ar. 5 Erstes Blatt 175. Jahrgang Mittwoch, Z. Januar 1925 Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamilienb lütter Heimat im Bild. Monatr-Vezilgrprels: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n f p r e ch.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschastsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. General-Anzeiger für Oberheffen DrvS unü Verlag: vrühl'sche Univerfi1ät§°vuck- und ^cmöradcrd 1L Lange in Siehe.i. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftrahe 7. Annahme von Lnzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für l mm hühe kür Anzeigen von 27 mnl Breite ärtlichS, auswärts 10 Goldpfcnnig; für Reklame-Anzeigen v 7viilM Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20° , Aus - schlag. - Derantworllich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange: für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans'Leck, sämtlich in Gießen. Hintergründe des Rechtsbruchs. Don Staatssekretär z. D. F r h r. v. Rhein- baben, M.d.R. Durch Tlebergabe und Veröffentlichung der Botschafternote ist die Verletzung eines der wenigen und wichtigsten Rechte des Versailler Vertrages zur formellen Tatsache geworden. Die deutsche Regierung hat es abgelehnt, auf bic zu seiner Begründung herangezogenen ganz allgemeinen Behauptungen über angebliche deutsche Verfehlungen in diesem Stadium au antworten. Sie gibt dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß die in Aussicht gestellte eingehende Begründung baldigst erfolgt, damit cs dann im Zusammenhang und einheitlich möglich ist, die Haltlosigkeit und Lächerlichkeit der erhobenen Vorwürfe zu beweisen und die wirkliche Rechtslage klarzustellen. Zwei allgemeine Gedanken drängen sich 'zunächst in den Vordergrund: der erste ist, daß ein Volk, welches in einer derartigen Lage nicht imstande ist, sich eine solche Regierung zu geben, die gegen offenkundigen Rechtsbruch Front macht und entschlossen ist, alle ihr zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel zur QBab- tung, Stützung und Wiederherstellung des Rechtes anzuwenden, es vor sich selbst und vor der Geschichte nicht verdienen würde, in absehbarer Zeit sich zu einem gleichberechtigten und freien Staat wieder aufzurichtenI Der zweite Gedanke scheint mir der zu sein, dah die Kriegsgegner — nur Frankreich und England kommen für die Entscheidung in dieser Frage in Betracht — einen nie wieder gutzumachenden Fehler begangen haben. Die ganze innere Entstehungsgeschichte und Konstruktion deS Versailler Vertrages war immer wieder darauf abgestellt, dah angeblich Deutschland „heilige Verträge gebrochen" habe, und dah nun von Versailles ab eine neue Epoche der Weltgeschichte beginnen würde, in der die Verträge wirklich heilige und unantastbare Güter des auf Hochhaltung des internationalen Rechtes gegründeten Dölkerlebens sein sollten. Die Leidensgeschichte des deutschen Volkes seit Versailles hat zur Genüge bewiesen, welche Kräfte in Wahrheit auch nach Versailles die Völker bewegen, und daß wohl zu I einer Zeit dec neueren Weltgeschichte abgeschlossene Verträge weniger Wert waren und weniger Dauer verhießen, als gerade in der jetzigen Epoche. Das geradezu Groteske an der jetzigen Rechtsverletzung ist aber doch das, dah die etwaigen geringen Verstöße gegen ben Wortlaut der Entwasfnungsbestimmungen doch einzig und allein auf den von England als solchen bezeichneten Rechtsbruch des französischen Einmarsches in das Ruhrgebiet zurückzu führ en sind, und dah nunmehr England und Frankreich — aus Znteressengründen der Weltpolitik wieder enger vereint — unter so fadenscheinigen und lächerlichen Vorwänden mit Hilfe eines „Kautschukparagraphen" des Vertrages eine „Richterfüllung durch Deutschland" konstruieren, die sie selbst zwangsweise — Frankreich durch Rechtsbruch, England durch passives Gewährenlassen — herbeigeführt habenI Das deutsche Volk, in dem zahlenmäßig nicht unbeträchtliche Kräfte nur allzu geneigt waren, trotz aller bitteren Erfahrungen die eigentlichen Macht- und Interessenkampfe der Völker zu- gunsten allgemein gehaltener scheinbarer oder wirklicher „Versöhnmigstendenzen" zu übersehen, erhall jetzt wieder eine deutliche Lektion darüber, daß infolge seiner eigenen Ohnmacht und infolge rücksichtsloser Ausnützung militärischer Macht bei den Anderen der Weg zu seinem Wiederaufstieg in allererster Linie von einem Wieder erwachen des Wille ns zur Macht, nicht aber sozusagen automatisch vom siegreichen Vordringen des Rechts im Völkerleben abhängt. Dar die Herbeiführung einer solchen Entwicklung in Deutschland die Absicht der sran- zösischen und englischen Politik der letzten Wochen? , Frankreich mußte sich auf der Londoner Konferenz dazu bequemen, für die Ruhrräumung einen äußersten und fest begrenzten Termin, den 15. August 1925. festzulegen. Das Rnhrpfand war zeitlich darüber hinaus nicht zu halten, sonst hätte die Londoner Konferenz Ergebnisse nicht erzielt und der Sachverstandigenbericht wäre heute noch nicht in Tätigkeit getreten. Trotz schöner Worte in bezug auf die Möglichkeit, diese Frist zu verkürzen, und die Ruhr eher zu raumen, ist davon bisher nicht die Rede getoefen. Herr Herriot hat vielmehr in den Herbst- monaten 1924 der politischen und militärischen Opposition in Frankreich weiten Spielraum gelassen und bat es nicht getoog*. dem eigenen Volke gegenüber die Zwangsläufigkeit der von ihm wenigstens grundsätzlich eingefchlagenen ^Ent- spannungspoliiit darzulegen und für ihre Forl- ffdjrung einzutreten. Der äußere Anlaß für eine Politik des Vertuschens und Lavierens bot sich ihm einmal in der durch erneute, so überaus überflüssige Reichstagswahlen verursachten mehrmonatigen Llngewihheft der Entwicklung in Deutschland, welche eine kraftvolle Fortführung der unter so schweren Opfern in London ci;igc= nommenen Befreiungspolitil erheblich erschwerte. Der andere Vorwand war für ihn dieWieder - kehr der englischen Konservativen zur Macht. Es Dauerte einige Wochen, bis die notwendige Fühlungnahme zwischen den West- mächten hergestellt und das außenpolitische Terrain erkundet war. Schließlich ergeben sich zwar Hcwifse Möglichkeiten eines weltpolitischen Deutschlands Antwort auf die Räumungsnote. Berlin, 7. San. (TA.) Rachbem daS Reichskabinett Dienstag mittag dir Antwort auf die Rote der Alliierten in der RäumungSfrage beraten hatte, ist der Text der Antwortnote im Laufe des Dachmittags f e r t i g g e st e l l t und am Abend den Vertretern der alliierten Regierungen in Berlin Überreicht werden. Die Veröffentlichung der Rote wird erst nach ihrem Eintreffen in den Hauptstädten der Al- liiertrn, also boraulsichtlich am Donnerstag, erfolgen Aeber die Antwort Deutschlands weiß der „Berliner Lokalanzeiger" mitznteilen, baß von Den Alliierten bestimmte Angaben über die in der Botschafternote erwähnten angeb» lichendeutschenDerfehlungen verlangt werden. Das Blatt will weiter wissen, daß der Reichsaußenminifter Dr. Etresemann heute den Parteiführern von der Stellungnahme deS Reichskabinetl zur RäumungSstagr Mitteilung machen werde. Sobald die in der deutschen Antwortnote geforderten bestimmten Angaben der AllierLen in Berlin eingeirossen sein würden, werde der Auswärtige Ausschuß des Reichstags zusammenberusen werden. Englische Kommentare. Die Note — ein Erfolg der französischen Diplomatie. London. 6. 3an. (T. AI.) Der diplomatische Korrespondent des ..Daily Telegraph" nennt die Rote der Botschafterkonserenz einen klaren Erfolg der französischen Diplomatie. Die Schwierigkeiten in der Beweisführung für die Verlängerung der Seiner Besetzung bis zum Vvrlicgen des endgültigen Berich.es seien in geschickter Weise durch die Behauptung umgangen worden: „Sie alliierten Regierungen sind in der Lage, die deutsche Regierung, ohne den 10. Januar abzuwarten, zu informieren, daß sie dafür Beweise vorlieg-.m haben usw. usw." Durch diese Behauptung indessen hätten sich die Alliierten zu der Ansicht bekannt, daß einige Verfehlungen Deutschlands greifbar und ernstlichen Charakter trugen. D.r Hinweis aus Obstruktion sei in Ermangelung irgendeiner Angabe von Daten und Umständen solcher Obstruktion recht bemerkenswert. „Daily R e w s" schreibt, cs sei von jeher klar gewesen, daß die Alliierten, wenn sie eine technische Entschuldigung für die Weiterbesetzung Kölns suchten, diese leicht finden würden, teils weil die Deutschland aufcricgien Bedingungen derartig seien, daß sie mit technischer Volllommenheit in einem grvßen Land schwe r- lich durchgeführt werden könnten, teils weil nur einer sehr starken Regierung durch sehr energisches Austreten das zu erreichen möglich wäre. Die einzige Aussicht, öie Durchführung der Bedingungen zu erreichen, hätte darin bestanden, daß die Alliierten die deutsche r'publi- kanische Regierung mit aller Kraft unterstützt hätten: aber sie hätten nichts derartiges getan. Der diplomatische Berichterstatter der „Westminster Gazette" schreibt: Dte Tatsache, daß seit dem 1. Dezember annähernd 1800 Inspektionsbesuche von den Mitgliedern der Milftärkomnnssion vorgenor.imcn wurden, deute nicht auf ein- planmäßige Obstruktion hin. Die anderen Deschwerdepunkte seien zu ernst, um durch eine allgemein gestalt-ne Antwort erledigt zu werden. Der wichtigste Punkt sei. daß die Tür für eine V erei n barung offen gelassen werde, frzufolge das Kölner und das Ruhr- Gebiet in einigen Monaten gleichzeitig geräumt werden könnten, wenn Deutschland entsprechend der alliierten Rote verfahre. Die britische Diplomatie werde zweifellos auf dieses Ziel bin- arbeiten, denn die britische Regierung wünsche nicht, in Köln einen Augenblick langer zu bleiben, als nötig. ____ Interessenausgleiches, auf der anderen Seite jedoch eine grundsätzlich andere Einstellung Englands au den Fragen des Genfer Protokolls und damit zur Frage her „Sicherheit Frankreich, fr. die auf gut deutsch nichts anderes heißt, als die Frage, ob der R h e i n w i c - dec frei und deutsch werden solloder nicht Rebenher wurden Handelsoertragsver- banMungen mit Deutschland geführt und immer näher rückte auch der jetzt anstehende Tcrmnn zur Konferenz mil den Kr'^gsverbundeten über ötc Verteilung der deutschen Rcvara- tionsgclder. 'Aber auch damit noch n’djt der neuen Sorgen genug. Amerika fcrängtc erft vorsichtig und dann deutlicher auf die Aufrollung he?. Problems der Rückzahlung der französischen Kr«egslcoulden und England benutzte diele herrliche Gelegenheck. um prompt auch seinerseits Ansprüche auf fran- zö'ische Rückzahlungen anzumelden. Sie oberste und wichtigste französische Zulunftsfrage, d. h die Frage der Sanierung der französr» schen Finanzen, wurde so in ihrer ganzen Breite und Tiefe offengelegt. Als Resilltat aller freier scheinbar _ verschiedenen und in Wirtlichkeit doch letzten Endes in ein einziges großes Problem zusamnnn- laufenden Tendenzen er fermen wir die heutige Haltung der sranzofischen Politik, d.h. ihren ausschlaggebenden Widerstand gegen ötc Räumung der nördlichen Rbentzonc als eenen, wieder verstärkten Druck auf Deutschland, damck in der großen Politik gegenüber England und^Amerika Pfänder vorhanden sind, mit denen .Frankreich Die Pariser Prehhetze. Paris, 6. Gan. (TU.) Die Blätter fast aller Richtungen erilären sich mit dem Text der Rote einverstanden, die Lord d'Abemon namens der verbündeten Mächte gestern dem Kanzler Marx überreicht hat. „Crcelsior" gibt dem Wunsche Ausdruck, angesichts des „drohenden deutschen Militarismus" (!) wiederhergestellte Einheitsfront der Verbündeten möge auch die interalliierte Finanzkonferenz überdauern. Das „Journal" bemerlt. die Verbündeten hätten ihre Entscheidung mit „unwiderlegbaren 'Bewe isg ründen" (!) gerechtfertigt. Die Auffassung der französischen Regierung sei durchgedrungen. Sic 2dote enthalte den „Hinweis daraus, daß nicht nur d i e militäri - schen Klauseln unerfüllt blieben. Taisäch- lich sei kein Teil des Versailler Vertrages von Deutschland ausgeführt worden (!), nicht einmal derjenige, der eine einfache Willenshand- lung erforderte, nämlich die Auslieferung der Kriegsschuldigen. D!e Verewigung des Krieges. Basel, 6.3an. (WB.) Die ..Baseler R a ch r i ch t c n" stellen fest, dah die alliierte Rote über die R'chträumung der Kölner Zone nur Punkte aufzählt, die die Alliierten beanstanden, aber auf die Beweisführung verzichtet. Das Batt erklärt, dah es ein fürchterliches Licht auf den Zustand Europas wirst, wenn sechs Jahre nach dem Kriegsende eine richtige Kriegs Okkupation ohne DiS- lussion nut Dein betreffenden Staat einfach par ordre de montti verlängert werden kann. Die preußische Krisis. Austritt der rrolksparteilicheu Minister von Richter und Boelitt. Berlin, 6. Jan. (WB.) DaS preußische ©faclSmin’iitetium beschloß in seiner heutigen Sitzung gegen di« Stimmen bet beiden bvllsparlli- lichr. Minister, nicht (.iirüävu treten. Daraufhin crtlärten d.r Minister Dr. Doeiitz und von Richter ihren Austritt aus dem Kabinett. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst hierzu mitteilt, formulierte MinisterpräsidentDraun in der Sitzung des Staatsministeriums feine staatsrechtliche Auffassung von dem zur Delikte stehenden Artikel 45 der Verfassung dahin, daß das Kabinett, nachdem es bei den Wahlen durch Erzielung der Majori- töt das Vertrauensvotum für feine bisherige Politik erhallen habe, so lange t m A m t z u bleiben hätte, wie ei- das Der trauen des Parlaments besähe. Der Ministerpräsident bezog sich habet u. a. auf die Verfassungen deutscher Länder, wie Hessen und M e d I c n b u r g , die die Amtsdauer des Mt- nisterpräsidenten im Gegensatz zur preußischen Verfassung zeitlich begrenzten. Der sachlich entgegengesetzte Standpunkt wurde vom Fi- nanzminister v. Richter dargelegt. Rach längerer Aussprache nahm das S.aats- ministerium mit alten 6*immer gegen die des Finanzministers imh T <■£ sinterrichtsministers Dr-. Boelitz eine Entschließung an. die besagt, daß aus dem Worilaut und dem Geist der preußischen Verfassung, insbesondere aus Artikel 45, sich f c i n 91 n l n ß zum Rücktritt für den Ministerpräsidenten und dementsprechend für das Gesamtministerium cigebe. Finanzminister vcm Richter gab daraus in seinem Ramen und in dem des Llnterrichtsminifters Boelitz d'e Erklärung ab, daß sie beide in Konsequenz ihrer entgegengesetzte" staatsrechtlichen Ausfa'sunz ihren Austritt aus dem Kabinett erklären müßten. Richter sprach schließlich seinen und seines Kollegen Boelitz Dank für die ge- »..II----RBl luni-iiiiir- --JJ J~nr«iiBi ■—I ■ 11—nm— .irjrrnn „handeln" und seine eigene Position verbestern kann Das ohnmächtige Deutschland ist mit einem Wort das Kuhhandelsobjekt für das durch eigene Schuld und eine allen Andern (mit Ausnahme vvn Polen und der Tschechoslowakei eventuell auch Rumänien) wenig er- wünschle. übertriebene und höchst kostspielige Rüstungspoliti' ftnanziell hart bedrängte Frankreich. Einfacher liegen die Tinge in England. Tie konservative Wochenschrift „Spe.tator sck-'i b am 27. Dezember 1924: „Die gewöhnliche englische Ansicht ist die. daß für alle piak- ti, chen Zwecke Deutschland den Versailler Vertrag erfüllt hat. Wir hoffen. daß S)cit Ehanch-rlain seinen Standpunlt dahin festlegen wird, daß England nicht länger wie August (1925) in Köln bleiben wird." Es bedeutet in der Tat eine völlige Verkennung der englischen Politik, wenn einzelne deutiche Zeitungen versucht haben. England in vorderster Linie für den Rechtsbruch verantwortlich zu machen. Die jetzige konservative Regierung denkt zuerst art das „Empire", d. h. an die Interessen des englischmt 'Weltreiches. 3n diesem Sinne ist auch für fie Deutschland „HandelS- ohielt" dann, wenn sich zu Ruyen des englischen We'treiches ei' Rachgeben an Frankreich aus Kosten Deutschlands empftehlt. Daß die gewählte Ferm dieses Rachgebens diesmal für uns Deutsche besonders verletzend fein mußte, wird von einem großen und wichtigen Teil der englischen öffentlichen Meinung bereits als Feb- ler erkannt. meinfamc Arbeit, die für Preußen und Deutschland nicht verloren, vielmehr von Ctfolg und Bedeutung war. aus. Ministerpräsident Brau.' drückte seine Hoffnung aus, dah fr? schweren Folgen, die das Ausscheiden der beiden ötaale männer für unser Land haben könne, doch noch vermieden werden und sprach schließlich ben beiden ausscheidenden Staatsmännern ebenfalls seinen und des Etaatsministeriums warmen Dank aus für ihre aufopfernde Mitarbeit. Die Haltung des gentrums. Berlin, 7. Ian. (Priv.-Tel.^ Wie das Derl. Tagebl. hört, wird der prer:ßische Ministerpräsident Brann heute eine Besprechu mit den Führern der jetzt nach dem Aust i : der Deutichen Voltspartei die pr. uhifche Drail?- rungskoaUtion bildenden Parteien haben. Von. der Entscheidung der preuhi'chen ZenlrunwsNa tion. die heute zu einer Sitzung zusammentriü, werde die fernere Haltung des Zentrums und damit die Frage abhängen oö das Kabinett Braun auch ohne die Deutsche VolkSpartei in Tätigkeit bleibt oder ob auch in Preußen ebenso wie im Reiche eine R e * gierungskrise ein treten wird. In diesem Zusammenhänge sind die Aeußerungen erwähnenswert, die die ,,G e r ni a n l a", das Berliner Zentrumsblatt, zur Frage der Regierungsbildung im Reiche und in Preuh'M macht. Das Back schreibt: Man hat die Ta> sack-e, dah Reichskanzler Marx zwei Deutsch- nationale zum Eintritt in das Kabinett aus- gescrdert hat, vielfach so gedeutet, als habe er die Linie seiner bisherigen Politik verlas s e n. Aber Marx vertritt wie die Zentrumspartei den Gedanken der Volksgemeinschaft. In diesem Sinne muh fein Vorgehen betrachtet werden. Gerade bei Marr können wir die Gewihheck haben, daß er nur ein Kabinett bilden wird, das den mittelparteilichen Eharakter bewahrt. Die Zen- trumssraktion des preuh.schen Landtags tot I oas gleiche. Auch In Preußen wird das Zentrum bei dem Bestreben, möglichst alle aktiven Kräfte in der Regierung zusammenzufassen, keine ein* fettig: Politik mckmachen können. Die gefamlc Partei ift von dem ernsten Willen getragen, die Einigkeit der Partei unter allen Umständen hochzuhaltcn und sie nicht zweifelhaften Experimenten zuliebe preiszugeben. Die Aktion des Kanzlers. Berlin, 6. 3an. (WB) Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, hat Reichs- kaitzlcr Marx heute in Besprechunge-t mit fen Fraktionsfuhrern die Absicht geäußert, auf eine schnelle Erledigung der 'Regierungskrise zu bringen. Er werde morgen in neuen Verhandlungen die endgültige Entscheidung der deutsch nationalen Fraktion verlangen. Die Negierungsbildung in Hessen. Anfrage im Hessischen Landtag. Darmstadt. 7. 3an. (T LI) Die Frag« dcr hessischen Regierungsbiloung dürste aller Voraussr-cht nach nicht vor Freitag gc- klärt werden. Zinmerhin verlautet schon jetzt, dast bars Ministerium der Justiz dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft angcfricbert werden soll. Bisher hatte Brentano (<’cntr.) das Justizministerium zugleich mit dem Ministerium des Znnern inne, während Raab (Soz.) bisher das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft leitete. Man darf gefpannt fein, ob sich die Zentrumspartei mit dem Posten des Innenministeriums zufrieden geben wird oder ob fie Anspruch auf den Doppelposten der Ministeriat aw—awa—m«nu, imn iiiiiiwiMmuumj:i England will tatsächlich Köln räumen undwünscht gleichzeitig eine möglichst baldige Räumung i) er Ruh r durch Frankreich. Aber heut ebenso wie schon in den Tagen der Londoner Konferenz wird es völlig klar, daß die englische Politik allein nicht imstande und daher auo) nicht willens ist. einen solchen Druck auf Frankreich aus» zuüben, daß das englische Ziel auf geraden W egen und so schnell als möglich erreicht wird. Rach bewährten Traditionen werden deshalb a n- 6 e r c Wege eingeschlagen und andere Kracke zu Hilfe geholt, über die in den nächsten Tagen und Wochen auch in Deutschland noch oft zu sprechen fein wird. Jedenfalls trägt auch der jetzige RLchtsbruch dazu bei, dem deutschen Volk die w elt politische n und weltwirtschaftlichen Zusammenhänge und Gebundenheiten vrn heute klar zu machen. Rur wenn toii fie in voller Klarheit erkennen, werden wir selbst zu einer wirkungsvollen Abwehr des Rechtsbruch in d Wirkschan- urio wir Multis erhebt. Stff rcnten innerhalb der abe.t R gierungs- foalition scheinen nicht ausgeschlossen, zumal auch verlautet, daß daS Zentrum eine Erweiterung der Regierung nach, rechts unter Einbeziehung der Deutschen Volkspartei anstrebt. Die Linksmehrheit scheint diese plötzliche Absicht des Zentrums mit der Angliederung der beiden Ministerien einen Riegel vorschieben zu wollen. Auf der Seite der Deutschen Volks- Partei legt man jedoch weniger Wert auf das Justizministerium. Man möchte vor allem einen Wechsel in der Desetzung des Landesamtes für das Dildungswesen, um der einseitigen Stellenbesetzung durch die Linke ein Ende zu machen. 'Die demokratische Fraktron hat im Landtage eine Anfrage zur Bekämpfung der Reblausgefahr eingebracht. Die Deutschnationalen fragen an, wann die Regierung eine Vorlage einbringen werde, die das M i - nisterruhegehaltsgesetz beseitigt. Dieselbe Fraktion fragt an, ob in der Ostjuden-- frage in Verfolg des Landtagsbeschlusses vom 15. Oktober 1924 bereits Schritte getan seien, um die Reichsregierung zu veranlassen, die ostjudi- fditc Zuwanderung r e i ch s g e s e h l i ch zu regeln und ob die Regierung in der Lage und bereit sei. über Anzahl, Beschäftigung, Kriminalität und Gesundheit der seit 1900 tn Hessen wohnenden Ostjuden amtliche Feststellungen machen zu lassen. Eine weitere Anfrage derselben Fraktron beschäftigt sich mit der Beamtenüesol- dung und Ortsklasseneinteilung und fragt an, ob die Regierung gewillt sei, zur Behebung der Rotlage der unteren Beamten gruppen dem Beispiele Badens zu folgen. Der deutsch-französische Handelsvertrag. Trendelenburg zum Bericht uach Berlin berufen. Paris. 6. Gan. (WB.) Die deutsche Regierung hat Staatssekretär Dr. Trendelenburg aufgefordert, mit dem Kabinett sowohl über den von der französischen Regierung voraeschlagenen ModuS vivendi, als auch über die anDeien Schwierigkeiten, die sich bei den Verhandlungen ergeben haben, zu sprechen. Der Vorsitzende der deutschen Delegation ist heute abend nach Berlin abgereist. Seme Rückkehr nach Paris wird für den kommenden Freitag erwartet. Die beiden Delegationen und die Sachverständigen haben trotzdem ihre Arbeiten heute fortgesetzt und werden sie bis zur Rückkehr von Staatssekretär Dr. Trendelenburg weiterführe?!. Die Berliner Blätter heben hervor, daß sowohl durch den französischen Entwurf eines HandclsvertragSprovisoriums, als auch durch die von der französischen Regierung vorgelegtc Zollnvvelle, die deutsche Exportwaren mit prohibitiv wirkenden hohen Ansätzen belaste. eine ernste Situation «en worden sei. Staatssekretär Trendelen- er bei seiner Abreise aus Paris die Vertreter der deutschen Presse empfing, betonte, daß es unrichtig sei, politische Fragen wie die Frage der Besetzung Kölns mit dem augenblicklichen Stand der Verhandlungen in unmittelbaren Zusammenhang zu bringen. Die deutsche Delegation hat sich bisher nur von wirtschaftlichen Interessen leiten lassen und die jetzt entstandenen Meinungsverschiedenheiten seien lediglich aus tmrtschaftliche Erwägungen zurückzuführen. Richtig ist, daß die Vertreter der deutschen Schwerindustrie mit Herrn Thyssen an der ^Spitze aus Gründen der allgemeinen Lage die Fortsetzung der allgemeinen Aussprache mit den französischen Schwerindustriellen unterbrochen haben. Aber diese Aussprache bezieht sich nur auf privatwirtschaftliche 'Verhandlungen. nicht aber auf den Wirtschaftsvertrag. Der französische L a n d e l s m i n i st e r bat nach dem ,,Motin" dem Staatssekretär Trendelsn- burg drei Schriftstücke nach Berlin mitgegeben, die sich auf ein vorläufiges Abkommen beziehen. Das eine Schriftstück enthält Vorschläge für die Festsetzung der e l s a ß - l o t h - rin gischen Kontingents, die während der Uebcrgangszeit zollfrei nach Deutschland em- gclührt würden. Diele Kontingente sind auf ein Mindestmaß zurüctgeführt worden, und umfassen insbesondere Textilwaren, Weine und Metallgegenständc. Ein zweiies Schriftstück nennt die Maximaltarife, die Frankreich für die Ausfuhr von Metallgegenständen anerkennen würde. Das dritte Schriftstück enthält eine Aufstellung von Waren, für die der französische Handelsminister die Anwendung des allgemeinen deutschen Zolltarifes erbittet. Der „Matin" bezweifelt, daß die iranzösisch-drut- scheu Besprechungen bis zum 10. Januar etwas Greifbares ergeben. Das Blatt tröstet sich aber mit dem Hinweis daraus, daß auch die bei» gisch-deutschen und die italienisch-deutschen WirtschastSverhandlungen bis zum 10. Ja- nuar zu ieinem greifbaren Ergebnis führen werden. Die interalliierte Schuldenregelung. Amerika über die frau,höfische» Zahlringsvorschläge enttäuscht. Washington, 7. Gan. (T. 11.) Das Schuldenmemorandum des französischen Finanz- Ministers Elementes har in amtlichen Kreisen den denkbar schlechtesten Eindruck gemacht. da auf Grund eines ersten Berichtes des amerifanifaxn Botschafters Herrick angenommen worden war, daß Frankreich ton trete Vorschläge zu einer sofortigen Regelung feiner Schulden unterbreiten würde. Daü Memorandum enthält unter starker Betonung gefühlsmäßiger Erwägungen die An- reaung einer Annullierung der bisher an= gesammelten und der weiteren Zinsen bis zum Ablauf des zehnjährigen Moratoriums. Es steht außer Zweckes, heißt cS in der Meldung weiter, daß verschiedene Senatoren, barunter Borah Im Senat eine neue Protestresolution gegen die übermäßigen Konzessionen art Frank- rctch cintri-gen werden unter g'eichzeiii^em Hi..» weiL darauf, baf) Frankreich gewaltige Geldbeträge nicht nur auf seine eigenen militärischen '^uftungen, sondern auch für die Bewaffnung der Armeen Polens. Rumäniens und der Tschechoslowakei verwandt habe. Mussolinis neues Kabinett Neuwahlen? — Diktatorische Matz- nahmeu. Rom, 7. Gan. (TA.) Mussvlint hat bereits wieder ein neues Kab inett gebildet. Wie wir schon gestern anZ>euteten. ist nach dem Rücktritt des liberalen Gustizministers Ovig lio der Präsident der Kammer Rocca getreten. Zum Unterrichtsminister wurde ProfeNoc Fedclo ernannt, zum Rkirrister für öffentliche Arbeiten der Abgeordnete Gicriat i. zur Zett Minister ohne Portefeuille. Die andern Minister bleiben im Amt. Mit Ausnahme des Marine- Ministers und des Wirtschaftsministers ^sjnd sämtliche Mitglieder des neuen Kabinetts eingeschriebene Mitglieder der f a s z i st i s ch e n Parte i. Der Wir. schaftsmi b ster Aava wollte ursprünglich auch zurucktre^- ten, auf Grund einer Untevrebung Mussolinis mit dorn Führer der nattonal-Äthsttschen Partei, der er angehört, ist jedoch diese Demission vermieden worden. Die Pressestimmen zur Ministeriuins- bildung betonen allgemein, daß nun das Kabinett einen rein faszistischen Charakter trage. Die extremfaszisttschen Blätter sind erfreut über die neuen strengen Maßnahmen der Regierung, sehen sie aber nur als einen vielversprechendLn Anfang an, der unbedingt fortgesetzt werden müsse. Die Oppositionsblätter b.Ingen, soweit sie erscheinen, keinerlei Kommentare. 3n oppositionellen Kreisen betont man, daß die Sage durch Umbildung des Ministeriums keineswegs geklärt und gebessert wird und behauptet, hast auch Handelsminister Rava in nächster Zeit feine Entlassung nehmen werde, obwohl die national» katholische »Corners ö'Stalia“ dies in Abrede stellt. Da die Kammer, wie verlautet, bereits am 12. Ganuar wieder zusammentrete-n soll, glaubt man in Oppositionskreifen. daß es dem Ministerpräsidenten darauf ankommme, das Wahlgesetz so schnell wie möglich burchzubringen, um alsdann Reuwahlen auszufchrelben. Gnzwischen hat der Wahlreforrnaus- schlus; die erste Lesung der Vorlage beendet. Er spricht sich gegen d r e Wahlpflicht und für LaS Pluralwahlrecht auS, ferner gegen die schriftliche Wahl und gegen das Auswandererwahlrecht. Er fragt die Regierung, ob Uc daS politische Wahlrecht Ser grauen ein» führen wolle und schlägt vor. auch au6 Städten über 70 000 Einwohner EinheitSwahlkrei sc zu machen, ferner daS ÖlUnbcftaltcr für die Wählbarkeit wieder auf 30 Gahrc hinaufzufchen, die Wahl de jinc bei dem Mangel einer Gegen- rcmdidatur einzuführen und Strafbestimmungen gegen die unentschuldigte Abwesenheit von Abgeordneten zu schassen. Außer dem amerikanischen Gournalisten Camillo Ciandara wurden noch der Redakteur des „R u o v o P a e S c o" und der Korrespondent eines Mailander Blattes unter der Beschuldigung tendenziöser Berichterstattung verhaftet. Die Oppositionelle Presse ist von der Bildfläche verschwunden, in Rom sind gestern nur der ministerielle ..Messagero' und der faszistische „Gmpero" erschienen. Die Mailänder Präfektur lnrschloß ent» iprcck-end ber von der Regierung den Prasrkten erteilten Befugnis einen Teil der Rational« miliz zu mobilisieren, um dadurch die Polizei zu verstärken. Alle DeremSlokale von Orgamfaiiortai, welche antisaszistischea Charakter hoben, sollen geschlossen und alle diejenigen, die durch aufrübrerischs Ruse ober Gewalttaten die öffentliche (Ruhe stören, rechtzeitig angezeigt und ccngehalte.n werden. Schließlich sollen alte biejenigen Lokale, in denen es zu Unruhen kommen sollte, entweder auf unbeftimmtc Zeit vollständig geschlossen werden ober der Betrieb soll ihnen mir tagsüber gestattet werden. Grt den großen Städten wurden Haus» suchungen in den Riederlassungen deü Verbandes b'Gtaüa Libcra borgenonunen. Es ist au Zusammenstöße n gekommen. Uebergriffe der Faszisten hat die Polizei in den wenigsten Fällen verhüten können. In Mantua wurden 30 Verhaftungen vorgenommen. In Vicenza drangen Faszisten in die Redakttonsräume zweier Oppofit'-onsblätter ein. DaS Oracur her Vereinigten sozialistischen Värtei „Gursttcia" hat sein Erscheinen eingestellt. Die sozialistischen Verbände d'Gtalia Libero sind in Brescia auf» gelöst worden. Die Völkerbund- Kommission in Angora. Englische Wahlpropaganda. Angora. 6. Gan. (WB.) Die Völkerbund s k s m m i s s i o n zur Prüfung deö Mos- sultonslikls ist heute mit Sonderzug hier ein» getroffen unb am Bahnhof im Romen des Mi» nistcrpräfrdentcn von dem türkischen Botschafter in Paris, Dfchcvad Bey. unb im Ramen des Ministers des Acußern von dem Unter- staatssekretär Tewfik Klamil Bey begrüßt worden. Die Mitglieder der Kommission statte- teix dem Präsidenten der Rationalversammlung und dem Ministerpräsidenten F e t i B c y Besuche A- *7 Der Generalgvuverneur des ? r °J. Flugzeug in Mosul eingettoffen unb hat die (rmwohncr von Mosul unb Sulcünanie unter Drohungen ausgefordert, für den Grak zu stimmen. Vier Dörfer wurden von einem Flugzeug mit Bomben beworfen und die den Anhängern des Scheichä Mahmud in Suleimarcke gehorenk-en Häuser zerstört. Der Scheich Mahmud leistet Widerstand. _ 'yte Önglänbet versuchen, durch einen solchen ?ruck die Abstimmung zugunsten de« Irak bet» bcizufuhren unb die Mitglieder der vom Völler» bund entsandten Kommission zu täuschen Spanische Kriegserfolge. London, 6. Galt. (TU.) ..Daily Telegraph" ersahrc aus Madrid, daß Genera/ Garro seinen Vormarsch gegen Dunta-AltorcS fortfc#. Die "wischen hatten sich m aulgewahltsn Stell unaeii verschanzt, Mc spärer nach er- pttterten dampfen eingenommen tourecn. Zahl der getöteten Feinde soll ungewöhnlich groß sein. 3m Süden von Ceuta ist eine Abteilung des Generals Franco in heftigen Kampf mit dem Gegner verwickelt. Alle von den Spaniern gesteckten Ziele sollen erreicht sein. Zwischen El Kasar und Punta AltareS stehen spanische Kriegsschiffe und beschießen die Andjera-Dörfer. Spanische Flugzeuge bewerscn die Andjerastcllungeii mit Bomben. — Wie berichtet wird, soll ein großer Teil der Andjeras bereits kampfmüde sein und um Frieden nachgesucht hoben. Aus «Ker Welt. Der Tschekaprozefi vor dem Staats- gerichtShof. Berlin. 6.Gan. (TU.) Am 11. Februar wird vor dem StaatSgerichtsbof in Leipzig die Hauptverhandlung gegen 16 Kommun.sten beginnen, btc beschuldigt werden, in Deutschland im Auftrage der Moskauer ivmmumstischcn Zentrale eine Tscheka gebildet zu haben, außerdem eine Geheimorganisation zur Verfolgung von Spitzeln und zur Verübung von 21t. vztaten gegen Feinde der Kommunistisch-n Partei. Die Angeklagten, die keine, in der Oes» fentllchkert bekannte Ramen tragen, sind verdächtig, den Polizeiagenten Rausch in Berlin ermordet und Attentate gegen den General von Seeckt und andere Persönlichkeiten vorbereitet zu haben. Dis B rtzandlung-n dü sten mehrere Tage in Anspruch nehmen. E n befon- deceS Verfahren schwebt noch gegen den Arg. Höllein, der sich in Untersuchungshaft bc^ findet. Das Ende der Wafsergcsahr. Fulda und Werra haben der W c s e r infolge der starken Rieberschläge riesige Wasser- masscn zugeführt. 3n H amel n stieg bic Weser am ©onntag auf 3.30 Meter über 0, um Montag 4,28 Meter über 0 zu erreichen. Am Rin- leiner Pegel stieg der Wasserstemd von 2,90 auf 5 Meter. Das Hochwasser ber Wupper geht ununterbroch-rn zurück. Dienstag mittag zeigte der Pegel noch 0,80 Meter. Auch vorn oberen Laus der Wupper wird ein weitere« Fallen gemeldet. Solingen und Burg sind vom Wasser wieder frei, doch ist ber durch das Hochwasser angcrichtcte Schaden in beiden Städten beträchtlich höher als zuerst angenommen wurde. Linienschiff „Hessen" in Kiel. DaS Linienschiff „Hessen" wurde auf der Blarinewerft von Wilhel m sh a f e n mit kleiner Dc-satzung in Dienst gestellt. Es tritt als viertes Linienschiff zu der Linienschiffsdivisi-on der Reichsmarine unb wird in Kiel stationiert. Der Flettner-Rotor besteht die Sturmprobe. Rach einer Meldung aus Kiel hat das Flcttnerschr Rotvrschisf „Buckau" in dem schweren Sturm der lechken Tage seine Seetüchtigkeit erwiesen. Das Sck.ifi crreichtc ein: Geschwindigkeit von neun Knoten und konnte allen 055(01 widerstehen. Am Donnerstag Toll da>.- Schifs von der Hanseatischen Motorschisfahrts» A.-G. in Dienst gestellt werden. Seine erste Reise soll über Flensburg nach Lübeck und von dort wahrscheinlich nach Schweben gehen. Racheakt eines Abgebauten. Der zum 1. Januar entlassene frühere Kassierer Schvepf dc-s Konsumvereins in Hof drang in die Verkaufs» unb Lagerräume der Firma ein unb richtete dort auf sämtliche Angestellte Schuss c. Der Angestellte Friedrich Gebhardt, ein fozraldemokra ischer Stadtrat, cr^ hielt einen Schuh ins Gesicht und die Kontoristin Schvedck zwei Schüsse in den Llnterleib. Die Schüsse gegen den Vorstand Jammer verfehlten ihr Ziel. Rach her Tat ging Schoepf durch das Fenster auf daS Dach und brachte sich zwei Schüsse in den Kopf bei Ec- siel dann in den Hof. wo er schwerverletzt liegen blieb. Sämtliche Berietzte wurden noch dem Krankenhaus gebracht mit Ausnahme der Kontoristin, die hoffnungslos bamicberliegl. Die anderen befinden sich außer Lebensgefahr. Der Barmat-Krach. Berlin, 7. Gan. (Sil.) Die Vernehmung der Gebrüder Barmat hat gestern begonnen. Gegen die vor kurzem iestgenommenen früheren Beamten der Staatsbant, B l o d o w unb Kersten, sowie gegen den Ingenieur und Bankdircktor Feld wurde ein richterlicher Haftbefehl erlassen. Ausgehobene Verhaftungen. Die von der Kriminalpolizei in Verbindung mit der Aufdeckung der großen Unterschlagungen aus dem Berliner Postamt W. 9 Derbaftetcn Postinspcktvren Dragier und B a r s t u e ch t wurden nach eingehender Vernehmung durch den Untersuchungsrichter auf freien Fuß gesetzt. Auch ber Oberpostsekrctär Schmidt wurde aus der Haft entlassen. Dom Massenmörder von Münsterberg. Wie aus Münsterberg zu ber Denkefchen Mordasfare berichtet wird, wurde in einem Holzschuppen in dem Denkeschen Hause wiederein größerer Haufen Knochen gesunden. Ferner entdeckte man bei der Durchsuchung des Kachelofens 15 blutbefleckte, mit Menschenhaut gebündelte Westen. Schadenfeuer. Aus Osterode i. H. wird gemeldet Einem ge- toaltlgcn Schadenfeuer fiel bic zu dem Gute Uhrde gehörende massive Scheune mit c>cr gesamten .Erntevorräten von 230 Morgen Land zum Opfer. Außerdem befanden sich in der Scheune 1100 Zentner Stroh und eine Dreschmaschine. Man vermutet Brandstiftung. Die Polizei hat bereits drei Jugendliche, bic als Täter in Frage kommen, verhaftet. Temperamentvolle Ausflügler. 3n einem Eisenbahnzug tam eS kurz vor Reapel zwischen einem Kontrolleur und einer Ausfluasacsellschast zu einem Wortwechsel, in den sich auch andere Reisende mischten. Hierbei schoß ein Ausflügler mit einem Revolver, offenbar um die Gegner einzuschüchtern, traf aber unglücklicherweise zwei Kaufleute, die sofort tot waren. Davaufhin sprangen die übrigen Teilnehmer an der Rauferei auS dem fahrenden Zug, auS dem auch ein Leichnam geworfen wurde, und flüchleten. Malaria!« Hollänüisch-Zndien. 2000 Todesfäl'c. Rach einer 'Meldung herrscht In Holländisch- 3’nbien Flotow). Ausführende. Mar Roller vom Frankfurter Opernhaus (Tenor), ein Kammerorchester, am Flügel Dr. Merten von bei Frankfurter Oper. 9 30 Uhr: Aachrichten, Wettermeldung. Sportbericht. 9 40 Uhr: Die ©pätanfün« digung „Keine Ruh bei Tag und Aachtl" 9,55 Uhr: Zeitvorbereitung. 9.56 Uhr: Drei Minute, der Hausfrau. 10 Uhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Uhr. Buben und Mädel. Szenen von Franz Molnar. Ausführende: Fritta Brod und Fritz Obemar, beide vom Frankfurter Schauspielhaus, ein Äanv merorchester. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. O. Wir können Ihnen nur raten, in dieser Angelegenheit einmal auf dem zuständigen Poll zeirevier nachzufragen. wuroe letzt, nachdem sie in der Inflationszeit ihr Dermögen verloren hat, neugegründet. Dies geschah in einer am Samstag in Darmstadt abgehaltenen Versammlung, die von dem langjährigen Vorsitzenden K a st l i zert - Ridda, Direktor S ch mid t Friedberg und Ludwig Weber- Darmstadt. Den Hauptteil der Beratung nahm die Wiedererrichtung der Sterbekasse in Anspruch: es wurden Sterbegeld- sähe von 200, 400. 600. 830 und 1000 Mk. sest- gefeht. Auch die Kahlick-Stiftung. die ebenfalls in der Inflationszeit ihr Vermögen eingetobt hat. wurde auf Vorschlag von Lehrer Ramge- Worms wieder ins Leven gerufen. Bei dieser Gelegenheit wies Schulrat Fischer- Giesten auf die Verdienste Kastlicks hin, der feit 36 Jahren die Geschäfte der Ludwig- und Alice-Stifiung ührt. re Der Evangelische Bund zur Wahrung der Deutsch-Protestantischen Interessen (Ortsgruppe (Sieben) veranstaltete am QllontagabcnD einen öffentlichen Vortrag im Saalbau Sauer, Oswaldsgartcn. Rach einleitenden Begrützmigsw orten des ersten Vorsitzenden, Pros. Dr. Schmoll. (Sieben, hielt Pfarrer Haupt. Sieben, einen Vortrag über des Thema. „Ist ein Leben nach dem Tode denkbar?" Er führte seine Zuhörer den rein wissenschaftlichen Weg unter Berücksichtigung der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Telepathie, Materialisation, Hellsehen ufw., indem er zunächst aus die Unvollkommenheit aller wissenschaftlichen Forschungen hinwies, die in erster Linie ihren Grund in der Unvollkommenheit Oer menschlichen Sinne habe. Die Aubenwelt fei nur eine Erscheinungswelt, die vermittels unseren Sinne im Gehirn geboren werde. Die Auferstehung des Fleisches, die in der Bibel gelehrt werde, fei eine Auferstehung der Menschheit. Die Seele stehe wieder auf, und zwar die Seele, die den Menschen jetzt schon begleite, fei es im Körper lGeist, Seelen-, K'-ankheits ustände^ f i es außerhalb des 5 d.) ers T in Hattenrod. ern noch in einem Teil der Aus' j nten, wurde in der Nacht zum Jahre alte erheiratete &nb- Stumpf l!l. in Hattenrod 'digung der Kindestötung umps unterhielt mit der Dilwc hach VIII. in Hattenrod, die ■ idern ist, unerlaubte Deziehun» te aber auch noch mit anderen ngang. Dor etwa 4 Dachen Vormittag, wahrend ihre Rvn« [e weilten, einem Kinde das e es znnM anher Sicht, um dern zn verbergen. Später mf rn sie als den Dater des Kmde-- Itt ei mit sich svrtnahm und er Frau beseitigte. Durch uny, Minen in der Et"wobn«scha't^ e wurde man auf die Angelegen' ,c und bemühte sich nm cW Hierbei ergab sich. g /ermordet morden war. gen sand man den Leichnam > m Hose des Stumps- W Wb- man das Kind erdrossel m mtl Steinen besten Snc M hatte. Stumvfrmd ' Irotcn bereits vmi volic j 3m taufe d°i iftau verhaftet- ^llnlrrsuchungsgesöngni- VochenmaMreise nttuar (HLndlerprei'e'^ o.k’ÜÄ srBiLS! irunp. 1 , veittiefö J ! Ksrrtotizen- | '§rung eonn- L-taS. " naE. ((öl- r|l)cr=i" Lichtspüeto^ws Bahnhofstraße Heute letzter Tags FILMVORTRAG „Mit der Hapa-g nach Südamerika Ä, Anfang 4, 6 und 8.15 Uhr Film und Vortrag behandeln nicht nur die überfahrt und die Hafenstädte, sondern führen uns weit in das Innere des Kontinents. Sie zeigen deutsche Siedler an der Arbeit und dem Auswanderung^ ustigen die Existenz- möglich keiten der neuen Heimat. Jugendliche haben in der Nachm.- Aufführung ermäßigten Eintritt! Heuchelheim, den 6. Januar 1925. sehe Handelsschule \ Handelsschule V l Gießen, Gocthestr. 32 «0 Dr. Reukauf Lose zu ffi. 3.3® 8Ä5Ä 230a Diplom-Kaufm., Diplom-Handelslehrer | *1© LoseisiwinSlS 33 ML | yjiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiH =niliilllllllllllillHlllllllllllllilllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!||||||||||||||||||||||IE WMMck 24 7 A Platzhandel. gesucht. 0174 Eü Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 13 Akte. 241c der vollständig selbständig arbeiten kann, in Dauerstellung für sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 238D an den Gießener Anzeiger. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Elisabeth« CierHandt geb. Hofmann. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Januar 1925, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Ludwigstraße 6, aus statt. 0211 Tyr «ui Jochem, Westanlage 27 11. BiiHiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiia Lehrling in. Obersekunda- Reisc von die siaer oröHcrcr Zigarrensabrik zu Ostern gesucht. Schristl. An geb. unter 232D an d.Giest.Anz erb. Danksagung, ö O Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem durch ein tragisches Schicksal erlittenen schweren Verluste sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Ganz besonders danken wir noch Herrn Pfarrer Dörr für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie den beteiligten Vereinen und der Werkskapelle der Buderus-Röchling Eisenwerke Wetzlar für die letzte Ehrung, die sie unserem lieben Dahingeschiedenen erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Helene Rinn geb. Römer. Heuchelheim, den 6. Januar 1925. 25000 IOOOO [llillllllllllinillllllllllllllllD Sehr gute Stenotypistin uni) Maschinen- schreiberin l Anfängerin» sucht für sofort ob. sväler Stellung. Schristl. Angeb. unier0192ün den Giest. Anz. erb. illlllllllllllllllllllllllllllllllll Besseres MM sucht Stellung mit Farnilien- anschluh. Schristl. Llngebote unter 01^1 an den Geistener Anzeiger. Ehrt., suverl. [0l01 Säinitte» züm 1. Februar bei Gutem Lohn und Neisevergütung ges. Frau E. ‘Buer, Frankfurt a M., Wnlbschmtdtstr. 83. Bekanntmachung. Bet den städtischen Dienststellen findet eine Einstellung von Dürvlehrlingen zu Ostern 1925 nicht statt. Schriftliche und mündliche Gesuche zu diesem Zwecke erübrigen sich daher. Gießen, den 5. Januar 1925. 236B Der Oberbürgermeister: K e l l e r. töeldjer bei Behörden, Elektrizitätswerken, der 3n» dustrie, Wiederverkaufs- und Installateurkundschaft bestens eingeführt ist. 3n Frage kommen Elektroingenieure, welche über eigene Bureauraums verfügen und in der Lage sind, den Absatz unserer Fabrikate gegen Provisionsvergütung erfolgreich durchzuführen. Ausführliche Angebote erbeten an ' !2A DSge.Elektr.-Aktienges,,Chemnitz i.S.,Abt.Sekr. D.R. Heute morgen 57> Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgonder Vater. Großvater; Bruder, Schwager und Onkel Jakob Gernandt II. itn 73. Lebensjahre. 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Leider leidet euch er unter dem Wohn, dass alle Strassen und Gassen Rennstrecken sind, und fährt deshalb ein dementsprechendes Vempo, selbst beim stärksten Regenweiter. Schadenfroh lacht er in eich hinein, '.Cenn dabei Kleider und Schuhe der Passanten beschmutzt werden. Den beleidigten Demen gibt er dann den guten Rat, die Schuhe mit der hervorragenden B 0 d c - Creme zu putzen, da diese wasserdichten Hochglanz erzeugt und nicht abfärbt. Meistens führl er schnell weiter, sonst würde er noch sagen, da js der Schubputz Eüdo das Leder welch und ßc- cchmcidig macht und deshalb keine Risse und Sprünge aufkoramen |lässL Die Lebensdauer der Schuhe wird dadurch wesentlich erhöht und das ist bei den heutigen Schubpreisen sehr wichtig. Kaulen euch sie nur diesen Schubputs denken Siu immer daran: Büdo Terpentinöl-Creme Immer !Qr die Schuhe nehme. Büdowerk; etwa. 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Um sie für dieses undurchlässig zu machen, wird sie an ihrer dem Stausee zugewendeten Seite mit Teer gedichtet. Der obere Teil, an dem der Srud des Wassers geringer ist, wird nach einem besonderen Deifahren mit einem cklebcrzug aus einer wasserdichten Masse versehen. Dann kommt über die Teerschicht sowohl wie über diese obere Schicht noch eine eigene Schuymauer zu liegen. Ta der Truck des Wassers einem bekannten physikalischen Gesetz zufolge nach unten zu immer mehr anwächst, so trägt man wie bei anderen Sperrmauern so auch bei der des Schwarzenbach- tato diesem ilmff anb dadurch Rechnung, daß man die Mauer unten, wo sie einen sehr starken Druck auszuhalten hat, sehr breit macht, während sie sich nach oben zu verfüngi. Die Mauer erhalt also eine keilförmige Gestalt. Für die Ausführung derartiger riesiger Mauern erwachsen beträchtliche Kosten. Die Berechnungen über die günstigste Form gestalten sich oft sehr schwierig. So liegt die Frage nahe, ob man nicht an die Stelle von Mauern etwas anderes, etwas einfacheres und billigeres fetten kann Auch auf diese Frage ist Deutschland eben die Antwort zu geben bereit. Bei Dohrenbach im badischen Schwarzwald ist man mit der Errichtung einer Talsperre beschäftigt, die nach ganz neuen Grundsätzen ausgeführt wird und die voraussichtlich umwälzend in Bezug auf die Ausnützung von Wasserkräften wirken dürfte. Das, was man dort baut, verdient nämlich gar nicht den Damen einer Mauer. Es gleicht mehr einem einfachen, ziemlich dünnen Schild, das gegen Den Druck der dahinter aufgestauten Wasser- massen gestemmt wird. Soll ein derartiges Schild diesem gefälligen Druck widerstehen, so muh es aus sehr festem Material hergestellt sein. Die meisten der bisher errichteten Staumauern bestehen aus Beton, einem Gemisch von Femewt. Kies und Sand, das mit Wasser zu einem Drei ungerührt und ht Formen eingegossen wird. 3n dielen erstarrt der Beton rasch zu einem harten für Wasser undurchlässigen Stein. Bei dem Schild von Böhrenbach kommt nun anstatt des einfachen Betons der noch viel widerstandsfähigere Eisenbeton zur Verwendung. Es wird ein Gerüst aus eisernen Trägern. Schienen und Bän« dem hergestellt, das dann mit Beton umgossen wird. Der Beton und das Eisen verbinden sich zu einem einheitlichen Ganzen von äußerst wertvollen Eigenschaften, die sich in das Wort „iln- verwüstlichkeit" zusammenfassen lassen. Das Eisengerüst bildet die Stühe des Ganzen, der Beton schützt das Eisen gegen den Einfluß der Luft und damit vor allertz gegen das Rosten. Beide. Beton und Eilen, haben fast genau den gleichen A>rs- dehnungskoeffizienten. d. h. fic dehnen sich in bä Wärme gleichviel aus und ziehen sich in der Kälte um gleichviel zulammen. So findet auch bei großen Temperaturschwankungen keine Lockerung ihres Gefüges statt. 3n Böhrenbach baut man nun, wie erwähnt ein einfaches Schild aus Eilenbeton quer über das Tal. Das Schild steht derart schief gegen das Wasser, daff es nach oben zu zurückweicht. Es wird durch eine Anzahl von Pfeilern gestützt, die nach unten zu, wo bei Druck des Wassers am stärksten ist, breiter werden. Diele eigenartige Talsperre erfordert zu ihrer Herstellung weniger als den vierten Teil des Materials, das man für eine Bollmauer benötigen würde. 3br hauptsächlichster Vorteil wird aber darin bestehen, daß man durch die Verwendung derartiger Sperrlchilder die Wasserkräfte rascher und schneller ausnützen und damit dem Wirtschaftsleben in kürzester Zeit und mit geringen Koster neue Quellen erschließen kann. 10,'IellbL Heute: Mak-2 Mit bett abrik ‘z&Jung uisa !s schule zelminn (äufmonn iiiddskhr. Udchstr. 5 andelssihiile deren Inha- eiter, Lehrer chmann ist. Januar ncuerKursi lang täglich ;pekt frti. 223a____V isuchel ur ^>tens 5 Küche P in nach. > »Olt ? vflltvic eMu.baib ^NNljchx | Ä Sfadttheater *nntif nft' $ $/,ö‘ von fru - w T. V. 1846 (WimMeM' Morgen 0 Donnerstag: Schwimme« Der Schwiannü ■n gesucht. 'ch-Ange. ädi" $Bki teni Tauft IkTlillkerei tegent Wo?; SN LZL Äusi'Ä N\v\, r„?^l»er DM ®c'ihi$Qnb^. quelle niemals mehr Kraft herausholen Tann als eben darin steckt. Und doch hat die deutsche Technik das unmöglich gemacht. Quer über das Tal des Schwarzenbachs wurde eine Staumauer gebaut. Dahinter ' soll sich der Stausee mit fünfzehn Millionen Kubikmeter Wasserinhalt ausdehnen. Die Verhältnisse liegen also etwa so, als ob man eine Badewanne tropfenweise füllen wollte. Das wäre eine harte Geduldsprobe.' So wartet man zunächst einige Zeit, bis der kleine Schwarzenbach den Stausee wenigstens zum Teil ausgrfullt hat Dann läßt man das Wall er in das am » Vorbild, das vom Westen Europas her ge- ,»dt hat, und wir haben nun die äußerst schwie- ■ ege Ausgabe zu lösen, ihn in deutschem Geiste i »szubauen. Denn darüber müssen wir uns klar I -in, hab unmöglich ein Doll eine Staatsform ,i»d Staatseinrichtungen aut die Dauer ertragen finn, die seinem inneren QBcfcn nicht entsprechen. >e Völker Europas find in ihrer Gei st es art . ^ndverlchiedcn, und daraus schon ist zu fol- L I ung s kost en sind im ganzen Reich nicht so hoch als im Industriegebiet. Die großen Werke, denen es um bic Erhaltung und dringend notwendige Erweiterung des Absatzgebietes zu tun ist, wissen wohl, baff das Renteneinkommen der Arbeiter und Angestellten niedriger ist als im Frieden und daff es kaum ausreicht zur Stiftung der Existenz. Sie sehen sich aber außerstande, höhere Löhne und Gehälter zu zahlen, die doch sofort zu neuem Anschwellen der Warenprersc führen würden, fo bah die Arbeiter doch nichts davon hätten und letzten Endes beim weiteren Anziehen der Schraube -- die unselige 3nfla- t i o n wieder herbeigesnhrt würde. Sie fordern daher von der Regierung einen starken Druck auf die Herabminderung der Warenpreise und wollen, wenn das nicht fruchtet, in großem Umfange übergehen zur Selbst - Versorgung ihrer Arbeiterschaft mit billigeren Lebensrnitteln, um so deren Aealcintom- men zu verbessern. Es wird der llugcn Taltil der Regierung und ihres festen Willens bedürfen, um den Aus- bruch schwerer sozialer Kämpfe im Ruhrgebiet zu gestalten. Don Arbeitnehmerseite wird demgegenüber der Einwand erhoben, der ilcbergagg zur Dreischichteneinteilung erfordere nur 10 bis 15 Prozent Arbeitskräfte mehr (wobei aber nicht das Auffichtsverfonal berücksichtigt ist), geftattf dafür aber eine intenfive Ausnutzung der Pro- duktirnseinrichtungen. Gewifte Maschinen unk Einrichtungen finb jedoch auf bestimmte Leistungen eingestellt, die gar nicht beschleunigt werden können. Das gilt auch für bic Kokereien und füi den Bergbau Hier hat sich gezeigt, daß bit Schichtzeitverkürzung einen Produttions- a u s f a l l brachte, der größer war als der pro- zentualc Anteil an der Arbeitszeitverminderung. Auch im Bergbau sind tcchn'fche Verbesserungen emgcfühit worden (Dampthamnicr, Bohnnaschi» neu. Schüttelrutschen ufto.). mit deren Hilfe es gelungen ist. annähernd bic Friedens Förderung toicber zu erreichen, nachdem man zur Acht- ftundcnsich selbst den ersten Diener seines Staates und handelte darnach, was zur Genüge seine demokratischen Anschauungen beweist. ilmgckehrt muh ein Dollsstaat immer eine Auslese der Besten zur Herrschaft bringen und ihr in gläubigem Vertrauen die Staatsleitung in bic Hand geben, sonst macht er sich auf die Dauer unmöglich llnfcr hcu'iger Vollsstaat. der noch viel za sehr der launischen Herrschaft der breiten Massen ausgesetzt ist und in dem die wichtigsten Ministersessel so häufig erft auf Ginrnd eines KulHinkels zw f j)cn den ter ch ebenen Parteien beseht weiden können, muff eine wescnll.ch? Umgestaltung erfahren und bic Besten der- Belte.', zur wirklichen Herrschaft gelangen lassen, wenn er von längerem Bestand sein soll. Auf jeden Fall geht es nicht an, daß die Bollsvcrtretungen ober die Parteien eine selbstherrliche, unumschränkte Mach! aufrichten, wie wir bas ebensowenig einem Fürsten gestatten. Etwas mehr Bcfchcidenheit und Rücksichtnahme auf andere, ehrliche lleberzeugungen wäre allgemein am Platze und immer wieder die Selbstbesinnung darauf, daß wir ein Volk unpolitischer Art sind und baff jeder, der llch zum Gebiete der Politik getrieben fühlt, mit um fo größerer und ernsthafterer Ucbcriegung und Ge- w.ssenhast gtctt zu Werke gehen muff. Ob . Demokratie" und „Parlamentarismus" Formen finb, bic unserer deut'schen Wesensart entsprechen, kann man bezweifeln, wenn sie es nicht fertig bringen, eine straffe Zusammenfassung der auseinander- ftrebenben Kräfte in Deutschland zu erreicheii. Diese ist unbedingt erforderlich. Wir müssen dem immer stärker drohenden Auseinander leben unserer deutschen Slammesgenossen aufs nachdrücklichste Einhalt gebieten. Dann mag es uns vielleicht mit Gottes Hilfe gelingen, unserm schwer geschädigten Staatswesen erneut zu Macht und Ansehen innerhalb der europäischen Völkergemeinschaft zu verhelfen. Technische Rundschau. Von Dr. Franz Kittkcr. Wie auf so vielen anderen technischen Gerieten, so steht Deutschland auch auf dem des Baues von Talsperren an führender Stelle. ES ist ja wahr, baff man anderswo, wo bältnisse günstiger liegen unb wo mehr Was'er Mir Verfügung steht, größere Dämme errietet, lute z. B. eben jetzt im Sudan. Bei der Bcurt^- lung technischer Fortschritte kommt es aber nicht auf bic Stoffe, sondern einzig und allein auf bic Leistung an. Es gilt, bei geringstem Aufwand me größte Wirkung hervorzubringen. Aus biefcm Grundsatz heraus erwächst das Bestreben, die iur Erzielung einer bestimmten Leistung ver- tenbeten Einrichtungen möglichst zu Verneinern. T5enn von zwei Motoren der kleinere genau bic gleiche Menge Energie liefert, wie der große otor vielleicht fogar riesengroße, fo gebuffrt ’jnfere Bewunderung natürlich ihm unb nicht der pgairtischen Maschine. Wie man nun auch aus sehr Keinen Kraft quellen ganz gewaltige Leistungen hergusholui kann, beweist bic gegenwärtig im Bau befindliche Schw a tz e n vach - T a l f pei r e (Schtarz- ualb). Der Schwarzenbach ist ein kleines Flüßchen. bei dessen Anblick wohl kein Mensch auf den Oedaicken kommen würbe, daß sich aus seiner geringen Wasfermenge eine elektrische Energie ton zunächst fast 60000 Pferdestärken formte erzeugen lassen. Tiefe Wassermenge könnte, so sollte man meinen, höchstens reichen, ein paar Mühlen m Betrieb zu sehen — aber 60 000 Pferdestärken > Llnmoglich! Es erscheint dies schon deshalb un- Ttöglich, weil man ja nach dem bekannten Getctz frtm der Erhaltung der Energie aus einri? Energie- u bochste» 023493 ‘enzweig eßen weg 5S. jünngen] und ge- herie und Durchbildung des deutschen Dkenschen zum gewiegten Staatsmann und Staatsbürger. Wir können diese Ho,fnangsfreiuigkeit leider nicht teilen. Das Wesen eines Volkes ist nur sehr wenig veränderlich, und sollte wirklich einmal eine gewisse ilmgeftatlung stattgesunden haben, so erfolgt meistens bald cm um so kraftvollerer Rückschlag in die angestammte Dol.sart. Während der Z it. wo die preuff sche Slaats- Icntung uber die Schicksale Deutschlands entschied, ist sicherlich das uroeutfche Wc,cn nicht voll zur Geltung und Auswirkung gelangt. Dom politischen Standpunkt aus gesehen ist cs dem Preußentum hoch anzurechnen, baff es verstanden hat. die großen politischen Schwächen der Deutschen zu bänb gen und zum Teil unschädlich zu machen. Aber mit der Staaisi-mwälzung des Jahres 1918 gelangte das unpolitische deutsche Mlchcllum wieder ganz zur Herrschaft. Da war auf einmal der deutsche SondLrgeist mit seiner Llebcririttlichlcit und seinem Desserwissen, feinm Deg i fsgewalten und seinen Träumen von Wells rieben. Böller- versöhnung ufto. in erstaunlich wa chechtcr Reinheit wieder erstanden! Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns erneut von den Schlacken des Micheltums zu befreien, und dazu gehöri nach unserer Lieberzeugung vor allen Dingen Erkenntnis des wahren Wesens der Politik und der deutschen Dollsart. Wir müsse!', grundsätzlich damit aufräumen, daß die verschiedenen Parteien mit leidenschaftlicher Starrköpfigkeit an ihren Grundsätzen fiebert. Auf solche Weise kann nie erfolgreich Politik getrieben werden. Es ist keine Schwäche — jedenfalls nicht in politischer Hinsicht — toenn man sich bemüht, mit seinen Gegnern zu einem erträglichen Ausgleich zu gelangen, das ist im Gegenteil ein Zeichen von polir.s'Her Einsicht. Wie äußerte sich doch Bismarck über ..Grundsätze" ? Er sagte; „Ich habe nie nach Grundsätzen gelebt; toenn ich zu handeln hatte, habe ich mich inemals gefragt: nach welchen Grundsätzen ha.idelst du? Sondern ich habe ^gegriffen und getan, was ich für gut hielt." Wir haben mit Bismarck die Politik als die Lehre vom Möglichen bezeichnet. Mögllchlci'en aber ändern sich. Rach Ablauf einer gewissen Zeit kann ein Borgehen Erfolg versprechen, das vorher undurchführbar schien, und umgelebri. Der Politiker hat je nach Lug' ' d Derhältnisicn sein Handeln cinzurtcht.m, desha es unangeb.acht und untunlich, ihm o)ne tocikr ■ einen Do.Wurf zu machen, wenn er feine Anschauungen ccä.ibert bat. und man sollte sich hüten, grundsätzlich jeden Wandel in äleber-eugung und Tat als Schwäche und Rückgratlosigkeit auszulegen. Bismarck war anderer Meinung; er sagte: „Ich schätze mich glücklich, nicht zu den Leuten zu gehören, die nut den Jahren und den Erfahrungen nichts lernen", oder: ..Ich habe stets gestrebt, Reucs zu lernen, und toenn ich dadurch in die Lage kam, eine frühere Meinung berid).igen zu müssen, fo habe ich das sofort getan, und ich bin stolz darauf, dah ich fo gehandelt habe, denn ich Hel: das Vaterland über meine Person". Politik aber ist nicht nur die Lehre vom Möglichen, sie ist zugleich eine Kunst. Denn wo hort das Mögliche auf und fängt das iln» mögliche an? Dies zu entscheiden ist nicht jeder- inanns Sache und läßt sich nicht erlernen und nicht anerziehen. Es bedarf der sicheren, inneren Stimme des geborenen Staatsmannes. Wir können uns wohl eine umfangreiche politische Bildung aneignen, wir können die Seele unseres eigenen Volkes und die der fremden Völker erforschen und uns eingehend mit Geschichte und Staatsbürgerkunde befassen, wir können auf poll- tischen Hochschulen uns eine letzte polili ch e Reife zu geben versuchen — und alle diese Dinge sind unserem deutschen Dolle bitter notwendig, damit wenigstens m etwas unfern großen Mängeln für das Gebiet der Staatskunst abgeholfen wird — wir werden aber trotz Anwendung aller dieser Mittel nicht gewiegte Polilller hervvrbringen, weil diese nicht herangebildet und erzogen werden lönnen, sondern geboren und ge richtet sein müssen. Das ist nicht gerade ein verheißungsvoller Blick in die Zukunft, aber es Hal keinen Zweck, sich Hoffnungen hinzugeben, deren Er ü.lung kaum wahrscheinlich ist. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daff Deutschland einst wieder zu g.öBcrer staatlicher Macht gelangt. Aber wie lange mag sie dann andauern? Dostojewski Hal schon 1877 in feinem Aufsätze „Die deutsche Dolisirage und anderes" ein längeres Bestehen des geeinigten Deutschen Reiches in Frage gestellt mit der Begründung, cs fei .,schwer anzunehmen, baff eine so alte Gewöhnung an politische Zersplitterung bei den Deutschen so schnell verschwunden sei wie ein ausgetrunkenes Glas Wasser". Zuletzt noch ein kurzes Wort über die Staats form. Wan streitet sich um Fürst en- offtW 59. n 66. s,ic ^>'dlich"ttEbel A IlIlkW eine? bisher krank sLn^iäbrigell tmbeii ficindjl. sjr. Angeb. mit vuoungsglmg, Re- ii iw» ”■ dreiöang. Schneiden niciftcnn cmoflchlt >>lf> >m Anjeriigev Mdeiiikl ÜMWkjsM LuMiMriPrelieii LÄwil. Angebvic um.0190a.b.tile6en Anzeiger eibeiat Suche 150M. aus drei Zonale gegen hohe Zinsen und gute Sicherheit ihnus- und titunb' stücke). Schr. Singe« boie unter 0197 an ben_0leyitijclflu'. Sür Schreiner ob. Wagner. (?ht gebt. Ofen (iit Späünefcucrunfibi1 Ufl a. nett vd. mrn tl Dfen w laufditii. Zuersr.id.GeschiiIis stelle d G. A. Mil 4i Xtinjitit. tn.es ^eitngtit M3&, ucrt Wunsch, bcn man im 3ntcreTfe des gcftimtcn Vatevlandcs aussprechen darf. viewrttschastliche und finanzielle Lage Frankreichs. Die wirtschaftliche Sage Frankreichs lann 3ur 3eit al§ befriedigend bezeichnet werden. Don den Kriegsschäden bat sich Frankreichs Wirtschaft überraschend gut erholt; die Vorkriegs- vvoduftion ist in den meisten Gewerbezweigen fast wieder erreicht, teilweise sogar überschritten. Unter Arbeitslosigkeit hat die französische Wirtschaft am wenigsten von allen europäischen Ländern zu leiden gehabt' für das Jahr 1924 kann man einen Ausfuhrüberschuß von 1.5 Milliarden annehmcn gegenüber einem Einfuhrüberschuß von 2 Milliarden im Jahre 1923. Das zerstörte Gebiet ist zu 90 Proz. wie der auf gieb au ft die dort befindlichen Fabriken sind moderner als je. Während die Staots- fteuern des zerstörten Gebietes 1913 nur 725 Millionen Franken aus bracht en, wurden 1923 3678 Millionen Franken erzielt. Wesentlich schlechter ist die finanzielle Lage Frankreichs, die in der Hauptsache darauf zuruckzuftchren ist, daß Frankreich beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete die Ausgaben reichlich hoch gehalten hat (die „Times" behauptete neulich, daß 50 Proz. aller Ausgaben U n t c r neh m e r g ew i n n darstell- ten), daß Frankreich alle Anerbieten Deutschlands, den Wiederaufbau auf eigene Kosten selbst vorzunehmcn. Abgelehnt hat, und daß die Ausgaben Frankreichs für sein eigenes Heer und d i e ferner Dundesgcnof- s c n außerordentlich hoch sind. Unter diesen Um- ständcn ist die französische Staatsschuld sehr gc-* stiegen. Man kann sie in zwei Kategorien em- teilen. in ungefähr 300 Paprermilliarden Franken innere Schulden und zirka 40 Goldmrlliar- ben Franken äußere Schulden. Don den inneren Schulden ist — was nicht unbedenklich ist — ein relativ hoher Teil kurzfristig fällig; der Rest teilt sich in langfristige Schulden und in Vorschüsse der Dank von Frankreich. Don den äußeren französischen Staatsschulden sind ungefähr 34 Goldmilliarden Franken politische Schulden (Hauptsächlich an England und Amerika), während ungefähr 5 Goldmilliarden lvmmerzi eile Schulden (äußere Anleihen und Bankkredite) barstellen. Es scheint so, als ob schon die nächste Zeit in Frankreich schwere wirtschaftliche und finanzielle Krisis bringen sollte. Die Erhöhung des Diskvntes von 6 auf 7 Prozent hat in Frankreich außerordentliche Erregung herw -- gerufen. Bisher hat man die Wirtschaft durch Kredite zu befriedigen versucht. Der Wechsel- bestand der Dank von Frankreich ist im letzten Jahre um beinahe 2 Milliarden Franken gestiegen. Trotzdem ist der Kreditbedarf de r Wirtschaft außerordentlich stark. Er muß mit den Bestrebungen zur Stützung der französischen Währung in stärksten Widerspruch geraten. Die Lage könnte für die französische Wirtschaft besonders dann sich noch verschlechtern, wenn die Erhöhung des Zinsfußes für staatliche Anleihen auch entsprechende Erhöhungen der Zinsen für industrielles Geld zur Folge . hätte, womit sicher zu rechnen ist. Daß das Dw° trauen in die Finanzpolitik der Regierung stark erschüttert ist, beweist die unverändert starke Kapitalausfuhr aus Frankreich, sowie der , Rückgang der Kurse der französischen Staats- \ Papiere. Besondere Besorgnis hegt man in - steuerlicher Hinsicht. Allein im Jahre 1925 . sind für 23 Milliarden Franken Dons der natio- > nalen Verteidigung fällig; wie diese aufgebracht werden sollen, ist jetzt noch unklar. Es käme höchstens eine Wiederholung des Versuchs vom Jahre 1924 in Betracht, kurzfristige Anleihen gegen langfristige umzutausch rn. Der Zinsfuß (beinahe 9 Proz.) für diese ist aber so hoch, daß starke Bedenken gegen eine Wiederholung dieses Experimentes schon jetzt vorgebracht werden. Hessische LandrmrtschaMche Woche (Don unserer Darmstädter Redaktion). Darmstadt, 6. Jan. Heute vormittag begann in Darmstadt die Hess. Landwirtschaftliche Woche. Der Saal des Rumm lbräu, in dem bie Vorträge stattfinden, war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Vorsitzende dec Landwirtfch.rstsiam- mer, Oelonvmierat Hensel, eröffnete die Tagung mit einer Ansprache, in der er darauf hinwies, dqß dies die 20. Dortragswoche her Landwirtschaftslammer ist. Der Redner begrüß,e bann die Vertreter verschiedener Behörden, den Ministerlaldireltor Spainer als Vertreter des Ministers des Innern, den Oberlandw' rtschas!s- tat Dr. Matz als Vertreter der Landwirtschaftlichen Abteilung, ferner den Promnzialbftektoc Kranzbüh ler, den Bürgermeister Burban m-Darmstadt, Vertreter der Landwirtschaftsschulen, bet Versuchsstation der Freien Verbände, der Genossenschaften, der Fachvererne Vertreter des Landesftnanzamts und die Landtagsabgeordneten. Die L-aadwircschaft könne dem Jahrc 1924 keine Träne nachweinen; es fei ein ichweres Jahr gewesen, von dem noch Kinder und Enkel reden würden. Pflicht der Regimuna fei es, die Landwirtschaft zu heben, damtt einer Hungersnot vorgebeugt werde. Der hessischen Regierung sage er Dank für das Notstandsgesetz, doch fei auch em bitterer Tropfen in den Dankesbecher gefallen. Die Laadwirtschaftskammer habe gehofft, daß die Steuern bis zur neuen Ernte erlassen würden, nun werde aber die 4. Rate der Grundsteuern eingesordert; das stehe nicht im Einklang mit dem in Aussicht gestellten Wohlwollen. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß das neue Jahr eine gute Ernte bringe; dann würden auch die Klagen über den schlechten Gang des Wirtschaftslebens aufhören. Den Ausführungen folgte lebhafter Beifall der Versammlng. Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. Reh- Hamburg (ein geborener Hesse) über das Thema: „Die Krankheiten unserer Rutzpflanzen, ihre Bedeutung und Maßnahmen dagegen". Der Redner wies auf die großen Werte hin, die hier für die deutsche Vollswirtschaft auf der- Spiele stehen. Man dürfe annehmen, daß etwa 10 Prozent der Ernte von Nutzpflanzen Schädlingen zum Opfer fallen; in Hessen gehen auf diese WÜT jährlich 15 bis 20 Millionen Mark verloren unb in ganz Deutschland beträgt der jährliche Msel-Wettvewerb des Eichener Anzeigers. Bekanntgabe der Lösungen und Auszeichnungen. Unfcr lieber Rätselonkel Hatte fürchtbar viel zu tun, Alle diese letzten Tage Könnt' er leine Stunde rühn: Flurlürtlmgel, Bricsausträger. Immer ging's treppauf, treppab, Himmelherrgottsatramente Hat das denn nicht bald ein Ende2 Reiht das nicht halb einmal ab? Jeder Bries 'ne Rätsellösung, Stvßwcis' türmen sie sich schon Auf dein Schreibtisch, und der Onkel Sieht schlaflose Rächte dröhn, Die mit Oeffncn und Enträtseln Krauser Schrift und Ordnen dann. Schließlich auch die Sieger lohnen, Schaffend er durchwachen kann. Endlich kommt das letzte Drieflein — Gott sei Dank, er atmet auf, Legt's erleichtert auf den hohen Berg von Briefen obenauf. — Ein Schluck Kaffee -- denn von Kognak Lebt ein Rätselontel nie — tlnd dann geht es an die Arbeit. (Ich hab s selbst gesehen, wie!) Wie der Herrgott einst bei Adams Bös' und gute Kinder trennt Unb wie Karl der Große — na, ich glaube, Daß Ihr bic Geschichte kennt! — Also, wie es ba geschehen: Rechts bic Guten, links die Dösen, So hat man's auch hier gemacht, Und nach Stunden in den Wirrwarr Ordnung so hincingebracht. Das Ergebnis war bei weitem Besser als vorausbedacht, Weil die Mehrzahl unsrer Leser Fleißig sich ans Werk gemacht. Hundertsechsund fünfzig richtig! Falsch nur ein geringer Rest. ('ne Erscheinung, die bei solchen Sachen oft sich finden läßt.) Angesichts der vielen Braven, Die so fleissig sich gequält. Hat der Rätselonkel freundlich Seine Gaben nach gezählt. Schnell noch was hinzugetan, Daß er mehr erfreuen kann. Sv, nun folgt der Rätsel Losung, Merket auf und gebet acht. Ob der Fritz es oder Gretel Diesmal richtig hat gemacht: Rösselsprung. Hell tönen Weihnachtsglocken In jubelndem Frohlocken In aller Christen Ohren: Freut euch, um euch vom Dösen, Don Sünden zu erlösen, Ward Jesus euch geboren. Silben-Rätsel. 1. Dissertation, 2. Industrie, 3. Eislauf, 4. Gugelhvpf, 5. Ebro, 6. Dahomeh, 7. Uhu, 8. Leob- schütz, 9. Dialekt, 10. Jbykus, 11. Solothurn, 12. Toku, 13. Dänemark, 14. Immortelle. Die Geduld ist die Kunst zu hoffen. Magisches Zahken-Qrradrat. 473,75 387,75 586,75 476,75 384,75 478,75 479,75 581,75 580,75 482,75 483,75 377,75 485,75 575,75 374,75 488,75 Summe der in der Aufgabe bezeichneten Zahlengruppen : 1925. Zahlenratsel. 1. Jjolfth, 2. Cheperi, 3. Sulfide, 4. Sri* meter, 5. Edftv, 6. Hanimershöj, 7. Amphitrite, 6. Dvnnus, 9. Lelvenau, 10. Eekhoud, 11. Ilmenau, 12. Dew Shoreham, 13. Ecofsaife, 14. fRent, 15. Kariben, 16. Riehl,, 17. Ideologie, 18. Panbschab, 19. Parod e 20. Ebcrlein. — Die An- fangL- und Endbuchstaben ergeben: „Ich steh an Deiner Krippe hier, o Jesu, Du mein Leben .. * 's gab viel Mühe, lieber Leser, Glaub's dir schon, ich weih es wohl- Doch auch Freude hat's gegeben, Habe oftmals sroh gelacht. Unb ich habe von dem Dielen, WaS ich hier unb da so fand, Manche Probe mftgebracht: ..Sollt' ich bei den Gewinnern feirt. So würde mich das sicher freun! Ich sag' es frei, ein gutes Buch, Wär' Freude mir und Lohn genug, Geknackt ist nun die harte Ruß. Dem Rätielonkel besten Gruß!" Mehr Gedichte svll's noch geben, Doch auch andre Dinge noch Kamen, die der vom „Lokalen" Bleistiftklappernd, feverrasselnd, Gier'gen Blickes sich beroch. Oluf Theaterkarten legt ein Leser. Der vom Lande, keinen Wert, Zwar e r ist thecücrfreunblich. Doch die Bahn nicht (die nicht fährt!). (Morgen, wett' ich, steht's im Blättchen, Vorsintflutlich ist die Bahn, Die — Herr Oeserl — nicht mal äbends Zum Theater fahren kann!) Berlust etwa 2 Milliarden Mark. Der Redner besprach dann in eingehenden Ausführungen den Einfluß bet Wfterung auf Vie Pflanzenkrant- beii6n, den Emfluh des Düngers, bic Krankheitserreger ufw. Insbesondere machte er 'Darauf aufmerffam, daß es gelungen sei, Bakterien als Verursacher von Pflanzenftantheiten festzustellen. Sodann zählte der Redner ein ganzes Heer hon Pflanzen ichadlinaen auf. In den weiteren Ausführungen wurden ve^chiedene Bekämpfun^- me!^D r7 ^Ehanöeli unfc dabei auf den Fru^- wechfel und aus bic chemischen Bekampfungs- Ach, und Elsbeth Hut gedichtet Mit zwölf Jahren (und Papa Hat ihr wohl die Hand gerichtet), Diese Verse standen da: ..Lieber, guter Zeitungsmann, Lies, was Vater raten kann! Tät die Lösung noch vcr,.dichten". Daß ein schönes Buch Geschichten Mir sie brächt' zum Zeitvertreib. Diele Grüße! Elsbeth Kneipp." Und zu jedem ihrer Rätsel, Die sie löste, schrieb sie frei Ein paar Reime nebenbei: ..Mal hin, mal her Die Kreuz, die Quer In tändelndem Spiel Sprang's Rössel ans Ziel." ..Wer selber gerne Silben sticht. Den brückt ein Silbenrätsel nicht!" Am meisten hat mir Spaß gemacht, Was sie von Rechenkünsten sagt: ..Gut, daß wir in der Jugend schon Geübt Addi» und Subtraktion. Wir wären wohl beim Zählenschieben Ansonsten leichtlich hängen blieben." Beim Zahlenrätsel sand sie Schnell Ausweg sich und Rat. Seht her, wie sie die Lösung Geschickt gefunden hat: „Zuerst uns lange narrte Der Lösung Zeitvertreib, Bis Lexikon und Karte Ihr rückten auf den Leib. Auf Cheperi folgt Sulfide Auf Ronnus Delvenau Und Göttin Amphitrite Wohnt nah bei Ilmenau." Der Baalscr aus der Honnsgatz Der schricw uns an Brief In'n Gäißer Dialekte Schee im gcbanfclief: Gieße am Chrihdog. Licwer guder Rädfelvnkcl! E fchee Rädselnuh hoste De mer durch •Sei Weihnachdsbläddche zu gnagge gegewe. Unn gleich ho ab ich mich droa gemoacht unn hoabS aach glaaw ich richdich gelest. Zuerst hoab ich mer doas fcheene Chrih- bäämche bedracht unn die Dräne sei mer in die aagc gclomme for lauder Freud, dann hoab ich geüocht, frisch gewoagt iß halb gewönne inn Strümp gemocht unn zu-- gebonne unn hoab des dDäämchc außenan- anner gehaage unn aach Widder zusoamme gefezt unn bahlv hoat ich aach des wun- nerfchcene Sprichclche hautze. Awwer beim nächsde doa hoaw ich mci geografisch Ge- dächdnih ussrappele müsse. Doch bahld woar aach dos Kistche geschmisse. Unn so gings aach mit de anner?, im Handumdreje woar die Ruß gegnaggt. Ich hosse doah ich mei Sach richdich gemoacht hoawe unn winnschc Ihne wie aach meim Freund Kallche aus de Zotzelsgah zum neue Joahr, in dem de Gießner Aa- zeiger sei „175jähriges" feiern will, alles gude unn verblciwe Ihr ehrfierchticher Daalser aus de Honnsgaß. So in dem Tone könnte Ich Vieles noch erzähl'n, Doch alles hat ein Ende - Mag mich nicht weiter quäl'n. Muß noch die Rainen nennen, Denen das Glück gelacht, Ihr sollt sie alle kennen Hier sind sie kunbgemocht: Karl Dender, Rodheim a. d. D. (Theaterkarten). Lehrer Julius Eberle, Treis a. L. (Kluge „Deutsche Sprachgeschichte"). Schüler Ernst Friedrich Hirsch, Gießen, Kaisora'lee 89 (9wsmoS-Baste! buch > Schüler Otto Jüngst, Gießen, 'IBeftanlage 46 (Radio-Jugendbuch Schülerin GlSbelh Kneipp, G eßen, Löber- strahe 5 iMärchendücher von v. d- Leyen). Landwiick Gco.-g Langsdorf. L.ihgestern, Wilhelmstrahe 7 (Kunstdruck Ruijsdael „Mühle von Wift"). Schülerin Hertha Richter, Gießen, F.ank- furtev Straße 4 (Kunstdruck Reynolds „Betendes Kind") Hilde unb Gertrud Schlesinger, G ehen, Wall torstraße 48 « Hochdorf „Das Kani buch"). F au Rechtsanwall Schönhals, Hungen (Kunstdruck Vlieger ..Ruhige See"). Letzter A Schiupp, Waldginncs (Theaterkarten). Schülerin Karvia Treppinger, Gießen, Klinitstrahe 32 (Kunstdruck Schwind „Morgenstunde"). Otto Wahl, Gießen, Neustadt 33 (Schulze- Schmidt ..In Moor unb Marsch"). G. unb F. Weißgerb er. Gießen, Ltebig- ftraffe 68 (Kunstdruck Fauerbach „Ba-.>eiide Kinder"). Hntcifctunbancr Kurt Wenzel, G.ünberg (Dates „Elf Jahre am Amazonenftrvm"). Frau Hofprediger Widmann, Gedern (Sulenberg „Die Familie Feuerbach"). Run freu’ sich, wer was kriegte. Wer nichts hat. sei nicht gram, Wer heute mal nicht siegte. Ist vielleicht bald daran. Und eins muh ich noch melden, Sorgfältig jetzt zum Schluß, Daß jeder, her aus Gießen, Den Gewinn sich holen muh. A Die Zeitung in der Schulstrah', Die kennt ein jeder schon, Den andern, vrauh, aus'm Lande, Den'n bringt's der Postillon? mitteT hingewiesen. Oefters verwies her Redner auf das amerikanische Vorbild der Bekämpfung bei Pflanzenkranfheiten; er fchloh mit dem Wunsche, daß es in Deutschland auf diesem Gebiete besser werde. Dem Vortrag folgte eine längere Aussprache, in bet eine Reihe von. Anfragen beantwortet tmitbe. Den zweiten Vortrag hiell Dr. Wittwer von bet LandeSbauerakammer in München über: „Steuerreform oder WirttchastSruin". Die Steuerreform, so führte der Redner aus, ist das wichtigste Problem neu deutscher Wirtschaftspolitik. I'i'Oto« die 1 bic Meinung des Gesetzgebers gewesen sei. Ungerecht sei auch die Erbschaftssteuer bei der direkten Erbfolge. Grundlegende Aenderungen mühten auch bei der Zusammensetzung der 'Bet anlagungsausschüsse erfolgen. Steuetnachläffe für Hochwasser- unb Auswinterungsgebiete seien unbedingt erforderlich. Das Reich hckbe mehr Einnahmen erlangt, als in den Voranschlägen vor- Hochschultsgung zu Darmstadt. Am Dienstag begann in Darmstadt in der Technischen Hochschule die auf vier Lage berechnete Hochschultagung, an der übet 150 deutsche Universitats- und Hochschulprofessoren teilnehmen. Zum ersten Male findet diese Hochschultagung nicht am Sitze einer Universität, sondern einer technischen Hochschule statt. Die heute und morgen stattfindende Reftorenkonse- renz ist von sämtlichen Rektoren und Prorektoren der deutschen Universitäten, technischen Hoch- schulen und kleineren Hochschulen, Bergakademien und Volkshochschulen beschickt, worden. Die heutigen Verhandlungen waren rein geschäftlicher bezw. organisatorischer Ratur und waren vertraulich. Kirche und Schule. i. Alsfeld, 6.Jan. Für Las nördliche Qberhcssen findet hier am Montag, 12. Jan., eine Dorfkirchentagung statt, zu der -eilte große Anzahl von Dorftirchenfreunden erwartet werden. Auch der Prälat der Landeskirche I). Dr. Diehl hat fein Kommen in Aussicht gestellt. Es werden sprechen: Lehrer Würz- Eichelsdorf über: „Die Heimat im Religionsunterricht", Pfarrei Mahr- Gießen über: ..Die Heimat in her Kirche", Professor Dr. Kvch - Gießen über: „Grundsätzliches zur Heimatsrage". Allen Vorträgen schließt sich eine Aussprache an. Die günstigen Zugverbindungen ermöglichen ein bequemes Äntreffen zu der Konferenz unb ein gleiches Heimtommen, so baß auch deshalb schon mit einer zahlreichen Beteiligung zu rechnen ist. »ix L 'ES tk c,1'rt M lbä*ibcr' U salt« gesehen waren, diese feien aber nicht auf die Blüte der Wirtschaft, sondern auf bic steuerliche Belastung zurückzuführen. An den Vortrag schloß . sich eine längere Aussprache, an bereit Schluß eine Entschließung angenommen wurde, bereu Inhalt sich mit den Aussührui^en des Redners deckt. Die Annahme der Entschließung erfolgte einstimmig. Für den Nachmittag waren drei Vorträge in verschiedenen Versammlungsräumen angesetzt. Aus einer Tagung desHessilchenBauern-- Vereins sprach Abg. Dr. Schlittend auer, IRünchen, über ..Die gegenwärtige Lage der bcut^ schen Landwirtschaft". Aus der Tagung der Vereinigten freien rhcinhessischen Bauernschaft hielt Syndikus Dr. Gruben einen Vortrag über „Die volkswirtschaftliche Bedeutung deS deutschen Bauernstandes". Zunächst erörterte der Redner bic Ursachen der gegen wärtigenAgraikrisis. 1924 konnte sich verdeutsche Getreidepreis (Jnlandpreis) nicht dem Weltmarktpreis angleichen, weil ein Ausfuhrverbot bestand. Wir haben jetzt keinen Schutzzoll für Getreide, auch ist das Auslandsgetreide frei von der Umsatzsteuer. Ferner sind die Vtühlen von der Umsatzsteuer befreit; Lahor vermahlen sie gegenwärtig nur Ausland8gclrciiK. Dieses Unrecht gegen bic deutsche Landwirtschaft muß aufhören. Wenn es gelingt, bic Agrarckrisis unb den Steuerdruck zu beseitigen, bann ist auch die Kreditfrage gelöst; wenn sie aber noch länger artbauem, bann gerät her deutsche Bauernstand wieder, wie in früheren Zeiten, in Schuldknechtschaft. Sinkt aber der Bauernstand, so ist es mit dem Aufblühen des deutschen Volkes vorbei, denn der Bauernstand ist von grundlegende,. Bedeutung für das Wohl des Volkes. Der Redner vertrat in feinen Schlußaussührungen den Gedanken, daß alle Hebel angefetzt werden müßten, Lamit der Bauernstand nicht verschulde. Rur ein freier Dauer auf freier Scholle könne ben Staat retten. Den zweiten Vortrag sollte Gutsbesitzer Hamm über „Den. gewerkschaftlichen Gedanken in der deutschen Bauernschaft" halten. Da der Redner durch Krankheit verhindert war, sprach Volkswirt Klein über dasselbe Thema. Auch dieser Vortrag wurde sehr beifällig angenommen. IL s-w P^ÄeigerMgen Dche vm 26. defien cm Rung, die H ß I 7 Eents für die Tei belief. Men-Iu ypoit feinem nöchlkc gür die Preis! schlank» find tu ebender LedeutM erforgung wefentli ! ander, angdniefen '.Xiidgang der ame' i uns die Prelle i Mk. zurück, alle Iretende Leckungr gongcü wieder ei zunächst feine Pre aber bi# ju 9 2 Leckungen iDieöcr lauernd im Ange erheblich an. Sag« lich ongeboten, öa um geringere Qua fucht. Las Nchlge .flaute aber ab, sl nrlcn gingen. ’ S)anbe[ un bei 1924. Saut A f’tiuunem konnte sich Wqember toeifer erh: .►tfenirjcugenöe 3nö ftüirgaiig zu verze Kerarbeitende Industi SteiMung auf Golk Mtte gemacht und ^ln-1 der Betriebe .Kü«! Leiter angezo: kn mcht unerheblich,' «1 3iihresschluh. j lofat stieg do, i dimlichen auf ütte Jin Rück gesagt werden, d 'ocn überall eine .MMgcfunben ha ^OManes getoi ^Nnef. Doch t Mtzaudelsbila Wen passiv ifi ü6ei ba8 ff» -u einer Lolchen Gr $ Hal xcl Hi.t»wnd Erfahrungen '^2°rbeiten, \ Tj?cäl;.6ine r .e*eitTD«niei soll ins - Sreatf’dtie ..F vnbei stjis : fcSüs; KStnc Anspannung der Steuer jet notnxmblg Ä- Folge des verlorenen Krieges, aber diese dürfe die Steuerfähigkeit nicht übersteigen. Die deutfche Steuerpolitik hätte sich zu dem Grundsatz bekennen müssen, daß nur bet Ertrag, nicht die Produktion besteuert werden dürfe. Dc« Redner zog Vergleiche zwischen der Lohn- und den landwirtschaftlichen Steuern. Der Vortragende wandte sich nachdrücklich gegen eine Flächensteuer und gegen die sogenannte veredelte Grundsteuer. Der Eingriff in die Substanz und bic Ueberbesteuo- rung der Sachwerte sind ein wirtschaftlicher Unsinn, sic werden sich nicht nur an der Landwirtschaft. sondern an bet beutschen Wirtschaft überhaupt rächen. Scharfe Kritik übte der Vortragende an der Vermögenssteuer. Die Umsatzsteuer sei für die Landwirtschaft ungerecht, denn sie könne diese Steuer nicht obwälzen, wie cs Schöffengericht. 11 Gießen, 5. Jan. Sei Arbeiter Pau! Unruh auS Vietz und der Bäcker Albert (Seif; aus Zeilsheim befanden sich im Gefängnis in Ulrichstein in Untersuchungshast. Sie benutzten einen günstigen Augenblick, als der Gefangenen- , Wärter für kurze Zeil das Grfängnis verlassen hatte, rotteten sich zusammen, überfielen die Fran des Wärters, die ihren Mann vertrat, sperrten sie in eine Zelle, bedrohten sie, damit sie schweige, und brachen aus. Sie find ferner eines gemeinschaftlichen Einbruchsdiebstahls, Geiß eines weiteren einfachen Diebstahls überführt unb wegen EigentumSvcrgehcns bereits bestraft. Die Strafe laiüetc gegen ben älteren Unruh auf ein Jahr vier Monate und gegen Geiß auf ein Jahr zwei Monate Zuchthaus Der Müller Joseph Schmitz aus Idesheim hat eine Dcrtoussbcstä igung über ben angeblichen Ankauf einer Mühle durch ihn gefälscht und sich damit in Leihgestern bei einem Gastwirt unb einer Witwe Kost und LogiS erschwinde.lt. Ferner hat er in Allendorf o. b. L. einen Zcchbetrug verübt. Wegen UrkundLnsälschung und 'Betrugs unter Annahme mildernder Umstände erhielt er eine Eesamtgcfängnisftrafc von drei Monaten. Wegen Beihilfe bei einem Aotreibungsver-^ such erhielt ein Hilfsarbeiter aus Lich eine G.e^ fängnisstrafe von sechs Wochen. RranTfnrt 1. M. 0,92 0,825 0,06 | 1,3.5 1,65 10,13 10,25 22 Frrn«, K. Januar. ffirr» | Vrlei 30,25 6,55 21,5 20,375 12.40 12,90 statt- 3,15 Äatur und wxm w IW» OEOR. Reichsmark für 100 HourrFABEREC'E FRANKFURT aH gesucht. 239s s Der ©IcttEomartt lag die billigste! 24« 1,90 3,25 63,5 82,5 3,1 4.13 10 13 91 1,42 94,75 93 10 IBantnoten, (Ohne Gew-ähr.) 315 4,15 22,50 12 75 92,-0 96.50 123,6 21,50 28 7 , 7.12 13.60 60 62: 55,75 1.0.6 2,125 3.4 3,4 '3,?: 128,60 26,50 7,12 60,25 170,5 13,75 13,62 18,25 21,21 33,9 24,13 27,5 28,13 11,40 21 30 26,13 1M0 21,5 68 170 7.125 14,25 13.7$ 18,59 2 10,25 0 25 ! 10,75 | 0,275 83,5 21,50 12.7. S1 I 93,75 i 127,71 I .'0 81 . 25,13 ’ 13 6 59,675 ! S.,75 49, :0 29.37"- 4.125 6,40 | 33,90 24,62 2., 9 28,13 10.9 20,50 6,90 14,25 18,50 18,20 20 1F9 11.20 SC,86 74 0 19,6 22,64 1-9,82 17,6. 63,46 5,602 2,142 112,78 81,67 58.1, 12,605 **«4 via NhhaJ i '2^ ' 21,25 67,8’5 I 01,50 3,1 0,-3 'LS 1.9? Größte Würzekraft, deshalb sehr ausgiebig und im Gebrauch Irl-m ein Rückschlag der Preisauswärtsdewe- [,n.g. die bis zum 30. Dezember sich auf ca. ; t-mts für die Termine der jetzigen Ernteperiode h i.(f, während Juli-Termin gleichzeitig 4 Cents i । seinein höchsten Stande embüstte. l-rdernngen für bessere iwrdanier'ckonische Sor- >.lo dast hierin ein HemmungSmoment für die c-Meigerungen in Chicago gegeben war. 3n L Woche vom 26. Dezember vollzog sich infolge- 1.10 0.625 1,18 Arber- Veinbrand 4 3,26 13.4 6,4 13,0 34,90 24,75 29.65 28,9 in Gießen. Zum heutigen Rind- aqung zu Darms«. -laa begann in Darmstadt a nW.taiile die auf vier Ta- 22 1,95 3,25 6 9,9 1 ;e und Schule. ' _ Nr da- nordliät . V C 'XrtH (IUI v**-1 rs— 28.50 7,25 14 59, 0 55,75 3,6 30,2 > 4,06 4,132 :c,95 74,1- 20.C6 ■2 66 ,70.65 7,7 13.78 5,922 2,162 *.13,54 i 2,17 >.8.7 »,065 Kür die Preisbildung des Brotgetreides in mtschland sind diese Vorgänge von ausschlog" 6.25 13 33,1 J 23.00 26 S 27,20 mm über „Den gewerkschaftlich« r deutschen Bauernschaft" haltet durch Krankheit verhindert ttw ! Klein über öaMöe The», rtrog wurde sehr beUlftg 168 7 14 i I 16,125 Zur 2iotiz: Di« Berliner Wertpapter« börfe notiert nach folgenden Grundsätzen: I. für Aktie« und Anteile, a) die noch nicht auf Goldmark umqeftcllt find, in „iReichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Gold- mark umgertellt find, in „T * “~ viehmarkl waren 338 Stuck Großvieh und 53 Kälber aufgetrieben. Sehr gesucht waren wieder gute Milch- und Zuchtkühe, für welche bis zu 650 Mk. bezahlt wurden, weniger gute Tiere kosteten 350 bis 450 Mk.. Schlachtkühe 150 bis 200 Mk.. Kälber 50 bis 100 Mk. das Stück, je nach Schwere. Der Handel war ziemlich flott Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 6. 3an. Es wurden notiert: Weizen 21,50 bis 24,25. Roggen, inländ. 22 bis 24, Sommergerste für Deauzwecke 25.50 bis 31,50, Hafer, inländ. 18 bis 22,50, Mais, gelb 21.75 bis 22.75. Weizenmehl, inländisch, Spezial 0, 39 bis 41,50. Roggenmehl 34,50 bis 38.25. Weizenkleie 13.75 bis 14. Roggenkleie 12,75 bis 13. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Jan. Am Produktenmarkt trat eine weitere Abschwächung ein auf Auslands- und inländische Konsumzuruckhaltung. Cs notierten je 1000 Kg.: Weizen (märf.) 234 bis 239. Weizen (März) 269, Weizen (Mai) 278 bis 278' j, Roggen (märf.) 227 bis 233. Roggen (März) 259 bis 260, Roggen (Mai) 267-, bis 26bJ Gerste (märt.) 277 bis 287. Gerste (neue) 200 bis 214. Hafer (märf.) 175 bis 184. Hafer lMai> 216 bis 214’ . Mais (2a Plata) 219 bis 221, Raps 400. Leinsaat 420 bis 425; für je 100 Kg: Weizenmehl 3250 bis 34.75, Roggenmehl 31.75 bis 34.50. Weizenfleie 15.75 bis 15.80, Roggenkleie 14.75 bis 14.80, Diftoriaerbsen 29.00 bis 32/00, kleine Erbsen 20.00 bis 22.00, Futter- erbfen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 18.00 bis 19.00, Wicken 16.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 11.00 bis 13.00, Lupinen igelt) 15.00 bis 16.00. Serradelle (alt) 10.00 biß 12.00. Serradelle (neu) 16.00 bis 18.00. Rapsluchen 17.80 bis 18.10. Leinkuchen 25.60 bis 25.80, Trocken schnitzel 9.40 bis 9.50. Torsmelasse 9.60 bis 10.00. Kartoffelflocken 19-20 bis 19.40. 5,Air Gilbert ® mach. Am Rentenmarkt war die Grundi.un- und ^fängn'-ing weiter ziemlich fest bei stilleni Geschäsü l a di" iirleic Kurserholungen hatte Der Montanmarkt n!».rfui1Ul^K rr ,c 'ÄUtocifcn, jedoch kam dies nur bei einigen Tcnblid. E. -v-nigen Werten zum Ausdruck. Auch für n W» -äs ®;fSlen d-e ^ euische Werte bestand etwas Äaufnctgung, ?5dUin'cn- ^'nertte1' cwch hier Die Kurse Besserungen bts zu ^,it sie Prozent erreichten. T Wirtschaft. Bom Weligetveidemartt. ©oDmarF; Ä ,, , 4. für die Anleihen, Die auf Dollar lauten. in Prozenten: , 5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark'. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „©xfjcnc. Anzetgers".) Berlin. 6. Jan. Die zuversichtlichen Berichte Der preuhifchen Handelskammern und die günstigen Meldungen über den Beschäftigungs- Goldmark"; 2. für festverzinsliche Wette, a) soweit fie nach der bisherigen Rotie'ungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in ..Reichsmark für 100 Papiermark". bl 'oweit sie b is 15 Milliarden Prozent noch der bish.rigen Rotierungsart notiert find, in „Reichsmark für eine Million Papier- mark" c) b—15 Prozent Reichsichatzanweisungen „Ä" von 1924 in ..Reichsmark für eine Milliarde Papiermark'; 3 für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in ^Mark für eine Goldmark' notiert wurden, in „Reichsmark für ICO künftige Handelsbilanz, die 1924 mit mehr als ! Milliarden passiv ist. in Verbindung mit der -'tngcwihheit über das Zustandekommen der Han- h'eDerträge, zu einer vorsichtigen Beurteilung Lage. ' Zufainmenschluh in der elektro- tdizinischen Grotzindustrie. Die Fir- r HC 1924. Laut Berichten preußischer Handels- Limiem konnte sich die wirtschaftliche Lage im Aerober weiter erholen. Insbesondere hat die !' narzeugende Industrie einen guten Ge- >!slsgang zu verzeichnen, während Die eisen- arbeitende Industrie etwas zurückstand. Die jnftcllung auf Goldmark hat erhebliche Fort- ftrrite gemacht und die llebersicht über den llatib der Betriebe erleichtert. Die Efiekten weiter angezogen. Die Warenpreise stie- r. nicht unerheblich, nur Der Roggenpreis sank ic Iahresschluh. Die Zahl Der unterstützten öcrbdlofen stieg von 426 400 auf 436 400. was wesentlichen auf die IahreSzeft zurückzuführen in Dürfte. Im Rückblick aus das ganze Jahr n gesagt werden, dah mit ilebertoinbung Der slstion überall eine Bereinigung Der Wirt- ift stattgefunDen hat, Die nach Inkraftsetzung Sawesplanes gewisse Aussichten für dir Zu ifi eröffnet. Doch mahnt Die außerordentlich 0,645 1.33 1.58 1,5 1 45 94,75 . 19.9 10 Smcrltanlfdte SJloten . . ., . Vrloiside Noten ........ Dänilcoe Notrn ....... 6:tflltf'jie Äoteit........ Französische Noten ..... Holländische Noten ..... atoffentiftf Noten Norweaische Noten Deutsch Oesterr-,i 100 Kron« Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweizer Noten . , Spanische Noten....... ItäcSoiio!Tint;fd>e Noten - . Ungarische Noten . ... Rindbiehmarkt h. Giehen, 6. Ian. Gut eingeführter VERTRETER für Gießen und Umgebung Achen »M und ProrMw Sulen worden. E Nt fet SÄ’« ^chschultagung. werte waren teilweise Erhöhungen zu verzeichnen. Schiffahrts- tocric kaum verändert. Bon Bahnakticn waren Clettrische Hochbahn wieder etwas abgeschwächt. Maschinenaktien wenig verändert. Don ausländischen Renten waren Türken teilweise befestigt, desgleichen Ungarn. Im Verlause der ersten Börsenstunde war das Geschäft sehr zurückhaltend, die Kurse gaben teilweise etwas nach, so auch am heimischen Rentenmarft. Dagegen entwickelte sich lebhafter Verkehr in Äolonialtoerlcn, namentlich in Olavi, die um 2,5 Prozent gegenüber gestern gesteigert waren. Debifenmartt Berlin—5rankf«rt a. M. (9n Billionen ®art cu8aebrübanl 6 90. Darinstädter Bank 1425. Deutsche Bank 13.50 13,37 13.50. Disfontolommandit 18.20, Dresdner Bank 9.25. Metatldanf 20. Mitteldeutsche Kreditbank 1L0, Oester reich ischo Kreditaktien 11,20, Reichsbank 66. Montanaftien: Buderus 21,50 22. Hatpener 128,50, Mansselder 5, Olavi 32.50, Pbönir 60,25, Laurahütte 7.12, Westeregeln 25.50. Chemische 2Iflien: Badifcho Anilin 33,62 33.87, Griesheim Elektron 26.90, Echeideanstalt 25.70. Elderfelder Farben 28.37, DH. Goldschmidt 24.62. Höchster Faibwerke 28.12, Holzverkohlung 10,90. Rütgerswerke 20,50. Elektroakticn: AEG. 12,40, Licht und Kraft 8.90. Lahmeyer 14,40. Reiniger. Gebbert und Schatl 3.70. Sonstige Indirstriewerie: Kiener 3.15. Bingwerke 4.40, Dtzckerbofs und Widmann 4 95, Holzmann 6.40. Deutschem Erdöl 60.50, Ci nag 1,34, Lech werke 2225, Metallgefellfchaft 20, Rheinstahl 12,37. Julius Sichel 3,25, Pokomh und Wittekind 8,25, Peters Union 1.95, Wayst und Frey- tag 3.85, Badischer Zucker 4,37, Krankenrhal- zucker 6. Herlbr onnzucker 4.12, Rheingau 4,40, Stuttgartzucker 4.40. Ausländische Renten: II. Bagdad 8,25, Zoll türken 10,25. DörsellkUrfe. Iiebfta^ bcftraft. J f CJ Ä HE Unruh 5 oT.-hJna <7^e!i - Buntes Allerlei. Bildet der Hund Begriffe? Die Zeit der „DcnleuDen“ und „sprechen* den" Hunde ist vorbei, aber die Tierpsychologie beschäftigt sich immer weiter mit der „Intel ligcn.V* dieses besonders begabten Tieres, wenn sie auch die weitgehenden Folgerungen ein5c! ner Beobachter ablehnt. Man neig« heute zu der Anschauung, dast auch die „höheren Tiere ' nur Gesamworfiellungen haben, die nicht in einzelne dinghafle Komplere gegliedert sind. Diese Theorie wird besonders durch die neue» ten psychologischen Forschungen an Hunden unterstützt, die der holländische Forscher H. de Jong aiu>geführt bat und über die Friedrich Brock in „Reclams ^Iniversum" berichtet. Die $unbe wurden in Gitterkäsige gesetzt, Deren eine Wand zu einer Tür um gebaut ift, die sich durch Herabdrucken eines federnden Hebele leicht offnen lästt. Zum Einsetzen des Tieres tann die Decke abgehoben werden. Dem Hund wird dann Futter vor den Käfig gesetzt, so hast es seinen Hunger nur stillen lann, wenn eS ihm gelingt, mit der Schnauze nocr Pfote auf den Hebel zu drucken und durch die geöffnete Tür ins Freie zu kommen. Die Versuchs ticrc lernten durch Herumprobieren bald den AuSgang finden, aber die Lösung des Pro blems ist zufällig; der Hund ^versucht" solange bis er den Mechanismus richtig trifft. Einen Einblick in die ursächlichen Zusammenhänge, durch die das Niederdrücken des Hebels die Oeffnung der Tür hervorruft, ist nicht vorhanden. Wenn man Den Käsig um 90 dreht' so heulten, bellten und fragten die Versuche ticrc an der allen Stelle und sanden erst na 5 längerer Zeit zufällig wieder den Hebel. Man tann daraus schlichen, dah sich im Borst71 lungslcbcn des Hundes der Hebel nicht alt Einzelding aus dem Komplex der Eindruck.' heraushebl: Kichncht bilden Hebel, Tür, Käfig und vielleicht auch Fressen einen ungeglieder ten, als Ganzes wirtenden Komplex. Erst wenn man den Käfig wiederholt um 90" gedreht hat. springt dem Hunde der S)ebcf als ein räumlich festumgrenztes Cinzelding in die Augen, er läuft jetzt jedesmal auf ihn zu und öffnet mit seiner Hilfe die Tür. Aber auch jetzt hat er den Mechanismus noch nicht verstanden. Das beweist die nächste Versuchsreihe. Bei dieser fleht das Futter im Käfig, der Hund befindet sich davor. Auch hier mutz die Handhabung des Hebels erst wieder durch Probieren gelernt werden, und selbst wenn der Hebel nieder' gedrückt ist, heulen und traben die Hunde noch vor der Tür, gehen nicht durch sie herein Die ilrfachenkttc, durch die das Hebelhcrab' drücken das Türöffncn bewirkt, bleibt also den Hunde ganz unbelamtt. Daraus läßt sich schlie- tzen. dast Hunde ein Komplexbewußtsein be sitzen und nicht im menschlichen Sinne intelligent sind und Begriffe bilden tönnen-, Büchertisch. — Karlernst Knah „Der Polte > abend im Hause Soeter" (Engelhvrnr- Romanbiblwthck. 38. Reihe, Band 4, Ganzleinen 1.25). Tiefer Kriminalroman zeichnet sich durch seinen literarischen Wert aus. Der Verfafsei klärt Das geheimnisvolle Verschwinden Des Bräutigams der Bella Soeter am Polterabend und Das Rätsel. Das ihn umgibt, in überaus spannender Weife auf und weiß den Leser auf jeder Seite in stärkstem Mähe zu intereffieaai. — „Ameisen" heißt Das neue Buch. Dai Hanns Heinz Ewers soeben bei Georg Müller München erscheinen läßt, wohl Die größte lieber raschung für alle Cwersfreunde, jedenfalls eine Der groteslesten und verblüffendsten Einfälle des Alraune-Dichters . )d M st«» rudert cheniaer®at“: von D-AKWwhe P Der PrÄak der $ >at sein heimal dn ^"bezweckt. Eine neue Gesellschaft für Den a 5 r5 0* 7V ” ; 'inrieb Der elettro-medizinischen Erzeugnisse bei- F Sirmcn soll ins Leden gerufen werden. Avssp^' 1 Zranksurter Abendbörs«. [gen ff«"“fS Srantf urt a. M. 6. Ian. Der Abend- tigert y Der ^^chr verlief still, doch war Dtc Stimmung Kntrcftcn Zu . voeL freundlicher. Die Spekulation zeigte einiges ***’' ” ..... ...... ' ' ' m einer schlechten Ernte in Kanada. Wenn auch ‘ ‘ : letzte amerikanische Behauptung der Wahr- rt nahe kam so verschwieg man dock). Daß Die 2.vci Ernte Kanadas enorm groß war und dah ,n ihr fn erhebliche 'Bestände zurückgeblieben rjirn dast man, diese einbegriffen. Die 1924er Iwte’ali eine mittlere Ernte bezeichnen konnte, h amerikanischen Spekulanten schickten die guten s-ifiioba^2ualttäten Der Dvnahrsernte nach den 1 schedensten Ländern und Häfen Europas, wo i in gelagert wurden und so vom Marfte ver- inanden. um später geradszu riesige Preise zu icn. Damit haben Die Amerikaner nicht nur Herrschaft über Die Preise, sondern sie haben idj die Führung und daS Preisdistat fi'rr Brot- . fidc in Händen behalten. ^anrntiunasTmi» ■8orträP’ Runmehr ist ein erhebliches Schwanken in i weitere Wertgestaltung des internationalen y 2bg. Z7 ' ^^erir-^Mc^engeschästes gekommen, verursacht durch Den '^e9WärtLo*<:n”au^l Tc-tbetoeih zwischen Qloit und Südamerika im schaff. der deut- jr( mattvnalen Weizengefchäft, da Die füDamery a freien rlm- der iild>cn Forderungen niedriger lauten als Die ;............. ' JnlanSfiraj) WÄ*« für uw (Terner fmb die •S'nbinu 67o ®tnlia»r 9tel®«an?tl6e . «•/, DraNche NettbSanIrtne ■ IVee/n 'Deutfdjt yicldjccnldlN 9te:d)6aa[ctbt . Dfatfcie r-varvramicuanlrt-l <°lo 'ifcn Mühlen unh in her Ansammlung riesiger ._™ ^fmbestände zeigte. Dies h a sie zuwege ge- u?,1" nai>t mit dem Märchen einer schlechten Weizen- ki x - ■ nlie Der Vereinigten Staaten, und als sich eine । r>c herausst-lite, die Der vorjährigen um 88 iLioneti Bu'hels überlegen war. mit Dem Mar- 6. Januar 6. Januar Nrtzart. 5. a. Rmthtbe Norteran^ <5'r(b Briet J kV* Sehen. Sy w 'f* ibei ’StiH lelNer" ÄS »Ä Öfe auch „.^Partei Si >9en Technisch und luaschiacll besteingerichtcte SpezialwerkstaUfür Karosseriebau Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Johanna Görlach August Görlach