Mittag, 6. März 1925 175. Jahrgang ür. 55 Lrster Blatt 5328» Das Schicksal Kölns des zur ?räumt er» Wir wohnen viel zu nahe Chamberlain, um nicht von nisten berührt zu werden. Gröhe für eine friedlich: am Festland, sagte den dortigen Ereig- Hnfere Macht und Lösung der Frage Verwicklungen an- amtenkabinetts wird in den parlamen'arischen Kreisen der Rechtsparteien der frühere Sntwals- nungskommissar Staatssekretär a. D. Peters genannt. e i n den Dr. noch dem llen ng- jnd ife arz W° 1.85 cufzubieten, die kommende kündigt und uns an die noch vor wenigen" Jahren herrschenden Schrecken erinnert. Wicklung freundschaftlicher Beziehungen lichen Deamtenkabinelts bezeichnet, solange das Zentrum nicht bereit sei. -: - parteimäßiges Kabinett aus bürgerlichen Parteien zu bilden. Marx behielt sich vor, zu dieser Anregung Stellung zu nehmen. 3n Verbindung mit Gedanken der Bildung einer überpa i-teilchen Vc Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießererFamilien b I älter Heimat im Bild. Dlonaii»lejr.f$trel«: 2 Doldmark u. 20 Bold- psennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGelchüftsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten LnzelaerOteße». po6|dfedionto: granlfurt a. M. 11688. iche^ arz 0.85 gesamte Gebiet nach fünfzehn Jahren g:rä werden würde. Man habe vor einiger Zeit fahren, daß Deutschland im Verzug war und daß es nicht berechtigt war, die Räumung am fordere für Deutschland eine wirtschaftliche Verständigung mit Frankreich Auch Polen gegenüber strebe die Sowjetregierung eine Verständigung an. doch habe zunächst Polen D in der Regelung des weiteren Schicksals des Rigaer Vertrages und der Wirtschaftsbeziehungen das Wart. Der japanisch-russische Vertrag zeige das Bestreben Japans, sich den Rücken zu decken, zugleich bedeute aber der Vertrag auch eine bemerkenswerte Lockerung in der Einheit der Entente. Der Vertrag leite weitere Anitäherungen ein. Die Reichrpräfidentemrahl. Berlin, 6. März. (Priv.-Tel.) Zur Frage der Neuwahl des Reichspräsidenten äußert tue „3 eit“ die Vermutung, daß sowohl die Sozialdemokraten wie die Demokraten selbständige Kandidaten au stellen werden. Als Anwärter für die demokratische Kandidatur nennt das Blatt den Hamburger Bürgermeister Petersen und den badischen Staatspräsidenten Dr. H e l l p a ch. Aus Zentrumsseite sie die Aufstellung von Dr. Marx so gut wie sicher. Was die Parteien rechtS vom Zentrum anbelange, so werde es hier aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer gemeinsamen Kandidatur kommen, und zwar sei bereits innerhalb eines Ausschußes, der die Entscheidung vorbereiten soll, eine engere Wahl getroffen worden, so daß eS sich nur noch um die Entscheidung zwischen vier Persönlichkeiten handelt. Anter d e'en befinde sich, wie das Blatt betont, Reichskanzler Dr. Luther nicht, der auch kaum die Neigung besitzen dürfte, sich für den Posten des Reichs* Präs benten zur Verfügung zu fiel en. Der Rrich5- auöschuß der Deutschen D o l k S p a r t e i werde wahrscheinlich für Anfang nächster Woche e nberusen werden, um zur Präsidentenneuwahl Stellung zu nehmen. Die Nachricht von einer Gammelkandidatur der Rechten wird bestätigt durch eine Meldung der Telegraphenunion, nah der in der Sitzung der deutschnalionalen ReichStagSfraktion mitgeteilt wurde, daß die Deutfchnaiionale DolkSP artet, die Deutsche Dolks- partei, die Bayerische DolkSpartei und die Wirtschaftliche Bereinigung sowie die in Frage kommenden Verbände miteinander wegen eines gemeinsamen Kandidaten für die Reichspräsidentschaft Fühlung genommen haben. Die Besprechungen befänden sich erst in den ersten Anfängen. Personenfragen feien noch nicht erwähnt worden. Die Besprechungen würden in der nächsten Woche im Beisein aller Führer der beteiligten Parteien in Berlin fortgesetzt werden. linaüme von Anzeigen für öte logttnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbtndlichkeit. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm •Breite 6rtliwr füt 5» rrätlg, । bezogen w« S'-S-! *■0 und m nne Wie die Blätter weiter melden, scheinen die Sozialdemokraten und die Demokraten ein besonderes Gesetz über die Stellvertretung des Reichspräsidenten bis zum Amtsantritt des neugewählten Präsidenten für notwendig zu halten Der „Vorwärts" erklärt dazu, daß diese Frage sehr ernst zu prüfen sei und verweist auf Äußerungen des Abg Erkelenz in der „Voss Ztg ", in der eine solche Stellvertretpny gefordert wird. Die „Zeit" glaubt allerdings, daß bei den übrigen Parteien die Ansicht bestehe, daß für die bevorstehende kurze Lleberganaszeit der Reichs- kanz lcr weiter die Stet Vertretung sühien könne. Ein Stellvertretungsgeseh habe also vorläufig keine Ansicht auf Annahme. Wenn sich jedoch aus irgendeinem Anlaß die Notwendigkeit einer besonderen Stellvertretung ergeben sollte, so scheine man in diesem Falle den Reichs- gerichtspräsidenten Dr. Simons als geeignete Persönlichkeit für die Lieber nähme der Stellvertretung zu betrachten. Die preußische Krisis. Die Minifterpräsidentenwahl am DienStaq. — Marx unb die Dentschnati analen. Berlin. 6. März. (TLl.) 3m Aeltesten- rat des preußischen Landl,aes wurde v m Zentrum angeregt, die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten b i s n a chch der Wühl des Reichspräsidenten zu verschieben. Dieser Derschlag traf auf den Wider st and der Deutschnationalen. der Deutschen D o l k s p a r t e i und der Demokraten. Es bleibt bei dem vorgesehenen Termin für die Wahl des preußischen Ministerpräsiden' n die also am kommenden Dienstag vorzunehmen ist. Ministerpräsident Dr. Marx am Donnerstagnachmittag eine neue Besprechung mit den Deutschnationalen. 3n der Besprechung wurde die kleine Koalition. bestehend aus den Demokraten und dem Zentrum, von deutschnationaler Seite a b gelehnt. Wenn es nicht, was nach Ansicht der Deutschnationalen dringend zu empfehlen wäre, zu einer Landtagsauflösung komme so würde als einziger Ausweg von den Deutsch- nationalen die Bildung eines überpartei- Sowjetunion in der Türkei und im Orient störe. Frankreich rüste. Zn der Zukunft seien Lieberraschungen nicht ausgeschlossen. Italien strebe eine nationale Ervaiuion im Mittelrneere an. Das Verhältnis der Sowjetunion zu diesem Lande sei freundschaftlich. Die Beziehungen zu Deutschland seien unverändert freundschaftlich, obwohl auf dem Wirtschaftsgebiete oft zahlreiche Reibungen und Mihverhältniste überwunden werden müßten. Gerade in jüngster Zeit würde in der deutschen öffentlichen Meinung und in Wirtschafts- kreisen ein Stimmungswechsel zu Gunsten der Sowjetunion beobachtet. So sei z. B. von Ostpreußen eine Abordnung nach Rußland zwecks Wiederanknüpfung alter Beziehungen abgegangen. Zn den HandelsvertragSberhandlungen stünden größere Schwierigkeiten bevor, doch werde beiderseits die Notwendigkeit einer Verständigung vollkommen anerkannt. Die Sowjetregierung bestehe darauf, daß die asiatischen Staaten, mit benen sich der Handel unter besonderen Verhältnissen abspiele, von der M.'istbegünstigungs- forme! ausgeschlossen würden. Die von der deutschen Delegation erhobene Forderung der Ausschließung aller aus dem Friedensvertrage sich ergebenden Meistbegünstigungsbestimmungen gehe zudem viel weiter als die Forderung der Sow- jetbelcgation. Es sei notwendig, einen Kompromiß zu finden, wobei jÄ>och das Außenhandelsmonopol der Sowjetunion unangetastet bleiben müsse. Die objektive Lage er- GiehenerAnzeiger General-Rnzeiger für Oberhessen vnuk und Verlag: vrühl'sche Universtlätr-Vuch- und Steinörucferei R. Lange in Gießen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Die Botschafterkonferenz, die am DienStag angeollch enbaülllg über den Sntwass- nungsbericht sich schlüssig machen wollte, hat wieder einen Dorwand aesunden, die Entscheidung zu vertagen und eine Woche Zeit zu gewinnen. Für sie ist Deutschland immer noch nur Objekt der ganzen europäischen Politik, auf unsere Wünsche, auf unser Recht glaubt offenbar niemand Rücksicht nehmen au müssen. Da muß doch einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden, daß dies Verfahren weiter nichts als ein ganz ungeheuerlicher R e ch t S b r u ch ist. Am 10. Januar sollte die gesamte erste Zone nach dem Versailler Vertrag geräumt sein — und zwar nach dem Buchstaben wie auch nach dem Geiste dieses Vertrages. Daran hat auch niemand so recht herumzudeuteln gewagt, deswegen wurde die AuSrede gebraucht, daß durch die Schuld der deutschen Regierung die Militärkontrolle nicht rechtzeitig hätte zu Ende geführt werden können, deren befriedigendes Eraebnis die Voraussetzung für die Räumung sein sollte. Davon steht zwar in dem Qkrfalller Vertrag nicht daS Geringste drin, aber selbst einmal angenommen, daß diese Motivierung richtig wäre, ist eS dann unsere Schuld, wenn die Kontrolleure nicht rechtzeitig fertig werden? Frankreich stützt sich daraus, daß während des R u h r k a m p s e s die aus- führenden Oigane der Kontrollkommission ihres AmteS .nicht hätten wallen können". Daß aber auch England diese Auffassung deckt, muh doppelt Wunder nehmen, nachdem die englische Regierung im Sommer 1923 ein Krongutachten veröffentlicht wurde, worin sestgestellt wurde, daß der Einmarsch in die Ruhr mit dem Vertrage von Versailles nicht in Liebereinklang zu bringen wäre. Lind so ergibt sich denn die logische Deduktion, daß England zwar Frankreichs Einmarsch in die Ruhr juristisch verurteilt, aber doch und die Schuld für die Folgen zu- schiebt. Eine schärfere Kritik an der inneren Haltlosigkeit der englischen Politik als diese einfache Feststellung läßt sich eigentlich nicht gut üben. Frankreich beherrscht die Stunde und macht von seinem Liebergewicht rücksichtslosen Gebrauch. Die ganze Konstruktion der Kontrollorgane ist ja den französischen Wünschen entsprechend eingerichtet. Die Kontrollkommission, die ihren Sih in Berlin hat, berichtet an das Militär- Komitee in Paris, dieses Militär-Komitee berichtet wieder an die Botschafterkonferenz, die ihrerseits wieder an ihre Regierungen berichtet, und rückwärts ebenso. Aber schließlich sind es doch immer dieselben Menschen, die in der ersten und in der letzten Instanz ihren Einfluß geltend machen, die also von oben herunter den Bericht der Militär- tommifrion und schon vorher der Komrollkommisfion entsprechend beeinfLuffen können. so daß er ihren Wünschen gemäß frisiert wird, eine Möglichkeit, von der vorher schon hinreichend Gebrauch gemacht worden ist. denn der Behauptung, daß der ursprüngliche Bericht ganz anders ausgesehen habe, ist nie widersprochen worden. Was jetzt in ihm enthalten ist, wird ängstlich geheim gehalten, wir erfahren nur, daß er dreihundert Seiten stark ist und daß Herr F o ch einen Extrakt von elf Seiten daraus herausdestilliert habe. Wie dieser Auszug ungefähr aus- sehen wird, das können wir uns denken, er wird so einseitig sein, daß er auf den Stimmenfang und die moralische Rechtfertigung eines unentschuldbaren Rechtsbruches berechnet ist, um so mehr müssen wir verlangen, daß der ungekürzte Bericht schleunigst veröffentlicht wird. Denn das ist doch auch in den mittelalterlichsten Verfahren immer Brauch gewesen, daß bre Anklageschrift dem Angeklagten bekanntge- geben wird' und in die Rolle des Angeklagten hat man uns ja glücklich hineinmanöveriert. Wir haben deswegen kein schlechtes Gewissen, wir können uns rechtfertigen, dürfen sogar den Eindruck haben, je mehr man sich müht, den Bericht geheim zu halten, daß er gar feine greifbaren -Unterlagen bringt, sondern nur mit allen möglichen Klatschgeschichten arbeitet. Was bisher darüber betannl wird, deutet jedenfalls darauf hin, daß die gesamte Schnüffelkommifsion nichts gefunden hat und infolaedesfen mit dem Gespenst der deutschen Revanche arbeiten muß. über das jeder vernünftige Mensch lacht. Ist es nicht lächerlich, daß wir heute noch imstande sein sollen, so und foDiele Geschütze täglich fertigzustellen ? Wo doch das Liebergewicht der Franzosen im Luftkamvf so groß ist. daß sie sämtliche deutschen Fabrüen zusammenbombardieren, ehe überhaupt noch das erste Rohr gezogen werden kann. Wo zudem männiglich bekannt ist. daß Deutschland fcir 1918 noch nicht eine einzige Granate Herstellen konnte, nicht einmal das bescheidene Quantum, das uns nach dem Versailler Vertrag zusteht. Man hat sich über die mangelnde Aktivität der deutschen Regierung bcflagi. Soweit wir wissen, z u Ll n r e ch t. die deutsche Diplomatie arbeitet mit Hochdruck daran, den ganzen Fragenkrinplex zu entwirren, der sich um }ie französischen Sicherheitsforderungen Herumgel gert hat. Lln) vielleicht tft das ja auch der einzige Weg. wie wir zum Ziele kommen können. Inzwischen aber hat jeder Deutsche die Pflicht, alle Wege zu benutzen die ihm ins Ausland geöffnet sind, um zu zeigen, wie die Siegerstaaten mit Recht und Verträgen Schindluder spielen, sobald es sich darum handelt. daß die bescheidenen Ansprüche, die wir 10. Januar bzw. vor der Gutmachung seiner Verzüge zu beanspruchen. die Veröffentlichung de6 162 Seiten umfassenden Berichts der Kontrolllommission betreffe nicht allein die britische Regierung, sondern müsse in Beratungen und in Hebereinftim- mung mit den Alli ec.cn erwogen werden. Wenn die Regierung gezögert habe, fo sei das nicht deswegen, weil sie irgend etwas verbergen wolle, sondern weil sie nicht sicher war, ob die Veröffentlichung des Dokuments, das jeden Verstoß, gering oder groß, auseinandergeseht und keinen Unterschied zwischen wichtig und unwichtig gemacht und nicht versucht hat, Dinge zu sichten, die als zu unbedeutend überleben werden könnten, oder die von ernstlicher Bedeutung seien, wirklich zu dem Zweck, den man vor Augen habe, beitragen werde. Das Ziel der britischen Regierung sei, zum frühestmöglichen Zeitpunkte von der deutschen Regierung die Erfüllung dessen zu erhal.en, was gerechterweise nach dem Vertrage ver.angt werden könnte, damit die in Aussicht genommene Räumung der Besetzungsgebiete so bald wie möglich in Kraft treten könne. Zu der Frage der Verwaltung des Saargebiets i.b.rgehend, sagte Chamberlain, er sei unter Berücksichtigung aller Umstände zu dem Entschluß gekommen, daß man nichts Besseres tun könne, als den jetzigen französischen Vorsitzenden der Saarkommission auf seinem Posten zu belassen. In der Danziger Frage solle man nicht von ihm erwarten, daß er sich durch eine Aeußerung binden werde, die ihn daran hindern könnte, sich der gemeinsamen Entschließung nach gemeinsamen Beratungen anzuschließen. Er teile den Wunsch Fishers, daß die wiederhergestellte Republik Polen in guten Beziehungen zu ihren Nachbarn leben könne, und daß sie durch ihre Macht und Größe zur Erleichterung der allgemeinen Lage und zur Vermeidung unnützer Schwierigkeiten beitragen möge. Polens Sorge um die Sicherheit. PariS. 6. März. (TU.) Zu den Verhandlungen über einen Sicherheitspakt erklärte der polnische Außenminister dem „Qltatin“, die von vielen und für viele übernommene Sicherheit fei das einzige, mit dem man rechnen könnet. Auf keinen Fall dürfe ein Schiedsspruch den auf dem Versailler Vertrag beruhenden Status quo Europas und die Verträge in Frage stellen, nach denen sich das neue Leben Europas vollziehe. Von der Garantie der West grenze Polens sei der endgültige Frieden abhängig. Ein sran'ö'üchr Mili ärschrift- steller habe die Lage treffend charakterisiert, indem er sagte: „Die Verteidigung beginnt weder in Calais noch nm Rhein, sondern an den Usern der Weichsel." Er sei fesst davon überzeugt, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der französischen und der polnischen Regierung dazu beitragen, die Aussprachen über bi' Sicherheit unter Berücksichtigung der Realitäten forlzuschen. Polen wünsche den Frieden für direkte Beziehungen mit feinem Nachbar auf der Grundlage der bestehenden Vertrage. Rußlands Außenpolitik. (£hic Rede Tschitscherins. Tiflis. 5. März. (WTD.) Im Ze.itral- erekutivkomitee hielt b*r Außenkommiisar Tschitscherin eine außenpolitische Rede über die gegenwärtige Weltlage, in d:r er u a. ausführte, England bleibe die einflußreichste Weltmacht in militärischer und finanzieller Beziehung. Die allerorts zu beobachtenden Zusammenstöße zwischen Großbritannien und der Sowjetunion machten den Abschluß eines weitgehenden Abkommens erforderlich. Dies werde bald geschehen. Frankreich sei der finanziellen Macht Englands untergeordnet, was die Ent- auS dem Versailler Vertrag haben, anerkannt werden. Wir wollen einmal den Spieß um- drehen und von uns aus Anklage erheben gegen eine diplomatische Raubgenossenschaft, die uns erst entwaffnet hat und den deutschen Boden nicht verlassen will, um nicht ein Iota ihrer imperialistischen Eroberungspolitik räumen zu müssen, wollen ihnen aber auch sagen, daß sie es sind, die den europäischen Frieden aufs schwerste gefährden, wenn sie nicht endlich sich dazu bekennen, daß sie Köln und die ganze erste Zone unverzüglich zu räumen haben. Chamberlain zur ßrage der Räumung und Sicherheit. Die deutschen Garantievorschläqe. — Der Auszug der Arbeiterpartei. London, 5. März. ($11) 3m Unterlaufe hielt der Staatssekretär des Auswärtigen, Chamberlain, heule seine langerwartete außenpolitifche Rede. Er sagte, daß er feinerlei Geheimverhandlungen führe. Es sei unmöglich, daß eine Regierung eine Außenpolitik führe, die nicht den nationalen Interessen entspräche. Das Land müsse daher über alle Vorfälle unterrichtet werden. Er habe vor einigen Wochen streng vertrauliche Vorschläge der deutschen Regierung erholen. Er habe dazu bemerkt, daß er keine Vorschläge annehmen könne, über die er nicht im Parlament sprechen dürfe. Hie rtourbe Chamberlain von dem Abgeordneten der Arbeiterpartei Kirkwood mit einer Bemerkung über den Sinowjew-Drief unterbrochen. Der Vorsitzende warnte Kirkwood, daß Unterbrechungen durch Ausschluß von der Sitzung bestraft würden. Unmittelbar darauf machte sich Kirkwood einer zweiten Unterbrechung schuldig Der Vorsitzende forderte ihn zum DerlassenderSitzung auf. Als Kirk- Wood der Aufforderung nicht folgte, ersuchte ihn der Sprecher, das Haus zu verlassen, da Chamberlain deswegen vorstel ig geworden sei. Darauf erhob sich Macdonaid und sagte, daß ein Abgeordneter nur wegen anhaltender und böswilliger Obstruktion ausgeschlossen werden dürfe. Der Sprecher entgegnete, daß er vom Vorsitzenden beauftragt sei, und wiederholte seine Aufforderung, an Kirlwood. Daraush n verließen sämtliche Abgeordnete der Arbeiterpartei unter Führung Macdonalds den Sihungsraum. Chamberlain fuhr fort, die Sicherheit s f r a g c sei von unerm hlicher Bedeutung. Während seiner kurzen Amtsdauer sei er sich dessen bewußt geworden, daß der größte Feind Europas d^r allg ntei-'e Mangel an Sicherheit wäre. Ohne eine nach allen Richtungen gewährleistete Sicherheit könne es weder einen politischen noch einen wirtschaftlichen Wiederaufbau geben. Aus die Frage Fishers, ob Deutschland gewisse Vorschläge für ein Bündnis gemacht habe, entgegnete Chamberlain, daß Herriot bereits das französische Komitee für auswärtige Angelegenheiten über solche Dor- fchläge in Kenntnis gesetzt habe. Auch er habe vor wenigen Wochen Vorschläge streng vertraulicher Art erhalten. Er sei zuerst durch den vertraulichen Charakter der Vorschläge mißtrauisch geworden. Der deutsche Gesandte habe ihm jedoch versichert, daß die deutsche Regierung schon lange die Absicht gehegt habe, ähnliche Vorschläge in Paris. Brüssel und Rom zu machen. Da das jetzt geschehen sei. könne er nur den Schritt der deutschen Regierung begrüßen und ihm die größte 'Bedeutung beimessen. Da der Meinungsaustausch zwischen den verbündeten Regierungen eben angefangen habe, könne er Einzelheiten nicht mitteilen. De deutschen Vorschläge seien mit der größten Aufmerksamkeit zu behandeln, da sie weitgehende Möglich'eiten für Frieden und Sicherheit in dcr Welt böten. Aus ihrer Grundlage könne tatsächlich der Wiederaufbau Europas erreicht werden. Die britische Regierung hoffe, daß dieser freiwillige Schritt der deutschen Regierung eine Drücke von der unglücklichen Vergangenheit zu einer besseren Zukunft bilden möge. ipf Das Dortmunder Grubenunglück. Aus dem Preußischen Landtag. Am RegierungStisch: Handelsminister Dr. Schreiber. Anträge Der Deutschnationalen, des Zentrums, der Deutschen BoWpartei und der Demokraten über die Auflösung der Seminare werden dmi Unterricht-ausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung steht dann die erste Beratung der Anträge über die Aufbesserung deS Dien st einkomme ns der evangelischen und katholischen Pfarrer. Nachdem noch der Abg. Voß (Ratsoz.) die Zustimmung seiner Partei zu den Anträgen erklärt und der Abg. König- Swinemünde (Soz., sich gegen die Anträge ausgesprochen hat, überweist ^is Haus die Anträge dem Ausschuß für Deamtenfragen. Das Haus beschließt nach dem Ausschutzantrag. ' Es folgt sodann die gemeinsame Beratung der etwa 25 großen Anfragen und ücanträge aller Parteien aus Anlaß des Dortmunder Grubenunglücks. Aba O st e r o t h iSoz.) empfiehlt dem Landtag. enotief) den zahllosen Versprechungen, daß alles Menschenmögliche getan werden müsse, um die Wiederkehr solcher Unglücksfäkle zu verhindern. die Tat folgen zu lassen. Die schauerliche Tragödie von Dortmund Hobe nicht nur die 135 Opfer, sondern noch schlimmer die überlebenden Angehörigen 6 treffen. Wo"er sollten angesichts solcher entsetzlichen Katastrophen der Bergmannsberuf Freudigkeit und A beits- eifer hernehmen? Hoffnungslose VerAweiflungs» stimmung müsse ihn erfassen. Es müsse wieder eine menschliche Arbeitsweise auf den Gruben Platz greifen. Die in den letzten Tagen viel zu groh angelegten Steigerreviere mutzten beträchtlich verkleinert werden. Hier und in der Heber- schichten wirtschaft und Vermehrung der A.beils- zeit liege ein großer Keim der Schuld an dem gräßlichen Unglück. Abg. Effert (Ztr.) tritt dafür ein, daß die Grubenaussicht in dem früheren verschärften Blaße wieder eingeführt werden müsse. Ferner müsse man mit den Rettungstammern zur Beseitigung von Gefahren Versuche machen. Abg. S o b o t t k a (Komm.) wirft den Grubenverwaltungen vor, daß sie durch das zunehmende Antreiben der Arbeiterschaft die Schuld an derartigen Unglücksfällen hätten. Er fordert Ausbau der Grubensicherheitskommiss-onen und begründet sodann einen Antrag auf Verkürzung der Arbeitszeit in den Bergwerken. Abg. Hein- Barmen (Dntl.) verlangt, daß die Sicherheit in den Gruben auf die denkbar größte Höhe gebracht werden müsse. Der Redner wünscht Vervollkommnung des Berieselungswesens, sowie Anlegung geeigneter Sicherheits- räume bei Gasgefahren usw. Abg. Riedel (Dem.) rät schließlich, die verschiedenen Anträge einem besonderen Ausschuß zu überweisen. Handelsminister Dr. Schreiber: Erste Sache der Regierung werde es sein, die Rot der Hinterbliebenen bei der furchtbaren Grubenkatastrophe zu lindern. Zur Behebung der ersten Rot hatte die Regierung sofort 100 000 Mark ausgesetzt, und dann sind aus privater und öffentlicher Hand reiche Spenden geflossen, für Die die StaatSrc^ierung an dieser Stelle allen Gebern, den großen wie den kleinen, herzlichen Dank ausspricht. (Beifall). Zur Verteilung der Gaben ist ein besonderer Ausschuß eingesetzt, der etwa 670 000 Mark zu verteilen hat. Ein betonterer Beirat prüft die Frage, wieweit es notwendig ist, für die Hinterbliebenen neben der KnLpvschr.ftsVersorgung dauernd eine Hilfe' i stung zu gewähren. 30 000 Mark sind abgezweigt worden für diejenigen, die am Rettungswerk beteiligt waren. (B ifalL) Untere Hauptsorqe muh es aber fein, datz die Lebenden im Bergbau vor künftigen Gefahren geschützt bleiben. (Beifall.) Der Untersuchungsausschuß, dessen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, wird mit aller Schärfe durchgreifen und Schuldige zur Verantwortung ziehen. (Beifall.) Ich habe das Oberberyamt angewiesen, festzustellen, in welchen Zschenteilen das Schiehversahren sofort eingestellt werden muh. Ferner habe ich das Oberbergamt in Dortmund angewiesen, sofort eine Verordnung auszuarbeiten, durch die das Gestein st aubverfahren in den gefährlichen Gebieten, obligatorisch eingeführt wird Dieses Verfahren hat sich als sicherstes Mittel gegen die Kohlenstaubexplosionen erwiesen Die Zahl der Aufsichtsbeamten werde erhöht und ihre Auswahl so getroffen werden, daß sie auch das Vertrauen der Belegschaft be- xkitzen. Jeder Raubbau ist verwerflich. Darum auch der an der Arbeiterschaft, die das wertvollste Gut des Deutschen Volkes ist. (Lebhafter Beifall.) Darauf werden die Beratungen abgebrochen. Vertagung des Reichstags? Berlin. 6. März. (Priv.-Tel) 3n der Vollsitzung des Reichsrates am Donnerstagabend wurde mitgeteilt, daß der Reichstag Ende der nächsten Woche sich vertagen wird, um erst nach der Wahl des Reichspräsidenten wieder zusarnmenzutretm. D.swegen können wederderEtatfür 1924 nochder Etat für 1 925 bis zum 1. April verabschiedet Werden. Deshalb ist wieder ein neues Gesetz erforderlich. das vom Reichsrat nächste Woche verabschiedet werden soll. — Der „Vorwärts" bezeichnet die Mitteilung übet die Vertagung des Reichstags als ä u h e r st befremdend. Die Entscheidung über eine Vertagung des Reichstags liege beim Reichstag selbst. Außerdem sei der Präsident des Reichstags Löbe von Berlin abwesend. Auch der Ältestenrat habe sich noch nicht mit dieser Frage beschäftigt. — Auch die „3eit" bezeichnet es als bedauerlich, wenn sich der Reichstag auf zwei Monate vertagen sollte. Der Reichstag habe außer dem Etat eine Reihe von wichtigen und dringenden Aufgaben zu erledigen Es gehe nicht an, daß er sich ihrer entziehe und datz man die ganze parlamentarische Arbeit mit Rücksicht auf die Präsidentenwahl ff i I [ e g c. Das hessiche Schulgeld. Darmstadt, 5. März. (Eig. Ber.) Die Abgeordneten Birnbaum, Dr. Keller und die Fraktion der Deutschen Volkspartei haben wegen des Schulgeldes an den höheren Schulen nachstehende Anfrage im Hess. Landtag eingebracht: Womit will die Hess. Regierung dte fortwährende Hinaufschraubung des Schulgeldes unserer höheren Schulen rechtfertigen? Weitz sie, datz ihre Schulgeldsätze im schroffen Gegensatz zu denen sämtlicher Rachbar st aaien stehen und für die Mehrzahl der Eltern eine kaum erträgliche Belastung, aber auch für den Besuch der höheren Schulen selbst eine schwere Gefahr darstellen? Der sächsische Eisenbahnerstreik. In Berlin finden feit einiger Zeit Verhandlungen über die Reuregelung der Lohn- Verhältnisse bei der Reichsbahn A.-G. statt, die bisher natürlich noch zu keinem Ergebnis führen konnten, da das letzte Wort dem Reichstag Vorbehalten ist. Trotzdem ist in Sachsen ein wilder Streik vom Zaune gebrochen worden, den man jetzt auch auf das rheinisch- westfälische Industriegebiet zu übertragen versucht. Ist es an und für sich schon bedauerlich, datz die sächsischen Eisenbahner aus- aebrochen sind, so ist es um so unverantwortlicher, datz sie nun auch noch versuchen, der Lohnbewegung eine besondere Schärfe zu verleihen, die der Reichsbahn unnötige Schäden bereiten und zu Tariferhöhungen führen wird, auch wenn die schwebenden Derhandlu gen ein negatives Ergebnis haben sollten. Die Reichs- bahn-A.-G., in der Ausländer heute den m ch- gebenden Einfluß besitzen, wartet nur auf eine günstige Gelegenheit, um die Frachttarife zum Rachteil der deutschen Wirtschaft weiter in die Hohe zu treiben, da dieses Verfahren die beste Gewähr dafür bietet, datz die dann noch schwerer belastete deutsche Industrie nun erst recht als Konkurrenz vom Weltmarkt fern- gehalten wird. Die Lage in Sachsen. Berlin, 6. März. (Wolft.) Die gestrigen Verhandlungen zwischen der Hauptverwattung der Deutschen Reichsbahn und den Eifenbahnergewerkschaften über Lohn- und Arbeitszeitfragen haben zu keinem Ergebnis geführt und sollen morgen fortgesetzt werden. Rach einer Mitteilung der Rcichsdahndirektion Dresden erfuhr der Eisenbahner streik in Sachsen im Laufe des Tages noch weitere Ausdehnung. Außer den Dresdener und Chemnitzer Dienststellen legten auch noch einige andere, u. a. in Reichenbach i. Vgtld., in Riesa und Engelsdvrf, die Arbeit nieder. Die Detriebslage hat sich hierdurch aber nicht verändert, da arbeitswillige Ersahkräfte eingestellt werden konnten. Insbesondere konnte der Personenverkehr ungestört durchgeführt werden. Die Reichsbahndireftion Dresden bezeichnet in einem Aufruf an das Personal das Verhalten der Streikenden, die ohne vorherige Ankündigung die Arbeit nieder g e t e g t haben, als pflichtvergessen und warnt davor, sich zu dem gleichen pflichtvergessenen Verhalten verleiten zu lassen, ©ie fordert die Eisenbahner auf, alle Kräfte auszu- bieten, datz der Betrieb in vollem Umfange aufrechterhalten bleibe. Den Streikenden wird eine Frist bis heute nachmittag 2 Uhr zur bedingungslosen Wiederaufnahme der Arbeit gestellt. Richterschienene gelten als entlassen. Kampfansage der westdeutschen Eisenbahner. Elberfeld, 6. März. In einer Funk- tionärversammlung des Deutschen Eisenbahnerverbandes Elberfeld wurde einstimmig eine Ent- fchliehung angenommen, worin den streikenden Eisenbahnarbeitern des Bezirks Sachten volle Unterstützung zugefichert wird. Die von der Bezirksleitung und dem Dezirtsvorstand Beauftragten werden gemeinsam mit den Bezirksleitungen K>ö l n; urß Essen in Verhandlungen' darüber treten, welche Mahnahmen zur Durchführung der Lohn- und Gehaltsbewegung notwendig sind. Weine politische Nachrichten. Ter deutschnationale Parteitag Hessens, der auf den 21. und 22. März an» beraumt war, ist auf unbestimmte Zeit vertagt. In den Verhandlungen über die Reubildung des Hamburger Senats unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Petersen haben sich die Sozialdemokraten, die Demokraten und die Deutsche Volkspartei über die sachliche Führung der Geschäfte zwischen den drei Parteien geeinigt. Bei der Verteilung der Senatssitze entfallen auf die Sozialdemokraten sieben, auf die beiden anderen Parteien je vier Sitze. Die Moskauer Stadtverwaltung bestellte bei einer deutschen und einer englefthen Firma zusammen 100 Autobusse. Der mexikanische General Iuan Merigo hat dem spanischen Direktorium den Vorschlag gemacht, zwei Bataillone Fremdenlegion aufzustellen, die aus 1200 ehemaligen Soldaten des mexikanischen Heeres bestehen würden. Die Soldaten, die vollständig ausgerüstet und ausgebildet sind, sollen unter dem Befehl von zwei me.ikanischen Generalen kämpfen. Aus aller Wett. Zwölf Tote in Reinsdorf. Wie die Direktion der Westfälisch-Anhalti- fchen Sprengstoff A.G. auf eine Anfrage mit» teilt, wurden bei der Explosion in Reins, dorf sechs Personen sofort getötet und ferner Swei Personen vermißt, mit deren Tod zu rechnen ist. Weitere vier Schwerverleh e sind im Paul. Gerhardt-Stift verschieden. Bisher sind 12 Tote zu verzeichnen. Außerdem wird mit öem Ableben einer schwerverletzten Arbeiterin gerechnet. Der Ve.rieb der Fabrik erleidet keine Unterorechung. D e Ursache des Unglücks war die her noch nicht f e st z u st e l l e n , da die im Pru erhaus Beschäftigten, in welchem die Ex. plosion erfolgte, nicht mehr unter den Lebenden weilen, Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft. München, 5. März. (WB) De Wirtschaftsh ilse der Deutsch enStudenten- schäft, die als wirtschaftliche Spitzenorganisation die Wirtschaftsinteresfen Der gesamten deutschen Studentenschaft vertritt, eröffnete ihre diesjährige Tagung in München mit einer Sitzung des Derwaltungsrates unter der Leitung ihres ersten Vorsitzenden, Geheimrats Profesivr Schmidt-Leipzig, der zunächst des Hinscheidens des Reichspräsidenten gedachte. Rach den Ansprachen des R e k t o r s der Universität München und des ersten Bürgermeisters ven München drückte 0taat2r.it Hauptmann namens des Bayrischen Ministeriums für Kultur und Unterricht seine Genugtuung darüber aus, daß im Jahre 1921 durch den Zusammenschluß von Studenten, Dozenten und Männern des öffentlichen Wirtschaftslebens gemeinsame Arbeit erfolgt sei. Darauf erstattete der Hauptgeschäfts- führer. Prof. Dr. Schairer, den Geschäftsbericht für die Iahre 1923 bis 1925. Aus diesem Bericht ergibt sich, daß die für die Arbeit der Wirtschaftshilfe erforderliche Mittel in der Inflationszett in Form von Geld und Raturalspenden aus dem Auslande, aber auch in nicht geringem Matze aus öem Inkande, vor allem vom Reich, tarnen. Das Reich bewilligte der Wirtschaftshilfe und der Darlehenskasse der deutschen Studentenschaft im letzten Iahre l,i Millionen Goldmark. Der Gesamtwert der von 1923 bis 1925 bei der Wirtschaftshilfe einge- grngenen und an den Wirtsch rstslorper weitergeleiteten Geld- und Äaturalspenden beträgt 4 503 000 Mark. Die neue Universität von Ltambul. Die türkische Regierung hat das alte- Se - raskierat, das frühere Kriegsministerium, in Stambul als Universität eirgerich.et, und wenn auch infolge der geringen Mittel ein Ausbau des Gebäudes nicht möglich war, so bietet es doch mit seinen vielen Räumlichkeiten und langen Korridoren eine recht stattliche Unterkunft für die Hochschule. Wenn erst der frühere Paradeplatz in einen Garten umgewandelt sein wird, dann dürfte die Stambuler Universität jedenfalls an einem der schönsten Plätze der Welt liegen. 133 Professoren und Dozenten vertreten die vier Fakultäten, unter denen die medizinische und die juristische als d e beiden ältesten den größten Zuspruch haben. 53 der Lehrer gehören der medizinischen, 23 der juristischen, 45 der philosophischen und 12 der theologischen Fakultät an. Die Bezahlung der Professoren ist fthr schlecht; viele von ihnen müssen sich auch noch einen anderen Erwerb suchen und können sich daher nicht sehr viel um ihre Studenten kümmern. Trotzdem aber hat der Besuch in dem letzten 3ahr außerordentlich zugenommen und ist von 2000 auf 3150 Studenten gestiegen. Da man hofft, datz für die Universität größere Mittel bewilligt werden, so erwartet man auch einen Ausschwung für diesen Mittelpunkt aller Bildungsbestrebungen des neuen türkischen Reiches. Internationale Duchausstellung Florenz 1925. Am 25. April wird in F l o r e n z die zweite internationale Buchausstellung eröffnet werden. Auf Grund der bisher eingegangenen Anmeldungen ist zu erwarten, datz die Beteil gung sehr rege sein wird. Mit der Messe wi d in.' Ausstellung graphischer Maschinen und eine solche typographischer Schulen verbunden sein. Besonders interessant verspricht die Ausstellung (katholischer) religiöser Bilder und Bücher zu werden, zu der bereits zahlreiche und vielversprechende Anmeldungen vorliegen, und deren Protektorät der Kardinalerzbischof von Florenz Mons. Mistrangclo persönlich übernommen hat. Im Laufe der Ausstellung können die einzelnen beteil gten Rationen Vorträge und dergleichen veranstalten: zu diesem -Zwecke ist für jede Ration je eine Woche reserviert. Die „Deutsche Woche" wird vom 11. bis 16. Mai stattfinden. Todesstrafe für O-Zug-Attentater. Das Schwurgericht zu Schneidemühl verurteilte den ehemaligen rusl.schon K i q'' e'ange» nen Iasielfki, der am 20. Ianucr 1920 gemeinsam mit den Kriegsgefangenen Woyzyk uad dem Eisenbahnarbeiter Perleberg den D - 3 u g Schneidemühl—Berlin im Höllengrund bet S ö- wen zum Entgleisen gebracht hatte, wodurch 18 Menschen getötet und 29 verletzt wurden, zum Tode. Perleburg wurde bereits hingerichtet, Woyzyk verstarb bereits vor seiner Verurteilung. Iasielfki, dem es gelungen ist. nach Polen zu entkommen, wurde dort festgenommen und auf Antrag der deutschen Iustizbehörde an Deutschland ausgeliefert. Derurte 1 er Muttermorder. Vom Schwurgericht Harburg wurde der 22jahrige HanUungsgehille Kar Isen us H-r- bürg wegen Ermordung seiner Mutter zum Tode verurteilt. Die Mordtat hat der Angeklagte am 25. Dezember vorigen Iahres dc bt. Um die Tat zu verdecken, hat et die Leiche in Tücher gehüllt, sie ins Bett gelegt und dann mit Petroleum übergossen und an - gezünde t. Flugzeugabsturz in Schweden. In der Provinz Dalarne stürzte ein schwedisches Militärflugzeug aus 1030 Meter Höhe mit solcher Kraft auf die eisbedeckte Ober» fläche des Sees, daß das Eis zerbrach. Der Führer und ein Fliegeroffizier wurden getötet Starker Schneeball in Württemberg. In der Rächt vom Dienstag auf Mittwoch setzte in ganz Württemberg starker Schneefall ein, der bis in die gestrigen Abendstunden anhiekt. Der Fernsprechverkehr ist vielfach unterbrochen. Die Schneedecke, die sogar in den Tälern eine Decke von 12 Zentimeter cruitoeift, hat insbesondere in den Wäldern großen Schaden angerichtet. Milde, zeitweise schwächer bewöllt, vorwiegend westliche Winde, stellenweise leichte Riederschläge. Die von Rordosten her vorstoßende Tief- öruefftörung hat mit Ausläufern auf den Kontinent übergegriffen und den dort lagernden hohen Druck schnell verdrängt. Die gleichzeitig einströmende wesentliche Luft bedingt geringe Rieder fchläge. Der Kern der Tiefdruckstörung, die südöstliche Zugrichtung anzunehmen scheint, lagert heute morgen über dem Baltikum, während unser Gebiet auf seiner südwestlichen S itc liegt. Das Zuströmen von vorwiegend westlicher Luft hält an, so datz der Witterungsch-arakter morgen wenig Aenderuna erfaßren dürfte. Aus Stadt und Land. G i e h e n, den 6. März 1925. Zum Gedenken an den Reichspräsidenten Ebert. Dem Andenken an den verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert war eine Trauer-Gedächtnisfeier gewidmet, die unter sehr starker Beteiligung aus allen Tellen der Bürgerschaft, auf Einladung des Republilani- fchen Reichsbundes, gestern abend im Stadttheater statisand. In der Mitte der Bühne war auf dunklem Hintergrund ein großes Bild des entschlafenen ersten Reichspräsidenten angebracht, darüber die Reichs,arben: Blatt- Pslanzendekoration, flvrumhüngte Beleuchtungskörper und dunkler Stofsbehang gaben der Bü.-ne ein würdiges Aussehen und damit dem B lde des Heimgegangenen die gebührende feierliche Umrahmung. Harmoniumsprel leitete die F ier ein, darauf sprach Karl Iuhnke vom Stadt- theater eine dem Toten zugeeignete Widmung. Rachdem der Arbcilergesangvercin „Eintracht" unter Leitung seines Dirigenten Meyer- Wieseck die feierliche Weise „Wie sie so sanft ruhn" gesungen, hielt Unioersitätsprofessor D. Rade von Marburg die Gedächtnisrede. Wieder einmal, feit 3k Iahren, habe das deutsche Volk ein Staatsoberhaupt zu Grabe gebracht. In dem Heidelberger Friedhof, auf dem F iedrich Ebert jetzt zur Ruhe gebettet wurde, habe das deutsche Volk, die deutsche Seele einen neuen Wallfahrtsort. Der Redner erinnerte an die vielen Ehrungen, die dem Entschlafenen an der Dahre vom Inlande, auch von den politischen Gegnern, und vom Auslande zuteil wurden, wies auf das vom Anfang bis zum Ende reiche Leben Friedrich Eberts hin und betonte, feit 1918 habe Deutschland viele Erperimente gemacht, die nicht alle geglückt seien, aber em Experiment sei geglückt: Friedrich (Sbert Sc habe, als einfacher und schlichter Mann des Volkes aus dem Arbeiterstande bis zur höchsten Staatsspitz« emporgestiegen, dem deutschen Volke keine Schande gemacht. Das deutsche Volk müsse diesem Großen dankbar sein. Er wünsche, daß niemand sich mehr der Ehrfurcht und der Dankbarkeit gegenüber dem Präsidenten Friedrich Eberl entziehen könnte. Sein Aufstieg unter unerhörtem Glück sei auf Schritt und Tritt begleitet von den bitteren Zügen des Schmerzes, der Enttäuschung, der Sorgen und auch des erzwungenen Verzichtes. Diese Leiden gehören dazu, daß das deutsche Volk ihn ganz verstehe, ihn ganz liebe und ihn ganz verehre. Aus dem Herzen unseres Volkes werde sein Andenken nicht herauszureihen sein, ja, es werde sogar noch stärker hineinwachsen, und dadurch werde er erst nach feinem Tode dem Volke sein Größtes und Bestes geben. Seine Zuverlässigkeit, feine strenge Sachlichkeit und die Selbständigkeit dieses Mannes an seinem Platz hätten ihn zum ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht gemacht. Das Zi?l seines Handelns sei stets die Wahrung der Interessen des deutschen Volkes gewesen. Friedrich Ebert habe dem deutschen Volke ein heiliges Erbteil hinterlassen. Die Zahl derer, die sich auf die Behütung dieses Erbes einstellen, müsse groß sein. „Gott behüte unser Volk und Vaterland, Gvlt behüte unseren Staat", mit diesen Worten fchloh der Redner seine Ansprache. Mit einer Rezitation Karl Iuhnkes und einem nochmaligen Männergesang der „Eintracht" fand die schlichte Feier ihren Abschluß. • ** Eine öffentliche St adtvevord- netensitzung findet morgen, Samstag, vormittag 10Vs ilpr im Stadtverordneten-Sitzungs- saale statt. ** D ie Dierteljahrszahlung der Veamtengehälter. Der Reichsrat nahm in seiner öffentlichen Vollsitzung am Donnerstag abend einen Gesetzentwurf über die vierteljährliche Gehaltszahlung an. Am 1. April d. I wüde nach dem Aufhören der Ermächtigung der Regierung zu einer anderweitigen Zahlung automatisch die Gesetzesbestimmung über die vierteljährliche Gehaltszahlung an die Beamten wieder in Kraft treten. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß der Regierung die Ermächtigung gegeben wird, mit Zustimmung des Rttchsrats und des zuständigen! R'ichstagsausschusscs den Zeitpunkt für daS Wiederinkrafttreten der vierteljährlichen Zahlung festz"setzen. Die Gründe dafür sind, daß ein automatisches Wiederinkrafttreten am 1. April taffen* technische Bedenken haben würde und ferner für die Beamten selbst wirtschaftlich nicht vorteilhaft sein würde. Personalien. Ernannt wurden der Kanzlist beim Amtsanwalt zu Gießen Karl Grünewald zum Kanzleiassistenten und 'der Bersorgungsanwärter Iohannes Stalh auS Alsfeld zum Amtsgehilfen bei dem Kreisamt Schotten, beide mit Wirkung vom 1. März ab. * Vereinigung ehern. Angehörigerder Unteroffizierschulen. In einer am Mittwoch abend im Postkeller stattgehabten Versammlung wurde eine „Vereinigung ehemaliger Angehöriger der Unteroffizierschulen und Vorschulen" für Gießen und Umgebung gegründet. Den Anlaß hierzu bildete dte Teilnahme an dem vom 6. bis 8. Iuli in Potsdam statt» findenden Unterofsizierschülertag, verbunden mit Denkmalseinweihung für die im Weltkriege gefallenen Kameraden. ** Christlicher Ba hnhossdienst. Als Ergänzung zur Evangelischen Bahnhossmift sion für die allein reisenden jungen Mädchen hat die „Gesellschaft zur Fürsorge für die zu- ziehende männliche Iugend" einen „Christ! cher Bahnhofsdienst" eingerichtet, der ausdrücklich von den Eifenbahnbehörden genehmigt ist. Dic Helfer tragen auf Bahnhöfen eine weihe Dindc mit der Aufschrift: „Christlicher Bahnhofsdienst". Diese erteilen den Iugendlichen Rat und Auskunft über die örtlichen Verhältnisse und stellen sich auch sorgenden Eltern, Vormündern, Geistlichen, Lehrern, Iugend» und Wohlfahrtsämtern zur Verfügung. Bei der Anmeldung zur Abholung empfiehlt sich die Angabe eines Erkennungszeichens. Del Feststellung der Wohnungen von unbekannt gewordenen Iugendlichen ist nur Vor- und Zuname, Geburtstag- und »fahr, sowie der Geburtsort erforderlich. Anfragen sind zu richten an die „Gesellschaft zur Fürsorge für die zuziehende männliche Iugend". Berlin, Sophienstraße 19. Von dort ist auch ein „Ratgeber für junge Männer" kostenlos zu beziehen, »der sechs kurze Ratschläge für die Fremden und die Adresse von etwa 80_ Vertrauensleuten in den größeren deutschen Städten enthält. RDV. Brückengeld für Kraftfah r- rcuüc? Ein bemerkenswert^ U'tteil MS *** :üi IM MO MW KM ^bert. I Mdv?. lus all^ die N Aep2^„ xnb WSi» üte 5 gaben de?Zs^ ^it btAt iS j» LV *™yys ^dächtni-rede. Adas dem^ ^wFiedrlch ft*?* das eine,t neuen ."nerte an die ^aen an der Ä 5®atif4?n "^den.wie« 3 reich, ™ betonte, irit ;nment« gemacht. Ä "“ =ie ,Voiles aus dem >en Ttaalsspihe oike keine Schande 'e bleiern Groben w niemand sich ^ibarkeü gegen. ®bert entziehen nerbörtcm ®lud gleitet von de» >er Tntiduichung ^Senen Verüchtes' das b.-utiche M :be und ihn gaiu r^s D)I!es werde eiben sein, ja, es "wachsen, und da» n Tode dem 2oik rben, Leine Zu° ichlichkeil und die i an seinem Platz n der Erscheinungm ines Handelns fei essen des deutsch« irt habe dem deut» il hinterlassen Sie Behütung diese- ein. ,Sott behüte )tl behüte unseren -loh der Reimer Rezitation Äatf laliaen Männer» ।le schlichte tzeier Stadtvervrd» en, Samilng. vor» rordneten-öchungs« szahlung der Aeichsral nahm in j am Donnerstag er die vierteWr» Avril b. 3. wü de htigung der Aegir» ahlung automatisch )ic oiertesiährliche n wieder in Kraft vor. baß der R» jen wird, mit 3» . des zuständig«« Leitpuntt M iähclichm Mang am 1. Avril lb rde und ferner Ito ich nicht oorteM zu ©leb" V“ «WiÄfSJ 1.®» f- em 2ngehört- Mer W ll, ?! verbunden mit « ®dittw «p “J? M der Su genehm^ " « 3„6Ä N' ALS ’SSS**® [mnelbn^J Zrfei" i tut ö« ZerilN, ' Wl'«» -2* billigte Holzlieferung die Erstellung von Eigen» Heimen den Selbstdauenden ermöglicht. Die Jagd im März. Don Edmund Scharein. (Dachdruck verboten.) Der Frühling schickt sich nach einem TDinter ohne Schnee und Eis. nach einem Winter, der eigentlich kein Winter war. an. seinen Einzug zu hallen. Wenn daS Weller so bleibt unD der Lenzing keine Ueberraschung.m bringt, haben wir dicÄ Jahr nicht nur nach dem Kalender im März Frühling, sondern wir erleben seinen Einzug auch wirklich in der Datur. Seine Dorboten in der Tierwelt hat er bereits aus gesandt: die ersten Feldlerchen sind da. und binnen kurzem werden die ersten Stare pfeifen. Unter so günstigen Auspizien wird auch der Dogcl mit dem langen Gesicht, unsere Schnepfe, nicht lange zögern, die weite Reise aus südlichen Regionen zu uns anzutreten, so daß der Schnepfen strich in diesem Jahr zu Oculi auf voller Höhe sein dürfte. Wenn nicht der Wettergott einen Dachwinter beschert...... Wer vermag das zu ergründen? Kein Wetterprophet — auch nicht der Forscher, dessen Arbeiten aus wissenscha tlicher Grundlage beruhen — kann darüber zuverlässig Auskunft geben. — Der Abendanstand auf Schnepfen ist für den wahren deutschen Weidmann eine der köstlichsten Jäger-, sreuden. Im Dvrs.ühling. wenn sich noch ganz schüchtern hier und da die ersten Ansätze von Knospen zeigen, wenn durch daS tote Laub, das den Waldövden deckt, ein zarter Anflug von jungem G.ün den Beginn neuen Lebens verkündet, wenn beim Eintritt der Dämmerung das Mond- licht durch das noch kahle Gezweig fällt und ein Daunen durch den Wald geht von dem Sieg des Frühlings über den Winter, von dem Wiedererwachen der Datur. dann steht der deutsche Jäger ergriffen da und lauscht den Wundern, die sich thm offenbaren. Diese gan^c wundersame Stimmung, deren Zauber sich fein echter Weidmann zu entziehen vermag, kann ich mir ohne den Bogel mti dem langen Gesicht, ohne seine melodischen Töne nicht vollkommen denken. Leider wird ihnen oft übel mitgespielt, den von vielen Jägern ersehnten Langschnäbeln. Auch ihnen gegenüber können Fleischiger und Dekordschützen in gut besetzten Revieren und in „guten Jahren" ihr trauriges Gewerbe mit Erfolg üben. Der weidmänni ch empfindende deutsche Jäger wird es ablehnen, auf alle Langschnäbel, welche ihm an einem so köstlichen Borsrühlings- abend, wie wir ihn vorhin geschildert, zu Gesicht kommen, Dampf zu machen. Er wird sich darauf beschränken, mit sicherem Schuh, den einen oder anderen zu erlegen und den Frieden deS Abends nicht durch unnütze Knallerei stören. Die E'"schränkung des Abschußes auf dem sog. Schnepsenflrich bringt dem Weidmann Segen: Im He^.ost, wenn die Muttervögel mit ihrer Dach- Zucht aus ihren Drutgebieten heimkehren, wird Der Jäger dif * gute Strecken auf der Suche vor dem Hund vollau' entschädigt. Der März bringt dem Weidmann noch ein köstliches Flugwild, den Birkhahn, der, wenn das Wetter so bleibt, hier und da wohl schon in der ersten Hälfte deS März, sicherlich aber um die Mitte des Monats herum balzen wird. Auch Auer- und Haselwito tritt bei günstiger Witterung im Lenzing in die Balz. Eines gefiederten Bewohners unseres Waldes sei hier noch gedacht, der Wildtaube, die Ende des vorigen MonatS heimgekehrt ist. Den Täuber mit dem Lockruf zu überlisten, ist ein weidmännischer Genuß besonderer Art, dessen Erlangung an den ausübenden Jäger große Anforderungen stellt, denen sich die meisten Jäger unserer Tage nicht gewachsen zeigen. Höchste Ausdauer, große Gewa dtheit beim Anschleichen und Bcherr chung des Lockru es sind erforderlich, sonst triumphiert nicht der Jäger, sondern der wackffane, listige Täuber. M.t dem 1. März beginnt für Enten die gesetzliche Schor8 it. E n wackerer Heger wird alles tun, um ihnen während der Brutzeit Störungen fernzuhalten unD namentlich auch auf zweibeiniges Raubzeug achtgeben. Denn das Absuchen der Brutstätten durch Eierdiebe kann die besten Entenjagden ruinieren. Die Ramme lz ft bei den Halen hält an, die Häsinnen setzen. Die ersten Junghasen wurden schon Ende Februar gefunden. Wenn die Witterung weiterhin günstig ist, kommt der erste Satz durch, und wir können mit einiger Sicherh.Lt auf ein gutes Hasenjahr honen. — Die Feldhühner fangen an, sich zu paaren. — In der zweiten Hälfte des WonatS kann man sich einen lleberbHa verschaffen, wie die Böcke geschoben haben. AlleS in allem ist eS dem Wild in diesem milden Winter gut gegangen. Die Schrecken dec vorjährigen schnee- und etsreichen Winters sind Überstanden. So kam es mir vor, als ich kürzlich einen Sprung Rehe auf saftiger Wintersaat bebet Aesung sah: „Was kümmert uns der Schnee vom vorigen Jahre!" — Wie im Menschenda ein. Wie bald sind Schrecken und Rot überwunden Gerichtsfaal. JVrau Nachtwächter im (tzcdränge. — Die verprügelte TrtSgcwalt. Q Wetzlar, 4. März. Dor der hiesigen Kleinen Strafkammer wurde in folgender Sache verhandelt: Der Former Fritz D. aus Mandeln ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Das Amtsgericht Dillenburg hatte ihn dieserhalb mangels Beweises freigesprochen. Degen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: In der Dacht vom 2c zum 28. Oktober 1924 hatte die Ehefrau B.. deren Ehemann den Dachtwächterdienft in Mandeln versah, wie sie es schon öfters getan, diesen wieder einmal vertreten und ordnungsgemäß, mit D acht wä chte r m ü tze und Blas- Horn versehen, ihren nächtlichen Rundgang angetreten. Um 1 Uhr nachts kam sie an der Wirtschaft des Ottes vorbei vor der einige Personen standen. Sie hat dann ihren Rundgang fortgesetzt und kam gegen 2 Uhr an das Backhaus des Ottes. Wegen des Regens suchte sie Schuh in diesem Hause und stellte sich in der Tür auf. Wie die Zeugin nun in ihrer charakteristischen Art schildert, hörte sie etwas k n i s p e r n, reckte ihren Kopf etwas raus und sah. wie ein großer Mairn, mit einem mächtigen Knüppel in der Hand, auf sie zukam. Im Scheine der von ihr benutzten Taschenlampe will die Zeugin, wie sie auch heute noch unter ihrem Eide bestätigt, den Angeklagten genau er farmt haben. Die Person ist, ipie die Zeugm Weller bekundet, mit den Worten: „Ei du lieber Gott, wo kommst du denn her, ist der Dacht- Wächter hier?" auf sie zugetreten. Aus ihre Erwiderung, sie sei selbst seit einigen Stunden Dachtwä ch ter, schlug ihr btT Mann mit dem Knüppel über den Kopf, so daß ihre Dienstmüße herunterfiel. D.n zwe ten Schlag will die Zeugin m.t der Backhaustür abgefangen haben und in diese geflüchtet fein. Der Mann habe aber die Tür eingerannt und ihr mit dem Knüppel Derartig über Den Hals geschlagen, daß der Stock in zwei Stücke sprang, und dabei geäußert: „Jetzt mußt Du Daran glauben, jetzt bist du reif". Die Zeugin habe chm zugerusen: „Fritz bleib* von mir, ich habe Dir doch nichts getan". Der Mann lieh sich aber nicht beruhigen, packte sie am Hals und würgte sie. Dannn steckte er ihr die Faust in Den Mund verletzte ihr Die Zunge und lockerte ihr zwei 3äbne. Die Zeugin wollte sich frei machen und um Hilfe schreien und hatte sich schon vor daS Backhaus hindurchgearbeitet. Der Mann schlug aber erneut auf sie ein, sp daß sie zu Boden stürzte und der Täter sich mit einem Fuß auf sie stellte. Auf ihr leises Stöhnen: .„Jetzt muh ich sterben" entfernte sich der Täter schleunigst. Der Angeklagte bestreitet ganz entschieden, die betreffende Person gewesen zu fein und behauptet, daß seitens der Zeugin eine Personen- Verwechslung vorliegen müsse. Es sind zum Termin außer Der Zeugin B noch 10 weitere Zeugen und ein Sachverständige! geloben. Einen großen Teil Der Verhandlung nimmt Die Vernehmung Der Verletzten in Anspruch Ein Antrag Des Berteidigers, die Zeugin. Da für ihn Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit beständen, durch Tr. Sommer-Gießen oder einen anderen Spezialisten untersuchen zu lassen, wird vom Gettcht abgelehnt. Dach ftattgebabtef Deweisauflüchme beantragt Der Vertreter der Anklage g-gen Den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von vrei Monalen. Der Verteidiger bezeichnet Die Aussage Der Verletzten alS das ProDukt einer Wahnidee und bittet, es bei der Freisprechung des Angeklag en zu belassen. Das Gettcht hält den Angeklagten der Tat für überführt und erkennt auf zwei Monate Gefängnis. am SamStag ein ganz besonderer Genuß bevor. javanischen Kunst. Er ist 7 Jahre in Japan und Ehina gewesen, um dort für daS Oft- asiatische Museum in Berlin Kunsffchähe zu sammeln, und er hat dabei Außerordentliches geleistet. Da er außerdem ein vortrefflicher Redner ist, so steht den Gießener Kunstfreunden Jur Wohnunqsfraqe. Mit dem Thema „Die katastrophale Wohnungsnot in Gießen" beschäftigte sich am D ms- tagabend eine Versammlung im Katholischen VereinShause. Rach einigen einleitenden Worten des Versammlungsleiters fegte der Referent Dc< Abm»s Reallchrer Hebermehl, der Versammlung Drei Fragen vor: 1. Gibt es eine Wohnungsnot oder nicht? 2. Hat man etwaS dag-gm getan? 3. Soll und muß etwas dagegen geschehen? Während vor dem Kriege im Reiche jährlich rd. 200 000 Wohnungen gebaut wurden, seien seit 1919 fast gar keine errichtet worden: die nach Dem Kriege einsehende Vermehrung Der Familien steigerte Die Wohnungsnot noch mehr, und trotzdem toerse von Den Hausbesitzern behauptet, es bestehe Uebettchuß an Wohnungen. Ja Wirklichkeit fehlen in Gießen für 2000 Personen Wohnunaen Der Wohnungsnot habe man nicht durch Bau neuer Wohnungen gesteuert, sondern durch Beschlagnahme von Wohnungen oder Teilung solcher, dabei fei aber sehr wenig herausgekommen. Man überlebe die Folgen des Krieges, wenn man behaupte. Die Voraussetzungen zu Zwanas- maßregeln seien nicht mehr vorhanden. Viele von denen, die im Kriege Die nationalen Güter (und dazu gehören Doch die Wohnungen) verteidigt hätten, seien ohne Wohnung. Ch lang? Die Wohnungsnot bestehe, dürfe die Zwangs- wittschaft nicht ausgehoben werden. Redne" betonte, daß jetzt schon große Firmen den kleinen Geschäftsleuten die Läden to~g nL-ten und Datu ch Die kleinen Existenzen pernich en: h eraus könne man folgern, welche Wirkung die Aufhebung Der Zwangswirtschaft zur Folge habe. Die Kapital- knaprhttt und in Verbindung damit Der hohe Zinsfuß verhinderten in erster Lin e Das Baurn, dazu komme Weller, dah das Bauen jetzt 80 Droz, teurer sei wie früher. Die Mehrzahl dec Bau- lustigen verfüge nicht über das nötige Kapital, um den städtischen Zuschuß zu erlangen. Eine Erhöhung der Miete, wie sie die Hausbesitzer LochtSlage für die Erhebung von 'Brückengeld für alle Drücken gleichzeitig regelt, fällte im November v. I. das Kammergericht in Berkin. Das Urteil verneint die Zulässigkeit der Erhebung von Brückengeld für alle Brücken. Die dem allgemeinen V er ffc h r gewidmet sind. Unter Berufung auf dieses ilr- teil des höchsten preußischen Gerichtshofes haben die in Der „ Arbeitsgemeinschaft für das Äraft- fahrwesan" zufammc.'geschloffenen Verbände ihren Mitgliedern empfohlen, die weitere Entrichtung von Brückengeldern zu verweigm. Dieser Auffassung Der .Arbeitsgemeinschaft" steht die Stellungnahme des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe entgegen, Der Die Auffassung vertritt, daß dir Entscheidung ledigllch für die Jahrhundettbrücke bei Oppeln ergangen sei, und daß alle Zahlungsverweigerungen als Drückengeldhinterziehungen zu oerfolgen sind fordern, bedeute bei etwa SVg Milliarden Mieteingang im Deutschen Reiche unter Zugrundelegung von nur 1 Proz. Erhöhung eine Belastung von 50 Millionen. dieS stelle die Summe Dar, mit Der unS daS Dawesgutachten belaste Redner forderte zum Schluß nachdrückllch die Aufrechterhaltung deS Wohnungs- und Mieterfchuhge- sches und der ZwangSbewittfchaftung. An Der Diskussion beteiligten sch mehrere Redner, von denen StadtverorDneter Mann Die Folgen beschrieb, wenn Steine aus der WohTrungSbewitt- schaftung gettssen würden. Er forderte schließlich, daß nur Kleinwohnungen gebaut und der volle Ertrag der SonDersteuer zum Bau solcher verwendet werden sollen. Das Bauen müsse der Spekulation entzog m und in die Hände Der Stabt oDcr der Genossenschaften gelegt werden. Don Den weiteren Rednern legte u. a. Stadtv. Äieiefdjulrat Fischer dar. daß die Deftttigung der ZwangSwirtschaff eine Derteuwung der Läden und Geschällsräum? und Damit eine Verschlechterung Der Lebenshaltung zur Folge habe. Ein toeitercr Rebner forderte Beteiligung Der Stobt durch Lieferung billigen Holzes und Herstellung von Steinen durch Arbeitslose. Es wurden schlieh'ich die nachstehenden Ent- schliehungen angenommen: An den Deut-schen Reichstag. Dis im Kathol. Dereinshause zu Gießen tagende Versammlung der Wohnungslosen und Mieter der Stadt Gießen erhebt einmütig Protest gegen Die gerüchtweise in nahe Aussicht gestellte Aufhebung der ZwangswittschIst im Wohnungswesen. Mieter und Wohnungslo'e aller Parteien sind sich einig in der Ansicht, daß eine alsbaldige Aushebung der Wohnungszwangs- wittschall eine technische ilnmögfiJ'teit ist. Die für Den Staat Die schwersten Erschütterungen nach sich ziehen muß. Aa eine Ai'/Hebung bieder sogenannten Zwangswirtschall kann erst gedacht werden, wenn durch (Heubau soviel Wohnraum erstellt ist, daß ein gerechter Ausgleich zwischen Angebot unb Dachllage auf Dem Wohnungs» markt wieber hergestellt ist. Unter keinen Umständen darf an einen Abbau der Mieterschuh- geseygebung gedacht toerben, Denn Die Deut che Mieterschaft unb Die Wohnungs!o^en haben sich durch ihre Teilnahme an Der Held en haften Verteidigung der nationalen Güter im letzten Krieg das Recht auf Wohnung erst ritt en. Außerdem erheben Mieter und Wohnungslose entschieden Einspruch gegen eine Erhöhung Der Mieten auf die FrieDenshöhe. Eine nur 1 prozentige Erhöhung bedeutet für Die deutsche Mieterschaft eine Belastung von 50 Millionen Goldmari. Und die Erhöhung auf Den Fttedensstand ergibt eine Belastung. Die diejenige Der Industrie aus dem Dawesgutachten um ein Wesentliches übersteigt. Zugleich fordern die Wohnungslosen und die Mieterschaft an Stelle der SonDersteuer eine gestaffelte Vermögens- und Einkommensteuer Wie aus Den Zeitungen ersichtlich ist, will Die Rttchsregierung den Ländern und Gemeinden Die Hauszinssteucr zur (BefrieDigung ihrer Finanz- bebürfniffe überlassen. Dagegen fordern wir aufS Entschiedenste, Daß, wenn eine Hauszinssteuer erhoben werden soll, sie voll und ganz zum Bau neuer Wohnungen verwendet wird. Dur dadurch F"nn Die Wohnungsnot behoben unD das Deutsche Volk einer gesunden Entwicklung entgegenge- führt werden. An Die Gießener Stadtverwaltung. Die heute im Kath. Vereinshaus tagen» Den Wohnungslosen und Mieter erheben scharfen Protest gegen Die Festsetzung Der Mieten in Den neuen Häusern am Riegelpfad. Es ist nicht angängig. Daß man Die Bewohner neuere städtischer Häuser verschieden behandelt. Die Vettamrnlung ertoartet, bah die Berechnung dieser Mieten erneut einer Prüfung unterzogen wird, bei welcher eine Verzinsung der Gelder aus Der SonDersteuer nicht in Rechnung gestellt werben Darf. Weiter spricht Die Versammlung Der Stadtverwaltung gegenüber Die Forderung aus, die Erstellung von Wohnungen wie» Der selbst in Die Hand zu nehmen unb vorzugsweise Wohnungen bis zu 4 Zimmern zu 'chaffen, und vor allem Den KinDerreichen und Kleinge- toerbetreibenben für die notwendige Unterkunft in Bälde zu sorgen. In einer Zeit, wo wegen Der Kapitallnapphell und wegen des hohen Zinsfußes Die private Wirtschaft nicht zu bauen imstande ist. hat Die Stadt Die Verp l ch ung ,ie Erstellung von Wohnungen selbst zu übernehmen. Im übrigen wird gefordert, daß die Stadtverwaltung durch Bereitstellung billigen Baugeländes und Verbilligung Der Baustoffe (Selbsterzeugung von Backsteinen ufw.) und ver- Vornotizen« — T a g e S ka len d e r für Freitag. Stadttheater: 71/, Uhr „Der Kreidekrtts" — Lichtspielhaus. Babnb-fffr-ße ..D-'s blnnD<* ftan» nele“ und die Trauerseierlichkttten in B?rlin. — Palast-Lichtspiele: „Sin Spiel um3 Leben". Astoria-Lichtspieke: .Die Jagd um die Welt in 18 Tagen". — DaS Fröbel-Seminar stellt von Samstag. 7. März, biS einfchl Montag. 9. März, in seinen Räumen. Gärtenstrahe 30. täglich von 10 bis 12V3 Uhr und 2'/- bis 5 Ulir Schülerinnen arbeiten Der abgehenden Kindergärtnettnaen und Kinderpflegettnnen auS. Es fei noch einmal auf Die Ausstellung deS Handarbeitsseminars Der Aliceschule hingewiesen, Die sch im Lehrerzimmer Der ötaDtfnabcnfdjule befinDet. — Die neuen Kutte beginnen Montag, 20. April. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Gesellschaft Gießener Kunstfreunde ist eS gelungen, Herrn Dr. Ernst Große, Professor an Der Universität Freiburg i. Dr zu einem Dort rag über „Kultur und Kunst Ostasiens" zu getoinnen. Professor Große ist zweifellos Der erste Kenner Der nnmiiiiiiiHiininnnnniiin 25 Gartenstühle billig abzuaeben. 8u ertrag, t.d Geschäfts- 'reue b. G. ?lnx. .ünnaer Kaufmann sucht ner '5. Avril möbl.dimmer mit voller Pension. Angebote an Cito ffieortt, (Sichen, S?lter«w. 36. (am > > viMmeasverAcl liefen in feiergewflnfd)len Tu»ftattu-g peeisoe-t die BrShfsche UntoerPtat»- $ ruderet, TL Sange. jStelienangenote| Fräulein zur Hilfe in brr Fyrech unde gesucht. Dor;ustellen Tamstoa, den 7., 4—5 Uhr nachm. MllMlN.ZWN Leltersw. 77II, Drainage: arbeitet aefncht nach Hoff>el» b-'im, St Wetzlar Meldungen auf der Baustelle ober bei Unfernehmet Lutzwlg StönelöPtll. Heuchelbeim bei (9'ehen. 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QS ■rung der Za Wagenbestand anderen Land indem auf i>ic 1924 ein Pech 210 föninoljner, bereinigten 6t< auf 88 in Frcml liel, fo \\\ doch den Zunahme 1 mit einer v Straßen zu r Gesetzentwurf geht, daß die sein werden, d Unterhaltung Entwicklung d wi tragen. Si Teil des wert haltenen Kapi dar. Ausgabe dieses Kapital Md die Mßn Eeheimi 3u f , den letz dv Jahre al yjerje zu ehre der Baukun "lcht einer gi toeröen: sie h- Ven sozusag^ Augen. Ihr suuieist t>on । oftmals von Volksschicht^ zugänglich ln S ’A?ma ihr, ^'Diesem" iS5 -*-4 f. ^)enn s)n, 0 Tern als &Q 1 >.u ben ? Äun tiefenVecbotf aus h hi. ganze Mitta, Für Gut llr. 55 Drittes viatt Siebener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gderhefsen) Stettag, b. März 1925 Das Ztratzenwefen in Hessen. Don beftuntcrrid)teteü Seite wird uns geschrieben : Der Entwurf eines Gesches über baß Straßenwesen in Hessen, der im Herbst vorigen Labres dem Landtag zuging, fedoch nicht mehr &ur Beratung kam. ist schon wiederholt in der Tagespresse zum Gegenstand eingehender Würdigung gemacht worden. Dielfach wurde er in ablehnendem Sinne begutachtet. Am Schlüsse einer derartigen Kritik war kürzlich die Frage aufgeworfen, warum sich nicht auch einmal ein Freund der Gesetzesvorlage oder ein Mitarbeiter hierzu äußere. Solange das nicht geschähe, läge die Dermutung nahe, daß es ernst zu nehmende Anhänger des neuen Gesetzes überhaupt nicht gäbe, oder daß diejenigen, die das Gesetz wünschten, leine hinreichend schlagkräftigen Gründe für ihre Ansichten vorzubringcn wüßten. Eine derartige Dermutung erscheint doch etwas gewagt. Denn ein Gesetzentwurf wird doch nicht veröffentlicht, damit feine Anhänger in der Oeffentlichkeit werbend für ihn eintreten, sondern um eine sachliche Kritik herauszufordern, die den Gesetzgeber in die Lage versehen soll. Acndcrungen, die sich auf Grund der Kritik als berechtigt Herausstellen, vornehmen zu fönnen. Wenn aber der Fragesteller die Gründe kennen lernen will, die die Regierung zu dem Doi-schlag über die Aenderung der Gesetzgebung bestimmt haben, so möge er die Begründung zu der Regierungsvorlage durchlescn. Das Kunststraßengcseh aus dem Jahre 1896 hat während der Dauer feiner Gültigkeit vollauf seine Schuldigkeit getan. Cs hat zu einer 3elt, wo alles darauf schließen ließ, daß bei steigendem Eisenbahnverkehr die Straßen als DerkehrSwege entlastet würden und 'Mur lokale Bedeutung behielten, allen gerechten Anforderungen standgchalten. Die Kreise, die feit bem Jahre 189d Eigentümer der Straßen und Dräger ihrer Unterhaltung geworden sind, haben die Aufgabe, die das Gesetz ihnen übertrug, vollauf erfüllt, und insbesondere dos damals übernommene Reh in einer nicht erwarteten Weise auSgebaut, so daß Oberhessen heute über das größte Straßennetz unter den drei hessischen Provinzen verfügt. Während Rheinhessen bis zum 3aßrc 1923 ein Straßennetz von 999 Kilometer, Starkenburg ein solches von 1764 Kilometer auf- weist, verfügt Oberhessen über ein solches von 2288 Kilometer. Das Straßennetz hat sich feit 1896 vergrößert in Rheinhessen um 96 Kilonreter, in Starkenburg um 185 Kilometer und in Oberhessen um 196 Kilometer. Durch die Steigerung desKraft- fahrzeugvcrkehos haben die Straßen wieder eine Bedeutung gewonnen, die früher nicht voraus- gesehen werden konnte Die Dermehrung der Kraftfahrzeuge in Deutschland betrug im letzten 3aßrc rund 80 000 Fahrzeuge, das ist etwa ebensoviel, wie der Gesamtbestand vor dem Kriege ausmachte. Wenn auch trotz der absoluten Steigerung der Zahl der Kraftfahrzeuge der Kraftwagenbestand Deutschlands im Bergleich zu anderen Ländern noch verhältnismäßig gering ist. indem auf die Einwohnerzahl bezogen am 1. Juli 1924 ein Personen- oder Lastkraftwagen erst auf 210 Einwohner, dagegen auf 7 Einwohner in den Bereinigten Staaten, auf 67 in Großbritannien, auf 88 in Frankreich und auf 131 in Belgien entfiel, so ist doch mit einer stets und rasch wachsenden Zunahme des Kraftwagenverkehrs und damit mit einer verstärkten Inanspruchnahme der Straßen zu rechnen. Diesem Umstand will der Gesetzentwurf Rechnung tragen, der davon ausgeht, daß die Kreise Fünftig nicht in der Lage fein werden, die enormen Lasten, die die Straßen» Unterhaltung und der Straßenausbau bei der Entwicklung des Derkehrswesens erfordern wird, zu tragen. Die Landstraßen stellen heute einen 'Teil des wertvollsten und größtenteils noch erhaltenen Kapitals der deutschen Volkswirtschaft dar. Aufgabe der Staatsregierung muß es fein, dieses Kapital vor Berkümmerung zu bewahren und die Rlaßnahmen zu treffen, die hierfür in Frage kommen. Run wird man sich in allen Kreisen, der Bevölkerung klar geworden sein, daß e». so wie seither, mit der Unterhaltung der Straßen nicht weitergehen kann. Wenn man sich über eines wundern muß. so ist es nur die große Geduld, mit der die Bevölkerung feit Jahren nunmehr einen Zustand der Straßen hin- nimint, der Erinnerungen an russische und polnische Straßen auf kommen läßt 5knu kommt, daß in einzelnen Kreisen ein Flicksystem Platz gegriffen hat. daS als ebenso unwirtschaftlich wie technisch falsch angefprochen werden muß. Ausgabe des Unterhaltungspersonals müßte es fein, die nach einer Walzung entstehenden kleinen Schäden am Straßenkörper sorgfältig auszubessern, denn nur eine svrglältige Pflege und Unterhaltung ist geeignet, die Hinausschiebung von Reuschüttungen au ei-möglichen, und vorsichtigste Behandlung der Landstraßen nach der Reuschüttung wiederum vermag die Haltbarkeit zu vergrößern. Das Flicken selbst erfordert eine gewisse Technik und Erfahrung. Hierfür sind die zum Flicken erforderlichen Materialien und die Bindemittel an die Hand zu geben. Don dieser pfleglichen Behandlung oder dem Vorhandensein und der richtigen Der- toenbung dieser Materialien und Bindemittel ist jedoch meist nichts zu sehen, sondern es wird daraufhin gesündigt, daß im Herbst die Straße eine dicke Schotterauflage erhält. Es ist nicht zu leugnen, baß die Straßenunterhaltung in technischer Beziehung zurückgeblieben ist. d. h. daß die Technik in dieser Hinsicht feit langen Jahren nicht vorangekommen ist. Auch der Berücksichtigung dieser Deränderungen. die seit 1896 in der Etraßenbautechnik, in den Derkehrsverhält- nissen sowie der schon erwähnten finanziellen Leistungsfähigkeit der Derbände eingetreten sind, will der neue Entwurf Rechnung tragen. Es ist deshalb nicht ohne weiteres verständlich, was gegen diesen an und für sich berechtigten Gedanken grundsätzliches einzuwenden wäre. Aus der seither bestandenen Organisation, wonach bei jedem Kreis eine technische Stelle für die Unterhaltung der Straßen bestand, entwickelte sich ein sehr buntscheckiges Unterhaltungssystem, da es jedem Kreis überlassen blieb, was und wie er unterhalten wollte, selbst wenn es sich um größere Derkehrsstraßen handelte, die mehrere Kreise durchzogen. Der Einfluß der Provinzen hierauf ist sehr gering und steht in keinem Verhältnis zu den Verpflichtungen, die das Kunst- ftraßcngefeß von 1896 ihnen auferlegt. Die Pro- venzen müssen hiernach die Hälfte der Unterhaltungskosten. die nach Abzug des staatlichen Zuschusses verbleiben, aufbringen. Daß ein derartiges System für einen großen Verband, wie ihn die Provinzen barstellen, auf die Dauer unerträglich ist, leuchtet ohne weiteres ein. Wenn aber die Kreise wirklich so großen Wert auf die Beibehaltung der Straßen legen sollten, bann müßte dem die Ucberlegung vorausgehen, woher sie die Mittel hierfür gewinnen wollen, wenn sie ihnen die Proviirzen nicht mehr liefern. Denn vom Standpunkt der Provinzen und der Selbstverwaltung erscheint es doch ausgeschlossen, daß sie auf die Dauer stets wachsende Lasten übernehmen sollen, ohne daß ihnen ein entsprechendes Mitbestimmungsrecht eingeräumt wird. Muß man hiernach zu der Ueberzeugung kommen, daß die Kreise unter den veränderten Verhältnissen nicht mehr die geeigneten Träger der Straßenunterhaltung sind, so kann es allerdings zweifelhaft fein, auf welchen größeren Verband die Straßen zu übertragen fein mochten, ob auf den Staat oder die 3 Provinzen. Vom Standpunkt der Proviirzen wäre es erwünscht, wenn der Staat diese Kosten übernehmen würde, denn selbst die Provinzen erscheinen heute zu schwach, um die sich aus der Straßenunlerhal- tung ergebenden Lasten, die ganz ungeheuer zu werden versprechen, selbst bei Zuschüssen des Staates zu tragen. Handelt es sich doch heute nicht darum, die feit einem Jahrzehnt vernachlässigte Unterhaltung nachzuholen und die mehr oder minder stark abgewirtschafteten Straßen wieder herzustellen, sondern auch die neuesten tech- Geheimer Baurat Walbe. Zu feinem 60. Geburtstag. In den letzten Jahren ist es Brauch geworden, Komponisten und Dramatiker, bereits wenn sie 50 Jahre alt werden, durch Aufführung ihrer Werke zu ehren. Die Leistungen von Vertretern der Baukunst können freilich aus diese Weise nicht einer größeren Oeffentlichkeit vorgeführt werden: sie haben es auch nicht nötig, denn sie stehen sozusagen aller Welt und jeder Zeit vor Augen. Ihr Schaffen ist darum sinnfälliger, zumeist von längerer Dauer und nicht zuletzt oftmals von allgemeinerer Bedeutung. Allen Volksschichten sind sie mit ihren äußeren Formen zugänglich: man kann sich diesen Eindrücken nicht entziehen, was bei Tondichtungen und Dramen. wenn man sie ablehnt, viel luchter möglich ist. Die Allgemeingültigkeit der architektonischen Eindrücke hat es aber mit sich gebracht, daß der Rame ihrer Urheber oft darüber vergessen oder in weiten Kreisen überhaupt nicht genannt wird. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß die entscheidenden Wendepunkte im Leben eines Architekten lange nicht fo in der Oeffentlichkeit bekannt und gefeiert werden, wie die von Vertretern anderer Kunstgattungen, worauf sie jedoch dasselbe Anrecht haben. Wenn Darmstadt, namentlich auswärts, so gern als Kunststadt bezeichnet wird, so gehört zu den hervorstechenden Merkmalen, die ihm diesen Ramen verschafft haben, auch die Baukunst. Von hier aus sind manche neue Ideen auf diesem Gebiete ausgegangen, auch haben ganze Generationen von Arch letten auf der Technischen Hochschule ihre Ausbildung für ihren künftigen Beruf empfangen. Mit an erster Stelle als Vorkämpfer neuer Ideen in der Baulunst, bei gleichzeitigem Festhalten an einer bewährten Tradition, und als akademischer Lehrer wirkt in Darmstadt seit mehr als zwei Jahrzehnten Gehcinrer Baurat Pros. Heinrich Walbe, der am 6. März seinen 60. Geburtstag begeht. Ein reiches, keineswegs bereits abgeschlossenes Wirken im Dienste der Baukunst, der akademischen Lehrtätigkeit, der Denkmalpflege und des öffentlichen Wohles recht- fertigen es. aus diesem Anlaß eine kurze Rückschau auf sein Leben zu werfen. Heinrich Walbe ist Schlesier von Geburt: er ist am 6. März 1865 in dem Städtchen Lauban geboren, wo sein Vater Bürgermeister war. Der verwaiste Knabe erhielt seine Schulbildung an einer klassischen Bildungsstätte, der Landesschule in Pfor 1 a, aus der bekanntlich eine Reihe der besten Söhne Deutschlarrds her- vorgegangen ist. wie Klopstock, Fichte und Leopold von Ranke. Baut sich der Lehrplan dieser Anstalt in erster Linie auf der altklassischen Philologie auf Jo hat sie ihren Schülern, die sich in den verschiedensten Lebensberufen finden, stets eine idealistische Denkweise ausgeprägt, die auch ein wesentlicher Lharakterzug in der Welt- und Lebensanschauung Waldes bildet und ihn veranlaßte, des öfteren bei verschiedenen Gelegenheiten für das humanistische Bi l - dungsideal warmherzig einzutreten und es auch als eine wünschenswerte Grundlage für die technischen Berufe zu fordern. Seine Ausbildung als Architekt erhielt Heinrich Walbe an der Technischen Hochschule in Aachen, dann trat er in den preußischen Staatsdienst, war hierauf einige Zeit Stadtbauinspettor und ließ sich in Halle als Privatarchitett nieder. Im Jahre 1902 wurde er als ordentlicher Professor der Baukunst an die Technische Hochschule in Darmstadt berufen, wo er seitdem eine segensreiche Tätigkeit als akademischer Lehrer entfaltete. Als solcher hat er stets das Künstlerische im Architektenberuf betont. Reben seiner Lehrtätigkeit ging einher die Errichtung von öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern, die im Laufe nischen Errungenschaften bei der iSrncucrung der Straßen anzuwenden, die sie befähigen sollen, die schwersten Kraftwagen ohne allzu große Belästigung der Fußgänger zu tragen. Daneben wird es nicht zu umgehen fein, ganz neue Derkehrsstraßen anzulegen. Diese Aufgaben ba£ der Gesetzentwurf den Provinzen zugedacht. Der Staat lehnt die Uebcrnahmc der Straßen ab, weil sie für ihn finanziell schwer tragbar sei und den Finanzausgleich zwischen Staat. Gemeindeverbänden und Gemeinden wesentlich verschieben müßte. Die Uebernahme nur der wichtigeren Straßen aber hätte die Schwierigkeit einer Ausscheidung dieser Straßen aus dem gesamten Retz und die unerwünschte Folge, daß wieder zwei Straßenverwaltungen. eine staatliche und eine kommunale. eingcfüßrt würden, ein Zustand, der im Jahre 1896 glücklich beseitigt worden sei. Hauptsächlich aber müßte es grundsätzlich als ein Rückschritt in der Entwicklung der Selbstverwaltung bezeichnet werden, wenn die Straßenverwaltungen von den Selbstverwaltungskörpern auf den Staat zurückgingen. Es möchte also auch für die Folge als Grundlage der neuen Regelung festzuhalten sein, daß die Straßenverwaltung der Selbstver- walkung überlassen bleibe und daß den staatlichen Belangen dadurch Rechnung getragen würde, daß die staatliche Aufsicht in ausreichendem Umfange ausrechterhalten und andererseits staatliche Zuschüsse gewährt würden. Hierzu ist folgendes zu sagen: Wenn der Staab die finanziellen Lasten für sich schwer tragbar hält, dar-f er sie dann anderen mit schwächeren Schultern zuinuten? Die Verschiebung des Finanzausgleichs kann dabei keine Rolle spielen, weil in nächster Zeit doch eine vollständige Reuregelung vorgenommen werden muß. Als einen sehr- wesentlichen Grund für die Uebcrtragung der Straßen auf die Provinzen bezeichnet es die Regierung, daß die Straßenverwaltung der Selbstverwaltung erhalten bleiben müsse. Es lohnt sich deshalb schon, sich umzutun. in welchem Maße das Gesetz diesem Grundsatz Rechnung getragen hat. In den 29 Artikeln, die sich mit den Provinzialstraßen befassen, ist nicht weniger als 22 mal - dazu im Artikel 32 bei den Uebergangsbestimmungen noch zweimal ein Eingreifen des Ministeriums des Innern Vorbehalten. ganz abgesehen von den Derwaltungs- streitverfahren, die daneben noch in einer Reihe von Fällen vorgesehen sind. Sei es nun, daß das Ministerium seine Zustimmung zu geben hat, sei es. daß es von sich aus Anordnungen zu treff n hat. fei es. daß es auf Anruf entscheidet, wo bleibt da die Selbstverwaltung unb Selbstveranlwrrtung? Geht doch das Cingriffs- rcchi des Ministeriuins des Innern soweit, daß, obwohl ausdrücklich im Gesetz vermerkt ist: „Die Provinz verwaltet die Provinzialstraßen durch die Organe ihrer Selbstverwaltung", die oberen Baubeamten und deren Vertreter vom Ministerium ernannt und den Provinzen zugeteilt werden, daß für das übrige von den Provinzen einzustellende technische Personal die Gehälter im Voraus vom Staat bestimmt werden, daß den Provinzen Vorschriften gemacht werden, welche Anzahl der vorhandenen mittleren technischen Beamten zu übernehmen ist, daß das Ministerium sich sogar den Erlaß von Richtlinien für die Anstellungen und die Annahme des technischen Personals und sogar des Arbeits- Personals Vorbehalten hat. Aber nicht genug damit: das Ministerium will auch die allgemeinen, insbesondere die technischen Vorschriften für die Verwaltung der Provinzialstraßen erlassen. Man muß sich daraufhin wirklich fragen, warum stellt man den schönen Grundsatz: „die Provinzen führen die Verwaltung der Provinzialstraßen als eine Angelegenheit ihrer Selbstverwaltung" an die Spitze des Gesetzes, wenn man die Absicht hat, die Selbstverwaltung durch alle nur denkbar einengenöen Vorschriften zu verkümmern und die Provinzen lediglich als zahlende Auftragsstellen zu behandeln? Roch ein weiterer Vorschlag zur Abänderung des Gesetzentwurfs fei gestattet. Rach Artikel 8 der Jahre zu einer stattlichen Zahl anwuchsen. In Darmstadt sind namentlich die Wohnhäuser, zumeist Einfamilienhäuser, vertreten: sie sind cs, die in den neueren Stadtteilen, besonders in Architektenkreisen als architektonische Leistungen hohe Anerkennung finden. Von größeren öffentlichen Gebäuden, die den Ramen ihres Erbauers anderwärts bekannt gemacht haben, sei in erster Linie auf das Chemische Institut der Universität Frankfurt verwiesen. Richt vergessen sei über dem Reuen, das Walbe schuf, was er in seiner Eigenschaft als Denkmalspfleger für die Erhaltung des Bestehenden, für die Instandsetzung von Kirchen und anderen Baudenkmälern getan hat. Diese Fürsorgetätigkeit ist umso bemerkenswerter, weil sie schwer durchzuführen ist in einer materialistisch gerichteten Gegenwart und in einer Zeit der Verarmung unseres Volkes. Hier tritt wieder der Idealismus zutage: ihm sind die Zeugen der Daugesinnung und der Bautätigkeit der Vergangenheit hohe ideale Güter, die ein teueres Vermächtnis barfteilen, das es für die Gegenwart und die Zukunft zu bewahren und zu retten gilt. Ramentlich Oberhessen ist diese Fürsorge zuteil geworden. Aus dem hier bezeichneten Tätigkeitsgebiete sind auch mehrere Schriften Walbes hervorgegangen. Seit einigen Jahren gehört Geheimrat Walbe der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung als Fraktionsmitglied der Deutschen Volkspartei an; es ist ihm damit Gelegenheit gegeben, noch auf eine andere Art dem öffentlichen Wohl zu dienen. Er hat des öfteren mit seinen Ratschlägen zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen. Darauf fei an seinem 60. Geburtstag mit Anerkennung und Dunk hin- gewiesen. Ueber allen diesen Verdiensten sei auch das Rein men schliche nicht vergessen, das die Persönlichkeit Walbes in sich birgt und aus- strahlt. Die Studentenschaft der Technischen des Entwurfs kann die Provinz einzelne Private ober Unternehmer, die die Straße dauernd oder vorübergehend über das gewöhnliche Maß abnutzen, mit besonderen Beiträgen Herangehen. Eine derartige Bestimmung, die sich in veränderter Form auch im Gesetz von 1896 vorfindet, verursacht der Verwaltung viel Arbeit und verbittert den anderen Teil. Die Verwaltung muß, wenn ihr Entscheid stichhalten soll, im Einzel- fall das gewöhnliche Maß. daß doch auch einen dehnbaren Begriff barftcllt, ermitteln, die hierüber hinausgehende Abnutzung fcftfteUcn und diese in Geld veranschlagen, das der andere bezahlen soll. Ohne weiteres wird der aichere nicht einsehen, warum gerade er, weil er mit feinem Kraftwagen die Straßen einmal mehr befahren hat als ein Dritter, denn gerade in diesem einen Mal mehr kann die Ueberschrei- tung des gewöhnlichen Maßes gefunden werden, besondere Kosten auf sich nehmen soll, und wird alle Rechtsmittel gegen die besondere Heranziehung erschöpfen. Wenn man bedenkt, daß es sich doch hier um recht kleine Mittelchen handelt, die zudem noch Erbitterung schaffen, sollte man von diesem Verfahren ganz absehen. Wichtiger und nicht zu entbehren erscheint dagegen die Heranziehung der Kraftwagen- und auch der Fuhrwerksbesitzer in Form einer Steuer. Für die Kraftfahrzeuge besteht bekanntlich jetzt schon eine steuerliche Belastung. Diese mühte besonders für die Lastkraftwagen und Anhänger in einer Weise gesteigert, für die Fuhrwerke in einer Hohe festgesetzt werden. daß die Erträge hieraus zusammen mindestens ' . des Gesamtbedarfs der jährlichen Unterhaltung^ und 'Erneuerungskosten decken können. Allerdings setzte dies voraus, daß du Fahrzeugsteuer auch wirllich und ausschließlich für diese Zwecke Verwendung findet. Rur wenn dies gewährleistet ist. wenn also zu dem. toas» seither schon für eine normale Unterhaltung auf- gewendet worden ist, noch der volle Ertrag der Fahrzeugsteuer hinzutritt, ist es voraussichtlich möglich, die Straßen in einen Zustand zu bringen, der allen Anforderungen deS heutigen Verkehrs gerecht wird. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio°Umschau".> Samstag, 7. März: 11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrichten- dienst. 12.55- 1 Uhr: Rauener Zeitzeichen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 - 6 Uhr: Kalmann-Rachmittag des Hausorchesters. Programm u. a.: Potpourri aus Esardassürstin Walzer aus Faschingsfee. 6 Uhi: Wirtschastsmeldungen. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (2In die Jugend). Aus dem Roman „Die Schatzinsel" von R. L. Steveirson. 6.30 Uhr: Der Brieflasten. 7 7.30 Uhr: Sportvortrag von Herbert Sitterding: „Das Boxen". 7.30—8 Uhr: Funkhochschule. Professor Künzel: „Aus der Geschichte des deutschen Unternehmertums. (Dritter Vortrag.) 8 -8.30 Uhr. Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Studienrat Lorey „Ueber die Verschiedenheit der Crziehrmg in Deutschland und England". 8.30 Uhr: Acht Saxophone und Schlagzeug machen Tanzmusik! 9.30 Uhr: Rachrtchten. Wettermeldung. Sportbericht. 10—11 Uhr: Die Altweibermühle. Groteskes Singspiel in einem Akt von Alfr. Auerbach. Musik von W. H. ©immer- macher. Personen: Der Müllerknecht. Die Alte. Der junge Mann. Die junge Frau. Der alte Herr. Aussührende: Mitglieder der Frankfurter Bühnen; der Autor und der Komponist. Würmer find Quälgeister rür Erwachsene, erst recht aber für Kinder. Wir zaten Ihnen, 125 Gramm flüssigen Ratroma-Gxtrakt fu kaufen, mit dem Erwachsene und Kinder über 5 Jahre eine Kur zu unternehmen. Sicher erhältlich: Universitäts-Apotheke «Zum goldenen Engel". x01bss Hochschule hat in ihm stets einen Führer gesehen der sich ihrer Interessen warm annahm, namenb ließ, als in der Inflationszeit die wirtschaftlich« Lage der Studierenden so überaus schwer war. Aber auch ein Führer in seelischer und vaterländischer Rot ist Walde immer gewesen, der unermüdlich die akademische Jugend ermahnte, nicht zu verzagen, und der sie auf richtete in dem Glauben an die Zukunft Deutschlands. In Rektoratsreden und bei anderen Gelegenheiten erhob sich die Stimme dieses kerndeutschen Mannes, der dem Vaterland das Opfer eines im Weltkriege gefallenen Sohnes gebracht hat, um ein lebhaftes Echo der Vaterlandsliebe in den Her« zen der akademischen Jugend zu wecken. E. B. • Frankfurter Schauspielhaus „Wenn wir Toten erwachen". Henrik Ibsens dramatischer Epilog, das Alterswerk des 72jährigen, brachte Richard Weichert mit Robert Taube als Rubel in einer, vielleicht etwas zu sehr aufs Gespenstische gestellten Reuinszenierung heraus. Die Einfachheit dieser Symbolik, der lebend Toten, darf nie auf die Raturalistik der handelirden Personen drücken. Wenn auch innerlich gestorben, bleiben sie doch Menschen von Fleisch und Blut. Robert Taube, jetzt am Staatstheater in Berlin, ließ in seinem Aubek das Sehnen nach erlösender Auferstehung, verbunden mit der Tragik eines innerlich abgestorbenen Künstlers, in packender Eindringlichkeit erstehn. Leontine Sagans, eine vom Irrsinn umschauerte Irene, war in der äußeren Gestalt entschieden zu leichenhafl, ließ auch die Glut, welche im Unterton, dieses vom Leben verschütteten Wesens glimmt, vermissen. Auch Aida Stukering, gab dem Jubel, der zur Freiheit erwachten Maja nicht die rechten Herzenstöne. Bleibt noch Harts Ulf- heim, er war der Därentöter. nicht mehr und nicht weniger. L. W. Universitäts-Restaurant Vor dem Gut gepflegte Weine - Plockstraße 5 Fernsprecher 198 kalte und warme Platten ________________________________972a | Die Lebenskraft (m Kakao komm!demVerbraucher erst nach längere^ Genuß zum Bewußtsein. Der Borteil, Sen di» Einreihung von Kakaofabrikaten in Oie > Tageskost gewährt, wirL dann leicht er« kannt Daher erhält jeder, dem dies» Kraftwirkung neu ist, bei Aus, Hang dieses Plakats in ** j Reichardtsilialen oder X in Detailgeschäften X statt Koltproben _ r ein halbes Pfund Reichardtkakao für des regulären Verkaufs« preises.damit sich selbstSurrogat > ronsumentso von denHöchstleistungen der Kakaoindustrie ohne Geldopfer überzeugen können. Der hohe Wohlgeschmack deS Reichardtkakaos auch im kalten Zustande, seine unbedingte Bekömmlichkeit und groß« Ergiebigkeit machen ihn zum vährkräfligtteu, daher vorteilhaftesten und billigsten LageSgeträvL hen ^afoobaumes geraä^ Whänomerr * ff f s wendet man sich Surrogaten ju! So kommt die Welternte ,n \ \ / / Kakao, die sich ständig erhöht, nur den lebensklugen Ausländer» X \ / ff billig zugute. Viel Schuld hieran trägt freilich auch die deutsche X x / / Zollpolitik. DaS Ausland kennt, im Gegensatz zu Deutschland, keine Xi \ • / / Zölle, die, wie hier, letzten EndeS zu einer Bestrafung der Arbeitsmehrung \ / / und Volkskräftigung ausarten. Abertausende fänden ihr Brot auf Kosten des X C jK Auslandes, hielte nur eine Regierung was sie verspricht. Unsere Zölle verhindern es \ y nämlich, die Losten dc5 Rohstoffes dem Auslande aufzubürden. Sonst könnte in Deutsch- \ Z land guter Kakao billiger als jedes Surrogat verkauft werden. Diese Polftik hat die “ Entnervung der Jugend bereits in einem Maße verschuldet, daß sich darin »in 4$^ > offensichtlicher Vorwurf für Volk und Regierung ausdrückt. Die Untergrabung der Volkskraft ist unaufhaltsam: Sobald es im Wettbewerb der Völker wieder einmal auf das Höchstmaß der Leistungen ankommt, werden wir oon neuem unterliegen. Nie wird s die Jugend den (Eltern verzeihen, daß sie die Kräftigung der Kinder s^chwer vernachlässigt haben Darum heißt es, die Volksseele für eine Ernährungsreform von kulturell höchster Tragweite zu gewinnen. Helfe hierzu, wer kann! ff / Das V SLTT ff J Schwert zerschmettert! 1 Y / y Äteukraft tut not. iV^&t*** X ’ y Den Körper voll Stahl ’ * I / Kraft gewinnt, / wer zehrende Getränke meidet. f DieseWahrheit hatgerade auch X / die Kriegszeit gelehrt. Leider ist / sie schon vergessen; Der viel zu geringe Verbrauch der kraftreichften Nahrung, die die Erde spendet, beweist dies; Kakao war im Kriege für jeden die höchste Labung, für Millionen die Rettung vor Siechtum. Begeisterte Dankesworte des hungernden Heeres und «Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zrenag, o. März (925 nr.5> Swetter Blatt Deutlchland und Polen. Don zwei Seiten gleichzeitig werden in diesen Tagen die deutsch-polnischen Beziehungen in Angriff genommen. Einmal von Dens her durch den DöllerdundSrat, der das Problem der Sicherheit anfaflen will, wobei Frankreich — allerdings vergeblich — hofft, dah es ihm gelingt, eine internationale (Sarantk für die polnischen Grenzen gegen Deutschland zu erhalten: zum andern Sich durch unmittelbare Verhandlungen über einen künftigen Handelsvertrag zwischen Deutschland und Polen. Die Derhandlungen haben am 1. März in Berlin begonnen. und zwar ist eigenartigerweise Polen eigentlich das letzte Land, mit dem wir uns in Verbindung setzen. DaS ist nicht unsere Schuld gewesen, aber die Polen sahen bisher aus einem so hohen Pferd, dah sie glaubten, wir hätten nicht- besseres zu tun, als ihnen nachzulaufen. Inzwischen werden sie sich davon überzeugen müssen, wie salsch ihre Berechnung war. Es hat also gar nichts geschadet, dah wir erst einmal den 10. Januar in aller Ruhe verstreichen liehen, um den Polen Gelegenheit zu geben, einzusehen, wie weit sie kommen, wenn sie unsere hohen Zollsätze zahlen müssen. Sie sind bereits nachdenklich geworden, muhten daS ja auch werden, denn schliehlich spielt der Handel mit Deutschland für Polen eine ausschlaggebende Rolle, während der Handel nach Polen für uns nur einen kaum nennenswerten Bruchteil unserer WirischaftSbilanz ausmacht. Wir sitzen also am längeren Arm des Hebels. Run hatten die Polen gehofft, dah wir wegen ihrer landwirtschaftlichen Produkte auf sie angewiesen waren. ES ist ja auch nicht zu leugnen, dah wir ihre Kartoffeln ihnen gerne abneymen. aber wo sollen sie sonst damit hin? Ihre übrigen Rachbarn haben entweder kein Geld oder keinen Bedarf, eine Ausfuhr aus weite Strecken kommt für sie gar nicht in Frage, wenn sie also ihre Erzeugnisse bei unS nicht loS werden, bleiben sie daraus sitzen. Richt anders steht eS mit den oberschlefischen Kohlen. Wenn die Polen glauben, dah wir ihnen kommen müssen, um unsere landwirtschaftlichen Maschinen loS zu werden, so ist auch daS ein Irrtum, nachdem sich gezeigt hat. dah die polnische Industrie nicht imstande ist. auch nur annähernd, Ersatz für die deutschen Waren zu schaffen. Kein Wunder also, wenn selbst die deutsch, feindlichsten Zeitungen in Warschau heute schon ganz andere Töne anschlagen und sich auf d 1 S Unvermeidliche eine« Handelsvertrages mit Berlin einstellen. Worum es sich aber dabei handelt, haben sie erst halb begriffen. Sie möchten gerne auch weiterhin nur die Rosinen auS dem Kuchen herausholen und wollen unS schliehlich wirtschaftliche Konzessionen machen, soweit daS unbedingt notwendig ist, ohne anzuerkennen, dah letzten GndeS doch ein Handelsvertrag nur ein Teil einer gesunden Grenzpolitik sein kann. Wenn wir allo mit den Polen einig werden, dann muh für unS die Voraussetzung bleiben, dah sie ihre Einstellung gegenüber den Deutschen, die durch den Vertrag vop Versailles in ihre Hand gefallen sind, grundsätzlich ändern. Mit einem Land, dah die Deutschgeborenen nur als Parias behandelt. daS sie zu Hunderttausenden auS- treibt und weiterhin auS«reiben will, sobald eS sie nur irgendwie entbehren kann, ist eS für unS unmöglich, in engere Beziehungen zu treten. Will Polen diese Methode fortsetzen, dann bleibt nur der wirtschaftliche Kamps. Hat es sich davon überzeugt, dah es diesen Kampf verliert, dann muh eS auch die Folgerungen ziehen und die Deutsche n, die polnische Staatsange. hörige geworden sind, genau so wie die übrigen Staatsbürger behandeln. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. _ . *>• 2 o 11 a r, 5. März. Durch offiziellen Kirchgang der fünf Kriegervereine des Kirchspiels, nämlich aus Lollar. Staufenberg, Mainzlar, Saubringen. Ruttershausen, sowie durch Teilnahme vieler Gemeindeglieder, Die Oberwälder. Roman von Alfred B o d. 14. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Auf einem seiner Werbegänge, nahe bei Herbstein, fernte der Krämerskarl den Bauunternehmer Disping fennen. Das war ein Herr in den besten Jahren mit etnrin Biedermannsaesicht, daS ein blonder, leicht angegrauter Dollbart umrahmte. Er erzählte, er sei Westfale, habe in Dortmund'ein Geschäft gehabt und wohne gegenwärtig in Lauterbach Seine Frau, eine RentmeisterS- tochter aus Hirzenhain, sei kränllich und habe die Luft im Kohlenbecken nicht vertragen tonnen. Ihr zuliebe bringe er jetzt seine Tage in unsrei- willig m Richtstun hin, doch holle er. dah sich ihm über kurz ober lang eine Gelegenheit biete, seine Arbeitskraft wieder nutzbar zu machen. »Wie gehl's dann Ihrer Frau mit der Gesundheit hier oben?" fragte der KrämerSkarl. .Sie schilt auf die Anzneien. die ihr die Doktoren oerorbnet haben," antwortete ber Bauunternehmer. „Ich meine, das ist ein gutes Zeichen." Der KrärnerSkarl lachte. -®ie Arzneien helfen immer. Wenn nicht dem Kranken, so doch bem Apotheker. Daß aber die 2uft bei uns was ausmachen tut. das ist gew'h. 's mag ein Jahrer brei, vier her sein, da kam in Herbstein bem Oberförster Dang fein Schwiegervater an. Der hatt' mit dem Herz zu schaffen. Hnd war so herunter, dah er keinen Schritt vor die Tür seyen könnt. Er stand schon in den Sechzig. Gucken Sie sich den Mann alleweil emal an. Der ist so gesund wie ein Kürbis, Hnb ficht ihn kein Wind und kein Detter mehr an. Hnb nimmt S mit dem Jüngsten auf. Gute Luft ist das halbe Leben!" Unter lebhaftem Gespräch erreichten die Wanderer Herbstein. Im Gasthaus zum Oberwald kehrten sie ein. Bei einer Flasche Wein, die er spendierte, erfuhr der Bauunternehmer, dah sein Weggenosse sieben ,Jahre in Do-tmund eine Stelle innegehabt hatte. Verhältnisse halber in s-in Heimatdorf zurückq^kehrt war und dort das Amt des Rendanten der Spar- und Darlehnskafse belleidete. besonders der Angehörigen von Gefallenen, hin- terlief) der DolkStrauertag einen ernsten Einbruch 3m TrauergotteSdienfte zu Kirchberg predigte Dekan Guhmann, der auch eine kurze Ansprache nach dem Gottesdienste vor dem Ehrenmale, das sich vor dem Gottes- Hause befindet und weit in daS Lahntal zeigt, an die Versammlung hielt. Rach einem kurzen Geläute und stillem Gebet legte Herr Taube r t - Lollar im Ramen der genannten fünf Vereine einen Kranz nieder, während die Fahnen sich senkten. Das Ehrenbenkmal war von Frauen auS Ruttershausen geschmackvoll geschmückt. * Alten - Buseck, 5. März Gestern feierte unser Altbürgermeister Wilhelm Körber in staunenswerter körperlicher unb g?i- ftiger Frische seinen 8 0. Geburtstag. Kinder, Enkel. Verwandte und Bekannte hatten sich eingefunden, um an feinem Ehrentage zugegen zu sein. Ungemein zahlreich waren die Glückwünsche. die ihm aus nah und fern zugingen. Lange Jahre war er unser Bürgermeister, welches Amt er zum groben Degen unserer Gemeinde treu verwaltete, bis das nahende Alter ihn zwang .die führende Stellung an eine jüngere Kraft abzutreten. Doll Dank gegen Gott kann All bürgermeister Körber aus ein arbeitsreiches, erfolgreiches Leben zurückbllcken. Am Abend feines Geburtstages bewegt sich ihm zu Ehren ein Fackelzug durch unser Dorf: es war der Gesangverein Germania, der am Hause des Geburtst. gskindes, seines Ehrenmitgliedes, einige Lieder recht hübsch zu Gehör brachte. Der Jubilar ist der einzige noch lebende Mit- begründer des bereits 61 Jahre bestehenden Vereins. Tief gerührt dankte der Jubilar allen für die ihm erwiesenen Ehrungen. aL 21 (l e n b o r f (Lahn), 5. März. Die hiesige Gemeinde hat einen Stein bruch am Hopsenstein zwischen Klein-Linden und ber Unter- soraermühle an ber Straße Gießen—Wetzlar eröffnet. Die Steine werben für Bauzwecke, unb zwar an bie Verbraucher selbst abgegeben. Der Preis pro Kubikmeter ab Bruch stellt sich für die hiesigen Einwohner auf 3,50 Mark, für Auswärtige 4,50 Mk. Zwischen- hänbler sind vom Bezug ausgeschlossen. — Die Arbeiten an ber hiesigen Feldbereinigung sind in vollem Gange. Die Regulierung ber Kleebach von deren Wehr oberhalb der Teufelsmühle bis an den Bahndamm ist beendet, der Weg nach Dutenhofen unb big Hohl nach Lützellinden verschleift. Der Hauptgraben in der Au, welcher zur Entwässerung ber Schulstrahen unb eines Teiles ber Unter- flasse bienen soll, ist fertig unb hat sich als ehr zweckmäßig erwiesen. Gleichfalls wird in ber Lach noch ein Graben angelegt, welcher ebenfalls teils bas Ober« unb teils bas Unterwasser abführen soll. Ferner ist noch ein Graben längs ber Bahn unb einer in ber Klein-Lindener Au fertiggestellt. Die meisten auSgeführlen Arbeiten Haven sich alS sehr zweckmäßig erwiesen. Hoffentlich kann bie Uebertoeifung der neuen Grundstücke im Herbst 1926 erfolgen. is. Steinbach, 5. März. Der in ber ganzen Umgegend bekannte Landbriefträger t R. Ludwig HaaS I. von hier begeht kommenden Sonntag bei noch körperlicher Rüstigkeit feinen 7 5. Geburtst aa. Von 1881 bis 1911, also 30 Jahre hindurch, holte er die Post von Garbenteich und trug sie nach Steinbach, Hos-Albach unb Albach. Bei Wind unb Wetter, meist noch schwerbeladen mit Daketen. muhte er biefen Weg täglich zweimal messen. Trotzdem hatt eer allzeit einen guten Humor, und feine oft derben Ausdrücke, welche aber von allen, die ihn kannten, harmlos hiagenommen wurden, find in noch bester Erinnerung. Mögen ihm noch manche Jahre der beschaulichen Ruhe beschieden sein. D 2 ich, 5. März. Durch bie zur Zeit von ben Bauunternehmern Fey unb ©tengler ausgeführten Kanalisations- unb W a s s er » leitungsarbeiten in verschiedenen neuen Straßen unserer Stadt ist die Zahl der hiesigen Erwerbslosen erheblich zurückgegangen. Unterstützt werden z. Z. noch etwa 16 Erwerbslose mit 38 Zuschlag sempsangrrn Auch den in der Holzhauerei der Stadt 2id> beschäftigten 2euten konnte bei Beendigung der Holz- hauerei direk t2lrbeit bei den oben erwähnten „Sieben Jahre hat Sie die rote Erbe getragen?" rief Disping überrascht. „Da sind wir ja halbe Lanbsleute!" „Ja," sagte ber Krämerskarl, „unb ich muß Ihnen gestehen, ich hab Mich in Dortmunb sehr wohl gefühlt." Der Bauunternehmer hob fein Glas unb sprach feierlich: „Du 2anb vorn Rhein bis Weferstranb, O grüß dich (Sott, Westfalenland." Sie ftifchten gemeinsame Erinnerungen auf. Wer einmal bie Dortmunder Union, das Stahlwerk Hösch und die Zechen mit ihren nach vielen Tau- fenben zählenden Belegschaften zu Gesicht bekommen hatte, der konnte dies packende Bild e:ner gewaltigen Industrie nicht vergessen. Drim Drohnen ber Hämmer, beim Rattern der Räder vernahm man ben Herzschlag ber Welt. Unb nun das geruhsame 2eben im hohen Vogelsberg! Ein größerer Gegensatz war nicht auszudenken. Der Wahrheit die Ehre zu geben: die Holzsch-ueibe- reien und Möbelfabriken hier im Gebirgsland hatten sich einen Ramen gemacht. Dennoch waren die Wälder mit ihrem Holzreichtum noch nicht genügend auSgenuht. Und gar bie Basaltlager, bie an Ergiebigkeit ihresgleichen suchten. Da waren Millionen herauszuholen. Der Devölke- rung fehlte eben die Energie, die Schätze zu Heden, die der Boden barg. In feinem Heimatort, wußte ber Krämerkarl zu berichten, hatte vor vielen Jahren ein gewisser Elmenröder Steine brechen lassen. Der war dann gestorben, und die Arbeiter hatten sich verlausen. DaS Lager, daS ber Gemeinde gehörte, war unerschöpflich und obendrein mit Tuff untermischt. So hatte sich wenigstens ein Dergral aus Darmstadt geäußert. Kam der rechte Mann dahin, konnte er ein Vermögen verdienen. Der Bauunternehmer horchte auf. „Wie steht s mit den Transportmitteln?" „Da sind wir vorab noch auf Fahrwerk angewiesen," erwiderte der Krämerskarl. „215er dah wir die Eisenbahn bekommen, ist doch nur eine Frage ber Zeit." Der Westfale füllte die Gläser. „Ich hätte wohl Lust, mir den Eteinbruch einmal anzusehen." Unternehmern nachgewiesen werden. Recht wünschenswert wäre es, wenn es bald gelingen würde, sämtliche Erwerbslose im Erwerbsleben unterzubringen. — Bei der heutigen, im hiesigen Stadtwald im Distrikt Langcbuche und Gäns- weide abgehallenen Drennholzversteige- r u n g wurden folgende durchschnittliche Erlöse erzielt: Duchenscheitholz 20 Mark pro Raummeter, Buchenstöcke 6 Mk-, Eichenstöcke 4 Mk. und Fichtenstöcke 2 Mk- pro Rm., Duchenreisig 15, 18 Mk.. und Sichenreisig 10 und 12 Mk. für 50 Stück. Die Versteigerung war sehr gut besucht. t Gründer g. 4. März. In der jüngsten Demeinderatssitzung wurde beschloßen, daß die B a u l u ft i g c n. bie aut staatliche Darlehen zu Bauzwecken rechnen, ausgefordert werden sollten, dies der Bürgermctsterei mitzuteilen. Hierzu haben sich außer ber Stadt noch zehn Personen gemeldet. Die Stadt beabsichtigt. das Gelände für die Fortsetzung der Theo-Koch-Straße bis zur Giehene Straße demnächst käuflich zu erwerben, um das anliegende Gelände zu Bauzwecken zu erschließen. — Der Sturm hat hier und in der Ilmgegend bedeutenden Schaden angerichtet. So sind allerorts eine Menge Dachrinnen, Ziegel- unb Schiefersteine von ben Dächern gerissen, Antennen von ihrem Befestigungsort gelöst und fort- geschleudert, und in dem Fernsprechgebiet bedeutende Störungen verursacht worden. Auch an Obstbäumen hat ber Sturm ziemlich Schaden angerichtet, und in bem Waldabteil „Linnes", zwischen 2ehnheim unb Merlau, sind ungefähr 2 Morgen Waldbestand umgeriffen. — Die hi.s ge 2andwirtschaft hat es schon seit Jahren schwer empfunden, bah Grünberg keine Dreschmaschine hat. Die Landwirte muhten stets im Herbste das Dreschen hinausschieben, bis eine auswärtige Maschine Zeit fand. D efem Hebel» stand wollen jetzt zwei hiesige Landwirte durch bie Aufstellung einer Dreschmaschine abhelfen. Das Unternehmen soll bann noch weiter ausgebaut werden. Man will eine Schrotmühle unb eine Häckselmaschine anbauen lassen, auch beabsichtigt man noch, das Brennholzschneiden an einem noch näher zu bestimmenden Ort für die Bewohner Grünbergs vorzunehmen. Slrcie St-ricbbcrct. • Butzbach, 5. März Auf Anordnung des Kreisveterinäramles Friedberg, wegen Auftretens der Maul- und Klauenseuche im Kreise Friedberg, muhte die für den 12. März vorgesehene Dullenauktion in Duhbach abgesagt werden. Voraussichtlich wird sie in Gießen abgehalten. 4- Dad-Rauheim, 4. März. Rach den überaus zahlreichen ÄarneoaldDetanftaltunpen kommt in ben wenigen Wochen bis zum Degtnn ber Saison bas geistige Leben, das diesen Winter überhaupt sehr rege war, nochmals erneut zu seinem Recht. Eine ganze Reihe von Dortrags- veranstaltungen sind für die letzten Tage wieder zu verzeichnen. So beschloß gestern abend der Dildungsverein feine dieswinterliche Vortragsreihe mit einem Lichtbildervortrag des hier sehr geschätzten Professors Keller (Friedberg), der vor großem Zuhörerkreise im Kurhause über „Vom neuen Sehen, ein Beitrag zum Verständnis der Kunst ber Gegenwart" sprach, babei sehr anschaulich bie De- griffe Impressionismus, Expressionismus, Kubismus unb Futurismus erläuternd. Auch ber Zweigverein vom Roten Kreuz setzte seine Vortragstätigkeit fort. Dr. Haeberlein sprach in sehr überzeugender Weise über „R i» tot in» unb Alkoholschädigung en". Dah sich unter ben sehr zahlreichen Zuhörern, bie in gespannter Aufmerksamkeit den Ausführungen folgten, auch sehr viel Jugendliche befanden, ist besonders erfreulich, unb ben im Dienste der Jugendpflege stehenden Verbänden und Vereinen, vor allem dem Turn- und Sportverein, gebührt Dank dafür, dah sie neuerdings ihre Mitglieder immer nachdrücklich zum Besuch ber allgemein bildenden und aufklärenden Vorträge anderer Vereine auffordern. Auch der Landwirtschaftliche Verein unb der Obst- und Gartenbauverein hatten nach Fastnacht wieder gut besuchte Vortragsverinstal- tungen. Weitere Vorträge finden in den nächsten Wochen statt. So hat die hiesige Abteilung „Tun Sie's, Herr Bisping," ermunterte ihn der Krämerskarl. „Treff ist Trumpf!" „Ich möchte im voraus gar nichts sagen, Herr Rendant. Ich bringe einen Sachverständigen mit Wenn ich etwas in die Hand nehme, muß ich ganz sicher gehen, sonst laß ich die Finger davon." 2lls sich der Krämerskarl bei dämmerndem 2lbend auf den Heimweg beg ib, rechnete er bereits mit der Tatsache, daß ber Steinbruch in Betrieb gesetzt werde. Der Herr Bisping war ein prächtiger Mensch. Unverstellt und ausbü.ndig gescheit. Der würde der Gemeinde unschätzbare Dienste leisten. Fünfzig, auch hundert Arbeiter fanden durch ihn ihr Brot. Geld 'kam in Fluh Auch die Kasse würde ihren Vorteil davon haben. Wie sich das getroffen hatte! Großartig! Aber den Zufall beim Schöps zu fassen, da lag der Hund begraben. Er. ber Krämerskarl, hatte den Mann mit der Rase auf den Steinbruch gestoßen. Er war's wieder, der bie Kegel schob.--- Die alte Bauernregel traf zu: Wie's wettert um Dartholornä, so wetteri's im ganzen Herbst. Der Regen hörte nicht auf. Bei all der Rässe wollte daS Getreide nicht reifen. Auch die Kartoffelstauden zeigten bie unheilkünbsnden braunen Flecken, ileoertrug sich ber Krankheitsstofs.auf M? Knollen, war bie Ernte großenteils vernichtet. Daß aber der Landmann nicht ganz verzagte, IWcrten die Wiesen und Weidef lächen eine Heber- fülle von Futter. Wohl dem, der da sagen konnte: Gibst du deinem Vieh, so gibt eS dir wieder! Auf feiner Gewann am hohen Rain mühte sich der Margolfspeter, einen Graben zu ziehen. Der Regen schlug ihm inS Gesicht unb mischte sich mit dem Schweiß, der ihm auS allen Poren drang. Gerade hielt er mit seiner Arbeit time, sich ein bißchen zu verschnaufen, als ihn der Daniel QHdQ ansprach, der. ben Karst auf der Schulter, vom Rachbarfeld kam. „Heut braucht man kein Staubwein zu trinken, Peter." „Ree." „Ich fein vor lauter Ruinierung ganz steif und hilft kein Gurgeln und Mergeln. Das Wasser tut die Arbeit fressen." Der Margolf nahm die Mühe ab, trocknete mit seinem Schnupftuch die feuchte Stirne und der Deutsch en Kolonialgesellschaft bereits einen Lichtbildervortrag über „Togo und die Erlebnisse der deutschen Togo-Gefangenen In Französisch-Dahome" für nächsten Dienst.g in- gezeigt. Eine größere Anzahl, von Vereinen ist auch noch mit ihren Generalversammlungen im Rückstand, so daß bis zum Saisonbeginn daS DereinSleben noch im Fluß fein wird. Rachher ist aber für Vorträge und ähnliche Dinge auch nicht mehr viel Zett. — Es sind Bestrebungen im Gange, die allen Ernstes den schon oft versuchten Zusammenschluß bet hiesigen Turnvereine, die beide der Deutschen Turnerschaft angehören, in nächster Zeit herbeiführen wollen, was allseits begrüßt wirb. Kreis Schottert. -r- Aus bem Vogelsberg. 5. März. Der in ben AnsangStagen dieser Woche wüte n b e Sturm hat in ben Waldungen unseres Gebirges beträchtlichen Schaben anyerichiet. Defonbers bie Fichten bestäube, die infolge ihrer flachen, tellerförmigen Bewurzelung stark dem Windwurf ausgesetzt lind, wurden hart mitgenommen. In ber Rähe bes Hofes Zwiefalten bei Eichelfachsen wurden schätzungsweise 300 F st m Fichten umgerissen. aus anderen Förstereien werden geringere Sturmschäden gemeldet. Die Anlagen der Ober- hessischen Heberlandzentrale hatten gleichfalls stark unter der Einwirkung des Sturmes zu leiden, ebenso die oberirdischen Sole- graphenleitungen. Dom Postamt Schot- t e n aus waren bie meisten Fernverbindungen gestört und nur zwei zu benutzen. 2Iir Mittwoch lieh ber Sturm nach, um sich in ben Abenbstunden ganz zu legen. -i- Schotten, 5. März. Wie in den Vorjahren, veranstaltet ber Kreislehrerve r- e i n auch in diesem Jahre eine pädagogische Woche, die zwischen Ostern und Pftngsten abgehalten werden soll. Im Mittelpunft der Tagung steht daS zeitgemäße Thema „Werkun- t e r r i ch t". Sie wird umrahmt von einen Theaterabend, an dem der Dezirkslehrer verein La ubach „Flachsmann als Erzieher" zur Aufführung bringt, unb einem Konzert- abenb bes philharmonischen Orchesters Schot t e n, verstärkt burch auswärtige Künstler, unter Leitung von ®r. Ö e u 11 n g. B. Aus dem KreiseSchotten, 5 März Heber „China, Lanb unb Leute" spricht zur Zeit gelegentlich einer Vortragsreife im Kreise Schotten ber Mi sionar ber Basler Mission. Robert Krayl. Die Ausführungen bes Redners ber feit 1905 in China ununterbrochen, aud; währenb bes Weltkrieges, wirkte, werden durch eine große Zahl s. tbiger Lichtbilder nach photographischen Aufnahmen von Missionaren er gänzt unb bieten eine Fülle dec Anregung und Belehrung. Mit ben Vorträgen, die oisher in Ober-Seemen. Volkartshain. Herchenhain, Durll Hards und Eschenrod stattfanden, ist ein 2kdauf von Missionsschriften über China verbunden. KrciS Büdingen. h. Büdingen, 5 März. Rächsten Samstag hält hier im großen Rathaussaale die Reichs- ,zentrale für Heimatbien st, Abteilung Hessen, eine sachpolitische Dildungstagung für Stabt unb Kreis Büdingen ab Studienrat Dr. König- Gießen, früher in Straßburg wirb in seinem Vortrag „Vom Reich, vom Volk unb von ben Grenzen" sprechen Als zweiter Redner wirk Privatbozent Dr Friebrich Raab, Vorstand der Arbeitsstätte für sachliche Politik, aus Frankfurt am Main, „Die deutsche Volkswirtschaft unter den Londoner Vereinbarungen" behandeln, und schließlich noch Direttor W Beckmann aus Frankfurt a. M über „Deutsche Geschichte und deutsches Schicksal" berichten. ab. Ribda. 5. März. • Rächsten Sonntag findet hier die Deigeordnetenwahl statt die aber lange nicht so rege die Gemüter beschäftigt. wie die vor zwei Monaten abgehaltene Düraermeisterwahl. Es werden bis jetzt zwei Kandidaten genannt: Meygermeister Heinrich Ru11 mann (Zur Krone) und Iustizobersekre- tär Philipp Haas. △ Dorsdorf, 5 März. DaS Forstamt Ridda hielt heute hier eine Drennholzver- sagte: „Was von der Frucht bleibt, wird stockin und mürb." Der Daniel trat näher. „Das Heu hat, scheint's. dieS Jahr auch feine Raupen. Da erzählt mir vorhin ber Kal per Denner. He steckt gelt' abenb bie Raufen voll und goht aus 'm Stall. Auf einmal macht sich das Vieh los unb springt und tobt wie narriq erum. He wußt sich gar net zu helfen. Zum Glück kam der Iöckelsheinrich dazu. Der kennt sich in den Sachen auS. Hnb schlug ben Tieren brelmal auf bie Schnut. Hnb macht ein Gesahn. Da waren sie fromm wie die Lämmer." „Ich fein babrüber gar net verstaunt" tagte der Peter Margvlf, „der Kasper hat bie Wiesen im Totengrund gedacht'. Da iS es net geheuer. Dem Walkmüller fein Vater selig iS dort emal aut Irrkraut getappt unb fand bei hellichtem Tag net heim." Er nahm den Spaten zur Hand, ben Graben weiter abzuböfchen. Der Daniel Moll setzte seinen Karst auf ben Doben. -Ich Hütt noch waS mit dir zu schwätzen, Der QUargolf blickte auf. „Ro?" „Ich wüht deiner Marie ein'." „Wen dann?" „Dem Setzer fein' Hannbast." „Den Afrikaner?" „Ja." „He spielt gern ben Prahler und -acht sich vor den Leut' dick, daß er nach Gott und der Welt nix fragt DaS gefällt mir net. Sonst hält ich nir gegen ihn einzuwenden " Der Daniel Moll war vorn alten Selzer beauftragt. den Warqolfsveter auszuforschen, wie bet die Freite bes Hannbast aufnetjmen würde. „Der Iuna." trat er für feinen Schützling ein, -is mit dem Militär über der Pfüh gew-st Das hat ihn ein Wink verzwirbelt gemacht. 2kber das gibt sich He is hinter feinem Werk her unb fchafft für zwri. DaS muß ihm ber aefbe Reid lassen. Hnb daß seinem Vater der Mehlfack stäubt, das wriht du so gut wie ich. Der Hannbast kriegt ein’ Duhen mit.“ l Fortsetzung folgt) teig ituaa au- dem Harbwald ab, wozu dne sehr große Zahl Steigliebhaber erschienen. Ra- mentNch waren aus der Wetterau die Landwirte sehr stark vertreten, die gary erstaunlich hohe Preise boten. Gar mancher Kauflustige muhte dadurch auf Holz verzichten. Der in den letzten Tagen wütende Sturm hat in dem Harbwald eine Menge Bäume entwurzelt und großen Schaden verursacht. Es war lebensgefährlich, durch den Wald zu gehen oder zu fahren. Starkenburg und Atheinhessen. e Darmstadt. 5. Marz. 3m 80. Lebensjahr starb hier Geheimer Justizrat Grünewald, der in früheren Jahren hier ein viel beschäftigter Anwalt war und sich vielfach in der Öffentlichkeit betätigte. Er war u. a. lange Zeit Vorsitzender der hiesigen Ortsgrupve der Deutschen Kolonialgesellschaft. — 3m Laufe des Sommers werden die h e s s i s che n 3 m k e r - vereine, sowie 3mker aus den Rachbar- gebieten hier eine größere Ausstellung von Bienenvölkern. Dienenwohnungen und Bienengeräten veranstalten — 3m Gewerbe- museum ist zur Zeit eine Ausstellung der Gruppe Rhein-Main des Bundes Deutscher G e b r a u ch s g ra P h i ke r zu sehen. Bon hessischen Künstlern ist vertreten Prof. F. W. Kleukens (Radio-Presse), ferner Enders. Volk, Pfeil. Rolpa. Bergmann, Breit-- wieser. Börsig. Rudolf Koch. Gengnagel. Antes und Thea Schenk. Die Ausstellung bezieht sich ausschließlich auf Buchschmuck, Buchillustrationen und Bucheinbände. Kreis Wetzlar. 0 Lützellinden. 5. März. Bei der im hiesigen Oberwald abgehaltenen zweiten und letzten Drennholzversteigerung, zu der auch auswärtige Dieter zugelafsen waren, wurden hohe Preise erzielt. Es galten 1 Rm. Duchenscheiter 20—22 Mk., 1 Rm. Duchenknüppel 17—18 Mark, 100 Duchenwellen 50—60 Mark, Buchens« öcke 1 Rm. 6—8 Mk. §§ Riederkleen, 5. März. Die im hiesigen Gemeindewald abgehaltene H o l z v e r - steigerung ergab folgende Preise: 2 Rm. Buchenscheitholz 40—45 Mk., 2 Rm. Duchenknüppel 35—43 Mk., 50 Duchenwellen 15—22 M. Hessen-Nanau. ][ Marburg. 5. März. Zwecks Beteiligung an der 3ubiläumsgabe zur 400- 5 ahrfei er der Universität, die im 3ahre 1927 stattfindet, weilten gestern Ober- präsident Dr. Schwänder. Landeshauptmann von Gehren und andere Herren hier, um mit den Spitzen der Llniversität, dem Kurator Geh. Oberregierungsrat Dr. v. Hülsen und Rektor Konsistorialrat Prof. Dr. Dornhäuser über diese Frage zu beraten. Es fand auch eine Besichtigung verschiedener Llniversitätsinstitute statt. — Kleber das Siedlungsprojekt am Südbahnhof ist ein großer Meinungsstreit entstanden. 3n der gestrigen Stadtoecordneten- sihung wurde einstweilen ein Fluchtlinienplan für dos Gelände genehmigt. Ferner wurde der Beitrag für ein in Marburg einzurichtendes Beamtenseminar. bewilligt und der Ankauf je eines Dantzerschen und Ubbelohdeschen Gemäldes für den Ratha uss a a l beschlossen. — Der bekannte hessische Geschichtsforscher Oberst a. D. v. Gehso ist gestern im Alter von 70 3ahren gestorben. Der Verblichene, der am 6. März 1855 in Hessisch-Olden- dorf geboren wurde, entstammt der bekannten althesslschen Familie derer v. Geyso. Er stand als junger Offizier beim 3nsanterie-Regiment Rr. 81' in Frankfurt und Fulda, wurde dann Hauptmann im Großen Generalstab. spä'er Kommandeur der Kriegsschule in Metz und befehligte zuleU das 3nf.°Regt. Rr. 171 in Kolmar. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Geschichte seiner Ahnen und diejenige des 30jährigen Krieges. fpd. Frankfurt a. M., 5. März Die Orchestermitglieder des Reuen Operettentheaters stehen seit Dienstag abend im Streik, weil der neue Lohntarif ihnen Verschlechterungen gebracht hat. Versuche, eine Einigung herbeizuführen, scheiterten bisher. Das Operettentheater, das augenblicklich den „Zigeunerprimas" spielt, führt die Vorstellungen weiter, allerdings mit Klavierbegleitung. Buntes Allerlei. D:e Klinik AeskulaDs, 3n Epiöauros. 30 Kilometer östlich von Rauplia, liegt versteckt im Gebirge der berühmte klinische Mittelpunkt der antiken Kulturwelt. Die griechische Archäologische Gesellschaft hat ein sehr hübscheS kleines Museum mit geschickten Rekonstruktionen alter Gebäude u?to. dort errichtet und hat die große Klinik des Asklepios samt dem „Hotel" (dem Katagogion), dem Tempel, deni Tholvs, den Bädern in ihren Grundmauern srei- gelegt. Außerdem ist hier vielleicht das besterhaltene griechische Theater (für 14 000 Personen) ausqegraben worden. Die ehrwürdige Heilstätte war mit bietem Theater, einem Stadion und einen: Gymnas'um auch bedacht, für seelische und körperliche Kultur ihrer Patienten zu sorgen, w.e denn überhaupt die dort anfänglich geübte Therapie ganz aus suggestiver Methode beruhte. Der Gott Asklepios nahte sich dem schlafenden Patienten. Er gab Weisungen, die zur Heilung führten, oft auch heilte er in der einen Rächt. Gew ß konnte nicht alles geheilt werden, aber jedenfalls wurde manches, zumal bei der Empfänglichkeit und dem großen Glauben der Patienten, mehr oder weniger gebessert. Der „Tempelschlaf" im Abaton des Asklepios war em hypnotischer Schlaf. Und es siad zweifellos in diesem auch schmerzlose große Operationen von den Priestern und später von den geschicktesten hier ordinierenden Aerzten Griechenlands gemacht worden. Als KonzentrierungSmittel zur Erreichung der Hypnose scheinen Schlangen gedient zu haben, gelbe, ziemlich große Schlangen, die eS heute noch in Epidauros gibt und die zum Wahrzeichen des Asklepios geworden sind. 3n römischer Zeit wurde der Betrieb „renoviert". und namentlich wurde für größere Reinlichkeit und größere Bequemlichkeit gesorgt. Der medizinische Rus des Heiligtums erhielt sich noch lange in die christliche Zeit. Jittelliqenzprttfnnqen. Einen Versuch, der veranschaulichen kann, welche Bedeutung auch dem geistig-n Erbe zu- kommt, d 's die Kinder von ihren Eltern übernehmen. hat der russische Gelehrte und Physto- löge Pawlow g-nnacht. Er reichte einer Reihe von weißen Mäusen immer auf ein bestimmtes Glockenzeichen hin Rahrung. Zunächst erfolgte die Absonderung des Magensaftes, die durch eine Fistel kontrolliert werden kann, natürlich immer erst auf die Rahrungsaufnahme selbst hin. Rach 300 Versuchen jedoch war der Zusammenhang zwischen dem Glockenzeichen und der Rahrungsaufnahme bei den Tieren so fest, daß die Absonderung des Magensaftes auch schon auf das bloße Glockenzeichen hin erfolgte. Der Forscher züchtete von diesen Mäusen nun eine zweite Generation. Bei dieser setzte d e Absonderung des Saftes auf das bloße Glockenzeichen hin schon nach 100 Versuchen ein. Bei einer dritten Generation sogar schon nach 30, bei der vierten nach 10 und bei der fünften nach 5 Hebungen. Dieser Vorgang beweist deutlich, daß, wie man ja auch oft zu beobachten Gelegenheit hat, die erworbenen geistigen Fähigkeiten der Eltern sich auf ihre Kinder vererben. Kinder geistig hochstehender Eltern bringen also normalerweise schon von Geburt an ein Plus an geistigen Fähigkeiten in das Leben mit. Ein Hundertsünfundzwaazigjahriger. Bei der jetzt in Lettland "v'-aenommenen Volkszählung wurde im Kreise Medsensk, unweit Libau. festgestellt, d:h dort der öff lte Mann Lettlands wohnt. Das ist der hundertfünfundzwanzigjährige Bauer Oschenek. Der alte ..Wundergreis" ist trotz seines hohen Alters sehr rüstig und gesund, sieht gut und hört auch gut. Der Mann hat ferner ein fabelhaftes Gedächtnis und erinnert sich noch an verseh.ebene historische Ereignisse, die sich im verflossenen 3ahrhundert abgespielt haben. Trotz seiner hundert'ünfwrd- zwanzig 3ahre ist Oschenel ein guter Faßgänger, bei den letzten Wahlen ist er zu Fuß in die benachbarte Stadt gegangen, um dort seine Stimme abzuneben. Oschenel, der in seiner Gemeinde sehr beliebt ist, soll nun von der lettischen Regierung eine lebenslängliche Rente erhalten, so daß er ohne Sorgen die 3ahre, die ihm noch bc- schieden sind, verbringen kann. Wirtschaft. Handel und Gewerbe im Februar. Die Wirtschaftslage hat sich im Monat Februar wenig verändert. Der Absatz von Kohlen ging stark zurück, nur der Drikettabsatz hielt sich auf der Höhe des Vormonats. 3n Der Eisenindustrie hielt der günstige B.'schäs- tigungsgrad an, doch wird seitens eines Teiles der eisenverarbeitenden 3ndust.'ie ein Rückgang der Konjunktur befürchtet. Die Preise der Hauptwaren senkten sich. Ebenso sank die Aktienindex- zisfer. Die Aufnahme der Aus'andanle hen ging zurück. Die Kapitalneubildung im 3nlande machte Fortschritte. Die Aufmerksamkeit der Wirschaft konzentrierte sich auf Die neuen Steuergesehe. Die Rotwendig.eit der Kapitalneubildung sowie die Hebung des Exports erfordern ein? Herabsetzung der Steuern und Steuervo-ausleistungen auf Grund der Ergebnisse Der Steuerveranlagung für das 3ahr 1924, die gesetzlich zugesagt ist. * Der Absatz des Deutschen Kali- syndikats im Monat Februar betrug 2 018 675 Doppelzentner Reinkali. Zusammen mit D'm Absatz des 3anvar b trägt hiernach der bisherige Absatz im Jahre 1925 3 678 628 Doppelzentner Reinkali. Der Absatz im 3anuar/6ruor 1924 betrug 1 129 077 Doppelzentner R.'inkali. Mit Rücksicht auf einen erhebl-chen in den März übernommenen Auftragsbestand aus dem Februar kann trotz der vorgeschrittenen Saison auch -och für März mit einem verhältnismäßig befriedigenden Absatz gerechnet werden. * Konkurs. Heber das Vermögen der Allgemeinen Verbraucher - Genossenschatt für Worms und Umgebung e. G. m. b. H. Worms wurde das Konkursrer aften eröffnet. Forderungen sind bis zum 15. April beim Amtsgericht Worms anzumelden. Frankfurter Elbendbörse. Frankfurt a. M, 5. Mär;. An der heutigen Abendb'rse war aut die bekannten oerstimmenden Momente die Abg'.beneigung weiter vorherrschend und es tarn teilweise wi.decum zu empfindlichen Kursverlu^en. Das Geschäft nahm einen unlustigen, z. rüahaltenden Verlaus und Kaufneigung trat infolge Der ungünstig lautenden Rachrichten über den Teilstreik der Eisenbahner taum hervor. Einen starken Druck hatten erneut wieder Wontanaltien aubzuhalten, aber auch die anderen Märkte litten unter der ilngunft Der Verstimmung. Die Börse schloß in flauer, un= lustig ec Haltung. Bankaktien: Berliner Han- DelsgLsellfchaft 154, Commerzbank 6,12, Darmstädter Bank 13, Deutsche Bank 128,75. Disconto- gesellschaft 121, Mitteldeutsche Creditbant 1.95, Reichsbank 144,50, Oesterreia)ische Creditattien 9,25. Montanaktien: Phönix 59, Rheinstahl 52,73, Lellus 3,65, Kali Aschersleben 17, Kali Westeregeln 21.25. Chemische Aktien: Badische Anilin 27,75, SchAdeanstalt 142, G becfeldec Farben 24.87, Th. Goldschmidt 21, Höchster Farben 25, Holzverkohlung 8.25. Elektroattien: AEG. 11,23, Licht und Kraft 7,50. Transportwerte: Aordd. Lloyd 3,80, Oesterreichische Südbahn (Lombarden) 10,12. Sonstige □nDuftricuftien: Zement Heidelberg 90,25, Dyckerhoff 4,10, Frankfurter Maschinen Pokorny & Wtttekind 6,33, Georuder Iui.ghans 12,12, Karstadt 4.15, Mckallgesettschaft 133,7o, Julius Sichel 2,50. Badischer Zuaer 3,-5. Offsteinzucker 3,65. Ausländische Renten: Zoll- türlen 10, 41 .prozentige Ungarn von 1924 8, 4prozentige Türken von 1908 7,12. 3m freien Verkehr gingen Kriegsanleihen zu 600 um. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 5°/ Deutsche Retchsanleihe «o/r Teu'sche Neichsaiileihe 3' -ü'a Deutsche R.ich^aiilethe 3°/" Deutsche Reich- nleche ■ Deutsche Svarpramienan leihe 4°/o Preutzische KonsolS . . . 4° o Hesse«........... 3«/o°/<> Hessen 3% Helsen .... Deutsche Vertb. Dollar-Anl. dto. Doll. Schav-Annetmg.') 4°/o -iollrürken 5% Qilbmerifaner Berlüier Handelsgesellschaft. Commerz, und privai-^ank 2 armft und Naitonalvauk . Tcutiche Bank........ Teuische Derenisbank .... Tiseonto Coinmandit .... Metallbank........... Mliteldeuochc Creditbank. . Dcste, reichliche Lreditaastalt Weslbank........... Bochumer Guß ..... Buder.6........ Caro .. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpe,.er Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . ... Laurahülte........... Lbcrdedarf. ...... Phönix Bergbau Rheimtahl Riebeek Montau TeUns Bergbau Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo ^hcramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Pbtlipv Holjmann...... Anglo Cont Guano . . *.. Badische Anilin........ Cbemische Mayer Alapin .. Goldin midt GrieS cimer Elcrtrou .... Höchster frir werke ..... Äol;verkol>lung........ RükgerSiv.rke Scheideanstalt ....... Allg. Elektriziiäts-Gesellschast Bergmann ....... Mamlrastwrrke Schuller?........... Siemens i Halske ..... Adlcrwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Henliaenstaedt..... egutn............ Motorenwerke Mannheim . Frantturier Armaturen ^ouservensabttk Braun . . . Metallgesell chaft Frankfurt. Bet Union '?l 'G Schnb'abrik Herz Siche! . Scllfto" Daldhoi..... Zvlleriabrlk Aranketitbal . . Zuckeriabrik Wagdäuiel . . Nrnn"„r», ''' Vrr'H Schlad» N is StUui, iUtcnO» bö te Schill». J'U» Schlupf, jrthaq» 0 rfe 3. 3 5 3 3.3. 5 3 0.655 0. 0 0.655 0 615 0 8 0 86 0,81 0,865 1.175 0 79 0 85 0 85 1 12 1,20 1.10 0,4-"» 0,54 0 45 0 5 1 0 94 0 98 0.975 — 1.18 0 95 1,50 — 1 13 1 10 w 0 75 0 85 0 0 94.75 94,; 5 94 75 04 7 5 91 90 91,51 9 .55 91 65 10 10 3 10 | 10,50 37 6 — 157 154 157.5 155 6.25 6.14 <• 25 6,20 1-.5 13 V 50 11 130 25 128 75 128,5 129 0 44 0 43 — — 1-3,12 21 122,75 121,50 116 114 25 — — 2 1 95 2 9.5 9 5 0 50 9 25 0.12 0,12 0,325 0,225 ___ 84 5 81 18,12 16,75 17 75 16.60 11 D 10 5 9 30 77.5 74.5 ?7 75 76 75 86 83,50 85 1 82.75 1’1 138,7) 140 136.80 17,90 ■7 18 17 24,5 21 25 23 21 80 7 7 12 7 l 6 9 10 — 10,1 9 2- 61,40 59 ' 1 59 5 55 25 52 7> 5. 0 63 3’ 45 43,75 45 42,13 3,65 3,6» — 97 • 4 95 25 —— 4,03 3.8 3 9 3,9 2 5 - 2.9 94 5 90,25 — — 8 80 5,55 5 9 5,5 15 r 141.5 29 40 27,7 29 40 2,75 0 44 0 4 — —. 22 4 ' 1 22 1 21 25 25 24,7 j 5 90 4 61 -5 6: 5 i5,7 z5,10 8 i S/5 —• — 17,62 l8,75 17.25 10,62 144 1 3 it, n 11,2'> 11 G 11 30 18.25 17 50 13,30 16 62 1- -5 90 — - 8« 5 61,j 65 61 25 77,25 72 5 76 62 73,5 4 10 3 80 4 3,8 5,75 5 •) 5,9 5,6 3 5 3 3 — w* 8,75 8.8 8,62 8,5 *• 99 0 61 0 61 — — 1 15 1,15 1.12 1,13 136 135.75 2.3 2 2 3,3 2 25 4 4 4 3.9 60 3 2 55 11 8' 10 75 11, 5 10 ;5 4.55 4 40 4.6 3,75 - 55 3,7 - Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (An Billionen Mark auLaedrulll. Buenos Aires, London. Neu. York. Japan, Rio d-- Janeiro für eine Ein beit, Wien und Budapest für 100 «XX) Ein betten, alles übrige für 100 Eucheiten.) Telegraphische Auszahlung. <. Mar; 5 Mar; . Revarr. ttnuUcte Vionerrti (' ri> | r e 4-1 "> 1 - 3 |5 Amli.-Sion 167.54 167 -56 167. 4 167 96 -11 -n Bu n Aires 1.661 1 -6'> 1,658 1. 98 21 19 1 "0(1 Brii- '.'intn? 2.1 0- 21 06 21 13 f jl’oll Christiania 63,87 64 3 64 02 64 18 VOll'VOll MopiüThrtflcii 74,06 75 14 75 21 75 \3 - D 00.1 0in..r i ülm 113,04 113,34 113 04 113 "2 o.<;doi( Hcliingtors 10 55. 1 71 10 5-7 10.565 10 605 10.1 voll ttlolien. . 16 75 16 97 17 01 10. .'voll ronboi: - 19,975 20 0 5 20,002 20.052 reu voil '1,'cunark - - 4.105 4,205 21.16 4,195 4,20 > DVL'UO.l P. ns• - 21.10 21. .5 21 41 IO- vOll Schwei, . 8.061 8 034 80.66 80 86 . 01. V04 Soa ten . 69 3 59 47 50 48 59. - Javan .. - 1,661 0,463 1,065 1.680 1.'84 rn.'on *tt> de ftan SBic - in T-" 0,465 0Jo4 0,4<,6 . Olli.Ju VOUL'üd Ceit. abgeii 59.13 59,27 5,9'3 3,927 - - Prag Beirrab . . 12 -3 1 7 12 448 12.,8) -v.ljd 6 71 6 76 6 72 6.74 Bubav-'si. 5.75 k 80 5 80 6.82 • V.. -Vll Bul arten 5,055 3,065 3,055 8,06. . Oi,1 -u 13 V'i’fabon 11.975 20,0:5 19/J75 20 M15 T c.n ;i(i. . . 79 0 79.40 .9 325 79.5! 5 uoa von «011 ft nun. 2 1! 2.12 6 61 2.104 2.1H UOU|ÜOU Auren. . . 6,59 6,59 6,61 DOUlooU Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 5 MSr^ ’ .ct ?i..irr«kaniiche Nvren ..... 4,1'1 4.(94 t rfl belgische Noten ....... 21,07 21 17 ! oll Tani'che Noten ....... 7! 9 75 1 roll roll Englische Noten........ 19 977 20 07.' höfische 'u'oten...... 21 33 :: 43 roll »olländilche Noten ...... IS. 08 1(7 h4 roll lieniiche Noten...... 17 06 1? 14 roll Norweatsche Noten...... , tä 79 14 01 toll D-mich i>irerr,2100 Kronen Rumänische Noten...... 5,b00 5,^0 toll — — Schwedische Noten...... 112 77 113 3! LOll Schmetter Noten....... 89.55 bO 05 toll Spanische Noten....... 69 32 14 41 59 6 12.47 toll Tschechoslowakische Noten .. lOd Ungarische Noieo . ... 5.7 5,79 voll Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 5. März, Da heute keinerlei anregende Momente den Markt belebten und die Ausführungen, Die in den letztenGmeralrersamm- hingen von Vertretern Der deutschen Wirtschaft gemacht wurden, ebenso keine Anregung boten, zeigte sich eine allgemein zurückhaltende Tendenz. Auch mit Rücksicht auf die halbe noch bevorstehende Woche ist dte ainterneymungsiufl Del Spekulation aus ein Minimum zurückgegangea. Schärfer gedrückt zeigte sich der Montan» markt, wo Haipener, Stolberger Zinn, Gelsenkirchen und Bochumei. im Angebot lagen und erhebliche Kursverluste zu verzeichnen hatte». Auch Deutsch-Lux, Hohenlohe und Kattowiher sind sehr matt. Am Elektromarkt Der Id, en Schuckert und Siemens ca. 3 bis 4 Prozent. Auch Akkumulatoren sind weiter abgeschwächt. Sehr still lagen auch chemische Werte, die sich der allgemeinen Tendenz durchaus anvaßten. Auch Schiffahrtswerte konnten sich nicht behaupten. 3m Angebot liegen in erster Linie Hapag. Auch Hamourg-Süd und Hsnsa waren schwächer. Der Markt der S P r i t a f t i e n erleidet ebenfalls Kursverluste im Zusammenhang mit Der Biersteuer, was den Konsum weiter einschränken müsse. Auch Bankenwerte li gen ruhig. Berliner Handel fast behauptet, Reichsbank sehr matt. Petroleum lagen ohne 3n= teresse. Deutsche Erdöl nachgebend. Heimische Renten ebenfalls schwächer. Der Geldmarkt zeigte sich erleichtert zu unveränderten Zinssätzen. Tägliches Geld 9—11 Prozent, Monatsgeld 11—13 Prozent. Privatdiskont 8 Prozent. Am internationalen Devise nsen 27 bis 32, kleine Erbsen 20 bis 22, Filttererbien 19 bis ? Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 21, n 18,50 bis 20. Lupinen, blau 12.25 bis 1„ ,, gelb 14,50 bis 16, Seradella, neu 11,5 bis 16,50 Rapskuchen 17,60 bis 17,80, Leinkuchen 22,50 bis 23.50, Trockenschnitzel 9 30 bis 9,50, Torfmelasse 9,40 bis 9,50, Kartoffelflocken 19.50 bis 19,70. Ans dem Amt4verkiindiaunqsblatt. 6 Das Amtsverkündigungsblati Rr. 18 vom 6. Mä z enthält: Ergänzungswahlen zum Ge ettenausschuß der Handwerkskamn.er. — Straßensperre. — Aus.ührung des ilrlunben* stempelgesetzes. — Dienstnachcichten. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubris stehenden OLiae» übernimmt die Redaktion dem Publikum ' — Verantwortung.) Mehr PvNze^chuh für Kugelberg und „Plat enßaufen“. Die Bewohner Der Straße „Am Kugelberg" machen die Polizei auf folgenden Mißstand auf’ merlfam. der einer sofortigen Abhilfe bedarf. Fast tag lief) kann man beobachten, daß die Bewohner daselbst von lichtscheuem Gesindel belästigt und angebettelt werden. Diese Belästigungen beschrän.en sich nicht allein auf die Tagesstunden, sondern auch nachts geben sich derartige Elemente dort ein Stelldiche n. Sc auch in der Rächt von Samstag auf Sonntag. Einwandfrei ist festgestellt, daß mindestens zwei männliche Personen an verschiedenen Haustüren sich zu schaffen machten. Don einem Bewohner der gegen 2 älhr nach Hause kam, zur Rede gestellt, machten sie nichts- und doch vielsagende Ausflüchte. Wir dürfen wohl erwatten, daß diese Zeilen genügen werden, um Die tägliche unD nächtliche Aufmerksam! eit der Polize: auch auf Die abgelegenen ©taDttcile, wie „Am Kugel berg" unD „PlattenHaufen" zu lenken. 3m Aufttage der Bewohner H. S. MHI im YW3-’-EauimumxJUKW Fortlaufend Eingang der Frühjahrs-Mäntel- u. Kostüme in den bekannt guten vornehmen Ausführungen und neuesten Stoffen wie Mouline, Rips, Ottomane, Cotele, Whipcord, Burberry etc. Alle Größen auch für starke Damen vorrätig. Erstes Spccialhaus für Damenbekleidung Wagoner SZ Schlöte! 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I • '/ & wW-t 1 1 » ' J - '* ► -M ER Lichtspielhaus Bahnhofstraße Nur noch heute und morgeni DAS BLONDE HANDELE Ein Spiel von Liebe und Intrige in 6 Akten Ein h rzamixrer deutscher Film, g nial entworfen getragen von de taufrische Spiel der schönen rWAKlA JWENTI — In den Hauptrollen: ■ ■ f^er Fürst........Georg Se'-ne’l C1 ry, sc'n Sekretär . . Carl ralkenberg Gräfin Blanche Raven Helena flakowska Waber Bergson.....Car de V-gt Der Linden wirt . . . . k,r4iäand Martial Hannele. s ine Tochter "’arla Menl! C1 ristoph. deren Vetter i aas BranseweVer - 1 ■’11 ■■ ~~ ■ ~J 2383c ferner: Dfe 1 raucrfVlerllch ei en nnd l eberführunr der Leiche de* Heich*prä*idonten Eben In Berlin. As:oria-Lic itspiele Selters wes Heute bis einschließlich Sonntag D ej igd um die Welt in 18 Ta en 3. Teil u. Schluß — Dazu: Dr -i Lustspiele und Grotesken als Beiprogramm Palast-Lic tspiele Kirchenplatz Heutebis einschließlich Sonntag Em Spiel ums Leben Drama in « Akt, f rn.: Ir Hehler der Tiefe. Schauspi-d in ß Akt — Dazu; Die neueste Wochenschau Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichste. 5 21. April und 4. Mai Beginn neuer Kurse. mitrumen e und Sw be Ör kanten Sie gut und billig bei fielnol 1irchner lüuWüeuWOlong ^ch'sfenuera. W-alß strikt Kohlkaute bei Drennholz-Rr. 949. Avendorf a. d.Lda., den 4. März 1925. Hess. Bürgermeisterei Allenborf a.d.Lba. _____________Rein.__23740 holzversteigerung. Mittwoch, den 11. b. M., nachmittags 2 Uhr, wirb in bet Wirtschaft Mandler, in Kinzenbach folgenbes Holz aus bem hiesigen Gemeindewald versteigert: 2371 D 21,23 Fstm. Eichenstämme 3. unb 4. Kl. zirka 70 Fstm F.chtenstämme 2.-4. Kl. Kinzenbach, ben 6. März 1925. Der Gemeinbeoorsteher Bep ler. Holzverfteigeruug in der CberTÖrftctei Krosdvrf Montag, den 16. März, vormittags um 10 Uhr, werden >u Odenhausen bei SU in le I aus den Distrilten Schabenstrauch (64), tzohenschicd (62), Alter Stall (67), Hirschsprung (88), Gehren 69), Hemm- stob (71), Sch ohberg (75), Hasengarten (80, 82). Sammelhieb der Försterei Salzböden (Hegemeister Sa leck-Salzböden), etwa 1000 Am. Sichen- und Buchen- Scheiter und -Knüppel und 3000 Am. Eichen- und Buchen-Aeiser, öffentlich meist- bietend versteigert. Zahlungs-Ausstand bis 6. April d. F. Es kann im Termin bezahlt werden.______________ ufsur (Ü t: f r o Inrrfa in m i u n j. Freitag, den 13. März 1925, abends 8 Uhr, findet auf hiesigem Rakhause or- bentLd)e Generalversammlung des Span unb Donchulzvereins Allenborf a. b. ßumba e. ® m. b. H. mit folgenber Tagesordnung statt. 1. Bericht über bas Geschäftsjahr 1924, Iahresrechnung unb Bilanz zum 31. Dezember 1924. 2. Beschlußfassung unb Genehmigung der Bilanz und Verwendung des Reingewinns. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Verlesung des Revisionsberichtes. 5. Neufestsetzung der Haftsumme. 6. Dereinsanaelegenheiten. Die Rechnung liegt vom 7. März an, 8 Tage lang zur Einsicht der Genoffen im Geschäftszimmer offen Allenborf a. b. Lumda, ben 5. März 1925 Für ben Aufsichtsrat: Vorsitzender: ____________Loh._________23800 NüAAuMM"LL llnsftattimg Mein v. preiswert oie Srllhische Unio.-ünnrrret. B. Lange, Siegen, Sldvlslc.7, HK* T Schuhhaus Süss HESSEN Das Haus der guten Qualitäten ffi), Für Knaben: Boxrind-Stiefel arbeitung, 7 7E breite, bequeme Form . . . Mlc. lelU Boxrind-Derby-Stiefel la Qual., außergew. dauerhaft, 10.25 Boxrind-Derby-Stiefel n Rn erstkl.Verarb., bek. Marke, Mk. II»wü Für Mädchen: Boxrind-Halbschuhe RQI- R.-Chevr.-Halbschuhe Rn Lackkappe......... Mk. O«OU Boxrind-Derby-Stiefel n 7R schöner Abs., erstkl. Ware, Mk. 11 • < 0 Lack-Halb-u. 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