Samstag, L gebruar 1925 115. Jahrgang nr.32 Erstes Blatt TT. Länder, lieber diese ei< Die Sur Lawine werden. der Preis für \ mm für Anzeigen von pflicht für 'betreibe und Mehlvorräte fest, ermächtigt die Behörden zu Requisitionen, wenn der Stand der Ernährung es erfordert und siie Pariser Presse empört. Sozialpolitik imNeichstag 2Iach der 2lbschweifung in bas Gebiet der Auswertung ist der Reichstag wieder zur Sozialpolitik zurückgckchrt. Rachdem er das Geh l: bc» Ministers am Schluß der allgemeinen Aussprache bewilligt hat. arbeitet er fetzt sich durch die einzelnen Etatpositionen hindurch. Dazu liegen nicht weniger alS fünfzig Anträge vor Alan beginnt mit dem Kapitel der Sozialversicherung. Hier ist eS der Sozialdemokrat Karsten, der zum erstenmal von dem Recht seiner Partei als Opposition Gebrauch macht und daS alte Lied gegen das Unternehmertum singt. Die Aufwertung der Invalidenrente um 115 Millionen Mark ist für ihn natürllch nur ein Trinkgeld, wahrend der Deutschvolksparteiler M o l d e n h a u e r mit Recht daraus hinweist, daß uns kein Land dcr Welt unsere sozialpolitische Fürsorge nachmacht, die mindestens 1400 Millionen im Jahr verschlingt. Dr. Moldenhauer erllärt sich über ausdrücklich bereit, an dem weiteren Aufbau der Sozialversicherung mitzuwirken Auch der Zen- trumsgewerllchcistler 2ln D r e spricht die Zuversicht aus. daß unter dem Kabinett Luther ein frischer sozialpolitischer Kurs weitergesteuert wird. Der Demokrat Ziegler seht sich warm für die volle Selbstverwaltung der Ortskrankenkassen ein. Rachdem schließlich noch der deutschnattvnale Ab- geovbncte DchrenS schärfsten Kamps gegen die Tuberkulose geführt hat. geht bad Hohe Haus zum Thema Wochenhilfe über, wozu die Frauen der verschiedensten Fraktionen ihre Wünsche äußern. Ein schöner Zug muttersicher Fürsorge geht durch das HauS. Dorübeigehend siegt die Menschlichkeit >>er die Politik, aber sobald man dann zum Kapitel Arbeitsamt kommt, ist das alles vergessen... Sitzungsbericht. Berlin, 6. Febr. (T. 11.) Am RegierungS- tische: Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Die zweite Lesung der Reichshaushaltspläne wird fortgesetzt beim Reichsarbeitsministerium. SS beginnt die Einzelberatung, au dcr etwa 50 verschiedene Anträge aller Parteien vorliegen 2Ibg. Karsten (Soz.) fordert eine G r« Höhung der Invaliden rente. Wenn jetzt zur Aufwertung der Invalidenrenten 115 Millionen Mark auSgesetzt werden, so reicht das bei weitem nicht auS. DaS find nur 4 bis 5Mk. monatlich. 2Ibg. Dr. Woldenhauer (D. Dpt ): Die Deutsche Dolksparlei fei bereit, an dem Ausbau der Sozialversicherung mitzuaroeiien. Mm dürfe allerdings nicht vergessen, daß die Sozialversicherung sowohl die Gesamtwirtschaft als auch den einzelnen Unternehmer belaste. 2lbg. Frau Arendsee (St) fordert Erhöhung der Iiwalidenrenten um 400 Proz. Die Betriebsräte sollen berechtigt fein, alle zur Unfallverhütung erforderlichen Maßnahmen von sich aus auf Kosten der Unternehmer durchzuführen. 2lbg. Andr 6 (Z.) fordert die 2Bieberber- stellung der Altersrentengrundsätze in der Unfallversicherung. Für die voll Erwerbsunfähigen und die Hinterbliebenen Verunglückter müffe Heller gesorgt werden. In der Angestelltenversicherung fordert der Redner Erhöhung der Gehaltsgrenze und der Leistungen. 2lbg. Ziegler (Dem.) erllärt, das Ziel jeder Sszialversicherung mühten möglichst hohe Leistungen bei geringstem Aufwand sein. Rotwendige Voraussetzung sei die Einschränkung der Verwaltungsausgaben. Der Redner nimmt die Ortskrankenkassen gegen Dorwü se in Schuh und fordert ihre volle Selbstverwaltung. Den hohen Derwaltungskosten ständen auch eine große Anzahl neuer Aufgaben gy^nüber, denen sich die Krankenkassen durchaus gewachsen gezeigt hätten. Abg. DehrenS (Dtschntl.) weift auf die schweren Gefahren der Tuberkulose hin. deren Bekämpfung zu einer Dolkssache gemacht werden müsse. Bei der Aufwertung müßter die Dersicherungslei st ungen besonders berücksichtigt werden, da es sich hier um die Aermsten des Dolles handele. Der Redner wendet sich gegen die Zersplitterung des Koanken- kassenwesenS. Die Ortskrank-nkasien hätten sich um die Volksgesundheit sehr verdient gemacht. Der Redner fordert baldige Durchführung der Heimarbeiterversicherung. Abg. Schneider (Dem.) kritisiert die geringen Rentenleistungsn der Angestellten- Versicherung und fordert eine Rovelle zurr Angestelltenversicherung sgeseh. Es folgt dann der Abschnitt „Wochenhilfe". Abg. Frau Schröder (Soz.) fordert E'- Höhung der Mindestsätze der Wochenhilse um 50 Prozent sowie Uebernahme der Wochenfürsorge durch das Reich. DaS Washingtoner Abkommen über Wochen - Hilfe und Mutterschutz müsse schleunigst ratifiziert werden. Ministerialdirektor ©tiefer kündigte einen Gesetzentwurf über diese Frage für die nächste Zeit an. Wegen Verbesserung der Wochen- bitfe werde mit den Ländern Fühlung genommen. Eine LoSlösung der Wochenhilfe von der Wochen- fürlorqe sei nicht zu empfehlen. Abg. Frau von Sperber lDntl.) hall eine einheitliche Regelung der Wochenhilfe für Stadt und Land nicht für durchführbar. Das ergebe sich schon aus den besonderen Verhältnissen, unter denen die Frauen auf dem Lande arbeiteten. 2£bg. Frau Lüders (Dem.) erllärt, es habe keinen Sinn, daß die Regierwm von Bevötte- ’ rungspolitik spreche, wenn sie nicht die Grundlagen für die Aufzucht eine- aefun- GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VntS vnd Verlag: vrühl'lche Univerfitittr-Voch- und 5teindruckere! H. Lange In Sietzen. Zchriftleitung und Sefchastrftelle: Zchulfttatze 7. England und seine Schuldner. London, 6. Febr. (WB.) Die Antwort der brllischen Regierung auf die Mitteiluna Cle- mentels in der Frage der französischen Schulden an Großbritannien wird in den allernächsten Tagen nach Paris abgehen. Es ist anzunehme.i, daß die britische Regierung we.llrhin den Grundsatz der Balfvurnote vertritt, daß sie von den europäischen Schuldnerstaaten zusammen nicht mehr erwartet, als die Verpflichtungen Englands gegenüber den Bereinigten Staaten betragen. Wahrscheinlich wird die britische Rote die Besorgnis Frankreichs, daß sich der französische Teil der kontinentalen Schuldet! an England vergrößern würde, falls die deutschen Reparationen nicht voll in der erwarteten Höhe cwlaufen, beheben. Erscheint täglich, autzer Soxiu »nd Feiertag«. Beilagen: BießenerFasmlienblätt« Heimat im Bild. moiats-Beir^swreli: 2 «Bolbmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern msolge höherer Gewall. F e r n s p r« ch.Anschiasf e: Ächristleiwng 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten^ Bnjetaerfletje«. poftscheckfoata: Snintfurt a. M- 11686. gebracht haben. Ein Dementt ist von sozialdernokrattscher Seite nicht erfolgt Der^Vorwärts" stellte lediglich fest, daß der UnterfuchungSLusschuh der sozialdemokratischen Partei Herrn D uer nahege- legt habe — unmittelbar nach dem Bekannt- werden des Brieses — sein Mandat vorläufig ruhen zu lassen, und am Freitag Abend teilte er ebenso lakonisch mit. daß a u f einstimmigen Beschluß desselben Ausschusses Herr Dauer sein Reichstagsmandat niedergelegt hat. Kein Wort der Erwiderung, auch nicht einmal der Versuch, die ungeheuerlichen 2Inflagen zu entkräften, die zwilchen den Zeilen in dem Briese zu lesen stehen. Wan muß also schon annehmen, daß die Tatsachen, die hier mitgeteilt wurden, richtig sind, und daß in der Tat Herr Bauer Handlungen begangen hat, die auch mit dem laxesten Begriff von Moral nicht mehr in Einllang zu bringen sind Schade um ihn, schade um einen Mann, der am Ende einer Laufbahn, die ihn vom ‘Büroangeftellten über die Gewerkschaftsbewegung zum Staatssekretär im kaiserlichen Deutschland und zum Reichskanzler in der Republik machte, der 25er- suchung erlegen ist. 2kber doch auch wehe dem Versucher! Man weiß nicht, wer diesen Giftpfeil abgefdjLffen hat: fast scheint es. als ob Herr Barmat selbst für Die Derösfentlicbung des Brieses sorgte, um andere zu warnen. Die gegen ihn zum Ankläger werden könnten. 2tber Der 6tcin ist jetzt einmal im Rollen und muß zur gewandelt. Zinsen für die Beschaffung eines Sechs-Williarden-Kredites habe er nicht mehr zu beanspruchen, da er dafür etwa 2000 Dollar erhalten hätte. Der Dries erinnert dann Den Herrn i ~ ... ■------- . Reichskanzler in nicht sehr höflichen Worten sprucht nantentsich bc und in Daran, daß ec 1000 Gulden »außer Der Reihe" • 3 Hier die, SS handelt sich um bu seinerzeit viel den Bevölkerung schäfte und die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt. Die Wochen- fürsovge gehöre in daS Fürsorgepflichtgesetz. Abg. Fvau Arendsee (Kom.) fordert älebernahrne der Kosten für Wochenhilfe und Wochenfürsorge auf das Reich. Es folgt die Besprechung über die sich auf baß internationale Arbeitsamt in Genf beziehende Bestimmung deS Haushalts. Abg. Lambach (SntI) wendet sich gegen die weitere Beteiligung Deutschlands am internationalen Arbeitsamt in Gens. Auf alle «Z-alle müsse die marxistische Dertretung Deutschlands abgeschafft werden. Don den 235 Aagestell'en teS Amtes seien sechs Deutsche. So sehe die Gleich- berechtigung Deuischlands aus. 3m 3nter» esse seiner Würde müsse Deutschland die rückständigen Beiträge nachzahlen. Es müsse aber gleichzeitig für dne bessere Dertretung sorgen. Abg. Lemmer (Dem.) beantragt, über die rückständigen Britr'ge mit dem Arbeitsamt eine Derständigung herbe.zuführen, dabei aber mit allem Rachdruck auf die vo'le Glüchberechtrgung Deutschlands und die Einführung der deutschen Amtssprache hi-zuwr k n. Abg. Schlicke (Soz.) weist die Angriffe gegen das Internationale Arbeitsamt und die Marxisten zurück. Die Parität sei im Internationalen Arbeitsamt durchaus gewahrt. Abg. Stegerwald (Ztr) beantragt, daß die Mittel für di« Beiträge an das Internationale Arbeitsamt durch einen RachtragSetat von der Regierung angefordert werden. Darauf wird die Beratung abgebrochen. Präsident Lobe teilt noch mit. daß ter Abg. Dauer (Soz.) sein Reichstagsmandat niedergelegt habe. (Lebh. Hört, hört, rechts.) Das Haus vertagt sich auf SamStag. Preußens Finanzlage. Gegen den Ausgletchsvorschlag des Re chsfinauzminifterinms. Berlin. 6. Febr. (Wolff.) Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Preuhi- schen Finanzministerium u.a. geschrieben: Die Rede des neuen Reichsfinanzministers von Schrieben gelegentlich derküi^lichenVerhandlungen mit den Finanzministern der Länder über die künftige Gestaltung der Reichs- und Landes steuern und ihre Verteilung aus Reich, Länder und Gemeinden, fand vielfach eine Auslegung, die dem Sinne der Entschließung der Ananzminister der Länder nicht gerecht wird. Rach den eigenen Ausführungen des Finanzministers über die gegenwärtige Finanzlage des Reichs und den kommenden Reichsetat kann Wohl kaum ein Zweifel herrschen, daß sich ein wesentlich günstigeres Gesamtblld ergibt als bei den Einzelhaushalten der Länder, besonders Preußen,' der einen durch Mehreinnahmen aus den Reichssteuerüberweisungen und aus der Erhöhung der steuerlichen Einnahmen noch zu deckenden Fehlbetrag von 417Mill, aufweist. Die Eigenschaft der Länder als eigentlicher Träger der kulturellen und sozialen Aufgaben erfordert, daß sie über die nötigen steuerlichen Einnahmequellen in einem Ausmaße verfügen können, welches zur Erfül- hi ng der zahlreichen ihnen gesetzlich obliegenden Aufgaben unerläßlich ist. Hinsichllich der Höhe des unumgänglich notwendigen Ausgabebedarfs besteht auch zwischen den Schätzungen des Reichssinanzministeriums einerseits und den Berechnungen der Länder und Gemeinden andererseits kein nennenswerter älnterschied. Wohl aber hinsichtlich ferner D^ ckung. Gerade im Hinblick auf das Erfordernis weitestgehender Schonung unteres Wirtschaftslebens ist es den Ländern schlechterdings unmöglich, der vom Reiche Lis Grundlage des künftigen Finanzausgleichs jiufgeftelLten Berechnung der voraussichtlichen Einnahmen zu folgen. Angesichts des ungedeckten .'Fehlbetrages, der durch die Zurückführung der vom Reiche stark überschätzten Ertrage an R e a V steuern auf ein für die Wirtschaft erträgliches Maß im Haushalt der Länder entsteht, erscheint das Verlangen, der Länder verständlich, jeden weitergeheuten Eingriff des Reiches aus die Erträge der Reichseinkommen- und Körperschafts- steuer mit Entschiedenheit abzulehnen und seine Beteiligung auf ein Maß beschrankt zu wissen, das den Ländern und Gemeinden die erforderliche Bewegungsfreiheit bei der Ausschöpfung dieser Steuerquellen gestattet. Die Inanspruchnahme von 33Va Prozent des Aufkommens an Reichseinkommen- und Körperschaftssteuern allein durch das Reich müßte diese Bewegungsfreiheit aufs ftärfftc einengen. Gemeinden und Finanzausgleich. Berlin, 6. Febr. (WB.) 3m Haupt- lluöschuß des Deutschen Städtetages wurde nach einem Referat des Oberbürgermeisters Ultzlaff, des Geschäftsführers des Deutschen Städtetages, zum Finanzausgleich eine Entschließung angenommen, in der Verwahrung gegen die Auffassung eingelegt wird, daß Die finanzielle Lage der Gemeinde^ günstiger sei als die des Reichs und der Länder. das; die Gemeinden eine mit den Anforderungen dec Zeit nicht verträgliche 21116» gabenwirtschaft trieben und weiter der Darstellung der Besoldungspolitik der Gemeinden in einer Denkschrift des Reichssinanzministeriums zum DcsoldungSsverrgefttz widersprochen wird. Keinesfalls dürfe in der Zeit bis zur endgültigen Regelung Oes Finanzausgleich die gegenwärtige Steuerver- teilung zwischen dem Reich, den Ländern und Gemeinden verschoben werden. An der Forderung der Wiedereinführung der kommunalen Zuschläge zur Einkommensteuer und zur Körperschaft s st e u e r halte der Deutsche Stäüte- tag ebenso fest, wie an der einheitlichen reichsrechtlichen Regelung der Einkommen st euer als Grundlage der Zuschläge. Die Frage der Aufwertung der öffentlichen Anleihen müfte baldigst entgültig entschieden werden. Schulfragen im Preußischen Landtag. Berlin, 6. Febr. Der sozialdemokratische Antrag, baß Staatsministerium zu ersuchst, den Schul» der Minder beiten «ü dem Gebiete des Schulwesens im Sinne des Erlasses ces Kultusministeriums vom 31. Dezember 1918 in den Gebieten Preußens bis zum 1. April 1925 zurückzuführen, wo der Schutz der Minderheiten nicht veitragsrechtlich geregelt ist. geht ohne Aussprache an den älnterrichtsauSschuh. Hierauf begründet der 2lbg. Oelze (Dnatl.) den Mrantrag seiner Fraktion auf Einrichtung von Degabten-Klassen zum Uebcrtritt in die höhere Schule nach dreijährigem Besuch der Grundschule. Es sei zu verlangen, daß bei grundsätzlichem Festhalten an der vierjährigen Schulzeit durch Ministerialerlaß in möglichst weitem Maße es zugelassen würde, innerhalb der Grundschule durch Einrichtung von Degabten-Klassen oder andere Maßnahmen begabten körperlich und seelisch gesunden Schülern und Schülerinnen aller Volksschichten die Möglichkeit zu gewähren, nach drei Jahren in die höhere Schule überzutreten. Besonders sprechen auch gegen den Zwang einer vierjährigen Schulzeit wirtschaftliche Gründe. Mit der Besprechung verbunden ist der weitere deutschnationale Antrag. dafür Sorge zu tragen, daß für einzelne Kinter oder für Kinder mehrerer Familien gemeinsam Privatunterricht grundsätzlich auch an Privatschulen erteilt werden dürfe. — Abg. König (Soz.) bekämpft den Antrag. Das Ziel sei, die alte Standesschule wieder einzuführen. Seine Partei werde das nie mitmachen. — Abg. Grebe (Zentr.) empfiehlt, freite Anträge dem Llnterrichtsausschuß zu überweisen. — Abg. Frau von K u l e s H a (D. Dpt.) wünscht schnelle und unparteiische Prüfung dieser Fragen im älnterrichtsausschuß. — Abg. Kerff (Kom.) lehnt beide Anträge ab. — QEfrg. Bohner (Dem.) stellt sich dem Eintrag freundlich gegenüber. Die Anträge gehen an den Ausschuß für älnterrichtswesen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung Dienstag, 10. Februar, irachmittags 2 Hfrr, mit ter Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsidenten und endgültige Wahl des Präsidiums abzuhalten. Gegen die parlamentarische Korruption. C'n Antrag im bayerischen Parlament. München, 6. Febr. (L. 11.) Der Völkische Block hat dem Landtag einen Antrag eingebracht, wonach Abgeordnete des Landtags nur dann Aufsichtsratsposten bekleiden können, wenn diese Tätigkeit unmittelbar mit ihrem bürgerlichen Beruf zusammenhängt. Ein weiterer Antrag verlangt die Ausnahme von Bestimmungen in die Verfassung, wonach gegen Abgeordnete wegen De'Iechlich- teil und Verletzung der Schweigepflicht über geheime Sitzungen Anklage erhoben werken kann. Dem Grundgedanken teS Antrages wurde von der Bayerischen Vvllspartei unter Hinweis auf die Vorgänge in Berlin zugestimusi, jedoch wurde eine Reihe juristischer Bedenken geäußert. Sie Deutschnationalen billigen ebenfalls die Tendenz der Anträge und sprachen sich für eine Abgrenzung zwischen drn Rechten und Pflichten der Abgeordneten aus. Sie Abstimmung über die Anträge erfolgt erst in der nächsten Woche. Die Kredite der Reichspoft. Berlin, 6. Febr. (Wolft.) Der Verwaltungsrat ter Deutschen Reichspost befaßte sich erneut eingehend mit den Vorgängen, die die Kreditgeschäfte ter Reichspost betreffen. Er nahm von tem Bericht seines zur Prüfung dieser Kreditgeschäfte und der dabei den ehemaligen Reicyspostmiinstec H ö f l e tresfentenVer- antworllichkeit eingesetztes UnterausschussesKennt- nis. Die dem Unterausschuß erreichbar gewesenen Unterlagen gaben keinen Anlaß, an ter Integrität und Pflichttreue der Beamtenschaft tes Reichspostministeriums irgendwelche Zweifel zu hegen. Das bei der Prüfung ter einzelnen Fälle gesammelte Material wird dem vom Reichstag eingesetzten Untersuchungsausschuß übermittelt. De' Verwaltungsrat fmt es ferner, um eilte künftige Wiederholung der bekannten, bedauerlichen Vorfälle zu v e r h i n d e r n, für notwendig erachtet, für die Zukunft die Ausleihung öffentlicher Gelder dr Reichspost an verstärkte S l - cherHeiken zu binden. Er hat zu diesem Zwecke n e u e V 0 r s ch r i f t e n für die Anlage und Verwendung der Postscheckgelder beschlossen. Sachsen und Barmat. Dresden, 6. Febr. (Wolff.) Die Rachrichtenstelle der Staatskanzlei teilt amtlich mit: In der Presse wird ein Bericht der „Börsenzeitung" wiedergegeben, der behauptet, daß die 1920 zwischen der sächsischen Regierung und der Firma Barmat in Amsterdam getätigten Geschäfte durch Vermittlung des damaligen Ministerpräsidenten Buck erfolgt seien. Die Behauptung ist unrichtig. Am 6. November 1920 wurde in einer außerordentlichen Sitzung des Gesamtministeriums, an der der Ministerpräsident nicht teilnehmen konnte, auf Antrag des Ministers Schwarz die Bewilligung eines außerplanmäßigen außerordentlichen Kredits von 75 Millionen an die Wirtschaft zum Ankauf von Lebensmitteln beschlossen. Dieser Beschluß ist dann in einer unter dem Vorsitz Bucks abgehaltenen ordentlichen Sitzung des Gesamtministeriums vom 19. November 1920 bestätigt worden. An dieser Sitzung haben außer Duck teilgcnommen die Minister Kühn, Reinhold, Harnisch und S e y f e r t. Eine weitere Betätigung in irgend einer anderen Form oder eine Vermittlung von Geschäften mit der Firma Barmat hat durch Duck nicht stattgefunüen. Die sozialistischen Minister und die Micumentschadi^ungen. Berlin, 6. Febr. (TU.) Wie die Telunion von gutunterrichteter Stelle über die Beteiligung der sozialdemokratischen Minister an den Micum-Sntschädigun- gen für den Ruhrbergbau erfährt, sind nähere Einzelheiten über die Angelegenheit tn der Denkschrift der Reichsregierung zu erwarten. Vorläufig wird mt (geteilt: Am 20. Oktober 1923 sandte die Sechser- Kommission für den Ruhrbergbau einen Brief an den damaligen Reichskanzler Dr. Stresemann, in dem das ReichSkabinett um Stellungnahme zu verschiedenen Fragen ersucht wurde, um so die Fortführung der Verhandlungen mit der Micum zu ermöglichen. In einer Kabinettssitzung, an ter ter Minister für die frdetiten Gebiete, Robert Schmidt. Innenmmister ©oiimantt und Der preußische Ministerpräsident Braun teilnahmen, wurde ter Brief der Sechser-Kommission an den Reichskanzler verlesen in tem u. a. verlangt wurde, daß etwaige Reparationsleistung e n v on de r R e i ch sr e g i e rung erseht werten müßten. DaS Reichskabinett beschloß nach längerer Aussprache, an der sich auch die Minister Sollmann und Robert Schmidt beteiligten, dem Vorschlag der Sechserkommifsivir zu'ustimmen und für die Reparationsleistungen des Ruhrbergbaues nach Stabilisierung der Währung aufzukommen. Reichskanzler Dr. Stresemann stellte zum Schluß ter Kabinettss tzung das Einverständnis sämtlicher anwesenden Minister mit dem Vorschlag der Sechserkommis- sion fest. Am 21. Oktober 1923 fanfrte dann ter Reichskanzler einen Brief an Stinnes, daß sich das Reichskafrinett mit tem Vorschlag ter Sechserkommission einverstanden er lärt hat. An 25. Oktober fanden Ressrrttesprechurgen in ter Reichsregi.'rung statt, an tenen ter Mi sister für die freiesten Gebiete, Roter: Schmidt, nicht teilnahm. Als dann am 1. November in einer weiteren Kafrinettssitzung b'c A rgelegenhe'.t nochmals erörtert tourte, freme.kte der Minister für die fr.fetten Gebiete, daß er an den Ressort- sihungen nicht teilgenommen hätte. Aus diesem Grunde enthalte er sich bei ter folgenden Abstimmung der Stimme. Im übrigen aber war das Kabinett mit tem Abkommen mit ter Sechserkommission grundsäisti cheinversta nden. Die britische Preße zur Näumungssrage. Scharfe Stritif an Chamberlain und Herriot. London, 7. Febr. (SIL) Der konservative „Specta10 r" führt aus, daß Deutschland durch das Verhalten Frankreichs in ter Entwaffnungsfrage die englische Politik zwingen könne, in der Frage ter Rhein- klandbesetzung und ter Ruhrräumung die deutsche Politik gegen Frankreich zu unterstützen. Die gleichfalls konservative „Saturday Remew" kommt zu tem E^bnis, daß eine Befriedigung ter französischen Sicherheit eine ausführliche Berücksichtigung des deutschen Standpunktes und die Betonung der Notwendigkeit ter Räumung des besetzten Gebietes nach der Erfüll ng ter Entwaffnungsbestimmungen tebinge. Auch die liberalen Kreisen nahestehende „N at i o n" sagt, die Rede Herriots sei ein Meilenstein. Sie bedeute das Bekenntnis des liberalen Jrankreichs zum Poin- c a r i s m u s. Das Blatt kritisiert die Rete Chamberlains als die eines Fstdherrn und weist auf die finge staatsmännische Rede Kell 0 ggs hin. Des Blatt empfiehlt erneut das Genfer Prot^k^ll als einen möglichen Ausweg aus ter Zwickmühle. Der linkol.berale .New States man" bezeichnet die Rete Herriots als herausfordernd. Durch seine unverhohlene Furcht erkennt Frankreich die deutsche Üleberlegenheit an. Wenn Frankreich Sicherheit verlange, so müsse es Deutschland endlich gleichberechtigte Behandlung zugestey7n. Die weitg hende Heber- einstimmung dieser Blätter in ter Betrachtung der außenpolitischen Lage und ihre Ülebereinstim- mung in ter Kritik ter ungeschickten Rede Chamberlains ist ein Zeichen für die starke Beunruhigung der englischen politischen Oeffentsich- leit. Italiens Standpunkt in der Räumungsfrage. Rom, 7. Febr. ($11.) Der Berliner Korrespondent der „Tribuna" glaubt. nach Informationen einer der alliierten Militärkommission nahestehenden Persönlichkeit versichern zu können, daß der Bericht ter Kommission iinTonesehr scharf und dem Inhalte nach für Deutschland ungünstig sein werde. Das Ergebnis der Untersuchung müsse die Allierten in die Notwendigkeit versetzen, die Räumung Kölns auf unbestimmte Zeit aufzu- schieben. Es sei nötig, den Deutschen ein Halt zuzurufen und sie von weiteren Aushebungen von Freiwilligen abzuhalten. Die Berichte des Korrespondeten zeichnen sich gewöhnlich durch besondere Gehässigkeit aus. Aach unseren Informationen an hiesiger zuständiger Stelle deckt sich die obengenannte Ausfassung nicht mit dem Standpunkt der italienischen Regierung, die daran sestzuhalten scheint, daß eine Nichterfüllung durch Deutschland in einzelnen Punkten, nachdem die Erfüllung generell anerkannt fei, eine Verlängerung der Besetzung nicht begründe. Der griechisch-türkische Konflikt. Die Türkei weist jede Einmischung zurück. Paris, 7. Febr. (TU.) Wie aus Angora gemeldet wird, hat das Außenministerium tem griechischen Geschäftsträger die türkische Antwort auf die griechische Protestnote überreicht. Die Antwort widerlegt die Argumente, auf denen das griechische Dokument aufgebaut ist. Sie stellt fest, daß die Ausweisung des Patriarchen eine innere Angelegenheit der Türkei sei. In die eine Einmischung nicht geduldet werden könne. „Motin" erfährt aus Athen, der Wortlaut ter türkischen Antwort werte nicht veröffentllcht. Die griechische Regierung werde unverzüglich, wahrscheinlich noch heute, eine neue Rote an das türkische Kabinett richten, um sich darüber schlüssig zu werten, ob ein Anlaß besteht, das Haager Schiedsgericht oder den Völkerbund anzurufen. Der griechische Geschäftsträger in Angora wird nicht abberufen. Der Vorschlag ter griechischen Regierung, die Ausweisung des Patriarchen aus Konstantinopel tem Dolkerbundsrat oder tem Haager Schiedsgerichtshvf zu unterbreiten, hat in Genf lebhaften Widerhall gefunden. Die griechische Regierung hat beim Völkerbünde noch keine Schritte unternommen, doch wird damit gerechnet, obgleich Fethh Betz im voraus jede Einmischung des Völkerbundes ab- gelehnt hat. Wenn auch die Rechtslage als geklärt angesehen wird, so dürfte ein internal iv- nales Schiedsgericht dennoch auf große Schwierigkeiten stoßen. Die Ausgaven oer Sowjetarmee Moskau, 6. Febr. (WTD.) Anläßlich, teS Antritts seines Postens als Volkskommissar für Kriegswesen und Marine erflärte Fr unse nach ter Russischen Telegraphen-Agentur tn einem Armee- und Marinebefehl, daß die Verantwortung für die Verteidigung ter Sowjetunion an die Führung der Roten Armee gegenwärtig außerordentliche Anforderungen stelle. Die Rote Armee, ihres Führers und Inspb rators Lenin beraubt, müsse konsequent und unerschütterlich fein Vermächtnis durchführen. Die Stärkung des Arbeiter- und Bauernbundes, welche bie Siege d'^Roten Armee ermöglichte, müsse die Derteidii,^gsgrundlage des Landes sein. Dieses Ziel werte durch den jetzt vor sich gehenden iletergang zum Milizsh st em verfolgt. Die Armee verringere sich der Zahl nach und bessere sich ihrem Werte nach. Die Sowjetunion strebe danach, der Äriegä- gesahr für immer vorzubeugen und kämpfe für den Frieden und werte sich auch weiter bemühen, ein friedliches Zusammenarbeiten der Völker $u ermöglichen. Die Erhaltung des Friedens hänge aber nicht allein von der Sowjetunion ab. Die Tatsache ihrer Erfolge aus dem Gebiete des wirtschaftlichen Aufbaus bilde eine Quelle neuer Drohungen für ihre Sicherheit. Frunse weiff'daraus hin, daß diese Gefahr in der letzten Zeit in den Versuchen, gegen die Sowjetunion feindliche Gruppierungen großer und lleiner Mächte zu schaffen, eine feste Gestalt angenommen habe. Die Rote Armee werde sich vervollkommnen, um bereit zu fein, die Gefahren, die die friedliche Arbeit der Völker der Sowjetunion gefährden, abzuwehren. Aus aller Wett. Attentate aus Automobile. Aleter den Weg gespannte Drahtseile, auf ihn gewälzte Baumstämme oder Steinblöcke bilden bie Hauptwaffe des modernen Straßenräu- frers, der im nahegelegenen Versteck daraus lauert, daß das im Dunkeln heranbrausente Auto oder Motorrad zerschellt und seine Fahrer wehrlos werten. Es ist zweifelhaft, ob die gesetzlichen Bestimmungen ausreichen, um den Attentäter auch dann zu bestrafen, wenn es tem Chauffeur gelingt, den Unfall abzuwenden. In dieser leider so aktuellen Frage macht im Januarheft der Deutschen Iuristen-Zeitung der Strafrechtslehrer Prof. Dr. Stooh den Vorschlag, besondere gesetzliche Bestimmungen zu erlassen, etwa tes Inhalts: „Wer auf einer Straße oder einem Weg ein Drahtseil spannt oder em anderes V?rkehrshind.-rnis anbringt, um Auto mobile, Motorräder oder andere Fahrzeuge tük- kisch zu Fall zu bringen, wird mit (Gefängnrs) bestraft." Es steht zu hoffen, daß bei ter bevorstehenden Revision des Strafgesetzbuches — auch über diese bringt die Deutsche Juristen- Zeitung aus der Feter tes Ministerialdroektors im Reichsjustizministerium Dr. Bumke den ersten orientierenden Aufsatz — die Attentate auf Automobile Berücksichtigung finden. Vier Kinder verbrannt. Freitag nacht -wischen 2 und 3 Mr brach im Haufe des Schneidermeisters Raabe in dem bekannten wendischen Kirchdorse O st r o w Feuer aus. Dabei sind 4 Kinder Raabs, eine Pflegetochter im Älter von 13 Jahren, etnj Mädchen von 5 Jahren und 2 Knaben im Alter von, 3 und 2 Jahren in den Flammen umgekommen. Das -wefttückige» Hausgrundstück sowie die dabei stehende Scheune sind bis auf die Grundmauern nieder- gebrannt. RaubüberfaN im Zuge. Bei München-Gladbach wurde einem in einem Abteil zweiter Klasse reisenden Der- icherungsinspekwr von einem maskierten ungen Burschen mit vorgehaltenem Revolver ein Geld und die Wertsachen abgefordert owie die Brieftasche entrissen. Der RäubeS prang aus dem Zuge und entkam. Eine Hitzewelle in Argentinien. „Neuyork Herald" meldet aus Buenos Aires, daß Argentinien zur Zeit durch eins Hitzewelle heimgesucht wird. 30 Personen sind am Sonnenstich g e st 0 r b e n. Die Temperatur erreicht im Innern des Landes 111° Fahrenheit (zirka 44° Celsius). Opfer der Berge. Wjfr die Blätter aus Innsbruck melden, gerieten frei einer Skitour im Tannh^imeo Tal mehrere deutsche Touristen, darunter der Kaufmannssohn Ioseph Büttner aus Aschaffenburg, die Gattin des Regierungsbeirats Schall sowie des Eisenbahninspektors G r a n n aus IHm in eine LawiNL. Während die beiden Frauen unverletzt blieben, stürzte Büttner 100 Meter in die Tiefe und konnte nur als Leiche geborgen werden. Ein Gnadengesuch für GranS. Der Bertewiger des Angeklagten im Haarmannprozeh Grans, dessen Revision gegen das TodeSurtell verworfen worden ist, hat nunmehr für Grans ein Gnadengesuch bei dem preußischen Iustizministerium eingereicht. Flugzeugabsturz. Nach einer telephonischen Nachricht aus Kremsier (Olmütz) ist ein Flugzeug vom 2. Fliegerregiment in die Brandlgasse in der Nähe des Bahnhofs abgestürzt. Drr Pllot, Geftetter Rozehn, war sofort tot. Der Beobachter, Oberleutnant Filip, wurde mit schweren Brandwunden in daS Krankenhaus übergeführt, wo er feinen Verletzungen erlegen ist. DaS Flugzeug ist verbrannt. Das Fliegerregiment hat sofort eine LlntersuchungSkommission nach Krem- sier entsandt.___ Wcttcrvoransiaae. Etwas kühler, tagsüber schwächer bewöllt, ruhig, meist trocken. Wir siegen auf der Rückseite von Ausläufern einer gestern über dem Nordmeer gelegenen Tell- depression, die nach dem Baltikum weiteraezogen ist. Heber den britischen Inseln ist Aufklärung und starker Temperaturfall eingetreten. Auch uns wird der sich von dort auswölbende Hochdruckrücken vorübergehende Abkühlung und AufkA«^ rung bringen. Welt, »tomobiie. E Drahts d« Qleinbüdt T dernen Qttaboriu. mr Oersted taetf ? tieranbraulttbt LSL,ei? sm lfeW ob di. «. suchen, um öct Wien Dem es dem !l abzuwendm. 3n :age macht im 3a- aristrnt-Aniung btr Tivvh den 'Jot- i^tinummgzn xu er- 2er aii| einer ©trabe llnl (Danut oder ein anbtmgt, um Lw- rldere FaHrzeuz? A otrd mit (Setingnti) m. dah bei der be- Etrasgeictzbuchet - e Butschs 3utiftav j Mnistnialdwckott ’Sr. Dumke den atz - die Ittentatt :igwtg finden, erbramtt. r 2 imd 3 Uhr buch iwlfteM Saabe h Mch-or/eO/lrov Unter ÄMte, etnc >n 13 Jahren, em unb 1 Knuden im niRbtnSlam» Das «veW^gr die habet stehende Srunbmauem nieder- 6^. 7^ V’Ä ÄÄ üe L,und inhV^rtni 'dlage Mchte h den 2 te nach nai ^nach, K.t _ und ">»» VÜg- ker s r < * r^D®l«- »s'Uch„°z ®! "?*« fr- Ii»4 Ät: im Zuge. «ch wurde entern tn lasse reisenden Der« einem MiHettot gefallenem Devvivtr ilfachen abgefordert Nissen. Der Mbel h entkam. Ararnlmir». leihet ans Tueiurf Mir Zeit durch cW ht wird. 30 Per* im WrnMto‘ ita «’ mtM 1 Swift«. >*S ft?*s tfflüi * ’Ä« w 1 N° di!w" 1 ^mnrfert morden ift, *rön ;Ä*t,uo S Äachrtcht ^ ’ aitft#rt ^ranl)ig3ly H,x toi lnant 3tll7 hai -wuaden Mnen ä* **i ublt Etz Aus Stadt und Land. öleben, den 7. Februar 1925. Sehr geehrte Redakion. Bor verzeh Tag schickte mir e Bekannter in Frankfort e Dries, mit enner Dddref,. uff der «fit* aagegetoe war. nor nett der Deschtimungsori CHeffe. es schtarrd nor druff an Herrn üntel m öe DrerhäuhcrgaS, aich hun mich nett schlacht gewannert. aber der CBriefträger seggt. io met liewer Unkel Schosch. bät Post is findiger alS de glaabst, ibrigenS kann aich dir des Postgedeunntt) nerroate un die ©ach is fou kloar wäi Ältebprte, baut eS gibt in ganx Deu'schland un weit driwer cnnauÄ kst- tn de Schechoschlohwackei nor aDtei» häubergass und des waas jedder Postkobb bts enuff -um Postminister in Derlien. Du wuht atch Bescher sonst wär aich nett druff komme. Was uu den Inhalt von dem Dries betrifft fo kann aich mütbcile. das mei Dekannter aus Frankfort bei mir aafraqe tät, ob aich nm Dresse kaa Wohnung verschösse kennt, er halt Stra$ mit feim Hauswerth in de Klabbergass tn Sachsehaube (riebt von toege feiner Fraa. des haabt Wege der Werchsfrau däi ihn en Olwel und sei Fraa e SchinnooS gehaabe hott, des wollt er sich von fo cm ahlc Tbbelweiaag vun em Hauswertb nett biete lasse und deshalb schreibt er nir wäi euaus aus Frankfort-Sachsehause. Awer des hält en Sf)aale. denn in Frankfort, fo schreibt er. werd nett nor in Dotter un Sier. Schtiewel un Kl ander, Dranntewei im Schuhwik geschowe. naa auch in Wohnunge un zwoar nett ze tnabb, de schleechlst Budik iS ohne Wageschmiere, deS will heiste, ohne e Da sch voll M. nett ze hawe. De Zeitunge von Frankfort un ©äifje un Umgegend bringe jede Tag Qleuigfeiu lieber däi WohnungSschte- bcrci un uff 'm Dollezeibräsiedium schiebe un drängele sich de Leut un däi Beschwerde rassele nur so uff däi Beamte erntnner. wäi de Äiffcle bei em Gewitter. So viel Dibbchcr, wäi owe do ufsgedeckt Wern sein uff der Mess' am Dibbemarkt unnc am Maa fei Lebtaag nett aagesvahm g^- wese. DeS gibt e fchee Drozeh un c neblig gehend Wohnungsnot in der för staatlich gebriesteSchbitz- butoc komsordawel eigerichte Preungeshcimei Sommerfrisch, wo bene Dchiebern hofsendlich Ge- Uoebcil gegewe is. ibber deS, wos se auSgc- löffelt hawe, geheerig nach-udenke. — Aich will versuche, för mein Freund in de Doardeschtaadt öiefk. wie deS Kallchc auS de Zo--elsgasf schreibt, e Wohnung odder e Witta ze sinne. In de Dveibäubergass hott met zwoar e fchee Aussicht ibber de ganS Schtoadt atocr kaa Aussicht e Wohnung ac triebe, aafach deSwege weil däi Dreihäubergäsfer Eiwohner im beste Eiver- nehme mit ihre HauSwerth lewe un nett ausziehe. Mei Datier, der vor dem Siebzig'r’r^ ■ i • ParieS be Kehrbesern gefchwunge hott un fron- zösch babbele könnt, holt des gute Awifche Miether un Hausbesitzern immer Ang- dantekohrdiale genennt un wenn er SunntoagS mit uns Äntnern fchbazzlere gange iS. hott er gelabt, Äinner beut' gebe mer uff be SchambS- mars. was uff Deutsch .Dribb" haaste tut well da be Solbate ekkzerziere täte. Iwerbaubt hott Ta£crrJ^?r^£’ ^or<^ un dorch kenne gelernt, er hott be Aobol)on gesehe, wäi er im Boadebull- jong, wvaS in Giesse der Fielofo)fewaalb is. erumgerttte un noch hei tn dr Dulllerie geioahvs is. was mer in Berlin des Keeniglich: Schlof, nenne tut awer richtig ibberseyt Backichtaasawrik haaste mub. un so fchtell aich mir de Dulllerie fo vor, wäi be Gailsche Dambziegelei in der ®egenb von Tennerissa am Erdkauterwegk. Iwer- paubt holt Giesse viel Aehniichkeit mtt Paris, denn mei Dadder hott gefahdt. mer hätte in ®ic’fe e ccrrbonn. waS bei uns Unive^chidät baafjc tut. mer batte aach en Schardäng bä blanrt, was so viel to.ii bottantscher Goarde be- beut, nor mit dem Unnerfcbicb. dah in unferm bottahnische Gvarte kaa Aaubthiere ze sehe sein, außer e baar Katze, enner GaaS un c baar Hinkel un ©chwar-amschele. Dann hawe mer aach in Dicsfe e Kardjeelattäng, was uff Giesserisch Lud- wigfchtroah haahe tät un fchlieslich hält unser Selterschwegk jede Dergleich mit aam von de viele DullswaarS aus, bäi ParieS ufhetodfe hott un bäi Märrie obber Börgemaasterei in Wenzels Goarde odder Mäsongdewill mit em Määr odder Otoerborgemaafter sein ganz uff Pariefer Art eigericht. Sn A kdedrieoms obder Trumsbogc hawe mer in Giesse -war nett, awer er wirb noch gebaut, un zwar oam Sigang zur Dreihäuheigasi uff ber MeuSborg. von der newe- beibemertt aach in be gan-e Welt un was so brumm rumrn leiht kaa Gegelchtikk zu finne is. DiS zum Tornfest soll er fertig sei un mit enner grvuhe Festlichkeit eigeweiht werrn. bäi F:stredd ha al aich. aich will hoffe bah sie mei Festredb aach abdrucke un e schee Fest-eidüng erausgebe. met Fottografie muh selbstvers htändlich aach mit in de Festzeidung, denn de Leut' in Giesse un Owerhesse müsse sehe, wäi der Schosch auS de Dreihäusergass auS sieht, womit ich verbleibe ihr ilnfil Schosch auS der Dreihäuhergatt ober wäi se mei Dadder uff französisch getauft hott Auhdedroamääsong. ♦* Aächtliche Alarmübungen der Dorf-Feuerwehren. Das Kreis- emt Giehen gibt bekannt. ist zu unserer KennMiS gekommen, bah Kommandanten ohne kreiSamtliche Genehmigung und ohne dir Bürgermeisterei davon in Kenntnis zu fetzen, die Feuerwehr nachts alarmiert haben. Wenn auch derartige Alarmübungen für die Prüfung der Bereitschaft von großem Wert find, so muh doch anoererseitS nach Möglichkeit dahin gewirkt werden, dah btt Bevölkerung «tzcye unnötig in Erregung versetzt wird." Zur Dev- hinderung dieses LlebelstandeS weist das KrciSamt unter Bezugnahme auf die LandeS- Feuerlöschordnung darauf hin, dah auher- ordentliche Hebungen, besonders also auch Alarmübungen, nur mit Zustimmung des KreiSamtes abgehalten werden dürfen. '• Das Bef chneiben berHecken. Aach dem Polizeiveglement vom 2t Februar 1832 haben bie ©arten- und FLbbefitzer ine ihren Grundbesitz an offenllichen Fahr- und Fuhwegen einfriebigenben Hecken in jedem Frühjahr dis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und v,5d Meter Breite zurück u'chneiben. Zuwi erhandiu gen sind strafbar. Aach dem obenerwähnten Termin, rns» befonbciv im Sommer bür-en lelxmb? Hecken nicht beschnitten werden, da hierdurch un-ählige Druden ber nützlichsten Dogeiarten Denridjtei werben. —b. Bei ber gestrigen Brennholz- berfteigetung ber Stabt Giehen im Bezirk F rnewatd wurden folgende Durchschnittspreise gelöst: Sichenscheiter 9,50 Mk. Kiefem- scheiter 9 Mk.. Buchenknüppel 12 Ml.. Sidjcn- kinippcl 7 Mk.. Kiefern- unb Fichtenknüppel 6 Mk.. Sichenstocke 5.50 Mk.. Zichtenstvcke 3.50 Mk. je Aamnmeter, Duchenreifig 25 Akk.. GicheTtreittg 16 Mk. je 100 Wellen. •• Derein für Luftfahrt. Sntgcgen Der Ankünbigung im heutigen An-eigenteil fei an Dieser Stelle betont, bah ber Dorlrag von Professor Dr. Ha ll a tz (Darmstadt) über RechtS- prodleme Der Luftfahrt wegen Erkrankung DeS DortragenDen auSsällt. " Ein lanDwirtschaftlicher Bor- tragSturfus in Giehen finbet am kommenden Mittwoch statt. Die Dortrr.gSsolge toirD in unserem heutigen Anzeigenteil bcfonntgcgcbcn. " D a s F e st Der goldenen Hochzeit feiern am Montag. 9. Februar, Die Eheleute Konrad Heppner und Frau Marie geb. Weickert, Marburger Str. 9. Der Ehejubilar Heppner war bis vor kurzer Zeit Bantbote bei Der Darmstädter Dank, er machte alS Unteroffizier im Damaligen Chevaulegerregiment Den Feldzug von 1870,71 mit unD trat später in daS GenDarmerickorps über, Dem er bis zu seiner RuhestanDSversetzung im 2ahre 1899 angehörte. * Weitere lokale Aachrichten finden unsere Leser im Zweiten Blatt. Bornotizen. — TageSkalender für SamStag. Auderkluv Has,ia 1906: 8^2 Ahc MitgliebcrDer- samrnlung Bootshaus. — Bund deulschor Militäranwärter: S3/! Uhr ZahreS-Hauptversammlung „Stadl Lich". — Kavallerieverein: 8 Uhr General- ver'ammlung ..Achstock". — Lichtspielhaus Bahn- hosstrahe: „Die Aibelungen" II. Teil. — Palast- Lichtspiele Kirchcnplah: „Die Schmuggler" von '.Dtnmna — ^Lstvrta-Ltchttptete: >jemn Oer Cuft“. — TageSkalender für Sonntag. Stadttheater 3’: 11 br „Wilhelm Tell'. 71 2 Mbr ..Stein unter Steinen“. - KonzeNverein: 4' . aihr LlniversitätSaula 6. Koirzert. Dereinigmrg für Feuerbeftaltung: 4 ilbr Mltglrederversamm- lung nn ..Aedstock" — Saalbsu Sauer: 8' t Alhr Kabarett-Abend. — DH T Giehen: 9 Ubr norm. Wanderung. — NchtfpielbLufer wie Sanrstag. *♦ AuS dem Stabil heaterbureau tnirb uns geschrieben: Aach bem groften Grfolg. Den SudermannS neueinstudiertes Schauspiel .Stein unter Steinen" geftei 11 abend cv runflen hat. sei auf bie erste Wiederholung des selben am morgigen Sonntagabend ausdrücklich bingetoiefen. — Die für Sonntag nachmittag angelegte DolkSvorstellung von .W i l h e I m Teil' (bei ermäßigten Preisen) ist die letzte allgemein zugängliche des Werkes Aoch geplante weitere Dorstellungen sind für die Schulen auS der Umgebung GiohTns refen^iert. — Bereinigung für Feuerbe« fta 1111 n g. Die für Montag anbevaunne Mitgliederversammlung finbet bereits morgen Sonntag nachmittag, statt. Näheres im Anzeigenteil. — Ein Lichtbildervortrag für Frauen und Mädchen findet am Montagabend im Saalbau Sauer statt. Die Bor- nagende wiro über das wichtige Thrma sprechen: „Warutn sind sovtel Frauen untcr- leibSkrank?" AähercS in der heutigen Anzeige. — Allg Deutscher Frauenverein Kommenden Dienstagabend im Saalbau Sauer öffentliche Berfammlung. Dhemiler Dr. Kaufmann- München wird einen Dortrag halten, ber interessante Einblicke tn die Materialien- kunde für Haus und Gewerbe gewahrt. 3n ge- meinverständlictzer W^ife will der Redner die Behandlung der verschiedenartigsten Materialien sowie praktische Autzanw „ 3 „ K 2,54 4. „ 29 , 22,25 5b „ 80 „ r= 39,74 5 Gr. 131 , s 50,87 Fichtenstämme 3. ÄL 1 St 33 1,06 4,1» 0,74 5a , 18 „ ac 9,42 M 5b „ 62 , — 15,44 Los 6: Angebote sind nach Losen unb Klassen getrennt mit der Aufschrift Holzsubmission bis spätestens den 14. Februar, mittags 1 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Offen equng statt- J findet. Bedingungen liegen auf ber Bürger» ’ meifterei off n Zahlung geschieht in 3 gleichen Raten, und zwar den 15 April, den 15 Juli und .den 15. Oktober des Jahres 1925. Nähere Auskunft erteilt Forstwart Keil und zeigt auf Derlangen das Holz vor. Hessische Bürgermeisterei Tttingshausen. _____________3- D-: Vpper. 1328O 6:6r. prims Lokomobile nebst Dreschmaschine und Presie, mit allem Zubehör, in Ober» Hessen stehend, preiswert zu verkaufen. Günstige Gelegenheit f. Genossenschaften usw. SchriftL AnfragM unt. 01163 a.d. Gieß.Anz. Saalbau Sauer Morgen Sonntag, 8^4 Uhr abends IM WM erster Kräfte deutscher Kleinkunstbühnen. Eintritt Mk. 1.50(numeriert) u. Mk. 1. - exkl. Steuer. Vorverkauf bei (Fihmeier L Loeb und im Lokal. M,M 588-811 SttMil Mittwoch, den 11.Februar 1925 abds. 8*/, Uhr im Dereinslokal aii8erord.Hauptvers:ninilung Tages-Ordnung: Vereins- und Dundesbeitrage Für alle aktiven und passiven Mitgsieder ist diese Versammlung von alleruröhter Wichtigkeit, weshalb ein allseitig. Erscheinen dringend erforderlich ist. Der Vorstand. tMirte Nasse- it Vcnbübuer, »ec- Ifflb. Ställe, Zuchiqeräie liefert vÄZ Mc f l ü g e I b 0 r tn Mergen,- »X Helm 6 26. — STatalon frei [5491d Blumenfreunde müssen jetzt beginnen, ihre Pflanzen zu düngen mit Alberfs Blumendünger (hochprozentige Volldüngung) seit Jahren bewährt! Harnstoff (Floranid) ca. 46 °/o Stickstoff Blumendünger „Ovis“ (organischer Dünger) Hornspäne, feine (organischer Stickstoffdünger) Für den Garten düngt man jetzt vermischt ausgestreut: pro 100 qm Thomasmehl 5 Pfd. „ 100 „ Kali 40% 6 „ (später noch etwas Stickstoff) Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstr., Ecke Wolkengasse i33Sc Telephon 1403. WDWS!M vermittelt Stückrath & Bender Speöiion und lliSSelllun^sn Giehen 1212D Marburger Str. 7, Tel. 1519, 1039, Sellersweg 58, Telephon 1519. Stahldrahtmatratzen Auflagematratzen la ttapotfüllnng EnalitätLdrelle Lhaiselongurs Diwans Klubmöbel in Stoff ond Leder Auf- und Umarbeiten aller poistermädel villiaft« Preise 1346a. 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Februar, nachmittags 1 Uhr, statt. 1341D Ruhiges, gut möbl. SSW« NI. elektrischem Licht, Nahe Klinik, für sofort oder später von Eramenskandidat gesucht. Schriftliche Angeb. unter 01157 a. d. Giest. Anz. erb. Freundl. möbliertes Zi mmer »um L ob. 15. Avril gesucht von jungem Kaufmann. Angeb. erbitte nach Wefer- strasre 7 v. >01142 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem frühen Hinscheiden unseres lieben Karl Franz für die vielen Kranzspenden sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, dem Verein Rudersport für die wohltuenden Worte am Grabe, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. WMW1M. . Biete: ^6-Zimmer-Wohnung im Südviertel der Stadt zum 1. 4. 1925 von eingeführter Gießener Firma gesucht. Nur Herren, die in Oberhessen bereits mit gutem Erfolg tätig waren, können in Frage kommen. Zuschriften erbeten unter D1335 an den Gießener Anzeiger. 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Stimmt man etwas Ab stand, so ist das klar, daß die Interessen Deutschlands und Englands gegenüber diesen französischen Sicherheitsforderungen parallel gehen. Wir können keine Sicherheitsfrage Frankreichs irgendwie akzeptieren, die uns das Rheinland in seiner Zusammengehörigkeit mit dem Reiche lockert und antastet. Wir sehen keine Möglichkeit, eine praktische Äsung der französischen Sicherheitswünsche, die nicht an die deutschen Lebensnotwendigketten an den Rest der Souveränität, den wir uns noch haben wahren können, rührte. Aber ähnlich liegt das auch für England. Wenn Chamberlain so nachdrücllich von den Sicherheitswünschen Frankreichs gesprochen hat, so ist das nur ein Zeichen, daß er noch sehr in den Vorstellungen von vor dem Kriege befangen ist. Er hat sich noch nicht klar gemacht, welche Machtverschiebung zuungunsten Englands eingetreten ist seit dem Siege Frankreichs und seit dem Versailler Vertrag. England kann es auf die Dauer nicht dulden, daß Frankreich die stärkste Macht auf dem Kontinent ist. Roch weniger kann England dulden, daß Frankreich dauernd am Rhein bleibt. Denn wie ein hervorragender deutscher Geschichtsschreiber sagt: „England verteidigte seine Machtstellung auf dem Kontinent durch die Preußische Wehrmacht am Rhein". Das galt für 1815. als die Grenze gezogen wurde. Das gilt ebenso auch für die Konstellation der Gegenwart. Der Reichskanzler Hut grundsätzlich sich bereit erklärt, daß Deutschland in die Erörterung ein tritt über das G rundp rvgramm der drei Forderungen: Sicherheit. Abrüstung und Schiedsgericht. Wir stimmen seinen Formulierungen zu. Die Frage steht im Mittelpunkt, sie wird Wochen Mnb Monate beherrschen Man soll sich nicht darüber täuschen, daß die ganze Entwaffnungsfrage. der Räumungslonsiikl lcä>iglich Do.wände für die Forderung Frankreichs sind. England wie Deutschland müssen sich damit beschäftigen. Kommt eine internationale Erörterung darüber in Gang, an der Deutschland gleichberechtigt tellnehmen kann, so ist uns das recht. Die unüber- schreitbaren Grenzen für Deutschlands Standpunkt haben wir eben im Grund bereits bezeichnet und gezogen. Deutschland ist zur Erörterung der Sicherheilsfrage unter englischer Mitwirkung und Tellnahme ebenso bereit, wie zur Wi r t - sowie als Spitzenvoganisation die .Deutsche Verkehrswacht" in Berlin inS Leben gerufen. Da die Schaffung einer derartigen Einrichtung auch für Oberheffen. insbesondere für Gießen und Umgebung von außerordentlicher Wichtigkeit ist. hatte der Oberhess-.sche Auw- nwbil-Club die staatlichen und städtischen Behör- den. sowie die Organisationen der Dertchrfahr- zeuge, außerbem den DerkehrSverein Gießen auf Donnerstag zu einer Besprechung über die Frage der Gründung einer Verkehrs wacht für Ob erßeffen eingeladen. Rach einer kurzen Einleitung durch Dr. Reinewald über den Zweck der Zusammenkunft referierte Baurat Steinbach, der auch die weiteren Verhandlungen leitete, über die Aufgaben der in Aussicht genommenen ..Verkehrswacht". Rach den Ausführungen des Referenten hat die „Verkehr-- wacht" vor allem die Ausgabe, die Zahl der Ucbcrtrctungen der gesetzlichen Bestimmungen Vereinsverzeichnis im Adreßbuch der Stadt Giefien 1925 Die Neumeldungen find bis jetzt nur vereinzelt eingelaufen, so daß die Einfügung des Dereinsverzeichnifies in die Neuausgabe des Adreßbuchs in Frage gestellt ist. Es ergeht deshalb an die Vereins-, Derbindungs- und Kassenvorstände erneut die Bitte, sofort genaue schriftliche Meldung zu erstatten. Es find folgende Angaben erforderlich: 1. Name des Vereins, der Verbindung oder der Kasse; 2. Zweck (Dildungs-, Sport-, Geselligkeits-, Wohltatigkeits- u. s. f. Vereins); 3. Name des Dorfitzenden; 4. Dereinslokal. Die Aufnahme kann nur gewährleistet werden, wenn die Meldung spätestens binnen acht Tagen erstattet wird an die Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange Adretzbuchverlag Schulftraße 7 ichaftSver st ändigungrnit Frankreich, die für Kontinentaleuropa erreicht werden muß. Die Dahn ist dazu frei. Man hake da ein, in London, in Washington und in Paris l Aber dann muß man die Formel Herr io ts aufgeben, daß Frankreichs Anwesenheit am Rhein die wesentliche Bürgschaft seiner Sicherheit sei. Und von vornherein ist jede Aussicht verschlossen, wenn die Franzosen unter der Sicherheit verstehen, daß sie am Rhein bleiben, solange es ihnen gut dünkt, und wenn man in Paris unter Wirtschafts Verständigung, wie es in den letzten Verhandlung eit der Fall war, versteht, daß die Franzosen an der niedrigsten Stelle übfer die Mauer der Handelsbeziehungen und Zolltarife ft eigen können, und die Deutschen über die höchste Stelle dieser Mauer zu Nettem hätten! Oberhessische Verkehrswacht. Der in den letzten Jahren in ständiger Zunahme begriffene Verkehr auf städtischen Straßen und Landstraßen, sowie die steigende Einführung von Personen- und Lastkraftwagen, Krafträdern und Fahrrädern haben einen Umfang angenommen, der unerwünschte Erscheinungen im Gefolge hat; denn weder der Bau und die Unter Haltung der Straßen, noch die Gtraßen- disz iplin aller Benutzer dieser Straßen hat sich dem Umschwung der Derkehrsverhältnisse rasch genug an das len Braten. Da mit Sicherheit zu erwarten ist. daß sich der Straßenverkehr, wie in anderen Landern auch in Deutschland in kurzer Zeit noch wesentlich verstärken wird, ist man seit einiger Zeit bemüht, durch entsprechende Maßnahmen die Verkehrssicherheit zu fördern. Man hat in einer ganzen Reihe von deutschen Städten Auto- und Derkehrswachten, und Verordnungen durch die Fahrzeugbesitzer und Fahrzeuglenker nach Möglichkeit zu verringern. DaS soll in erster Linie geschehen durch Verwarnungen und Belehrungen, außerdem aber auch durch die Forderung nach ausreichender Ausbildung aller Fahrzeuglenker. Weiler sollen aber auch die Fußgänger durch entsprechende Belehrungen davon überzeugt werden, daß die Verkehrssicherheit nur bann gewährleistet werden kann, toeim alle Passanten, also auch die 5uß« gänger, sich der Straßendisziplm unterwerfen. Die Tätigkeit der „Verkehrswacht" soll sich weiter erstrecken auf die Erstattung von Gutachten bei Streitfragen usw. An das sehr interessante Referat schloß sich eine außerordentlich ausgiebige Aussprache, die zum Teil auch andere, nicht mit dem Derhandlungsstosf zusammenhängende Fragen berührte. Besonders stark wurde über die schlechte Verfassung der Straßen in Hessen geklagt, die vor dem Kriege mustergültig gewesen seien, sich aber heute meist in trostlosem Zustande befänden. Auch die Beleuchtungsverhältnisse in Gießen, besonders auf der Südanlage, wurden kritisiert. Von den Aufsichtsorganen wünscht man, daß sie für die manchmal recht schwierige Situation der Fahrzeuglenker Verständnis haben. Ebenso erwartet man tion dem nichtfahrenden Publikum, daß es den Verkehr, besonders in den Hauptstraßen, nicht unnötig erschwert. Eine wesentliche Besserung aller dieser Mißstände erhofft man von der Schaffung einer „Verkehrswacht", deren Gründung nach Beendigung der Aussprache von den anwesenden Vertretern der beteiligten Organisationen beschlossen wurde. Es wurde ein Vorstand gewählt, der unter Leitung von Daurat Steinbach alles Erforderllche in die Wege leiten soll. k. ■■■■BKXsr.vi Gießener Stadttheater. Sudermann: „Stein unter Steinen". Llm es mit einem Wort zu sagen: Es war ein Erfolg. Gewiß ist das Stück ein Reißer. Sudermann schrieb es 1915. Es steckt noch bis zum Rand voll von ausgesprochenstem Raturalismus. Llnd eigentlich interessiert es doch heute absolut niemanden mehr, ob es diesem armen Zuchthäusler nun gut geht oder schlecht. Heule behandeln wir andere Fragen auf der Bühne, die viel weiter gespannt sind, viel höher hinausgreifen. Aber gerade dtese am nächsten liege.'.de Angelegenheit ist mit soviel Güte behandelt: gerade dieses Stückchen Menschlichkeit macht es. daß der Eindruck des Stückes noch länger als einen Abend lang lebendig bleibt. Eines der wenigen Produkte des Raturalismus mit positivem Vorzeichen. Vor allem dieser Jakob Biegler. Was Gatt Iuhnke aus diesem Machen machte, steht schlechterdings einzig da. Wie tn diesem armen Luder, das wie ein verprügelter Hund dem Steinmetzmeister Zarncke ins Haus läuft, langsam der Mensch wieder lebendig wird. Wie er da in das Zimmer kommt und essen kriegt, scheu die paar Brocken nach der Wand gekehrt, frißt, und dann mit Hand an der Hosennaht wieder dasteht. Wie er bei jedem Klopsen zusammenfährt. Wie er so langsam, wie zufällig, aus sich herausgeht und der Lore das Geständnis seiner Tat ablegt, bis es noch einmal heraus bricht, dem schuftigen Göttlingk gegenüber . . . Dem Dichter, was des Dichters ist: Earl Juhnke hat hier eine selten erreichte Leistung geboten. Er hatte zwei starke Gegenspieler: Earl Dolck als Steinmetzmeister Zamcke und Gerda D a ch s e l d als Lore Eichholz. Volck mit wohltuender Würde, dir fern Mißtrauen oder Furcht aufkommen läßt, prll lebenswarmer Tatgütigkeit. Gerda Dachfeld als weibliche Schicksalsgenossin des Ausgestoßenen, in der instnckiv verwandte Saiten aufflingen und deren warmdurchblutete Menschlichkeit, vor anderen verschlossen, mit dem Lebensglauben des anderen Ausg^tvßenen in gemeinsamen Strom stark loSbricht: Sie geben sich beide die Hand. , . , „ Episodisch und im Zusammenspiel wertvoll war Rudolf Goll als Struve, ein verheerender Bursche, mit allen Wassern gewaschen: dazu Felix R o r f o 11 als Göttlingk. widerwärtig anmaßend und schmierig gemein. Erika R o h r s Marie und Hans Kurzhof fs Eichholz feilen wenigstens genannt werden. Auch was sonst noch auf der Bühne war. stand auf seinem Posten. Die Spielleitung (Adolf Telekh) hatte, und das muß gleichfalls hervorgehoben werden, eine glückliche Hand in der der Rollen gehabt und kann einen guten ^eu des Erfolges auf ihre Rechnung buchen. Die Bühnenbilder verrieten Geschick und Geschmack. Vom Inhalt des Stückes? Bei Kaiser heißt es: „Füttert die Kreatur und hätschelt sie ein bißchen" . .. Hier ist's dasselbe: .Es wird ein Mensch gemacht." Lind noch einmal: Cs war ein starker Erfolg. Hermann Löns und feine Hunde. Von Alfred Iuhre. Seit Dekanntwerden des Dichters Hamann Löns hat es feinen anberen deut gen öajn t- stcller gegeben, der wie er in zahlreichen Tiergeschichten und Iagdschilderungen ein so eX>or Schicksal mitempfinden müssen, ob das un.e- rer eigenen besten Freunde wäre. Dem Dichter waren sie ohne Ausnahme gute Freunde, vom herrlichsten Rebdvck bis »um struppigsten Hasen: er selber war ihnen im wahrsten Sinne des Wortes ein Hegemeister, der. tief gefühlter Raturstimmungen voll, an ihrem Leben und Treiben mehr Gefallen fand, als an der wunderbarsten und seltensten Jagdbeute Man mag zu dem Menschen Löns stehen wie man will. Folgt man ihm m seinen lebendigen Hieberfdjriften in den Wald oder in die Heide, so muß man ihn am liebsten haben, wenn er, von der Schönheit feiner Umgebung überwältigt. in Betrachtungen versinkt, zu deren überraschender Schärfe und Weisheit er am Re- daktionstisch in der Stadt nie gekommen wäre und die uns ihn und sein unruhevolles Leben verstehen lassen. Dann ist er der einsame, auf sich selbst gestellte Mann, dem zu fernen Lebzetten kein Mensch helfend in die letzten Winkel des Herzens zu blicken vermochte. Aber dann reißt ihn plötzlich, wiederholl, ehe die Ausführung schwermütiger Gedanken gefährlich werden konnte, einer seiner Hunde, die ihn auf den tagelangen Pirschgängen näher standen als feine Angehörigen überhaupt, aus dem Geiübl feelischer Verlassenheit. »Da kommt ein braunes Köpfchen aus dem Wetterrock, blinzelt in der Sonne, schüttelt klappernd b:e Behänge. reißt gähnend den korallenroten, weißbewehrten Fang auf, und dann springt der Reine Kerl von meinem Schoß, tatjeft nach meinen Händen und schnüffelt wedelnd am Drilling herum." (Löns. Mein grünes Buch.) — Vergessen ist mit einem Male, was eben noch erdrückend immer engere Kreise zog. und lustig geht s in den goldenen Heidherbsttag. Löns hat den Hunden ein leuchtendes Denkmal gesetzt. Wie prächtig weih er in Der Skizze ,Widu" den Lebenslauf des Terriers zu er- zahlen, der sich aus einem, von Zigeunerkindern mißhandelten. Woäch.'nd zum hervorragenden Iagdgchllfen entwickelt und. nachdem er von den ixrschiedensten Besitzern den guten Ton gelehrt bekommen hat, mit hoben Herren auf Höhere Mädchenschule — Studienanstalt. Das Stadtparlament der LlniversttätS- und Provinzialhauptstad: Gießen hat In seiner jüngsten Sitzung in der Frage des Ausbaues der Höheren Mädchenschule durch Errichtung einer Studienanstalt entschieden. ES beschloß, wie berichtet, entsprechend einem MehrheuSantrag des FinanzauS chusseS. .die Höhere Mädchenschule durch Errichtung einer Studienanstalt unter der Bedingung auSzubaucn. daß der hetsische Staat sich an den Kosten in gleicher Weise wie bet bei Höheren Mädchenschule beteiligt“. Wir sind nicht tn der Lage, diesem Beschluß, der die brängemx Angelegenheit aufldnebt und ein starkes Moment der Llngewißheit in sich birgt, unteren Beisall auSzusprechen, ja wir betrachten diese Eiitscheidung als einen i) öch st bedenklichen Fehlspruch. Durch feine Auswirkung wird das höhere Schulwesen in unserer Stadt unter Umständen sogar dauernd fehl empsind- lich beeinttächiigt und vielen Mitbürgern schwerer wirtschaftlicher Rachteil zugefüat ivarben. Die wettere Wirkung würde fcjn, daß die ober hessische Provlnzialhauptstadt im Dergleick tu den anderen großen hessischen Städten hinsichtlich des Schul- ottdungswesens ein Platz zweiten 'Ranges bleiben würde. Llnd ferner dürste damit zu rechnen sein, daß viele von den heutigen Schülerinnen später einmal den Vorwurf gegen das jetzige Stadt- Parlament erheben werden. eS habe sich den ve- rechtigten Forderungen der sortschrettenden Entwicklung auch aus dem Gebiete des Schulwesens im gegebenen Augenblick nicht mit der erforderlichen Liebe und Sorgfalt angenommen. Bei der kritischen Betrachtung dieses Versagers unseres Stadtparlaments tarnt man nicht umhin, die Aussprache vor dieser Deschlußsassung in einigen Punkten $u beleuchten. Rui drei Redner sprachst sich in der erforderlichen großzügigen Weise zu der Angelegenheit aus und stimmten in Gemeinschaft mit einigen weiteren Mitgliedern des Hauses auch dementsprechend. Was man sonst zu hören bekam, blieb in engen Gesichtspunkten hängen. Einerseits nahm man mit wirtschaftspolitischen Argumenten gegen den Ausbau Stellung und verwies dabei insbesondere auf die starke Anspannung der Grund- und Go werbesteuer. Wir Derlennen diese Harle Belastung des Grundbesitzes und Gewerbes ebensowenig wie diese Redner, ja wir stimmen mit ihnen überein in der Forderung, daß hier Erleichterungen zu gewähren sind. Aber wir erheben Widerspruch gegen die Behauptung aus diesen Kreisen, daß der Ausbau der Schule ausschließlich zu Lasten des Gewerbes und des Grundbesitzes geben werde, daß diese Mttbürgerkreise also allein die Kosten zu tragen hätten, well ja der Beamte, der Angestellle und der Arbeiter nur seine zehn Prozent beaable, und damit für diese alles er- lebigt sei. S o liegen die Dinge natürlich nicht, und wer eingehender über die Sache nachdenki, wird uns bei dieser Beanstandung beipflichten müssen. Richtig ist vielmehr folgende Ansicht, zu der wir uns bekennen: Die Sck^lllaften der Stadt, auch die eine« Ausbaues der Höheren Mädchenschule, werden auch künftighin, wie bis her, nur aus allgemeinen Mitteln der Gemeinde besttttten. Zu den allgemeinen Lasten der Stadt tragen aber auch die .Zehnprozentigen" bei, denn auch von ihren (8inlommenfteucrletftim- gen erhält die Stadt den entsprechenden Ge- meindeantell vom Reich überwiesen. Die .Zehn- prozentigen" sorgen ferner auf dem Wege der Umfaß ft euer mit für die Ausfüllung des Stadtsäckels. Es kann doch niemand die Tatsache bestreiten, daß die „ Zehnprozentigen" beim Waven- einkauf die Llmsahsteuer mehr oder weniger stark mltbezahlen, und da die Stad! auch an diesen ©teuer er trägen als Ruhnießer beteiligt ist, wird doch bei jedem Einkauf von dem Konsumenten ein Stück kommunaler Steuer mit bezahlt. Ebenso verhält es sich z. B mit der städtischen Sonder steuer vorn Grundbesitz. Hieraus ergibt sich also, daß tatsächlich alle Devolkerungs- kreise an der Deckung der städttschen Goldersor- dernisse beteUigt sind, nicht nur einzelne Bür- gerschichten allein. Wo aber tagtäglich Pflich'en erfüllt werden, muß man auch berechtigten Anforderungen entsprechen. Die wirtschafllich-steuerlichen Argumente, die man gegen den Ausbau der Anstalt geltend machte, find also ganz hin- fällig, und man hätte wirklich besser getan, fte gar nicht laut werden zu lassen. Aus der anderen Sette operierte man mit den hohen Kosten Schwarzwild dars. vor dem er schließlich weidwund zusammenbricht. Alle die hoh«n Herren sahen ihn sich an, als er neben der Sau in dem Schnee lag, und ein Printz brach einen Bruch von einer Uchte, strich ihn über den des Anschuß des Kellers, steckte ihn dem toten Hunde unter das Halsband und sagte: „Schade, ein so edler Hundl Aber auch ein eMec Tod!" Cs lag in der Herrenmensch-Ratur des Dichters begründet, daß er den Tieren, und nicht zuletzt eben seinen Hunden, vielfach zugetaner war als den Menschen. Sein Teckel Batt ermann war ihm ein treuer Iagdbegletter. mit ihm hielt er trauliche Zwiesprache, und er glaubte, daß er von ihm letzten Endes allein verstanden wurde, wenn andere ihm das hemmungslose Rachaeben seiner Leidenschatten und (Eigenarten als Pflichtvergessenheit anrechneten. Ganz besonders schmerllich ist LönS deshalb der Verlust gerade diese« Hundes und Freundes durch den Tod. Er kann für das erlegte Wild keine Begeisterung mehr auf bringen. .Es ist. well ich allein bin. well mein Hund nicht freube- winselnd die Ricke zerrt und zaust, wie vor Jahresfrist. Besser pirscht es sich, ist jemand da, der tellnimmt an der Weidmannsfreude, sei es ein Mensch, sei es ein Hund. Llnd wenn es ein Hund war, wie mein Hund, mein Freund (Sattermann, der Teckel mit der Schweihhund- maske und dem Aalstrich über dem rotbraunen Rücken, dann war Jagen dovpelle Lust . . . Ich will Heimsähren morgen früh. Mit meinem Hunde begrub ich meine Weidmannslust." .Meine lieben Hunde aber sind alle tot*, schreibt Hermann Löns später an einer anderen Stelle. Auch er selber hat au? dem Felde der Ehre einen cblen Weidmannstod gefunden. „Dafür gebüßrt ihm ein Gedenkstein", sagte damals der Prinz noch über den tapferen Wi'^u. Llnser Dichter hat seinen Hunden einen Gedenkstein in seinen Büchern geatzt wie er schöner nickt fein kann nir Den vevorstehLnven SchtüyauSnviLav. Ml man anscheinend glaubte, durch die Bejahung des Ausbaues der höh. Mädchenschule tonne dos Projekt des Volksschulhausbaues gefährdet werden. Wenn diese Meinung bei jenen Rednern wirklich bestanden haben sollte, so können wir uns darüber nur wundern. Denn nach unserer Kenntnis der Dinge besteht über die Notwendigkeit des Schulhausbaues für unsere Volksschule nirgendwo ein Zweifel, einfach deshalb, weil die jetzigen Zustände unmöglich noch länger geduldet werden kömven. 3n dieser 2In= ficht sind sich alle verantwortungsbewußten Kommunalpolitiker einig. Womit aber nicht gesagt sein soll, daß nun gleich zwei Schulhäuser auf einmal gebaut werden müßten, wie manche -SnteDeffenten das erstreben, ohne hierbei so intensiv an die Schonung der städtischen Finanz- koaft zu denken, wie sie das jetzt bei der höh. Mädchenschule fordern. Bei dieser Einstellung aller Kommunalpolitiker war es also von dieser Seite ganz unnötig, die Schulhausbaufrage als Schreckgespenst dem Ausbau der höh. Mädchenschule eTTtgegenzuhalten. Beide Gruppen wiesen ferner übereinstimmend auf die Kostenberechnung für die Studienanstalt hin, die von der Verwaltung auf rund 23 003 Mk. jährlich festgestellt worden war. Prof. Dr. Herzog, dessen älrteil doch gewiß nicht belanglos oder ungereift ist, hat die Kosten auf rund 16 000 Mk. jährlich berechnet. die aber in dieser Höhe zum erstenmal in drei Jahren erst fällig werden würden. Die Einzelheiten der Herzogschen Berechnung sind in einem Aufsatz im „®ie6. Anz." Ar. 14 enthalten, von den Einzelheiten der städtischen Berechnung weiß die OefsentliHkeit dagegen nichts. Ohne die städtische Rechnung arrsechten zu wollen, möchten wir doch mal die Frage aufwerfen: Hat da nicht doch wohl der übervorsichtige städtische Finanzpolitiker, der — um ganz sicher zu gehen — die Einnahmen möglichst niedrig und die Ausgaben möglichst hoch ansetzt, etwas zu sehr im Vordergrund gestanden? Aber hiervon abgesehen bestehen bei dieser Kostenbetrachtung doch auch noch andere Gesichtspunkte, die gesamtwirtschaftlich sehr wesentlich sind, in der Schulkostenrechnung selbst jÄ>och nicht zum Ausdruck kommen. Man bedenke: Wird die Studienanstalt hier errichtet, dann werden die in Betracht kommenden Kinder der zahlungskräftigen diesigen Eltern am Platze bleiben und alle Ein- täufe, die für diese Kinder notwendig sind, werden am Orte geschehen, also das einheimische Geschäftsleben fördern. Dazu besteht di2 wohlbegründete Aussicht, dah aus den verschiedensten TÄen der Provinz interessierte Schülerinnen bierhsrgeschickt und auch die für diese Kinder erforderlichen Geldmittel der Gießener Geschäftswelt in der einen oder andern Form zugute kommen werden. Kommt die Studienanstalt hier aber nicht zustande, so werden nicht nur auswärtige Gelder unserem Gießener Wirtschaftsleben fernbleiben, sondern auch einheimische Geldkraft wird nach auswärts abfließen. 05 man sich diese Auswirkung vor jener Beschlußfassung wohl genügend vor Augen gehalten hat? Manche Äeußerungen, die wir mittlerweile hören konnten, geben uns den Eindruck, daß man dieser Seite der Angelegenheit entweder gar nicht oder nur in ganz ungenügendem Maße Beachtung geschenkt hat. Derartige Dinge muß man eben auch bis zu einem gewissen Grade unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Oekonomie betrachten! Gießen kann es sich nicht gestalten, den Zeitpunkt für die Schaffung von Einrichtungen mit werbender Kraft — diese Eigenschaft hat auch eine Studienanstalt, in geistiger und materieller Hinsicht! — ungcnüi't vorübergehen zu lassem Unsere Stadt hat früher schon manchmal den ^wirtschaftlichen Anschluß" versäumt, und trauert diesen verpaßten Gelegenheiten heute noch nach. Will man den gleichen Fehler jetzt wieder begehen und damit eine neue wertvolle Chance für die Sorten ttoidlung unseres Gemeinwesens aus der Hand geben? Wenn man das tut, muß man sich schdn heute darüber klar sein, dah dieser Fehler sich später rächen wird. Man wird uns vielleicht entgegen galten wollen, daß der Ausbau ja doch gar nicht abgelehnt ist, sondern daß man ihn vornehmen will, wenn der Staat auch mit zahlt. Das ist gewiß richtig, aber in dem Dorschieben des Staates liegt u. E. gerade das Bedenkliche. Wir meinen, der Hinweis des Stadtv. Mann, dah bei Gießener - Wünschen in Darmstadt immer geltend gemacht werde, Gießen habe doch die plniversität, hätte sofort sehr zu denken geben sollen: aus ihm konnte man unschwer die Windrichtung erkennen, mit der man auch hier wieder zu rechnen haben wird. Selbstverständlich sind derartige Darmstädter Hinweise ganz unberechtigt und nachdrücklich ab.^u'ebnen, denn die Llnidersität ist nicht nur zum Autzsn Gießens da, sondern zum Vorteil ganz Hessens, des ganzen deutschen Vaterlandes und darüber hinaus. Ebenso gut wie sich der Staat verpflichtet fühlt, zu den Studionanstalten in Darmstadt und Mainz beizusteuern, ist er auch moralisch gebunden, der oberhessischen Provinzialhaupt- stadt und damit ganz Oberhessen in der gleichen Richtung förderlich zu sein. Von dieser Ansicht ging auch der Antrag des Kuratoriums der höh. Mädchenschule aus, in dem gefordert wurde: „Dem Ausbau der höheren Mädchenschule durch Errichtung einer Studienanstalt wird zu- gestimmt. Das Kuratorium betont ausdrücklich, daß eine Betelligung des hessische Staates an den Kosten mit Rücksicht darauf, daß er zu den Studienanstalten in den beiden anderen Provinzen. nämlich den Anstalten in Mainz und Darmstadt, Zuschüsse leistet, durchaus geboten erscheint." Das Kuratorium und die Befürworter seines Antrages im Stadtparlament wollten also letzten Endes genau dasselbe, wie dir Beschließer des Finanzausschußantrags. Der Unterschied besteht nur darin, bah man nach dem Kuratoriumantvag die Sache nicht noch länger hinausschieben wollte, bis der Staat sich vielleicht doch mal zu der Mitleistung verstehen würde. Für diesen Standpunkt des ungesäumten Handelns sprechen sehr gewichtige Gründe, die von den Ab- lehneru des Kuratoriumontrages anscheinend entweder nicht erkannt, oder nicht genügend gewürdigt wurden. 3m Interesse der Sache wollen wir uns hierüber öffentlich nicht näher aussprechen. Wir wollen heute nur dringend wünschen und hiermit zugleich nachdrücklich an die Staatsregierung und den Landtag appellieren, daß sie sich in dieser Angelegenheit großzügiger zeigen mögen als Die Mehrheit des Gießener Stadtparlaments, und daß sie bedenken mögen, daß es bi beefer <5cage nicht etwa nur um Gießener lokale 'Lrgsbegsn- heiten. fonbem um sehe wichtige Dil- dungsbelange der ganzen Provinz Oberhessen, um die Erfüllung wichtigster Kulturforderungen dunj Besten unserer her auf- steigenden Generationen geht. Hierzu bedarf es nicht schöner Worte, sondern vor allem Taten sind erforderlich. Wer danach handelt, der allein zeigt sich den großen Anforderungen der neuen Zeit gewachsen, mag er nun in Gießen oder in Darmstadt oder sonstwo sitzen! Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Februar 1925. Q Zur Bekämpfung der llnsitt- l i ch k e i t. Wie aus der neuesten Rümmer des Amtsblattes des Ministeriums der Justiz zu entnehmen ist, ist der Aufgabnckreis der bisherigen Zentralvolizeistelle zur 'Bekämpfung unzüchtiger Bilder und Schriften, die jetzt die amtliche Bezeichnung „Deutsche Zentralpolizeistelle zur Bekämpfung uirzüchtiger Bilder. Schriften und Inserate in Berlin (Polumbi) führt, wesentlich erweitert worden. Die Stelle ist bei der Abtg. II! des Polizeipräsidiums Berlin eingerichtet und dient in der Hauptsache der wirksamen Bekämpfung: a) der Verbreitung unzüchtiger Bilder. Schriften und Darstellungen, b) der in der Presse ergehenden Anzeigen, die Abortivmittel und Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauch bestimmt sind, anpreisen oder die Herbeiführung uuzück-tigen Verkehrs bezwecken, c) ärgerniserregender unzüchtiger Handlungen aus Anlaß von Schauspielunternehmungen. Singspielen, Gesangs- und deklamatorischen Vorträgen, Schaustellungen von Personen oder anderen theatralischen Vorstellungen. " Personalien. Ernannt wurden der. Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Josef S t i g e l l zum Präsidenten des Landgerichts der Provinz Rheinhessen mit Wirkung vom 1. Februar: der Oberlandes- gerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Philipp Bechtold zum Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen mit Wirkung vom 1. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Friedrich Conradi zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 2. Februar; der Obertandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Friedrich Dähn zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amts- gerichl Mainz mit Wirkung vom 1. Febr.; der Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Gustav Erckmann zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mamz mit Wirkung vom 1. Februar; der Oberlandesgerichtsrat bei dem Ober- landesgericht in Darmstadt Martin Hessel zum Land^erichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz mit Wirkung vom 1. Februar 19K. Der Lcurdgerichts- rat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Gustav Maurer zum Ober» landesgerichtsrat bei dem OberlandesMricht in Darmstadt mit Wirkung vom 3. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Ernst Mayer zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 4. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Rummel zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Februar und der Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Justiz Justiz- rat Johannes Schmitt zum vortragenden Rat im Ministerium der Justiz unter Verleihung der Amtsbezeichnung Oberjustizrat mit Wirkung vom 1.Januar; der Lehrer Jakob Leisenhei m e r zu Rimbach, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Rödgen, Kreis Gießen; der Privatdozent Prof. Gg. Rüth zu Biebrich zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt; der Regierungsrat Hermann Klebe r g c r in Oppenheim zum Vorsteher des Finanzamts Ridda vom 1. Februar ab. — 3n den einstweiligen Ruhestand tritt auf Grund des Personalabbaugesetzes vom l.März der Regierungsbaurat bei der Kreisverwaltung zu Büdingen Johann Funk. — Zurückgenommen wurde die Versetzung des Lehrers Marsteller zu Watzenborn-Steinberg nach Wahlen, Kreis Alsfeld. ** Die Beseitigung dürrer Bäume im Feld und in Den Gürten. Rach Dem Polizeireglement vom 30. Dezember 1881 ist jeder verpflichtet, innerhalb vier Wochen nach der Aufforderung durch Die Ortspolizei seine Dürren Bäume aus dem Feld und Den ©arten zu entfernen. Zuwiderhandlungen werden nach Art. 3Z des Feldstrafgesehes bestraft; auch können Die dürren Bäume auf Kosten der Säumigen durch die Ortspolizei entfernt werden. Unter Hinweis auf diese Bestimmungen empfiehlt das Kreisamt den Bürgermeistereien, gegebenenfalls die nötigen Anordnungen zur Entfernung der Dürren Bäume durch die Besitzer zu treffen. Don einer Beseitigung nach dem 1. April soll wegen der brütenden Vögel abgesehen werden. ’’*■ Licht in Den Spritzenhäusern. Das Kreisamt Gießen gibt Öen Bürgermeistereien Der Lanögemeinden des Kreises bekannt: Wie festgestellt worden ist, sind viele Spritzenhäuser im Kreise ohne ausreichende Beleuchtung, obwohl eine solche ohne besondere Schwierigkeiten und ohne übermäßige Kosten herzustellen wäre, da fast alle Gemeinden mit elektrischem Licht versehen sind. Da eine ausreichende Beleuchtung Der Spritzenhäuser Die Schlagfertigkeit Der Feuerwehr wesentlich erhöht, empfehlen wir Den Bürgermeistereien dringend, die Anlage elektrischer Beleuchtung im Spritzenhause, soweit solche etwa noch nicht vorhanden ist, in die Wege zu leiten. *• Desichtigungsfah-rt Der Wasch in e n b a u s chu l e Gießen. Am Montag unternahm daS 3. Semester der Maschinenbauschule Gießen unter Leitung zweier Ingenieure eine Exkursion nach Hirzenhain, um die Hüttenanlage der Hugo Buderus G. m. b. H. zu besichtigen. Unter bet Führung dreier Ingenieure des Werkes wurden Gießerei, Emaillierwerk. Schlosserei usw. durchschritten. Mit ganz besonderem Interesse wurde das Emaillierwerk in Augenschein genommen, welches in großen luftigen Hallen untergebracht und aufd neueste eingerichtet ist. Darm wurden noch verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen, wie Badehaus. dfcbei- ter und Deamtenkasmo gezeigt. Rach Der Ein- nayme eures von Oer Ftrma gebotosss Frühstücks wurde die Wanderung nach dem Kraftwerk Liß berg angetreten, dessen Einrichtung ebenfalls mit großem Interesse besichtigt wurde. •• Aus dem Gießener Standes- samtsregister. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 31. Januar: 17. Jan. Christine Altvater, geb. ©lebe, Witwe, 79 Jahre alt, Wil- helmstrahe 50. 18. Jan. Heinrich Schmidt, Kaufmann, 55 Jahre alt. Kaiser-Allee 60. 21.3on. Elise Rethwisch, ohne Beruf. 24 Jahre alt, Buddestraße 7; Ludwig Rohrbach, Rentner. 78 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Plah 6. 23. Jan. Clemens Rarz, Schneider. 64 Jahre alt, Kathr- rinengasse 12. 24. 3cm. Konrad Doeckner, Lehrer t R.. 78 Jahre alt, Liebigstraße 82; Pauline Willmann, Privatin, 57 Jahre alt, Frankfurter Straße 5. 25. Jan. Therese Klara Gregori, ohne Beruf, 44 Jahre alt, Kreuzplah 14. 27. Jan. Georg Reih, Arbeiter, 27 Jahre alt, Drandgasse7. 28. Jan. Johann Heinrich Dornscheuer, Lokomotivführer-Anwärter, 26 Jahre alt, Ludwigstraße 5. 30. Jan. Christian Haas. Sparkassen-Rendant, 61 Jahre alt, Stephanstraße 17. Der Verband oberhessischer Erwerbs^- und Wirtschaftsgenosse n- schäft en in Gießen, der viele Jahre von Post- sekretär i. A. Mayer und in letzter Zeit von Rektor i. R. K n a u ß geleitet wurde, hat kürzlich seine Auslösung beschlossen. Dem Verband gehörten 33 Genossenschaften an. Davon sind bis jetzt 20 Spar- und Vorschußkassen und 7 Konsumvereine dem Hessischen Genossenschaftsverband in Darmstadt beigetreten, während sich 2 Konsumvereine dem Raiffeisen-Verband angeschlossen haben. 4 Vereine stehen noch abseits. Landkreis Gießen. X Lang-Göns. 5. Febr. An Der Spitze unseres Kirchturms hatten sich in der letzten Zeit verschiedene Reparatur Notwendigkeiten ergeben. Bei diesen Arbeiten, die jetzt im Gange sind, wurden Turmbau-älr künden, aus dem Jahve 1792 stammend, in sehr gut erhaltenem Zustand aufgefunden. Die Hrfuntem sind mit Federkiel in lateinischer Schrift auf Pergament geschrieben. — 3m Monat Januar konnten mehrere alte Leute unseres Dorfes hochbetagt ihren Geburtstag feiern. Zuerst beging Die W.twe Höhn im Kreise ihrer Kinder Den 80. Geburtstag, dann folgte Der weit über Die Grenzen unserer Gemeinde bekannte Zimmer- meister Kiefer, der ebenfalls im Kreise seiner Kinder den 8 0. Geburtstag sah. Kiefer . (Veteran von 1870) war Gründer des Kriegervereins und Der Freiwilligen Feuerwehr und hat bei vielen Gelegenheiten sein echtdeutsches Herz stets durch Wort und Tat bewiesen. Dies betonten auch Der Bürgermeister unD Der Feuer- wehrtommandant bei Der Beglückwünschung des alten Herrn ganz besonders. Heute endlich feierte Der Landwirt Konrad Müller XXIII. in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. G e b u r t s t ag. Der ehrwürdige Greis geht noch vom frühen Morgen bis zum späten Abend seinem landwirtschaftlichen Beruf nach. Der Bruder dieses Mannes, der Landwirt Konrad Anton Müller, wird am 24. Februar 94 Jahre alt. Möge Den alten Mitbürgern noch manches sonnige Jährchen beschieden fein! — Bei Der gestrigen Rutzholzverste iger ung tourDen zufriedenstellende Preise erzielt. GS war in der Hauptsache Kiefern-Stammholz 4. und 5 .Klasse, wofür em Durchschnittspreis von 24 bis 28 Mk. je Festmeter erzielt wurde. Einige Schnittstämme derselben An tarnen auf 50 Mk. und mehr je> Festmeter. Fichtenstämme, in Der Mehrzahl 5. Kl., 16 bis 20 Mk. Zur Erzielung dieser günstigen Preise haben die außerordentlichen Zahlungsbedingungen beigetragen, nämlich ein Viertel des Preises im Mai, ein weiteres Viertel im August, Der Rest im Rovember. Das Holzfällen geht jetzt seinem Ende zu. Es war für viele Arbeiter unserer Gemeinde in diesem Winter eine einträgliche, wenn auch schwere Arbeit. - J) Lich, 5. Febr. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Die Herstellung der Kanalisation und der Wasserleitung in verschiedenen Straßen wurde an hiesige Unternehmer zu Deren Angebot übertragen. Zur Verbesserung des Bahnüberganges zwischen Bahnhofstraße und Hungener Straße soll ein gepflasterter Uebergang geschaffen werden. Ebenso soll das bestehende Pflaster quer zur Bahnhofstraße und verschiedene ilebergänge über Dieselbe gehoben werden. Der erforderliche Kredit wurde zu Lasten des Rechnungsjahres 1924 bewilligt. Auf Festsetzung einer erhöhten Vergnügun gS-- fteuer für karnevalistische Veranstaltungen und Kostümfeste wurde verzichtet. Die Pächter der Fischerei im Weidgraben und in Den Aebenbächen Der Wetter wurden vom 31. Dezember 1924 ab infolge von Mißverständnissen hinsichtlich Der Abgrenzung des Fischereibezirks von dem Pachtvertrag entbunden. Gleichzeitig wurde beschlossen, eine Reuver- Pachtung vorzunehmen. Die im hiesigen Stadtwald beschäftigten Holzhauer f illen hinsichtlich des Taxholzbezuges genau in Der gleichen Weise behandelt werden, wie es für die Holzhauer im Staatswald festgesetzt ist. Lieber- dieS wurde den Holzhauern das Recht zuge- standen, sich genau tote im Vorjahre denDistrikt, aus dem sie das Holz beziehen wollen, selbst auszuwählen. Das Holz soll dann nt Der Reihenfolge abgegeben werden. Ferner wurde beschlossen, daß solange der Staat bei der ersteren Regelung bleibt, auch die Stadt daran festhält. Dem Christian Zimmer zu Lich wurde die Genehmigung zur Anbringung eines Schaukastens an seinem Haus Braugasfe 16 in widerruflick^r Weise gegen Ausstellung eines Reverses und Zahlung einer jährlichen AnerkennungSg^>ühr von 2 Mk. erteilt. Dem Verein für Polizei- und Schutzbund« hier wurde zur Beschaffung eines Hetzanzuges ehr städtischer Zuschuß von 60 Mk. zur Verfügung gestellt. — Heute fand im hiesigen Stadtwald, Distrikt Groß- bäuferborg, eine außerordentlich stark besuchte Drennholzversteigerung statt. Der Treffpunkt zu dieser Versteigerung lag fat Der Rühe der Station Rieder-Bessingen. Gegen 300 Interessenten mögen es gewesen fein, die Die Rebenbahn Butzbach— Lich—Grünberg von Station Lich aus benufcten und so wieder der Dahn zu einer guten Einnahme verhalfen. Die Holz- preise waren sehr hoch. Es wurden bezahlt für Duchenscheiter pro Raummeter 15 bis 16 Mk., für Buchenknüppel 10 bis 12 Mk., für Buchen- ft öde 6 bis 8 Mk. und für 100 Stück Duchen- wellen 30 bis 50 Mk. Df. Langsdorf, 5. Febr. Am Samstag veranstaltete der hiesige Tu rnberetn einen dßsendlichen Duvnabend, an Dem unsere männliche und weibklche tsugenb zeigen f stixe, was sie im Laufe des Winters gelernt hatte. Die Mädchen zeigten eine große 2urzahl Reigen und Freiübungen. Besonders zu erwähnen ist das Darrenturnen Der Schülerinnen. Auch die Schuljungen leisteten nur Erfreuliche» Die Hebungen Der Schulentlassenen zeugten ebenfalls Davon, dah ein guter Turngeist bei ihnen herrscht. Möge dieser unserer Jugend allzeit erhallen bleiben zum Besten Der Jugend selber unD zum Wohl unseres Vaterlandes. * ©taufenberg, 6. Febr. Die heutig«' Rutzholzver fteigerung erb achte nach, stehende D urchschnittsp reise je Fstm.: Fechten--Derbst angen 1. Kl. 40 Mk., 2. Kl. 30 Ml., Fichten- Reisstangen l.Kl. 20 Mk., Eichen-Derbstangen 20 Mk., Kiefern-Rutzscheiter (Rollen, 2 Meter lang) 30 Mk. ' Londorf, 6. Febr. Bei Der gestrigen Holzversteigerung Des Forstamts Ra> benau tourDen folgenDe Durchschnittspreise erzielt: Scheiter: Buche 8,80, Kiefer 5,70, Fichte 5,00Ml.; Knüppel: Buche 6,45, Eiche 4,00, Kiefer 4^0, Fichte 3,30 Mk.: Reisig: Buche 1,20 Mk.; Stocke: Buche 4,40, Kiefer 2,00, Fichte 1,20 Mk. je Am. — Die heutige Holzversteigerung desselben Forst- amts ergab folgende Durchschnittspreise: Scheiter: Buche 12,00, Eiche 10,60, Kiefer 4,20; Knüppel: Buche 10,00, Eiche 4,75, Kiefer 6,00, Fichte 4,75 Mark; Reisig: Buche 1,50, Eiche 0,-70, Fichte (Schichthaufen) 1,00; Stöcke: Buche 5.45, Eiche 3,40, Fichte 1,30 Mark je Rm. * Rüdd i ngshausen, 6. Febr. Bei der gestrigen Ruh Holz-Submission aus den hiesigen Gemeindewaldungen ergaben sich fol- genbe Höchstgebote: Fichtenstämme 2. Kl. bis einschl. Kl. 5 b Durchschnitt je Fstm. 29.50 Mk. Dieter Firma Gebr. Himmelsbach-Ridda; Kiefern-Stämme 3. Kl. bis einschl. Grubenholz Durchschnitt 26,25 Mk. je Fstm. Dieter Firma Kl ingelhöfer-Grvh-Seelheim. Deiden wurde Der Zuschlag erteilt . <5 Reinhard shain, 6. Febr. Zum 2. Male im neuen Jahre veranstaltete der hiesige Ztoeigverein des Evang. Dundes gemeinsam mit Dem Ev a n g. Fra uenverein einen Familienabend am Donnerstagabend. Der Ortspfarrer zeigte zunächst Lichtbilder von Jerusalem. Darauf hielt er einen Vortrag über „Vergiß es nicht, gedenke." Die Gemeinde. Die Die einzige im Kirchspiel ist, die ihren Kriegstoten noch kein Denkmal gesetzt hat, sollte Damir angel"eitert werden, diese Pflicht der Dansbarkett zu erfüllen. Hoffen wir, daß ein Ernst gemacht wird mit dieser Ausgabe. t Saasen, 6. Febr. Die erste Holzversteigerung Der Försterei Saasen brachte den üblichen Andrang der Steiglustigen. Es kosteten im Durchschnitt 4 Meter Duchenscheit 40 Mk., 4 Meter Prügel 30 Mk. und Darüber, Kreis Friedberg. vw. Butzbach, 6. Febr. In Der gestrigen Stadtverordnetensihung wurde u. a. beschlossen, daß der seither provisorisch verwandte Dausekretär Metz definitiv angestellt werden soll. — Die Anschaffung einer Motorspritze wurde auf Antrag des Feuer- wehrkommandvs beschlossen und die erforderlichen Mittel hierfür im Betrage von 8000 Mk. bereit- gestellt. — Den städtischen Holzhauern wurde eine Beihilfe im Gesamtbeträge von 750 Mark zugesprochen und ihnen außerdem noch Holz zu ermäßigtem Preis bewilligt. — Die Kosten für Instandsetzung des Daches der St. Wen- delskirche im Betrage von 1000 Mark werden bewilligt. — Die Erbauung eine- zweiten Reihenhauses (8-Familienhaus) wurde beschlossen und die Kosten Dafür im ungefähren (Betrag von 70 000 Mk. eingestellt. Ebenso wurden die Kosten für Den Umbau des Hospitals in Höhe von 6500 Mk. genehmigt. — Der Hof des Elektrizitätswerkes soll durch eine Mauer und Einbau eines eisernen Tores einen besseren Abschluß erhalten. Die Kosten hierfür sowie diejenigen für die gleichzeitige Herstellung einer Abortanlage am Vieh- Marktplatz in Hohe von 4000 Mk. wurden ebenfalls gutgeheißen. — Dem Antrag des Ausschusses für Leibesübungen auf Lieferung von Holz und Draht für die beiDert Fuß- balltore im Lustgarten wurde stattgegeben. Dad-Rauheim, 5. Febr. Der Steno> ^raphenverein ©abelsberger hielt heute seine gutbesuchte Hauptversammlung ab. Der Jahresbericht konnte schone Erfolge im abgelaufenen Jahr buchen, das in Der Geschichte des Vereins von besonderer Bedeutung ist, brachte es doch Die UmftcIIung auf Die neue Reichskurzschrift. Am Dundesfernwettschrei- ben des Deutschen Stenographenbundes Gabels- berger, am Verbands wettschreiben in Offenbach a. M. und an den Bezirkstoettschreiben tn Friedberg und Grohen-Linden waren Mitglieder in größerer Zahl beteiligt. Sie errangen zusammen 57 Preise, darunter 3 Ehrenpreise unD 37 erste Preise; 21 erste Preise entfallen allein auf die Teilnahme am Bundes-Fernwettschreiben. Die beste Gesamtleistung im Lauftz des Jahres W, Fleischbrüh Würfel W I X s AM........ - ' 3 Dell nerer Mhsti Dm 2 «fier ' jDachb gelegt vvn de galle ' Spam Mülle Mül ein Fr Mer ErwH schulch des 17 spiel „ furt a Herze fotte nSv? mmg. Ärat 3nw bd bet Schw-m, genbtie Aiemair Ist Prob ihnen b< Sima l Sieh $i LliS sollen fr 1.9t bomitl des 55i toalb): m 5 Ei 42c 2 Fi 5 41 Ei 2 Es 111 14 Fi 41,8 „ 2c 3945 ^ Ei „ 3u| Schn 2.I mittags Forsters 8» 57061 125 1$ 61 vchnej ,Mii Wchul ?§eig, Li 1 Ties . Der . l- B "»nt, ?Un9en , besch 6to(fj Mrfte get e-mfcd Wabnitz. der MKir der au2 der Gefall enen-GedächtniSstiftung ju- erforart wurde. Zur Zeit laufen mehrere stark besuchte Unterrichts kurse: ein LnfänaerkursuS (Leiter Lehrer Barthel), ein FIttbllbungs- «nd «in Redeschrift kurfus fßeiter Berwattungs- sekrttär Kreutz), dazu kommt noch ein TU- fünoerkursuS in den Obelassen der Stadtschule (Leiter Lehrer Ostwald). Dre 6 t ad t unterstützt in an erkermenS werter Töe.k Mc -ö«- stredvnqen deS Vereins f in a nji e l L Dre Mtt- lt«beraab( beträgt 215. 1W2 Mk. m Srnnahmc stehen 1609 Mk in Ausgaben gegenüber, so ^>h. trotzdem der Vereinsd^r vor einigen Wochen mit über 300 Mk. verschwunden ist. noch cm Kasten bestand von 273 Mk. verbl«bt. Der feit- fvriae Dorstand mit Mncrnzobettnfpekwr Schnei l an der Spitz«, wurde einstimmig wi^ergewahlt. Beschlossen wurde, den Vertxuchstag des Hessisch- Nassauischen Verbandes Gabelsbr^r Steno- X&eri «M 11. Juni 1925 in Aschaffenburg sowie öen Bundestag deS Stenographenbundes Mitte Juli In München und die damit verbundenen Wettschreiben zahlreich zu beschicken Verwal- tungSfekrttär Kreutz tonnte interessante Mitteilungen aus einer dieser Tage in Darmstadt st all gefundene Sitzung machen, wonach sich die Gerichte, die AeichSkurzschrift sei nicht von De- stand, nicht bewahrheiten, im Gegenteil die Ge- wihheit besteht, daß daS Einheitssystem auf lange Zeit hin unverändert bleiben wird. Kreis Schotten. «W» Schotten, 6. Febr. AuS der G e - tneinderatSsitzung vom 5. l. M. sei folgendes nritgeteilt: Der Pfing st markt wird in althergebrachter Form, verbunden mit Prämiierung und Verlosung gehalten. Die ersten Preise bei der Verlosung bestehen nicht in Vieh, deren Verwertung füt die Gewinner oft Unkosten und Schwierigkeiten brachten, sondern in Wohnungseinrichtungen. Möbeln. Betten u. dgl. An Marktstandgeldern werden erhoben: 20 Pf. für Kleinvieh. 30 Pf. für Iung- toieft, 40 Pf für Großvieh. Marktstände bis 3 Meter 1 Mk., jeder weitere Meter IMk. Glücksspiele. Lotteriespiele werden für alle Märkte ausgeschlossen. — Die We it er sü hr un g klei - nere r Kanal st recken in der Friedhofstraße, Kirchstrnhe und Am Berg wird geirehänigt. — Dom Amtsgericht zum Finanzamt wird ein dr- Befter Verbindungsweg gelegt und hierzu das fDachbett deS Mühlgrabens, der zugelegt wirb, benutzt. — Einige Bauplätze von der neuangelegten Strafte über der Pfarr- «alle werden für tHcabauten abgegeben. — Zu l^ren deS 1819 hier im Haus des Heinrich Hpomer. Am Berg, gebotenen Schriftstellers Otto Müller wird die Kleine Karlstrafte in Otto- Müller-Strafte umgetauft Otto Müller, ein Freund Scheffels, war ein bedeutender Schriftsteller in der Mitte deS vorigen Jahrhunderts. Erwähnt feien seine schönen Romane: ,.Dcu Stadt- Schultheiß von Frankfuil" (kürzlich auS Anlaft des 1751 übrigen Geburtstags Goethes zum Schauspiel „Der alte Te?tor" umgedichtet und in Frankfurt ausgeführt). ferner „Zwei Sünder an einem Herren". „Münchhausen im Vogelsberg", „Ehar- fotte Ackermann". — Die neue Strafte am „Hohe n w i es en weg" behält diese Dezeich- mmg. — Heber den Fortgang der Pläne des Krankenhauses (Platzfrage. Gelderbeschaf- hmg) berichtete der Bürgermeister. Der Bau wird sobald wie möglich in Angriff genommen. — DaS schöne altertüm lichc RathauS wird renoviert und erhält neuen hübschen Putz: desgleichen das Spritzenhaus. daS erweitert toifb —' Die Dergnügungsst euer für karnevalistische Deranstaltungen wirb verdoppelt. — Der schon über 45 Zähre hn Dienst i>er Stadt stehende Schäfer Karl Funk wurde in der Sitzung besonders geehrt. Eine silberne Medaille der LandwirtfchastSkammer wurde ihm überreicht. Ruppertsburg. 6. Febr. Bei der heutigen Holzversteigerung kosteten Buchenscheiter 17 Mk., Buchenprügel 10 bis 12 Mk. je Raummeter. * EichelSdvrf, 6. Febr Bei der gestrigen Rutz - und Drennholzversteige- r un g wurden im Durchschnitt gelöst: Rutz- Holz: Eichenstämme 3. Kl. 45,90 Mk, 4. Klasse 4620 Mk.. 5. Kl. 45.40 Mk., 6. Kl 48.45 Mk.: Ahornstämme 6. Kl 17,85 Mk; Buchenstämme 3a Kl. 59.85 Mk.. 3d Kl. 41,10 Mk. 4. Kl 44 40 Mk.: Birkenstämme 6 Kl- 65,200111. Kiefern- stämme 5. Kl. 27 65 Mk ; Lärchrnstämme 3 Kl. 32,05 Mk.. 4. Kl. 27 Mk. 5. Kl 21.35 Mk.: Fick tenstämme 1. Kl 42,50 ML. 2 Kl. 33.45 ML. 3. Kl. 3025. 4. Kl 33,55 Mk.. 5a Kl. 29.40 Mk.. 5b Kl. 28.90 Mk: Fichten-Derbstangen 1. Klasse 24,75 ML. 2. Kl. 36 Mk. je Fstm. Brennholz: Buchenschciter 1. Kl. 13.75 ML. Gvchen- scheiter 9.30 ML. 'Buchenknüppel 8,50 Mk, Eichen - kirüppel 6.10 ML. Duchsnstöcke 7,60 Mk. je Rrn. Mrcie Büdingen. ]!f Ridda. 6. Febr. Die am 26. Mai 1923 dahier gegründete Oberhess is che Obst- industrie-Aktiengesellschaft mit dem Sitz Ridda hat am 24. Rovcmber 1924 ihre Auslösung beschlossen. Das Unternehmen war in der früheren Kraftschen Brauerei unter- gcbracht. Durch die Auslösung ist daS Luigi Ealvi in Pcgli (Italien) gehörige Krastsche Anwesen zum 1. Januar ds. 38. frei geworden. Wie man hört, beabsichtigt die Stadt, das Anwesen zu erwerben, um Wohnungen daraus zu schaffen und eine Turnhall e einzurichten. △ Ridda. 6. Febr. Der Verein Technische Rothilfe beim Reichsministerium des Innern. Ortsgruppe Ridda. hielt gestern abend hier eine Versammlung ab. die von etwa 60 Personen besucht war. Der Vorsitzende der Ortsgruppe. Oberoahnmeister Struck von hier, eröffnete die Versammlung und erteilte dem Landesunterbezi' ksleiter, Regierungsbaumeister HilSdorf aus Frankfurt a. M. das Wort zu einem Vortrag über .Fünf Jahre Technische Rothilfe". Der Referent führte in klarer, temperamentvoller Weise Die Entstehung, den Zweck und die Betätigung der Technischen Rothilfe den Zuhörern vor und betonte besonders, das) dieselbe keine Streikbrecherin fei. auch keinerlei Cinfluft auf die Wirkungen und Erfolge eineS Streiches ausüben wolle, also durchaus nickt parteipolitisch und auch ebensowenig arbeiterfeindlich eingestellt fcL Vielmehr wolle sie nur in Zeiten der höchsten Rot die zur DolkSernährung unbedingt notigen Betriebe aufrechte rhalten und dadurch das Leben und die Gesundheit vieler Volksgenossen schützen. Rach Beendigung eines Streikes hätten sogar oft die StrcCeTTOcn oen Vorteil, daft sie die Arbeit sofort wieder voll ausnehmen könnten, wenn die Rothelfer z. D. daS Erlöschen der Hochöien oder das Ersaufen der. Gruben verhüteten. DaS Vor» getragene wurde darauf in sehr scharfen Lichtbildern und Film- vorgeführt. Unter den Bildern waren auch solche vom Eingreifen der Technischen Rothilse bei Streiks im Eleltttzuälswett in Wölfersheim und im Gaswerk in H a - n au. die für die Anwesenden ganz besonderes Interesse boten. Kreis Wetzlar. □ Dutenhofen. 7. Febr. In der verflossenen Rächt ist der Eisenbabnfchaffner Wilhelm Knorz von hier auf dem Bahnhof Sinn bei Herborn tödlich verunglückt. Dem Bedauernswerten wurden beim Rangieren beide Deine abgefahren. Er starb bald darauf. Der Verunglückte hinterläftt Frau und mehrere Kinder. Hessen-Nassau. il Marburg, 6. Febr. Wie schon früher mitgeteilt, haben, seitdem die Ohm und auch teilweise die obere Lahn reguliert sind, die Ueberflutungcn des Lahntals südlich der Stadt in der Richtung nach (Sieben einen bedrohlichen Charakter angenommen. Wenn das so weiter geht, werden die fruchtbaren Gemarkungen des Lahntals für die Landwirtschaft völlig unnutzbar gemacht. Da- ist schon in verschiedenen Landwirteversammlungen zum Ausdruck gebracht worden, und gestern beschäftigte sich im Haus Freidhof eine von den Bürgermeistern der gefährdeten Gemeinden einberufene Versammlung mit der Frage, wie Abhilfe zu schassen sei. Auch Vertreter der Behörden waren anwesend. Rach eingehender Aussprache wurden drei Kommissionen gewählt, welche die verschiedenen Projekte näher prüfen und später Bericht erstatten sollen. — Eine gleichzeitig abgehaltene Tagung des Pferdezuchtvereins Marburg beschloß, mit dem am 13. März hier stattfindenden großen Pferdemarkt eine Prä» miierungzu verbinden. Bei dem Herbstpferdemarkt soll, wie vor dem Kriege, auch wieder eine Verlosung stattfinden. — Vom 4.-6. Juli findet hier daS Kurhessiscke Sängerbundes- f e ft statt. Es ist bereits ein Festausschuß gebildet. der die Vorbereitungen in die Hand genommen hat. fpd. Frankfurt a. M. 6. Febr Mit einem Betriebs verlu st von 1 12 000 Re ichsmark löst sich in allerkürzester Zeit die Frankfurter Milchversorgungs- A.-G. auf. Sie war eine Gründung der Rach- kttegs-eit. als noch die Zwangsbewirtschaftung der Milch Verordnung und Gesetzeskraft hatte. Damals mag die Gesellschaft in örr Erfassung der Milch mancherlei Gutes gewirkt haben, volls- tümlich war sie nie in Frankfurt, schon um deswillen nicht, weil die Gesellschaft die Preise FcinedtvegS niedrig hielt, sondern durck>weg teurer war als die später wieder zur Geltung kommende freie Konkurrenz Dazu kam, daß die Gesellschaft verwaltungstechnisch außerordentlich schwerfällig war und deshalb sehr teuer arbeitete. Der heftige Konkurrenzkampf nach der Freigabe der Milch brachte dann der Gesellschaft zunächst riesige Verluste und schließlich den Tod Zuletzt vertrieb die Milch-A.-G. nur noch zehn Prozent der nach FvanNurt rpmweei 'Jinidb. — Der Fr an t - futter Cebevtraittelmarft wird feit einigen Tagen mit ungeheuren Mengen auSlöndtschetErzeugnisse überflutet. In erster Linie treffen hier ein Salat. Blumenkohl und Orangen. Rcnnentlich nimmt daS Angebot von Orangen von Tag zu Tag zu. Die Preise sinken, da da- Angebot tue Rachfrage bei weitem überwiegt. Turnen, Sport und Spiel. Arbeitsgemeinschaft im Wassersport Die Wassersportvereine an der Weser und ihren Rebenslüssen haben kürzlich eine wirt - fchaftliche Vereinigung grgrünbet 15 Ruder» und Segelvereine mit rund 4000 Mitgliedern geboren dieser Interessengemeinschaft an. Sie hat sich zum Hauptziel gesetzt, einen Wandel in den Anschauungen der Oeffenllichkeit und Behörden gegenüber dem Wassersport herbeizuführen. Da- neben wird sich die Vereinigung auch noch um die Verwirklichung einer Reihe von Wünschen bemühen, die im Interesse der Wassersport treibenden Vereine liegen. Da Deutschland noch immer vom Internationalen Scgelverband ausgeschlossen ist, haben sich die Anregungen auf Gründung einer ^Ostsee- Gemeinschaft" jetzt sowei. verdichtet, daß im Fe- bruar Vertreter deS deutschen, schwedischen, däni schen und finnischen Segelsports in Stockholir zusammenkommen wollen um die Grundlagen für eine Arbeitsgemeinschaft der Segler der Ostseeländer zu schaffen. Nsda-Wund- u. Heilsalbe Neda-Wund- u. Kinderpuder In Apotheken zu haben. In Gießen bestimmt er hältlich: PolII«an-Apotheke, Kreuzplatz 2. Hersteller; Eduard Palm. Freiburg 1. B. OliecD Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde bei der Firma Weingrohhandlung Gebr. Schwan, Aktiengesellschaft in Gießen folgendes eingetragen: Den Kaufleuten Ernst Riemann und Ludwig Zecher in Gießen ist Prokura erteilt, derart, daß jeder von ihnen berechtigt ist, als Ginzelprokurist die Firma der Aktiengesellschaft zu zeichnen. Gießen, den 28. Januar 1925. 1295c Hessisches Amtsgericht. Nutz- u. Brennholz- Dersteigerungen. AuS den Waldungen der Stadt Gietzen sollen versteigert werden: 1. Donnerstag, den 12. Februar 1925, vormittags 9V, Uhr beginnend, Bezirk des Försters Geisel, Abt. 119 (Stadtwald): 1 Eichenstamm 5. Kl. —0,32 Fstm. 5 Gichenstämme 6. „ — 0,46 „ 4 Lärchenstämme 5. „ ----- 0,75 „ 2 Fichtenftämme 4. „ = 1,13 „ 5 „ 5a. „ =1,88 „ 41 Eichcnderbstangen 1. Kl. — 1,64 „ 2 Eschen „ 1. , ---0,10 . 1 Hirne „ 1. „ =0.05 . 14 Fichtenderbst, l.u. 2. Kl. = 1,31 „ 41,8 Rm. Buchen-, Hainbuchen-, Eichen-, Lärchen- und Fichtenknüppel 3945 Wellen Buchen-, Hainbuchen- und Eichenstammreisig. Zusammenkunft: Alter Steinweg. 6. Schneise. 2. Montag, den 16. Februar, vormittags 9 älhc beginnend, Bezirk des Försters Drück. Abt. 53 (Stadtwald): 85,6 Rm. Buchenknüppel 34 „ Eichen-, Birken- und Aspen- knüppel 5706 Wellen Buchen- und Eichenrcistg 125 „ Fichtenreisig 1 Birkenstamm 6. Kl. — 0,23 Fstm. Zusammenkunft: Anneröder Weg, ß. Schneise. Zahlungsbedingungen: Die Holz» geldschuld wird gegen Stellung sicherer Bürgschaft innerhalb 3 Wochen nach dem Versteigerungstag auf die Dauer von 3 Monaten gestundet und zwar für die ersten beiden Monate zinslos und für den letzten Monat gegen Berechnung von 12% Jahreszinsen. Gießen, den 5 Februar 1925. Der Oberbürgermeister. I.D.: l)r. Rosenberg. 13238 Bekanntmachung. Der Gcmeindevoranschlag von Stockhausen für Rj. 1925 liegt vom 10. bis 16. I. MtS. einschL zur Einstcht der In- terestenten und Erhebung von (Sintoen- düngen auf unserem Bureau offen. Zu dec beschloffenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Stockhausen, den 6. Februar 1925. Bürgermeisterei Stockhausen. Jochim. 1308V Nutz- u. Brennholz- fBerfteigerung. Donnerstag, den 12. Februar, werden von 9 Llhr an, in der Willschen Wirtschaft zu Treis a. d. Lda. aus dem Staatswald Abteilung Hege 7, Alte Unner 11 und 12, Scheid 4 und Cott- bachseck 16 der Försterei TreiS a. d. Lda. versteigert: Dutzholz. Schnittholz Eichen: 3 St. 3. Kl. — 2.32 Fstm.: 4 St. 4. Kl. = 1,46 Fstm. Stammholz Eichen: 10 St. 4. Kl. — 5,62 Fstm.: 22 St. 5. KL = 9,00 Zstrn, 30 St. 6. Kl. = 7,94 Fstm. Derb- Rangen Fichten < yeaild Sie »er 0 j W*SS "D?r hif 5° ’S»«6" Sgnifafl«1« S es genügt^«, “SSly mal die Mer über hinaus - griehtnur. rüttti ijk folgenden Tau l.vegen ein unvedchuld«! zur Leist selbst wenn höheom M Lveg" ur btt She zu brechens, Ehestandes t Z.wegen unü dnÄ der E 4.wezen u aung, fertigen tzeiral sogar jede Aex dungsgründe i es genügt, das Eheteil behaus gegen den an! fache, deren feftgeftellt wer ein Maß von 1 das mit der ö Ehen stehen so wegen 11 n 6 e lichrn Pflicht brechen (ob kann, stehl in * Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Lotte Huhn Fritz Mickel Gießen Lollar OUT 4 Gesellschaft für Erd-und Völkerkunde GIESSEN Montag, den 16. Februar 1925, 8V< Uhr abends in der Neuen Aula der Universität Vortrag von Herrn Paul Rohrbach über: Die Zerstörung der russischen Wirtschaftsgrundlagen durch den Bolschewismus und ihre Folgen. Eintritt für Mitglieder frei, Nichtmitglieder 1 Mark, Studenten, Schüler, Militär 0.50 M. an der Abendkasse. DER VORSITZENDE ein. 13240 Nach dem Vortrag gemütliches Beisammensein tm Hindenburg. verein smLustschrlL.v.inGietzen Mit Genehmigung der Gesellschaft von Freunden und Förderen der Universität (Sicken «Siebener Hochschulgesellschaft) laden wir unsere Mitglieder u. Freunde »u dem am Mittwoch, den 11. Februar 1925, 8*/4Ubr abends, im großen Hörsaal des Borlesungsgedüudes stattfindenden Vortrag von Herrn Professor oi-.jup.kollatz,Darmstadt über Rechtsprobleme der Luftfahrt »Der Kaffee schmeckt gut, wo ist der zu bekommen?" »Ich habe nur reinen „Aguma" genommen!" AQUM A, der neue Gersten -KAFFEE Deutsches Reichs-Patent 33716# tn allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Oiematiiile i. E. zu Werg. Anmeldungen neuer Schüler und Schülerinnen für Sexta bis Oberprima einschl. nimmt der Unterzeichnete entgegen Dienstag, den 10. und Donnerstag, den 12. Februar von 11 Vs bis 12Vs und von 3Vs bis 4Vs Uhr. Dorzulegen sind Geburts- und Impfschein sowie das Zeugnis der zuletzt besuchten Schule. — Aufnahme in Sexta nach 4 Dolksschuljahren. — Ersatzunterricht in Latein nach dem Lehrplan des Realgymnasiums. 13370 Die Direktion: Angelberger. Drucksachen aller Art ftattung stilrein und^preirwert die vrühl'sche Univerfitätr Druckerei, R. Lange, Eiehen, Schulftr. 7. Statt Karten Die Verlobung ihrer Tochter Elisabeth mit Herrn Prioatdozenten Dr. med. Ernst Woenckhaus zeigen ergebenst an Adolph Lyncker und Frau Lina, geb. Füll Elisabeth Lyncker Ernst Woenckhaus Verlobte Gießen, im Februar 1925 1300D WMMÄRÄW Mittwoch, den 11. Februar, 2 Uhr im Saab bau Sauer (am Oswaldsgarten) Thema: j WWM-MdMWWW Redner: ! । All AW, LMWMMMl, JülMOl ’ An smAller, Disetter der Ooaötoertslomniet MMsSl. Alle Handwerker und Gewerbetreibenden sind hierzu eingeladen. 12860 Gewerbeverein und Innungen. Vertretung und Fabriklager: Lösch * Tränkner, Gießen, Neustadt 57, Tel. 851 904D Saalöffnung 7.29 Minuten. Eintritt 1 Mk. Wieseck! Sonntag, 8.8ebruar, abends 7.59 Minuten im Saale des Gastwirts Braun 0u82 Thema: 01 uo Wertvoll 1243 D Anzeige! Anzeige! MMl-SeWMreill Onrlenroö Kreis Biedenkopf i»iD für jede Hausfrau und jeden Hausvater! Für Mitglieder 30 Pf., für Nichtmitglieder 50 Pfennig.Per Verstand. Wohnungseinrichtungen Einzelmöbel Am 1. und 2. Juni (Pfingsten dS. Js.) feiert der Verein sein Ernst Rau, Walltorstr.37 1347a oerönnöen mit SesWsivrllslreil Besitzer von Karussells, Schaubuden, Zuckerstanden und bergt wollen ihre An» gebo>e (mit Standgeld usw.) richten an den 1. Vorsitzenden Heinrich Wahl, Hartenrod Die Zuschlagserteilung erfolgt am 1. April. UlgJeiitierFreereii Am 10. Februar, abends 8 Uhr im Saal Sauer, Neustadt 58 Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Nur bis einschl. Dienstag, 10. Febr. 1925: Die Nibelungen Oer II. u. letzte Teil: Kriemhilds Rache Gewaltig ist der Eindruck dieses Werkes. Hagen besonders, die Verkörperung der Treue bis zum Tod, ist die alles überragende Figur. Die schöne Kriemhild, im Spiel der unerbittlichen Rache sich selbst übertreffend, eine Meisterleistung ohnegleichen. Beginn der Aufführungen: 3.30, 5.45 u.8.20 Uhr. Ausgewählte vornehme Musikbegleitung; Großes Orchester Preise: 1, L20, 1.80, 2.50 Mk. Schüler, Studierende und Militär nachmittags Ermäßigung. 1322c Palast- Lichtspiele Kirchenplatz Nur noch heute u. morgen: Ein Film aus winterlicher Hochregion der Engadiner Alpen in 6 Akten. Eine spannende Handlung, vornehmes Spiel und herrliche Aufnahmen ans dem Hochgebirge. Hauptrollen: Grete Reinwald Ferner eine tolle Groteske in 2 Akten: Harry erlebt Vaterfreuden Dazu Die neueste Wochenschau Redner: WlMek N. MWllll'WWn MchelMMWWMM AuS dem Inhalt.- Gewebe, Färberei, Reinigen, Bleichen, Rezepte dazu. Leder, Auffrischung, Ausbesserung, Lederputz- und Färbemittel, Holz, Politur, Bobnermassen, Selbstberei- tung, Rezepte. Viele Auskünfte und Rezepte. Warum find so viele Frauen unterleibskrank? Wodurch entstehen Unterleibsleiden? ^Entzündungen, Adufe, Senkungen,Verwachsungen, Knickungen, fehlende oder »n starke, schmerzhafte Blutungen.» Welche Ursachen hoben Kreuz-, Leib-, Seiten- und Rückenschmerzen? Die Krankheiten der Wechseljahre, Blutungen, Geschwülste, Krebs, GemütS- leiden. Welche Folgen haben Geschlechtsleiden für die Fran? Warum werden so viele Frauen viel zu früh alt? Jede Fran muh den Vortrag hören, da nur eine gesunde Frau das Glück der Ehe sichert. Da die Vorträge in anderen Städten stets überfüllt sind, ist frühzeitiges Erscheinen erwünscht. ^Kassenösfnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.^ An alle Asihmaleitlende! jHören Sie das Urteil Ihrer LeidensgefIhrten: „Die Kur mit NYMPHOSAN-SYRUP brachte mir glänzenden Erfolg. Das vom Felde herrührende Asthmaleiden ist gänzlich beseitigt und an Stelle der Melancholie ist höihste Lebensfreude getreten, Indem ich Ihnen nochmals meiner Zufriedenheit Ausdruck gebe, zeichne ich hochachtungsvoll H. L. in M.“ So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dankschreiben. Best.: Bals. Myr. cps. 3°/Ol Na. br. 2%, Malt. 24%, Sacch. 16%, f. emuls. Preis pro Flasche Mk. 3.—. Zu haben in Gießen < Apotheke r/Zam goldenen Engel“. Alleinhersteller: Nymphosan A.-G., München 38. 900A Astoria-Lichtspiele Seltersweg Nur noch heute und morgen: HeirMrLuft Fabelhafter Sensationsfilm in 6 Akten. Hauptrolle: Emiie Shannon der weibliche Harry Piel Ferner: „Das zukünftige Restaurant“ Tolle Groteske in 2 Akten. Men-MW mit vielen lMlvkeressanten brrnlev Mtblloerv Nur s. Frauen u. Mädchen üb. 16 Jahre Montag, den 9. Februar 1925 Saalbau Sauer «Oswaldsgarten) Reser.: Frau Anita Kroll, Berlin, Mitglied des Frauen-BereinS. Vortrags-Vereinigung Gießen (Goethe-Bund - Kaufmännischer Verein - Gewerbe Verein) Donnerstag, 12. Februar, abends 8Vt Uhr in der Neuen Aula Lichtbilder-Vortrag d.Herrn Hof rat Ferdinand Meister aus BadHomburg Das Badeleben in alter ynd neuer Zeit Eintrittskarten in der Musikalienhandlung Challier für Mitglieder zu Mk. 0.75 pro Platz gegen Vorzeigen der Vortrags-Ausweiskarte und nur im Vorverkauf; für Nichtmitglieder zu Mk. 1.50. Studentenkarten zu Mk. 0.75 gegen Vorzeigen der Studentenkarte bei Herrn Oberassistent Ritter. 1807c ach Wirtschaft,, wismusund feder 1 Mark, 'er Abendkasse, 'SITZENDE ' Jießen ewerbe Verein) k Uhr in der trag s Bad Homburg neuer Zeit ndlunzChalller egen Vorzeigen im Vonerkaut; intenk arten zu entenkarte bei t. 1307c _ MM in yreundru vvd efetnet HoMul- yteunbe iu dem am r abends, im groben enden ah.varmM Luftfahrt ■itt im Hindenburg, ^bekommen?’ om®enl ___ M i I 8 Ml-liM-n st> )et lW*le 12 Febnlük denU'f ' bis 47j uy *15«; äsg: für 3ungverheiratet«. Dann erfahr man, daß sie mir Detter und Kusine waren, und da sagten einige: „2Qra“ und andere wisperten: .Ei, ei.“ Dor allem ärgerte man sich über ihre Zurückhaltung. Sie schlossen sich niemand an. sie speisten allein, ost auch im eigenen Salon, unternahmen weite Fahrten auf der Eorniche und der Strada Romana und dehnten ihre Slxuiergange stundenlang auS. Dei dieser Gelegenheit pflegte Ale?e sich derb zu llelden und einen kurzen Rock zu tragen, der Kopfschütteln bei den Damen der Umwelt und Augenvergröberung bei den Herr er erregte. Auch sonst fielen ihre Toiletten aus. .Wie viel Koster haft du mit. Qete?" fragst .Ich sehe dich immer wieder in neuer Kostümierung. du bist wie ein weiblicher ProteuS." .Der Vergleich hinkt, aber daraus kommt es nicht an. Run ja, ich Hebe es. mich aus der Reife ebensowenig einzuschränken wie daheim. Und ich gehöre auch zu den Frauen, die auf die Auswahl ihrer Toilette Bedacht nehmen. Immer ■unter dem GefühlSpunkt. dah nicht die Kostbarkeit mahgebend ist. sondern der Geschmack.“ .Mein Kompliment für deinen Desck>mack. Siehst du. auch daraus würde ich Wert legen, wenn ich mich wieder verheiraten sollte, dah meine Frau sich in ihrem OLeftem nicht vernachlässigt. Wenn die Ehe die Aesthetik des Lebens ist, so muh ich das sinnfällig spüren. Meine Frau mühte sich notgedrungen vier» oder fünfmal am Tage umkleiden. Morgenlleid. HauS- gewand für die Wirtschaft, Dreh für den Ausritt. Prvmenadenkvftüm für den Lunch. Toilette für den Mittagstisch. Realige für das Schlafzimmer, das Reizendste. Findest du nicht, dah ich sehr anspruchsvoll bin?" .Jedenfalls finde ich. dah du dich wieder rasch genug in unsre Kultur hineinwächft. 3m übrigen ist eS auch in dieser Beziehung ganz gut. dah deine Ehe mit Theda zum Scheitern kam Sie ist eher ein braves HauSmü'terchen als eine Frau von Welt Sicher läht sich de des vereinigen, aber selbst das fdnn sie nicht. Sie hat von ihrem Daten doch nur den Einschlag In das Spießertum, und da paht sie zu Hellmut. Sehr brave Leute die beiden, doch ihre Bravheit ist alles..." ... (Fortsetzung folgt.) Samstag, l. zedntar 1925 (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für wderhessen) Ur. 32 Drittes Blatt Jur Reform des Ehescheidungsrechtes. Dor kurzem ist dem Reichstag ein Antrag ßübcrt und Genossen (Rr. 74 der Drucksachen deS Reichstages III. Wahlperiode 1924/25) unterbreitet worden, der, wenn er zum Gesetz erhoben wird, das Ehescheidungsrecht unseres Bürger- lichen Gesetzbuches wesentlich umgestaltet. Seine grundlegende Bestimmung lautet: „Der § 1568 erhält folgende Fassung: Ein Ehegatte kann aus Scheidung klagen, wenn eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen DerhältnisseS besteht, dah keine begrün bete Aussicht aus Herstellung einer bem Wesen der Ehe entsprechenden Gemeinschaft vorhanden ist." Die Bedeutung dieses Anträge- liegt auf bet Hand wenn man sie mit der bisher geltenden Fällung des § 1568 BGB. verglicht: Hier ist erforderlich, dah die Zerrüttung des ehelichen DerhältnisseS durch ..schwere Derletzung der durch die Ehe begründeten Pflichten ober durch ehrloses ober umsichiliches Derhalten" eines Ehegatten „verschuldet" war, fo dah dem anderen Ehegatten „die Fortsetzung der Ehe nicht mehr zu- gemutet werden konnte". Rach der beantragten Reusassung dagegen kommt es auf Schuld ober Richtschull) eines bet Ehegatten nicht mehr an; eS genügt bie objektiv festzustellenbe Shezerrüt- tung, um bie Ehe zu scheiben. Demnach umsahl bie neue Bestimmung einmal bie gleichen Taibestänbe, wie bie alte; herüber hinaus aber ermöglicht sie, vorausgesetzt nur, bah objektiv bie Ehe zerrüttet ist. eine vcheibung zum Beispiel in folgenden Fällen: l.wegen eine- während der Ehe entstandenen unverschuldeten, unheilbaren Unvermögens zur Leistung der ehelichen Pflicht, selbst wenn dies nur eine Folge deS erreichten höbeoen AlterS fein sollte! 2. wegen unheilbaren, unverschuldet während der Ehe zugezogenen körperlichen Gebrechen-, daS die Erfüllung der Zwecke deS Ehestände- vereitelt. 3. w e g e n unverschuldeter Unfruchtbarkeit eines der Ehegatten. 4. wegen unüberwindlicher Abneigung, auch nur eineS Ehegatten, ivenn nur der Widerwille fo eingewurzelt ist. dah zur Au-söhnung und zur Erreichung der Zwecke deS Ehestände- keine Hoffnung übrig ist. 5. toegen Unverträglichkeit der Charaktere der beiden Ehegatten. 6. wegen Aenderung deS religiösen ober politischen Bekenntnisse- «weder Ehegatten. Richt aber ist eine Scheidung der Ehegatten auf Grund gegenseitigen Einver- st ä n b n i s f e S möglich, sosern diese- nicht durch eine vorhergehende Zerrüttung des EhelebenS veranlaht worden ist; selbst wenn diese die Ursache deS gegenseitigen Einverständnisses wäre, so dürfte die Ehe dennoch nur wegen der „tiefen Zerrüttung" geschieden tixnrben. Wird dieser Antrag Gesetz, so werden wir eines der frvteften SheschridungSi«hte, nicht nur Europas, haben. Der Richter wird nicht mehr fragen dürfen, au« welchen Gründen bie Ehe zerrüttet ist, bie Tatsache bet Zerrüttung mutz ihm genügen. Ob bie eheliche Zerrüttung verschuldet wurde (und von wem) ober nicht, ob ander Ehe Kinder hervorgegangen sind ober nicht, baS alles spielt grundsätzlich keine Rolle. Die Grunbsesten der Ehe werden erschüttert, leichtfertigen Heiraten wird Tür und Tor geöffnet, ja sogar jede Reglementierung der gesetzlichen Dchei- bungSgründe im übrigen überflüssig gemacht, wenn es genügt, bah nach Eingehung der Ehe der eine Eheteil behauptet, seine Abneigung (oben 4) gegen den anderen sei unüberwindlich, eine Tatsache. deren Wahrheit fast unmöglich objektiv festgestellt werden kann. Den Ehegatten wird hier ein Mah von freier Derfügungsmacht eingeräumt, das mit der öffentlichen Ordnung, unter der die Ehen stehen sollten, nicht wohl vereinbar ist. Dah wegen Unvermögens zur Leistung der ehelichen Pflicht (oben 1), wegen körperlicher Gebrechen (oben 2) die Ehe geschieden werden kann, steht in scharfem Widerspruch zu den hohen sittlichen Ausgaben der Ehe, die gebieten, bah gerabe in solchen schweren Prüfungen bie Eheleute sich nicht im Stiche laflen, man wenbe nicht ein. bah das gleiche auch bei der Scheidung der Ehe wegen Geisteskrankheit (§ 1569 BGB.) bei Fall wäre; hier liegt bie Sache wesentlich anders, schon deshalb, weil bem geistig Umnachteten durch bie Scheidung keine von ihm empfundene Kränkung geschieht. Unmoralisch ge- rabeju erscheint, wenn bie Ehe infolge ber Unfruchtbarkeit (oben 3) ein eß ber Ehegatten geschieben wirb; bas heiht bie Ehe ihrer geistig- ethischen Grundlagen berauben, ja geradezu alS eine Menfchenzüchtungsanstalt behandeln! Und in bie schwersten Gewissenskämpse verwickelt, ja vielleicht zu innerer Unehrllchkeit verleitet wirb bet Ehegatte, ber wählen muh zwischen bet Aufrechterhaltung feinet Ehe ober bem Bekenntnis seiner religiösen ober politischen Uebetzeugung (oben 6). Hier kann man säst von einem Angriff auf die verfassungSmähig gewährleistete Freiheit ber r-eligiöfen und politischen Freiheit sprechen. Ratürlich wirb in allen bieten Fällen bas Scheidungsutteil beS Gerichts nicht lauten: „Die Ehe wird wegen unübetwinblichet Abneigung, wegen Unfruchtbarkeit, wegen ReligionSänderung usw. geschieben." Der Tenor wirb vielmehr lauten: „Die Ehe wirb geschieden, weil eine so tiefe Zerrüttung deS ehelichen DerhältnisseS besteht. dah usw." Diese UrteilSfasfung aber bars nicht batübet Hinwegtäuschen, bah eS boch aerobe bie ..unüberwindliche Abneigung", bie .^Unfruchtbarkeit" usw. ist, bie zur Zerrüttung ber Ehe geführt hat unb nunmehr — entgegen bem heutigen RechtSzustanb — bie Scheibung ermöglicht, sie bars nicht herüber Hinwegtäuschen, bah hier teilweise bie alten Scheidungsgrünbe beS französischen Revolutionsgesetzes vom 20. Sept. 1792, unb biejenigen bes preußischen Allgemeinen Lanbrechtö (ALR. II, 1, §§ 668—722) auS ber Versenkung toieber ausgetaucht finb, gegen bie sich nicht nur bie kirchliche, sondern vor allem auch bie bürgerliche Kritik beS vorigen Jahr- hunberts richtete, unb bie als ein ..reihender Strom von Immoralität" gerabe burch letztere zu Fall gebracht würben. Daß bie« nicht erkannt würbe, bas trifft weniger bie 6inbringer bes kritisierten Antrages, als vielmehr biejenigen juristischen Kreise, bie feit langem schon sich mit bem Ehescheidungsreformproblem befallen, trifft vielmehr bas gesamte beutsche juristische Lehr- stzstem. baS sich (im Gegensatz zu Frankreich ober England) mit ber RechtSvergleichung unb mit auslänbischen Rechten so gut wie kaum beschäftigt. j Es kann anbererseits aber nicht verkannt werben, bah eine Reform bes beutschen Ehe- scheibungsrechtes n o t to c n b i g ist; bas zeigt unzweibeuttg bie Praxis unserer Gerichte, bie nur unter weitherzigster, oft schwerlich mit bem Gesetz vereinbarer Auslegung unserer bütger- lichen Ehescheidungsbestimmungen auskommen, um in den Fällen einer hoffrnmgslos unglücklichen Phe zu erträglichen Ergebnissen zu kommen. Sine Ehe, in ber bie Charaktere des □Hanne« unb ber Frau bauernb nicht harmonieren, i st eine Qual für beibe, ist zubem auch für bie gemeinsamen Kinder ein wahres Unglück. 3n solchem Falle, bei solcher bauernben Unverträglichkeit ber Charaktere (oben 5), lebe Möglichkeit ber Auflösung ber Ehe auSzuschllehen — wie e« baS geltende deutsche Recht tut — ist, wenn man von religiösen Erwägungen absieht, unbegründet und ungerechtfertigt. Aber auch hier wird man besondere Dorsichtsmahregeln ergreisen mühen, um leichtfertige, übereilte Ehescheidungen zu vermeiden. Das Schicksal der Kinder, falls solche aus ber zu scheidenben Ehe hervorgegangen finb. bebarf eingehenber Berücksichtigung sowohl in rein persönlicher Hinsicht (Ausenthalt ber Äinber, Erziehung unb Ausbilbung), als auch in wirtschaftlicher Beziehung (Sicherung bes Unterhalte-). Rur wenn bieses slchergestellt ist, dürfen bie Eltern bas Ehebanb lösen. Weiter wirb man verlangen müssen, dah die »dauernde Unverträglichkeit^ der Eheleute peinlichst unb mit aller Sorgfalt von amt-wegen festaestellt werde; nicht einem augenblicklichen, vielleicht vorübergehendem Widerwillen der Eheleute gegeneinander zuliebe darf die Ehe gelost werden; nicht selbstsüchtigen, individualistischen Belangen ber Eheleute darf öftoriL Jetzt ist bie Lust warm unb duftend geworden. ES riecht nach Deckchen und Orangen- bluten, vermengt mit dem feucht-fühlich«' Hauch des Stromes. Bei Cruz Quebraba ernxtieri sich der Tejo au einem breiten Becken, daS einen der schönsten Häfen EurtzvaS bildet. Seitwärts baut sich vor dem staunenden Auge des Beschauer- langgestreckt das Panorama von Lissabon auf. Die Portugiesen sagen. Wer Lissabon nicht gc- leben hat. der hat nichts Gutes gegeben I Und sie haben nicht so unrecht damit. Reapel, Konftan- kinopel unb Rw de Janeiro rivalisieren zwar an landschaftlicher vchönhett mit dem Halen von Lissabon, laufen ihm aber kaum den Rang ab. Wir landen an der Prc^a do Sommert ux Li» Steinlliesen der Treppe werben lecke von bei steigenden Flut bespült. Hier war es ix>r etwa 130 Jahren, baö sich der Erdboden öffnete unb Flammen gegen den Himmel spie, hier zerstörte ein- der furchtbarsten Erb- unb Seebeben einen groben Teil der Stadt. Die Pri^a do Lommer- cio spaltete sich, die 6erüorqudlenbe Schwelel- lobe bedeckte die Häuser, unb turmhoch darüber stürzten sich die aufgewühlten Wafser des Strome-. Die grobe Katastrophe ist ixn-gcflon Der Marquis von Pornbal hat die Innenstadt, allerdings etwas fafcmcnmäblfl, binnen wenigen Jahren wieder aufgebaut. Ganz gradlinige St rasten, die rua do our' unb die rua de prata., d. b. bie Gold- unb die Silberftrahe. die vvchts uni links von den malerischoi Hügeln Lissabons eingesäumt werden, führen durch ben Triumphbogen unb durch die hohen Steinkasten von ber Lan- dungsstelle au« zum Hauptplatz ber unteren Stadt, zum Rocio. DaS seltsame, toogcnartlge Mosaikpllaster des Rocio frappiert. Man kann, schwindlig werden, wenn man diesen Platz überquert. Rur wenige Schritte nach links, hinter dem Bahnhof, öffnet sich unS dann die ganze Pracht der 2üxniba mit ben hoben Palmen unb den berauschend duftenden Judasbaumcn. Die Krone auf den schlanken Obelisken, der am Eingang zur Promenade steht, ist während der Revolution von einer Kugel getroffen worden. Die Kugel ist alS republikanisches Symbof steckengeblieben. Es ist erst 17 Jahre her, da geschah an bet Prnza bo Commercio eine andere Katastrophe, die Portugal in schwere politische Wirren stürzte. Als ber liebenswürdige, etwa« leichtlebige Kunst - lerfönig Dom Carlo« in Begleitung der Königin Donna Amelia, des Thronfolgers Dom Luiz Felippe und des Prinzen Dom Manuel In seiner Equipage über die Praza do Commercio fuhr unb in bie Rua do Arsenal cinbiegen wollte, wurden er und bet Thronsolger von republikanischen Derschwörern überfallen unb burch Flintenschüsse ermordet. Es ist dies einer der grausamsten Königsmorde ber Wellgeschichte unb er lebt in Lissabon noch in aller Erinnerung. Lissabon kennt keinen kalten Winter. Januar und Februar ist bie Blumen-eit in Portugal. Uebcrall an den Strahenecken werden Rosen, Deckchen und Kamelien aus Cintra verkauft. Die Fenster stehen offen, und auf den Ballonen lehnen schwarzäugige Mädchen, bie bem Treiben auf den ©traben interessiert zuschauen und mitunter wohl auch mit dem Dorübergehenden kokette Bllcke wechseln. SS ist ein merklicher Unterschied zwischen dem öffentlichen Leben Portugals unb bau Spaniens. Wie sich die Sprache selbst unb bie AusdruckSwe.se des Portugiesen von der spanischen durch Weichheit unb Decschwom- menf>eit unterscheidet, so sind auch bie Portugiesen, selbst weicher unb zurückhaltender als ihre lebhafteren iberischen Rachbarn. Die Portugiesen haben bisweilen einen Einschlag ins Sentimentale und einen Deinen Hang zur Uebertreibung. Spanier unb Portugiesen lieben sich nicht besonders, wie baS ja häufig bei verwandten (Böltern der Fall ist. Ja. es ist auffallenb, wie fremb sich Spanier unb Portugiesen im Laufe ber Jahrhunderte geworden finb. Der Spanier spottet häufig über den Portugiesen unb [ad)i über seine Deinen Schwächen, er vergibt dabei aber, dab ihm bet Portugiese oft an Wissen und Bildung voraus ist. Lissabon ist eine hügelige Stadt, mit steilen Abhängen und Schluchten. Drahtseilbahnen und öffentliche Lifts erleichtern ben Verkehr. Vortreffliche Trambahnen erDettem mit ei-staunticher Schnelligkeit ganz ansehnlich» Höhen, trotzdem man in Lissabon sonst eigentlich niemals Eile bie durch bk Ehe bedingte Gemeinschaft aufge- opsert werden. Sehr wirksam hat sich hier — früher in Frankreich, neuerdings in Portugal unb Schweden — das Verbot ber Wtederver- freiratung der geschiedenen Gatten innerhalb dreier Jahre erwiesen, denn nur allzuoft — das lehrte die gerichtliche Praxis — wirb bk Disharmonie durch eine späte, plötzliche und doch nur vorübergehende Reigung eines Gheteck» zu einer dritten Person verursacht. Auch dürfte es zweckmähig sein, bie Ehe aus dem angegebenen Grunde erst dann zu scheiden, wenn sie eine gewisse Mindestr ihe von Jabren beftanben hat; auch solche Bestimmungen finden sich in fremden Rechten. Rur In diesem einen Falle erscheint mithin der Antrag Lüders und Gern alS zutrefsend. Ausgeschlossen muh dagegen eine Scheidung in den oben unter 1—4 und 6 angeführten Füllen sein. Ausgeschlossen muh ferner, wie auch nach dem vorllegenden Antrag, cme Scheidung auf Grund nackten gegenseitigen Einverftändnisles bleiben, sosern ihm nicht eine Zerrüttung ber Ehe infolge gesetzlich r Sch i ungsgrunde v.-rausgi g. Heber btefc erstrebenswerte Re orm des E^eschet- bungsrechtes schicht der Antrag Lüders u. Gen. weit hinaus, und cs Ist nur zu wünschen, dah ber Reichstag ihn in ber vorliegenden Formulierung nicht amnmmi. Ä. An den Ufern des Tejo. Don unserem E. v. U.-Korrespondenten. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe verboten.) Lissabon, Januar 1925. Stauben auf dem Meere war es noch kalt und stürmisch. Die Wogen des Atlantischen Ozeans peitschten die Seiten des Schiffes, unb Wasserberge rollten unaufhaltsam über daS Dorderdeck. Rur bie ganz seefesten Passagiere wagten sich hinaus, um Ausschau nach ber Küste au halten, die langsam näher und näher rückte, viS endlich bie „boca de Inferno" bei CaScaes. an ber Tejomündung. umschifft war. und der Dampfer ruhig in bie sonnenleucht ende, freundliche Landschaft hineinglitt. Hier, den Tejo hinab, segelte vor vier Jahrhunderten die Flotte Vasco da Gamas in die Ozeane hinaus und eroberte bie halbe Well. Hier in Lisboa dichtete Camoens. unb bie Erinnerung und der Geist der ßufiaixm ist in Portugal immer noch lebendig. Die grvhe Dcr- gangenheit liegt wie eine Sehnsucht, wie ein Traum über dem Lande. Es ist alter, geschichtlicher Boden, ber unS an ben Ufern des Tejo grübt. Seit den Zeiten ber Römer, die hier ihre lusitanifchen Kolonien gründeten, unb bie Sitten Roms an den Ozean hinaus trugen, sind zwei 3ahrtausende vergangen. Dann herrschten die Goten in Portugal, bis die Mauren sie ablösten unb ihre verfeinerte Kultur über Lusi- tanien breiteten. Im Mittelalter war Portugal neben Spanien das mäßigste Land. Durch Schiedsspruch des Papstes wurde ihm die halbe Welt ber Tropen zugesprochen, von der heute allerdings nur noch verstreute Reste wie Loanda, Mozambigue, Goa. Maoao u. a. nadxjebltcbcn sind Die König« von Portugal beherrschten daS Tor nach Südamerika, sie schufen mit am Werden ber Weltgeschichte. Der Papst verlieh ihnen den Tide! des re? stdeliffimus und bk Universität Don Coimbra gehörte zu den gelehrtesten Stätten des Mittelalters. Um Portugal unb sein« schöne Hauptstadt Lissabon mit dem Herzen zu verstehen, muh man ben Geist seiner Geschichte erfassen. Das portugiesische Dvlk fühlt sich als Aristokrat unter ben Völkern, es ist stolz auf seine Ahnen unb auf bie lleberlicferung vieler Jahrhunderte, die mit ängstlicher Eifersucht aufrechterhalten wirb. Die portugiesische Sprache hat noch manche mittelalterlichen Floskeln bewahrt. Man rebel sich gegenseitig mit vossa Exzellenza, Ew. Exzellenz an. Der Droschkenkutscher und Gepäckträger ist zum wenigsten „DOÄlerceb", Ew. Gnaden in wörtlicher Ueberschung. Obwohl sich natürllch niemand etwa- bei diesen geschobenen Titulaturen denkt, so wirken sie boch auf den Ausländer befremdlich. Der Dampfer fährt an den weihen Häusern von CaScaes vorüber. Am Ufer locken bald die 1 Palmengärten unb Dillen von Estorck und Mont- Die rote Kaschgar. Roman von Febor von Zvbeltitz. 61. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Gert lachte toieber fein fröhliches Lachen. Der Mann lebt tote ich", rief er, ich dachte, er wäre schon toieber da! Und dieser Bruder Dorotheas ist eigentlich . . . Sex«, das muh ich dir erzählen — er ist mein Lebensretter, etwas schrullig, aber eine vornehme Ratur — ich kenne ihn ganz genau, ich habe über Jahr unb Tag mit ihm zwischen Eismauern gehaust ... ich muh dir doch endlich mal meine tollen Erlebnisse erzählen, du weiht ja noch gar nichts! .Du hattest bis jetzt nur Fragen — um fo neugieriger bin ich auf dein« Geschichte . . . Der Kellner räumte ab und brachte Kaffee und Liköre. 211 ere griff nach einer PapyroS. Gert steckte sich ein« Zigarre an. Es war leer geworden -m Frühstückssaal. Män war unter sich. Gert Hub an. Gr erzählte fragmentarisch, getolflcrmaben in Abschnitten, locker gefugt, ju- toellen zusammenhang-los. vor- unb zurück greifend tote ihm die Einzelheiten seiner Qlbenteuer gerabe einfielen. Aber Alexe störte das Sprung- hafte keinen Augenblick, sie lauschte mit geUxtnn- ter Aufmerksamkeit unb nicht nur mit den Obren, auch mit der Seele. Sie versuchte, ihn zu durchforschen. während er sprach, sie hoffte, auf neue Regungen zu hohen, bi« U>r auch em neues Eiingreifen in sein« Innerlichkeit gestatten konnten. aber er hielt sich im allgemeinen an das dloh Stoffliche seiner Erlebnisse unb fand erst stärkere Gesühlstön«, als er die trostlose Einsamkeit In der Gefangenschaft des Kalmückenlagers schildert«. .Ohne ben Bruder Dorotheas, ohne ben Grafen Austien“. sagte er, „toäre ich wahrscheinlich pathologisch geworden. Wir sind ganz verschiedene Daturen, er und ich — er mag ber Liefere fein, er psalrnvdiert auch gern einmal unb schlägt lehrhafte Töne an — aber er ist an«Ä in allem ein Mensch, unb dies Kare anständige Menschentum, begreifst du. hat mich hm zeitweilig sehr nahe gebracht. Wir haben halbe Mchte miteinander verplaudert — freilich lag es dabei an der Gegensätzlichkeit unserer Art. dah ich mich gewöhnlich viel offener gab alS er. Aber ich muhte jemand haben, dem ich mich _ einmal aufdecken konnte ... ich hatte das Herz übervoll . . mich hatte der Tod gestreift, mich hatte daS Unglück gepackt, ich sah in einer verdammte Klemme unb ahnte nicht, tote unb wann ich herauSkommen würde ... Da fiel denn doch manches vom alten Adam ab. und man versucht« sich Dar zu machen, ob man nur ein Esel gewesen ist ober lediglich ein leichtsinniger Strick ober ein Spekulant des Sehend, der sich gründlich verrechnet hat. 3a, 0e?e. du lächelst, weil du vielleicht glaubst, ich hätte mich als reuiger Sünder gefühlt. Sv war es natürlich nicht — ich habe weder an meine Brust geschlagen noch Asche auf mein Haupt gestreut — ich habe bloß einmal nachgebacht!“ Im Augengrau Alexes glimmte ein goldener Funke. Ihre Stimme Hang fast mütterlich zärtlich. alS sie erwiderte: „2afj dich durch mein Lächeln nicht stören. Gert. Es ist nur ein Relle? der Freude. Du bist doch alS ein anderer heimgekehrt, als der war, der damals ziemlich leichtherzig in bie CDMt zog. Und bu hast Rachbenken gelernt. War das ein Aufmarsch von Räfvnnements ober mehr?" .Gleichgültig, was es war. DaS Resultat war das Entscheidende. Rämlich das klare Be- touhtsein. recht unnütz gelebt zu haben. DaS Bewuhtsein allein führt natürlich zu nichts. Man muh auch ben Mut zu einem veränderten Leben haben, in dem man Herr sein kann. Dawar ich biS dahin nicht, ich b lbete es mir nur ein. 3d) war nichts als ein Fädchen im Gewebe des LeoenS. Aber ein Fädchen kann man zerschneiden und neu verknüpfen. Das riet mir Rustien, als ich ihm von dem Ekel meiner Ehe sprach. Und mm wirst du auch begreifen, warum ich deine Mitteilung über meinen Scheintod unb die zweite Hochzeit Thedas so sorglos aufnahm. Sie ist unbewuht einem Wunsche von mir entgegengekommen." AIe?e reichte ihm die Hand über den Tisch. Gert ich bin glücklich, daß sich alles so gefügt hat, als sei es eine göttliche Dorbestimmung gewesen. 3ch glaubte nicht an die Göttlichkeit ber Well Ordnung unb an bie Dorbestimnurng dellen, was geschieht. Aber an eine gewiss« Logik bes Zufalls glaube ich Dir ist sie günftig gewesen. DaS zufällig« Geschehnis eines verlorenen Brieses kann unermeßliche Folgen nach sich ziehen unb sich zu einer Tragödie ausspimien. Sei froh, dah sich in deinem Fall die Tragik tn ber Schluhszene so freundlich aufgelöst hat, dah wir lachend applaudieren können. Ich kam sorgenden Herzens hierher, das war natürlich Run lache auch ich — und danke dir, bah ich es darf." Sie drückte noch einmal seine Hand. „Äarm ich den Leuten daheim telegraphieren." fragte sie, ..dah alle- in Ordnung ist? Sie warten daraust unb tote du dir denken kannst, sie warten doch auch in ängstlicher Spannung." Gert nickte. ..Du kannst ihnen sogar meinen ©egen drahtlich übermitteln", entgegnete er. .DaS ist nicht blasphemisch, das ist ganz ernst gememt Ich bin aus einer Ehe heraus, die ästhetisch und tznorallsch unfruchtbar war. Run ist da brühen eine regelrechte Rormalehe zustande gekommen. Alle Engel im Himmel können also Hosianna; singen — und ich finge mit“ „ Alexe erhob sich. ..3ch finge erst, sagte fte wenn auch du dich in eine Rormalehe gefunden hast. Detter. Das nämlich würde da- Reuknüpfen des zerschnittenen LebensfädchenS sein, von dem du vorhin sprachst." „3mmerhin. Lexe, eine Rormalehe setzt Liebe voraus, nicht wahr? Und es ist merkwürdig, wie du dich da wieder mit ber Ausfällung meines Freundes Austien triffst." ,.3ntoiefem T fragte sie unb ein heiterer Blick verfing sich in fernem Auge. „Austien meinte, um mich von Grund auS zu kurieren, mühte ich Heben lernen. „Kann man das lernen?“ „3ndirekt. Man mühte zunächst fein Herz *u verjüngen suchen. Meins ist alt geworden ün bequemen Genuh und in der Nnsamkeit. Aber nun bin ich ja nicht mehr einsam, und den Rauv an mir selbst habe ich autgegeben. Auf einen Versuch türmt« ich s 'l für 100 -u,sch-Oestrrr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten....... Spanische Noten . Tschechoslowakische Noten . . Ungarisch- Noien ..... 5 ä ei (‘’ofl olivoll oiiiooil oll!voil O'.lUOil Oll Doll roll voll roll voll roll voü VOlrDO.l 1 0- voll LOH uou es' voll oll voll - Oll,voll -OlLUOil üliluoil .011011 o.Juvd vu|voll -i. Februir fttbntar Ilnnlichr Notlernni i* rin | . ci:< h tsrl i LM'l.-Not«. 169,04 169,46 168,99 169,41 Brss. s»lnkw. 21,69 21.75 21,56 21,62 Chrisiiania. 64,19 64,36 64,15 64.31 Kovenbagen 74,96 75.14 74,91 75.09 Stack! olm . HclsingforS. sttolien. . . 113,02 113,30 113,03 113,30 10,555 17,47 10,595 17,51 10,55 17,42 10,59 17.46 London. . . 20,096 20,146 20,072 20 122 Neuvork . . 4,195 4,205 4.195 4,205 Paris.... 22,73 22.79 22.60 22,66 Schweiz . . 80.96 81,16 80,91 81.14 Sva ten . . Wie.ii in S.- 59,97 60,13 59,93 60,07 Cf ft. abgest. 5,906 5,026 5,907 5,927 Prag 12.38 12,42 12,37 12,41 Vndav'ft. . 5,82 5.84 5,815 5,8X5 'Hirn AireS 1,678 1,682 1,678 1,682 Bul ariea 3,055 3,065 3,055 3,065 (VaMn . . . •Hio de JTan. 1.613 1,617 1.613 1,617 0,479 0.481 0,479 4,481 Bclirad . . 6,755 6.775 6,765 6,785 Lissabon . . 19,98 20,02 19,98 20,02 Schlich- 11. r» SdiUG'. Avenü- böfe Eich. Ku » Sliluftki. Mittag. >• Tie 5. 2 6 2 5. 2 6 2 0.825 0.835 0,8 0,830 1.04 1,11 1,05 1.11 1,09 1,14 1,08 1.13 1,55 1.58 1.52 1.595 0,538 0,545 0,52 0,59 1,20 1,262 1,22 1,2 •— — 1,35 1.52 —— 1,45 1.50 1.49 1,28 1,35 1,39 1,4 94,75 91,75 94,7.5 94,75 90 90 89,9 90,2 11.40 10,9 11,25 10,75 41,9 41,90 — 46 5 166.5 166 167 165,50 6,62 6,50 6,62 6,50 13,80 13,75 13,80 13,7 13.3 13,2.5 13,3 13,7 0.37 0,38 18.90 18,50 18,90 18,6 19 19,15 1,95 1,9 2 2 10 9,9 9,9 9.75 0,125 — 0, 25 0,2 96 —— 97.62 91,5 21 20.40 21 20 14 13.25 14 12.62 89,25 86.5 89.5 86 97 75 9.3,75 97.25 93 149.5 142,5 151,75 143,5 21 20 21,75 20,4 26 24,50 26,25 24.6 9 8,.50 9 8.70 14,TS 13,9 14 13,75 67,25 64,62 68.4 65 63.25 60.40 64 61 51,25 49.7.5 53,50 49 3.75 3,6 — 30.75 29,75 30,5 29.9 3,925 3,75 3,9 3,8 — — _ 101 99,75 —— — 5,9 5,70 5.8 5,7 17.6 — 178 173 32,50 31,25 33,9 31,70 0'55 0,51 24,50 24 24.5 23.70 26.75 25,75 26,9 26.40 27,62 27 27,90 27,13 9,60 9,4 19,.50 19 19,62 19,25 22,25 22 2 — 12,75 12.25 12,75 12,50 21.25 20,25 20,9 19.50 14,1 14 — 76 70,13 76,50 71,6 88,5 86,5 90 84 4,4 4.35 4,4 4,25 6,5 6.2 6,5 6,25 4.45 4 1 — — 10,75 10,55 11 11 0 62 0,62 —- 1,2 1,15 1,2 1,12 16.30 16,7 — —— 2,55 2,55 2.5 2,4 4,5 4 1 4,1^5 4,2 2.85 2,75 2 85 2,62 13,62 13,25 13,40 13,5 5.27 5 — 4,1 4,1 — — | 'ieo,rt «i. 4,172 4,192 »rfT 21,56 21.66 I oü 74.76 75 14 roll 20,060 20.160 roll 22,7 i 22.83 roll 168 65 169 51 voll 17.48 17,56 roll 63,99 64,31 voll 5.917 5.919 roll 2,14.5 2,165 voll 112.77 113,33 voll 80 96 81,36 roll 59 80 60,10 voll 12.34 12.40 roll 5,78 5,80 voll betonen. Wen. tiM it. ß^tuagenoiat iV ÄinbertiriÜe Ku °hr. 5: $ft. Mr. bechtolSheiira. n Pft. ‘MoMfcimer. 10. Mainzlar P . Dahenbsm^tein- ed.lO:W.6attlcT. tmH lefima. 6*/, Mir, n 9 Hochamt m. Pr.. ehre u. Andacht. - _ J>r enoet8. schau'.) ar: ü Ä?W. 1 boll2^l. Ztzrr ?■& Ä §8) L Reibung, Sperr, lt: I^ttafl. 6 bis ; AEe) .Dir. 'K %■ Mich. y-Wmikt ar u ^enlchitchv 3n» S/?.OcttQ9 den Rebentincr 0^ fr Unterricht. -S£*rx syses • -"^l'ennarm - Die Sensation der letzten Deutschen i Automobilausstellung, AbteilungMotorrad j j Die neue D-Maschine 4X PS. ist eingetroffen und kann ohne Kaufzwang besichtigt werden bei der Generalvertretung der Deutschen Werke Abteilung D-Rad, Werk Hasseihorst: I Oberhessisehe Auto u. Fahrrad indiistri3 V Fernspr. 102 Otto Göbel, Gießen Schulstraße 6 1 ■niiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiwiiiiim tluEiüm, fcliWrtil am Main-Süd net-Freilaulnabe idtechnik. 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Februar 1925 Sons des Deutschtums- Geld-Eotterie \ Siemofcfcn nfcfitridÜW vieberheimer Hasel-, Zuchtvieh- und Schweine-Marti am 3. März Ifb. Is. verbunden mit VriHnliNW nnö Bttlolnng von Zuchtvieh. Voraussichtlich wird der Markt mit Fasel, Zuchtvieh, Schweinen, sowie aus originaler Nachzucht stammender Schweizer Saanen-Iiegen und -Böcken gut befahren. (Es ist somit Gemeinden wie Privaten günstige Gelegen heil geboten, ihren Bedarf zu decken. Der Losevertrieb ist dem Herrn Kaufmann Gustav Geipert übertragen. Wegen Bezug von Losen wolle man sich an denselben wenden. Ausgegeben werden 12000 Sose ä Mk. 1.—. Wiederverkäufer erhalten auf 10 Lose eine Freilos. Die Derlosu ng findet nachmittags 3 Uhr unter polizeilicher Aufsicht statt. Tanz-Unterricht Vielfachen Wünschen entsprechend, eröffne ich Montag, 2. März 1925 einen Tanzkursus für Anfinger und Fortgeschrittene. Weitere Tanzkurse beginnen Anfang April. Gefl. Anmeldungen werden noch entgegen genommen. Wilhelm Will Univ.-Tum- u. 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Verlangen Sie aber nicht einfach ein „Kopfwaschpulver“ sondern betonen Sie, daß Sie nur das echte „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf“ zu erhalten wünschen, das altbekannte, an fiusgieblg- keit,Schaumentwlcklung, belebender und reinigender Wirkung auf die Kopfhaut unübertroffene Mittel. Allein. Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin-Dahlem. 5rt<3 UeldcewiDne Mark 150000 50000 20000 - 1OOOO ■ LoeeM "2 5 Lote 14 Marte I „ n. di“ 10 Loee OK Mark " Porto nnd Ll-fp » Pfg. mehr IHier bei: 120Sid B. Buo'aaeker, Fritz Filme, Lotterie-Ein nehmen L Jooet, Schreibwaren, Friseurgeschäft Blein. — deshalb Klagen Sie auch über die .teure Wäsche* und machen Ach das Waschen so fchmer. Sie können es bequemer und billiger haben. Es gibt ein leichteres und angenehmeres Waschen al» die mühselige handbshandlung mit Waschbrett und Dürste! Nehmen die PI Rill! Ole Wäsche wird einfach kurze Zeit gekocht und ist sauber und flechenrein I Dur müssen Sie, um eine vollendet schöne Wirkung zu haben, Persil In genügender Wenge nehmen und jeg- tzcho IHitpermendung von Seife und Seifenpulver vermeiden. Beachten Sie im übrigen folgendes: . «att auflö|en! Ein Paket auf (Eimer Wasser. 6. Die Wäsche In die halte Lauge legen, langsam zum Stochen bringen und eine Mertelstunde kochen lassen, e. Gründlich jjfillen, zuerst gut warm und danach halt Der Erfolg — halbe Arbeit, billiges Waschen und eine binienweche, stischänstenäe Wasche Für das am 20. und 21. Juni 1925 in ILM tiiüiitafc MHH des Lahn-Dünsberg-Gaues sind die Iuxplähe für Karusiell, Schietzhalle, Luftschaukel, Zuckerstände usw. an den Meistbietenden zu vergeben. Zuschlag erfolgt am I. März 1925. Angebote ar Turn-Verein 1893 Leihgestern __________Georg Held, 1. Vorsitzender. i303D k-iMMWÄi Bortragsiotfns in Men am Mittwoch, denll.Febr. 1925 im Saale der Turnhalle (am Osroalbsgarten) PROGRAMM Vormittags: 8y2 Uhr: Prof. Dr. Nöhler, Direktor der ldw Versuchsstation Darmstadt: StitgemäBesa-ganisfrogen. 11 Uhr . Direktor Schumacher, Leiter der 'pferdezentrale der Land- wirtschaf skammer Bonn: was in Del Oer Zllilll Oes öeefl6-6elglf®fn Ufetoes zu özamifii? (Hilt MWM.) Sin roherer Beginn Dieses Weiten Bortrages OieLt norüeooiten. Nachmittags: 2/2 Uhr: Obstbauinspektor Wagner, Landwirischaftskammer Bonn: 3fligemü8? Moaiwn zur rolrtfu-nitudien d. leflinifdjen Sotöernng oes OOltüoaes. -------------- Diskussion. -------------- Aenderungen der Programms vorbehalten. Rafffee Tee werden wegen ihrer besonderen Eigenart seit Jahrzehnten allerseits bevorzugt Ueberzeugen Sie sich durch einen Probekauf, EMBricter lAta-öpeÄtei Lindenelatx 1 798D Haarnetze önuüpn. elrlllL Stück 10 A 7 5u 60A öflnüen. öoppell Stück 15 A 7 St. 90 J LtilMtzk.eiM Stück 15A, 7 St. 90 a etirnncl|t,iujrlt St. 20 A 7 2 t. x L20 8:itentjt, U?i ©t. 20^,7 2t.^vL20 welke und graue warben entivre- chend teurer. ,ÄUD Friseor Schäler Ludwigftraste 64. Modernes I slilol für Heilgymnastik tieroöbnlitbcWwiee bld-r von 8 UjT vorm. bis 9 Übt abends foroie ?onn- togc- von 8 bis 1 UUt vornntrags 51L) Aug. Baes staatl.gevriiüerHeN' gebiife Walltorslr. 38 Part. WMlSlslN Langenbrahmer II liefert preiswert S™Meö9flüü Dammsttahe 36 ,,6SD Telephon 1443 Hermann Saner Gartenürntze 13. Lager: WalltorstrasieZL früher (£ai6 Leib. 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Wir bitten um zwanglose Prüfung der ausgelegten Waren und um Besichtigung unserer allgemein als sehenswert bezeichneten Innendekoration." MW M '/rsto? Samstag, I. zeorvar 1925 Gießener Anzeiger lSeneral-Anzetger für Gberheffen) ar. ö2 Viettes Blatt gespanntes Verhältnis England brauchen wir 7 DCTHOMPSON^ forftmMPelb 4877D sicherlich (eine aus zeitfchrift deutschen Schauseite v.Gebauten Dichter Engel Sänger Seestadt Männl. Bornamen Holländ. Branntwein Rätsel-Ecke. Entziff^rungsaufgabc. (Besuchskarte einer Dame.) 687378 56781234 12345678 gierung Deutschlands Beitritt zu den April- abmachungen, die eine Verstärkung der englischen Stellung im Rillanb enthielten, unter Sicherung der bisherigen deutschen Rechte anbieten, und hoffte, dah sich daran eine allgemeine Erörterung über kleinere und aröheve koloniale oder kommerzielle Fragen anknupsen werde. Schwier,g- leiten erwartete man dabei in der ägyptischen Frage nicht, muhte aber eine Enttäuschung er- das deutsch-englische Verhältnis erwartete er nichts ®utc6: .Es ist nur natürlich, dah d« zunehmende Freundschaft mit Frankreich und die sich daraus ergebende Sichrrlieii. dah von dieser Seite nichts zu fürchten ist. für England lete Bund mit Ruhland zu lodern, sich von England chre Freund chatt teuer bezahlen zu lassen'. Für lläucher- 5ägemehl trocken ab Vager liefert 350c Carl Haas |r„ Frankfurt.Ltr. 59, Tclevbon 1682. Deutschland und der Anfang der englisch-französischen Entente. Di« Grohe Politik der Europäischen Kabinetts 1871-1914, ©6.19-27 Don Dr. Gustav Roloff. o. Professor an der Universität Diehen. nachgab. zumal ihr ja ein RechtStttcl nicht zur Seile stand. So wurde ein Abkommen getroffen (Mitte 3uni 1904). tn dem England den Deutschen ebenso tote den Franzosen Die Mcisttegun- frigung aus 30 Jahre gewährte und versprach alle Rechte der Deutschen, die aus Vermag und Herkommen beruhten, zu achten, die deutschen Schulen in ihren bisherigen «zrecheiten ju fajut- zen und die in ägyptischen Diensten stehenden Deutschen keinen ungünstigeren Bedingungen zu unterwerfen als die Engländer in ägyptischen Diensten. Deutschland gab dafür, tme c_« von Anfang an gewollt hat. dieselbe Erklärung wie Frankreich, die oben skizziert ist. Die Verhandlungen hatten den wahren 6 ha- rakter der französisch-englischen Entente zur De- nüge enthüllt. Roch war es gelungen, den ersten Änarisf aus die Deutsche internationale Stellung abzuschlagen, aber schon kündigte sich, wahrend man noch über Aegypten verhandelte, eine neue Offensive auf einem neuen selbe an: Jn -io* rvklo erhoben sich Schwierigkeiten, und eS muhte sich bald zeigen, ob diesmal der Entente das Objekt wichtig genug war. es auf eine wirkliche Kraftprobe anlommen zu lassen. Dr. Thomosons Seifenpulv-r (Marke Schwan) das Paket 30 Pf essanl-n ForeÜenfang PomTUrenttiöb oui de» Tfilgäu. Der Inhali wird abgerundet durch tue- rarische Beiträge bdarnitrr Schriftsteller, öle Arthur SchubaN und Walther von Rummel. Die Zeitschrift ,st daS Organ teS .Schuhverba iide- bet Dahenfchen Sportangler" und btt sämtlichen ihm ang.schlossenen Derenre und wird schon auS dem Grunde, weil biSdtt höherer Warte stehende Svonfifcherei- cnftiertc. In kurzer Zeit bet den Sports ischem sich cingesühn haben. Die Buchstaben AAAAA BB C D G EEEEEE F DGGG R OOO RRR RRR SSS DL DL 11 B sind so m die Felder des Quadratesern zu tragen, dah man in den wagerechten Rethen von der oben angegebnen ^eittw^ urchm ber mit 1 bis 7 b^ichveten Schrägreihe einen Monatsnamen liest. Tilben-Rätsel. a ar ba bar da bet et ta la le man mU mo iu> no pol ra rat fta tar tiv Den öwx. AuS vorstehenden 23 Silben sind 9 Wörter zu bilden, die in ihren Anfangsbuchstaben von vom nach hinten und ihren Endbuchstaben von hinten nach vom gelesen ein Wintervergnugen und den genaueren Zeitabschnitt, in dem dieses stattsindet, ergeben. , nrT( . _ .. Die Wörter bedeuten: 1. Alleinhandel. 2 Weiblicher Personenname. 3. Gestell. 4. $cil- pflanze. 5. Männlicher Personenname. 6. Iusttz- beamier. 7. Weiblicher Personenname. 8. Getränk. 9. Wohlriechende Pflanze. Auflösungen. Silbenrätsel. MenbelSfohn. ..Ruy Blas". Messmg. Emanuel. Relke. Dobra. Enha, Laubsanger. Sa« ratow, Santiago, Ochsenauge. Desuchskarten-Rösselsprung. Friedlich Oerftädcr. Versteck-Rätsel. Friedrich Rückert. Kopfwechsel. Dohle — Kohle. DerwandlungSaufgade. Blei— Elli — Kali — Karl — Warm Wald — Dold. Zahlenrätsel. 1 Dionysos. 2. Irokesen. 3. Eli, 4.$er Dorch 5 Architekt. 6. Themis. 7. Irmgard. 8. ©hmpbonU. 9. Tiber, 10. Andujar, 11. Llchtenau 12. Liebreich, 13. Epigramm. Zitat: „Die Tat ist alleS, nichts der Ruhm."__________— LonntaiSdicust v.Rerzte u. Apotheken am 8.2.2k nr Wolf ftrl. Dr. Gürtler. vlrfchavotheke. 3abnatzt: I)r. i>ifcker, SelterSwea lassen. . Es war getvih eine ebenso geringschätzige wie oberflächliche Beurteilung, die der Dernstorfs- schen Ansicht zu Grunde lag. Heber bas Verfehlte der Bemerkungen über den Südafrikanischen Krieg ist ja kein Wort zu verlieren, und die Behauptung über die Gewöhnet der Engländer ihre Freunde für sich bluten zu lassen, ist nicht toeniger falsch — man braucht ja nur an den Krimkrieg und die Rapoleonische Zeit zu er- tönern Aber der Irrtum wurde tn Berlin geteilt Bülow hat sich schon wiederhol! ähnlich ausgesprochen und jetzt führte er baS Abkommen cbciijail« wesentlich auf daS Beburfnts zurück sich vor einer Beteiligung am ostasiatischen Kriege zu sichern und meinte, bei Kr.egsente toevte die Freundschaft wieder zerfallen. Tatsächlich war das Abkommen dem englischen Wunsche, eine Anlehnung an einer Kontinental- macht zur Lösung bestimmter internationaler Streitfragen zu suchen. «^Drungen- unbter ostasiatische Krieg kann höchstens nigung bcS Abschluss-S beigetragen h^en. Der .Kaiser freilich war weniger optimistisch als die Diplomaten. Er fand, dah die Franzosen einen groben Erfolg davongotragen batten, .otynv oas Die DewifsenSkafse. 3m obersten Stock des amerikanischen Schatzamtes in Washington gibt eS eine Sammlung menschlicher Dokumente — tausende und tausende meist anonymer Briefe von Leuten, die der Steuerbehörde mitgclcilt haben, dah he Tie einmal betrogen haben und die das Geld nach- träglid) einsenden, von ihrem Gewissen getrieben Der erste dieser Briefe stammt aus dem Jahre 1811. Damals schickte ein anonymer Sünder fünf Dollar: der damalige Präsident Madison. der von dem Vorfall erfuhr befahl, hab ein eigener „®on«ctence Fund" g-schaffen werde, und biete .Gewissenskaffe" eriftiert noch heute I — keine unbeträchtliche Kasse, denn in den letz- ten Jahren werden durchschnittlich e^a 40 000 Dollars auf diese Weise nach Washington gv> sandt meist in kleineren Summen, aber e« gibt einen berühmten Rekvrdfall. in dein icmanb ein Vaket schickte mit 30 Tausend-Dollarnoten mit ber Bemerkung: .DieS und noch 80 000 Dollar, die ich zu verschiedenen Zeiten überwies, machen daS Vierfache des Betrages aus. den ick vor Jahren der Regierung nahm." Viele der Briese stammen aus Kriegszeiten, von Leuten die sich eine Unehrlichkeit vorzuwerfen hatten. In vielen Fällen mühte es möglich sein den Ramen der Absender auS irgendwelchen Anzeichen zu erraten aber ein ungeschriebenes Gesetz des I Schatzamtes verbietet cs. Rachforschungen anzu- ftdien Wer der GcwissenSkasse Geld schickt, der kann gewih sein, dah man ihn weiter nicht behelligt. Das Geld wird nach einiger Zeit der normalen Staatskasse zugeführt und die Briefe bleiben im Archiv auf bewahrt, solange die Vereinigten Staaten bestehen bleiben, als em Denkmal der beleidigten und gesühnten Steuermoral. Ein Gorch-Fock-Haus auf Finkenwärder. Gorch Fock, der in der Skagerrak-Schlacht gefallene Schilde«! teuschen Seemanns und Fischerlebens. soll jetzt ein bleibendes Denkmal erhalten. Die Fifcherinsel Finkenwärder, die durch Focks Werke, vor allem durch den Roman „Seefahrt ist Rot", bekannt geworden ist, will zur Erinnerung an ihn an Go r ch- Fock - 55 a u 6 mit einer würdigen Ged äch tn isha l le schaffen. Das Haus soll den Rammi-des.Dichter« bewahren, eine Stätte für die Geistesbildung und körperliche Erziehung ber Jugend bieten allen Besuchern der Insel offenstehen und als Volks- Heim für Heimatabende Verwendung finken. Es hat sich ein EhrenauSschuh gebildet, dem hervorragende Vertreter des niederdeutschen Schrifttums angehören, und dieser erläßt einen Aufruf an alle Freunde des Dichters, durch Hebertoeifung I von Mitteln tatkräftig bei der Verwirklichung deS Planes zu helfen. Der Sportfischer heiht eine illustrierte Monatsschrift für bie gesamte Sportftscherei. dieim Fischtteisportverlag Dr HannS Schindler, München (Karlftrahe 44) erscheint. Die erste vor kurzem erschienene Rümmer ist sehr reichhaltig, vor allem auch sehr gut bebildert. Pros. Dr. Marianne Plehn-Munchen hat einen Aussatz _ Fischkrankheiten urch Sport- ftscherei" beigesteuert. Prof. 2 schrieb über „5>afcnflud)t zum Spinnfischen . Dr. , Hmrns Schindler selbst beschreibt einen inter- Buntes Allerlei. Ein lciftungSsähiger Zecher. Ludwig Devrient. ber geniale Schauspieler, sah einmal in seinem Stammlokal, der Altberluier Weinstube von Cutter und Wegener, als er einen Maurer sah. der mit groher Umständlichkeit eine Prise nahm. Das reizte Dev-ient nun. 'ene Trnik- kunst zu zeigen. Als ber Maurer sich anschickte die nächste Prise zu nehmen begann Devrient im gleichen Augenblick eine Flasche Sekt anzu- b'cchcn und seiner trinkgcwandten Kehle gelang denn tatsächlich das Kunststück, die Flasche eher zu leeren, als ber Maurer mit der $nje fertig toar. — Von Devrient stammt bekanntlich auch dic- heute allgemein übliche Bezeichnung von Sekt" für Schaumwein. Man batte vordem immer nur gewisse spanische Sühweinsorten Sekt genannt Devrient aber, wenn er den tfallftan gespielt hatte, verlangte bei Lulltt und.Wegener immer nach ..Seft". meinte jedoch damit Chain- pagner. Daraufhin gaben auch die anderen Gaste dem Schaumwein diesen Ramen. der sich auch bis heute erhalten hat. m'- In dem englisch-französischen Vertrag war I ausgesprochen, dah Frankreich die englische Stellung in Aegypten anerkenne und nie die Räumung verlangen werde, sowie, bah es mit der Ausdehnung der englischen Rechte in der ägyptischen Finanzverwallung und im internationalen Schuldendienst Aegyptens einverstanden fei. ©nglanb sicherte daher Frankreich alle feine bisherigen Rechte auf mindestens 30 Jahre zu. Auch Deutsch- land standen ähnliche Rechte wie Frankreich zu, vornehmlich dic Meistbegünstigung im Handel und in der Pflege deutscher Schulen. Man hatte in Berlin als sewstverständlich angenommen, dah diese Befugnisse durch den Aprilvertrag nicht berührt werden könnten, muhte aber ttfabren, dah die englische Regierung zwar von Deutsch- land die Zustimmung zu den französischen Versprechungen forderte, ihm aber nicht dasselbe zuteil werden lassen wollte: Sie gab zu ver- I stehen, dah sie ihrem neuen Verbündeten eine Vorzugsstellung vor allen anderen Rationen gewähren wolle. Deutschland sollte also eine Veränderung des allgemeinen geltenden Rechtszustandes zu seinen Ungunsten hinnehmen. In Berlin erklärt man sich die englische Zu- i mulung aus der Einwirkung Frankreichs, das eine Gleichstellung mit Deutschland in Aegypten nicht wünsche. Ratürlich war diese Erwägung nicht geeignet, Deutschland nachgiebig zu stimmen. Wenn Deutschland, sagte Holstein mit Recht, gleich bei der ersten Differenz mit ber neuen Entente fein wohlerworbenes Recht vcrllirzen lasse werde Deutschland an Respekt verlieren und sich bald neuen Schwierigkeiten gegernibet- sehen „Richt nur England und Frankreich, sondern auch die übrigen grohen und kleinen <,uh schauer würden fernerhin ihr Verhalten Deutsch- I land gegenüber nach ber Orunbibee entrichten, I dah man Deutschland vieles bieten kann. Die englische Regierung suchte zwar ihr Begehren mit dem Hinweise zu begründen, bah Frankreich ihr für jene ägyptische Vergünstigung grohe kommerzielle Konzessionen in Marokko gewahre, währenb Deutschland nichts Derartiges biete, aber darauf lieh sich erwidern, icne Abmachung I über Marokko sei vielmehr em Zugeständnis Englands an Frankreich, als umgekehrt, denn England verpflichte sich ja, dem Vorgehen Frankreichs in Marokko keine Hindernisse mb en Weg legen zu wollen, Unb die teutsche Regierung konnte hinzufügen, bah sich i&r ■2lnU>ru($, schlechter als Frankreich behanbelt zu werden, auch mit historischen unb moralischen Gründen vertreten lasse: Seit ber Besetzung Im Jahre 1882 habe Deutschlanb stets burch ferne wohlwollende Haltung den Englänbern nicht nur die Okkupation, sondern auch bie Behauptung Aegyptens gegen bie Opposition Frankreichs unb Rutz- [anbei erleichtert. Habe es boch noch seine Zu> ftimmung vor wenigen Jahren die Heranziehung ber ägyptischen Staats gelber zur ‘Seftreitung Der Kriegskosten gegen ben Widerstanb ürankreichs unb Ruhlanbs ermöglicht. Objektive Engländer stauben burchaus auf ber Sette Deutschlands, so bet Botschafter in Berlin. Sir Frank Lascelles unb Lord Cromer. ber Sirbar in Aegypten, dem besonbers eine Verstänbigung im Interesse der wirtschaftlichen unb kulturellen Aufgaben Aegyptens am Herzen lag. Ihrem Einfluh unb ber beutschen Stanbhaftigkeit ist cs benn auch zuzu- schreiben, dah schliehlich die englische Regierung Ingenieurschule OkKSUeUlcrrm. laidiiÄWb.Eiekirv- tM*eU>vtomobitt Pr»Uw.VerT<^rMl' .efttediwenoetk • Aem- P.ee: Apr a.Ofcl gemeinsam zu beschränken. Die Bülowsche Auffassung fand emen beredten Vertreter in dem Grafen Bernstorfs, ber vorübergehend ben Botschafter tn London, den Grafen Paul Metternich vertrat. In einem bestechend geschriebenem, eher ehren flotten Rovel- .listen als einen Diplomaten verratenden Gut- , uebttn febitberte er mit teb&afto, Sarbav öaß und >n der Pitcg- d«ullch-r hie ungeheure Mehrheit ber englischen Ration m Berlin als felbstverstandl frieblicbenb fei, denn der Südafrikanische Krieg, her. wie er behauptet, äu einem Mißerfolg ge- sührt habe, schrecke von einer Wiederholung eines | solchen Experimentes ab: die Staatspapiere seien , seitdem gestürzt, bie Verschuldung ans Ausland , unb die Steuerlast habe ^genommen, Transvaal fet verwüstet unb die Armee diskreditiert. „Wenn nicht alle Zeichen trügen, befindet sich England jetzt in voller Reaktion gegen den IingoiSmus her Chamberlainschen Epoche". Auch der russisch- japanische Krieg, ber seit Februar 1904 im vollen Zuge war, muhte nach Bernstorfs den englischen Friedenswillen stärken: England habe sich vor zwei Jahren mit Japan verbunden, um nach alter Tradition der Briten „lieber ihre Freunde für sich kämpfen zu lassen als ihre eigene Haut zu Markte zu tragen". Da aber Japan zu selbständig sei. um sich von London aus leiten zu lassen, liege bie Möglichkeit vor, bah England durch diesen Bundesgenossen in den Krieg mit Ruhland unb infolgedessen mit Frankreich verwickelt werbe, cs suche habet mit allen Kräften, den Krieg in Ostasien zu lokalisieren. Zu diesem Zweck habe es bas Abkommen mit Frankreich geschlossen unb sich — gegen seine Gewohnheit - zu groben kolonialen Opfern herbei- gelassen, um Frankreich an sich hcranzuzichen und von einer Einmischung in Ostasien. die auch England zum Eingreifen gezwungen hatte, abzuhalten. Bei dieser friedlichen Stimmung brauche sich Deutschland auch nicht durch einige deutschfeindliche Presseartikel beunruhigen zu Mit dem Wohnort einer an der Zschopau gelegenen Stadt Lachsen» erhält man zualcich den Schlüffcl zur Entzifferung dcS RamenS der Dame. 2«ldcnkapsclrätsel. Kronenorden. Postkarte. Subscc. StriLveste^ Andromeda. Laubenheimer. Whistpartie, Dasein, Abbestellung. In iedem ber vorstehenden Worte ist eine Silbe eines Sprichwortes enthalten. Magisches Dreieck. Tic Buchstaben der Figur sind so zu ordnen, dah die Wagerechten und die entsprechenden Senkrechten Worte von folgender Bedeutung ergeben: 1. Ital Maler. 2. Stadl in Istrien, 3. Abgabe. 4. Fluh in El- sah. 5. Fluh in Kurland, 6. Konsonanten. Quadraträtsel. -Iflöle.lenSÄ G;cM, j BexeiisM tarn, Urnen- end Wies, I Kopftchtnerzen Togal stillt bie Schmerzen unb scheibet bie Harnsäure aus. - Fragen Sie Ihren Arzt. — In allen Apotheken erhältlich. 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R«- Bülow batte sogar dem Kaiser gelegentlich aus- malS. hatte er torebcrbolt aus geführt, werde TCtührt b« englisch-russische Krieg komme mit Frankreich gegen England aufzutreten toagw. p;n6>r öirt Raturwcndigkeit. unb da Frankreich wenn es Deutschlands Bunbesgen-ssen choit nicht fick nie aea^n RuhÜnd gebrauchen laff?n werde, habe. Daher werde schon die deutsche Reiitra- ’ * au* Än« intime engüfd>.franj6fif*e Bor- lität Sngianb nor Srantrei» htm un» »tmnge (ftinhinuna ein Ding der Unmöglichkeit. Als also auch England zur Rucksich.iiahme auf man von englisch-französischen Verhandlungen er- Dnitschlanb. Diese DulowscheTy^rde toar letzt hthr betrachtete man sic daher mit Gleichmut, nicht mehr anwendbar trotzen wollte aber k«r a Bülow sagte dem englischen Botschafter der Kanzler von seiner optimistischen assung »bin ben bevorstehenden Abschluh meldete lassen, bis bie Tatsachen der Besorgnis des 9. 2lpril). unb einige Tage spater tagte er im Reichstage. Das Abkommen enthalte keine Spitze gegen eine dritte Wacht, unb die Beseitigung einer 2lnzahl kolonialer Streitpunkte sei zu begrüben: „ein gespanntes Verhältnis zwischen Franfi-cich und England brauchen wir schon deshalb nicht zu wünschen, weil ein solches eine Gefährdung des Weltfriedens wäre, dessen Aufrecktterhaltung wir aufrichtig erstreben". Diese Auffassung war ohiie Zweifel richtig unter der Voraussetzung, dah auch die beiden Westmachte von derselben aufrichfigen Friedensliebe wie Deutschland beseelt waren unb ihre neue Einigkeit nicht dazu benutzten, bie Rec^e Anderer 5 cc\ 2| V- ZD X' tn _ — VI I,'. x iBL __ , > । - * zu SEIFENPULVER Kleins Tabak« und Zigarette »-Fabriken o. H. G., Schifferstadt «wfaflHt l General-'Jertrefeung fför- Oberhessen u. Hessen-Nassau: Fr. ft. Pannecke, Güßen O 1 U 4tM n övWvMMfr 3 t03D 1 anz-Unterricht! Ende Februar beginnen neue TANZKURSE für Anfänger und Fortgeschrittene. Qefl. Anmeldungen hierzu werden gerne entgegengenommen. 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