Lr. 8i Erster Blatt 175. Jahrgang Montag, b. Apnl 1925 Aufmarsch zur Präsidentenwahl Art erwieserr. Der deutsch-belgische Handelsvertrag. sie haben ihnen klarzumachen versucht, daß man ein Volk von sechzig Millionen Menschen, die hinsichtlich der Produktion zu den Leistungs- fähigsten, hinsichtlich der Konsumtion zu den Aufnahmefähigsten gehören, aus der Weltwirtschaft nicht ausschalten kann, indem man sie zu einem Paria und Helotenvolk macht, wenn man die Weltwirtschaft und damit die eigene Wirtschaft nicht zerstören will. Das alles und noch einiges andere haben die Deutschen den Engländern und ihren Freurrden gesagt, aber freilich nur mit dem Erfolg, daß man ihre Mahnungen, statt auf sie zu hören, als niederträchtige Versuche ausgab, sich den Folgen ihrer Riederlage zu entziehen. So klug war man damals. Will man heute nicht zugeben, daß die Deutschen klüger waren? andere Waren während der Dauer von zwölf Monaten bei der Einfuhr in dos andere Land die Meistbegünstigung noch nicht voll genießen. Aach Ablauf der genannten Fristen tritt auch für diese Waren automatisch die Meistbegünstigung ein. Die Weistbegünstigungsbestim- mungen gelten auch im Verhältnis zwischen Deutschland und der Kongotolonie und den belgischen Mandatsgebieten Das Abkommen tritt erst nach der Ratifizierung in Kraft. Belgien hat sich die Ratifizierung Vorbehalten. bis die deutsche Zolltarif-Ro« v e l l e in Kraft getreten ist. Bis dahin haben die beiden Ber,ragsteile sich zugesichert, den gegenseitigen Handelsverkehr im Rahmen der bis dahin geltenden Bestimmungen möglichst zu erleichtern Was aber die »großen Bier" anlangt, so haben sie sich als wirtschaftliche Stümper der kläglichsten lenalfoit von Anzeigen fflr bte Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcdeDcrbmdlichkrch Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» iilame-Anzeigen v 70 um Breite 35 Goldpfennig, Plahvorfchrift20° .Aufschlag. - Bcrantworilich für Politik u. Feuilleton; Dr. Friede. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. --Ü-______' J Erscheint täglich, außer 8®wn» und Feiertags. Beilagen: EießenerFomilienblätter Heimat im Bild. Monat,Bezugspreis: 2Goldmarü u 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch Anschlüsse: Schrifüeitung 112, Verlag undGeschöstsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: AnzeigerOietzen. Postscheckkonto: Zraakfurt a. M. 1168t. Hindenburg für Jarres. Der Feldmarschall lehnt eine eigene .Kandidatur ab. Berlin. 6. April. ($11.) Der Reichsblock hat am Samstag die politische Lage, die durch den Zusammenschluß der Weimarer Koalition g:schasfen ist, eingehend erörtert, und zwar nicht nur in bezug auf die Wahl vom 26. April, sondern auch mit Bezug auf die allgemeine politische Zukunst. Dabei wurde zunächst die Kandidatenfrage nur unverbindlich besprochen. Auf der Basis einer völligen Politischen Aebereinstimmung zwischen dem Reichsblock und Dr. 2 a r r e s und zwischen Dr. Jarres und dem Generalfelbmarschall von Hindenburg wurde die Möglichkeit einer Kandidatur des G e n e r a l s e l d marsch a l l s erörtert. Eine Abstimmung hat im Reichsblock nicht stattgefunden. Die endgültigen Verhandlungen des Reichsblocks werden nach demAbschluß verschiedener Besprechungen und nach den Beratungen der maßgebenden Parteiorgane spätestens am Mittwoch stattfinden. Wie die Montagsblätter melden, hat Generalfeldmarschall von Hindenburg die ihm vom Reichsblock angebotene Kandidatur für die Reichspräsidentschaft aus persönlichen und sachlichen Gründen a b g e l e h n t. Er hat sich mit aller Entschiedenheit für die Kandidatur IarreS eingesetzt und den Reichs, block ersucht, wie bisher alle Kräfte zusammenzuhalten. Laut Montag und Zeit wird die Aominierung von Dr. Jarres durch den Reichsblock am Mittwoch nur noch eine Formsache fein. Der Wahlkampf des Reichs- blocks für Dr. Jarres wird voraussichtlich schon heute oder morgen ausgenommen werden. Der Beschluß der Demokraten. Der demokratische Parteiansschuß billigt eine Kandidatur Marx. Berlin, b. April. (LH.) Die Deutsche Demokratische Partei gbt folgenden Bericht aus: Der Parteiausschuh der Deutschen Demokratischen - Partei trat aut Sonntag im Reichstag zusammen, um zur Reichspräsidentenwahl Stellung zu nehmen. Den Vorsitz führte Reichsminister a D. Koch, welcher auch das Referat über die seither geführten Verhandlungen hielt. Den Ausführungen Kochs folgte eine ausgedehnte Aussprache, in der von einigen Rednern aus kulturpolitischen Gründen Bedenken gegen die Kandidatur Marx geltend gemacht wurden. Aach dreistündiger Aussprache wurde folgende Entschließung mit überwältigender Mehrheit angenommen: Der Parteiausschuß spricht dem Kandidaten des ersten Wahlganges, Herrn Staatspräsidenten Hel lp ach, noch einmal den wärmsten Dank aus für die Uebernahme der Kandidatur und seine kräftige Führung d?s Wahlkampf s. Die Verkörperung des weltanschaulichen Gehalts des demokratischen Programms, die offene Führung des Wahllampfes auf dem Boden der Demokratischen Partei durch eine Persönlichkeit von der geistigen Bedeutung Hellpachs ist ein dauernder Erfolg für die deutsche Demokratie. Alle Versuche, für den zweiten Wahlgang eine Gemeinschaftskandidatur aller staats- freundlichen Parteien zustande zu bringen, sind von der Demokratischen Partei unterstützt worden, scheiterten aber an der Ablehnung durch fast sämtliche Parteien sowohl rechts wie links. Unter diesen Umständen und angesichts der dem Reich von innen und außen drohenden Gefahren war die Weimarer Koalition die einzige feste Grundlage für die Kaitdidatur eines Reichspräsidenten, der die Gewähr bietet für eine Sicherung der Reichsverfassung. die Fortführung der bisherigen Außenpolitik und den Wiederaufbau einer leistungsfähigen Wirtschaft. Der Parteiausschuh billigt den Beschluß des Vorstandes über eine Kandidatur Marx und erblickt in Marr den Gemeinschaftskandidaten des Dollsblocks. Er fordert die Organisationen der Partei auf, mit aller Kraft die Wahl des Kandidaten der verfassungstreuen Parteieit zu fördern. Keine Kandidatur Simons. Berlin, 4. April. (WTB.) Von zuftän- d i g e r Seite wird dem WTB.' mitgeteilt: Der Stellvertreter des Reichspräsiden - t e n hatte von dem am 3. April im Reichstag erörterten Vorschlag, chn noch jetzt als Sammel- k a n d i d a t e n für die Wahl des Reichspräsiden, ten aufzustellen, ebensowenig Kenntnis wie seinerzeit von der 'Absicht der Parteien des Reichstages, ihm Berlin, 4. April. (Wolff.) Das Handelsabkommen mit Belgien wurde gestern unterzeichnet. Das Abkommen ist basiert auf dem Grundsatz der gegenseitigen Meistbegünstigung. Hinsichtlich der Zollsätze hab^n sich die beiden Vertragsparteien für die Hebergangszett gewisse Ausnahmen von der Meistbegünstigung Vorbehalten in der Weise, daß eine Reihe von Waren wahrend der Dauer von sechs Monaten und Aus dem Finanzausschuß. Die Giehener Studicnaustalt bewilligt. Der Finanzausschuß des Landtages beriet eine ganze Reihe von Anträgen und Vorstellungen, die sich aus den Ausbau von Mädchenschulen und höheren Bürgerschulen in den verschiedenen Landesteilen beziehen. Hierbei kommt zum Ausdruck. daß wohl Vollanstalten fürMäd- ch e n in Darmstadt und Mainz, aber nicht in Oberhesfen bestehen und daß im allgemeinen das flache Land benachteiligt sei. Auf der anderen Seite wird aus die finanzielle Lage des Staates hingewiesen, der in seinen Mitteln sich starke Beschränkungen auferlegen müsse. Es kommt dann ein Antrag der Abg Dr. Leucht- g e n s und Glaser zur Beratung, dessen erster Teil, wonach die Anträge von Gemeinden auf Ausbau und Aufbau der höheren Schulen aus Gründen der finanziellen Schw erigkeiten des Landes a b g e l e h n t werden sollen, keine Zustimmung findet, während der zweite Teil angenommen wird, der dahin geht, daß eine A e u- verteilung der höheren Schulen im ganzen Lande anzustreben und dabei das flache Land und die kleineren Städte mit Zentralverkehrslagen stärker zu berücksichtigen sei .als seither. Ein Ausschuß soll dem Finanzausschuß geeignete Vorschläge unterbreiten Es wird dann ein Antrag der Abg. Birnbaum angenommen, wonach der Ausbau der höheren Mädchenschule in Gießen durch Angliederung einer Studien- a n st a l t genehmigt wird, wenn die Stadt Gießen die Kosten übernimmt Unter den gleichen Voraussetzungen werden mit Mehrheit genehmigt: Die Vorstellung des Oberbürgermeifterä der Stadt Worms zur Errichtung einer Studienanstalt an der Eleonorenschule daselbst, der Antrag der Abg. Aiepoth und Genossen, betr. den Ausbau der höheren Bürgerschule zu Schlitz zu einer Realschule, der Antrag des Abg. Lücke! und Genossen betr. die Aufbauschule in Alzey, die Vorstellung der Bürgermeisterei Vilbel zum Ausbau der höheren Bürgerschule zu Vilbel .neuen Anleihen werden in noch geringerem Maße frei sein, als in jener Z.it oor dem Kriege Auf viele Jahre hinaus wird ein langfristiger Anleihekredit nur au einem Zinssätze zu beschaffen sein, der das doppelte des früheren Durchschnitts- sahes erreicht, oft vielleicht übersteigt. Di.' Verpflichtungen aus den neuen Anleihen w:rden auf diese Weise bis an die äußerste Grenze des Erträglichen steigen Zur Abtragung der neuen Schulden werden, um e'ne geordnete Finanzwirlschast aufrechrzuerhal- ten, Maßnahmen angewandt werden müssen, deren schwere Belastung die ReichSjinanzrefoim von 1908 weit übersteigen wird. So ergibt sich tenn, daß auch in der Zeit nach der Abtragung der Reparationsverpflichtungen bedeut ende La st en für Anleihen der Vergangenheit neben denen au» neuen Anleiheschulden nicht getragen werden können. Die^ Erkenntnis zwingt zu zwei Folgerungen: Marian leihen können nur mit einer Anleiheschuld abgelöst werden, die in dieser Höhe so tn-grenzt ist, daß der Dienst für sie die Anleihc-lasten in Zukunft nicht sehr erheblich vermehrt, und ferner die Leistungen, die in den nächsten Jahrzehnten für die Ablösunas schuld aufgebracht werden können, müssen auch zu einem Teile für die Tilgung der Schuld verwandt werden. Unter diesen Umständen, erscheint ein Betrag von 5 v. H. des Rennbetrags der noch ungetilgten öffentlichen Markschulden als das h ö d^ft e, was selbst bei günstigster Gestaltung der Finanzlage zukünftig als erträglich angesehen werden kann. Die Ablösung der alten Schulden zu diesem Satze ergibt bereits eine Verschuldung von rund 4 Milliarden Rcichs- marf. Gegen die technische Durchführbarkeit dec Unterscheidung zwischen Anleihen des alten und neuen Besitzes wurden aus Kreisen des Bankgewerbes Bedenken geltend gemacht. Diese Bedenken • wurden eingehend geprüft Erhebliche Schwierigkeiten sink unzweifelhaft vorhanden. Durch sie wird die Durchführung der Unterscheiduna langwierig und kostspielig. Tiber es besteht nach sorgfältiger Pi üinna h-c Austastung, daß N. Schwierigkeiten nid}! als unüberwindlich angesehen werden brauchen. Den banktechnischen Dedenkm ist durch die Fassung des Entwurfs Rechnung getragen. Sie werden bet der Abfassung der Durch, führungsbestimmungen möglichst zu berücksichtigen sei». bte Stellvertretung zu übertragen und spä- ter von dem Vorschlag, ihn schon im ersten Wahl- gang als Sammelkandidaten zu praklamieren. Er kanditiert überhaupt nicht. Einer Verlängerung seiner S t elloertretungs- Periode durch ein oerfassungsönderndes Reichs- aesetz würde er aus denselben Gründen Wider- l p r e ch e r haben, aus denen er im Frühjahr 1922 dem verstorbenen Reichspräsidenten eindringlich abgeraten hat, sich durch den Reichstag, st attdurchVolkswahl in seiner Stellung bestätigen zu lassen. Kundgebung der präfidentschastrkandidatenMarx Berlin, 4. April. (TU.) 3n einer Besprechung der Vertreter der Weimarer Koalition erklärte sich Reichskanzler a.- D. Marx zur Annahme der Reichspräsidentschaftskandidatur mit folgenden Ausführungen bereit .,2ch danke den deutschen Männern und Frauen, die zu mir das Vertrauen haben, daß ich meine ganze Kraft ohne Rücksicht auf meine Person und irgendeine Partei für das Wohl von Vrlk und Reich einzusetzen bereit bin. Die höchste Pflicht des ManneS, den das deutsche Volk als seinen Vertrauensmann zum hohen Amte des Reichspräsidenten beruft, ist der Schutz und die Wahrung der 'Verfassung, aus der ihm seine Rechte und Pflichten erwachsen. 3n freiem Entschluß, zu dem sich das deutsche Volk aus dem Zusammenbruch in kraftvoller Selbsthilfe auf- gerafft hat, bekannte sich das deutsche Voll zum Dolksstaat. zur Republik. Aufgabe des Staatsoberhauptes muß es fein, den Willen des Volkes zu achten und zu sichern. Aus diesen Grundsätzen der Verfassung soll sich in Freiheit und gegenseitiger Duldung unser nationales, wirtschaftliches und kulturelles Leben entfalten. Unter aller Streben muß darauf gerichtet sein, das öffentliche Leben rein zu halten und vor Zersetzung seiner inneren Kräfte zu bewahren. Solange ich politisch tätig bin, ist es immer mein Ziel und Streben gewesen, unser so zerrissene» Voll zur gemeinfamen Arbeit zum Wohle des Vaterlandes zusammenzuführen. Mein Glaube, daß sich das deutsche Volk nicht mir im Kriege, sondern auch im Frieden als eine unlösliche Seelengemeinschaft einmal erkennen und fühlen wird, ist so unerschütterlich, wie mein Vertrauen auf Deutschlands Zukunft. Diesem Ziel werden wir näher tommen. je mehr es uns gelingt, unser ganzes öffentliches Leben mit wahrhaft demokratischer Gesinnung und so- . zialem Geiste zu durchdringen. Fühlen wir uns als wirklich innerlich miteinander verbunden, als ein Volk, dem in seiner tausendjährigen Geschichte Glück und Leid in reichstem Maße zuteil geworden ist und das sich jetzt wieder einmal aus tiefer Rot zu einer neuen Geltung und Größe emporringen muß, über alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegensätze sowie über alle Unterschiede des Glaubens und der Weltanschauung hinaus. Mein ganzes Leben hindurch habe ich mich um die Wahrung und Pflege der hohen Güter christlicher und deutscher Kultur bemüht. Das deutsche Volk will die Verständigung im Geiste der Gerechtigkeit und wahrer Weltbefreiung, ein Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn das Recht der Völker auf Freiheit und Selbstbestimmung gewahrt bleibt Darum müssen wir alles daran sehen, daß der Bevölkerung der noch besetzten Gebiete die endliche Freiheit wird und daß allen unseren Volksgenossen das Recht der staatlichen Selbstbestimmung zugestanden wird das andere Völker für sich in Anspruch nehmen." Die Ablösung öffentlicher Anleihen. Berlin. 4.2lprll. (WTB.) Dem Reichstag ging eine Begründung zu dem Gesetzentwurf über die Ablösung öffentlicher Anleihen zu. Die wesentlichen Punkte wurden bereits am 26. März veröffentlicht. Wir entnehmen der Begründung noch folgende Sähe: Der Anleihebedarf wird während der Durchführung des Londoner Abkommens größer sein als während der Periode von 1871 bis 1908. einer Zeit, in der die Steuerkraft des deutschen Volkes ausschließlich für die inneren Bedürfnisse der Staatswirtschaft bereit stand. Die Ausgaben, die in normalen Zetten aus den Steuereinnahmen gedeckt werden können, werden bei der Vorbelastung der Steuerfraft durch die Reparationslasten durch Anleihen aufgebracht werden müssen. Die Mittel zur Tilgung der Späte Erkenntnis. Wilson, Lloyd George, Clemenceau und Orlando, die in monatelangem Kuhhandel den Frieden von Versailles angefertigt haben, hat man alS die »großen Vier" bezeichnet, aber sie sind alle mlieinanöcr feine Größen, sondern Menschen allergewöhnlichsten Formats. Das ist an und für sich noch fein Vorwurf, aber das ilngtüd ist, daß das Friedenswerk nach der Kriegs- katastrophe, ein Werk, zu dessen Vollendung die erhabenbften Geister gerade gut genug gewesen wären, in die Hänkw dieser polittschen Routiniers — das ist noch das Beste, was man von ihnen sagen kann — geraten ist: sie haben der Well ein Friedensunglück bereitet, das, wie sich immer klarer herausstellt, nicht viel weniger schlimm ist, als das Kriegsunglück, daS die Welt betroffen hat. Wenden wir uns einer Betrachtung der wirtschaftlichen Rachkriegsverhält- nisse zu, so sehen wir ein verarmtes, mit schweren Röten ringendes Mitteleuropa, ein Frankreich, das vor dem Bankerott steht, ein England, dessen früherer Wohlstand zum großen Teil vernichtet ist. das die Quellen seines früheren Wohlstandes versiegt, verschüttet sieht, das allen Grund hat, mit schwersten Sorgen in seine wirtschaftliche Zukunft zu blicken, ilnb 'allenthalben dieselben Hebel: Darnieder liegen von Handel und Industrie, Arbeitslosigkeit, Wohnungselend, Schwinden der öffeittlichen Moral, Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung — das ganze Heer der ägyptischen Plagen! Wir, die De s i e g t e n,haben diese- Friedensunglück von Anfang an an unferm Leibe verspüren müssen, während jene, die sich einbildeten, den Sieg in dem Weltkriege davongetragen zu haben, mit sadistischem Behagen zu- sahen, wie wir uns unter den furchtbaren Schlägen unseres Unglücks wanden Aber längst ist auch in den Ländern der „Sieger" der Dunst verflogen, mit dem man sich im Siegestaumel benebelt hat, und mit lähmendem Entsetzen steht man vor den harten wirtschaftlichen Tatsachen, deren man nicht Herr zu werden vermag, weder ■nrit homöopathischen Quacksalbereien noch mit brutalen Eifenbartkuren. In England zumal werden die Klagen über das wirffchaftliche Elend. 'ta£ auf Land und Voll lastet, immer lauter und immer verzweifelter, aber immer klarer wird auch die Erkenntnis, daß dieses wirtschaftlich» Elend die notwendige Folge der wahnwitzigen Politik ist, die man im Kriege wie beim Friv» denSschluß gemacht hat. 3m Londoner Rationalliberalen Klub sprach ^kürzlich daS liberale ^lnterhausmttglied Runci <- ’m a n über die wirtschaftlichen Sorgen Englands, namentlich über das Damiederliegen des Bergbaus und der Siseninduftrie, und er scheute sich nicht, die Katze endlich einmal aus dem Sack zu laffen, und zu sagen, was den Engländern niM ost ugd nicht eindringlich genug gesagt werden tarnt Der Dawesplau, so führte er aus. werde England in einen viel schwierigeren Wettbewerb mit den deutschen Zechen und Eisenhütten sowie mit den deutschen Maschinen und der Schiffsbauindustrie verwickeln als je zuvor. Die Bezahlung von Reparationen durch Deutschland, weit davon entfernt, ein Vorteil für England zu sein, werde auf die Dauer nur Nachteile für die englische Industrie und für den englischen Handel bringen. Wenn England die Politik der Reparationen Wetter verfolge, so könne sich der britische Handel nicht erholen, sondern England würde in dem Wettkampf mit dem großen und tüchtigen deutschen Volke nie- rnals in der Lage sein, seine frühere Stellung auf dem Weltmartt wieder zu erringen. Dehnliche Gedanken entwickelte noch viel schärfer Ramsey Wacdonald auf einer Londoner Versammlung der Unabhängigen Arbeiter- partei. -England, sagte er, leide unter der als Ausfluß höchsten staatsmännischen Genies gepriesenen Polittk des Knock-out-Stoßes gegen Deutschland, denn diese Politik habe, statt den deutschen Wettbewerb zu treffen, dem britischen Handel den Knock-out-Stoß versetzt. Den Deutschen sei eine Form der Reparation ausgezwun- $en worden, die dem britischen Kohlenhandel «Schwierigkeiten bereitet und die britischen Märkte zerstört habe. Alle augenblicklichen Röte Englands seien auf die Unwissenheit der Leute zurückzuführen, die den Vertrag von Versailles gemacht haben, und wenn Deutschland heute in seinem Wettbewerb gegen England fm Vorsprung sei, so sei das nicht eine Folge der deutschen überlegenen Intelligenz, sondern des Mangels an politischer Intelligenz in England. \5tc haben Recht, die Herren Runciman und Macdonald, aber bei allem Respekt vor ihrer polittschen Weisheit: was sie da gesagt haben, das sind doch Banalitäten, die jeder Kesselflicker ebenfo gut sagen kann. Denn wenn die Deutschen gezwungen werden, Kohlen, Chemikalien, Maschinen und Eisenbahnen an die Franzosen, die Italiener und andere interessante Völkerschaften gratis zu liefern, so brauchen diese Völkerschaften die Sachen eben nicht in England zu kaufen, und die englische Industrie kann einpacken. alnd was die deutsche Intelligcmz anlangt, so scheint ste doch recht beträchtlich größer zu fein als die englische. Denn was die englischen Politiker heute ate neueste Erkenntnis von sich geben, das haben ihnen die Deutschen von Anfang an gepredigt: sie haben ihnen llarzumach-n versucht, daß die Weltwirtschaft eine aus vielen Gliedern bestehende Kette ist, gerade lang genug für die Bedürfnisse der Weltkultur, intö daß diese Kette unbrauchbar wird, wenn man auch nur ein Glied abbricht. daß sie aber I zu einem Haufen allen Eisens werden muß. wenn man ein Glied aus bet Mitte herausbricht; I GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Omd und Verlag i vrLhNche UnlverMlr-vuch- und Sttindruderti N. Lange in iSItften. S^riftleitunq und Skschästrftrlle: Lchulttraße 7. = = die in Im Gießen, < r l 3m in den und den nisterpräsident Theunis um 11.30 Uhr dem König die Gesamtbemission überreicht. Jedes neu eintreffende Wahlergebnis zeigt, bah die Sozialisten einen Sieg davongetragen haben. Die Liberalen haben nach vorläufigen Schätzungen sieben bis zehn Sitze ausschließlich an die Sozialisten verloren. Auch die Katholiken haben einen bis zwei Sitze an die Sozialisten abgcben müssen und auch sonst an Stimmen verloren. Für« dem Hei wie für t Wege um beginnen Doraussichtlich wird sich dann Beratung des Staatsvoranschlags anschiehen. Brüssel, 5. April. (Agence Belge.) Zusammenhang mit den Kammerwahlen Hot Mi. Demission des belgischen Kabinetts werde. Abg. Winnefeld (D. Bp.) beklagt Zwiespalt zwischen Mietern und Vermietern erklärt, die Dolkspartei wolle keineswegs Mieterschutz beseitigen. ein Frühstück, an dem die Mitglieder des Vorstands des Kuratoriums, des D o z c n - tenkollegiums der Hochschule, die Reichs- Minister Dr. Stresemann und Schiele und der preußische Staatsminister Dr. Decker teil- nahmen. Das Grubenunglück aus Zeche „Matthias Sfinncs*4. Auf der Zeche „Matthias Stinnes" wurde am Sonntag der letzte Tote geborgen. Einschließlich der im Krankenhaus verstorbenen Schwerverletzten beträgt die Zahl der Toten zehn. Die bergpolizeiliche Untersuchung beginnt am Montag. Das größte Unterseeboot der Welt. Die „Sunday Expr." meldet, daß das größte Unterseeboot der Welt TI bei Chatam zu einer tzeheimnisvollen Fahrt um die Welt bereit liege. Die Mannschaft betrage nicht weniger als 121 Personen. Das Boot könne zweieinhalb Tage unter Wasser bleiben. Die Baukosten betragen 842 000 Pfund. Moskau-Flug des Junker-Großflugzeugs. Am Samstag traf dgs erste dreimotorige Junker-Flugzeug D 543 von Kopenhagen kommend im Königsberger Flughafen ein. Die 750 Km. lange Strecke wurde von dem Flugzeug in 3 Stunden 30 Min. ununterbrochener Fahrt zurückgelegt. Am Dienstag wird das Flugzeug voraussichtlich nach Moskau starten. zu Ehren der Hochschule für Politik, die diesem Monat das zehnte Semester eröffnet. 192o die Vorlegung von Gesetzentwürfen zur Ab- änderung des Reichsrnietengesetzes, deS Miet- schuh- und Wohnungsmangelgesetzes. Das Haus vertagt sich auf den 28. April. Schluß 3,20 4lhr nachmittags. Hessische Landrvirtschaftskammer. Die Hessische Landwirtschafts' f am m e r trat am Freitag im Sitzungssaale des Landeskirchentags in Darmstadt zu ihrer dritten Hauptversammlung zusammen. Der Vorsitzende der Kammer, Oekvnomierat Hensel-Dohelrvd warf in seiner Eröffnungsrede einen Rückblick aus das abgelausene 3ahr. Die Lage der hessischen Landwirtschaft habe sich nicht verbessert, sondern verschlimmert durch die Wetterschäden und die Ueberschwemmungen. Die Regulierung der Fluß- läüfe fei eine alte Forderung der Landwirtschaft, die noch der Erfüllung harre. Die hohen Steuern laugten vielfach die Einkünfte des landwirtschaftliche Betriebes auf. Mit den Steuerstundungen würden Schwierigkeit^ gemacht. Die maßgebenden Regierungsstellen hatten kein Verständnis dafür, daß die Landwirtschaft sich in einer Rotlage befinde. Immer noch entbehre die Land- »^'rtschaft der Schutzzölle- durch den spanischen Handelsvertrag tocvbc das Weinbailgebiet dem Für di Teilnahme schienen tiefgefühlt Im A( Gießen p Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. April 1925. Volkshochschule G eßen. Man berichtet uns: Die Volkshochschule wurde dem jetzt beendeten 12. Halbjahr zahlreich besucht. ■* Eine öffentlich e Stadtverord» netensitzung findet am kommenden Mittwoch, nachmittags 4 Tlhr beginnend, int Stadtverord- neten-Sihungssaale statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende wichtige Vorlagen: Errichtung einer Studienanstalt: Gewährung eines städtischen Zuschusses zu den Äoften des 116er--Gesallenen°Denkinals; Krediterweiterung für das städtische Elektrizitätswerk: Verstärkung des Kabelnehes: Errichtung einer Hochspannungsstation: Ausbau von neuen Straßen: Gewährung freier Lernmittel an der Volks- und Fortbildungsschule. ' Die Aufnahme voir Schülern in die höheren Schulen. Das Landesamt für das Dildungswesen hat an die Direktionen der höheren Lehranstalten und die Leiter der höheren Bürgerschulen folgende Mitteilung gerichtet: Zu Ostern 1925 können neben den Kindern, die der vierjährigen Grundschulpflicht voll genügt haben, in Ausnahmefallen geistig und körperlich besonders leistungsfähige Schüler und Schülerinnen sich der Aufnahmeprüfung für die Sexta der höheren Schulen unterziehen, toerat sie an Ostern 1922 in die Grundschule eingetreten sind. Die Zulassung der Kinder zur A»f° nahmeprüsung wird an die 2 Bedingungen geknüpft: daß das Abgangszeugnis der bisher besuchten Schule mindestens die Durchschnittsnote gut aufweist, und daß ein ärztliches Zeugnis die körperliche Leistungsfähigkeit des Kindes bescheinigt. Die ausnahmsweise zur Prüfung zugelassenen Kinder dürfen nur aufgenom- men werden, wenn das Ergebnis der sorgfältigen schriftlichen und mündlichen Prüfung, die sich zu Ostern 1925 für diese Kinder auf das Pensum der drei Grundschuljahre erstreckt, und die nicht einseitig auf den RachweiS von Kenntnissen gerichtet sein soll, gut ist. Aber auch bann erfolg! die Aufnahme nur aui Probe bis 1. Juli. Zu diesem Zeitpurckt entscheidet der Klassenlehrerrat unter dem Vorsitz des Direktors endgültig über die Aufnahme. Besonders gelagerte Fallt wollen Sie uns zur Entscheidung vorlegen. Dies gilt ausnahmslos für alle Kinder, die Drivat- zirkel besucht haben. Den Gesuchen ans Landes« amt ist amtsärztliches Zeugnis beizulegen. ** E i n prächtiger Frühjahrssonn» tag war uns gestern beschieden. In endlosen Scharen wanderte alles hinaus ins Freie, um sich dort an dem ersten Erwachen der Natur in Feld und Wald zu erfreuen. Die Ausflugsorte in unserer näheren Umgebung, der Schiffenberg, Gleiberg, Wellersburg, Karlsruhe, hatten Großbetrieb: „selbst ist der Mann", oder auch die Frau, hieß es da vielfach bei der Bedienung, wenn man überhaupt zu einer Erfrischung kommen wollte. Auch die Eisenbahn hatte Hochbetrieb, so daß sie die Zuge teilweise etwas verstärkt fahren mußte: besonders der Verkehr nach Wetzlar, daneben stand aber auch der Zudrang zu den oberhessischen «trecken weit über dem sonstigen Sonntagsausmaß. Hoffentlich ist uns das herrlcke Frühjahrswetter auch für die bevor« stehenden Ofterfeiertage vergönnt. ** Der Brotpreis im Lanbkreis Gießen ist nicht, wie am Samstag berichtet, auf 75 Pf. erhöht, sondern in Anbetracht der Entwicklung der Getreid-preise von 80 Pf. auf 75 Pf ermäßigt worden. ** E i n Plakat-Wettb.ewerb unter den Graphikern Deutschlands wird in unserem heutigen Anzeigenteil ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um die Erlangung eines künstlerischen W'rbe-Plakats für das 3 2. Mittelrhei- nische Kreisturnfest in Gießen. Ram- hafte Preise sind ausgesetzt. Räheres in der Anzeige. ** Einbruchsdiebstähle. Der Polizeibericht meldet: In letzter Zeit treibt ein Einbrecher in hiesiger Stadt fein Unwesen, der nachmittags, insbesondere Sonntags, während die Bewohner abwesend sind, Wohnungseinbrüchc ausfuhrt. Der Täter arbeitet mittels Sperrhakens und Stemmeisem Am gestrigen Sonntagnachmittag gegen 6p, Tlhr wurde in der Rordcptlagr ein Wrhnungseiäbruch ausgeführt und dabei Dollars ä 20, 10, 5, 2 und 1 entwendet. Personen, die irgendwelche Beobachtungen über verdächtige Personen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Rachricht geben zu wollen. Verschwiegenheit über diesbezügliche Angaben wird zu- gesichert. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ochsen 435, Bullen 84, Färsen und Kühe 953, Kälber 762, Schafe 174, Schweine 6639. sÄS ’S tUcht. s, ben! inÄ Bornotizen. Lageskalender für Montag. Schützenverein Gießen 8 Ahr Lchützcnhaus Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Muß die Frau Mutter werben?" Wettervoraussage. Bei stärkerer Bewölkung Winde aus südlicher Richtung, warm, auch Regenfälle. Das von den britischen Inseln ostwärts gegen das Festland vorrückende Fallgebiet gewinnt weiter an Raum und stellt erneute Verschlechterung der Wetterlage in baldige Aussicht, UebersaU auf eine Mission in China. London, 6. April. (TTl.) Drei Räuberbanden in Stärke von je 100 Mann griffen einem Telegramm aus King-Tse-Kong zufolge eine Missionsstation 300 Meilen von Singa-Fu an. Die Räuber steckten dieStadt inDrand und trieben die Bevölkerung aus den Häusern. Während der Flucht wurden die Frauen von den Banditen verfolgt. Tausende von Frauen versuchten, sich auf die Bote des nahen Flusses zu retten. Dabei er trän ken viele Frauen, weit 'die morschen Boden der Boote durchbrachen. Die englische Mission wurde nieder- gebrannt; der Missionar ist geflohen. Zu Hilfe eilendes Militär konnte gegen die ließet= macht nichts aus richten. Schließlich gelang es den Bewohnern der Dörfer, die Räuber zu vertreiben. Verhaftung eines deutschen Publizisten in Polen. Bromberg, 6. April. (TU.) Der bekannte Publizist und frühere Leiter der ,Lodzer Freien Presse", Dr. Eduard v. Behrens, der seit einem Jahr in Bromberg lebt, ist verhaftet worden und sofort über Thorn-Lodz nach Warschau ab- transportiert worden. Die Verhaftung soll mit 18 Artikeln, die er im „Posener Tageblatt" und mit zwei Aufsätzen, die er in der „Deutschen Rundjb einet Realschule, die Vorstellung des Kuratoriums der höheren Bürgerschule zu Rüssels- $«im zum Ausbau der Anstalt als Realschule, die Vorstellung des Stadtvorstandes und des AttwatorwmS der höheren Bürgerschule in R i d d a - um Ausbau als Realschule, die Vorstellung der Gemeinden Ober» und Rieder-Ingelheim zum Ausbau der höheren Bürgerschule in Ober-Ingelheim zu einer Realschule und endlich ein Antrag des Abg. Kindt, der Stadt Wimpfen zu gestatten, ihre Realschule durch Errichtung einer Obersekunda auszubauen, wenn sie die dadurch entstehenden sämtlichen Kosten übernimmt. — Der Finanzausschuß wird am Mittwoch den 15. April mit der Beratung der B a u i red i t e ' und anderer Gegenstände Auto-( ?^ein ei Sparten des J feiner Firm Die französische Krisis. Herriot droht mit der Kammerauflöfung. Paris, 6. April. (211.) Herriot stellte auf einem demokratischen Bankett in Fontainebleau fest, daß die innere Schuld des Landes unter der Regierung Poincars auf 278 Milliarden angewachfen sei und sprach die Meinung aus, daß ein mit einer solchen Schuld belastetes Land in feiner inneren Bewegungsfreiheit ebenso gehemmt sei wie auf außenpolitischem Gebiet, wenn es nicht gelinge, mit den Gläubigem Frankreichs zu einer Derstän- d i g u n g zu kommen. Herriot verbat sich jede Kritik von feiten seiner Vorgänger. Er erklärte, die Gegner forderten seinen Rücktritt mit der Behauptung, daß sie dann die bestehenden Schwierigkeiten lösen würden. Die Regierung halte es für das richtige, erneut vor das Land hinzutreten und sich seinem Urteilsspruch anzuvertrauen. Alle Ausführungen Herriots haben infolge der unzweideuttgen Anspielung auf die Möglichkeit einer Kammerauflösung großes Aufsehen erregt. In dem Kabinetts rat, der heute vormittag zur Prüfung der Finanzpläne de Mon- z i e s zusammentritt, wird kein endgültiger Beschluß gefaßt werden, dieser bleibt dem für Dienstag angefchten Mini st errat Vorbehalten. Die Kammerdebatte wird deshalb frühestens am Mittwoch eröffnet werden. Der „Matin" ist in der Lage, mitzutellen, daß ein Kompromiß in der 'Form gefunden werden kann, daß den Steuerzahlern eine freiwillige, mit 4 Prozent zu verzinsende Anleihe nahegelegt werden soll. Sollte sich aber eine freiwillige Entrichtung als unzulänglich ^Herausstellen, so werden gegen diejenigen. die nicht spontan gegen die siskalische Inquisition die Versicherungsprämie entrichten wollen, scharfe Maßnahmen ergriffen werden. Millerands Wahl in den Senat. Paris, 5. April. Heute fand die Ersatzwahl für den verstorbenen Senator M a g n y, der der demokratischen radikalen Vereinigung angehört und in Pa ri s gewählt worden war, statt. Gewählt wurde der ehemalige Präsident der Republik M i l- l e r a n d mit 250 Stimmen von den abgegebenen 1014 Stimmen. Die Reststimmen verteilen sich auf vier Kandidaten, von denen der radikale Kandidat Andurant 175, der sozialistische Kandidat Osmin 158, der Dissident Dachelet 86 und der Kommunist Eamolinat 71 Stimmen erhielt. Vier Stimmen wurden zersplittert. Millerand hat sofort dem Vorsitzenden der republikanischen Vereinigung des Senats, also der Fraktion P o i n c a r 6, mitgeteilt, daß er sich ihr anschließen wird. Zu der Wahl Millerands schreibt das „Journal des Debats", der Erfolg Millerands fei nicht nur eine persönliche Revanche, sondern auch die Revanche der Tat- s a d) e. In einer Stunde besonders ernster Krise hätten die Wähler des Senats sich von der Gefahr -sösöyunz sstnichjsT 33^1 yun rbsisöqv ftvhrjuschsH den, dem Abenteuer Einhalt zu gebieten, das von dem Kartell der Linken begleitet werde. London erwartet den Rücktritt Herriots. London, 6. April. (TU.) In Eithkreisen wird die Entwicklung der franzos. Kabtnettskriese mit großem Interesse verfolgt. Man glaubt nicht, dah die französische Regierung mit der Ernennung eines neuen Finanzministers alle Klippen überwunden habe und rechnet noch immer mit ihrem Rücktritt. Man weist darauf hin, daß Herriot nicht in der Lage gewesen sei, eine Lösung der Probleme zu finden, die er von seinen Vorgängern übernommen hatte. Im Gegenteil seien neue Schwierigkei ten entstanden. Die bisherige Wäh rungspolitik habe sich als völlig ungenügend erwiesen. Man frage sich hier, ob es der französischen Regierung gelingen werde, für die Vermehrung Der Rotenausgabe Deckung zu frühen, selbst wenn die Vermehrung nur für kommerzielle und industrielle Zwecke verwendet werden soll. Deutscher Reichstag. Berlin, 4. April. Auf der Tagesordnung Heht. zunächst der Bericht deS Ausschusses für die besetzten Gebiete über die Hilfsmaßnahmen f ü rjb a s besetzte Gebiet. Der Berichterstatter, Abg. v. G u e r a r b (Ztr.) gibt unter Kundgebung en der Teilnahme beä Hauses eine Schilderung der schwierigen Lage, in der sich die Bevölkerung des besetzten Gebiets befindet. Die Zahl der unterstützten Erwerbslos en beträgt noch mehr als das Dreifache, die Zahl der ausgesteuerten Erwerbslosem die keine Tlnterstützung mehr beziehen, mehr als das Doppelte der entsprechenden Zahlen im unbesehtLN Gebiet. Die Wohnungsnot ist im besetzten Gebiet besonders schwer. Die bisherigen Hllfsmahnahmen waren durchaus ungenügend. Der Ausschuß beantragt eine Entschließung, in der die beschleunigte Auszahlung der für Hilssmaßnahmen .zugunsten des besetzten Gebietes ausgesetzten Gelder bis zum Betrage von insgesamt 75 Millionen Mark verlangt wird. Die Entschließung wird ohne Debatte einstimmig angenommen. Dom Haushaltsausschuß wird dann eine Ro- oelle zur Beamtenbefollnmg vorgelegt. die Rotstandsmaßnahmen für bi c Beamten bringt Der Ausschuß ersucht in eine.- Entschließung die Regierung, schleunigst zu prü en, ob und auf welcher Grundlage bie Beamten» belüge erhöht werden können und Darüber dem Reichstag Bericht zu erstatten. Ein sozialdemofiatischer Antrag ausErhöhung des Teuerungszuschlages für die ersten sechs Besoldungsgruppen von 121/9 auf 20 Prozent wirb gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten abgelehnt. Der Gesetzentwurf wirb nach ben Anträgen des Ausschusses in allen drei Lesungen angenommen. Auf der Tagesordnung folgt dann bie Weiterberatung Der Anträge über W ohnungs- wesen und Mieterschutz. .Abg. Steininger (Dntl.) spricht bie Erwartung aus, daß bie Regierung wenigstens bis zum 30. April mit einer Vorlage herauskommen Abg. Buehl (Dem.) hält die Beibehaltung des Mieterschutzes für notwendig, besonders im Interesse des Kleingewerbetreibenden. Schon jetzt würden diese Geweroetteibenden oft zum Abschluß von Mietverträgen genötigt, mit weit höheren Mieten, als sie vor dem Kriege beftanöcn. Die berechtigten Interessen der Hausbesitzer müßten gewahrt werden. Aber es könne nicht ^gelassen werden, daß die Hausbesitzerorganisatwnen die Mieten weit über Den Friedensstand steigern. Abg. Lucke (W. Vgg.): Unter der Woh- nungsgeseygebung nach der Revolution sei die Anregung zum Wohnungsbau syste- matisch erstickt worden. Wenn man den Hausbesitzern die nötige Bewegungsfreiheit lasse, werde die Wohnungsfrage auchfürdicMie- ter am b c ft c n gelöst werden. Der Ausschutzantrag wird angenommen. Er verlangt unter anderem, bis spätestens 30. April Teilnehmer aus allen Schichten der Bevölkerung waren Hörer. Besonders stark war die Beteiligung an solchen Arbeitsgemeinschaften, die Gebiete des geistigen Lebens behandelten, wie die Kurse über „Die großen Dichter Deutschland", „Probleme unseres Menschentums in zeitgenössischer Dichtung" oder über den Musiker Robert Schumann. Die meisten Kurse waren gut besucht. Auch die Elementarkurse in Deutsch, Französisch und Englisch konnten durchgeführt werden, obwohl sie an die persönliche Ausdauer der Teilnehmer einige Anforderungen stellen müssen. Ueberrasch-'nd, war, daß die Kurse für naturwissenschaftliche Fragen zum Teil geringeren Zuspruch sanden. Im ganzen wurden die Kurse des vergangenen Winterhalbjahres von etwa 420 Hörern besucht. Von der Möglichkeit, im Falle der Bedürftigkeit eine Freistelle oder Ermäßigung der Hörergebühren zu erhalten, wurde in etwa 75 Fällen Gebrauch gemacht. Die besonderen Veranstaltungen, vier Vorträge über den Philosophen Kant und ein Abend über die Schriftstellerin Ricarda Huch, wurden nicht nur von den Hörem, sondern auch von Freunden der Volkhochschule besucht. Durch Staat und Stadt ist die Ardett der Volkshochschule bereit- willigst unterstützt worden. Die Mitglieder des Vereins Volkshochschule sind treu geblieben. So kann die Tätigkeit mit noch mehr Nachhaltigkeit fort« geführt werden. Während der Ferien und bis in das Sommerhalbjahr finden Austauschabende in Staatsbürgerkunde statt. Ein Kreis von Hörem wird durch leitende Beamte in den Aufbau der Stadtverwaltung Gießen geführt. Den einleitenden Abend hielt Herr Direktor Kolb. Weitere Abende zunächst über das Wohlfahrtsamt, dann über die anderen Aemter folgen jeweils in ben Räumen der Sfemter ff« be- **** f« -rä* he «o S R“ 2linls^ .a handle Wnist-rium Abteilung für (jptrMU kungen KT ' lachten Dem vutMU» und da« Dck niedrigen ftr den Lan srs Steuerdruck der Dedner Kreditstage: Landlvirtscha mähen W besprach der. preise und > gierung hab' Mchrregim Landvsttscha Mark bereit ten nicht au Dein, tM ui lmrenz des müsse die bett reichenden Zc»l wirtschaft höhe und M gell an Irbeitsstäf fühl haben, da und dah sie ! er Mt zu neu ganzen. Ml & entspa in deren Tri Drei davon bildungsunter ist man geg unterricht. dc Antrag Ko schau" veröffentlicht hat, Zusammenhängen. Außerdem wird ihm seine schon seit Jahren beamtete Tätigkeit als Vorsitzender der De u t s ch e n in Polen, der seiner Zeit für die Deutschen in Kongreßpolen gegründet wurde, zur Last gelegt. Die Verhaftung hat in deutschen Kreisen außerordentliches Aussehen erregt, zumal sie zu einer Zeit erfolgt, da zwischen Deutschland und Polen sehr wichtige Wirtschaftsoerhandlungen gepflogen werden. Die hessischen Reaimenlsvereine zum Weserunglück. Darmstadt, 5. April. Der Derbanb Hessischer Regimentsvereine hat nachstehendes Schreiben an bie Heeresleitung gerichtet: „3m Ramen ber angeschlossenen Offizier- unb Regimentsvereine ist es uns eine traurige Pflicht, aber ein Bedürfnis, unserer Wehrmacht das tiefe Beileid der Kameraden auszu- fprechen an dem Soldatentod ber verunglückten Offiziere unb Mannschaften. Wir alten Solbaten, bie wir uns mit bem Reichsheere innerlich stets verbunben fühlen, beflogen tief ben Tob so vieler junger Leute, bie in Ausübung ihres Dienstes als Solbaten starben, unb bitten, ben Ausbruck unserer kamerabschastlichen Dellnahme in diesem Sinne gütigst entgegen- nehmen zu wollen." Aus aller Wett. Der Pariser Studentenstreik. Trotzdem der Studenten streik in Paris nur zwer Tage dauern sollte, sind, wie die Abendblätter feststellen, die Vorlesungen der Sorbonne am Samstag nicht besucht worden. Das Streikkomitee yat eine Tagesordnung angenommen, die nochmals gegen die Betrauung des Professors Stelle mit einer Vorlesung an der Sorbonne protestiert und auch die Verurteilung der Studenten und die Absetzung des Doyen ablehnt. Das Streikkomitee fordert zur Fortsetzung des Kampfes auf. Ministerpräsident Herriot hat eine Delegation der Studentenoereinigung empfangen, die ihn um Begnadigung der verurteilten Studenten und um die Wiedereinsetzung des Doyen in sein Amt ersuchte. Ministerpräsident Herriot erklärte, er werde die von den Studenten ausgesprochenen Wünscbe wohlwollend prüfen. Im Laufe des Samstagnachmittags hat nochmals eine Straßen- kundgebung der streikenden Studenten ftattge- funben. Im übrigen ist die Ruhe in keiner Weise gestört worden, da die meisten Studenten wegen des bevorstehenden Osterfestes bereits Paris verlassen hoben. Aus Straßburg wird berichtet, daß in dem ersten und zweiten Iohreskurs der rechtswissen- schaftlichen Fakutät in gewohnter Weise die Vorlesungen wieder ausgenommen worden sind. Eine aus etwa 100 Studenten bestehende Gruppe hat folgende Erklärung abgegeben: Die unterzeichneten 102 Studenten stellen mit Befriedigung fest, daß die von einigen hundert Studenten erlassene Kundgebung rein politischen Charakter trägt und weit davon entfernt ist, Erfolg zu haben. Sie protestieren gegen die Beeinträchtigung der Arbeitsfreiheit. Zehn Semester Hochschule für Polittk. Der Vertreter des Reichspräsidenten gab steht "bte Absicht, auch andere Aerwauungskorper unserer Stadt in ähnlicher Weise später den Hörem der Volkshochschule zugänglich zu machen und so durch unmittelbare Anschauung die mehr theoretischen Kurse der Volkshochschule über Staatsbürgerkunde zu ergänzen. Die Vorbereitungen für oas Sommerhalbjahr 1925 sind abgeschlossen. Der Ar beitsplan wird in der zweiten Halste des April veröffentlicht. Der Tfchekaprozeß. Die Strafanträge des Reichsanwalts. Leipzig, 4. April. (TU.) Zu Beginn ber heutigen Verhandlung ergriff Reichsa n w a l t Dr. Reumann bas Wort zu feinem Plaidoycr. Dr. Reumann stellte zunächst fest, baß toeber die Reichsregierung noch ber Reichsjustizminifter irgenbtoie versucht habe, das Bersahren mit der Tendenz einer außenpolitischen ober innenpolitischen Wirkung zu beeinflussen. In sämtlichen Vorwürfen gegen bie älntersuchungsbehörbe. bah auf bie Angeklagten mit unzulässigen Mitteln eingewirkt worben sei, liege Methode, die er nicht billigen könne. Aus allen Urkunden gehe hervor, dah das Endziel ber komnrunistischen 'Bewegung bie Errichtung ber Rätebiktatur gewesen fei. Mil einer Abwehr des Faschismus lasse sich besonders nicht das im preußischen Landtage oorgefunbene Material vereinen. 3m Falle Seeckt hält ber Reichsanwalt es für erwiesen. bah ber Auftrag von Hellmuth erteilt wurde. 3m Falle Rausch handele es sich um überlegt en Mord. Der Reichsanwalt stellte nach etwa sieben- stündigem Plädoyer die Strafanträge. Er beantragte gegen Neumann wegen vorsätzlichen Mordes nach § 211 des Strafgesetzbuches im Falle Rausch die T o d e s st r a f e , wegen der übrigen Fälle nach § 49 b insgesamt 7 Jahre Zuchthaus und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, gegen Sko blewsky wegen Anstiftung zu den gleichen Verbrechen die Tode s str a f e und 15 Jahre Zuchthaus wegen Mittäterschaft, gegen Poege bie Todes st rafe und 8 Jahre Zuchthaus, gegen Margies die Todesstrafe und 9 Jahre Zuchthaus, gegen S z o n bie Tobesstrafe und 4 Jahre Zuchthaus, außerdem gegen alle fünf Angeklagte 500 Mark Geldstrafe und dauernde Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte. Gegen die übrigen Angeklagten beantragte bei- Reichsanwalt Strafen aus dem Republikschutzgejetz, unb zwar gegen Mcus 4 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrenrechtsverlust, gegen Moere- n e r 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen König und Diener je 5 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Mayer 6 Sabre 6 Monate Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen Kuhls 5 Jahre Zuchchaus, gegen Intorf und Lesnisse je 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und gegen Frau L e s n i s s e 10 Monate Gefängnis. Gut erhalt, guheifenr Nihr mit Badeofen unt allem Zubehör billig zu verkaufen. Sred»erftr. 48 l. [Iles KM als Brennholz, sowie Türen,Fen- fier und alte Ziegel abzngeben. ©ieäeru Maigasie 10. 02936 | Kaufgesuche) ebrauchte Mvlliir-Ziips MLWse LU kaufen gesucht. Scbr. Angeb. u. 0304/ an den «tieft AnL Altes Blei «Bte'röhrew kauft Vrühlsche Druckerei "'0 Schulstr. 7/L 2rZer kann sofort lag lich einen Liter gut« ZikWniilch für Kind abaeben- Mögl. Nähe etebig. ftrabe. Schr. 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Der eine sitzt am Ausguck und hält die Fangleine in der Hand, während der andere schlaft, bis er gebraucht wird. Gröhe Ruhe muh herrschen, und der Fischer lenkt seine ganze Aufmerksamkeit auf die Fangleine, die ihm erzählt, wie der Strom langsam durch das Garn zieht. Da plötzlich — ein scharfer Stoh gegen daS Retz als sollte es zerreiben. Die Salme sind da! Schon hat der Fischer den Holzteil hinausgeworfen, die Stange fliegt hoch, der Gehilfe springt hinzu, und beide ziehen daS Reh ein. Ein Salm ist gefangen. Ein paar wuchtige Schläge mit dem Holzhammer auf den Kopf machen seinem Leben ein Ende und sofort wird das Reh zu neuem Fang eingestellt. Bisweilen fangen die Fischer am Wittelrhein in einer Rächt sechs grobe Salme, aber sehr viel häufiger sind die Rächte, in denen ihnen auch nicht ein einziger ins Garn ce^L Trotz solcher Enttäuschungen lieben die Salmftschcr ihr Handwerk und vererben es von Bater auf Sohn und Enkel. Ein wichtiger medizinischen Papyrus. für Küche und HauS ver L Mai ob. früher gesucht. Es wollen sich nur solche mti nut Zeugnissen melden. «vrau Zranz Bette MäuSdurg Ift B7Vi> Suche für sofort braves M ä dch en vom Lande, welches kraute Arau »nicht bettlägerig) vflfflt, und nebenbei im kleinem Haushalt und Garten noch mit- hilft, bei gutem Lohn und Behandlung. Schrift!. Angebote unter 3533D an den Gicst. Anz. erbeten. Ehrliches, solldes üleluiäta MeneiMkd für Damen beffeter Stände durch lieber nähme meiner Per- tretunain Strumpf waren unt. vorteilhafter Bedingung, sächsischer Slrumvf- oerlcieö 11.3. (Sroroalö Berlin W. 30 Starnbergerstr. L Ti'ichl. Schuhwarei- Hin zur Aushilfe gesucht. Aus der Branche und perfekt tm Berkaus Bedingung. Zu erfragen in der Geschailsstelle des Gien. An» 103053 BraveS Ainürmp gut erhalten, für IX .'t zu verk. 03°* Moltkefiraste r IIL Eine zweiteilige elf. W SU verkausen 3571F ffbelFtrafte 3S. Verschied. 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Beteiligung bei dem A.Schaaff- hausen'sehen Ban k verein A.-G. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken u.Bankfirmen ..r.L'.W-l ___!__- Aktiva. Kasse, fremde Geldsorten, Coupons und Guthaben bei Noten und Abrechnungsbanken . . . Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen....... Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen......... Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere . Vorschüsse auf Waren und Waren Verschiffungen ..... Eigene Wertpapiere....... Konsortial-Beteiligungen .... Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg Beteiligung bei dem A. Schaaff- hausen'scnen Bank verein A.-G. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken u.Bankfirmen Schuldnerin laufend-Rechnung Einrichtung............. Bankgebäude ............ Sonstige Liegenschaften .... 82 12 15849078-21 124407628 74 100206132 64 803 158:50 41773 704:33 5 745288 97 22687033 27 Zahlreiche Zweigniederlassungen in Deutschland Bilanz am 31. Dezember 1924 Passiva. Kommandit-Kapital ....... Allgemeine (gesetzlich.)Reserve Besondere Reserve........ Gläubiger .............. Akzepte und Schecks...... Wohlfahrtsfonds für die Angestellten ................ 10" n Gewinnanteil auf R-M 91 500000 Kommandit-Anteile Gewinnbeteiligung des Aufsichtsrats .............. Übertrag auf neue Rechnung Wod>«nhrtfe Sterbegeld MM» fcdertM- A*ahmeoowere kostenfo* de* die aeheu 406 Verwohtxflj iletie* N. DeuMdikmd cde. dar* de HauptyeadtatSMeBe de w* Vewdwwgibenk for Mioehiand und Beomit (V. a. Q.) a CARMfJt Die Barmenia marschiert. VBatlCHERTENBESTAND AM: Verwaltungsstelle Gießen: Konrad Schmidt Ostanlage 38 Geschäftszeit 11—1 Uhr. ütfmlcn. Lehrer und freien Berufe sowie Ihrer Famlfl freie Arztwahl - Arznei - ftolmffld Xrankenhouibehondlung - Zahnbehandtu^ BARMENIA tU tz . 1 JANUAP Ipl«.-7^ ftQ , : i.Avaii. , 77~ 4.JULI 191.4-24400. 1.0KT. 1925 31.DEL1914-103458 2aFEBR.19253i5393? Möbel Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen in jeder Preislage bei I. 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Vereine» haus iNorbanlage) Erscheinen Pflicht. lIMföfs- fieltflarM Dor und nach bem Theater warme und kalte Speisen w9a Furstenberg-Drä« Stadttheater DieuStag. 7. Avril, 1. Borffeflang im Sfensfag-noMöoö. v. 7V, b. nach lOUbr: Wenn mir toten erroniflen. Ein dramatischer Epilog in 3 Akten von Hen ik Jbsew deutsch 'tn Elia- und Schtemher. fir.E zechitr ’tä™ ? Nachdruck, nud ner Weltkrieg "hHaen W6, ' WA in Ltzß «edestw« ™ iSTSS jortentoiM Mlaustg blew aller gegenteiligen /Md des Direkto uera steht das ®' lichkeit, d»e 'n größte Wiatlor Lchuler der W ultrakatholi|chen @ der Meße pstegt c Annen, das Aestcht fließen gedrückt, o- roeilun tut er aud} Zünden, ble nicht der Diktator ist ein 1 |er Welt gar nicht o der marokkanischen i weilt, kann man ihn non nicht ganz einw fitem Mine in der c der Madrider Luxusl ist Andalusier, tapfe Redner von Gottes < im Sinne Musioiini! litischn der hohen 5 den, dah ungefähr * willig der Diktatur liberaler Politiker, Talente, wle namen befinden, es gibt Ni wechsel von der Fu die, wo es nur imm len. Von diesen Gru stens falsche Gerücht nien verbreitet. Es < Sozialdemokrc 10 000 Mitglieder be tig ist. Bon allen di htr keine emste Gest stets tompf; und pui und Anarchisten, 'uschen Separat bisher kllerdarmerie t ^mtlbar ist da d« Stesse, die untt , K endete- schöne «MnhWtuh letdenschasllch M aufgepeitscht ldeschichten aus der leyrand oder W dernen Verhältnisse doch lange nicht d rekte Polemik. Es sich unter der Slilii kensregime vorzusi "chen Ordnung sin »ezogen, aber im ungemein frei, (f Sinne gibt es nidii b.'l SM« Morgens schen Leuten über sich so wenig wie r Schutzbefohlenen u luchten Höflichkeit.' Planen abgibt unt ber lebt in Span onberen Uanbe.P ... Spanien hat LV.»«? K°Niz xin. i ?on,8 seines gnn ™ f*n Q Mutier de^zZ teenta9' ble W L.L 4- fWj b- Stioera „ ff« Neichen st"«®’« liums, des Königs^!"?! ÄNHL gleite ei h'Sspaar 5? & WW KS' ffln dra/Z We« Man “ Wlck »«nt Ä w ”D Aeater x"!Äuf *uhnb Am ??s? SSfi KSSta* .Fracht wtt- Ni Etm ^ttikdkrurejvj •rät <00611: Arger Tu. $ ^lephonD JWT~ :m?ARuöb<« fs*Ä ISIlStroheSU, cbe WiSw n . '"den hWifta« iü M»W it iroet Personen. 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Dec Weltkrieg ist nicht über die Schneeberge der Pyrrhenäen gedrungen, und so Hot denn auch der 3etger der Zeitenuhr hier im Sonnenlond Jberien Glicht die unsinnigen Sprünge gemacht wie im übrigen Europa. So vieles erinnert noch an die 4"tc alte Zeit, die zwar von vielen verdammt wird, ■mb der es sich aber leichter und zielbewußter als im Brodeln der neugeformten Staaten Zentral- «md Mitteleuropas leben ließ. Gewiß Hot auch t 'Spanien durch den Staatsstreich Prima de 'Riveras und durch die Verhängung der Mili. tärdiktatur eine Umwälzung der politischen Vcrhättnisse erlebt, sic greift aber keineswegs an die Wurzeln des öffentlichen Lebens. Dem Mann auf der Straße ist es im Grunde ganz gleichgültig, ob der schöne Cortespalast in der Carrera de San Jcronymo geschlossen ist, wie jeszt, ober ob sich der Redestrom der Parlamentarier dort ergießt. Spa- . nicn unter dem Direktorium oder unter den Cortes ; bleibt stets dasselbe Königreich, das sich auf den durch die Ueberlieferung oorgezeichneten Bahnen fortentwickelt. Vorläufig bleibt die Regierungsgewalt, trotz aller gegenteiligen Gerüchte, unbestritten in der Hand des Direktoriums. Sinter Primo de Ri- oero steht das Militär und steht die Geistlichkeit, die in Spanien nach wie vor der größte Machtfaktor ist. Der Diktator selbst ist ein Schüler der Jesuiten und er macht aus feiner ultrakathottscken Gesinnung kein Sehl. Während der Messe pflegt er mit kreuzförmig ausgestreckten Firmen, das Gesicht in Demut auf die kalten Steinfließen gedrückt, vor dem Altar zu liegen. Bis- roeifen tut er auch öffentliche Buße für begangene oiinben, die nickt immer ganz gering sind, denn der Diktator ist ein Uebemaim, der den Freuden die- ser Wett gar nicht abgeneigt ist. Wenn er nicht an der marokkanischen Front, sondern in der Residenz weilt, kann man ihn oft im Kreise schöner Frauen non nickt ganz einwandfreiem Rufe und bei exquisitem Weine in der calle de Peligros oder in einem ber Madrider Luxuslokalc treffen. Primo dc Rivera ist Andalusier, tapfer, impulsiv, Patriot, klug, ein Redner von Gottes Gnaden, aber kein Staatsmann im Sinne Mussolinis. Er ist Sidalgo, aber fein po- litischer der hohen Schule. Es kann behauptet wer- den, daß ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung sich willig der Diktatur beugen. Es gibt eine Gruppe liberaler Politiker, unter denen sich hervorragende Talente, wie namentlich der Graf Romanones, befinden, es gibt Neider, die sich durch den System- wechsel von der Futterkrippe verdrängt sehen, und die, wo cs nur immer, angeht murren und schmälen. Von diesen Gruppen werden über Paris mei» siens falsche Gerüchte über die Vorgänge in Spanien verbreitet. Es gibt noch die kleine Partei der Sozialdemokraten, die kaum mehr als 10 OOO Mitglieder besitzt, und die polittsch ohnmächtig ist. Von allen diesen Parteien droht der Dikta- tur keine ernste Gefahr. Wirkliche Gegner find die stets kampf- und putfchbcreiten S y n d i k a l i ft e n und Anarchist en, zum Teil auch die k a t a l o - vischen Separatisten, aber mit denen wird bisher Gerdarmerie und Polizei ganz gut fertig. Bemerkbar ist das Regiment der Diktatur in der P r e s f e , die unter scharfer Zensur steht. Nicht, daß es etwas anderes zu verbergen gäbe, aber die schöne Kafffeehausruhe der Spanier soll nicht durch leidenschaftliche Artikel und Tendenznachrichten oufgepeitscht werden. Zwar lesen wir häufig kleine Geschichten aus den Zeiten von Alcibiades, Tal- keyrand oder Gladstone, die sich leicht auf die modernen Verhältnisse umbeuten lassen, aber sie machen doch lange nicht denselben Eindruck wie eine direkte Polemik. Es märe im übrigen gänzlich falsch, sich unter der Militärdiktatur eine Art von Schrek- kensregime vorzustellen. Die Regeln der öffentlichen Ordnung sind allerdings etwas straffer an- gezogen, aber im übrigen lebt es sich in Spanien ungemein frei. Eine Polizeistunde im deutschen Sinne gibt es nicht, die Cafes und Tanzlokale find bis zum Morgengrauen offen und stets von fröhlichen Leuten überfüllt. Die hohe Obrigkeit mischt sich so wenig wie möglich in das Privatleben ihrer Schutzbefohlenen und ist immer von einer ausgesuchten Höflichkeit. Wer sich nicht gerade mit Piitsch- plänen abgibt und Bomben in der Tasche trägt, der lebt in Spanien freier als in irgend einem anderen Lande. e Spanien hat ferner das Glück, den populärsten König in Europa zu besitzen. Don Alfonso XIII. ist 39 Jahre alt und 39 Jahre König seines Landes, da er wenige Monate nach dem frühen Hinscheiden seines Vaters zur Welt kam und als Säugling auf dem Schoße seiner £ Mutter, der Königin Marie Christine von Habsburg, die Sulbigung des Cortes und des Lan- des entgegennahm. Es heißt von ihm, daß er der j liebenswürdigste Mann seines Reiches sei und in der Tat besitzt er keine persönlichen Feinde. Die r Diktatur beengt natürlich das Feld seiner konstitu- t iionellen Tätigkeit, und doch kann man sich die Dik- \ tatur ohne den Monarchen nicht vorstellen, und ; wenn auch anfangs zwischen ihm und Primo de | Rivera Gegensätze bestanden haben mögen, so haben fic fick doch im Laufe der Monate ausgeglichen. ? Auch Alfonso XIII. ist, ebenso wie der Diktator, in seinem Wesen ritterlich und expansiv. Da Primo de Rivera in Marokko weilt, so begleitet ihn bei politischen Reisen und Akten, wie z. B. bei der ■ Einweihung des Denkmals für Dato in Dik - (• toria, der stellvertretende Leiter des Direktoriums, Graf von M a g a z, und bringt die Worte des Königs mit den Absichten des Direktoriums in Einklang. In Viktoria war Don Alfonso von vier früheren Ministerpräsidenten aus der Zeit des parlamentarischen Regimes umgeben, die das Ohr des Monarchen zu gewinnen versuchten. In politischen Kreisen blickte man mit großen Erwartungen nach Viktoria. Es war eine Enttäuschung! Der König wechselte mit seinen früheren Ministerpräsidenten herzliche Sändcdrücke, zog sich aber vor den politischen Reden mit dem Grafen von Magaz zurück. Es ist somit alles beim alten geblieben. Im gesellschaftlichen Leben spielt der Sof eine sehr große Rolle. Trotz der strengen spanischen Etikette bei offiziellen Gelegenheiten verkehrt das Königspaar in seinem Privatleben ungezwungen in der Gesellschaft. Auch finden oft intime Empfänge im Palast statt. Die Königin Viktoria ist tonangebend. Dank ihr bürgern sich in der höheren Gesellschaft allmählich auch ein wenig freiere Formen ein, die in Spanien, wo eine Frau, die etwas auf sich hält, noch immer nicht allein auf die Straße geht, befreiend wirken. Donna Mktoria Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) raucht auch, das bedeutet eine kleine Revolution, cs ist natürlich, daß ihr die Damen der Aristokratie nachahmen. Auch die Serzogin von Alba, die Damen von Medinaceli usw. können jetzt mit einer Zigarette angetroffen werden. Das sind „pc- quennezes". Kleingkeiten .... gewiß! Aber eine auch nur leichte Emanzipation der spanischen Frau aus den eisernen Gesetzen der Tradition bringt auch Erneuerung in das politische und kulturelle Leben Spaniens. Das Schicksal Spaniens liegt in Marokko. Gelingt es Spanien, sich von dem marokkanischen Alp zu befreien, so ist mit keinerlei Unruhen zu rechnen. Im Rifgebiet aber dürfen ernstere Kämpfe erst im späten Frühjahr erwartet werden. Es wäre heute jedenfalls verfrüht, nach der einen ober nach der anderen Seite hin den Propheten spielen zu wollen. Eine Farbigenrevolte in Südwest. 3n London eintreff ende Meldungen über einen in unserem früheren Deutsch-Sübwest- Afrika ausgebrochenen Aufstand der Äriegcr des Rchowoth-Stammes bestätigten die Voraussage von Kennern des Landes, die fett Monaten auf die Anzeichen gesteigerter Unruhe in der farbigen Bevölkerung Süd-Afrikas hinwiesen. Die lokale Bedeutung dieser einen Revolte braucht man nicht allzu hoch einzufchähen. Gleichzeitig aber werden auch aus Kapstadt amtlich bestätigte Mitteilungen gemacht über Anruhen in Detschuana-Land, Basuto-Land und Swazi-Land. Seit Monaten durchziehen Agenten der grobafrikanischen Aegerbewe-- g u n g. welche angeblich über größere Geldmittel verfügen, die europäischen Kolonien des schwarzen Erdteils. Das weitere Umsichgreifen der aethiopischen Bewegung, die von. der Aeger- bevölkerung der Vereinigten Staaten gefordert wird, beweist, daß der sett dem Weltkrieg erwachte Emanzipationsdrang der schwarzen Bevölkerung eine nicht zu unterschähnrbe Gefahr für die europäischen Kolonialbesitzungen bildet. Besonders in Südafrika und bei seiner intelligenten, europäischer Bildung sich zuwenden- den Eingebornen-Devölkerung ist das gesteigerte Selbstbewußtsein mehr als an irgendeiner anderen Stelle des afrikanischen Kontinents be- nrerklich hervorgetreten. So rächen sich die Fehler der verantwortungslosen französischen und englischen Politik, welche bei Beginn des Weltkrieges zur Unterdrückung des deutschen Widerstandes die Eingeborenen mobilisierte und in diesen Naturvölkern ein für allemal die bis dahin unbezweifelte Vorstellung von der Heber fegen- heit des Europäertums restlos vernichtet hat. Krieg und Alkohol. Zu der In Nr. 68 des „Gieß. Anz." veröffentlichten Besprechung geht uns vom „Deutschen Brauerbund" noch folgende Zuschrift zu, mit deren Abdruck wir die Erörterung dieses Themas schließen. Ueber die Ursachen des militärischen Zusammenbruches im Oktober 1918 ist von vielen Berufenen und von noch mehr Unberufenen bis auf den heutigen Tag gesprochen und geschrieben worden. Derartige Ausführungen sind, zumal wenn sin nicht von kompetenter Seite erfolgen, vielfachen Gefahren innen» und außenpolitisch ausgesetzt. Eine jede Darstellung versucht mehr ober weniger für sich den Anspruch zu erheben, die letzte Ursache des verlorenen Krieges gefunden au haben, und geht oft soweit, in einseitiger Verkennung der Tatsachen folgenschwere Entschlüsse vorbereiten zu wollen, die das Selbstbestimmungsrecht des Individuums durch eine Bevormundung zu ersetzen suchen. In diesem Sinne ist auch die- kürzlich erschienene Schrift „Warum haben wir ben Krieg verloren?" von Professor Dr. Sans Schmibt zu verstehen. In bieser Schrift wird für das Versagen der deutschen Offensive in den entscheidungsreichen Tagen der Monate März, April und Juni des Jahres 1918 der Alkoholgenuß der Offensivtruppen verantwortlich gemacht. „Die Schuld an dem Entgleiten des Sieges hat niemand anders als der französische Wein getragen, die Widerstandsunfähigkeit deutscher Männer gegen den Trunk", heißt es wörtlich in dieser Sajrift. Dieser Satz zeugt in der Tat, wie bereits öffentlich bezichtigt, von einer beispiellosen Leichtfertigkeit des Urteils angesichts des Zusammenwirkens so vieler unheilvoller Kräfte, die für den unglücklichen Ausgang des Krieges entscheidend gewesen sind. Im Dienste der Antialkoholbewegung ist eben jedes Mittel gut, auch das der Bezichtigung der Trunkenheit deutscher Truppenformationen in den entscheidungsreichen Tagen des Jahres 1918. Es ist ein billiges Mittel, mit Silfe sehr fleißig gesammelter Briefe und sonstiger Dokumente, die oft in übertriebener Weise gewisse, in einem Kriege ungewöhnliche Vorkommnisse aufbauschen, gegen den Alkohol zu Felde zu ziehen und ihn als die letzte Ursache des militärischen Niederganges zu bezeichnen. Da die Schrift, wie schon gesagt, ben Alkoholgenuß vollkommen verurteilt, so erscheint es angesichts der versteckten Forderung nach einer ooll- komenen Beseitigung des Alkohols angebracht, auch auf die Segnungen eines rationalen Alkoholgenusses in den außerordentlichen Jahren eines Krieges hin- zuweisen. Der Alkohol ist während der Kriegsjahre immer ein treuer Verbündeter der sanitären Maßnahmen für die Gesunderhaltung der kämpfenden Truppen gewesen. Die segensreichen Wirkungen der Attohol- versorgung in kämpfereichen Tagen bei anhaltender Kälte und feuchter Witterung wird niemand bezweifeln. Mancher Frontsoldat wird sich noch heute daran erinnern und der Alkoholversorgung danken, die so manchen, der zusammenklappen wollte, der kämpfenden Truppe erhalten hat. Wer denkt nicht zurück an die tagelang währenden Vernichtungsfeuer, deren entnervender und erschütternder Wirkung einzig und allein der Alkohol entgegentreten konnte? Er wirkte in der Tat einmal neroenent- spannend, und dann wirkte er in bestimmender Weife auf die Psyche der Soldaten selbst ein. Wer denkt nicht zurück an die Wirkungen der Alkoholversorgung in den Tagen der Ruhe. All das Schwere der erlebten Stellungstage wurde in mancher fröhlichen Stunde überwunden. Traurige Eindrücke wurden verwischt und neuer Mut und Kampfesfreudigkeit gewonnen. Wie hätte hier Limonade ober Setterswasser gewirkt? Die epidemischen Krankheiten wie Ruhr unb Typhus. Grippe hätten in ganz anberer Weife ihre verheerenden Wirkungen ausüben können, wenn der ,Teufel" Alkohol nicht gewesen wäre! Das wird jeder Frontsoldat unb jeder Truppenarzt beftätigen können. Auf oll das geht die obenerwähnte Schrift nicht ein. Bei dem Zwecke, den sie erfüllen foU, ist dieses Unterlassen, das ganz und gar auf Kosten der Sach» lichkeit geht, nicht anders zu erwarten. Damm muß das Buch entsprechend gewertet und beurteilt werden. Mit den vorstehenden Ausführungen sollen alle die Entgleijungen, die sich die Frontsoldaten hin» sichtlich eines allzu starken Alkoholgenusses haben zuschulden kommen lassen, nicht ausgelöscht werden. Gewiß sind hier Exzesse vorgekommen, die bc> bäuerliche Vorgänge verursacht haben. Aber damit hätte gerechnet werden müssen. Das Versehen liegt hier bei der Obersten Heeresleitung, die schon frühzeitig die nötigen Anordungen für die Rationierung der Älkoholvorrale. mit deren Auffindung gerechnet werden mußte, hörte treffen inüffen. Diese unentschuldbare Unterlassung darf in keiner Weise nun dazu benutzt werden, den Frontsoldaten, dessen Los in feiner Weise zu beneiden war, und den Alkohol für den tragischen Ausgang des Krieges verantwortlich zu machen. Die beispiellose Leichtfertigkeit einer Beweisführung über die „vernichtenden" Wirkungen der Alkoholversorgung der Fronttruppen sei hiermit dokumentiert. Im Dienste der Anti- alkoholbewegung ist eben jedes Mittel gut, und selbst die Bezichtigung ganzer geschlossener Truppenverbände der Besoffenheit vom General bis zum einfachen Mann. Ein Frontkämpfer. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. f Grünberg, 4. April. Die Staatsdomäne W a r k h o f bei Grünberg, etwa 300 Morgen groß, ist von der Lanbwirtschafts- fantmer gepachtet worden, die dort eine Jungviehweide für ben nördlichen Teil des Kreises Gießen und die anschließenden Seile des Kreises Alsfeld einrichten will. Heute vormittag wurde von dem seitherigen Pächter eine öffentliche Versteigerung der Pferde, Geräte usw. abgehalten. Aus nah und fern waren Käufer und Neugierige in großer "Anzahl erschienen. Für ein neunjähriges Pferd wurden 650 Mk., für ein 12jähriges 680 Mk., für eine sechsjährige trächtige Stute 1220 Mk., für zwei vierjährige Hengste 1440 Mk., für einen zweijährigen Hengst 430 Mk., für ein Hengstfohlen 410 Mk., für ein Stuifohlen 680 Mk. und für eine fünfjährige Stute 1260 Mk. gezahlt. i. Ettingshausen, 4. April. Gestern wurde der von Frl. M u t s ch e l e r in unserer Gemeinde abgehaltene Haushaltungskur- s u s beendigt. Cs sand eine Prüfung der Schülerinnen statt, zu der außer dem Orts- und Schulvorstand Oberregierungsrat Dr. Heß und Kreisschulrat Fischer und die Mitglieder des Kreis- ausschusfes Rechtsanwalt Hornberger, Beck- m a n n und Benner erschienen waren. Die von der bewährten Lehrerin abgehaltene Prüfung, die sich auf alles, was eine Hausfrau wissen muh, erstreckte, legte glänzendes Zeugnis ab für den Fleiß von Lehrerik» und Schülerinnen. Es war geradezu erstaunlich, was die Kursusteilnehmerinnen in der verhältnismäßig kurzen Zeit von sechs Wochen geleistet hatten. Das tarn auch verdientermaßen zum Ausdruck in den anerkennenden Worten, die Oberregierungsrat Dr. Heß an die Lehrerin und Schülerinnen richtete. Ein gemeinschaftlicher Kaffee, zu dem es allerlei Zutaten gab, brachte den Beweis, daß auch das praktische Können der Kursusteilnehmerinnen sich sehen und essen lassen konnte. 3m Verlause dieses gemütlichen Teiles begrüßte Lehrer K n ö l l namens des Schul- und Gemeindevorstandes die Erschienenen, besonders die Vertreter der Behörde und die Mitglieder des Kreisausschusses, die durch ihr Können ihr Interesse bekundet hatten. Kreisschulrat Fischer richtete auch seinerseits Worte der Anerlennung an die verdiente Leiterin und der Ermunterung an die Teilnehmerinnen des Lehrgangs, die er ermahnte, das so gut Gelernte nun auch im Leben anzuwenden als tüchtige unb wirtschaftliche Hausfrauen, bie heute nötiger seien als je. An bem Kursus nahmen 22 Schülerinnen teil, darunter 5 aus Harbach und eine aus Münster. Hungen, 4. April. Zu dem tödlichen Autounsalr erfahren wir noch folgendes 2 Genfer und alleiniger Insasse des von Lich kommenden Autos war der Kaufmann B. Schäfer aus A i d d a. 3n der Aähe von Hungen wollte er gegen 1 Uhr abends das Fuhrwerk des 21jährigen W. Diehl von hier links Überholen. Seinen scheuenden Pferden beizuspringen, sprang Diehl im letzten Moment vom Wagen dttett vor das Auto und wurde überfahren. Der Lenker des Autos fuhr den Schwerverletzten nach bem hiesigen Krankenhaus, wo aber nur noch der inzwischen eingetretene Tod festzustellen war. Kreis Friedberg sf. F r i e d b e r g, 5. April. Aus heute nachmittag 4 Ahr war eine Eisenbahner-Versammlung in ben Ratskeller berufen, welche sich eines ftarfen Besuchs erfreute. Die beiben Referenten Elaß und 3 a h n sprachen sich hauptsächlich über die rechtliche und soziale Stellung der Reichsbahnbeamten ge^nüber den Reichsbeamten aus und suchten festzustellen, daß die Rechte der Reichsbahnbeamten geqeiü'er den anderen Deamtengruppen, ja selbst g ge über ben freien Angestellten, durchaus nicht ungünstig feien. Olur eine geschlossene Organisation, in welcher sich die Beamten und Arbeiter zusammenschlössen, könne in dieser Beziehung Aussicht auf eine Besserung herbei ühren. Die Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen, doch wurde in der anschließenden lebhaften Diskussion von verschiedenen Setten auf bie großen Schwierig- fetten hingewiesen, welche seither einem derartigen Plane gegenüberftanben und welche auch jetzt noch fortbestehen. Eine bestimmte Beschlußfassung fand deshalb nicht statt. vw. Butzbach, 4. Aprtt. Aus den jüngsten Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung seien als wichfgste Punkte bzw. Beschlüsse hervorgehoben: Die nachgesuchten Güterverpachtungen wurden ge'efjmigt. Es sollen in Zukunft Baudarlehen in Höhe bis zu 12 000 Mk. bei 6prozent:ger Verzinsung bewilligt werden. Die definitive Anstellung der technischen Oebterin Frl. Hertlein an der Mädch:nsortbild ingsfch.l? zu D itzbach wurde beschlossen. Aus der, Berichterstattung des Schularztes Medizinalrates Dr. Schäfer war die erfreuliche Tatsache zu entnehmen, daß sich der Gesundheitszustand der Schuljugend Montag, 6. April 1925 durch die hygienischen Maßnahmen, Untersuchung der Kinder. 'Bäder usw sehr gebessert habe. AuS der Mitteilung der Oberrealschuldirek- l io n war zu entnehmen daß b:' vorgebrachten Beschwerden wegen zu hohen Prozentsatzes der Zurückbleibenden, bzw. Mitteilungen ans Elternhaus durchaus nicht über die Zahl der Mahnah» men an anderen höheren Lehranstalten hinaus- gingen Was die Erweiterung der Schul» räume für bie Kleinkinderschule betrifft, so soll der betr Antrag dem Schul» und Dttdungsausschuß zur weiteren B.'handlung übergeben werden. Laut Mitteilung wurde dem Gesuch um Freigabe der wenigen Schul-Dusche» und -Wannenbäder in der neuen Schule an Erwachsene an den schulfreien Rachmittagen stattgegeben. — Die von der Stadt beschaffte Ma- girus »Zweirad -Benzin -Motorspritze. welche die Ulmer Fabrik Magirus lieferte, ist ein getroffen und hat ihre Probe glänzend bestanden. i Butzbach, 4. April Unter Leitung von Medizinalrat Dr Pogt afe Vorsitzendem des Auslichtsrats sand heute im Verwaltungsgebäude der Butzbach- Licher Gisenbahngcsell- schäft eine Versammlung des Aufsichtsrates dieser Gesellschaft unter Zuziehung des Land» tagsabgeordneten Fenchel statt, die sich mit der Aenderung des Betriebsver träges befaßte. Cs wurde beschlossen, hinsichtlich deS Paragraphen 15, der die Zuschüsse an die Betriebsleiterin aus dem lieber fdjufi der Betriebseinnahmen und aus den Brutobetriebseinnahmen regelt, die Zustimmung bann auch zu geben, wenn bas Hessische Ministerium als Aussichts- behörbe keine Einwenbungen erhebt. Die übrigen Paragraphen bes Vertrages wurden genehmigt. Die Sitzung wurde weiter mit der Besprechung des kommenden Fahrplans ausgesülll. Die Vertreter der Teilstrecken gaben ihre Wünsche zur Kenntnis, denen für den Sommerfahrplan Berücksichtigung zugesagt wurde. Die Abendzüge mit der Strecke Lich—Butzbach sollen wieder an zwei Wochentagen gefahren werden. Auf der Strecke Lich Grünberg sollen die Züge wie seither bleiben. Miete Büdingen ,. ?“ ^Inter-Schmitten 4. April. Die von hier nach Ulfa führende Chaussee ging seither mitten durch die Wohn- und Wirtschafts- gebäullchkeiten des Gutes „Haubenmühle", so daß es der Gutsverwaltung unmöglich war, durch Anbringung von Toren den Gutshof ab« zu schließen. Auch die Hofhunde durften während der Rachtzeit nicht losgelassen werden. Rach langwierigen Verhandlungen hat das Gut jetzt die Genehmigung erhalten, die Chaussee außerhalb seiner Gebäulichkeiten her u m z u füh r e n. Mit dem 'Bau der ihn» tührung hat inan bereits begonnen. - Die dem Gute angegliederte Gärtneret ist nach statt- gehabler Besichtigung von der Landwirt- fchastskammer als Lehrbetrieb anerkannt worden. Mr eie Schotten a. Ober Lais, 4. Aprtt. Am Sonntag sand im Dornrittagsgottesdienst die Prüfung und Vorstellung der diesjährigen Konfirmanden statt 3n diesem 3ahrc werden am 2. Oftertag 29 Kinder konfirmiert (16 aus Ober-Lais, 13 aus Glashütten). Die Kollekte für Ober-Mörlen ergab ben Betrag von 20 Mk. Der alljährliche Konfirmandenausflug führte die Kinder am Dienstag nach Marburg und Gießen. Eingehend wurde in Marburg die schöne Elisa- bet henkirche b sichtigt. Wundervoll war auch der Blick vorn Schloß auf die Stadt. — 3n einer gut besuchten Versammlung des Krieg er Vereins, zu der auch alle Kriegsteilnehmer eingeladen waren, hielt Amtsgerichtsrat Muhl- Ridda einen Vortrag über die Bedeutung der Krieger vereine. Den Dereinsmitgliedern Schreinermeister 3akob Hirtz und Waldarbeiter Friedrich Hähinel wurde aus Anlaß ihrer 25febtigen 3ugJ;öriyfelt zum Vorstand deS Kriegervereins Ober-Lars eine Ehrenurkunde überreicht. — Der Kirchenvorstand und die Kirchen- genreinbevertretung beschlossen die baldige innere und äußere Herrichtung der alten Kirche zu Anter-Lais. Mreis Alsfeld. M Alsfeld. 4. April. Auf Einladung des Zweigvereins Alsfeld des Evgl. Bundes und des Gustav-Adolf- Frauenvereins sprach gestern in der hiesigen Turnhalle Pfr. Dr. Müller aus Rüsselsheim a. M. über „Evangelische Freiheit und kirchliche Gemeinschaft". Der Dortragenbe wieS in seinen scharf durchdachten, allgemeinverstänblichen Aussührungen auf das Wesen dieser beiden Grundbegriffe des protestantischen Wesens und Glaubens hin, die in engstem Zusammenhang mtt unserer deutschen Geschichte und Kuttur stünden, wobei er den Begriff der evangelischen Freiheit als Vorbedingung für eine wirkliche Gemeinschaft bezeichnete, ausgebaut auf der Persönlichkeit und dem Wesen der evangelischen Kirche als Dolkskirche, im Gegensatz zu der Hierarchie der katholischen Kirche, wobei er von der geschichtlichen Entwicklung der christlichen Gemeinschaft als einer bewußten Lebensgemei nschast ausging. Er schloß seine interessanten Aussuhrun- gen mit dem Hinweis, daß evangelische Freiheit und kirchliche Gemeinschaft für unser deutsches Volk von großer Bedeutung sein könnten. Der Vorsitze Pfr. Dr. Hechler dankte dem Redner in einem herzlich gehaltenen Schlußwort für seine wohldurchdachten, überaus anregenden, von versöhnlichem Geiste getragenen Ausführungen. Starkenburg und Rheinhessen. !- Offenbach, 4. April. Die Stadtver- ordneten-Versammlung beschloß die Einsetzung einer Deputation für Leibesübungen, welcher Stadtverordnete, Vertreter des Sportkartells für Volksbildung und Volksgesundheit, Vertreter der Ortsgruppe Oftenbach des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, ein Vertreter des Sportausschusses der Lehrerschaft und mit beratender Stimme der Stadtarzt, ein Stadtschulrat und ein Direktor der höheren Lehranstalten angehören. Nach der Soßung ist die Deputation „in Anerkennung des hohen Wertes der sportlichen Bestrebungen für die Volksgesundheit bestimmt, durch Anregungen und Gutachten den Zusammenhang der Stadtoertretung mit allen Leibesübungen treibenden Vereinen herzustellen und olle Bestrebungen in der Stadt zur Förderung der Leibesübungen zu unterstützen . Ferner wurde beschlossen, den Stadtver. arbnetefc außer dem am 20. November 1924 beschlossenen Ersatz der Lezugskosten einer kommunalpolitischen Z e i t - scyrist und der durch die Ausübung ihres Amtes entstehenden Lohnausfälle vom 1. Januar 1925 an für die Teilnahme an den Sitzungen der Stadtver- ordnentenoerfammlung, Ausschüsse. Deputationen und Kommissionen eine Aufwandsentschädigung von jährlich 6 0 0 Mark zu bewilligen, auszahlbar am Schlüsse jedes Viertel jahres. Die Vergütung soll nicht zurückgewiesen werden können. (Das Ehrenamt wird also zum Geschäft gemacht! D. Red.) — Die Stadt Offen bad) gibt Baudarlehen an gemeinnützige Bauvereinigungen und private Bauherrn bis zu 90 Proz. der Baukosten, jedoch nicht mehr als 10 800 Mk. für eine Wohnung. Mindestens 10 Proz. der Baukosten sind von dein Bauherrn entweder in bar oder durch Selbsthilfe aufzubringen. Das Baudarlehen wird gewährt: 1. von der Stadt Offenbach als 2. Hypothek bis zu 50 Proz. der Baukosten, jedoch nicht mehr als 6000 Mark für eine Wohnung: 2. von der städtischen Sparkasse al£ 1. Hypothek bis zu 40 Proz. der Baukosten, jedoch nicht mehr als 4800 Mk. für eine Wohnung. Die 2. Hypochek wird zinslos auf die Dauer von 20 Jahren gegeben. Don diesem Zeitpunkt ab tritt eine Verzinsung zum jeweiligen Sparkasien-Einlagezinsfuß ein. Der Betrag unter 2 (1. Hypochek) wird zu den jeweiligen Bedingungen für ausgeliehene Hypothekengelder der ftäbt. Sparkasse gewährt und ist zu dem jeweiligen Zins- fuß für diese Gelder zu verzinsen. Sinkt dieser Zinsfuß unter 10 Proz., dann ist der Zinsunterschied als Tilgung auf das zunächst zinslose Darlehen der Stadt (2. Hypochek) abzutragen. Kreis Wetzlar. r. Wetzlar, 4. April. Wer innerhalb des engeren Stadtbildes eine Veränderung der Grundmauern feines Hauses ausführen läßt, stößt meist auf ein Stück Alt-Wetzlars. Wer beobachten will, wie stark die alten Desestigungs- mauern All-Wetzlars waren, betrachte nur den augenblicklichen llmbau des hohen Tekchrnann- schen Geschäftshauses in der Lahnstrahe. dessen unterstes Stockwerk vollständig von Teilen der Umfassungsmauern des ältesten Stadtteiles gebildet wurde. Wenn es auch für den Geschäftsmann gewinnbringend ist, daß dieses gewallige Mauermassiv mit seinem wie für die Ewigkeit festgebauten Mauerbogen einem modernen Geschäftsladen Weichen muß, so bedeutet doch der Ällertumsfreund jedes Stück Mauer aus der allen Zeit, das auf dauernd verschwindet. Die Erbauung dieser Mauer schätzt man in das 11. Jahrhundert. Da es in der engen Geschäftsstraße nicht möglich ist, daß das gewaltige Mauerwerk durch Sprengungen beseitigt wird, so ist es für die Arbeiter ein recht mühsames Werk, mit Hammer und Meißel Stück für Stück loszubrechen. r. 2t a u 6 d r n , 4. April. Unser still gelegenes Pfarrhaus neben dem altehrwürdigen Kirchlein ist bei der Ankunft unseres neuen Pfarrers Schieferstein — bisher in Wasen (Bezirk Düsseldorf) — renoviert toer&en. Es ist noch ein Haus aus der „guten, allen Zeit": mehrere Jahrhunderte hat es bereits überdauert. Manche Wände sind mehr als ein Meter dick und sind nach der früher ost angewandten Bauweise nicht aus Steinen gemauert, sondern mit Lehm gestampft. Das Bauen solcher „gestampften" Häuser ging rasch voran. 3n ähnlicher Weise wie heute die Maurer beim Bauen von Betonwänden Dretter- t^rschalungen anlegen, so baute man auch damals zuerst die Bretterwände. Weil jedoch der Pchm nicht die Festigkeit des heutigen Betons hat und außerdem noch ein Eisenflechtwerk ein» cklo^e, 4247 Pfund Sterling als Ueberweisung an das Reich, 3400 Pfund an Tantiemen und 8 Proz. Dividende p. r. t. auf die geleisteten Einzahlungen verteilt werden. * Börsenkurse. Tahirn: 5*A ®cutf®e ^e!(T)5anTtlTw <% Deutsche ilicichSaiilcihe . 3'/,°/« Deutsche Reichoanlethe 3°/. Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Sparprämienaulethr 4% Preußische KonsolS . . . 4°o Hessen 3Ve°/n Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-^chatz-ArUreisng.') 4e/o Zolltürken 5% Goldmerrkaner Berliner Handelsgesellschaft. Lonunerz- und Prrvat-Bank. Darmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank Deutsche BeretnSbank .... Disconto Commandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Saß ....... Buderus........ Caro ....... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeuer Bergbau Ataluvcrfe Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte...... Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Ryeinstahl........... Rtcbeck Montan Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd..... Lheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano . . . . . Badische Aniltr?........ Chemische Mayer Alapdr .. Goldschmidt........ .. Gries' eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung Rütgersiuerke ... Schetdeanstalt All«. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke ........ Schubert . Siemens & Halske...... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyltgenstaedt Meguin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . , . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell chaft Frankfurt. Bet. Union A--G.. ..... chuhlabrik Herz . . .... Sichel Hellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . ^•rrnitfitrt i. M. Ber"t 5<$)tu6. ftur» Schlutzk. Abend» bö.le Schlutz. fiur» SÄutz» Mittag b"rle 3.4. I V 3. 4. 4 4. 0,665 0.660 r 665 r 660 —— 0, 2 0,71 0.70 0,70 0 7 0 69 — 0.820 0 81 0.360 0,350 335 0 31 0 7 0 0,785 0,76 0,77 0,95 — —- 0,9> 0 85 0 86 — 0 79 0 79 0 81 — 94,75 94 75 95 95 91,55 91 50 1 70 91 70 9,25 9,75 0,25 9,5 —— — 42 157,=0 156 157 :25 158 10).5 109 75 mo.öo 110 137 137.35 137,5 137,5 135 25 134,5 135,25 135 0 37 0,3' 117,75 117.60 H8,10 118 115.25 11 —— — 100 100 100 100 8.' 8,35 0,11 8 5 8 12 0,11 0,2 0,2 81 84 50 16.9 17,1 16.90 9,75 9,75 10 25 10 73 5 73.4 72 95 73,10 82,25 8) 0 >1 4 81,40 136 50 137 136,25 136,25 1< 60 17,40 17,69 17,40 •>■> 22,13 <2,25 22 30 78 5 77.5 78 75,1 10 25 10,4 10 .50 0,13 60 50 CO,10 60,5) 59 9 52, 0 2 52 10 12,5 103,5 103 59 104.25 104 10 3 25 3,3 83 5 82 5 c3,13 82,75 87 85,25 85,60 85 90,375 10 5 — 88 88,75 89,5 88.75 — — 1>5 140,25 141,9 39,99 141 — . ■ -1 112 2, 111,50 112, 13 110,7 26,70 26.5 6 60 26,62 134 13 134 133,62 133,60 7,75 7,75 —- 16 15 75 .6,40 16 30 138 137,5 — 11 40 ’l 35 11.3 11,39 92.25 91.25 91,50 92 8-5,5 86 —• 64,5 63 62 64 40 63 73 73,12 3,30 73,-5 " 55 3,50 3,60 5,80 5 7 5,6? 5,63 3 2 3,05 — 7,8 8 7,8 7,5 119 5 — - 112,75 0 655 ü 655 __ 1,12 1,19 1,2 1,2 129,5 129 75 2,2 2 15 2,2 3,4 3.55 3,6 3,5 2 5 2,5 2,3 2,45 12,60 12.'0 12,5 — 75 4,8) — 3,35 3.49 — 3,4 Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 4. April. Tendenz: Unregelmäßig. — Zum Wochenschluß bot die Börse wiederum ein Bild großer Geschäfts- unlust und starker Unsicherheit. Bei Eröffnung war die Haltung uneinheitlich, überwiegend aber etwas schwächer. Für eine Reihe führender Werte tagen wiederum beträchtliche Verkaufsaufträge vor, die infolge mangelcnber Kauflust nur zu niedrigeren Kursen untergebracht werden konnten, zumal auch die Spekulation bestrebt blieb, ihre Gewinne sicherzustelten. Günstige Momente, die das Geschäft hätten anregen können, lagen nicht vor, auch Interventionen waren heute nicht zu beobachten. Die Börse hatte also wieder einen ihrer stillsten Tage zu verzeichnen. Montanwerke lagen uneinheitlich, überwiegend aber niedriger, die Kursrückgänge hielten sich jedoch in engen Grenzen. Am Ehern iemarkt war das Angebot etwas fü6(barer, die Kurse gedrückt. Elektro- und Bankaktien waren gehalten. Erheblich niedriger waren Schiffahrtsaktien, besonders Norddeutscher Lloyd, die au, den Ausfall der Dividende 2 Proz. einbüßten. Auto-Aktien bröckelten leicht ab. Don Maschinen waren Karlsruher um 1 Proz. gebessert. Der Einheitsmarkt der Industriepapiere hatte bei sehr stillem Geschäft keine wesentlichen Veränderungen. Der Anleihemarkt lag schwächer, das Ge- schäst war ruhig und klein. 5prozentige Reichsanleihe erfuhren eine neue Senkung auf 0,655. I i 3|,Iä Erdung*111’ “ Banknoten. Börse. Berliner es vetz.'eheii, of ä " «qirijcii, or | gute 3d 0 leit mli So gul wie Continental-Reifem 4k n \,orpcrl'd)e U t yaubenen tzu eigen? Dagegen tonnten sich Preuß. Konsols leicht holen. Don ausländischen Renten waren Türken» werte gefragt und etwas lebhafter im Geschäft, besonders für Zolltürken bestand Interesse, jedoch ohne wesentliche Kursveränderungen. Im Freiverkehr waren leichte Kursbefferungen festzustellen. Api 1,3, Becker-Stahl 1,25, Becker-Kohle 6,12, Benz 4,87. Brown Bovert 60 Proz., Growag 0,135, Krügershall 10,5, Kunstseide 335, Petroleum 15, Ufa 12,5. Im Geldverkehr ist heute eine leichte Entspannung fühlbar geworden, das Angebot ist wieder ziemlich reichlich. Die Zinssätze sind jedoch noch unverändert, Monatsgeld 9,75 bis 10,5 Proz. Im Devisenverkehr konnte sich Paris auf Interventionen der Dank von Frankreich hin leicht erholen. Die Pfund- parität ging auf 92,70 bis 92,80 und die Dollar- Parität auf 19,38 bis 19,41 zurück. Das englische Pfund ist mit einem Gegenwert von 4,781/% bis 4,78' s leicht befestigt. Die Dollarparität der Marl ist unverändert 4,199. Der weitere Verlauf der Börse brachte keine Veränderungen der Geschäftslosigkeit, vielfach kam es zu neuen kleinen Kursabschlägen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark ouSgedrückt. BuenoL-AireS, London, ReU» York, Japan, Rio oe Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für la) Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Erzieht 'Bon K Amst.-Rott. Buen.-Aires Brss-Antw. Chrrsiiania. Kopenhagen Stockholm . HclsingforS. iktalicn. . London. . Neuhork . . Paris - . . Schweiz . . Spanien. . Japan . . . 'Hio de Jan- Wien in D - Ceft. abgeft. Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen. . - KcbcpoUe Peobachlutt Ws« (figeimrt des ci, Niunq und Seit JJrcr oor der peinh 3h muffen, r *!" -Nrurt für öeil £"5 £er'ICl,Un9 tei "nb 'M o her Nelftrafen M y aud) «MN W M 'Vor'e W toffc ' Mitte jöM ' Miigei toi)«1-*2,1, gl 6* 2 Et ;I(in L’ÄÄi Ms Et Wort anwendbar |j uehellauntgtcit ur nW erlösend » C?.- auch für je LTb des Kindes tun lindere strafen ! W es für den 6 rä ii: nur auf bas«। eigene seelische Eiltet sein,-he i »Wend, ^deutel ,!) agt in der schlecht । sWßl - in der Wut ] ircn Ursprung haben, geistig und körpe m Kinde stehen, nur Hg^ens darf er von t ] machen, fonfi ’ twefdi, fo oergewaliia! Md Bitterkeit und 1 Meialichen folgen je -> 3n Wen oon [eit verdient auch da nad) dem alten । ■cfr millft, bas dir t ■ci- antün. 'JJlan ma b< i; geistige uni) fitil iceiltn tönnen, daß n \> er heben und sördei I Gin besonderes f Prügelstrafe in unser i» iin im Trziehungsw Ifommen, daß mit i ihren Lchulzucht a Wäherc Formen rlen müssen. Sie l ebenen deutschen cl ä. Ä Aayern, Lc ch ch die törperlidjc i ten. Ein preußischer *t die Lehrerschaft l ulen jh gewinnen, i' Geiste unserer ? 'd uns der Lchule t ie Behörde bat auch ®r nnd l'rhrerinncn (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 4. April. Das in feiner Gesamtheit auf große Lustlosigkeit abgeftimmte Bild der Börse vermochte zum Wochenschluß keinerlei Veränderungen aufzuweifen. Publikum und Ausland Hal- ten sich vom Kaufe deutscher Effekten zurück. Auch die neuerlich vorliegenden Meldungen über die Wirtschaftslage einer Reihe deutscher Industriezweige waren durchaus nicht darauf zugeschnitten, dcr^Spetulation irgendeinen Anreiz zu geben. In dem Bericht der preußischen Handelskammern über die Geschäftsentwicklung im letzten Monat kam ebenfalls eine pessimistische Auffassung über die Gesamllage der deutschen Wirtschaft zum Ausdruck. Für die Börse kam noch hinzu, daß durch die frühzeitige Eröffnung des Verkehrs noch nicht alle Aufträge bei den Maklern zur Anmeldung gelangten, so daß bei der ohnehin geringen Geschäftstätigkeit die Umsätze an den Effekten-Märkten noch m e h r z u s a m m e n s ch r u m p f t e n. Durch diese Situation zeigte sich am Geldmarkt gegenüber den Vortagen ein etwas geringerer Bedarf, die Sätze blieben jedoch unverändert, und zwar für tägliches Geld 8—10 Proz., für Monatsgeld 10 bis 11 Pro,;. Am Devisenmarkt zeigte der französische Franken nach dem gestrigen Sturz eine geringfügige Besserung. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. April. Der Produktenmarkt war nach kleiner Erholung später wieder schwach, wegen der Rückgänge in Chicago. Das Geschäft war jedenfalls sehr ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo' Weizen, inäri. 243 bis 246, do. Mai 249 bis 248, do. Juli 247 bis 246, Roggen, mark. 222 bis 223, do. Mai 220,50 bis 220, do. Jul, 219 bis 217 bis 218,50, Gerste, ntärf. 220 bis 238, Futtergerste 190 bis 216, Hafer, märf. 186 bis 194, dö. Mai 174, Mais, Mai 170, Raps 395 bis 400, Leinsaat 385 bis 390, für je 100 Kilo' Weizenmehl 32 bis 34,50, Roggenmehl 31,75 bis 32.50, Weizenkleie 14, Roggenkleie 14,40 bis 14,50, Dittoriaerbsen 22 bis 27, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 18 b,s 19, Ackerbohnen 18,50 bis 20, Wicken 18 bis 20, Lupinen, blau 10 bis 11,50, do. gelb 12,50 bis 14, Serradelle 13 bis 14,50, Rapskuchen 15,30 bis 15 60 Leinkuchen 21,30 bis 21,60, Trocken- schnihel 9,90 bis 10,20, Torfmelasse 9,20, Kartoffel» flocken 19,10 bis 19,15. Kmd » Aon Au RtinCJ"1' ein u SKfetoenn < kÄ 6i,V" Sinft Sv a"els' MÄ M: nqJ^I U|]X . ^CHr lUcj : b|(?l ■ ' gißt ContinenUl « Regenmäntel, Kinder. In einschlägigen Geschäften erhältlich. Achten Sie auf diese Schutzmarke I ""y 3. April 4. Sprti Amtliche NoHeruna Sinnliche 'Jtotieriiiti Geld Brief Geld Hritf 167.21 167.63 167.39 167,81 1,512 1,615 LnOl 1,608 ?1 235 21.29) 21 29 21 35 66 49 66 65 (.6 57 16 73 <6 85 77 05 77 00 77.20 113,0 4 113,32 113.04 113.32 10.56 10,60 10,565 10,605 17 18 17 29 17.24 17 28 20,013 20 09.3 20.059 20,109 4.195 4,205 ‘>.195 4,205 71 47 21 53 21 69 21,75 80 83 84 09 80,95 81.15 5V 48 59 61 69.6.'! 59,77 1,733 1,737 1,736 1,740 0,452 0,459 0,451 V,453 69,03 59,17 59,03 59,17 12,43 12,17 12 14 12.48 6.73 6,75 6,745 6,765 6,805 5,825 5,805 5,825 3,06 8,07 3,05$ 6,065 19,975 20 025 19,975 20 02» 79,55 79 75 79 65 79,85 2,175 2,195 2.18 2,19 6,59 t 61 6,56 6,61 Berlin, 4. April. GeV, Amerikanische Noten ..... -.178 4,198 Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ 21 23 21.33 76 >6 77 24 (Englische Noten. ....... 20 04 20 14 französische Noten ...... ' 1 69 21 79 Holländische Noten...... Italienische Noten ...... 167 OS 1" 27 157 96 17,35 Nonveaische Noten...... Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen 16 40 16 75 £8,855 69,255 Rumänisch. Noten...... — — Schtvedische Noten...... Schweizer Noten....... 11? 86 89.55 113,46 81 95 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten • . 59,55 59,85 Y4 40 12,16 Ungarische Noten ... ... 5,78 5,80 Aus dem Reiche der Frau um- unb für in tun. Man mache sich aber auch hierbei klar, heben und fördern. Größeres GS ist doch schließlich alles Kinder«- I als mit dem großen Ernst. Man muß nicht mit arbe-t was wir tun Kanonen nach Spatzen schießen und muß nicht Die Und der Humor, der gute Helfer gegen alles Dampfwalze nehmen, wenn man cm Garten-- Grauc und Kleinliche, stimmt dem zu und sagt: weglein ebnen will. Es wirft oft ein. Heinen Ihr habt s von dena Aepsol gelln' zur Echlanga ganga un hot g sagt: Bauch sollst du krabbeln dein Geben U L giftige und sittliche Werte nicht emgeprügell w rrn können, daß nur geistige und sittliche Kräfte Mi 8,80) 19,975 2J8 8,56 un sich die zu die er- Ola is er „2Tuf dem Graue und Kleinliche, stimmt dem zu unb sagt: Bimm's nicht so wichtig, nimm's nicht so schwer, was sich da breit macht an Arbeit. Sorge und Freien. Unterläßt man es, so entwickeln aus den Eiern die kleinen Raupen, die Stosse abnagen und daraus ein Gehäuse ihrer Bekleidung bereiten. Nachdem sie Stelle, die sie mit Kops und Vordersüßen Machen wir uns immer wieder klar, daß alle unsere Erziehung doch nur den einen Sinn hat, das Kind zur Selbsterziehung, 3um Wollen des Guten, zur sittlichen Arbeit an sich selbst zu bringen. Dazu Helsen Prügelstrafen sicher nicht, — wohl ober unser Beispiel, unsere eigene Selbst» Zucht. Eine schwere Verantwortung liegt heute auf uns Eltern und Erziehern: Wir sollen eine starke und widerstandsfähige, aber auch seelisch reine und Scherz oder eine am rechten Platz erzählte Geschichte mehr als alles Strafen und Predigen. 1.608 71 U 16 73 NA 111,31 r, «1,1(0 i,ai a.s ki.u ti,7? 1.U3 9.1M ».17 11.48 6,Ni 6,82.) ?.0ti 20 (Bi 79.85 6,61 4,198 11.33 17 21 1014 717» 157 96 17,3.5 16 7.) 113,46 81 N 59,8i 12.46 ü,81 und zwar meist mit Schweselsäden, die man aus Blechplatten oder alte Teller legt und entzündet. Natürlich müssen die Schränke usw. sofort geschlossen werden, damit die Dämpfe wirken können. Statt Schwefel nimmt man auch wohl rauchende Salpetersäure, von der man 8—IC Dropsen in eine mit heißem Wasser gefüllte Schüslel gießt. Die Behälter müssen etwa 4 -6 Stunden ausgeräuchert werden. Roch bessere Gefolge wollen manche Hausfrauen mit Schwefel- lohlenstoffdämpsen erzielt Haden, die namentlich die Motteneier töten. Es genügt bei diesem Mittel, wenn man eine kleine Flasche davon geöffnet in den Schrank stellt. Die Garderobe kann ruhig darin bleiben, da der Schwefelkohlenstoff weder Pelzwerk noch Dolle angreift. Kienöl oder Labaklauge. in Kleiderschränten offen auf- gestellt, soll die Motten sernhalten, da sie den Geruch nicht vertragen können. Am Polstermobel von den Plagegeistern zn befreien, stellt man Gesäße mit den bereits erwähnten Chemikalien darunter, nachdem man die Möbelstücke mit Tüchern verhängt Hal In unbenutzte Dohnräume pflegt man mit gutem Erfolg unter die Polstersachen, die man vorher mit frischem Zcitungspapier ausstopsen muß, Gesäße mit Wasser zu stellen, in die die RWten hinein- flattern. Hm die Mottenraupen aus ihrem Der» fted herauszuloden, reibt man Polstermobel wiederholt mit Petroleum ein oder man räuchert sic mit Essig aus, den man in einem Gefäß mittels einer unter das betreffende Möbelstück gestellten Spirituslampe erhitzt. Ratürlich sind die Möbel vorher mit Stoff zu verhängen. Rach wenigen Stunden tann man die aus ihren Der- stccken herausgelrochenen Raupen rnüheloS ab- suchen. Vor Antritt einer längeren Reise sollte man Teppiche. Kelims. Polsterlachen usw. mit Terpentin einfpritzen und dann mit frischem Zeitungspapier belegen; immerhin eines der besten Abwehrmittel, wenn auch nicht unfehlbar, so doch häufig erprobt. Allerlei kleine Bäckereien. Apfelauflauf. Man schmiert eine Farm mit Butter und streut mit Semmelbräseln aus. Dann belegt man sie , en Schulzucht aufgeräumt werden muß und »gemäßere Formen der Bestrafung gesunden w im müssen. Die Unterrichtsbehärden der oer- m tzmen deutschen Staaten haben sich damit bc- i .'’n Bayern, Baden, Sachsen und Oester- r, i ist die körperliche Züchtigung durch Lehrer ver- fr rt Ein preußischer Erlaß aus dem Jahre 1820 |rt die Lehrerschaft der Volksschulen für den (9e= ä ttn zu gewinnen, „daß die Prügelstrafe mit Pelzsachen, Polftermöbeln und Teppichen aufhalten. Das Entfernen der Eier, die im August gelegt werden, geschieht am besten durch tägliches Ausklopfen der betreffenden Sachen sie _ mit in Scheiben geschnittenen Aepfeln, diese bestreut man mit Zucker und fein geschnittenen Mandeln, daraus gibt man wieder eine Schicht Aepsel, Fuder, Mandeln usw., bis die Form zur Hälfte gefüllt ist. * 3» Älcbo* \ ftT1 'kstzu. Ä’Mie ib? !tt 3tTt8- wlten btt & Die 'aniät krti; "rnten äu«. „G h i s scho. Döi plaudert doch. Un wenn die Eva amol zu plaudern ogfangc hat, na hört s su gschwind ntmma aaf!“ Ra hat der liebe Gott zur Eva gfagt. „Ro. Eva. wie gfällt's der denn?" „Dankschö. ganz gut.“ hat die Eva gfagt, „aber die Aepsel gsalln mer am heften.“ Racha hat der hebe Gott gfagt: „Bon alle Bäum« im Garten bärft ihr elfen, nur von den. wo in die Mittn steht, därlt ihr nit elf en!" Racha iS er ganga. Ra hat die Schlanga. wo auf'm Apfelbaum drob'n war. zur Eva glagt: „Da. eß amol den Apfel da! Dann wer - oel ihr fein wie Gott und wissen, was Gut und Bö fc ist." Ra hat die Eva in Apfel neibiffen un cs anhü Trum hatS'n Adam in Mund neigsteckt. Ra harn le si agschaut un Ham fi Kleider aus Blätter gmacht un fin ins Gebifch nciganga. Am Amd is na der liebe Gott kumma, und wie er die zwa net gfunbn Hot. hat er geschria: „Adam. wo bist du?“ — Rührt ft nix. Ra Hal er henff: „Etz muh i doch amol schaua. wo die steckn." Ra is er hrnterS Gebifch ganga. da warn's na giessn. Racha hat er gfagt .0 u. da seids! Gehts amol berri alle zwa do! I wah scho. warum ihr eich versteckt. jener Anzeiger»".) feiner SesaniHeil te Silb btr Sörfe einerlei ßeÄ inb Ausland Hal eiten zurück- Auch dangen über bic iitidiet Snbuftric- naus zugeschnitten, ireiz zu geben. Sn nbelftammern über ci;ten Monat kani *h ®,rJ'c chnsl ium Ausdruck, baß öurrf) d'e ftch no(fi nicht alle Aus- melöung gelangten, n Seschäftstatigketl fien Markten uniP! tcn. Durch (bntarff gegen' geringerer Bedarf, irrt, und zwar für v Monatsgeld w nartt zeigte her fingen Sturz eine 5773J r uu 51» (Ul । 113,0t 10,55$ 17.2t 20.059 ‘,K U69 M,9.i ■ M.63 1.736 1 0.151 »beln dein Leben lang un sollst Dreck fressn." ilnb zur Eva hat'r gfagt: .Un du machst, daß d' aufn Paradies nauskummft. iln du sollst erwetn lar betten) und alt wem un nacha mußt ster—ben!" iln -um Adam ftaft gfagt: „iln du machst aa. daß d' nauSkummst. Da nimm der a Stroh mit un nacha baust der Prügelstrafe als Erziehungsmittel? Bon Klara Prieß. Cm besonderes Kapitel ist die Geschichte der gelftrafc in unseren S chu l e n. Allmählich ist in- im Erziehungswesen zu der richtigen Einsicht turnen, daß mit den barbarischen Mitteln der < 8prti reiche Jugend heranbilden. Möge in Haus Schule dazu Wille und Weg gesunden werden. Frühjahrs-Modebrief. Don 2c n i WÜ st. „Das wird man tragen?' Diese Frage. selber a Haus aus Stroh un Ruhschaln! Ra hat er alle zwa nausjagt un hat vors Paradies a Tor higmacht un an Draht rißet» gf barmt un an Engel dazu ftitu. Ehre. Er ist dabei gesessen und hat geholfen. Türme zu bauen. — 3a, ohne ihn mochte ifch auch nicht mit Kindern umgehen. Da wäre es mir zu schwer. Aber er wirft ein heiteres Blitzl cht über eine Unart, die sie begangen haben, über eine kleine Schwindelei, die ich soeben hatte hart und herb mit Lüge bezeichnen wollen. Und ich sehe den kleinen Sünder dastehen und sich die Augen mit den Fäusten reiben und ba= neben doch heinrlich ausfchauen, was ich für ein Gesicht mache, ilnö es kommt mich an. daß ich lachen möchte. ^tber ich sage mit möglichstem Ernst: Du Schlingel, was hast du angestellt? Das soll ich wob! glauben, was du da zufammen- fh-rrfcrfl? Gleich sagst du mir, wie die Geschichte richtig war. Aber richtig. Derrn ich sehe dich durch und durch. Aber der Missetäter hat schon mein heimliches Lachen gespürt, und da hält er es nun auch nicht für nötig, h irrt er dem Berg zu halten, und erzählt mir b:e ganze Sache, die nicht halb so schlimm war. wie sie aussah und wie mein sittlicher Eifer mich hatte glauben machen wollen, ilnb das ist ja dann gut. denn mehr wollte ich jo gar nicht. 3ch kann darum doch im Ernst drauf sagen: Du. das tust du mir nicht toieber. Lind je sparsamer mit dem ernsten Ton umgegangen wird, desto besser wirkt er. das ist eine alte Geschichte. Ich habe es oft erprobt, wie eine Kinderunart mit Humor behandelt leichter verschwand, chörse. rWi >. Hol" <70 TMpÖ i. 190-' 31Z5 dis Nun nimmt man vier Eier und wiegt gleich schwer Zucker und Mehl ob. Eier und Iucker schlägt man eine halbe Stunde ab, bann wird das Mehl nach ' und nach dazu verrührt,' etwas Zitrone oder Banille hinzugefügi. Diese Masse gießt man in bic Form über die Äpfel und läßt es im Ofen eine Stunde langsam backen. Apfelschnitten. Man nimmt mittlere Llepsel mit der Schale, schneidet sie in Scheiben von einem halben Zenti meter Dicke — das Kernhaus wird entfernt — und zuckert sie am frühen Morgen mit Zucker und Zimt ein. Dan macht man einen dicken, breiartigen Eierkuchenteig — ohne Eier! 2 Teile Milch, 1 Teil Weiß- ober Malzbier und Mehl. Kein Ei — es verändert den Teig sofort, das Bier aber madjt ihn wundervoll knusprig beim Backen. Jede Apfelfcheibe wird hineingetaucht und in der Pfanne in Fett — nicht viel! — braun gebacken. Eine kräftige Suppe vorher — und man Hal ein sättigendes Mahl, sonst gibt es einen guten Nachtisch. Reisschüssel mit Schinken. Zwei Tassen Reis. 200 Gramm fetter roher Schinken oder Speck. 2 Eier, Salz und Pfeffer. — Den Reis waschen, mit ' . Liter QBaffer und einem Teelöffel voll Salz 5 Minuten kochen lassen, dann in der Kochkiste gar werden lasten. Der Reis muh ziemlich trocken fein. Der Schinken oder Speck wird in Streifen geschnitten und ausgebraten. In das in der Pfanne bleibende Äeti gibt man die zerklopften Eier und macht Rührei daraus, fügt den Reis nebst Pfeffer, läßt alles beiß werden und Jüllt den Reis bergartig auf die Schüssel. Die Scheibchen Schinken oder Speck werden darüber gelegt. Gebackene DlumenkohlröSchew Man putzt den Blumenkohl, schneidet ihn in nicht zu kleine Stücke, locht sie in Salzwasser weich, läßt sie völlig abtropfen, wendet sie bann erst in Milch und geriebener Semmel, hierauf in geschlagenem Ei und nochmals in geriebenem Weißbrot «das fein gesiebt ist) und bäckt die Blumenkohlröschen bann in Fett goldbraun. Man füllt beim Anrichten etwas Buttersoße mit gebratenen Zwiebeltrüffeln darüber. heute verwirft der größte Teil der geschulten ) ago-jen die Prügelstrafe in der Theorie, — in V ßraxis wirb allerdings immer noch viel zu viel reichen können, abgenagt haben, rüden sie weiter vor und bilden im Gewebe die bekannten Gänge. Diese Gütigkeit setzen sie bis Dezember fort, dann sind sie ausgewachsen und verkriechen ftch in Polstermöbel. Man unterscheidet zwei Arten von Motten, eine kleinere, die es auf die Wollfachen abgesehen hat, und eine größere, die das Pelzwerk vernichtet. Wie groß der durch die Motten an- gerichtete Schaden sein kann, wissen die meisten Hausfrauen aus Erfahrung. Unfehlbare Mittel gegen die Motten gibt es trotz aller gegenteiligen Behauptungen leider noch nicht. Bon den meist mit großer Reklame angepriese- nen Pulvern und Tinkturen soll man nicht zu viel erhoffen. Böllig zwecklos ist die Anwendung von Raphthalin, einem der sonderbarerweise am meisten gekauften „Dertilgungsmittel". Zur Aufklärung sei kurz bemerkt, daß das Raphthalin nicht nur keinen Schutz gewährt, sondern geradezu einen günstigen Rährboden für die Entwicklung der Motten bildet. Wirksamer lind Kampfer, weißer Pfeffer, Mottenkraut und Tonka- bohnen. Vielfach pflegt man alle Schränke und sonstigen, der Aufnahme von Kleidungsstücken, Pelzsachen und Wolle dienenden Behälter, nachdem man ihren Inhalt entfernt hat, auszuräuchcrn. Der Sündenfall im Kindermund. Von QH a r g a 11 Hunkel-Lenne. Es ist von großem psychologischem Znteresse. in welcher Weise sich die Erzählungen des Lehrers in der kindlichen Seele wideripiegeln. So berichtete mir neulich ein siebenjähriges Kerlchen, das die 1. Klasse einer Dolksschale besucht, folgendermaßen über das Paradies und den Sündenfall: „Der liebe Gott hat es Paradies gschakfen un wie er da ferti war. hat er ’n Adam ncilu. Racha is er amol amds zu ihm kumma un Hot gfagt: „Ro. Adam, wie gfällts der denn?" Ra hat her Adam gfagt: „Dankschö, ganz gut.“ Ra is der liebe Gott wieda ganga. Am nächsten Amd hat er’n nacha wieda gfragt: ..Ro. Adam. Wie gsällt's der denn?" Racha hat der 2ldam gfagt: „Ro ja. ganz gut. Aber su allanias bin i halt." „Ro. du hast doch die Tiere!" hat der liebe Gott gfagt. Racha hat der Adam gfagt: »Ro scho. aber der plaudert nix!" Racha is er eingschlafen un na hat der liebe Gott a. a —---ei—ne Rip—ve gnumma und hat a Frau draus gmacht. iln wie na der Adam aufgwacht is. hat er gfdjaut: nacha hat er zu bera gfagt: „Wer bist denn du?" Ra hat die Eva gfagt. _3t aufatmen fldt wollen. Es hat mir jemand ein Geheimnis seines reichen Wesens vertraut: Sehen Sic, wenn ich r Loben lni? (denn am Boden tann man's am Ib'Kn) und baue Türme und Schlösser aus dem ‘Wa'"ten heraus, und lebhafte Augenpaare sehen titt eifrig und kritisch zu unb loben ober tadeln »SV lachlich, dann kann von mir aus die Welt 'cheZeitlang Herumgehen, wie sie will. Und wenn bann aufs!ehe unb mir die Kleider abEIopfc, •frni ist mir's. als ob nun de wichtigen Dinge, 'w t>jc ich jetzt vielleicht zu gehen habe, eine raiiKre Färbung angenommen haben; cs liegt th ein Lachen Darüber: ach. so gar wichtig seid *i|- ruch nicht. Es gibt noch Besseres, es gibt noch die gesamte Frauenwelt von höchster Wichtigkeit. tann endlich ziemlich klar beantwortet werden. Aus allen den vielen Modeschauen kristallisiert sich bas zukünftige Bekleidungsbild der eleganten Frau in prägnanter Deutlichkeit. Die. Linienführung drängt aus der bisherigen Starre zur Bewegung, also weitere Röcke. Dor Körper wird nicht mehr in fast asketische Geradheit gezwängt, die Frau besinnt ftch auf sich selbst. Taille wird betont, zum mindesten läßt man sic ahnen. Mit dieser Qlbnung kehrt auch der bisl>er verfemte Gürtel wieder. Der Rock wird ein* gelassen oder glockig geschnitten, weit gehaltene Kasatüberröckc beleben ihn. auch eingesetzte Faltentelle bienen zur Erweiterung. Der Kosak behauptet sein schnell erobertes Feld weiter, nur nicht mehr in bei bisherigen ganz glatten Form. Man plissiert ober coffriert ihn, läßt den langen Schoß glatt abstehen. Zum Zacken- und Spvrt- llcib trägt man den einfachen, ganz gerade geschnittenen Pullover, alias Zumper. Die Zackcn- !leider selbst haben mit der berüchtigten Der- inännlichung nicht mehr viel zu tun, höchstens noch bic herrenmäßig gehaltenen Frühjahrsmäntel.Das Zackenkleib, hat die strenge Form mit der die Figur leicht nachzeichnenden Linienführung vertauscht. Man sieht lange, dreiviertel lange und kurze Zacken, „wie es euch gefällt". Für Wollstoff ist Kasha Trumps. Römisch gestreift. far= iiert, in allen Farben, taucht er auf der Bildfläche auf. Für das elegante Kleid, zum Fiseoglocktee, Promenade, iAbcnd. wird Crepe Georgette unb Chiffon verwandt, natürlich auch Crepe de Chine. Crepe Satin unb Maroguain. Aber wohin das Auge sieht. Chifson, das Zarteste vom Zarten! Leiber hält die Zweckmäßigkeit mit bet künstlerischen Wirkung dieses Materials nicht stand. Was tuts, es ist ja oft von liebel, wenn die Haltbarkeit eines Stoffes die Lannen seiner schönen Trägerin überdauert. Zu diesen hauchartigen Tortetteii trägt man Mäntel gleichen Stoffes, in ihrer Durchsichtigkeit raffinierte Wirtungen erzielend Llcberhaupt, die dekorative Wirkung spielt bic Hauptrolle int heutigen. unbebingt reizvollen Modcbild. Farben- h'eubigfeit lebt auf, Chiffon- und Crepe-Georgette- Kleider zeigen Muster von auf)crorbentlid)cr Schönheit. Manche ftteiber tragen den Stempel innerlicher Bewegtheit, durch die Linienführung ihrer Muster bedingt. Dann sieht man wieder Kleiber, deren lautlose Einfarbigkeit nur durch ornamentale Borden oder Stickereien unter* bivchen, sozusagen zum Klingen gebracht werden. Die Abendlleidcr sind in Entwurf und Ausführung ost kleine Kunstwerke. Das Stillleib in vielseitiger Dariation wirb wieder bevorzugt. Mit ihm wird der seither etwas zurückgesetzte Taffet wieder Modestoff. Sehr elegant unb malerisch sind die Capes aus Chiffon über Gvlbspitzc, ober mit zweierlei Farbtönen unterlegt, mit, ob Frauenlogil oder Raffinement. Pelzstreifen beseht. Zebenfalls nach allem, was man sieht, führt unsere Mode 1925 bis jetzt eine sehr vornehme, geschmackvolle unb unbedingt für, jede Figur kleidsame Formen- und Liniensprache. Die ZeiraisaussichLen arbeitender Mädchen sind nach der Statistik sehr viel günstiger, als man allgemein anzunehmen geneigt ist. unb es bestätigt sich von neuem, daß die jungen Mädchen jegliche Berufsarbeit nur als Durchgangsposten zur Che betrachten brauchen. Den Dogcl schießen bic Hausbeamtinnen ab, zu denen Stützen, Wirtschafterinnen, Köchinnen, Dienstmädchen usw. gehören. Don je 1000 derselben heiraten 817 vor Vollendung des 30. Lebensjahres. Die nächsten sind die Gehilfinnen in Handels- und Kontorbetrieben. also Verkäuferinnen, Duchhasterinnen, Schreibmaschinistinnen usw. Von je 1000 verheiraten ober verloben sich schon bis zum 24. Lebensjahr 612, bis zum 30. Lebensjahr fast 800. Etliche 150 mußten fteilich noch etwas län- d Geiste unserer Zeit nicht mehr vereinbar sei I' nr? der Schule ganz beseitigt werden müßte". 1 Behörde Hal auch betont, „daß diejenigen Leh- » lind Lehrerinnen am höchsten geschätzt werden, 8t k» verstehen, ahne '.'Inwendung törperlicher 11 Tilgung gute Schulzucht zu halten, und daß rolle Beobachtung der geistigen und körper- m Eigenart des einzelnen Kindes, sowie Selbfb h Achtung und Selbstzucht in vielen Fällen den S- rer vor der peinlichen 'llufgube, Körperstrafen r , iehen zu müssen, bewahren". Diese Erlasse find x Ausdruck tür den Standpunkt, den auch unsere t id)c Erziehung heute einnimmt. Man wird da- * •'leiben, und im großen und ganzen muß die A- der Prügelstrafen hinter uns liegen. vreilid) wird auch gerade heute wieder viel Ittr die Jugend geklagt, und strenge Zucht scheint iim Unsere Kinder sind in den Kriegs- und Huuger- }lkan nervös und unruhig, widersetzlich und eigen; ’ vliLg geworden. Aber gerade das wird man mit | kriftrüfen nicht Furieren. — Ruhe und Sach- locit. körperliche und geistige Pflege, Stärkung ' 1.' vorhandenen Guten, Fürsorge und Vertrauen, er allem dos eigene Beispiel be:. Erziehers werden weit zuverlässigere Erziehungsmittel fein. Feuer am Nordpol. 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) bei sie Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Lassert. ,^)abcn Sie zufällig ein Stückchen Platin sich?" Stratoff zog ein Ledertäschchen hervor. „Hier sind mehrere Platinkörnerchen, wie direkt aus dem Sonde gewaschen wurden." „Man muß keinen Winkel undurchsucht lassen", sagte Stratoff. Nun begaben sich alle nach draußen. Die alte Frau wurde mit gefesselten Händen initgeführ!. Hier berichtete Stratoff der erregt fragenden Fürstin. „Worum erschossen Sie den Unglücklichen?" fragte Linda empört. „Aus Liebe zu Ihnen. Für Sie würde ich auch jedes andere Verbrechen begehen", sagte Stratoff leise und fügte laut hinzu: „Jener Schurke bestahl Sie und versetzte Sie in Aufregung. Dafür mußte er sterben. Linda wandte sich ab, und Sanders fragte den Russen: „Sind die Körner, chemisch rein, oder bestehen sie aus der gleichen Legierung wie Ihre Kassette?" „Die Kassette ist reines Platin. Die Körner dagegen sind noch verunreinigt." „Besitzen Sie nicht irgendein anderes Stückchen reinen Platins?" „Leider nein." „Können Ihnen meine Ohrringe helfen?" fragte Linda. „Sie sind in Platin gefaßt." Sanders betrachtete voller Interesse die beiden großen Perlen in Lindas Ohren. „Es wird gehen," sagte er, da kein anderes Metall dabei verwendet ist." Die Fürstin nahm die Perle aus ihrem linken Ohr und reichte sie Sanders. Dieser zog aus seiner Tasche eine kleine Metollkapsel, in der er den Ohrring barg. Die Kapsel befestigte er mit einem Kettchen an der Schlinge der Wünschelrute, so daß sie frei herunterhing. „Wozu geschieht das?" fragte Linda höchst interessiert. „x)d) machte ötc trrsayruna, daß die 'Jane leuy» ler reagiert, wenn man an ihr ein Stückchen des zu suchenden Metalles oder Stoffes anbringt. Da ich noch nie auf Platin rutete und dessen Ausschläge nicht kenne, muß ich mich dieses Verstärkungsmtttels bedienen. Doch vermag ich nicht für den Erfolg zu bürgen." Er stellte die Rute aufrecht zwischen die Zeigefinger, so daß sie trotz der oufgehöngten Koosel einigermaßen ausbalancierte. Run ging1 er langsam in das Haus zurück, gefolgt von Linda und Ste- fanescu. Im regen Eifer hatte die junge Frau den Toten vergessen. Als sie ihn unerwartet vor sich liegen sah mit dem dunkel geronnenen Blutfleck an der Schläfe, schreckte sie instinktiv zurück. Doch die brennende Erwartung überwand das Entsetzen. Unmittelbar vor dem Toten begann die Rute sich leicht zu drehen. Sanders ging zur Pritsche, auf welcher der Russe gelegen hatte. Die Rute stand. Auch bewegte sie sich an keiner anderen Stelle des Zimmers, nur über dem Toten selber drehte sie weiter. „Merkwürdig!" meinte Sanders. „Die Ausschläge vom Platin kommen von jenem Manne her. Aber er kann doch unmöglich die große Kasiette unter seiner Kleidung verborgen haben." „Falls er sie nicht in einzelne Stücke zerschlagen hat", sagte Stefanescu. „Vielleicht trägt er noch die Ausströmungen des Metalls in seinen Kleidern", riet Linda instinktiv. „Die Fürstin hat recht", erklärte Sanders und warf Linda einen dankbaren Blick zu. „Die Ausschläge kamen mir auch so merkwürdig schwach vor." Ader die weitere Durchsuchung des Hauses und des zerfallenen Stalles ergaben nicht das geringste Resultat. . „Wir müssen auf der alten Fährte zurückgehen", sagte Sanders, hoffentlich wurde sie unterdessen nicht unkenntlich." Er entfernte die Kapsel mit der platingefaßten Perle und nahm die Rute in gewöhnlicher Weise. Hinter der Stelle, wo die Diener mit den Pferden hielten, beschrieb er quer zur Richtung, aus der er gekommen war, einen Halbkreis. Die Rute zuckte. Er hatte die Fährte wieder. Trotz der sengenden Mittagshitze begleitete Ste- sanescu chn unermüdlich zu Fuß, während die an- veren zu Pferde folgten. Er ging Den Weg zurück, den sie vor kurzem in schnellem Galopp durchmessen hatten. Plötzlich wich die Fährte im rechten Winkel ab. Erstaunt hielt Sanders einen Augenblick an und blickte voraus. Ein nicht sehr entferntes Dornen- aeftrüpp ließ ihn seine Schritte beschleunigen. Die Spur wies ins Innere des dichten Busches. Sanders hing aufs neue die Kapsel mit dem Ohrring an die Silberschlinge. Kaum stand sie aufrecht, als sie hastig nach dem Dornendickicht drehte. Er umschritt den nicht sehr großen Busch. Stets geigte die Schleife mit der Kapsel nach der Mitte des Gestrüpps. „Schicken Sie Ihre Diener hinein", sagte er zu Linda. „Dort drinnen liegt die Kassette des'Herrn Stratoffs versteckt." 12. Am späten Nachmittag trafen zwei Autos von Saratu her vor dem Bohrturm der anglorumäni» scheu Kompagnie ein. Dem ersten Wagen entstiegen die Fürstin, Sanders und Stefanescu, die Prinzessin und Stratoff dem zweiten. Iorga und Nagel empfingen sie. Der erstere berichtete: Die Bohrung war bis auf 500 Meter Tiefe fortgesetzt. Das Bohrloch blieo auch ohne Verrohrung intakt. Bei den letzten fünf Metern hatte sich eine Komplikation ergeben. Durch Ausstößen auf einen besonders harten Felsen, anscheinend ver- sprengtes Urgestein, lösten sich einige Diamanten der Krone los, die diese beim Weiterbohren gefährdet hätten. Der Versuch, mit einer Wachsbüchse die Splitter zu fangen, blieb erfolglos. Auf Anraten des Ingenieurs Nagel brachte man eine Quecksilberschicht in das Bohrloch, auf deren Oberfläche die los- aelöften Diamanten und einige SDletaUfplitter schwammen, so daß man sie nach längerer Bemühung abzufangen vermochte. Die hierdurch eingetretene Verzögerung war so groß, daß man die Arbeit noch nicht völlig beendet hatte. Die Sprengladung, zehn Kilogramm Pikrinsäure, war gelegt und verdämmt. Es mußte nur noch der Rest des Gestänges gehoben werden. Stefanescu sprach sich anerkennend aus. Dann machte er den Damen die nötigen Erklärungen, die cs nicht begreifen konnten, daß man in einer so ungeheuren Tiefe einerseits die winzigen Diamantsplitter zu fangen vermochte, anoererfens schwere Sprengladung an die richtige Stelle brach. Jetzt begaben sich alle in das Innere des Tur mes und schauten zu, wie das fast 500 Meter lancx Gestänge Stück für Stück aus dem Schlunde bc Erde gehoben und oben abgefchraubt wurde. Sanders allein blieb draußen und ließ fein, Rute an verschiedenen Stellen spielen. Mehrfae überprüfte er die Tiefe der petroleumführende, Spalte und versuchte sich Klarheit über den Druc des Oellagers zu verschaffen. Schließlich schien e befriedigt. Als das letzte Stück des Gestänges gehoben war ging man an den Abbau der Bohrmaschine. „Kann die Explosion uns gefährlich werden^ fragte die Prinzessin. • «Don der Sprengung in der großen Tiefe vo 500 Meter werden wir hier oben kaum etwas ve: spüren", erklärte Stefanescu. „Wir entfernen abt die Maschinen, weil ihre Tätigkeit beendet ist. Fall der erhoffte Oelausbruch erfolgt, legen wir dan sofort eine Rohrleitung an das Bohrloch, die da Petroleum zum nächsten Tank übersührt." „Falls die Oelspalte kräftig angeschlagen wird rechne ich mit einer starken Eruption", sagte Son ders. „Da der Wind von Westen S?ht, rate ich, da in der Windrichtung liegende Motorenhaus eben falls abzubauen." „Das würde einen berartigen Aufenthalt vei urfachen, daß wir heute nicht mehr sprengen kön nen", warf Iorga ein. „Und wir wären vergebens hergekommeu", rit Linda bedauernd. „Vielleicht ist diese übertriebene Vorsicht un nötig", meinte Stefanescu. „Wenn Sie eventuell Ihren Motor opfen wollen, bann lassen Sie es", sagte Sanders ruhic „Ich vermag nicht die geringste Gefahr zu ei blicken", erklärte Iorga. „Ich habe gewiß schon mein Sprengungen geleitet als mein verehrter Herr Kol lege." Er verneigte sich etwas spöttisch vor San ders. „Als Laie beuge ich mich natürlich dem Sack verständigen", erklärte der Deutsche. Nach einiger Zeit meldete Nagel, daß die Mo schinen abmontiert seien. „Dann also losl" rief Stefanescu. (Fortsetzung folgt) 1 - " ' eine Reinseife ->M körniger Form: Voiiständig frei yonSoda u.Wasser. 7er Bahnhofstr. 35 zeigen hocherfreut die glückliche Geburt eines Töchterchens 35800 an. Gießen, den 6. April 1925. Fritz Schlüter und Frau Elly geb. Renker Für die uns anläßlich unserer silbernen und grünen Hochzeit erwiesenen Ausmerk- samkeiten danken wir. Karl Schmidt und Frau Anna geb. Haas. Ferdinand Schmidt und Frau Maria geb. Bingel. ...............................—...................... Für die mir anläßlich meines 25jährigen Dienst-Jubiläums erwiesenen Aufmerksamkeiten sage ich hiermit allen herzlichen Dank. Karl Seipp. |/lapp- IC. Wagen in großer Auswahl A. Grünebaum Man verlange ausdrücklich OCCOr>or>f Kurze Kochdauer. 3298 ss muß ein Bestandteil des täglichen Küchenzettels jeder klugen Hausfrau sein. bringe das „Proben Sie, dann loben Sie!“ Plakatwettbewerb Preis 500 Ulf., 2. Preis 300 ölt, 3. Preis 200 Ml. Zu dem vom 31. Juli bis 4. August 1925 in Gießen stattfindenden 32. Mittel- rheinischen Kreisturnfest wird ein Wettbewerb unter den Graphikern Deutschlands zur Erlangung eines künstlerischen Werbe-Plakates ausgeschrieben. Den Künstlern bleibt das Motiv überlasten, jedoch soll nach Möglichkeit das Gießener Stadtwappen, das Interestenten von dem Preste-Ausschuß zugestellt wird, Verwendung finden, ebenfalls, wenn anzubringen, die vier bekannten Turner-F und die DT (Deutsche Turnerschaft). Große 40/60 cm im Hochformat, verfügbare Farben bis zu 4. Das Plakat soll im Buchdruck hergestellt werden. Die Entwürfe müsten bis zum 30. April eingegangen fein; sie find zu senden an Redakteur Ernst Blumschein, Gießen, Asterweg 55. Die Entwürfe find mit einem Kennwort zu versehen, ebenso die Umschläge der Begleitschreiben. Als Preisrichter werden angesehene Kunst- und Reklame-Sachverständige in Gemeinschaft mit einem Unterausschuß de.s Preste- Ausschustes fungieren. Richt angenommene Entwürfe werden zurückgesandt. Es werden als erster Preis Mk. 500—, als zweiter Preis Mk. 300.— und als dritter Preis Mk. 200.— bereitgestellt. 3568D Der Presse-Ausschutz __________________ für das 32. Mittelrheinische Kreisturnfest in Gießen. statt. 3405 D Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 21. April und 4. Mai Beginn neuer Kurse. Job. Emil Schäfer Pho oaravh Daubrinaen. Silberkies Nlainkiesel sandfrei gesiebt unb gewaschen für Gartenwege - Vorsatzbeton usw. liefern prompt aus Lageroorrat sowie waggonweise direkt ab Werk. W^br. Kahl Dietzen, Telephon: 87 Achtung! ■ Pbotoarnvbische Aufnahmen sowie für Paßbilder finden zu jeder Tageszeit in meincmSaalc beste Werkstattarbeit aparte Bezüge empfiehlt billigst 3441D Franz Bock, clevW. 93. Wir danken für die anläßlich unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten Ottilie Sommerlai) Wilhelm Mach Deuem Lindensttuth mtuT-r.........................................-...... Th. Brück - Möbelfabrik Inh.: Th. 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