iS‘,8tflnbe Io i würde?- U|i9 folgt.) Iain in Zu Mio. 'wre amfu GW i!" ^tabat ^Ltzzr Änrr 1 lndeni er n AefM ^L-°-AA M’ehtr,.,. M mad»t SSt i jß^JeiUnfl eingetreten, |ö 1 DWLl! )QIn .Sanz unM? lteHen, • ft. Aus l? ous |Q(; tflegtt'^ '** ml Sintge 6*t1h» ft' ' ,u «•«•fr i taltre' ?om iten ero er- en en en, ägt 1 in ater der der rer Dg rd. idranges in den die Nachmittags- tollen. Ali Baba und die40Rauber 7420c - Maust 1925. not den v. Auy । ootDen*, 1$*** * .* i «“SiMS sSgsS Sg*Ä Ä!« rf.»"* K*W«S 5te**^__—• lenvekstuuf, 7. Sugufi,«»®. ri69 4 Olugu? 1925, %ro^mel Ur. 182 (Elftes erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag». Beilagen: BießenerFamilienb lotter Heimat im Bild. Monatr.vezugrprei». 2 Goldmark il 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch,Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lagundGeschäftsstelleöl. Anschrift für Drahlnach- richten LnreiaerSiehen. P«Wedfonto: Zranflurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang vonnerrtag, 6. August (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'sche UniversttätL-Vuch- und Zteindruckerei R. Lanze in Stehen. Zchriftleitnng und Seschäftrftelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerdindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtllchb, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Playoorfchrist 20", Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeär, sämtNch in Gießen Mazedonien. Knapp zwei Tageretsen von Schneidemuhl, wo sich heute dank polnischer Frivolität Glend über Glend häuft, und ein paar Stunden nur von der bulgarischen Hauptstadt entfernt, erzittert feit Tagen wieder die Luft von dem Stöhnen Zehn- taufenber auS Griechisch-Mazedonien vertriebener Bulgaren, franler Greise, unmündiger Kinder, schwacher Frauen und Triftiger. arbeitsamer Männer. Das gleiche dort wie hier: immer wieder Rachkriegsverträgc, immer wieder die Federstriche gewaltiger Kanonenhelden und hohler Diplomatenköpfe. Als fei das uralte mqzedänische Problem heute, in einer Zeit, da gewissermaßen lein Erdfleck mehr herrenlos ist, da man neben Versailles auch Genf hat. nicht zu lösen, als müsse die Welt auch in der Zukunft durch den seit dem byzantinischen Zeitalter andauernden blutigen Kampf um das Recht der Mazedonier in Unruhe gehalten werden. Zu den Zehntausenden geplagter und entrechteter Deutscher, die Haus und Boden in Polen oerlassen müssen, gesellen sich die Zehntaufende von Familien bulgarischer Herkunft aus Mazedonien. Der gleiche sanktionierte Vertreibungs- mahn reißt dort liefe Wunden. Nachdem Jugoslawien erst in der vorigen Woche etwa siebzehn bulgarische Dörfer in Jugoslawisch-Mazedonien mit etumpf und Stil vernichtet hat, weil den allgewaltigen Lokalbehörden dort das bescheidene Verlangen der bulgarischen Bevölkerung nach enger politischer Bewegungsfreiheit nicht gefiel, nehmen jetzt die Griechen die Ermordung eines Kaufmannes durch gemeine Verbrecher zum Anlaß, um vorzeitig Zwangsausfiedlungen vorzunehmen. Dabei ist weder von griechischer noch von bulgarischer Seite festgestellt, welcher Nationalität die Mörder des Kaufmanns sind. Griechenland brauchte aber für seine Maßnahmen keine Begründung, denn, so wüst es auch für ein europäisches Ohr klingt, die Athener Regierung glaubt, das mazedonische Problem mit der Vernichtung des Bulgarentums auf griechischem Gebiet läsen zu können. Gleichzeitig Dorgenommene Truppenkonzentrierun- gen an der griechisch bulgarischen Grenze sollen den Anschein erwecken, als handle es sich tatsächlich um eine Gefährdung griechischen Besietzes. Und doch ift dieser Besitz nicht anders zum Recht gewo/den. al» durch die gewaltsame Loslösung buh garcschenGebietes. ähnlich wie es mit Elsaß- Lothringen in bezug auf Deutschland geschehen ist. Haben nun die Griechen irgendwelche durch Geschichte oder spezifische Landesvcrhaltnifse gerechtfertigten Ansprüche auf den strittigen Teil Mazedoniens, von dem erhebliche Flächen nach Kriegsende auch den Serben zugefallen find? Alles, was ein Grieche für feinen Standpunkt vorbringen könnte, wäre, daß Mazedonien im frühen Mittelalter durch die Einwanderung von Slawen zu bulgarischem Gebiet geworden ist, daß die Griechen selbst der kulturellen und wirtschaftlichen Uebermacht gewichen find, daß eia Teil der mazedonischen Bevölkerung das griechische Oekumenifche Patriarchat in Konstantinopel anerkennen, daß gewisse eu?nisa'- Verhältnisse i?c= dingt, aber auch nur bedingt für die Griechen sprechen Dem stehen die Argumente Bulgariens gegenüber und der Politiker kann hier nur den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen folgen, die von den Gegnern eines selbständigen Mace- doniens zwar verdreht und verleugnet werden, die nichtsdestoweniger aber ein für alle Mal die Unterlage für die macedonifche Forderung Makedonien den Macedoniern!" bilden. Gewiß, die Griechen find zu Beginn des Mittelalters von slawischen Stämmen verdrängt worden. Macedonien ist aber bis auf den heutigen Tag der Kulturguell der bulgarischen Geschichte, es hat von Bulgarien aus einen sehr großen Teil der ganzen slawischen Welt befruchtet und die unerschütterliche, feit altersher bekannte Sympathie dec zersplitterten macedonischen Bevölkerung zu Bulgarien ist im Zeitalter des Völkerbundes schließlich nicht der letzte Beweis für die Zugehörigkeit eines Gebietes. Der Völkerbund aber hat bis heut§ weder Muße noch Lust gehabt, das mazedonische Problem. das ganz Europa unausgesetzt in nervösem Dorkriegsstadium hält, gerecht zu lösen. Ihm find geschriebene Verträge mehr als Lkecht und Freiheit, deren 'Beschützer er zu sein vorgibt. Was tun z B im Augenblick letzt seine beiden Kommissionen in Athen und Sofia? Dem im Einvernehmen mit ihm getroffenen Abkommen zufolge hätte die Abwanderung der vom griechisch-bulgarischen Bevölkerungsaustausch betroffenen Bulgaren aus Griechisch-Mazedonien er st am 15. August erfolgen müssen. Da den Bulgaren aber das Los der vor ihnen Abge- wanderten winkte, da sie das fernere Verbleiben an Ort und Stelle dem Elend in den Flüchtlingslagern vorzogen und sich im Augenblick noch nicht schlüfsig darüber waren, ob sie und warm sie auswandern können, griff die griechische Regierung mit Gewalt ein. Das Ziel der Griechen in klar: die Verminderung des bulgarischen De st a nölet I e d der Bevölkerung in Mazedonien von 51 Proz auf eine so geringe Zahl, daß er unter den jetzt 9 Proz. ausmachenden Griechen steht. Damit glaubt man auch das Fundament der mazedonischen Freiheitsbewegung zerstören zu können, vergißt -aber, daß Mazedoniens Entwicklung schon oft vor ähnlichen Fragen gestanden hat und daß die Geschichte immer wieder f ü -• ein selbständiges Ma - zedvn ien unter Anlehnung an Bulgarien entscheidet. Der Kampf um den Finanzausgleich. Annahme des Komprornitzvorschlags in zweiter Lesung. — Drohender Konflikt mit dem Reichsrat. Die Steuerberatungen im Reichstag nähern sich allmählich ihrem Ende, sie erlebten noch einmal einen Höhepunkt bei der Behandlung des Finanzausgleichs, der übrigens feit Wochen im Mittelpunkt heftiger Auseinandersetzungen zwischen dem Reiche und den Ländern stehl. R e- gierung und Reichstag waren sich schon feit geraumer Zeit über die Verteilung der Anteile einig. Das Verhalten einer großen Anzahl von Landesregierungen, die mit dem Verteilungsschlüssel nicht einverstanden waren, vor allem die Drohung Preußens mit einem Einspruch des Reichs r a t e s , haben schließlich das Kabinett und die Regierung bewogen, das alte Kompromiß, das den Ländern einen Mindestbetrag von 1500 Millionen garantiert, einer ileberprüfung zu unterziehen und diesen Satz auf 2100 Millionen aus Einkommen-, Körperschaft- und Umfahftcuer zu erhöhen. Der prozentuale Anteil bleibt allerdings derselbe. Zu diesem neuen Zugeständnis ergriff am Mittwochmittag der Reichsfinanzminister von Schließen im Plenum das Wort, er stellte fest, daß es die Regierung an ernsten Versuchen nicht habe fehlen lassen, mit den Landesregierungen zu einer Verständigung zu kommen. Sie sei jetzt sogar so weit gegangen, den Ländern lieber- Weisungen bis zur Höhe von 2,1 Milliarden zu garantieren und sie des Risikos in bezug auf das Gesamtaufkommen in den hauptsächlichsten Steuern zu entheben, da dieses Risiko jetzt vom Reich allein getragen wird. Bleibt allerdings das Steueraufkommen hinter der geschätzten Höhe zurück, so ergibt sich für das Reich die Gefahr, daß sich nicht nur der Anteil des Reiches mindert, sondern auch das Reich außerdem noch den Öän- öern und Gemeinden die Ausfälle an ihren Anteilen erseht. Ein größeres Entgegenkommen konnte die Reichsregierung angesichts der gespannten Finanzlage des Reiches nicht zeigen. Das hin- öertö aber den preußischen Finanzminister Hoepker-Aschoff nicht, die neue Form des Finanzausgleiches abzulehnen und auf der alten De'Uligung der Länder und Gemeinden an der Einkommen- und Umsatzsteuer zu beharren. Den gleichen Standpunkt vertrat auch der bayerische Gesandte v. P reger, ihm schloß sich ebenfalls der sächsische Finanzminister Reinhold an. Dann kam die Reichstagsoppv- sition zu Worte, deren Wünsche reichlich weit auseinanderliefen. Zwischendurch wurde wieder der Versuch gemacht. das Haus für beschlußunfähig zu erklären, diesmal von sozialdemokratischer Seite. Der Vorstoß scheiterte aber. Der Kamps dreht sich hauptsächlich um die Hauszins st euer, die unter dem verschämten 'Namen „Steuer vom bebauten Grundbesitz' mit dem Finanzausgleich verkoppelt ist. Sie wird von Ländern und Gemeinden erhoben zur Deckung ihres allgemeinen Finanzbedarfes, sowie zur Förderung der Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungsbaues. Für Wohnungsbauzwecke muffen zu- nächst in den zwei Jahren vorn 1. April 1926 bis 31. Marz 1928 mindestens 15—20 Proz. der Frie- dcnsmiete zur Verfügung gestellt werden. Die Mieten sollen allmählich gemäß der allgemeinen Wirtschaftslage erhöht werden. Die Reichs- regierung setzte mit Zustimmung des Reichsrates die Mindesthöhe der gesetzlichen Miete im Reiche einheitlich fest. In der Bestimmung, daß die Miete am 1. April 1926 mindestens die Friedsnsmiele erreichen solle, wurde noch im letzten Augenblick das Wort „mindestens" gestrichen. Heber das voraussichtliche Ergebnis der Abstimmung war man in den Rachmittagsstunden im Reichstag einigermaßen besorgt, da angesichts der Haltung Bayerns mit einer Ablehnung des Finanzausgleiches auch durch die Bayerische Volkspartei gerechnet wurde. Die Abstimmung ergab dann jedoch Annahme der Koinpromihvorschläge mit den Stimmen der Bayerischen Volkspartei. Damit hat die zweite Lesung der Eteuervorlagen ihr Ende gefunden. Sitzungsbericht. Berlin. 4 Aug Das Haus fetzt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über öie gegenseitigen Besteuerungsrechte des Reiches, der Länder und Gemeinden fort. Abg Koenen (Kom.) lehnt den Entwurf wegen seiner Tendenz ab, da durch Aufbürdung neuer Lasten auf die Dersorgungsbetriebe den Konsumenten die notwendigen Bedarfsartikel (Gas. Walser und Elektrizität) verteuert würden. Abg. Dr Fischer-Köln (Dem.) beantragt, das Steueraufk atmen aus den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken den Ländern und Gemeinden, die sie betreiben, oder auf dem Wege der Kon- zesfionierung betreiben lasten, zu überweisen. Ein Antrag Kulenkampff (D. Vpt-). der auch die öffentlichen DersorgungsbeLriebe, die lebenswichtigen Bedürfnissen der Bevölkerung dienen. der Körperschaftssteuer unterwerfen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 224 gegen 146 Stimmen abgelehnt. Der Antrag Dr. Fischer (Dem.) wird dann mit 346 gegen 26 Stimmen abgelehnt. Die Vorlage wird unter Ablehnung aller übrigen Abänderungsanträge in der Ausschuh- faffung angenommen. Es folgt dann die zweite Beratung des Zinanzausgleichgesehes. Das Gesetz bestimmt nach den Vorschlägen des Ausschusses, daß die Länder vom 4. Oktober 1925 ab von dem Auskommen an Einkommen- und Körper- schaftssteuer 3 4 erhalten, von dem Auskommen an Umsatzsteuer bis zum 31. März 1926 35 Prozent, dann 30 Droz. 'Die Beteiligung der Gemeinden regelt die Landesgeseygeoung. Rach einem Antrag der Regierungsparteien soll den Ländern und Gemeinden für ihren Anteil an den erwähnten drei Steuern in den Jahren 1925 und 1926 ein jährlicher Mindestbetrag von 2100 Millionen Mark garantiert worden. In der Vorlage wird weiter bestimmt, daß der Mietzins spätestens am 1. April 1926 die Höhe der Friedensmiete erreicht haben muß. Die bisherige Ha u s z i n s st,e u e r wird nach der Vorlage als Steuer auf bebauten Grund und Boden von, den Ländern und Gemeinden erhoben. Ihr En rag wird nur zum Teil zur Förderung der Wohnungsbautätigkeil verwandt und dient im übrigen den allgemeinen Bedürfnissen der Länder und Gemeinden. Reichsfinanzminister von Tchliebcn Das Gesetz über Abänderung des Finanzausgleichs, das den Abschluß der Steuerreform bildet, erstrebt die Lösung der Ausgabe, die Steueraufkommen zwischen dem Reich, den Ländern und den Gemeinden zu verteilen. Eine Verständigung zwischen dem Reich und den Ländern hat sich bisher nicht erzielen lassen. Die Reichsregierung ist nunmehr bereit, noch einen weiteren Schritt zu tun, indem sie den Cänöern und Gemeinden bis zur Einführung der Zuschläge zur Einkommen- und Körperschafls- fteucr, d. h. für das Rechnungsjahr 1925 und 1926 die Anteile aus dem Aufkommen an Einkommen-, Lörperschafts- und Umsatzsteuer iiW Höhe von 2100 Millionen Rentenmark garantiert. Dies bedeutet, daß das Risiko in Bezug auf das Gesamtaufkommen in den hauptsächlichsten Steuern allein vom Reich getragen wird. Gegenüber der Kritik, die von der Opposition an der Etat- und Zincuizgebah- rung des Reiches geführt worden ist, begründet der Minister die Richtigkeit der von ihm schon wiederholt gegebenen Zahlenaufstellungen und Feststellungen. Er weist den Vorwurf der Heberschußpolitik zurück und versichert, daß er der Erste sein wird, der für eine weitere Steuerherabsetzung eintreten würde, wenn tatsächlich durch die Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage höhere (Steuerbeträge eingehen würden, als zur Balancierung des Etats erforderlich sind. Eine zahlenmäßige Differenz würde nah Ansicht des Ministers mit den Ländern nicht bestehen. Die Differenz erstrecke sich nur auf zwei Punkte: Einmal wollten die Länder das Auskommen an der Umsatzsteuer, und zwar 35 Proz. von einem Gesamtaufkommen von 1500 Millionen Rentenmark besonders garantiert haben. Dies würde zur Folge haben, daß das Reich auch bei einer etwaigen weiteren Senkung der Umsatzsteuer das volle Risiko zu tragen hätte, ohne sich durch ein höheres Aufkommen und höherer Hebertoeilungdbeträge aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer davon befreien zu können. Sodann wollten die Länder dem Reiche die Einkommenbesteuerun g wieder ab- nehmen. Einer Herabsetzung des Reichsanteils muß sich die Reichsregierung aber widersetzen. Bei allebem sei zu bedenken, daß es sich nur um eine vorläufige Regelung handelt. Die endgültige Lösung des Finanzausgleiches soll den Ländern unb Gemeinden ein Zuschlagsrecht zur Einkommen» und Körperschaftssteuer bringen. Da die Auslchußbeschlüffe für die Einführung dieses Zuschlagsrechtes den 1. April 1927 in Aussicht nehmen. Hal die nunmehr getroffene Regelung nur V/$ Jahre Geltung. In der Zwischenzeit wird das Reich die ■Unterlagen für die endgültige Regelung des Zuschlagsrechtes befchaflen, wobei ihm nichts ferner liegt, als eine Einmischung in die den Ländern obliegende Auflicht über die Gemeinden. Zum Schluß betont der Minister erneut, daß es die Reichsregierung nach wie vor besonders begrüßen toürbe, wenn es gelänge, mit den Ländern auf der allgemeinen Grundlage der Beschlüsse des Steuerausschufses zu einer Verständigung zu kommen. (Beifall rechts.) Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoss begründet dann den von den Ländern im Reichsrat zu der Vorlage eingenommenen Standpunkt. Die Mehrheit der Länder habe sich damit abgefunden, daß auf dem Gebiete der Einkommen- und Körperschafts steuer dem Reich die Verwaltung bleibt, aber sie müssen als Ausgleich für Herabsetzung ihres Anteils an diesen Steuern eine Erhöhung des Anteils an der Umsatz st euer von 35 auf 40 Prozent verlangen. Die in dem Kompromiß gebotene Gesamtgarantie nehme den San tarn bte Hoffnung der Beteiligung an dem Mehr aus- kommen aus der Einkommen- und Körperfchafls- fteucr. Die Länder hätten aber an einer solchen Beteiligung daL größte Imevefle. Sie würden sich mit der beschlossenen Herabsetzung ihres Anteils abfinden, wenn ihnen 500 Millionen Auskommen auS der Umsatz st eue r garantiert werden. Im anderen Falle würden die Länder gezwungen fein, lebhafte Rufe rechts. Z u sparen) auf die Erfüllung notwendiger Aufgaben zu verzichten . Die Mahnung zur Sparsamkeit sei von den Ländern schwerer zu erfüllen, als es dem Reiche möglich war Das Reich habe seine größten Verwaltungen abgebaut. Bei den Ländern fei ein Abbau viel schwerer möglich. Das Reich schätzt die Ginnahmemöglichkeiten der Länder und Gemeinden viel zu hoch ein Die Länder hoffen auf eine Weiterentwicklung der Einkommen- und Körperschaftssteuer. Der Vermittlungsvorschlag der Länder und Gemeinden gehe schon an die Grenzen des möglichen Entgegenkommens. Werde dieser Vorschlag, der einmutig von allen Ländern gemacht werde, abgelehnt, so wären die Länder leider in die Rolwendigkeit versetzt, gegen die Beschlüsse des Reichstages Einspruch im R e i ch s r a t zu erheben Der bayerische Bertreter im Reichsrat non Preger erklärt, die bayerische Regierung habe immer eine reinliche Scheidung zwischen der Finanz- Wirtschaft des Reiches einerseits und der der LcGtdcr andererseits erstrebt und darum auch der Erzberger, scheu Steuerreform widersprochen. Der Finanzaus- gleich komme diesem Standpunkt Bayerns wenig entgegen. Der sächsische Finanzminister Rein- hold betont unter dem Beifall der Linken, es sei erst neueren Datums, daß die Regierungsparteien das Streben nach größerer finanzieller Selbständigkeit als Schweroerbrechen betrachten. Die Tatsache, baß Sachsen in der vorliegenden Angelegenheit mit den übrigen Ländern zusammen vorgehe, sei schon der Beweis dafür, daß dieses Vorgehen nichts mit Par- likularismus zu tun Hot Abg. Dunkel (Wirtsch. Verein.) erklärt, seine Freunde wären Gegner des auf später angefünhigfen Zuschlagsrechtes der Länder und Gemeinden Inzwischen haben fast alle Abgeordneten den Saal verlassen. Es sind nur noch Abgeordnete der Sozialdemo, kraten anwesend. Abg. Ludwig (Soz.) beantragt, die Sitzung nach dem Tiergarten zu verlegen, da wären die Rechtsparteien, die die Geschäfte machen. Bizepräsidenl Bell riigt diese Ausdrucksweise. (Zwischenruf bei den Sozialdemokraten: Es ist aber so.) Abg. Ludwig wiederholt seinen Antrag auf Vertagung. . Bizepräsidenl Bell setzt die Abstimmung über diesen Antrag auf einige Minuten aus. Als durch die Alarmoorrichtung des Hauses eine erheblichere Anzahl von Abgeordneten der Rechten in den Saal gerufen find, wird der Bertagunasantrag gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten a b a e l e h n t. In der Einzelberatung begründet 2wg. Silbe r s ch m i d 1 (Soz.) sozialdemokratische Anträge zur Mietzinssleuer. Danach solle nicht mehr als 20 Proz. der Friedensmiete der Deckung des allgemeinen Finanzbedarfes Vorbehalten werden. Zehn Proz. des Steueraufkommens sollen zu Mielbei- Hilfen für zahlungsschwache Mieter verwandt werden. Rach einem weiteren Antrag soll die Miete höchstens 100 Proz. der Friedensmiete betragen dürfen, während sie nach der Ausschußoor- läge vom 1. 4. 1926 ab mindestens 100 Proz. betragen soll. Ein neuer Antrag der Regierungsparteien will in der Bestimmung das Wort „mindestens" streichen. Abg. Schneider (Dem.) hält es angesichts der Rotlaae der Länder für unvermeidlich, daß für eine gewiße Zeit ein Zinsbetrag des Aufkommens der Hauszinssteuer auch für die allgemeinen Finanzbedürfnisse der Länder verwandt werden muß. Zur Förderung der Bautätigkeit müßten aber mindestens 20 Proz. der Friedensmiete aufgewandt werden. Bei der Abstimmung wird vom eigentlichen Finanzausgleich der Antrag der Regierungsparteien angenommen, der den Ländern aus dem Auf lammen der Einkommen-, Körperschafts- und -Umsatzsteuer insgesamt 2100 Millionen garantiert. *• Zur HauszinS st euer wird die Vorlage in der Ausschußsaflung angenommen. Hcrvorzuheben ift. daß dem Finanzausgleich auch die Bayerische Dolkspartei zu- ae stimmt hat. obwohl in der ersten Erklärung der Regierungsparteien zu dem Gesamtgesetz- gebungswerk betont wurde, daß die Bayerische Dolkspartei beim Finanzausgleich ihre eigenen Wege gehe. Die Fraktion hat sich, wie wir hören, ihre endgültige Stellungnahme für die dritte Lesung Vorbehalten. Um 91 , ilbr vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Aus der Tagesordnung stehen die Interpellationen wegen der aus Polen aue- gewiefenen deuts che n Optanten. Neue Verhandlungen. Berlin, 6. Aug. «TU.) Heute follen, wie der .Lokalanzeiger" berichtet, unter dem Dor- s i h des Reichskanzlers neue Besprechungen zwischen den Führern der Regierungsparteien und dem Reichsfinanzminister über den Finanzausgleich stattfinden. Da der Finanzaus al eich im .vJcgStag zwar eine sichereeinfacheMehr- heit hat. keinesfalls aber von zwei Dritteln sämtlicher Abgeordneten angenommen werden würde, so würde bei einem Einspruch des Reichsrats ein Vakuum eintreten, indem entweder eine Notverordnung oder eine Intervention des Staatsgerichtshofs notwendig würde. Die Aussichten für das -Zustandekommen eines sowohl für die Länder wie für den Reichüfinanz- Minister annehmbaren Kompromisses sind noch sehr ungewiß, jedoch glaubt man nach dem „Lolalanzeiger" in manchen parlamentarischen Kreisen, baß in den heutigen Beratungen doch noch ein Ausweg gefunden werden könnte. Die Finanzmini st er der Länder haben am Montag einen engeren Ausschuh gebildet, der aus den Finanzministern von Preußen. Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Schwerin besteht, in dessen Händen die Weiterführung der Verhandlungen liegt. Zentrum und Kabinett Luther. Berlin, 5. Aug. (WB) Wie die „Vossi- sche Zeitung" aus Zentrumskreisen berichtet, sprach sich die Leitung der Zentrumsfraktion in der Frage der Besetzung des Reichsmini st er iums für die besetzten Ge - bietedurchdenAbgeordneten v. Gue- r a r d dahin aus, daß der Eintritt eines weiteren Zentrumsvertreters in das Reichskabinett inopportun wäre. Die Angelegenheit sei damit zunächst auf den Spätherbst vertagt. Die „Germania" teilt noch mit: Maßgebend für diesen Anschluß sei die Erwägung, daß eine stärkere Bindung an das Kabinett Luther gegenwärtig nicht wünschenswert sei. Die Haltung des Zentrums zur gegenwärtigen Regierung fei festgelegt in der bekannten, auch heute noch gültigen Erklärung, die Abgeordneter Fahrenbach beim Amtsantritt des Kabinetts Luther im Reichstag abgegeben habe. Die Befreiung des Sankttonsgebiets. Cin Beschluß der Botschaftcr- konferenz. — Der 15. August voraussichtlicher Räumungsiermin. Paris» 5. Aug. (2BIB.) Rach Kenntnisnahme von dem Ergebnis der zwischen den alliierten Regierungen bezüglich der aus der Londoner Konferenz im vorigen Jahre abgegebenen Erklärungen im Hinblick auf die Räumung der von den alliierten Truppen seit INärz 1921 besetzten Städte Düsseldorf, Duisburg und R u h r o r t bat die B o t - schasterkonferenz eine Entschließung angenommen, in der das alliierte militärische Komitee aufgefordert wird, den militärischen Resahungs- bchörden die für die R ä u m u n g d i e s e r Städte notwendigen Instruktionen zu erteilen. Die militärischen Umgruppierungen im Sank- tioasgebiet sind beendet. 3n Duisburg traf eine aus belgischen und französischen Generalstabsoffi- zieren bestehende Kommission ein, die eine Inspektionsreise durch das Sanktionsgebiet unternimmt. Die Aufgaben dieser Kommission seien die tech - nis che Vorbereitung der Räumung des Sanktionsgebietes. Die vesahuugsbehörden hoben für den 15. August eine große Anzahl Waggons von der Reichsbahnbehörde angefordert. Eine offizielle Mitteilung über die Räumung des Sank- tionsgebleles ist den innerhalb der Brückenköpfe Duisburg-Ruhrort und Düsseldorf liegenden Gemeinden bisher noch nicht zugegangen. Die OpLantenfürsorge. 6000 Optanten bereits in neuen Arbeitsstellen. Schneide mühl, 5, August. ("511.) Am Dienstag konnten 82 Familien mit 291 Personen, 2 Witwen mit 6 Personen und 126 ledige Personen, insgesamt 423 Personen, zur Abreife abgefertigt werden. Darunter befanden sich auch Optanten, die erst gestern eingetroffen waren und, ohne Aufnahme in das Lager, sofort weitergeleitet werden konnten. Die Gesamtzahl der durch die Acbettsvermittlungs- stelle bis gestern einschließlich abgefertigten Personen beträgt 5751. Außerhalb der Arbeitsvermittlung sind 800 Personen a u f einzelne Regierungsbezirke verteilt worden. Immer noch sind zahlreiche Lohn st eilen für Landarbeiter aus allen Teilen Deutschlands gemeldet. Besonders starke Nachfrage besteht nach weiblichen Arbeitskräften. Da sich aber im Lager nur sehr wenig unverheiratete Frauen befinden, können diese Nachfragen nicht erledigt werden. Ein Lagerkino wird in diesen Tagen eingerichtet. Ferner wird eine Lagerzeitung herausgegeben, in der Verordnungen des Lagerkommandanten, Nachrichten aus Polen, polnische Verordnungen und Nachrichten über die Arbeitslage bekanntgegeben werden. ♦ Der Reichspräsident empfing heute den preußischen Minister des Innern Severing, der ihm über seinen Besuch im Optantenlager in Schneidemühl und über die von der preußischen Regierung für die Aw- terbringung der Optanten getroffenen Maßnahmen berichtete. BriandsReise nachLondon Die Verhandlungen über dcitz Sicherheitspakt. Paris, 6. Aug. (Täl.) Das ForeignOffice ist offiziell benachrichtigt worden, daß Brian d am kommenden Montag in London eintrifft. In seiner Begleitung befinden sich B e r t h e l o t, der Direktor des Quai d'Orsay sowie die juristischen Sachverständigen 26 g er und Fromageot. Die erste Begegnung mit Chamberlain ist für Dienstag, eine zweite für Mittwoch vorgesehen. Nach den Pariser Morgenblättern wird Briand wahrscheinlich am Mittwochabend, spätestens aber am Donnerstag früh die Rückreise antreten. „L'Oeuvre" glaubt zu wissen, daß auch der belgische Außenmini st er Bändervelde Anfang nächster Woche nach London reifen wird, um an den Besprechungen Driands mit Chamberlain ieilzu- nehmen. Gegenstand der Aussprache werden sowohl der französische Antwortentwurf auf die deutsche Rote vom 20. 6., wie ein französischer Garantiepaktentwurf bilden. Die Londoner Vertreter der Pariser Blätter weifen darauf hin. daß auch von englischer Seite ein Garantiepakt-Entwurf vorliege. Ausgabe der- beiden Außenminister werde es daher sein, die beiden Schriftstücke zu einem einzigen Vertragsentwurf umzuarbeiten, der den Verhandlungen mit Deutschland zugrunde gelegt werden könne. Der französische Entwurf soll nach dem „Ma- tin" in vier Abschnitte eingeteilt sein. An erster Stelle stehe der eigentliche Rheinpakt, der Frankreich die älnterstützung Englands für den Fall eines deutschen Angriffes zusichert. Diese Anordnung des französischen Entwurtes habe den Vorzug, daß die französische Sicherheit stark hervortrete und die fälschliche Auslegung, als ob der Pakt eine Garantie für Deutschland und nicht für Frankreich fei, hinfällig mache. Selbstverständlich werde Deutschland Austauschgarantien erhalten, und zwar in Form eines deutsch - französischen Schieds- gerichtsvertrages, der durch Schieds- g e r i ch t s v e r t r ä g e Deutschlands mit Polen und der Tschechoslowakei vervollständigt werden müsse. Der Entwurf sieht weiter vor. daß dir vier Verträge an demselben Tage von sämtlichen interessierten Staaten angenommen und unterzeichnet werden. Briand und Chamberlain würden weiter die Frage einer Zusammenkunft mit dem deutschen Außenminister erörtern. Es fiage ich nur, ob Dr. Stresemann im Herbst na Genf komme, oder ob die Verbündeten eine Konferenz einberufen und der deutschen Regierung eine offizielle Einladung zugehen lassen sollen. Die Vermutung der französischen Blätter, daß Briand auch die politisch^ Seite des internationalen Schuldenproblems zur Sprache bringen wolle, scheint unbegründet zu sein. Paris, 6. Aug. (T.U.) Der „Temps" stellt fest, dos; zwischen England, Frankreich und Belgien in wesentlichen Punkten der Sicherheitsfrage eine Uebereinftimmung erzielt worden sei. Besonders habe sich der belgische Standpunkt der französischen Auffassung genähert. Die belgische Regierung stimme mit der französischen darin überein, daß der Versailler Vertrag und die Besetzung des Rheinlandes nicht in Frage gestellt werden dürfen. Deutschland dürfe keine Sonderbehandlung im Völkerbund erhalten. Seine Aufnahme erfolge zu den allgemeinen Bedingungen. Deutschlands Eintritt dürfe auch nicht von einer allgemeinen Abrüstung abhängig gemacht werden. Die von Deutschland vorgeschlagenen Schiedsgerichtsverträge seien annehmbar, müßten sich jedoch auch auf politische Fragen, nicht nur auf juristische beziehen. Eine Konferenz über d i e Sicherheitsfrage komme vorläufig nicht in Frage, da erst ein grundsätzliches Einverständnis zwischen den alliierten Mächten erzielt sein müsse. Sic komme erst im Herbst nach der Völkerbunds- sitzung in Frage. In offiziellen Kreisen der Pariser und Brüsseler Politik glaubt man, daß Deutschland noch keinen Antrag auf Aufnahme in den Völkerbund zur diesjährigen Tagung stellen würde. Die angeblichen Znedens- bedingungen für Md el Krim. Ein Dementi Briands. Paris, 6. Aug. (TU.) Die gestern vom „Ma- ttn" veröffentlichten französisch-spanischen Friedensbedingungen für Abd cl Krim wurden allgemein für echt gehalten, abgesehen von einigen unwesentlichen Punkten. Zur allgemeinen Ueber- raschung erscheint nun heute ein Kommunique des Außenministers, in dem es heißt: „Heute morgen hat ein Blatt ein Telegramm aus Tetuan veröffentlicht, das die Friedensbedingungen enthält, die Frankreich und Spanien dem Kabyl'en- führer zugesandt haben sollen. Diese Nachricht stimmt weder dem Inhalt noch derForm nach mit den Fricdensbedingungen überein, die gemeinsam mit Spanien auf Grund der bestehenden Verträge ausgearbeitet wurden. Der Rifführer, der den Wunsch geäußert hat, die Bedingungen kennenzulernen, ist am 16. Juli benachrichtigt worden, daß ihm die französisch-spanischen Friedensbedingungen zugestellt würden, sobald er die Absicht äußere, in Besprechungen einzutreten. Bis jetzt hat Abd el Krim es vermieden, mit den Delegierten der beiden Regierungen in Verbindung zu treten." Der „Matin" hält gegenüber diesem Dementi die Angaben über die spanisch-französischen Friedensbedingungen im vollen Umfange aufrecht. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die französische Regierung den Wortlaut der Friedensbedingungen demnächst veröffentlichen werde. Es stehe nur noch das Einverständnis Spaniens aus. Die englische Sergbaukrisis. Ausschreitungen in Wales. Ammansord, 6. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern kam es hier aus Anlaß des Bergacbeiterstreikes zu ernsten Ausschreitungen. Eine Menge von über 500 Streikenden griff eine Zeche an, um sich zweier Männer zu bemächtigen, die dort arbeiteten. In der Stadt herrschte große Aufregung. Die Zeche wurde von einem starken Polizeiaufgebot gesperrt, das jedoch dem Ansturm gegenüber machtlos war. Verschiedene Polizisten wurden verletzt, Stöcke gebraucht und Steine geworfen, so daß ein Polizeioffizier eine schwere Kopfwunde erhielt. Aus der ganzen ihngegenö wurden in Kraftwagen Polizeimannschaften herangezogen. Es kam au einem Kampfe, bei dem zahlreiche Aufständische verletzt wurden. Der entstandene Schaden ist nicht unbeträchtlich. Um 1 Uhr nachts war die Polizei Herr der Lage. Die Lage der jetzt feit vier Wochen streikenden 20 000 Bergarbeiter in Süd-Wales wird immer schwieriger. Die Bergarbeiter haben die Regierung um Vermittlung ersucht. Die heutige Debatte im Unterlaufe über die staatliche Unterstützung des Bergbaues wird in allen Bergarbeiterkreisen mit größter Spannung erwartet. Man glaubt, daß die Konservativen nicht gegen die Regierung stimmen werden, daß sich jedoch einige Mitglieder der Stimme enthalten werden. Man wünscht in diesen Kreisen eine bindende Erklärung der Regierung, daß die staatliche Unterstützung nur auf den Bergbau des chrä nkt bleibt und daß andere Industrien unter feinen Umständen für StaatSsubventionen in Frage kommen. Großbritannien und China. London, 5. Aug. Im Oberhaus erklärte Lord Balfour namens der Regierung, angesichts der chaotischen Zustände in China sei es für Nichtchinesen unmöglich, irgendwelche befriedigenden Mittel zur Besserung der Lage ausfindig zu machen. Der Stand der Dinge in China sei nicht auf eine Aktion des Auslandes zurückzuführen. Die Chinesen seien Her- ren im eigenen Hause gewesen. Auf jeden Fall sei es sicher, daß keinerlei Verantwortung auf die britische Regierung falle. China allein könne eine Aenderung der politischen Lage herbeiführen, die seine inneren und äußeren Beziehungen glücklicher gestalten würde. Er sei tief entrüstet über die Flut unbegründeter Verleumdungen, die auf England ausgegossen worden sei, teils aus tieferen Absichten, die darauf zielten, nicht den Chinesen zu helfen, sondern den Engländern Schaden zuzufügen. Der unglückliche Zwi- schenfall von Schanghai solle eine objektive öffentliche Untersuchung erfahren, die nicht nur den anderen Ländern, sondern auch China Vertrauen einflösse. England wünsche die Abhaltung einer Konferenz sobald als möglich. Trotzdem die Verhandlungen mit einer nominellen Zentralregierung und nicht mit den allmächtigen Kriegsherren geführt werden müßten, erhoffe er wertvolle Ergebnisse davon. Aus aller Welt. Der Abschluß des 8. deutschen Stttdentetttnnes. Berlin, 6. Aug. (T. U.) Heute früh 6 Uhr hatten die Verhandlungen des Studententages ihr Ende erreicht. Der nächste Studententag wird in Würzburg zur Enthüllung des Denkmals der Kriegsaefallenen der deutschen Studentenschaft stattfinden. Sollte bis dahin das Denkmal noch nicht fertiggestellt fein, so ist Bonn als Tagungsort in Aussicht genommen. Der Studententag wählte einstimmig den bisherigen ersten Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft Bauer wieder. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden gewählt cand. ing. Stelter, Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg und cand. ing. Thon, Technische Hochschule Brünn, der Leiter des Kreises 9 (Sudetendeutschland) der deutschen Studentenschaft. Mit ihm ist zum erstenmal der Vertreter einer außerdeutschen Studentenschaft in den Vorstand der deutschen Studentenschaft gewählt worden. Als Abschluß des Studententages fand in der Ausstellungshalle auf dem Gelände des Potsdamer Flughafens ein Schlußkommers statt, der mit einer Rheinlandkundgebung verbunden war. Die Veranstaltung hatte durch das Erscheinen Dr. Eckeners ein besonderes Gepräge erhalten. Aericnfahrt saarländischer und rheinhessischer Kinder. Berlin, 5. Aug. (WTB.) Heute sind über 700 Kinder aus dem Saargebiet und dem besetzten Rheinhessen in Berlin am Anhalter Bahnhof cin- getroffen, um nach kurzem Aufenthalt in der Reichshauptstadt nach verschiedenen Kurorten der Ostsee und der Nordsee weiter zu fahren. Die Kinder wurden auf dem Bahnhof, wo eine Musikkapelle Aufstellung nahm, festlich empfangen und 'in großen Rundfahrautomobilen durch die Stadt gefahren. Sodann wurden sie in den Germaniasälen vom Vaterländischen Frauenverein int Caf6 Exzelsior verpflegt. Der hessische Landtagspräsident Adelung, der den Transport begleitete, ergrißi hier das Wort, um für den herzlichen Empfang in der Reichshauptstadt zu danken. In den Germaniasälen nahm der preußische Minister für Volkswohlfahrt, Hirtsiefer, das Wort, um die kleinen Gäste des besetzten Gebietes in Berlin willkommen zu heißen. Alm 10 Tlhr erfolgte die Weiterreise nach den Seebädern. Deutscher Jmkerbund. Gemeinsame Not der deutschen Imkerschaft und gerade deshalb etnsetzende mutige Arbeit hat es zustande gebracht, daß die deutsche Imkervereinigung auf Antrag aus Süddeutschland bet ihrer Vertret erversammlung in Gera am 1. August sich zum Ausdruck ihres festen Zusammenhanges den Namen „Deutscher Imkerbund" beilegte. Die Thüringer hatten eine gute Ausstellung eingerichtet . Auf einer Pyramide standen 10 Zentner Honig und 40 Zentner daneben auf Tischen, ausgezeichnet mit vielen wertvollen Staats- und Ehrenpreisen. Eine reiche Zahl von Geräten, Bienenwohnungen und gewaltigen Bienenhäusern legten Zeugnis ab dafür, daß die Fabrikanten mit den Imkern- wetteifern, aus der deutschen Bienenzucht heraus- zuholen, was nur immer an volkswirtschaftlichen Werten zu leisten ift. In Tagungen der Königin- nenzüchter wurden kHe Mittel beraten, die eine möglichst leistungsfähige Biene züchten können. Der Vertreterversammlung des Jmkerbundes wurde zunächst das Wahrzeichen vorgelegt, das nun bald auf den Einheitsgläsern und Versandgefäßen dafür Bürgschaft bieten sott, daß der Inhalt reiner deutscher Honig ist. Ein Vortrag von Rechtsanwalt Dr. K r a n ch e r - Leipzig stellt die Größe der Rechtsnot vor Augen, unter der die Bienenzucht in Deutschland leidet. Der Imker findet in Verwaltung, Gesetz und Rechtsprechung in vielen Fällen feinen Schutz. Noch immer zählt die häusliche Biene nicht zu de» Haustieren. Das Nachbarrecht läßt Öen Imker im Stich. Das Wort „Honig" darf für jedes Gebräu benutzt werden. Der Auslandhonig findet für billigen Zoll den Weg über unsere Grenzen. Gegen die Bieneseuchen gibt es keine Abwehrmittel. Die Jmkerschaft fordert jetzt entschieden und mit Recht, daß ihr der Gesetzgeber in allen diesen Punkten zu Hilfe kommt. Am Sonntag versammelten sich die Imker zu einem Jmkergottesdienst. Feuer in der Versuchsanstalt für Luft- schiffahrt in Adlershof. Berlin, 6. Aug. (WTB. Funkspruch.) Heute früh gegen 2 Uhr brach aus bisher un<< bekannter Alrsache in der physikalischen Abteilung der Versuchsanstalt für Luft- schiffahrt in Adlershof Feuer aus. Der cnt<- stanbene Schaden ist sehr erheblich. Ein neuer Typhusherd. Calbc a. d. Milde, 6. Aug. (WTB. Funk- sprach.) Hier sind etwa 20 Typhuserkrankungen festgestellt worden, von denen bereits einige tödlich verlaufen sind. Wettervoraussage. Wenig Aenderung der herrschenden Witterung. Gestrige Tagestemperatur: Maximum 18,2 Grad Celsius, Minimum 14,1 Grad Celsius. Niederschlagsmenge: 10,7 Millimeter. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Tlugu-i 132\ Kaudeamus igitur! Die von Amerika gekommene Hitzwelle h.-.öen wir glücklich überstanden, hoffentlich wenigstens. Aber schon wartet unser eine neue Well:, eine andere ^leberraschung, die angekündigt ist: „echt amerikanischer K a u g u m m i" Lächeln Sie nicht, die Sache kommt. Sie kommt so bestimmt, wie die Hihwelle angezeigt wurde und kam. Amerika ist in solchen Sachen unerbittlich Ob unsere Sportleute wirklich den Kau- gummi nötig haben, um Höchstleistungen zu er» Sielen? Das eine weiß ich: baß es furchtbar aussieht, wenn jemand dauernd kaut, ohne zu essen. Man fühlt sich erinnert an jene Menschen, die etwas in der hohlen Hand ober in der Tasche haben, und deren Kiefern sich besonders dann recht ungeniert bewegen, wenn sie sich beobachtet sühlen. Für diese kommt jetzt eine schöne Zeit: ste können kauen und brauchen nichts zu srch zu nehmen. Sie haben immer etwas im Munde und essen doch nicht. Sie werden also die Kaugummiwelle verstärken und sehr damit zufrieden sein, daß sie kommt. Ob auch die Damen, die sonst so wrder- standsloS sich jeder „eleganten“ Made beugen, vor diesem neuen Modeimport kapitulieren werden? Man stelle sich vor, daß hübsche, toethe Zähne in grauen oder bunten Kaugummi hinein- beißen und darin haften bleiben, als wenn man beim Zahnarzt wäre. Die liebe Langeweile siegt vielleicht doch. Wenn erst einige kauen, werden andere auch bald kauen, eS gehört dann einfach dazu, man tut es eben. Nun behaupten allerdings böse Zungen, mit dem Rauchen der Männer wäre es auch nicht viel anders, besonders mit dem Zigarettenrauchen. Es sei lediglich ein Ablenkungsmanöver gegen die Zerstreutheit. Der moderne nervöse Mensch brauche so etwas und müsse sich wenigstens in einem Punkte sammeln . Er fragt nicht lange, was das sei, sondern verfalle irgendeiner Massensuggestion. Dazu komme das hübsche Spiel des Rauches, das die ganze Sache malerisch mache und belebe. 3a, es gibt sogar Leute, die behaupten, wenn das gedankenlose Zigarettenrauchen aufhöre, würde alle Welt mit einem Bleistift, mit der Hfjrfette oder mit einem Drot- krümchen spielen, nur um etwas zu haben, um den Tätigkeitsdrang zu befriedigen. Die Lobredner des Kaugummis werden Gründe genug finden, und ihn als unentbehrlich preisen. Hnb eines Tages wird er seinen Siegeszug antreten. Lind dann weiß zuletzt gar feiner mehr, daß es einmal eine Zeit gab, wo wir feinen Gummi tauten. Ein Besuch in der Provinzial-Pflegennstntt. In der vorigen Woche besichtigten die Mitglieder der städtischen Wohlfahrtsdeputation und der Deputation für Rentnerfütsorgc die Pr ovinzial- P f l c g c n n ft a 11, das dieser angeschlosfene Rent- nerheim sowie das dort eingerichtete Kinderheim. Provinzialrat Wolf begrüßte die Erschienenen und gab einen kurzen Ueberblick über die Aufgaben und Einrichtungen der Anstalt, die Zahl der Pfleglinge und die finanziellen Verhältnisse. Hieran schloß sich eine eingehende Besicht,, gung der Anstalt mit ihren Nebeneinrichtungen. Die Anstalt umfaßt neben dem Verwaltungs- und dem Wirtschaftsgebäude je einen Männer- und Frauenbau mit anschließender Baracke (Pavillon). Männer- und Frauenbau weisen neben großen, luftigen Schlafsälen schöne Aufenthalts-, Wasch- räume usw. auf. Auch kleinere Räume, für ein bis Zwei Pfleglinae bestimmt, sind vorhanden, die einen recht behaglichen Eindruck machen. Im Männerbau befindet sich außerdem ein schön eingerichteter Bet- saal zur Abhaltung von Gottesdiensten. Der hinter dem Männerbau liegende Pavillon ist als Rent- n e r h e i m eingerichtet und wird vorwiegend von Kleinrentnern bewohnt, die in selbst möblierten, kleinen Zimmern ein stilles, aber zufriedenes Dasein führen. Auch hier hat man den Bedürfnissen der Insassen weitgehend Rechnung getragen. Sehr einladend wirkt in diesem Raum die für die wärmere Jahreszeit zu einem Aufenthaltsroum eingerichtete Vorhalle, in der neben niedlichen Rohrsesseln und Tischen auch ein aus einem Nachlaß her- rührendes, den Kleinrentnern von der Stadt Gießen gestiftetes Klavier untergebracht ist. Das K i n- d e r h e i m befindet sich in der Baracke hinter dem Frauenbau. Beim Betreten dieses Hauses und Besichtigung der Räume fällt dem Besucher die hygienisch in jeder Weise einwandfreie Einrichtung angenehm auf. Die kleinen Insassen — Kinder bis zu sechs Jahren — tummeln sich teilweise im Garten, während die Jüngsten in weißlackierten, äußerst nett aussehenden Bettchen, unter Fürsorge freund- licher Schwestern der Ruhe pflegen. Wehe den Besuchern, die hier in diese Schlafräume in größerer Zahl einzudringen versuchen, sie werden nut einem lauten Protest sämtlicher Ruhebedürftiaen empfangen. (Wie wir hören, fehlt es den Kindern dort an Spielzeug. Vielleicht sehen unsere Hausfrauen einmal in der Bodenkammer nach. Sicher findet.sich dort aus der Jugendzeit der erwachsenen Kinder manches Spielzeug, das den Kleinen im Kinderheim viel Freude bereiten kann. D. Red.) Das Wirtschaftsgebäude enthält vor allem die außerordentlich geräumige Küche, deren Einrichtung nichts zu wünschen übrig läßt. Auch die Wasch- und Bügelanstalt sowie die Vorratskammer erweckten unser besonderes Interesse. Der große schattige Garten gibt den Insassen der Anstalt Ge- legenheit, sich bei günstiger Witterung in» Freien aufzuhalten. Die Anstalt erfährt zur Zeit insofern eine Erweiterung, als ein besonderes Gebäude für kranke Pfleglinge errichtet wird, eine Einrichtung, die sich als dringend notwendig erwiesen hat. k. Das Turnfest im Polizeibericht. Das Turnfest ist im allgemeinen ruhig, ohne größere Ausschreitungen, verlaufen. Festgenommen wurden 5 Personen, eine wegen Sittlichkeitsvergehen, eine wegen Betrugs, eine wegen liederlichen Umhertreibens, eine wegen Diebstahls auf dem Festplatz und eine wegen Zuwiderhandlung gegen die Verordnung der Reichsregierung zur Bekamp- fung der Geschlechtskrankheiten. Auf dem Festplatz gingen nachstehende Sachen verloren: 1 eine braune, gerippte Brieftasche; 2. eine Zahltasche aus Lackleder mit 15 Mk.; .3. eine neue lederne Brieftasche mit 20 Mk.; 4. eine braun- lederne Brieftasche: 5. ein kleines, lilies Geld- beutelchen mit 40 Mk., 6. cin Paar schwarze Damenhalbschuhe, Größe Nr. 38; 7. ein dunkel- blauer Kostümrock: 8. eine dunkelbraune Aktenmappe mit Griff; 9. eine Aktenmappe von glattem Leder mit Griff; 10. eine schwarze Brieftasche Mit Truppenousmeis; 11. ein blougrüner f)ut; 12. ein Baar jd)tMr)c Schnürstiefel, Nr. 43—44. In einem hiesigen Cast ging ein Portemonnaie mit 20 Mk., ein» Dollarnote und roter Ausweis für» besetzte Gebiet verloren. — Die Finder werden ersucht, die Gegenstände auf dem Polizeiamt abzugeben. 3n einem hiesigen Restaurant wurde einem lumer em graugrüner Gummimantel mit dem Ftrmazeichen Bamberger & Herz, Frankfurt a. M. entwendet ober vertauscht. Wohnungseindruch. Am 31. 7. 25 vor- mittags gegen 11 Uhr, wurde hier in einem Hause her fflicejtrafje ein Wohnungseinbruch ausaeführt and nachstehende Sachen entwendet: 1 Reisetasche mit zwei Herrenanzügen, 1 Paar gelbe Schnür- schuhe. 1 Damenarmbanduhr mit schwarzem Ripps- band und etwas Bargeld. Die gestohlenen Sachen, mit Ausnahme der Uhr, konnten auf der Handge- pätfabfertigung des Bahnhofs Gießen ermittelt und dem Eigentümer wieder zugestellt werden. Der Täter ist eine unbekannte, von auswärts hier zugereiste Person, welche wie folgt beschrieben wird: Zirka 22 Jahre alt, 1.66 Meter groß, schmale Ft- jur, trug ziemlich großen Filzhut, Hgrauen 21n. .na, gelbe Halbschuhe mit Einsatz, rötliche» Ober» hernb mit ebensolchen «tragen. Personen welche aber die angeführten Vorgänge Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei M'Oeilung zu machen. (Siebener Wochenmarktpreise. am 6. August (Hänblerpreise). 6» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 210, Matte 40, Käse 65, Wirsing 30, Weiß- kraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 30, rote Rüden 15, Spinat 40, Römischkohl 15—20, Bohnen 30, Lrdsen 35, Mischgemuse 15, Tomaten 35, Zwiebeln 20, Pilze 50, Kartoffeln 8, Frühäpfel 20—30, Fall- äpfel 8—10, Birnen 50, Heidelbeeren 60, Johannisbeeren 40, Zwetschen 60, Mirabellen 80, Reine- Hauben 60, Pfirsiche 140, junge Hahnen 100, Sup- penhühner 120, Weintrauben 100 Pf. je Pfund; (fier 14—15, Blumenkohl 10—100, Salat 5—10, Salatgurken 30—60, Einmachgurken 3—5, Ober- Kohlrabi 15, Rettich 20 Pf. je Stück, Radieschen Bund 15 Pf. e •• Herabsetzung der Sotspreife. Das städtische Gas- und Wasserwerk erläßt eine Be- kanntmachung, nach der bei einer Mindestabnahme von 3 Zentnern der Gaskokspreis herabgesetzt wird. Näheres siehe Anzeige in der gestrigen Nummer de» Gieß. Anz. •• Straßensperre Gleiberg —Gießen. Nach einer Bekanntmachung der ftrofborfer Polizewerwattuna im Amtsverkündigungsblatt (Nr. 62 vom 4. August) ist die Straße Gleiberg— Gießen wegen Vornahme von Walzarbeiten am Donnerstag, 6., und Freitag, 7. d. Mts., für jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt. •• Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung Frankfurter Künstler und der Bildhauer Ködding und Habicht ist Sonntag. 9 August, zum letzten Male geöffnet Die Ausstellung bleibt dann wie alljährlich bi« zum 1. Oktober geschlossen * Oeffentliche Dücherhalle. 3m 3uli wurden 1096 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 679, Zeil- ichriften 27. Jugendschriften 60. Literaturgeschichte 5. Gedichte und Dramen 38, Länderund BSlkerkunde 54. Kulturgeschichte 21, Geschichte und Biographien 65. Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 52, Heer- und Seewesen 8. Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 11. Religion und Philosophie 31, Hiaatswilfenschaft 9, Sprachwissenschaft 3. Fremdsprachliches 11 Bände. Aach auswärts kamen 11 Bände. • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehma rkt: 1036 Kälber, 258 Schafe. 484 Schweine. Bornotizen. — TageSkalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraste: „Der letzte Mann". - Astoria-Lichtspiele: „Chin-Ehin-Ehaw, der unersättliche Räuber. Landkreis Gicstcn. £ Heuchelheim, 6. Aua. Einen recht guten Erfolg erzielte die Turnerin Emma Mandler von der hiesigen Freien Turnerschaft bei der 1. 3 n- t e r n a t i o n a l e n Arbeiter-Olympiade in Frankfurt. Die schon vorher errungenen turnerischen Erfolge der betreffenden Turnerin berechtigten zu den besten Hoffnungen auf diesem größten Sportfest der Welt; die Erwartungen erfüllten sich, Frau Mandler gelang es, sich im Zwölfkampf für Sportlerinnen an die 11. Stelle aller Teilnehmer aus dem In- und Auslände zu fetzen. Unter den deutschen Mitbewerbern, die sich aus den Besten Deutschland» zusammensetzten, nahm sie den 7. Platz ein. Der Erfolg wäre ein noch größerer gewesen, wenn nicht durch besondere ungünstige Momente ein Teil der leichtathletischen Uebungen für die Turnerin nicht die sonst erreichten Punktzahlen bracht-. Der Vorsprung gegenüber den an. deren Teilnehmern mußte demzufolge in der Hauptsache aus den Geräte- und Freiübungen her. ausgeholt werden. ••! Heuchelheim, 5. äug. Hier wird eine große Turnhalle erbaut, die einen großen Saal für ungefähr 1000 Personen, einen kleinen Saal für 300 Personen, ferner eine große Buhne sowie Ankleide- und Geräteräume erhallen soll. Die Einweihung wird voraussichtlich am 1. November staltsindcn Der Kostenooranschlag beläuft sich auf tast 100 000 Mk. Das Wohnhaus wird erst (pater fertiggefteUt werden. • • Klein-Linden, 6. Aug. Als Lebensretter betätigte sich der in Klein-Linden geborene Alben Lutz vom V. f. B Königsberg (Oftpreu- sten), indem er in dem Ostfeebad Cranz unter eigener Lebensgefahr ein »Fräulein R., bi- etwa 100 Meter vom Strande schwimmend, völlig er- schöpft von den Dellen erfaßt worden war, in Sicherheit brachte. Die schon Ertrinkende hatte sich an seinem Bein festgeklammert, trotzdem gelang cs Lutz, der ein guter Schwimmer ist, die Dawe ans Land in Sicherheit zu bringen. Die Eltern des tarieren Lebensretters wohnen noch heute in Klein-Linden, ein Bruder in Wetzlar. — ■ — W ahenbor n-S teinberg. 4 Aug. Am kommenden Sonntag, 9. August, findet in hiesiger Gemeinde in der Zeit zwischen 10 Uhr vorm. und 8 Uhr nachm. die Beigeordnetenwab! statt. Linser jetziger Beigeordneter, Johanne« Philipp II.. versieht da« Amt seit seiner erstmaligen Wahl im 3ahre 1911 pflichttreu und umsichtig. Ein Wahlkampf dürfte unS daher wohl erspart bleiben. Kreis Schotten. Schotten, 4. Aug. Der seitherige Gen- darmerieoberwachtmeister Dörner in Groß- Umftabt ist als Kreiskommissar hierher versetzt worden und bereits seit einiger Zeit dienstlich hier tätig. — Die Aerzte der Kreise Schot- ten und Bübingen halten ab 1. August an Sonn- und Feiertagen keine allgemeinen sprech- stunden mehr ab. Damit muß eine liebe Gepflo- genbeit unserer Landbevölkerung, gerade den arbeitsfreien Sonntag für den Gang jjum Arzte zu wählen, verschwinden. Gleichzeitig ist die Aerzte- schäft der beiden genannten Kreise dazu überge- gangen, die Ausstände nicht mehr selbst zu erheben, sondern die Verrechnungsstelle in Bübingen mit ber Beitreibung zu betrauen. Für bie Rechner ber verschobenen Krankenkassen ist biefe Neuerung ziemlich belanglos. Aber man kann sich schwere Krankheitsfälle wirtschaftlich schwacher Nichtkassen- Mitglieder benfen, bei benen rücksichtslose Beitreibung durch eine nicht orientierte Stelle eine ziem- liche Härte bedeuten müßte. Deshalb wäre es begrüßenswert, wollte die Aerzteschaft Fälle dieser Art von ber allgemeinen Regelung ab,onbern ober wenigstens die Verrechnungsstelle anweisen, biefe mit besonderer Nachsicht zu behanbeln. Kreis Lauterbach. !*! Canter bad), 5. Aug. Der 6. Clugcnb- tag des Vogelsberger Höhenclubs jin- bet nächsten Samstag und Sonntag unter Ceituna des Professors Bender- Frankfurt statt. Nach dem Kriege war es Prof. Bender, welcher mit größtem Eifer und Geschick bie Jugendbewegung im V. H. C. organisierte. Die Verhandlungen für ben 6. Iugenbtag finben in ber Spieß-Turnhalle statt. Anschließend werden an mehrere Iugendgruppen Wimpel überreicht. Auch eine Iahrtausendfeier ist damit verbunden. Ihr Erscheinen haben u. a. bie Sugenbgruppen aus Frieboerg, Hungen, Vilbel, Lumbatal, Wetzlar, Ortenberg zugesagt. !•! Schlitz, 6. Aug. Sein SOjähriges Jubiläum als Bleichmeister der Leinwandfabrik Langhoinrich feierte heute Karl Rur 3. Die Firma und die Arbeiterschaft veranstalteten eine kleine Feier. Kurz ist Altoeteran von 1870/71. Kreis Büdingen. A Blofeld, 5. Aug. Hier wurde ein Kleinkali ber-Schütze nverein gegründet, dem sofort 23 Mitglieder beitraten. Da bergiges Gelände in unmittelbarer Rähe de« Dorfes liegt, laßt sich ein zweckentsprechender Schießplatz sehr schon einrichten. Kreis Wetzlar. ■ ■) Lützellinden. 4. Aug. Heute muhte infolge Motorschadens ein Verkehrsflugzeug ,Junkers 424“ auf einem Fluge von Essen nach Frankfurt in unserer Gemarkung eine Notlandung vornehmen. Das war ein Ereignis sowohl für unseren Ort als für die umliegenden Dörfer. In Scharen zog jung und alt hinaus in die Flur, um das „Ungetüm" zu bewundern. — In Hochelheim fanden heute die Reichsjugendweilkämpfe der Schulen der Bürgermeisterei Groß-Rechten ba ch statt. Punkt 3 Uhr begann der vorgeschriebene Dreikamps — 100-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf. Weitsprung —. Der erste Sieger erreichte 84 Punkte. Fast ein Drittel sämtlicher Schüler konnten mit einer Sieger- urkunde bedacht werden. Es war eine Freude, zu sehen, nut welcher Begeisterung und mit welcher Anspannung der jugendlichen Kräste in edlem Wettkampf um ein Diplom gestritten wurde Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 5. Aug. Die 44. ordentliche Hauptversammlung des Tierschuyoereins für Hessen findet am Freitag, 28. August, vor- mittags 11 Uhr. in der Turnhalle zu Lauterbach statt. Der Vorsitzende ber Hess. Biologen-Bereini- gung Werner Gunkel-Marburg spricht über „Bo- celirhuQ unb Bogelleben in unserer Hessenheimat". — Wie in anderen Stabten, sinb setzt auch m Darmstabt falsche Rentenbankschetne zu 10 Mark in Verkehr gebracht worben. Die Scheine sind etwas kleiner als bie echtem unb ihr Druck ist unsauber. Darmstadt, 5 Aug Die Technische Hochschule Darmstadt bat den Dr ing. h c. folgenden Herren verliehen Ingenieur Wiß. Grieß heim a M . Direktor und Vorstandsmitglied der E hemischen Werke GrieSheim Sleltton, Prof Dr. Schuhmacher- Mainz. Direktor des Aömisch-GermanUchen Zentralmuseum«, und Generaldirektor Wo Iss - Frankfurt a M. ‘ Darmftabt. 5. Aug. Da» Bezirksschofsen- gericht verurteilte ben Schlosser Hans Bähr au» Bochum, der aus Frankfurt mit einer Dime hier- hergekommen war unb verschiebens Wirtschaften besucht hatte, zu 13 Monaten Gefängnis, weil er auf offener Straße zwei junge Leute, bie ruhig baher- gingen, ohne jebe Veranlassung angefallen unb durch Messerstiche verletzt hatte. spd. Mainz. 5. Aug. Die Regengüsse der legten Tage haben eine wesentliche Erhöhung de- Wasser st andes in den heimischen Strömen bewirkt. Die seit Wochen dar- nicherlicqcnbe Lastschiffahrt konnte ihren Betrieb bereits wieder aufnehmen. Der Wasserstand ist für die Geiamrschiffahrt gegenwärtig recht günstig und dürfte nunmehr, wenn auch der Regen aufhort, längere Zeit anhalten, da die kleinsten Zuläuse reichlich Wasser zu Tal führen. * Alsbach, 5. Aug. Auf dem israelitischen Friedhof in Alsbach wurden 11 Grabsteine umgeworfen unb babei zum Teil zerstört. Die Täter sind bis jetzt noch nicht ermittelt. Hessen-Nassau. spd. Frankfurt a. M.. 5. Aug. Durch Fingerabdrücke wurde festgestellt, daß der sechAundzwanzigjährige Kellner Johann Spieß aus Frankfurt in München in ganz kurzer Zeit zwanzig Einbrüche verübt hat. Spieß ist vor einigen Wochen au« einer Strafanstalt entwichen und wird von Berlin und Leipzig gesucht. Er bedient sich offenbar eines falschen Tiamon« und führt falsche Papiere. Man nimmt jetzt an. daß er seine Einbruchstätigkeit nach einer andern Stadt verlegt hat. spd. Frankfurt a. M., 5. Aug. Zwischen Bad Homburg und Königstein, die wirtschaftlich schon lange miteinander verbunden sind und bis zur Besetzung dem gleichen Kreise (Ober- taunus) angehörten, wurde am Dienstag die feit Jahren ge'orderte unmittelbare Verbindung durch die Eröffnung einer Kraft omnibuslinie hergestellt. Der Omnibus fährt von Bad Homburg über Oberursel, Oberhöchstadt, Cronberg nach Königstein. Vorerst fährt nur ein Omnibus, später toctoen noch zwei eingestellt. Mit dieser Verbindung ist aber auch der VordertaunuS für den Wanderverkehr mehr als sonst erschlossen worden. Hanau a. M, 5. August. 3n den letzten Tagen sind hier 21 Typhuserkrankungen gemeldet worden. Die bakteriologische Untersuchung hat bisher in fünf Fällen Unterleibstyphus, in vier Fällen Paratyphus ergeben. Bei den übrigen steht das Resultat noch aus. Todesfälle sind nicht zu verzeichnen Eine bestimmte Ursache hat sich noch nicht feststellen lassen. Es sind jedoch alle Maßnahmen getroffen worden, um ein Weitergreifen der Seuche zu verhüten. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzlar, 30. 3ult. Wegen Unterschlag ung und Betrugs wird gegen den Kaufmann Heinrich Sch. früher in Wetzlar, jetzt in Frankfurt a. M. verhandelt. Der Angeklagte, der als Generalagent einer Versicherungsgesellschaft tätig war. hat seine Arbeitgeberin innerhalb der letzten beiden 3ahre um f a st 1 0 000 Mark geschädigt, indem er die einkassierten Gelder einfach für sich verbrauchte. Seine unsauberen Manipulationen verdeckte er dadurch, daß er einfach die Konten seiner Untervertreter mit den fehlenden Geldern belastete, wodurch er erreichte, daß bei zwei im 3ahre 1924 bei ihm wegen der vielen rückständigen Gelder voraenom- menen Kassenrevisionen nicht- ihn Belastende« vorgefunden wurde. Erst als ein Untervertreter, der wegen angeblich rückständiger 5200 Mark gemahnt worden war. sich hiergegen verwahrte, kam der ganze Betrug ans Tageslicht. Der An- geklagte, der vom Erscheinen im heutigen Termin entbunden ist, gab bei ferner kommissarischen Vernehmung die begangenen Verfehlungen zu. verweigert aber die Auskunft über die Verwendung der Gelder DaS Urteil lautet auf 6 Monate Gefängnis, wahrend der Staatsanwalt auf 9 Monate plädiert hatte. — Der Hilfsarbeiter Ludwig. $?. von Großen-Linden wurde auf feinen Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar über 20 Mark, weil er auf der Ortsstrahe in Lützellinden nachts groben Unfug verübt biben sollte, sreigesprvchen. 'J Wetzlar, 31. 3uli. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung war der Elektrotechniker 3ulius G von Burgsolms angettagt. weil er im Februar eine Anzeige gcmadM batte, wodurch er den Zeugen K aus Wetzlar wider besseres Wissen der Unterschlagung beschuldigte Da» Gertcht vermochte in dem Tun de« Angeklagten keine st ras bare Handlung gemäß der Anklage festzustellen und sprach ihn kostenlos frei — Der Schlosser Paul H von Wetzlar stand wegen Diebstahl« unter Anklage, weil er am 4 ds MtS seinem Arbeitgeber und zwei Mitarbeitern Werkzeuge entwendet hatte. Der Angeklagte war geständig!; er wollte auS Qlot gebandelt haben. Da« Urteil lautete auf 10 TKarf Geldstrase an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Tagen. — Drei Burschen von Garbenheim. der Arbeiter Wilhelm K, die Hilfsarbeiter Friedrich Sch. und August W. hatten am 2. Ofterfcfertag in trunkenem Zustand zwischen Wetzlar und Garbenheim Vorübergehende ohne jeden Grund angefallen, bedroht und mißhandelt Ein zufällig in Zivil vorbei kommender Schupooffizier sah dies und eilte den Leuten zur Hilfe Doch auch ihn griffen sie. trotzdem er sich als Polizeibeamter auswies, ebenfalls an. Drei Echuhpolizeibeamte, die von Wetzlar her durch eine andere Person herbeigeholt waren, trafen kurz nachher ein. nahmen nach anfänglichem Widerstand die drei Anhänge fest und brachten sie zur Wache, woselbst die Fest- ftcllunfl ihrer Personalien und dann ihre Entlassung erfolgte. Später erhielten die drei Uebel- tätcr durch Strafbefehle deS Amtsgerichts Wetzlar wegen des Widerstände« je zwei Wochen Gefängnis und wegen Bedrohung und Körperverletzung je IOC Mark Geldstrafe Hiergegen erhoben die Angeklagten Einspruch. Da die Tinge- llagten die von ihnen angerichteten Schäden wieder gut zu machen bestrebt, und auch sonst noch unbestraft waren, billigte ihnen das Gericht mildernde Umstände zu und ermäßigte die ursprünglich erkannten Strafen auf insgesamt je 1 0 0 Mk. Geldstrafe unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem I Angesicht-:' ber Bestrebungen, bie Stabt Gießen oerkehrslechnisch zu heben, erscheint es angezeigt, auf einen Mangel hinzuwciscn, ber barin besteht, baß in ber ganzen Stabt sich fast keine öffentlichen Wasserentnahme st eilen befinben. Bekanntlich bietet ber Brunnen in seinen verschiedenen Ausjührungsformcn reiche Möglichkeiten zur Ausschmückung und Belebung bes Stabtbilbes. Es sei hier nur an bie künstlichen Schüße öffentlicher Brunnen erinnert, wie sie Nürnberg unb manche an- bere deutsche Stabt besitzt. Die Wasserkunst bcs Kriegerdenkmals, bas im Bonnpunft ber Stabt Gießen auf bem Marktplatz steht, bietet einen recht kümmerlichen Anblick. Die Wasjerzustüsse sinb entmeber verstopft ober träufeln nur in örmlicher Weife. Die Becken sinb fast stets verschmutzt. Sonstige, in Form einfacher fabrikmäßiger Hybranten vorhandene Zapfstellen, wie in brr Walltorstrahe unb Kaiferallec, funktionieren meistens nicht. Ins- befonberc aber macht sich ber Mangel einer Zapfstelle auf dem Bahnhofsplatz be- merkbar. In ber Vorhalle ist überhaupt keine Wasser- entnahmestelle. Auf bem Vahnhossplaß befindet sich auf ber Insel ein Hybrant, welcher schadhaft unb abgestellt ist. In einem berartigen Sammelpunkt bcs Verkehrs ist jeboch bas Fehlen einer Wasser- Zapfstelle ein sehr bebauerlicher Mangel. Der bur- stigc Wanbercr, bie Zugtiere, bie Krastwagen, bie in einem solchen Punkte zusammenströmcn, sie alle wären für bie Möglichkeit, ein wenig Wasser zu entnehmen, bankbar. Eine Rückfrage bet ber Eisenbahn, ber ber Hybrant gehört, hat ergeben, baß ihr bie Nützlichkeit einer solchen Einrichtung nicht einleuchtct, bzw. baß sie nicht gewillt sei, bie Unterhaltungskosten dieses Hybranten weiter auf sich zu nehmen. Man möchte jeboch glauben, baß im Rahmen einer berartigen Anlage, rote sie ber Bahnhof Gießen barfteüt, bie Unterhaltungs- kosten für eine berartige simple Anlage, wie sie ein fabrikmäßiger Hybrant barstellt, keine Rolle spielen ober baß auch bie Stabt sich bewogen finben könnte, an biefer wichtigen Stelle ein Brünnlein fließen zu lassen. Verantwortlich für ben lokalen Teil. i. D. Ehrharb Evers. Möbel Betten • Matratzen • Federbetten Schlafzimmer • Speisezimmer Herrenzimmer in nur guter Ausführung auf Teilzahlung! J. Jttmann, Inh.: A.Brumlik, Bahnhofstr. 29 2 itböne große Zimmer in gutem Haufe unb Hefter Lage sosorr »u uermleten 74431) Plockttraße 13 T. Schön möbliertes Zimmer sofort zu verm. 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Für die so zahlreichen Beweise der Anteilnahme an unserem unermeßlich schmerzlichen Verlust sagen wir allen Mittrauernden, besonders dem Herrn Pfarrassistent für seine trostreichen Worte sowie den Schulkameraden unseres lieben Otto, die ihm ihre Freundschaft über den Tod hinaus bewahrten, unseren herzlichsten Dank. Nachhille-ÜDlerricht in Griechisch, Latein und französisch. Schrift!. Angebote unter 06504 an den Gießener Anzeiger. men M ein. & fanbem schleifen, werde j ifche Fi fen (ei. Frankri atlantij meinst Englar feine' herein müßte genüg, oerhar Uebrig reichs feiner rechtfe heißt nut । rung: euto] klar hmai Mach lichke Ula, Se Mi Gießen, 4. August 1925 z. 3- Katholisches Schwesternhaus 06509 Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Eberhard Muhl und Frau Frieda geb. Dörr. Wo kaufe ich am billigsten Offenbacher Lederwaren? Eine Tragödie des Alltags. — Hauptrolle: Emil Jannings Die Beerdigung fand auf Wunsch der Heimgegangenen in der Stille statt. 7455D Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen an Carl Plank und Frau Margrete geb. Kraft Ul Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes 3. August neue Kurse. .. Die machte waren daß d< Änvali mit d vlnnali Ärel wände in eie Oberti Sonia unb i von W ipeie teile stellt Nachruf. Am 3. August verschied schnell und unerwartet unser Vorstandsmitglied Herr Siegbert Jacob Derselbe war uns ein treues allseits beliebtes Mitglied und werden wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 7«oD 1. Gießener Billard-Club 1924. Attro gen 6 kern, । Jafter dienen d-r et fc" Zu verkaufen Gut erhaltene, getragene Anzüge von IS.— Mk. an, auch Anzüge für korpulente Herren, sehr billig. SoivieSvortu.Burschenanzüge und einzelne Sakkos und Hosen. Frack-, Smoking-, Gebrock-, Cutaway-Anzüge in allen Preislagen. 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Sohn und Schwiegervater Herr Richard Compter Eisenbahn-Obersekretär i. R. im 66. Lebensjahre, nach kurzer, schwerer Krankheit sanft in dem Jg. Hühner, beste Legerasse,zerlegbare Stävch Lief.blU.BeliügelhoIi Mergentheim F. 38. Katalog frei. (549id Gießen, den 5. August 1925. Die Beerdigung findet Freitag, den 7. August, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 74681) Tücht. Generalvertreter für einen neuen, konkurrenzlosen Artikel, der bei den Behörden, der Industrie und allen Haushaltungen ständig gebraucht wird, gesucht. Zur Uebernabme eines Lagers find ea. 1000—2000Mk. oder entsprech.Sicherheit erford.Größte Verdtenstmöglichk.!Eil-Offert.unt. .l.V.2372anJnoaltdendanr, Sinne.- Erved , Frankfurt a. M. 7452id Heute morgen 3 Uhr entschlief sanft nach langem,schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser liebes Melinchen im Alter von 21 Jahren. 7450V Die trauernd Hinterbliebenen: Familie Friedrich Ludwig Reuschling iii n 3 Die Die \i noch taum nötige, europö Wssen gestehe Nachtr! >st, SW um 1 (chwöt kaiteir wähni beulfrf noch j gebonl $a‘. Coiiicr ihren < angedf W nale 1 opsen Rahn fen. allere für unseren ges. gesch. volkswirtsch. hochwichtigen Artikel (Abnehmer: Landwirtschaft, Industrie u. Privat) gesucht. Die Uebernabme uns. bezirksweisen Allein - Vertretung garantiert einen usjid sehr hohen Verdienst! Es kommen nur seriöse und befähigte Herren in Frage, die in der Lage sind, das im Anfang unbedingt erforderliche Lager käuflich gegen Barzahlung zu übernehmen und über mindestens500—3000 Mark verfügen und damit unsere Gesamtproduktion auf eigene Rechnung um setzen helfen und noch andere laufende kommende Schlager großzügig dazu aufnehmen können. Allererste Referenz, v. 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Mit diesem Bilde wollen wir auch diese Anzeigenserie, die eine außergewöhnlich große Beachtung gefunden hat, abschließen und wieder etwas Neues bringen. viele Leser haben über die Malcrscherze geschimpft, überaus zahlreiche Leser dagegen haben sich über sie herzlich gefreut. Gelesen wurden unsere Anzeigcnte-cte von Allen. Llnsere Präparate wurden fleißig gekauft, weil sie gut und überaus preiswert sind und infolgedessen trotz der Geldnot von allen Bevölkepungskreisen erworben werden können. Oie Kukirol-Präparate sind die am meisten gekauften Fußpflege-Präparate, und wer sie nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern wert auf saubere und gesunde Züße legt und sie infolgedessen selbst anwendet, dec bestätigt uns stets, daß wir in unserer Propaganda in bezug auf die Qualität unserer Präparate nur das versprechen, was diese auch wicklich halten. 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Hebbel Hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstratze 24 I. SamStag, 8. Aua.: Beteinsom .Stadt 8ick". 7iyc la Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck im fast vollendeten 62. Lebensjahre. Die tiefgebeugten Hinterbliebenen: Elisabeth Ewald, Dr. phil. C. M. Ewald Zollinspektor Obst und Frau Lotte geb. Ewald. Hanau, den 4. August 1925. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. August, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Kattenstraße 4, aus auf dem Kesselstädter Friedhof statt 7439D Nach Gottes Rat verschied Sonntag mittag 1 Uhr nach schwerem Leiden mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, unser stets treubesorgter lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Karl Ewald Waisenhaus-Bürodirektor voiinerstag, o. August (925 «iezener Anzeiger (ivenerat-Anzeiger für Gderhe»e>i, Nr. (82 Zweites Blatt meister Mar Möckel Vorbehalten, in jahrelang« GrfDdcbung des Problems baS eigentliche Geheim- nis der italienischen Meistergeigen zu lösen. Wie Dr. Alfred Dradenwitz in der Leipziger .Illustrierten Zeitung' berichtet, kam Möckel au' den Gedanken, dast der sogenannte .Goldene Schnitt", die eigenartige Linienausteilung, bei der der kleinere Ab- schnitt zu dem größeren im gleichen Verhältnis steht wie der gröhere zur ganzen Linie, beim ita- lienischen Geigenbau eine "Rolle spielen könne. Hat man den .Goldenen Schnitt' doch auch bei den Formen des menschlichen Körper» und bei den Verhältnissen mancher Kunstwerke nachgewiesen. Geometrisch erfolgte ja eine Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt im regulären Fün'eck. dem Pentagramm. und eS gelang Möckel, ein aus Pentagrammen bestehendes Schema zu schasten. da« die De- grenzungülinien der klassischen Geigenform darstellt. Durch vier reguläre Fünfecke wird die Form bestimmt, auf der sich die ganze weitere Entwicklung der einzelnen Geigenteile aufbaut. "Dill man die Linienführung irgendwie abändern, so braucht man da« Schema nur zu verkürzen ober zu verlängern, um aus den neuen Begrenzungslienien wieder reguläre Fünfecke herzustellen und damit die Grundlage für neue Geigensormen zu schaffen. Es ist schwer zu verstehen, wie die einfache Konstruktion so vollkommen verloren geben konnte, nur zu erklären aus den strengen InnungSvorschristen der alten Geigenbauer, die den Meistern verboten, die alten Formen zu übernehmen. Natürlich haben auch die grohen Geigenbauer eisersüchtig über die Gcheiinhaltung ihrer .Konstruktionen gewacht und ihre Zeichnungen stet« vernichtet. Möckel konnte aber feststellen, das) im Nachlaß des AntoniuS Stradivarius stch zwei eigenhändige Zirkelkonstruttionen der F-Löcher befanden, und diese Zeichnungen konnte er so ergänzen, daß sie sich vollständig mit der von ihm durchgesührten Gesamtkonstruktion decken. Beim Sau einer Geige nack diesem Schema muh man natürlich auch den -seit geraumer Zeit bekannten - italienischen Lack verwenden. Möckel baute nach der von chm ausgestellten Theorie eine Anzahl Instrumente, die stch den besten Schöpfungen eines Stradivarius oder Guanerius durchaus gleichwertig zeigten. Damit ist es endlich geglückt, den altitalienischen Meistern ihr so lange gehütetes Geheimnis vollständig abzu- lauschen Strafkammer Gießen. Gießen, 5. Slug. Durch Urteil des hiesigen Schöffengerichts vom 10. 6. 25 waren der Invalide Johann (Beorg E. von Kiesten und seine Ehefrau wegen schwerer Kuppelei zu Gesängnisstrasen von 1 Jahr 3 Monaten bzw. "2 Jahren und ,e 5 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Gegen dieses Erkenntnis hatten die Angeklagten und auch die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt. Nachdem unter Ausschluß der Oefsentlichkeit heute tue Be- weisaufnahme bereits teilweise stattgefunden hatte, nahmen die Angeklagten und sodann auch die Staatsanwaltschaft das von ihnen eingelegte Rechtsmittel zurück, das Urteil des Schöffengerichts wurde hiermit rechtskrästig. Wirtschaft. Die deutsche Wirtschaftskrise. Düsseldorf, 4. Aug. (OB'S.) Heute fand hier die Mitgliederversammlung deS Verein« Deutscher Eisen- und Stahlindustrie 11 e r imb deS Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in dem Rheinland und Westfalen statt. Der Vorsitzende Dr. Reu sch, der die Versammlung eröffnete, verbreitete sich über die Sorgen der Wirtschaft und erklärte u. a.: Unsere Wirtschaft befindet sich in schweren Zuckungen; insbesondere die wichtigen Grundstoffindustrien, Kohle und Eisen, sind von ernsten Krisenerscheinungen befallen. 3m Lohnwesen haben wir seit Anfang 1924 Steigerungen zu verzeichnen, die an die Inflationszeit erinnern. Die Vorkriegslöhne sind längst überschritten, mindestens gehen die jetzigen Löhne in ihrer Kaufkraft weit über die Vorkriegs lohne hinaus. Solange die Zwangswirtschaft im Lohnwesen nicht verschwindet, können wir nicht gesunden. Auch durch die Erweiterung der sozialen Versicherungen werden der Wirtschaft immer neue Lasten aufge- bürdet. Allein durch die in den letzten Wochen beschlossenen Aenderungen im Unfallver- sicherungsgeseh, den Ausbau der An- Deutschland und „Paneuropa". Don Otto Corboch. Wenn der paneuropäijche Gedanke, so wie er sich im Kopfe des österreichischen Politikers, Grafen Eoudenhooe-Kalergi gestaltet hat, richtig wäre, so gäbe es gerade für das deutsche Volk nichts heilsameres, als sich ruckhaltslos dazu zu bekennen. Das gute Beispiel würde seine Feinde moralisch entwaffnen, die paneuropäische Bewegung würde alle führenden Geister Europas in ihren Bann ziehen und das Ideal der „Bereinigten Staaten Europas" wäre binnen kurzem verwirklicht. „Pan- europa" wurde dann alle Wunden, die der Krieg ,chlug, rasch heilen. Die unsinnigen Grenzen, die der Versailler Frieden zog, hätten nunmehr pa- pierne Bedeutung, in der Wirklichkeit würde der Verkehr hemmungslos über sie hin- und herfluten und die wirtschaftlichen und kulturellen Bezichun gen zwischen den Völkern immer enger gestalten. „Paneuropa" soll zwar R u ß 1 a n d und E n g - land nicht einschliesten, aber da es über den Ko- lonialbesitz der übrigen Staaten verfugen wurde, bedeutete es eine ebenbürtige Größe im Vergleich m den schon bestehenden „politischen Kontinenten : Sowjeirußland, dem britischen Weltreiche und Panamerika. In sich einig und jeder äußeren Bedrohung gewachsen, könnte „Paneuropa" die gewaltigen Energien, die es bisher auf Krieg und Rüstungen verwendete, „zu produktivem Schassen zusammenschließen", könnte es „weite Strecken ber Sahara in Weideland verwandeln — wie das einige Amerika seine westlichen Wüstengebiete in Siedlungsgebiete, zum Teil sogar in Gärten verwandelt hat: es könnte die Schlafkrankheit in Innerafrika ausrotten und den Urwald des Kongo durch Plantagen zur Rohstoffquelle der europäischen Induftne umschaften. Wie schade, daß wir noch nicht so wett sind! Wie schade vor allem, daß die Kräfte, die heute noch die europäische Wirklichkeit gestalten, uns kaum die Luft zum Atmen gönnen, geschweige die nötige Muße, solch schonen Idealen wie dem „pon- europäischen" nachzustreben! Man denke an das Massenelend deutscher und oolnischer Optanten, und gestehe, daß die Leidenschaften, die im Europa der Nachkriegszeit, die eine Zeit zwischen Weltkriegen ist, gegeneinander wüten, nicht von der Art sind, um sich mit paneuropäischen Träumereien be schworen zu lassen. Nur moderne Aeftheten mit kaltem Herzen und umso schwülerem Kopse können wahnen, den Völkern Europas im allgemeinen, dem deutschen Volke im besonderen könne zur Zeit mit noch so schönen allgemeinen Dölkeroerbrüderungs- gebauten gebient sein. Das würben freilich auch die Paneuropaer Eoudenhovenscher Observanz einsehen, wenn sie ihren Gedanken nur zu Ende dächten. Sie wollen angeblich die Freiheit des deutschen Volkes, sein Selbstbestimmungsrecht, seine Kultur, seine nationale Existenz nicht auf dem Altäre ihres Ideals opfern. Wir wollen uns gerade im Gegenteil im Nahmen Paneuropas frei auswirken dürfen. Wäre es ihnen ernst damit, so müßten sie in allererster Linie die Revision der Verfall- (er Friedens und des Dawesabkommens, sowie die A b r ü ft u n g u nf er er Nachbarn fordern. Das fällt ihnen aber nicht cm. Sie packen den Stier nicht bei den Hornern, sandern am Schwanz, und er wird sie daher mit sich chleifen, wohin er will. Frankreich, meinen sie, werde schon abrüsten, wenn erst das paneuropa- ische Friedens- und Freundschaftsbündnis geschissen sei. Ihr ahnungslosen Engel! Das moderne Frankreich fühlt sich viel mehr als Mitglied einer atlantischen denn einer europäischen Kulturgemeinschaft; es weiß die Tatsache zu würdigen, daß England seiner Bundesgenossenschaft bedarf, weil es feine Inseln in einem zukünftigen Kriege von vornherein am Rhein und an der Schelde verteidigen müßte, und das macht es von dem übrigen Europa genügend unabhängig, um in dem Bestreben zu- verharren, es mit Gewalt in Schach zu halten. Uebrigens läßt Coudenhove die Rüstungen Frankreichs und seiner Vasallenstaaten im letzten heft (einer Zeitschrift „Paneuropa" auch ausdrücklich rechtfertigen. Solange Rußland nicht ab ruft e, heißt es da, könne der europäische Friede im Osten nur gewährt werden durch eine zweifache Sicherung: Durch die europäische Uedermacht und den europäischen Friedenswillen. Damit ist klipp und klar ausgedrückt. worauf Coubenhoves Paneuropa hiuausläust: Deutschland soll als politische Macht endgültig lahm gelegt und jeder Möglichkeit beraubt werden, durch eine selbständige Eindrücke von der pariser Uunstgewerde-Ausstellung. Don Pros. C. Fries. Die Wahl des Geländes für die Ausstellung machte zunächst Schwierigkeiten. Staat und Stadt waren im Widerstreit, bis man sich dahin einigte, baß der Staat den Grand Palais und die Stadt den Invalidenplatz hergab. So umfaßt die Ausstellung mit dem Pont Alexander III. und dem Pont des Invalides einen Teil der Seine, auf der bu von Poiret zu Restaurants und TH6s dansants umge- wandelten Pöniches, unseren Spreekähnen ahnsich, in elegantesten Farben blühend und vop befrackten Oberkellnern durcheilt, schaukeln. Bald werden auch Fontaines lumineuses aus dem Strom auffteigen und im Kreuzfeuer verschiedener Scheinwerfer bunteste Wassersäulen zeigen. Der große Glasobelisk von ßalique mit seinen schuppenartig anliegenden Kristallplatten in öeegrün wird dann auch Fluten speien. Die vier Riesentürme von Blumet, die archi- lektonisch ganz belanglos das Mittelstück der Ausstellung bilden, derben als Riesensterne die Nacht erhellen. Kurz, wenn erst alles fertig ist, wird man allerdings sagen können: Das hat die Welt noch nicht gesehen. Was an Glanz, an Pracht, an Farben- schönhsit hier vereinigt ist, übertrifft alles bisher Gewesene. Man staunt und schaut. Der Park der Attraktionen wird unzählige, neuartige Belustigungen bringen. Man wird Im Karussell auf den Schultern, auf den Armen, dem Rücken, dem Schoß riesenhafter komischer Gestalten sitzen, die statt der Sessel dienen. Welche Rolle die Musik spielen dürste, wird der ermeffen, der mit der Gastkarte bei der Er- öffnunazeremonie das Riesenorchester hörte, das die Marseillaise und Konzertstücke vor und nach den Ministerreben Horen liefe. Herr Doumergue erklärte mit lauter Stimme die Ausstellung für eröffnet, die Garde Röpublicaine flankierte in schimmernder Gala den Auszug der Regierung und des Corps Diplo- mattque, und so war die Ausstellung eröffnet, wenn man auch in Wirklichkeit nichts sah als einen riesigen Die Buchkunst war immer ein Ruhmestitel der Franzosen, die mit ihren Lederbänden mit starken Bünden und Goldschnitt einen eigenen Stil zeigten. Jetzt gestaltet man den Einband mit freier, expressionistischer Kraft und weife ihn dem Inhatt formal an- zugleichen, wie übrigens Paul Karsten bei uns immer getan hat. Die Bände von Pierre Legrain verdienen wahre Anerkennung. Uebrigens kann ich es nur für eine Spielerei halten, wenn hiriart Tri- bout und Beau in ihrem Bau des Berlages Crds die Form von Büchern nachahmen deren Rücken als fannellierte Säulen mit Inschrift als Etikette gefaßt find. Das liegt jenseits der Kunst. Die Textil- und Modeabteilung zeigt Frankreich auf feinem eigensten Gebiet, und was hier an Schönheit und Geschmack geboten wird, ist wohl nicht zu überbieten. Es liegt dem Volke im Blute. Man sieht in den Straßen von Paris wohl keine Dame, die nicht geschmackvoll gekleidet wäre. Die Auslagen in diesen Magazinen sind genußreich. Kurz und gut, es wird auf allen Gebieten Schönes und Anregendes gezeigt, wenn auch in vielen Fällen der Eindruck besteht, daß nicht immer die reine Kunst, sondern die Freude am Geschmackvollen, Zierlichen, Graziösen, Anmutigen den Hauptimpuls des Schaffenden bar- stellt. Die wuchtigen, großen Linien unserer gebantentieferen Kirnst sind dort nicht Derbreitet, und man mufe sagen, daß eine Beteiligung Deutschlands, ble wegen der verspäteten Einladung und, wie es hieß, aus finanziellen Nöten heraus abaelehnt wurde, uns vielleicht sehr genützt und unser Ansehen gesteigert hätte, wenn auch das Kunstgewerbe weniger als die Kunst selbst unsere Domäne barstellt. Was nun die anderen Staaten anbetrifft, so war der Norden zuerst auf dem Plan. Dänemark bringt entzückende Produkte seiner Porzellanmanufaktur, deren Formenschatz sich erweitert hat. Schweden zeigt interessante Textilwaren, Bücher, Möbel, Japan hat ein stilechk gebautes heim, in dem es feine Teppiche, Porzellane, Gemälde, Flechtwaren, Metalle und Geräte zeigt, ohne sonderlich Neues yi sagen. Die anderen Länder find noch nicht am dem Plan. Der Besuch ist trotz der langsamen Fertigstellung sehr rege, und zählt Sonntage noch hunderttausend«^ Tor im Kreise stehen, wirken eher roie_ eine technisch notwendige Anlage als wie eine künstlerische Begrüßung der Völker Europas. Also architektonisch sind die Franzosen zurückgeblieben und werden von Deutschen und Holländern in den Schatten gestellt. Unser Belling oder Poelzig hätte einen Pavillon gebaut, der stärkere Konturen zeigte. Leider hat man die Einladung abgelehnt. Auf dem Gebiet der Innendekoration gewinnt man schöne Eindrücke. Man gibt zu, daß das russische Ballett auf alle Kunst revolutionierend gewirkt hat. Ader Meister Poiret hatte bereits die neuen, kühnen Farben eingeführt. Da sieht man etwa einen Raum von Barbedienne ganz in Alabasteroerkleidung. Zwischen Pilastern, die die Wände gliedern, sieht man Bronzereliefs in Nischen, während der Boden dunkle Mosaiken xeigt. Oder ein Bogengang mit Glasdach von Sezille und Rapin, auf grauen Pfeilern ruhend, zeigt die Vitrinen der Keramik in femabgeftimmter Tonung. Die Halle mündet in eine architektonisch gegliederte rote Querwand. Der Kongreßsaal von haubold und Magne zeigt gelbe Wand- und Plafondlönung bei violetten Sitzreihen auf bor- beaurotem Grunde. Der in Grün und Graugelb gegliederte Verkaufsraum des Hauses Jean Luce von Sszille stimmt gut zu den keramischen und Glas- objetten des Innern. Nicht ganz frei von ostaflati- schem Einschlag scheint der Speisesaal für eine Gesandtschaft von Sszille, Selmersheim und Rapin, der als Tonnengewölbe mit Glasdaw auf roten Pfeilern und Säulen ruht und weißgelb schachbrettartige Musterung des Mosaikbodens zeigt. Auch ein Interieur des Generalkommissariats von Lalanne verdient Erwähnung. Es zeigt braun marmorierte Wände mit dunklem Paneel, blaue Säulen, bron« irrten Deckenfries und violette Fenstervorhänge und Teppiche, ein Gesamtembruck von eigener Dor- nehrnheii. . Die Keramik ijt fein entwickelt. Die Glaskunst zeigt vor allem bte Meisterwerke von ßalique. Es gewährt eigne, hohe Genüsse, am Derdömeplak seine weiten Räume zu burchwandeln unb ben zahllosen Vitrinen bie Unerschöpflichkeit einer auf ein Material konzentrieren Individualität zu betrachten. Bauplatz, auf bem an den meisten Türen stand: I (Eintritt verboten. Mit rühmlicher Gelassenheit unb frei von jeber Ueberstürzung gerieten bie herftellungsarbeiten bann in Gang. Man muß ohne Ironie anerkennen, daß eine große Arbeit geleistet worben ist. Es sind Bauten von mächtigem Umfang in folibem Mate- rjpl errichtet worben, unb jetzt geht man wie burch tlnen ffiunbergarten ber Schönheit unb Pracht. Besonders die gärtnerischen Anlagen entzücken unser Auge immer wieder. Die Franzosen wißen dem Material Farben und Formen abzugewinnen, die uns noch nicht geläufig find, unb von benen wir viel lernen können. Em ganzes Chaos von mannigfachstem Material, glasierte, hellblaue Kacheln umgeben Teiche, Blumenbeete türmen sich zu flachen Pyramiben, bie Wege sind mit kunstvoll abgetönten unb geformten Kacheln geschmückt, kurz, man hat ben Eindruck eines Irrgartens ber Lieblichkeit unb Anmut. Weniger hoch steht bie französische Kunst, wie gesagt, auf bem Gebiet des Bauens. Don all diesen Riesenbauten hat kaum ein Zehntel eine wirklich neuartige interessante Form. Die großen Warenhäuser Lasayette, Printemps, Bonmarchs usw. konnten es sich wahrlich leisten, erfttiaffige Bau- künstler zu verpflichten und haben es auch getan. Aber das Bauen selbst steht in Frankreich nicht so hoch. Lambert, Sauoage, Plumet werden sehr bewundert. Aber für uns sind ihre Schöofungen veraltet, unoriginell, ideenlos. Sie wiederholen bie (anbläufigen Gebanken, bie man seit Jahrzehnten unb länger kennt, wenn sie auch nicht gerade die alten Stile kopieren. Plumet baut einen Pavillon des Handwerks, den sogar deutsche Kritiker beroun- berten, ohne anscheinenb zu merken, baß es sich allein um eine unbegabte Nachahmung ber Casa bei Denetti in Pompeji handelt, jenes Atrium, dessen Gartenanlagen man mit neuen Blumen auffüllte, um einen Begriff von bem antiken Zustanbe zu geben. Der Pavillon Lasayette von Sauoage ist nichts als ein großes Wigwam, ein Riesenzeltbau mit flacher lürfafiabe, allerdings sehr apart und fein bemaltem Dach. Auch die zehn quabrattschen Türme, die an ber Place be la Toncorde als künstlerisches Fühlungnahme mit ben Ostoölkem sich allmählich roicber aus einer Lage zu befreien, bie man mit ber eines Urroalbbaumes vergleichen kann, ber in der eisernen Umschnürung einer Würger" Liane förmlich erstickt. Alle bisherigen wirklich großen kontinental- europäischen Begebungen waren gegen die poli- t.sche Vormundschaft der britischen Seemacht gerichtet. Was Wunder, baß auch Coubenhoves „Pan-Europa-Bewegung" in ben Verbacht geriet, bafe ihr e n gla nb f e i nb11 d) e Tendenzen innewohnten. Man hat ihr unrecht getan. „Couden- Hove", versichert die Zeitschrift „Paneur^pa" (fieft 7 8), „ist sogar ausgesprochen anglophil: Er wirbt für die Einführung des Englischen als internationale chilfssprache und fordert als wesent- lichen Punkt feines Programms die engste Entente zwischen Pan-Europa und England." Die Grund- eften des britischen Weltreiches wanken unter den Erschütterungen kontinentalpolitischer Bewegungen in anderen (Erbteilen, nur in (Europa soll es eine Kontinentalpolitik geben können, bie „ausgesprochen anglophil" ist, bie weder die Freiheitsbewegung der Inder, noch die der Aegypter billigt unb ben eigenen Kontinent nur in ber Berftüm melung zu bejahen wagt, in ber ihm der britische, französische und amerikanische Imperialismus ein Recht zu leben gestattet. Unb einem solch jämmerlichen Gebilbe zuliebe, bas aller Trabition echter europäischer Kontinentalpolitik widerspricht, soll das deutsche Volk feinen eigenen politischen Willen auf- geben! Es gäbe keinen schlimmeren Verrat an ber wirklichen politischen Tenbenz Gesamteuropas. Die Zukunft Europas liegt in ber Linie des Selbst- beftimmungsrechtes des deutschen Volkes, und der Kampf um dieses bedeutet vorläufig einen unerbittlichen Kampf vor allem gegen die gegenwärtige europäische Umwelt, der gewiß auf beut- scher Seite nicht mit kriegerischen Mitteln ausgefallen werben kann, ber aber in erster Linie voraussetzt, baß wir ebenso rücksichtslos Freunbe unb Bunbesgenoffen in allen Weltteilen zu gewinnen suchen wie unsere Feinbe im Kriege solche gegen uns zu gewinnen wußten. (Eine geschichtliche (Erinnerung. Don Gras Pvfadowfkh Im Jahre 1505 muhte einer meiner Vorfahren. Ambrosius von Jenkwitz, Rat der Stabt Vreslau, dem ehrbaren Rate geloben, in 14 Tagen 1 Mark (= 334 Gramm Silber) aufzulegen, „darum, daß er in der Ratssitzung l m grymme off den Tisch geschlagen und aus eigener Dewegrruh off gestanden und von bannen gegangen ist." (Ratsarchiv der Stadt Breslau, Hs., G. 5.64.) Wie hoch würde es wohl der ehrbare Rat deS mittelalterlichen Breslau geahndet haben, wenn das Mitglied einer gesetzgebenden Versammlung statt auf Öen Tisch „im grymme" auf einen feiner Kollegen geschlagen hätte, von wörtlichem Beleidigungen und Störungen der Verhandlungen ganz zu geschweigen? Wenn alle Mitglieder einer gesetzgebenden Versammlung in ähnlicher Weise geahndet toürben, welche „offstehen und aus eigener Dewegnuh von dannen gehen" so könnte dadurch bei der fortgesetzten Leere der Sitzungssäle ein erheblicher Betrag der Ver- waltungsiosten dieser Versammlungen gedeckt werden. Die so viel gerühmte „Kultur" hat m unseren Tagen ungeahnt herrliche Fortschritte gemacht. Don ber Volkszählung in Oberhefsen. Die Einwohnerzahl im Streife Alsfeld. Insgesamt ortsanwesend am 16. Juni 38 009, davon männlich 18 335, weiblich 19 674. Rus die Buntes Allerlei. Der Geigenbau nach dem Goldenen Schnitt. Die kurze Blütezeit des italienischen Geigenbaues hat die Welt mit einer Anzahl Meister« geigen beschenkt, deren Vollendung nie wieder erreicht worden ist, so sehr man sich auch bemüht hat, den Geheimniffen ihres Baues auf die Spur zu kommen. Schon bald nach dem Verfall dec von Sttadivarius und Guanerius begründeten Schule hat die wiffenschaftliche Forschung versucht, das Geheimnis zu ergründen, und man hat bald in der gegenseitigen Abstimmung der Refonanzplatten; bald in dem dabei verwendeten Lack oder Holz den wichtigsten Teil erblickt. Merkwürdigerweise aber hat man das Rächstliegende, die charakteristische Form der alten italienischen Geigen und die Ver- hältniffe der einzelnen Teile zueinander, wenig beachtet, und so war es dem Berliner Geigenbau- Ort: männl. weibl. zus. Bleidenrod 131 136 267 Brauerschwend 256 270 526 Bühseld 115 121 236 Burg-Gemünden 394 362 756 Dannenrod 130 103 233 Deckenbach 201 209 410 Ehringshausen 373 295 668 Sifa 236 308 594 Elbenrod 144 168 312 Elpenrod 198 203 401 Erbenhausen 135 149 284 Ermenrod 179 168 347 Eudorf 185 228 413 Eulersdorf 60 67 127 Fischbach 35 45 80 Flensungen 237 240 477 Gleimenhain 98 98 196 Gontershausen 96 97 193 Grebenau 322 365 637 Groß. Felda 506 520 1026 Haarhausen 87 75 162 119 123 242 131 140 271 Heimertshausen 175 165 340 Helgersdorf 83 97 180 Höingen 47 69 116 Homberg 690 724 1414 5) r vf gart en 156 157 313 Ilsdorf 73 64 137 Kestrich 134 140 274 Kirtorf 403 413 816 Lehnheim 176 191 367 Lehrbach 169 191 ' 360 Leusel 290 294 584 Liederbach 175 182 357 Maulbach 207 227 434 Merlau mit Kirschgarten 334 341 675 Münch-Leusel 41 47 88 Rieder-Breidenbach 92 94 186 Rieder.Gemünden 253 267 525 Rieder-Ofleiden 249 249 498 Rieder-Ohmen 655 667 1322 Ober-Breidenbach 229 274 503 Ober-Gleen 271 281 552 Ober-Ofleiden 178 157 335 Ober.Ohmen 312 368 680 Ober-Sorg 75 70 142 Ohmes 162 219 381 Otterbach 69 59 128 Rainrod 262 252 514 Reibertenrod 68 82 150 Reimenrcch 67 72 139 Renzendorf 54 54 108 Romrod 388 444 832 Rülfenrod 63 67 135 Ruhlkirchen 227 281 508 Ruppertenrod 304 362 666 Schadenbach 89 105 194 Sctzlvabenrod 130 145 275 Schwarz Seibelsdorf 344 114 346 HO 690 224 Stomdorf 356 401 757 Sttebendorf 141 155 . 296 Udenhausen 156 159 315 Anter-Sorg 29 40 69 Vadenrod 208 215 423 Vocken rode 117 138 255 Wahlen 203 247 450 Wallersdorf 100 108 208 Wc-ttsaasen 110 110 220 Windhausen 179 213 392 Zeilbacb 81 107 188 3eH 308 324 632 Orte des Kreises verteilen sich diese Gesamt- ziffern folgendermaßen: Ort: männl, weibl. zus. Alsfeld 2437 2659 5096 Altenburg 371 402 773 Angenrod 247 279 526 Appenrod 145 153 293 Arnshain 190 218 408 Atzenhain 247 278 525 Bemsburg 143 160 294 Dernsfeld 215 226 441 Bieben 109 137 246 Billertshausen 119 128 247 s v:'V gestelltenversicherung, das Gesetz über die Wochenhilfe und die Mehrleistungen an Invalidenversicherung erwächst eine neue Belastung von 350 bis 450 Millionen Mark im Jahr. Während die sozialen Lasten im Deutschen Reich 1913 mit 1102 Millionen Goldmark berechnet berechnet wurden, betrugen sie 1924 1696 Millionen Mark, mit Einschluß der Staatszuschüsse 1923 Millionen Mark. Die nach Annahme des neuen Gesetzes der Wirtschaft auferlegte soziale Last ergibt nach den angestellten Berechnungen einen Betrag von 2676 Millionen im Jahre. Runmt man die Zahl der Versicherten mit 18 Millionen Arbeitnehmern an, so ergibt sich in Zukunft eine Belastung von rund 149 Mark auf den Kopf des Versicherten, gegenüber 68 Maick 1913. Auch die steuerliche Belastung hat in den letzten Jahren eine Erhöhung erfahren, die in starkem Widerspruch zur Produktionskraft der Wirtschaft und der Kapitalarmut des deutschen Volkes steht. Wenn auch die neue Steuerreform kleine Erleichterungen und Verbesserungen bringt, so geht doch die übereinstimmende Auffassung der Wirlschaftskreise dahin, daß die Steuerreform den wirtschaftlichen Verhältnissen und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in keiner Weise Rechnung trägt. 1924 wurden der Wirtschaft 11 bis 12 Milliarden Mark entzogen. Dies ist dreimal so viel wie vor dem Kriege. Schätzt man das Volkseinkommen auf 24 Milliarden, so ergibt sich, daß 46 Prozent des Volkseinkommens für öffentliche Zwecke verbraucht wurden. Selbst unter Zugrundelegung der höchsten Schätzung des Volkseinkommens auf 35 Milliarden Mark würde sich noch eine Belastung von 3373 Prozent ergeben. Rach der von der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller zusammengestellten Statistik haben vom 1. 4. 1924 bis 31. 3. 1925 die Unternehmungen des Bezirkes dieser Gruppe im ganzen 71 460 754 Mark Steuern bezahlt Die entsprechende Steuerlast betrug 1913 16 744 241 Mark. Schon heute kann festgestellt werden, daß diese Unternehmungen, obwohl sie keinen Gewinn erzielten, diese Steuerlast von rund 7172 Millionen Mark aufbringen müssen. Vergleicht man die Gewinnziffern dieser Unternehmungen von 1913 mit der Steuerlast von 1924, so ergibt sich eine Steuerlastztffer von 58:374 Prozent. Bei einigen Unternehmungen stellt sich die Ziffer bis auf 89,85 Prozent. Das bedeutet, daß die gegenwärtige Steuerlast so groß ist, daß sie auch in normalen Zeiten den größten Teil des Reingewinns verschlingt. Ohne eine grundlegende Finanzreform hilft aber auch die Steuerverordnung keineswegs. * Aufhebung der Ausfuhrverbote für Getreide und Mehl. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren,, werden die noch bestehenden Ausfuhrverbote für Getreide und Mehl im ßaufe der nächsten Woche aufgehoben, und zwar mit der Annahme der Zollvorlage oder bei Vertagung des Reichstages. * Die italienische Tabakregie als Aussteller aus der Frankfurter Messe. Der „Nuovo (Sortiere di Bari" hat in seiner Nummer vom 17. Juli ein Rundschreiben der Handelskammer zu Lecce wiedergegeben, dem wir folgendes entnehmen: Unter den Auspizien des Kgl. Finanzministeriums wird die Handelskammer zu Lecce an der Frankfurter Messe vom 4. bis 7. Oktober als Aussteller von levantinischen Tabaken teilnehmen. Die Weltgeltung der Frankfurter Messe, einer Jahrhunderte alten Einrichtung, beruht nicht zu Unrecht auf der Völker- und handelsverbindenden Lage Frankfurt. Eine vollkommene Orsganisation des Werbeapparates, rigorose Einteilung der ganzen Messe nach Warengruppen, sowie regelmäßiger außerordentlich starker Besuch der Frankfurter Mes- . fcn aus Einkäuferkreisen lassen sie unter den ersten Veranstaltungen dieser Art auf Der Welt erscheinen, t * Konkursnachricht, lieber das Vermögen der Bodenheimer Weinkelle- F r e i e n . Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Bodenheim wurde das Konkursverfahren eröffnet. ' Forderungen find bis zum 20. August beim Amtsgericht in Mainz anzumelden. ♦ Der Benzolmarkt im Juli. Die Nachfrage nach Benzol im Juli war außerordentlich groß: neben dem dauernd zunehmenden Verbrauch infolge des sich immer mehr ausdehnenden Auto- mobilismus in Deutschland trat die Landwirtschaft Tmit ihrem nicht unerheblichen Saisonbedarf als —BCM* il—IJIMiMW ।■ WII,I Käufer auf. Leider trat zu gleicher Zeit in der Benzolerzeugung ein nicht unwesentlicher Ausfall dadurch ein, daß durch die bekannten Verhältnisse auf dem Kohlen- und Koksmarkt zahlreiche Betriebs- e i n s ch r ä n k u n g e n auf den Kokereien des rheinisch-westfälischen Industriegebietes vorgenommen werden mußten, die ganz automatisch eine Verringerung des Benzolanfalls zur Folge hatten. .Es war daher nicht imer möglich, die große Nachfrage im vollen Umfange zu befriedigen. Anscheinend sind in der nächsten Zeit noch weitere Einschränkungen in den Kokereibetrieben zu erwarten, so daß mit einem Anhalten der Benzolknapoheit auch für die nächste Zeit zu rechnen sein dürfte. Trotz der stürmischen Nachfrage nach Benzol hat der Preis nur verhältnismäßig geringe Aenderungen nach oben erfahren, da im Berichtsmonat die Benzinpreise indirekt ebenfalls erhöht worden sind, ist in der Spanne zwischen Benzol- und Benzinpreis keine wesentliche Verschiebung eingetreten. Ausländisches Benzol, das nur in beschränkten Mengen zu haben war, wurde nicht unerheblich teurer gehandelt. Börsenkurse. Datum: y/o Deutsche NeschSanlech« • «•/o Deutsche RctchSanleche ■ W/e Dcutsctz: Reichäanleihe y/o Deutsche Reichsanleihe . Deutsche (-pcrrvraunenall leihe 4% Preußische «ousolS . . . 4% Hessen ..... ..... 8V,% Hessen......... 8% Hessen Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Antretmg.'i 4% Zolltürleu 5% Goldmextkaner . . . Berlin er Handelsgesellschaft- Lommerz- und Privatbank Darmfl. und Noltoualbank . Deutsche Bank......... Deutsche BcretnSbank - - - - DtScoMo Lounnaudit Metalldank........... Mitteldeutsche Tredttdank. . Oesterreichische Tredttanstalt. Mestbank Bochumer @08 -*•••«•. Buderus ....... Laro ............ »-Luxemburg ..... irchener Bergwerk. . Harpener Bergbau..... Nalnverkc Aschersleben . .. Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurabutte Oberbedars ......... Phonir Bergbau ....... «heiuflahl Krebeck Momau. ...... Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . ... Lheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . .. Pbilivv Hofmann Alavül' '. ‘ Griesheimer Electron .*«* Höchster Farbwerke ..... Holz«rkohlnng . ...... Rütgcrs werke Schetdeanüalt Alls- ElektrttitätA-Gefelllchafr v«amano ......... Mv tn kraftwerke . ...... Schlickert . . ......... Siemens & Anglo-Tonr-Gua Badische Anilin . Chemische Maver Goldschmidt . . Adlerwerke Kley« ..... Daimler Motor«. ..... Heyligenstaedt ........ Meguio........ Motorenwerke Mannheim • Frankfurter Armaturen . .. flonservenfabrik Braun . . . WirtaOocMi^iaft Frankfurt. S^ahtabrtk Ha, . . V.V. Zellstoff Äaldhof. Zuckerfabrik FraukarHa! .. Zuckerfabrik Waghäusel ... Frankfurt a.M. Berlin Schluh. Kurs Schluhk. Abenü- bör(e Schkutz. flut» Schlutzd Mittag bSrft 4. 8. 5 8. 4.8. 5.8 0.2025 0 202.5 0.215 0 195 0.3 0,275 0,28 9.2725 0.24 0,235 0.24 0.24 0 375 0.37 0.385 0.39 0.13 0.125 0,145 0.13 — 0.205 0,22 > 9.2125 — 0,23 0,29 0.255 0.22 0,25 0.22 0.20 0,22 0,25 0,22 0,21 91,75 89.75 89.75 91,75 91,5 94,5 94,60 94,75 0,40 6,5 6.5 6,4 31,75 31,75 34 36,5 127,75 127 128 125 94.25 93.75 95 94 113.5 111 112.5 111 114 113,5 114,5 114 103,75 102,90 104,5 103,25 78.5 76.5 - - 94 93 94 93 7 J0 7,25 7,4 7.25 0.07 0,07 0,1 — — 58 — 56.9 — 36,25 42,5 37,10 38 35 36,5 38 58 55,5 57,90 54 46,5 47 48.5 45,75 89 89.5 93,62 87 121 116 122.75 115 130 121 19.9 18.62 32.5 32 33 33.5 411 36 41 — 65.50 65.25 68,25 ■53,75 49,5 49.5 51.75 46,6 66 66 68,5 67 50 44 — 48.5 46.5 48.75 44,5 47.25 44 48,50 45,13 67,50 s — - 56,25 55 55,5 55 — — 90.1 87 118.4 117.90 119,25 115.75 0.4 0.4 — — 70 50 69 72.1 69,5 108.25 111,62 108 111.90 Ul,13 110,13 112 108,3 5 4.8 — —— 65 64 64,75 >3,25 95,1 93 — 92 93,25 98,1 68,75 91,50 68 65,5 67,9 82,75 82 «w 54 50.25 54,13 50,62 70 69,5 70,75 68,5 50,5 48.5 52,5 50 42 40 41 39 35 30 — 44 44 40 40 — — 60 60 0.425 0,45 — - 0,75 98 0,75 96.25 — — *■ 69 67,75 67,75 33 32 39 70 21,25 20 19 20 9 8.05 8,9 8,4 63 57.5 58 56 95 57,5 Frankfurter Abevdbötie. Frankfurt, 6. Aug. Die heutige Abendbörse war etwas besser disponiert. Mit Dem Nachlassen Des scharfen Angebots stellte sich etwas Deckungsbedürfnis ein, das zu einer mäßigen Erholung des Kursniveaus führte. Die führenden Werte am Montan-, Chemie- und Elektromarkte hatten Besferungen von 1—2 Proz. zu verzeichnen, Harpener eine solche von 3 Proz. Auch am Anleihemarkt war die Stimmung freundlicher. Die Umsatztätigkeit ging aber über Den üblichen Rahmen Fräulein Fob. Roman von Anders Eje. 38. Fortsetzung. (NachDruck verboten.) Gabbtz war natürlich wütend und muhte die Zähne zusammenbeißen. Sie sagte irgendwas Gleichgültiges und schlug der Sicherheit halber einen anderen Weg ein als den beabsichtigten. Herr Fellips war außerordentlich liebenswürdig und redelustig. Er schien die Absicht zu haben, so weit als möglich mitzugehen. Gabbh sagte, Fob sitze daheim und langweile sich. Fellips antwortete grob: „Ach, lassen wir sie dort sitzen " Schließlich sah aber der Bankier doch ein, daß der Augenblick wenig geeignet für einen Vorstoß war. Ehe Gabbh dies noch zu hoffen wagte, war sie ihn schon los auf alle Fälle würde sie aber um zwanzig Minuten zu spät kommen. Doch das ging ja an, Kehler wartete gewiß geduldig. Er hatte ja schon so lange auf die Gelegenheit gewartet, mehr als einige Minuten mit Gabbh ganz ungestört zu sein. „Fräulein Gabbh," sagte er, „ich habe sofort verstanden, daß Sie mit mir etwas zu sprechen hätten. Aber lassen Sie zuerst mich reden. Ich habe Ihnen auch was zu sagen. And ich will diese Gelegenheit, die vielleicht nicht so bald wieder kommen wird, nicht versäumen. Ich wage es, nochmals an die für mich sonst so wenig ehrenvollen Umstände zu erinnern, unter denen ich Sie das erstemal gesehen habe. Erinnern Sie sich, daß wir später darüber gesprochen und daß Sie mir gütigst Gelegenheit gegeben haben, für mein plumpes Auftreten ein kleines Plaidoher zu halten? Erinnern Sie sich, daß ich damals einige mildernde Umstände vorbrachte? Sie fragten damals, welchen von ihnen ich auf meinen Fall angewendet wünsche. Ich überließ es Ihnen, welchen Sie anwenden wollten. Jetzt werde ich es Ihnen sagen: ich sprach Sie auf der Straße an, weil eine blitzschnelle Eingebung mir sagte, daß Sie die Frau seien, die meinem Ideal so nahe als möglich stand. Ich drücke mich wahrscheinlich dumm und banal auS, aber die Worte stocken mir, wenn ich versuchen soll, zu sagen, was ich alles in diesen Wochen ertragen habe. Der erste Eindruck kann trügen, obwohl ich für meinen Teil mich unbedingt auf ihn verlasse. Dieser erste Eindruck betrog nicht. Er war für mich Unwürdigen nur ein Fingerzeig der Vorsehung. Seither ist er gewachsen und hat sich verdichtet zu etwas, für das es nur ein einziges Wort gibt. Es bedürfte einer poetischeren Zunge als der meinen, um dieses Wort mit den seiner würdigen Ausschmückungen zu versehen. Fräulein Gabbh! Hören Sie mich. Sie sind in meinem Leben die einzige Frau. Ich liebe Sie. Für Sie gehe ich durch Feuer und Wasser. Für Sie bin ich zu jedem Opfer bereit, ich marschiere gegen Pharaos gesamtes Heer, ich steige hinab zu den Pforten des Hades. Sie können sagen, was Sie wollen, das ändert nichts. Ich habe mich Ihnen verschworen, und dabei bleibt es." Gabbh hatte zugehört, ohne zu verraten, was sie angesichts dieses mit südländischer Leidenschaft gemachten Geständnisses fühlte. Jetzt ergriff sie Kehlers Hand, sah ihm fest in die Augen und sagte: „Herr Kehler, ich glaube an die Aufrichtigkeit Ihrer Beteuerungen. Aber erlassen Sie es mir heute, darauf zu antworten. Ich habe an so vieles zu denken, — für jemand anderen. Meine eigenen Interessen — und in diesem Falle auch die Ihren — müssen bis auf weiteres beiseite stehen. Sie haben recht, — auch ich habe Ihnen etwas zu sagen. Finden Sie mich sehr brutal, wenn ich jetzt ganz unvermittelt auf dieses zu sprechen komme? Ich will Sie nämlich um einen großen Dienst bitten.“ „Rach dem, was ich gerade sagte, wissen Sie sehr gut, daß mir nichts eine größere Freude bereiten kann, als Ihnen auf irgendeine Weise behilflich zu sein. Je größer das Opfer ist, das Sie von mir verlangen, um so besser." „Also: wissen Sie, wo Herr Fellips seine- geheimen Papiere verwahrt?" „Was man nicht weih, kann man erfahren. Wollen Sie mir nur sagen, was für ein Papier Sie haben wollen, dann werde ich es hervor- zaubern." Gabbh sah sich genötigt, den Vorhang ein wenig zu lüsten. Die Geschichte von dem kompromittierenden Papier konnte man ja nicht nicht hinaus. Schiffahrtsaktien waren umsatzlos. Im weiteren Verlaufe wurde Die Stimmung wieDer unsicher und Die Börse schloß zu nachgebenDen Kursen. Deutsche Anleihen: öproz. Neichsanleihe 0,2021, 3; pro,5. Reichsanleihe 0,235, 4proz. Preußische Kon- sols 0,205, 3$proz. Dto. 0,240, 3proz. Dto. 0,215, 4proz. Schutzgebietsanleihe 2,800, 4proz. Dto. 2,800. Ausländische Renten: BagdaD II 6,25, Zolltürken 6,50. Bankaktien: Bayerische Hypotheken- unD Wechselbank 80,75, Berliner HanDelsgesellfchaft 127, Commerzbank 93,75, DarmftäDter Bank 111, Deutsche Bank 113,50, DresDner Bank 100, Metallbank 76,50, MittelDeutsche KreDitbank 93, Reichsbank 119,75, Österreichische KreDitaktien 7,25. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 55,50, Gelsenkirchen 47, Harpener 89,50, Ilse Bergbau 83, Mannesmann 60, MansfelDer 50, Dbercaro 36,50, Phönix 65,25, Rheinstahl 49,50, Kali Aschersleben 116. Chemische Werte: BaDische Anilin 117,87, ElberfelDer Farben 110, Th. GolDschmiDt 69, Höchster Farben 110,12, Holzverkohlung 4,80. JnDustrieaktien: AEG. 93,25, Zement HeiDelberg 67, Hansa LloyD 54,50, Holzmann 55, Elektrisch Licht unD Kraft 87,50, Lahmeyer 66,75, Neckarwerke Stammaktien 70,50, Verein Chemische JnDustrie Frankfurt 54, Siemens & Halske 69,50, Ways & Freytag 68,50. Prioritäts- Obligationen: 3vroz. Sal. Monastir 7,50. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Stiltimen Mart auSgedrnckl. BuenoS-StreS, London, Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein betten, allcS übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 4. August 5. August Amtliche Noti.'rung Amtliche Notierung Geld Brief 8, Lupinen, blau 11,75 bis 13,25, do. gelb 15 bis 1'6,50, Rapskuchen 16,60 bis 16.80, Leinkuchen 23,60 bis 23,80, Trockenschnihel 12,20 bis 12,40, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 26 bis 26,30, Zucker 22,40 bis 22,60. Aus dem Amtövcrkünr ungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 62 vom 4. August enthält folgende Abschnitte: Nachtrag zu den Friedhossordnungen mit entsprechenden Polizeiverordnungen Der GerneinDen Hat- tenroD, Saasen unD Obbornhofen. — Maßnahmen zur UnterDrücfung Der Maul- unD Klauenseuche. — Straßensperre Ettingshausen—Harbach. — Verzeichnis Der FortbilDungsschüler im Lehroerhältnis. — FelDbereinigung Holzheim. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders, (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 7. August: 3 Uhr: WirtschaftsmelDungen. 4 Uhr: Wetterbericht Der Gießener Wetterdienststelle. Wirtschaftsmeldungen. 4.15 Uhr: Nachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30—6 Uhr: Hausfrauen- Nachmittag. Programm u. a.: „Die Verpflichtung Der Hausfrauen bezüglich Ortskrankenkasse und Jn- valiDenversicherung", Vortrag nach amtlichen Quellen. 6 Uhr: WirtschaftsmelDungen. 6—6.30 Uhr: Die LesestunDe (Meisterwerke Der Weltliteratur): Aus „Soll unD 5)aben'J von Gustav Freytag (Fortsetzung). 6.45—7 Uhr: Die Besprechung. 7 Uhr: WirtschaftsmelDungen. 7.30—8 Uhr: Funkhochschule Frankfurt a. M. unter Dem Protektorat Des Herrn Staatssekretärs Dr. h. c. BreDow, in Zusammenarbeit mit StaDt unD Universität Frankfurt a. M. Herrn Professor !yr. Schultz: „Goethes Weltanschauung in Der Gegenwart . 8—8.30 Uhr: „Die Marktuntersuchung unD anDeres aus Der Tätigkeit Der Kriminalpolizei", Vortrag von Herrn Otto Schwerin. 8.30 Uhr: Zweiter AbenD Robett Koppel. Gesang unD Rezitation. AnschließenD: Nach- richtenDienst, WettermelDung, ©portfuntDienft. Geschäftliches. — Abkochen muß bequem sein, wenn es Freude machen soll. Eine seine Suppe schnell und einfach in kurzer Zeit ergibt Knorr Erbswurst oder Knorr Suppenwurst. Vergessen Sie deshalb nicht, bei der Zusammenstellung ihre- Proviantes die praktisch verpackte Knorr Erbswurst. Sie werden üüitotÄtESI: folgen und in der Apotheke 60 Gramm Toluba- Kerne kaufen. Die echten Toluba-Kerne wirken bei völliger Unschädlichkeit fettzehrend und ansah^ verhindernd. Die Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 5862ss aufzustehen und alle diese Traumphantasien abzuschütteln. Der Bankdirektor duschte sich, zog rasch ein1 Sportkostüm an und schlich sich durch das schla- sende Schloß hinaus, um einen langen Spaziergang durch die Felder zu machen. Der leichte Morgenwind kühlte seine noch heißen und pochenden Schläfen Rach einigen Minuten ordentlichen Marsches war die Unruhe des Traumstadiums verschwunden, und sein Gedanken- Mechanismus fungierte wieder befriedigend. Punkt acht Uhr finden wir Herrn Fellips in seinem Zimmer. Er geht auf und ab und raucht unzählige Zigaretten. Zwischen den Augenbrauen liegt eine etwas gedankenvolle Falte, aber gleichzeitig spielt ein ironisches Lächeln um seine Mundwinkel Der Bankdirek- Überdenkt sein taktisches Verhalten in dem Meinungsaustausch, den er zu inszenieren plant. Er hat nach Fob zu einer wichtigen Unterredung vor dem Frühstück geschickt. Wie Gabby in der letzten Zeit schon öfters feststellen konnte, begann Fob eine immer größere Sorgfalt auf ihre äußere Erscheinung an den Tag zu legen. Heute hatte sie sich besonders schön, gemacht und ein ganz neues, blaßrotes undl duftiges Mustelinileid angezogen, ein paar Rosen in den Gürtel gesteckt und ihrem Haar eine neue, reizvolle Frisur gegeben. Sie iam um die gewünschte Stunde beinahe lächelnd und mit taufrischer Farbe des Morgens auf den Wangen in Fellips' Zimmer. Fellips blieb in seiner Wohnung zwischen den vier Wänden stehen und grüßte mit einer: Höflichkeit, die ein Optimist als aufrichtige Liebenswürdigkeit, ein Pessimist aber als Ironie angesehen hätte. Lange betrachtete er Foo, die abwartend vor ihm stand. „Meine Frau hat sich schön gemacht. Ev^ laube mir zu sagen, daß dir dies Kleid ganz entzückend steht. Rosa ist eine angenehme Farbe, wenn man blaß ist. Es wirkt fast wie Erdbeeren und Milch. Ja, so ist es, wenn man keinen Kummer hat, und wenn kleine Engeln Wache halten und die bösen Geister verscheuchen, dis den Rachtschlaf stören wollen. Das möchte ich auch haben." (Fortsetzung folgt.) -SlflU ' v Wfltl 2®olW ff- Sti Icr denM s* ffäM1 E- gttan fyi Mieml 30000 oertri bicMi vor öe rett urtb gegebene! tungsmas nerPo Regier m gewönne ihrer D nach De men fei Sir p alter!« Dei tDtt datz de schan ■ gange anÜDDti die 2v: schoben Sevei fei, toei bezeichn, tyfanlci unteHrMi iSe-r rid miniftc n genü geftell lei, dcch für die i Lbg. rung aui der Wl für die erster L die hinl, ob es । betannt langem 'Wien 3 regierung roschunge c,nen ? "ts.fc I« bewirken. 3uli bi »en n Nt bei i ft igge W °°s £ «gen H ifl m Die 2 Wen ty ft«en tat 8.$ weist bi sandle i Zeit in Urlaub Dptanlei flebiti: nicht nie ließ, toei rechts.) ! dann im verstandn Innern j( m Die dc Derhondl sucht, , sprach beijusüh, der beu N B SBiber lu»0en, ( ru n g 5 W oor deutsch«