationen läßt sich sagen, daß die französische Regierung die deutschen Eiche- rungsvorschlage nicht grundsätzlich ablehnt, Herriot erwäge sogar Gegenvorschläge, über deren Inhalt aber vorläufig noch nichts Bestimmtes verlautet. Die Morgenblätter bestätigen, daß der französische Ministerpräsident die Ausdehnung der deutschen Garantievorschläge auf die polnische Grenze nach wie vor als notwendig erachte. Nach rechtsstehenden Blättern soll Herriot dem polnischen Außenmini st er im Verlause der gestern nachmittag stattgefunden Aussprache ziemlich ausweichend geantwortet und auch recht vage Zusagen gegeben haben. 3m Gegensatz zu der französischen Morgen- Presse glauben die hier erscheinenden amerikanischen Blätter, insbesondere der „Neuyork Herald" zu wissen, daß Austen Chamberlain dem französischen Ministerpräsidenten gestern formelle Vorschläge auf Unterzeichnung eines europäischen Garantiepaktes unter Einschluß Deutschland« unterbreitet habe. Chamberlain habe nachdrücklichst auf die moralische Wirkung der Unterschrift Englands hingewiesen und im übrigen erneut hervorgehoben, daß England außerstande fei. für die Sicherheit der polnischen Grenze aufzukommen. Der englische Außcmrnini- ster habe weiterhin dem Wunsche unzweideutig Ausdruck verliehen, so schnell wie möglich eine Klärung des Darantiepakt-Prvblems herbeizuführen. Er habe daher angeregt, anfangs April eine Konferenz einzuberufen, die nach Abschluß der zur Zeit im Gange befindlichen Vorbesprechungen die wirksame Behandlung dieses Problems in Angriff nehmen wird. Der deutsche Vorschlag, wonach evtl, deutsch-tschechische und 'deutsch-polnische Str eitfragen Gegen st and eines Schiedsspruches bilden scllen, müsse als besondere Klauseln in den allgemeinen Pakt ausgenommen werden. Der „Matin" weist daraus hin, daß zu den brennendsten Fragen, die Herriot und Chamberlain zunächst lösen werden, offenbar dieAbrüstungDeutschlands und das Problem der Besetzung Kölns gehören. Marschall F o ch habe mitgeteilt, daß die Prüfung des Generalberichtes in 4—5 Tagen abgeschlossen sein würde. Die alliierten Mächte werden also zu den beiden Fragen wahrscheinlich nach der Rückkehr Chamberlains aus Gen' definitiv Stellung nehmen. Man sehe feiner let Schwierigkeiten voraus. Unklarheiten beständen jedoch noch über die evtl. Vorladung deutscher Delegierter, denen nach englischer Auffassung Gelegenheit zu geben sei, sich über die letzten Waffenfunde in Deutschland näher auszulassen. Das deutsche Schieds- gerichlsanerbieten. Günstige Aufnahme in der Tschechoslowakei. Prag, 6. März. (WB.) Wie die deutsche Zeitung „B o h e m i a" erfährt, wird eine Stellungnahme der tschechi chen Außenpolitik zu dem deutschen Schiedsgerichlsanerbieten erst nach Kenntnis des konkreten Inhalts möglich fein. Grundsätzlich steht man dem Anerbieten nicht ablehnend gegenüber, doch glaubt man. daß mitRücklicht auf ite korrekten Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland und auf die verschwindend kleinen Reibungsflächen ein Schiedsgerichtsabkommen gar nicht nötig ist. Ein derartiges Abkommen wäre nur im Rahmen des Dolke rbundes ersprießlich. Falls dieses Abkommen die Schaffung eines westlichen Blocks gegen Osten erstreben sollte, würde die Tschechoslowakei kaum die Rolle eines Gegengewichts gegen Osten übernehmen können. Das Blatt „Lidove Noving" nennt das deutsche Angebot weitreichend und eine ernste Erwägung verdienend, denn es sei ausgeschlossen, daß Deutschland vor der ganzen Welt in dieser Weise übernommene Verpflichtungen leichtfertig verletzen werde. Ein Schiedsgerichtsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei könnte tatsächlich als eine ausreichende Friedens- und Sicherheitsbasis aufgesaßt werden. Deutschland bringe g genüber der Tschechoslowakei keine Einwände vor, anscheinend auch keine, was das deutsch-polnische Verhältnis anbelangt. Es erwartet niemand von Deutschland, daß es seine östliche Grenze für ewige Zeiten annchmen werde: aber eine öffentliche Kundgebung gegen diese Grenze könnte allerdings nicht zur Kenntnis genommen werden. Die osterreichisch-deutsche Grenze scheine Deutschland ebenfalls nicht als perfekt zu betrachten. Mit der Tschechoslowakei beabsichtige Deutschland niemals Krieg zu führen. Es will fein Verhältnis zu ihr durchaus neutral regeln, fo wie zu Holland oder zu der Schweiz. Dor Eröffnung der Vöikerbundslagung. Genf, 7. März. (T. U.) Die Stadt steht fchon heute im Zeichen der Volkerbundstagung. Zahlreiche Diplomaten und Journalisten sind bereits eingetroffen. Im Mittelpunkt steht die Person Chamberlains, der den Sonntag zu Besprechungen mit den anderen Delegierten und dem Generalsekretär des Völkerbundes benutzt, um mit ihm über die Form zu beraten, in der dem Rate die Stellungnahme Großbritanniens zum Genfer Protokoll übermittelt werden soll. Vermutlich wird dies durch ein Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes erfolgen, nach dessen Verlesung im Rat Chamberlain das Wort zu längeren Erklärungen ergreifen wird. Jedenfalls ist mit Bestimmtheit damit zu rechnen, daß Chamberlain erneut eine Vertagung der Debatte über daS Genfer Protokoll beantragen wird. sturzes. Aber ein Ende gemacht will es sehen mit diesem gewissenlosen Derhehungsfelbzug. Nicht wieder wünscht es wie im Dezember vorigen Jahres in einen Wahlkampf gestürzt zu werden, der alle niedrigsten polltischen Leidenschaften entfesselt, der eine Volksschicht gegen die andere ausspielt, der heute noch nach sechs Jahren in jedem Leitartikel, in jeder Wahlrede von „Republikanern zweiter Klasse", von „Feinden des Staates", von „Monarchisten und Putschisten" fabuliert. Den Wahlkampf im Geiste des verstorbenen Präsidenten führen, heißt ihn im Geiste des Ausgleichs führen, heißt auch dem politischen Gegner zugestehen, daß er des gemeinsamen Vaterlandes Wohl will! Wenn der Reichstag, wie zu erwarten, den ihm von der Reichsregierung vorgeschlagenen Wahltermin des 29 März billigt, trennen uns nur noch wenige Wochen vom Wahltag, und noch hört man nur Vermutungen, Gerüchte, Kombinationen über die Aufstellung der Kandidaten. Soviel scheint allerdings feft- zustehen, daß sich sämtliche Rechtsparteien auf eine gemeinf ame Kandidatur einigen dürften- Daß dies nicht die Person des Kanzlers ist. will die meist gut informierte „Zeit" auch bereits wissen. Warum man von einer Kandidatur Dr Luthn-z abgesehen hat. oder warum der Kanzler eine Kandidatur ablehnte, ist nicht ganz verständlich. Wenn man glaubte, im Augenblick den leitenden Staatsmann im Reichskanzleramt nicht entbehren zu können, so ist doch dazu zu Tagen, daß die Reichsverfassung dem Reichspräsidenten keineswegs eine rein repräsentative Stellung auferlegt, wie etwa in Frankreich. Reichskanzler^ und Minister kommen und gehen, der Reichspräsident ist — um ein in diesen Tagen recht abgegriffenes, aber treffendes Wort zu gebrauchen — der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Auf die Kommandobrücke de« Reiches gehört ein ganzer Mann von starkem Wollen, der zäh und energisch ohne parteiliche Bindung fein Ziel zum Wohle des Volksganzen verfolgt. Dr. Luther hat sich als ein Staatsmann bedeutenden Formats erwiesen, er hat sich durch fein Sanierungswerk den Dank und die Sympathien weitester Dolkskreife über alle Parteien hinweg erworben. Bei ihm wüßte das deutsche Doll fein Geschick in starken Händen. Aus der Linken schien man anfangs auch für eine Sammelkandidatur sich entscheiden zu wollen. Die Zentrumspreise macht auch heule noch für eine derartige Kandidatur des preußischen Ministerpräsidenten Marx Stimmung. Wenn dazu das hessische Zentrumsorgan, das „Mainzer Journal", schamhaft schreibt, „selbstverständlich kann unb wird diese Nominierung nicht aus den Reihen des Zentrums heraus erfolgen", so fragt sich der begriffsstutzige Zeitungsleser, ob denn nun etwa die Demokraten in dieser Komödie den Herold für Herrn Marx abgeben sollen. Die aber denken wenigstens für den ersten Wahlgang offenbar an einen eigenen Kandidaten in der Person des ehemaligen badischen Staatspräsidenten Hummel oder des derzeitigen badischen Staatspräsidenten Hellpach. Die Sozialdemo, traten schließlich, denen die Verbündeten von Weimar im Grunde einen Verzicht auf eine eigene Kandidatur zumuteten, scheinen davon vorerst ebenfalls nichts wissen zu wollen. Herr L ö b e , der Reichstagspräsident, den seine Partei für den Reichspräsidentenposten wohl nominieren wollte, mußte vom „Vorwärts" einen Rüffel einstecken, well er es gewagt hatte, sich für das ihm zugedachte Amt ungeeignet zu erklären. Damit hat sich die stärkste Persönlichkeit der Soziall>emokratie selbst ausgeschaltet. Zu Beginn der nächsten Woche dürste über die Persönlich- feit der Kandidaten volle Klarheit geschaffen sein, was in Anbetracht der kurzen Zeit, die bis zum Wahltag noch bleibt, dringend not tut. Der Eisenbahnerausstand lleberqreifen nach Berlin und Breslau« Bedenkliche Lage in Frankfurt. Berlin. 7. März. (Wolfs.) Wie die Diät- ter zu der Streikbewegung bet der Reichsbahn melden, sind die Gewerkschaften aller Richtungen bemüht, solange die Verhandlungen mit der Aeichsbahnverwaltung schweben, die Ausbreitung deS Streikes der Eilenbahnarbeiter zu verhindern. Sie haben jedoch den Bezirks- (eitern in den Streikbezirken bie Anweisung erteilt, in bie Streikleitung einzutre- ten, fall« ein Ausstanb nicht zu Verbindern sei. Sie wollen damit unter allen Umständen verhüten daß bie Streikbewegung in ein radikal- politisches Fahrwasser gerät. Zu den Hauptforderungen der Streikenden gehören eine Lohnerhöhung von 6 Pfennigen die Stunde unb die Herabsetzung der Arbeitszeit von neun auf acht Stunden. Die Beamtenschaft lehnt vorläufig jede direkte und indirekte Unterstützung der Streikenden ab. Heber die Lohnverhandlungen erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Die Arbeiterlohn- srage wurde eingehend in einer besonders einberufenen Sitzung des Verwaltungsrats der Deutschen Reichseisenbuhngesellsch ist erörtert Der Derwaltungsrat hielt die Gruicdlaaen, um über eine Lohnerhöhung zu entscheiden, für noch nicht genügend geklärt. Er vertagte feine Enlfcheibnng aus die noch in diesem Monat statt findende planmäßige Sitzung. Den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen wurde seitens der Hauptverwaltung angeboten, die Eisenbahnerlöhne an Orten, wo sie unter den Jndustriearbeiterlöh- nen liegen, diesen anzupassen. Dieses Angebot ist seitens der verhandelnden Organisationen rundweg a b g e l e h n t unb bie Forderung nach einer allgemeinen Lohnerhöhung gestellt worden. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn war nicht in der Lage, dieser Forderung nachzugeben, da die Tatsache besteht, daß an den meisten Orten die Eisenbahnerlöhne zum Teil nicht unerheblich über den Industriearbeiter- löhnen liegen. Im übrigen darf darüber kein 3tocifel aufkommen, daß bei einer allgemeinen Lohnerhöhung Erhöhungen imPersonen- t a" r t f nicht zu vermeiden sind. Dle Streikbewegung unter den Eisenbahnarbeitern hat eine weitere Ausdehnung er'ahren und auch auf Berlin übergegriffen. Wie der Deutsche Eisenbahnerverbnnd mitteilt, sind gestern nachmittag aus dem A-Halter Güterbahnhof 500 Arbeiter in den Streik getreten, so hat) dieser größte Güterbahnhof Berlins stillgelegt werden mußte. Auch der Schlesische Güterbahnhof ist um 12 Hör nachts stillgelegt worden. Ferner liegt ein Streikbeschluß der Bodenarbeit er auf dem Lehrter Oüer» bahnhof vor. In der gestrigen Konferenz der Eisenbahnergewerkschaften sind feine endgültigen Beschlüsse gefaßt worden. Seiten- der Beamtenorganisationen und der sogenannten gern schien Organif Honen, die Beamte unb Arbeiter umfassen, ist die Erklärung abgegeben worden, baß bei einem allgemeinen Streik her Eisenbahnarbeiter seitens der Be- amien Solidarität geübt werden soll, die jedoch nicht in einem Streck, sondern in passiver Resistenz bestehen soll. Wie in anderen Eisenbahndirektionsbezirken, so hat sich auch im Bereiche der Frankfurter Derwaltung bie Lage bedenklich zugespiht. Gestern nachm fand in Frankfurt eine stark besuchte Versammlung der im „Deutsch Eilend.-Versammlung der im „Deutschen Cisenbahnerver- band" organisierten Eisenbahner des Bezirks statt, die in einer Entschließung sich gegen d ie Verschleppung der Lohn- unb Gehaltsbewegung, sowie bie Ablehnung bei Verkürzung ber Arbeitszeit aus^prach den im Streik stehenden Eisenbahnern die vollste Sympathie bekundete unb ihnen Hilfe versprach, schließlich aber selbst zum Eintritt in die Streikbewegung auffordert, wenn am Samstag die Verhandlungen in Berlin nicht schnellstens zum Abschluß kommen. K*m Laufe des Tages hat sich im Bezirk Dresden der Reichsbahnbireklion Dresden die Zahl der Eisenbahner, die bie Arbeit niedergelegt haben, zwar noch besonders du ch den Zutritt von Streitenden in Freital. Pottschappel, Hainsberg. Gaschwitz. Riesa-Hasen und Alten- burg in Thüringen erhöht: in der Betriebs- läge ist jedoch dadurch feine Verschlechterung eingetreten, da die Zahl der zur Verfügung stehenden Ersatzkräfte gesteigert werden konnte. Der Personenverkehr wird von dem Streik nicht beeinflußt. In Breslau haben in der Nacht zum Freckag die Funktionäre des Deutschen Eisenbahnerverbandes den Streik ab Samstag früh 6 ilfjr für sämtliche Bahnbetriebswerke, Güterbahnhöfe unb Dahnunterhaltungen beschlossen. Die demokratische Reichstags-- sraktion zur Präfidentschafts- frage. Berlin, 6. März. (DU.) Die demokratische Reichstagsfraktion hält ein Stellvertre- tungsgeseh für notwendig, da mit hem Amtsantritt des neuen Präsidenten erst für Mitte Mai gerechnet werden könne. Die Fraktion be- schloß, trotz der technischen Schwierigkeiten auf «e Vinsüyrung eine« amtlichen Stimmzettels fiir die Präsidentenwahl zu dringen. Die Fraktion hält eS für wünschenswert, daß möglichst ein einheitlicher republikanischer Kandidat aufgestellt werde. Die Personenfrage wurde noch nicht berührt. Die Fraktion wird erst die Stellungnahme der Sozialdemokratie abwarten, die sich am Samstag entscheiden wird. Deutscher Reichstag. Berlin, 7. März. Präsident Lobe verliest bei Eröffnung der Sitzung Beileidsschreiben, die aus Anlaß des Todes des Reichspräsidenten dem Reichstag zugegangen sind von den Parlamenten von Oesterreich, Ungarn, der Tschechoslowakei, Ialien, der Türkei, Peru, Lichtenstem, Danzig, Salzburg und dem Landtag von Mecklenburg-Schwerin und von Mecklenhurg-Strelitz. Bor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Stöcker (Komm.), der Reichstag möge sich sofort mit der Reuwahl des Reichspräsidenten beschäftigen. Als der Redner erklärt, der verstorbene Präsident Ebert habe seine Macht ausschließlich für die Bourgeoisie ausgenuht, verlassen viele soz'aldemokrarische Abgeordnete den Saal. Reichskanzler Dr. Luther habe auf dem Wege des kleinen Staatsstreichs eigenmächtig das Amt des stellvertretenden Reichspräsidenten an sich gerissen. Der Reichstag dürfe das nicht dulden. Die kommunistische Fraktion verlange die sofortige Beratung eines Gesehent- wurfes, wonach der Reichstag einen stellver» t retenden Reichspräsidenten wählt. Präsident Lobe teilt mit, dah der Aeltcsten- rat sich morgen mit den Fragen beschäftigen werde, die mit der Stellvertretung und der Reuwahl des Reichsprä i". e-.len zu^a nmenhängen. Abg. Fehrenbach (3) befreitet, daß der Reichskanzler mit der Uebernahme d.r Stel.v.r- trStung die Verfassung verletzt habe. Zu den mit der Präsidentenstellvertretung zusammenhängenden Fr?gen mühten die Fraktionen noch Stellung nehmen. Der Redner erhebt Cillp uch gegen die sofortige Beratung des kommunistischen Antrages. Damtt ist dieser Antrag für die heutige Sitzung gefallen. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Zusatzesteigecung von Renten aus der Inbal'denberslHerung. Die Dorlage wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Präsident Lobe erklärt zu der auf Grund von Mitteilungen im Reichsrat erschienenen Pressemitteilungen, er habe nicht d.e Absicht, den Reichstag während der Vorbereitungen zur Präsidentenwahl a u f längere Zeit zu vertagen. Hieraus wird die zweite Lesung des Etats des Reichsverkehrsministeriums fortgesetzt. Abg. Groß (3.) wendet sich gegen die Absicht, das Speditionswesen zu monopolisieren. Beim Kapitel der Wasserstraße verlangt Abg. Dr. Most lD. Dpt.) eine einheitliche, klare und zielbewußte Wasserstrahenpolitik in den Händen des Reiches. Es sei ein unhaltbarer Zu st and, daß jetzt das Reich die Derantwortung für die Derwaltung der Wasserstraßen hätte, die Durchführung der Maßnahmen aber in den Händen der Beamten dec Länder liege. Die Rheinschiffahrt erhoffe doch besonders dringend eine klare Wasserstraßenpolitik des Reiches zur Abwehr gewisser französischer Kanalpläne. ReichSverkehrsminister Dr. Kröhne weist darauf hin. daß eine Differenz zwischen der R iKswnfserstratzenverwaltung und den Ländern übez den Umfang der Organisationsbefugnisse die ^Durchführung der Derwaltung von vornherein gehindert habe. Die Reichsregierung habe daher zur 'Schaffung einer klaren Rechtsgrundlage vor kurzem den Staatsgerichtshof angerufen. Die allseitig anerkannte Rotwendigkeit, sämtliche Verkehrsmittel nach Abtrennung der Reichsbahn einheitlich straff zusammen- zufassen, sei nur zu erreichen, wenn Verwaltung, Bau und Betrieb in eine kurze, klare Ordnung gebracht würden. Abg. Dietrich-Baden «Dem.) äußert im Interesse der Länder verschiedene Bedenken gegen eine st raffe Zentralisierung Der Reichswasserstraßenverwaltung. Es müsse nötig fein, eine Verständigung zwischen Reich und Ländern herbeizuführen. Das Reich müsse mit größter Wachsamkeit die Ententepläne über bi? deutschen Wasserstraßen verfolgen, damit in dieser Frage die wenigen durch den Versailler Vertrag Deutschland belassenen Rechte nicht noch weiter geschmälert werden. Der Ctattitel wird genehmigt. 3n der Einzelberatung bespricht Abg. Höl- lein (Kom.) den Streik der Eisenbahner in Sachsen. Dieser Streik sei ein Aufbäumen der Eisenbahner gegen die Zustände, die sich nach der Auslieferung der deutschen Reichsbahn an das internationale Kapital entwickelt hätten. Abg. Schumann (Soz.) erklärt, die Sozialdemokraten hatten im vorigen Jahre der Unv> Wandlung der Reichsbahn nur zugestimmt, nachdem die bindende Zusage gegeben worden war, das die Rechte de r Eisenbahner nicht geschmälert ^würden. Die Kommunisten dagegen hätten sich bemüht, die Organisation der Eisenbahner zu zerschlagen. Dec Aeichsverkehrs- minister sollte sich um eine Verständigung bemühen, damit der Streik nicht eine weitere Ausdehnung annimmt, und die deutsche Wirtschaft gefährdet. Abg. Tremmel (Z.) schließt sich diesem Wunsche an. Die Eisenbahner der unteren Be- soldungs- und Lohngruppen bedürften dringend einer Aufbesserung ihrer Bezüge, besonders im besetzten Gebiet. < Abg. von Richthosen (Dem.) erklärt zur Tagesordnung, der Reichsjustizminister habe sein Versprechen m einer früheren Sitzung, binnen drei Wochen den Entwurf eines neuen Aufwertungsgesehes den gesetzgebenden Körperschaften vorzulegen, nicht gehalten. Die demokratische Fraktion beantrage daher die Vorlage eines solchen Entwurfes. Abg Keil 'S) unterstützt den demokratischen Antrag und ergänzt ihn durch die Hinzufügung eines sozialdemokratischen Antrages, der genau dem im vorigen Fahr von den Deutsch' nationalen gestellten Antrag entspricht. Danach soll die Dritte Steuernvtverordnung am 31. März dieses Jahres aufgehoben und ein neues Aufwertungsgesetz erlassen werden. Der Redner kündigt an, daß seine Freunde nötigenfalls den von den deutschnationalen Abgeordneten ausgearbeiteten Geseh- entwurs als eigenen Antrag einbrin- g e n würden, wenn die Deutschnationalen dazu nicht bereit seien. _ , „„ Abg. Dr. Wunderlich (S.Dpt.) erklärt sich durchaus damit einverstanden, daß die Auf- Wertungsfrage morgen besprochen wird. Abg. Schulz-Dromberg (D-ttl.) betont die Rotwendigkeit, morgen zunächst den Der- kehrsetat zu erledigen. Dann könne die Aufwertungsfrage gründlich erörtert werden. Mit den Stimmen der Rechten und des Zentrums wird beschlossen, den Verkehrsetat an die erste Stelle der morgigen Tagesordnung zu sehen. Als zweiter Punkt sollen ohne Debatte Amnestieanträge dem Ausschuß überwiesen werden. Unter großer Heiterkeit beschließt das Haus dann einstimmig, die Aufwertungsan- träge der Demokraten und Sozialdemokraten als dritten Punkt der Tagesordnung zu behandeln. Preußischer Landtag. Das Dortmunder (Grubenunglück. Berlin, 7. März. Bei der Fortsetzung der Beratung der Anträge und Interpellationen z:m Dortmunder Grubenunglück schildert Oberberg- hauptmann Schanz die Matz.rah len, mit denen die Bergbehörde bis jetzt der Entstehung von Grubenexpl finnen Vorbeugen wollte. In erster Linie ist Wert darauf gelegt worden, die Bergleute durch Lehrfilme und auf andere Weise aufzullaren über die Gefahren, die besonders beim Schießverfahren vorliegen. Die D:- hörde wird hierauf eine Einschränkung der Verwendung von Schwarzpulver und anderen Explosivsto'fen im Betrieb anordnen. Die Gefahren der Kohlenstaubexplosion werden am besten durch die Verwendung des Gesteinsstaubverfahrens beseitigt. Wir werden es in größerem Umfange als bisher einführen. Die Derg- verwaltung lasse sich in der Sorge um das Wohl der Bergleute von niemand übertreffen. Den in den Anträgen geäußerten Wünschen werde die Verwaltung im Rahmen des Möglichen ent- gegenkrmmen. Ministerialrat Hatzfeld vrm Handelsmrm- sterium verbreitet sich dann über die EnNchun-s- geschichte des Unglü is nach dem bisherigen ^Ergebnis der Untersuchung. Die Wettersüh- r u n g sei in Ordnung gewesen. Man habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die genaue Ursache der Explosion wäre nicht mit Sicherheit festzustellen. Die Vermutungen hierüber wären sehr zahlreich. Das Steinst uoversahren ist des- b'.fb bisher noch nicht allgemein zur Durchführung gebracht worden, weil auch die Vergär b e i t e r s ch a f t ihm w i d e r st r e bt fj be, das habe sich aber jetzt geändert. Die M 'glichk.it der Schaffung von Rettungskammern oser Fluchtwegen wird zu prüfen fein. Die früher mit den ersteren gemachten Erfahrungen sind freilich nicht besonders ermunternd. Abg. Otter-Bochum (Soz.): Auch die elektrische Grubenlampe bietet keine absolute Garantie gegen Schlagwetter. Die Strecken müssen durchweg verbessert werden. Auf der Zeche „Minister Stein" haben unglaubliche Mißstände konstatiert werden müssen, namentlich hinsichtlich der Wetterversorgung, in striktem Gegensatz zu den bergpolizeilichen Vorschriften, und das anscheinend mit Genehmigung des Bergamtes, welches in diesem Falle an der Katastrophe mitschuldig wäre. Aus dieser Zeche sei die Kohlenstaubgefahr unglaublich leichtfertig behandelt worden. Das Prämiensh st em habe hier wahre Orgien gefeiert. Die Verwaltung der Zeche habe tatsächlich die Betriebsräte am Einfahren zur Kontrolle verhindert und das aus Sparsamkeits- gründm. Abg. Martin (Dntl.) spricht die Erwartung aus, daß die Zechenverwaltungen, der Staat und die Gemeinden für die Hinterbliebenen sorgen werten. Die Sternstaubmühlen seien zu spät an- geliefert worden, weil das Ruhrgebiet von den Franzosen abgeschnitten war. Der Redner empfiehlt Maßnahmen zur Belehrung, um tunlichst Katastrophen vorzubeugen. Abg. Krämer (D. Dpt.): Meine Freunde treten dafür ein. die vorliegenden Anträge auf ihre praktische Brauchbarkeit zu prüfen. Gegen die Behauptung, daß die Gefahr im Bergbau im Steigen fei, spricht die Statist.k. Die Grubenkontrolleure nehmen ja ab, weil sie feine entsprechende Vorbildung haben. Ebenso sind wir gegen ein Vorschlagsrecht der Ge- wr/sch:.ften bei Einstellung von Bergrevier- inspektoren. Die Hauptträger des Gruben- sicherheitsdienstes werden auch in Zukunft die Grilbensicherheitskommrssivnen, die Betriebsräte und die Bergbehörde fein. Wenn behauptet worden ist, daß die Zeche „Minister Stein" eine besonders gefährliche Zeche sei, so sprechen die tatsächlichen Ergebnisse der Untersuchung dagegen. Die Untersuchung hat bisher ergeben, dah weder Arbeiter, Beamte noch die Verwaltung eine Schuld tragen. Die Ursache ist in einem Knappschuß zu suchen. Die Gefahr dieser Schüsse ist erst jetzt erkannt worden. Schon ist es gelungen, diese Gefahr durch die Herstellung nun unuerorennoaren Umhüllungen des Sprengstoffs und durch Umkonstruktion des Zünders zu begegnen. Präsident Bartels schlägt vor, die nächste Sitzung am Dienstag, 10. März, nachmittags 2 Uhr, abzuhalten mit der Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsidenten. Jur Regierungsbildung in Preußen. Berlin. 6. März. (TU.) Ministerpräsident Mars hatte Besprechungen mit der Deutschen Vollspartei über die Regierungsbildung. Die Frage, ob die Partei die sogenannte kleine Koalition des Zentrums und der Demokraten tolerieren würde, wurde verneint. Auch auf die weitere Frage, ob die Deutsche Volkspartci mit dem jetzigen Kabinett einverstanden sei, wenn Minister S e v e r i n g aus gesundheitlichen Gründen ausscheide, und durch einen anderen Sozialdemokraten er» setzt würde, erfolgte eine verneinende Antwort. „Zeit" und „Lokalanzeiger" sprechen von der Möglichkeit der Bildung eines überparteilichen Beamtenmini st eriu ms, in welchem auch der sozialdemokratischen Richtung Rechnung getragen werden soll, etwa durch Aufnahme des früheren Finanzministers Dr. S ü d e i u m in das Kabinett. Eine solche Lösung dürste auch bei den Deutschnationalen, der Deutschen Volks- Partei und der Wirtschaftlichen Vereinigung keinen Widerstand finden. Der Tschekaprozetz. Leipzig, 6. März. (WTD.) 3m Tscheka- Prozeß wurde nach dreitägiger Unterbrechung die Verhandlung wieder aufgenommen. Diener bekundet, er sei Anfang Dezember 1923, nachdem er sich bis dahin von jeder Parteiarbeit ferngehalten hatte, von dem Genossen Luer für die Kurie rtätigkeit angeworben worden. Er habe jedoch nur zwei Briefe befördert, da die Genossen in der Kurierstells mißtrauisch gegen ihn wurden. Anfang Januar sei er in den Rachrichtendienst eingetreten. Seine Aufgabe fei die Sammlung von politischen und wirtschaftlichen Rachri ch t e n gewesen. Außerdem habe er wegen der damals in der KPD. herrschenden Korruption, die zu großen Unterschlagungen geführt hätte, eine Kontrolle über verdächtige Genossen ausüben sollen. Dabei habe er aus Briesen Kenntnis von der Taktik und der militärischen Organisation der Partei erhalten. Die Erwerbslosen sollten zu blutigen Demonstrationen mißbraucht werden. Um für die Zukunft derartige Vorgänge zu verhindern, habe er am 17. oder 18. Januar der politischen Polizei telephonisch Mitteilung davon gemacht. (Bewegung.) Er fei sich bewußt gewesen, dah er von diesem Augenblick an ein Spitzel der Polizei war. Er habe aber nie etwas von der Polizei erhalten. Davon, dah Wetzel und Schlosser erledigt werden sollten, will Diener nichts wissen. Reumann habe davon gesprochen, daß Wetzel ein Spitzel sein sollte. Wetzel sei aber kein Spitzel gewesen, sondern nur ein Verräter geworden (Heiterkeit), weil ihn die Partei schlecht behandelte. Jedenfalls habe er unter allen Umständen verhindern wollen, dah Reumann den Aufenthalt Wetzels erfuhr. Aus diesem Grunde habe er der Polizei den belastenden Bries, der eine Antwort auf ein Telegramm Reumanns nach Frankfurt wegen Wetzel war, in die Hände gespielt. Als er dann selbst als Spitzel verdächtigt wurde, habe er den Plan gefaßt, alle Wsichten der Gruppe Reumann zu durchkreuzen. Auf Vorhalt des Vorsitzenden, daß er doch keine Schritte dazu unternommen habe, erwidert der Angeklagte, daß er seiner eigenen Sicherheit wegen die Leute der Polizei nicht habe ans Messer liefern wollen. Sein Plan sei gewesen, den Angeklagten König bei der (Aruppe zu belassen, um tiefer in ihre Arbeit ein- zudringen. Die Enteignung deutschen Besitzes in Polen. Rach den Berichten polnischer Zeitungen sind bisher 93 OOO Anmeldungen zur Enteignung deutschen Besitzes in Polen erfolgt. Von den Objekten sind bereits 9000 enteignet worden, darunter besonders große Besitzungen und landwirtschaftliche Ansiedelungen, städtische Häuser und Grundstücke, industrielle Anlagen und Verkehrsunternehmungen. Von dem großen ländlichen Besitz sind bisher 80 Betriebe im Umfange von 66 000 Hektar, von dem Heineren ländlichen Besitz 1800 Änsiedlungen mit 28 000 Hektar enteignet worden. Ferner wurden 779 städtische Grundstücke und 170 industrielle Unternehmungen liquidiert. 3eht unterliegt der Enteignung noch eine Fläche von 150000 Hektar. Einen größeren Raub am Gute anderer hat noch kein Volk durchgeführt. Wird die Welt, die dieser Schmach ruhig zusieht, es dem deutschen Volk übel nehmen, wenn es Immer und immer wieder sagen wird: Wir werden es nicht Der» gessen?? __ Macdonald gegen einen ©arantiepafct. London, 7. März. (£. U.) „Daily He- ralb“ bringt einen Artikel Macdonalds, in dem er sich gegen jet>en Garantiepakt mit Frankreich ausspricht. Die Arbeiter würden sich mit allen Kräften einem Garantiepakt widersetzen, denn dieser würde nur zum Kriege führen. Wird der Garantiepakt unterzeichnet, so bleibe nichts anderes übrig, als die Rüstung i n verstärktem Maße zu betreiben. Kleine politische Nachrichten. Das Reichsarbeitsministerium, das mit den Vorarbeiten für eine gesetzliche Reurege- I u n g der Arbeitszeit beschäftigt ist, beabsichtige die mahgebenden Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der wichtigsten Industriezweige schon zu der Vorbereitung der Entwürfe für die künftige Arbeitszeitregelung heranzuziehen. Zunächst werde ein paritätischer Ausschuß aus je sechs Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch im März über die Arbeitszeitregelung in der Groh-Eisen-Industrie beraten. « Der Rechtsausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit der Aenderung des Gesetzes über die Erstattung von Rechtsanwaltsgebühren in Armensachen. Der Ausschuß beschloß, dah an die Stelle der vollen Gebühr bei einem Wert des strittigen Objektes von 200 bis 500 Mark 12 Mark, von mehr als 500 bis 1000 Mark 20 Mark, von mehr als 1000 Mark 30 Mark treten. Das Gesetz soll am 1. April in Kraft treten. In Thüringen hat der Minister des Innern die drei kommunistischen Zeitungen Thüringens: die „Reue Zeitung", Jena, die „Ostthüringische Zeitung" in Altenburg und das „Thüringer Volksblatt" in Göthe auf die Dauer von zwei Wochen verboten, weil die Blätter den Aufruf der Zentrale der K. P. D., in dem der verstorbene Reichspräsident beschimpft wird, abgedruckt haben. Auch die Berliner „Rote Fahne" ist von Minister Severing verboten. • Lord Curzon hat einen schweren Blut- stürz erlitten. Sein Zustand ist zwar nicht beunruhigend, doch wird möglicherweise eine Operation erforderlich fein. Die sozialistische Partei brachte in der holländischen Zweiten Kammer eine Gesetzes- Vorlage zur Abrüstung ein, die der dänischen Abrüstungsvorlage nabgebilöet ist. Es wird die Verminderung der Rekruten von 19 500 auf 3000 1 Mann für das Heer und auf 1000 Mann für die Marine verlangt. Die Militärdienstzeit soll auf vier Monate herabgesetzt werden. Sie fordert die Demobilisierung aller diensttuenden Leute im Alter von 30 Jahren und darüber. In Sofia wurde der kommunistische Abg. Haralambi Stojanoff ermordet. Der Mörder, dessen Persönlichkeit noch nicht feftaefteHt werden konnte, ist verhaftet worden. Der französische Präsident des Appellationsgerichtshofs für Ausländer ist in seinem Hause in Aleppo furchtbar verstümmelt ermordet ausgesunden worden. Die Ermordung scheint nicht auf politische Motive zurückzuführen zu fein. * t In San Antonio sind zwei Militärflugzeuge in der Höhe von 4000 Fuß zu- sammengestohen. Die Apparate, die fyst zusammenhingen, stürzten brennend zur Erde. Aber beide Piloten konnten mit Fallschirmen ab= springen und sind, ohne Schaden auf dem Erdboden angekommen. Studentische Wirtschaftslagen. München, 6. März. (WTD.) In einer Versammlung der Darlehnsbasse der Deutschen Studentenschaft teilte Geheim rat Erich. Direktor der Dresdner Dank, mit, daß das Vermögen der Darlehenskasse 1,3 Millionen betrage. Das Reich stellte im Etat rür 1925/26 1 350 000 Mark zur Verfügung: die Länder werden außerdem etwa 500 000 Mark beitragen. Der Bedarf der Darlehenskasse für ein Jahr betrage 2160000 Mark. Den zweiten DerhandlungStag der Studentt-- schen Wirtschaftsvereinigung eröffnete Dr. Scheurer mit einem Referat über die Weiterführung der Ausgaben und Ziele der studentischen WirtfchaftSarbeit. Redner befürwortet« die Einrichtung und den weiteren Ausbau von Der- trauensausschüssen an den Hochschulen. Hoffmann- Tübingen wies auf die Bedeutung der Sinzelfürsorge nach dem Zurücktreten der Derk- ftubentenarbeit hin. Am Abend sprach Dr. D u b owh (München) im Auditorium der Maximilian-Universität über die Wirtschaftsla ge der Studentenschaft. Rach Stabilisierung der Mark und Einführung der neuen Hochschulgebühren sei die Zahl der Studierenden in Deutschland von 120 000 auf 93 000 gefallen. Der sozialen Herkunft nach seien 27.4 v. H Söhne von hohen Beamten und freien akademischen Berufen, 19,5 v. H. Söhne von Industriellen, Großgrundbesitzern, Grohlausleuten sowie Privatbeamten in leitenden Stellungen, 27,6 v. H. Söhne von mittleren Staatsbeamten sowie oberen und mittleren Privatbeamten, 21,5 v. H. Söhne von unteren Beamten, kleineren Kaufleuten und Handwerkern und nur 7 v. H. Söhne von kleinen Bauern und Arbeitern. 9,9 v. H. der Studenten mußten im letzten Jahre ihr Studium aus wirtschaftlichen Gründen unterbrechen. Don den Studierenden, die nicht bei ihren Eltern wohnen und auch keinerlei Unterstützung durch Pakete, Freitische, Stipendien usw. erhielten, hatten 9,8 v. H. einen Monaiswechsel bis zu 60 Mk., während 26,8 v. H. noch nicht einmal über das Existenzminimum verfügten. Aus aller Welt. Ein intimes Theater in Frankfurt. Frankfurt a. M, 6. März. (WTB.) Der langgehegte Wunsch des Publikums nach stärkerer Pflege des sogenannten Gesellschaftsstücks und die damit gegebene Möglichkeit, dem umfangreichen Künstlerpersonal des Schauspielhauses ein größeres Feld der Betätigung zu geben, haben zur Schaffung einer Reinen, intimen Bühne geführt, die heute abend in festlicher Weise vor einem geladenen Publikum der Oef- sentlichkeit übergeben wurde. Es ist zwar nicht gelungen, ein eigenes Gebäude für diesen Zweck zu beschaffen ;aber aus dem Umbau der Loge Carl am Mozartplah ist ein wirklich intimer Theaterraum entstanden, in dem die Ziele der städttschen Theaterverwaltung wohl ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden können. Ansprachen des DerwaltungsdirektorsMüller-Wieland, den auch noch weitere Pläne für einen Ausbau der. städttschen Bühnen beschäftigen und des Intendanten Weichert in launischem Plauderton leiteten über zu der Aufführung des Shakespeareschen Frühwerks „ßie- beslust und -Lei d", das in der geschickten Inszenierung von Fritz Peter Buch und beizenden Bühnenbildern von Ludwig Sievert einen Abend voll köstlicher Laune bot, zu dellen Gelingen die Damen Brod, Daub unb Ove» h o f und die Herren O d e m ar, Toni Impekoven und Engels in erster Linie beitrugen. Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Hans Avril. Sin neuer Flugrekvrd. Der deutsche Aero-Lloyd teilt mit: Das neueste Dornier-Ganzmetallflugzeug des Deutschen Aero-Lloyd durchflog die 620 Km. lange Strecke Friedrichshafen-Zeppelin- toetft bis Berlin ohne Zwischenlandung in der Rekordzeit von 31/* Stunden. Dieser Maschinentyp wird mit Beginn der Flugsaison einer der Hauptträger des transkontinentalen Luftverkehrs im Dienste des Aero-Lloyd-Kon- zerns werden. Er weist neben einer luxuriös ausgestatteten Kabrne, wie dieser Flug zeigt, hervorragende ärodynamische Eigenschaften auf. Die letzten Opfer von Dortmund. Erst gestern, Freitagvormittag, konnte das letzte Opfer der Grubenkatastrvphe auf der Zeche „Minister Stein" geborgen werden. Die feierliche Beerdigung fand nachmittags auf dem Rordfriedhof statt. Dergmonustod. Aus Hannover wird gemeldet: Im Steinkohlenbergwerk D wsingh eusen wurden heute mittag durch Herabstürzen eines Kippwagens drei Bergarbeiter schwer verletzt, von denen kurz darauf einer gestorben ist. Verschärfung im Berliner Mllchstreik. Der Konflikt, der aus einer ganz geringfügigen Urfache in der Meieret D->lle entstanden ist, wirkt sich von Tag zu Tag für die Bevölkerung Groß-Berlins unangenehmer aus. Die Milchbelieferung großer ■ Teile der Berliner Bevölkerung ist ins Stocken geraten und bei einer Fortdauer des Streites, der allem Anschein nach aus „prinzipiellen Gründen' geführt wird, müssen sich erhebliche Gefahren für die Gesundheit zahlreicher Kinder und Kranker er- APOTH.RICH. BfUHDTS SCHACHTEL MM SO « “^oen '7"" s?.'® “fcKs. K.‘Ä 15-««V r?W -•*3 3ftsfrögen ^6 ] 350000 Jwvften auhn. ^.Der Bedarf ^^82160000 Ötubenti» {«'M» HubeniUdjet SS*bu Ti"- Ku vm 2n, schulen. Sjoh. ! ^beutimg fe trtlen der Derk- b°dh Münch«,) •Uniixrlliäf über Studentenschaft, und Sinlühruna rt bit Zahl btt oon 120 000 au) irhin)t nach \(\n imten und Iteiro i- Sohne von 3n« i. Tivhlaulleuien ttibtn Stillungen, en ölaaiibtamitn itiüalbeamttn, 21,5 öeainlen, Reineren und nur 7 mb Arbeitern. SL n letzten Jahre ihr Gründen unter- )en, die nicht bei ch Einerlei Unter- re, Stipendien usw. nen WonaiSivechlel ,8 V.H. noch nicht mum verfügten. zrekrb. .Lloyd teilt MM?“ Lptfln’ Ä Mi ®JJ{ Fiugiailon fess? äS? ÖigeiW“" 1 d°- mU% „Ä l»r Ü’i*** Dell. n ^ranttutt« totb (TSO.) Der blitumi nach stör- n DesellschaslssiülkS sglichkeit. dem um= «s Schauspielhauses gung zu geben, ha- , deinen, intimen abend in festlicher Publikum der Oes- Ss ist zwar nicht le für diesen Ztoea m Umbau der platz ist ein Virk- landen, in dem m Verwaltung wtzi esührt werden kön- agsdirektorsMu^ ,od) weitere Pläne M Murn beten DtichrrNn nüberru^M i FrühwerkS ^ie- & in der gelch"^" let Duch und W Ludwig 6ltDftt raune bot. W । Jaub ünd Loer- .ar Toni 3mP< 'Linie beitrug« ft tal »*■ tob. Stein' geineld^ mit’ i ®“T > i ei»« ftife ^'^'Anindcn § die St»«’5 geben. — Die Meierei Dolle hat bemerkenswerter Weise nun auch die Pferdepfleger entfalten, die sich zur freiwilligen Durchführung der Notstandsarbeiten zur "Verfügung gestellt hatten und ebenso ist den Angestellten in den Verkaufsstellen eine bedingte Kündigung zuge- Fangen. Diese Maßnahmen lassen also aus eine a n g e Dauer des Streikes fchließen. Verhaftete Kvka.nschieber. Die deutsche Polizei hat in einer Wirtschaft In Mainz zwei französische Kaufleute wegen Kokainschiebung verhaftet. Die Berden wurden feit längerer Zeit von der Polizei beobachtet und sind gestern im Besitz je eine« Pakets, enthaltetrd 15 Kilogramm Kokain, betroffen worden. Revolution in einem Mädchenpensionat. 3n der Besserungsanstalt zum „®uten Sitten“ in Portici bei Neapel lehnten sich nach der .Tribüne" 300 Internierte Mädchen gegen die Schwestern aus Sie find alsdann, da sie daS Haustor nicht öffnen konnten, auf die Dachterrasse geeilt, von wo aus sie unter lautem Geschrei daS zahlreich herbeigeeilte Publi- kum und die Polizei mit Dachziegeln beworsen. Es dauerte längere Zeit, bevor die Polizei sich der aufgeregten Mädchen bemächtigen konnten. Die sechs Rädelsführerinnen, die sämtlich auS Nom stammen, wurden verhaftet. Sine Eisenbahn Venedig—München? 3n Venedig wurde unter starker Beteiligung der Provinzial- und Gemeindebehörden sowie verschiedener Handelskammern ein A u S- fchuh f ü r den Dau der Eisenbahnlinie De- nedia-München gegründet. Er hat die Aufgabe, verschiedene bereits ausgearbeitete Pläne genau zu studieren und dann einen endgültigen Vorschlag auSzuarbeiien. Fabrikbrand in Koburg. 3n Koburg ist die Farben - und Farb- kastenfabrik Koch u. Schmidt niedergebrannt. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Aus Stadt und Land. Sieben, den 7. März 1925. Deutsche Passion. kSonntagSgedanken.) Wenn daS deutsche Volk einmal zur Ruhe 5ekommen ist und über sich und seine letzte tergangenbclt besser nachdenken kann, dann wird eS noch klarer als heute erkennen, daß sein Weg ein Leidensweg gewesen ist, wie ihn selten Völker durchgemacht haben. Der Einzelne merkt wenig davon: er fühlt wohl die allgemeine Not in der Wirkung auf fich, aber es kommt ihm vielfach nicht recht zum Bewuhtsein, was das für die Volksgemeinschaft bedeutet. Man hat gesagt, bah das Leiden die Herzen stärke und die Seelen verjünge aus einer Straft heraus, die man im Glück nicht hat. Es liegt eine tiefe Wahrheit in dieser Erfahrung. Leiden macht äußerlich arm, treibt aber Gemüt und Wilken in die Tiefe hinab, es ist, als ob wir die edlen Adern in unS verborgen hielten und der Meißel nach ihnen in die Tiefe vorwärts bringen mühte. Was an der Oberfläche ist, hat meistens mit unserem Wesen wenig zu tun — erst wenn das Aeherliche überwunden ist, kommen wir selbst zum Vorschein. Wird sich nun daS wahre Gesicht deS derMschen Voltes nach dieser Leidenszeit zeigen? Werden wir geläutert aus der Prüfung her- vvrgehen und als solche, die die Probe bestanden haben? Es läf)t sich ja so schwer sagen, wie unser Leiden auSgehen wird und ob wir die Kraft haben, es bis ans Ende zu ertragen und damit alte Krankheitsstoffe zu Derbrängen unb bl eKrise zu überwinden: bah wir wieder Genesende sind, deren Körper unb Seele sich neu aufbaut. Wer fein Volk liebt, wirb dem Augenblick entgegenbangen, wo es heißt: Jetzt ersteht Deutschland neu, hebt sich aus den Schlacken empor, frischer Saft treibt in der alten Wurzel, deren Krone im Sturm der Geschichte nieder- brach. Vielleicht ist uns dann auch ein großer Dichter gegeben, der uns entflammt unb zu bem Bewußtsein erhebt, baß bieler Leidensweg nötig war, damit wir nun wieder rüstig vorwärts schreiten können zu dem Platz, der uns an der Sonne gebührt. Es ist jetzt Passionszeit. Der Weltheiland geht auf ein Kreuz zu, das ferne düster auf- ragt, mitten in den Sonnenschein seiner Taten hinein, mitten durch daS Hosianna einer jubeln» ben Menge. Sein Leben wird erst dadurch tief unb weit, daß er es lebt in Erkenntnis deS furchtbaren Endes, auf das er mit klaren Augen aufdjreUei unb bas er erstrebt, weil er es als feine größte Tat braucht: Pasfion. Ungezählte Augenpaarc blicken jetzt wieder auf dieses GotteSleiden unb vergessen darüber die eigene Qual ihrer kleinen Seele und werden froh dabei, daß jenes Leiden in ihr Leben hinein- relcht. Avcr nicht zu leiden versteht, weiß nicht zu leben: lerne leiden, ohne zu klagen! Wann geht ein Postpaket in den Besitz des (Empfängers über? Dicfe Frage ist für viele Fälle gar nicht fo überflüssig. Viele Geschäftsleute ufw lassen ihre Postsachen, darunter auch Postpakete, von der Post abholen. Bei Paketen aus dem A-.iSlande wird auch Priva'perfonen nur die Paketadresse inS Haus gebracht, und der Adressat muß die Sendung beim Zoll- oder Steueramt erledigen und von dort abholen. Die rechtliche Frage ist nun: Hat man bereits einen Anspruch auf daS Paket, wenn man nur erst resp. schon die zugehörige Paketadresse in Händen hat. ober kann bei Absender auS irgendwelchen Gründen bis zur tatsächlichen Aushändigung die Sendung zu- rüdteei langen, also die Auslieferung, evtl, telegraphisch. sperren lassen? Der 7. Senat deS Reichsgerichts hat letztere Frage bejaht. Bis zu dem Zeitpunkte der förmlichen ileberqabz ist die Post rcsp. die Zollb.'hö.de b-m Ab e der haftbar, sie hat bie Sendung nicht von dem Empfänger in Auftrag erhalten, sondern vom Absender, unb deshalb auch für diesen In Verwahrung. Folglich Tann dieser bis zur letzten Selande die Sendung zurückoerlangen resp. die Aushändigung verbieten, gleichviel, ob der Adressat die Paketadresse schon besitzt ober nicht. Was ist ein Briefnmsckttaq? Diese Frage bürste wohl die wenigsten Leute in Verlegenheit bringen. Dennoch ist sie im juristischen Sinne gar nicht so leicht zu beantworten. Sie wurde sogar einmal dem Reichsgericht vor- gelegt! Dieses höchste Gericht hat denn auch eine genaue Antwort gegeben. Danach ist ein Briefumschlag ein „Behältnis", und zwar im Sinne des § 243, 2 des Strafgesetzbuches. An- lah zu dieser Entscheidung gab folgende Sache: Ein Handlungsgehilfe hatte einen G t>brief, der auf einem Pulte lag, sorgfäl.ig geöffnet, einige Scheine herausgenommen unb bann wieder gut verschlossen. Was war das nun für eine Straftat? 3m fraglichen Fall lag ein schwerer Diebstahl vor, denn bet Sünder hatte, um zu dem Gelbe zu gelangen, erst ein „D'hältnis". eben den Briefumschlag, „erbrochen". Demgemäß wurden ihm 7 Monate Gefängnis wegen ..schweren Diebstahls" zudiktiert! Hätte der junge Mann den ganzen Brief nebst 3nhalt an sich genommen, so hätte er nur wegen einfachen Diebstahls bestraft werden können. Man glaubt gar nicht, was für präzise Unterschiebe die 3uristen manchmal machen! (^tcfiener Wa^ortmarktvretse am 7. März 1925 tHändlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 220 Pf., Mitte 35, Käse 70, Wirsing 20—25, Weißkr ut 15. Rotkraut 20. g .Cbe Rüben 10—12, rote R ben 10—15, Spinat 45, Unier-Äoblrabi 6—ö, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 55—60. Feldsalat 100, Tomaten 150. Zwiebeln 20—25, Meerrettich 40—100, Schwarzwurzeln 60—70, Kartoffeln 5. Aepsel 10 bis 20, Dörrobst 40, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 130, Endivien 10D, Eier Stuck 12, Blumen!, hl 120-150, Salat 30—50, Lauch 10—15, Sellerie 10—50. Bornotizen, — Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 7l/t ilfcr: Tanzabend Erna Schumann — Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde, 8*/3 ilfjr, großer Hörsaal der Universität: Vortrag. — Artillerieverein, 8 Ahr, Vereinslokal: Monatsversammlung. — Elsaß-Lothringer, 81/* Ahr, Hotel Köhler: Monatsversammlung. — Lichtbildervortrag in der Arbeitsgemeinschaft bet Militär- und Regimentsvereine Gießen, veranstalte? vom R. 3. R. 222, 8 Ahr. im Saalbau Sauer. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das blonde Hannele". Astoria-Lichtspiele: „Die Jagd um die Welt in 18 Tagen". — Palast-Lichtspiele: „Ein Spiel ums Leben . — Tag eSkalender für Sonntag. Stadttheater: 3« _> Ahr .Kater Lampe" T'/.Ahr „cJJnfion Schöllet". — Goethe-Bund 8 Aht Kaufmännisches Dereinshaus Grillparzer-Abend. — Vereinigung für Feuerbestattung 4 Ahr nachm. .Rebstock" Generalversammlung. — Rottweiler 3 Ahr nachm. bei Müllet. Bahnhofstraße Generalversammlung. — Wartburg-Verein 8 Ahr Markussaal Lichtbildervortrag — Verein Ami- cltia 8 Ahr 37. Stiftungsfest Turnhalle am OS- Waldsgarten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Weib gegen Weib", dazu die Trauerfeier für den Reichspräsidenten m Berlin. — Astoria-Licht- fpiele: „Die 3agb um die Welt in 18 Tagen". — Palast-Lichtspiele: „Ein Spiel umS Leben". — AuS dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am morgigen Sonntag wird nachmittags 3*/2 Ahr Emil Rosenows köstliche Komödie „Kater Lampe", das Gegenstück zu Hauptmanns „Biberpelz", gegeben, abends 7i> Ahr der unverwüstliche Schwank „Pe nsion Schöllet". Da letzteres Stück bereits um 9> 2 Ahr zu Ende ist, können auch die Besucher von auswärts zum größten Teil wieder nach Haufe kommen. — Ganz besonders sei auf bie letzte Ausführung der „Fledermaus, Strauß' bekannter Meistervperette, am Montag. 9. März, Anfang 6J . Ahr, Ende 9'/, Ahr, hingewiefen. Die anerkannt gute Aufführung wird wieder unterstützt durch einige Gäste von bet Franl- furter Oper, darunter Herr von Schenk. Diese Vorstellung gilt als 20. Vorstellung im Donners- tag-Abonnement, da diese am vergangenenen Donnerstag wegen der Landestrauer nicht stattfinden konnte. — Der Goethe-Bund veranstaltet am Sonntagabend einen Grillparzer-Abend, der außer musikalischen Darbietungen eine von SrL Elle Speckhardt geleitete Vorführung deS größten Teils der „Medea" bringen wirb. Gäste sind willkommen. (Siehe Anzeige.) — Der Bauersche Gesangverein veranstaltet am Sonntag. 22. März, nachmittags 41 2 Ahr, in der Aula der Aniversität ein Konzert Der Vortragssolge liegt, so schreibt man uns. als Lei'gedinke „Gott — Heimat — Vaterland" zugrunde. Zur Mitwirkung ist die du'ch ihr Auftreten vor einigen 3aßr?n in bester Er inncrung stehende jugendliche G igerin Frl. Anni D e l v aus Darmstadt gewonnen. Sie hat sich inzwischen noch in ihrer Kunst vervollkommnet, so d->ß man einen hohen fünftlerHcfrn G-nuß erwarten darf. Außerdem wird Mi'glied Curt Richter Lieder für Tenor zu Gehör bringen. (Siehe heutige Anzeige.) B)cttcrvorau4saqe. Bei wenig veränderten Temperaturen meist wolkig, westliche Winde, weitere Regensalle. Die Ausläufer der über dem Baltikum lagernden Tiefdruckstörung sind in breiter Front noch weiter nach Mitteleuropa voraedrungen unb haben in ganz Deutschland Regenfälle verursacht. Das Barometer fällt allenthalben weiter. Auch morgen wird noch vorwiegend feuchte westliche Luft einströmen. Eine wesentliche Aenderung des herrschenden Witterungscharakters ist nicht zu erwarten « * Militärpersonalie. Als Nachfolger des nach Hannover versetzten Majors Lüders wurde Hauptmann Ofsenbächer zum Ches der Maschinengewehr-Kompagnie unseres Bataillons ernannt. •* Stempelabgabe für Automaten u s w. Das Kreisamt Gießen bringt im neuesten Amtsverkündigungsblatt zur öfenilichen Kenntnis, baß bie Erhebung bet Stempelabgabe für Verkaufs- und Wagautomaten, für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen unb nur gegen Entgeld benutzt werden können, für öffentlich ausgestellte Klaviere, Radioapparate oder sonstige Musikwerke, für Luxuswagen und Luxusreitpferde für bie Zeit vom 1 Ap.il 1925 bis 31. März 1926 von jetzt ab bis Ende März an allen Wochentagen vormittags im Kreisamtsgebäude, Zimmer Nr. 9, stattsindet. (innerhalb des gleichen Zeitraums können Abmeldungen von Automaten, Musikwerken, Luxuswagen und Reitpferden (unter Vorlage der Jahreskarte) erfolgen. Wer bis zum 31. März die Abmeldung der steuerpflichtigen Automaten ufw. beim Kreis- omt nicht erwirkt Hal, ist zur Weiterentrichtung der Abgabe bei Meldung der Bestrafung und zwangsweisen Beitreibung verpflichtet. Die für 1924 ausgestellten Karten sind vorzulegen. StädtischeHoizverstetgerung. Bet der gestrigen Brennholzverstei -rerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnitts' Preise gezahlt: Duchenscheiter 17 50 Mk. Eickien- scheiter 12,50 Mk. Duchenknüppel 14 Ml. Eichen - knüppel 8 Mk., Birkenknüppel 13 Mk, Buchen- stocke 7,50 Mk.. Eichenstöcke 6.50 Mk je Rm. Duchenreisig 36 Mk., Eichenreisig 18 Mk. je 100 Wellen. •• Bei der Holzversteigerung im StaatSwald deS F0rstamts Gießen wurden am Donnerstag folgende Durchschnitt erlöse erzielt: Stammholz: Eichen 4. Kl. pr. Fstm. 48,13 Mk.. Buchen 3. Kl. 47,90 Mk, Fichten 5b» Kl. 23,36 Mk.. Derbstangen: Fich:en 1. Kl. 21,80 Mark, Fichten 2. Kl. 27,27 Mk.. Reisstangen 1. Kl. 23.25 Mk., Nutzscheiter: Eichen 13 Mk.. Scheiter: Buchen pr. Rm. 14,53 Mk.. Eichen 9,02 Mk.. Knüppel: Buchen 12.71 Mk.. Eichen 7,03 Mk.. Kiefern 6.74 Mk.. Reisig: Buchen 3.80 Mk.. Eichen 1,92 Mk., Stöcke: Buchen pr. Rm 5,99 Mk.. Eichen 3.68 Mk. •' Vereinigung ehemaliger An gehöriger des Gießener Realgym- nafiums. Man schreibt uns: Morgen. Sonntag, findet hier eine Besprechung statt mit den Zwecke, eine Vereinigung ehemaliger Angehöriger des Gießener Realgymnasiums ins Leben zu rufen Der Wunsch nach einem solchen Zusammenschluß ist oft auSgefvrochen tDOfbcn. Seine Berechtigung, ja Notwendigkeit gerade in der 3etztzeit dürfte allgemein anerkannt werden. 3n der Vorbesprechung sollen Wesen und Ziele des zu grünbenben Vereins klargestellt, sowie die Vorbereitungen für in Kürze zu veranstaltende Gründungsversammlung getroffen werden Der vorbereitende Ausschuß wendet fich an alle ehemaligen Angehörigen des Gießener Realgymnasiums mit Der Bitte, sich einzufinden und die genauen Anschriften ehemaliger Schulkameraden mitzuteilen. Sr. •• D i e Schulferien in Hessen- Nassau im Schuljahr 1 925 26 Angesichts des großen Interesses, daö die weitesten Vrlkskreise für die Sage der Schulferien haben, veröffentlicht der Amtliche P.eußische reffe- dienst den Ferienplan für das Schuljahr 1925 26 für sämtliche preußischen Provinzen. Für die Provinz Hessen-Nassau liegen die Ferien wie folgt: Ostern: vom Sanrstag. dem 4. April bis Dienstag, dem 21. April: Pfingsten: vom Freitag, dem 29. Mai bis Dienstag, dein 9. 3uni. Sommer: vom Freitag, dem 3. 3ult bis Dienstag dem 4. August: Herbst: vom Dienstag, dem 29 September bis Mittwoch, dem 14. Oktober: Weihnachten : vom Mittwoch, dem 23. Dezember bis Donnerstag, dem 6. Januar 1926. Schluß des Schuljahres: 27. März 1926. Kirchliche Nachrichten Evanael'ftbe Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 8. März. Reminiscere. Sladtkirche. 9'/,: Pfr. Mahr. 11. Kinderkirche für die Matthäusgem. Psr. Mahr. 6: Pfr. Becker. Iohanneskirche. 9': Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die LukaSgem. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Pfarrast. Schultheiß. - Mittwoch, den 11. März, abends 6 Ahr: 3. Pastionsand. in Der Johannes- kirche. Pfr. Bechtolsheimer. - Kirchberg. 10. Mainzlar l1 ;. — Watzenborn - Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 10, 8: 2. Pastionsandacht Garbenteich: 1. - Wieseck. 9^.:PfarramtskandiVat Trapp. Gießen. 11: Kinderkirche. 7l/2: Pasfions- andacht, Pfr. Sattler. Katholische Gemeinde«. Gießen. Samstag, 7. März. 4", u. 7 Beichte. Sonntag. 8. März. 2. Fastensonntag. 6'/, Beichte, 7 Weste, Kom. Der Iüngl., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pred., 11 Meste m. Pred.. 51/, Ehristenlehre u. And. Dienstag u. Freitag abend 61'., ist Fastenandacht. — ©rünbetg, 9' . Weste m. Predigt. Lich. 7*/, Meste u. Pred. - Hungen. 9l-, Hochamt u. Pred. Lehmann 2396c Herr Geheimrat Prof. K. B. schreibt über Silfitoff: „Nicht leicht wird sich irgendein Genußmittel oder Gewürz auch nur annähernd mit dem Süßstoff an absoluter Unschädlichkeit messen können." Machen Sie bitte einen Versuch, überall zu haben. ! Mietgesuche Zunges Etzevaar (Akab.i sticht 2-3 Zimmer mit Küche u Mansarde. Lchriftttche Angeb. unter O2OG4 a. d. Gieß. An», erb. Brauns9 » . au verminen luau* fittaoff. Str. 43 v. Tel. 1085. «xD Sie ßefit immer niedfiefi aus, wert P« ftir« eltwa SCteHer aee VJotlt, ‘ßaamwoU«. deidt etc. mit Brauns* Kalifarbe »Cilocol« * ** *od«roffm tTartM6n«n ofnt Xtxfien [efbfi am färbt! On «Qm ‘Vrogtritn, Slpotheken afw. erhält DA. Schön möbliertes Zißiimer an tubinen Herrn au verminen [02091 SelterSwea83ll.r. [Vermietungen |jeiflOn BrDt|()| mÖDL 3lmmet ! Wut möbl. Zimmer mit Verpflegung. Mildes Abführmittel IN ALLEN APOTHEKEN Ein ccfillaffioer veton-polier stenoti)pift(in) » nur wirklich erste Kraft, mindestens und ein Sehen« Werkalitie, auch als Laaer, a. vm. Näh L d. GeschäßSit. d. Gien- An». [0^)50 oiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiD möbL* Zimmer IN flu em raufe, Bahnhof- u. Kltntks- iiähe, a oerm. « Srankf.Ttr.34 III. fliiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiD Murer-Polier zum möglichst fofor'iaen Eintritt gesticht. Schriitttche Änaeboie nut Zeuanisten unb näheren Angaben an 2432u Betonbau, Liebigstrahe. Schuh-Geschäft sucht per fofort oder später tüchtige Verkäuferin und WnuöWe« Offert, unter 2419V an den Gieß. AnZ. 150 Silben, an flott, pünhtl. Arbeiten gewöhnt, kein Anfänger, für unsere ftorre» fponöenjabteilg gesucht. Ausf. Angeb. mit Zeugnisabschriften, Gehaltsforderung und Angabe frühesten (Eintritts an GmerlWsl SSnigM, ©leben Frankfurter Straße 13. „I13 Vaillants Gas-Badeöfen zu beziehen durch alle ^"ss Installations^eschäfte. Hlustr. Katalog Ausgabe 17 U kostenlos. Joh.Vallianto Remscheid. .X Weißbinder und einen perfekten Lackierer per sofort gesucht' Gustav Ehr. Schmidt I Maler- und Weitzbindermeister, Löberstr. 10. Niederlage: Oi to Kchinidt, GieUen, Bahntzotttratre 4 FAHRRÄDER Qvehttits'^9rk« vor. Weltruf Elegante neue Modelle Verkauf durch unfere fahrrad - 'Jfandlär Beschlagnahmefreie 2-gimmer-Wohnung mit Küche sowie Laden in Wetzlar a. Lahn gegen Vergütung eines Teiles der Baukosten sofort abzugeben. Näheres durch: Kraemerj Wetzlar a. L. 02068 Barfüßergaffe 1. Junger Kaufmann in leitender Stellung sucht ab 1. April für längere Zeit 2 gut möblierte WN- H. MWMl in ruhigem, besseren Hause. Schriftliche Angebote unter Nr. 02060 an den Siebener Anzeiger. LeistunnsL Zigarren- n. Tabakfabrik sucht für Oberhessen u. angrenzende Gebiete WWNlM bei hoher Provision, welcher bei den einschlägigen Geschäften gut eingeführt ist. Liefer- und Personen°Auto steht auf Wunsch zur Verfügung. Schriftliche Angebote unter 2404D an den Gießener Anzeiger erbeten. Gesucht von bedeutendem Unternehmen der Holzindustrie im Schwarzwald Platzvertreter für den Verkauf von Schnittware (hauptsächlich Hobelware, Kistenteile, Blochware, Spalierlatten usw.). Herren, die über gute Branchekenntnisse und beste Beziehungen zu der einschlägigen Kundschaft (Industrie, Bauunternehmern usw.) verfügen, wollen ausführliches Angebot mit Referenzen unter F. K. J, 292 an die Expedition des Blattes einreichen. 242988 MMM fl von leistungsfähiger Zigarren- I fabrlt für eingeführte Touren per I sofort gesucht. 1 Schriftliche Angebote mit Zeug- M nissen und Lichtbild unter 02069 8 an den Gieß. Anzeig, erbeten. Redegewandte MiuMm mit bester Garderobe, für leichten Reifedienst gegen hohe Provision gesucht. Au »neiden am Montag, dem 9. Mär», abends 7 Uhr, im Gastlrauö Boller, Babnbof- sttaße 53/55. 24430 eine Wende tM-A.-S ».MMMnnölnngW! tüchtigen Weilreiet für Gießen. Schriftliche Angebote unter Nr. 2415 D an den Gießener Anzeiger. Erfahrener Elektriker (Stark- und Schwachstrom) zur Überwachung und Instandhaltung von etwa 50 Elektromotoren und einer größeren Telephon-, Uhren- und Weckanlage gesucht. Verheirateter Fachmann, möglichst gelernter Schlosser, bevorzugt, da Werkswohnung bezogen werden kann. Schrift!. Bewerb, mit genauen Angaben über seitherige Tätigkeit und persönliche Verhältnisse unter 2450D an den Gießener Anzeiger erbeten. Herren-Friseur mit guter Umganges,rm, nicht unter 20 Jahren, findet gute Stellung bet k. Schmidt, Srifeurmeifter _________Ludwtgstrakk 22. 02062 Grotzhandlung SamStagS geschlossen sucht für Ostern Lehrling OK) Selbstgeschriebene Angebote unter Nr. 02099 an den Gießener Anzeiger. Sluttateur-Lehrllng gesucht. Ausdermauer & Laberen; Lahnstr. 3. '02078 |Stelienangebote| Agenten bei hoher Provision gesucht. 2115ss Gcützner L Co., Netirode/Eule, Holzrouleaux- und Ialoufienfabrtk. Intell.Prr1.0erb. lcht. rapncil.300v< ».«ehr durch d. Vertrieb ein. ■okr begehrt, gescb. SaniL-Arllkoli. Off. for. an Friede. B*eb, Lsipria-Nemiidt 68. Tüchtiger SWeöeW für sofort gesucht. O. Fuchs VI., 2451D Lollar. 2-3 tWize $- Mödel- schreiner verfekt im Polteren, für sofort gesucht. Kling & Co., G. m. b. LeZtors Teraffe. Suche ein. kräftigen Jungen in die Lehre. «mi M äreillng Schmiedemeifter Heuchelbeim Kräftiger Lehrling für Möbelhandlung gesucht. Schriftliche Angeb. unter 2434D an den Gieß. An». LkWz für mein u. Anstreicher-Geschäft gesucht. 02106 H. Stühler Wolfstraße 16. Zigarrenfabrik sucht Lehrling aus anstäad. Familie. Setbstzeschr. Angeb. n. 02056 an d. Gieß. An;. flöblineer, Wetzsteinstraße 36. Lohrllnn kann etnireten bei Jost Schneller, Schnetdermetster, Steinstr. 78. Ein braver Junge der Luft bat, die Kunst- und Handelsgärtnerei gründlich zu erlernen, kann sofort oder später ein- treten. 241 ID Friedrich Georg, Gartenbaubetrieb, SelterSweg 41. Weg. Verheiratung meines jetzigen Stäbchens suche ordentl., fleißiges 2440D das etwas kochen kann. Kleiner Haushalt 3 eriv. Peri. Heß. Altcestr. 12 I. GMte Zilel- nrheUerinnen gesucht. GefchäftS- stunden Mittwochs und Freitags 4 bis 6 Uhr nachm. Bienenkorb Gartenstraße 1. Köchin od. Koch für den 5. April — Palmsonntag — gesucht (12—14 Pers.). Frau Generaldirektor Stephan, Wetzlar, 24„d Wertherstraße 27. Perfekte Büglerin für Privathausbalt, aüe 4 Wochen, sofort ges. Schr. Ang. unt. 2447D a. d. Gleiß. An». Tüchtiges n. kinder- liebe» 02112 INta für sofort ee». hohen Lohn gesucht. Bor- rustellen Lebensmittelgeschäft Kirchenplatz 10. 'Heiteres, tüchtiges, im Kochen und in Hausarbeit erfahr. Mädchen gesucht. 02097 Zmu von Clfenhort Ludwigstraße 61. HraveS, tüchtiges MWen kleinen Haushalt gesucht. Borzustellen biS 2 Uhr mittags. 2424c Hetz, Frankfurter Str. 19. Cm ält. Stäbchen oder 8r*u als StOtze mit gut. Zeugniffen, die in Küche und HauSh. erf. ist, wird von einer alt. Dame A. 1. Avril gef. Anmeldung v. 3—4 Uhr nachmittags [01912 Alicestraße 14 v. Frau Geh.-Rat Streng.___ Ich suche z. 15. 3. od. 1. 4. ein ordentl., tüchtiges »D Mädchen für alle Hausarbeit. 5ron K öenmonn, Buw, Wetzlarer Str. 31. Sefucht wird für den 15. März od. fväter RiichenmäiiGhen und ein tüchtiges Biiisiiiädchen Hauskleider werden gestellt. 2372D Frau Generaldirektor Stephan, Wetzlar, Werther- Straße 27. Gut empfohlenes Midehei das kochen kann, für kleinen Haushalt gesucht. [02047 Fran Bannet Jen Neuen Säue 23 L MW KWm mit guten Umgangsformen und im Verkehr mit der Kundschaft bewandert für erstes Papierwarengeschäst sofort gesucht. Ausführliche Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften unter Nr. 2433V an den Gießener Anzeiger erbet. 02093 gesucht Echubbaus €'. Wahluchinidt Friedrichstraße 14. imsMMulein sucht Stellung in gutem Hause, evtl, auch zu Kindern. Schrtttl. Angebote unter 02109 an den Gieß. Anz. erbeten. Vergebung Im Wege deö schrifllichen Angebots sollen die nachbenannten Gegenstände für das Rechnungsjahr 1925 vergeben werden: a) Derzehrungsgegenstände ungefähr: 1. 1200 kg Rindfleisch, 2. 3000 kg Rindsnierenfett in rohem Zustand, 3. Roher und geräucherter Speck nach Bedarf, 4. 1200 kg Schweinefleisch, 5. 2000 kg Schweineschmalz in rohem Zustand, 6. 5000 Liier Vollmilch, 7. 2000 kg Handkäse, 8. 1500 kg Quark, 9. 5000 kg weiße Bohnen, 10. 5000 kg Viktoria-Erbsen, 11. 4000 kg Linsen, 12. 50 kg Pfeffer, 13. 600 Liter Essig, 14. 4000 kg geschälte Gerste, 15. 4000 kg Reis, 16. 4000 kg Gerstengrütze, 17. 4000 kg Weizengrieß, 18. 4000 kg Bandnudeln, 18a. 3000 kg Hafergrütze, 19. 5 kg Majoran, 20. 50 kg Kümmel, 21. 5500 kg Salinen-Kochsalz, 22. 20 Tonnen Heringe, 23. 35000 kg Roggenmehl, 24. 20000 kg Weizenbrotmehl, 25. Weizenmehl 00 nach Bedarf, 26. 1000 kg Staubmehl. b) Verbrauchsgegenstände ungefähr: 27. 1000 kg Kernseife, 28. 1000 kg Seifenspäne, 29. 1000 kg Schmierseife, 30. 1000 kg Soda, 31. 10000 Bogen Fensterpapier, 32. 1000 kg Makulaturpapier, 33. 40 Dutzend Hornkämme, 34. 4000 Meter Scheuertuch, 35. 20 Dutzend Eßlöffel (Britannia-Metall), 36. 200 Stück Wassergläser, 37. 150 Stück Leibstuhl- gefäße, 38. 100 Stück Leibstuhlgefäßdeckel, emailliert, 39. 50 Stück emaillierte Spuck- näpfe, 40. 200 kg Schuhwichse, gewöhnlich, 41. 200 kg Lederfett, 42. Schreibmaterial laut Verzeichnis. c) Stoffe zum Verarbeiten ungefähr: 43. 800 Meter Rohleinen stark, 44. 1000 Meter Rohleinen leicht, 45. 350 Meter Kalmuck braun, 46. 500 Meter Hosenträgergurt, 47. 300 Meter Krankenkleiderstoff, blau und weiß gestreift, 48. 160 Meter Drell, 49. 50 Meter Jagdzwilch, 50. 300 Meter Beiderwand, 51. 2000 Meter Baumwollkoper, 52. 600 Meter Seinen weiß, 53. 1000 Meter Wischtücherstoff, 54. 100 Meter Küchenhandtuchstoff, 55. 200 Stück Halstücher, 56. 600 Stück Taschentücher, 57. 250 kg Wollengarn braun, 58. 25 kg Bcistrickgarn, 59. 800 kg Sohlleder, Kern, 60. 200 kg Rindleder, 61. Schuhmacherartikel, 62. 2000 Bogen Glaspapier Nr. 5, 63. 500 kg Gips, 64. 500 kg Kreide, gemahlen, 65. 200 kg Ocker, hell und dunkel, 66. 500 kg Bleiweiß in Oel, 67. 100 kg Sikkativ, 68. 300 kg Leim, 69. 150 kg Eichenholzlack, 70. 120 kg Emaillack, weiß, 71. 100 kg Bernstein- (Fußboden)Iack, 72. 200 kg Leinöl, doppelt gekocht, 73. 200 kg Terpentinöl oder 74. 200 kg Terpentinölersatz, 75. 500 qm Schreinerdiele, 24 mm stark, gute, 76. 300 qm Maindiele, 20 mm stark, gute, 77. 200 qm Schachteldiele, 12 mm stark, gute. Die Gegenstände unter Ordnungs- Nummer 1 und 2, 3—5, 6—8, 9—11, werden zusammen vergeben und sind zu Ordnungs-Nummern 9—21, 23—36, 42 bis 60, 67 und 68, 72—74, Muster — von Angeboten getrennt — vorzulegen. Kostenfreie Angebote werden bis zur Eröffnungsstunde Montag, den 30. März 1925, vormittags 10 Uhr erbeten. Dieselben müssen verschlossen sein und die Aufschrift tragen: „Lieferung für die Zellenstrafanstalt". Zur gleichenStunde sollen geöffnet werden die bis dahin eingelaufenen Angebote, bett. Bezug der Knochen, der Lumpen (einschl. alter Strümpfe), des alten Eisens, der Zinkblechabfälle und der Küchenabfälle für das Rechnungsjahr 1925. Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung und die Lieferungen wird auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen. Derselbe kann nebst den übrigen festgesetzten allgemeinen und besonderen Bedingungen an den Werktagen von vormittags zwischen 10 und 11 Uhr und nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr auf der Geschäftsstube des Oekonomen und des Bau- bzw. Arbeits-Inspektors eingesehen, auch gegen Erstattung der entsprechenden Schrelbgebühr abschriftlich bezogen werden. (Im Gesuche um Abschrift ist der betreffende Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen.) Die Gegenstände Ordnungs-Nummern 1 bis 26 werden für das erste Halbjahr (1. April bis 30. September 1925) vergeben. Tie Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, welches zum Stückpreis von 10 Pfennig auf unserer Kanzlei erhältlich ist. 2438D Butzbach, den 3. März 1925. Die Direktion der Hess. Zellenstrafanstalt Butzbach. Die Holzversteigerung vom Heutigen ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den Hebstellen vom 13. März an. Heberweisung und Beginn der Abfuhr SamStag, den 14. Mär», vormittags 8 Uhr. Gießen, den 5. Mörz 1925. Hessisches Forstamt Gießen. 2437V Holzversteigerung. Montag, den 9. März 1925, sollen in dem Pttvatwald des Daniel Textor ru Wieseck, Distrikt Urselum, nachstehende Holzsortimente freiwillig versteigert werden: Fichtenstämme 4. Kl. 8 St. — 5,32 Fstm., 25—29 cm Durchmesser, „ 5a-Kl. 8 St. -- 2,94 Fstm., 20—25 cm Durchmesser, „ 5b-Kl. 25 St. = 4,91 Fstm., 14—20 cm Durchmesser, Fichten-Derbstangen 95 St. mit 7,61 Fstm. Die Zusammenkunft findet nachmittags 3 Uhr am Philosophenwald, Straße nach Wieseck, statt. 2455V Wieseck, den 6. Mgrz 1925. Schuhmacher. Ein fleißiger, braver, mit guten Zeugnissen versehener, 21 Jahre alter Sehabmaeker* geselle sucht Zwecks weiter.AuSbildg.bei einem tücht. Meister in Stellg. aii treien. Näh. Fr. Nassauer, Niederschelden, Sieg Licht Stelle für Schuhmacheriehrling. Schriftl. Angebote unter 02029 an den Gieß. Anz. erbeten. Gehild. Fräulein gewandte Stenotypistin, vertraut mir Kartothekführung u. sonstigen Bureauarbeiten, bereits mehrere Fabre praktisch tätig gewesen, sucht sofort od. zum 1. Avril paffende Stelle. Sckrifiliche Ängeb. unter 02052 an d. Gieß. Anz. erb. | Verkäufe | Ein Pferd MotschimmeU4Jah- re alt, zugfest, zu verkaufen. 02061 Hrch. Zeifi Grüuingeu. 8 Bienenvölker auch einzeln, wegen Sterbefall zu verk. Kell 01669 Schiüerstr. 34. MAshM mit Garten, Laden, Wohnung/Werkstatt, neuer Scheuer und Stallungen,geeignet für jeden Geschäftsbetrieb, zu verkauf. Näheres 02037 Heuchelheim Gießener Straße 10. Einsam. Haus baldigst beziehbar, Etagen-Haus m. co. 2000 qm Gart., GefüM'Ws m. begehbar. Wohn., SeMUs-Ws m. freiw. Lokalitäten zu verkaufen. Lüden, Lager- und Geschäftsräume zu vermieten. Otto Scheel £eL3sl. Mühlstr.24. MlN 2 P. 8., m. Kicks- Starte, 2Gäng,Baujahr 1924, z. verk. Großeu-Linden, Alte Heeruraße 50. Ein gut erhaltener fünfztnkiger Kultivator und ein I'-Träger 6/20, zu verk. Dich. Bahnhofstr. 44. 08915 Fast neuer dunkelbl. KonfimMen- nnjno mit kurzen Hofen für 15 Mk. und eine Grude m. Wellsieb für 30 Mk. zu verk. Näb in d. Gefchäfts- sttlle d. G. Anz. Gut erhaltene WmMlne billig abzugeben. Stevbanstr. 34. L Sdircibniflfdiine mit Sichtschrift zu kaufen aresucht. Adler 7 bevorzugt. Schr. Angebote mit Preis unter 02057 an den Gieß. Anz. Häi llllllllllllllllllllllllllllllllllll gesunder Stamm 40 cm Durch., effer und 4m lang, zu verkaufen. 24280 Liebigstr. 58 vriefmarlen Katalogwert «Michel) ca.160G.-M. für 50 G.-M. abzu- geben. Schriftl. Angebote unt. '*20.86 an den Gieß. Anzeiger Autor 1 Zweisitzer 1 Viersitzer gebr., gut erb., preiswert abzugeben. P. Kowlowwkf Löbcrstcaße 5. Televh. 1126. Wiiatiet teöetöfliöoeröeif billig z i verk. Offert, unt. 195 an H rfo, Mltteld. Ann.-Exv., Plocksttaße 5. Slnöniuogen IsastneulhellerFrÜb- jabrs-Herrenmantel (neu und moderns zu verkaufen. 02031 Kaiserallee 731 Himbeersträucher zu verkaufen. 0201.. , Schäfer, Bieichstr. 6. 2 Bettstellen m. Matratzen, 1 Kl. Hobelbank, ein Kessel mit Feuerung (60 Liter) btll.zuverk.Müller, Seltersweg67 H.JI. Gut erhalt, blauer SinöenDOQ?n zu verkaufen -4lbD Pulvermüble. I» Beat- etroh (Handdrufchs 0?lu3 Marharger Str. 83. Frühkartoffeln Niksc-Nieren 02104 MarlmrBtr Str. 83. Zu verkaufen: 1 kupferner Gasbadeofen m.Zim merbeizuna 1 weiß emaillierte Badewanne 1 wetß.Mavolika- berd mit 'Aufsatz 1 cif. Serviertisch 1 Weinschrank 1 KiickengaSlamve Gutcrbalt.Herren- anziige mittlerer Gröke Federbetten. 3,<6D Franks. Str. 58 I. | Kaufgesuche | Drehbank Leichte Lettsp. oder Mech. Bk., sow. etnz. Zubr hört. n. o. gebr. z.k ges. Schristl.Ang. u.02003a.d.oien. Anz. Altes Blei iBleiröhrem kaust Brühlsche Druckerei n-v Schulstr. 7/L [Verschiedenes, Bad Sooden-Werra Katarrhs • Asthma Kurbejr. 15. April. Wkitzeiißagheriii empfiehlt sichinAus- besserung v. Wüsche u. Kindergarderobe jed. Art. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. owm Acker 2 Morgen, an der Marburg. Str., zu verpachten od. bill.zu verk. Schr. Ang. u. 2318V an d. G. Anz. 25000 M. auf industrielles Grundstück u. Unternehmen gegen mehrfache Sicherheit sofort gesucht. Schr. Angebote unter 02004 an den Gieß. Anzeiger. Wal. 1—20V0R. M. von kleinemHandiverker auf Obiefto. 20000.* als 1. Hnvothek zu leihen gesucht. Schr Angebote unt. 0Ä82 an den Giest. Anz. tzerzMe Bille! Wer leibt einem jungen Menschen,der durch schwere Swick- saltzschläge unverschuldet in große Not und in die Gefahr gekommen tst, fein Studium vor dem Examen abbrechen zu inüifen,2—3 >0'lKt zu günstigen Beding- ngen auf ‘/» Jahr? Sicherungen ftnb vorbanden. Schriftl. Angeb. unter 2333D an den Gieß. Anzeiger erbeten Fahnen Pereinsbedarfs- artikcl, Stoften.uv schlage ohne Verpflichtung. 439V A. Krawehl Stettin. Ernstgemeint. Geschäftsmann (Eierhandlg), 51 Jahre, kath,allein stehend, sucht passende Lebensgefährtin. Einheirat angenehm. Schr.Angeb. mit Bild unt. 02065 an den Gieß. Anz. 6Wochen altes Kind iMädchen) als eigen abzugeben. Näheres tn der Geschaftsst. d. Gieß. Anzeigers. o»on Schwarze, deutsche Sdiöferliünölii entlauf. Vor Ankauf w- gewarnt. Abzug. aIH.Poi.Nev. Bessere anit. Dame i.Qünitlerin), ausw.. wünscht Darlehn von 50 -K geg. Sickerb. v- Selb'tgeb.Schr.Ang u. 02114 a. d. G. Anz. | Vereine \ Münner- Badeverein. Dienstag, den 10. März, abends 8 Ubr, im Pfälzer Hof: General- Versammlung. Tagesordnung wird in der ' er- sammlung bekannt- gegeben. 2403 D Der Vorstand. iMtjtntr Stein). Fkitcmehr. Sonntag, 8. März: Famrlien- Ausflttg nach Heuchelheim iTreppchenl. Abmarsch: 3 Uhr Lahnbrücke. 2408c Der Vorstand. F. fi. F. 1 Montag, 9. d. MtS., abends 8', Uhr. bei Kamerad Trinkaus Monatsversammlung. DaS Kommando. Goethe-Bund. Sonntag, 8.März, abb-5 8 Ubr, t. Kani- mlnn. Vereinshaus, yiorbnnlafle 1 : Srlllparser-Abend Im. Szenen d. „Me- beo". Gäste wtllkom ZuMnienlunst mit Familie „Zur Stadt Lick" (t'tdier Strafte). 8406D Der Vorstand. llnlüerfllüls- Heftanranf. Dor und nach dem Theater warme und kalte Speisen Moa Fürsienberg-Dräu Stadttheater Sonntag, 8.MSrz, von 3*/a—6l/4 Uhr: Soler Campe. Komödie in 4 Akten von »iofenoro. Von 7'/, b. nach Version SüMer. Posse in 3 Akten von W. Jakoby und C. Laufs. [»««L Montna.S.März, 20. Dmmerslllg' Uöonnements-DoHt. von 6:,/4 bis 9'/, Ubr Bi tn letzten Male: Sie Sleöermoas. Operette in 3 Akten von Strauß. Dienstag 10 März 21.rieasiag-M.0rsl. oon7'/, bis 10'/«Uht7- Soler kainve. Komödie in 4 Akten von Nofenow. Mittwoch 11.März 21.INittmol!)-Aü.-Vrss. v. 7l/3 b. nach 10 Uhr Neu ein'tudiert! Die verlorene Tochter Lustsviel in 3 Akten von Litdwig Fulda. Donnerstag, 12. März, 21. Son'erslag- Monnemeals-voM. von 6 « b s 9*, Uhr: Soler romoe. Komödie in 4 Akten von Rosenow. Freitag, 13. Srz, von 2V2 bis 5 Uhr: ffilinelm Ml. Geschloffene Schülervorstellung jedoch werd Karten in beschrankter Anzahl für diese Vorstellung verkauft. 22. Freitag-M.-Vril. v. ß3/4 b. geg. 9*, Uhr: Der vektelswöent. Operette in 3 Akten von Millöcker. Sonntag, 15.März von 3'/, bi« 6*/. Uhr: Der gtelöefreis. Spiel in 5 Aki en nach dem Chinesi» schen von Kiabund. Bühnenmustk von Scheffler. Bon 7'^ bis 10'/« Uhr: Sätet tnmtie. Komödie in 4 Akten von Nofenow. Bankbeamter|5|i|] [Q[|g mjl einer Großbank, 22 Jahre alt r | | ucht zu Oft em, da bis dahin Abbau, passende Stelle. Bank, Fabrikkontor oder Bureau. Schrift- liche Angebote unt. 02021 a. d. Gieß. Anz. frühe und späte Sorten ia. soeHeioitolftli empfiehtt 2448D H. Trechsler Steinsttaße 73 Tel. 1581 Ich bin unter O21U Nr. 2403 am Telephonnetz angeschlossen. G. Eberl Klaviermacher, Plocksttatze 11. moitiimlitiiietei Strickwaren aller Art liefert prompt und billig Scan niiolol Men 02107__________Ebelstraße 34 H.__________ : Zitronen u. sonstige Südfrüchte liefert an Wiederoerkäufer zu den äußerst billigsten Preisen „Triumpf“, LebenSmtttelhandlung Kirchenplatz 10 02110 XeL 938 Beschlagnahmefreie moderne Villa in Gießen (8 Zimmer, Bad, Küche und Zubehör) zu mieten evtt. zu kaufen gesucht. Tauschwohnung gegen Landhaus mit Iagdgelegenheit und Fischerei in der Nahe möglich. Offerten unter 2435 D an den Gießener Anzeiger. 'Kavallerie- Derein. Sonntag, 8. März, nachmittagS4Ubr: L kechriir 2^03" Ebert ^Lo-stratzrn 'illig (Ollli, (Mph ^«WnonüKtb«. »H bini^ ^etnitUUxmblung -02110 ieL W nahmefreie ne Dina >ner, Bob, Agchr uni > evtl, zu kaufen gesucht. Zrgen Landhaus mit 2> Wer« m da Kht 2435 D anbtnföitjjtnü tl s- itv ier- W 1 iit Äavallerie- Verein. Tonuiaa,8.MSrz. nachmiitagSIUbr: Mflutiliiift mit AamiÜe „Zur Stadl Lich" IVH'er äitafitl. MD Ter Borflanb. in £ in* al= WM 1'2tot und nach dem Theater tDOttnt unb lallt »♦ tzhristn wa ZLrflrnberg'Dräll Stadttheater lt. MM ' flÄrtldolt M' ’fl’ lged- r>06ä Am- Ülnd igen der lieh. «Oll fchr UNtz' anb^ V M- ing • et" ’flnnt' 24O3D Md- [tim. in. , den >endö älrrr r, bet ikaus jjiät*' L !">’■ ImsJ )°>° MMW°L aJffliRf* B Ä. oomöMC m 4 *“w" Mr 91«",ln"" ÄfiÄfti 00N.b ' Cnmnp llr.56 Awetter Blatt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) handelt und weder Aufstand in Kurdistan. Den unserem türkischen Korrespondenten. Konstantinopel. Ende Februar 1925. in der Armenierfrage gespielt haben, dürfte noch allgemein erinnerlich sein. Die Kultur steht hier auf erstaunlich niedri- oer Stufe. Trotz der eigenen Sprache wird man selbst nach den bescheidensten Anfängen einer eigenen nationalen Literatur vergebens suchen. Zwar hat der Kurde von jeher dem Verbände deS türkischen Staates angehört, aber sich doch in gewissem Sinne völlige Selbstständigkeit bewahrt. Noch beute herrscht hier der Scheich alS unumschränkter Herr über seinen Stamm und die nie abreibenden Fäden der Blutrache und sonstigen Streitigkeiten bilden willlomrnene Gelegenheit au kleineren Kriegs-ügen der wilden Bergvölker untereinander. Auch zu Raubzügen ist man gerne bereit und der armenische Dauer berechnete schon in Boraus. was ihm von den Feldfrüchten abgenommen wurde und war das auch nicht anders gewohnt. 3m übrigen treibt der Kurde vorwiegend Viehzucht und ohne eigentlicher Nomade zu sein — im Winter haust er in festen Dörfern — zwingt schon die Rauheit der wilden Gebirgsnatur des öfteren die DeDegründe zu verlegen. So arm der Hirt oder Dauer selbst ist, über so gröberen Reichtum verfügt der Scheich selbst, zu dem jener in völligem Hörigkeitsverhältnis steht. Auch die kirchliche Macht, bei dem Mohammedaner von ausschlaggebender Bedeutung liegt in den Händen des Scheichs, der zumeist, ob mit Recht oder Unrecht sei dahingestellt, alS Rachkomme deS Propheten gilt. Wegen des an die Regierung zu entrichteten Tributes ist eÄ des öfteren zu Aufständen gekommen mit nachfolgender Straf- expedilion. An einer solchen Bezwingung einer kurdischen Bergfeste nahm im Jahre 1838 unser Moltke. damals Hauptmann in türkischen Diensten, teil. 3n seinen Briefen gibt er uns in meisterlicher Sprache ein Bild von jenem wilden Lande: .die ganze Gegend wurde immer wilder und die Berge glichen in ihrer Form den Wogen eines stürmischen MeereS, kein Dusch, kein GraS, kein Moos bekleidete die Abhänge, so wild, so ohne Spur von Anbau... und die Berge so wegelos, dah man sie sich als daS Ende der Welt vorstellen könnte". Dieses Gebiet ist neuerdings der Herd der Aufstandsbewegung gegen die türkische Regierung. Es dürften hoch gerechnet 8—10 (XX) Mann sein, über die der Scheich Said jetzt verfügt, nachdem er aus der Gegend von G e n d s ch in der Rähe von Musch und D i t l i s losbrach. Dci der geringen Anzahl von türkischen Soldaten und Gendarmen vermochte sich der Aufruhr rasch auszubreiten und hat sich bis fast nach Malatia und Diarbekir ausgedehnt, so dah bereits vier Wilajets zum Teil in seiner Hand sind. Mag sein, dah die Regierung in diese abgelegene Gegend völlig ungeeignete Deamte geschickt halte und auch wohl in falscher Weise die Reuerungen der heutigen modernen Staatsverwaltung bei diesen Halbnomaden anwandte, die zu großer Unzufriedenheit führten. Der Hauptgrund jedoch für diese überraschenden anfänglichen Erfolge ist darin zu suchen, dah der Scheich Said seiner Dewegung einen religiös-reaktionären Anstrich gab und so leicht vermochte, gerade hier auf die Masse des gewöhnlichen Volkes einen groben Einfluh auszuüben. Natürlich ist er selbst ein ..Nachkomme des Propheten", und in seinem Manifest gibt er an, dah er von Gott gesandt ist, um gegen die jetzige türkische Staatsform zu kämpfen, die das Kalifat abgeschafft habe, die den Geist des Atheismus in den Schulen verbreite und den Frauen erlaube, nackt (d. h. unverschleiert!) herumzulaufen. Es wird sogar für den Sohn des letzten Sultans die Thronfolge gefordert. Mit solchen Manifesten wird man vielleicht in dieser abgelegenen Gegend einige Anhänger finden, eine gröhere Volksbewegung wird man damit in der Türkei durchaus nicht Hervorrufen können. Die 3dee der Neuen Türkei liegt zu tief im Herzen aller verankert, die ja gerade gegen den Sultan, der zu einem schmählichen Pakt mit den Todfeinden bereit war, in unsagbar hartem Kampfe sich die Freiheit erringen muhten und auch der gewöhnliche Mann weih heute nur zu gut, dah ein Rückgreifen auf den alten illamischen Religionsstaat auf theokrati- scher Grundlage die alte Lethargie wieder herbeiführen würde. Nun hat gerade der Kurde noch niemals im Rufe eines besonders fanatischen Mollims gestanden. und es wird ihm auch wohl wenig daran liegen, einen Religionskrieg nach der eigentlichen Türkei vorzutragcn. in erster 2’nie schwebt dem rebellischen Scheich der Gedanke eines selbständigen Kurdistan vor Augen. Lind damit kommen wir auf bekannteres politisches Gebiet. Die Kurdenfrage tauchte zuerst im Vertrage von S ö v r e s aut. England, das ja stets in historisch selbstloser Weise danach ausschaut, dah auch nicht das kleinste Völkchen ohne Selbständigkeit (deutsche freilich ausgenommen» ohne Selbständigkeit bleibt, natürlich unter englischer Leitung, stand an der Wiege des neuen Staates. Doch schon in ßaufanne wurde das Kind zu Grabe getragen, und nur die in geschickter Weise Die in den östlichen Wilajets seit Mitte Februar offen zutage tretende kurdische Auf- standsbcwcgung hält hier alle Gemüter in größter Erregung gefangen. Da es sich um eine der ab- gelegensten Provinzen, das Kurdistan, »hinten weit in der Türkei" handelt und weder Eisenbahn noch brauchbare Wege dorthinsühren. war eS bei den zerstörten telegraphischen Verbindungen recht schwierig, sich anfänglich ein genaues Bild von den Vorgängen zu machen. Die Kurden bewohnen das Gebiet des östlichen TauruS bis zum W a n f c e nahe der persischen Grenze und bilden ein muselmanisches Hirten- und Bauernvolk indogermanischer Abstammung. Vor allem in der kriegerischen Herrenschicht hat sich durch strenge Kastenabsonderung der Typus des blonden Rordlings gut erhalten. Dieser robuste Herrenmensch mit kaltblickenden otau-blauem Auge und oft abschreckend wilden GfeslchtSzüaen hat in der türkischen inneren Politik von jeyer eine gewisse Rolle als Kondottieri zu spielen gewußt. Sein Heldentum läht jedoch stets jede ritterliche Seite vermissen und außert sich zumeist nur in tückischem ilcberfall und Kampf nur bei feststehender eigener Ueberzahl. Die verhängnisvolle Rolle, die kurd sche Stämme offen gelassene Mossulsrage barg noch den Keim I der Hoffnung auf Erfüllung dieses Lieblings- | traumeS englischer Orientpolitik in sich, und das ist wohl der Hauptgrund des zähen Festhaltens der Engländer an dreier Provinz. Das dort vorkommende Petroleum, dessen Ergiebigkeit durchaus nicht einmal sicher festgestellt ist, hätte man sich leicht ebenso wie in Persien durch Verträge sichern können. Aber man möchte hier wenigstens, wenn alles andere nicht zum Ziele führen sollte, in Mossul ein Zentrum für eine künftige Kurdenpropaganda schaffen. Denn der große Wert, für England hier alS Anwalt ernes kurdischen Nationalstaates auftreten zu tonnen, liegt offen zutage, und eS würde lich so eine Vormachtstellung in Dorderasien schaffen, die bei jeder Gelegenheit leicht auszunutzen wäre. Zuerst hatte man hier den armenischen Staat geplant, der die Türken von den lebenswichtigen Verbindungen nach dem Osten abriegeln sollte, aber nachdem man in langen Jahren da- armenische Volk zu Tode „protegiert" hatte, konnte nichts mehr daraus werden. Da nun in dieser Gegend kaum Armenier mehr vorhanden sind, die man von den bösen Türken und wilden Kurden befreien könnte, so versucht man jetzt eben den Kurden von dem Türken zu befreien, und es soll hier mit aller Gewalt durch ein künstliches Staatengebilde ein Keil eingetrieben werden, der den kleinasiatischen Stamm Der Türkenvölker von dem großen asiatischen abtrennen soll. Der Plan ist, wie immer, großzügig angelegt, und selbst bis weit nach Persien hinein beziehen manche Kurdenführer, so der bekannte Ismail Agha Simko, regelmäßige englische Subvention. England besitzt ja darin eine große Routine, hier im Orient ehrgeizige Führer durch Gold fcu erlaufen, und aus Dem Weltkriege ist manchem Deutschen, der im fernen Oriente kämpfte, der .Scheich", der mit der Waffe in der Hand und dem Pfunde Sterling in der Tasche rebellierte, eine nur allzugewohnte Erscheinung und hat dem Deutschen, wie auch dem Türken selbst viel zu schaffen gemacht. Auch bei dem jetzigen Auf stände sind bei den gefangenen Rebellen fremde Waffen und sogar Uniform stücke gefunden worden. Auch das gesamte Propaganda- material ist im Auslande gedruckt worden. Der Kurde selbst denkt gar nicht so sehr an eine eigene Staatenbildung und hat bisher mit dem Türken Immer in gutem Einvernehmen gelebt und will auch gar nicht anders. Aus diesem Grunde ist dem Aufstande als Volksbewegung keine große Bedeutung beizulegen, da es sich lediglich um den Aufruhr bestochener Führer handelt. Der Zeitpunkt ist allerdings in- sofern sehr günstig gewählt, denn zur Entscheidung in der Mossulfrage weilt gerade die Stu- Dientommilfion des Völkerbundes in Bagdad und der soll jetzt bei dieser Gelegenheit die Unzufriedenheit der Kurden, die ja auch den Hauptteil der Bevölkerung Mossuls ausmachen, mit der türkischen Herrschaft ad oculos demonstriert werden. Bei den oben angebeuteten schwierigen landschaftlichen Verhältnissen zumal zu dieser Jahreszeit in einem Gebirge bis zu 3500 Meter Höhe wird biS zur völligen Unterwerfung des Aufstandes einige Zeit vergehen. Eine größere Truppenmacht hat den AusstandSherd bereits erreicht und abgedämmt. Die kurdische Bevölkerung der Städte hat die wahren Absichten deS Scheichs, der nur auf Plünderung und Raub au »ging, bald erkannt, und vor allem in E l - A s i S wurden seine Anhänger nach hartem Kampfe auS der Stadt geworfen. Leider wird auch dieser Kampf dem jungen türkischen Staate einiges Geld und wertvolles Blut kosten, nach Den langen Kriegsjahren ist beides nicht gerade im Ueberfluß vorhanden. Durch den Devölkerungsaustausch mit Griechenland hat sich die Türkei von politisch überaus gefährlichen osmanischen Griechen glücllich befreit und wird lange brauchen, ehe sie sich von den dadurch verursachten wirtschaftlichen Erschütterungen völlig erholt hat. Auch die Armenierfrage ist gelöst. Bleibt also nur noch übrig, mit den muselmanischen kurdischen Brüdern Tn ein gutes Verhältnis zu kommen. Denn die Kurdenfrage als Werkzeug einer zielbewußten türkenfeindlichen Orientpolitik irgendeiner fremden Macht würde den mit aller Gewalt erstrebten Aufstieg Der neuen Türkei immer wieder aufs neue untergraben, ja, könnte ihr sogar das Grab bereiten. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 6. März. In der jüngsten außerordentlichen Sitzung des Gemeinderats ergriff vor Eintritt in die Tagesordnung Bürgermeister S ch o m b e r das Wort, um in ehrenden Worten des so plötzlich verst orbenen Reichspräsidenten Ebert zu gedenken. In tiefembfunbenen Worten feierte der Redner die großen Verdienste des Verstorbenen um das deutsche Doll, und gedachte der hohen Achtung, die der allzufrüh von uns Geschiedene wohl in der ganzen Welt genoß. Der Redner schloß seine AuSuhruncien mit dem Gelöbnis, im Geiste Friedrich Eberts weiterzuarbeiten, auf diese Weise können wir sein Gedächtnis am besten ehren. Stehend hörte der Gemeinderat diese Worte, die einen tiefen Eindruck hinterließen, an. — Die im Anschluß hieran vorgenommcne Vergebung der Arbeiten zum Innenausbau des von der Gemeinde errichteten Doppelwohnhauses hate folgendes Ergebnis: Die Schreinerarbeiten erhielt Schreinerm'ister Döring- Gößen zum Betrage von 4 101 Mk.. die nächsthöheren Angebote waren 4 694 . 4 902 . 4 975. 5 316 und 6 771 Mk.. die Weißbinderarbeiten (einschließlich der Tapezierarbeiten) erhielt Ludwig Dech-Wieseck zum Betrage von 2 742 Mk. Dies war das zweitniedrigste Angebot, der Unterschied war aber so gering, daß dem Einheimischen der Vorzug gegeben wurde Weitere Angebote: 2 705. 2992, 4016, 4096 und 4099 Mk. Der Zuschlag für die Glaserarbeiten wurde Karl Kreiling und Gen. zum Betrage von 1036 Mk. erteilt. Hier galten Die gleichen Voraussetzungen, wie bei den Weitz- binderarbeiten. Die weiteren Angebote laute'en auf 925. 1015. 1078, 1037. 1102, 1114 und 1158 Mark. Die Schlosserarbeiten erhielt KarlSche - rer-Wiefeck zum Angebot von 388 Mk.. weitere Angebote: 411, 552 und 837 Mk. Die Ar- beiten für die elektrische Lichtanlage erhielt eben- * falls Scher er-Wieseck. Angebot 127 Mk.. I außerdem lagen vor: 128. 144, 208, 216 und 244 I Mk, Auch die Installations-arbeiten wurden Scherer- Wieseck zugeschlagen, das Angebot lautete auf 313 Mk., die weiteren auf 320. 422 und 898 Mk. Bemerkt sei hierbei, daß die rechnerische Nachprüfung der Offerten seitens des Kreisbauamts einige veränderte Zahlen brachte. So erhöhte sich z. D. das niedrigste Angebot der Schreinerarbeiten um 1100 Mk.. allerdings kein „Heiner“ Rechenfehler. Die Beratung dieses Gegenstandes war unbedingt erforderlich, von der Behandlung weiterer gegenstände sah man In Anbetracht deS Ernstes der Stunde ab und wurde die Sitzung hieraus geschlossen. — Die Zahl der Erwerbslosen hält sich mm schon seit längerer Zeit auf unveränderter Höhe. Diese Zahl ist für die Größe unserer Gemeinde unverhältnismäßig hoch und läßt sich in gleicher Höhe zurück bis zum Oktober v. 3. verfolgen. Zunächst rechnete man damit, dah Der Winter mit seinem gewöhnlich stärkeren Deschäsiigungsgrad eine Abnahme der Unterstützungsberechliglen brächte: diese Hoffnung schlug fehl. Möglich, daß die aller Voraussicht nach in diesem 3ahr stärker einsetzende Bautätigkeit eine größere Nachfrage nach Arbeitskräften bringt. 3m Laufe des Monats mußten unterstützt werden: am 6. Februar 36 männliche, 4 weibliche und 58 Zu- schlags-mpfänger. am 15. Februar 31 männliche, 5 weibliche und 45 Zuschlagsempfänger, am 22. Februar 35 männliche, 5 weibliche und 44 Zufchlagsempsänger. am 28. Februar 35 männliche 5 weibliche und 45 Zusch'cr rSemvsänger. Zu Notstandsarbeiten waren 22 bzw. 24 männliche Personen herangezogen. Die Zahl der auS der Sozialfürsorge Unterstützten blieb mit 57 Sozialrentnern und 18 Kleinrentnern unverändert. • Mainzlar, 6. März. Die H o l z s u b • Mission unserer Gemeinde ergab folgende Preisgebote: Eichenstämme 2. Kl. 95 Mk.. 3. Kl. 76 Mk., 4. Kl. 54 Mk., 5. Kl. 39 Mk., Kiefernstämme 3. Kl. 37 Mk.. 4. Kl. 30.50 Mk.. Fichtenstämme 3. Kl. 27,50 Mk.. 4. Kl 25 Mk. 5a-Kl. 23,50 Mk^ 5b-Kl. 21,90 Mk-, Fichtenderbstangen 24 Mk. je Fstm. • Beuern, 6. März. Bei Der Hostzsub ° mission hiesiger Gemeinde wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Fichtenstammholz 1. Kl. 36 Mk.. 2. Kl. 35 Mk., 3. Kl. 34 Mk., 4. Kl. 30 Mk., 5a-Kl. 29 Mk., Kiefernstammholz 4. Kl. 28 Mk.. 5. Kl. 26 Mk. je Fstm., Erlen-Nutzknüppel 8 Mk. je Rm. Dg. Großen-Buseck. 5 März In dem mit Reichsfahnen würdig ausgestatteten Saale des Gastwirts Brück fand eine Trauerkundgebung für den verstorbenen Reichspräsidenten statt, bei der Landtagsabgeordneter Mann aus Gießen ein Lebensbild des ersten Präsidenten entwarf. • Großen-Buseck. 6. März. Bei der Holzsubmission unserer Bürgermeisterei lagen folgende Höchstgebote vor: Fichtenstämme 2. Kl. 29,45 Mk.. 3. Kl. 30.15 Mk.. 4. Kl. 27,75 Mark, 5a-Kl. 26.52 Mk, 5d-Kl. 23.52 Mk., Kiefernstämme 3. Kl. 21 Mk.. 4. Kl. 20 Mk.. 5. Kl. 17,90 Mk. je Fstm. Die Nutzholzverstei- gerung ergab nachstehende Durchschnittspreise: Fichtenstangen 1. und 2. Kl. 27 Mk., lÄchenstämme 30 Mk., Buchenstämme 32 Mk., Dirtenstämme 15 Mk.. Lärchenstämme 17 Mk.. Kiefernstämme 32 Mk.. Fichtenstämme 1. Kl. 35 Mk. je Fstm., Cichennuhscheiter 30 Mk., Eichenknüppel (Rund- schrtter) 20 Mk. je Raummeter. • Reiskirchen, 6. März. Bei der heutigen Holzsubmissivn unserer Gemeinde wurden geboten: für Kiefernstämme 3., 4. und 5. Kl. 28 biS 35 Mk., Kieferngrubenholz 20 Mk.. Kiefernderbstangen 8 Mk. je Fstm. Die Dieter (zwei) sind von hier. • Grünberg. 6. März. Wegen Vornahme von Wasserleitungsarbeiten in Lauter wird die Kreisst ratze Grünberg—Lauter von Samstag. 7. März, bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über die Strahe Grünberg—Röthges—Lauter geleitet. • Weickartshain, 6. März. Landwirtschafts-Assessor Dr. Selzer von Grünberg hält am nächsten Sonntag hier einen Vortrag über „Feldbereinigung". al. Allen darf (Lahn). 5. März. Gestern abend fand im Saale der Wirtschaft „Zur Linde" ein Vortrag über die Fremdenlegi o n statt, in dem ein ehemaliger Fremdenlegionär namens Friedrich Specht aus Darmstadt seine Erlebnisse schilderte. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Redner schlotz seine mit großer Spannung verfolgten Ausführungen mit einer ernsten Mahnung an die Jugend, sich nicht zum Eintritt in Die Fremdenlegion verleiten zu lassen. • Muschenheim. 6. März. Die H o l z - Versteigerung in den Waldungen Der Gemeinde und Mark Muschenheim brachte folgende Durchschnittspreise: Eichenstämme 3. Kl. 97.15 Mark. 4. Kl. 45.83 Mark, 5. Kl. 27,65 Mark, 6. Kl. 38,32 Mark, Fichtenstämme 3 Kl. 29,10 Mark. 4., 5a- und 5b-Klasse 35 Mark je Fstm. Bei der Holzsubmission waren folgende Höchstgebote zu verzeichnen: Eichenstämme l.Kl. 120.50 Mark. 2. Kl. 90 Mark. 3. Kl. 60 Mark. 4. Kl. 46.05 Ttarf. 5. Kl. 38 Mark. 6. Kl. 29.05 Mark. Fichtenstämme 3. Kl. 37,05 Mark. 4. Kl. 35,10 Mark, 5a-Klasse 33,05 Mark je Fstm. * Steinheim, 6. März. Kommenden Sonntag wird hier ein Vortrag über „An- Wendung und Wirkung Der künstlichen Düngemittel" gehalten. Den Vortrag hält der Direktor des Landwirtschaftsamtes in Lich. Landwirtschaftsrat Dr. Lehr. * Dilli ngen . 7. März. Morgen, Sonntag, findet hier im RathauSsaal ein Vortrag über „Feldbereinigung" statt. Redner ist Landwirtschaftsrat Dr. Koenig von Lich. Kreis Friedberg. vw. Butzbach, 6. März. Vor dem Weltkriege waren in Butzbach zwei Märkte von Bedeutung: Der im November stattfindende Katharinenmarkt und der Frühjahrs- f af elmarf L Ersterer war in früherer Zeit in Der ganzen OegenD berühmt. Die Landleute aus Der Umgegend deckten damals ihren Bedarf an Flachs, Spinnrädern und Schuhen. Abends fanden im ..Löwen" und „Hessischen Hof" Bälle statt. Wit dem Schwinden der Spinnräder, dem Aufhören des Spinnens im Hause und Dem Auftauchen Der Konsumvereine auf dem Lande, verlor der Katharinenmarkt an Bedeutung, wenn er auch noch fortbeftanD und bis auf den heutigen Tag abgehalten wird. Dagegen erfreute sich Der anfangs März ftattfinDenDe Faselmarkt immer größerer Beliebtheit, zumal er mit einer Tierschau, Prämiierung und Verlosung verbunden war. Heuer soll er mm wieder in früherer Samstag, 1. Blärj 1925 Ausdehnung in die Erscheinung treten. Die Verlosung bildet auch jetzt wieder einen Anziehungspunkt. Die Nachfrage nach den Losen war eine so rege, daß rasch alle abgesetzt waren und 4000 weitere mit dementsprechender Vermehrung der Preise aufgelegt werden mutzten. Als Gewinne kommen Rinder. Schweine, Hühner und landwirtschaftliche Geräte in Betracht. — Am Samstagabend wird im „Deutschen Haus" ein Lichtbildervortrag des Oberstleutnants v. Hagen über die Abwehrschlacht am Naroksch- see abgehalten, zu welchem Der Kriegerverein Butzbach Die Einladungen ergehen lieh. — Die Fe st Wanderung des Gesamtlaunus- Hubs findet am 17. Mai 1.2. mit dem Ziel Butzbach statt. Unser Zweigverein trifft bereits Vorbereitungen, um den Gästen ein paar schöne Stunden bereiten zu können Kreis Büdingen. „?“ Nidda. 6. März Das 4. Wer- tungssingen des Niddatalsänger- b und es findet am 3 Mai im Saale des GambrinuS hier statt. Jeder Dundesveretn singt dabei zwei Dahlchöre, von denen der eine cir Volkslied fein muß. AlS Massenchvr wurde „DaS Deutsche Lied" von Kalliwoda gewählt. Dieser gelangt, von etwa 600 Sängern gelungen, au* dem Marktplatz unseres Städtchens zum Vortrag. Die Abstimmung unter den einzelnen Bundes- vereinen ergab keine -,z Mehrheit für Den sofortigen Anschluß an den Hessischen, bzw. Deutschen Sängerbund. Vielfach waren finanzielle Bedenken ausschlaggebend. Man wird aber auch weiterhin innerhalb des Bundes Den Anschluß^edanken lebendig erhalten, um zu gegebener Zett die Frage deS Beitritts erneut erörtern zu können und Dann hoffentlich mit gutem Erfolge. Kreis Alsfeld. >4 A l s f c ID , 6 März. Nachdem endltch im vorigen Herbst die Zuteilung im Feld- berein ig ungSverfahren Der G e- marfung AlSfeld erfolgt ist, sind Die Ar- beiten für die Umgestaltung der neuen Grundstücke gegenwärtig eifrig im Gange Ueberall werden die Gewannwege mit den erforderlichen Abfahrten hergestelll und planiert, in den zur Feldbereimgung zugezogenen Gärte» im Stadlbering werden entsprecheno Den neuer Grenzen Die Einfriedigungen versetzt und Die Gartengrundstücke neu angelegt. Hier zeigt sich so recht, wie jetzt Luft und Licht in viele seither nur schwer und umständlich zugänglich gewesene Gärten kommt. Dadurch, daß ferner durch dir Feldbereinigung verschiedene neue Straßen die im Ortsbauplan vorgesehen waren, jetzt auf- gemacht werden, ist die Möglichkeit, geeignetes Baugelände zu bekommen, geschaffen worden, was im Interesse der Allgemeinheit zu begrüßen ist, da hierdurch eine Hebung der Bautätigkeit erhofft wird, die bei Der sehr großen Wohnungsnot dringend notwendig wäre. Durch die Feldbereinigungsarbeiten, die bei der gc linden Witterung den ganzen Winter über fort geführt werden konnten, war es möglich, einer großen Anzahl von Personen — zeitweilig wurden bis zu 60 Personen beschäftigt — Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, so daß im vergangenen Winter f a ft keine Erwerbslosen in der Stadt Alsfeld zu verzeichnen waren. Starkenburg und Nbcinheffen. fpd. Mainz. 6. März. Im nahen Buden- heim wurde heute früh die Inhaberin des Cafös „Rheinblick", die 54jährige Frau Braun mit ihrer erwachsenen Tochter erschossen aufgefunden. Die Tat ist. dem Befunde nach, bereits vor mehreren Tagen geschehen. In dem Brief» kästen fand man einen Zettel vor. auf dem Der Bräutigam der Tochter Ottilie sich als Täter bezichtigt und zugleich mitteilt, daß er sich gleichfalls das Leben genommen habe. Es handelt sich um einen Ingenieur auS Darmstadt. Die Gerichtsbehörden find aber der Ansicht, dcch (Der Mörder sich noch am Leben befindet und sich in£ Ausland geflüchtet hat. — Der Tapezierer- meister Hoffmann erdrosselte seine Frau und verübte dann mit seiner G eliebten. einer Kellnerin, in seiner Wohnung, Forster st raße 20, Selbstmord durch Leuchtgasver giftung. Kreis Wetzlar. • Garbenheim. 6. März. Die Jagd ■ nutzung des gemeinschaftlichen IagdbezirtL Garbenheim.wurde an Den bisherigen Pächter Bankier Kellner-Wetzlar auf weitere 9 Jahre verpachtet. Pachtpreis, ausschl. Steuer, jährlich 950 Mk. Der Jagdbezirk ist ca. 451 Hektar groß. Darunter zirka 62 Hektar Wald, und hat guten Wildbestand, namentlich Rehwild. Hesfen-Nassau. • Frankenbach, 6. März Bei der Holz» Versteigerung unserer Gemeinde wurden folgende Durchschnittspreise gezahlt: Kiefern 4. Kl. 15 bis 16 Mk.. Kiesem-Schnittstämme 3. Kl. 22 bis 24 Mk. je Fstm.. Fichten 8 bis 9 Ml. je Rm.. Fichtenstangen 1. Kl 1,98 Mk., 2. Kl. 1,30 bis 1,40 Mk , 4. Kl. 1,20 Mk. je Stück. fpd. Frankfurt a. W.. 6. März. Im F c « b r u a r sind in Frankfurt a. M. insgesamt 17 61 Fälle krimineller Vergehen oder Verbrechen zur Anzeige gekommen bzw. bearbeitet worden. 2n je einem Fall handelte eS sich um Mord, Totschlag und Totschlagsversuch in zwei Fällen um Raub, in elf Fällen um einfachen und in 114 Fällen um Einbruchsdiebstahl. Kleinere Eigentumsveraehen kamen 223, Betrügereien 193 und Unterschlagungen 130 zur Kenntnis der Behörde. Wegen Münzvergehen und -verbrechen mußte 33mal eingeschritten werden. Sitt- lichkeitsverbrechen und -vergehen waren 150 unt kleinere Sittlichkeitsübertretungen 330 zu verzeichnen. Mit Wucher muhte sich die Behördc 140mal und mit Nahrungsmittelfälschungen 30mal beschäftigen. An Selbstmorden sind im Monat Februar 15 gezählt worden. Insgesamt sind wegen Vergehen oder Verbrechen im abgelaufenen Monat 578 Pertonen feftgenommen worden, Darunter 34 steckbrieflich verfolgte. Sistiert, D. h vorläufig feftgenommen und nach Klärung des Tatbestandes wieder entlassen, wurden 51 Männer und 9 Frauen. bl. Dillenburg, 6. März. Mit dem Austritt der letzten Klasse aus dem hiesigen Seminar im kommenden Herbst wird Die Anstall geschloffen. Wie bislang festgelegt tourte, soll ein Teil Der in Dillenburg ansässigen Behörden in Dem umfangreichen Gebäude unter- D-THOMPSON'5 SEIFENPULVER liefert blendend weiße Wische mit den frischen Duft der Rasenbleidie Den« Pa K. Kal. 7,63. Der Na Tage q Rt Un errichtet wie ®a; Dadeein 1 Mausr klalsigen gegen ffl Ankauf e mich M t Frankfurte jebtd<6t ttAen, wozu sich noch etliche Privat. Wohnungen gesellen sollen Zu diesem Zwecke werden sämtliche Räumlichkeiten umgeändert werden. Jahrzehntelang hat das Seminar segensreich gewirkt, und im vergangenen Jahre konnte es noch die Feier seines 5 0jährigen Best e h e ns begehen. Eine Wiedereröffnung bei Besserung der Verhältnisse im Lehcerbecuf erscheint im Hinblick auf di«e getroffenen Maßnahmen zweifelhaft. — Nachdem von feiten des Landesbauamts die notwendigen Schritte zur Instandsetzung der Landstraßen eingeleitet find, begann man bereits mit den umfangreichen Arbeiten. Die Hauptverkehrsstraßen erhalten eine neue Kleinschlagdecke, während der Nebenstraßen auch gebührend gedacht werden wird. Der durch das Dilltal führenden Landstraße wendet man ganz besondere Aufmerksamkeit zu. da hier der lebhafteste Verkehr herrscht. Ausruf von Reichsbanlnoten. Gemäß § 3 des Dankgesehes vom 30. Aug. 1924 erließ daS Reichsbank-Direktorium eine Bekanntmachung über den Aufruf und d i e Einziehung der Reichsban k-Noten. deren Ausfertigungsdatum vor dem 11. Oktober 1 9 2 4 liegt. Der Aufruf umfaßt sämtliche auf Mark lautende Reichsbanknoten, da die vom 11. Oktober 1924 datierten auf Grund des Bank- gesehes vom 30. August 1924 ausgegebenen Reichsbanknoten auf Reichsmark lauten. Gemäß § 1 der ersten Verordnung zur Durchführung des Münzgesetzes vom 10. Oktober 1924 bleiben die aufgerufenen Noten bis zum Ablauf von drei Monaten nach ihrem Aufruf durch das Reichsbankdirektorium gesetzliches Zahlungsmittel in der Weife, daß eine Billion Mark einer Reichsmark glcick^eseht wird. Mit dem Ablauf des 5. Juni 1925 verlieren die aufgerufenen Noten ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Besitzer derselben können sie noch bis zum 5. Juli 1925 bei allen Kassen der Reichsbank in Zahlung geben, oder in dem gemäß § 3 Absatz 3 des Dankgesetzes vorgeschriek^nen Verhältnis, wonach eine Billion Mark bisheriger Ausgabe gleich einer Reichsmark zu setzen ist, gegen gesetzliche Zahlungsmittel Umtauschen. Mit Ablauf des 5. Juli 1925 werden die Noten kraftlos und die Einlösungspflicht der Reichsbank ist erloschen. Eine Nachfrist kann nicht gewährt werden. Es liegt somit im Interesse eines jeden Noten- inAtbers, die aufgerufenen Noten möglichst bald der zuständigen Reichsbankanstalt zuzusühren. Da das kleinste, für einen Umtausch zur Verfügung stehende Zahlungsmittel ein Reichspfennig ist, so können Noten in Abschnitten unter zehn Milliarden Mark nur in Gebunden und in einem durch zehn Milliarden teilbaren Betrag eingereicht werden. Wie sich aus dem vorstehenden ergibt, ist das Wertverhältnis zwischen den alten auf Mark lautenden Noten und den neuen auf Reichsmark lautenden Noten gesetzlich fest gelegt. Anträge, die eine Einlösung der allen Noten zu einem höheren Betrag zum Ziele haben, sind somit zwecklos und können keinerlei Berücksichtigung finden. Sie werden von allen Dienststellen der ReichSbank unbeantwortet bleiben. Kirche und Schule. gl. Saasen, 6. März. Am 10. März findet in unserer Kirche auf dem Veitsberg der Deka n a t s t a g für das Dekanat Grün- berg statt. Es ist der letzte, den Herr Dekan Röschen leitet, da derselbe mit dem 1. April 1925 fein Amt als Dekan niederlegt. Deshalb Ard auf dem diesmaligen Dekanatstage die Wahl eines neuen Dekans erfolgen. Hvn den rechtsstehenden Mitgliedern des Dekanatstages ist Herr Pfarrer Scriba in Wetter- feld, von den beiden anderen Gruppen Herr Pfarrer Schmidt in Grünberg zum zukünftigen Dekan vorgeschlagen. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 3. Marz. Ein Händler von hier hatte in einer hiesigen Wirtschaft beleidigende Aeuherungen über die Art des Betriebs getan und der mehrmaligen Aufforderung des Wirtes zum Verlassen des Lokals leine Folge geleistet. In der heutigen Sitzung nahm er die gefallene Beleidigung mit dem Ausdrucks des Bedauerns zurück, erklärte ausdrücklich, daß er seine Aeuße- rung nicht aufrechlerhallen könne, und verpflichtete sich zur Zahlung einer Buße von zehn Mark an die Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Gießen, und zur älebecnahme sämtlicher Kosten. Nach Zahlung der Buhe und Kosten soll die Privatklage zurückgenommen werden. Ein Mieter hatte gegen seinen Hausherrn Privatklage erhoben, weil dieser ihm und seiner Frau zu Neujahr angeblich sogenannte „äl z - karte n" gesandt hatte. Aus der einen war eine ältere Frau mit einem Schloß vor dem Mund dargestellt, und darauf geschrieben: „Ach hält' ich nur mein Schlappmaul zu". Die zweite Karte, auf der ein schwerbetrunkener Mann von seiner Frau die Treppe hinaufgrzvgen wird, enthielt die Worte: „Dieses Modell paßt für Lumpezeug". Der Vermieter bestritt anfänglich, die Karten geschrieben und abgesandt zu haben, gab dies aber nachträglich zu. Er behauptete, die beiden Karten feien ihm ursprünglich mit der Post zugesandt worden, er nehme sicher an, der Mieter habe sie ihm gefchiät. In seiner Aufregung habe er seine Aufschrift ausradiert, diejenige des Mieters daraufgeschrieben und sie in dessen Briefkasten geworfen. Er erhob deshalb Widerklage gegen den Mieter. Dieser stellte in Abrede, die Karten geschrieben und versandt Noch lang' »ich. de De Di geben wullt, Dorum kom ick noch lang' nichl' Stompeiwerk • Frankfurt am Main-Süd 1694V billigst Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf. 48770 Dersopen. En Fischmarkleuw leett en Droschen in dtz Glv falln. „Dämmt", roppt em de Buttje nv, versuven wull ick Di woll, man nich op de Ortr Kein Haushalt ohne Dr.Sidlers Siwalin Unerreichte Heilvaste, eine Wohltat für Beinleidende. 1884s 3 In Apotheken erb. Ersatzmittel zurückwetsen. En Murerhandlanger lett en Steen von'n Doo falln. He druppt en Dischevgeselln, ‘ ünnen vvrbi geiht. De schimpt nu bannig. Handlanger schimpt wedder. Den en roppt von ünnen: „Kom man mol bot, du armer, ick will wat an de Snut geben!" Dor roppt de anner von boben trüch: „ün wenn Du mi teinmal wat an de Snut Kanzleiberg 7, am Alten schloß. —————99 Kreissägen neu mit la la Blätt, m. Rinpschmier'aff. spottbillig Carl Schank. ———— zu haben. Ein Schris tsachverständiger soll nun an Hand von Schriftproben und des noch vorhandenen Restes der ursprünglichen Aufschriften feststeNen, ob der Mieter tatsächlich die Karten geschrieben hat. Glaserei Einrahmungen, Spiigel, Bilder, alle Reparaturen Bad kommt, bet einem Feuer, so wird ibm besser." Deutsche Ausgrabungen auf Aegiaa. Auf der Insel Aegina im attischen Meerbusen, aus der jetzt Geheimrat Paul Wolters, der Direktor der Münchener Glyptothek und Ordinarius der klassischen Archäologie an der dortigen älniversität, die von seinem Vorgänger Adolf Furtwängler begonnenen Ausgrabungen zum Abschluß bringt, um besonders die Fragen betreffend das Heiligtum der Aphaia, den Sih der Giebelgruppen der Aegtneten in München zu klären, hat Dr. Welter vom Deutschen Archäologischen Institut in Athen seine Ausgrabungen am Tempel der Aphrodite jetzt fortgesetzt. Er hat dort den Teil eines großen Palastes der griechischen Frühzeit aufgedeckt, mit zahlreichen Räumen und einem Auhenwall mit Türmen und Gängen. Derselben Zeit gehören auch alle von Welter dort gefundenen Töpferwaren an. die aus dem typischen grünlich-gelben Ton der Insel angefertigt sind. gur Blutreinigung und Auffrischung der Säfte im Körper ist die jetzig! Jahreszeit besonders geeignet. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 60 oder 30 Gramm echte Serbe?» Kerne zu kaufen, die unschädlich, aber von vorzüglicher Wirkung sind. Sicher erhältlich: ilntocrfv täts-Apotheke „3um goldenen Engel". Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 53s; Vertreter einer Lebensmittelgrohhandlung in Frankfurt a. M. Waren, die er im anvertrauten Besitz hatte, unrechtmäßig für sich verbraucht haben. Das Gericht konnte jedoch eine Schuld im Sinne der Anklage nicht feststellen und sprach den Angeklagten frei. — Wegen Beleidigung war der Maurer Hermann M. aus Ah buch angeklagt. Einer Vorladung deS Bürgermeisteramts Krofdorf leistete der Angeklagte keine Folge, rief vielmehr das Bürgermeisteramt telephonisch an und teilte ihm mit, er würde der Vorladung keine Folge leisten, denn das Bürgermeisteramt sei zu einer Vorladung gar nicht berechtigt. Als die Derwaltungsgehilsin Frl. A. bei diesem Telephongespräch ihn auf die evtl. Folgen seines Nichterscheinens aufmerksam machte, soll er. wie die Anklage behauptet, beleidigende Aeußerungrn gegen Frl. A. gebraucht haben. In der heutigen Verhandlung bestreitet der Angeklagte die Beleidigung unb versucht, feinen Worten am Telephon eine andere Deutung zu geben, was jedoch durch die eidliche Aussage der Zeugin widerlegt wird. Das Urteil lautete auf 5 0 Mark Geldstrafe. Gerichtssaal. O Wetzlar, 5. März. (Kleine Strafkammer.) Durch Urteil des Amtsgerichts Braunfels ist der Schmied Wilhelm G. aus Weiperfelden wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt worden. Seinen Antrag auf Aussetzung der Strafvollstreckung hat das Gericht abgelehnt. Der 20 Jahre alte Angeklagte ist noch unbestraft. Der Angeklagte hat am 29. September 1924 eine Hochzeit in Oberquembach mitgemacht: er will hierbei stark dem Alkohol zugesprochen haben. Vor der Heimfahrt ist er dann mit seinem Vater, der 53 Jahre alt ist, in Streit geraten. Als sein Vater ihn nun angeblich schlagen wollte, habe er seinen Revolver gezogen unb auf seinen Vater 5 bis 6 Schuß ab- gefeuert. Ein Schuß traf den Vater in den Arm, ein anderer in das Dein, und der Verletzte muhte sofort in das Krankenhaus- zu Niederweisel überführt werden, wo er sich einer Operation unterziehen mußte. Der Angeklagte hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und versucht, seine Tat mit sinnloser Trunkenheit zu entschuldigen. Der Vater erklärte als Zeuge, daß er kein Interesse an der Bestrafung seines Sohnes habe und lieber sehen würde, wenn keine Bestrafung erfolgen würde. Das Gericht verwirft di e Berufung des Angeklagten. Es nimmt an, daß der Angeklagte damals wohl angetrunken, nicht aber sinnlos betrunken war. Die Gefährlichkeit seiner Tat, insbesondere der älmstand, daß sie gegen den leiblichen Vater gerichtet war, erheische eine strenge Bestrafung. - - Wegen Diebstahls hat das Amtsgericht in Dillenburg den Arbeiter Emil P. aus Köln zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Es handelte sich um den Diebstahl von Handtüchern. Der Angeklagte hat gegen das •Urteil Berufung eingelegt mit der Behauptung, daß er als Täter nicht in Frage komme. Da die Sache bereits 2 Jahre zurückliegt, können heute die Zeugen die einzelnen Handtücher nicht mehr genau wiedererkennen, behaupten aber, daß die ihnen damals vorgelegten Tücher bestimmt ihr Eigentum waren. Das Gericht ermäßigt die Strafe auf 2 Wochen Gefänan.is. — Der Walzmeister August W. ist vom hiesigen Amtsgericht mit noch einigen anderen Personen s. Z. zu einer Geldstrafe von 10 M k. verurteilt worden, weil er entgegen der Verordnung des Reichspräsidenten an einem öffentlichen Umzug auf öffentlichen Straßen und Plätzen teilgenom- men hat. Es handelt sich um den Umzug in Wetzlar am 19. Oktober 1923, wo Teile der Belegschaft der Firma Buderus im Anschluß an eine vorausgegangene Betriebsversammlung einen Demonstrationszug unter Vorantragung einer roten Fahne und Absingung der Internationale durch die Hauptverkehrsstraßen der Stadt veranstalteten und vor dem Landratsamt und Rathaus demonstrierten. Der Angeklagte hat bei seiner gerichtlichen Vernehmung behauptet, weder an der Betriebsversammlung noch an dem Umzuge teil» genommen zu haben, was auch von einem früheren Mitangeklagten, der jetzt als Zeuge vernommen worden ist, bestätigt wird. Don den heute vernommenen Zeugen erklärt der eine, daß W. damals bestimmt dabei gewesen sei Die Aussage dieses Zeugen wird von zwei weiteren Zeugen unterstützt. Die Berufung des Angeklagten wird verworfen. Q Wetzlar, 5. März. (Amtsgericht.) Gegen Strafverfügungen der Polizeirerwaltung Groh-Rechtenbach wegen groben Unfugs hatten der Friedrich K. und Wilhelm Sch. aus Groß-Rechtenbach Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Sie bestritten beide die ihnen zur Last gelegte Übertretung und behaupteten, Burschen auS Klein-Rechtenbach seien die Übeltäter gewesen, was auch in der heutigen Verhandlung seftgestellt wurde. DaS Gericht erkannte daher auf Freisprechung. — Wegen Bettelns wurde der seinerzeit hier festgenommene landstreichende und schon vielfach wegen Bettelns und Landstreichens vorbestrafte Anstreicher Oskar H. aus Wehlen zu 6 Wochen Haft verurteilt. 3 Wochen Untersuchungshaft wurden angerechnet. — Wegen Diebstahls war der Bergmann Wilhelm H. aus Niederwetz angeklagt, weil er im November 1924 etwa 1,5 Rm. Eichennuhholz aus dem Gemeindewald Niederwetz entwendet haben soll. H. bestreitet den Diebstahl und behauptet, er habe im Jahre 1923 Holz gekauft gehabt und daher das fragliche Holz für das Eeinige gehalten. Da auch die Aussage des Zeugen die Voraussetzung der widerrechtliche Aneignung nicht ergaben, erfolgte Freisprechung. — Der Ehefrau Lina H. geb. K. war zur Last gelegt, im Jahre 1924 drei Diebstähle begangen, und zwar 1. dem Invaliden O. ein Paar Halbschuhe. 2. dem Kaufmann D. in Wetzlar aus seinem Geschäft eine Tasse und 3. dem Schlosser Heinrich P. in Wetzlar eine Brieftasche mit 23 Mk. Inhalt gestohlen zu haben. Während die Angeklagte die Diebstähle zu 1 und 2 bestreitet, gibt sie den Diebstahl zu 3 zu. Das Gericht erachtet sie durch die Zeugenaussagen auch des Diebstahls zu 2 für überführt und diktiert ihr wegen der Diebstähle zu 2 und 3 — zu 1 hatte der Staatsanw U die Anklage zurückgezogen — 2 Wochen Ge sängnis zu. — Wetter hatte sich der Kaufmann Friedrich M. aus Wetzlar wegen Unterschlagung zu verantworten. M. sollte, wie die Anklage behauptete, als Gor itr 6L .Dor schrifst bat Blatt lang und breet ober de Froo, de hunneri Johr olt worden iS — wat iS dor nur grott bi: mien Vadder, wenn de noch leben da, de toeer nu all hunnertunelben!" Sonntagsdienst d.Aerzte u. Apotheken am 8.8.25. Dr. Geyer. Dr. Neumann. Engelapotheke. Zahnarzt: Dr. Koch, Südanlage. Hört ihrleul, und laOt es euch verkünden, „Komet"und keine bessereiünnt ihr finden! Das neue Modell K 24 der Komet-Freilaufnabe ist ein Glanzstück der Fahrradtechnik. Kein Fahrrad sollte ohne diese Präzisionsnabe sein I Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonSttsch Theater-Anekdoten. W. ist ein ausgezeichneter Charakterdarsteller, aber die Gabe des Gesanges ist ihm versagt. Trotzdem muhte er in einer Posse singen, er hatte große Angst davor. Der Abend naht, sein Herzklopfen wird immer stärker. Mitten in dem langen Couplet bleibt er stecken — der Text ist ihm vollständig ausgegangen, und das ganze Couplet singt er zu Ende mit: „lataloÜT — — geht ab, und sagt triumphierend: «Wenn ich jetzt nicht die „Geistesgegenwart" gehabt hätte, lalatakt zu singen, wäre ich stecken geblieben". Norddeutscher Humor. Dat Klockenspitt. Vor en por Johr kummt mal son lütten KaffeesachS no Hamborg. Op'n Hoppenmark heuri he bat Klockenspitt „Ein feste Burg" pingeln. „Ne, Heer n Se mal", seggt he to en Spieker« arbeitsmann, „das beert sich ja ganz wunderbar an!" „Dat hüt is noch gornix", seggt de Mann, „dor möten Se mol körnen, wenn'n Senoter dod- bieben is: denn spell all' de Klocken von all' de Hamborger Toorns veerteihn Doog' lang kn eenen Törn: Nun danket alle Gott. Buntes Allerlei. Vom Hornberger Schießen. Man kennt die Redensart „das geht aus wie das Hornberger Schießen", wird aber selten in der Lage sein, Genaueres über den Gang dieses Schießens anzugeben. Es war resultatlos — aber warum? Der gute Markgräfler Wein soll daran schuld gewesen sein. In zwei aufeinander folgenden Jahren (1665 und 1666) hatte es im rheinischen Oberland eine so gute Weinernte gegeben, daß man für wenige Kreuzer eine solche Menge Markgräfler sich einverleiben konnte, daß die Klarheit des Geistes ins Wanken geriet Als nun Johanni 1667 in Homberg das Königschießen stattfand, gelang es keinem Schützen, die Scheibe zu treffen, so daß an Schützenkönig und weiteres Feiern nicht zu denken war. Damit die Hornberger nun aber nicht bloß diesen Schaden, sondern auch den nötigen Spott davontrügen, berichtet die Chronik weiter von dem Versuch des Bürgermeisters und des Rates, doch noch einen Schützenkönig ausfindig zu machen. Sie beschlossen, den Scheibenanzeiger zu beauftragen, „zu messen, wie nahe und weit ein jeglicher von den Schützen an der Hcheibe vorbeigeschossen: derjenige aber, so zunächst daran war, wenngleich ohne sie zu treffen, der sei unser König". Leider war der Scheibenanzeiger ein zu ehrlicher Mann, um den in dieser Aufforderung liegenden garten Wink" zu verstehen. Er meldete einfach, daß die Kugeln keine Spur ihrer Flugbahn in dem Luftraum gelassen. Daraufhin „schüttelten alle die Köpfe, und es war das Hornberger Schießen zu Ende". Kreuzwortrittselstatistik. Die Leidenschaft für Kreuzworträtsel, die über die ganze Well verbreitet ist, hat in den Vereinigten Staaten beängstigende Formen angenommen und natürlich auch die Statistiker beschäftigt. So will ein Amerikaner auSgerechnet haben, daß sich etwa 90 Millionen P er- fonen in den Vereinigten Staaten mit den Kreuzworträtseln beschäftigen. Es würden also fast nur noch die Säuglinge und die unmündigen Kinder übrig bleiben, die stricht dieser Leidenschaft erlegen sind. Gin anderes Zeichen dieser Manie ist es, daß in Nordamerika während des letzten Halbjahres 1924 fast 3 Millionen Wörterbücher mehr oert'uft worden sind, als in der selben Zett 1923. Dies läßt sich nur durch den Eifer der Rätsellöser erklären, die im Lexikon nach Worten suchen. Eine noch eigenartige Folge aber. hat die Mode in England gehabt. Hier wurden in der Zett vom 1. September 1924 bis 1. Januar 1925 355000 Radiergummis mehr verkauft, als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Auch dafür findet man die einzige Erklärung in dem Verbrauch der Rätsellöser, die beim Ausprodie- ren her Worte häufig radieren müssen. Der Branntwein als Allheilmittel. Während man heute dem Branntwein eher eine gesundheitsschädigende Wirkung zu- schreibt, hielt man ihn in alter Zeit für ein Allheilmittel, das in allen möglichen Fällen angewendet wurde. Da heißt es: „Der Branntwein ist gut für die Gicht, die kranken Glieder damit zu bestreichen. Wer heiser sei, der bestreiche sich mit gebrannten Wein um den Hals und trinke ihn morgens nüchtern. Wer alle Morgen einen halben Löffel vom Branntwein trinkt, der wird niemals krank. Item, wenn einer sterben soll, so gießt man ihm ein wenig gebrannten Weines in den Mund, so wird er vor seinem Tod reden. Wer solchen Wein in einen Toten gießt, der verfaulet noch verstinket nimmer auf der Erden noch darunter. Denn man Fleisch damit bestreicht, es sei roh oder gesotten, so fault und stinkt es nicht. Welcher Mensch den Stein in der Blase hat, der trinke fein alle Morgen ein wenig Branntwein: das zerbricht den Stein, und kommt von ihm und wird gesund. Auch wer gebrannten Wein alle Morgen trinkt, der bleibt gesund am Herzen, an der Lunge oder Leben. Der gebrannte Wein ist auch gut dem Menschen, dem das Haupt weh tut, auch wer trübe und rote Augen hat, der streiche ein wenig davon auf die Brauen, und wenn er schlafen geht, so tröpfle er ein Tröpslein in die Augen, so wird er gesund. Item, wer nicht hört, der tue ein Tröpslein in die Ohren, so wird er wieder hörend. Auch wer wassersüchtig sei, der trinke gebrannten Wein und streiche ihn um den Bauch, wan ner aus dem U Nur noch Montag, Dienstag, Mittwoch von Mk. 0.95 an von Mk. 1.80 an von Mk. 1.90 von Mk. 9.75 an an von Mk. 16.--- an von Mk. 0.75 an Fritz Nowack Wäschefabrik und Ausstattungshaus .51 85 cm breit . . 100 cm breit . . 130 cm breit . . . Mk. . Mk. . Mk. 1.90 2.25 3.15 Vitragen für Scheibengardinen in großer Auswahl . Ruloköper beste deutsche Qualität, Spannstosse nurQualitäten, 130 cm breit . . . Stores ca. 2000 Stück in verschiedensten Ausführungen und Preislagen, sämtlich vollgroß ............... Handarbeits - Stores mit echten Filet-Motiven...... Handarbeits - Stores mit breiten Filetantique-Einsätzen. . Etamine in vielen Mustern und Qualitäten, 130 und 150 cm breit....... Dekorationsstoffe in Leinen, Madras, Rips, Kunstseide, Velvet usw. weit unter Preis ............................................................................................................................................................................ ................ ............................... ..... .................... Gardinen-Tage zu Ausnahmepreisen! Elegante Handarbeits-Stores in Handfilet, Handstickerei, Hand- Klöppel, Künstlerentwürfe in reicher Auswahl Madras - Garnituren hellgrundig, vollbreit......... von Mk. 9.75 an Madras-Garnituren dunkelgrundig, in größter Auswahl, bis 50% ermäßigt Den reellen Tagespreis in bar zahle ich für: ParabelSum und Mauserpistolen Kal. 7,63, Visier 1000 Meier mit und ohne Anschlag- Kasten oder tausche auf Wunsch: 02100 1 Mauserpistole 7,63. mit Kasten, gegen einen erst, klassigen Prismenfeldstecher, 1 Parabellumpistole gegen fabrilt neue s jag ö- oder Opernglas. Ankauf erfolgt für einwandfreie Zwecke und find an mich gelieferte Pistolen beschlagnahmefrei! Robert Geller, ©ptttu. massen, Frankfurter Str. 19, p., Gießen, am Bahnübergang. Geschäftseröffnung! Der werten Einwohnerschaft von Gießen und Umg. zur Mitteilung, daß ich mit dem heutigen Tage an hiesigem Platze Löberstratze 3 ein Schlafzimmer l - Eiche von 500 Mark an Tanne gestrichen von 300 Mark an 3 Nußbaum poliert | aus langfristige Teilzahlung | S günstige Preise schöne Modelle S«Aal«MS?Slednl.I I Telephon 891 Lindenpl. 1 Ak | M I Drucksachen aller Art XÄTS'Sn Ht vrühl'sche Universitäts-Druckerei, K. Lange, Stehen, Zchuiftr. 7. errichtet habe. Alle vorkommenden Arbeiten, wie Gas-, Wasser-, Klosett-, Kanal-Anlagen, Vadeeinrichtungen ».Zentralheizungen werden sachgemäß ausgesührt. Installatiommeister Karl Schäfer Wohnung: Neuenweg 42 01103 ----- gegr. 1864 ----- I Sonntag, den 22. Mürz 1925, < nachmittags 4*/, Uhr in der Neuen Aula der Universität Konzert Leitung: Herr Otto Görlach Mitwirkende: Fraulein Anni Delp aus Darmstadt (Violine) Herr Kurt Richter (Mitglied) Tenor Orunögeoanre: Soll - helmol - Dalerlanö Es gelangen zum Vortrag: Ehöre von Schubert, Wiesner, Schwarz, Silcher, Sonnet, Kirchl, Mendelsohn und Straetzer. Diolinsoli von Schultetz und Mozart. Lieder für Tenor von Mendelsohn und K. Wagner. Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn Ernst Ehallier, Neuenweg und nachmittags an der Kasse. Eintrittspreise: 1. Platz 2.50 Mk., 2. Platz 2.- Mk., 3. Platz 1.50 Mk. II. Samstag, den 21. Mürz 1925, abends 8*/, Uhr in der Neuen Aula der Universität Konzert für Mitglieder mit gleichem Programm wie am Sonntag Saalöffnung 7*/, Uhr Eintrittskarten für Mitglieder und deren nächste Angehörigen (2 Stück) sind vom Montag, 9. März, bis einschl. Donnerstag, 19. März, gegen Vorzeigen der blauen Mitgliedskarte und Entrichtung einer Gebühr von 1 Mark für jede Karte bei Mit- glicd Herrn Friseur Lotz, Bahnhosstr 33 abzuholen. 2412c Treibriemen I Grobes Lager in la baut. Kernleder • Treibriemen, Kamelhaar Dalata.Becher- werksgurte, wasierdichtc Decken und Planen. 0UC3 XI. Jentzen, Gießen, Neustadt 32, Tel. Sperrholz In Gaboon. Erle und Kiefer 3—25 mm schweb. u. bayr Hobelbretter, sowie Soa- Herlatten, Bretter >md Dielen tn allen Starren, ,benso (Sieben, Buchen- und Eichenschnittware liefern in allen Stärken franko jeder Station. 2196c Eugen Dürr & Co., Gießen Telephon 149, lllllllIIIIIIIIIllllllllllHill IllillllllllllllllllllIIIIIIllllllllllllllll Saalbau Sauer Sonntag, den 8. er., abcndS 8 Ubr 5.01. MIMlSW Leitung: Herr Qbermusikmeitter Löber 02022 ...................................................................... 2393c Vogtsche^ f Handelsschule, SieBenA ' Goethestraße 32 ' Beginn den 12. Schuljahres 10 . April in dem aenerb. Scünlgabaude. L u. 2-Jahreskl. Höh. Hand.-, k Kl (•/tU.ljahr). Prosp.u.Anm. k d.d Schulltg. Dr. Reukauf Ä ^^Dipl.-Kaufm., Dipl.- Handelslehr. Meine SLWimmer SpelsezlMAer Aireszimmei SNegeioilAWge« ElvzkWtzel sller All MmöSel in SM «.Mer M«"s, Wsiselollgves «iiö Seile« Mimt- und Wlege- mairü6e« foraie kdWlelke Selle« Beste Cualität — Niedrigste Preise. Auch auf Teilzahlung. WM "ff 2426a Walltorstrahe 37. hMorHBINeom Fensterleder, Schwämme, Ausklopfer,Türvorlagen, (Bartengeräte aller Art Ludwig llohlermann IV Bleichstrahe 12. 02024 Marie Spies Heinrich Weiß Verlobte • Mittelweg 7 Frankfurter Str. 94 * Gießen, März 1925 02074 r Die Verwendens: wen Hallmayer’s Pflanzendünger bedeutet, daß Sie Ihren Blumen und Pflanzen die notwendige Nahrung, Q ge-'J. U* I2i vertue/9 f nachher!!! TRIONA Mssmel 9UmmisdÄ ÄÄ1*“ 'Rfiffpnhnlfpr gummielastisch mitcingearb.Fig. D.R.P. UUlltUIJimtl D.R.G.M.833,299, 836,025, 840,999 Samen-®efpnöiieil5- D R. ®. M.- Nr.900,026ärzt U") empfohlen sind unent- JMMNve» behrlich für jefce Dame Nur direkter Verkauf an Private. Tüchtige Stellvertreterin werden für alle Plätze eingestellt. Sofort hohes Einkommen. - Schriftliche Angebote an Bafel & (To., Frankfurt a. M., LLitzowstratze 18 Fabrik gesetzlich geschützter Wäscheartikel. „roA v 59/61 Kt!»roff? gr»h Nr- im 42. Lebensjahre. Gießen, den 6. März 1925 02071 02060 Statt Karten. abzurufen. Umd Gießen, März 1925. Die Einäscherung hat in der Stille stattgefunden. 2410D 02108 02073 Die im Licher Stadtwalde Hochbau. Iie^enieurbao. Klein 8 Stiefel Fulda G. Ai W 2226D bei Arnold. 2218V W. feile, Samenhans licli Telephon 1403 2441c Telephon 12 Llete frei. • ' ■ ' Hf?i-EÄSfes 3. 4. 5. 6. 10 31 39 einzeln und kombiniert 5,41 13,26 9,90 a) Eichen-Stämme: Klasse 2 Stück — 2,38 Fstm. Im Namen der Hinterbliebenen: Kommerzienrat Adolf Noll Bandsägen Mel- maschinen je’ w ir Drucksachen aller Art lief'”'* In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'eche Unlv.-Druckcrel, R. Lange, 3. 4. Sain tiefem Schmerz: Heckroth und Kinder Klinkei Weigel Germer Gießen, Mainz, Frankfurt, Partenheim, den 5. März 1925. Johann Familie n Im Namen aller Hinterbliebenen: Max Weißbäcker. Beerdigung: Montag, 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgehebtc. Frau, unsere treusorgende unvergeßliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Leihgestern, den 7. März 1925. Die Beerdigung findet Montag, den 9. März, nachmittags um 2 Uhr, statt. Die Angebote sind nach Sortimenten und Klaffen getrennt bis zum Dienstag, dem 10. Marz, nachmittags 3 LIHr, an unterzeichneteBürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart der anwesenden Bieter die Ocffnung erfolgt. Das Holz ist mit Rinde gemessen und wird auf Verlangen vorgezeigt. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Albach, den 2. März 1925. Hessische Bürgermeisterei Albach. Zur Aussaat: M BliimeiM. GeMWe» Wirklich seidefreien MMen Wk ee LMlie (kW! ee) GeMe, BJeiö lee SUWSeiMe Die Beerdigung findet Montag, den 9. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. In tiefstem Schmerz: Frau Margarete Rumpf nebst allen Angehörigen Stift She ®e ihi öerstander es die Fi verursacht zu einem die daS e schweren i Derartige denllich a jett. M punftc gtll 3ufn Kg Sfi* für dtt " traler t den!« ersten M „ii ®» behal" behauM Versailler Las st""r einen fr» gieiunM gleicher » SchveSei trau ' Seruiu"? eine neutral esie deS Sa grüsten. da wird, die t stch in eine in der W die Prasu» einen Deo einheimisch lofein toic Jahren di' Schicksal d haben wird ein Schuh > nach dem 2 teiri) aber garantiert Todes-Anzeige. Heute nachmittag 4 Uhr entschlief sanft nach nur zweitägigem Krankenlager mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Fritz Rumpf Kaufmann bj F ichten. Stämme: Klaffe 1 Stück = 0,82 Fstm. « 5 „ = 4,34 „ u 32 „ =21,11 , . 122 „ = 35,50 „ zu Marburg/Lahn. Oslerstursus vom 30.März bis st.April 1925. eiofflUtung la öle Bolts- n. Sfaofslanöe Vortragende: Die Herren Professoren Iaenfch, Ntebergall, Schultze Jena (9]tar- burg),Hahne(Halle);Privatdozentenu.Dres. Gerber, Karsch, Kaehler, Mannhardt, Pongs, Schenk, Stephani (Marburg), Schumann (Tübingen). 24490 Gebühr: 20 Mk. Mensa-Verpflegung. Nachweis btll. Wobnungen. Anmetd. (bis 15. Mär» erb.), Auskünfte u. auSs. Ankündigungen vermttletl die Geschäftsstelle der Marburger Ferienkurse. Marburg (Lahn) Rotenberg 21. Deutsche Bu> se.___________ RiinleMto SrWalMMs Zeal Sriglülil ßrieioener Menöorfer Original Mrlss Menöor er sowie anerkannte Absaaten LnhirMiill und Garlenliau kauft alle Sämereien Landesbangewerksclinle Holzminden Beginn d. Sommersemesters 1.4.1925. Auskunft kostenlos. 21l0A Autofahrten werden prompt und zu billigsten TageS- preisen ausgeführt. Löberstraße 3. Telepp. 122:. o2oe7 15. Fvrtse « . Der Senaten t Weben d reden, abe entbehren/ Der $ »Peter Der I -'s Po Detter , Als e 'Vrach Ler beimö6 Aet sjch ^ fiel eh, Ä ÜA* Parat.- DatA n "Dasil halfst b M Ich En? Sl* kkUs R; ,9er ta Etielie leekrolh B kMItz nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im kaum vollendeten 38. Lebensjahre in ein besseres Jenseits Am 5. Marz, morgens 3 Uhr, verschied in der Klinik in Gießen meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, unsere liebe Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau Marie Herzberger geb. Scheid im 40. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Wilhelm Herzberger und Kinder. Harbach, den 6. März 1925. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. März, nachmittags 3 Uhr, in Harbach statt. 02070 SlWM in Wolle und Daunen werden angefertigt und umgearbeitet, gelieferte Zutaten mit verwendet. 02TO8 Fertige Decken mit Halbwoll- und Schafwollfüllung in modernen Farben preiswert vorrätig. E. SAN, WWlstk. 24 L« Holzversteigerung. der Fürstlichen Lbcrförsterci Lich. Dienstag, den 10. März, 9.30 Uhr vor- tnittags beginnend, werden in Steins Saalbau zu Lich aus den Distrikten Mühlberg, Konzebühl, Höler, Hard und Langc- berg versteigert: Raummeter: Scheitholz Buchen 100, Eichen 27, Fichten 22. Änüppel: Buchen 60, Eichen 43, Fichten 25. Ltockholz: Buchen 179, Eichen 104, Fichten 110. Reisholz: Buchen 870, Eichen 400, Kiefern 10, Fichten 140. Nutzrollev Buchen 17, Schichthaufen Fich. ten 70. Derbstangen Eschen 20 Stück. Rot unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Man beliebe, sich das Holz vorher anzuschen. Auskunft erteilt Förster Hcufer, Lich, Fasanerie (Fern. ruf 19). 2182V Der Voranschlag der Gemeinde Stangenrod für das Aj. 1925 liegt vom 8. bis einschließlich 14. März I. I. zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen auf unserem Bureau offen. Gs wird eine Umlage erhoben, wozu auch hie Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, den 5. März 1925. Hessische Bürgermeisterei. Kn auß. 24O1D Holzschneiden mit Mororbandsage wird übernommen. Kohlen Handlung Abel Teleph. 865. 02010 2400 qm ctnge« friedigkeS erstklassig. MM ist auf mehrere Iah« re, im aanzen oder in drei Tellen au verpachten. 02051 WicicckerWeg 24. Honig neuer Ernte, ga» rantiert rein 9 Pfti. notto x 10.40 5 Pili, netto ./< 6.40 einschl.Porrou. Ver- pack.neg.Rachnahme. AichtgesallendeS nehme zurück. $,, Aufdeckung feiner Verfehlungen verzichtete 3. auf Amt. Gehalt und Pension. Ler Angeklagte beruft sich darauf, daß er in seiner Familie schwere Schicksalsschläge erduldet und nur aus Aot gehandelt habe. Er ist in vollem Ilmfang geständig, so daß der Staatsanwalt auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen verzichten konnte. Die Verhandlung ergibt, daß 3. daS Vertrauen seiner Vorgesetzten genossen hat. Die von der Verteidigung geladenen Entlastungs- zeugen bekunden, 3. sei stets ohne Bedürfnisse gewesen und habe für sich selbst nicht viel verraucht. Aach Beendigung der Beweisaufnahme führt der Staatsanwalt auS: Er wolle zugeben, daß 3. mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, aber von einer Aotlage könne doch keine Rede fein. Dagegen spräche schon die Höhe der veruntreuten Summe. Offenbar habe der Angeklagte den Ansprüchen, welche seine Familie an ihn gestellt habe, nicht den Widerstand entgegengesetzt, den er hätte entgegensetzen müssen. Alsdann legte er dar, daß es sich hier nicht etwa, wie sonst meistens, um Amtsunterschlagun- aen, sondern um Betrügereien gegenüber der Kreiskasse handele. 3n dem Dorweisen der gefälschten Belege sei eine Vorspiegelung falscher Tatsachen zu finden. 3m übrigen seien die Fälschungen der Belege und die falschen Einträge in die Register als Urkundenfälschungen im Amt im Sinne der Paragraphen 318 und 349 StGB, zu charakterisieren. Diese Vorschriften liehen nur Zuchthausstrafe zu, mildernde llmstände seien ausgeschlossen. Der Staatsanwalt behandelt die mildernden Umstände, die 3. zur Seite ständen, ausführlich! er verweist auf das lange, tadel- freie Beamlenleben, auf sein sofortiges und unumwundenes Geständnis, auf den Verlust seines Amtes und Pension, auf den schweren Daseins- kämpf, den er nach Verbüßung der Strafe zu führen habe. Andererseits seien strafschärfend die Höhe der veruntreuten Beträge, die zahlreichen Fälle und die Raffiniertheit des Vorgehens in Betracht zu ziehen; auch habe er das Vertrauen seiner Vorgesetzten gröblich getäuscht, seine Verfehlungen fielen auch in eine Zeit, in der der Staat mit den größten finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und die anderen Beamten sich mit geringen Gehällern hatten begnügen müssen. Der Staatsanwall beantragte eine Gesamtzuchthausstrase von zwei Jahren drei Monaten und dolle Anrechnung der Llntersuchungshaft. Aachdem der Verteidiger in nachdrücllicher Weise auf die mildernden Um- stände hingewissen und seiner Ansicht, die Register seien keine ösfentllchen Urkunden, Ausdruck gegeben, fällte das Gericht folgendes Urteil: zwei Jahre drei Monate Zuchthaus, 5 00 Mark Geldstrafe, Aberkennung der bürgerlichen Eh-renrechte auf die Dauer von drei Jahren, Anrechnung von fünf Monaten der Untersuchungshaft. Der Angeklagte erklärte in seinem Schluh- wort, er sei ein Opfer des Staates, und erbat sich wegen Anerkennung des Urteils Bedenkzeit. Den Vorsitz führte Landgerichtsrat K ü ch l e r, alS Sraatsanwall fungierte Staatsanwlt Justiz- rat W e i d e m a n n, die Verteidigung lag in den Händen von Rechtsanwalt Mendelssohn. Wie wir hören, hat 3. das Urteil nunmehr anerkannt und ist bereits heute. Samstag, nach Marienschloß verbracht worden. Wirtschaft. Die Reichsdank am Februar-Ultimo. f2lad) dem Ausweis der Reichsbank vom 28. vorigen Monats ist die Wechsel- und Lombard- aqfage der Dank in der letzten Februarwoche um 326.1 (gegenüber 237.4 Ende 3anuar) auf 18F7.3 Mill Reichsmark gestiegen. Da 110,5 Mill. Reichsmark an Rediskontwechseln ins Portefeuille der Reichsbank zurückflossen, während anderseits 28,9 Mill. Reichsmark in landwirtschaftlichen Wechseln an die Rentenbank abgegeben wurden, so entfallen 244,5 Mill. Reichsmark der neuen Kredllvermehrung auf private Anforderungen. Die Summe der bei öffentlichen Stellen rediskontierten Wechsel ist demgemäß auf 500.1 Mill. Reichsmark zurückgegangen. Das Darlehen, der Reichsbank bei der Rentenbank wurde auf 237,7 Mill. Reichsmark abgetragen. Die Abflüsse an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen beliefen sich insgesamt auf 563,1 Mill. Reichsmark. Der Aotenumlauf wuchs um 423,4 auf 2106,2; der Umlauf an Rentenbankscheinen um 139,7 auf 1736,2 Mill. Reichsmark. Einschließlich des Umlaufs an Scheidemünzen — etwa 415 Milt. Reichsmark — und an Privatbanknoten — etwa 140 Mill. Reichsmark — ergibt sich für Ende Februar ein Zahlungsmittelumlauf in Deutschland von 4.4 Milliarden Reichsmark (gegen 4 2 Ende 3nuaar und 4,3 Ende Dezember). Den fremden Geldern der Bank wurden zum Ultimo 104,1 Reichsmark entzogen, so daß sie auf 917.5 Mill- Reichsmark abnahmen. Der Goldbestand zeigt eine weitere Erhöhung um 27.3 auf 907.3 Mill- Reichsmark. Die zur Golddeckung hcrangezogenen. Devisenbestände wurden um 9 1 auf 302.4 Mill. Reichsmark verstärkt. Das Aotendeckungsverhältnis ging infolge der beträchtlichen Steigerung des Notenumlaufs zurück, und zwar die Deckung durch Gold allein von 52.3 auf 43.1 Proz., die Deckung durch Gold und Deckungsdevisen von 69,7 auf 57,4 Prozent. Der Scheidemünzenbestand verminderte sich um 3,3 auf 62,2 Millionen Reichsmark. * D i e 3nderziffern. Die auf den Stichtag vom 5. März berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 25. Februar von 136,7 mit 136,7 unverändert geblieben. Für den Durchschnitt im Februar ergibt sich ein Rückgang der Grohhandelsinderzifser von 138,2 im Durchschnitt im Januar auf 136,5 oder um 1.2 v. H. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten, | Dte nacy der viSyertgen Berechnungsart die Ausgaben für Ernährung. Wohnung. Heizung, De- lleidung und BeleuAung umfaßt, beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Februar aus 125,1. 3m Vergleich zum Vormonat (124,0) ist eine Steigerung von 0,9 v. H. festzustellen. * Anhaltende Oelfunde be i Hannover. Die CrdöI-Bergbau-A°G. Celle hat bei Peine neue Bohrungen vorgenominen. 3n diesem Gebiete wird stark gehaltiges Rohöl gewonnen, welches wegen seines hohen Benzingehaktes besonders wertvoll ist. Aus den bis jetzt in Betrieb befindlichen acht Bohrungen werden jährlich über 1000 Tonnen Oel erzielt. 3m Bezirk von Aiemhagen ist der Oelauswucs der Bohrung Anton Raky I. und Rig f. in den letzten Tagen derart gewesen, dah der ganze Platz und die umliegenden Wiesen etwa einen halben Meter unter Oel stehen. Der Ausbruch hält weiter an. * Rückzahlung chinesischer Dor - kriegsanleihen. Die chinesische Regierung hat 1017 Stück der Goldanleihe von 1912 im Werte von 5 Millionen Pfund zwecks Rückzahlung am 30. September ds. 3s. aufgerufen. Die Einlösung erfolgt zu pari. * Kapitalerhöhung bei derKabel- werk Rheydt 21.=©.? Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, soll die Gesellschaft eine Erhöhung ihres Aktienkapitals, das gegenwärtig 5 Mill. Rm. beträgt, beabsichtigen. Dem Vernehmen nach*soll den alten Aktionären ein Bezugsrecht eingeräumt werden. Die Geschäftslage wird als günstig bezeichnet. e Detriebseinschränkungen bei PHonix - 21.»®. in Düsseldorf. Auf der Düsseldorfer Abteilung der Phönix-A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb ist 750 Arbeitern gekündigt worden. Die Maßnahme wird damit begründet, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Beschäftigungsmöglichkeit für die zur Entlassung kommenden Arbeller nicht gestatten. 0 Keine Dividende bei der Hapag. 3n der Bilanz itzung des Aufsichts.als derHam- burg-Amerika-Linie wurde beschlossen, die ordent- llche Generalversammlung gemäß den Bestimmungen der Satzungen zum 28. Mär§ d. 3. einzuberufen. Die Verteilung einer Dividende wird nicht in Vorschlag gebracht werden. ’ SineStinnes-Gründungin England. Am 27. Februar wurde in Edinbourg, wie der Londoner Berichterstatter des Fachblattes „Industrie-Kurier" meldet, unter dem Rainen „Hugo Stinnes Ltd." eine Gesellschaft mit einem Kapital von 100 000 englischen P'und gegründet. Zweck der Gesellschaft ist der Kohlenhandel und der Abschluß von Verträgen zur 2lusbeutung von Kohlenlagern. 3m 2lufsich:s- rat der Gesellschaft sitzt Hugo Stinnes jr.. H. B. Williams, Minenbesiher in Glasgow, E. Balster, Kohlenexporteur in New Castle. D i e Londoner Dankrate erhöht. Rach aus London vorliegenden Meldungen hat das Direktorium der Dank von England beschlossen, die Dankrate von 4 auf 5 Prozent zu erhöhen. e Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M, 6. März. An der heutigen Abendbörse kam die scharfe Abwärtsbewe- gung zum Stillstand. Die Stimmung war etwas freundlicher und die Kurse tendierten zum Teil ansehnlich nach oben. Auch das Geschäft, das sich etwas heben konnte, verlief etwas lebhafter. Die Spekulation schritt bei Wochenschlutz zu einigen Rückkäufen, die aber bei den immer noch geringen lllmsätzen nur im großen ganzen unbedeutende Kurserholungen auslösten. Die Besserungen erstreckten sich aus alle Märkte. Das Geschäft in Anleihen aber blieb lustlos. Kriegsanleihen hörte man im Freiverkehr mit 0,590 bis 0,587. Die Börse schloß zuversichtlicher und in gebesserter Haltung. Deutsche Anleihen: Zi/zproz. Preußische Konsols 0 920, Preußenkali 4,40. Ausländische Renten: bproz. Mexikaner, Gold (ab- gestempelt) 38,37, Oesterreichische Staatsrente 2,30. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 154 Braubank 1,90, Commerzbank 6, Darmstädter Dank 13,90, Deutsche Bank 18, Disconto 121,50, Metallbank 112,50, Reichsbank 143,75, Oesterreichische Kreditaktien 9,25. Montanaktien: Buderus 16,70, Harpener 137, Phönix 59, Rheinische Braunkohlen 45,75, Tesius 3,55, Kali Westeregeln 21,37. Chemische Aktien: Badische Anilin 28,12, Scheideanstalt 141, Elberfelder Farben 24,87, Th. Goldschmidt 21,12, Höchster 25, Holzverkohlung 8 25. Elektroaktien: AEG. 11,12, Bergmann 17,37, Licht und Kraft 7,30. Sonstige Industrieaktien: Dyckerhoff 4 25, Gebr. Iunghans 12,5, Karstadt 4,15, Rheinisches Metall 67, Zellstoff Waldhof 11, Badischer Zucker 3,50. Frankentalzucker 4,30, Heilbromrzucker 3,45, Offsteinzucker 3,55. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 6. März. Die heutige Börse eröffnete wieder in schwacher Haltung, doch setzten sich die gestrigen Abschwächungen nur vereinzelt fort, weil den Verk-ufsaufträgen von außerhalb teilweise Deckungskäufe der Spekulation gegen» überstanden. Man befürchtet eine Ausdehnung des sächsischen und Elberfelder Eisenbahner- st r e i k s und hiervon eine Lahmlegung des Verkehrs. Die Verhältnisse am Geldmärkte werden durch die starte Anspannung der Reichsbank charakterisiert, wenn auch der Geldmarkt selbst verhältnismäßig leichtes Aussehen hat. Die Nachricht, dah H a p a g dividendenlos bleiben, übte einen starken Druck auf dieses Papier aus. Hapag setzten 3 Prozent niedriger ein, dagegen waren Hamburg-Süd auf die Dividenden-Erklä- rung zunächst leicht anziehend, gaben aber bald nach. Die Dividendenerhöhung im Sprilkon- z e r n konnte, da sie den Erwartungen entspricht, nicht besonders einwirken. Recht schwach tag auch der Rentenmark, da die Spekulation sich von den demnächst zu veröffentlichten Auf- wertungsgesetzen nichts mehr verspricht. Kriegsanleihe notierte gegen Mittag 0,57. Wie bereits erwähnt, ist die Lage am Geldmarkt ziemlich leicht, die Rachricht, dah die ReichSbank sich zur Rediskontierung von Privatdiskonten bereit erllärt habe, wurde mit Befriedigung ausgenommen. Tägliches Geld 9—12 Proz., Monatsgeld 12—13 Prozent. Privatdistont 8 Prozent. 2lm internationalen Devisenmarkt ist die Lage ziemlich unverändert. London liegt auf die Diskonterhöhung etwas fester. Italien konnte sich leicht erholen. Börsenkurse. Dalum: 5®/. DeuNche NelchSanicibr 4% Deu'sche Reichsanleihe . 37,°/n Deutsche Sieich anleihe 36/ Deutsche Reichsmleihe . Tcuische Lvarpramicnanleibe 4% Preußische Ronsolö . . . 4° o Hessen....... 3'/,% Hessen 3°/o Hessen Deutsche Dertb. Dollar-Anl. dio. Doll Schatz-Änwestng.') 4% Zolltürken 5% (Sulbmerttaner Berliner Handelsgesellschaft. Lommerz- und Prwat-Bank. Darmst. und Naiionalbant . Deutsche Bank Deutsche DerctnSbank . . . . DiSconto Commandit Metallbank........... Mnteldeut'chc Ereditbank. . Ocsle! reichliche Kreditanstalt. Westbank........... Bochumer Guß ...... Buder.6......... . . Taro ......... Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvc^er Bergbau...... Kaliwerke ÄscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln . . . . Laura hülle........... L berbcdarf » , . . Phönir Bergbau ....... Rhein,iahl . . .. Ri. bell Montan Tellus Bergbau . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Tont -Guano Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapüt .. Goldss midt . Gries eimer Electron . . .. Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung . . Rütgersiverke......... Lcheideanstalt ...... Slllg Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . Mainkrastwerke Schlickert........ .. Siemens 4 Halske...... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Henllgcnstaedt......... eguin............ Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgelell chaft Frankfurt. Bet Union A.-G. .... Schuh'abrik Herz Siche? Hellslo i Waldhof Burfcriabrir Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäusel . . Rran'fnrf t "r Ber"^ Schluh- Aut» Schluff. Abciii» bö> l« S»l,ch. fxU 5 Schluhb. l'Ütag* > rle 5. 3. 6 3. 5. 3. 6 3 0 ' 0 0.587 615 r,5 5 0 8 — 0,81 0,80 0 79 0,750 0 85 0 80 1 12 1 1 I 10 1,08 0,54 0.45 n s 0 43 0 92 0,91 0,975 0 0 — — 0 95 0 9 '. — —— I 10 0 95 0 75 — 0 0 0.86 94.75 94,75 04 75 94 75 91,59 91.55 91 65 9 65 10 10 9.75 37 6 38 4 1 10 43 154 154 155 154 6.11 6 6,20 6,20 13 13 9 13 13,1 128 75 1’8 129 126,5 0 43 0 42 — '21 1 1 0 121,50 121 114 25 112,5 1 95 2 2 •1 9 IS 9,25 9 25 o 25 0.12 0,119 0,225 0.25 —- — 81 81 25 16,75 16,70 16,60 16 ' 10 10 9 30 9 74 74,5 75.50 76 75 75,6 83,50 80,51 82.75 80 2 138,75 137 36.80 1 7 17 17.5 17 17,10 21 25 21,4 -1 80 1.13 7 12 7 6 9 6 75 —- 9 7) 9 25 9,25 59 59 59.5 58.4 '2.7i 62 75 r3 3> .2 0 43.75 4 12,13 41 3,65 3,55 — — 94 90 — 88,2.5 3,8 3,71 3,9 3 70 —. - 90,2.5 90 — ___ 5,55 5 50 6,5 5.5 — 1 5 141,5 143 13 27,7 > 28 13 2 ,75 27 25 0 4 0,455 —» ■— 21 21 13 21 20 7 24,75 <3 75 4.6’ 3,6 n 25 5,10 24,40 8.c5 8 25 — 16,75 16,13 16,63 16 20 142 14 । — — '1,2'» 11.13 1 30 11 20 17 50 17.40 16 62 17 90 — — 61,5 62 61 25 72 5 73 73,5 72,9 3 80 3,60 3,8 8 5 5 5 5 50 5,6 5,5 3 3 3 5 — — 8.8 8,75 8,5 8,13 — 39 99 0 61 0,61 1,11 — — 1,15 1,12 1,12 135.75 i 2 134 — 2,2 2 25 S 25 4 3 6 3.9 3,5 / 3 2,55 2 55 2 5 10 75 1 10 75 11,13 4 40 4.3r> — — 5 55 3 50 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark ausaedruckl. ®aeno6 ätrtd, London, Neu- York. Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100'XX) Ern beiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 5. März 6 Marz Repar^ 5 16 Amtliche 0 rli> 'iotteru,r si'tir 7111’1 . Okt» <3 -r • 167. 4 167.96 167,54 167.96 '■ c 1'I ’nn Bucn Aires 1,6.58 1,i98 1,664 1.668 oii doll Brss. Antw 21 13 •21 19 21,155 2121 - o!l|UolI Christiania 64 02 64 18 64,0 64 1 voll boll Kopenbagen 75 21 75 39 75,19 7$.37 io . voll Slocklwlm 113 04 113 32 113,02 113,31 ollwoll Heliingfors 10.565 10 605 10 558 10,533 voll voll (fkolien. . 16 97 17 oi 17 08 17 13 voll voll London. 20,002 20,052 20,008 20 058 voll voll 'J/cunorf . . 4,195 4,2O> 4,195 4,2i>» ovl. voll Paris. . . Schweiz . 2', 35 21 41 21,47 21 51 LOli uou 80.66 80 86 59,:- 80.74 80 9? Lol. uoa Spa icn . 6'J 48 69 53 59.57 Japan . . 1.680 1.684 1.688 l,b'l2 '. er uon •Kto de Jan Wien in D-- 0,464 0,466 0,464 0,466 L Olt' v011 UOILJOÜ Ceft. abgest 5,9'3 5,927 69.13 59,27 uoaiuou Prag ... 12.448 12,483 12 <4 12,18 i’Oii|uoU Belgrad . . 6 72 6.74 6 72 6 74 LOH' Oll Budapest. . 5 80 5,R2 5.79 6,81 uuuboU uOIrJUU Bul aricn 3,055 3,06. 3,055 3,065 Lcki'abon 19,975 79 325 20 U!5 19,975 20,(f’5 .L.'jüU Danzig. . . Äonst.ntin. 79,5’5 79. 4 79.51 voll voll 2.104 2,11t 2 104 2,114 voll voll Athen. . . 6,59 6.61 6,59 6,69 V0U!V0U Banknoten. Berlin, 6 März. Amerikanische Noten . . .. . Belgische Noten . ..... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten...... stt -lienische Noten..... Norwegische Noten Deutsch Oesterr,äiooKrone» Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schweizer Noten . Spanische Noten Tschechoslowakische Note» . . Ungarische Noten ... .. . <^er>> I 4.178 21,10 74 9 19 S83 21 12 167 13 17 13 6ö,79 6,903 112.77 80.58 69 82 12 41 6.76 Nr«., nep-irt. OL 4,192 21 20 75 11 20 083 21 54 167 99 17 >1 14 01 6,933 113 33 80,98 59,6^ 12,47 6,78 roll i oll roll doll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 6. März. Es wurden notiert: Weizen 21,50 bis 25,50, Roggen, inländ. 22 bis 25, Sommergerste für Drauzwecke 23 bis 29, Hafer, inländ. 17,50 bis 22,75, Mais, gelb 22 bis 22,25. Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 42 bis 44,50, Roggenmehl 36.25 bis 39, Weizen- lleie 13,50 bis 13,75, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. März. Der Produktenmarkk war bei nachgebenden Kursen ruhig. Das Mehl- gefchäft stockt nach wie vor. 3m Lieferungsge- Ichäft Weizen behauptet. Roggen schwächer. Abschlüsse in Futterartikeln unbedeutend. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt 253 bis 263, do. März 278,50 bis 279, do. 3ult 300 bis 299, Tendenz behauptet, Roggen, märt 249 bis 251, do. Pommern 247 bis 250, do. Mai 277, Tendenz matter, Gerste, mark. 250 bis 263, Futtergerste 215 bis 235, Tendenz still, Hafer märt. 186 bis 192, do. Mai 208,50, Tendenz behauptet, Mais (loko Berlin) 217 bis 220, Tendenz ruhig, Raps 395, Tendenz still, für je 100 Kilo: Weizenmehl 35,23 bis 37,25. Roggenmehl 34,50 bis 36,75, Weizenkleie 14,40, Tendenz still, Roggenkleie 14,50, Tendenz stetig, Biktoriaerbsen 27 bis 32, Heine Erbsen 20 bis 22, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 21, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 12,25 bis 13,75, do. gelb 14,50 bis 16, Serradelle, neu 14,25 bis 16.50. Rapskuchen 17,60 bis 17,80, Leinkuchen 22,50 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 8. März: 8.30 cklhr: Morgenfeier. 1. Präludium über Öen Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan" von B. Klauh, 2. Männerchor „Heilig dem Herrn" von Fr. Händler. 3. Predigt: E. Wächter, 4. Männerchor „Mein Steuermann" von Fr. Häuhler, 5. Postludium von Reinhard. 4 bis -5 iltjr: Kinderstunde. 5 bis 6 cklhr. Schubert- Rachmittag des Hausorchesters. 1. Militärmarsch, op. 51, 1, 2. Ouvertüre „Alfonso und Estvella", 3. Lieder, 4. Andante aus dem Oktett op. 166, 5. Lieder, 6. Marsch ä la Hongroise, op. 54, 2. Ausführung: das Hansorchester, Mitwirkung: Frl. Annie Wiegand (Alt). 6 bis 7 cklhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: 1. Aus dem Geben der Kakteen, Vortrag von Palmengartendirektor Kraus. 2. Von Blumen und Gärten, vorgetragen von Frau Gertrud Paulus. 8.30 bis 9.30 cklhr: Amerikanische Volkslieder. 1. My old Kentucky Home, 2. Der alte Joe, 3. Das alte Heim, 4. Dixie, 5. Heimatssehnen, 6. Rock a bye, baby (Wiegenlied), 7. Kehr' nicht wieder, harte Zeit, 8. Onkel Red, 9. Unfer Herr im Grabe ruht, 10. Vier Krauskopfnegerlein, 11. Alte Liebe, 12. Heil Columbia, 13. Pankee Doodle, 14. Die Roten, Weihen, Blauen. Ausführende: Hendrik Deldkamp-Hol- land (Gesang) und am Flügel Dr. Reinhold Merten von der Frankfurter Oper. Anschließend Rachrichten, Wettermeldung. Sportbericht. Montag, 9. März: 11,55 IHjr: Zeitangabe. 12 älhr: Rachrichtendienst. 12.55 bis 1 älhr: Rauener Zeitzeichen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Hör: Nachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Italienischer Nachmittag des Hausorchesters. 1. Marcia reale von Gabetti, 2. Ouvertüre zur Oper „Norma" von Bellini, 3. Tesoro mio (Walzer) von Decucci, 4. Phant. a. d. Oper „Lucia di Lannnermoor" I von Donizetti, 5. Vecchio Minuetto von Sgam- bati, 6. Phantasie a. d. Oper „Mefistofele" von Boito, 7. O fole mio von di Capua, 8. Phantasie a. d. Oper „Bajazzi" von Leoncavallo. 6 älhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Uljr: Die Lesestunde (Die Novelle): „Der Zweite" von Luigi Pirandello. 7 bis 7.30 Ubr; Funkhochschule. Prof. Künzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unter- nehmertums", 3. Vortrag. 7.30 bis 8 Uhr: Funk- hochschule. Vortrag von Prof. Dr. Swarzenski, Direktor des Städelschen Kunstinstituts: „Vom Sammeln alter Plastik". 8 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr: Grausen und Groteske. 1. Ou- vertüre „Ruy Blas" von Mendelssohn, 2. Das Faß Amontilladv von E. A. Poe, 3. Kitten vn the kehs von Z. Confrey, 4. König Pest von E. A. Poe, 5. Foxtrott von Z. Confrey. Aus- führende: Karl Heinz 3aff6 vom Frankfurter Schauspielhaus, ein Kammerorchester, am Flügel Dr. Merten von der granffurter Oper. 9.30 Uhr. Nachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Kammermusikabend des Arnar-Quartetts. Programm: Streichquartett in O-Moll op. 7 von Arnold Schönberg. Ausführende: L. Arnar (1. Violine), W. Caspar (2. Violine), P. Hinde mith (Drafche), R. Hindemith (Cello). Leciferrindragees der Liebling aller Blutarmen und BleichsUch&gen Nähr- und Kräindungsmltiel Wenn irgend ein Familienmitglied mit Blutarmut Bleichsucht nervöser Kopfschmerzen, Verdauungs- unc Ernährungstörungen behaftet ist ist es wichtig, sofor daiau zu achten, daß das Blut verbessert und erneuert wird. Leclfentadrag^es schaffen frisches gesundes Blut and beseitigen schor nach kürzet Zeil diese Störungen, Zo haben in Apotheken und Drogerien Preis pro Schachtel M. 250 Salem Chem. Industrio, G. m. b H., Frankfurt a. M. SpeichentraHc 4/5 Verkaufsstellen in Gicfleii: C ntral-Droaerle, I Schnlstraße; Germanis-Drog., Frankfurter Str. 39 r Bei lästigem Husten wett wir Ihnen, die von Sterben als kräftiges Hustenmittel beruoirnnenb begutachteten Caaittn Husten-Bonbons au nehmen. Virbern die 3 duner* zen, lösen den Dckilettn Sagitt n- > onlmn<< sind in allen Apotheken erliöltt. Sieks uorräii i: Avoiheke Krofdorf. Solvolich ist in einschlägigen Geschäften zu haben. Fattinger'Werke A.S., Berlin 7kW7. Reform bei n Kleider. •_________ w 2431c statt' (jTtiSch ein gen aus .30 Ufr: Die Lese- Hveiie" von fongi Msi)vch^chnle. 'Pros. deS deutschen Unler- i 50 biS 8 Uhr Jim!° ^s. Dr. SwarzenSii. ^unstinstilutS: .Jom \ fr : Englischer Unter- nb Groteske. 1. 0u= NendelSsohn, 2. Da? I Poe, 3. Äittin er 4. König Pest von n Z. Evnftey. Aus- f6 vom Frankfurter wrchester, am Sluac- rter Oper 9.30 Ufr SpDrtbericfr 10 vis ies 2lmar-2uarte"s i V-Mll op. I ron hrcnde: L. Amar Jivlinei, P. hmdc th lEeiioi. AUIANZKONKRN Allianz Versicherungs-Aktien -Gesellschaft in Berlin AU tanz Lebemveriicherungrovidrntla Frankf. Vcrs.-Gcs. InFrankfurt a.M. Brendenburger Spiegelglas-Vers. A.-G. in Berlin Union Allgem.Deutsche Hagel-Vers.-G.,Weimar Deutacher Phönix Vers. A.-G. in Frankfurt a. M. Wilhelma in Magdeburg, Allgem. Vers. A.-G. Versicherunßszweige: Transport, Feuer, Haftpflicht, I nfall. Einbruchsdiebstahl, Beraubung, Kredit, Kaution Maschinen, Valoren. Pretiosen. Aufruhr, Auto (Kasko, Unfall. Haftpflicht), Leben InvaUdlllt, Renten, Pension, Glas, Wasserleitung^Schäden, Hagel. Pferde und Vieh AuBkunflsstelle In allen Versicherungaangelegenheiten Lichtspielhaus, Bahnhofstraße IW Nur noch heute: "WS DAS BLONDE HANNELE Ein Spiel von Liebe und Intrige in 6 Akten. Ein herzinniger deutscher Film, genial entworfen, ge ragen von dem taufrischen Spiel der sci.öuen BAKU ME.XTL - Ferner: Irrlichter der Tiefe. Ferner: Hl Die Trauerfeierlichkeiten und üeberführuug der III Hl Leiche des Reichspräsidenten Ebert in Berlin. ||| Ab morgen Sonntag: Weib gegen Weib Die Geschichte einer Kriegsliebe. 7 Akte. Dieser hervorragende Film wurde mit dein denkbar größten Erfolg in allen Hauptstädten der Welt gezeigt. Das Thema Lt höchst aktuell, Regio uud Darstellung erstklassig. DF Dazu ab Sonntag gleichzeitig: "UQ Astoria-Lichispiele« Lichtspielhaas^Pa'ast-Liclitspicle DieTrauarfeierlichkeitenu.Ueberfiihrungder Leiche des Reichspräsidenten Ebert in Berlin. Astoria-Lichtspiele Selters weg Nur noch heute b. einschl So^nt. Die Jagd um die Welt in 18 Tag 3. Teil u. Schluß — Dazu: Drei Lustspiele und Grotesken als Beiprogramm Palast-Lichtspiele Kirchenplatz Nur nr-ch heute b.eii:sehl Sonnt Ein Spiel ums Leben Dr -ina i>> 6 Akten, ferner: Der Hahsatermane, glän- zeude Ko uödie i:> li Akten. Hauptrolle Evi Eva gestrickte, wollene DMSN-u fädchen- f Konsumverein Gießen u.Umg.e.G.m.b.H Konsumverein Gießen ü.üiiip.e.G.ni.b.H Hotore Was bieten wir? Wir sind unter 2360 D Hervorragende Qualitäten Seltersweg 52 in Prima DonnaGorset 2425a Ttalürltche Q Sira he 59. Telephon U>82. 2118c Verkauf durch: Fritz A. Nennstiel, Fachgeschäft für den gesamten Bureaubedarf, Seltersweg 818/l0. Fernruf Nr. 1196. 2384D LU kaufen gesucht. ' j.'ä-■ Marburg Neustadt 4 Wohlfahrts-Geldlotterie fßr Verlriebene mii Aosgewieseoe I Gießen Seltersweg 71 Gut erbaltene Nummern des Gießener Anzeigers vom 28. Februar 1925 / Warum gerade eine „ContinentalH-Schreibmaschine? Fahrräder Nähmaschinen Milchzentrifugen Wasch- maschioen Beachten Sie in Ihrem eigenen Interesse meine Auslagen allerbeste Fabrikate, in allen Größen allerbilligst 1605c Carl Schunck. Zur Konfirmation und hl. Kommunion finden Sie alle passenden Geschenke in Uhren jeder Art, Gold- und Mlber- waren in bekannt guten Qualitäten und großer Auswahl zu billigsten Preisen Uhren- und Goldwarenhaus 02058 Bahnhofstr. 49 Emil Otto Bahnhofstr. 49 Gesc^ Geschäftsstelle deS (Wieneuer Anzeigers, Lchulnruüe <,9 Im Winter sollten Sie nicht au«neben ohne An-und Verkauf von Immobilien jeder Art y Draht- r gesiechte, ' Einfriedigungen Kuntt- und Baufchlofferei . H. Lchöu y X Mard-Str.y E Cloos&Damm Gießen, Wilsonstr. 10 :: Tel. 2404 3. Billigste Preise 2. Auserlesenen Geschmack Nr. 2422 an das Fernsprechnetz angeschlossen. Pfaff & Co., s.m.b.H Hoch-, Tief- und Betonbau. Die .Continental* ist eine der wenigen in den Verkehr gebrachten Schreibmaschinen- Fabrikate, die sich wirklich bewährt haben.Von den vor20Jahren gelieferten Maschinen arbeitet nachweislich noch ein großer Teil zur völligen Zufriedenheit ihrer Besitzer. Eine Maschine vdn derart langer Lebensdauer und Leistungsfähigkeit muß ein erstklassiges Fabrikat sein, welches sich in kurzer Zeit unbedingt bezahlt macht. Grau- und Weihstückfall sowie Aetzfall und fohlen- sauren Half zum Düngen stets prompt und billigst bet Carl HaaS jun., Kiesten, Frankfurter !F n !r a I iDas Haus I Cll lllvl der Moden Wollen Sie ein Fah rrad kaufen? Dann rate ich Ihnen, zu einem Diamantrad Mit dem Diamantrad wurde im letzten Jahre infolge seines leichten Laufes der weitaus größte Teil aller Straßenrennen gewonnen. Stabilität, Zuverlässigkeit und vornehmes Aussehen. Vertreter: August Lotz, Wieseck Orabenstraße. 4 2399D Ständig große Auswahl. Angen eh m e Zahlung. Empfehle täglich frische la Germania- Zwiebäcke hergestelli im eigenen Geschäft 2407V M8lhrmttLLilMlatzI Asthma ist beifbap Dr. med. Alberts Attbmakur kann selbst veraltete Velbeu dauernd heilen. Sler^tL Svrechst. In (Oiesten.Balinbossbotcl Ven* _________jeden Montag 10—2. 7»7,l Beutel 30 Pf., Dose 80 Pf. Achten Sie auf die Schutzmarke! 3« haben bei: Universität«-Apotheke „Zorn goldenen Engel", Pelikan-Apotheke Herrn. Dornberger, Viktoria - Drogerie E. Guth, Kronen-Drogorle Gehr. Michel. Central* Drogerie E. Karn, Drogerie W-ddschrnidt, Seltersweg, L. König, Heuehelhelm, S. Sondheim, Klrtorl, H. Weleker, Apotheke In Lollar, H. F. Geißler, Lo.lar, and allen oinaohiäglgon Geschäften._____________ Dersilpersil Idos vollendeteWoschmilte'r höchster iGüte und Ergiebigkeit Klaviere- öflnnoninms werd, sachgemäh u. preiswert gestimmt u. revar. OMtttSBS Gletzen.vloMTl Telephon 2403. Ankaef flbT. Stlao. u. Harmoniums. Happen in allen Größen und Preislagen kauft man am billigsten im Spezialhaus für Offenbacher Lederwaren 2332c Taschen-Brauer 21 Marktstraße 21 *38#® der Taiche! Seit 3*) fahren daß üofr ^ügltchsie Mittel bei Husten. Heiserkeit, Zlatarrb.'-Verfchlcimnna. Der beiieSchutz gegen Erkältungen! 7000 Zeugnisse auS allen Kreisen beweisen die einzigartige Wirkung 1 Appetitanregende,fetnfchmecken- de Bonoons. 743V 25000 " Evtl H6ch,t V yramellen mit den „3 Tannen'/ ttohlen Kols i Mm-Brtils h. Sauer Walltorstr. 36, H. la Handkoffer sehr billig 160c6 Carl Schunck Ülaechlnen-Indnerrle Wilhelm June VIII. Klein- Linden —Gießen Gegründet 1904 l*c jeder Art —— Großes — Lager aller Wasch- und Toiletten -Gegenstände bei Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 VItTORlA-RÄMR I Vertreter für Sisfien u. Umgebung i J.P. Mono, Gießen, Neuen Weg | 24050 = MWMMWMWWMMDMWWMMMMML« eingetro ffe n sind sämtliche Qartensämereien und in allen unseren Verteilungsstellen k zu haben / s Iir.56 Me IB $r0 Ser als man er fallt innenpo einander eben au hie deut! einet S schnell t Digung 1 und zwa licher g«6t u. rungen l sich ver land eb Denn zumSre ropoä. Londoner lvirtsch^g loorden '!* fflüW Sie nach 1 Mgangsp beiden Geil nicht ausr gegeben w Harun olle DerP' nettoonen immer ui London ii Jom oorri Eng zunächst ei will sagen mit Front beiden. Etc heit nömli stützung g Diese Lvs- toünldjte, dah nad Deutsch gleiche 0 grenze, B ist, untei in Frag drei M mit Fra stellt wü Fra unbeding auch der tung seir Elowa abgele auf sich rv glaubt mi jjaltbaren Öbcrschlesie schassen toi mit Hecht, eine Tara finnloS se DaruI sehr beuni übernomm aber auch Grenzen t gänzung ei einen fran Mer to Grörterung 23 Don 3n Me1 M.sritdeo Jen wach MvniOl eines Lch Hchuhmac neuem da dn reine, daran sjh geworden war. $)a' uur mit d 61er Arbe S* Kla, nahelik ?emöe; Wien J ä?;*' ,c Webuni ä*» s®«. °i Dr y L Nr. 5b vierter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 7. März 1925 Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Hoetzsch. M. d. R. Der plötzliche Lod des Reichspräsidenten beraubt Deutschland seines Oberharchtes in einer Zeit, in der sich auch außenpolitisch wichtige Entscheidungen Dor bereiten. Der Kampf um die Nachfolge muh früher geführt werden, als man aut allen Seiten gedacht hatte. Und er fällt in Wochen, in denen zu den großen innenpolitischen und innenwirtschaftlichen Aus- einanderseyungen täuschen wir uns nicht — eben auch außenpolitische Ausgaben an die deutschen Staatsmänner herantreten, die jetzt einer Lösung zudrängen. Darum ist nötig, so schnell wie irgend angängig, die rasche Erledigung der durch den Tod entstandenen Lage, und zwar in der Richtung, daß ein bürgerlicher Präsident aus dem Kampf hervor- geht. Und das Ausland wird in die Erörterungen der Garantiefrage einsehen müssen, dah sich der Zug nach rechts in unserem Deutschland eben doch durchsetzen wird! Denn diese Varantiefrage wird jetzt zum Drehpunkt der ganzen grohen Politik Europas. Nachdem mit dem Dawes-Plan und dem Londoner Protokoll wenigstens vorläufig eine wirtschaftliche Liquidation des Krieges angebahnt worden ist, erhebt sich jetzt die Frage, wie es mit der p o l i t i s ch e n Liquidation werden würde, die nach der freilich von ganz verschiedenen» Ausgangspunkten ausgehenden Ueberzeugung auf beiden Seiten im Versailler Vertrag eb n doch nicht ausreichend beruhigend und befriedigend gegeben worden ist. Darum hat Deutschland allen An sah, und alle Derpslichtung. sich mit dem mühseligen und verworrenen Verhandlungen zu beschäftigen, die immer um den gleichen Gegenstand zwischen London und Paris umhergehen und nur langsam vorrücken. England stellt zur Diskussion den Plan, zunächst einmal Westeuropa zu sichern. Das will sagen: Es bietet an entweder ein Bündnis mit Frankreich und Belgien, indem es diesen beiden Staaten Sicherheit gewährleistet. Sicherheit nämlich in bezug auf die englische Unterstützung gegen einen neuen deutschen Angriff. Diese Lösung ist England die w e n i g e r erwünschte, in London würde man lieber sehen, dah nach einer solchen Verständigung zu dritt Deutschland durch seine Unterschrift die gleiche Grantie übernähme, also so die Westgrenze, wie sie vom Versailler Vertrag gezogen ist, unter die gegenseitige Bürgschaft der in Frage kommenden vier oder besser gesagt drei Mächte (weil wir Belgien ohne weiteres mit Frankreich als eins rechnen könnten) gestellt würde. Frankreich nimmt das an, fordert aber als unbedingt notwendige Ergänzung die Garantie auch der deutschen O st g r e n z e . die Sicherung seiner Vasallen Polen und L s ch e ch o - Slowakei. DaS wird von England durch ins abgelehnt. England will dort nicht ein Risiko auf sich nehmen. daS es nicht überfieyt. England glaubt mit Recht nicht an die Dauer von unhaltbaren Zuständen, die zwischen Danzig und Oberschlesien durch den Versailler Frieden geschaffen worden sind. Und England sagt sich mit Recht, dah ohne Rücksicht auf Rußland eine Garantieverpflichtung der Grenzen im Osten sinnloS sei und noch gefährlicher sein würde. Darüber ist man in P o l e n begreiflicherweise sehr beunruhigt. Man fühlt dort, dah man sich übernommen hat. Man sieht, dah im Westen, aber auch im Osten des eigenen Staates dis Grenzen unhaltbar sind. Man fordert die Ergänzung eines englisch-französischen Paktes durch einen französisch-polnischen. Aber wie will man denn weiterkommen in den (Störterungen über diese Frage? Man kommt Silben-Rätsel. am — ba — bei — bl — boe — boh — brv — bat — del — del — den — e — e — e — e — er — feu — ge — he — he — in — fot — le — ling — lot - lu — na — na — nel — v — pdin — fan — son — sper — fteu — su — ta — tel—to — tri — tri — tru — ül — ve — zen. Aus vorstehenden 45 Silben sind 21 Wörter von nachstehender Bedeutung zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben, erstere von oben nach unten, letztere entgegengesetzt gelesen, einen Sinnspruch ergeben, gilt als J“. 1. Rüge, 2. Blasinstrument. 3. Südfrucht. 4. Fluh in Spanien, 5. Abgabe, 6. Großherzog- tum, 7. Unterhaltungsspiel. 8. Stadt in Hannover. 9. Gewebe. 10. Pflanze. 11. Spitzfindigkeit. 12. Vogel. 13. Möbel. 14. Fisch, 15. Schmiedegerät. 16. Frauenname. 17. Göttin. 18. Dertrags- zustand, 19. Buch, 20. Schüler, 21. englischer Flvttenführer. Diamant-Aufgabe. n I | m 7F e 7 7 p s e g ei *i 7TT| AuS den Buchstaben der Figur sind die Worte von nachstehender Dedeutung zu bilden: 1. Konsonant. 2. Wild. 3. Geschoh. 4 Fluh in Ruhland. 5. Sport. 6. veraltetes Längenmaß. 7. Blume. 8. geistiges Getränk. 9. Konsonant: bei richtiger Lösung sind die sich kreuzenden Mittellinien einander gleich. Nätsel-Ecke. Literarisches Rätsel. ....... „Suranbot“. . Macbeth". . Wallensteins Tod". . . Maria Stuart". . Emilia Galotti" ..... w3ungfrau von Orleans". . . . . „Don Carlos". ...... .Faust I". Für die Punkte sind die Buchstaben von einer Figur aus den danebenstehenden Dramen einzusetzen. Die Anfangsbuchstaben nennen sodann ein Lesfingfches Trauerspiel. Zahlen-Rätsel. 4 1t 11 11 5 7 11 10 2 en Die Anfangsbuchstal 4 3 8 2 4 7 1 11 2 3 7 4 8 2 7 2 9 2 5 4 4 3 7 2 10 4 1 2 3 4 5 6 1 2 7 6 8 2 9 7 8 1 5 1 4 3 11 3 5 1 1 4 4 3 8 3 3 7 5 4 7 2 7 1 1 3 1 2 1 8 Gebärdenspiek. Handelsprivilegium, Stadt in Italien, ägyptische Göttin, Gebäck, alischer Herzogstitel. iben nennen einen beut' T l graphenalphabet. Männe mame. Teil beS Hauses, Gewürz, europäische Halbinsel, ägyptischer Gott, deutsche Stadt, afrikanischer Daum, Kirchweihe, scheu Komponisten. Auflösungen. Kopfwechsel. Henrik Ibsen, Haus. Engel, Nota,Rose, Isel, Kutter, Ilse, Dahn, Sonne. Esche, Nerz. Geographisches Zahlenratfel. Anatole France. Altona, Narenta, Alle, Ternate, Ortler, Lofoten, Erft, Ferrol, Roer, Ancona, Dera. Celle, Elen. Rätsel. — Der Pantoffel. — Kreuzworträtsel. K R E D E X R E > S A L P T o L L E R ■ ° r I K K A s T A N E A K 0 B A L T Iwl B A K ! A N H m T E O n U T A R T A L E X E J E K T A R S A s N E I D N u R l A D w o A S N 0 A s T I 8 0 u T A G I O K A R B O N 9 D A G L E ■ M A T R E L T A U T h| I R I S MiLJ T e| Silbenrätsel. „Der Dürokrat tut seine Pflicht — von neun bis eins: mehr tut er nicht." Ludw. Held. Der Obersteiger. Duett, Englisch, Rührei, Denzin, Urschiefer, Elite, Rabulist, Oberammergau. Kompott, Reiher, Allah, Tonne. Telegramm, illag, Tessin, öara- sani. Elbe. Isis, Negri, Eigenlob. Platen, Fuchsbau, Laute, Italien, Carmen, Hugo, Triglgv. Wie er's verstand. Ein Förster wohnte dem Dchuleramen seines Söhnchens bei. Als der Knabe gefragt wurde, was das lateinische Wort silva (der Wald) bedeute. wußte er es nicht. Sein Klassenlehrer wollte ihm helfen und sagte deshalb: „"Su müßtest das doch wissen, denn dein Vater ist ja meist dort", worauf der Kleine vergnügt ausries: „Ach ja, das Wirtshaus." auch zunächst nicht weiter. Aber man erörtert bas. ilnb es ist uns kein Zweifel, bah diese Verhandlungen immer stärker auf eine neue interalliierte, vielleicht internationale Konferenz hindrängen, in der über diese Dinge gesprochen wird. Denn Frankreich drängt darauf und England kann sich dem nicht entziehen. weil, wie bekannt, sich Frankreich um das Bündnis mit England und den Vereinigten Staaten vom 28. Januar 1919 betrogen fühlt. Das meinen wir mit der Garantiefrage als Drehpunkt der ganzen großen Politik. Wer die ausländische Presse verfolgt, die Pariser wie die Londoner, erkennt, dah entscheidende Weltpunkte herannahen. Selbstverständlich hat Deutschland sich, wenn eine solche Konferenz zustande kommt, daran zu beteiligen. Aber es kann sich nur t^iran beteiligen als bestimmender Faktor, nicht als Objekt! Die Eicherheitsfrage darf Im innenpolitischen Kampfe, im Reichstag und in dem Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl nicht verschwinden! Aber sie darf auch nicht irgendwie durch übereilte und unbedachte Aeußerungen von deutscher verantwortlicher Stelle oder nur durch übereilte Vorschläge im einzelnen von uns überstürzt werden. Die grundsätzliche Dereitschaft, an der Erörterung teilzunehmen, genügt, das Bekenntnis zu dem, was wir biez moralischen Imponderabilien der Frage nennen möchten. Aber kein Angebot, namentlich fein dataillierter Vorschlag zu irgendeinem Punkt! Keine bequemen Zurüclgriffe auf die Angebote Cunos und den Vorschlag Slresemanns vom Herbst 1923! Sammlung, Ruhe, Zeit ist für die deutschen Staatsmänner, für alle politisch Verantwortlichen und Beteiligten nötig, um festzulegen. in genauer Durchdringung dieses Problems, was Deutschland dabei nicht und niemals zugestehen darf. Darum kreisen jetzt die Gespräche und die Erwägungen der Staatsmänner im westlichen Europa. Zieht eine Wolke ganz fern am Horizont heraus, die schweres in sich trägt ? Im fernen Südosten nämlich, in den vorderasiatischen Bergen? Der tm Februar ausgebrochene Auf- stand der Kurden brauchte an sich keine türkische oder gar europäische Gefahr $u fein. Aber schon die militärischen Schwierigkeiten, ferner Herr zu werden, sind gewaltig, und die Türkei ist in jeder Weise auf das tiefste erschöpft. Der Ausstand allein würde aber den türkischen Staat schwerlich erschüttern. Gefährlich ist, was dahinter steht. llnbeftritten ist mitgeteilt worden, dah die Kurden einen Prinzen auS dem Hause OSman zum Sultan erheben wollen und dah in ihrem Aufstand die ganze Frage des Kalifates eine Rolle spielt. Hängen die Kurden selbst so sehr am alten Regime? Werden sie von Türken geführt, türkischen Offizieren, die Gegner von Mustapha Kemal sind? Spielt in ihrem Aufstand die Unruhe mit, die seit der Beseitigung des Kalifates durch die islamische Welt zittert und diese gegen die Angora-Regierung richtet? Noch mehr: Der Ausstand bricht aus gerade als die Dölkerbundskommission zur Entscheidung der M o s s u l f r a g e, die zwischen England und der Türkei bekanntlich strittig ist, ihre Arbeiten beginnt. Steht England dem Kurdenaufstand ganz fern? Können die Kurden vielleicht auf Munition und Waffenlieferung von dieser Ecke her rechnen? ilnb was mach! Moskau, das grundsätzlich jeden Aufstand als Forderung feiner Wünsche betrachtet? Das Kabinett Fethy Dey ist am 3. in Angora zurückgetreten. Schon längst regte sich Dtc öpbofition aus der Nationa lversammlung selbst gegen Mustapha Kemal und das schnelle Tempo, mit dem er alles umstürzen und verändern wollte. Wer die Türkei in den letzten Monaten gesehen hat, war voll Respekt von der Lebenskraft und der Willensenergie, mit der der nationale osmanische Staat in Vorderasien in scharfer Abschliehung gegen alles Fremde wieder aufgerichtet wurde. Aber et fragte auch zweifelnd, ob die Kraft ausreichen würde, diesen Staat wirtschaftlich und kulturell auS eigener Kraft auszubauen, nach diesen Verlusten und nach diesem Zusammenbruch? War das schon im Frieden schwer, so wird eS fast unmöglich, wenn sich ein solcher Aufstand in den hohen Bergen monatelang hinschleppt, die besten Kräfte absorbiert, abermals an der erschöpften Dolks- kraft zehrt und die schwache finanzielle Grundlage in Erschütterung bringt. Wirkt sich das aber aus, bann kann aus diesem lokalen Ausstand ErnsteS und Schweres auch für die große Politik Heraufziehen! Ein Jubiläum des Wäschebra ens. Don Ernst Edgar Reimerde s. In diesen, Jahr ist ein Jahrhundert vergangen, seitdem ein über die ganze Welt verbreiteter, wichtiger Bestandteil der männlichen Toilette, der abknöpfbare Wäschekragen, erfunden wurde. Dies Verdienst gebührt Hannah M o n t a g u c . einer Amerikanerin, der Frau eineS Schmiedes, anderer Behauptung nach eines Schuhmachers, der viel Sorgfalt auf seine Kleidung verwendete, weil er sehr vornehme Kundschaft hatte. Er ärgerte sich immer wieder von neuem darüber, daß er stets nach 2 bis 3 Tagen ein reines Hemd anziehen mußte, weil der fest Daran sitzende Kragen bei der Arbeit schmutzig geworden, das Hemd hingegen sauber geblieben war. Da kam <*$ r a u Montague, Die nicht nur mit der Wäsche der Hemden ihres Mannes viel Arbeit hatte, sondern sich auch über dessen ewige Klagen ärgerte, eines Tages auf den ziemlich naheliegenden Gedanken, den Kragen vom Hemde zu trennen. Sie schnitt ihn kurz entschlossen ab und nähte überdies eine Anzahl Ersatzkragen, so daß ihr Mann damit wechseln konnte. Zur Befestigung der Kragen am Hemde diente zunächst ein D a n d ft r ei f en , mit dem sie angebunden wurden. Die praktische Neuerung Frau Montagues sand im Kreise ihrer Freunde und Bekannten Anllang, man bestellte bei ihr so viel Kragen, dah sie die Aufträge kaum ausführen konnte. Leider kam sie nicht auf die Idee, ihre Erfindung wirllich nutzbringend zu verwerten und Wäschekragen im großen herzusteilen, wodurch sie eine glänzende Einnahme hätte erzielen können. Ein ehemaliger M e t h o d i st e n p r e d i g er, Reverend Ebenezer Brown, der die 'Bedeutung der Erfindung erkannt hatte, bemächtigte sich kurz entschlossen derselben, er begründete eine kleine Fabrik, in der eine Anzahl Frauen und Mädchen Kragen anfertigten und wurde somit der erste Äragenfabrifant. — Don Amerika aus, wo bald zahlreiche Wäschetragenfabriken entstanden, verbreitete sich die Erfindung der Frau Montague über die ganze Welt: wie so oft. ging auch in diesem Fall der Erfinder teer aus und andere hatten den Nutzen. In späterer Zeit entwickelte sich unter dem Einfluß der Mode die Erfindung der praktischen Amerikanerin nach rückwärts, d. h. der Wäschekragen wurde wieder mit dem Hemd verbunden getragen. Allerdings nur vorübergehend und ausschließlich in den Kreisen der eleganten Herrenwelt. in einfacheren hat diese Mode niemals Eingang gefunden. Weit das 2nagen von Hemden mit festem Kragen bekanntlich ein sehr kostspieliges Vergnügen ist, kam es bald wieder ab. Allerdings werden auch heute noch einzeln Hemden mit nicht abnehmbarem Kragen getragen. Die Manschette als Bestandteil des Hemdes aber hat sich schon vor mehreren Jahrzehnten siegreich durchgeseht und es ist in gewissen Kreisen geradezu verpönt, „Röllchen" zu tragen. Eine Alt Vorgänger des Wäschekragens war der mehr oder weniger breite Ilmlegefragen, der jahrhundertelang im Gebrauch gewesen ist und vor etwa 25 bis 30 Jahren in etwas veränderter Form wieder in Aufnahme tarn. Die älteste Nachricht vom llmlegcfragen stammt aus dem 16. Jahrhundert, damals kam er in bürgerlichen Kreisen namentlich für Herren in die Mode. Er wurde aus feiner glatter Leinewand hergestellt und war einzeln mit Spitzen besetzt. Wie man auf alten Bildern sehen kann, herrschte noch zur Zeit des 30jährigen Krieges eine große Mannigfaltigkeit der Kragen. Tilly z D., trug noch eine „K rose" (Krause). Wallenste t n Dagegen einen breiten, glatten Umlegekragen, Gustav Adolf einen solchen mit Spitzen, ebenso Bernhard von Weimar, Pappenheim einen ausgezackten. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts machte der glatte Kragen immer größere Fortschritte, verdrängte in dessen zweiter Hälfte alle übrigen Kragenformen und kam Dann sonderbarerweise noch in demselben Jahrhundert plötzlich völlig aus Der Mode. — Nach langer Paule, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, erschien der ilmlegcfragen auf einmal wieder auf Der Bildfläche, er bildete einen Bestandteil Der sog. altDeutschen Tracht der Burschenschafter. Seitdem ist er, mit kurzen Unterbrechungen, immer wieder getragen worden. Roentgenftrahlen und Perlenfälfchung Der französische Forscher D a u v i l l i e r hat mittels Roentgenftrahlen Die Unterschiede zwischen natürlichen und gezüchteten Perlen zu ermitteln gesucht. Natürliche Perlen zeigen im Roentgenspektogramm regelmäßige Ringe, Die oft sehr scharf ausgeprägt sind. Perlmutter gibt mehr ober weniger reguläre, aus Flecken gebildete Figuren. Künstlich gezüchtete Perlen zeigen sowohl die Ringe, Die von Der äußeren Schicht von echten Perlen stammen, als auch Die Flecken, die vom Perlmutterkern herrühren. Cs ist also unnötig, zur Ausführung Der Prüfung Die Perle zu zerschneiden. Die Methode scheint auch verwendbar, um Imitationen anderer Arten zu erfermen. Der Kraftomnibus als Tespiskarren. Der Verband der Deutschen Volksbühnenvereine hat zu Beginn dieser Spielzeit zwei Wanderbühnen eingerichtet, über deren erfolgreiches Wirken in der Zeitschrift „Volksbühne" berichtet wird. Die beiden Theaterbetriebe, die lleinere Städte mit guter Theaterkunst versorgen wollen, sind das Mitteldeutsche Landes- t Heater, das einer grohen Anzahl sächsischer und anhaltischer Volksbühnenvereine Vorstellungen liefert, und das Ostdeutsche Landes- t h c a t e r, das vor ebenso vielen Vereinen in der Mark, in Schlesien unD Pommern spielt. Die beiden Wanderbühnen haben mit ihren ton ft- lerischen Darbietungen gute Erfolge gehabt, doch wurde Die Wirksamkeit Der Bühnen, besonders des Ostdeutschen Landestheaters, dadurch stark gehemmt, daß es bei Den ungünstigen Fahrtver- binDungen häufig nicht möglich war, das Personal überall richtig an Ort und Stelle zu bringen. Der Verband entschloß sich daher zur Anschaffung eines Kraftomnibusses, der seit Mitte Januar in den Dienst der Theater gestellt ist. Es ist ein schöner, eigens für diesen Zweck erbauter Wagen, der für 18 Personen Platz hat und so eingerichtet ist, daß auch das ganze Gepäck, Dekorationen usw-, mitgenommen toeroen können. Zum erstenmal innerhalb Preußens erscheint damit der uralte Tespiskarren in Der Gestalt eines moDernen Kraftwagen-. Dr. Aeubeck Intendant in Braunschweig. Dr. Ludwig N e u b e