:’Q miu rv LKU- b“ »>tzj SiÄ* ein Ä1!1 als A^v A'° Äj" d°-TL LKS; WM LWr ÄäsSh ®* «. S .*«?*!£ •st jtubicrt k,'r ®ct ^efihc, J^nad)t. tzx hatlr ober LKD PaaSsk- xSi» Iwihkuren, ÄV?T?: **?aS 'vrtschmg jplflt) & Co. leschäft Or. i Erster Blatt 1?5. Jahrgang Dienstag, 6. Januar 1925 Erscheint täglich, außer Sonns und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Nonats-Vezugrpreiz: 2 Goldmark u. 20 Gold- psennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, 3)«* lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerSietzen. pofifcheckkonlo: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen druck und Verlag: vruhl'sche UniversitätL Buch- und Zteindruckerei H. Lange in Siegen. Lchrifttsktung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe r. Annahme van Anzeiger für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichKeit Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärtr 10 Goldpsennig; füi Ne- Klame-An-eigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrist20' .Aufschlag. - Berantwarllich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; fürden Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in ©iefjen. Reichstagseröffnung. Berlin. 5. San. (Priv -Tel) Dor dem ReichStagSgebäude hatten sich heute nachmittag öor Eröffnung der Sitzung zahlreiche "Neugierige eingefunden, die jedoch von den postierten Sicherheitsbeamten aus den Zufahrts- slrahen ferngehalten wurden. Auf dem Reichstagsgebäude selbst war eine der Flaggen versehentlich in umgekehrter Farbenfolge (Gold-rot- schwarz) gehißt wvrdcn, was nach dem Seerecht „Meuterei aus See" bedeutet. Trotz dieser bösen Anzeichen, zu denen man auch eine rote Fahne rechnen kann, die ein Demonstrant vor dem ReichSgebäude schwenkte, ist jedoch die Ruhe und Ordnung nicht gestört worden. Sn den ersten Mittagsstunden füllte sich das Haus des Reichstages. An allen Portalen herrschte stärkster Andrang. Durch Schutzpolizei und die Beamten deS Reichstages wird vor und innerhalb des Reichstages schärfste Kontrolle ausgeübt. Auch an den Straßenecken, an die die Bannmeile angreirzt. ist verstärkte Schupo zu sehen. Sraendwelche größere De-- inonstrationen haben sich bisher nicht ereignet. Ein kommunistischer Trupp mit einer roten Fahne konnte mühelos aufgelöst werden. Die Einlaßkarten zu den Tribünen find schon seit drei Tagen vergriffen. Ilm 3 Llhr sind die Tribünen überfüllt, die Diplomatenloge gut beseht. Auch auf der Pressetribüne herrscht großer Andrang, besonders von Ausländern und von Herren aus Volksparteiler Scholz dagegen beantragte, die Präsidentenwahl auszusehen bis nach der Bildung einer verhandlungsfähigen Regierung. Sein Antrag fiel aber, da er nur die Unterstützung der Deutschnationalen fand. Es blieb beim Vorschlag des Alterspräsidenten, daß am Mittwoch die Wahl des Präsidiums vorgenommen werden soll. 3m Anschluß daran will man dann den kommunistischen Antrag auf Freilassung dec verhafteten Reichstagsabgeordneten ohne Debatte an den geschäftsführeirLvn Ausschuß schicken. Sn Preußen ist die Wahl des Landtagspräsidiums auf den Donnerstag festgesetzt. Die Regierungskrise. Die Auffassung in der Deutsch nationaler, Volkspartei. Berlin, 6. San. (£.11.) Aus deutschnationalen parlamentarischen Kreisen erfährt die Tele- graphen-llnion: Die Tatsache, daß der Reichskanzler Marr an die Mitglieder der preußischen Landtagsfraktion der Deutschnationalen Partei, von Kries und Ministerialdirektor Reu Haus ohne jede Fühlungnahme mit der Deutschnationalen Partei herangetreten ist, hat in deutschnationalen Partei- freifen eine gewisse Verstimmung hervor- gerufen, da ein solcher Schritt, selbst im Hinblick auf die Absicht, ein überparteiliches Kabinett kunft der Deist der Versöhnung und Verständigung fettens der Alliierten Deutschland und Preußen gegenüber walten würde. Rach den vorliegenden Rachrichten soll aber die Räumung der Kölner Zone nicht zu dem festgesetzten Termin vorgenommen werden. (Drohe Unruhe im ganzen Hause.) Wir erheben jetzt als erste Handlung des Landtags (erneute Tlitterbrechungen seitens der Kommunisten: Amnestie! Amnestie! Heraus mit den Desangenen!) Einspruch wegen der Richträumung Kölns. (Lebhafte Zustimmung.) Angenommen wird der Vorschlag des Alterspräsidenten, am Donnerstag die nächste Sitzung abzuhalten. Programm: Wahl des Landtagsvrä- sidenten, kommunistische Anträge. Um die neue hessische Regierung. Neuer Kuhhandel. Darmstadt, 5. San. (Eigener Bericht.) Sn den letzten Tagen haben verschiedentlich Besprechungen von Vertretern der Regierungsparteien über die Frage der Reubildung der hessischen Regierung stattgefunden. Da bisher' noch keine Klärung erzielt worden ist, so werden diese Besprechungen in dieser Woche fortgesetzt. Der Beschluß des Zentrums, eine Erweiterung der Koalition nach rechts zu erstreben, hat bisher noch kein Ergebnis gezeitigt. Das Zentrum ist wahrscheinlich überhaucht noch" nicht an die Rechtsparteien wegen Lösung dieser Frage herangetreten, wenigstens war bi 5 jetzt darüber noch gar nichts in Erfahrung zu bringen. Die gegenwärtige Lage hat Di.le Aehr,- lichteit mit der im Dezember des Sahres 1921. als nach den Wahlen des Qlobembcrd die Reu bildung der Regierung im Vordergrund der hessischen Politik stand. Die Entscheidung lag damals, wie heute, beim Zentrum, es kommt darauf an. ob das Zentrum in der Frage der Verbretterung der Koalition nach rechts fest bleibt. Damals hat das Zentrum sich betanntlid] den Forderungen der Sozialdemokratie unter» toorfen. Von den vielen Gerüchten, die im Zusammenhang mit den Besprechungen über die Regierungsbildung auftauchen, fei eines erwähnt, das davon spricht, daß die Sozialdemokratie zwei neue MinisterialratS- posten schaffen will; für einen solchen soll der Abg. Sturmfels ausersehen fein. Als Gegenleistung soll die Demokratie den Posten eines Kreisdirettors erhalten. Genannt wird der Kreis Groß-Gerau; behauptet wird ferner, daß dieses Amt ein demokratischer Gewerlschaftsbeamter erhalten soll. Ob an diesen Gerüchten etwas Wahres ist, läßt sich nicht feststellen. ■||IB||MIM !,»lll«>M»H II WIHHMIIIWIWm—H—H IM - ir — - -JOQ» Die Räumungsnote der Verbündeten. ißen Tel, 1303 u. 1304 ilei)bWniiip auf Wertpapiere en Bedingungen on Wertpapiere!! an länMen Börsen u, geschlossenen Depots Briefen auf alle größeren iv und Auslandes ifreien Scheck-Rechnungen N (Ml )fi Wechseln d u. Ausland der Provinz. Sämtliche Fraktionen halten noch bis mrz vor Beginn der Sitzung Besprechungen ab. Trotzdem ist die Wandelhalle sehr sc a r f belebt. Man sieht manchen der parlamentarischen Köpfe. DaS erste Mitgliederverzeichnis bringt die endgültige Feststellung der Stärke der einzelnen Reichstags- fraktivnen. Danach verteilen sich die 493 Mitglieder des Reichstages wie folgt: Sozialisten 131, Deutschnationale 111, Zentrum 69, Deutsche Dolkspartei 51, Kommunisten 45, Demokraten 32. Wirtschaftsvereinigung einschließlich Bayerischer Dauern- bünd und Deutsch-Hannoveraner 21. Bayerische Volks Partei 19, Rationalsvzialistische Freiheits- vartei 14. Fraktionslose Mitglieder sind in diesem Reichstage nicht vorhanden. Die kommunistische Fraktion des Reichstages Ist in der ersten Sitzung verhältnismäßig schwach her treten. Fünf ihrer Mitglieder befinden sich in Untersuchungshaft. Der Abg. Katz ist noch in Wien festgehalten und wird dort voraussichtlich eine mehrtägige Gefängnisstrafe wegen Führung eines falschen Passes verbüßen müssen. Ruth Fischer ist inzwischen freigelassen worden, aber auch noch nicht in Berlin eingetroffen. Klara Zetkin befindet sich in Moskau. Eine ganze Reihe kommunistischer Abgeordneter, gegen die Steckbriefe erlaffen sind, werden erst in den nächsten Tagen eintreffen, wenn durch die Eröffnung des Reichstages ihre S m m u n i t ä t gesichert ist. Die erste Sitzung. ,e Siev^ 1925 Vdß M B»** ’ Die beiden neugewählten Häuser des Reichstages und des Preußischen Landtages haben, um ihre Schicksalsgenreinschaft zu kennzeichnen, am Montag nachmittag zur selben Stunde ihre Session eröfftiet. An beiden Stellen war man auf die Möglichkeit kommunisttscher Skandalszenen vorbereitet. Der Reichstag glaubte aber in dieser Richtung die größere An- toattschaft zu haben und hatte deshalb auch die stärksten Avwehrmahnahmen getroffen. Das Haus war mit einem großen S ch u h rna nn s a u fg e- bot umgeben, auch die Tribunenbesucher wurden kontrolliert. Ein kommunistischer Zug versuchte mit roter Fahne vor dem Reichstag zu demon- ftrieren, wurde aber mühelos zerstreut. Der Sozialdemokrat Dock- Gotha, der das Amt des Atterspräsidenten in erblicher Verwaltung zu haben scheint, eröffnete die Sitzung. Kaum aber hatte er das erste Wort gesprochen, als schon die Kommunisten mit ihren angekün- digten Ob st ruktionsver suchen einsehten. nwem sie automatisch: „Heraus mit den Gefangenen I" riefen. Da aber ihre stärksten Schreier im Gefängnis sitzen, und Herr S to a n Katz ebenso wie Frau Ruth Fischer noch dte unerbetene österreichische Gastfreundschaft rn An spruch nehmen müssen, fehlt den Kommunisten ^diesmal das Rückgrat, sie freien schließlich kläg-- tpid) ab und muhten sich bald wieder b e ° ruhigen, so daß die Regularien der Eröffnungssitzung, die Ernennung der Schriftführer Md der Ramensaufruf, sich ordnungsnräßig vollziehen tonnten. Richt einmal der Aufruf des Romens Ludendvrff — der übrigens nicht rmveseird war — reizte die Kommunisten zu »gendwelchen Zwischenrufen. Der Reichskanzler erschien erst reichlich spät und konnte feine Ramensmeldung nicht mehr vornehmen. Der Reichsauhenminister war überhaupt nicht bertroten. Segen den Vorschlag des Alterspräsidenten, cm Mittwoch nachmittag die Wahl des Präsi- -diums vorzunehmen, erhob sich Widerspruch von deir Kommunisten, die ihren starken Mairn, den Alhleten Thälmann vorschickten, der unter heftigsten Angriffen gegen alle Parteien und den Reichspräsidenten die Forderung stellte, daß die Anträge auf Amnestierung von tZOOO politischen Gefangenen und der Frellassung der fünf kommunistischen Abgeordneten sofort auf die Tagesordnung gesetzt werden sollte. Der Deutsch- It SchranWächern ■Schluß der Miet« "° febutt eines pM* (jodjerfreut ® ) R°thsP thgeb.L°e°E zu schaffen, als ungewöhnlich angesehen werden muß. Man beurteilt iwrerhalb der Deutsch- nationalen Partei die Aussichten der neuen Kombination nicht sehr günstig, weil man nicht sieht, wie eine stabile Reichsregierung ohne feste Verhältnisse in Preußen geschaffen werden kann. Deshalb haben von Kries und Reuhaus im Einverständnis mit ihrer Partei ihre Entscheidung davon abhängig gemacht, daß sich in Preußen die Zentrumsfraktion für die Regierung der bürgerlichen Ordnung entscheidet, die im übrigen auch von den rheinischen Bauernvereinen von allen ihnen nahestehenden Fraktionen gefordert werde. Wie die Blätter betonen, werden nach der Ablehnung der deutsch-nationalen Land!agsab- geordneten v. Kries und des Ministe' ialdirütors Reuhaus die Verhandlungen vom Reichskanzler Marx f ort g e f ü b r t, und wie die „Zeit" erfährt, besteht kein Grund, sie für aussichtslos zu halten. Don den Blättern wird die eneje Verbindung der Regierungsbildung im Reiche mit der in Preußen hervorgehoben. Besondere Bedeutung wird von den Bättern der Ekttschtt- düng der preußischen Lairdtagssvakron des Zentrums beigem ssen, ob die Partei auch ohne Regie u-g;bt.teil'gung der D u schm Volk-partti in der Regierungsloalttion Dcrble.ocn roerbr, den eine solche Regierung würde zwar ein positives Vertrauensvotum nicht erzielen können, jedoch würde es auch im Landtag keine Mehrheit für ein Mißtrauensvotum geben. Die Regierungssrage in Preußen. Die Volksftartci für Demission des Äabiueits Brann. Berlin, 5. San. (WB.) Amtlich. Am Montagnachmittag empfing der preußische Ministerpräsident Braun die Führer der preußischen Koalitionsparteien. D.e Vertreter der Deutschen Volkspartei vertraten den Standpunkt, daß auf Grund des Art. 45 der Preußischen Verfassung die Regierung zurücktreten müsse, um dem Landtag Gelegenheit zur Reuwahl des Ministerpräsi- denken zu geben. Die Vertreter der drei anderen Fraktionen teilten diesen Standpunkt nicht. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei gaben daraufhin die Erklärung ab. daß sie die Konsequenz ziehen und ihre beiden Minister aus dem Kabinett zurückziehen mühten, um damit die Demission des Gesamtkabinetts herbeizuführen. Die Vertreter der übrigen Parteien stellten daraufhin fest, daß diese Erllärung der Deutschen Volkspartei eine neue politische Situation geschaften habe, die sie zwänge, zunächst einmal wieder mit ihren Fraktionen Fühlung zu nehmen, uni deren Stellung zu erfahren. Das preußische Staatsministerium wird am Dienstagnachmittag zu der Frage Stellung nehmen, ob sich aus Artikel 45 der Verfassung ohne weiteres ein Anlaß für die Demission des Kabinetts ergibt. Der Ministerpräsident ist der Ansicht, daß der Ausfall der Wahlen dem preußischen Kabinett keine Veranlassung zum Rücktrttt geben könne. Sollte der Landtag anderer Auffassung fein, so sei es an ihm, auf dem verfassungsmäßigen Wege die Snitiatioe zu ergreifen, indem er die Vertrauensfrage stellt. Sn der für Dienstagnachmittag angesetzten Kabinettssitzung wird die Angelegenheit der Beschlußfassung des Gesamtkabinetts unterbreitet werden. Eröffnung des Preußischen Landtags. B e r l i n , 5. San. Alterspräsident Herold vom Zentrum eröffnet die Sitzung und begrüßt, von andauerndem Lärm der Kommunisten unterbrochen, die Wttglieder des neuen Landtags. Dach der Genehmigung der Londoner Abmachungen waren wir der Ansicht, daß in 3u- Berlin, 6. San. (511) Die Kollektivnote der verbündeten Regierungen über die Frage der Räumung der nördlichen Rheinlandzone lautet in deutscher älebersetzung: Art. 428 des Vertrages von Versailles vom 28. Suni 1919 besagt, daß. um die Ausführung des genannten Vertrages durch Deutschland sicherzustellen. die deutschen Gebiete westlich des Rheines einschl. der Brückenköpfe während eines Zeitraumes von 15 Sah r en nach Sn- frafttreten des Vertrages durch die Truppen der alliierten und assoziierten Mächte besetzt bleiben. Gemäß den Bestimmungen des Artikel 429 wird die, in Art. 428 vorgesehene. Besetzung, wenn die Bedingungen des genannten Fr iedensvertrages von Deutschland getreulich erfüllt werden. nach und nach bei Ablauf der er st en 5. dann der ersten 10 Sah re eingeschränkt werden. Schon jetzt sind die alliierten Regierungen in der Lage, der deutschen Regierung, ohne den 10. Januar 1925 abzuwsrten, mitzutrilen, daß sie den Beweis dafür erhalten haben, daß Deutschland die im Artikel 429 vorgesehenen Bedingungen noch nicht erfüllt hat und bis zu diesem Datum nicht erfüllt haben könne, um der Vergünstigung der Bestimmungen über die vorzeitige, teilweise Räumung teilhaftig werden zu können. So sind, wenn man nur den Teil V des Vertrages betrachtet, die von der interalliierten Militärkontrollkommis- fioii trotz gewisser Widerstände, denen sie begegnet ist, gesammelten Rachrichten über den Stand der Ausführung der militärischen Bestimmungen hinreichend, um diese Entscheidung der alliierten Regierungen zu begründen. Es sind zum Beispiel, um nur einige, wesentliche Punkte unter den schon jetzt bekannten Tatsachen hervorzuheben, die folgenden Feststellungen gemacht worden: Sn Verletzung des Art. 110 ist der Große General st ab der Armee in einer anderen Form wiederher gestellt wo den. Sn Verletzung des Art. 174 sind Freiwillige auskurze Zeit in die Reichswehr ei n- gestellt und ausgebildet worden. (Entgegen dem Art. 168 ist die Ihnftellung der Fabriken für die Herstellung von Kriegsmaterial bei weitem noch nicht durchgeührt. Entgegen den Artikeln 164 bis 169 sind bei der militärischen Ausrüstung festgestettte, überzählige Bestände jäte. A.t ro Händen, und es sind bedeutende, unerlaubte Vorräte an K r iegs - m a t e r i a l entdeckt worden. Entgegen dem Art. 162 sowie dem Beschluß der Konferenz von Bou- logne vom 19. Suni 1920 hat die staatliche Umvrganisation der Polizei noch nicht begonnen. Entgegen dem Art. 211 hat die deutsch Regierung bei weitem noch nicht alle, von den alliierten Regierungen in ihrer Rote vom 29. September 1922 geforderten gesetzgeberischen und DeiwattungSmahnahmen getroffen. Die alliierten Regierungen rechnen übrigens mit dem baldigen Eintreffen des Berichtes der interalliierten Kontrollkommillion, der Etc Gesamtergebnisse der im Gange befindlichen Geneialinspettlon toiebergibt Dieser Bericht wird es ihnen ermöglichen, zu bestimmen, was ron Deutschland erwartet werden muß, damit feine Verpflichtungen auf militärischem Gebiete gemäß den Bcstnnmungen des Art. 429 als getreulich erfüllt betrachtet werden können. Eine weitere Mitteilung hierüber wird der deutschen Regierung zugehen gezeichnet: Eede la Faille, P. de Wargerie Dos- darr, d'Abernon, Honda, vor der deutschen Antwort. Keine stichhaltigen Gründe für die Nichträumuug. Berlin, 5. San. (WB.) Zur Rote der alliierte» Regierungen über die Frage der Räumung der ersten Rheinlandzone erfahren wir von zuständiger Stelle, daß sich die Note offenbar Vorwürfe zu eigen macht, die insbesondere i n derfranzöstschenPresseseit einiger Zett im Zusammenhänge mit der Generalinspettion und der Frage der Räumung der nördlichen Rheinlandzone erhoben wurden. Die Tn der Rote zusammengestellten Vorwürfe sind so allgemein gehalten, so wenig sachlich begründet, baß es an der Voraussetzung für eine sachliche Stellungnahme dazu fehlt. Die deutsche Regierung hält es daher für richtig, die Widerlegung dieser Vorwürfe so lange zurückzu- stellen, bis ihr die angekündigten näheren Mitteilungen gemacht sind. Sie gibt dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß dies bald geschieht. Schon jetzt aber stellt die deutsche Regierung fest, daß der Stand der Entwaffnungsfrage nach ihrer Uebeczeugung a u f keinen Fall eine so schwerwiegende Maßnahme wie die Verlängerung der Besetzung der ersten Rheinlandzone rechtfertigen kann. 3m übriger. wird die deutsche Regierung in kürzester Frist den alliierten Regierungen ihren Standpunkt in einer Antwortnote mitteilen. Die sächsischen Industriellen gegen den Vertragsbruch. Dresden, 6. San. (S. 11.) Der Gesamtvorstand des Verbandes sächsischer Sn- dustrieller hat der Oeffentlichkeit eine Erklärung übergeben, in der es heißt: Die Mitteilung über die Verweigerung der Räumung der Kölner Zone am 10. Sanuar hat in den Kreisen der sächsischen Sndustrie tiefgreifende und allgemeine Empörung verursacht. Deutschland muß mit allen Mitteln, namentlich mit den ihm noch verbliebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten seine schwer gefährdeten Lebensinteresfen wahren. Die Völker wissen, daß die für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft notwendige Verkehrssicherheit nicht von Deutschland, sondern von denen untergraben wird, die eS unternehmen, die einem tief geschädigten Lande gegebenen Zusagen unter der Verschleierung eines neuen Bruches des Versailler Vertrages zu umgehen. Der Dank an Saarlouis. Berlin, 6. San. (TU.) Die Landtags- srakrion der Deutschen Volkspartei hat folgenden Antrag eingebracht: Der Landtag wolle beschließen: Der Preußische Lairdtag spricht der Bevötterung der Stadt Saarlouis seinen Dank und seine Anerkennung für ihr kraftvolles Bekenntnis zu Deutschland, ihrem Vater lande, uird zu Preußen aus. Der preußische ßanbtag ist gewiß, daß dieselbe Gesinnung in der gesamten Saarbevöllerung lebt. Der preußisch. Landtag beauftragt die Staatsregierung, diesen Beschluß zur Kenntnis der Saarbevölkerung zu bringen. gum VarmaL-Krach. Berlin, 6. San. lWD.) Entgegen der Meldung eines Berliner Spätabendblattes hat das Verhör der Gebrüder Marmat noch nicht begonnen. Zunächst sollen die Ausfaaen der Unter- bircftoten des Konzerns nachgepcütt werden. die Blätter wettet melden ist in der Angelegenheit Kuttsket heute mit der richterlichen Vernehmung der beiden Söhne des Generaldrrek- tors und des Prokuristen Bley begonnen worden. Der verhaftete Prokurist der Roch Att.-Ges. Fritz Wolll tst aus der Haft entlasset worden. Der gestrige Doppelselbstrnord des Dcrltr.er Bankiers Frredländer und feiner Gattin war in der Hauptsache wegen de- Verhvlt'/np bef ihre Bor nicht des Dorgehens gegen den Barmakkonzern Kassen zeitweilig schließen muhte. an dem Frankreich anderen Sennes wird, dem .10. Januar dürfte das aber wohl mehr eintreten. Dis NnLsrzei^nung Der wirtschaftliche jModus vivendi mit Frankreich. Die Franzosen, die sich während der nun ' schon ziemlich lange andauernden deutsch-französischen Wirtschaft i-verhandlungen durch Quertreibereien unb Verschteppungsmanöver cmszeich-- netcn, vor wenigen Tagen sogar mir ausgesprochenen Kamp szollen auf dem Plan erichie- nenK haben es jetzt auffallend eilig, wenigstens bis zum 10. Januar ein provis oris ches Ha n de ls ab k o mm e n unter Dach und Fach zu bringen. Ein entsprechender Entwurf, der über 42 Artikel umfaßt, ist der deutschen Delegation bereits zugegangen. Aber auch hierbei hat sich herausgestellt, daß man auf französischer Seite noch immer die alten Gedankengäng verfolgt, aus dem alten DertragsverhÄtnis soviel wie möglich in bas neue hinüberzuretten, den deutschen Exporteur aber in allen wichtigen Ausfuhrartileln durch übermäßig hohe -Zollsätze an die Wand zu drüben. Daß unter diesen Umständen auch von einer provisorischen Regelung feine Bede sein kann, versteht sich von selbst, obwohl die Franzosen den Zwischenzustand nur über drei Monate erstreckt sehen wollen. Sie rechnen allerdings damit, daß auch während dieses Zeitraums der Handelsvertrag noch nicht zustande kommt und haben schon jetzt die Möglichkeit einer Verlängerung des vorläufigen Abkommens ins Auge gefaßt, mit anderen Worten bedeutet das also der Versuch, unter dem Schutze ites Provisoriums die eigentlichen Verhandlungen weiter hinaus?>u schleppen, um von Vierteljahr zu Vierteljahr immer wieder in den Genuß der alten Rechte zu kommen, wie sie aus dem bisherigen Vertrag in den französischen Entwurf übernommen worden sind. Da für Deutschland die Frage eines Handelsvertrages nicht so dringend ist, wie für Frankreich, können tote getrost den Zeitpunkt avw-arten, Prokuristen Wolff, «nes SttellvhneS Fned- länders, verübt worden. Ein Selbstmord im Barrnat-Skandal. Berlin, 5. 3an. CSU.) Der 73jährige Van- kier Leopold Friedländer, der frühere Mitinhaber des Bankhauses Hoffmann und Friedländer, hat sich in der vergangenen Rächt mit feiner Frau vergiftet. Herr Friedländer war auch Direktor der Bremer Privatbank, die wegen des vorläufig?« Abkommens Zn Frage gestellr. Paris, 6.3an. (SH.) Da allgemein befürchtet wird, daß das vo läufige Hanbelsab- lommen von der deutschen Delegation nicht vor dem 10. Gxinuar 1925 unterzeichnet toerben tonnte, macht sich in der Abendpresse eine gereizte Stimmung gegen die deutsche Delegation bemerkbar. Der „Lemos" behauptet, duft die Richt- annahme des Provisoriums bereits eine von der deutschen Regierung besch o sene Ta fache sri Das Blatt macht den Sachverständigen Lee Schwerindustrie den Vorwurf, das) s-.e verabre- dungswidrrg nicht zum 9. Januar nach Paris zurückzuke hr en b- a sich g cm. Wi- von zuverlässiger €>eiic verlautet, uai sekretär Tr endelenburg eine W iüng aus Berlin erhalten, den fran öst chen Do. cha; ab- S^leh nen. Es sind wenig Ausftch.ea vochan- Finanzreform und Finanzausgleich. Berlin, 6. San. (Priv.-Lel.) Die alsbaldige Reuregelung des Steuerwesens und des Finanzausgleichs gehört augenblicklich wohl zu den dringendsten Aufgaben des Reichsfinanzministeriums. Weder Staat noch Gemeinden sind in der Lage, ihre Einnahmen nur einigermaßen zutreffend zu ctatisieren, solange es völlig ungewiß ist. wie sich die finanziellen Beziehungen zwischen ihnen und dem Reiche gestalten werden. ( Da aller Voraussicht nach der Finanzausgleich eine von der bisherigen erheblich abweichende Gestaltung erhalten wird, so muh auch die Landcsgesetzgebung umgestellt werden. Die Ausarbeitung und Einbringung der entsprechenden Gesetzesvorlagen kann aber erst erfolgen nach Verabschiedung des neuen Finanzausgleichsgesetzes. Wie wir hören, sind von einzelnen Ländern eine Reihe von Vorschlägen und Anträgen zum Finanzausgleichsgesetzc beim Reichsfinanz» ministerium eingegangen, die in der Hauptsache folgende Punkte umfassen: 1. Verstärkung des Einflusses der Länder jm Reichsrate auf dem Gebiete der Steuergesetzgebung. 2. Beschränkung des Reiches auf die Gesetzgebung bei der Einkommen- und Körperschafts st euer, deren Erträge voll den Ländern und Gemeinden zufliehen sollen. Gewährung eines Zuschlagsrechtes an die Gemeinden bis zu einer bestimmten Grenze. Erhebung der gen amten Steuern durch Landes- und Gemeindevrgane an Stelle der bisherigen Rcichsbehörden. Veranlagung unter wesentlicher Mitwirkung von Landes- und Gemeittdebehörden. (Das bisherige System der SteuLrüber- weisungen sSchlüssclverteiluna) hat zu außerordentlichen Ungleichheiten für die einzelnen Gemeinden geführt. Lediglich die Wiedereinführung der materiellen Steuerhoheit und des Zuschlagsrechts der Gemeinden vermag hier Abhilfe zu gewähren.) 3. Erhöhung der Kraftsahr zeug st euer, bedingt durch den ständig zunehmenden Kraftwagenverkehr und die immer kostspieliger werdetlde Straßenunterhaltung. Entwurf zum Aufwertungsgefetz Berlin. 5. 3an. (241.) Wie her Hhpo- thekengläubiger Schutzvcrband (Syarerbrnd) mitteilt, ist eine aus Delegierten des Reichstinanz- und des Reichsjustizministeriums sowie aus Mitgliedern Les Kammergerichts bestehende Kommission seitens der Regierung beauftragt worden, einen Entwurf für das neue Auftrertungs- gesetz zu bearbeiten, der bis zum 15. Februar fertiggefiellt fein soll. expeditivn igte Ge- zum den, daß vor dem 10. Januar eine Einigung erzielt werden kann. Es trifft zu, daß die Sachverständigen nicht zum 8. Januar nach Paris zurückkehren wer dörr, doch bedeutet das durchaus feine Ablehnung der Wiederaufnahme der Besprechungen. 2lus aller Welt. Nachlassen ber Wassprqesaftr. wehrmahnahmen bittet. Unwetter in Belgien. In Belgien hat das älntoeltcr weite bietsteile verwüstet. Das Maastal steht Die gewaltige Gärung, in der sich Italien nun schon seit Wochen befindet, und die durch die jüngste KammcrredeMussolinis unzweifelhaft ein schnelleres Tempo erfahren hat, hat jetzt zu einer machtvollen Kundgebung des Faszis- mus geführt, die ihren ersten Ausdruck in der Mobilmachung der schwarzen Miliz findet. Mussolini scheint es jetzt darauf abgesehen zu haben, die unvermeidliche Auseinandersetzung mit der Opposition so rasch wiemöglich herbeizuführen. Zir diesem Zwecke hat er den ungeheuren Apparat des Faszisnms aufgeboten, um dem Lande zu zeigen, daß er noch immer stark genug ist, die Geschicke Italiens zu lenken. Der Austritt auch der konservaliven Minister aus feinem Kabinett ist eigentlich bedeutungslos, da es für Mussolini seit geraumer Zeit eine ausgemachte Sache ist, nunmehr ein rein faszistisches Kabinett zu bilden und die Macht auch nicht lmehr dem Scheine nach mit anderen Parteien zu teilen. Ganz ruhig wird die neue Ämwälzung in Italieix sicherlich nicht verlaufen, Mussolini muß entschieden Beweise dafür haben, daß ihm von sozialistischer und kommunistischer Seite doch ein ernsthafterer Widerstand entgegengeletzt wird. Sonst hätte er nicht seine Schwarzhemden in so großer Anzahl nwbilisiert, wie Vas jetzt geschehen ist. Die ersten Z u s a m m e ix ft d ß e haben sich inzwischen auch ereignet. * In politischen Kreisen verlautet, baß alle Minister dem Ministerpräsidenten ihre Portefeuilles zur Verfügung gestellt hätten und daß noch heute die Ämbildung des Kabinetts erfolgen werde, welches dann morgen dem Könige den Treueid leisten würde. Maa spricht davon, daß Äniversitätsprofessrr Bede l e, der in Deutschland studierte, das Unter» richtsministerium und der bisherige Kammerpräsident (Rocco das Justizministerium übernehmen werde. Das Arbeitsministcrium dürfte der Faszist Giuriati übernehmen. Rach den bisher vorliegenden Rachrichten wird s o n st keine Aenderung im Kabinett erfolgen. Aber während des ganzen Rachmittags ging das unkontrollierbare Gerücht, daß auch Handelsminister Rava seine Entlassung genommen habe. Soeben kommt die Rachricht, daß nunmehr auch der zweite konservative Minister, der Ar- be.tSminister S a r o c ch i, dem Beispiel seines Kollegen C a s a t i gefolgt und aus dem Kabinett ausgetreten ist. Er begründete seinen Austritt mit Meinungsverschiedelcheiten zwischen Mussolini und ihm über die Innenpolitik. Die Regierung hat beschloßen, alle „antünonardniti- scheu und verfassungssenxdlicheix" Vereinigungen auf zu lös en. Rach einer anderen Meldung wird erwartet, daß Mussolini bereits heute ein ausschließlich faszistisches Kabinett bilden wird. Die Kammer soll nach Mitteilung aus Aegierungskreisen jedoch nicht aufgelöst werden. Den Blättern zufolge sprach heute Amendola bei Givlitti vor und lud ihn eia. sich der Opposition auf dem Aventin anzuschließen. Gio» litti lehnte dies mit der Begründung ab, daß sich seine Haltung ebensowenig wie die Orlandos ändern werde. Der König hat das Cntlassungsgesuch des Grohsiegelbewahrers Oviglio, des Änterrichts- ministers C a s a x i und des Ministers für öffentliche Arbeiten Sanrocchi angenommen. Der König ernannte den Kammerpräsidenten Rocco zunx Justizminister, den Abgeordneten Giuriati, gegenwärtig Minister ohne Portefeuille, zum Minister für öffentliche Arbeiten. Die Minister leisteten heute abend dem König durch Hands-chlag den E i d. R^diLsch Verhaftet. Agram, 5. Ian. (TU.) Der lroaüfche Bauernführer Radirfch mürbe heule vormittag hier verhaftet. Er hatte sich im Hause seines Schwiegersohnes Kosukie in einem Lurch eine Doppelmauer abgegrenzten Raume aufgehalten, po sich auch fein Geheimarchiv befindet. Die Verhaftung Rabitschs hat große Aufregung hervorgerufen. Man glaubt. Laß er zur Aburteilung nach Belgrad abtrans- portiert totrb. Die interalliierte Finanzkonferenz. Pessimismus in Frankreich. Paris, 5. Ian. (WB.) 2>ie französische Presse, soweit sie sich mit der bevorsteyenden Konferenz der interalliierten Finanzminister be= schäftigt, stellt übe; bet Ausgang nicht gerade optimistische Betrachtungen an. Sv schreibt der „Lemps". Damit der Friede endlich auf dauerhafter Grundlage sich verwirkliche, damit die unterzeichneten Friedensverträge nich: mehr von den Um» ständen des Augenblicks abhängen und damit maix darin nicht wohl oder übel zu vrrz "eifellen Aus- Hilfsmitteln gegenüber de nWirkuno-n seine Zuflucht nehmen, über die sich nientc. Illusionen hingebe, sei es wichtig, daß Vie Alliierten anß dem großen Kriege wirtlich eine Einheitsfront bildeten, die die ehemaligen Feinde nicht mehr dadurch zu brechen hoffen könnten, indem sie die besonderen Interessen der siegreichen Rationen untereinander in Gegensatz brächten. Die „Liberte" schreibt, das Wenigste, was Frankreich bedangen könne, sei. daß es seine ix Alliierten nicht mehr zu zahlen brauche, als eS selbst von Deutschland erhalten werbe. Das sei der Grundsatz ele- mertarfter Billigkeit, den Fincvrzminister Cle- rn en tel sich bemühe zur Geltung zu bringen. Aber es fei sehr spät: feine Aufgabe sei schwierig geworden durch die Tatsache, daß das Londoner Abkommen ohne die gertngyte Sicherheit dafür unterzeichnet worden sei, daß Frankreichs Rückzahlungen verbünde seien mit der Ausführung des Daw^splanes. Aber nicht nur gegenüber den deutschen Schuldnern, sondern auch gegenüber Frankreichs Gläubigern habe man das Axrhrgebiet f ü r nichts a u f g e g e b e n, Amerikas Miß- immung gegen Frankreich. R e u y o r k, 6. Jan. (TU.) Die französischen Schulden stehen im Mittelpunkt der Washingtoner Erörterungen. Die Mißstimmung gegenüber Frankreich wachst. Frankreichs Vorschlag wird als leere Geste bezeichnet. Es wird erhärt, Amerika erwarte nun endlich, daß der inoffizielle persönliche Meinungsaustausch durch ernste offizielle Vorschläge abgelöst werde, die es Amerika ermöglich zrt, darüber zu sprechen, denn Elementels Vorschläge kä- inen als Angebot nicht in Frage. Die amtliche Auffassung entsprich' ganz der gesamten öffentlichen Meinung. In den nächsten Tagen tritt wahrscheinlich die Schuldenkommisfion zusammen. In ihr wird vor allem Bvrah scharf für die Schuldenregelung sprechen. Borah tragt sich übrigens mit hem Gedanken, im kommenden Fi-üb- jahr eine Studienreise n a ch Deutschland. vielleicht auch nach Rußland, zu unternehmen. um sich, besonders im Hinblick auf die bevorstehenden, internationalen Konferenzen in Washington, über die dortigen Verhältnisse an Ort und Stelle zu informieren. fern und heute Morgen einen Rückgang auf 3,90 Meter. In Hagen muhte die Lonnebrücke gesperrt werden. Diele Straßen in A l t ena stehen unter Wasser. Die Lonnehängebrücke bei Elfoy ist teütoerfe eingestürzt. Auch in Hattingen geht das Wasser zurück. In Müblhexm an der Ruhr ist gestern der Wasserspiegel unx 6 Zentimeter gefallen. Der Höchststand war 6,20 Meter. Die Dewvhner der überfluteten Sr> aßen- teile tonnten sich in die oDeren Stockwerke der Häuser slüchten und wurden dort von der Feuerwehr befreit. Obrrrhrin und Main gestiegen. Frankfurt a. M., 6. Jan. (TU.) Man mcloct aus Main z: Oberrhcin und Main steigen langsam. Die Erscheinung erklärt sich dadurch, daß die Wassermassen des Hochgebirges in Form von Schnee liegen bleiben. 3n Kehr ist der Rhein von 142 auf 145 Zentimeter gestiegen. in Mainz von 20 auf 33, in Bingen von 146 auf 154, in Caub von 153 auf 163. Der Pegel be< Schleuse Kostheim zeigte am Sonntag 206. gestern 238. Auch Würzburg meldet steigende». Hochwasser. In Rheintürkheinx ist eine Baggermaschine im Rhein vom «Sturme umgeworfen worden und gesunken. Wassernot ir< Frankreich. Die Äeberschwemmung im nordwestlichen und westlichen Frankreich droht den Äm- fang einer Katastrophe anzunehw.en. Die westlich von Arras gelegenen Dörfer find völlig überschwemmt. Die Lave drang vorgestern abend so plötzlich in die Dörfer ein, daß die Einwohner, nur notdürftig gekleidet, auf die Dächer flüchten mußten. Dadurch sind Tausende von Personen obdachlos geworden. 3m Departement Morbehau ist die Lage äußerst bedrohlich. Der Senator des Departements hat Essen, 5. Ian. (TÄ) Der Hochwasser stand der Ruhr bat gestern uns in der Rächt seinen höchsten Stand erreicht. Sext heute Morgen fällt Vas Wasser. Im Hoerdoock zeig! der Pegel gestern einen Hochstand von 1,20 M. ein Telegramm an die Regierung gerichtet, in der er um Entsendung einer Hilfs- und Ergreifung energischer Ab- Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Januar 1925. Äinderkachen. v(£x£?t es denn überhaupt noch Menschen, die lachen können?" horte ich neulich, eine alte Dame fragen. Sie hat das Lachen verlernt und viele mit ihr. Es klingt heuizu him. und da sogar säst unhöflich, trenn S-ivachfene lach n, weil man nicht an die Ech'.hecl ubt und siw gemeint fühlt. Ach und doch io/it inan sich häufig nach einem befreienben, frobe:.. ganz sorgenlosen, glückseligen und — men machte sagen - unbewußten Lachen. Brauchst du es einmal, so suche nicht lange wie der König das Hemd des Glücklichen in der Fabel: mache dich eine halbe Stunde für kleine spielende Kinder frei und sieh ihnen zu, wie sie ihr junges, reines Leben köstlich genießen, ohne es zu wissen. Du wirst dabei meist kein lautes Lachen hören, keine grellen Töne, die das Ohr beleidig ux, — Kinder lachen mit der Seele. Wie ihr Gesicht von einem goldigen Schimmer überflogen ist. wie die Augen klar und rein leuchten, toi' alles so selig „gelost" ist und Anteil hat an der Freude und dem jubeLiben Lachen, das in schnelle ix Atexnstößen hinpulst und int Taumelzucten her Aermchen sich entlädt! Da fixxdrst du nichts Gemachtes. Es xTt alles so natürlich und selbstverständlich. so ungewollt und ausgefchöpst. daß gar keine Zeit bleibt für etwas anderes. Wenn dicke Kinder lachen, lachext sie und tun sonst nichts,' sie sind fo bet her Sache, daß man oft Muhe hat, sie wieder „zu sich selbst" zu bringen. Mussolinis Kraftprobe. Ern rein faszistisches Kabineti? größten T unter Wasse:, das auch in die Vorstädte r-t Lüttich cingebrungcn ist. Im Hennegau navte? nu Ronnenkloster geräumt werden. Auf her Sirtefe Eharlos-Rotz und Ramur wurde ein P'o lcr einer Eisenbahr.brücke gestern vom Winde umqelefit. Vier Menschenlebexx sind zu beklagen. Scyiffsuntergang Wie wir Horen, ist der norwegische Dampfer „E r i v a n" in der Rähe her Kärgueleninseln mit feiner gefilmten, aus 25 'Mann bestehenden Besatzung untergegangen. Landesamt Das Schul- 1925. Die müssen wir es wieder lernen. Laßt Sonne und Kinder zu euch mit zahlreichen Ehrungen bedacht. ’* Die Osterferien. DcrS für das Vildungswesen gibt bekamxt: jahr 1924 25 endigt am 28. März Osterferien beginnen Sonntag, den und Vas thxrt oft an. ^as yufr uvec oxeles hinweg, tooDon dich gezierte, nod} so gut gemeinte Worte und teilnehmende Versicherungen nicht befreien können. Es steigt eine Well aus, die nicht die Welt der Zweckmäßigkeit und 'Rützlxchkeit. der harten Rotwenbigkeit und des talken otrangcä ist hier ruht noch der leichte Finger Gottes auf der Erde, die Freude am Selbstschöpserischen, das sein Glück in sich hat: hier darfst du einmal das sein, was dir so oft verboten ist: ein ganz ’ naiver Mensch. Was so unendlich schwer ist. naiv zu fein und I naiv zu bleiben und doch eine Vollnatur zu wer-» den, das wird als holdestes Gefchexxk den Götter-1 söhnen in die Wiege gelegt. Wir andern Sterblichen möchten es wohlD r 29. Marz und dauern bis Sonntag, den 19. April 1925. Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 20. April, mit der Aufnahmeprüfung und am Dienstag, den 21. April 1925, mit dem vollen lehrplanmäßigen Unterricht. ** Eine Feuerbestattungsanlag« auf dem hiesigen Friedhof. Wie wir von gutunterrichteter Seite hören,"'tragt sich die Stadtverwaltung mit dem Gedanken, dem Wunsches der hiesigen Feuerbestattungsanhänger, auf dem Gießener Friedhof eine Feuerbestattungsanlage ZU erricfjtcn, nunmehr Erfüllung zu verschaffen. Die Finanzlage der Stadt verbietet allerdings den Bau eines Krematoriums, fie ermöglicht aber dir Einrichtung einer Verbrennungsanlage, die 1 in Verbindung mit der Kapelle auf dem Reuen Friedhof ihren Platz finden soll. Für die Trauerfeier würde also auch weiterhin die jetzige HalteD in Betracht kommen, non der aus eine Ver--D senlungsvorrichtung zu der Feuerbestattxmg hin-» abfuhren würde. Mit der Einrichtung der Anlage' soll in den nächsten Monaten begonnen werden. ** Arbeitsjubiläum. Heute vor 25 Jahren trat der Reisende Heinrich Giffeh bei der Kolonialwaren-Großhandlung Tribus & Gundheim in Gießen ein. Der Jubilar wurde sein, können es aber so feiten; und es sind unsere schönsten Stunden, wenn es uns einmal gelingt. „Also es gibt doch noch Menschen, die lachen können." Ja, es gibt welche: zwar kleine M.n- ; schen nur, aber doch Menschen, älnd von denen l *■'* M i t der Hapag nach Südame-II r i f a. 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuftil zur Zeit ein Film, der in allen deutschen Städten zahlreiche Geschwister hat: „Mit der Hapag nach Südamerika". Es ist bei der Fülle' des in diesen Bildstreifen Gezeigten mcht möglich, ausführlicher auf die bekannten, immer wiederkehrenden Häfen und Haxll>tsehenswürdigtei- ten einzugehen, von Vigo oder La Cvronna bis nach Rio de 3aneiro mit feinem Zuckerhut ober Sav Paulo ober ben südlicheren Hafen. Was an diesem Film wichtig ist, was ihn heraushebt aus der lediglich aufs Schauen in fenfationellcm Sinne eingestellten Masse von Reisefilms, ist. daß er stofflich in die Tiefe geht, daß er einen Dlick in die kulturellen Möglichkeiten und die, Entwicklung des Landes und seine Erschließung gibt. Die schwere Arbeit des eingewanderten, Kolonisten wächst ebenso lebensvoll hervor, wie» das große Leben her rasch enxporgeblühten Groß--* stabt mit ihren millionenreichen Trusts. Unb so steht vor dem Beschauer ein lebendiges Bild - jenes Landes, dessen Ausdehnung die Größe» unseres Kontinents übertrifft und an Einwohner-1 zahl ihm nicht in Bruchteilen nahekommt, eines r Landes, wo Arbeit unb Ausdauer noch manche Früchte ernten werden. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag:» Stadttheater: 7J/2 Ähr „Kvteor'agr". — Deutscher» Iugendbxmd Disma' ck und D. utichna'iwxa e S u-t dentengruppe: 8V3 Ähr Restaurant Ho'ckeld Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus. Hapag-L Film. Wettervoraussttge. Heiter bis wolkig, nördliche Winde, kälter höchstens vereinzelt Riederschläge oder Rebel. Das alte Fallgebiet ist im Abziehen. Ein neues tritt über Irland in Erscheinung. Auf1 seinen Einfluß dürste es zurückzuführen sein, - daß die erwartete Kälte noch nicht in Erscheinung | getreten ist, da wir keine ausgesprochen nörd- [i liehen Winde zu verzeichnexx haben. Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 5. 3an. Sern 50- jähriges Iubiläuxn als Gemeinde» kontrolleur beging Ludwig Velten V. da- ( hier. Der Jubilar hat sich durch seine hingebende Arbeit im Interesse unterer Gemeinde überall?! dankbare Anerkennung erworben. Bg. G r - B u s e ck . 6. Ian. Gestern ver- t anstaltete der hiesige P o s a u n e n ch o r unter | Leitung von Pfarrer Kalbhenn im Saale! des Gastwirts Wagner ein Konzert. Dic zahlrcicke Zuhörerschaft konnte feststellen, daß der noch junge Chor erhebliche Fortschritte zu vex-zeichnen Hot. Dem rührigen Dirigenten wie de.'- eifrigen Hingabe der Blaser wurde reicher Beisakl gezollt. Besonderen Anklang fand das von Herrn A. Kalbhenn auf der Trvmpete wir-^ kungsvoll vorgetragene, von Herrn K. Rühl aus dem Klavier verständnisvoll begleitete „Lied an der Weser". Eine zugunsten des Chors vor-!» genommene Samnxlung erbrachte den Betrag II von fast 90 Mark. eu. Deuer n, 2. Jan. Vor ll/i Jahren wurde II Bürgermeister Walther seines A m t e. -s enthoben unb Beigeordneter Arnold V. mit der Wahrung der Bürgermeistereigeschäfte bo- traut. Verwandtschaftlicher Streit verursachte eine große Gegnerschaft gegen den Bürgermeister, und diese griff dann auch auf das gemeindepolitischc Gebiet über, so daß schließlich seitens des Ge- meinderats Anklage erhoben wurde, daß sich der Bürgermeister in seiner Amtsführung cklnregelmähigteiten habe zuschulden rommen lassen. Seitens des Kreisamtes wurde har» auffxin das Disziplinarverfahren ein» geleitet und Bürgermeister Walther seines Dienstes enthoben. Es tour eine ausgedehnte Untersuchung durch Vernehmung vieler Zeugen not6 tocnDig. Dieser Tage wurde nun das Verfahren durch Entscheidung des Ministariums des Innern eingestellt Daraufhin 'hat Bürgerrneister Walther jetzt die Büvgcr- meistergeschäfte wieder übernommen. Seine Anhänger haben ihnx heute abrnv ihre Freude durch einen Fackelzug, Ständchen bis auf öen Heuti freut. 1860 nafrm tier Hloim, an ei Mks &ainl>ung < Mtzntal-Gangeröu tTit 1862 diesem § tut &rein seine zl imJ 3ungfraucn Gi vurie öen Srünber tr? Deilburg öurch , Ämdelicr übetreichl 8 Söngeifesl des Can berg flali, 1871 nahn Mg einer Friedens, kt kiljüllung des! cHi 6o daterläMs ttirftf der Lexem t 1436 lvuxde durch bü ^desseft in Grim Mll für die Lere M sandten die in ■ dm Verein ein sei 1 Angaben fü inj der Geschichte . »zu west führe uy verdienten VU besonders muh' enväh sei Mund mit vieler1 kt beschichte des C jungen. 5. Romiw sind bis Ungeschick W^nacht ein ""kskorper rc Wate den Dursch- b^nnenöce ter ganze Da tnuibe Wen Archiv. _ eueu Ätadtlirche' •ein mit und stifte Astche angebracht . gefertigt Yrr Dat 1856 war der L I Friedberger ®da «Sängerfest. Leit all/ährlich ein K Preis 50 Pfennig das Halbpfund in der bekannten Packung, sind die mit Feinkost- mar gar ine ,3Schwan im Blaubande< zubereiteten Speisen rin Hochgenuss. W WM Lulkommission (Srünberg, die mittels einer Der» reuen Stabtkirche im Jahre 1853 wirkte der Vor» Landes und /eine Erschliche 106D E. Karn, Central-Drogerie, SchulstraBe en Masse von Reisesilms, it in die Tiese geht, dah er eirc: Die ften von Wir bitten, beim Einkauf von »Schwan im Blauband“ das farbig illustr. Familienblatt „Die Blapbar.d-Woche“gratis zu verlangen. fe £uch nachts UillillKUSIIlUiillQ :e Arbeit -es tingefronbeikt ebenso lebensvoll yeroor, tzw der rasch enchvrgrMhivr Drv^ lillionenrÄchen 2vists. Und ss Seschauer ein lebendiges M messen Aasdehmmg die Drvlr ts uberirisst unb an Einwohnn- n Drnch'.eilen nahelvmu'.!, ein» beit unb Ausdauer noch mmi& werden. Pornotizen. * Königsberg (Är. Biedenlops), 5. 3an hiesige Schloß ruine. welche dem 3üi von Braunfels gehörte, wurde dieser Tage Lehrer Tamschick hier tä u f 11 e r worben. Der neue Eigentümer plant, dort selbst ein burgartiges Gebäude erstehen zu lassen, in dem er ein Iugenderziehungsheim begründen will. Die Zöglinge svUen hier zum Besuch der Universität vorgebildet werden. Man darf Lehrer Tamschick. der neben seinem Schuldienst s ich die letzten 3ahre eifrig aut der Mnt versitäl wciterbildete. viel Glück wrmscheu zu seinem Dorhaben zum Segen der Rachbardörfer und unserer Gemeinde. Mit den Ausräumung^- arbeiten wird dieser Tage begonnen, auch soll die Anlegung eines Parkes mit zu den ersten g: 1240 Pulver ,,Oi; ifen unb Hauptsehensvürdig!^ Von Mgv oder La Cvwma bi! meiro mit seinem ZuLrhut obe er den südlicheren Hafen. ML wichtig iß, was ihn heraushek s i au/s Schauen in sensationell» ■> tanzlufttge Jugend. auLübt, litt unter öer Ungunst des schlechten Welters. Der Besuch war infolgedessen nicht so ßark tote nn Borjahve Der nm dem Markte verbundene übliche Reujahrs» tanz. der in der erweiterten Turnhalle ftatt- fand, hatte dagegen seine Anziehungskraft aus die Jugend bewahrt, eifrig wurde hier das Tanzbein geschwungen. Die infolge des herrschenden Sturmes mehrmals auf kurze Zeit eintretende Unterbrechung des e.ektrischen Lchtstcomes erregte bei den Tanzenden große Heiterkeit. — Mit dem Bauder F e st h a l l e auf dem Lindenplatz konnte dank dem gelinden Wetter noch tm Dezember begonnen werden, die Betonfundamente sind bereits zum größten Teile fertig. Auch mit dem Umbau des von der Stadt erworbenen Anwesens ..Deutsches Hau«'', das wieder seinem ursprünglichen Zwecke als Hotel dienstbar gemacht werden soll, wird noch in diesem Winter begonnen werden, so daß voraussichtlich bis zum Frübiahr wenigstens der Hotelbetrieb eröffnet werden kann, während der damit zu verbindende S a a l b a u erst später, jedenfalls erst im Herbst, vollendet werden kann. — Sturm und Unwetter haben auch bei uns heftig gewütet. 3m Garten des Hotels „Krone" wurde einer der ältesten und stärksten Bäume entwurzelt. Die Schwalm ist über die ilfer getreten und hat den gesamten Wiesengrund bis nach dem benachbarten Dorfe Eudorf in einen weiten See verwandelt. An den Feldern haben die heftigen Hcgcnguffc teilweise erheblichen Schaden angerichtet. Hesscn-Nayau. Arbeiten gehören. bl. Dillenburg, 4. Jan. Das vom Kreis für seine Beamten errichtete Wohngebäude auf dem Mittelfeld ist fertiggestellt und bereits im Dachgeschoß bezogen worden. — Die Stadt läßt unterhalb des Krankenhauses ein Gebä u de f ü r städtische Beamte erbauen, das vier Familien beherbergen soll. Bei beiden Bauten handelt cs sich um Schaffung von gesunden Wohnver - hältnissen. Die seither von den einziehenden 'Beamten benutzten Wohnungen werden frei. — ihn eine geordnete Herwaltungstätigleit zu gewähr leisten, hat man Landratsamt und Kreis ausfchuß. welche bislang in einem Gebäudc untergebracht waren, voneinander getrennt. Das Landratsamt beließ man im Kreishaus 1, während der Kreisausschuß das Gebäude H in Anspruch nahm. _ fpd. Frankfurt a. M., 5. Jan. Die ö ‘ • garettenfabrik Adeo im Grüneburg toai am Samstagabend der Schauplatz eines zwei- maligen Brandes. Zuerst brach spät nach- mittags ein Brand aus, der bedeutende Tabakvorräte vernichtete. Als die Feuerwehr nach zweistündiger Tätigkeit abrückte, machte sie es dem Fabrikbesitzer zur Pflicht, bei etwa wieder auf« tauchender Brandgefahr die Feuerwehr sofort zu alarmieren. Tatsächlich loderten nachts gegen zwe> llbr aus den oberen Stockwerken abermals die Hellen Flammen und breiteten sich rasch über das ganze Stockwerk aus. Obgleich die Feuerwehr bald wieder zur Stelle war, brannte diesmal dic Fabrik aus. Der Schaden beziffert sich aus etwa eine viertel Million Mark. Mehr als 10 Mill fertiger Zigaretten wurden ein Aaub der Flammen. — In der Scharnhorststraße ü b e r f i e l der 21jährige Schmied Kurt Klumpp eine Dame und versuchte, ihr mit Gewalt das Handtäschchen zu entreißen. Die Aebersallene rief um Hilfe. Strahenpassanten verfolgten den Hauber und ergriffen ihn schließlich. Ein Helfershelfer des K. der auf der anderen Straßenseite Schmiere stand konnte in der Dunkelheit entkommen. Kreis Kriedderg. Dad-Rauheim. 5. Ian. In der Geschichte unserer Stadt wird man einst mit gutem Recht als einen besonders schönen Zug ihre Gastlichkeit preisen. Bad-2lauheirn hat solche immer gern bewiesen, in besonders hohem Maße zeiget es sich aber gastlich während des Weltkrieges. Abertausenden Verwundeten und Kranken des Heeres gegenüber, bann nach der Revolution vielen Hunderten Grenzdeutschen, die der Waffenstillstand von Haus und Hof vertrieb, und zuletzt während des Ruhr- kampfes. Rahezu 1000 Ausgewiesenen wurde hier gern und freudig Aufnahme gewährt, so daß auf jeden 12. Einwohner etwa ein Aus- gewiesener kam. Run sind die meisten Aus- gewiesenen wieder in ihre rheinische Heimat zu- rückgekehrt. Rur noch wenige Familien mit zusammen etwa 20 Köpfen sind noch anwesend. Es handelt sich meist um Familien, deren Ernährer bereits in der alten Heimat wieder seinen Dienst versieht, aber noch keine Wohnung hat. um seine Angehörigen nachkommen zu lassen. — Die Weihnachtsfeiern wurden gestern abend durch zwei Hcranftaltungen beschlossen. Die Katholische Bereinigung feierte Weihnachten durch einen Samilienabenb im Sprudel-Hotel. Zwei Theaterstücke „Htutterfegen" und „Muckt" boten beste Unterhaltung. Der neugegründete D o l ks ch o r trat mit seiner Weihnachtsunterhaltung in der Turnhalle erstmalig vor die breitere Oeffentlich- feit und erntete gleich Anerkennung. Denn was er unter Leitung seines Dirigenten Mühlhausen auf dem Gebiete des Männergesangs als auch des Gemischten Chors bot, sand ebenso verdienten Beifall wie das verständnisvoll gespielte Theaterstück .Der Weihnachtsengel in der der Schneehütte". Der Borsihende des Holkschors, Stadtv. Röhler, sprach in feiner Begrüßungsrede über die Aufgaben des neuen Hereins. der als ein Glied deS Deutschen Arbeiter- Sängerbundes in Bad-Rauheim den Holksgesang pflegen wolle. ♦ Friedberg. 8. Jan. Wie der „Obertjcff. Anz." berichtet, fand am Samstag die Eröffnung der vom Zweckverband des Kraftwagenbetriebs geschaffene Autvlini« Friedberg— Florstadt statt. Das neue Herkehrsmittel trägt einem stark empfundenen Herkehrsbedürfnis der beteiligten Gemeinden Rechnung. Es ist daher kein Wunder-, daß es allseitig mit großer Sympathie begrüßt wird. S.f. Friedberg, 5. Jan. Oberingenieur Karl Grieshaber, welcher seit dem Jahre 1912 an dem elektrischen Lieberlandwerk der Provinz Oberhessen in vorbildlicher We^se tätig war, ist am 1. Januar nach kurzer Erkrankung im 44. Lebensjahre gestorben. Die Einäscherung, die gestern in dem hiesigen Krematorium stattfand, gab einen Beweis dasur, welcher Wertschätzung sich der Entschlafene nicht nur im Äreife feiner Berufskollegen, sondern auch in weiteren Kreisen erfreute, unter den vielen Kranzspenden und ehrenden Rachrufen seien nur erwähnt die von Prvvinzialdirektor Graef namens der Provinz. Direktor von Stadler namens des ilebetfanbtoerfeS und des Hereins alter Burschenschafter. sodann Hertretcr der Burschenschaften Arminia-Karlsruhe undGcrmania-Darm- stadt, der Angestellten, Arbeiter, Installationsfirmen usw. — Ein tragischer Hör fall ereignete sich in der Familie eines hiesigen höheren Offiziers, als das Vi Jahr alte Kind derselben getauft werden sollte. Schon waren die Verwandten und geladenen Gäste versammelt, der Pfarrer, der die Handlung vornehmen sollte, soeben eingetroffen, als sich herausstellte, daß der Täufling unmittelbar vorher an einem Herzschlage verschieden war. * Steinfurth, 2. Ian. In ganz besonderer Weise begingen wir diesmal to.eber die Weihnachtsfeier in unserer Dorskirche. War es vor Jahren das .Weihnachtsfestspiel in deutscher Drangsal und Rot", das. vom Ortsgeistlichen Pfarrer Weck gedichtet, hier zum erstenmal in der Kirche zur Aufführung kam und seitdem in virien Kirchen innerhalb und außerhalb Hessens seine Wiederaufführung erlebte und er- leb! fo war es in diesem Jahre das Weihnachts- mysterion ..Der Zug zum Christkind", das vom gleichen Herfaffcr auf Grund der biblischen Berichte gedichtet und in seiner Darbietung ausgedacht, den Gehalt der Werhnachtsgeschichte in drei Szenen zur Darbietung brachte, wobei nach Art der Oberammergauer Festspiele die verschiedenen Personen, die Hirten und die Weisen. He- rodes und die Schriftgelehrten usw. handelnd auftraten in der Gewandung ihrer Zeit. Im Mittelpunkt der Handlung steht natürlich die hl. Familie im Stalle zu Bethlehem, die sich in ihrer lichten Lieblichkeit bedeutsam abhebt von dem dunklen Hintergrund der herodianischen Zeit. Die erhebende Feier, die für die meisten Ersch.enenen eine wundersame ileberrafdjung bot. war umrahmt von Gesängen der Kinder- und Mädchcn- l-ndei für SiensU ' Hfjr „MW • ' -JJ Lflrrf uni) D:Mnalona e ö» 17 «jfir Restaurant H^feD W jng. - Lichtspielhaus: Hapaz | ittervor-aussage. . völlig, nördlich- M Niederschlage «j* NM verzeichnen Haven. % 6® 50. i-Linden, 5.. ^gmeinbe* ubiläu« titenV. da- kennM ft|. Sestern W .E t wurde • n,fict *ene”fh V. weipe-^ .Eurdc reiten DZW dvr»P’ bi nie u. ö nyii u. 40 franko. ■*** ne----'r;l'nc Biimher. zu*.ö' »A ca-lM la neue saltnor. 5' :n. I.üeeener,Xeaefelir..Swiaoiitiöde99 Kurde schon von einigen Mitgliedern des Qkr» ,ns besucht. Zu dieser Zeit hatte der Herein zwei Dirigenten, der eine übte die Bässe, der andere |c Tenöre, und biete Stimmen wurden dann Inter einem Dirigenten vereinigt. Die Hebungen iiiaen nur langsam vor sich, sie wurden erst dann sig betrieben, wenn ein religiöses oder toelt» (.yä Fest abgehalten werden sollte. Bei kirch- cyn Festen, die zu damaliger Zeit die Oberhand eiten, war ber Mangel an religiösen Liebern rhanden. 3n biefem 3ahre — fünf 3ahre nach < »er Gründung — erhielt der Verein seine erste leichgr^^, sJhne, angefertigt durch Mitglieder tes Vereins. W wurde der Lubwigstag in großartiger Weife Ml der Einriß,(cfeiert. Sämtliche Mitglieder des Vereins er- Monaten hS9 fcfcntn im blauen Frack mit Messingknöpfen, !6iuhirA..- .nen iben Hosen und ebensolcher Weste, einem sttvarz«n Sammetbarett mit Goldrand, auf Pfer» kn, ber Vorstand mit Säbeln. Am das Vereins- '.,'lxn rege zu gestalten, besuchten sich die Vereine (^ubach und Grünberg gegenseitig und wurden —--inschaftliche Konzerte abgehalten. Das „In- MhisMSW als 1. Hypothek auf schuldenfreies Fabrlkan wesen gesucht. Schriftliche Angebote unter 2030 an den Giehener Anzeiger erbeten. 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Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Der Film behandelt nicht nur die Überfahrt und die Hafenstädte, sondern führt uns weit in das Innere des Kontinents. Er zeigt deutsche Siedler an der Arbeit und dem Auswanderungs- lustigen die Existenzmöglichkeiten der neuen Heimat Jugendliche haben in derNachmittags- auffiihrung ermäßigten Eintritt Anfang von Film und Vortrag: 4, 6, 8.15 Uhr. Cawöhellehe Preise. Haus (2x5 Ztm. m. Zubeh. u. Mans.-Wohn.) mit Bor- u. Hintergart., in schöner freier Lage im südl. Stadtteil au verk. Schr. Sinn. u. 0131 an den G. Anz. Prov.-Vertreter gesucht für ges. gesch. Massenartikel, hoher Verdienst. Anfrag. mit Angabe seitheriger Tätigkeit u. F. U. E. 8956 an Rud.Mosfr, Frankfurt a.M.|206ss MMWAme»! Fette Schweine dauernd in jedem Gewicht lieferbar. 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Danksagung. Für die Beweise herzlichster Teilnahme an unsrem lieben Entschlafenen sagen wir allen M des Schloß ™ einstigen 3m ug? Gestaltung ai W bininen, di "Are Form" v Mi ^hvses, und d Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sprechen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten, dem Herrn Pfarrer Hofmann für die trostreiche Grabrede, dem Gesang-, Krieger- und Gewerbeverein für ihre innige Teilnahme, dem Vorsitzenden des Gesangvereins für den schönen Nachruf am Grabe des teuren Entschlafenen, sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden unseren tiefgefühlten Dank aus. Frau Marie Olemotz und Kinder. Stadttheater Mittwoch. 7. Ja»., iZ.Mttmolv-M'vrsr. vonk 1k.geg.9i, Uhr 0CM lMwM! Operette in 3 Akten von Leo Ascher. ittnzier tauch Mansarde), möbliert oder leer, in nächster Nähe so fort gesucht. [0103 Br. Avvel, Hofmannstr. 6. Hobe MimlmöMeil bietet sich redegew. 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An,. 0157 Dienstag, b. Januar 1925 Sieyener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) tlr.4 Zweites Blatt SNr hon 35.3, blilum zeigen. L. W. Englisch, n. fran-y HW Ejito t Vww* empflc&It ft* t« ui; alluna-Slbku« Qu§er dem Hau>! gregorianischen Kalenders in suchen wir Kariothek- in oex bei* Aufnahmebetriebes gemäß § 1 des Hyp. D. &. worden. w L er Arbeitsmarkt zeigte ffoffenen Derichtswoche teils gute Welträumen, et für Mö- ober Bä-kerei, • Streife ®>e: iflsselb gelegter flüniMflcn aufbaltfani zwischen ist um wahre Angeklagte Unltnidjt n. Sos bklsalioil erteil Besuchern, die fich durchaus nicht bloß aus Württemberg, bei besonderen Anlässen auch nicht bloß au8 dem Reich einfanden. Die Dauausstel- Für Cbtrteab lmlrr (113.1 win Schicksal Haitangs. innerhalb des Kreidekreises findet ftc den Geliebten und wirklichen Datei ihres lindes. Der Kaiser erhebt das Techaus- madchen zu seiner Gemahlin (Sin richtiges Märchenspiel von Liebe unt Leid mit starkem, dramatischem Akzent, ganz auf die Stimme des Gefühls gestellt. Gin Spiel, über dem die Erkenntnis einer höheren, aus Liebe und Gerechtigkeit zusammengesehten Macht (Kreide- kreis), die alle menschlichen Wirrnisse und Blindheit löst und zum Ziel führt, triumphiert. Die Inszenierung unter der Regie Weicherts war getragen von der starken Emsühlungslrast in die Dichtung Klabunds. Wundervoll die Bühnenbilder Ludwig Sieverts. Er dichtete und komponierte Farbentöne zu prachtvollen Akkorden, ließ Linien aufsteigen und ineinanderfließen, Lampoins auflenchlen, zauberte cbüitfJd>c Kultur in ihrer ganzen feinnervigen Stilisierung auf die Bühne, kurzum, er baute eine Märchenwelt zu diesem Schicksalsspiel, wie fie sich wohl Kla- bund nicht schöner erträumt hatte. Die Stimmung^ ägcrin der Auf.üh ung wa ' die Hai ang Fritta Brods, ganz zarte Märchengestalt, im übrigen waren alle ohne Ausnahme an dem starken und verdienten Erfolg der 2luffübrung beteiligt. Klabund mußte fich mehrmals dem Pu- Bries aus Stuttgart. Don unserem -Korrespondenten. (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stuttgart, Ende Dezember 1924. Seit das bis in feine extremen Richtungen unterlaßt, muß ein Pfand geben oder bekommt | vom Hofnarren einen dicken Kohlenstrich quer | über das Gesicht gezogen, den er den ganzen Abend nicht abwifchen darf. Diswri en wird der König auch wohl durch das Los bestimmt. wie es z. D. in Archen und Bonn seit dem 17. Jahrhundert bräuchlich war. — Bis zum Kriege veranstaltete man in Köln am Dorabend des Dreikönigstages, Dreizehnmisse genannt, oder am Dreikönigslage selbst den sog. Bohnenball, zu dem die Teilnehmer in Maskenkostümen erlchienen. Bei vieler Gelegenheit wurde ein großer Kuchen mit einer Bohne darin «ent» foeber verlost oder in Stücke zerschnitten und verteilt. Derjenige, welcher den Kuchen gewann bzw. das Stück mit der Bohne bekam, wurde (König oder Königin. — 3n der Eifel pflegt man in den Dreikönigskuchen eine schwarze und eine weiße Dohne hineinzubaclen. durch die König und Königin bestimmt werden. — Urkundlich wird der Bohnenkönig zum erstenmal im 13. Jahrhundert erwähnt. Damals wurde das Fest in Frankreich sogar kirchlich gefeiert, von dort ka n es nach 'Belgiern und Holland. In einer Schrift des Her- mannus Schottenius: „Consabulat.ones tyronum" (Schülergespräche) aus dem Jahre 1526 ist von einem Konigsschmaus am 6. Januar und von dem Hofstaat des Bohnenkönigs die Rede, dessen Personen einzeln aufgezähll werden. Mit dem Dohnenfest steht wahrscheinlich das namentlich in Süddeutschland bekannte Dohnenlied in Zusammenhang, von dem auch die Redensart „das geht noch über das Dohnenlied" herstammen soll. Anscheinend war das Lied, welches ursprünglich beim Dohnenfest gelungen wurde, ein ganz anderes, als das heute noch bekannte, es enthielt zweifellos stark obsköne Stellen, womit denn auch die angeführte Redensart ihre Erklärung findet. — — — Einige Forscher sind der Ansicht, das Dohnenfest sei aus einem Totenmahl hervorgegangen und der Dvhnenkuchen als Totenspeise anzusehen. Das würde wieder auf Derchta und ihren Umzug mit den Seelen der ungetauft gestorbenen Kinder am Dreikönigstage sowie auf die Beziehungen der Göttin zum Totenreich Hinweisen. rollt das Rad des Schicksals. In- Prinz Pao Kaiser geworden, er ruft, Gerechtigkeit zu üben. Richter und nach Peking. Hier erfüllt sich das jungender* Zu erst in ,6uHtl925 * * Mannt i rührige Möglich: rinefion: «Ben unb Fristen lf Ne, :4,ss richt i« ustrie, städtische und staatliche Verwaltungen und Sammlungen, Derkehrsvereine u. ä. zu einer v, .W’ u iv.ciße von Ausstellungen, die sich vielfach er» WWlt. qänzten. um die sich zahlreiche Tagungen und »fnnph i! OB LKongresse aller Art. wie von selbst nach bestimm- an den Gieh-Item Plan, ohne sich gegenseitig zu stören, grup- ---------— vierten. Der Erfolg war ein starker Zustrom von •flM BZ WÄN MMUl: ßeute abeni 8*/s aus hinlerMt" irireierLage 2iabiteil 8u :chr. Ana. u. denGLM: 995 «Trthre (Ti iführuna des I seinen Befehl zählte im Jahre 1582 die ganz« vev | Christenheit die Tage Dom 5.-15. Oktober nicht syrgegllellschaften, der OBärtt^mBcrg f l,e-i Woh« nungskreditanstalt und dem Hauvtoeroand' deut- scher Daugenossenschaflen. Das Aktienkapital be» trägt 1 Million Goldmark. Die Genehmigung des Reichsrates zur Ausübung des Geschäfts- "ist erbeten Freilich auch die Werbung für Stuttgart als Freudenstadt hat sellher einen ganz ut,|uuuii tuen m,deren Schwung bekommen. Damals war alles, l(l«Mngtr SW was in dieser Hinsicht etwa geschah — es war mttfditt (im Aut wenig genug — vereinzelt, privat und ziemlich »Planlos. Schon dieses Jahr ist man großzügig und MobMleW nrl ganzen einheitlich vorgegangen. Der sog. Schr. Ang. u. 013 Stuttgarter Kunstsommer" bereinigte an den Gien. Aiu n c verschiedensten Organisationen auf dem Ge- grttilt tinttt Wh’etc von Gewerbe und Kunst, Technik und In- N« in nut outtr Fa * %tW Zchi Angeb. um. 0118 ar d«n Gietz. Anzeigri erbeten. Hessische Totenliste 1924. Januar: 1. Studienrat August Karl Keller in Darmstadt. 2. Studiendirektor Josef Diehl in Bensheim. 3. Schriftsteller Dr. Friedrich Meyer zu Darmstadt. 9. Kunstmaler Wilhelm Barthel in G i e ß c n. 10. Rabbiner Dr. Moses M a r x in Darmstadt. Februar: 2. Oberrechnungsrat Franz Hiemenz in Darmstadt. 6. Dankdircktor a. D. Geh. Oberjustizrat Franz von Hessert in Darmstadt. 6. Rektor l R. Wilhelm Klein in Alzey. März: 6. Oberforstrat Ernst Kallenbach in Darmstadt. 6. Geh. Schulrat Dr. Bernhard Mangold in Darmstadt. 7. Mu ikdirektor Karl Krause in Gießen. 7. Oberlehrer i. R. Professor Dr. Weinsheimer in Darmstadt. 10. Kunstmaler Friedrich Bode in Offenbach. 11. General der Infanterie a. D. Ernst Freiherr von Hoiningen, genannt von Huene, in Darmstadt. 22. Major a. D. Hans Karl Frecherr von Dörnberg in Darmstadt. 26. Sanitätsrat Dr. Rudolf Schad in Gr.-Gerau. 29. Gutsbeiiyer Johann Balthasar Diehl in Gr.- Gerau. April: 1. Georg Konrad Hermann in Darmstadt, ehern. Direktor der Sterbe- und Haftpflichtkasse deutscher Gastwirte. 4. Generalkonsul Otto Dornhau en in Darmstadt. 4 Gewerbelehrer Cd- mund Endres in Ridda. 6. Oberstudienrat Dr. Johann Jacob Schneider in Darmstadt. 10. Ober- rcallehrer i. D. Konrad Mohr in Bensheim 12. Stadtarchivar und Bibliothekar Professor Dr. August Weckerling in Worms. 24. Stadtfekretär Kanzleirat Werner Graulich in Friedberg. 25. Ma- I jor a. D. Fritz Petersen in Darmstadt. Mai: 15. Geh. Oberbaurat Ludwig Hummel in Mainz, als Ausgewiesener in Darmstadt gestorben. Juni: 2. Oberbürgermeister und Landtagsabgeordneter Heinrich Köhler aus Worms, in Darmstadt als Ausgewiesener gestorben. 7. Pfarrer Hans Stock in Hofheim. 8. Komponist Ludwig Andre in Offenbach. 10. Sanitätsrat Dr. Karl Koch in Offenbach. 19. Oberstudiendirektor Dr. Fritz Dietz in Darmstadt. Juli: 5. Provinzialdirektor von Oberhessen Matthias in Gießen. 14; Kammersänger Paul Berheyen in Darmstadt (geft. in Frankfurt). August: 2. Oberreallehrer i. R. Lerch in Darmstadt. 6. Generalleutnant Friedrich Metzler in Darmstadt. 26. Geheimrat Siebert in Darmstadt. September: 19. Geh. Schulrat Dr. Heinrich Pitz in Darmstadt. 19. Rektor i. R. Lorenz Schmitt in Darms adt, Ehrenvorstandsmitglied des Katholischen Lehrervereins in Hessen. Oktober: 23. Landtagsabgeordneter Justizrat Dr. O'ann in Darmstadt. Dovember: 30. Kreisdirektor von Bechtold in Offenbach. Dezember: 2. Oberregisseur Joses Schlembach in Darmstadt. 15. Ministerialdirektor Daniel Lor- bacher in Darmstadt. Frankfurter Theater. „Der KreibekreiS" von Klabund im Schauspielhaus (Uraufführung). (Uraufführung im Schauspielhaus.) Ein Spiel in fünf Bildern nach dem Chinesischen, nennt Klabund seine Dichtung. Ein Spiel des Schicksals, welches der Kreidekreis symbolisiert. Unbeirrbar erfüllt sich innerhalb des Kreises alles Geschehen, er umschlingt die ganze Menschheit. Cs ist ein Märchen, erfüllt von der Lyrik des Ostens, des Sonnenlandes. Klabund erzählt in einer klingenden Sprache voll dichterischer ‘Buntheit; Musik, L eder tönen zwischen seinen Worten und Bersen, welche den Kreidekreis umschlingen. Es ist die Geschichte des Teehausmädchens Tschang-W erlang, vom reichen Mandarin Ma (der ihren Bater in den Tod getrieben hat), als Rebenfrau gekauft, da ihr die Cie&e in Gestalt des Prinzen Pao begegnet Um ihres Kindes wlllen von Pü-Pei, Mas Gattin, ersten Grades gehaßt, als Gattenmörderin beschuldigt, vor Gericht geschleppt, des Kindes beraubt (Pü-Pei gibt es für ihr eigenes aus) wird sie von bestochenen Richtern und durch falsche Zeugenaussage zum Tode verurteilt Un- sei«** ÄfS jeorbneter Zustande im allgemeinen, die nun -eilich nicht gerade an den Wechsel in der Re- 3?rung sich knüpft, aber doch im Lause des • onunerd und des Spätjahrs in einer mächtigen Belebung des ganzen Berkehrs überall spürbar hxrrbe. Tie Hauptstadt Stuttgart, an deren Be- riferung man früher je nach der persönlichen •einung rühmend oder naserümpfend gerne noch icn fast kleinstädtisch-bodenständigen Zug sest- hat nun doch einen ausgesprochen oßstädtischen Charakter bekommen. Dem m außen Kommenden drängt sich das wohl schon ei her mächtigen und fast zu jeder Tagesstunde (■an kribbliger Bewegung durchfluteten Halle des neuen Bahnhofs auf, der leider infolge Kriegssolgen noch immer nicht ganz auS- jsbaut und in Betrieb genommen werden konnte, rein Borplatz freilich ist ein modernes Chaos. Der neue Bahnhof ist gegenüber dem allen etwa 500 ^Hcter aus der Stadt hinausgerückt und die iu>ßen. einheitlichen Pläne zur Ueberbauuna des aburd) freigewordenen Platzes können bet den l'chwierigkeiten des Bauens ziuch jetzt immer noch nicht ausgeführt werden. Reuerdings ver- i cmdelt man wieder wegen der endgültigen lieber» l auung einzelner Teile — so wird die Re ich s- r r ft jetzt nach langen Plahstreitigkellen hier ein großes Paketbcstellamt errichten — im ganzen, unb besonders gerade gegenüber dem monumen- hden Bahnhofsgebäude stehen bloß behelfs- ubßige, an sich ganz putzige, aber in dieser Geschäftslage ersten Ranges doch fast wie dürftige scherze erscheinende Ladenbautcn. Und über diesen Platz ergießt sich nun der ganze Strom nach und i'Oit der Bahn, der große Arbeiterverkehr und her Zug fremder Desucher. über ihn wälzt sich er guter Teil des geschäftlichen Wagenverkhrs tum Güterbahnhof, ihn quert eine große Reihe Straßenbahnen, ein Bild hastig bewegten, modernen Berkehrs, wie er vor dem Kriege in efuttgart lange nicht erreicht wurde. {atigesuch^ Haii? LVS Lchr Wb. in. ^tC(5.. Mbiiig. u. 01M a- Wirlschast. (Gründung der Dentsklien Wob"ftättcn Hypothekeubank 9l,«Gk Am 20. Juli 1923 wurde die Deutsche Wohnstättenbank A. G. durch den Reichsv rband der Wohnunasfürsvrgegescllschasten c. B.. Bei-Iin. und .die Preußische Landespsandbriefanstall Berlin unter Mitwirkung des R:i chsarbcrtsmi.nl steriums und des DollswohlfahilSministeriumL gegründet. Bei der Gründung war in erster Linie daran gedacht, die Bank zu einem allgemeinen zentralen Kreditinstitut für den gemeinnützigen Kleinwohnungsbau auszugestalt n. das im engsten Zusammenarbeiten mit den Woh- nungssürsoigegesellschaften und Baugenossenschaften seine Ausgaben erfüllen sollte. Bei der Durchführung der Gründung trat jed ch unte~ dem Drucke der Inflation der Gedanke des erststelligen wertbeständigen Realkredits immer mehr in den Vordergrund und führte dazu, die Deutsche Wohnstätten-Dant unter Anlehnung ihrer Satzungen an die bei Hypothekenbanken übliche Fassung als Aeallastenbank auszuziehen. Mit der Zeit erwies sich eine Reorganisation der Dank nach zwei Richtungen hin als erforderlich. Einerseits ließ die durch das Gesetz über wertbeständige Hypotheken geschaffene Eintragungsmöglichlät wertbeständiger Hypotheken die Forderung einer Umstellung der Reallastenbank zur Hypothekenbank laut werden. Andererseits verlangte das in den Kreisen des Kleinwohnungsbaues immer mehr zutage tretende Bedürfnis nach einem gemeinnützigen zentralen Baukreditinstitut den weiteren Ausbau der Dank entsprechend dem ursprünglichen Gründungszweck Aus diesen Erwägungen heraus wurde jetzt die Deutsche Wohnstätten-Hypothe- kenbank A. G gegründet, mit dem Zwecke. daS erststellige Reallas'eng schäft d«r D?u fchenWohn- stättenbank — nunmehr auf hypothekarischer Grundlage — weiterzuführen und dadurch die Wohnställenbank in die Lage zu versetzen, sich ganz ihren übrigen Aufgaben zuzuwenden. Die Gründung erfolgte von feiten der Deutschen Wohnstättenbank. der Preußischen Landespfandbrief- anstalt. des Reichsverbandes der Wohnungsfür- A lW »ÄÄL '.dldllSltfQg b M! IPtlür ’ Sl- (in. ne Dauer- Me Ve- , MV , Birtzrn. ständiger M aiiberweilig it evtl, fttt blinden des Lchriitl. Angler 0161 cm m. An», erb. mäst i*aur für einige i: tuuBübet jtl. Angebote ilti an den nz. erbeten. sondern nach dem 5. Oktober folgte sogleich bei 16. Oktober. Cs war dies in den Ländern Italien, Spanien. Portugal, sowie auch in Frankreich, Lothringen und in den katholischen Riederlanden. Im Jahre 1583 folgten dann die katholischen Kantone der Schweiz und das katholische Deutschland. 1586 Polen, 1587 Ungarn. Papst Gregor XIII. bat nun auch den Kaiser Rudolph, diesen neuen Kalender doch im ganzen deutschen Reiche einführen $u lassen. Weil aber die Sache vorn Papste ausging, mochten die protestantischen Fürsten nichts davon hören und behielten die alte Zeitrechnung bei. Als nun aber das letzte Jahr des siebzehnten Jahrhunderts nahte, da wurde von sämtlichen evangelischen Ständen beschlossen, die richtige (Zeitrechnung unter dem Ramen „verbesserter Kalender" anzunehmen und nunmehr 11 Tage, und zwar im Februar, wegzulassen, weil dies der Schaltmonat sei. Anstatt daß nun jetzt der Februar, well es em Schaltjahr war, 29 Tage gehabt hätte, wurde er auf 18 Tage zurückgeführt, so daß mit dem 18. Februar der Monat sich endete und sogleich der erste Mär.^ b'qann. Die d e'b"üg che A orbnim lautete: Dan- nach die g famtm, de> H t gn Röni chen R iches evangelischen Churfürsten. Firsten und S.änöe bei der Rerchsregiec-u^g ohniängstens den einmütigen Deschluß dahir jjriaßt. daß eine Derbes erring der alten Kalewöers unungänglich vorzunehmen sei und dahero die von Zell des Conclln R kaeni her bis auf das 1700. Jahr zu viel ein» geschallenen c'f Tvge no w nxig arezu a sen sind, nämlich auf folgende W.isr, daß nach zu.ückge- kg lern 18. Tage des Mo'a es Fe rua ii die sonst folgenden Tag- so'cher Monate; üb r an*en unb und gleich Der 1. Martii gezähll toi b. Alsdann hat man auf Ihrer Kö rigliche.n Majestät aller- gnädigstem Bef h e vor dieser Be ä.deruni und Derbeslerung ü: gut befunden, diese An eige h-ermü zu tun und dies: Rach icht zu erteilen ;ü: nötig erach e', daß so ches zu : i en an e em Ende oder 2lls.her geschehen, als nur oaourch, soviel immer möglich, die Zeck und die Festrechnung mit dem w ah een Lause dec Sonne unb des Mo des zu vereinbaren und für die künftige Zeit die sonst unmöglich zu hintertreibenden Son» fusierus zu vermeiden. R. W. M, ast neurr \WC rlauf». 01L Füreht iiteniW^A ww iiüiime „ «««»’S Hardts. renbe; Holda. Freya, in Rorddeutschland Frau Holle genannt), der anmutigen Gemahlin Wodans, die nach uraltem Bolksglauben am leh- isn Tage der Zwölften, der ehemals als eigent= lecher Abschluß der Weihnachtsfeiertage galt, chren Umzug mit den Seelen der ungetauft ge- itorbenen Kinder zur Segnung der Felder beendete. Schon im alten Rom soll es während der Saturnalien, die im Dezember abg-*halten wurden. einen Bohnenkänig gegeben haben, den man l«rck) ein Lvsfviel mit Bohnen erwählte. — Den Mittelpunkt des heute noch am Rhein sehr volkstümlichen Festes bildet ein großer Kuchen, in >cn eine Bohne hineingebacken wird, die als Snmbol der Fruchtbarkeit einst Berchta geweiht nar. Wenn alle Gäste an der Festtafel Platz g nonunen haben, zerschneidet der Hausherr den Treikönigskuchen in so viele Stücke, wie Teil- nchmer anwesend si rd. Diejenige Person, in deren Kuchenstück die Dohne sich befindet, wird König btto. Königin und hat das Recht, sich einen Partner oder eine Partnerin auszuwählen und y.c Remter des Hofstaates zu vertellen, der, je nach der Anzahl der Gäste, aus einem Minister, einem Zeremonienmeister, einem Kammerherrn, einem Hofnarren, einem Küchenjungen usw. ufto. besteht. Während des ganzen Festes muß der Hrfstaat 1ki Bermerdung von Strafen dem Kön'gspaar fürstliche Ehren e"weisen und jedem De eh. nach- fommen, was na ür.ich zahl eiche ton.sche Zwischenfälle zur Fo.ge hat. Soba.d der König sein Glas erhebt, ruft die gesamte Tafelrunde: ..Der König trinkt!" und tut ihm Deschrid. Wer es außer dm Hau'! jlung, die die Ruinen des alten Dahnhof- ,qu erfrafle» In M geländes mit raffiniertem Geschick ausnützte, die . ©etoähSiielle m ^Gartenbauausstellung auf dem idealen Gieh. Hyiah des Schloßgartens und dem angrenzenden Deutschland. Am 1. Januar 1925 sind zwer und einviertel Jahrhundert verflossen, feit der gregorranrsche Kalender in Deutschland allgemein erngejührt wurde. Man würde jedoch mll der Annahme sehlgehen. daß erst um diese Zell erkannt worden wäre, daß die Zellrech.nung des jul anischen Kalenders nicht mit der Umlaufszell b;r Erde um die Sonne üoereinstimmt. So fiel z. D die F üh- jahrstag- und Rach gleiche in Jahre der Ki chen- verfamm u"g zu Ri.un (325 nach Ch isti Geburt) nicht mehr auf den 24. März, sondern auf den 21. März. Erst später erkannte man jedoch den wahren Grund hierfür. Die Derechnungen der Astronomen hatten bereits richtig erwiesen. de.ß die Einteilung des Jahres in 335 Tage und 6 Stunden nicht genau sei, da dw Erde zu ihrem Kreislauf um dre Sonne einige M nuten weniger gebraucht. Dadurch sei dre a rgebl'che Zeit gegen die wrrkliche Zeit im Laufe der Jahrhu derte um einige Tage zu-üi und zwar machen diese Tage in 129 Jahren einen Tag aus. Dies war am besten bei der Tag- und Rachtglerche im F ühjahr und Herbst festzustellen getoifen. Es gab keinen anderen Ausweg, als in der Zertrechnung einen Sprung zu machen und so einige Tage gar nicht zu zählen. Schon im 15. Jahrhundert hatte bereits der Philosoph Pierre d'Ailly und der Kardinal Rikolaus von Cusa geraten, eine Anzahl Tage aus dem Kalender auszuwerfen, um die Tag- und Rachtgleiche im Frühjahr und Herbst mit dem Kreislauf der Erde um die Sonne wieder in Einklang zu bringen. Im Jahre 1474 betraute dann der Papst Sixtus IV. den Mathematiker und Astronomen Regiomontanus aus Königsberg in Franken mit der Derbesserung des Kalenders. Dieser Plan wurde jedoch durch den plötzlichen Tod des Gelehrten verhindert. Dann berief der Papst Gregor XIII. eine Kommission, die aus dem Bamberger Mathemalller Clavius, dem Spanier Ciaconius. dem Italiener Jgnatio Danti und dem Kardinal Sartelli bestand. Diese Kommission nahm die von dem Italiener Luigi Llllo ausgestellte Reform des Kalenders an, der dann vom Papst Gregor XIII. eingeführt wurde. Auf einstigen Jnterimtheaters, über deren künf- hßc Gestaltung auch verheißungsvolle Pläne zur JLcife kommen, die Kunstgewerbliche Ausstellung .Die Form" in dem schönen Renaissancebau Les alten Kronprinzenpalais, des jetzigen Handaishofes, und ebenso eine Reihe von Kunstausstellungen als der Kern des Kunstsommers wurden mit Recht im ganzen Reich stark beachtet. Die Erfahrungen dieses Kunstsornmers haben nun dazu geführt, daß alle beteiligten Kreise sich unter Leitung des Oberbürgermeisters 'Dr. Lautenschläger zu einer ständigen ,21 uß fiel» lungs - und Daaungs stelle Stuttgart E. D." zusammengeschlossen haben. Für den nächsten Sommer soll dann in noch größerem Stil ein Programm durchgeführt werden, in dessen Mittelpuntt eine Ausstellung „Das schwäbische Land" stehen wird. Schon jetzt ist eine große Reihe von mehr oder weniger umfassenden Fachausstellungen, darunter der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Kunstausstellungen. Handelsm ssm. Kongresjen aller Art. sportlichen Veranstaltungen im Zusammenhang damit angemeldet und in dem großen Programnr planmäßig festgelegt. Da ein stehendes eigentliches Ausstellungsgelände noch nicht zur Verfügung steht — das hängt wieder zusammen mit der Entwicklung der Pläne der Stuttgarter Bade st adt A. G. —, wird zunächst auf etliche Jahre der Gewerbehallenplay mit dem angrenzenden prächtigen Stadtgarten als Ausstellungsplatz ausgebaut werden. Selbstverständlich bringt dieser rege Verkehr auch dem geschäftlichen Leben der Stadt frische Kraft. Es geht doch aufwärts, und wenn der Staat endlich den berüchtigten unb im Erfolg auf die Finanzen doch kaum in die Wagschclle fallenden Beamtenabbau einstellen konnte, so konnte in der Industrie doch ein Teil sogar schon wieder allmählich etwas auf bauen. Und es ist doch ein gutes Zeichen, daß das ganze Land von Streiks wie von Aussperrungen größerer Ausdehnung dieses Jahr verschont blieb. Ein bißchen ..Orbnungszelle" ist Württemberg schon wieder' geworden: aber vielleicht nicht einmal so sehr durch besondere Tüchtigkeit seiner Regierung, als durch den Fleiß und die Rüchtern- heit aller, durch Unternehmungslust und Well- sichtigkeit der Führer und durch den Zusammenschluß der verschiedenen Kreise der schaffenden Kräfte zu gemeinsamer Arbeit für die Weiterentwicklung unserer Wirtschaft, für die Zukunft des ganzen Volles. Ist es möglich, von diesem Ton des Zusammenschlusses nochmals zu der P o l i t i k zurückzulehren. die noch in unserem unglücklichen Vaterland geradezu die Kunst der S.lbstzersehung zu sein scheint? Die Württembergische Regierung mußte, da die Etatsberatung im Finanzausschuß des Landtags viel langsamer als erwartet vorangeht, sich einen R o t e t a t bis Ende Januar bewilligen lassen, und sie benützte ben~ 2lilaß zu einer gewissen Milderung der Gebäudeentschuldungssteuer für die wirtschaftlich Schwächsten und die steuerlich am stärlsten Ueber- lasteten. Das geht in Württemberg immerhin ohne jeden Radau von kommunistlscher Seite innerhalb von drei Tagen, ja, über die politisch nicht gerade einfache Frqge der Gebäudeentschuldungssteuer vereinbarte der Finanzausschuß in durchaus sachlicher Zusammenarbeit einen Vergleich, dem nicht nur die Regierungsparteien zustimmten, sondern mit der der Regierung in freundlicher Reutralität zur Seite stehenden Deutschen Volkspartei und dem Döl- lisch-sozialen Block auch die demokratische Opposition: ja, das Rotgesetz selber wurde sogar widerspruchslos gutgeheißen. Es gibt doch noch Oasen in der Wüste unserer Parteipolitik! Die Sozialdemokraten allerdings, enttäuscht über das Ergebnis der Reichstagswahlen, hätten gern einen großen Sturm gegen Staatspräsident Bazille persönlich angeblasen, zu dem ihr ein von ihm auf gegebener Wahlmahnspruch die Stichworte geben sollte, aber auch da tat ihnen die Demokratie nicht den Gefall:n. mitzumachen. Wäre demgegenüber nicht das demokratische Wochenblatt mit einem ganz unnötigen Vorstoß gegen die Person des Staatspräsidenten so aus der Rolle gefallen, daß es der Beschlagnahme verfallen konnte, so hätten wir für unser württem- bergisches Eigenleben ganz ruhige Weihnachten feststellen können. abends» Lichts" vertrag Das Bohnensest. Eine volkskundliche Studie zum Dreikönigstag. Don Ernst Edgar R e i m ö r d e s. Don jeher hat das Bohnenseft, das eße» hialS in Deutschland weit verbreitet war. heute a5er nur noch im Rheinland (sowie in Holland, Belgien und Frankreich) gefeiert wird, als eine 2Irt Dorspiel zur lustigen Fastnachts- ;eit gegolten. Es gebt zweifellos auf einen diidnischen Brauch zurück und steht im Zusam- inenhang mit den alten Vollämären von der germanischen Degetationsgötckn Derchta Perchta, Perachta, d. h. die Prächtige, Glän- leiWkk jidjeriem uvm gesucht. Schr. Angeb.>2 anjenjMJli hinein politisch immer etwas zahme württem- x-rgische Voll von einer aus Deutschnationalen. Bauernbund unb Zentrum gebildeten „Rechts- tgieLung" unter dem Reichstagsabgeordneten Bazille als Staatspräsidenten legiert wird. «bäugelt man bei uns etwas mit dem Titel OrdnungSzelle", der ja den Dayern seit dem Hitlerputsch abhanden gekommen ist. Man denkt ‘i abei weniger an die Ordnung im engeren politi- >tcn Sinn, als an die Wiederkehr ruhiger und ä J e MrhnAU. Qi.nanhr im nllaeineinen die nun steriler fölngldt, teils haben sich Die DeschästigungSver- HÄtnisfe verschlechtert. 3m allgemeinen hielt sich der Beschäftigungsgrad auf der Höhe der vorigen Derichtswoche. doch lassen sich in einigen Be- rufen Anzeichen einer 'Berschlechterwra erkennen. Ties tritt Im Baugewerbe, in der Zellstoff- und Papierherstellung und Verarbeitung, in der Lederindustrie und im Holz- und Schnihstoffge- werbe besonders in Erscheinung. Dagegen bewegte sich die Entwicklung in der Tabcckindustrie. der 'Däscheindustrie. im BervielfältigunasHewerbe und in den technischen Berufen in aufsteigender Linie. Es waren 56 766 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 58 356 der Vorwoche. Darunter befanden sich 44 017 (44 219) männliche und 12 749 (14 137) weibliche Personen. Llnterstührmg bezogen 24 100 (23 288) männliche und 5541 (5462) weibliche, insgesamt 29 641 (28 750) Personen. Die Zahl der zu gemeinnützigen Pflichtarbeiten ilebettoiefenen betrug 137 gegen 526 der Vorwoche. *6prozentige hessische Braun- kohlen-Aoggenanlcihe. Bei Anwendung der AnleihcbLdingungen für die 6prozentige hessische Braunlohlen-Roggenanleihe hat die Hess. Staatsschuldenverwaltung die am 1. Februar 1925 fälligen Zinsen, unter Zugrundelegung der Durchschnittspreise für eine Tonne gesiebte Fördrr- braunkvhle und einen Zentner Roggen in den Monaten Oktober 1923 bis einschließlich März 1924. auf 0,50 Rmk. für eine Einheit festgesetzt. Da die Schuldverschreibungen der Anleihe auf i j. i'2, 1. 2 und 5 Einheiten lauten, so entfallen auf die jetzt fällig werdenden Zinsscheine Beträge von 0,13. 0,25, 0,50, 1,00 und 2,50 Reichsmark. Berliner Borke. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 5. 3an. Die Bors» eröffnete die neue Woche in nicht ganz einheitlicher Stimmung, doch war die Grundtendenz wft'e hin fest. Die Rachrichten aus der Industrie blevcn zwar sehr zurückhaltend, doch lassen sie Anssich'en auf allmähliche Besserung der Konjunktur erkennen. Man bemerkte wieder Auslandkäufe in erster Linie für ho läid schr und Schw t er Rechnung. Auf der anderen Seite ging die Spekulation, namentlich am Montan-Aktienmarlt zu Verkäufen über, augenscheinlich, um sich an der Bewegung am Kassamarkt zu beteiligen. Sehr lebhaft verkchrtcn Schiffahrtsaktien, von denen Hapag, Hamburg-Süd und L.oyd für ha 's^atllche Rechnung aus dem Markte genommen wurden. Auch der Kali-Aktienmarkt liegt weiter fest bei lebhaften Umsätzen am Markte der unnotiertea Werte. Im Vordergründe standen Krügershall urtS Riedersachsen. Wre zu erwarten wa-, haben verschiedene Meldungen über die A rhö ung von Finanzleuten tn der Frage der Aufwertungsgesetze ftimuherenb am Markt der heimischen Renten gewirkt. R:cht nur K eg.anleihen, sondern vielmehr in den alten deutsch m Rächs- und preußischen Staatsanl.ihen war reges Geschäft bei ft’tgenben Kursen zu ver eichn n Auch die 21 nleiben der verstaatlichten Eisenbahnen waren gesucht. Am Geldmarkt blieb die Lage unverändert. Am internationalen Devisenmarkt war das englische Pfund wieder befestigt. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 5. Ian. Im Einklang mit der Verstimmung, die an der Rachbörse infolge der Lieberreichung der Rote des Botschafter- rat es wegen der Räumung der Kölner Zone ein- fet)te, verkehrte auch die heutige Abendbörse in schwächerer und unsicherer Haltung. Dazu kam noch ein stärker ausgeprägtes Realisationsbedürfnis, so daß nach der andauernden Festigkeit der letzten Wochen die 2Cbgabeneigimg überwog. Die Kiwsrückgänge hielten sich jedoch in engen Grenzers da der Markt widerstandsfähig blieb. Das GePhäft blieb ziemlich lebhaft und allgemein wird die Ansicht vertreten, daß die Llbschwächung nur eine vorübergehende Erscheinung fern wird. Der Anleihemarkt war erneut etwas gedrückt. Der Montanmarkt hatte teilweise wieder stärkere Kurseinbutzen zu verzeichnen. Der Dankaktien- marft war ziemlich gehalten mit Ausnahme von Berliner Handelsgesellschaft, die zirka 1,75 Proz. nachgaben. Am Markt der Chemischen Papiere betrugen die Rückgänge zirka 0,5 Prozent, wahrend Die Verluste des Elektromarktes unwesentlich blieben. Von Schifsahrtsaktien muhten Hapag den gtobten Teil des heute erzielten Gewinnes wieder hergeben. Deutsche Anleihen: 5prozentige Kriegsanleihe 0,93—0,92 , 4prozentige Preußische Die rote Kaschgsr. Roman von Fodor von Zobeltih. 34 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Es war ein großer vierschrötiger Mensch von plumpem Aeuß'rn, ein Bauer wie Prießnitz und Schcokh, die Begründer des Raturherlver- sahrens. Als Geisbach sein todkrankes Töchterchen zu ihm brachte, erschrak er förmlich vor diesem groben Mann, dem er die kleine Leidende anoertiauen sollte. Unb er mußte sich auch fügen, als Staehle ihm sagte: „Herr Geheimrat, ich mache Ihre Tochter wieder gesund. Aber vor acht Wochen dürfen Sie mir nicht in die Quere kommen..Rach acht Wochen, pünktlich auf Öen Tag, erschien Geisbach in Goslar. Doch da durfte er Theda nicht sprechen, nur ihre frühere Pflegerin, die starke, große Schwester, die sie mitgenommen hatte. Sie berichtete: „Herr Geheimrat, zuerst war es sürch^er ich. Die ewige Bettruhe ist ganz softgefallen. F übmorqend eine 'Massage, bei der die Frau Gräfin schrie und brüllte, so schmerzhaft wirkte sie. Dann immer abwechselnd Sonnenbäder und Lehmpackungen, Wassergü se und Spazieraänge, nackt unter einer Wo'llutie, die besonders für sie angel ertigt wurde, Freiübungen und die berühmte Dewegungslur Staehles, bei her die Kranken hopsen müssen. Dazu eine verrückte Diät, Milch, ein schauerlicher Kräutertee und viel Kartoffeln in allen Formen. Manchmal dachte ich, es ginge mit der Frau Gräfin au Ende. Abeer dann kam auf einmal ein älmschwung. Herr Geheimrat, die Frau Gräfin ist jetzt erst so recht Weib geworden. Das war eine stürmische Zeit, und sie ist noch nicht vorüber. Herr Staehle mochte Sie noch nicht vorlassen, aber die Frau Gräfin wird Ihnen schreiben, wenn er es erlaubt..." Das war nun so toette. Als Geisbach den großen Vordergarten des Sanatoriums durchschritt. an den sich rückseitig ein schöner, umfangreicher Park schloß, fühlte er ein verstärktes Herzklopfen. Man hatte seine Kleine einer wahrhaften Pferdekur unterworfen, formte sie geglückt fein? In einer medizinischen Zeitschrift war erst kürzlich wieder vor dem verdrehten Krmiois IS5O, 3,Sprozentige Preußische Konsols 1475, 4prvzentiae Bayern 1625, 4prozentige Baden 1,6. Ausländische Renten: Zollturken 10,12. Montanaktien: Gelsenkirchen 94. Mannesmann 66. Mansselder 4,9. Oberbedarf 14. Caro 13, Phönix 59,5, Rheinische Braunkohlen 45,25, Rheinstahl 55,75, Rombacher Hütte 29,5, Tellus 3,5, Laurahütte 7,25, Kali Westeregeln 26,5. Chemische Aktien: Badische Anilin 34—33,90, Chemische GrieSheim 27.5, Scheideanstalt 26,12, Elberfelder Farben 28,25, Th. Goldschmidt 24.12, Höchster Farbwerke 28,12—28—28,12. Holzverkohlung 11,37, Rütgerswerke 21,5. Elektroaktien: AEG. 12,4, Bergmann 21,5, Licht und Kraft 9,9, Reiniger 3,75, Schuckert 69. Bankaktien: Barmer Bankverein 1,7. Berliner Handelsgesellschaft 170.5, Darmstädter Bank 13,75, Deutsche Bank 13,62, Diskonto 18,25, Dresdner 9,12, Metallbank 21,25, Oesterreichifche Kreditaktien 10,5, Rheinische Kreditbank 3,5, Wiener Bankverein 6,55. Transport- werte: Hapag 30,37—30,25, Rordd. Lloyd 4,15 bis 4,05, Schaniung 3,20. Sonstige Industrie- aktien: Kleyer 3,5, Aschaffenburger Zellstoff 33,5, Bingwerke 4,4, Daimler 4,1. Etzlinger Maschinen 10,5, Dyckerhoff 5,25. Holzmann 6,55, Inag 2, Gebr. Iunghans 14.25, Spinnerei Hammersen 24, Hirsch Kupfer 26,25. Reckarwerke Stamm 8,8, Mönus 3,15, Julius Sichel 3.25, Chemische Mainz 12,1, Karlsruher Maschinen 4.3, Krauß Lokomotiv 5, Fuchs Waggon 1,62, Waytz & Frehtag 3,9, Peters Union 1,9, Zucker Heilbronn 4,25. Die Abendbörse schloß in unsicherer Haltung. Dörsenkirrsr. Zur R01iz: Die Berliner Wertpapier» borse notiert nach folgenden Grundsätzen: Rrnn”itrt' M Schluß Jxur» 'Schlutzk Adcnd- , bö'se Schluls. Nu » Schlukjk. Mittag- t-^de ... 1 . X 1. ’■ F/o $cnrT($e 31ef(58onl(9..... 1,90 — 2,125 Schub'abrtk Hcsi...... Sichet ......... 3,45 3,85 — 3,4 3,4 ftellstoti Waidbof..... 1 ,9 13,4 13,25 Zuckeriabrtk stnmknitbal Hudrrfnbnf Wnabänfef — Freiarzt gewarnt worden. Man hatte Geis- abch die Rümmer mit dem rot angestrichenen Artikel in das Haus geschickt. Er fragte zunächst nach der Pflegerin. Mit dem groben Staehle unterhielt et sich nicht gern. Die Pflegerin kam und begrüßte freundlich den alten Herrn. „Wollen Sie die Frau Gräfin besuchen, Herr Geheimrat?' fragte sie. „Ja, natürlich. Schwesteer. Heut.geh ich auch nicht wieder weg, eh' ich sie nicht gesehen habe." „Ich werde sie holen. Sie spielt draußen Tennis." Geisbach fiel beinahe um. „Was?" rief er. „Die Theda spielt Tennis? Ist das denn menschenmöglich?" „Ci freilich. Herr Geheimrat. Sie werden Ihr blauees Wunder erleben. Die Frau Gräfin ist Herrn Staehles Renomierpatientin. Run ist siee so gut wie gesund. Herr Stachle hatte seine Absichten dabei, sie Ihnen nicht früher zu zeigen. Es soll die Antwort auf irgendeinen Angriff gegen ihn in einer wissenschaftlichen Zeitschrift sein." „Staehle hin. Staehle her", rief Geisbach ungeduldig, „holen Sie mir meine Thedal..." Er setzte sich in das Wartezimmer und blätterte in einem alten Jahrgang der „Illustrierten". Und dann wurde die Türe aufgerissen, und hereinsprang ein dickes Geschopfchen, schrie stürmisch „Papa" und fiel dem Alten um den Hals. Da tröpfelte es aus seinen Augen. Er herzte die Tochter ab und schob sie bann mit beiden Armeen in größere Sichtweite. «Es ist nicht zu Tagen", staunte er, „bist du es denn wirklich? Du hast ja einen ordentlichen Busen bekommen... entschuldige die taktlose Aeußerung — aber ich kann mir nicht helfen: es ist alles so augenfällig an dir!" —heda lachte. „Ja. Papachen", sagte sie, „ich muh wieder schlanker werden." „Um GotteSwillen". rief Geisbach, „vorläufig bleibst du so, wie du btftl Und wie fühlst du dich denn? Richt mehr so matt und schläfrig Wie früher?" 1. für Aktien und Anteile, a) die noch man 1 auf Goldmark umgestellt stnd, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits aus Gold- mark unbestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark"; 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit fie nach der bisherigen Roterungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie bis 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier» mark", c) 8—15 Prozent Reichsschahanweisungen von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark": 3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Goldmark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark"; 4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, tn Prozenten: 5. für die nach Sachwert v?rzinsl':chen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden in „Reichsmark". Devifemnartt Berlin—FrcmkMrL a. M. (ftn Billionen Mark auB^ebrüdt vuenot'Llreß. London. Wen« dort. Japan, Rio be fto. eiro für eine Tinbeir. Wien ttnfc vudaoeü für 100000 Ein betten, alle« übrige für 100 Ein beiten.) Leleflvavbische Auszahlung. \ 3dninoitft (Ohne Gewähr.) 3. Januar 5 Januar {Report Dmilich- ‘Jiotienm 4: ■•üflö 40 c : ■ ■ u elo Vriet 3 5 rimn. Non 17 ,0j 70. 1 170,14 '.7d, .6 vol »oll ®rff. 'intto 21 04 .1 U a.o» 21,08 voll voll Lhrtstionto 63.32 63,48 3, 2 69,6 volllvoll Äovenbogcn 14.16 4,3. !4, 6 4,4 voll Moll Stockiiolm . -.13,01 11.,29 113,61 1b, 29 10/. voll Ivll. voll voll voll ßcIftnaforO. Italien. . 10,13 ■7,78 10, 9 17.62 10,5, 17.78 10, 9 17, 2 London. . LL 2,017 20067 voll voll Neuyork . • 4,195 MO- voll voll Ports.... 12,70 12,81 22,01 voll voll Schweiz . . bl,73 kl .9 •6/4 61,61 62,01 voll voll Sva kt? , Wien fn D.« bS.73 »■8.78 1-8,92 voll voll Ccft. abgest 5.11 7,2? -.96 12,675 voll voll Prag 7,66 12,70 12,63 > voll voll Ludavest 6,78 t, 78 t,80". 6.82 voll voll Bucn. .Aires ,67 1X>83 't686 1.690 voll voll Vni firien 3,01. r>,6 5 3,05. 1^15 L,.g 1^ S .'tlUUOll ftavan 1,-11 1^1 uOU -Oll 'HIo de Jan 1.4.9 1,4 1 1,4.1 1.413 6 6/ vUU voll Belgrad Lissabon t,52i t.54 u0U;Ü0U '•0.43 U/,44 H.43 19,47 ou voll Frrffw, 5 Januar. fffP» I Frb’ Heuad. «merikantiche Note» ..... 4,17 4,192 »oll pclaische Noten . ...... 20.9 l,C toll Dänische Noten ....... Snaliiche Noten. Jrominitrtle Note« ...... holländische Noten ..... st» lt,ntsche Noten ...... Norweaiiche Noten. ... Deutsch Cfften .»,00 Lronrv Rumänische Noten ..... 6ch!vediicht Noten . . ... Schweizer Noren . . ... 74 0) 19, .2,6n 1 9,67 17, 63,39 ,90 2,14 112,82 dl.7 74 44 21 0 2 41 7> 7 17 84 -3,7 1. 2 2,16 H3.3b 12.1 voll boll voll voll voll voll voll voll roll voll Lvaniiche Noten ...... 68,5 d8 voll Tschechoslowakische Noten . . 52, 0 12, 6 voll Unaarifä- Noten . .. 4,77 o,79 voll Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 3. Jan. (Drahtbericht des „Gieß.wer Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 24,50 Mk.. Roggen, inländischer 22 bis 24, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 31,50. Hafer, inländischer 18 bis 22,50, Mais (gelb) 21,75 bis 22,75, Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39 bis 41,75, Roggcm- mehl 34,50 bis 38,50, Welzenkleie 13.75 bis 14, Roggenkleie 12,75 bls 13, Erbsen 30 bis 38, Linsen 45 vis 50, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10, Weizen- und Rogg'mftroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 21,25 bis 21,75. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Dlahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M, 5. Jan. Auftrieb: 1004 Rinder, darunter 357 Ochsen, 32 Bullen, 615 Färsen und Kühe, 837 Kälber, 291 Schafe, 3465 Schweine. Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 52 bis 58, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 43 bis 50, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 33 bis 40; Dullen: vollst, ausgemästete Färsen höchsten öchlachtwerts 45 bis 50, vollfl. jüngere 38 bis 44; Färsen und Kühe: vollfl. ausgemästetc Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 58, vollst, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 40 bis 50, wenig gut entwickelte Färsen 38 bis 49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 39, mäßig genährtz- Kühe und Färsen 20 bis 30, gering genährtch Kühe und Särfen 14 bis 19; Kälber: feinste Mast kälber 64 bis 68, mittlere .Mast- und beste Saugkälber 56 bis 62, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 55, geringe Saugkälber 34 bis 46; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 37 bis 42, geringere Masthämmel und Schafe 28 bis 36. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 20 bis 25; Schweine: vollfl. von 80 bis 100 Kg. 76 bis 78, unter 80 Kg. 70 bis 75. von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg., Fettschweine über 150 Kg. 75 bis 78, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. pro 100 Pfd. Lebendgewicht. Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurt a. M., 5. Jan. Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehaltene Pferdemarkt war mit etwa 600 Pferden beschickt und von Käufern sehr gut besucht. Es wurden bezahlt für Pferde schwerster Sorte 2000 bis 2500 Mk., für kräftige junge Pferde belgischen Schlages 1200 bis 1600 Mk., für gute Arbeitspferde mittlerer Jahre 600 bis 1000 Mk., für geringere gute Arbeitspferde 300 bis 600 2M., für Schlachtpferde 50 bis 150 Mk. Das Geschäft in besseren Pferden war rege, das Geschäft in mittleren und geringeren Tieren war schleppend. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Ian. Der Produktenmarkt eröffnete bei geringem Geschäft ruhig. Die Tendenz war lustlos und leicht abgeschwächt. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märt.) 234 bis 240, Weizen (März) 273 bis 271, Weizen (Mai) 281 bis 280, Roggen (märt) 229 bis 234, Roggen (März) 264 bis 260,5. Roggen (Mai) 270.5 bis 269.5, Gerste (märf) 263 vis 285, Gerste (neue) 200 bis 214. Hafer (märf.) 175 bis 185. Hafer (fromm.) 165 bis 176, Hafer (Mai) 217.5 bis 2171/1, Mais (La Plata) 219 bis 221, Rafrs 400, Leinsaat 425; für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.50 bis 35.00, Roggenmehl 32.00 bis 35.00, Weizen° flete 15.75 bis 15.80, Roggenkleie 14.75 bis 14.80, Viktoriaerbsen 29.00 bis 31.00, kleine Erbsen 21.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 19.00 bis 20.00, Wicken 16.00 bis 17.50, Lupinen (blau) 11.50 bis 13.00, Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.00, Serradelle (alt) 10.00 bis 12.00, Serradelle (neu) 16.00 bis 17.00, Rapskuchen 17.70 bis 18.00, Leinkuchen 25.80, Trvckenschnitzel 9.60, Torfmelasse 9.60 bis 10.00, Kartoffelflocken 19.40 bis 19.60, Rundfun.-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Mittwoch, den l. Januar: 11,55 ilfjr: Zeitangabe. 12 ilfjr: Rachrichten» dienst. 4.30 bis 6 ilftr: Rundfunknachmittag in Musik und Wort. 6 älhr Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 7 älhr: Märchenstunde für große und kleine Kinder, veranstaltet von der Märchentante unter Mitwirkung von Fräulein Kiliane Müller. 7 älhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7,30 ckkhr. Funkhochschule Paul Dekker: „Musik- geschichtliche Wandlungen" (Ein Lieberblick übet die Geschichte der Musik von den Anfängen bis zur Gegenwart), 4. Vortrag. Beginn der Mehr- ftimmmigteit. Rotenschrift. Französische Meister. Die Ars nova. (11. bis 13. Jahrhundert.) 8 älhr: Vortragszyklus der philosophischen Vereinigung Frankfurt (Dozent: Pfarrer Taesler), 10. Vortrag: „Kants Erkenntnis- und Ideenlehre". 8,30 älhr: Moderne ausländische Tanzkvmfrosftionen. 1. Dalletmusit aus der Oper „Die Fürsten Ho- vansky" (Mussorgskh). 2. Zwei spanische Tänze (de Falla). 3. Polowetzer Tänze aus der Oper „Prinz Igor" (Borodin). 4. Aus den „Saudades do Brazil" (Mllhaud). Ausführende: Ein Kammerorchester, am Flügel Dr. Reinhold Merten von der Frankfurter Oper. 9,30 Ufir: Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 9,40 Uhr: Die Spätankündigung: „Hab' mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben!" 9,55 älhr: Zeitvorbereitung. 9.56 11hr: Drei Minuten der Hausfrau. 10 älhr: Zeitangabe. 10 bis 11 Ahr: Die Lokaldichtung. (Frankfurter Dichtungen aus alter und neuer Zeit.) 8. Abend: Aus Friedrich Stolhes gefam* Hielten Werken (Fortsetzung). Ausführende: Lens Obermeher und Hans Rernng, beide vom Frankfurter Schauspielhaus. „I bewahre, ich bin quietschvergnügt. Ich konnte Bäume ausreißen. Fühl' mal die Muskeln an meinem Arm! Aber eine Schinderei war diese Kur. Der Meister massiert, daß man annimmt, seine Knochen zusammenlesen zu müssen, ilnb dann die Lehmgeschichte, diese fürchterliche Kleisterei, immer auf den Unterleib — und die Diät, egalweg Mehlpampe und Kartoffelbrei — du siehst ja, wie das angeschlagen hat! Ich sollte durchaus fett werden, und das hab' ich auch glücklich erreicht!" Es ließ sich nicht bestreiten. Theda sah wie ein kugelrunder Backfisch aus. Auch das Gesicht war voll geworden und gebräunt — sie war nicht mehr so hübsch wie in ihrer ätherischen Schlankheit, aber sie stand doch nun fest auf den Füßen, und über den Pausbacken lach- ein paar gesunde, strahlende Augen. „Wann kann iH dich holen?" fragte der Vater. „In vier Wochen, Papa. Die Rachkur ist das Langweiligste. Siehste du. es trifft genau so ein, wie ich Gert beim Abschiede vorausgesagt habe. Uebers Jahr auf Wiedersehn. Run kann er kommen ...“ Und mit leicht schämigem Erröten fügte sie hinzu: „Run kann ich seine Frau fein. Der Faulpelz schreibt so selten. Ich denke, der Krieg in China wird bald aus sein. Dann kehrt er doch sicher zurück." „Zweifellos. Ich schicke morgen eine Depesche an ihn ab. Rämlich, Thedachen, ein Trauersatt ist eingetreten. Dein Schwiegervater ist plötzlich gestorben." Theda zeigte eine bedauernde Miene, brach aber nicht in Tränen aus. Der alte Graf hatte ihr immer ziemlich fern gestanden. Man sprach noch über allerlei. Theda setzte sich dem Vater auf die Knie, und auch dabei spürte er ihre Gesundung. Sie war gewichtig geworden. Ihr drittes Wort war Gert. Sie wollte ihn endlich wiederhaben. Und das wiederholte sie, weniger liebevoll als hartnäckig. Sie verlangte gewifser- matzen nach ihrem Eigentum. Er gehörte zu ihr. Ec sollte seinen Abschied nehmen und Groß- Ponar bewirtschaften. Rach Schwichelde wollte sie gar nicht mehr. Sie fragte auch nach den neuen Kaligruben — dec Vater mußte ihr viel erzählen, bis die Stunde des Aufbruchs schlug. Aber vor der Rückfahrt ließ er sich noch einmal bei Staehle melden. „Ra, Herr Geheimrat", begrüßte ihn der, ,,was sagen Sie nun?" „Ich bin zufrieden", erwiderte Geisbach und zog sein Scheckbuch aus der Tasche. — --Rach der Herrnhuterkolonie Kappietsch war die Kunde von dem Tode des Grafen Hora früher geflogen, als die Traueranzeige Freye erreichte. Sie lebte noch mit ihrer Mutter in dem Hause auf der Höhe, aber die alte Frau war fast stumpfsinnig geworden und ging mählich ihrer Auflösung entgegen. Doch sie war eine gutherzige Kranke, ihr Eigensinn war gewichen, sie quälte Freye nicht wie früher mit ihren Erinnerungen, sie sprach nie mehr von Ger! und seinem Vater und fragte nur zuweilen, in den lichteren Airgenblicken ihres Dämmerzm stands, nach Bruder Dorotheus. Das war der erwählte Bräutigam Freyes. Vor dem Rai der Aeltesten hatte sie sich mit Karl Ferdinand Grafen von Auftien durch Handschlag versprochen, doch der Weltname blieb Geheimnis des Rats, und der Anschlag am Gemeindehause verkündete lediglich das Verlöbnis des Bruders Dorotheus Fiedler mit der Schwester Freye von Elstern. Damit war bem Wunsche der kranken QHittter Genüge geschehen. Ihr Wusnch ging zweifellos nur darauf hinaus, von Freye zu erfahren, wer sich hinter dem Decknamen des Bruders verberge. Sie wollte Klarheit haben über die Zukunft ihrer Tochter. Aber nach der Satzung der Gemeinde, die sich durch ihre starre Anhänglichkeit am Altüberlieferten wesentlich von anderen Kolonien unterschied, war das Verlöbnis wie eine Bindung vor dem Altar. „Es spricht, der solches zeuget: Rur der Tod soll uns trennen“, hieß die Formel. Es war eine bloße Formel, es war weder für Bruder Dorotheus noch für Freye eine Bindung für immer. Dorotheus hatte ihr gesagt: ..Ich kenne mein Schicksal nicht. Vielleicht reise ich meinem Untergang entgegen. Setzen wir den fünften Oktober nächsten Jahres als Endziel. Hören Sie bis dahin nichts mehr von mir, so sind Sie frei — auch wenn ich noch lebe...“ (Fortsetzung folgt.)