zir. ia’j ernes Erschein» tdglid), außec Sonn* und Feiertags Beilagen: ViebenerFomllien blätter Heimat im Bild. IRonat$:Bejtig$prel$i A Goldmark u.'2U Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen ‘Jlummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lagundtSeschäftsstellebl. Anschrift für Drahinach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Blatt 175. Jahrgang Samstag, 6. Juni <925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drurf unv Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stcinörudcrd H. Lange in Liehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag oorher ohne jcdeDerdindlichKeit. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 (Bolbpfcnnig; für Reklame-Anzeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20u, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein,fürden Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gieren Die Entwaffnungsnote. Die Vorwände für die Nichträumung Kölns. — Neue Berschleppungsmöglichkeiten. Kein Räumungstermin. Mit fast einhaldjähriger Verspätung ist die Note der Alliierten über die .Verfehlungen" Deutschlands in der Entwassnungssraae in Berlin überreicht worden. Es sind genau fünf Jahre her, feit der Deutsche Reichstag gewählt wurde, der die Dertxetung deS Deutschen Reiches auf der Snlwassnungs- und Reparationskonferenz zuSpaa zu bestimmen hatte. Fünf Jahre lang haben unsere früheren Gegner auS den Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages politisches Kapital zu schlagen verstanden. Die militärischen An- spräche, welche die Ententestaaten gegen uns zu haben behaupteten, wurden skrupellos benutzt, um Deutschland politisch und wirtschaftlich weiter zu schwächen. Die Entwasfnungsnote vom 4. Juni ist nicht das Geringste unter diesen Attentaten der Ententemächte gegen daS wehrlose Deutschland. Man must bei den einzelnen „Verfehlungen" sowie bei den ausgestellten praktischen Forderungen zwischen denjenigen Punkten unterschei- den, die französischen Ursprungs find, und den anderen Punkten, die das Merkmal bri- tkscher Provenienz an der Stirn tragen. Die vor etwa vierzehn Tagen von Pariser Zeitungen in die Welt gesetzten angeblich authentischen Mitteilungen über den Inhalt der Ent- wassnungsnote haben sich nicht in allen Teilen als zutreffend erwiesen. So haben die Alliierten daraus Verzicht:t. eine formelle Auflösung der vaterländischen Verbände und der patriotischen Jugendorganisationen zu fordern. Auch in der Frage der Kasernierung der Schutzpolizei haben sie insofern einiges Entgegenkommen bewiesen, als sie unter gewissen Voraussetzungen der Kasernierung der Schutzpolizei in grasten Städten und wichtigen Industriezentren ihre Zustimmung geben zu wollen erklären. Wenn all das richtig gewesen wäre, was Pariser Zeitungen vor Pfingsten veröfsentlichten, so wäre das Mih- verhältnis zwischen den Frankreich interessierenden Punkten und den im englischen Interesse liegenden Forderungen allzu grast gewesen. Man geht bei der Beurteilung der Entwaffnungsnote zweckmäßig von den britischen Wünschen aus Die Londoner Regierung möchte die Gelegenheit benuchen, um besonders der deutschen Schwerindustrie die Wiedergewinnung völliger Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmärkte zu erschweren. Das hat die Vertreter Cngkands veranlaßt, auf vo l l- ftänbigere wirtschaftliche Abrüstung Deutschlands zu dringen. Die Außerbetriebsetzung ganzer Teile von Anlagen, die Abmontierung zahlreicher Epezialmaschincn und 'manches andere muh dazu führen, dah in zahlreichen Unter- nehmungcn, besonders der Eisen- und Stahlbranche der Betrieb ins Stocken gerät. Gleichzeitig wird das Reich dadurch finanziell belastet, dast es selbstverständlich den privaten Unternehmern den durch die vorgeschriebenen 3er- störungcn entstehenden Schaden ersehen muh. Frankreich wurde in seiner Reigung, den britischen Wünschen zu willfahren, dadurch bestärkt. dast es voll so umfangreichen Eingriffen in die deutsche Wirtschaft einen erheblichen Zeitgewinn erzielen zu können hoffte. Der französische Chauvinismus hat sich damit begnügen müssen, eine Beschränkung der Zahl der Stabsoffiziere in der deutschen Reichswehr, die Beseitigung des Postens eines ChesS der Heeresleitung und eine Verminderung der Schutzpolizei um angeblich zu viel eingestellte 30 000 Mann zu fordern. Obwohl die Entwasfnungsnote eine ganze Anzahl au»gcPar:?ebener Bagatellen enthält, vermag niemand ein^usehen. warum diese Meinungs- äusterung der Alliierten sechs Monate gebraucht hat. um zustande zu kommen. Es ist weiter gänzlich unerfindlich, wie Herr B r i a n d, der ost Proben einer ungewöhnlichen^ Verven- stärke abgelegt hat, bei diesen zum Teil recht albernen Einzelheiten einen Schauer des Unbehagens empfangen haben konnte. V.el eher würde man es dem vielgewandten Staatsmann glauben, wenn er Unbehagen darüber empfände, dast er Deutschland s o wenig Gegenständliches in der Entwassnungsfrage vorzuwericn hat. In der Entwaffnungsnote wird cr.lärt. dah die Räumung des Kölner Abschn ttes nach Erfüllung der Deutschland auf erlegten Forderungen „beginnen" solle. Das eröffnet recht üble Perspektiven. In ausländ schon Kommentaren kommt die Ueberzeugung zum Ausdruck, dah Deutschland die Forderungen der Alliierten nicht schlechthin ablehnen werde, sondern dah durch die Entwaffnungsnote wenigstens eine Verhandln n g s b a s i s geschaffen sei. Vielleicht ist dies wirklich die Absicht der Londoner, mindestens aber der Pariser P:l:riker. Denn wenn erst einmal über die einzelnen Forderungen eine- internationale Diskussion eröffnet ist, stehen den masta'hen'en Herren am Quan d'Orsay wieder unüb rsehlare Verschleppungs 5g- lichteilen zu Gebote. So dringend intcre >.ert auch Regierung und Boll bei uns an der schnellstmöglichen Befreiung der Rheinlande sind, so wenig wäre es doch zu b. lügen, wenn das Reichskabinett die sehr harten und ungerechtfertigten Entwaffnungsforderungen der Alliierten widerspruchslos hinnehmen würde. Das deutsche Volk hat einen Anspruch darauf, in allen Einzelheiten zu erfahren, welche Auslegungskünste die Alliierten an den Versailler Bestimmungen geübt haben, und in welchen Punkten die jetzt an uns gestellten Zumutungen die Grenze des Rechts und des internationalen Anstandes überschreiten. Das Memorandum. Berlin, 5. Juni. (Wolffs Das Memorandum der Alliierten hat folgenden Wortlaut: 1. In ihrer Note vom 5. Januar d. I. haben die alliierten Regierungen der deutschen Regierung mitgeteilt, daß der Stand der Ausführung des Friedensvertrages durch Deutschland ihnen nicht gestatte, Deutschland den Vorteil einer vorzeitigen 1 e i lw e i j e n Räumung zugute kommen zu lassen, die im Artikel 429 Ziffer 1 jenes Vertrages vorgesehen ist. 2. Gleichzeitig brachten die alliierten Regierun- gen ihre Absicht zum Ausdruck, den endgültigen Bericht der interalliierten Kontrollkommission a b 3 u w a r t e n , um der deutschen Negierung mitzuteilen. was oon Deutschland noch erwartet werden must, damit seine Verpflichtungen auf militärischem Gebiete gemäst den Bestimmungen des Ar- »ikels 429 als getreulich erfüllt betrachtet werden können. 3. Nachdem die alliierten Regierungen diesen Bericht empfangen und geprüft und die zahlreichen D e r st ö h e der deutschen Regierung gegen die ihr nach Teil 5 des Versailler Vertrages obliegenden Verpflichtungen festgestellt haben, sind sie heute ui der Lage, die von ihnen angekündigte Mitteilung zu machen. 4 Die alliierten Regierungen halten es für wesentlich, die allgemeine Bemerkung in den Vor- dergrund zu stellen, dast die Gesamtheit der Verstöße Deutschlands, falls nicht schnell Abhilfe geschaffen wird, der deutschen Regierung späterhin die Wiederaufstellung eines einheitlichen, den Gedanken eines Volkes in Waffen verwirklichenden Heeres ermöglichen wurde, in förmlichem Widerspruch mit dem Friedens- Vertrag, nach dem das deutsche Heer ausschlieh- lich zur Aufrechterhaltung der Ordnung innerhalb des Reichsgebiets und zum Schutze der Grenzen bestimmt sein soll. Diese Tatsachen sind es, welche die Bedeutung der festgestellten Verstöhe in das rechte Licht sehen und dadurch in ihrer Gesamtheit einen für den allgemeinen Frieden so gefährlichen Charakter geben. 5. Um den Vertrag von Versailles in seinen grundlegenden Bestimmungen anzuwenden, ist deshalb die Beseitigung der wichtigen Verstöße notwendig, deren Fortbestehen es verhindert, die militärischen Verpflichtungen Deutschlands als erfüllt anzusehen. Man muh sich vor Augen halten, dah die in Rede stehenden Verstöhe den ernstesten, aber nicht den einzigen Beweis für die Nichterfüllung dieses wesentlichen Teiles des Friedensvertrages durch Deutschland darstellen. 6. Die alliierten Regierungen haben in dem anliegenden Memorandum aufgeführt: 1. den Stand der Erfüllung der Deutschland auf militärischem Gebiet obliegenden Verpflichtungen, wie er sich aus dem Bericht der Kontrollkommission vom 25. Januar 1925 ergibt; 2. eine Zusammenstellung der Hauptpunkte der mil.tärischen Bestimmungen, in denen die Alliierten noch nichrbefriedigt worden find; 3. eine Aufstellung der im einzelnen erforderlichen Maßnahmen, hinsichtlich deren die alliierten Regierungen der im Vertrage hierfür vorgesehenen Kontrollkommission alle nötigen Weisungen erteilt haben; 4. ein Verzeichnis der von den Alliierten bereits gemachten Zugeständnisse, das die Darstellung der Sachlage vervollständigen soll. 7. Die alliierten Regierungen sind überzeugt, daß es von dem guten Willen der deutschen Regierung und der deutschen Behörden abhängt, die im dritten Teil des Memorandums behandelten D e r st ö ß e in verhältnismäßig kurzer Frist a b » zustellen. 8. Letzten Endes ist es nunmehr Sache der deutschen Regierung selb st die Voraussetzungen zu erfüllen, die eine schnelle Räumung ermöglichen würden. Ihr selbst wird der Eifer (!), mit dem sie die geforderten Maßnahmen erfüllt und die Sorgfalt (!), die sie auf die genaue Innehaltung der Bestimmungen des Vertrags verwendet, zugute kommen. 9. Die alliierten Regierungen stellen fest, dah die Reparationstommiffion in ihrem anliegenden Schreiben erklärt hat, dah Deutschland heute getreulich feine Reparation soe r p f lid) tungcn so, wie sie gegenwärtig fe st gesetzt sind, erfüllt Sie sind deshalb, trotz dcrvorbehalte, zu denen sie infolge der Nichterfüllung anderer vertragsbestim- mnngen berechtigt sein würden und mit Rücksicht auf die ausschlaggebende Bedeutung, die sie der Erfüllung der Vertragsbestimmungen beimessen, bereit, den Befehl zur Räumung der ersten Besahungszone zu geben, sobald d i e im dritten Teil des anliegenden Memorandums auf- gezählten verstöhe behoben fein werden. 10. Sie zweifeln nicht, dah während des zur Durchführung der in Rede stehenden Maßnahmen erforderlichen Zeitraums kein neuer ernster Verstoß Deutschlands gegen irgendeine vertragliche Verpflichtung der Auswirkung des Artikels 429 ein Hindernis entgegenstetten wird. 11. Alsdann wird nichts mehr entgegenstehen, dah die Kontrollkommission abberufen wird, deren Aufgabe als beendigt wird angesehen werden können. Diese Abberufung wird dem Dölkerbundsrat mitgeteilt werden, damit die von ihm zur Durchführung des Artikels 213 des Friedensvertrags beschlossenen Maßnahmen zur Anwendung gebracht werden können. 12. Schließlich haben die alliierten Regierungen festgestellt, daß die deutsche Regierung nach ihren Voten vom 6. und 27. Januar die für die Haltung der alliierten Regierungen maßgebenden Gründe anscheinend unzutreffend beurteilt hat. Um jede Möglichkeit eines Mißverständnisses für die Zukunft zu vermeiden, legen die alliierten Regierungen Wert daraus, von neuem, wie schon in ihrer Vote vom 26. Januar, zu versichern, dah sie sich auf das genaueste an di e Bestimmungen des Artikels 42 9 des Vertrags zu halten gedenken. 13. Auch an der Behauptung in der deutschen Vote vom 6. Januar, daß die Alliierten mit der Nichträvmung der Kölner Zone am 10. Januar eine Vergeltungsmaßnahme ergriffen hätten, können die alliierten Regierungen nicht Vorbeigehen. Eine solche Behauptung, die schon in der alliierten Vote vorn 26. Januar widerlegt ist, stellt ein völliges Mißverstehen der Tragweite der Artikel 428 und 429 des Vertrags dar. Es war Sache der deutschen Regierung, sich den Vorteil der Räumung der ersten Besehungszone unter den Voraussetzungen deS Artikels 429 durch getreuliche Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu sichern. 14. Ebensowenig können die alliierten Regierungen anerkennen, daß ihr Beschluß einen Akt darstelle, dessen Schärfe außer jedem Verhältnis zu der Bedeutung der noch nicht erfüllten militärischen Verpflichtungen st e h e. Unter diesen von der deutschen Regierung in ihrer Vote als untergeordnet hingestellten Verpflichtungen befinden sich im Gegentell die Bestimmungen, auf deren wesentliche Bedeutung die deutsche Regierung von den Alliierten seit langem, insbesondere in ihrer Kollektivnote vorn 29. September 1922 vergeblich aufmerksam gemacht worden ist. 15. Zudem hat die deutsche Regierung noch nach dieser Vote wiederholt, und zwar noch ganz kürzlich, neue schwere Vertragsverletzungen begangen, insbesondere durch Einstellung von Zeitfreiwilligen in die Reichswehr, durch die an zahlreiche (nach den Vertragsbestimmungen verbotene) Verbände erteilte Genehmigung zurmilitärischen Ausbildun g und durch Begünstigung des Ausbaus gewisser Maschinenanlagen in den Fabriken. 16. Immerhin wollen die alliierten 0kg errungen in dem Wunsche, jede Auseinandersetzung zu vermeiden, nachdem sie so diese Irrtümer gekennzeichnet haben, aus der deutschen Vote vom 6. Januar lediglich die Versicherung herausgreifen, daß die deutsche Regierung bereit ist. alles zu tun. was von ihr abhängt, um schnell zu dem nötigen praktischen Ergebnis zu gelangen. 17. Deshalb appellieren sie erneut und nachdrücklich an die deutsche Regierung, daß sie mit dem nötigen guten Willen an die Regelung der noch schwebenden Fragen herangeht, eine Regelung, die der Emst der Lage erheischt. Das ist für sie das einzige Mittel, um nach ihren eigenen Worten Deutschland durch Befreiung eines Teils des besetzten Gebiets eine Erleichterung zu verschaffen. Dem Memorandum der Dotschasterkonferenz sind zwei Anlagen beigegeben, von denen die erste sich eingehend mit den Fragen der militärischen Abrüstung be'aßt. währ-nd die zweite nur eine kurze Mitteilung der Repa- rationskommifston an die Dotschafterkon- ferena. datiert vom 29. Mai 1925. enthält, wonach Deutschland ftine Reparations -erpssichtungen, wie gegenwärtig festgesetzt, getreul ch erfüllt hat. Die Anlage 1 zerfällt in vier Teile. Im ersten Teil wird der Stand der Erfüllung der deutschen Verpflichtungen auf dem mil tärischen Gebiät nach dem Bericht der Kontrollkommission vom 25. Januar 1925 wiedergegeben. Im zweiten Teil werden die nach Ansicht der Alliierten noch unerledigten Hauptpunkte, im dritten die geforderten ferneren Maßnahmen, im vierten die bisherigen Zugeständnisse der Alliierten zusammengestellt. Von den Artikeln 159 bis 180 des Versailler Vertrages werden als vollständig erfüllt bezeichnet Art. 160 Absatz 1, 163, 165, Absatz 2 und 3. 169, 171 178 und 179 und Artikel 211. Die übrigen Artikel werden als nicht erfüllt bezeichnet. Es wird daran eine Anzahl einzelner Forderungen geknüpft. 1. Die Polizei hat nach Ansicht der Alliierten dieselbe Organisation wie Ende 1922. Jhr*e Stärke belaufe sich gegenwärtig auf ungefähr 180 000 Mann statt der durch die Boulogner Vole gestatteten 150 000 Mann. Außerdem seien polizeiliche Hilfskräfte. Hilfspolizei. Votpolizei usw. gebildet worden, die in den obigen Ziffern nicht einbegriffen seien. Die Schutzpolizei habe militärischen Charakter, sei in Einheiten zusammen- gesaßt, in Kasernen untergebracht, habe besondere Säbel erhalten, gemeinsame militärisch: Ausbildung und sei im Besitz fast sämtlicher Waffen, die von der interalliierten Militärkvntrollkom- mission der Polizei in ihrer Gesamtheit zugestanden seien. Gefordert wird die Durchführung von Maß- nahmen, die der Polizei den Eharakler eines regionalen und munizipalen Organs bewahren. Die Stärke der Gesamtheit der Beamten und Ange- stellten aller Kategorien solle 150 000 Mann nicht überschreiten. Ueberzählige sollten verschwinden und alle Hilfsformationen beseitigt werden. Weiter sei der militärische Aufbau, die Ausbildung, die einen gemeinschaftlichen militärischen Charakter trage und die Verpflichtung der Polizei für 12 Jahre, wie die der Reichswehrtruppen, zu beseitigen und dem Personal der Charakter von Beamten auf Lebenszeit zu verleihen. Wenn die erforderlichen Schritte zur Durchführung dieser Maßnahmen getan seien, werde einer gewissen Zahl bedeutender Städte die staatliche Polizei innerhalb der zugelassenen Stärke von 150 000 Mann und in einigen Großstädten die teilweise Kasernierung der Polizei zugestanden, worüber die Militärkontrollkommission auf Vorschlag der Reichsregierung zu entscheiden habe. Zum Schluß wird noch die Vernichtung der Einrichtungen der drahtlosen Telegraphie bei der Polizei gefordert, soweit es sich nicht um feste Stationen handle, die von der Militärkontrollkommission zu genehmigen seien. Fabriken, Depots und Werkstätten Es wird bann eine ganze Reihe oon Forderungen auf Zerstörung oon Maschinen und Zerstörung von Einrichtungen und Anlagen gefordert. So soll in den D.-W. und M.-F. in Karlsruhe (526) eine Maschinen- und Patronenfabrik und (278) eine Patronenhülfenfabrik noch zerstört werden, ebenso (885) die Fabrik Mauser in Oberndorf und (1373) D. W. M. F.) in Wittenau die Bayrische Sprengstof f-A.-G. In Thansau sollen vier Nitrierapparate und eine Kristallisationsanlage ab« montiert werden. Bei der Sächsischen Guß - I stahlfabrik in Döhlen werden drei Sätze Doppelschmiedepressen und zwei chorizontalpresscn beanstandet. Bei der Pulverfabrik in Walsrode sollen elf Gebäude mit Vakuumtrockenkammern, bei den Deutschen Werken in Spanbau soll ein vierter Martinofen unb ein Gebäude bes Bessemer Stahlwerks zerstört unb bas Walzwerk eingeschränkt wer- ben. Bei ben Deutschen Werken in Hanau sollen einige nicht näher angegebene Spezialeinrichtungen zerstört, bei den Deutschen Werken in Haselhorst die in Ausführung begriffenen Bauten eingestellt, die in Ausstellung begriffenen Werkstätten beseitigt unb kein Neubau begonnen werben. Bei den Vereiniget Fabriken KruPP in Essen-Meppen wird die Zerstörung der großen Maschinen-WtrFtätle Nr. 10, weiter von 11 Pressen zur Herstellung komprimierter Expiosivkörper und e.n-ö Munition'fvorrats gefordert. Schließlich werden noch Einschränkungen und Vernichtungen bei Polte in Magdeburg und der Wasag in Reiirsdorf, sowie die Vorlage „ von Fabrikattonsplänen bei Krupp, Ehrhardt. Rheinmetall und bei einigen noch nicht namhaft gemachten Fabriken sowie einzelne UmfteUungen gefordert, bei denen die Firmen eimfon in Suhl und die Dortmunder Union erwähnt werden. In den militärischen W rkstätten und Depots werden Umstellungen. Veräußerungen und Zerstörungen gefordert, so die Zerstörung von 17 Munittonsschuppen bei der Werkstatt des Wehrkreises Donaueschingen, die Beseitigung des Gasschuhlagers Hannover und einzelner Werkstätten der Truppenteile und der Polizei Hier wird im wesentlichen das Vorhanden- sein zu vieler Ersatz- und Ergänzuags» teile beanstandet. Es seien solche T.ile für d.e Zusammensetzung von 15 600 Gewehren oder Karabinern, von 21 leichten Minenwer- fern lohne Rohr und Gestell). Ueberfchwse von Maschineng wehr-. Geschütz- und Ersatzteilen, ferner von Hufeisen. Hukbeschlagmater'.al Pioniergerät, Signalgerät, Geschirren, Tragtieraus- Aus 1 migte in den katalanischen Kreisen, die feit der gierungsüöernahme durch das Direktorium sehr geringe Tätigkeit entfalten, sehr wenig druck gemacht. Der König habe sich Bombe zeigen lassen und habe sie die lung ©ö Eladlbauu stand des buta '■ s ch r u'i *2 Re- erne Ein- die ein- men werden üstenartil Attentat auf den König von Spanien? Paris, 5. Juni. (WTB.) Hadas verbreitet Depeschen von der spanischen Grenze aus Perpignan über ein angebliches Attentat, das gegen den König Alfons von Spanien geplant gewesen sei. Rach den Rachrichten soll man einige Kilometer vor Barcelona in unmittelbarer Rahe der Eisenbahnlinie Madrid—Barcelona eine Bombe starken Kalibers von etwa 60 Kilogramm Gewicht entdeckt haben, versehen mit einer der modernsten elektrischen Zündungen. Diese Bombe habe dazu dienen sollen, den königlichen Zug am 4. Juni, also an dem Tage, an dem bas Königspaar habe Barcelona verlassen wollen, in die Luft zu sprengen. Infolge dieser Entdeckung habe man 19 junge Leute, meistens Studenten und Handlungsgehilfen, wegen des Verdachtes der Arheberschaft verhaftet. Lieber die Presse sei die Zensur verhängt worden. Es sei ihr verboten worden, etwas über das geplante Attentant zu veröffentlichen? art, 5. Juni. (WB.) In der zweien Versammlung der Deutschen Die Lage in China. 200 000 Chinesen im Streik. London, 6. Juni. (TU.) Wie dem „Star" aus Schanghai berichtet wird, befinden sich nunmehr 200 000 Chinesen im Streik. Rach einer Reutermeldun^ haben die japanischen Arbeiter dec chinesisch-japanischen Daumwollmühle auf die Ausständigen gefeuert und fünf davon verwundet. Die Menge machte vorgestern den Versuch, von der Mühle Besitz zu ergreifen. Kanton ist von der Eisenbahnverbindung abgeschnitten. Während einer in den Häusern der Streikführer unternommenen Haussuchung hat die Polizei klare Beweise von dem Vorhandensein bolsche- w i st i s ch e n Geldes, das hinter den gegenwärtigen -Umtrieben steht, erhalten. Das chinesische auswärtige Amt hat wiederum eine in scharfem Tone gehaltene Rote an die G r o ß- m ä ch t c gesandt, in der gegen die Haltung der Mächte gegenüber den Schanghaier Aufrührern protestiert und verlangt wird, daß in Zukunft nicht mehr auf Streikende geschossen werden soll und daß die chinesischen Gefangenen freigelassen werden sollen. S t u t tg len öffentlich Die verhafteten Attentäter sollen angeblich einer als literarische Gesellschaft bezeichneten G- heimorganisation angehören, jedoch jede Beteiligung an diesem Komplott ableugnen. Rach einer am späten Rachmittag bei Havas eingetroffenen Meldung soll es sich um eine der extremistischen katalonischen Geheimgesellschaften handeln. In den Häusern in der Rähe der Eisenbahnstrecke, bei der man die Bombe gefunden habe, habe man Waffen und Patronen entdeckt. Die Rachricht von dem Anschlag hätte in allen Kreisen und insbesondere Aus aller Welt. Deutsche Gesellschaft für Völkerrecht Pariser Pressekommenlare. Paris, 6. Juni. Die Pariser Morgenpresse bringt nur kurze Auszüge aus der Entwaffnungsnote. Soweit die Blätter redaktionell Stellung nehmen, heben sie übereinstimmend den versöhnlichen Ton des Begleitschreibens hervor. Es wird betont, daß die aufmerksame Lektüre des Schriftstückes zeige, bah die Alliierten auch weiterhin zusa^menstehen und Deutschland gegenüber „Loyalität und Rachsicht" üben wollten. Die Berliner französischen Pressevertreter berichten bereits ausführlich über den ungünstigen Eindruck auf die Regierungstreife und betonen die Aufnahme des aggressiven Tons der Rote gegen General v. S e e ck t. Die Regierung bestreite, daß der Große Generalstab neu gebildet fei und weise weiterhin daraufhin, daß die Kontrollkommission ihre a u s d r ü ck- drückliche Zustimmung zu den Dienstvorschriften der Reichswehr erteilt habe. Die französischen Pressevertreter fassen ihren Eindruck dahingehend zusammen: das Berliner Auswärtige Amt wolle die Verhandlungen mit der Botschafterkonserenz und den Alliierten möglichst i n die Länge ziehen, um die Einberufung einer internationalen Abrüstungs- tonferenz herbeizuführen, bei der nicht nur die Abrüstung Deutschlands, sondern dec Garantiepakt und die Frage der Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund zur Sprache gebracht würde. in ÄW scheu 3c nasiums Nischen H fad) uni Ingen ieui Hochbaus ©irisch Fache da; tärischer ‘ zirksbc geteilt, h fung b b a hnen schiebens - ruße aus Bauleitung gicrung übergehend turn in tzn der l5 Ui selbst M amtes' schast ist Ausarbei ungsp: künftige der bauli lichen (5( diesen be: Vorarbeit ordnun ordnung den Aus bildeten nicht, © nischer 7 legenheit Erfahrun werten, lebhaft f besondere Probleme. Karlsruh Disserlati lung des zum Dr, hiesigen < bern besc 149 Dew, tige Bür rü)lungen, Bekleidungsbeständen und 22 Drehgestellen für Lafetten auf Schienen widerrechtlich vorhanden. Für all solche Bestände wird die Rückführung auf einen von der Kontrollkommission bestimmten oder zu bestimmenden Bestand bezw. die Ablieferung gefordert. Die Anfertigung von Platzpatronen in nicht genehmigten Werkstätten und die Ansetzung von 30 statt 15 Millionen als jährliches Uebungsmaterial wird untersagt. Don der Bewaffnung der Polizei wird die Ablieferung der Maschinengewehrlafetten, dec überschüssigen Ersatzteile und sämtlicher angeblich 80 000 Stahlhelme gefordert. Schließlich wird die Ausrüstung d?s Heeres mit Gasmasken gerügt, deren Bestand von der Militärkontrollkom- mifsion in gewisser Höhe sestzusetzen sei. Neichswehrorganisation: Es werden die Befugnisse des Chefs der Heeresleitung beanstandet, der nach der Verordnung vom 25. September 1919 nur der Chef des Stabes des Reichswehrministers, durch eine Verordnung vom 11. August 1920 aber tatsächlich Oberbefehlshaber geworden sei. Hier wird die Wiederherstellung des Zustandes nach der ersteren Verordnung und zwar durch Maßnahmen verlangt, die der Zustimmung der Militärkontrollkommission bedürfen. Auch die Heeresverwaltung und die Heeresleitung, die die vollziehende Kom- mandvbehörde und den Großen Generalstab darstellten. werden beanstandet, und es wird die Auflösung dieses „General st ab s" gefordert. U. a. soll das durch Aufhebung der Abteilungen der Heeresleitung geschehen, die sich mit der Beförderung von Offizieren im Ruhestand und mit der I n s pektion für Waffen und Gerät befassen, ebenso der Abteilungen 2 Hf t r a t und Gasabteilung und der Zentraleisenbahnabteilung, während die für das Personal der Generalstabsoffiziere bestehende Abteilung umorganisiert werden soll. Schließlich werden bestimnrte Beschränkungen der Ausbildung für Generalstabsoffiziere gefordert. Weiter werden Einzelheiten über die militärische Organisation des Eisenbahnnetzes angegeben, die auf Mobilmachungszwecke eingestellt und in bezug auf die Zahl der zum Zwecke militärisch«? Verwendung hergestellten Eisenbahnwagen stärker sei als 1914 (200 000 gegen 166 000 im Jahre 1914). Aufhebung der gsntrarabteiLung und der Linienkommissionen die Zerstreuung des für Militärtransporte unterhaltenen Sondermaterials, die Besteigung besonderer Einrichtungen in den Eisenbahnwagen und die Abänderung von Instruktionen wird hier gefordert. In bezug auf die Waffen und Iststärken werden lieber schreitungen behauptet, die bei den Divisi-nsstellen der Truppenteile vorliegen sollen. Die Ausbildung der Infanterie mit Ins. ck riegeschützen, die Kavallerie mit leichten R.-G und das Zusammenwirken von Zivilluftfahrze igtn mit dem Militär wird be- Neue Kämpfe in Französisch-Marokko. P ar i s, 5. Juni. (WTB) Wie Havas aus Rabat berichtet, haben die Abd el Krim ergebenen Dissidentenstämme eine heftige Offensive gegen das Gebirge von Tauenaz eröffnet. Die französischen Truppen haben zunächst sich etwas zurückgezogen. gehend untersucht. Rach der gleichen Rachricht soll infolge des Attentatsversuchs das Reiseprogramm des Königs abgeändert worden sein. Man behauptet sogar, sein Aufenthalt in Barcelona sei verlängert worden. An Einzelheiten über das Attentat erfahren wir noch: Vor der Kathedrale in Barcelona wurde kurz vor der Messe, der auch der König beiwohnen wollte, eine zweite Bombe gefunden. Die P r i e st e r wurden verhaftet. Weiter stieß gestern nachmittag 1.30 Uhr em mit Geheimpolizisten besetzter Wagen, der dem König vorausfuhr, mit einem elektrischen Zug der Las Plata-Linie zusammen. Die Pol^isten wurden schwer verletzt. Einer von ihnen ist bereits seinen Verletzungen erlegen. Der königliche Wagen entging mit knapper Rot der Gefahr. ufifHd Oeist inehretzl Täter d scll die Selsten gcrteruni farbig^1 Kong- anstandet und Verbock bzw. entsprechende Verord- nungen, die die Militärkommission genehmigen soll, gefordert. Das Personal der Militärverwaltung und • die Zahl der Verwaltungseinrichtungen wird als zu hoch bezeichnet. Die Lebensmittelreserven der Reichswehr, die für 57 Tage, in Ostpreußen sogar für 81 Tage vorhanden seien, werden beanstandet. I Die Herabsetzung, Veräußerung und gesetzgeberische Maßnahmen werden gefordert. Eine nicht aeneh- 7 . Küstenartillerieschule in Wilyelms- hafen wird zugelassen unter dem Vorbehalt, daß » Angehörige des Landheeres von ihr ausgeschlossen , Man otauen h den 2lnia nuteinan se ihren H auch i P. tausch Mete A Hit mü * a N gehen. c junge h ° Sedul ‘an9lani tzn ich 4„iut SSi, Oa9m Qei Der Eindruck bei der Regierung. Berlin, 5. Juni. (WTB.) lieber den vorläu- figenEindruck, den die alliierte Entwaffnungsnote hier in maßgebenden politischen Krei- s e n gemacht hat, berichtet unser politischer Mitarbeiter folgenes: Bei dem Umfang der Rote und ihrer Anlagen ist ein abschließendes Urteil darüber selbstverständlich erst nach eingehender Prüfung möglich. Aus den Feststellungen in den Anlagen der Note geht unmittelbar hervor, welche g e • wolligen Lei st ungen Deutschland auf dem Gebiete der Abrüstung vollzogen h n t und wie geringfügig von internationalen Gesichtspunkten aus im Verhältnis zu diesen Leistungen die einzelnen Punkte sind, deren Erledigung die Alliierten n o dj f orbern zu können glauben. Demgegenüber muß um so mehr befremden, daß in der Note wiederum eine völlig verfehlte Auffassung der alliierten Regie- rungen über den deutschen Rüstungsstand zum Ausdruck kommt, und daß dabei von schweren deutschen Verstößen und von der Richter - 3n : Prosts t->M^ trosftn/ moglt^ 1 Dortc zu Prosessvreu bcucf. i-'c_ ser er n. J- ärzte» ®enSe’ Gießen tarihai'!^ ärzte W der Stau; zwei W mit deln Hause eint ftrumentcr tung der schastlichN anstaltuno 6er Staat vorgesehen „Daß jeder Stein in diesem Lande Deuts rufe" — dahin solle und wolle die Jugend d Deutschen Volkspartei arbeiten. Unter dieses fcbo Geleitwort hatte Pfarrer Dr. Luther die Reick schnlungswoche der Deutschen Volkspartetjugend Heidelberg gestellt. Und wahrlich, dies wurde ehrlich erstrebt. Was die Teilnehmer in Vorträgen in Heidelberg und bei den Fahrten iq das wunderschöne deutsche Land kennen lerntet^ war ein Bildungsgang von großartigem Reichümr , und stärkster Wirkung, geeignet, wichtigste Äennb. ntffe einzuprägen, das Herz zu erheben und den Willen hinzulenken auf die große und bedeutsame; Arbeit fürs Vaterland. Wertvolle Referate führten in die wichtigsten Gebiete des politischen Ledens und in Hie Fragen des deutschen Westens ein. lieber „Partei, Staat und Volk", „Partei und Weltanschauung", „Jugend und Liberalismus" wurde gesprochen und der Wille zur staatsbürgerlichen Betätigung bestärkt. Dann hörten wir von „Rheinhessischer Geschichte", von „Rhein und Rheinebene in ihrer politischen Bedeutung", von „Rheinpolitik". Schließlich wurden wirtschaftspolitische Probleme des Westens — Handelspolitik und Verkehrsfragen — behandelt. Und dann die Fahrten ins Land! Die Wirtschaft sahen wir bei Besichtigung der Sunlicht-Seifenfabrik und beim Besuche der Weingüter in der Pfalz; Kunstdenkmäler zeigten uns Kenner, besonders — außer in Heidelberg — in Worms und Schwetzingen. Und in Worms im besetzten Gebiete am deutschen Rhein erlebten wir Stunden tiefsten Ernstes und heiligfter Begeisterung für deutsches Wesen, den deutschen Rhein — für Deutschland! Wahrlich eine Fülle des Gebotenen, eine Wucht und Tiefe des Erlebten. Immer aber soll Volkspartei-Jugend vom Denken und Fühlen zur Tat, zur Arbeit kommen. Dazu dienten die Referate des Reichsjugendsekretärs Hufen über „Ertüchtigung" und von Johanna Lange über „Jungmädchendienst". Am Samstagnachmittag folgte eine Sitzung des Reichsjugendausschusses der Deutschen Volkspartei mit Referaten von Pfarrer Dr. Luther über „Deutschs Jugend und Vvlksparteijugend" und vorn Generalsekretär Husen über den Stand der Organisation und weitere Arbeit. Ferner traten die Vertreter der Hochschulgruppen des Westens zu einer Besprechung zusammen. X—X. Gesellschaft für Völkerrecht erstattete Prof. Dr. Fleischmann, Halle, ein Referat über die Kolonialmandate. Der Redner wandte sich zuerst gegen den Vorwurf, daß wir Deutschen nicht kolonisieren könnten. In längeren Ausführungen erklärte er sodann den Begriff „K o - lonialmanda t“, worunter er verstand, daß lediglich die Verwaltung in den vom Versailler Vertrag vorgesehenen Gruppen A bis C der Kolonialgebiäe ankeren Staaten zur Förderung der eingeborenen Devi lerung üfi.rtragcn worden ist, solange diese nicht selbst imstande ist, sich zu verwalten. Daraus zog er Folgerungen durch Aufstellung von neun Leitsätzen, wobei er die Auftassung vertrat, daß die Ententelander sich zahlreiche Verstöße gegen den Begriff des Mandats haben zuschulden kommen lassen. An den Vortrag schloß sich eine längere Diskussion an. Tagung der deutschen Gesellschaft zur Rettnng Schiffbrüchiger. Berlin 5. Juni. (WB.) Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hielt heute unter dem Vorsitz des Direktors E. Korfs in den Räumen der Handelskammer ihre 60. Jahresversammlung ab. Reichs- wirtschaftsminister R e u h a u s. der die Glückwünsche der Reichsreg'erung überbrachte. Ministerialdirektor Dr. Doering für das Reichs- verkehrsminist rium, MinisterialdireftorS ch u l z e für die preußische Regierung. Kapitän z. S. Schweppe für die Reichsmarineleitung. Aus dem Jahresbericht geht bervor. daß durch die Gesellschaft bisher rund 5000 in Seenot befindliche Menschen gerettet werden konnten. Es wurden Begrühungs- telegramme abgesandt an den Protektor der Gesellschaft, den Prinzen Heinrich von Preußen, sowie an die Sektionen Mainz und D a n- zig als den im besetzten Gebiet liegenden Sektionen, denen es nicht möglich war, Vertreter zu entsenden. Weiter ausgebaut werden können auf Grund der heute bewilligten Mittel die Stationen in Borkum, Rorderney und Friedrichskrovg. Ein neckischer Strafbefehl. Man schreibt uns aus Kreuznach: In einem Strafbefehl, den ein hiesiger Bürger erhielt, heißt es wörtlich: „Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Sie des Vergehens gegen die viehseuchenpolizeilichen Anordnungen bett. Abwehr und Unterörüchmg der Tollwut des Landrats in Bad Kreuznach vom 10. Februar 1925.“ . . . Armer Landrat! Die größte jugoslawische Textilfabrik nieder- gebrannt. In der Stadt P a r a c i n in Serbien ist die größte jugoslawische Textilfabrik Tcokarovic abgebrannt. Der Schaden beträgt über 2 Millionen Dinars. 10 000 Arbeiter sind brotlos. Don der Technischen Hochschule Darmstadt. Dem Regierungsbaumeister Dr.-Jng. Georg Blaß zu Darmstadt wurde die venia legendi für Baukonstruktivn und Dr.-Jng. Kunz zu Darmstadt die venia legendi für Chemie an der Technischen Hochschule daselbst erteilt. Kircheneinsturz in Spanien. Während der Hauptmesse in der Kirche von Zamorra stürzte die 12 Meter hohe Decke ein. Wie durch ein Wunder wurde feiner der zahlreichen Besucher verletzt. Schwarze Franzosen überfallen ein Mädchenpensionat. Ob er stein, 4. Juni. (Wolff.) Vor einigen Tagen wurde das hiesige Jugendheim auf dem Schloß um Mitternacht von mehreren farbigen Franzosen überrumpelt und auf die darin befindlichen Jungmädchen ein Vergewaltigungsversuch unternommen. Die Soldaten zwangen unter Vorgabe einer Paßkontrolle die Mädchen zum Oeffnen der Tür, wobei sie dieselbe mit den Seitengewehren demolierten. bleiben. lieber die Regelung des Heeresersatzes und militärische Borberectungen sagt die Rote, daß nur Verpflichtungen für 12 Jahre zugelassen werden dürfen. Die Zahl der vorzeitigen Entlasfungen darf das im Vertrag vorgesehene Verhältnis nicht übersteigen. Um Verstößen bei Vorbereitung von Reserve- kadres ein Ende zu machen, werden gesetzgeberische und Verwaltungsmahnahmen verlangt, deren Wortlaut von der Kontrollkommission genehmigt werden muß. Die privaten Verbände, die im einzelnen aufgeführt sind, müssen gesetzlich angehalten werden, sich nicht mit militärischen Dingen zu befassen oder irgendeine Verbindung mit dem Kriegsministerium oder einer anderen Militärbehörde zu unterhalten. Besondere Forderungen beziehen sich auf die Schleifung der Festung Königsberg. Alle Geschütze müssen ausnahmslos auf ortsfeste Lafetten montiert werden, und alles rollende Material muß abgeliefert werden. Zu dem Kapitel „Befestigte Werke, Festungen und feste Plätze" wird eine Reihe von Forderungen erhoben, die wie für die Festung Königsberg den Einbau der Geschütze auf ortsfeste Lafetten verlangen. Die Fliegerabwehrbatterien in Swinemünde sind an den von der Kontrollkommission bezeichneten Stellen anzulegen. Heber die Befestigung im Kieler Rechteck wird gesagt, daß die Eisenbahn Gettorf-Stohl in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben kann, neue Arbeiten aber nicht ausgeführt werden dürfen. Schließlich wird verlangt, daß alle erforderlichen Zeichnungen von festen Plätzen und Defestigungswerken, soweit das bisher unvollständig geschah, zur Vervollständigung der Akten über den Zustand der Befestigungen auszuliefern sind. füUung wesentlicher Bestimmungen des Versailler Vertrages gesprochen wird. Die Ausführungen der Role werden beherrscht von dem Leitgedanken, daß Deutschland sich die Möglichkeit zu verschaffen gewußt habe, zu gegebener Zeit eine seiner Größe und seiner Bevölkerungszahl entsprechende kriegsbereite Armee aufzusiellen. Dieser Gedanke, der den wahren Sachverhalt geradezu aus den Kops stellt, muß mit der größten Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Jeder, der aus den umfangreichen Dokumenten den eigentlichen sachlichen Kern herausschält, sieht sich vor die Frage gestellt, ob das denn alles i st, womit die Legende von einem wafsenstarren- den und angriffslustigen Deutschland erklärt werden soll. Auf der anderen Seite bringt die Note im Vergleich zu den beiden alliierten Noten vorn Januar d. Js. und im Vergleich mit den sonstigen Auslassungen alliierter 'Regierungen wenigstens den Fortschritt, daß sich jetzt zum erstenmal mit einiger Sicherheit übersehen läßt, welche konkreten Einzelforderungen die Alliierten in der Entwaffnungsftage noch an Deutschland stellen wollen, und daß sie die ausdrückliche Verpflichtung eingegangen sind, nach Befriedigung dieser Forderungen endlich die nördliche Rheinlandzone zu räumen. Wenn deut- schenseits auch nach Kenntnisnahme der neuen Note nicht anerkannt werden kann, daß etwaige Rückstände auf dem Gebiete der Abrüstung die Nicht- innehaltung des vertragsmäßiaen Räumungs- termines rechtfertigen können, so hat die Situation doch eine wesentliche Klärung dadurch erfahren, daß die Alliierten sich nunmehr auf diese Verpflichtung f e ft g e l e g t haben. Dabei kann aber niemals vergessen werden, daß es zur Erzielung dieses Ergebnisses eines Zeitraumes von 5 Monaten bedurft hat, und daß die Erledigung der Räumungsfrage, d. h. die Befreiung eines wichtigen Teils des Rheinlandes von der Last der fremden Besatzung willkürlich um diesen Zeitraum verzögert worden ist. Wäre man der Anregung der deutschen Regierung vom August und September v. I. über die Dur ch- sührung der Generalinspektion im Wege der Verstandlung gefolgt, so würde diese Verzögerung vermieden worden sein. Denselben Weg der Verhandlung wird man jetzt über zahlreiche Einzelpukte der Note gehen müssen, wenn nicht erneut eine starke Verlangsamung der Erledigung der Entwassnungs- und Räumungsfrage eintreten soll. Die zuständigen Stellen werden sofort an die sorgfältige Prüfung der Note herantreten. Soweit sich dabei ergibt, daß Rückstände gegenüber den Verpflichtungen der deutschen Regierung bestehen, wird ihre Beseitigung alsbald erfolgen. Vielfach werden die Beanstandungen der alliierten Negierungen noch weiterer Klärung und Verständigung bedürfen, wie dies die Anlagen der Note auch selbst vorsehen. Daß sich Deutschland zu keinerlei Maßnahmen verpflichten kann, die bei loyaler Auslegung noch über die Bestimmungen des Versailler Vertrages hinausgehen ober die beiderseits gebilligten Regelungen preisgeben, versteht sich von selbst. Man ist sich in deutschen Regierungskreisen dss Ernstes der Situation, von dem die alliierte Rote spricht, vollkommen bewußt, wenn man auch die Tatsachen, die zu dieser Situation geführt haben, wesentlich anders als die alliierten Regierungen beurteilt. Die Alliierten haben die peinliche Innehaltung des Versailler Vertrages zuaesagt, die deutsche Regierung ihrerseits hat niemals Zweifel darüber gelassen, daß sie gewillt ist, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Auf ihr Recht, dabei den eigenen Rechtsstandpunkt in der Auslegung des Vertrages zur Geltung zu bringen und damit den Anspruch Deutschlands auf Selbsterhaltung zu wahren, kann sie aber nicht verzichten. Nachdem durch eine verspätete Bekanntgabe der alliierten Forderungen die Räumung der nördlichen Rheinlandzone, auf die Deutschland einen Rechtsanspruch hat, solange verzögert worden ist, dürfen durch Forderungen, deren Vertragswidrigkeit sich etwa bei näherer Prüfung ergeben sollte, nicht weitere Rechtsnachteile für Deutschland entstehen. Die deutsche Regierung hat kein anderes Ziel, als daß auf dem Boden allseitiger Erfüllung übernommenerVerpflichtungen einwahrer Friede und ein fester Rechtszustand herbeigeführt werden, damit das deutsche Volk Ruhe für den Wiederaufbau und für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den anderen Völkern erhält. Die ReichsschÄmgrtvoche Deutschen volftparteijugenk. ' i»h»r PUoin in hipfe.m Pjinha Nach dem Eingreifen der Truppe Freydenberg fei der Kampf jedoch zugunsten der Franzosen fortgesetzt worden. Nach einer Agenturmeldung soll die Schlacht, die augenblicklich noch andauert, hartnäckige Kämpfe gebracht haben. Die Kolonne Freydenberg habe jedoch die Oberhand behalten. Außenminister Br i a nd hatte heute vormittag, ebenso wie an den beiden letzten Tagen, Besprechungen mit dem spanischen Botschafter. Außerdem empfing er den Kommandanten der Mittel- meerflotte Admiral D u m e s n i l. Der „Jntran- figeant" bringt den Empfang des Admirals mit den Kämpfen im Rifgebiet in Zusammenhang. Ministerpräsident Painleve hatte heute vormittag der Heereskommission Mitteilung von der Antwort des Marschalls Lyautey über die Entsendung einer parlamentarischen Ko^itrollkommis- f i o n nach Marokko gemacht. Die Antwort des Generalresidenten ist in jeder Beziehung den Anregungen, die ihm vom Ministerpräsidenten in Uebereinstimmung mit der Kommission gegeben worden sind, günstig. Die Mitglieder der Kommission bestimmten sofort eine Anzahl von Abgeordneten, die gewissermaßen eine vorläufige Kommission bilden sollen. Dor einem neuen Angriff der Spanier. Paris, 6. Juni. (T. U.) Es wird gemeldet, daß der große Angriff der Spanier gegen die Bucht von Algeciras zwischen dem 12. u. 16. d. M. beginnen wird. Ihm wird eine dreitägige Beschießung durch Schiffsartillerie und Flugzeuge vor- ausgehen. Die spanischen Flieger haben festgestellt, daß die Rifleute Schützengräben auswerfen. Außerdem wurde das Vorhandensein von 30 schweren Geschützen festgestellt. Die spanischen Kampfgeschwader sind Freitag zusammengezogen. P r i m o d e Rioera wird den Angriff persönlich leiten. Amtsgericht Wetzlar e weisen war. ihre Mitwirkung zugesagt. Rach den in ö^r letzten Bezirlsvorturner- stunde vorgenoumieuen Wahlen setzt sich die Dezi: ^Leitung nunmehr wie folgt zufam- o: Dezirksvertreter men: Bezirtsvorstan Srudienrat Ä. Schuchmann. Tgm. Friedberg; zu einer weionr Mark verurteilt. Der Kaufmann l . Urteil Revision einlcgen, die jedoch durch pus OberlandeSgcricht Darmstadt als unbegründet zurückgewiesen wurde. Der Zrühling erzeugt Sommerlprossen. Gin einfaches Mittel gegen Sommersprossen- bllduug ist daS allabendliche Bestreichen der in 3rage kommenden Hautpartien mit weitzemEitalbol- Wachs, das Sie in Packungen zu 25 Gramm in der Apotheke erhalten. Sicher: Universttäts-Apoch. zum goldenen Engel. 4860A Q Wetzlar, 4. Sun'. Der Maurer D. auS Münchholzhausen hatte im Rovember v. S. in Gemeinschaft mit mehreren anderen Burschen in Gro i - Rcchtenb a^ch, seinem damaligen Wohnorte, drei Burschen aus Dornholzhausen. die Mädchen in Grob-Rechteab-ch besuchten. aus dem Heinnvege überfallen und mit Stöcken bearbeitet. Hierbei erhielt der 3eugc L. von D. mit einem Stock einen Schlag aus den Kopf wodurch L. ohnmächtig zufammenbrach so daß er von den übriger. Burschen nach Haufe Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Juni 1925. Der neue Beigeordnete. Die Stadtverordnetenversammlung wählte in ihrer gestrigen Sitzung den Stabtbaurat Dr. 3ng. Ernst H a m m, Borstand des Siedlungs^rntes der Stadt Freiburg i. Br. zum besoldeten (technische ns Beigeordneten der Stadt Diesten. D-:c neue L'ttgeordne.e ist am 16. Mat 1886 in Kenzingen in Baden geboren und evangelischen Är.enntnisseS. Rach dem Besuche des Gymnasiums in Karlsruhe studierte er an der Technischen Hochschule in Karlsruhe das H o ch b au- f a ch und bestand im Jahre 1909 das DiplomSngcnieur-Cramcn. Mit dem Studium des Hochbaus verband er das Studium der Volkswirtschaftslehre und legte auch in tiefem Fache das (s tarnen ab. Rach einjähriger militärischer Dienstzeit wurde er zunächst der B z i r k 4 b a n I n f p e k 11 o n Karlsruhe zugeteilt, trat in 1911 zur Hochbauve r w a l - t u n g der Badischen Staatöeisen-- b a b nen über, führte in dieser Verwaltung verschiedene Bauten am Dahnhossneubau in Karlsruhe auS und war mit der gesamten örtlichen Bauleitung' betraut. Rach Ab.'egung des Re- g i e r u n g 4 b a u m c i i"t c r c r a m c n 4 und vorübergehender Tätigkeit bei der Bezirksbauinspcl- tton ui ömmeuöingen trat er 1914 in den Dienst dec Stadt Freiburg i.B.. und wurde daselbst -um Borst an de des S»edlungs- a m t e i dieser QlaM ernannt. In die'er Eigen- t e n, die gegen polizeiliche Strafversügungen über je 9 Mart wegen Verübung groben Unfugs Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt hgtten, erzielten in der heutigen Verhandlung Freisprechung, da ihnen die Tat nicht nachzu- Kirche und Schule. 5. Arnsburger Pftngftwoche. § Auf Deranlassung des Oberhesfischen Ausschusses für Dolksmission waren vom letzten Dienstagabend bis Freitag mittag in Arnsburg bei Lich Geistliche und Laien zusammen- getommen, um miteinander die sog. ^Psingst - Woche", etwa eine Freizeit für Erwachsene. zu halten. Dienstag abend war schlichter Beginn: Mittwoch morgen sprach Pfarrer Probst von Frankfurt über „Evangelium und Großstadt" in sehr lebendiger, packender Art. auf Grund feiner Arbeit in den geradezu ungeheuerlichen Röten aller Art, die das Wort „Grohstadt" heute in sich birgt Rachmittags war biblische Vertiefung mit dem Thema: .Unsere Berufung", tiefgründig eingeleitet von Pfarrer zur Rieden von Huhdorf. Der Donnerstag- morgen brachte die schwierige und doch so brennende Frage der Bibel zur Behandlung, indem Pfarrer G ö ck e l von Hungen in mannigfach praktischer Abzweckung über .Zurück zur Bibel" sprach. Am Rachmittag war wieder biblische Dertiefung über das Thema: .Was ist Bekehrung?" Die besonderen Schwierigkeiten. die hier einer glatten Antwort im Wege stehen, traten schon in dem Referat, das wieder Pfarrer ■ ur Rieden hielt, hervor: die Aussprache unterstrich sie noch einmal Am Freitag- mergen sprach dann Pfarrer Kornmann von Ulrichstein, zum groben Teil auf Grund praktischer Erfahrungen, über „Evangelium und waren früh die erste::. a.*en>4 o.e l-.^ea und trugen eine edk Mütterlichkeit zur Schau, dte dem ganzen Haus etwaS Sonniges gibt. So sind sie heute noch Run sitzen sie auf ihrem Balkon oder im Gärtchen, in den Anlagen oder neben dem Sandhaufen und warten ihres Kindes. Und sind so glücklich wie nur eine junge Mutter fein kann. Das Adreßbuch der Stadt Giehsn 1925 ist soeben erschienen. Beim Durchblättern findet man, bab der Zweck eines Rachschlagewerks in allen Teilen erfüllt ist. Don dein wichtigen alphabetischen Einwohner- und Firmenoerzeichnis ist jede störende Retlame serngehalten. Auch die übrigen Abteilungen des Buches sind Har und übersichtlich wie denn die technische Ausstattung überhaupt als vorbildlich bezeichnet werden muß Gegenüber den Ausgaben der Kriegsund Rachkriegszeit ist das Adrcßruch wieder mit einem bis auf die neueste Zeit ergänzten und besonders sorgfältig gedruckten Stadtplan aus- aestaller Auch die Wredereinführung eines Dereinsverzeichnisses wird begrüß! werden. Das Adreßbuch kann zum Preis von 8 Mark vom Verlag der Brühl schen Druckerei. Schul- straße 7. bezogen werden. Wohnungen für die Mitlelrheinturner! Im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht der W o h n u n g s a u s s ch u st für das 3 2. M i 11 el- rheinische K r e i s t u r n f e st einen Aufruf an unsere Mitbürger, in denen um die Bereitstellung von Quartieren für die 5 u r n - gäfte unserer Stadt gebeten wird. Man darf es wohl als selbstverständlich aillehen. bab jeder Einwohner sein Bestmöglichstes tun wird, um allen'Gästen ein Unterkommen zu bieten Sin sehr grober Teil der Turner und Turnerinnen wird aus dem Saarland und dem besetzten Gebiete zu uns lommen, also aus Degenden unseres Vaterlandes, deren Bewohner unter dem Druck der feindlichen Besatzung viel — auch für uns! — zu leiden halten und heute noch allerlei erdulden. Diese Tatsache allein mutz schon genügen zur Anspannung aller unser r Kräfte bet der Beschaffung der Quartiere. Dazu kommt noch bab bei dieser Gelegenheit der gute Rus unserer Staut als Gastgeberin auf dem Spiele steht. Kein Mitbürger versage hier, überall findet sich schon ein Rul-eplähchen für ei ten Tucngast. wenn unsere Hausfrauen sich gründlich umsehen und auch mal eine kleine Unbequemlichkeit mit in Kauf nehmen. und belästigten die Mädchri U schamlosester Weise. Schl ehlich gelang es dem Schlotzwänrr, mehrere Ziv listen zur Htlf« zu rufen, woraui dir Täter dte Flucht ergriffen. Wir verlautet, feil die Desatzungsbchörve eine Bestrafung der SUkaten a b g e 1 c b n t haben, solang.- nicht die Forderung auf Errichtung eines Bordells für die farbige*. Tesayungstruppen erfüllt wird. Kongreß der ei neb< i dem Grundsätzlichen di« verschiedenen Gruppen der 3ug:nbbetrc]u.ig, wi« Arbeiterlugend, völkische, idealistische, autzerkirch- liche oder kirchlich-kritische Jugend unb auch Die evangellsch-tllchp.che Jugend lehandelt wurden. — An alle Referate Ichlosscn sich längere, weiter- sührende Aussprachen an; morgenS und abends waren, fast ausnahmslos bei schönstem Wetter unter dem Wald kreuz. Andachten Per Donnerstagabend brachte eine Feier des bl. Abendmahls. Möchten diese gesegneten Tage still wr.lerwirken an denen, die sie erleben durften, und möge die Oeffenllichkeit hier sehen, wie im Stillen «reife der evangelischen Kirche sich rüsten und einen zu neuen Ausgaben und zu tiefergehendem Wirken. Amtsgericht Gießen. ♦ Gießen. 4. Juni. Ern hiesiger Hausbesitzer hat den unteren Stock seines Hauses an eine Witwe vermietet, die ihrerseits einen —erl ihrer Wohnung an einen Kausmann weitervermietet hat Außerdem hat der Hausbesitzer in dem unteren Stock noch ein Zimmer inne, in dem ein 'Beit steht. 3m letzten Winter wollte nun der Resse des Hausbesitzers in diel - n Zimmer schlafen. er konnte jedoch die Flurture n.chi offnen, da diese — eS war schon nach 10 Uhr Abends — von innen verriegelt war. 'Als ihm auf wiederholtes Klopfen mrd Schcllen nicht geöffnet wurde, holte er- den Sohn des Har^ref-chcrs zu Helfe. Die beiden jungen Leute I.hellten und klopf'en nun etwa ’ , Stunde lang, bis eirdllch der Untermieter. der oben erwähnte Kaufmann, erschien Es entspann sich zwischen ihm und den jungen Leuten ein Wortwechsel, in dessen O. erliuf Der Kaufmann plötzlich Den Riegel zurückschob. die Ture öffnete, soweit es die vorgelcgte Sicherhottskel.e gestaltete, uird denr Sol)n des Hausbesitzer der in demselben Augenblick seinen Fuß dazwischen schob, mit einem Tangen Stock auf die Fingcr schlug und ihm dazu noch einen Stoß vor die Brust versetzte. Insolge des Schlages en t ft an L an der Hand eine start blutende Wunde, die Den Derkytt.-. mehrere Tage arbeitsunfähig machte. Der Hausbesitzer erhob als gesetzlicher Vertreter fernes m ader- jähngen Sohnes Priratklage geger den Kaufmann wegen Körperverletzung, und drefer wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 2 5 •** ' 'gegen daS schäft ist er vom üiabUat in Fre-burg mit der Aufarbeitung eines generellen Bebauungsplanes betraut, der die getarnte zukünftige Entwicklung der Sradt Freiburg nach der baulichen, rettehrsrechnischen und wirtschaftlichen Scuc umfaßt. 3m Zu'ammenhang mit diesen bedeutsamen Aufgaben md von ihm die Vorarbeiten für eine neue Zonenbau- o r D n u n g und für eine Revision der Bauordnung bearbeitet worden Dr. Hamm, der Den Rus eines äußerst tüchtigen, vielseitig gebildeten und pralli'ch bewährten Beamten genießt. wird in seiner neuen Stelle als technischer Beigeordneter unserer Stadt reiche Gelegenheit fi-ioen, eine bisherigen umfangtei ;en Erfahrungen und Kenntnis'e in Gießen zu verwerten. Auch schriftstellerisch hat er fich bisher lebhaft betätigt durch wertvolle Arbeiten insbesondere übet städtebauliche und Verkehrs- Probleme An Der" Technischen Hochschule in Karlsruhe promovierte er auf Grund einer Dissertation über „Die Entstehung und Entwick- lung des Altstadtgrundrisfes von Freiburg i. Dr." zum Dr.-Ing. Dr. Hamm, der sich bei der hiesigen Stelle im Wettbewerb mit 173 Bewerbern befand, stand kürzlich in Heidelberg unter 149 Bewerbern zur engsten Wahl für eine vor- tige Dürgermeisterstelle. Junge Müller. Wan muß feine Freude an Den vielen jungen Frauen haben, Die mit ihren Kindchen jetzt in Den Anlagen auf Den Danken sitzen und sich miteinander freundlich unterhalten. Dabei haben sie ihren Liebling auf dem Schoß oder neben sich, auch wohl zu ihren Füßen im Sande hocken, und tauschen die Erfahrungen aus, die sie beim Erziehen des kleinen Erdenbürgers gemacht haben und noch täglich machen: denn natürlich ist es interessant, aus anderem Munde zu hören, ob andere Rkütter auch soviel Schwierigkeiten und Arbeit mit der Erziehung haben. Die anspruchslos die meisten dieser 1 ungen Frauen seit ihrem Mutterglück doch geworden sind! Eie sind froh, wenn sie letzt ein Platz im Grünen ergattern und Dort angenehme Gesellschaft finden, ein kleines Gespräch machen und die Zeit angenehm verbringen können, dte ihnen von den Pflichten der Wirtschaft nachmittags freibleibt. Ich frage mich manchmal im Vorbeigehen, ob sie wohl vor ein paar Jahren als junge Mädchen auch so genügsam gewesen waren, so geduldig und dabei doch fröhlich, und glaube langsam, daß Kinder sehr heilsame Erzieher sind, denn ich sehe unter meinen Bekannten viele, die sich durch ihre Kinder merkwürdig verändert haben. Im ersten Jahr der Ehe waren sic zum t^ciL recht genußsüchtig, eitel und in allen Ehren ein wenig kokett, sie wollten auffallen und immer dahin geführt werden, wo das Leben am stärksten rauschte. Sie stürzten sich gern in den Strudel der Gesellschaften hinein und nahmen alle Freuden mit, die ihnen zugänglich' waren. Es wurde schon ein wenig anders, als sie ihr Kind erwarteten. Größere Ruhe kam über sie und eine Art Herzlichkeit, die man früher vergeblich bei ihnen gesucht hätte. Run hatten sie schon allerlei Heimlichkeiten. Und nachher das Kino! Da war mit einem Schlage alles anders. Sie sorgten fich, '♦ Der Umtausch von Derfiche- rungstarten j u r 21 n geteilte noer- r u n g- Von Den Ausgabestelle der Angeftclllenvel- sicherung bet Stadt Gießen wird Darauf hingeune [en. Daß von Den im Anfang Des Jahres 1923 ausgestellten V.rsicherungskarlen bisher lauin die Hälfte 3um Umtausch vorgelegt roorben .st. Bei regelmäßiger MarkenverwenDung, was mit Ausnahme von wenigen erwerbslosen "Angestellten bei allen Versicherter Der Fall gewesen sein Durfte, waren Die Karten im ersten Vierteljahr 1925 zum Umiaujd) einzureicheu. Zur Vermeidung van Nachteilen seien D. her alle Arbeitgeber und Versicherte nochmals auf Die Pflicht zum Umtausch aufmerksam gemacht. In allen Fällen, in Denen nach Dem 30. I-^ii Karten mit erheblicher Verspätung umge- tauschUverden, wirb außerdem Antrag auf Bestrafung ie Erwägung gezogen. . Das Radrennen um die Meisterschaften des Landesverbandes Hessen, das morgen anläßlich des 40. Stiftungsfestes Des Gießener Radsahrer- Vereins 1 885 ftattfinDet, wird um 6 Uhr am Feldschlößchen beginnen. Die Teilnehmer an dem Rennen dürften voraussichtlich zwischen 12 und 1 Uhr zum Endspurt vor dem Ziel - Schützen Haus — erscheinen. Im übrigen finden anläßlich des Festes morgen und übermorgen auf der Liechgshohe allerlei radsportliche und gZ llige Darbietungen statt, die den Festbesuchern recht unterhaltsame Stunden bereiten werben. Man beachte die Ankündigung im A.rzeigentell. -ck Städtische Heugrasver steige- rung. Bei der gestrigen städtischen Heugras- versteigeruna kostete der Morgen im Durchschnitt 45 bis 46 Mark. ** Die Anmeldung zur Auswanderung nach Amerika wieber möglich. Das amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt am Main, Schillerstraße 20, gibt bekannt: Es werden bis auf weiteres wieber neue schriftliche Anmel- ' Düngen von Personen angenommen, Die bsabsich- tigen, nach Den Bereinigten Staaten auszuwandern. I Diese Personen müssen in bem jetzigen Deutschen Reich geboren fein, mindestens bie letzten zwölf Monate in Hessen, Hessen-Nassau ober Der Rhern- plalz gewohnt haben unb jetzt noch in einer dieser Provinzen ansässig sein. Bei der schrifllichen An- melbung muß bie volle Abresse angegeben werben. Es werden weder Wartenumemrn ausgeteilt, noch anerkannt. Personen, die sich jetzt anmelden, können damit rechnen, bah sie in ungefähr 10 bis IG Monaten berücksichtigt werben. Personen, bie sich jetzt nicht anmelben, können vor bem 1. Juli 1926 nicht mehr vorgemerkt werden und vor zwei Jahren von diesem Datum ab kein Visum erhalten. BZettcrvoraussagc. Wenig Aenderung der herrschenden Wetterlage. Ueber Irland ist der Luftdruck wieder etwas angestiegen. Gleichzeitig hat sich das Island- Ties etwas nordwestlich zurückgezogen. Ueber Frankreich sind Teiltiefe zu beobachten, die vorübergehend Störungen auch bei_ uns Hervorrufen können. Die Aussichten auf stärkere Regenfälle haben sich zunächst wieder beträchtllch verringert. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gießener Radfahrer-Verein 1885, 8 Uhr, Liebigs- höhe: Beginn des 40. Stiftungsfestes. — Licht' spielhaus. Bahnhofstraße: ,Rosita". — T c» g e s k a l e n d e r für Sonntag. Gießener Radfahrer-Verein 1385, 3 Uhr, Liebigs- höhe: Saalsportfest anläßlich des 40. Stiftungsfestes. — Raturhellverein: Ab 3 Uhr Farnllien- nachmittag auf tem Trieb. — Dienenzüchterverein, 3 Uhr bei Kraft: Versammlung. — Verein ehern. 116er, 2 Uhr Ludwigsplatz: 'Abmarsch nach dem Schiffenberg. — Astoria-Lichtspiele: »Tom Mir . — Lichtspielhaus, Dabnhossstraße: Wie Samstag. — Aus dem Stadttheater bureau wird uns geschrieben: Das bereits angekündigte einmalige Gastspiel der deutsch*russischen Klein- kunstbühne ..Der blaue Vogel" am kommende:. Freitag, 12. Juni, bittet dem Gießener I Publikum etwas so Eigenartiges, wie es hier noch nicht zu sehen war. Die russische Inszenie- I rungskunst geht bekanntlich ganz eigene Wege, unb gerade ..D e r blaue Vogel" war ein Pionier die er Richtung. Welch internationalen Rus Die Gäste genießen, mag daraus erhellen, daß dem Sbreitec dieser Zeilen d e'er Tage eine Zeitungsnotiz auS Genf in die Hände Tarn, die die aufjerorDentlij e W rkung de^ .Blauen Vogels" festste!! c und Dabei ausdrücklich betonte, daß hier größte Wirkungen ohne Zwei- beutigkilcn erzielt würden, auch sei Die Sar- stcllungsweise eine so klare unD sprechenDc, Daß die Sprache kein Hindernis für das Verständnis bilde. — Hoffentlich findet diese außerordentliche Darbietung ein recht zahlreiches Publikum. Turnen, Sport und Spiel. Ans dcm 5. Bezirk des Tnrngaues Hessen (D. T.) Das dicSjährigc volkstümliche Bezirksturnen des 5. Bezirks findet am morgigen Sonntag in Rieder-Weisel statt. Der Dortige Turnverein ücrbinDet mit der Bezirks- Veranstaltung die Feier feines 25jährigen Bestehens. Um die Schüler vom Festrstruoel fernzuhalten, finden für sie die Wettkämpse bereits am Samstagvormittag statt. Der festgebende Verein hat umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um der Veranstaltung ein echt turnerisches Gepräge zu geben. Der Turnplatz, der dieser Tage Dom Turn ausschuß des Bezirks besichtigt wurde, ist vorzüglich gewählt und genügt allen technischen Anforderungen. Am 2. Pfinastfeieriage verband der Turnverein O ft b c t m die Wcihe seiner neuen Standarte mit einem Werbeturnen, an Dem verschiedene Bezirtsvereine ersolgreich beteiligt waren, u. a. boten Die Frauenabteilungen Der Vereine von Butzbach und BaD-Rauheim Vorzügliches. Die vorn Qrtsgeistlichen. Pfarrer M ö b u ä, gehaltene Festrede erhob sich weit über das Alltägliche. Der Redner, selbst einst Turner und als solcher Mitbegründer des Männerturnver- e i n s G i e ß < n, zeichnete treffend die hohen Ziele । des deutschen Turnens und 6er Deutschen Turner- schafl. .j>u einem groß angelegten Werbeturnen will auch der Turnverein Rieder-Mörlen demnächst bie W.che feiner Fahne gestalten. Kräfte | aus Frankfurt a. M und Aschaffenburg haben B,-/Asschriftwart H. ßottig. Tv. Steinfurth: Dezirlsrechner W. Hofmann, Mtv. Bad-Rau- heim; Bezirksprcssewart und Stellvertreter des Bezirksvecn tcrs: Hch Qßwatd. Tv. 1860 Bad- Rauheim. Turnausfchuß: i Bezirksturn- toart Fritz Hartmann, To. 1860 Bad-Rau- heim: 2. Dezirksturnwart Wilh. Gang. Tv. Langgöns: 1. Bezirlswart für das Volksturnen: vuu vt/ii __________ _________ H. Gabler, Tgm. Friedberg: 2. Bezirkswart ge5rad)t werden mußte. Auch üt e*- durch die für das Voltsturnen Paul Boenig. Turn- und ßicr5ci erlittene Verletzung einige Zeit arbeits- Sportv. Butzbach: Dezirksfpielwart Walter unfähig gewesen. D. batte sich dieserhalb heute Tropp. Tgm. Friedberg; Dezn'Lschwimmwart ti)cgc.x gefährlicher Körperverletzung zu vcrant- A. Balzer, Tgm. Friedberg. Worten. Der Angeklagte wollte an dem fraglichen linberfhth Laikia Tage betrunten gewesen sein und von nichts .«noerrittv megr wissen. Die Aussagen ö:c Zeugen ergaben. Man berichtet uns: Arn 2. Pfmgstfeiertag fand Angeklagte den Schlag gegen L. ab- beim Ruderklub „Hafsi a" Die Taufe Der gcgcben ^uch beknndete der Zeuge L., daß neu beschafften Drei Boote stall, Die zur Angeklagte ihm schon einen Geldbetrag an- ZufrieDenheit Des Vereins ausgefallen sinD. Zu Der geboten Hube, Damit er Den gestellten Strafantrag Feier Hanen fich Die Mitglieder nebst Angehörigen zurücknehme Das Urteil lautete auf 60 Mark sowie zahlreiche Sportsinterefsenten eingefunden. In Geldstrafe, Hilfsweife 12 Tage Gefängnis, seiner Ansprache betonte Der 1. VorsihenDe Schuß- außerdem Auferlegung der Kosten des Ver- I e r, Daß Die Anschaffung Dieser Boote aus eigenen führens. Mitteln Des Vereins erfolgte und dies nur durch die I Bergmann P. aus Rau dorn war treue Anhänglichkeit Der Mitglieder an Den Verein ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung an- ermöglicht wurde. Den Ruderern legte er ans Herz, gc[[Qgt Qr fD[[ am 2 Qsterfeiertag nachts drei bas neue Mat?rial als Gemeingut aller Mitglieder Burschen aus Raudcrn ohne jcglichcn Grund schonend zu behandeln, damit bie Boote lange Zeit überfoilen und hi rbei mit einem Messer auf bem eblen Sport unb zu neuen Siegen für ben Verein bienen mögen. Der Vorsitzenbe taufte darauf ben Achter auf ben Namen „Hafsi a", bie beiben Vierer diese eingestochen haben. Zwei Burschen tourten k amals derartig verletzt, daß sie einige Zeit im „ _ . Kranienhaus behandelt wurden. Der Angeilagte auf Die Namen „Hermann unD „Karl zu fo^ritt, der Angreifer gewesen zu fein, londern Ehren Der langjährigen verdienten Mitglieder Her- tDi[l vielmehr von Den lraeichen Burschen übermann Kaiser (Dereinsrechner) und Karl Wen- fallen worden sein und y r'"i in ter Rotwehr zel (Instruktor). Die neuen Boote traten dann ihre ,u bem Messer gegri-fen haben. Auch bekundete erste Fahrt an, woran sich eine eindrucksvolle Auf- er> haß et schon öfters überfallen woeden fei, fahrt des gesamten Bootspartes anschloß, bei Der einmal im vorigen Jahr sei er sogar ins Wasser 55 Ruberer geschlossen starteten, eine Begebenheit, geworfen worden, t i auf feine bie in der Geschichte der Ruberoereine an Der Lahn politische Gesinnung uei. .führ:u, Das Gericht wohl einzig basleht. Eine photographische Aufnahme h^ligte bem Ange Nagten berechn >tc Rotwehr ber Festteilnehmer beschloß bie offizielle Feier, an ,u und erkannte au, seine kostenlose Frei- bie sich eine Abenbunterhaltung mit Musik im sprech ung. Bootshaus anschloß. I Der Zimmermeister D. aus Raunheim Zu ber am morgigen Sonntag, 6 Juni, in und der Arbeiter K. aus K 1 e i n - A l t e n stä d- Mühlheim a.M. statkfindenben Regatta Des Süddeutschen Ruderverbandes sendet der Verein zum ersten Male in diesem Jahre seine jungen Ruderer zum ernsten Wettkampf hinaus. Von Den ausgeschriebenen 15 Rennen hat ber Verein fünf gemelbct, unb zwar Schülervierer, Jungmann- oicrer, Gastvierer, 2. Senioroierer und 2. Achter. vier Frau Katharina Andernach geb. Schmalz im 77. Lebensjahre. Gießen (Walltorstr. 53), Marburg, den 6. Juni 1925. 5738V im 49. Lebensjahr. Danksagung. Klein-Linden, den 6. Juni 1925. 5741D |Wohnungstausch| Heuboden Gis neu 5725h Bad Oeynhausen. 57051) Mr teilweise Einführung und intensiven Berkaus meiner erstklassigen Fabrikate iTafelichoko- laden, Pralinen nfro) in Metren und näherer Umgehung suche ich einen tüchtigen, arbeitsfreudigen, beiderin Frage kommenden Klein- handelskundschaft (Jtafieeö, Konditoreien, ^onfitürengeschäfte, Bäckereien, Kotonialwarenge- schäitenusw.j beitenseingesüiirlen, mögl. branchek. Herrn a. Vertreter AuSsührl. Bewerbung, mit Angabe früherer TäiigkeitundNefer. findeiuziireichen. Allrad Lammert, Schokoladen- u. Zuckerwarcnsabr. Leistungsfähige Frankfurter Schoko- ladenaronbandlnug sucht für den dortigen Bezirk tüchtigen, strebsamen bei gutenProoifionssätzenEine gröbere Anzahl Kunden ist bereits vorhanden. Offerten unter F. T. 2458 au Ala Haaienstein & Vogler, Frantsurl a.M, 5674A ÜSolmungStoiiiifi. 2 Zimmern.Küche in Wetzlar gegen dasselbe in (Sieben zu tauschen. Schriitl. Angeb. unter 04940 an d. Gieb-Anz. erb. 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Don Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M. d.R. Die Militärkontrollnote ist endlich fertig übergeben Dieviele Monate hat die andere Seite dazu wirtlich gebraucht? 03.r müssen schon weit -urückdenken. wenn wir uns an die 2020 Kontrollbr'uche. die dafür Lurchgeführt worden sind, erinnern und daran denken.dah eigentlich schon im vorigen Winter das alles hätte fertig sein müssen, als die Räumung der Kölner Zone spruchreif war. Es konnte auch längst fertig sein. Driand hat im Senat selbst erklärt, daß diese Verfehlungen Deutschlands, die öle Rote fest- stellen will, im einzelnen betrachtet, wenig bedeuten, und er konnte für das ganze nicht mehr sagen, daß „freilich, wenn man sie zusammen nehme,ein kleiner Schauer der Beunruhigung für Frankreich dadurch verursacht würde". Zynischer konnte man nicht sagen, daß diese Kontrollliste gar nicht um ihrer selbst willen da ist, sondern nur Mittel zum Zweck, die Deutschen schikanieren zu können und Dorwände zur Derzögerung der Räumung von Köln zu Haden. Ein Termin, zu dem Köln geräumt wird, ist noch nicht gesetzt. England möchte Frankreich darin feft legen. daß diese sogenannten Derfeh- lungen bis zum Herbst bereinigt werden können und Köln im September geräumt würde. Können wir im Ernst nach allen Erfahrungen der letzten Zeit an eine solche Aussicht glauben? Sollen wir nicht mißtrauisch sein, daß dann wieder Dorwände zur Richträumung gesucht werden, wenn nämlich bis dahin eine Einigung zwischen England und Frankreich über die Sicher heitss rage nicht erfolgt ist? 3n dieser sind sich die Standpunkte trotz des vielen Papiers das mit Roten beschrieben wird, und trotz der Konferenzen nicht naher gekommen. Unter kZnen Umstünden will England das alte Bündnis mit Frankreich und Belgien wieder haben und unter keinen Umständen will es sich auf die deutsche Ortsgrenze oder in der Frage des österreichischen Anschlusses irgendwie festlegen. Driand aber will, wie inan in England hübsch sagt, den Dersailler Der trag durch den Garantiepakt stereotypieren. Ratürlich einschließlich der Grenzen Deutschlands im Osten und Südosten, also in der Garantie für Polen und die Tschechoslowakei. die England positiv ablehnt. Am 9. Juni beginnt der Dölkerbundsrat wieder. Chamberlain und Driand werden sich dabei zum ersten Male nad) dem Amtsantritt des letzteren sehen und natürlich fehlt auch der geschäftige Dr. Benefch nicht. Cs scheint, als wenn Chamberlain immer noch der Idee nachhänge, das Bündnis mit Frankreich und Belgien allein zu erneuern. Aber er wird dazu nicht die Instruktionen seines Kabinetts erhalten und wird eher ausscheiden müssen, als daß England in dieser Richtung geht. So gehen diese Auseinandersetzungen weiter, an sich ermüdend, auch in vielem kleinlich, aber in ihnen spielt sich doch ein großer politischer Vorgang ab: das Auseinandergehen zwischen England und Frankreich, deren Wege sich eben scheiden müssen, weil die Ziele der großen Politik für die beiden Staaten, nachdem der Weltkrieg vorbei ist, in den konkreten Fragen verschiedenartig geworden sind. Und es wird von der Festigkeit Englands, von einem wachsenden oder nichtwachsenden Einfluß der Dereinigien Staaten abhängen. wieweit sich die Scheidung vollzieht, während Frankreich sich zu fragen hat. ob es dann in die Isolierung hmeinsteuert. in der es allmählich nur noch auf die Bundesgenossenschaft von Polen und Belgien, nicht einmal mehr der Tschecho-Slowakei. geschweige anderer europäischer Staaten zählen kann. Hinter diesem hochpolitischen Kampfe tritt die handelspolitische Arbeit zurück. In Deutschland gab es freilich barurn die schwere Auseinandersetzung um die Annahme des Handelsabkommens mit Spanien, die am 20. Mai zustande kam unter der Zwangslage der politischen Erwägungen und gegen bestimmte Versicherungen der Regierung in bezug auf die Wetterführung des Vertrages. Das gründ äyliche Bedenken bleibt dabei vestehen. daß die im Handelsabkommen mit Spanien eingegangenen Bindungen automatisch und zwingend auf die weiteren Verhandlungen mit Frankreich und Italien wirken. Das ist erneut eine Mahnung, die Handelspolitik und die große Politik im Zu- sammenhang zu behandeln, unb es ist erneut eine Mahnung, nicht die groß: Linie aus dem Auge zu verlieren, nicht sich das Gesetz des Handelns in diesen Dingen vom Gegner vorschreiben zu lassen.wie es im Kampf um das deutsch-spanische Abkommen innen- wie außen- Deutscher interejfierte, wird jetzt glücklicherweise Gemeingut werterer Schichten, namentlich bei der Jugend, und muß das auch werden. Das Interesse an den Grenz- und Auslanddeutschen und ihren Sorgen, die Arbeit und Lieb« für sie, die Einsicht, daß diese Fragen Lebensfragen unseres Volkes im ganzen sind, muß wachsen. Wir müssen wissen, daß es unser Schicksal ist. wenn draußen, in Polen und in der Tschecho- Slowakei ein Stück deutschen Volkstums ab- bröckelt oder versinkt, die Einsicht, daß es daraus ankommt. wieviele Deutsche in den verlorengegangenen Gebieten sitzen, wenn einmal die Fesseln des Versailler Vertrages reißen, muß zunehmen. Wir freuen uns dieser machtvollen Soeben erschienen: MM M M SW 1925 Verkaufspreis 8 Mark Iu beziehen durch M'WIiimftW-W- irtSttiiktittti Schulstraße 7 politisch der Fall war. Konkret ausgedrückt heißt das. jetzt müssen wir so bald wie möglich die Entscheidung über die handelspolitische Rüstung, über den Zolltarif, herbeiführen unb müssen in einem festen Programm die weiteren Derhanb- lungen führen, erst mit Frankreich, bann mit Italien, bann erst ben Abschluß mit England tätigen. Der Abschluß mit Nordamerika oder Verhandlungen nach dem Osten hin gehören in ein ganz anderes Kapitel unb gehen für sich. Aber ohne daß sich der Außenminister und der Reichswirtschaftsminister sowie die ganze Regierung klar machen, wie sie diese handelspolitische Arbeit der nächsten Monate anregen wollen, ohne das verlieren sie noch stärker die Zügel aus der Hand, als es bisher wieder der Fall war. Dann arbeitet man in der Linie, die heute noch Wunsch der Linken ist und die. wie der „Vorwärts" bei Besprechung des spanischen Abkommens schon als feststehend jubelnd erklärt, eine freihändlerische Rote in die ganze künftige Handelspolitik hereingetragen werde, die zu den Schuhzolltenbenzen der SchuhzolltarisnovÄle in Widerspruch ständen. Durch solche ineinandergreifenden Bindungen im Zusammenhang mit der Meistbegünstigung wird es unmöglich gemacht, die eigne Handelspolitik, die Schutzinteressen, wirklich durchzuführen und durchzusetzen und dann ziehen Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen herauf, die verhängnisvoll sind, die an den Kampf um die Handelsverträge des Reichskanzlers von Caprivt erinnern. Heber Staat und Wirtschaft hinaus das Volk, das Auslanddeutschtum. das Grenzland- beutichtum. Wir denken an die großen wirkungsvollen Tagungen in Münster unb Kufstein, des Schutzbundes unb des Vereins für bas Deutschtum im Auslanbe. Was früher nur verhältnismäßig enge Kreise weiterblicken ber Kundgebungen, ihres Schwunges, ihrer erzieherischen und begeisternden Kraft und wünschen ihnen weithin Rachhall und Rachahmung. Es ist Arbeit an ber Zukunft bes Volkstums, bie ba getan wird in der Forderung, das Ein- heitsbewußtsein über alle Grenzen des Staates hinaus zu wecken, Dolkstumsarbeit ist bie Erziehung zu einem deutschen Bewußtsein, das gerade an den Kämpfen und Schicksalen der Deutschen außerhalb der Reichsgrenzen sich stählen und Hären soll und kann, älnd dieser Schwung, diese erhebende und erzieherische Kraft im Bekenntnis zum Deutschtum über die Grenzen hinaus, wie sie durch diese Tagungen ging und Hunderttausende unserer Volksgenossen ersaßt hat, bie soll auch in ber nun kommenden schweren Arbeit der Innen- und Außenpolitik in uns lebendig unb richtunggebend sein. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 6. Juni. Am 21. Juni begeht der hiesige Mannergesangverein „'21 r i o n" sein 35jähriges S t i f t u n g s f e ft. Aus Anlaß dieses Gedenktages soll nach Teilnahme des Vereins am Gottesdienst auf dem Friedhof eine schlichte Gedächtnisfeier für die 32 verstorbenen Vereinsmitglieder ftattfinben. Die Festansprache hält Pfarrer Ackermann. ’ Grohen-Buseck. 5. Juni. Ein il n - glückssa11 mit tätlichem Ausgang ereignete sich gestern mittag kurz nach 12 älhr in unserem Dorfe. Der Landwirt C h r i st o p h Schwalb II. befand sich mit einem Rind auf der Straße, als das Tier plötzlich scheute, Öen Mann zu Boden riß und ihm zweimal heftig auf den Leib trat. Dem Bedauernswerten wurden dadurch zwei Rippen gebrochen und die Leber zerrissen. Einige Stunden nach dem Unfall erlag ber Mann seinen schweren Verletzungen. * Lich, 5. Juni. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird bie K r c i »ft r a f> c Langs- dor f—L i ch zwischen Lich und Dir klarer Abfahrt von Montag, 8. Juni, bis auf weiteres für ben Durchgangsverkehr gesperrt. Die Sperre zwischen Dirklarcr Abfahrt und Langsdorf wird am gleichen Tage wieder aufgehoben. Der Verkehr wird über Muschenheim bzw. Rieder-Bessingen geleitet. Mrcie Jricdbcrg. sf. Friedberg. 5. Juni. Das hiesige Polytechnikum. das im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben der Stadt c.ne immer größere Rolle spielt, war im vergangenen Semester von 596 Hörem besucht, im Sommersemester wurden 141 neu ausgenommen. Die Zahl der deutschen Studierenden betrug 562 (bacn-n 393 Preußen, 97 Hessen), das Ausland war vertreten durch 1 Holländer. 7 Lettländer. 3 Dikaucr, einen Oesterreicher. 5 Russen. 4 Rumänen. 2 Ts Schostowa ken. 5 Türken und 4 Ungarn. Es ist dankbar zu begrüßen, daß die Stadtverwaltung be- fchlossen hat. die seitherigen unhaltbaren Zustande durch einen Äcubau ein Ende zu bereiten. ein Wettbewerb ist bereits ausgeschrieben. Rach Erledigung der Vorarbeiten soll noch im Herbst der Bau in Angriff genommen werden. Man kann wohl mit Bestimmtheit damit rechnen, daß nach Herstellung eines würdigen Bauwerkes ein bedeutender Aufschwung ber Aist alt eintrtii. Don großem Werte ist auch die Einrichtung eines akademischen Mittagstisches. der für 33 Pf. eine gute und arrsreichende Mahlzeit biet ei unb so dazu beiträgt, manchem weniger Bemittelten das Studium zu ermöglichen. — Die über ganz Hessen verbreitete Familie R o e nt h e l d hielt im hiesigen Kasino einen Familientag ab. an welchem sich über 50 Mitglieder der Familie beteiligten und der einen sehr schönen unb angeregten Verlauf nahm: den Vorsitz führte Geh. Iustizrat Roemheld-Ridda. 4 Dad-Rauheim. 4. Juni. Ein Mann, ber sich um bas Bad und überhaupt für die Allgemeinheit große Verdienste erworben hat, feierte heute in voller Arbeitsfrische seinen 7 0. Geburtstag: Wilhelm Wallmann, der Leiter des hiesigen DerkehrsbureaüS. Der Jubilar ist Mitbegründer deS Bundes deutscher Derkehrsvereine und deS Verbandes hessischer Derkehrsvereine. 2m Arbeitsausschuß des letzteren, dem er seit Bestehen nunmehr ein Dierteljahrhundert ununterbrochen angehört, hat er viel ersprießliche Arbeit geleistet, wie er überhaupt immer für die Hebung des Fremdenverkehrs in Hessen unermüdlich tätig war. Der „Offizielle Führer von Bad- Rauheim", der alljährlich kostenlos an viele Tausende von Kurgästen verabreicht wird und ihnen ein zuverlässiger Ratgeber ist, ist in des Hauptsache Wallmanns Werk. Die allseitige Hochschähung, die der in seinem Wesen schlichte Mann findet, tat sich heute durch zahlreiche Ehrungen kund. Vertreter der Stadt, der Verkehrskommission, der Kurverwaltung, der Vereine und viele Private erwiesen ihm ihre Aufmerksamkeit. Möges es dem arbeitsfreudigen Manne noch lange vergönnt sein, für unser HMi- sches Bad und darüber hinaus für unser gesamtes Hessenland wie seither segensreich zu Verkauf durch unfern fahrrad-'Jfändlvr Das beste Rad Quahtatsmorke von Weltru# Elegante neue Modelle Das Venedig Japans. 2hid dcm neuen (S'-rbbebciiqebiet Das Gebiet, das jetzt wieder von einer so furchtbaren Erdbebenkatastrophe heiNigesucht worden ist, liegt im Westen Japans und umfaßt die weitere Umgebung der Stadt Osaka, der zweitgrößten Stadt des Landes, deren Einwohnerzahl nach den neuesten Zählungen sogar noch die Tokios übertreffen soll. Man hat. Osaka das „Venedig Japans" genannt, und zweifellos erinnern die vielen, die Stadt durchschneidenden Kanäle an die Lagunenstadt, wenngleich die altjapanischen niedrigen Gebäude mit den 'jtenaiffancepaläften Venedigs an Pracht nicht wetteifern können. Auch in Osaka ist der Bootsver- kehr ein Hauptbeförberungsmittel, und auf den stillen Kanälen, die von den malerischen Konturen der altjapanischen Baukunst eingerahmt sind, träumt noch die Romantik, während auf den breiten, gut gepflegten gepflasterten Straßen sich richtige Wolkenkratzer erheben und der Verkehr einer modernen Großstadt dahin^raust. In Osaka Haden zahlreiche große Industrien ihren Sitz, und es wird hier sehr viel gearbeitet. Durchwandert man abends die Straßen unb Gassen, so sieht man in den nach außen in der ganzen Breitseite sich öffnenden Wohnungen noch bis spät in die Nacht die Handwerker, wie die Schneider, Schuster, Metallarbeiter, Glasschleifer, Uhrmacher, Barbiere, tätig. Dabei war bisher die Bevölkerung außerordenllich genügsam: R e i s und immer wieder Reis, dazu einen getrockneten Fisch und ein Kännchen grünen Tee — und man war vollauf befriedigt. In der Neuzeit zeigt sich allerdings auch in den breiten Volksschichten das Verlangen nach größerer Abwechslung der Nahrung. Ebenso steigt anscheinend, wenigstens in den Großstädten, die Dergnügungs- sucht, die teils in den Tee Häusern, in denen Geishas Tänze aufführen, befriedigt wird, aber auch in den zahllosen Th^eatern, Kinos, Restaurationen und auf den Straßen sich auswirkt. Man muß das bunte Leben und Treiben auf der Theaterstraße in Dotombori, dem Vergnügungsviertel von Osaka, die mit Fähnchen und Reklameschildern und bunten Tüchern überreich geschmückt ist, erlebt haben, um zu wissen, daß es auch in Japan recht vergnügt zugehen kann. Vorzüglich sind in Osaka die Volksschulen eingerichtet. Die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt sind das mächtige alte Schloß Oshiro, das mit seinen gewaltigen Granitmauern und wuchtigen Gebäuden noch an die alte Ritterzeit gemahnt, und die großartige Tempelanlage von Tennoji. Von der hochgelegenen Terrasse des Schloßhofes hat man einen weiten Umblick über die Delta-Ebene des Jo- dogawa-Flusses, der in den Golf von Osaka mündet. Uebrigens spielt auch das deutsche Moment in Osaka eine Rolle. Davon kündet eine deutsch-japa- nisches Sommerfest, das Professor Hans Driesch mit seiner Frau auf seiner letzten ostasiatischen Reise mitmachte. Er erzählt, wie er in Osaka zu einer Sitzung des Deutsch-Japanischen Vereins eingeladen wurde. Die Sitzung fand in einer Brauerei. deren Besitzer in Weihenstephan bei Freising studiert hatte, unter einem großen, mit Lampions, Fähnchen und Girlanden dekorierten Zelt statt. Erst hörten wir einen Vortrag, dann setzten wir uns alle an lange Tische und man reichte uns sehr gutes japanisches Bier vom Faß und Aufschnitt. Die japanischen und deutschen Herren wechselten auf Deutsch herzliche Reden. Fast alle anwesenden Japaner hatten kürzere oder längere Zeit in Deutsch- land studiert. Es war ein wirklich harmonisches Zu- samensein. Die Rosenindustrie Bulgariens. Don M. Büttner. Gerade diese späten Frühlingstage sind für Bulgarien wie alljährlich die Zett der Rosenernte; die ersten Blüten werden etwa vom 1. bis 15. Mai, die letzten um den 15. Juni herum gepflückt. Bei_an- kfdltend warmer Witterung vollzieht sich die Ernte schneller, weil dann alle Stöcke innerhalb von vierzehn Tagen aufblühen. Bei kühlerer Temperatur und häufigeren Regenfällen dauert die Ernte etwa einen_ Monat lang. Das Pflücken beginnt täglich mit Sonnenaufgang unb wird im allgemeinen nur bis 9 Uhr morgens fortgesetzt, feiten jedoch länger, da die nach 9 Uhr gepflückten Rosen erfahrungs- gemäß leicht an Duft verlieren und einen geringeren lelertrag liefern. Die bulgarische Rose gedeiht am besten an den milden südlichen Abhängen des Balkans und hier insbesondere in dem geschützten berühmten Rosental von Kasanlik und Karlowo. Hier vollzieht sich um diese Zeit die Rosenernte, und man mag sich Bild unb Stimmung ausmalen, wenn man etwa eine Weinernte am Rhein in sorgloseren Zeiten miterlebt hat. Unter einem strahlenben Himmel bietet es einen reizvollen, malerischen Anblick, wenn die bulgarischen Mädchen, gesunde Bäuerinnen mit rosigen Wangen unb in ihren bunten Gewänbern, fingenb die frischen, samtartigen Blüten sammeln. Wie ein leuchtendes, vielfarbiges Gemälde schimmert dann das ganze paradiesische Tal, und eine Wolke süßer Düste schwebt darüber. Die Blumen werden in dem Zeitpunkte gepflückt, in dem sie am frischesten und lieblichsten sind, also noch an demselben Morgen, an dem sich die Knospe erschlossen hat. Jede junge Blüte, die sich gerade öffnen will, wird mitleidlos von Mädchenfingern geknickt und in den Sammelkorb geworfen. Auch die Destillation der Rosenblätter muß noch am Tage des Pflückens selbst erfolgen. Um ein Kilogramm Blütenblätter zu erhalten, müssen durchschnittlich 1000 Rosen sterben. Ein Hektar der Plantagen von Kasanlik erbringt annähernd 3000 Kilo Blütenblätter, was mithin etwa drei Millionen Rosen entspricht, unb erst biese liefern ein einziges Kilogramm des kostbaren Dels. Der einfache bulgarische Bauer, ber sich noch nicht ber mobernen Destillationsapparate bebient, benötigt bafür sogar fast die doppelte Materialmenge. Von besonderer Wichtigkeit ist die Preisfrage, bie auch auf biesem Gebiet manche Schwierigkeiten bietet. Im allgemeinen wirb alljährlich der Verkaufspreis der Rosen einige Zeit vor ber Ernte durch eine Vereinbarung zwischen den Delfabritanten und den Rosenbauern festgesetzt. In diesem Jahre ist eine entsprechende Einigung noch nicht erzielt worden, da die Bauern diesmal einen wesentlich höheren Preis fordern als den vorjährigen, der 8,40 Lewa für das Kilogramm betrug. In den letzten Jahren ist die bulgarische Rosen- tultur ziemlich stark zurückgegangen, zu einem großen Teil als eine Folge des Krieges, durch den die früheren Hauptabsatzgebiete Frankreich und Belgien verloren gegangen sind. Aber auch die Fortschritte ber chemischen Jnbustrie in ber Erzeugung künstlicher Riechstoffe, die Verringerung des Luxusbedarfs in der Welt sowie hohe Schutzzölle auf Parfümerien tragen dazu bei. Während die mit Rosen bebaute Fläche in Bulgarien im Jahre 1912 noch rund 10 000 Hektar umfaßte, betrug sie 1915 nur noch 8522 und im Jahre 1924 sogar nur noch 4599 Hektar. Diel gefdjabet haben der Rosenölindustrie jedoch auch die Fälschungen, bie durch Zusatz von Gera- niumöl — hauptsächlich türkischen Ursprungs — zu ber echten Es'eckz heroorgerusen werben. Welchen Umfang diese Fälschungen angenommen haben, ergibt deutlich die amtliche Statistik. Danach wurden z. B. 1915 in Bulgarien erzeugt 3858 Kilo Rosenöl, ausgeführt dagegen 5502 Kilo, im Jahre 1920 wurden erzeugt 1702 Kilo, exportiert aber 4038! Bor dem Kriege war Deutschland einer der besten Abnehmer. Im übrigen wird das echte Rosenöl wegen seiner Stärke nicht direkt als Parfüm verwendet, sondern dient der Riechstoff-Fabrikation als Rohstoffmaterial. Eine gewisse Konkurrenz zur Rosen - i.ibuftrie Bulgariens, wo diese übrigens schon seit mehr als 300 Jahren heimisch ist, bilden noch bie Kulturen in Persien, im türkischen Kleinasien unb in Grasse (Frankreich), ohne daß aber das dort erzeugte Del es nur entfernt an Menge und Güte mit der unverfälschten bulgarischen Essenz aufnehmen konnte. Der Kuriosität halber sei endlich noch erwähnt, baß zur Sortierung bieses eigenartigen Wirtschaftszweiges in Sofia unb Kafanlif ein befonberes Finanzinstitut besteht, bas ben poesievollen Namen „Rosenbank" unb bie Telegrammabresse „Rosabank" führt. Das Unternehmen befaßt sich einerseits mit bem Vertrieb winziger Rosenölfläschchen in Holz- etuis im bulgarischen Stil, bie man als „Anbeuten an Bulgarien" ben fremden Besuchern anhängt: andererseits finanziert die Bank aber and) ben Engrosverkauf unb Export als Organ der Vereinigung bulgarischer 'Rosenölprobuzenten. ♦ Gießener Stadttheater. „Der wahre Jakob", Schwank von Arnold unb Bach. Bei diesem Stück hat sich's die Luspielfabrik Arnold und Bach leicht gemacht, was nicht hindert, daß es dem Publikum trotzdem gefällt. — „Tod dem Philister" (aber bitte nicht ; u tot!), so etwa ist die Parole. Denn auch in ihm kann „ber wahre Jakob" einmal ganz nett zum Vorschein kommen, wenn nur auf ben richtigen Knopf gebrückt wirb. Bei Rudolf Goll (Struwe) waren scheinbar sogar mehrere Knöpfe gedrückt worden — wenigstens war die Wirkung so. Rita 21 n 6 r 6 (Duette) hatte die Ausgabe des Knopfbrückens zu erfüllen unb entlebigte sich ihrer mit allem Charme und sprudelnder Frische, bie wir an ihr gewöhnt sinb. Eine ganz prächtige Charakterfigur, darstellerisch wie in Sprache unb Maske stellte Max Hoffmann als Gras Beckstedt hin. Auch alle anberen Darsteller waren auf ihrem Posten. Der Beifall war groß, bas Haus leer — und draußen schien der Vollmond . . . e—s. wirken! — Der Düsseldorfer Lehrergesangverein war heute früh auf einige Stunden zu Besuch in unserer Stadt. Leider war von der Ankunft vorher hier nichts bekannt, so daß ein offizieller Empfang nicht stattfinden konnte. Die Gäste besichtigten das Bad und die Anlagen und waren hochbefriedigt von den Eindrücken, die sich ihnen hier boten. Aach dem Mittagessen fuhren die 120 Sänger wieder nach Bad Homburg, wo sie ein Konzert gaben. Dann gastieren sie in Frankfurt a. M., wo großer Empfang vorgesehen ist. (Die „Sänger vom Rhein" haben auf der Fahrt auch Gießen berührt. — Die Red.) — Um für das zu errichtende Gefallenen-Denkmal den finanziellen Grundstock zu legen, veranstalten die Bereine der Stadt kommenden Montag im Konzerthause einen Fe st abend mit gesanglichen, turnerischen und sportlichen Darbietungen. Weitere Veranstaltungen der Art sollen folgen. Auch ein B l u m e n t a g ist vorgesehen. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 5. Juni. Zum erstenmal nach dem Kriege feierte Büdingen jetzt sein historisches Schießen. «Schon um 1\’> Uhr am Dienstag zogen die Schützen mit klingendem Spiel auf, um in ehrlichem Wettbewerb der Schießkunst zu huldigen. Das Schießen ist für Büdingen sowohl w.e für die ganze Umgebung das höchste Fest. Schier endlose Massen aus allen Bevölkerungsschichten zogen daher am Rachmittag auf den Hammer, wo die Schützengesellschaft ihre Schieß stände und Bergnügungshallen hat. Der Besuch kam dem der Vorkriegszeit fast gleich. Am Mittwoch ließ der Besuch wieder nichts zu wünschen übrig. Als bester Schütze des Schießens ging Herr Schön sen. (Büdingen) hervor. Unter Vorantritt der Musikkapelle bewegte sich um 12 Uhr der Zug in die Stadt, um im Schloß die Fahne abzuttefern. — Zn diesem Jahre erfreut sich die hiesige D a d e a n st a l t. die seit einigen Zähren vollständig neu hergestellt ist, eines sehr guten Besuches. — Am zweiten Feiertag überquerte in der Rühe des Hammers eine dort weidende Kuh die Straße, als ein rasendes Auto daherla.m. Der Lenker war nicht der Lage, das Auto rechtzeitig zum Stehen zu bringen und ü b e r f u h r. ohne selbst Schaden zu nehmen, die Kuh, die sofort t o t war. Unsere Stcidt beabsichtigt ebenfalls, gegen die immer mehr zunehmende Autvraserei besonders in der Stadt eine Polizeiverordnung zu erlassen und innerhalb der Stadt nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Kilometer zuzulassen. Äreis Lauterbach. '*1 Schlitz, 5. Juni. Die hiesige Realschule hat sich unter Leitung oon Dr. R o l o f f, einem geborenen Gießener, günstig entwickelt. Seit Ostern hat sie ihrs sechste Ktt.ssc, die Untersekunda. Insgesamt sechs Lehrkräfte wirken an ihr. Sie zählt bereits über 100 Schüler. Diese werden in drei vcrschiedei'.en Häus.-rn unterrichtet. Die Stadtverwaltung hat deshalb . ie Errichtung eines eigenen Schuhau'ss in Aussicht genommen. — Der hiesige Berich rsverein hat in neuerer Zeit eine eifrige Werbetätigkeit unternommen. Und in der Tat verdient unser altertümliches, erinne- - rungsreiches Städtchen auf feiner mit fünf Burgen geschmückten Bergkuppe, umgeben von frischen Wiesengründen, umrahmt von herrlichen Lauöwal- bungcn, in weiteren Kreisen naher bekannt zu roer- . den. I.n Städtchen selbst, wie in Öen Dörfern des 1 „Schlitzerlandes" hat sich auch seit Jahrhunderten die f alte Volkstracht erhalten um) gibt dem Volksleben auf den ländlichen Festen ein ganz eigen» r artiges Gepräge ch Dirlammen, 4. Juli. Am 2. Pfingst- feiertag fand hier, vom herrlichsten PfingstwettLr begünstigt, die Fahnenweihe des Kriegervereins statt. Um i'..2 Uhr setzte sich der stattliche Festzug in Bewegung. Die noch lebenden Altveteranen von 1870 71 nahmen in mit Blumen und Girlanden geschmückten Wagen am Festzug teil. Auf dem herrlich gelegenen Festplatz oberhalb des Dorfes hieß der Vorsitzende des Kriegervereins Dirlammen, Kamerad Hch Roth, die zahlreich erschienenen Festgäste und Brudervereine willkommen. Rachdem Frl. Anna Ziegenhain einen Festvorspruch vorgetragen hatte, hielt Pfarrer G e r i ch von Hopfmannsfeld die Weiherede. Er führte aus, daß das Fest, das man feiere, in guten Zeichen stehe, im Zeichen des Wiederaufbaues. Die alte Fahne sei vor vier Zähren bei einem großen Brande ein Raub der Flammen geworden. Soviel Freude heute, soviel Herzeleid habe damals am Tage des Unglücks geherrscht. Vier stattliche Bauernhäuser seien damals dem Feuer zum Opfer gefallen. Heute seien auf den Trümmerstätten von damals wieder neue, schmucke Häuser errichtet. Schwer sei der Wiederaufbau gewesen in einer Zeit, wo alles im deutschen Vaterland niederging. Doch er sei bewerkstelligt worden mit viel brüderlicher Hilfe. Das sei ein Beispiel dafür, was man auch unter schwierigen Verhältnissen erreichen könne, wenn man sich ein festes Ziel sehe und sich bei der Arbeit brüderlich die Hand reiche. So mühten wir auch in der Arbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes uns die Hand reichen, dann könnte auch da neues Leben aus den Ruinen erblühen. Einigkeit tue uns vor allem not. Die könne es aber nur geben, wenn wir gemeinsame Ziele uns stecken. Solche gebe der Kriegerverein in der Arbeit für Heimat und Vaterland. Unsere Helden, deren wir auch an diesem Tage gedenken müßten, . seien dafür gestorben, wir sollten dafür leben. Beide, Heimat und Vaterland, seien sinnbildlich dargestellt aus der neuen Fahne, die auf der vorderen Seite unsere hessischen Farben mit dem hessischen Wappen im Eichenkranz zeige, auf der Rückseite das Bild der Germania. Darunter habe die Fahne ein Wörtchen geschrieben und doppelt unterstrichen. das Wörtchen „treu". „3m Sturme treu" und „Zn Treue fest". „Seid treu!", das sei die Losung, die die Fahne dem Verein fortan vorantragen wolle. Treu den Kameraden, treu der Heimat, treu dem Vaterland! Erhebend wirkte darauf das Lied, das der Männevgesang- verein Dirlammen zum Vortrag brachte und das die Treue pries. Rachdem Frl. Marie Schäfer noch ein Weihegedicht gesprochen hatte, übernahm der Vorsitzende des Vereins die Fahne und übergab sie dem Fahnenträger. Frl. Regine Hansel überreichte im Rainen der Frauen und Zungfrauen eine Fahnenschleife. Sodann beglückwünschte der 2. Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kriegerkameradschaft Hassia vom Bezirk Lauterbach-Schlitz, L ö ch e l - Lauterbach, den Derein zu seiner Reuerwerbung. Mit einem Hoch auf das Vaterland, das im gemeinsam gesungenen Deutschlandlied freudigen Widerhall fand, schloß er seine Rede. Darauf wurden Fahnennägel überreicht von den Kriegervereinen Lauterbach und Angers bach. Run setzten die frohen Weisen der Kapelle Otterbein von Lauterbach ein. Die Zugend ergab sich dem Tanze, die Aelteren zogen sich zu gemütlichem Zusammensein in die geräumigen Festzelte zurück. Kreis Wetzlar. h. Hohensolms, 4. Zuni. Dom 1. bis 3. Zuni hielt auf ihrer Burg die „Ehrist deutsche Jugend" ihren ersten Bundestag ab. Aus allen deutschen Gauen waren etwa 200 Jungens und Mädels herbeigeströmt, um sich gemeinsam mit ihren Führern in die Ausgaben des Bundes zu vertiefen. Eingeleitet wurde der Bundestag durch einen erhebenden Jugend- gottesdienst in dem pfingstlich geschmückten Kirchlein. Dieser erste Tag stand ganz unter dem Zeichen der Freundschaft, der Freude und dem schlichten Dienst an einer wahren Volksgemeinschaft. Wie eng sich die Fäden von Dorfbewohnern und der christdeutschen Zugend, seit sie ihren Einzug im September vorigen Jahres hielt, geknüpft haben, zeigte so recht das frische, frohe Leben und Treiben auf der Festwiese am Rachmittag, wo Dolksreigen und Volkslied. Märchenspiel und Kasperltheater und allerlei Wettkämpfe Herz und Sinn von alt und jung erquickte Auf den Tag der „Freude" folgte ein Tag voll ernster Arbeit unter dem Gefamtlhemae „Unser Dienst als evangelische und als deutsche Jugend". Der Rachmittag brachte eine geschlossene Bundesversammlung. bei der der Führer der Bewegung, Pfarrer Lic. Dr. Cordier, Elberfeld, vom Werden der Bewegung sprach. Am Abend erfreute eine Gruppe Gemeinde und Jugend mit dem fernen Grimm'schen Märchenspiel „Gevatter Tod". Am frühen Morgen des letzten Tages zog die Schar mit ihren Wimpeln zum Helden st ein, um an dieser Stätte der 'gefallenen Brüder und der großen Gottesstreiter der deutschen Geschichte zu gedenken, vor allem einem Luther, dessen Ringen und Werl ihr eignes Sehnen verkörpert. Rachmittags sprach Pros. Hans Schmidt, Gießen, Über die „soziale hische und sozialpolitische Bedeutung der Attoholfrage". Roch einmal versammelte sich die chr ist d eutsch e Zugend am Abend im Gotteshaus zu einer schlichten Abschiedsfeier mit der Gemeinde. uno aus dankbarem Herzen fang in später Abendstunde in allen Straßen eine Kurrende ihre schönen Abendlieder. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 5. Juni. Im großen Saal der alten Börse wurde heute nachmittag eine vom Deutschen Roten Kreuz »eranftaltcte Sozialhygienische Wander-Ausstellung eröffnet. Die reichhaltige Schau bietet in fünf Abteilungen eine ausgezeichnete Ueberficht lioer Säuglingspflege, Tuberkulose, Krüppeltum, Atkoho- lismus und Geschlecht krankheitsn. Mit der Ausstellung ist eine Werbewoche des Roten Kreuzes verbunden. — Der Düsseldorfer Lehrer- gesangverein traf auf seiner diesjährigen Pfingstscchrt heute früh in Frankfurt ein und wurde am Bahnhof von Mitgliedern des Frankfurter Sängerbundes und der Rheinländer Vereinigung festlich empfangen und nach dem Rathaus geleitet, wo Stadtrat Dr. Langer den rheinischen Gästen einen herzlichen Willkom- mengruß entbot. Heute abend fand im Zoologischen Garten ein überaus stark besuchtes Konzert statt, das in einer machtvollen Huldigung für deutsches Lied und deutsches Wesen am Rhein und am Main ausklang. — In der Nacht zum Freitag fuhr beim Rangieren eines O-Zuges ein Teil der Wagen einer anderen Rangierabteilung in die Flanke. Bei dem Zusammenstoß wurden zwei Eisenbahnbe- d i e n st e l e und ein Reisender verletzt, so daß sie dem Städtischen Krankenhause zugeführt werden mußten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 7. Juni. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vorn Wartburgverein Frankfurt a. M. 4 b':s 5 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Mozarts Zeitgenossen. 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 6 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Die Walküre, Mufikdrama in drei Akten von Richard Wagner. Montag, 8. Zuni. 12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 Uhr: Rachrichten-' dienst. 4,30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6,30 Uhr: Die Lese- istunde (Die Rovelle): „Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau" (Anfang von Achim von Arnim). 6.30 bis 7 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jtalienveisende. 7 bis 8 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. Süd-Tirol, Land und Leben, Vortrag von Dr. Sprecker. 8,30 bis 9,30 Uhr: Reue Streicher-Kammermusik, ein Zyklus, zweiter Abend. 9,30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Volkslieder zur Saute, vorgetragen von Frau Holzhauer. T.' rs dem Amtsver<4nrdigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 45 vom 5. Zuni enthält: Festsetzung der Zuni- Süsspeisen miete. Gebühren der Schornsteinfeger. Straßensperre Langsdorf—Lich. — Kriegergräberfürsorge. — Dienstnachrichten. — Orts- sahung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde Geilshausen., — Friedhofsordnung mit entsprechender Polizeiverordnung der Gemeinde Burkhardsfelden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag, 7. Juni, abends 6 Uhr: Die Walküre. Montag, 8. Juni, abends 74 Uhr: Rigoletto. Dienstag, 9. Juni, abends 7 Uhr: Die Jüdin. Mittwoch, 10. Juni, abends 64 Uhr: Margarethe. Donnerstag, 11. Juni, abends 7 Uhr: Fidelio. Freitag, 12. Juni, abends 7jUhr: Tiefland. Samstag, 13. Juni, abends 7 Uhr: Das Rheingold. Sonntag, 14. Juni, abends 7 Uhr: Die Fledermaus. Schauspielhaus: Sonntag, 7. Juni, abends 74 Uhr: Der Kreidekreis. Montag, 8. Juni, abends 61 Uhr: Goethes Faust, 1. Teil. Dienstag, 9. Juni, abends 64 Uhr: Goethes Faust, 1. Teil. Mittwoch, 10. Juni, abends 7 Uhr: Louis Ferdinand, Prinz von Preußen. Donnerstag, 11. Juni, abends 64 Uhr: Goethes Faust, 1. Teil. Freitag, 12. Juni, abends 64 Uhr: Goethes Faust, 1. Teil. Samstag, 13. Juni, abends 74 Uhr: Der goldene Schnitt. Sonntag, 14.Juni, abends 64Uhr: Goethes Faust, 1. Teil. Buntes Allerlei. Aktuelles aus alLrömifchen Zeitungen. Das römische- Altertum ist die Wiege des europäischen Zeitungswesens, und zwar hat die Zeitung im Altertum bereits eine Entwicklung durchgemacht, über die wir trotz der spärlichen Berichte ziemlich genau unterrichtet sind. Wie Wolfg. C. Ludwig Stein in einem Aufsatz der „Preußischen Zahrbücher" über die italienische Presse hervorhebt, waren diese altrömischen Blätter von denen unserer Tage nach Anlage und Znhalt durchaus nicht sehr verschieden, und man kann in ihnen vieles finden, was uns heute noch „sehr aktuell" anmutel. Die Entstehung der Zeitung wurde für das Römerreich zur Rotwendigkeit, als die riesige Ausdehnung über drei Weltteile eine straffe Zusammenfassung der Verwaltung und einen guten Rachrichtendienst erforderte. Es mußten Mittel geschaffen werden, um Rom über die Vorgänge in den Provinzen und diese über alles, was in Rom geschah, zu unterrichten. Wahrscheinlich gab es auch Provinzzeitungen, wenngleich keine einzige von chnen überliefert ist: denn wenn Tacitus versichert, daß die Zeitungen Roms besonders aufmerksam in der Provinz und im Heere gelesen wurden, so drängt das die Annahme auf, es müsse auch Provinz- blätter gegeben haben, denen aber die römischen Blätter natürlich wegen der viel größeren Menge von Rraigteiten vorgezogen wurden. Die großen Historiker des alten Rom, besonders Sueton, haben die Zeitungen eifrig benutzt und viele Einzelzüge aus ihnen mitgeteilt. Danach brachten die Blatter Rauigkeiten der verschiedensten Art, hatten neben dem politischen auch einen lokalen Teil und müssen auch schon öfters „Enten" enthalten haben, denn es wird über den durch sie verbreiteten lügenhaften Klatsch geklagt. Als Beispiel für diese Aktualität der altrömi- schen Zeitungen sei der Inhalt einer der ältesten aus dem Jahre 186 o. Chr. wiedergegeben: „29 Marz: Der Consul Livinius'hat heute seine Amtstätigkeit ausgeübt. — Ein gewaltiges Tin- Wetter brach heute aus; der Blitz schlug kurz nach Mittag beim Belias-Hügel in eine Eiche und zerspaltete sie in mehrere Teile. — In der Herberge zum Bären beim Janus-Hügel ereig, nete sich ein Streit, in dessen Verlauf der Wirt schwer verwundet ward. — Der Aedile Titinius verurteilte die Inhaber von Fleischerläden, welche ihre Waren verkauften .ohne sie der behördlichen Prüfung unterworfen zu haben, zu Geldstrafen, die zum Dau eines Tempelchens bestimmt wurden. — Der Wechsler Ausidius hat mit einer beträchtlichen Summe das Weite gesucht. Er wurde verfolgt und verhaftet. Das Geld fand man bei ihm vor. Der Prätor Fonte- jus verurteilte ihn, das Geld an diejenigen zurückzugeben, die es bei ihm hinterlegt hatten. — Der Räuberhauptmann Denniphon, der durch den Legaten Reava verhaftet worden war, wurde heute im Hafen von Ostia gekreuzigt. Es gab auch im alten Rom bereits Berichterstatter und Journalisten, die •u-nfereml Parlamentsstenographen nahekamen, indem sie im Fluge die im Senat gehaltenen Reden mitschrieben. Ratürlich bedienten sich die Politiker der Zeitungen, und Meister darin war Cäsar, der in ihnen das römische Volk gegen den Senat ausspielte. Selbst an strengen Zensurmaßnahmen fehlt es nicht, da unter Tiberius und Domitian nur das gebracht werden durfte, was die Regierung billigte, und die Veröffentlichung der Senatsreden überhaupt verboten war. Erft Rero stellte die Preßfreiheit wieder her. Vielgelesene Blätter brachten höchst ansehnliche Einnahmen. So soll Sallust mit seinem Blatt, an dem auch Cäsar mitarbeitete, jährlich etwa eine halbe Million Goldlire verdient haben: diese Zeitung erschien aber auch wöchentlich in einer Auflage von 10 500 Exemplaren, und das Tlnternehmen erforderte ein bedeutendes Betriebskapital, das Lucull hergab. Mit dem Beginn der Völkerwanderung und dem Verfall des römischen Reiches erreichte auch das Zeitungswesen ein Ende, tznd es dauerte ein Jahrtausend, bis es allmählich wieder erstand. Ein verschwindender See. Wenn der Zuider-See, der für feine Anwohner eine Quelle des Lebensunterhaltes bietet, durch die Vollendung der großen Deichbaus ton aus dem Landschaftsbilde Hollands verschwinden wird, dann geht mit ihm zugleich ein Stück Romantik zu Grabe. Diesem Geschicke dürfte er nach der Schilderung eines englischen Beobachters in den nächsten 25 bis 30 Jahren verfallen sein. Denn schon jetzt nähert sich der erste Teil des gewaltigen Dammes, der sich dem Hereinströmen der Meeresfluten entgegenstemmen wird, feiner Vollendung, unb d e Tage, da die Insel W i c r i n g c n ein beschauliches Jnseldasein führt, sind gezählt. Später, wenn sich der Damm an der Küste Frieslands erstrecken wird, wird der Zuider-See verschwinden: Marken wird dann zu einer Binnenlandschaft mit ein oder zwei ackertreibenden Orten werden, die malerischen Seestädtchen Monuikendam, Velendam und Edam werden ihre reizvolle Lage am Seeufer verlieren und vielleicht gänzlich veröden. Denn schon beginnt sich das Fischervolk, das, durch Generationen hier ansässig, im steten Kampf gegen die Wogen des Sees seine Heimstätten verteidigt hat, nach anderen Wohnsitzen, die ihm Erwerbsmöglichkeiten bieten, umzusehen: die malerischen weißen Hauben und buntfarbigen Gewänder der Frauen werden in dem Bild' der Aferlandschaft des Sees immer seltener. Eine Folgeerscheinung des Verschwindens des Zuider-Sees wird der Aufschwung der Süß- Wasser-Fischerei fein. Aber auch noch andere für das holländische Wirtschaftsleben wichtige Fragen fordern ihre Lösung: so vor allem die Nutzbarmachung des auf dem trockengelegten Grunde zurückbleibenden Meerfalzes durch Verdunstung oder durch Grabungen. Dann gilt es, den dem Wasser abgerungcnen Boden der Landwirtschaft nm besten und schnellsten nutzbar zu machen, sei es durch seine Umwandlung in Weidegrund oder durch seine Bepflanzung mit Gesträuch, um ihm Festigkeit zu vrleihen. dem Fremden aber, der nach Jahren wieder in diese Gegend kommt, wird eine völlig verwandelte Landschaft entgegentretcn, aus der die malerischen Inseln und Küstenorte verschwunden sind, an deren Stelle sich ein neues Land ausbreitet, von dessen landschaftlichem Charakter und Aussehen, aber auch von dessen Ruhen für die Bevölkerung man heute nur unbestimmte Der- mutungen hegen kann. Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 7. Zuni. Trinitatisfest. Stadtkirche. 8: Psr. Mahr. Zual. Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Matthausgemeinde. 9'',: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche für die Markus- gem Pfr. Becker. - Johanneskirche. 8: Zugl. Christenlehre für d. Reukonsirmierten aus der Lukas- gemeinde. Pfr. Bechtolsheimer. 91/,: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Psr. Ausfeld. 8: Bibelbesprechung im Jobannesfaal. Pfarrer. Mahr. - Kirchberg. 10. 11- Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend- - Matzenborn-Garbenteich. Wahenborn-Steinberg: 1. Garbenteich. 9'/^ (mit Christenlehre). - Wieseck. 81/,: Christenlehre. 9'/,. Abds. 87,: Frauenabend. Katholische Gemeinden. ©leben. Samstag, den 6. Juni. 4'u. 7 Beichte. Sonntaa, den 7 Juni. 1. Sonntag nach Pfingsten. Dreifalttgkeitsfest. 6V, Beichte, 7 Meße, Korn, der Männer, 8 Korn., 9 Hochamt nu Predigt, 11 Messe m. Predigt, 21/, Andacht m. Segen — ©runberg. 97,, Messe mit Predigt. - Hungen. 8 Messe m. Pred. — Laubach. 10 Messe mit Predigt. - Lich. 10 Hochamt . nt Predigt. Heitmann’s Entfärber entfärbt farbige Stoffe soweit, daß sie mit den seit Jahrzehnten bekannten und bestbewährten Heitmaiin's Farben beliebig neu gefärbt werden können entfernt auch Flecken von Rost, Farbe, Jod, Kaffee, Kakao, Tee, Obst, Wein usw. aus weißer Wäsche, sowie ausgelaufene Farben aus bunten Stoffen. 5320ag Unschädlich für alle Stoffa. Einfache Anwendung. Auf deu Namen Heitmann und die Marke. Fuchs- kop! im Stern besonders achten und andere Erzeugnisse zurückweisen. Erhältlich in Drogerien, Apotheken usw Pianohaus GEGRÜNDET 1876 Bahnhofstr. 65b GIESSEN Fernruf 1367 Flügel und Pianos sind wohi in jeder Familie behebt und auch Sie werden gern und oft Ihre Angehörigen nach Tisch mit einer kalten oder warmen Süsspeise. erquicken. Nichts ist bekömmlicher und feinschmeckender als eine Süsspeise, die mit dem feinen, ausgiebigen Mondamin zubereitet ist Süsspeisen sind aber nicht nur Leckerei, sondern wenn sie mit Mondamin bereitet sind, ein wertvolles Nährmittel, das auch von unseren Kleinen gern gegessen und vor allem gut vertragen wird. Die Packungen tragen in untenstehender Blockschrift die Bezeichnung MONDAMIN w 9. % sitzt N dieser, M ■ sehen, aus b' etwa lich beftinu gisruni so sitz "S S“ durchs vorigen Was i lichen 1 sind m so grc nötig. Ui flötigk nach l stimmt! bestehet erschein tatsächli über P ihnen Ueberle, Icd Kraftan zu setzer ses!Roi ■ e Zlv! In Hoi Monta m WL w w Httl Ui Nachni W Ke halle von Bu Yetd der x $ J *«««> N «> fe Jpnii! fe Wttcjsg Feuer am Nordpol. Technisch-politischer '.Roman aus Der ©egenuxirt Don »arl-auguft do n Lafserl. 9. tfortienung CJtadiörud verboten.- Nach den hier eingegangenen Nachrichten besitzt Nova Thule augenblicklich nicht mehr wie zehn dieser berühmten Flugzeuge. Worum es keine größere Zahl erbaute. Iaht sich von hier nicht übersehen. Die Möglichkeit dazu lag vor, denn es sind aus den Fabriken in Uralsk im letzten Viertesiohr ctroa fünfzig Flugzeuge heroorgegangen, die ledig- lich zur Materialbeförderung nach dem Nordlande bestimmt waren. Wahrscheinlich fühlt sich die Regierung von Nova Thule in ihrer nordischen Loge so sicher, daß sie keinen stärkeren feindlichen Angriff fürchtet. Es ist ja auch tatsächlich ein recht schwieriges Problem, vor das Frankreichs Luftflotte gestellt ist. Daß man den Flug von Ostgrönland nach Plotinia durchzuführen vermag, bewies bereits das im vorigen Jahre vernichtete französische Geschwader. Was aber für zwölf Flugzeuge verhältnismäßig einfach ist, wird bereits für die fünf- und sechsfache Anzahl im höchsten Grade kompliziert. Es erscheint ziemlich ausgeschlossen, auch nur 100 Flugzeuge im King-Oskar Fjord für längere Zeit bereit ^teilen. Denn selbst dieser geschützte Hasen kann von plötzlichen Bergwinden überfallen werden. Andererseits sind mindestens einige Wochen zur Einübung einer so großen Luftflotte in den nordischen Breiten nötig. Um so merkwürdiger klingen uns mehrfach bestätigte geheime Meldungen aus Frankreich, wo- nach die für den Angriff auf Nova Thule bestimmte Luftflotte sogar aus 200—300 Flugzeugen bestehen soll. Wie die Franzosen das machen wollen, erscheint völlig rätselhaft. Gelingt es ihnen ober tatsächlich, auch nur mit 60 oder 80 Flugzeugen über Platinia zu erscheinen, dann muß der Sieg ihnen infolge der ungeheuren zahlenmäßigen Ueberlegenheit zufallen. Jedenfalls macht Frankreich die äußersten Kraftanstrengungen, sich in den Besitz Nova Thules zu setzen. Es hat -die hervorragende Bedeutung dieses Nordlandes erkannt und muß mit Bestimmtheit annehmen, daß die dort gewonnenen Schätze, bie in erster Linie Rußland und Deutschland zugute kommen, sich eines Tages gegen Frankreich wenden können. Dieser Bedrohung gegenüber unternahm die Regierung Nova Thules den sehr geschickten Schach- zug, ein Abkommen mit den Bereinigten Staaten zu treffen, das außer den ueroffenili'd)ten Paragraphen wohl noch eine Anzahl geheimer Abmachungen enthält. Doch ist zu bezweieln, ob die Union sich direkt einem f ranzösischen Zugriff auf das Nordland widersetzen wird. Frankreich fühlt sich als Hauptsieger im Weltkriege und hat bei allen politischen Verwicklungen, auch gerade Amerika gegenüber, bisher stets mit Erfolg die Rolle des unnachgiebigen Diktators gespielt. Wenn es dazu ausdrücklich betont, daß die amerikanischen Rechte in Nova Thule in keiner Weise angetastet werden, so wird die Union auch diesmal wieder nachgeben, besonders, wenn sie sich einem vollendeten Faktum gegenüber befindet. Bis zu einem gewissen Grade beachtenswert ist allerdings die aus mehreren Quellen vorliegende Nachricht, daß verschiedene Flugzeugfabriken der Bereinigten Staaten seit einiger Zeit eine fieberhafte Tätigkeit entfalten. Es sollen im Auftrage des Kriegsdepartements eine große Anzahl Kampfflieger hergestellt werden. Soweit unsere Agenten unterrichtet sind, handelt es sich um bereits bekannte Typen, die nur geringfügige Neuerungen aufweisen. Ausgeschlossen ist es nicht, daß die Union sich durch den Besitz einer größeren Luftflotte eine günstigere diplomatische Position Frankreich gegenüber verschaffen will. Alle Anstrengungen unfcrerfeils. die genauen Konstruktionspläne der Kampfflieger von Nova Thule zu erhalten, scheiterten bisher, trotzdem auch außerordentliche Geldmittel nicht gespart wurden. Die Herstellung der Flugzeuge erfolgt in einer streng bewachten abgelegenen Fabrik in Uralsk, die nur von unbestechlichen deutschen Arbeitern und Ingenieuren betreten wird. Aussagen von Rusien. die die Kampfflieger in der Nähe gesehen haben, behaupten, es handle sich um Maschinen von großer Tragfähigkeit mit starker Panzerung, die gegen das Feuer von Maschinengewehren und kleineren Geschützen völligen Schutz gewähre. Die Tragflächen beständen aus Aluminium und seien so angeordnel. daß auch größere Beschädigungen während der Fahri repariert werden könnten Diese Angaben haben eine gewisse Glaubwürdigkeit. Trotz aller Schwierigkeiten werden unsere Bemühungen eifrig fortgefetzl. doch noch hinter das Geheimnis zu kommen. 6. Bericht Günthers an Nagel. (Persönlich überbracht durch Flugzeugführer Gerling- Frau Linda Stratoff. die sich in einigen Tagen mit ihrem Manne nach Petrolea begeben wird, machte mir wichtige Mitteilungen, die ich Ihnen streng geheim übermitteln soll. Sie behauptet, daß Herrn Sanders, Ihnen und den übrigen deutschen höheren Angestellten Gefahr drohe. Die russische Regierung ist über das Vorherrschen des deutschen Elementes in Nova Thule beunruhigt und hat ernste Verwarnungen darüber an Stratoff ergehen laßen. Dieser scheint ebenfalls der Meinung zu sein, daß die Regierung von Nova Thule sich früher oder später dem russischen Einfluß entziehen wird. Derartige Bestrebungen will er unter allen Umständen verhindern. Zunächsi soll bereits unter den russischen 'Arbeitern und Angestellten eine geheime Organisation geschaffen sein, die fest zum Bolschewismus steht. Mit ihrer Hilfe beabsichtigt Stratoff eines Tages sämtliche deutschen Führer zu verhaften, um sie unter hem Vorwand, sie hätten die eingegangenen Verpflichtungen Rußland gegenüber gebrochen, außer Landes bringen zu lassen. Frau Stratoff billigt die Absichten ihres Mannes in keiner Weife und erblickt den einzigen Aus- weg aus den sonst unvermeidlichen Schwierigkeiten darin. Sie und Herrn Sanders rechtzeitig zu warnen. Sie nimmt an, daß es ein leichtes fein wird, unsere Machtstellung bei artig zu vergrößern, daß schon dadurch allein jeder Versuch eines gewaltsamen russischen Eingriffs im Keime erstickt wird. Direkte Gefahr für das Leben der deutschen Führer soll nach Frau Stratofss Ansicht nicht bestehen. Falls sie etwas Derartiges vermutet, warnt sie rechtzeitig. Das wird ihr um so leichter möglich fein, als ihr Mann verlangt hat, sie solle das Vertrauen von Herrn Sanders erringen, um von diesem Wichtiges zu erfahren. Frau Stratoff wollte anfangs diese Eröffun- gen Herrn Sanders persönlich machen. Da sich aber ihre Abreise noch um einige Zeit verschieben kann, so hielt sie es für besser, Sie und Herrn Sanders jetzt bereits durch mich orientieren zu laßen. Ich persönlich bin der Ansicht daß die 'Angaben von Frau Stratoff zuverlässig sind. Immerhin bleibt es höchst merkwürdig, daß /eine Frau in dieser Weise gegen ihren Mann Partei ergreift. Natürlich sind auch mir die Gerüchte von früheren nahen Beziehungen zwischen Herrn S. und Frau St. zu Ohren gekommen. Entweder intrigiert Frau St. gegen ihren Mann, oder sie hat irgendwelche anderen geheimen Beweggründe für ihr immerhin seltsames Benehmen. Jedenfalls möchte ich Sie bitten, auch wenn Frau St. das volle Vertrauen von Herrn Sanders besitzt, sie immer scharf zu beobachten. Eine Frau, die imstande ist. ihren Mann zu verraten, ist auch fähig, jede andere Tat zu begehen. Günther. Schreiben 'Nagels an Günther. (Durch Flugzeugführer (Beding.) Ich habe mit Sanders den Inhalt Ihres letzten Berichts genau besprochen. Das Resultat ist folgendes: Ein Konflikt mit Rußland scheint srüher oder später unvermeidlich. Unser Bestreben muß aber darauf gerichtet fein, diese Auseinandersetzung bis nach Erledigung des bevorstehenden sranzö- fischen Angriffes zu verschieben. Dagegen ist es an- gebracht, jetzt bereits die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um uns von Rußland unabhängig zu machen. Die erste Maßnahme hierzu bildet die Verlegung unserer Nachschubbasis nach Alaska, die auch schon aus technischen Gründen in Erwägung gezogen war. Die Luftlinie von Nome bis Petrolea ist nur faft halb so groß als die von Archangelsk nach Platinia. Mr Gould, unser amerikanisches Direktionsmitglied, soll die sofortige Einrickitung eines Etappenhauptortes in Rome in die Wege leiten. Amerika, das uns jetzt durch ein geheimes Abkommen verbunden ift, wird uns in ,?der Wege unterstützen. In spä.estens vier Wochen kann bereits der Lebensmittelnachschub von Alaska her erfolgen. (Fortsetzung kvlgt.) &ie$ Wort aus Hausfrauenmund geprägt zeug/ ran der unerichut/ediehen <3$eleb/hei/ dei einzigartigen Weich mittete. Persil bleibt Fortsetzung her Zwangsversteigerung im fionlnre nicterWt in W« Mtzlarec 5!ra6e. Montag, den 8. Jun' d. IS. von vormittags 87t Uhr ab: MtMlll.MkMM.KIrMr- roigtn.Mfageniiiioiiiwöon. MIMtz.MMeösenDz Wtz mg.,KreWgMll,MW W, alte MklzeM, SMiMren jeöer M,MMIIMMenll.öMr. Nachmittags von 2 llbr ab: öi'leliüdten. MM-MMiW, WeiWS,1f.n.MelljWuliisiv Herrnbrodt ,713D Gerichtsvollzieher in Butzbach. IIMg.» Uni 1925 halte ich üorläufii nur jeden Samstag von 10—3 Uhr In meinem iUcubau in Butzbach, Schillerstratze Sprechstunden ab. HanSbeiurbe werden nicht auSge- führt. Belm eriien Besuch bitte ein Fläschchen Unn mubringen. 5692A Rud. Ferd. Brandt. 5elKun0ig-r für Homöopathie, viochcmt«. Mitglied des Verbände» der Heilkunaigen Deutschlands e. B. Bruchleidende tragen nachweisbar mit größtem Erfolg, auch in veralteten ballen, mein feit vielen Beo ÄS Extrabequem. Äür jeden Bruch ertra Anfertigung. Garantie für tadelloseS'VasienLeib-.Nabcl- u-Borfallbmden, Gumminrumvie. Gerade- balter. Sufvenior ufro. Bin wieder mit Muster anwesend in (Sichen Dienstag, den !>. Juni, von 8—12 Uhr im Hotel Kobel. L Bogisch-Neumann, Bnichbandspez, Stuttgart Gegr. 1894. 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WMMWl-MUMeZ. 8. Juni 1925 40. Stiftungsfest der Liebigshöhe Meisterschaften des Landes-Verbandes „Hessen^, Bund Deutscher Radfahrer Montag, den 8. Juni 1925, nachmittags 3 Uhr Mimmmüe: leütUMm, Woll SloöetWle Al AWeuWleilmg Wir bitten die Eltern, sich an dieser Iugendveranstaltung mit ihren Kindern zahlreich zu beteiligen. 57i6e All» 6. und 7. Juni findet hier das Bezirks- Turnfest deS 04947 II. Bezirks (Gau Hessen) sowie die Einweihung unserer Vereins- fabne ftnti. Alle Turner und Turnfrcunde werden hierzu freundlichst eingeladen. Holzsuhmission. Donnerstag, den 11. Juni 1925, vormittags 8 Mr, werden auf hiesiger Bürgermeisterei, aus den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lda., aus verschiedenen Distrikten nachverzeichnete Holzsortimente im Submissionswege vergeben. In der Forstwartei 1. 1 Kiefern-Stamm 3. Kl. 0,53 Fstm. 6 „ Stämme 4. „ 2,61 w 10 „ 5. „ 4,42 „ 1 Fichten-Stamm 3. „ 1,40 „ 14 „ Stämme 4. „ 15,72 34 „ „ 5a- „ 22,78 „ 48 „ .. 5b- M 13,51 „ In der Forstwartei 2. 7 Kiesern-Stämme3. Kl. 6,78 „ 37 „ „ 4. „ 23,32 w 131 .. „ 5. ,, 49,09 „ 2 Fichten-Stämme 3. „ 3,76 7 .. 4. n 5,47 „ 58 „ „ 5a- „ 32,32 „ 76 „ „ 5b-„ 20,16 „ Angebote sind nach Forstwartei, Sortiment und Klassen getrennt bis zu obigem Termin, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalte und Bemerkungen versehen, werden nicht berücksichtigt. Das Holz ist mit Rinde gemessen und noch nicht entrindet. Es wird empfohlen das Holz vorher zu besichtigen, da später für die Qualität des Holzes keinerlei Garantie geleistet wird. Das Holz wird auf Wunsch in der 1. Forstwartei von Förster Bing in Treis a d. Lda. und in der 2. Forstwartei von Förster Simon in Climbach vorgezeigt. . Die Berkaufsbedingungcn können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden Hand werden im Termin nochmals bekannt gemacht. 4 Allendorf a. d Lda. den 4. Juni 1925. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. 5735D Ab morgen Sonntag: MENK65 toatiumu: Gießen, tenzmtr. 16, M 928 Vertreter 573:1) D31 Tel. 1267 Westanlage 51 Vermittler überall gesucht. Woblbckömmlich liefert frei HauS für SBerf auf einer erstklassigen sarbband losen Schreibmaschine in bequemen Monatsra'.en wett unter Verbandspreis. Nur Offerten mit Nachweis bisheriger Erfolge erbitten 9!osa (SriinwaldL Co. G. m. b. H., Hannover 41, Posts. 453. Liegestuhle Krankenstühle Nachtstuhle TriumpfstUhle Wohnungstausch Hrtal «Mb Q § Daselbst kann junges Mädchen unentgeltlichen Unterricht gegen Verrichtung kleiner häuslicher Arbeiten erhalten. Frau Felber Frankfurter Strafte 31II. Gehalt und Provision zahlen wir anwirkl. tüchtige u. flcikige Bienenkorb In den Tagen von Mittwoch, den 10. Juni bis Samstag, den 13. 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Juni Autorennen, Radsportfeste, Wanderertagung, Tennis- und Schachturniere. 5747D Während der Festwoche: Venetianlsches Nachtfest a. der Lahn, Weberabend, Auto- und Fahrradkorso, Historische Ausstellung, Feuerwerk, Volks- u. Kinderfeste, Kleintierausstellung. 222 303 1245 151 937 lOj* Väderpreise: 1. Kurtaxe: Für die 1. Person R.-MK. 12.- Für die 2. Person Zugverbindung --D1008 ' 1107 der Kurkarte.......R.-Mk. 2.80 das Einzelbad ohne Kurkarte R.-Mk. 4.- Kinder unter 14 Fahren zahlen die Hälfte. Die Kur- und Badeverwaltung. SoiniwMe Biedenkopi Waldhotel Tannhäuser, große Balkonzimmer, gute Küche. Samstagabend Reunion. Sonntag von 4 Uhr ab Künstlerkonzert. Auto-Garagen. Bes.: Ph. Heuser. ■MMMMBSBanan 1143 D919 D955 706 741 D812 ... 55r 814 D S7Ö 713 920 Dlfiöb Kloster Arnsburg bei Lieh. Schön gelegene Sommerfrische Beste Verpflegung. Bad Lippspriiwe am Süd-Teutoburger Walde das Bad des Mittelstandes heilt Erkrankung der Atm angsorgane, Grippefolgen Magen- u. Verdauungsleiden u. 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Warum endlich begnügte er sich mit einem bescheidenen Einkommen c Er gewann dafür die Sicherheiten einer lebenslänglichen Anstellung und einer Alters- und Hinterbliebencnoerforgung. Kein Äunder, daß die Personal-Abbau-Derordung, die nchn ber Regierung der Großen Koalition auf (*unb des l. Ermächtigungsgesetzes erlassen rxirbe, von der Beamtenschaft vielfach als Verstoß etten Treu und Glauben ausgesaßt wurde. Kein Minder, wenn die Ausführung der gesetzlichen tttrorbnung mit so manchem Mißbrauch Der gesetzlichen Bestimmungen weite Streife ber Beamten- schäft aufpeitfdjte. Rach amtlicher Feststellung finb in ber Zeit nom 1. Oktober 1923 bis zum 31. Dezember 1924 bsi ben Hoheitsverwaltungen 9243, bei ber Reichs- poft- unb Telegraphenverwaltung 14 06.5 Beamte abflebaut worden. Die Reichsbahn ist hierbei außer Betracht geblieben. Sie hat den Abbau wohl am schärfsten durchgesührt, unb der Reichseisenbahn, boomte bleibt auch nach Beendigung des allge- meinen Abbaus auf Grund der zum Londoner Ab- fatnmen gehörigen gesetzlichen Bestimmungen bdiernb in Der Gefahr des Abbaus unb ber Versetzung in eine niebrigere Besolbungsgruppe ober ber Ueberführung aus einer Beamtenstellung in eine Arbeiterstelle. Eine oberflächliche Betrachtung mog glauben, baß in Abbaubestimmungen, vom 8tanbpunft ber Erzieluna höchster Arbeitsleistungen gesehen, ein gar nicht so übles Erziehungsmittel hege. Das ist falsch. Man ist im alten Reich auch ohne solche Eeziehungsmittel ausgekommen unb batte doch eine Beamtenschaft, um die uns die Welt beneidete. Gegen Unfähige, Drückeberger und Un> . b«mäßige gibt es, auch wenn das hochentwickelte I unb nicht verloren gegangene Ehrgefühl aus ber ' Beamtenschaft verschwänbe, anbere Erziehungs- mUltel genug: Disziplinarstrafen , Strafversetzungen, Zurückstellung ober Ausschluß von Beförderungen, ! ii'n ihre Wirkungen. Es gab einmal eine Zeit, in bet ber Beamte unermüdlich unb unter Einsetzung aller Kräfte sich 40 Jahre lang bemühte, keine Flecken in seine Personalakten kommen zu lassen, um nicht bie -chmach zu erleben, von einer Auszeich- mtng burch den Landesherrn ausgeschlossen zu werben. Mögen bie „Mobernen" baruber lachen: Staat, Belt und Wirtschaft sind gut dabei gefahren. Der Abbau war trotz aller vorauszusehenden kchäden unvermeidlich. Das sei auch heute offen bekannt. Das kleiner gewordene Deutsche Reich tonnte sich schlechterdings nicht einen Beamtenkör- per leisten, Der größer war als ber des alten Reiches. Die deutschen Unterhändler konnten sich hi London nicht ber Gefahr aussetzen, bei ihren Bemühungen um eine Herabminderung der Repara- hon eia ft en auf diese Tatsache hingewiesen zu wer- ben. Staatsnotrocnbigfeiten forderten den Abbau. Staatsnotwendigkeiten fordern aber auch, so schnell wie möglich von der Beamtenschaft das Ge- •ul)l der Rechtsunsicherheit zu nehmen. Die Reichs- irgierung legte deshalb ben gesetzgeberischen Körperschaften schon in ber zweiten Legislaturveriobe einen Entwurf zur Aenberung ber Personal-Mbau- ü’erorbnung vor, ber ben Abbau auf Diejenigen Be- bärben beschränken wollte, welche vom Reichskabi- nett als „Abbaubehörden" bezeichnet werden soll- len. Der Gesetzentwurf, dem im Hauptausschuß laintliche Parteien ihre Zustimmung aegeben hat- ; len, kam im Plenum nicht zur Verabschiedung. So- Üfllbemotratcn unb Kommunisten führten wegen eines anberen Gegenstandes der Tagesordnung lunftlid) die Beschlußunfähigkeit der Dollversamm- lung herbei; der Reichstag wurde aufgelöst, bie Per- sonal-Abbau.Vorschriften blieben bestehen. Immerhin würbe burch einen Beschluß ber Klichsrcgierung vom 31. 12. 1924 ber allgemeine Personalabbau für beendet erklärt, unb eine gewisse Beruhigung der Beamtenschaft war bie Folge Die« fei wensen Beschlusses. Rach bem Wieberzusammen- tritt bes neuen Reichstages kam es zu einer neuen i Vorlage der Reichsregierung Sie ging weiter als bl« oben erwähnte, der zweiten Legislaturperiode ! vargelegte Regierungsvorlage. Sie erlaubte für U bi« Zukunft eine Anwendung ber Abbaubeftim- nwngen nur auf Grunb eines von ben gesetzgeben- bin Körperschaften beschlossenen Gesetzes unb sah al» äußerste Frist für bie Einbringung eines solchen Gesetzes den 31. März 1926 vor. In vertraulichen Beratungen beschäftigte sich der Unterausschuß Va ieh Januar dieses Jahres mit diesem Entwurf. Die Aertraulichkeit ber Verhanblungen hat es leiber nicht verhindert, bah ein Teil ber demokratischen und später auch ber sozialbemokratischen Presse : allerlei phantasiereiche Mitteilungen über die Aus- chuharbeiten brachte. Am erfolgreichsten m ber 5 ffrfinbung von Schwinbelnachrichten betätigte sich noch jüngst ein Berliner Montagsblatt, bas van bem bevorstehenden Abbau von 32 000 Post- unb r.learaphenbeamten faselte. Beunruhigend mußten, bas sei zugegeben, bie langen Beratungen des Un- Israusschusses wirken. Es ist kein Geheimnis, baß ’le xum guten Teil durch Meinunasverschiebenheiten .mischen den Oppositions- unb Regierungsparteien tntftanben ist. Die Oppasstionsparteien verlangten für den etwa notwendig werdenden künftigen Abdou ein neues Gesetz mit günstigeren Bestimmun. Gen. Slbgebaut sollte nur werden, wer freiwillig r dazu bereit war. Freiwillige sollten zu diesem Schritt durch Gewährung einer Abfindung in Höhe ton mehreren Iahresgehältem angeregt werden. Diese von keiner Rücksicht auf die Finanzen getrogenen „Beamtenfreundlichkeit" hätte eine un- aeheuerliche Rechtsungleichheit zwischen Alt- und fteuabgebauten eingeführt. Wenn Demgegenüber zeltend gemacht wurde, man müsse natürlich bie ben xfuabgebauten zustehenben Rechtsvorteile auch ben Altabgebauten zuwenben. so ist das eine For- berung, über bie sich sachlich nicht mehr gut reben läfct. Angeblich sollen auch Zwistigkeiten unter ben Regierungsparteien ber Verabschiedung des Gesetzes hinderlich gewesen sein, unb es würbe so bar- 4 -«stellt, als wenn ein Teil ber Regierungsparteien nur die vorläufige Außerkraftsetzung ber Abbaubastimmungen wünschte unb ein anderer mit ber Opposition ihre völlige Beseitigung verlangte. Das ist eine völlige Berb'rehung Der Tatsachen, tfür eine Beseitigung der Adbaubeslimmungen waren alle Regierungsparteien zu haben bie überroiegenbe Mehrheit aUerbings nur unter der Voraussetzung, bah bie Regierung auf bie nach Artikel 6 ihrer Vorlage mögliche Einbringung eines Abbaugejetzes bis zum 31. März 1926 verzichtete. Denn wie gesagt: eine Rechtsungleichheit zwischen Alt- unb Reuabge- bauten bars nicht entstehen. Sehr erfreulicherweise >st es in diesem Punkte zu einer Einigung zwischen ber Reichsregierung und ben sie stützenben Parteien des Reichstages gekommen. Die Reichsregierung hat ihre Vorlage zurückgezogen, bringt auf Grund dieser 'Vereinbarungen eine neue Vorlage iofort an Den Reichs- tag, unb schon beim Wiederzusammentritt des Reichstages am 9. Juni wird dieser sich hossentlich mit jener Vorlage beschästigen können, lieber bie neue Vorlage sagt eine ber Presse übergebene Er- riarung der Regierung: „In erster Reihe sollen die Abbaubestimmungen aufgehoben sowie Verbesse- rungen aus pensionsrechllichem Gebiet vorgenommen werden." Der erste Teil des Satzes ist nach bem Vorhergesagten klar. Der Personalabbau hört ein f ür allemal auf. Die angefünbiqten Verbesserungen auf „pensionsrechtlichem Gebiet" können nur einen Verzicht auf bie Bestimmungen des Artikels 10 über Pensionskürzungen bedeuten. Und das ist gut so. Jener Artikel enthielt eine nicht scharf genug zu verurteilende Entrechtung ber Beamten. Er fetzte sich in Wiberspruch zu einer bisher von niemanb angefochtenen Auffassung über den staatsrechtlichen Charakter des Ruhegehaltes. Das Ruhegehalt ist nichts weiter als ein eingesparter Teil des Einkommens eines aktiven Beamten. Er hat einen Rechtsanspruch auf Auszahlung dieses aufgesparten Gehaltsteils nach seiner Versetzung in ben Ruhestand. Ob ein Ruhestandsbeamter steuerbares Einkommen aus gewinnbringender Be- fchäftigung hat, geht ben Staat ebensowenig etwas an wie ein etwaiger Vermögensbcsitz bes Ruhe- ftänblers. Von Diesem rechtlich unanfechtbaren Stanb- punkt aus muß jede Kürzung des Ruhegehaltes, für den Fall, daß der Ruheständler irgendein Ar- beitseinfoinmen hat, verurteilt werden. Dagegen ist schon bei der früheren Vorlage eines Pensions- kürzungSgesetzes von Sozialdemokraten, Kommu- nisten, einem Teil der Demokraten unb des Zentrums geltend aemacht worden, cs gehe nicht an, einem arbeitsfähigen unb vielleicht hohes Privat- eintommen erjielenben Ruhestcmbsbeamten ungekürzt aus bem schmalen Säckel bes Reiches ein Ruhegehalt zu zahlen. Wenn hier Mißbräuche vor- gekommen sind, wenn einzelne Beamte gefällige Vorgesetzte und Aerzte gefunben haben, die ihnen dauernde Dienstunfähigkeit bescheinigten unb ihnen bamit zu einem Ruhegehalt verhalfen, wenn solche Beamte alsbalb gut bezahlte Privatstellungen antraten unb hort sehr schnell ihre volle Leistungs- fähigkeit roiebergeroannen, bann ist bas gewiß zu verurteilen. Aber dann fasse man die Schuldigen. Keinesfalls können für solche Ausnahmefälle alle Beamten entrechtet werben. Es ist zu erwarten ,baß bie neue Personal-Ad- bau-Vorlage ber Reichsregierung auch noch andere Verbesserungen im Sinne einer Wieberherstellung geschmälerter Beamtenrechte enthalten wirb. Ich beule babei in erster Linie an bie entlassenen vcr- heirateten Beamtinnen und auch an schuldlos geschiedene Beamtenfrauen, ferner an bie sogenannten nachgeheirateten Frauen unb an fBeamtenroitroen, bie eine neue Ehe eingehen. Ich benke vor allem auch an bie Rotwenbigkeit, bie Einstellungsspere für Versorgungsanwärter, bas sinb Militärpersonen mit Zivilversorgungsschein, aufzuheben. Seit 5 Jahren besteht diese Einstellungssperrc, seit 5 Jahren ist bie in zwölf- bis achtzehnjähriger Militär- unb Kriegsbienstzeit erworbene Aussicht auf Unterbringung im Zivilbienst für zahlreiche Familien- vätcr so gut wie völlig wertlos. So wird benn bie neue Personalabbauvorlage eine wesentliche Besierung bringen unb ber Reichs- tag wirb gut baran tun, sie schleunigst zu verab- schieben. Die Mächte und China. Es gibt in der ganzen Well nachgerade keinen Winkel mehr, wo nicht die Engländer und Amerikaner eigene neue Karten in daS fremde Spiel steckten. So verhält es sich im Augenblick auch im Streit um die Bahnkonzession der Strecke Tsitsikar —Taonan. durch die Tschangtsolin zwei Fliegen mit einem Schlage schlagen will: Erstens seine eigene Verbindung auf der Vordmandschurei nach Peking hin ausbauen und Dann die an die öotojet-llnion laut Vertrag mit dem im Herbst gestürzten Pekinger Äabtnett verpachtete Ostchina-Dahn in der Flanke treffen. Wir würden sicherlich heute nicht schon wieder durch die blutigen Unruhen m China selbst aufgestört, wenn nicht die amerikanischen und englischen Konsularbeamten in der Mandschurei Herrn Tschangtsolin eine Zehn-Millionen-Dollar-A n l c i h e für den Dahnbau airgetragen hätten.. Die Konzession selbst ist der in japanischen Händen befindlichen Süb - mandschurischen Dahn vergeben worden, das Interesse der Engländer und Franzosen aber liegt in der Finanzierung des Dahnbaues. Wie immer, gingen die Angelsachsen auch dieses Mal sehr geschickt vor, indem sie die Initiative' in den Anleiheverhandlungen dem Beherrscher der Mandschurei selbst üb erliefen. Es mögen hier wohl zwei Gründe mitge- spiclt haben: Die Erwägung der Vorteile einer japanischen Führung, soweit die Absichten sich auf Die wirtschaftliche Ausbeutung der Mandschurei und Mongolei erstrecken, und die geschäst- witlernde Behutsamkeit, mit der besonders die Amerikaner ihre Beziehungen zu der Sowjet- Lini o n im unsichtbaren Gleichgewicht halten. Tschangtsolin war ihnen dabei mehr als ein nur willkommenes Werkzeug, da feine freundschaftlichen Verbindungen mit der japanischen Regierung heute als Axiom gelten. Vor einem Halden Jahr, als er die in seinem Gebiet liegende Ost-Ehina-Bahn an die 0otoj«t-ilnion_ gegen Geld- und Wafsenunterstühungen aushändigte, war das anders. Sein politischer und militärischer Ehrgeiz hat ihn auf diese Weife an die Spitze Der jetzt in China mahgedenden Provinzherren und Armeeführer gebracht. Soweit die ostaiiati- schen Verwicklungen in dielen Wochen mit der Mandschurei und der Mongolei zusammenhängen, spielt Tschangtsolin die Rolle des von vier verschiedenen Seiten Umworbenen. Die Reichtümer dieser Länder find auch nach europäischen Begriffen unermeßlich, da es aber an lulturtragen- dcn Faktoren mangelt, ist dieK olonifationS- Rätsel-Ecke. Scharade. Siehst du bie erst' auf weißem Grunde liegen. Entsteht Die schwarz« zweit aus ihren Zügen. Mit höh'rer Kunst mußt du da- ganze lesen, Dann blickst du wohl in eines andern Wesen. Silbciirätfcl. Aus den Silben: a—a—barz—bei-chen—der di — dut — e - e - fla — flö — gc — gen in — la - le — lei — na — ne — nell — oft ragb — ri — rog — schich — fee — fma — sch ta — te — tc — ter — view — -end. sind 15 Worte zu bilden, Deren Anfangs- und Endbuchstaben ein Zitat aus Wagners „Meister- inger“ ergeben. 1. Blasinstrument 2. Blutgefäß, 3. Naturerscheinung, 4. Lehrfach, 5. Erfinder, 6. Bad in Thüringen. 7. Pflanz«. 8. Wasserfahrzeug. 9. Edelstein. 10. europäisches Gewässer, 11. Getreide, 12. ilnterrcbung, 13. Frauenname, 14. Gewebe, 15. Mengenbezeichnung. Krcnzrätscl. 1 I 2 3 i 4 1—2: Hochland am Rhein. 1—3: Metall. 2—3: Erderhöhung. 3—4: Frauenname, 4—2: Schulgerät. Lattcnrätscl. de ro er eh ge eh eg la tw tu as fl gk al ni ie et •g ch eb an an di 1b in ht tg si ch g« sw ep ti er te rn bl st ei re tu ed sz as se de ic ei le Man stelle die Satten in andere Reihenfolge, so daß man ein Dantezitat bequem ablesen kann. Auflösungen. N M M M E| I NI M M Kreuzworträtsel. R M M A I N M l I s E| A S | A "eTs Rösselsprung. Wir fühlen in un- neu es fproffen Unb schau'n begeistert himmelwärts: Der Heil'g« Geist ist auSgegossen Und flammend klärt er Blick und Herz. Desochskartenrätsel. .Fröhliche Pfingsten!" Scharade. Feindseligkeit. Silbenrätsel. .Frohe und gesunde Pfingsten wünschen wir allen unfern Lesern!" Die Red. 1. Fallersleben. 2. Richter. 3. Olive. 4. Hn- jermans. 5. Erdbeere. 6. Urteil, 7. Rvrdm. 8. Dagover. 9. Gardine, 10. Euripides. 11 Saturn. 12. Uhu. 13. Aissen, 14. Drachme. 15. Sichel. 16. Pudel. 17. Fuchsig. 18. Isar, 19. Ae- gri 20 Glasgow, 21. Schumann, 22. Torte. 23. Erich, 24. AanteS, 25. Welfen, 26. Undine. Ergänzungsrätsel. Plinse, FlachS Iburg. Horben. Geck, Strick. Trubel. Aehre. Ubier. Sirene, Florenz. Luka». Usingen, Greis. PfingstauSflug. Die Narrenkappei Splitter und Sparren vom RedakttonStisch Geschäflsiüchtlg. Die Gattin will noch „schnell etwas im Warenhaus kaufen", und der geduldige Gatte wartet draußen. Ader obwohl sie nur wenige Minuten drin bleiben wollte, dauert es zwei Stunden, und der Mann geht nun selbst hinein, um seine Frau zu suchen. Er wendet sich an einen Geschäftsführer und sagt: „Ich habe meine Frau verloren!" Das Gesicht des Angeredeten legt sich in tiefe Trauerfalten und er antwortet: „Bitte Trauerabteilung, 3. Stock, dann gleich links!" vorsichtig. Der Inspektor der Elektrizitätswerke bekam Nachricht, daß ein Leitungskabel gerissen und auf die belebte Straße gefallen war. Er begab sich selber an die UnfaUstellc. Als er ankam, sah er eine Menge Leute, bie höchst sorglos mit Dem Draht hantierten, glücklicherweise war kein Unfall geschehen. Der Inspektor wandte sich an einem der Umstehenden: „Sie sind sehr leichtsinnig gewesen," sagte er. „Sie halten nicht das Recht, den Draht zu berühren. Wissen Sie. daß Der elektrische Schlag sie auf der Stelle hätte töten können?!" „Ach," sagte der nun, „ich bin schon vorsichtig gewesen. Ich habe ihn doch erst genau befühlt, ehe ich ihn in die Hand genommen habe." Allerdings. „Ich finde das reichlich unverschämt,Sie waren doch erst heute morgen hier." — „Ja, moana Sie, i könnt von Ihrem Fünfer! den ganzen Tag leben?" Unglaublich. Sonntagsjäger: Ich will ja alles glauben, aber daß es Völker gegeben haben soll, die nur von der Jagd lebten, das ist mir doch unklar. frage hier eine Der ausschlaggebenden Angelegenheiten. Das Gelingen einer Kolonisation hätte auch eine Steigerung bes Wertes jener Gebiete als Absatzmarkt und als Vorposten für eine weitere Eroberung asiatischer Gebiete bis nach Tibet hinein zur Folge. Im Inneren Chinas selbst ist es seit dem provisorischen Abschluß bes letzten Bürgerkrieges und seit der März-Konferenz der chmesischrn Machthaber in Peking noch nicht zur Beruhigung gekommen. Das neue Tuanchijui - Kabinett hat trotz der zu Regierungsbeginn gegebenen Versprechungen eine Revision ber „ungleichen Verträge", eine Umgestaltung ber chinesischen Verwaltung, eine Linderung ber Zollgefetz« unb bie föderative Einteilung Chinas nicht begonnen. Das Schicksal Der ReorganifationStonferenz ist jeboch auch infolge des Dazwischengreisens verschiedener Machthaber ein recht bewegtes gewesen. So galt Der vor kurzem gestorbene Sun-Vat-Sen als Führer der südchinesischen Opposition. Heute vertritt seine Pläne in radikaler Form bet linke Flügel der Kuomintang - Partei, der einseitig bolschewistisch orientiert ist. Der nach rechts abg^chwenkte Flügel steht unter Führung des Generals T a n t s i j a o. bet in diesen Tagen seine Truppen zum Vormarsch gegen das bolschewistische Kanton vorbereiten soll. Hier setzt augenscheinlich ein neuer Brand ein, so daß die Bolschewisten, die als Entgelt für die Iapan- freunblichkeit Tschangtsolins in Schanghai den Ftemdenhaßdet Chinesen ausnutzen. den im (Horben gegen sie geführten Schlag rechtzeitig parieren. Dataut auch erklärt sich bie Unterstellung. daß die Aufstände in Schanghai gegen jegliche Fremdherrschaft, die japanische einschließlich, gerichtet seien. 3n unb um Peking hat sich in den letzten Wochen ebenfalls ein Ringen zwischen ben aus dem Bürgerkrieg bekannten M litärführetn abgespielt. Der „christlich: General" Fengh galt bis noch vor kurzem als Derteibiger des neuen Pekinger Kabinetts. Da das Kabinett selbst aber über nur geringe Militärkräfte verfügte und Tschangtsolin sich mit seinem Erzfeind Wu - p e i f u gegen Peking zu vereinigen anfchickte. erfüllte Fengh Die Forderung Tfchangtfolins unb entfernte sich mit seinen Truppen aus ber Umgebung Pekings. Tschangtfolins Feindschaft gegen den chinesischen Ministerpräsidenten ist um so verwunderlicher, als Tuanchijui Mitglied ber ia- pansteundlichen Anfu-Partei ist. Sie erklärt sich aber auS der anfänglichen Weigerung des Pekinger Kabinetts, den Bahnbau Tsitsikar—Taonan zu genehmigen, da das Kabinett die Aufrechterhaltung aller früheren Verträge, auch ber zuletzt mit der Sowjet-Regierung abgeschlossenen, proklamiert hatte. Tschangtfolins Bestrebung richtet sich nun allem Anscheine nach auf die Beherrschung des gesamten Chinas. Man sieht, im Augenblick kann weder den Angelsachsen, noch den Japanern, noch ben Russen eine alleinige Führung ber ostasiatischen Konflikte zugesprvchen werben. Es ist vielmehr eine Art Dorrevolte, in beren Verlauf kriegerische Zusammenstöße nicht ausbleiben Dürften. Es ist das westeuropäische Spiel im fernen Osten, über dessen Ziel, die Verdrängung ber angelsächsischen Vorherrschaft, wir als Deutsch« uns nicht aufzuregen brauchen. . Ein Wort zur Kirchensteuer. Aus unserem Leserkreis wirb uns geschrieben: Die Veranlagung zur Kirchensteuer hat in ben Kreisen der Steuerzahler Unruhe, Mißstimmung unb Verärgerung hervor- gerufen. Es liegt beshalb Grund vor, diese Angelegenheit einmal öffentlich zur Sprache zu bringen, in ber Hoffnung, bah bas Finanz- a m t dadurch Veranlassung nimmt, auf bem gleichen Wege sich zu äußern, nach welchen Grundsätzen Die Veranlagungen erfolgten unb woher es kommt, daß so unendlich viele Fehlveranlagungen nach oben unb unten stattgefunden haben. Viele sind zu hoch, biete zu niedrig veranlagt worden, so baß häufig Angestellte mit geringem Einkommen mehr Kirchensteuer zu zahlen haben als der Chef. Lehrlinge, Stubenten. Haustöchter mit gar keinem Einkommen erhielten Steuerzettel u. bgl. mehr. In den letzten Tagen sind bereits viele Berichtigungen erfolgt. Hätte dies nicht bei etwas mehr Sorgfalt vermieden werden fonrren? Die Folgen einer Derartigen Behandlung finb: Sinken des Vertrauens, das man in früheren Zeiten amtlichen Stellen entgegenbrachte, und unberechtigte Vorwürfe gegen bie kirchlichen. Behörben. bie, wie mir bekannt ist, mit ber Veranlagung gar nichts zu tun haben, aber mit all ben Reklamationen belästigt werden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob bie Veranlagung in ben einzelnen Bezirken ungleichmäßig unb ziemlich willkürlich vorgenommen worben wär«. Vielleicht Härt das Finanzamt die Oeffent- l i ch k e i t einmal auf, wie bie Veranlagung im SonntanSdienst d.Aerzte u. Apotheken am 7.6.27. Dr. Schäffer Frau Dr Marr HirschnvorHefe. Zahnarzt: Or Adam, Liebigfiraße.______ Ja, gnädige Frau Sie gebären zu den vielen, die iniolne deS üänblnen Genusses von zu starkem Bohnenkaffee an Rer- uofitnt, -chlaklofigkeii »nd Verdauungsstörungen leiden. Trinken Lie Cuieta statt reinen Bohnenkaffee ober nehmen Sie wenignenS O-uteta »vm Bohnenkaffee Tie merken übrigen» feinen Unter- schied un Geschmack und Garen viel Geld. Qniia in Mischungen mit 10"» 25" ~ 40",. oder auch ohne Bodnenkaffee. Quieta enthält Kaffeegewürze nach Wiener Art.497c t "i ’t Berlin—Frankfurt a. M. Hl &ebif Dyckerhoff & Widmann 50, 'M Wer Rad fährt Sie es bestimmt. 2651ss Solvoltth Kattinger-Werke A..G., Berli^ NW I. zu werke Kleyer Gebe. Juttghar l f Er- i m ver- ge- An- will Zeit gewinnen. Aber nur ein guter Reifen führt Dich schnell und sicher rum Ziele. Sei klug; wähle den besten und fahre einzelnen erfolgt ist. damit den Steuerzahlern eine Nachprüfung möglich ist; denn der Hinweis auf Abs. 2. E.St.G. Art. I § 25 der 2. St.R.D. bietet keine Möglichkeit der Kontrolle, da wohl nur wenigen diese Paragraphen zur Hand sind. Warum kann ein Steuerzettel nicht einfach lauten: Sie haben zu zahlen: Für allgemeine eogl. Kirchensteuer 15 Proz., für örtliche evgl. Kirchensteuer 7 Proz., zusammen 22 Proz. von Mk.... Dann könnte man fest stellen, was man zu zahlen hat. Vielleicht gibt das Finanzamt bald Aufklärung, damit die e r st e n Ziele noch rechtzeitig gezahlt werden können. Berlin, 5. Juni. Im Mittelpunkt der örterungen standen heute die Vorgänge Stinnes-Konzern, die in dem gestern offentlichten (Kommunique ihren Niederschlag fanden haben. Trotz der darin enthaltenen * Z u der Stützungsaktion für den Stinneskvnzern bemerkt die „Voss. Ztg.", dah die besondere Volle der Großbanken bei der Reuordnung am besten dahin zu charakterisieren sei, dah sie sich bereit erklärt haben, unter geeigneter Mitwirkung der Reichsbank Mittel bereitzuhalten, um die Firma Hugo Stinnes mit dem nötigen Kredit zu versorgen, und einem gewaltsamen Verfall des Stinneskonzerns im allgemeinen Interesse der Wirtschaft vorzübeugen. Von einer Tleberschuldung der Firma Hugo Stinnes sei nicht zu sprechen. Es handle sich in der Hauptsache nur um einen zeitgemäßen Abbau. Der unmittelbare Anlaß zu dem Eingreifen der Banken fei durch die Fälligkeit großer kurzfristiger Kredite gegeben gewesen, für welche die Danken in der Weise eintreten, daß sie aus den Mitteln, die aus dem Abbau hereinkommen, Rückzahlungen erhalten. Rach dem „Verl. Tagebl." .handelt es sich um einen Kredit der Großbanken von ungefähr 40 Millionen Mark. Die Reichshank räume dem Stinneskonzern feinen direkten neuen Kredit ein, scheine sich aber bereit erklärt zu haben, den an der Kreditgewährung beteiligten Danken gewisse Erleichterungen bei der Auf- 55b • ( s’i ®i<& Aeif, j. Hs <"■ 123, Deutsche B.ink 123,75, Discontogesellfchäft 110,25, Dresdner :3ank 104,37. Mitteldeutsche (Kreditbank 100, Oesterreichische Kreditakticn 7,50. Montanaktien: Ilse Bergbau 102, Mansselder 69,75, Phönix 94, Kali Aschersleben 14,12, Westeregeln 102. Chemische Aktien: Badische Anilin 124,75, chemische Griesheim 115,75, Elberfelder Farben 116,25, Th. Goldschmidt 95, Höchster Farben 116,25, Rüt- gerswerke 71,50. Jndustricaltien: 2lEG. 96, Adler- LeMner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) 79, Nheinmetall 41,50, Lahmeyer 71, Julius -sichel 44,50. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die allgemeine Verstimmung, die seit Monaten das Kennzeichen der Lage an der Dörse ist, beherrscht den Verkehr unverändert weiter. Rach Tleberwindung des Mai-TIltimo, der im Zusammenhang mit Effektenverkäufen am Prämienerklärungstag und einer beträchtlichen Anspannung des Geldmarktes recht schwache Kurse zeitigte, hatte es in dieser Woche zunächst den Anschein, als wenn wenigstens eine leichte "Besserung am Effektenmarkt eintreten wolle. Ein Ansatz hierzu wurde nach den Feiertagen gemacht. Durch die Vorgänge am Pfandbriefmarkt wurde diese Bewegung jedoch sehr rasch gedämmt. Im Reichstagsausfchuß für Aufwertungsangelegenheiten sind unabhängig von dem bekannten Kompromiß der Regierungsparteien dieser Tage mehrere Anträge gestellt worden, die u. a. eine Trennung von altem und neuem Besitz bei der Aufwertung der Dorkriegspfa 'dbriese und Schuldverschreibungen forderten. Ohne aus das Für und Wider einer solchen Tlnterscheidung einzugehen, muß doch festgestellt we-rden, daß die Annahme des Antrages den nach Beendigung der Inflationszeit wieder aufgelommenen Glauben in unsere Rechtspflege erheblich erschüttern würde, denn sie bedeutete eine völlige Tlmsto- ßung der seit fünf Vierteljahren zu Recht bestehenden Dritten Steuernotverordnung. Die Erwerbungen der Spekulation seit Dekanntwerden der Zusahaufwerkung fallen gegenüber denjenigen regulären Anlagen anderer Kreise überhaupt nicht derart ins Gewicht, dah so einschneidende Bestimmungen notwendig wären. Gin Vergleich dieser Papiere mit den Staatsanleihen, wie er verschiedentlich üblich ist, hinkt, da auf den Erwerber von Pfandbriefen bekanntlich bestimmte dinglich gesicherte Rechte übergehen, die nicht abstreitig gemacht werden können. Von der börsen- und fpekulationsfeindlichen Tendenz, die sich im Grunde genommen in diesen Anträgen widerspiegelt, ging naturgemäß auch für die Effektenmärkte eine neuerlich verstimmende Wirkung aus. Tie dauernde Rervosität der Dörse führt täglich zu Graulereien mit allerhand Gerüchten, in deren Mittelpunkt seit einiger Zeit der Stinnes- Konzern steht. Die übertriebenen Gerüchte in dieser Beziehung dürften demnächst dadurch gegenstandslos werden, daß die akuten Finanzfragen dieser Gruppe jetzt gemeinschaftlich mit mehreren Großbanken geregelt werden und dadurch auch etwaige Effeftenabgaben von dieser Seite keinesfalls mehr zu erwarten find. Der Geldmarkt lag nach dem letzten Monatswechsel noch einige Tage angespannter als sonst. Erst jetzt zeigt sich für Dörfengeld eine gewisse Erleichterung, die aber nicht die Lage des gesamten Kapitalmarktes widerspiegelt. Die Erwerbswirtschaft leidet unverändert unter größten Schwierigkeiten der Geldbeschaffung. Ihr starker Kapitalbedarf wird sich voraussichtlich im Reichsbankausweis für die letzte Maiwoche deutlich zeigen, der eine Anspannung des Statuts der Dank zeigen dürfte, die aber das zum Mai-Iuni- Wechsel übliche Maß hinausgeht. Auch die Zwei- Mvnats-Dilanzen per Ende April zeigen nur ein langsames Fortschreiten der Kapitalbildung ' aus regulären Quellen (In Billionen Mark ausgedrückt. ®ueno8*?Itre8. Sonboit, Um* York, Japan, Rio be Janeiro für eine Einheit, Wie» unb Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. SS öehörd Arbei Unter 5in” Bom 16. X! W ? qifl SteinmeM1 bau eines Lanögerichl- öficnlll$ bureau im Arn «»sicht offen. Die Angeb finb verschloß Lbtitsocrgebm Lindgerichtsgcs tag, den 16« 3 aus unserem A Michen, wo I j^ienener Zewe Frankfurt a. M., 5. Juni. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 22,25 bis 24,50, Roggen (inländischer) 20 bis 22,75, Sommer* gerste (für Drauzwecke) 21 bis 23,50, Hafer (inländischer) 19 bis 23, Mais (gelb) 21,25 bis 23,25, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39 bis 40, Roggenmehl 31,25 bis 32,75, Weizen- kleie 12,25 bis 12,50, Roggenkleie 13,25 bis 13,50. Tendenz: Fest. Berliner PrvLuftenbörse. Berlin, 5. Juni. Am Produrtenmartk trat auf weitere Besserung der ausländischen Markt» eine Befestigung ein. Inlandware war wenig angeboten und nicht viel gefragt. Sonstige Artikel ruhig. Es notierten vcr 1000 Kg.: Weizen, märk. 264 bis 267, do. Juli 267,50 bis 270.50, Roggen, märk. 214 bis 213, do. Juli 214,50 bis 215,75, Gerste, märk. 226 bis 242, Futtergerste 200 bis 218, Hafer, märk. 235 bis 243, do. Juli 190,50 bis 190,25 Mai (La Plata) (loko Berlin) 203 bis 211; per 100 Kg.: Weizenmehl 34 bis 36,50, Roggenmehl 29,75 bis 31,75, Weizenkleie 13,30, Roggenkleie 14,10 bis 14,20, Viktorjaerbsen 23 bis 27, ft eie Erbsen 22 bis 25, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 13,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bis 21, Wicken 20 bis 22,50, Lupinen, blau 10 bis 11, do. gelb 11,50 bis 14, Serradelle 13 bis 15,25, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80 Trockenschnihel 9,80 bis 10, Kar- toffelflocken 19 bis 19,20. heM DaS tzeuc Mesen in tyifed, Staus und Wieseck1 1. 3n @emar tag. ben 9 in öer Oiti ju Men-2 } 2. 3n ®emar; bringen ar nachmittags Saubringen 3. In ©emar den 10. Ju der W. Phi zu Wieseck. 4. In Gemarkt Tage nadin . sophenwalö. 34 her Weit Giehm abgei stchrch. ES toetbm schaiten M 1 denen seither teiligung statt Sutter in de wenden. Der Iuschl Verhältnissen Anzahl Lose e ©iefjen, be Hessische Bekm 3n unser 5> -m 20. Mürz 4 Cv„ Gefells -nd Feuerung Ostung, 3toe k^ndes einge ^Isung in Gi Sieben, de Brenm Req,.j> ff So ß von 9'., WhofPh. (= offen,lick Sorfterei.- Aorn. 13c S1 'M ibÄ-- 1t» K'. 32. Aranlsurler Detreidedörse. nähme ihrer eigenen Arzeple einzuräumen. Der Umfang der vom Slinneslonzern in Anspruch genommenen Gesamtkredite ist über ein nach den Substanzverhältnissen dieses 'Konzerns gerechtfertigtes Maß nicht hinauLgegangen. Richtig sei, daß der Konzern in zu großem Maße kurzfristige Kredite für Investitionszwecke ausgenommen habe. Wie der „Börsencourier" erfahren haben will, soll im Verfolg des Abbaus des Stinnesschen Privatlonzerns ein Posten von etwa drei Millionen Reichsmark Siemens- u. Halske-Aktien derart abgestoßen werden, daß der.offene Markt nicht davon berührt wird. Die Bankverpflichtungen des Stinneskonzerns sollen dem gleichen Blatt zufolge etwa 120 Millionen Mark betragen. * Vom Braunkohlen marlt. Wie die „Magdeburgische Zeitung" erfährt, wird das ostelbische Draunkohlensyndikat sich der am 1. Juli beim Mitteldeutschen Draunkohlensyndikat stattfindenden Preiserhöhung (es handelt sich hierbei um das Inkrafttreten der höheren Winterpreise) nicht anschließen, sondern erst, wie ursprünglich beabsichtigt, am 1. August, zu der beabsichtigten Preiserhöhung um eine Mark pro Tonne schreiten. Die Geschäftslage beim ostelbischen Draun- kohlenshndikat läßt weiter zu wünschen übrig, die Produktion wird vorläufig noch auf Lager genommen. Man rechnet indessen mit einer verstärkten Rachfrage im Hochsommer. Weitere Betriebseinschränkungen im Ruhrkohlenbergbau. Die Zeche „Borussia" bei Stockum hat zum 15. Juni 110 Bergleuten gekündigt. Die Zecke ., Fröhliche Morgensonne" bei Wattenscheid verlegte die Belegschaft des Reviers 1 wegen Stillegung zu den Schächten bei Wattenscheid. Die Betriebseinschränkung wird mit mangelndem Absatz in Fein- unö Magerkohle begründet. Durch die Presse läuft die Rachricht. daß die kleine Zeche „Robert" bei Hoentrop siillgelegf wurde. Bei dem Bergrevier- amt Hattingen ist eine Einigung zustandegekom- men, wodurch die Fortführung des Betriebes der Zeche ..Robert" gewährleistet wird. * Harpener Bergbau A.-G, Dort- m u n d. Die Verwaltung dieser Gesellschaft hat nunmehr, wie bereits in der Hauptversammlung vom 25. Mai in Aussicht gestellt wurde, kleinere Zusammenlegungen zur rationelleren Bewirtschaftung vorgenommen. Auch die beiden Doppel- Schachtanlagen Preußen 1 und 2 werden wahrscheinlich zusammengelegt werden. Zu Arbeiterentlassungen dürfte es jedoch durch diese Um» Kettungen nicht kommen. * Dividenden aussichten in Der Wintershallgruppe. Rach der „Kölnischen Zeitung" verlautet, daß sowohl das Spitzenunternehmen der KVintershallgruPpe, als alle ihr an- gegliederten Konzern-Antern eymungen für das Geschäftsjahr 1924 mit Rücksicht auf die noch überall durchzuführenden Betriebsverbrsserungen und Erweiterungen ohne Dividende bleiben werden. Trotz des verhältnismäßig guten Absatzes war die steuerliche Belastung so hoch, daß verfügbare Mittel zur Ausschüttung einer Dividende nicht in genügendem Ausmaß vorhanden sind. * Vor der Gründung eines Kohle n la r t e 11 ö in Polen. Wie der „Merkury Polski" meldet, ist die Gründung des Kohlen- kartells in nächster Zeit zu erwarten. Dem Kartell werden die Gruben des oberschlesischen, Krakauer und Tombrowoer Deckens angehören. Die schwierigste Frage, die überwunden werden mußte, war die Aufstellung des Teilungsschlüssels. Die Schwierigkeiten konnten jedoch überwunden werden; als Grundlage für die Errechnung des Teilungsschlüssels wurde die Produktion vom Jahre 1913 angenommen, wobei jedoch gewisse Korrekturen berücksichtigt wurden. Die Hauptaufgabe des Kohlenkartells wird darin beruhen, die Produktion dem Bedarf anzupassen. Der Gesamtbedarf wird von dem Kartell auf die drei obengenannten Kohlenbecken verteilt, die ihrerseits die Verteilung auf die einzelnen Gruben vornehmen. In Oberfchlesien wird im Ramen des Kartells die Kontrolle von der Kohlenkonvention durchgeführt, während in den beiden anderen Becken verwandte Organisationen geschaffen werden. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 5. Juni. Die scharfen Abschwächungen am Aktienmärkte setzten sich an der Abendbörse nicht fort. Gegen den tiefsten Stand des Schlußverkaufs des Mittagsoerkehrs sind geringfügige Erholungen zu verzeichnen, die auf etwas Deckungsbedürfnis zurückzuführen sind. Die freundlichere Stimmung hielt aber nicht lange vor, denn gegen Ende der Börse neigte man bereits wieder zur Abschwächung; es wurden nur Briefkurse genannt. Die Besserungen waren minimal und betrugen 0,23—0,25 Proz. Kriegsanleihen schwächten sich weiter auf 0,395 ab und zogen dann auf 0,400 an. Auch der Pfandbriefmarkt zeigte eine kleine Erleichterung. Die Umgruppierung im Stinnes-Kon- zern bildete weiterhin den Gesprächsstoff der Abendbörse, und es wurden dabei Befürchtungen laut, daß die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen sei, daß auch andere große Unternehmungen zu solchen einschneidenden Maßnahmen sich genötigt sehen könnten. Die Abendbörse schloß in lustloser Haltung mit Neigung zur Abschwächung. Bankaktien: Commerzbank 100,75, Darmstädter Bank helfen (Fahr’ nach der „Continental-Straßenkarte1*!) f ■■ Kranke Nerven bedeuten ein langsames, qualvolles Hinfiechen. Mit nervöser Gereiztheit beginnt es und endet mit den heftigsten neuralgischen Schmerzen, die das Dasein uns und andern zur Qual werden lassen. Starke Arzeneien können nur schädlich sein, vielmehr brauchen wir ein unschädliches Mittel, das uns langsam die Gesundheit wiedergibt. Lasten Sie sich in Ihrer Apotheke oder Drogerie das Heftchen „Der neue Weg zur Gesundheit" geben. In Gießen in der Aniversität-Apotheke zum goldenen Engel bekommen gaben über die künftige Führung des Konzerns bestehen doch darin noch U n k l a r h e i t e n über verschiedene hiermit zusammenhängende Fragen, die der Börse erneut Anlaß zu ben verschiedensten Vermutungen gaben. Infolgedessen bestand namentlich für die schweren Montanwerte zu den ermäßigten Anfangskursen allgemeine A b - gabeneigung, die auf die Gesam11en - denz d c- s Marktes v e r st i m m e n d ein- wirkte. Außer den Stinnes-Erörterungen beachtete man lebhaft die unbefriedigenden Berichte über die Lage der Eisenindustrie und die Anspannung der Reichs- b a n t nach dem heute veröffentlichten Ultimo-Ausweis. Unternehmungslust konnte schon deshalb nicht aufkommen, weil man über die Entwicklung des Geldmarktes angesichts des herannahenden Halbjahresultimo für die nächsten Wochen Besorgnisse hegt. Gegenwärtig ist der Börsengeld- markt weiter ausreichend beschickt. Tägliches Geld 8—10 Proz., Monatsgeld 9'. bis 111 Proz. Einen neuen Tiefftand erreichte vormittags der französische Frank, da international die Vermehrung der Vorschüsse der Bank von Frankreich an den Staat um 1,35 Milliarde» während der letzten Tage verstimmte. Gegen London wurde der französische Frank mit 99,75 genannt. Auch Mailand mit 122,30 recht schwach _____________Tamm; 5% Tcntf®e 5Tc!d)5nnTctT)e . <% Deutsch Rcichsniiloibe . 5‘A% Deutsch? Reichsanleilie 3% Deutsche NeichSmilech- . Deutsche Sparprcimienim leihe 4% Preu frische itonfo!d . . . 4% Hessen S’/i’/a Hessen.......... 8*/u Hessen Deutsche ®ertb. Dollar Anl. dto. Doll -Schech-Amreisng.n 4°/0 Zolltürkm ....... 5% Äoldmcxlkaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbonk ■ Deutsche Bank......... Deutsche Bcreinsbank . . . . Disconto Commandir .... Mctallbank......... . Mitteldeutsche Crcdttbank. . Oesterreichische (Kreditanstalt. Westbank......... . Bochumer Guß ....... Buderus..... ...... Caro ..... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bcrgwerir. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte Oberbedarf . Phönix Bergbau Rbcinstahl Rtcbeck Montan Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Yaket. .. Norddeutscher Llottd . ... Lhcramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Vbilivv Holzniant,...... Anglo-Conr -Guano . . . .. Badische Anilin ■ . •Efjcniifdic Maner Llaviv! .. Goldschmidt Griesheimer Electron . . .. Höchster srarbwerke ..... Holzverkohlung Nütgerswerke Schcideanstalt . ...... Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft SßtraniQim .......... Mainkraftwerke ....... Schuckert . . . ........ Siemens & Halske '.'ldlerwrrke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligcnstaedr. . ...... Meguin Motorenwerke Mannheim . ffranfflirtet Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz Sichet Zellstoff Waldhos . .'juckcrlabrik ffrankcnthal . • Zuckerfabrik Waghäusel • . . Guie Zähne - Gute Gesundheit! ©«^016 muß man fi^ Medurch richtige Pflege gesund und voll gebrauchsfähig erhalten. Bedeutende Fachauioritäten der Wiffenschast, unter ihnen eine ganze Anzahl von Univerfitäts» tüfifi , aT ? Zahnpasta „Solvolith", eine Srfmdung des bekannten Zahnarztes und Spezialforfchers auf,diesem Gebiete Dr.med. Karl Hermann, sich hierzu am vorzüg. en e gne. o vo.ith ist aber nicht nur ein hervorragendes Zahnreinigungsmittel im kosmetischen und hygienischen Sinne, sondern hat darüber hinaus infolge seines Gehaltes an natürlichem Karlsbader Sprndelsalz die unschätzbare Eigenschaft, den Zahnstein auszulSfen hzw. sein Ansehert überhaupt zu verhindern. Der Zahnstein ist nämlich einer der schlimmsten Feinde der Zahne und ursächlich an den meisten Zahnerkrankungen beteiligt. Er ruft z. V. den gefürchteten Zahnfachschwund (Alveolarpyorrhoe) hervor, der die sonst gefunden Zähne lockert und sie nach und nach zum Ausfasten bringt. Benutzen Sie deshalb zurpstege derZähne nur 4 Juni 5. Juni Amtliche Noti rung Geld Brief Amtliche Notierung - Geld Bries Amu-» Ron. Bmn.'Airc» Brss.-Anlw. Cbristiania. .^op-nhagrn Slockl>olm . HclüngforS. Italien. . . London. . Neuvork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanten. . Japan . .. >Hio bc Ian. Wien in D-- Ocst. abgest. Prag .... Belgrad . . Dudapcst. . Bulgarien. Lissabon Danzig. . . fionftnntin. Athen. . 1B8.51 1.076 ‘0 05 70,38 58.75 112,26 10 475 16.79 20,382 4.195 20.55 81 295 111.12 1.721 0 446 59,06 12,43 6 97 5.898 3,035 20 475 89 89 ' 265 7 09 168,93 1,680 20,11 70,49 78,95 112,54 10,614 15.83 21,434 4.205 20,61 81.495 61,28 1,725 0.148 59,20 12,47 6,09 5,918 3,045 20,625 •il.Ofi Th 168.64 1.687 19,95 70,46 78.89 112,26 10.572 16,70 20,38) 4,195 20,115 61.285 >1,17 1,721 0.4.50 A'1,051 12,f?7 7,00 5,5 8 3,015 20,475 69.90 f.tsü 7.09 169,06 . 7 1.691 1 20,05 70,66 79,tt2 112,54 10.612 16,74 20.438 . 4.20.5 20.475 81.485 ‘ 61.33 1.725 0.452 59,194 12.467 7.02 5,918 3,025 •■> 20,525 81.10 2,26.5 7.11 ___Danknoten. Berlin, 5. Juni. Geld Bries Slmcrikanische Rote» .... Belgische Roten....... Dänische Roten ...... 4.177 19,97 78,60 20.353 20,35 168,23 16,74 70,22 59.09 111,97 81,24 -•1,00 12,17 5,86 4,197 20,07 in 79,00 20,453 20,45 .0 169,09 16,82 70.58 59.39 - - 112,53 81,64 61,30 13,33 r 5.88 Englische Noten....... ffranzösische ‘.Voten ..... Holländische Roten ..... Italienische Roien ..... Norwegische Noten..... Deuisch-Oesterr..äiov Kronen Siuniänische Roten . . , . . Schwedische Noten..... Schweizer Note»...... Spanische Noten...... Tschechoslowakische Noten. Ungarische Roten ... . . ffrankiurt a.M. Berlin Schluß» iturs Schlug!'.. 2Ibrnd. »vte Schluß Kur, SchluhK Mittag T'M« 4.6. I 5 6. 4. 6. 5 6. 0.435 0,40 0.43 0.41 — 0.45 0,41 0,4275 — 0.405 0,4175 0.41 0 59 0,58 0,59 0,50 0.26 0,27 0 26 0,265 6,46 0,44 0,4425 0 4075 0,60 0,60 0,6 0,60 — 0,53 0,55 0,55 0.53 0,51 0,4<> — 89,75 91,75 91,75 92,2 92.25 92,5 92,6 8.-! 8.5 8,5 8.5 37,25 38 — 40 128 126 126.75 124 101,5 100,75 101 100,75 124 123 123,5 123.5 123.9 123,75 124 124 i » 71 — — 111 110,25 111 110,5 95 93 — — 100 100 100 100 7.60 7.50 7,62 7,5 0,1 0,1 — 0,175 — 58 5 62 60 59,3 57 — 57,9 60,1 60 63 63 82.5 77 82 77,25 65.25 62 64,75 62,5 111,5 115.5 114,13 112.7 14.62 14,12 15 14,25 108 102 16,13 15.9 54.9 54,5 56 6.62.5 6.7 6,5 98.5 t,4O 1'8.25 94 97,62 83,25 79,75 82,62 79,50 — 78 79,25 76,50 2,7 2,65 — — 60,50 56,25 60 58 67 65 67,5 64 — — 71,50 71 63 67 — — 105,75 104 127 124,75 126 124.90 0.51 0,48 — — "6,5 95 96,80 96 116.25 115,75 116,75 115,75 117.9 116,25 117,50 116,13 6.9.5 1). 75 — — 71,5 71.5 70,1 66 112.5 110 — — 98,25 96 97,5 95,75 76,5 — 77,50 77,50 78,5 — —1 — 67,4 65 87 84 87,13 84,50 2,70 2,62 2,62 66 65 66.82 64.25 40.5 40,25 — — 51 — 50 49 — — - 71 0,44 0,-14 — _ 0,95 1 0,9 0,9 11! HO — — 2,375 23,25 2,4 2.3 3.4 45.75 3 44.5 3.1 45 3,12 44,5 10.1 10 10.20 10,13 8,60 3,575 — 64 . 63,25 63 i — 2uni. Ts tDuthu 22,25 bis 24.50, '22,75, Commct« bii M Ho!n s lgeib) 21,25 bis s, 6pe;ial 0) 39 s 32,75, Weizen- « 13,25 bi- 13,50. & 2Mb un 19,97 18,60 »1.353 188,28 16,74 io, n 59,09 111,97 81,M 91,00 12,1? 5.86 hobele. iu ''r.26 l0-5<2 16,70 ”.38i <.194 *“.<15 «1.285 51.17 '■721 1.450 39,051 ta.tfr 7,00 8 3.01?, '■aiierafle 10 Zeleob. 1688 ffl Weiß- u.Graustück Lahn-Kalk la Qualität u. Ergiebigkeit liefert stets prompt und billigst 1Me« C. Rübsamen, Gießen, Fernen. 1659. D-RAD Ausführung K mit Karbidbeleuchtung Mk.1350 Ausführung EZ mit Bosch-Zündlichtanlage Mk.1550.- Schulstrafie 6 Otto Göbel - Gießen FernsprecherW2 5564D weise !ZMWWWesUMllllU üuiiiinu AKTIEN-GESELLSCHAFT FÜR GLASINDUSTRIE VORM.FR1EDR.Slf MENS DRESDEN für Kiesgru Ziegeleien 3152c Waschbütten Jauchefässer Pflanrenktibel Schiebkarren Leiterwagen Waschmaschine« leitete auch leih« MARTIN EICHELGRÜN & Co. 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