h «fja liegt S ®*«S4 ÄfifÜS . ^hen au V? n lvsgeinqch't ^Nbt 1 geheimen 2, e'ne^ stunde L SF- SffWsJ** ®^AÄe ihm M ch die eine ’ ^klärte. & &kit hii^ ""er .Ich un L-JU1 $«■ r/LG ’ nach emem e3 Ä1SÄX mJjS Glieder GeleWst £ edesmal. wenn ÄrS 1 VlouLern liehe. Sm« e‘ ^reiti vorhanden und lne ^atid aul. aber fit düng des Ausschlulses Dürgemeisterei Treis liehen einzureichen. i Kommissar: gsrat. V r I. 38. ungeordnete gstrahe und drm Le'ch- hobrn. hier. )Ur. • [. 38. ungeordnete oberhalb her ßi/en- wird hiermit wieder Aeichsgewerbeordnung HaMZgeverbes, der die Deschöitigung von >zn drei Wen S Dezember Mbl V der i Hr nnchmUag» ch^er. ___ [rciönuttcfl* Ä"3X” äisr-s nr. 285 Erst« Blatt Samstag, 5. Dezember 1925 175. Jahrgang Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Universitärs-Buch» und Steinbruderei R. Lange in Siehen. Schriftleitung und Gefchästsktelle: §chnlttrafie 7. Cr|d)etnt täglich,außer Soimtaqs und Feiertags. Beilagen: Glehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monQt$*re5ogspreU: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Popscheckkonto: Sranlfurtam Main 11686. Anna.sme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum 'Vachmittag vorher Preis für 1 mm höhe für Anzeinen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Reklameanzeige» von 70 mm Breite 35 Reichspjeiinig, Platzoorschrist 20' d mehr Chesredakteur Dr. Jnebr DZilh. Gange Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friede Wilh. Lange, für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Eiehen. Eine weltVittfchaslslonserenz. Reichsaußenminister Dr. Strefemayn hat sich in feiner Reichstagsrede über Locarno für die Abhaltung einer Weltwirtfchaftskonfe- renz ausgesprochen. Unser Berliner Vertreter nahm deshalb Veranlassung zu einer Unter» r^dung mit dem hervorragenden Präsidial- mitglied des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie, Geheimrat Dr. Hermann Bücher, über die Ausgaben einer derartigen Weltwirtschaftszusammenkunft. Dabei führte Geheimrat Bücher aus: „ß o u d) e u r ist bei der letzten Tagung des Völkerbundes in Genf zum ersten Male vor einem internationalen Forum für die Abhaltung einer Weltwirtschastskonserenz eingetreten. Ich habe dies sehr begrüßt, denn ich habe eine solche internationale Zusammenkunft bereits im September 1921 nicht nur gefordert, sondern auch als ultima ratio für die Völker Europas vorausgesagt. Als ich in die Geschäftsführung des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie eintral, habe ich in München am 28. September 1921 ausführlich über den Plan einer Wirtschaftskonferenz gesprochen. Zu einer Zeit, in der die Völker Eurovas noch ausschließlich in der Kriegspsychose befangen und die leitenden Staatsmänner nicht Manns genug waren, um ihren Völkern die Wahrheit über die wirtschaftlichen Folgen des Krieges zu sagen, mußte ein solcher Ruf verhallen. Für mich war immer und ist auch noch heute der Versailler Vertrag das Werk völlig w i r t sch a f t s u n k u n d i g e r Menschen. Der Krieg hat nach meiner Ansicht insofern eine politische Entlastung mit sich gebracht, als die Völker die Zwecklosigkeit des Krieges erkannt haben, kampfesmüde geroorl'«*n und in absehbarer Zeit nicht mehr auf die Schlachtfelder zu bringen sind. Deshalb kann auch meiner Auffassung nach für die übersehbare Zukunst fein Krieg mehr entstehen. Diese politische Entlastung aber ist abgelöst worden durch außerordentliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, die alle Kriegsteilnehmer, auch die Sieger, betroffen haben. Denn der Vertrag von Versailles ist, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, das Non plus ultra der Verkennung wirtschaftlicher Gesetze. Man mußte bei der Ueber- führung der Nationen in den Friedenszustand doch bedenken, daß es vor allem darauf ankam, die Lebensfähigkeit des eigenen Volkes zu erhalten, und um dies zu erreichen, hätte man den Konsum der Völker an Waren steigern und den internationalen Warenaustausch fördern müssen. Man hat das Gegenteil getan, sich durch falsche Handelspolitik gegeneinander ab- geschlossen und versucht, die ganzen Unkosten des Krieges auf die Besiegten abzuwälzen. Hätte man sofort nach dem Kriege eine Bereinigung der internen als auch der internationalen Verschuldung insgesamt durchgeführt, so würde sich auch eine andere Handelspolitik haben ermöglichen lassen und feder Bürger und feder Staat würde dadurch auf die Dauer Nutzen gehabt haben. Wie die Dinge aber verlausen sind, hat sich der wirtschaftliche Status bei allen Völkern Europas gegenüber Kriegsende verschlechtert. Der erste Schritt zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas", fuhr Geheimrat Bücher fort, „ist meiner Ansicht nach der Dawes-Plan gewesen. Alles, was vorher unternommen und versucht wurde, die europäische Wirtschaft in normale Wege zu lenken, war entweder völlig vergeblich oder erreichte auch oft das Gegenteil von dem, was man etftrebte. Der Dawes-Plan aber hat cs Europa zum ersten Male wieder gestattet, eine Bilanz aufzumachen. Nicht nur auf Deutschland trifft dies zu, sondern ebenso auch auf Frankreich, Italien, Belgien und die übrigen am Kriege beteiligten Volker. Hierdurch trat zum ersten Male an die Stelle der Nachkriegspsychose in Europa eine Einstellung auf Realitäten. Ob der Dawes-Plan an sich durchführbar ist, hängt von der Konsumkraft der Welt, die wiederum durch die Frage der Schuldenbereiniguug beeinflußt wird, und der Handelspolitik, die man in Zukunft treiben wird, ab. Theoretisch ist Deutschland zur Erzeugung derjenigen Warenmenaen wohl fähig, die dem Geldwert unserer Verpflichtungen entspricht. Die Frage ist nur die, ob wir auch bei der gegenwärtigen Handelspolitik die Möglichkeit zum Verkauf unserer Waren in dem erforderlichen Ausmaße bekommen. Die eine Frage, die eine internationale Wirtschaftskonferenz zu lösen hätte, wäre daher: Wie vermehren wir den internationalen Warenaustausch ohne Gefährdung des Wirtschaftslebens der betreffenden Länder, und wie findet man eine tragbare Handelsbasis. Eine solche erträgliche Grundlage kann auf einer Weltwirtschaltskonferenz m. E. nur gefunden werden, wenn finanziell abgebaut wird. B-i allen Staaten m-isien die über das volkswirtschaftlich erträalichs Maß hinausgehenden staatlichen und sozialen Lasten beseitigt werden, jene Listen, die gegenwärtig national "unb international konsum- hemmend und zerstörend wirken. Alle beteilioten Volkswirtschaften gleichen gewissermaßen Fabriken, die sich in dauerndem Konkurse befinden und saniert werden muffen. Die internationale WirtschafkS- konferenz hätte also zweitens Vorschläge für die finanzielle Bereinigung der Kriegsfolgen zu machen. Diese Aufgaben müßten in durchaus großzügiger Weise in Angriff Genommen roreben. Es wird daher von besonderer^ Bedeutung sein, welche Vertreter die einzelnen Staaten in eine solche Versammlung entsenden werden. Nicht mehr als diese beiden großen Themen brauchte meiner Auffassung nach eine Weltwirtschaftskonserenz zu erledigen! Sie bilden die größten Probleme. Es wäre vorn liebel, wenn eine solche Zusammenkunft mit allzu reichlichen Fragen und Problemen belastet werden würde. Die Erfahrung hat ja gelehrt, daß, wo die meisten Fragen Der Rücktritt des Kabinetts Luther. Die deutsche Delegation ist von der Unterzeichnung aus London zurückgekehrt. Damit hat das Reichskabinett das Ziel, das es sich selbst gesteckt hatte, erreicht und zieht lediglich die formelle Konsequenz, wenn es jetzt dem Reichspräsidenten seine Gesamtdemission überreicht. Rein formell hätte das vielleicht schon früher geschehen müssen, weil mit dem Ausscheiden der Deutschnationalen aus der Regierung die Grundlagen weggefallen waren, auf denen Herr Dr. Lu- ther seinerzeit sein Kabinett aufgebaut hatte. Da er aber am 15. Januar, als er sich dem Reichstage vorstellte, durch die Haltung des Zentrums dazu gedrängt wurde, seine Regierung nicht als eine Koalitionsregierung zu bezeichnen, so hatte er damit die Handhabe, auch zu bleiben, nachdem die Deutschnationalen ihn verlassen hatten, während umgekehrt das Zentrum, das ja immer gern in Widersprächen arbeitet, von vornherein jede engere Verbindung mit der Regierung Luther ablehnte — Herr Dr. Wirth hat damals im Reichstag osten- tatio gegen das Vertrauensvotum gestimmt —, trotzdem aber den Iustizminister Freuten zw<'ng, aus der Regierung auszuscheiden, weil er sich in der Frage der Locarnoverträge von der Zentrums- fratiion trennte. Was von dem Kabinett übrig blieb, das sich am 15. Januar dem Reichstag oorstellte, ist also nicht allzuviel. Vier Minister sind zurückge- treten; freilich war ja auch bei der Vorstellung das Kabinett noch keineswegs vollständig, weil der Finanzminister, der Derkehrsminister und der Justiz- Minister noch gesucht wurden. Streng genommen also ein Torso, als es kam, und ein Torso, als es ging. Lind trotzdem, was in der Zwischenzeit geleistet worden ist, bedeutet mehr, als alle früheren Kabinette schafften. Die elf Monate, die Herr Dr. Luther an der Spitze der Reichsgeschäfte stand — das ist so ungefähr die Normalzeit für die Lebensdauer deutscher Regierungen — sind außerordentlich fruchtbar gewesen; in der Beziehung hat sich die Zusammenarbeit mit den Deutschnationalen bewährt. Die Erweiterung der Tregierung nach rechts war damals notwendig; die Neuwahl des Reichstages am 7. Dezember hatte ergeben daß die Deutschnationalen fest im Vertrauen ihrer Wähler sahen, und die Hoffnung der Sozialdemokraten, daß sich unter der Rachw'.rkung der Abstimmung über das Dawes-Gutachten die Deutschnationalen dezimieren würden, hatte sich nicht erfüllt. Cs war also eine selbstverständliche Folge des Ausgangs der Wahl, daß die Deutschnaliona'en jetzt die Mitverantwortung übernahmen, zumal nachdem Herr Dr. Marx in völliger Verkennung der politischen Lage sich immer mehr auf die aussichtslose Große Koalition festgeschraubt hatte. Was die Regierung Luther Vorhand, war ein Rohbau, mühsam zusammengezimmert aus den Planken, die nach der Rettung aus der Zn- flationsflut übrig geblieben waren. Rach außen hin war freilich auf wirtschaftlichem Gebiet durch das Dawes-Gulachten freie Bahn geschaffen, nach innen aber galt es überall die Folgerungen aus der Verarmung des Volkes zu ziehen. Das ist geschehen; die Regierung Luther hat durch Reuregelung des Steuerwesens auf finanziellem Gebiet, durch Bereinigung der Aufwertung und die Z o l l g e s e h e auf wirtschaftlichem Geb.et, sowie 1 durch Umbau der Versicherung auf sozialpolitischem Gebiet Ordnung geschaffen. Man mag an Einzelheiten Kritik üben, immerhin aber muh dankbar anerkannt werden, daß dieses eine Fahr die Trümmer der Vergangenheit überall weit genug weggeräumt hat, um freies Feld für die Zukunft zu gewinnen. Rechnet man dazu die Locarno-Verträge mit ihrem Beiwerk, dann ist auch auhenpoli.isch dir Liquidation der bösesten Rachkriegszeit vollzogen. Lind zusammenfassend wird man sagen dürfen, dah am Ende des Jahres 1924 niemand ein solch rasches Tempo der Entwicklung für möglich gehalten haben würde. Herr Dr. Luther hat deshalb auch Recht darin, wenn er an einen persönlic^n Rücktritt nicht denkt, sondern die Aufgabe zur Aeu- b i l d u n g des Kabinetts wieder zu übernehmen bereit ist. Er hat sich doch im deutschen Volke ein solches Kapital an persönlichem Vertrauen erworben, dah er es schon wagen kann, die Bindungen zu durchbrechen, die ihm aus parteipolitischer Engstirnigk.it cuferlegt werden sollen, ilnb das wird vermutlich notwendig fein. Leicht wird er es nicht haben. Auch diesmal tun wir gut daran, uns auf eine mehrwöchige Krise einzustel- Ln. Denn die Aufgabe, die ihm parlamentarisch gestellt ist. läuft auf die Lösung der Quadratur des Zirk:ls hinaus. Zentrum und Demokraten versagen sich ihm für eine bürgerliche Minderheitsregierung, wie sie eben Driand in Paris gebildet hat, beide Parteien wollen auf die G r ob e Koalition abfsmmen, die weder bei den Sozialdemokraten noch bei der Deutschen Dolkspart.i Zustimmung fi:ib:t. Die Sozialdemokraten hätten es sehr viel lieber, wenn sie hinter den Kulissen als Drahtzieher fungieren und sich ihre Zustimmung jeweils teuer bezahlen lassen könnten, ohne nach außen hin die Verantwortung zu tragen, schon w:il sie dann die Kon» kurrenz der Kommunisten nicht so zu fürchten brauchten. Die Deutsche Dolkspartei hat von den Erfahrungen mit der Großen Koalition unter der Kanzlerschaft ötrefemann noch hinreichend genug und ve. spricht sich nicht viel von einer Wiederholung, solange sie nicht handgreifliche Beweise dafür hat. daß die Sozialdemokraten auch durch Opferung wichtiger Programmpunkte die Folgerungen aus unserer wirtschaftlichen Lage ziehen tocllen. Diese Gegensätze auszugleichen, wird Herr Dr. Luther sich vergeblich bemühen, ilnb, da jedesmal der ganze parlamentarische Apparat mitspielen muß, wird Weihnachten, wird wahrscheinlich auch Reujahr kommen, ohne daß wir eine neue Regierung haben. Bis dann schließlich d:m Reichspräsidenten oder dem Kanzler der Geduldsfaden reißt und in sehr lockerer Verbindung mit dem Parlament eine Regierung gebildet wird, die sich dem Reichstag vorstellt, um i h in die Verantwortung für den Sturz vor aller Oefsentlichkeit zuzuschieben. Die Rückkehr des Reichskanzlers. Der Demifsionsbcschlus; bed Kabinetts Berlin, 5. De;. (TU.) Die deutsche Delegation ist gestern mittag kurz nach 1.30 Uhr auf dem Lehrter Bahnhos wieder in Berlin eingclroffcn. Auf dem Bahnsteig, der durch ein Aufgebot von Schutzpolizei abgefperrt war, hatten sich zur Begrünung eingefunden: Jür das Reichskabinctt Reichswehrminister Dr. Geßler, vom Auswärtigen Amt die Ministerialdirektoren Köpke und TBallro tfj, für die Prefseabteilung der Reichsregierung Ministerialdirektor Kiep und Geheimem Salier, ferner Herren der Reichskanzlei und Vertreter anderer Behörden, sowie zahlreiche presieverlreter. Von den ausländischen Vertretungen in Berlin sah man den englischen Geschäftsträger Addison, den scanz^ sischen Geschäftsträger de la Boulaye, den belgischen Geschäftsträger Graf d'U r z e l und dm tschechischen Gesandten Dr. ft r o f t a. Von den Angehörigen der Delcgationsmitglieber waren u a. Frau Stresemann und Frau v. Schubert anwesend. Als Erster entstieg Reichskanzler Dr. Luthe, dem Zug, darauf Reichsaußenmi rister Dr. Stresemann und die Staatssekretäre Kemp ner und v. Schubert und die übrigen Mitglieder der Delegation. Die Ankommenden wurden herzlich begrüßt. Die Herren äußerten sich über ihre Reise sehr befriedigt. Sie bestiegen die bereitstehenden Autos und der Reichskanzler begab sich sofort zum Reichspräsidenten, um über die Londoner Reise Bericht zu erstatten. wie die Blätter melden, wird das Reichskabinett heute vormittag 11 Uhr zu einer Sitzung zufammentreten. 3m Anschluß daran soll eine Ministerbesprechung flattiinben, in der die D e - Mission des Kabinetts beschlossen werden soll. Reichskanzler Dr. Luther werde sich im Anschluß daran zum Reichspräsidenten begeben, um ihm die Demission des Kabinetts tu unterbreiten. Am Rachmittag dürfte der Reichspräsi? dent die Parteiführer zu Besprechungen zu sich bitten, um über die politische Lage und die Reubildung des Kabinetts zu verhandeln. — Laut „Täglicher Rundschau" sei nicht damit zu rechnen, daß der Reichspräsident sofort nach der Annahme der Rücktrittserklärung den Auftrag zur Reubildung der Regierung erteilen werde. Voraussichtlich werde er erst in der nächsten Woche die Berufung zur Reubildung des Kabinetts erflehen lasten, und zwar werde er sich, wie jetzt als bestimmt angenommen wird, an den bisherigen Reichskanzler Dr. Luther wenden. Als einzig mögliche und deshalb auch wohl als wahrscheinliche Lösung hält das Blatt die Koalition der bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der Deuffchnationalen. Keine neue Konferenz in Paris. Fortlau'cnde Verhandlungen. Berlin, 4. Dez. ($11.) Wie und von maßgebender Seite versichert wird, trifft die Londoner Meldung, daß im Februar eine Konferenz in Paris als Fortsetzung der Londoner Besprechungen stattfinden soll, nicht zu. Die deutsche Delegation sieht gerade darin ein wesentliches Ergebnis von Locarno, daß sozusagen eine neue Gefchäftsgrundlage geschaffen ist, auf der laufende Verhandlungen stattfinden über die von Deutschland noch ungeklärten Fragen. Bekanntlich wird nach der Rückkehr des Reichskommissars Frhrn. Lang- Werth v. Simmern in Koblenz über die strittigen Rheinlandfragen und am 1. Dezember in Paris über die deutsche Luftfahrt verhandelt werden. Außerdem laufen ununterbrochen Verhandlungen in den Hauptstädten, natürlich auch in Berlin, so daß schon deshalb zu einer Sonderkonfcrenz kein 21 n - l a h vorlicgt. Auch in London hat die deutsche Delegation lediglich Gelegenheit genommen, mit den leitenden alliierten Staatsmännern eingehende private Unterhaltungen über die noch schwebenden Probleme zu führen, und man glaubt, daß dadurch wesentliche Fragen, wie z. B. die der deutschen Luftschiffahrt ihrer Lösung einen guten Schritt n'ihergekommen sind. 3m Verlaufe dieser Verhandlungen könnte sich möglicherweise ergeben, daß der deutsche Außenminister mit dem französischen Ministerpräsidenten in Paris zusammentresie. Zur Zeit liegt jedoch kein Anlaß zu einer Reise Stresemanns nach Paris vor. Der Reichskanzler nti Vandervelde. Brüssel, 4. Dez. (WB.) Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann, die ihre Ueberfnhrt an Bord eines belgischen Dampfers unternahmen, haben aus diesem Anlaß gestern abend an Außenminister Dandervelde folgendes Telegramm aus Ostende abc^esandt: „Bcim Betreten belgischen Bodens sprechen wir Ihnen für die während der Lieberfahrt gewährte Gast- sreundschaft unseren aufrichtigen Dank auS." Die Engländer in Wiesbaden. Wiesbaden, 4. Dez. (Wolff.) Heute vormittag find die ersten englischen Truppen auf dem hiesigen Bahnhof eingetroffen. Der größere i Teil derselben wurde in Richtung Höch st— König st ein weitergeleitet; eine Abteilung von etwa 100 Mann wurde hier ausgeloden und nach der requirierten Kaserne gebracht. Die Engländer richten das Alte Museum für Dureauzwccke ein, in dem sich gegenwärtig jedoch noch das Wohlfahrtsamt befindet. Weiter haben die englischen Besatzungsbehörden eine Reihe von Pavillons des städtischen Krankenhauses requiriert. Das Wohnungsamt hat einen Aufruf an die Einwohnerschaft erlassen, gegen Vergütung Dillen, möblierte und unmöblierte Wohnungen, Läden, Garagen usw. den Besatzungstruppen zur Verfügung zu stellen. Der Stadtverwaltung ist sicher noch nicht bekannt, welchen Umfang die Requisitionen der Besatzungsbehörden annehmen werden, cs kann fest- gestellt werden, daß die Engländer überall schonend vorgegangen sind. Alle Anforderungen gehen über öie ft ä h t i f d) e n Remter*, die für eine gleichmäßige Verteilung der Lasten sorgen. Die bisher in Köln erscheinende Zeitschrift der englischen Besatzungsarmee wird wahrscheinlich nach Wiesbaden übersiedeln. In K ö n i g ft e i n find gestern nachmittag zwanzig englische Quartiermacher eingetroffen, die die ersten Vorbereitungen für die Unterbringung des Manche st erRegiments, das hier feinen Standort haben wird, zu treffen hatten. Die ersten 500 Mann des Regiments haben heute morgen zwischen 8 und 9 Uhr den Bahnhof von Höchst pas- fiert. Kurz nach 11 Uhr trafen die Tnippen in Königstein ein. Sie werden in der bisher von den Franzosen belegten Königsteiner Kaserne untergebracht werden. Der Kommandant wird im „Königsteiner Hof" Aufenthalt nehmen. Abbau der Kreisdelegrerten. WSR. Groß-Gerau, 4. Dez. Der Kreisdelegierte des Kreises Groß-Gerau. Douchc, hat am 1. Dezember seine dienstliche Tätigkeit eingestellt, wird jedoch noch bis zum 1. Januar hier wohnen bleiben. Auch in Dingen bat die französische Kreisdelegatton ihre amtliche Tätigkeit eingestellt, ebenso in Landau. • 3n M.°G ladbach hat der Abbau der belgischen Besatzung b^g:nn n. Der belgische Kreis delegierte stattete den deutschen Behörden bereits Abschiedsbesuche ab. De hier liegende Gendarrnerieabte lung und das Misitär- lager bei Hehn haben Vorbereitungen für die Räumung getroffen. DerRundfunkimbesetzten Gebiet TU. Koblenz, 5. Dez. Durch das Reichskommissariat wird folgendes amtliche Corn- munique der Rheinlandkommission bekanntgegeben: Die Verordnungen der Jntcr- al[üerten_ über den Rundfunk haben zum Teil eine irrtümliche Auslegung erfahren. Es muß darum festgestellt werden, daß der Verkauf, der Kauf und der Besitz von funken- telegraphischen Empfangsap Karaten vollkommen frei sind. Lediglich die Anlagen und der Gebrauch der bezeichneten Apparate unterliegen d:r dnitschen Se etzgcbung und der Kontrolle der Militärbehörden, soweit es durch Artikel 33, 39 und 40 der Verordnung Rr. 308 der Rheinland? m.ni sion k> stimmt ist. Die Militärbehörde im französisch be'etzten Gebiet hat sich bekanntlich aus militärpolizeilichen auf der Tagesordnung stehen, gewöhnlich am wenigsten herauskommt. Wenn diese beiden bestehenden Probleme von der Weltwirtschaftskonfe- renz gelöst werden, dann hat sie mehr für die leidende Menschheit getan als manche andere Zusammenkunft, denn sie schafft Arbeit und Brot. Friedrich der Große hat einmal getagt: „Derjenige, welcher machen kann, daß zwei Halme wachsen, wo ein Halm wuchs, hat für das Interesse seines Vaterland mehr getan, als oft alle Politiker zusammen." Es kommt nicht so sehr darauf an. Recht zu verfechten, sondern in der Hauptsache daraus, daß Vernunft und zweckmäßige Maßnahmen die Völker und den einzelnen Menschen wirtschaftlich über Wasser halten und sie auf eine lebensfähige Basis bringen. Im Zusammenhang damit will ich nur noch erwähnen, daß, wenn eine Wellwirtschaftskon- ferenz zusammengetreten ist, auch die anderen, ollen Staaten gemeinsamen innerpolitischen Fragen, ro^e z. B. das Arbeitslosenproblem, sich ganz von selbst regeln wird und die Bekämpfung des Bolschewismus ein anderes Gesicht gewinnt. Die Weltwirl- schaftskonferenz kann ohne Beteiligung Amerikas nicht stattfinden. Sie muß sich bei" ihren Arbeiten den Grundsatz vor Augen halten, daß jeder besser daran ist, wenn es einem Nachbar gut o-hl. Ich hoffe bestimmt, daß das In absehbarer Zeil erfolgende Zusammentreten einer Wirtschaftsv rsimm- hing uns einen Schritt weiter bringen wird auf dem Wege der Gesundung der Weltwirtschaft. Gründen einen ileberblid über die Privatappa- rate und die Herausgabe einer Ausführungsbe- boflimmung Vorbehalten. Diese Ausführungsbe- stimmung wird insbesondere das Verbot des Besitzes von Sendeapparaten enthal- tcn, ist aber noch nicht erschienen, vielmehr hat die Militärpolizeibehörde in neuerer Zeit noch Empfangsapparate bei Privatleuten in Bonn und Siegburg beschlagnahmen lassen. Man wird die baldige Bekanntgabe der Ausführungsbestimmungen erwarten können, damit die endgültige Zulassung der von der Rheinlandkommission bereits grundsätzlich sestgelegte Erleichterungen im Radioverkehr der Bevölkerung des gesamten besetzten Gebietes einheitlich ermöglicht wird. VervemokratischeReichrparteltag Breslau. 4. Dez. (Sil.) Der 7. ordentliche Reichspart ntag der demokratischen Partei wurde am Freitaq vormittag mit einer Sitzung deS Parteiausschusses eingeleitet. Der Parteivor- fihend?. Aeichsministec a. D. Koch gab einen ausführlichen Bericht über die gegenwärtige Lage. Er nahm in dir sem Zusammenhang auch Stellung zu den Angriffen, die in letzter Zeit gegen den Aiichswehrministec Dr. Gehler gerichtet wor- den sind. Er behandelte ferner die Mißstände, die sich in der preußischen Justizverwaltung und im preußischen Kultusministerium gezeigt haben und erört rte dann den Fall von Schillings. Zum Schluß betonte er mit größtem Nachdruck, daß die große Koalition heute die einzig mögliche Grundlage einer Regierungsbildung in Reich sein könne. Als erster Referent sprach dann Staatspräsident a.D. Hellpach über „Geistesfreiheit und Christentum in ihrem Verhältnis zum germanischen Volkstum und zum demokratischen Staat. Entgegen allen völkischen Theorien, so erklärte der Redner, sind wesentliche El mente der demokratischen Staatlichkeit auch Wesentliche Clemente des germanischen Wesens. Im innersten sei nicht die Demokratie, sondern vielmehr dos Erbfürstentum eine grenzartige, gänzliche ungermanische Einrichtung. Der Weg der reinen Freiheit führe über den Liberalismus zur Aristokratie. In jedem Element müsse der Gedanke des persönlichen Derant- wortungsbewußtseins leitend sein. Die Demokratie Hobe die Aufgabe, in unserem Land der Glaubensspaltung im Protestantismus sein demokratisches Ethos wieder zum Bewußtsein zu bringen, im Kalholi-.ismus jenes immer noch mögliche Maß von freier Selbstbestimmung im Bewußtsein zu erhalten. Dann referierte Oberlehrer ®. Wolff, Berlin, über „Die Volksschule in der demokratischen Kulturpolitik". Der Vortragende erklärte, daß unser Reich in seiner Verfassung und in seiner gesamten Art auf eine zielbewußte Kulturpolitik verzichtet habe. Der demokratische Staat müsse eine andere kulturpolitische Einstellung haben. Die Grundschule sei der tragende Unterbau unseres Einheitsschulgebäudes. Sie sei für alle Kinder die gemeinsame Schule und biene einer sozialen, wie einer pädagogischen Idee. Gegen die systematische Bekämpfung der Grundschule und ihrer Idee, gegen die unaufhörliche Beunruhigung ihrer Arbeit werde die demokratische Partei ihre Pflicht tun. Der zweite leitende Gedanke sei der Grundsatz der Simulta ni tat. Die Gemeinschaftsschule sei auch für unsere höhere Schule seit langem die Rormalform. Deutschland stehe vor einer entscheidenden Wendung seiner Schulgeschichte. DaS Ergebnis unserer bisherigen Schulentwickelung sei ihre allmähliche Loslösung t aus den Armen der Kirche und die fortschreitende Verstaatlichung und Verweltlichung des Dil- * dungswescns. Grundfalsch fei es, die Lehrerbil- v düng konfessionell und weltanschaulich zu organisieren. Den ehemaligen Dolksschülern dürfe der Eintritt in weitere führende Derufsbahnen nicht versperrt werden. — äleber weibliche Dil- bungsfragen sprach hierauf Frau Emmy Beckmann - Hamburg. Die Verhandlungen wurden dann auf Samstag vertagt. Das deutsche Eigentum in Amerika. Die Vereinigten Staaten sind im Begriff, ein von ihnen dem deutschen Volke zugefügtes schweres Anrecht wieder einigermaßen gutzumachen, sie wollen das in Amerika beschlagnahmte deutsche Privateigentum zurückgeben. Don einer bedingungslosen Rückgabe ist aber in den Washingtoner Kabelmeldunoen keine Rede, die Amerikaner denken sich vielmehr die Dinge so, daß sie das einen Wert von etwa eineinhalb Milliarden Geldmark repräsentierende deutsche Vermögen ihren Besitzern wieder zurVer- Gießener Stadttheater. Wiener Blut. Operette in 3 Akten von Viktor Leon und Leo Stein. — Musik von Johann Strauß. — Für die Bühne bearbeitet von QL Müller. Das Jube'jahr des 105. Geburtstages von Johann S.rauß, den Richard Wagner den Klassikern zurechnen konnte, hat allenthalben, nicht bloß in Alt-Oesterreich, Anlaß gegeben, sich des Meisters mit neuer, warmer Hingabe zu erinnern. Zu fast verschwundenen Reichen haben die Reu- einstudierungen Strauh'scher Operetten allerorten wie mit einem Zauberstab die Pforten geöffnet, zu denen, ach leider, die melodirlosen Schlager der Gegenwart den Weg zu versperren beflissen wa.en. Jetzt lieh man sich neu von der siegessicheren Rhythmik der Strauh'schen Weisen hinreißen. von ihrer unübertrefflichen lieblichen Melodik berauschen, von ihrer feinen und sorgfältigen orchest^a'en Instrumentation, die allein schon alle neueste Tanz- und Operettenmusik in den Schatten stellt, uneingeschränkte Bewunderung abnötigen. Die unwiderstehliche Gewalt Strauh'scher Wusck zeigte sich dann auch gestern in dem dank» ba'ea Beisall, den die Wiedergabe der nach- ge aisenen Operette „Wiener Blut" bei dem voll- be etzten Hause sand. Kein Wunder! Da sind die prickelnden Weifen an alten trauten Walzern, Polkas. Quadrillen und Galopps, die der Meister selbst kurz vor seinem Tode aus seinem früheren Schassen hervorgesucht hatte, um noch eine neue Ope ettenpartitur zu ammenzu'egen, eine Heidenarbeit, der sich der Wiener Kapellmeister Adolf Müller zuerst als Helfer, bald darauf aber, nach dem Tode des Schöpfers, als Verwalter des Nachlasses, ohne die Strauh'sche Eigenart zu schädigen, mit Geschmack und raffiniertem tech- f ü g u n g stellen können, dafür aber einen Fonds bilden, dem alle den Vereinigten Staaten zustehenden Reparationszahlungen zufließen, auch die dreißig Millionen Dollar, die sich aus Zinsen der deutschen Vermögen in den letzten Jahren angesammelt haben. Ebenso erhält dieser Fonds die aus dem Verkauf deutschen Besitzes erzielten fünfzig Mill. Dollar. Diese Summen sollen zur Befriedigung der amerikanischen Gläubiger dienen. Soweit der rohe Umriß des vorläufig zwischen den Vertretern des Reiches und denen der amerikanischen privaten Stellen unter nischen Können unterzog, älnd da ist weiter das gar nicht üble Textbuch: eine artige Geschichte aus der Zeit des Wiener Kongresses mit ergötzlicher Durcheinanders irbeiung der Personen, mit Derkennu-", Verwechslung und W'.edererlennung von Gräfin, Tänzerin, Probiermamscll und mit noch vie.e.i netten Einfällen, alles verschuldet und entschuldigt durch das Wiener Blut. Die Aufführung war gut. In sauberem Zusammenspiel erledigte das Orchester mit hinzu- gegebenem Klavier seine Ausgabe unter der Leitung des Kapellmeisters Neff; mit feiner Abtönung wurden die Melodien herausgearbei- tet. die Tempi variiert, die Klangstärken schattiert. Gleich trefflich war das, was die Bühne selbst bot. Die ganze vormärzliche Zeit ward leuenbig in der nicht versiegenden, immer aufs neue überraschenden Komik von Alois R e s n i, der den Premierminister von Reuh-Greiz-Schleiz spielte und sang. Der ihm unterstellte Gesandte in Wien, Graf Zulau, gefährlicher Don Juan, ward verkörpert von Heinz Steinbrecher, dessen geschmeidiger Tenor nebst seinem flotten Spiel ihm alle Sympathien sicherte. Seine Gattin war Anita Franz, die ein gewandtes Auftreten der sicheren musikalischen Leistung ihrer schönen und gepflegten Stimmittel gesellte. Ihre Nebenbuhlerin, die fesche Tänzerin, gab Friedel Gierga, für die QtoIIe wie geschahen durch die anmutige Bewegung der schlanken und zierlichen Gestalt, durch den edlen, glockenreinen und warmen Sopran, der alle Chromatik spielend bewältigte. Der dritten Geliebten, der Probiermamfell, gab Else Simon Gestalt, deren Musikalität trotz tleinerer Stimme doch zu voller Geltung kam und deren pulsierend-lebendiges Spiel als echtes Wiener Mädel immer aufs neue erfrischte. Ebenso gute Oesterreicher wie sie waren Paul W e st m e i e r als Kammerdiener, der seiner Gesangskunst obendrein den drastisch- Deieiligung der Washingtoner Regierung zu- standegekommenen Abkommens, das aber im übrigen noch durchaus unverbindlich ist. Eine Würdigung dieser Regelung läßt sich erst ermöglichen, wenn der deutsche^ amtliche Vertreter, der sich schon auf der Rückreise befindet, wieder in Berlin eingetroffen ist. Daß es erst eines komplizierten Olbkommens bedarf, zeugt wahrlich nicht von amerikanischer Großzügigkeit, um so mehr als der größte Teil der deutschen Vermögen erst nachdem Kriegebeschlag- nahmt und außerdem seit sieben Jahren zwischen beiden Staaten wieder Friede herrscht. sten Humor lieh, Karl S t a d i als köstlicher Karusellbesitzer und Albert Ganzer als ehrlich- entrüsteter grober Kutscher. Franz Kugler repräsentierte würdig in der Rolle des Grafen Bitowski. Mit Anerkennung sei ferner noch der kleineren Leistungen in den Rollen der Komtessen und der Wäschermädel sowie der Bedienten Erwähnung getan. Die Spielleitung Paul Westmeiers schuf Lobenswertes in dem szenischen Arrangement, namentlich in der Verteilung und Verwendung von Chor und Statisterie im letzten Akt; dieser bot mit seinem stilisierten Laubengarten auch das schönste Bühnenbild des Abends, dessen dekorative Ausstattung in Karl Löfflers Händen lag; während die Bilder der beiden ersten Akte zwar nichts vermissen ließen, aber doch stark konventionell waren, und erhöht wurde des letztes Aktes Reiz durch die Zartheit der von Ludwig Keim geschaffenen Beleuchtung mit ihren allmählichen, kaum spürbaren äleber- gängen. —g. Die deutschen Kollegs an der Pariser Sorbonne. (Don unserem Pariser XVo.-Korrespondenten.) Die Zahl der an der Pariser Universität im letzten Sommersemester immatrikulierten Studenten betrug 22 063, und zwar 18 804 Franzosen und 3264 Ausländer. In der juristischen Fakultät waren allein 9030 Studenten immatrikuliert (darunter 613 Frauen), in der medizinischen 4971 (803), in der philosophischen 7164 (2193) und in der pharmazeutischen 903 (317). Die Zahl sämtlicher Lehrpersonen (einschließlich Lektoren usw.) an der Sorbonne und den ihr ange- schlossenen Lehranstalten und Institute beträgt gegenwärtig nicht weniger als 595. Damit ist Paris bei weitem die größte Universität Europas. Frankreich lehnt es grundsätzlich ab, irgendeine vertragsmäßige Bindung hinsichtlich der absoluten Höhe der Zolltarife während der Qkr- tragsdauer einzugehsn. Dieser Grundsatz macht es geradezu unmöglich, daß wir für unser festes Tarifangebot ein dolles Aequivalent erhalten, wobei noch erschwerend hinzukommt, daß Frankreich, wie schon jetzt feststeht, sein Zollniveau tatsächlich wesentlich erhöhen will. Neue und schwierige Probleme sind für ganz Europa dadurch aufgeworfen worden, daß England in jüngster Zeit sich anschickt, zum Schutzzoll- system überzugehen, das in besonderem Maße für den deutschen Ausfuhrhandel die cm- stesten Nachteile mit sich 6ringt Der Uebergang Englands zum Schutzzollsystem ist, wie ich glaube, das wichtig st e Ereignis, das die europäische Handelspolitik der Nachkriegszeit aufzuweisen hat. Der Handelsvertrag mit Rußland stellt einen neuartigen Versuch dar, die Schwierigkeiten zu überbrücken, die sich aus der völligen Qkr- schiedenheit des europäischen und des russischen Außenhandelssystems ergeben. So groß £ie Bedeutung der Handelsvertragspolitiklfür die weitere Entwicklung der Weltwirtschaff"und des Kräfteverhältnisses der nationalen Wirtschaften untereinander ist, so darf man doch eines nicht vergessen: Auch das beste Zoll- und Handelssystem bietet im Grunde nur den äußeren Rahmen, der von den Nationen mit ihrer lebendigen Energie gefüllt werden muß. England und Rußland. Berlin, 4. Dez. Wie die „Dossische Zeitung" meldet, soll B r ia n d sich in London nach eingehend der Rücksprache mit Chamberlain bereit erklärt haben, nach vorhergehendem Einverständnis Tschitscherins als versöhnender Vermittler zwischen England und Rußland aufzutreten. Unter der Voraussetzung eines günstigen Verlaufes dieser Verhandlung ist eine Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Tschitscherin für die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr m Venedig vorgesehen. Mussolini und der Vatikan. Berlin, 4. Dez. (Abendblätter.) Wie aus Rom gemeldet wird, erwägt die Regierung den Gedanken einer praktischen Aussöhnung mit der Kuri e. Es wäre keineswegs ein Wunder, wenn Mussolini schon in allernächster Zeit mit einer ent- sprechenden Verordnung hervortrete, „die ihm die Sympathien aller Katholiken der Welt bringen würde". Natürlich dürste es sich bei der Erfüllung der päpstlichen Souveränitätswünsche nur um die Forderung unpolitischer, nicht territorialer Garantien handeln, während noch unter Papst Leo von der Kurie territoriale Sicherheit verlangt wurde. Man weist übrigens auch auf den Ausspruch des Kardinals Gasparri hin, das Papsttum erwarte die Lösung der römischen Frage nicht mehr von einer fremden Intervention, sondern nur von einem freiwilligen Akte der italienischen Regierung. Das Programm der neuen Regierung in Spanien. Madrid, 4. Dez. (Wolff.) Minifterpräsi- deut Primo de Rivera erklärte Presfever- tretern. daß nach (Vereidigung der neuen Minister das Ministerium eine offizielle Erklärung veröffentlichen werde, nach der die Regierung die Verfassung zwar für unantastbar ansehe, daß sie aber vorläufig weiter außer Kraft bleibe. Cs werde der Posten eines Vizepräsidenten geschaffen; die früheren älnterstaats- selretäre und Privatsekretäre der Minister wurden abgeschafst. Die Regierung werde die Politik der letzten 5 Jahre vor dem Regierungsantritt des Direktoriums sorgfältig prüfen, um eine energische Bestrafung aller strafbaren Handlungen zu erwirken. Die Zensur der Telegraphie und der Presse werde weiter streng durchgeführt. Das politische Versammlungs- rccht bleibe beschränkt. Die Regierung bereite auf Grund der Steuerreform einen neuen ausgeglichenen Haushaltungsplan vor, um den Kredit im In- und Ausland zu festigen. Primv de Rivera betonte den ungewohnt ruhigen Verlauf des Regierungswechsels. Kleine politische Nachrichten. Der Rat für Arbeit und Verteidigung beschloß, die Einwanderung von ausländischen OlecAten und Ingenieuren nach Rußland ab 1. Januar 1926 zu verbieten, da kein Bedarf an diesen Fachmännern. sowie auch keine Arbeitsmöglichkeiten für diese Berufe bestehen. In seltenen Fällen sind jedoch Ausnahmen erlaubt. Das Landwirtschafts- kommissariat beabsichtigt auch die Einwanderung Vier Professoren dozieren deutsche Sprache, Literatur und Geschichte. Rouge liest zwei StoIIegd, das erste über Schleiermacher, das zweite über Syntax der deutschen Namen. Lichtenberger veranstaltet praktische Hebungen und lieft außerdem in seinen beiden Kollegs über den jungen Goethe und den deutschen Minnegesang und Walther von der Vogelweide. A u d l e r liest über politische Ideen in Deutschland im 19. Jahrhundert, über Dramaturgie Lessings und Schillers, sowie über die Dichtungen Hölderlings und Mörickes. Eisen mann endlich liest über .Zentraleuropa". älebrigens wird auch an den übrigen französischen älniver.itaten im laufenden Semester deutsch wieder in verstärktem Maße gelehrt, ganz besonders an den älniversitäten Straßburg, Nancy und Grenoble. — Don den 17 französischen Uni- versitäten ist Paris nicht nur die größte, sondern auch die älteste; sie wurde im Jahre 1200 gegründet. Aus dem 13. Jahrhundert stammen ferner die Uni versitäten Besannen, Montpellier und Toulouse. Grenoble wurde 1339 gegründet. Aus dem 15. Jahrhundert stammen Ais-en-Provence, Bordeaux, Caen und Poitiers. Im 19. Jahrhundert wurden gegründet Alger, Clermond- Ferrand , Lyon und Rennes. An den 17 ilniücrfitälen Frankreichs sind gegenwärtig insgesamt rund 50 000 Studenten immatrikuliert. Der Abstand zw'scheu Paris und den übrigen ilni- versitäten ist also rieiig. Die zweitgrößte Uni» versität Frankreichs ist Lyon mit 3400 Studierenden. Selbst in Straßburg sind gegenwärtig nur 2500 Studenten immatrikuliert. Die kleinsten älniversitäten sind Clermond-Fer- rand mit nur 467 und Desan^on mit sogar nur 266 Studenten, letztere hat nur drei, Gier» mond-Feia and nur zwei Fakultäten. Die deutsche Außenhandelspolitik. Staatssekretär Dr. Trendelenburg über die Wirtschaftslage. Hamburg, 4. Dez. (WTB.) In der Hamburger Börse sprach Staatssekretär Dr. Trendelen- burg über die deutsche Außenhandelspolitik. Er führte u. 2. folgendes aus: Revolutionen sind die großen Beschleuniger der Weltgeschichte und gerade in diesem Sinne war der Krieg eine Revolution der Weltwirtschaft. Er hat die Emanzipation der außereuropäischen Welt, die sich schon vor dem Kriege in dem schnellen Fortschreiien ihrer industriellen Produktion, namentlich in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Japan kennzeichnete, in stärkstem Maße gefördert und zugleich der weltwirtschaftlichen Hegemonie Europas einen Stotz gegeben, dessen Wirkung Euros a wohl niema.'s ganz überwinden wird. Vier Jahre hindurch Haien die Völker Europas einen erschöpfenden Kampf geführt, der sich in letztem Grunde um nichts anderes als um ihren Anteil an der weltwirtschaftlichen Hegemonie Europas drehte. Sie haben ihre ganzen Kräfte und die letzten Reserven an Menschen und Material in diesem Kampfe erschöpft. Europa, das früher der Geldgeber und Gläubiger der außereuropäischen Welt war, ist jetzt in stärkstem Maße ihr Schuldner getoorben und muh weiterhin zur Fortführung feinet Wirtschaft Kredite von denen in Anspruch nehmen, die früher bei ihm ihre Anleihen begeben haben. Die Vereinigten Staaten erscheinen mit einem Guthaben von 61,1 Milliarden Goldmark als das stärkste Gläubigerland. Auf sie folgt England mit einem äleberschuh von 59,7 Milliarden; alle anderen Länder tocifen einen Lieberschub der Schulden aus, am stärksten das festländische Europa mit insgesamt 73,3 Milliarden Goldmark. Diese Verschiebung der Kapitalmacht kann in ihren weltwirtschaftlichen Folgen nicht hoch genug eingeschäht werden, beruhte doch das wirtschaftliche Uebergcwicht Europas über der anßercuropäischen Welt vor dem Kriege mit in erster Linie auf dem Kapilalrelchtum Europas. Andere ziffernmäßige vergleiche zwischen der Vorkriegszeit und jetzt beweisen ebenso klar, daß Europa nicht mehr das wirtschaflllche Herz der Welt ist. Von der Gesamttonnage der Welt befaß England 1913 44,4 Proz., 1925 32,8 Proz., Deutschland 1913 12,0 Proz., 1925 5,1 Proz., andererseits aber die Vereinigten Staaten 1913 4,3 Prozent, 1925 19,7 Proz., Japan 1913 3,9 Proz., 1925, 6,4 Prozent. Die eigene Rohstoffbasis Europas ist jetzt stark eingeengt. Die europäische Rohstosfproduktion betrug im Jahre 1923 und 1924 nur je 84 Prozent der Produktion vor 1913, während Amerika an Rohstoffen 1923 123 Proz. und 1924 111 Prozent der Vorkriegsproguktion erreichte. Auch die anderen außereuropäischen Weltteile weisen eine erhöhte Rohstoffproduktion auf. Lediglich Europa ist weit hinter seiner Friedensproduktion an Rohstoffen zurückgeblieben. Zugleich ist Europa in der Fer - t i g i n b u ft r i e erheblich geschwächt. Die außereuropäische koloniale Welt, die Rohstoffe und Lebensrnittel nach Europa lieferte und Fertigwaren empfing, hat in ihrem wirtschaftlichen Emanzipa- tionsprozeß schnelle Fortschritte gemacht. Der Weltkrieg hat oie Industrialisierung der außereuropäischen Welt mächtig gefördert und damit die Absatzbasis für die europäischen Jndustriewaren stark beengt. Die ganze Macht dieser Emanzipation der außereuropäischen Länder wird deutlich, wenn man sich für die letzte Jah-rzeit die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten, im englischen Weltreich und in Deutschland kurz vor Augen hält. Als ein auf fast allen Gebieten sich selbst genügendes Land türmt Amerika seinen Reichtum in stolzer Abgeschlossenheit von der übrigen Welt hinter schier unühersteigbaren Zollmauern im eigenen Lande empor. Der QUrteil Amerikas an dem gesamten Außenhandel der Welt ist von 13,5 Proz. im Jahre 1913 auf 17,9 Proz. rm Jahre 1924 angestiegen. Das englische Weltreich spiegelt in seiner inneren Entwicklung alles das wieder, was sich wirtschaftlich zwischen Europa und der außereuropäischen Welt abspielt. Hier seheL wir die Stärke des Emanzipationsprosesses irTfreit- hin erkennbaren Tatsachen. Wir sehen die völlige wirtschaftspolitische Umorientierung Englands, dieses klassischen Landes des Freihandels in der Dichtung des Hochschuhzol- les für das Mutterland und eines Systems der Preferenzierung zwischen dem Mutterlande und den zollpolitisch selbständigen Kolonien, und schließlich Deutschland, ganz das leidende Objekt jahrelanger Gewaltpolitik und verständnislosester Ausquetschung! Während das alte Deutschalnd 13,5 Proz. der Gesamtausfuhr der Welt bestritt, erreichte das verkleinerte und ausgezehrte neue Deutschland in den durch die Ruhrbesetzung allerdings ungünstigen Jahrn 1923 und 1924 nur wenig über sechts Prozent. Der Anteil der europäischen Staaten am Gesamtausfuhrhandel betrug i mJahre 1913 61 Proz., 1924 nur noch 50,5 Proz., und dies alles, obwohl die Balkanisierung Europas für die statistische Technik bis zu einem gewissen Grade aus dem früheren Binnenhandel einen Außenhandelgemacht hat. Kein Wunder, dah bei diesem wellwirlschast- lichen Niedergang Europas sich dieser Welk- teil seil dem Kriege in iner schweren chronischen Krise befindet Deren Erscheinungsformen je nach Landern . Zeilen wechseln, wäh- rungsnol, Kapitalmangel, Arbeilslosigkeil, soziale Kämpfe, inncrpolitifdje Unruhen und äußere Konslikle, das sind Symptome dieser schleichenden Krise, von der fast kein europäisches Land, auch das am wenigsten geschädigte England, nicht verschont blieb. In dieser gemeinsamen Bedrängnis haben die europäischen Staaten bisher in folgerichtiger Fortführung der Kriegseinstellung nach dem Grundsatz gehandelt, dah jeder sich selbst am nächsten ist. Durch scharfe Eingriffe in die Freizügigkeit der Waren, deS Geldes und der Menschen hat jedes Land versucht, sich gegen die Not der übrigen gewissermaßen abzu- kapseln. Diese fortschreitende Abschließung des einen von den anderen hat den zwischeneuropäischen Handel empfindlich gestört, die Rationalisierung und Bereinigung der europäischen Wirtschaft gehindert und die weltwirtschaftliche Geltung der europäischen Industrie empfindlich geschwächt. Aber auch hier beginnen die unerbittlichen Tatsachen sich auszuwirken und die Schleier der europäischen Nachkriegs'rsychose zu zerreißen. Es ist unverkennbar, dah Europa beginnt, s ich a u f seine gemeinsamen Interessen zu besinnen und es wird wahrlich höchste Zeit, dah diese' Selbstbesinnung sich in allen Zweigen des wirtschaftlichen und politischen Leben Europas zu regen beginnt. Die handelspolitische Lage Deutschlands ist in der Nachkriegszeit sehr schwierig geworden, vor allem durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages, die uns für die ersten»fünf Jahre einfach handelsvertragsunfähig machten. Bei den Verhandlungen, die seit dem 'Wegfall dieser Beschränkung eingeleitet wurden, hat es sich als störend erw'esen, dah es angesichts der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland nicht rechtzeitig gelungen ist, das Niveau des deutschen Zolltarifs der neuen Lage und der von mir erwähnten Vergröberung der handelspolitischen Methoden anzupassen. Daß im Gegensatz zu den erfolglosen Verhandlungen mit Fran kreich der Abschluß mit England, Belgien und Italien gelungen ist, hängt sehr wesentlich damit zusammen, daß zwischen uns und diesen Ländern grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über die Prinzipien des Handelsvertragssystems nicht bestehen. 1 Rußland. 1 cOtlDOn nn* ÄchjK jfni. r Ob. toit macht ?l tDid K'^'drau ur gDn s eue 8um s^^nd in da- inY^on, M Drr M rrn. 8a^*<$: • EÄ«" Nt “? d-S "£ «ä hsW" 1 "■ 1uBlanh auhufreten «5 günstig«, Driiauit? ■ oufammtntunh ''undlschitlch!. > Weihnachten und Neu. hen. der Aaükan. idblatter.) Wie aus Nom Regierung den Gedanken Löhnung mit der >egs ein Wunder, wenn hsier Zeit mit einer ent. “Dortrete, „die ihm die >ken der Welt bringen !S sich bei der (Erfüllung lätswüniche nur um die licht territorialer ib noch unter Papst Leo Sicherheit verlangt wurde. auf den Lusfpmch des as Papsttum erwarte die ge nicht mehr von einer indem nur von einem r italienischen Negierung. m der neuen n Spanien. (Miss.) MMerpräst« ?ra erfljrte Pressever. >ung bet neuen Minister faielle Grßärung bet- >t ble {Regierung bie r.antaflbar ansehe, daß ter aufftt Kraft eutti AMä- fnchrren ünterstaatS- lare der Minister wurden ,g werde die Politik der Aegierungsantritt deS rüicn, um eine energische strafbaren Hand. )ie Zensur der Tele- verde weiter streng )tMcheLers°MMr. fa Regierung bereite auf n einen neuen auW* gsplan vor, um den sland zu lest'gen. Pnm ungewohnt ruhigen Ter he Nachtichst». ü und Derieidigung be- ••kW»*, fiS&rg ig Jähr' ZE ysrtSR's ichs >'"^Arikul>^K. ^rtlS S ®JSC Wi# D°'7nur 3ournal' GkMtMWMMnWkl! im ist Pferde" „Starnberger JSSE? SPIELWARENHAUS MORITZ GREGORI, GIESSEN Fernsprecher Nr. 788 Kreuzplatz Nr. 14 MAERK LIN-B AU KASTEN UND ERSATZ KASTEN. 114B4D Will eine mit eingetroffen tour und dort Aufenthalt ncmmen hatte. Ob Porte bereits verhaftet die an infolge außer» einzu- ge- ist, das 5 i nanj» gegen 26 6tim- dern Ort des Llnglücks abgefahren, da Ort und Stelle befindlichen Arbeiter des Fehlens von Rauchschutzhelmen sich stände sahen, in die brennende Strecke dringen. t e n" dende Der französische Senat hat Gesetz Lou cheurs mit 205 men angenommen. von landwirtschaftlichen Arbeitern auf einige Zeit einzustellen unbekannt. Ein Knabe an Tollwut gestorben. In Puppen, Puppenwagen, Puppenhäusern u. zimmern, Küchen, Stoff- u. Holztieren, Gesellschaftsspielen, Schaukelpferden, Kaufläden, Burgen, Soldaten, Fahrrädern, Rollern und Holländern. Eisenbahnen, Dampfmaschinen, Motoren, Modellen, Kinos und Baukasten. 1 (Sammeln Sie Z^MMLLM-Gutschejne 5ÄS: Bonbonniere Am 3 0. Aovember wurden au5 den Mitteln der Erwerbslosenfürsorge unterstützt: in Giehen-Stadt 109 Vollerwerbslose und 212 Zuschlag.empfänger (am 1. Oktober: 65 fcato. 112); in Diesten-Land 444 Vollerwerbslose und 703 Zulchlagrempfänger (am 1. Oktober: 199 bzw. 266); im Kreise Alsfeld: 163 Doll» erwerbslose und 271 Zusch'agsempfänger (1. Oktober: 22 bzw 40); im Kreise Lauterbach: 39 Vollerwerbslose und 59 Zuschlagsempsänger (1. OltoLcr: 0); im Kreise Schotten: 115 Vollerwerbslose und 241 Zuschlagsempfänger (1. Oktober: 29 bzw. 60). von Karl Lentz, (Delgemälbe), „W e i Größtes Spezialgeschäft in nur erstklassigen Spielwaren am Platze. Große Weihnachts-Ausstellung Der bekannte amerikanische Finanzmann und Millionär Joseph Harriman ist nach kurzer Krankheit infolge einer Lungenentzündung Alter von 69 Jahren gestorben. Aus der Provinzialhauptstadt. Diesten, den 5. Dezember 1925. Der Arbeitsmarkl im nördlichen Oberhessen. Die Lage des Arbeitsmarktes im Bezirk deS Arbeitsnachweises für das nördliche Oberhessen, zu dem Stadt und Kreis Diesten und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Scholten gehören, hat sich in den letzten Wochen erheblich verschlechtert. Die Arbeitsmöglichkeiten in der Landwirtschaft sind beendet. 3n Gewerbe und Industrie hat sich die Betriebslage infolge Abfatzmangels und Kapitalnot sehr ungünstig gestaltet. Die Braun» eisensteingruben im Kreise Alsfeld sind schon vor einigen Wochen zum Stillstand gekommen, in den Städten des Arbeitsnachweisbezirks sind mehrfach Betriebe eingeschränkt worden, womit Kurzarbeit, zum Teil sogar Arbeiterentlasfungen verknüpft mären. Infolge des Frostwetters ist auch die Bautätigkeit zum Erliegen gekommen, ebenso muhten die teilweise schon begonnenen Holzhauerarbeiten, insbe'ondere in den Vogels- bergorten, wieder eingestellt werden. Die Stadt Diesten bereitet AotstandLarbeiten vor. von Karl Scheid (Del), S e e" von Mathilde Steg- Der Berichterstatter des .. Dissen, daß für das kommende Frühjahr Luft Verbindung Paris-Berlin einer Zwischenlandung in Köln geplant sei. mager (Aquarell), sowie eine Anzahl von Radierungen und Zeichnungen. Weitere Ankäufe werden mit fortschreitendem Loseabsatz erfolgen. Deshalb wird jedermann die Beteiligung im Interesse der Künstler und im eigenen Interesse empfohlen. Die Lose sind an der Kasse und in den durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften erhältlich. Die reichhaltige Ausstellung ist, wie nochmals hervorgehoben werden soll, Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 1 Uhr, Sonntags auch von 3 bis 6 Uhr. Mittwochs von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Der neu her- Aus aller Welt. Vie Kältewelle in der Schwei; und Schweden. Bern, 5. Dez. (WTB. Funkspruch.) Heute herrscht im Schweizer Jura eine Kälte von 30 Grad Celsius. Die Temperatur ist während des ganzen gestrigen Tages nicht über minus 23 Grad Celsius angestiegen. — Nach Blältermeldungen aus Stockholm wurden in Schweden als niedrigste Temperatur 33 Grad Kälte festgestellt. Än der Ostsee hat sich stellenweise Eis in Stärke von 8—10 Zoll gebildet. Der schwedische Eisbrecherdienst in der Ostsee wird heute ausgenommen werden. — In O st p neusten herrschten 16 Grad Kälte. Beim Rodeln tödlich verunglückt. Der achtjährige Sohn des Prinzen von Löwen st ein -Wertheim-Rosenberg ist gestern beim Rodeln in der Umgegend von Wertheim tödlich verunglückt. Der junge Prinz geriet dabei auf einer steilen Straße in ein Automobil, wurde von dksem überfahren und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf seinen Verletzungen erlegen ist. __________ «c Ausstellungsraum ist fetzt mit elektrischer ung versehen. •• Wohltätigkeitsbazar für den Bienenkorb. Man schreibt uns: Es sei noch einmal auf daS Fest aufmerksam gemacht, das der Alicefrauenverein heute. Samstag, den 5. d. Mts., im Hause des Desellschastsvereins zum Besten des Bienenkorbes veranstaltet. Das Programm verspricht ganz auserlesene Genüsse, die allein schon genügen mühten, um viele Besucher heranzulocken. Wenn aber das Bewußt- sein hinzulommt, dast man durch sein Erscheinen eine gute edle Sache fördert, so wird der Anreiz doppelt groß. Wöge ein guter Erfolg alle Mühe der Vorbereitungen lohnen. •• Kirchen musikalische Feierstun- de in der hiesigen Stadtkirche. Am morgigen Sonntag, 2. Advent, abends um 8 ilfcr findet in der Stadtkirche eine kirchenmusikalische Feierstunde statt, die von der Markusge- meinde veranstaltet ist, wozu aber alle Evangelischen unserer Stadt herzlich eingeladen sind. Aähcres siehe heutige Anzeige. *• Gin Frankfurter Oper- Gastspiel findet am nächsten Freitag abend 7 Llhr im hiesigen Stadttheater statt. Man beachte die heutige Anzeige. Turnen, Sport und Spiel. Kreisligalreffen D. C. Wetzlar— D. s. B. Bietzen. Am morgigen Sonntag findet auf dein hiesigen Waldsportplah das Kreisligatreffen B. C. Wetzlar — D. f. D. Diesten statt. Es ist wohl mit Recht als eines der wichtigsten Spiele der Saison zu bezeichnen, denn es soll endgültig dile Cntsche.dung darüber bringen, ob „Germania"-Marburg oder D. f. B. Diesten Meister des Lahnkreises wird und zur DezickSliga auf- steigt. Sollte das Spiel unentschieden ausgehen, so ist nochmals ein letztes Entscheidungsspiel zwischen „Germania"-Marburg und V. f. D. Diesten auszutragen. Die Stellung der Spihenvereine lästt sich am besten aus der untenstehenden Tabelle erkennen. 3m ganzen Lahnkreis sieht man mit Spannung und Interesse dem Spiel entgegen. B. C. Wetzlar ist die einzige Mannschaft im Lahnkreis, die „Germania"-Marburg mit 3: 1 schlagen konnte. Die Els ist als äußerst schnell und durchschlagskrästig zu bezeichnen. Charakteristisch für sie ist ihr nie zu brechender Kampseseifer. Die V. f. B.°Els wird ihr Letztes hergeben müssen, um Sieger und Meister zu werden. Es ist möglich, daß sie.durch Einstellung mehrerer neuer- „Großen" wesentlich verstärkt wird. Will die Mannschaft das Werk des Dereinsvorstandes, des Spielausschusses und nicht zuletzt ihr eignes durch einen Sieg über den beachtenswerten Gegner krönen, dann muß sie sich freihalten von dem zersetzenden Geist der D sharmonie. Aus alle Fülle verspricht der morgige Sonntag einen großen Kampf, dessen Leitung in die bewährten Hände des Herrn Hofmann- Wetzlar gelegt ist. Hoffentlich hat Petrus ein Einsehen, dann wird auch der erwünschte Besuch nicht fehlen, zumal aus Wetzlar und Marburg zahlreiche Interessenten erscheinen werden. Dom Platzverein sind alle Vorkehrungen getroffen, um einen einwandfreien Verlauf des Sviels sicherzustellen. Auch die Zuschauerplätze, insbesondere die Terrassen, sind vom Schnee befreit und gereinigt, so daß auch für die Zuschauer aufs beste gesorgt ist. Alles in allem ist der morgige Sonntag als Bornotizen — Tageskalender für SamStag. Alice-Frauenverein, Aibtlg. Bienenkorb, ab nachm. 4 Ubr und abends 7’/t Ülhr in den Räumen des ,.Des.lischastsvereins" Wcihnachtsmartt. — Geflügel- und Vogelzuchtverein 81/# -Uhr „Pfälzer Hof' Monatsvecsammlung. — Artillerie-Verein 8' Uhr, VereinSlokal. Monatsversammlung. — Ruderklub Has.ia 81/» ülhr Bootshaus, Mitglieder-Versammlung. -- Spiel-Vereinigung 1904, C1,.. Llhr „Darmstädter Haus" Monatsversammlung. - 222er: 3 ülhr „Saalbau Sauer" ©rinne» lungdfeier an die Schlacht bei Lodz. — Gießener Radfahrer-Verein 8 Uhr. Turnhalle, Winterfest. — Bund deutscher Militäranwärter 8V« ülhr, „Stadt Lich" Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Dahnhosstr.: „O, alte Burschenherrlichkeit". — Astoria-Lichtspicle: „ Fatty im v-Zug der Liebe. — — Tageskalcnder für Sonntag. Sladttheater: 7 Uhr „König Nicolo" (Ende gegen 9.45 Uhr). — Mariusgemeinde: 8 Uhr Stadtkirche kirchenmufikalifche Feierstunde. — Ballspielklub 1920: 7Uhr Turnhalle Gründungsfeier. — Männer- lurnoerein: 7 Uhr „Poftkeller" Ehrung der Sieger von 1925. — Gernhardtfcher Zither- und Man- dolinenchor: 7 Uhr Katholisches Vereinshaus Gründungsfeier. — Andersen-Gedächtnisfeier: 5 Uhr nachmittags Vortragssaal der Buchhandlung Keiß- ner. — (Babelsberger Stenograohenverein: vormittags 9 Uhr Kaufmännisches Dereinshaus Dereinswettschreiben. — Bund Alter Herren der Hessischen Landesbaugewerlschule Darmstadt: vormittags 10.30 Uhr Hotel Köhler Versammlung mit Vortrag. — Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz: „Die Sklavenkönigin". — Uebrige Lichtspielhäuser wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Bestreben der 3n- tendanz geht dahin, auch in den Sonntagsauf- füheungen möglichst Abwechslung zu bieten, und so ist denn für den nächsten Sonntag, 6. Dez., Frank Wedekinds Schauspiel „König Ricolo" oder „So ist das Leben" angeseht worden. Das Werk bietet in seinem Prolog und seinen neun Bildern so außerordentlich viel Sehenswertes, so viel ernste, so viel heitere Szenen, daß weitesten Kreisen empfohlen werden kann, sich dieses bekannteste Werk Wedel'.nds anzu- sehen. ** Oberhefsischer Kunstverein. Der Besuch der Ausstellung „K ü n st l e r h i l f e 1925" ist an den bisherigen Ausstellungstagen ein sehr reger gewesen. Es wurden bereits mehrere Del» gemälde sowie Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen angekauft. Von ersteren erwarb die Pro- oinz Oberhefsen Ernst Eimers: Groß-Eichen, die Stadt Gießen Hellmuth Mueller-Leuterts E i f e n b a h n d am m. Weitere Ankäufe auch seitens des Publikums wären im Interesse der Künstler recht zu wünschen. Auch der Loseverkauf hat einen befriedigenden Anfang gehabt, es sind mit Rücksicht hierauf bereits einzelne Ankäufe zu verlosender Ausstellungswerke vorgenommen worden; es wurden als solche erworben: „B a u e r n s ch I i t- Aus dem hessischen Finanzaus'chutz. Darmstadt, 4. Dez. 3m Finanzausschuß teß Land.agS wurde gestern üb:r die Anträge i.r.D Vorstellungen, die sich auf die Desol» inngsverhältnisse der Polizei» beamten beziehen, abgestimmt. Der bereits mitgeteilte Antrag Dingeldeh, der eine höhere Einstufung der Polizei- Beamten will, wurde gegen die Stimmen der Deutschen Volksvartei und der Deutschnat analen abgelehnt. Der Antrag Delp (Soz.). der eine Verminderung der Polizei und Einsparungen bezweckt, wurde ebenfalls abgelehnt und dafür ein Antrag Heinstadt (Ztr.) angenommen, der nachstehenden Wortlaut hat: „Ich beantrage, die Regierung wird ersucht, möglichst bald das Po- kize.wesen einer Lieberprüfung nach Zahl und Form des Ausbaues zu unterziehen, um festzustellen, ob und wieweit durch Zusammenfassung der Kräfte und Vereinfachung der Verwaltung s:ch ®-n» sparungen an persönlichen und sachlichen Ausgaben machen lassen, um dem Landtag hierüber Vorlage zu machen." Ferner wurde ein sozialdemolratischer Antrag angenommen, worin die Regierung ersucht w.rd. gleichzeitig mit der Reorganisation der Polizei, spätestens aber mit einer neuen allgemeinen Revision der Gehälter der Staatsbeamten einen neuen Desoldungsplan für die Po- lizeibeamten (einschließlich der Gendarmerie- und Strafanstallsbeamten) vorzulegen. Falls die Reichsregierung nicht rechtzeitig zu diesem Schritte zu bewegen ist, sollen spätestens bis zu dem mit dem 1. April 1926 in Aussicht stehenden Außerkrafttreten des DesoldungssperrgeseheS die Gänber von sich aus eine neue Desoldungsord- nung aufstellen. Außerdem wurde noch folgender Antrag Heinstadt (Ztr.) angenommen: „Die Regierung wird ersucht, dem Landtag mit Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die -Unfallfütlorge der Polizeibeamten, Gendarmen und Strafanstaltsaufsichtsbeamten einheitlich regelt." Die übrigen Anträge und Vorstellungen wurden für erledigt erklärt; damit haben die Regierungsparteien die Forderungen der Polizeibeamten abgelehnt. Der parlamentarische Theaterausschuß hat sich jetzt konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Abg. Dingeldeh und zum stellvertretenden Vovsihenden Abg. Dr. Büchner gewählt. In dem mittelfränkischen Dorfe Alesheim ist ein Knabe, der anscheinend von einem tollwütigen Tier gebissen worden ist, gestorben. Bei Raufereien mit seinen Mitschülern hatte er selbst andere Kinder gebissen, die unter Tollwutverdacht in das städtische Krankenhaus von Nürnberg ein« geliefert wurden. Zwei Kinder erstickt. In S t olp (Pommern) hatte eine Arbeitersehefrau ihre drei Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu vier 3abten in der Wohnung allein gera ten. Als die Mutter vom Ausgang zurückkehrte, waren zwei Kinder durch Rauch erstickt; das dritte wurde dem Kra?ikenhause überwiesen. Dergwerksunglück In Rordamerua. In der Hauptstrecke des der Fairview- Minengesellschaft gehörenden Dergrerk in Boulder (Colorado) ist ein Grubenbra.id aungebrochen, durch den 40 Bergleute in dem brennenden Bergwerk eingeschlos- s e n sind. Sechs Rettungsabteilungen sind nach Starker Rebel in England. Der Eisenbahnverkehr und die Sch'.fsahrt sind vollständig lahmgelegt worden durch schweren Rebel, der über ganz England, der Rordsee und dem Kanal lagert In London wurden dadurch zahlreiche Omnibus- und andere DerkehrSunsälle hervorgerufen. Sensationeller Versicherungsbetrug. Die Münchener Polizeidireltion deckte einen in der Kriminalgeschichte selten dastehenden Fall von Versicherungsbetrug auf. Der in Sporlkreisen bekannte Slifahrer Kaufmann Theodor Ernst Porte, ein geborener Elsässer, der in Ressel» toang im Allgäu ansässig war, hat einen Absturz mit rötlichem Ausgang in den Bergen nach seiner Teilnahme an den Sommer- Skirennen in Gossensaß erdichtet um sich in den Besitz von Versicherungssummen in Höhe von 120 003 Mark zu setzen. Ein: Rettungs» efpedition ging damals auf die Suche und man nahm an, daß Porte in eine DletschSpalte gestürzt und die Bergung seiner Leiche unmöglich fei Frau Porte erhielt daraufhin von einer Versicherungsgesellschaft eine Summe ven 15 030 Mark ausbezahlt. Rachdem die Polizei in München von dem Abschluß der Versicherung Kenntnis erhalten hatte, leitete sie weitere Erhebungen in dieser Angelegenheit ein, die nunmehr zur Verhaftung von Frau Porte führten. Diese gestand b:i der polizollichen Vernehmung, daß ihr Mann den Unfall erdichtet hat und daß er sich jetzt im Elsaß aufhalte. Don der Polizei wurde sestgestollt, daß Porte bereits fünf Sage nach seinem Tode in einer Ortschaft bei Metz ConntanSdienst d.Äerzte n.-illvotb-ken am 6.12.25 Frau Dr. Marx. Dr. Wolf. Pettkanavoideke. llalrnaritt: Dr Kvckerbeck. ^ranfMirter Str. Slcuavoiiohfctic Vlemeind . Eder st ratze 13. ttzotteSc icn'.c: Sonnm i nnchm. 31 „ abds. 8'', Uhr> Mttlivoch abb.8Uür. - Gäste tzerzl. willkommen. ,l5IDD sportliches Ereignis zu betrachten, welches das größte Interesse verdient. Vereine Spiele gew. unent. perl. Pkt. Germ. 03 Marburg 12 9 2 1 20 V. f. B. Gießen 11 9 1 1 19 V. f. R. Butzbach 12 5 2 5 12 B. C. .0 Wetzlar 11 5 1 5 U Sp. V. Frankenberg 12 3 4 5 io Sp. V. 04 Gießen 12 3 2 7 8 Sv- u. Sp. Dillenburg 12 1 0 11 2 Bekanntmachung. Betr.: Vergnügungssteuer. Es liegt Veranlassung vor, auf die Einhaltung des § 4 der Ortssatzung über die Erhebung der Vergnügungssteuer vom 18. Januar 1924 hinzuweiscn, wonach jede steuerpflichtige Veranstaltung wie Tanz, Konzerte, Vorträge, Theater- Vorstellungen usw. mindestens ein bis zwei Tage vor der Veranstalt^ung bei der Bergnügungssteuerstelle (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13) anzumelden ist. Zn dieser Anmeldung ist neben dem veranstaltenden Verein usw. auch der Inhaber des Lokals verpflichtet. Letztererdarferstdann dieAb- Haltung einer steuerpflichtigen Veranstaltung z u 1 a s s e n, nachdem ihm die v o n der Steuerstelle ausgestellte Anmeldebeschei nig ung vorgelegt worden ist, auch haftetet n c b en dem Veranstalter für den Eingang der Steuer., Für versäumte Anmeldungen wird nach § 14 der erwähnten OrtSsatzung ein Zuschlag von 25 Prozent erhoben, für Steuerhinterziehungen werde ich die nach § 25 arge- drohte Geldstrafe anwenden. 11-103B Gießen, den 28. November 1925. Der Oberbürgermeister: Kelle r. Bekanntmachung. 3m Laufe des Jahres wurden wiederholt Reu- und Umbauten begonnen, ohne daßvorherdiebaupoii^eilicheGenehmigung erwirkt wurde. Ein solches Vorgehen liegt nicht im Interesse einer geregelten Durchführung der Bauarbeiten und fördert mehr oder weniger die Verschandelung des Siädtebildes. Außerdem machen stch nach der bestehenden Allgemeinen Bau- Ordnung Bauherr, Bauleiter und linier» nehmet strafbar. Ich richte an alle interessierten Kreise der Bürgerschaft das dringende Ersuchen, bei Aussührung von Bauvorhaben, auch bei Erweiterung bereits genehmigter und in der Aussührung begriffener Bauten, für die Folge die Baugenehmigung stets rechtjeitig einzuholen. Bei Ausführungen ohne Genehmigung werde ich künftig Strafanzeige erheben, die begonnenen Arbeiten einstellen lasten und, wenn notwendig, die Riederlegung der bereits er- folgten Aufbauten veranlassen. Gießen, den 1. Dezember 1925. Der Oberbürgermeister. ________3, V.: Dr. Hamm. 114698 Drucksachen al ter Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und ortiswert die Brübreche Univ.-Druckerei, R. Lange. Bekanntmachung. Die Rutzung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Roßbach (Kreis Biedenlopf), bestehend aus 1 Bezirk soll am 18. Dezember ö. I., vormittags 11 Llhr. auf dem Rathaus der Gemeinde Roßbach öffentlich auf die Dauer von 6 Jahren beginnend mit dem 1. Februar 1926 verpachtet werden. Gemäß § 21 der Iagdordnung vorn 15. Juli 1907 (®. S. S. 207) bringe ich dies mit dem Bemerlen zur öffentlichen Kenntnis, daß die in Aussicht genom» menenPachtbedingungen vorn 4. Dezember d. Is. ab zwei Wochen lang auf meinem Dienstzimmer öffentlich ausliegen, und daß während dieser Zeit jeder Iagdgenoste fowohl gegen die Art ter Verpachtung als auch gegen die Pachtbedingungen Einspruch beim Kreisausjchuß in Weden- köpf erheben kann. Roßbach, den 2. Dezember 1925. Der Iagdvorstehec: Wagner. 11471D Sngemeumhulc Technikum Altenburg-Th STAATSKOMMISSAR Maid-.incnbau-Autontobiib.-.u.Elcktroied’.aik : . V-'pfl rr Stud Ca*"' - - • . :h Eberverkaus. Ein gut genährter abgängiger Zuchteber soll durch schriftliches Angebot verlauft werden. Angebote mit bezüglicher Aufschrift sind bis zum 9. d. M-, nachmittags 5 Llhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Leihgestern, den 1. Dezember 1925. Bürgermeisterei. 11360V MiWkUWU Wegen Sterbefall versteigere ich Donnerstag, lÜ.Tczcmber 1925. norm. 11 Uhr, 5U NeinharbSdain: Ein Pferd, Oldenburger, 4jäf)rig, ein- und zweispännig gefahren, sowie eine Vogelsberger Kuh und drei Rinder. <»775 Marie Buchner Wwe. BrautSF I Modehaus Salomon Gießen. Schulstraße. 7891a OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Vogel-Ausstellung iw oert* Gießener Vogelhaus Wolkengaste 17 von Sonntag, 6. Dez., bis Weihnachten täglich von 8 Uhr vorm. bis 7 Uhr abends, Sonntags von 11 bis 6 Uhr geöffnet. KüMieu.WMlki!, In- und ousläüö. Sing- ntiö ZlewWI, wetze fflünle. olle Urten Sliöjmstetiü1, Wge, Iltenfllien ft gcucrcnno! U. ECöelfUtttt. Eintritt fielt OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO in jedem Feingehalt, fugenlos, ■ dehnbar, goldgelbe Farbe, „SS mod. Form, kaufen Ste billigst Georg GümMein, Neuen Baue 5 i' Uma.'bet ur.g, Enger- u. Weito'treiben im 84. Lebensjahre. Mk. 11 Oroßen-Linden, Frankfurt a. M., den 4. 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Man stellt eine Dekoration hin und senl sich davor in Pose. Rur darf nie- mand denken, daß mit dem Schauspiel stets auch die Handlung Hinte.' den Kulissen getroffen sei. Die kann ganz verschiedene Züge tragen, ober die Kulisse ist immer das Mittel, um politisch aufzutreten und sich jo zu zeigen, wie man gesehen wer- der möchte. Frankreich agiert jetzt die Rolle, die Briand mit „Ausbau der Politik von Locarno" überschrieben hat. Dazu gehört die Kulissenstellung der Dersöhnur.gsbereitschaft, der Friedensliebe, der „europäischen" Gesinnung. Dazu gehört aber auch Vermeiden alles Eingehens aus solche Punkte, an denen speziell in Deutschland die Ernsthaftigkeit der Reden geprüft werden könnte. Man muh bei Frankreichs heutiger Politik die Tnebfebej-n unterscheiden, die im französischen Charakter liegen, und die Symptome, die aus dem Zwangscharakter der äußeren Lage folgen. Diese letzteren äußern sich nicht in den. Spiel aus der Szene —sondern m dem anderen hinter der Szene. Briand hat die Kabinettsbildung übernommen, nachdem die Sozialdemokraten im letzten Augenblick sich zurückgezogen hatten. Sie verlangten im Ministerium soviel Sitze, daß sie die Regierung beherrscht hätten, und sie verlangten außerdem Vollmacht, die Finanzkrisis durch rücksichtslose Besteuerung des Kapitals zu lösen. Dergleichen wird aber in Frankreich aus regulärem Wege nie geschehen können. Zwar wird das Beispiel jenes Verzichts der privilegierten Stände während der großen Revolution zitiert, wo mit einem Schlage freiwillig alle materiellen Vorrechte fielen, die Adel und Geist- Nchkeit besaßen, aber das Frankreich von damals lebt heute nicht mehr. Der jetzige französische Kapitalismus wird sich unter keinen Umständen gutwillig dazu verstehen, nachträglich die Kosten des „Sieges" zu zahlen. Zur Zeit handelt es sich in der innern französischen Politik um die Frage: Wer wird der Zahler? Ganz verdeckt taucht auch schon der Gedanke aus, die Währung weiter fallen zu lassen und bann, bei der Stabilisierung des Franken, die innere Schuld nach dem Prinzip „Frank ist Frank" zu reduzieren. Dabei würde es sich freilich noch um den Weg handeln, der gefunden werden müßte, um bas große Kapital vor tiefgreifenden Verlusten zu bewahren. In dem Augenblick aber, wo dergleichen geschieht, werdenalle Kleinrentner Sozialisten (wenigstens, was man in Frankreich Sozialisten nennt), und die Finanzkrisis wird zur großen politischen Krise. Ohne die wird es so wie so nicht abgehen, denn die Entwicklung ist schon zu weit vorgeschritten. Bis auf weiteres aber sind alle Parteien darin einig, die Stunde der Entscheidung hinauszuschieben. Sie wird beschleunigt, wenn der Franken rasch weiter fällt, und die Beschwörungsformel, mit der es Briand dagegen versucht, ist die Proklamation der „Politik von Locarno" als „Lebensaufgabe". Diel Glück wird er damit nicht haben, weil man in London und In Washington keine Proklamationen ?u hören, sondern Maßnahmen der Abrüstung zu ehen wünscht, und weil das französische Kapital, auf dessen Angstverkäufe der Fall der Valuta ja auch zurückgeht, sich bereits mit einem so stürmischen „sauve qui pent" aus dem Franken flüchtet, daß in der ganzen Schweiz in keiner einzigen Bank noch ein einziger Tresor ober ein Schließfach zu mieten ist. Das Unglück der Franzosen, bas in ihrem Charakter liegt, ist ihre Unfähigkeit, eine Politik Der Mäßigung unb der besonnenen Hand zu machen, wo sie machtpolitisch im Sattel zu sitzen glauben. In großem Maßstabe haben sie bas mit dem so gründlich zusammengebrochenen System des Poincarismus in Deutschland erfahren, und in kleinerem erfahren sie es — immerhin schmerzlich genug — jetzt in Syrien, wo bie Lage immer peinlicher wird. Ein christlicher Syrier, namens Abd ul-Rahman Schabender, Doktor der Universität von Edinburg und zu den Führern der pollti,±en Eingeborenenbewegung in Syrien gehörig, hat neulich von Kairo aus über die französische Politik im Orient einen Bries geschrieben, den die amen- konische und die englische Presse verbreiten (man sicht auch daraus die jetzige angelsächsische Tendenz gegenüber Frankreich) unb ber eine lebendige Illu- ftration zur Lage hinter den Kulisien ber Pariser Bühne ist. In diesem Briefe heißt es: „Monatelang haben mir (die eingeborenen syrischen Verständigungspolitiker) alles Mögliche getan, um den französischen Beamten im Lande, und über ihre Köpfe hinweg auch den Herren in Paris, klar zu machen, daß wenn Frankreich mit feinem Man- oat über Syrien einen Erfolg haben will, es als Mittel nicht allein brutale Gewalt anwenden darf. Alle unsere Versuche in dieser Richtung unb alle Proteste wurden aber als „Aufruhr" behandelt. Dft arabische Geduld war erschöpft, als die französischen Militärs Schwarze aus Afrika in unsere Städte und Hütten einquartierten (also auch Syrien protestierte gegen die „schwarze Schmach" und verlangten, daß jeder Distrikt eine „Weiberquote" für sie liefern solle. Danach blieb für die Araber nur noch eine Waffe übrig: der Austtand . . . Frankreichs Kolonialpolitik ist reine Ausbeu- tungspolitif, an ber die militärischen Stellen birekt teilneymen. General Sarrail und seine Offiziere sehen Syrien einfach als ein Felb für ihre privaten Geschäfte an. Ich habe viel versucht, um dem französischen Auswärtigen Amt die Lage klar zu mad)yi, erntete aber nur Abweisung und wurde schließlich arretiert. Nach meiner flucht wurde ein Preis auf meinen Kops geletzt, und die französischen Behörden fuhren mit ihrer Gewaltpolitik fort. Schließlich waren Tausende von Arabern im Gefängnis zusammen mit Dieben unb gemeinen Verbrechern ... Sogar bie arabischen Heiligtümer würben entweiht, unb in elf Fällen würben solche dazu benutzt, um das unterzubringen, was die Franzosen „weibliche Hilfskompagnien" nennen. Das ist ein Spezialausdruck für ein besonderes französisches System moralischer Degradation durch eine Okkupationsarmee . . . Frankreich spielt mit dem Feuer. Durch seine barbarischen Methoden in Syrien bringt es die mu- bammedanische Welt in Wut. Es regt die Gegensätze von Rasse unb Religion aus, nicht nur in Syrien, sonbern auch in anderen Teilen der Welt. Es denkt nicht daran, daß Syrien zum Hinterland Arabien hat, und ich selbst kann als Christ nur mit Schrecken an die Folgen denken, wenn erst einmal der Fanatismus der arabischen Wüste durch die Kunde von den französischen Brutalitäten aufgeregt ist. Frankreich hat, wie es scheint, keine Vorstellung davon, daß, je brutaler es in Syrien regiert, desto brutaler auch die Endabrechnung sein wird." Der Dr. Schahbender zeichnet ein ins Syrisch- Arabische übersetztes Abbild der verfloßenen Okkupation des Ruhrgebiets. Wir verkennen nicht die Slenberungen, die sich jetzt im Text und in der Melodie des Bühnenspiels in Paris vollziehen, unb wir nehmen gerne Kenntnis von den faktischen Erleichterungen im Rheinland. Wir wünschen auch keine Schwarzmalerei zu treiben und wollen nicht behaupten, daß Briands Spiel unehrlich ist. Wirkliches Vertrauen könnten wir aber nur haben, wenn wir uns überzeugen, daß nicht nur die Umstände, sondern auch bie Gesinnungen sich in Frank- reich geänbert haben — unb hier steht bas Frage- Zeiten. Aus dem Amtsverküirdignnf,sblatt. e Das AmtSverkündigungsblatt Ur. 9 4 vom 4. Dezember enthält. Die Wahlen zum Provinzialtag. — Die Kreistagswahlen. — Festsetzung der Dezembermiete. — Behandlung der Zugtiere im Winter. — Ausstellung von Wandergewerbescheinen. — ©ctuerbclegilt:; a- tionskarten. — Ernennung der Diehschäher unb Stellvertreter. — Geflügelmärkte und Ausstellungen. — Amtsveterinärarztftelle Grünberg. — Maul- unb Klauenseuche in LangSdorf unb Allertshausen. — Äriegergtäbcrfürforge. — Versicherung der Handarbeitslehrerinnen. — Dienft- ftunben des KreiSIchulamts. — FortbildungS- chulstatistit. — Zeldbereinigungen Allendvrf a. b. Lda., Münster bet Gießen, Trohe unb Treis a. b. Cba. — Straßensperren. — Offenhaltung bet Geschäfte. — Dienstnachrichten. Das städtische Wohlfahrtsamt in Eietzen. I. Wie in jeder größeren unb mittleren Stadt, so ist auch hier das städtische Wohlfahrtsamt durch die Entwicklung der Der- höltnisie in der AachkriegSzeit eine ber wichtigsten Di.mststellen unserer Stadtverwaltung geworben. 3n den Arbeitsstuben dieses Amtes geht es um m-hr als nur um Attrn-Fas^i.el, um hin säuberlich beschriebene Dogen unb um mehr oder weniger lrngw ilige Register. Dort steht bie tatfrohe, v rantwortungsbewußte, stets hil sbereite Nächstenliebe, der Dienst am Doll uni für es, das Mühen unb Ringen um daS Schicksal ganzer Familien unb zahlloser Einzelpersonen tagaus, tag. in im Mittelpunkt alles Handelns. 3n diesen Räumen fließen gar häufig durch bittere Rot entfesselte Tränen, hört man nicht f iten herzbewegende Klagen in erregter ober in entsagungsvoller Stimme laut werden, erschüttern die leidourchfurchten Gesichter der Männer. Frauen unb Kinder, deren sehr karg bemessene Existenzgrurrdlage in dieser schweren Zeit nur noch im Wohlfahrtsamt verankert ist. Di l.n Mitbürgern ist die große Bedeutung dies s Amtes für unsere Dürgergemeinschaft unb darüber hinaus für unser D lksleben noch recht wenig bekannt. Es genügt nicht, aus der Zeitung nur zu wissen, daß für das Wohlfahrt samt 961 400 Mark im städtischen Haushaltsplan für 1925/26 angeforbert und vom Stadtparlament bewilligt wurden. Man muß sich auch einmal vergegenwärtigen, welche Aufgaben dieses Amt zu erfüllen hat. in welchem Umfange eS ihnen entspricht, auch in finanzieller Hinsicht, und schließlich darf bie bedeutsame Tatsache nicht unbeachtet bleiben, daß die Städte durch ihre Wohlfahrtsämter zu 90 Prozent Ausgaben zu lösen haben, die ihnen durch reichSgeseh- liche Derpflichtung auferlegt sind. lieber das weitverzweigte Arbeitsgebiet unseres Wohlfahrtsamtes fei nachstehend Einiges b-richtet, das sicherlich manchen Mitbürger zum Rachdenkm anregen, diesen oder jenen vielleicht auch zu einer Aachprüfung seines bisherigen Urteils über dieses Amt verlassen wird. Fürsorgestelle für Kri«"i4beschädigtr unb Kriegerhin erbllrbene. Hier standen vom 1. 3anuar bis 30. Rovember 1925 durchschnittlich in laufender Fürsorge: 150 Kriegerwitwen, 330 Halbwaisen, 50 Dollwaisen, 90 Kriegereltern, 10 sonstige Hinterbliebene, 90 Kriegsbeschädigte unb 120 Kinder von Kriegsbe- schädigten. Für diese Fürsorgeberechtigten wurden vom Reich 135 500 Marl an Zusatzrente zur (Beifügung gestellt. Für besondere Unterfbltzun- gen wurden 29 500 Mark auf gewendet; hiervon zahlte der Staat rund 13 000 Mark, so daß sich die tatsächlichen Aufwendungen aus städtischen Mitteln für die 11 Monate auf 16 500 Mark beliefen. Svzlalrentnerfürsorge. Durch Reichsgcsey vom 7. Dezember 1921 wurden bie Gemeinden verpflichtet, deutschen Empfängern von Renten auS ber Lknvalidenver- sicher ung unb ber Angestelltenversicherung auf Antrag eine Unterstützung zu gewähren, für bie In dem Gesetz besondere Dorfchrijten vorhanden waren. Das Gesetz trat ab 1. Oktober 1921 in Kraft, die Unterstützungen wurden von diesem Zeitpunkt ab bezahlt. Unterstützt wurden In jenen Anfängen 201 Jnvalidenrentner, 3 Altersrentenempfänger, 14 Witwen rentenempfänger, 28 Waifenrentenempfänger. Dom 1.3anuar bis 30. Rovember 1S.25 wurden unterstützt: Invalid« a- Rentenempsänger: Januar 391, Februar 341, März 353, April 341, Mai 356. Juni 331, Just 369, August 377, September 365, Oktober 369, Aov:mbec 372, insgesamt 3998 Halle: Wittven- RentenempfÜnger: 3anuar 50. Zeoruar hl. Mürz 50. Apr-il 54, Mai 57. Juni 51. Juli 57, August 56, September 54, Oktober 51. Rovember 54, insgesamt 588 SLik: Wai'en-Rentenernpsängec- Januar 65. Sebtuar 67. März 68, Avril 67. Mai 73. Sunt 71, Juli 72. August 72. September 69. Lk.ober 69. Rovember 69. inigtlamt 762 Fälle; Unfall-Rentenempfänger: August 1. September 3. Oktober 2, Rovemb^ 2. insgesamt 8 Fälle. Der Monatsdurchschnitt d.:>«r Fü:ftr-e belief sich auf 364 Invaliden-. 5t Witwen-. SS Waisen- und 1 Unfall-Rentenempfänger. Damit vergliche mein bie AnfangSziffern von 13211 Tom 1. Januar bis 30. Rovember 1925 wurden für diese Fücsor-e 151 743.54 Mark auf gewendet, im Monatsdurchschnitt also 13 795 Mark. Hiervon erb' It bie Stadt vcm L.-nffeSfürsorgeverband 33 Prozent zurückvergütet, so daß sich die Tetto« b.I.iftung unseres städtischen Haushalts für kie» s^ Tätigt.itsseld in den bisherigen elf Monaten di.s.-s Jahres auf 93 633.33 Mark, ober monatlich auf 3966,75 Mark 5?Iju L SS muh hierbei iedrch brachtet toerben, daß die 35prozentige Zuschu^- I iftung des LandeSfü sorgeverb ndes an bie Stadt nur nach Maßgabe der 3aie her Staats- sinanzen erfolgt, d. h. der Zuschuß kann verringert werden oder auch a-in, unterbleiben, wenn der Staat m int. ihn nicht tragen zu können. In diesem Falle würde also die Stadt nicht nur die Arbeit leisten, sondern auch noch die gesamten Kosten zu tragen haben. Klelnrentnersürsorge. Die Älcinventnerfürf Drge war im Gegensatz zur Sozialeentnerfürsorge zunächst gefehlte) nicht geregelt. Don Anfang 1922, mit Rückwirkung ab 1. Oktober 1921, an erfolgte sie nach Verfügungen rnb Richtlinien des Hess. MinisteriumA für Arb.it unb Wirtschaft. Mit 9 Kleinrentnern hat unser stadtifch.ö Wohlfahrtsamt die Kapitalrentnerfürsorge eröffnet Durch RcichSgesetz vom 4. Februar 1923 wurde die Fürsorge für die Kleinrentner im Gegensatz zur bisherigen De° Handlungsweise auf gefehlt^ G imd'cmen gestellt. Hi mach stn> dir Gemeinden bet )fUd)tet, deutsch-n Kleinrentnern t,.ui Gleichgestellten auf Antrag Fürsorge nach Maßgabe lene# G.s heS zu gewähren. Auf Grund dieser Dorschrift wurden vom 1. Januar biS 30. Rovember 19to unterstützt: im eigenen oder fremden Haushalt wohnendk Kleinrentner: Jsnuir 212. Februar 215. März 219. April 219. Mai 218. Juni 239. Just 241, August 245, September 249, Oktober 232, Rovember 230, insgesamt 2565 Falle; in Heimen oder Anstalten wohnende: Januar 13, Februar 16, März 17, April 16, Mai 17. Juni 19. Juli 23. August 23, September 23. Oktober 24. Rovember 23, insgesamt 214 Fälle: ©befraaen oder sonstige unterhaltsberechtigte Angehörige: Januar 65. Stbruav 66, Mär, 63, April 63. Mai 71, Juni 78. Juli 77. August 78. September 78. Oktober 79 Rovember 79, insgesamt 797 Fälle. Der Monatsdurchschnitt dieser Fürsorge beziffert sich auf 233 im eigenen ober fremden Haushalt wohncnoe. 19 in Heimen oder Anstalten ui'.tergebrachte Für- sorgeberechttgte, 73 Ehefrauen ober sonstige unter- haltsb:rechttgte Angehörige. Dom 1 Januar biS 30. Aovemcher 1925 waren für diese Fürsorge 131 878.86 Mark, oder monatlich 11 988.99 Murk aufzuwenden. Don diesem Detrag übernimmt der Landesfürsorgeverband als Zuschuß 35 Proz., d. h. 46 157,60 Mark für die Zeit vom I. Januar bis 30. Rovember. Die Stadt hat also aus ihren Mitteln für diese elf Monate 85 721,26 Mark, ober monatlich 7792,84 Mark aufzubringen. Aber auch hier, wie bei der Sozialrentnerfürsorge kann der Staat feinen Zuschuß verringern oder ganz cinstcNen, wenn er glaubt, daß er feine Kraft überschreite. Dann hätte die Stadt also auch in diesem Falle alle Lasten allein zu tragen. ‘.Robert Schneider. Zum 50. Geburtstag des hessischen Munbartbichters. Don Pros. Dr. jur. et phil. Karl Esselborn. Die Darmstädter Mundortdichtung ist noch keine hundert Jahre alt. Sie beginnt im Frühjahr 1837 mit dem Werke eines Meisters, dem im ersten Entwurf in Gießen entstandenen Lustspiel Ernst Niebergalls „Des Burschen Heimkehr", das bis jetzt nur durch desselben Dichters unsterbliche Komödie „Datterich" übertroffen wurde. Seitdem haben sich viele im Dichten in der Darmstädter Mundart versucht, aber den wenigsten ist es gelungen, sie in schöpferischer Weise anzuwenden. Zu den wenigen wirklichen Dichtern unter den Darmstädter Mundartdichtern gehört der in dieser Mundart leibende und lebende Robert Schneider. Wie Niebergalls Vater aus Thüringen als Stabchoboist nach Darmstadt kam, woher feine Mutter stammte, so kam auch Schneiders Vater, der wie seine Mutter im Vogelsberg beheimatet war, als Soldat nach Darmstadt. Mei' Ahn' war Köhler gewäse im dickste Vogelsbärch, könnt weder schreiwe noch läse, war knuwwelich wie'n Zwärch, hott in seim Wald gefasst fohraus un aach johrei' un Welt un Mensche vergässe — wie könnt 's aach annerft fei! So schreibt Robert Schneider selbst in einem seiner neuesten Gedichtsammlung angehörenden Gedichte. Die Sehr.fucht nach der Einsamkeit des Waldes, der eigentlichen Werkstatt feiner Gedichte, mag er von diesem Vogelsberger Ahnen geerbt haben. Sein Vater, Johannes Schneider (1830—1905). war von Beruf Schmied. Aus Köddingen gebürtig, war er Ende der 40er Jahre nach Darmstadt gekommen. Seine Mutter, Elisabeth geb. Kornmann (1834 bis 1888), war aus Deckenbach gebürtig. Robert Schneider erblickte als das jüngste von neun Geschwistern am Nikolaustage (6. Dezember) 1875 in Darmstadt in dem Hause Schwanenstraße 12 das Licht der Welt. Bei öfterem Wohnungswechsel der Eltern waren die Schlohgasse, Kleine Ochsengasse, vorübergehend die Ludwigsstraße und bann wiederum der Schioßgraben unb die Obergasse der Schauplatz ferner Jugend, unb hier lernte er bie unverfälschte Munbar? der Darmstädter" nach allen Richtungen mit allen ihren Schattierungen kennen. ®is zu seiner Konfirmation besuchte Schneider die Volksschule und erlernte bann die Buch- und Steindruckerei, ein Gewerbe, bas ihm bie ausgiebig benutzte Gelegenheit zur Weiterbildung gewahtte. Er übte es bis 1912 aus, wo er es aufgab, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Während des Krieges stand er vom ersten bis zum letzten Tage auf dem westlichen Kriegsschauplatz unter den Waffen. Nach feiner Rückkehr übernahm er ein Verwaltunasamt, worin er jetzt noch tätig ist. Das ist in großen Zügen Schneiders äußerer Lebens- oang, der sich, von den Kricgsjahren abgesehen, ohne Szenenwechsel in feiner Geburtsstadt Darmstadt abfpielt. Seine dichterische Entwicklung beginnt mit den Geburtstagsgedichten, die der Zehnjährige Eltern und Geschwistern verfertigte. Die erste Nahrung erhielt seine Dichterphantasie späterhin durch die Werke Theodor Körners, die er im elterlichen Hause vorfand. Sie regten ihn zur Nachahmung an. Es entstanden damals Gedichte, die in schauerlichem Balladenton die gerade das Tagesgespräch bildenden Zeit- unb Stadtereignisse behandelten. Außerdem schrieb er kleine Stücke für fein Kasperl- unb Puppentheater, ber Bulgarenfürst Alexander sollte der Held eines Theaterstückes werden, das der Zwölfjährige plante. Auf den Herangewachst- nen wurden Heine und Shakefpeare, deren Werke fein Vater auf der Suche nach astronomischen Dü- d)em beim Trödler erstanden hatte, von bestimmendem Einfluß. Ebenso war cs sein Vater, der ihn auf die mundartliche Dichtung hinwies und ihn mit Niebergall, Friedrich Stolge und Johann Peter Hebel bekannt machte. Zunächst reizte ihn aber diese Art der Dichtung nicht. Erst als er seine Lehrzeit hinter sich hatte, versuchte er sich auf diesem Gebiete, unb zwar war es die „Darmstädter Fastnachtszeitung", die ihn dazu veranlaßte, und während einer längeren Reihe von Jahren begegnen wir in ihren Spalten der von ihm verfaßten „Närrischen Chronika", einer humoristischen Darstellung der Darmstädter Begebenheiten. Was ihn an der Darmstädter Mundart in erster Linie anzog, war ihre Originalität ober Ursprünglichleit. Er begann seltene ober selten gewordene Ausdrücke unb Wort- bilbungen zu sammeln, um sie in geeigneter Form cmzuwenben unb daburch vor bem Untergang zu retten. Damit hatte er bas Wesen der ,/)einer-- sprache" richtig ersaßt, die sich mehr durch ihre Wendungen als durch ihren Tonfall auszeichnet. Die ersten Werke, womit Schneider an die Oef- fentlichkeit trat, waren bie beiden einaktigen Mund- artluftfpiele „Der verwechselte Bries" unb „Liewes- hannel". Beide erschienen 1902. Ihnen folgte im Ioh'e barauf ein Gedichtbändchen „Heinerbliit", das 1909 eine zweite Auflage erlebte, wahrend das dazugehörige zweite Bändchen erst 1908 herausgekommen war. Eine Sammlung von sieben urkomischen Erzählungen ober Humoresken. „De Wildsau un annern lustige Sachen" erschien 1910 unb erlebte 1921 eine zweite unb 1925 eine dritte, um eine wahre Perle der Mundartdichtunsi „De Herr Rendner Breihhinkel als Latschkondtdder" vermehrte neue Auslage (Darmstadt, Verlag von L. C. Wittich, Preis 2.80 M.). Neue und alte Gedichte vereinigte er 1920 zu ber Sammlung ,Ly- rijdjcs und Lustiges". Eine einzigartige Satire auf bas neuzeitliche Theater, namentlich das damalige Darmstadter, veröffentlichte er 1921 unter dem Titel: „Pleite ober: Der Sturz von der Hühnerleiter. Eine hysterifch-mysterifch-expressionistifch°da. daistifch-hasensterncleverunruhistifche Spiel von?? Ins vürgerlicye ABC übersetzt und für den gemeinverständlichen Verstand gewöhnlicher Mitteleuro- päer bearbeitet und herausgegeben." Ebenfalls eine Satire auf die Zeitverbältniffe ist das im selben Jahre erschienene Derkcyen „Gereimdes und Unge- reimdes. Gedanke eines lachenden Fillofofen. Steierbollidifch - fillefofisch - humonstische LNsichte ohne Absichten". Durchweg neue und zum Teil zum erstenmal gedruckte Dichtungen enthält bas zu seinem 50. Geburtstage bei L. C. Wittich erschienene Bändchen „Gedichte" (Preis 2,80 M.), das bie reif’ sten unb gehaltvollsten Kinder feiner Muse enthält, wie beispielsweise die beiden Frühlingsgedichte „Der Friehling" unb „Friehlings-Erwache oder des ocrunglickte Friehlingsgedicht" und bie nicht minder köstlichen „Mein Schädel" und „Die Spritz- duhr in die Ewigkeit obberbie iwwecstanne Gribb", worin Schneider als lachender Philosoph erscheint und sein herzerquickender Humor, ber unter Tränen lachen kann, die schönsten Blüten treibt. Robert Schneider ist, das ist nicht zuviel gefagt, eine der bekanntesten und volkstümlichsten Persönlichkeiten, die die hessische Landeshauptstadt aufweist. Außer seinen Beiträgen zur Fasmachlszeitung machten seinen Namen am bekanntesten seine „Briese aus ber Altstabt, die er seit 1906 in den „Neuen hessischen Volksblättern" unter dem Decknamen „Fritz Knippelius" veröffentlicht, und „Brie- Hinkels Sunndags-Nachmitbags-Betrachtunge", bie er von 1909—1914 für das „Darmstädter Tagblatt" schrieb unb im Jahre 1924 in Gestalt ber „Sunnbaags - Noochmidbas - Betrachtunge" von D>enche Birnbemell fortsetzte. Diese köstliche Nähterin, der ihr Bräutigam in jungen Jahren abhanden gekommen war rnb nun mit einer Zwangs- mietcrin behaftet ist, ist, obwohl nur eine freie Schöpfung von Schneiders Dichterphantasie, eines der volkstümlichsten Darmstädter Originale geworden, das bereits den Namen für einen Likör her- gegeben Hal. Ihre Betrachtungen werden von Taufenden gelesen ober, richtiaer gesagt, verschlungen und bereiten nicht nur Schneiders Mitbürgern an den Ufern des Darms, sondern auch, wie Zeitschriften aus dem Auslande, ja von jenseits des großen Teiches beweisen, feinen in der Welt verstreuten Landsleuten eine unbezahlbare Freude. In dem „Münchener Fliegenbe-Dlätter-Kalen- ber" von 1926 findet sich bas Sinngedicht-. Der Durchschnittskopf stellt meistens luftig vor sich einen Mann mit humoristischen Gaben, er ahnt es eben nicht, der seichte Tor, wie ernst man fein muß, um Humor zu haben. Die hier zutage tretende Schilderung des Humo- riften paßt vollkommen auf Robert Schneider, dessen ernstes ruhiges Wesen, ebenso wie seine hohe Stirn und seine durchgeistigten Züge den ernsten Denker erkennen lasten. Der Wett von Schneiders Gedichten, unter denen sich eine ganze Anzahl durchaus ernster Srt befinden, liegt gleich wie bei seinen Humoresken nicht nur in der genialen Beherrschung und Behandlung der Mundart, sondern vor allem in dem gemütvollen Humor, der ihn selbst in den härtesten Tagen des Krieges nicht verließ, wie beispielsweise die Gedichte „Asbierin^ unb „Lais" zeigen. Recht wohltuend tritt in allem, was Schneider schreibt, seine gemütvolle Persönlichkeit hervor. Er schreibt nur, wenn ihn ber Geist dazu treibt, und gibt in seinen lyrischen Gedichten als echter Dichter nur wirklich empfundene, nicht künstNch anempfunbene Gefühle wieder. Als abgeklärter Philosoph tritt er uns beispielsweise entgegen in den Gebieten „Bekenntnisse", „Friehlingsobdimismus", ,Lum Abschied". „Ich meecht faa Börsemakler fei" ft wie in den beiden schon genannten „Mein Schädel" und „Die Spritzduhr in die Ewigkeit", als Naturschwärmer in den Gedichten „Pingste", „Friehlings- Sehnsucht in der Schammpannje" und als sinnender Wanderer m den Gedichten „Der Wald" , „Am Kranichstaa". Die Waldeinsamkeit zieht er bem ge-- räuschvollen Verkehr ber Stadt vor, wie „Die Begegnung" zeigt, unb bie Ruhe unb Stille, die ehedem in Darmstadt herrschte, besang er in dem Gedichte „Fricher un setzt". Dem Dichter werden zu seinem fünfzigsten Geburtstage noch mehr als zu seiner Mitte September gefeierten silbernen Hochzeit die ungezählten Verehrer seines Humors von nah und fern durch ihre Wünsche den Dank für viele frohe Stunden, die ihnen seine Werke bereiteten, abzuftatten suchen. Und hierin tritt bas schöne persönliche Verhältnis Schneiders zu der Gememde feiner Leser deutlich zutage, das dem eines Arztes zu seinen Patienten gleicht. Und in der Tat, Schneider ist in der trüben Gegenwart eine Art Scelcncrtt für das Volk wie jeder Humorist von Gottes Gnaden. Cr steht auf der Höhe des Lebens, und wir dürfen noch viele schöne Gaben von ihm erwarten. Rütsel'Ecke. Kreuzworträtsel. Gs bedeuten: Don links nach rechts i. Bewohner Südafrikas, 4. Nebenfluß des Rheins, 7. Feldherr aus dem 3vjährigen Kriege, 9. Körperteil, 10. Gedichtform, 11. Raubvogel, 13. Nebenfluh der Weser, 15. Totenhalle. 19. Bogel. 20. Nebenfluß der Donau, 22. Sportausdruck, 23. Wahrherts- beteuerung, 25. Nebenfluß der Donau, 26. Gedorrtes Gras, 27. Ge'angsstimme. Don oben nach unten: I. Gaststätte, 2. Stadt in Württemberg, 3. spanische Landschaft, 5. männlicher Personenname, 6. Teil des Auges, 7. Seesäugetier, 8. französischer Marschall, 11. Stadt in I'a:en, 12. Edelwild, 13. Nebenfluß des Nheins. 14. Teil des Wagens. 15. Schreibart. 16. Vorgebirge, 17 Schweizer Kanton, 18. Grieserde, 19. militärische Bezeichnung, 21. Stadt in West- sa.'en. 23. gesetzliche Gemeinschaft, 24. musikalische Form. Kopsweclisel-Rätsel. Leib — Ober — Else — Leer — Gatter — Ulm — Tour — Locke — Masche — Licht — Ocker — Zeisig — Salz — Sichel — Anhalt —- Pirol — Ach'e — Sessel. Vorstehenden achtzehn Wörtern wolle man einen anderen Kopf geben so daß neue Wörter entstehen. Die Kopfe dieser ergeben, zufammeugereiht, eine liebe Beschäftigung der gegenwärtigen Zeit. Manische Gleichung (a-b) 4- (c-d) 4- (e-f) 4- (g-h) 4- (i —k) -t (t —m) 4- (n —o) 4-

-* x. Es bedeutet: a Neisigbündel, b Maß. c männlicher Personenname, d Baumbestand, e türkischer Befehl, f Feldblume, g Held, h Gott, i Schutztruppe, k Kopfbedeckung, I Zeitmaß, m Handlung, n Bekleidungsstück, o Bezeichnung im Kartenspiel, p S adk in Bayern, q deutscher Dichter, x gewerbliche Veranstaltung. Umbildungs-Aufgabe. Aus den drei Wörtern: HauS — Jaspis — Jerome tollen durch Umstellen der Buchstaben drei biblische Damen gebildet werden. Auslassun§s-Arifg.abe. Aus den nachfolgenden dreizehn Wörtern: Pinsel — Pfosten — Miene — Topf — Tafel — Hecke — Gruß — Karmin — Tour — Telle — Fehe — Oehr — Tang soll durch Auslassung je eines Buchstabens, einerlei, an welcher Stelle, ein neues Wort gebildet werden, während die ausgestotzenen Buchstaben, aneinandergereiht, ein ausgestoßenen Buchstaben, aneinandergereiht, ein weihnachtliches Gebäck ergeben. Auflösungen. Rösselsprung. Zeppelins Lebenswerk darf nia-c untergehen. Gib auch du dein Scherftein fiir die Zeppelin- Eckener-Spende des deutschen Volkes? , Alle Sparkassen nehmen (Verträge entgegen. Silbenrätsel. Honig, Oberon, Halma, Libell. Ethik, Templin, Oefonotnie, Patriot, FamuluS, Esch« Wege, Helmut, Aargau, Bellona, Exil, Naphtalin, Daphne. — Hohle Töpfe haben den lautesten Klang, Zahlenrätsel. Hottentotten, Otto, Lotto, London, Australien, Nero, Dutzend. Iserlohn, Netze, Nattern, Orient, Tunis. — Holland in Not. Scharade. ~ — Tropfsteinhöhle. Areuzworlrätsel. a ItIe 5 L A y. R N E V. E u. H A U £ c »laa ta öqöI laaanCTEiBanarä] ------ agg Die Narrenkappe. Splitter unb Sparren vsm Dedakttonstisch. Grundsätze. „Waren Sie schon im Bade?" „Nein, ich nicht, aber meine Frau. Meine Devise ist: Bade zu Hause. Bei meiner Frqu dagegen: Hause im Bade." Sprichwörter. Der Lehrer behandelte die Sprichwörter und fragte die Klass« nach Beispielen. Die Klasse schwieg. Aergerlich schalt der Lehrer, weil niemand eine Antwort auf seine Fragen wußte. Da hob das kleinste Knäblein auf der vordersten Dank sein Fingerchen hoch. „Also, Peter, du weiht ein Sprichwort')" ..2a. Herr Lehrer. Ein Darr kann mehr fragen, als zehn Weise beantworten können." Entrüstet sagte der Lehrer: „Weißt du kein anderes Sprichwort als das, dummer Junge?" „Gewih. Herr Lehrer. Wem der Schuh paßt, der zieht ihn an." Da war das Maß voll, und der Lehrer lief zum Direktor, damit dieser den frechen Bengel zur Rede stellen solle. Zu Zweien betraten sie wieder die Klasse. „Du sag doch mal. Peter, weißt du denn kein« besseren Sprichwörter?" „Gewiß, Herr Direktor" sagte Peter. „Ein Unglück kommt selten allein." (Aus „Het Weekblad". den Haag.) der Ernwand der Schtrnerigleu der Fahrplan« änderung kann nicht gemacht werden, da ja die Fahrpläne der Butzbach-Licher Eisenbahn überhaupt nicht in den amtlichen Winterfahr- plänen veröffentlicht worden lind. Durch die Stationen können aber schnell die nötigen Aende- rungen in den in Betracht kommenden Gemeinden bekannt gemacht werden, und diese Gemeinden werden es dankbar begrüßen, wenn ihnen die oben geschilderten besseren Berkehcsmöglichkeiten geboten werden. Dazu ist ja auch noch in aller Erinnerung, daß man früher nicht so ängstlich von feite« der Dahnleitung gewesen ist, F^hrplanverschleckt^rungerr mitten in brr Fahr- planperiod? eintreten zu lassen. Hoffentlich zeigt jetzt die Dahnleitung, über deren Verhalten wegen der Lage der Sonntagszüge schon Klagen genug geführt werden, schnell ihren guten Willen, den Wünschen hinsichtlich des Werktag- abendzures entgegenzutommen. Alle an der Strecke Äch-Grui b:rg liegenden Gemeinden werden gut tun, die Wünsche der Stadt Grünberg zu unterstützen, zumo! Grünberg gezeigt bat, daß eS Verständnis hatte, für die Knieressen der übrigen Gemeinden und nicht auf die Durch- führrmg des Abendzuges, auf die es einen gesetzlichen Anspruch hatte, bestand, so lange dadurch die Interessen der anderen Gemeinden beeinträchtigt worden wären. F — - Diese stützt sich auf dtp Re ichSfürsorgevero rd» xunfl vom 13. Februar 1924. 3n den zwölf Mo. itaten deS Dechnungsjahres 1924 (von April 1924 bis einschl. März 1925) wurde in insgesamt 59 Fällen Wochenfü. sorge geleistet und dafür der 'Betrag von 2956,88 Mark verausgabt. Vom 1. April bis 31. Oktober 1925 wurde bereits in 51 Fällen die Fürsorge gewährt, wofür jetzt schon 3161.84 Marr aufzuwenden waren. Diese Fürsorge der Stadt genießen nur d i e Doch-» x innen, die in keinerlei versicherungspflichtigem ArbeitsVerhältnis stehen. Der sehr große Teil der versicherungspsllchtigen Arbeitnehmerinnen «erhält di ■ Wochenbeihilfe durch Vermittelung der Krankenkassen, das Wohlfahrtsamt hat also mit ihnen nichts zu tun. Kinderspeisung. Aur 23. November d.. ÄS. wurde mit der städtischen Schullinderspeisung wieder Begormcn. Die Kinder erhallen täglich vorm. je9/ s Lit. Milch und ein frisches Brötchen im Gewicht von 80 Gramm. Cs werden gespeist in der Stadt- ^nadchenschule, Schillerstraße. 308 in der Stadt- Knabenschule, Dordanlage. 310, in der Bezirks- schule, Westanlage. 211, insgesamt also 829 Kinder. Bis zum Schluß des laufenden Rechnungsjahres (31. März 1926) werden hierfür rund 19 000 Mk. auszuwenden fein. Diese Kosten muß die Stadt tragen. Fürsorgerinnen. Die Fürsorge wird als Famikienfürsorge durchgeführt. Dazu gehört die Säuglingssür- sorge, Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinter- bliebenenfürsorge. Renter- und Sozialrentner- sürsorge. Tubermlosenfürsorge. Krüppelfürsorge, Geschlechrskrankenftirforge. WohnunaSfürforge. Beaufsichtigung von Pflege- und Mtinselrindern. Die Sprechstunde dec Fürsorgerinnen ist jeden Vormittag. Durchschnittlicher Besuch der Sprechstunde 20—25 Personen. Die Sprechstunde für Schwangere und Wöchnerinnen ist einmal in der Woche in der Frauenklinik. 10—12 Personen werden hier durchschnittlich gezählt. Gleichzeitig finden hier die Vernehmungen für die Vormundschaft statt. Die Mutterberatung ist zweimal in der Woche in der Kinderklinik. Die Zahl der Mütter, die die Stunde besuchten, betrug bis jetzt 380. Durchschnittlicher Betuch einer Beratungsstunde 20 Kinder. Einmal wöchentlich findet die Lungenberatung statt. Durchschnittlicher Besuch 15 Personen. In Fürsorge stehen 1200 Familien. Hausbesuche werden durchschnittlich 40 täglich vorgenommen. Lieber ftde Familie werden Fa- mikienbogen geführt. Die Schulvflegerin ist am Vormittag in der Schule beschäftigt. Sie führt auf Anordnung des Schularztes die Entlausung durch, und zwar zweimal in der Woche. Die Butzbach-Sicher-Eisenbahn und die Stadt (Brünberg. • Grünberg, 4. D^. Da die Besprechung der Fahrplanwünsche auf Oer General- Versammlung der Aktiengesellschaft der Butz- Lach-Licher Eisenbahn infolge des Verhaltens des Vertreters der Firma Lenz sehr zu kurz kam und bis heute noch nichts darüber bekannt ist. wie die Betriebsleitung den Wünschen der Gemeinden erttgegenkommen will, die auf dem gesetzlichen Vertrag, den die Konzessionsurkunde darstellt, beruhen, so muß sich die Oesfent- llchkeit wieder einmal dieser Frage annehmen. Dach der Konzessionsurkunde haben täglich drei Zugpaare die Strecke zu durchlaufen. ' De,- abends 8/48 Uhr von Lich abgehende Zug Wird aber nur bis Queckborn geführt, wo er umkehrt. Die Strecke endigt aber erst in Grtin- y berg. Man hat früher mit Recht behaupten können, daß durch diese Maßnahme die an der Et ecke liegenden G.m.'inden noch einen Anschluß schluß nach Gießen b.'kämer, da der in Lich nach 9 Uhr abgehende Zug erreicht würde, während In G ünb.rg E:ine Anschluß;üge nach Gießen mehr verkehrten. Das war ciimaf eine richtige Erwägung, trifft aber heute nicht mehr zu. Wir h ben hier in Gründerg jetzt einen um 8.43 «b nds nach Gießen abgehenden Zug. so daß "" die Streckengrmeindm sehr wohl eine Fahrtge- kegonheit nach Gießen haben. Da zugleich auch ein Zug von Gießen hier eint riff t, b- uchen die Heimlehrendm erst 8.03 nach Gießen ab ufobren. DaS ist besonders wertvoll für Fernreisende, die dann z. B. bis 5 22 in Frankfurt bleiben können. Auch der um 8.00 abends von ßollir hier eintr oft ende Zug kann mitgenommen We den. Die Sache liegt also jetzt so, daß die an der Strecke liegenden Gemeinden nicht nur keine Nachteile, s ondern sogar erhebliche Vorteile haben, wenn der Abendzug bis Grünberg durchgeführt wird. Wie man hört, sichen von Seiten der hiesigen maßgebenden Instanzen energische Sch iLe in Aussicht, um noch vor Weihnachten die Durchführung des AbendzugeS, die durch die Konzcs ionsu.-kunde gesetzllch festgelegt ist. zu erreichen. Wir hoffen, daß die zuständigen staatlichen Stellen, die über die Interessen ihrer Gemeinden zu wachen haben, diese wichtigen Brstrcbunaen unteeMtzen werden. Es ist auch kaum möglich, daß sich die Dahnleitung Bijer Regelung widersetzen kann, denn daS ver- Große §trafiKmmer Gießen. * Gießen. 1. Dez. Der frühere Reichs- wchr-Unteroffizier K. D. war in der großen AbtreibungssaHe gegen die Eheleute Schm. auS Gießen und Gen. vom Schöffengericht Gießen wegen Anstiftung zur Abtreiung zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten verurteilt Vordem Er verfolgte gegen dieses Urteil Berufung: er wollte sreigesprochen fein. Die Beweisaufnahme in der Berufungsinstanz ergab aber dasselbe Bild tote in erster Instanz. Einige von ihm benannte Zeugen vermochten ihn nicht zu entlasten. Das Gericht nahm aber nicht Anstiftung zur Abtreibung als erwiesen an, sondern verurteilte den Ängctlagten wegen Beihilfe zum Abtreibungsversuch mit Rücksicht auf die bewiesene niedrige Gesinnung zu acht Monaten Gefängnts. Der Arbeiter H. hat mit noch 2 Genossen einen schweren GinbrucySdiebstahl in der hiesigen Heil- und Pslegoanstalt ausge'ührt. Der eine Genosse ist bereits wegen dieser und weiterer Straftaten zu mehrjähriger Zuchthausstrafe, der andere zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Während diese sich bei dem Urteil beruhigten, focht H. das ihn zu einem Jahr Gefängnis verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts Gießen mit Berufung an. Er behauptete, zur fraglichen Zeit überhaupt nicht in Gießen gewesen zu sein und hatte einen umfangreichen Alibibeweis angetreten. Dieser brach jedoch vollständig zusammen, so daß die neue Verhandlung lediglich die Feststellung des ersten Richters bestätigte. Die Berufung des Angeklagten wurde deshalb tostenfällig verworfen, und es blieb bei der Strafe von 1 I a h r Gefängnis, auch mit Rücksicht darauf, daß sich der Angellagte im strafschärfenden Rückfall beftndet. Bezirks-Schöffengericht Gießen * ® leben, 3. Dez. De Kaufteute Solomon M., Heinrich D. und Kuno W., sämtlich in Gießen wohnhaft, die sich am 1. August 1924 au einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zusammen- geschlossen hatten, waren wegen Konkursver- gchenS im Sinne von § 240 Konkursordnung angetlagi. Sie wurden beschuid.gl, als Schuldner, über deren Vermögen (hi r Vermög.m der G. m. b. H.) das Konkursverfahren im Fest, rar d. I. eröffnet wurde, es entgegen dm gesetzlichen Bestimmungen unterlassen zu haben, d.e B.lanzen ihres Vermögens zu ziehen, Handelsbücher, deren Führung ihnen ge^etzl'ch ohlag, nicht gesührl und die vorhande:ren Bücher so unordentlich geführt zu haben, daß sie keine U :b erficht d'S Vermögens- standrs gewährten. Die eingehende Beweisaufnahme, insbesondere die Revision der Bücher der Gesellschaft ergab, daß eine ordiungsmäß g", den gesetzlichen Erfordernissen entsprechende Eröffnungsbilanz nicht ausgestellt worden war, daß die vorhandenen Bücher Buchungen nicht enthielten, die sie bei ordnungsmäßiger Führung hättest enthalten müssen, und ferner so unordentlich geführt waren, daß sie eine Vermögens-Übersicht nicht gewährten, und insbesoirdere der mit der Revision beauftragte beeidigte Bücherrevisor zu einer Reihe von Rückfragen genötigt war. um sich durch die Vermogensve: hiltnisse der G.'s.llschast hindurchzufinden. DaS Sachverständigengntachten ergab eine für die Verhältnisse der Gesellschaft erhebliche Uebersckukdung. Bei der Strafzumessung wurde berücksichtigt, daß der Angeklagte M. im Jnnenverhällnis allein die Buch- ftibinma übernommen hatte und die beiden anderen Ä^geklagten, die jedoch als Geschäftsführer für die Buchführung ebenfalls verantwortlich sind, sich insoweit auf den Angek'agten M. verließen. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten M. -au'/ eine Gefängnis stt-afe von 2 M o - naten und gegen die Angeklagten D. und W. auf eine Geldstrafe von je 300 Mark, evtl, je 30 Tage Gefängnis. Rundfunk-Programm deS ^-ranksnvt'r «enderS. (Aus der „Radio-Umschau".) 6onn.a3, 6. Dezember. 8.30 biS 9.30 Uhr: Morgense er, veranstaltet vom Warlurgvereln Frankfurt. 12 bis 1 Uhr: Mittagsständchen des Hausorchestecs: P'.etro Mascagni. 4 bis 5 Uhr: Die Stmtüe der Jugend. 5 bis 6 Uhr: Lieder und Balladen. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen B'rbantzes für Volksbildung: 1. „Die Landschaft der Vogesen", Vortrag von Rsdofteur Adrian Mayer. 2. Vorlesungen aus elsässischen D:chtern. 7 bis 7.30 Uhr: Große Erzieher: Aus den ^Pädagogischen Iugendschristen" von Johann Fr'edrich Har- bart. Zweiter Vortrag. 8.30 b S 9.30 Uhr: Ueber- tragung von Kassel. 9,43 bis 10.30 Uhr: Deutsche Mundarten, ein Zyklus. ..Heilige Nacht", eine Weihnachtsleaende in oberbayecischer Mundart von Ludw. Thoma. 10.30 bis 12 Uhr: Ucber- tragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. heil. Abendmahl für die MUitärgem. 11: Kinder- ktrche für die IohanneSgemeinbe. Pfr. AuSfeld. 5: -vlr. BechtholSheimer. Beichte u. hei!. Abendmahl für die LukaSgemeinde. 8: Vibeltesprechung im IohanneSlaal. Psanast Hertel - Kirchberg. 10: Mainzlar. Nachm l1/,. Dienstag 8. Dezember abends 8',: - Lollar. Bibc-lstunde - Wies eck. 9'/« Beichte. 9' 4 Predigtaottevdienst. im Anlwl. Feier d. heil Abendm. 11 Hindert. Abds. 7Vi, Adventsand. Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg. 7, Abendgvttesdienst Garbenteich: 10. Ki'.hollfche Gememdrn. Gießen. Samstag, den 5. Dez. 4’.. u. ? Deichte. Sonntag, den 6. Dezember. 2. Adventsonntag. 6'/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Männer. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Pred.. 5'/, Ehristenlehre und Andacht. - Grünberg 9" i, Meffe mit Predigt. - Hungen. 6 Adventsandacht. — Laudach. 10 Messe mit Pred. — Lich. 7-/, Meße mit ' redigt. prompt entbot Säusiiuit besonders bei Grkältungen, Heiserkeit, Halsentzündungen,Grippe-Ep demienusw. In Apotheken und Drogerien in Gläsern L 50 Tabletten Mark 1.75. Proben u.Broschüren kostenlos durch Bauer & Eie..Berlin SW4S» Friedrichstr.231 •-^gegenKusten v 10391D stets b<‘! sich führen. E etel 49 Ptg., Doee to Fig. AchtenSle auf die Schutzmarke. Zu haben in Apotheken. Drope- neu und wo Plakate sichtbar. ■■bLionen Menschen In tflßHchein Gebraue . seautaen vorzüglich v. jeder Erkältung, deshalb sollten Sie dieses vorzü d. 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Studentenkarten Mk. 1 — beim Hausverwalter der Universität 11492c Gesellschaft der Kunstfreunde Lichtbildervortrag von Professor Dr. Robert Schmidt Direktor des Kunstgewerbe - Museums zu Frankfurt Das deutsche Möbel »"° vom Mittelalter bis zur Neuzeit am Montag, dem 7. Dezember, 81/, Uhr abends Im Hörsaal des Physik. Instituts der Universität Eintritt für Mitglieder der Gesellschaft frei, für Nichtmitglieder 1 Mark, für Studenten 0.50 Mark. Kartenverkauf bei Challier, Musikalienhandlung, Neuenweg, und abends an der Kasse. — Studentenkarten bei Herrn Sekretär Ritter in der Universität. Lichtbildervortrag Prof. Donnerstag, den 10. Dezember 1925, abends 8‘/4 Uhr, Neue Aula der Universität (Vulkanismus und Vegetation) Gäste willkommen 11478D llirchenmusikalische Feierstunde in der Stadtkirche ubood Sonn ag, den 6 De ember, abends 8 Uhr, unter Mitwirkung oon Fräulein Rosemarie Rälke (Sopran), Herrn Musiklehrer August Rein ('Bioline) und Herrn Stadtorganist Lehrer Heinrich Simon (Orgel). Jedermann ist herzlich eingeladen, auch Gäste sind willkommen. Eintritt ist frei Programme mit Liedertext am Eingang. Der Kirchenvorstand der Markus-Gemeinde. Bestell-No. 85303/20 m (Mozart) Bc« teil-No 73956/7 ■ (Ardltl) Entzücken TB^zef Im Ausland e. a. mH dieser Schutzmarke SELMA KURZ Perle-Walser, ItaL; D Beclo, Hat Aktiengesellschaft (kenntUdv durch obige Sdiatxmarkeb Spezialvertreter: Ernst Challier Musikalienhandlung Gießen, Neuenweg 9 Nur Künstler von Weltruf MARIA JVOGÜN „Don Pasquale", Auch Ich versteh’ die feine Kuns', ItaL (Donizaffl), „La Traviata“, Er Ist es, dessen wonnig* Bild (Verdi) Bestell-No. 85302'20 m Geschichten aaa dem Wiener Wald, Walzer (Joh Strauß), „Die Entführung ans dem Serail* , Martern aller Arten „Der Barbier von Sevilla", Arie der Rosine, ital. (Rossini), „Rlgoletto“, Arle der Gilda, Ital. (Verdi) 85309/20 m „Die Zauberflöte“, Zum Leiden bin Ich auserkoren / Der Hölle Rache kocht In meinem Herzen (Mozart) 85310/20 m ,Ji Bado“, Ital (Arditl), „D Re Pastore“, Dein bin Id» (Mozart) Bestell-No. 85311/20 na „D Penalcroso" (Handel), „Frflhllngs- atlmmen“, Walzer (Joh Strauss) Bestell-No 85313/20 tu Zum Besten der ZeppelinEdtener-Spenile Ein Sttinmportrit DR. ECKENERS: toBiiMf Ansmaftfin hs „iißF Plaften-Bestell-No «217 (M 930) OTTO REUTTER Der Überzieher / Das Ist so ein facti end man denkt nicht dran No 2O3OO|2 Karussell / Wir fang*n noch mal von vornean Bestell-No. 20301/2 Laß' dir bloß die Nase Andern — Warum, Warum? Bcstell-No.20304/2 Heueste Tanklager Nach neuem Anfnahme-Syst diesen Platten in allen Verkaufsstellen der Deulittien firannnophon- ,4 Sie sind nervös. Sie sollten stets statt reinem Bohnvikaffee Quieta trinken. Er bekommt Ihnen bester, auch abends, und Sie sparen dabei noch Geld. Selbst Kindern ist Quieta bekömmlich. 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Preisgestaltung des elektriscken Stromes. Wir laden unsere Mitglieder und die Anhänger unserer Sache zum zahlreichen Besuch ein usssd Der Hausbesitzer««!». Vie Mittelstanürvereinigung. und franko durch die WeM Neuepade (Was #) Nr. s Prüfet allen o. behaltet daa Beetei Jubiläums-Katalog gratis Husberg 4 Compagnie, Spreehupparate wie Abbildung Größe 41 X 41 X » o« mit Klappbügel, 12 Musikstücke, aut M 50. Mandolinen m-Schmetterlmgn. •pielplatte pr. Qualitfit M. 12^ Komp.one d ioiineu mit alL Zubehör, Kaalen u. Bog M. 15-, 20. . 25... 30- und billigste Bezugsquelle für Künstler-Instrumente! 2 reihige Wiener Harmo- nlkasmrt 21 Taafa, k Büm M. 13.-, 15.-. 20.-, u. 25.-, mit lOTaeL, ■! Bässen, M. 10... Bandonlkas, genauk> zu spielen wie eine Harmonika, mit Stahl- stimmen. lOToiten, * Bässen. M. 24 21 Tasten. 8 Bässen, M. 38.-, 21 Tasten, „ ____ 12 Bass., M.40.-, 34TasL, 12Bäsa.M,60. 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Grobellern, bte eitlen Reichel-Essenzen, Vie in Drogh. unö Qlpothehen erl)älfltd> fmo. öa'elbU au» Dr «eiAeie KtAet-U bttchlein umionfl. lonfl hoflenrret öurd> OTTO Ht-ICHEL, Berlin $O.M, atstnbahnllr.4. Wohlgemerkt, aber nur Reichel-Etzenzen Mark, „Lichihcre" Ur. Sie i(t eil mung zeij in der e einander kannte r griffen tu einzelnen 'ind zwa wie des 9 gewahrt i mittebt. 5 altid) ju i dinas nicht Die Ei interessiere in ihrnihi nicht ersas ningssanii haushalt dah es Ei Slabilifiei schlutz uni herum, y radikalen chen E und Opi wird tna kommen, feit und Pfnuben l Dauer de Ohne i won auch 21UÖ Don ^r" gegen 1 Aeichspr unter \ treten- - und aus holen 1 Die das M sei. $,r land in 1 IdjitM-J. e, ja, daß er es dann als etwas Ucberflüssiges. Lästiges empfinde. Selche Empfindungen waren Hasse fremd. Er bedauerte, nicht so denken zu können wie dieser, aber er dachte nicht so. Rach seinem Berufe verlangte er nach frischer Luft, in eine andere Welt zu treten. Er war glücklich gewesen, Rollen zu studieren, obwohl Franziska ihm oft genug fegte, daß er nicht das geringste Talent zum Schauspieler habe, weil er allrd mit dem Herzen empfand, und ein echter Schauspieler seinen Romeo und seinen Cäsar herunterspielte, wie man eine Sitzung cbftält oder zu Mittag speist. Als er zur Stadt ging, begegnete ihm Franziska mit der roten Mieze in der Königsallee. Er ging ihnen heimlich nach Als sie sich umdrehten, machte er kehrt, faßte seinen Stock fester und toirbilte ihn lässig in der Luft und schritt wie auf Svrungfe- dern einher, wie glückliche, gesunde Menschen, die an vergnügte Dinge denken, und er dachte: Julia. Donnerstag. 10.: Der Unwiderstehliche. Freitag, 11.: Das große Wellthea:er. Samstag, 12.: Der Unwiderstehliche. Sonntag, 13.: Einer von unsere Leut. Oberhefsen. Lrruvtrcis Gicsrcn. * Klein,Linden, 4. Dezember. Der Notiz vom 1. Dezember über die hiesige Gemeinde - ratssitzung wäre noch das Nachfolgende zu ergänzen. Wohl stimmte der Gemeinderat der Genehmigung der ©emeinbeumlage zu, doch war er der Meinung, die Umlagesätze wären zu hoch im Vergleich zur Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen. Die Steuerlasten unserer Ge> meinbe müssen auf die Dauer unhaltbare Zustände zeitigen, wenn man an die vielen Rückstände aus dem Jahre 1924 denkt. Die kleinen Landwirte und Grundbesitzer können sich wirklich der Lasten nicht mehr erwehren. Auch der Arbeitsmann mit seinem knapp bemessenen Lohn und der Gewerbetreibende hat schwer zu kämpfen. Wenn auch die Herstellung einer Wasserleitung ein schon lang gehegter Wunsch der Gemeinde ist, so fragt man sich doch, ob bei diesen trüben Zeitverhältnissen dieser Wunsch in Erfüllung gebracht werden kann. () Bersrod, 2. Dez. Gestern wurde hier ein L i ch t b i l d e r a b e n d für die Schuljugend in dem Schulsaale der 1. Klasse veranstaltet, der auch von Erwachsenen besucht war. 3n 61 Bildern zogen die 11 f e r des Rheins von Mainz bis Emmerich an den Augen der Zuschauer vorüber. Die Veranstaltung war von Gedichten und Liedern umrahmt und darchflochten und klang in dem Gelöbnis aus: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein." Den Schluß bildete das Deutschlandlied, dem noch die btt-nnte 4. Strophe hinzugefügt wurde. # Grüningen, 4. Dez. Morgen, Samstag, begehen die Eheleute Adam Hartmann das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich, seltener körperlicher Rüstigkeit und Geistessrische. Der Jubilar ist Kriegsveteran von 1870 71, die Jubilarin ist vielen Gießenern bekannt als Butter- und Eierfrau, die auch jetzt noch zweimal wöchentlich zum Markt geht. > Holzheim, 4. Dez. Gestern wurde in einem Teile unserer Gemarkung eine Treibjagd veranstaltet, wobei 6 6 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Im Verhältnis zu den Ergebnissen früherer Jahre ist diese Zahl ziemlich niedrig. Getrieben von einem scharfen Nordwind, hatten auch schon viele Mümmelmänner ein geschützteres Plätzchen nach dem Wettertal zu aufgesucht. > Eberstadt, 4. Dez. Auf Veranlasiung des hiesigen Pfarrers K ö d d i n g ist für nächsten Donnerstag eine Sitzung des Gemeinderats, des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung im Gemeindesaal geplant, um über die wichtige Frage der Anstellung einer Gemeindeschwester zu beraten. In Anbetracht des Wertes dieser segensreichen Einrichtung darf man hoffen, daß die Antwort bejahend ausfällt. tircio ivr'irvbcrg. ss. Friedberg, 4. Dez. In sehr schöner Weise verlief gestern abend die A d v e n t s f e i e r, die die hiesige Frauengruppe der Deutschen V o l k s p a r t e i unter Vorsitz von Frau Professor Kloos, gewissermaßen als Beginn der Weihnachtszeit, in dem „Deutschen Hause" veranstaltete. Der weihnachtlich geschmückte Raum vermochte kaum die sehr zahlreich ersckienenen Teilnehmerinnen zu fassen. Ein nur von Mitgliedern bestrittenes reiches Proaramm fesselte von Anfang bis zu Ende. Musikalische und gesangliche Darbietunaen, deklamatorische Vorträge folgten in rascher Darbietung und schufen einen in jeder Beziehung der Bedeutung des Tages angemessenen Rahmen. *** G a mb a ch, 4. Der. Die Arbeitslosigkeit machte sich in der letzten Zeit auch in unsrer Gemeinde recht bemerkbar, und die Zahl der Erwr.b^lofen wurde von Woche zu Woche größer. Bei den jetzt begonnenen Holzhauerarbeiten l'nnlen nun die meisten der Leute wieder Beschäftigung finden, infolge der großen Anzahl Holzhauer — ca. 60 Arbeiter gingen täglich zum Holzfällen in den Wald — was sie wohl dritten mag, wenn sie mich so sieht? Es war ihm peinlich, daß er sich ihr gegenüber brutal gezeiat. er hatte diese Freundin vornehmer, würdiger abfertigen können. Das ungezügelte Temperament seiner Vorfahren ging zuweilen mit ihm durch, er hätte die Rote durchpeitschen mögen, ihr den Stiefel auf den Racken sehen. Was dachte Franziska, wenn sich der Donnerstagabend herabsenkte und sie an dem gedeckten runden Tisch unter der gelbseidenen Lampe allein saß? Oder war sie nicht allein? Wenn er des Abends auf Gesellschaften tanzte, kam es ihm immer vor, als spiele er irgendeine Relle. 3m Grunde gewährten ihm diese künstlichen Dergnügungen keine Befriedigung. Er ertappte sich dabei, in einem Stuhl zurückgclehnt, mit ehrm kleinen Taschenspiegel zu spielen, der aus Versehen bei ihm auf der Chaiselongue liegen geblieben war. Das grau- lederne abgegriffene Etui duftete nach ..Lila- flor" und rief ihm Erinnerungen zurück, mit denen er abgeschlossen zu haben glaubte. Hasses Orb» nungslicbe war so groß, daß er auch dieses Verhältnis, wie er es kühl benannte, zu einem geordneten Schluß hätte bringen wollen. Aber es war ihm einfach verloren gegangen wie ein Gegenstand, den man täglich in der Hand gehabt und den man nun vermißt. Ein starker, erschütternder, j' her Schluß. ein Auseinanderreißen zweier M.m.chen, die-sich geliebt, hätte ihm Wurden bttgebrecht. Wunden s.'l eßen sich mit der Zeit. Diese unausgeglichen; seelische Zerrissenheit beunruhigte ihn nur. Er versuchte, indem er seinen Kopf in beide Hände nahm, die zerstreumden Gedanken, die umherirrten, auf einen Punkt zu vereinigen, doch wie eine Meute, die die Beute wittert, flr'.b.en sie fort und zwangen ihn, mitzueilen. Ich werde verrückt, dachte er, und legte plötzlich die Feder weg. Er trat an das Fenster und sah in den wvaenden grauen R b.l hinaus, der in den hochgebauten Straßen stand, die roten Augen der Laternen scheuten fragend herauf. Hinter den verhüllten Fenstern bannten die verschl i.r ei Lampen, und er sah den kleinen Salon mit seinen roten Damasttapeten, der breiten Chaiselongue mit den vielen bunten, weichen feibenen Kissen, dem runden Kupfertisch, auf dem der Teekessel flammte, er sah Hände sich bewegen, Handgelenke mit leise hatte man gehofft, in ungefähr 14 Tagen bis 3 Wochen die für unsere Gemeinde benötigte Menge von ca. 1400 Festmetern gefch'-a^en zu h..bea. Infclge des frühen und starken Schneefalls und des eingetreten:n Frostes mußten diese Woche die Hol .h verarbeiten bis aus weiteres wider eingestellt werden. — Für den Hessischen Fürsorgeverein für Krüppe 1 wurde auch in unserer Gemeinde eine Sammlung veranstaltet. Diese erg b in der D L3- schule 35 Mk., in bet Fortbildungsschule 11,50 Mk., sodaß im gesamten 46,50 aufgebracht wurden. [ Rieder-Florstadt, 4. Dez. Der A n- bau an b-cr Turnhalle der Surnge- meinbe Florstadt ist nun im Rohbau fertig. Dadurch ist ein Dühnenraum von 5 Meter Länge, der Wirtschastsraum und ci.i Oeeäteraum, außerdem noch K lier- und D'ckraum erbaut worden. Die ganze Halle steht bei Vergnügungen dem Publikum zur Verfügung. Mit dem Anbau ist ein Kamin errichtet worden, fo daß die Halle nun auch heizbar ist und im Winter zum Turnen und zu Vergnügungen benutzt werden kann. Die Arbeiten sind auch diesmal zum großen Teil von Mitgliedern ausgesührt und un'.erstüht worden, so daß der gesamte Anbau für weniges Geld erstellt wurde. Schon an Weihnachten wird die neue Bühne benutzt werden, die dann i n nächsten Jahre — tote vorgesehen — innen fertig ausgebaut wird. Damit wäre der gesamte Innenausbau der Halle, die nun bei 10 Meter Breite 19 Meter lang ist, fertig. Den äußeren Bewurf bekommt sie erst, wenn der Dau ganz bezahlt ist. So hat die Tumgemeinbe Florstadt planmäßig, etappenweise sich ein Heim gebaut, bas i>f)t nur ben Turnern einen entsprechenden Raum zur Pflege des Körpers bietet, sondern auch allen sonstigen Ansprüchen genügt, dabei aber finanziell zu bewältigen ist. Kreis Büdingen. —. — Büdingen, 4. Dez. Die älteste Hebamme des Hessenlandes dürste Frau Karoline Bernhardt aus R a n st a d t sein, die seit 50 Jahren ihren Beruf in Ranstadt und in einigen Rachbarorten auSübt. „?" Ridba, 4. Rov. Aengstlich gemacht durch die Erfahrungen aus dem Vorwinter, der während seiner ganzen Herrschaft fein Eis zum Einteilern lieferte, haben die Besitzer von Kühlanlagen, Metzger, Wirte und Dierverleger, bereits mit dem Einfahren des Eises begonnen. Sie brechen es auf der G ä n s w i e s e und haben dadurch nur kurze Wege zu ihren Eiskellern zurückzulegen. — Um das nach Schotten führende Telegraphengestänge zu entlasten, wird eben ein 2 u f t f a b e l bis zur Bahnhaltestelle in Unter-Schmitten gelegt. — Vom hiesigen Amtsgericht wurde über das Vermögen des Adolf Falk u. Co., Besitzer der sogenannten Junkermühle bei Cichelsdors, bas Konkursverfahren eröffnet. Derlust- verkäufe sowie Absatzschwierigkeiten in der stlach- inflationszeit sollen den neuzeitlich ausgestatte- ten Mühlenbetrieb in' Zahlungsschwierigkeiten gebracht haben. bs. Bad-Salzhausen, 4. Dez. Die Bade- oerroaltung ist daraus aus. die infolge der Kriegsund Nachkriegszeit unterbliebenen Jnftandsetzungs- und Ausbefferungsarbeiten jetzt nachzuholen. Nachdem im vergangenen Jahr das Kurhaus innen und außen zeitgemäß renoviert wurde, ist man jetzt daran, das baufällig gewordene Gradierwerk durch ein neues zu ersetzen. Man ist allgemein erstaunt darüber, welche gewaltige Holz- massen dazu nötig sind. Die notwendigen Schwarzdornen sind schon feit langer Zeit angefahren. ow. O b e r-W i b d e r s h e i m. 4. Be;. Mittwoch nachmittag holte der Landwirt Ot'o Kammer von hier in Hungen eine für bas neue Wohnhaus des Hoi r ieft Uhl bestimmte Treppe. Auf dorn Heimweg blieb bei Steinheim bas G e- fäftrt auf ber Ueberfüft rung der Bahnlinie Gieße n—G elnhausen hängen. und war trotz aller Anstrengungen nicht wieder fahrtfähig zu machen. Inzwischen kam ber abends 7 Uhr 24 von Hungen nach Ridba verkehrende Personen zug angefahren. Da ihm nicht mehr rechtzeitig Wareungssianale gegeben werden konnten ri< er mit voller klirrenden Armbänder.. u. ipr.nj auf und durchschritt das Zimmer mit großen S stritten. Das war nicht auszuhollen, er mußte Ablenkung suchen, und er fand sie nicht in der Arbeit, fo formte er sie niemals finden. Es war Karneval, er verkleidete sich als Rarr mit Schellchen an der Kappe, an den Armen und den Schnabelschuftrn. Als er die Treppe zum Dallfaal herausgehen wollte, fingen die Schellen cm zu klingeln, und er mußte rückwärts g.hen, seiner langen Schnabel chuhr wegen, recht wie ein Rarr. Er mischte sich unter die Tanzenden und sagte ben Damen die Wahrheit, welche man in der Gesellschaft nie hört, die Damen erröteten, staunten, lauschten. hingerissen .und verblüfft, er wurde berlftmt. alles strömte herbei und streckte ihm die Hand entgegen, um sich wahrsagen zu lassen. Er war so ausgelassen, und besonders war es eine fesche blonde Mohnblume in moosgrüner Taille, die durchaus nur mit ihm tanzen wollte und sich an feinen Anzug hing, und sich, nachdem er auch ihr die Wahrheit gesagt, von ihm in einem geschlossenen Wagen heimfahren lieft. Aber diese Betäubung ha4Le ihm nur einen seelischen Jammer hinterlassen. Er fragte sich, was denkt sie, wo ist. sie jetzt, mit wem ist sie, jetzt befreundet? Cs war, als habe ihn eine höllische Krankheit, ein Fieber erfaßt. Er mied die Stadt, die in einem roten Dunst des Abmds zu seinen Füßen lag, und vergrub sich in sein Laboratorium. Er dachte so viel an bai, was Franziska denken sollte, aber Franziska war glücklicher als er. Das einzige, was sie zuerst empfand nach ihrem Bruche, war bas Gefühl der Befreiung. Franziska gehörte zu ben Frauen, die ben Mann nicht entbehren können, die ihn aber nicht immer unbedingt nötig haben. Sie fühlte sich froh, in ben ruhigen Besitz bet Wohnung gekommen zu fein, niemand forderte sie zum Spazierengehen auf. wenn sie müb? w.r. niemand fragte sie nach ben anstrengenden S'un- ben des Professors, die man nun ruhig ab- sagen konnte, wenn es einem paßte, nrmanb kritisierte, ermahnte, fabelte und spornte sie an. (Fortsetzung folgt.) Hausinschriften finden sich in unserem Der Sold- Bor« CBer- gjiiinmniiniiniiniinniimiiniiiiiiminninnniinimiiniinnninmiiirnu Praktische Festgeschenke! Bettwäsche Tischwäsche aus gut. Damast, 130 x180cm . TJL 12.9011*75 11477a Taghemden Taghemden Taghemden Beinkleider Taghemd . Beinkleid . Nachthemd 1.55 3.95 2.35 3.40 4.50 3.95 Kissenbezüge Kissenbezüge Kissenbezüge Koltertücher Bettbezüge gehört, nur entfernt ist. 6.85 4.80 6.30 . Mk. 3.90 . Mk. 4.65 . Mk. 6.80 rein Mako, mit feiner Stickerei. . Mk in vielen Ausführungen, nur beste Qua- lila en..................Mk. 3.9C 3.69 hanölung ergab sich ferner, daß der von Hetz- berger „angestellte" Mögle geradezu mit frappierender Geschicklichkeit vorging. Er arrangierte geschickt Aufkäufe und bestahl dabei mit Vorliebe ältere, gutgekleidete Herren. 3n einer Trambahn gab es mal einen Ruck, Mögle fiel auf einen älteren Herrn, von dessen Zigarren- asche zufällig ein Häuschen • auf Mögle fiel. „Entschuldigen Sie," sagte der alte Herr zu diesem, der indes schleunigst mit der Ll h r und den Worten „Das in acht nichts" absprang. Der Fahrgast wunderte sich über die Eile des andern, noch mehr aber später über das Fehlen der Ahr. Ein beliebter Trick war auch der Ruf „Stieget";' beim Zndielust- starren der Passanten sind Mögle und Heß- berger dabei zahlreiche Fischzüge gelungen. Das Gericht verurteilte Mögle zu 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, Heßberger zu 3V2 3ahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Die Ange'lagten wurden des Bandendiebstahls in 5 Fällen, Mögle außerdem allein in 5 Fällen für überführt erachtet. Kreis Wetzlar. XX Leun, 1. Dez. Zwei lehr interessante Vortrag von Direktor Otto Behrens, Berlin. 8.30 Uhr: .L)er schöne Rhein", Lieder und Tänze. eine halbe Stunde von Weickartshain Kreis —. — Herbstein, 4. Dez. Damenwäsche gute Stoffe und solide Verarbeitung Mk. 3.U0, 2.60 la Qualitäten, mit elegant. Stickereien Mk. 4.65, 4.25 sammlung des Senckenbergischen Museums, _ trag von Prof. Dr. Nacken. 8 bis 8.30 Uhr: „Aus dem Wunderland der Technik. Amerika und wir". Weg von etwa anderthalb Stunden zurücklegen, während das etwas über 300 Einwohner zählende Pfarrdorf Lardenbach, zu dem nur noch der Stockhäuser Hof mit seinen 40 Einwohnern Fernruf Nr. 1367 GieBen Bahnhofstr 65 B Filiale. LICH, Butzbacher Str. 12. - Gegr. 1876 Reichhaltige Auswahl preiswerter Instrumente Wucht auf das über den Schienen ste - hende Gefährt. Dieses wurde samt der Ladung zur Seite geschleudert, weitverstreut lagen Treppenstufen und beigeladene Steine. Glücklicherweise haben Menschen und Pferde keinen Schaden erlitten, wenn auch Gefährt und Ladung beschädigt wurden. Kreitz Schotten. ■■ Schotten, 4. Dez. Im hiesigen Ratbaussaal fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Schotten statt. Als Vertreter der Aufsichts- ibehörde wohnte Kreisdirektor Geh. Reg.-Rat Boeckmann den Verhandlungen bei. Vor Beginn der Beratungen wurde der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder, Pfarrer Römer (Direktor von 1901 bis 1918). Kaufmann Georg CR ödem er (Direktor von 1918 bis 1924), H. Bocher (Kontrolleur von 1911 bis 1919) ehrenvoll gedacht. Die 1924er Rechnung wurde anstandslos genehmigt. Bürgermeister Menge! gab einen näheren Ueberolicf über die Geschäftslage, sprach über die Kredit- und Zrnsfuhpolitik, vor allem auch über die Aufwertungsfrage der alten Sparkasseneinlagen. Das Aufwertungsgeseh sieht bei den Sparkassen das Liqu-dierungsverfahren vor. d. h. es sollen die Aktiva und Passiva aufgewertet und die Einleger aus einer sog. Teilungsmasse befriedigt werden, (vorgesehen sind 12'/, Proz.). Die Aktiva der Kassen werden in der Hauptsache aus älteren Hypotheken und Kaufschillingsforderungen, sowie aus gezeichneten Kriegsanleihen bestehen. Beide werden für einen bestimmten Stichtag schwer realisierbar sein. Der von der Hess. Regierung für die Aufwertung der Sparkassen bestellte Treuhänder wird mit dem Sparkassenverband noch nähere Verhandlungen führen. Aus dem Geschäftsbericht sei hervorgehoben: Die Zahl der Geschäftskunden ist im Cinlageverkehr auf 655, im Kontokorrentverkehr auf 642 gestiegen, die Einlagen auf ca. 240 000 Mk. Auch Schulsparkassen sind im Bezirk wieder eingerichtet worden und haben schöne Erfolge zu verzeichnen. Die Versammlung stimmte dem Ankauf des von der Sparkasse käuflich erworbenen früheren „Hotel Post", seither der Mitteldeutschen Creditbank gehörig, zum Preise von 16 000 Mk. zu. Der Voranschlag für 1 926 wurde angenommen. Der von dem Ministerium den Sparkassen vorgelegte E'.rkwurf einer Mustersa hung wurde durchberaten unb angenommen. Die hauptsächliche Neuerung besteht darin, daß ein Aufsichtsrat bestimmt w.rd. der bei den gröberen Kreditgewährungen mitzuw.rken hat. Das Stimmenverhältnis der Mitgliedsgcmeinden ist wie bisher geblieben. Die neugewählten Gemein devertre- lt u n g e n werden im neuen Jahre die Vertreter zu der Bezirkssparkasse wählen. Diese Vertreter treten dann zu einer weiteren Mitgliederversammlung zusammen, die aldixt.m iben Vorstand. Aufsichtsrat und Direktor der Sparkasse wählt. Solange bleiben die alten Vorstandsmitglieder in Tätigkeit. Der Reingewinn aus 1924 mit ca. 12 000 Mk. wurde der Rücklage zugeschlagen. Jedem neu geborenen Kind soll ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 3 Mk. als Geschenk ausgehändigt werden, um den Sparsinn in der Bevölkerung wieder mehr zu wecken. Geh. Reg.-Rat Boeckmann beglückwünschte dieKasse zu ihren Erfolgen und fand mahnende Worte, um den Sparbeirieb im Volk mehr zu fördern. Ein einfaches Essen schloh sich im Hessischen Haus an die Versammlung an. , XIX Schotten, 4. Dez. Gegen die Ge° mcinderatswahl in Mittel-SeemeN war reklamiert worden, weil der Bürgermeister bzw. die Wahlkommission noch einen Wahlvorschlag zuließ, obwohl dieser verspätet eingereicht wurde. Am Mitttwoch stand nun deswegen Termin vor dem Kreisausschuß Schotten an. Dieser erklärte in öffentlicher Sitzung die Wahl in Mittel-Seemen für ungültig und bürdete der Gemeinde die Kosten des Verfahrens auf. Schotten. 4. Dez. Wie in vorigem sollen auch in diesem Jahre die von Angehörigen des bedürftigen Mittelstandes . angefertigten Handarbeiten auf dem Wege der Verlosung abgesetzt werden. Die eingehenden Geldmittel sollen den »Ausschuß für A bntshilfe" in die Sige versetzen, das wohl- tä ige Werk, das schon seit Jahren bedürftigen Frauen einen Teil des Hinterhaltes gewährt. dem Vorwand, er habe es von seinen Patienten erhalten oder es stamme aus alten Familienbeständen, an eine große Firma verkaufte. Erwähnenswert ist, daß Heßberger sogar seinem alten Vater eine goldene Ufjr st ab l und versilberte. Aus der macker Helfenbein aus Frischborn geriet beim Fällen einer Fichte unter den stürzenden Stamm und wurde von diesem t 0 t- gedrückt. Grobfeuer in einer Feuerwerksfabrik. Drei Tote, zahlreiche Verletzte. 1 WSR. Reu-Isenburg. 4. Deu Heute mittag geriet auf bisher ungeklärte Weise der 2. Holzbau der an der Sprendlinger Chaussee und der Straßenkreuzung Heußenstamm-Reu- Isenburg gelegenen Feuerwer ksfabrik, Friedrich Sturm in Brand. Das Feuer hatte durch die in dem Dau angehäuften Rohmaterialien der zu Fen u: Werkskörper verwendeten Stoffen reichliche Rahrung. Die im Bau auf gestapelten Pulveemengen waren im Ru eine einzige Stichflamme. Zum Glück sind die anderen drei zum Werke g.-hürenden Bauten von dem Feuer nicht ergriffen worden. Wir erfahren von einem am Orte befindlichen Augenzeuge, der sich gerade in dem im ersten Bau befindlichen Büro aufhielt, daß zahlreiche junge Mädchen und Arbeiter im Aller von 16 bis 20 Jahren mehr oder weniger schwer verletzt worden sind. Die Haut hing den älnglücklichen am Körper herunter. Das Feuer, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. war ein einziges Flammenmeer. Die eingehende wintersuchung führte zu der Feststellung, daß das älnglück auf die TI n v 0 r s i cht i g - feit mehrerer Arbeiterinnen zurückzu- führen ist, die sich wegen der herrschenden Kälte Ziegel- und Mauersteine heiß gemacht f)aben, um sich daran zu wärmen, und diese Steine mit in den Fabrikationsraum nahmen, wodurch der auf der Erde liegende P u l - verstaub zur Entzündung gebracht wurde. Sofort stand der ganze Raum in Flammen, und es entstand unter der Arbeiterschaft, hauptsächlich jungen Mädchen, eine furchtbare Panrk. Alles drängte zum Ausgange hin. Der größte Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen tonnte sich noch rechtzeitig retten. Drei jungen Mädchen war dies leider nicht mehr möglich, die nur als völlig verkohlte Leichen aus den Trümmern herausgezogen werden konnten. Bier weitere Mädchen mutzten mit sehr schweren Brandwunden im Offenbacher Krankenhaus eingeliefert werden, während zahlreiche weitere mit leichteren Brandwunden nach Anlegung von Rotverbänden sich nach ihren Behausungen begeben konnten. Die von dem Brand betroffene Baracke brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Uebergreifen des Feuers auf die anderen Baracken des Fabrikbetriebes konnte noch rechtzeitig verhindert werden. Der Materialschaden ist ziemlich bedeutend. Eine polizeiliche Unter- suchung ist eingeleitet. Preußen. Das Doppelleben eines Dentisten WER. Frankfurt a. M., 4. Dez. Bor dem hiesigen Großen Schöfiengerichte hatten sich gestern und heute der Dentist Georg Hetz- berget, der hier tagsüber in der Saalburgstraße eine einträgliche Zahnpraxis betrieb, und der 23jährige Tanzlehrer Mögle aus Württemberg wegen Bandendiebstahl s zu verantworten. Aus der Verhandlung ergab sich, daß Heßberger, der zur Bestreitung seines Lebensaufwandes (er beteiligte sich eifrig an Glücksspielen, hielt sich ständig in Vergnügungslokalen auf und fuhr leidenschaftlich Auto) einer größeren Summe benötigte, al3 feine Praxis abwarf. Er engagierte s i ch deshalb einen jungen Mann und verübte mit diesem zahlen reiche bandenmäßig organisierte T a sch e n d ieb st äh l e, hauptsächlich an den belebten Orten der Stadt, wie Hauptwache, Opernhaus, Kaiserstratze und vor allem in der Straßenbahn. Insgesamt standen 40 Diebstähle zur Anklage, und es waren etwa 50 Zeugen geladen. Aus der Verhandlung ergab sich, datz Heßberger die gestohlenen goldenen Llhren umschmolz und das Gold unter stctrksadiger GrcUnne ober Nestel...... -UVLLUU^L wt. 5.90, 5.25 $36ttÜd)CI in ^&cr' süddeutsche Qualität ITnchthpmhptl w dester Verarbeitung intt guten JluUfUJvlllueri ...........Mk. 6.50, 6.25 in großer Auswahl. Mk. 540, 5.25 (BöinitUt handgesückl, mit Handhohlsaumen ^BCltÜ(f)Cr kräftiges Halbleinen, wollgron auf ein weiteres Jahr fortzusetzen. — Die amtlichen Dezirkslehrerkonferenzen, die In diesem Monat in Ulrichstein, L a u b a ch, G e- d e r n und Schotten stattfinden, behandeln als gemeinsames Thema: „Die staatsbürgerliche Erziehung". ♦ Eichelsdorf, 4. Dez. Ende November hielt bas Forstamt Eichelsdorf im Revier E i ch e l s b 0 r f (Regiejagb) zwei kleinere Treibjagden ab. Die Strecke betrug 2 Rehe, 1 Fuchs, 7 Hafen. Durch vorbildliche Pflege und Schonung ist der Wildbestand in kurzer Zeit so stark vermehrt morden, daß der Naturfreund bei jedem Gange in den Wald Gelegenheit hat, Wild zu beobachten. X!X Nieder-Seemen, 4. Dez. Bekanntlich wurde hier auch die zweite Bürgermeister-- wähl für u n g ii l t i g erklärt. Der Minister des Innern hak nun entschieden, daß noch eine dritte Wahl stattsinden soll. Das Kreisamt Schotten hat bereits Verfügung wegen der Durchführung der Wahl an die Gemeinde ergehen lassen. Es wäre nun doch zu wünschen, daß von feiten der Parteigänger alles unterbleibt, was sich mit den Vorschriften des Gesetzes nicht vereinbaren läßt. Kreis Alsfclö. m. Mucke, 3. Nov. Ein eigenartiges Schauspiel bietet sich in diesen Tagen besonders abends den Passanten der Mucke, das dec halb auch ziemlich viele Zuschauer anlockt. An der Straße nach Flensungen stehen sechs ärmliche Bärenführer- mögen, und auf den Wiesen im Schnee liegen, an Zwetschenbäume gebunden, etwa zwölf Bären, deren Nahrung hauptsächlich aus Brot, Kartoffeln und Obst besteht. Sie scheinen ziemlich unempfindlich gegen äußere Einflüsse zu sein, denn sowohl der kalte Schnee wie auch die «chneekuaeln mutwilliger Jungen machen ihnen wenig aus. Ihre Führer beschweren sich dagegen sehr über die starke Kälte, besonders nachts in den Wagen, und heule morgen fand sich ein Säugling tot in einem derselben vor. Jedenfalls ist ihm die starke Kälte der letzten Tage zum Verhängnis geworden. Er wurde heute mittag auf dem Flenlunger Friedhof beerdigt. E Merlau, 3. Nov. Unsere Pfarrei war wohl mit ihren etwa 2000 Seelen eine der stärksten in der ganzen Gegend, gehörten doch dazu die Filialen Kirschgarten, Mücke, Flensungen, Ilsdorf, Stockhausen und Weickartshain. Sie wurde jetzt dadurch etwas entlastet, daß das etwa 450 Einwohner zählende Dorf Weickartshain zu Freienseen kam, das eine Pfarrei für sich bildet. Es war gerade in den letzten Jahren in Weickartshain der Wunsch laut geworden, daß diese Gemeinde zu einer näheren Pfarrei kommen möge, mußten doch die Konfirmanden dieses Dorfes bis nach Merlau einen Rundfunk-Programm des Aranksurtkr Tenders. (Aus der „Radio-Umschau-.) Monlag, 7. Dezember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6.30 bis 7 Uhr: Die Bücherstunde. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhochschule: „Strafgesetzbuch und Psychopathie", Vortrag von Pros. 0. Düring. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule: „Die Mineralienalten Ort. An dem Leichthammerschen Hause heißt es: Quod natura negat nemo reuüere polest, Qui sua metitur pondera ferre potest. 1592. Zu deutsch: „Wenn die Natur es nicht will, so kannst du's anders nicht machen, Wer sich sein Gleichgewicht wahrt, trägt an dem Schicksal nicht schwer." Die andere Inschrift an dem Haus H. Herth lautet: ChristophorusChristum portansChristoque dicatus. Ab Christo nomen et omen habet, Nomen habet fontis Born Hans a tonte salubri Fons vitae dalcia vma ferat... C. . Slidanus. Zu deutsch: „Christophorus, Christo tragend und Christo geweiht, hat Namen und Zeichen von Christus. Den Namen Born trägt Haus Born von dem gefundenen Born. Der Lebensborn möge süßen Trank spenden." (Die Jahreszahl ist leider am Holz weggehauen.) Dillkreici. bl. Dillenburg, 4. Dez. Wie in den Vorjahren, so sollen aud) in diesem Winter in einigen Gemeinden des Kreises Kurse in dee- SJi u g l i n g s- unb Kleinkinderpflege abgehalten werden. Der Bezirksverband Wiesbaden regelt in Gemeinschaft mit dem Wohlfahrtsamt diese Surfe. Der Unterricht wird von einer staatlich geprüften Wanderlehrerin erteilt. bl. Herborn, 4. Dez. Die Basaltindu -- st r i c des Di11kreises und des angrenzenden Westerwaldgebietes wird in jüngster Zeit von einer äußerst empfindlichen Krisis beherrscht, die darauf schließen läßt, daß über kurz ober lang ein Ruin eintreten wird. Die ältesten und größten Betriebe suchen sich mit aller Macht noch über Wasser zu halten und begnügen sich mit Arbeit s- einschränkungen. Eine ganze Anzahl anderer Brüche mußte jedoch ft i 11 g e l e g t werden, so daß heute nur noch ein kläglicher Rest in Tätigkeit ist. Am konkurrenzfähigsten blieben noch die Betriebe mit direktem Bahnanschluß, während die abseits gelegenen Werke durch die Beförderung der Erzeug- nisse per Achse nicht mehr in Wettbewerb treten können, da der Preis der Steine sich zu hoch stellt. Wenn auch die allgemeine Wirtschaftslage drückend auf den Industriezweig wirkt, so neigt man heute doch der Ansicht zu, daß burdj die Ausländer unserem Basalt der Garaus gemacht wird. glatt, guter Öretonne........Mk. 2.30 2.15 , feftoniert, kräftige Qualität......... 0 on Mk. 3.60, 3.45 O-dU mit Stickerei- und Klövveleinsätzen 0 on Mk. 4.20, 3.75 d.dU in vielen Ausführungen Mk. 13.20, 12.90 11.50 aus la Linon 130 x 180 cm.....Mk. 8.90 7.90 Winterwäsche ftÄ Ä’cr' eiOTc8 Extra weite Wäsche $ri?n"*te $Qmen ,n ieb” S1“5' i Außerdem bringen wir in unseren Abteilungen Damenwäsche, Bettwäsche, Tischwäsche, Stückwaren, Steppdecken und Gardinen einige Poften bester Qualitätswaren mit 20 Prozent Rabatt zum Verkauf HlhtttAdh Mechan. WSfchefabrik O W U Ul und Ausstattungshaus Tischtücher rein Mako, 130X150 cm........ . 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Dezember ^25 bmww— । minj ...___ . „ra’s-wa« Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Verfassung der Börse zeigt immer noch keinerlei Veränderung, d. h. man kann angesichts der aering.ügizen U.asätze von einer Dörsenlage überhaupt nicht sprechen, und noch viel weniger aus zeitweisen Schwanlungen irgendwelche Schlüsse ziehen. Hieran ändert auch nichts, daß in der vergangenen Woche vereinzelte Käufe der Reichskre.ftgeietlsckaft der Vor e nach außen hin «in etwas oefestigieres Aussehen gaben. Von feiten der Deichstreditgesellschaft wird versichert, dah es sich bei diesen Käufen nicht um Interventionsläuse irgendwelcher Art gehandelt habe, sondern daß die Vank lediglich Kundenaufträge ausarführt habe. Die Version, daß die Reichs» kredugeiellschaft einzelne ausländische Stellen für den deutschen Wertpa )icr.narkt zu interessieren verstanden habe, hat etwas für sich. Es hat auf der anderen Seite jedoch nicht den Anschein, als wenn es sich hier um eine nachhaltige Bewegung handelte. Sobald die Aeichslreditgesellschast Käufe an einem Papier beendet hatte, trat stets sofort ein Rückschlag ein. Charakteristisch ist. daß nicht nur Verläufe von wenigen 100 Mk. Kursstürze hdrbeiführen, sondern daß auch umgekehrt geringe Kaufaufträge häufig mehrprozentige Kursbesserungeu bewirken. Auf den immer wiederkehrenden Vorwurf gegen die Banken, daß sie Kursstürze nicht vermeiden, was häufig mit ganz geringen Mitteln möglich sei. darf man auf der anderen Seite doch nicht vergessen, daß. solange für die Banken keinerlei Aussicht besteht, die Effektenbestände wieder abzustoßen, ihnen bei Interventionskäufen natürliche Grenzen gezogen sind. Sicherlich dürften die Danken noch auf größeren Effektenvosten aus den verschiedenen Interventionsaktionen sitzen, und es kann und darf ihr Zweck nicht sein, ihre eigenen Mittel und die Mittel ihrer Depositengläubiger in Effekten festzulegen. Die Ueberwindung des Ultimo am Geldmarkt hat sich leichter bewerkstelligt, als dies vielfach angenommen worden war, unter Be- rücksichttgung des Umstandes, daß mit dem 1. Dezember entsprechend der Dawesgrsehgebung 190 Mill. Rentenmark der Reichsbank zur Vernichtung übergeben werden mußten. Die Lücke, die dieser Betrag, der in den letzten Wochen dem furzfristigen Ce'dmarkt zur Ver ügung stand, ver- ursacht hat. dürfte im wesentlichen durch die Bereitstellung des Gegenwertes weiterer Ausländsanleihen ausgefüllt sein. Die Ansicht, die an dieser Stelle verschiedentlich ausgesprochen worben ist. daß man Rückschlüsse aus der Flüssigkeit des Geld- und Privatdiskontmarktes auf den Kapitalmarkt vermeiden müsse, ist durch die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten im Zentral- ausschuo der Reichsbank bestättgt worden. Diejenigen Kreise, die eine Ermäßigung des Reichs- bankdiskontes erwartet hatten, sind denn auch enttäuscht worden. Solange die Kreditrestrittionen der Reichsbank bestehen bleiben, drückt sich in dem Reichsbankdiskont nicht die wirkliche Lage am Kapitalmarkt aus, und crft wenn es möglich ist, diese Äreötteinf nränfung:n abzubauen, ohne daß eine Kreditinflation eintritt, ist der Beweis erbracht, daß der Reichsbankdiskont der tatsächlichen Marktlage entspricht. Die Reichsbank dürfte daher den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft vielmehr entsprochen haben dadurch, daß sie jetzt die Frage der Lockerung der Kreditkontingente anschneidet, und es ist auch unsere Ansicht, daß irgendeine Gesahr für die Währung hiermit nicht verbunden ist. Es ist nicht zu bestreiten, daß die Vertrauenskrise bisher schon eine gewisse Auslese herbeigeführt hat, und die Erfahrungen der letzten Monate werden auch weiterhin den Danken in der Kredit- gewährunp Zurückhaltung auferlegen. Auf der anderen Seite haben fte die Wirtschaft gelehrt. daß es zwealos ist. Kredite zu Sätzen aufzunehmen. die nicht herausgewirtschaftet werden können. D'e Reichsbank En"e November Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. Rovember hielten sich die Zahlurgsmittelan. forderungen in den an den soa"izen Monats» schlü kn rblichen G.en en. Es flcssra 347,0 Mill. Rn,. R ichsbankncten und 157,1 ^ill. Rm. Rentenbankscheine, zusammen also 504,1 Mill. Rm., neu in den Verkehr ab, so daß sich der Umlauf an Reichsbanknotcn entsprechend von 2 423,9 Mill. Rm. auf 2 770,9 Mi (. R n. und der Umlauf an Rentenbantscheinen von 1 323,2 Mill. Rm. auf 1 430,3 Mi l. Am. erhöhte Ferner wurden für 193,4 Mill. Rm. Aentenbank^ scheine den betreffenden gesetzlichen De tim. un- gen entsprechend im Zusammenhang mit der Abdeckung von Rentenbank.reiiten getilgt. Die Bestände der Dank att Rentenbankscheinen nahmen insgesamt um 350,5 Mill. Rm- auf 130,8 Mill. Rm. ab. Der Wechselbestand erfuhr eine Zunahme um 270,2 Mill. Rm., wovon 147.5 Mill. Rm. auf Rückgabe von rediskontierten Wechseln cntf-llen; der gesamte Wech^elbeßan) erreichte fomit die Höhe von 1649,7 Mill. Rm. Der L o m» bardbestand erhöhte sich um 12,2 Mill. Rm. auf 23,8 Mill. Rm, der gesamte Wechsel-. Lombard- und Cff'ktenbestand um 232,7 Mill. Rm. auf 1395,2 Mill. Rm. An fremden Geldern wurden der Dank im Zusammenhang mit den Abflüssen an Zahlungsmitteln 331,0 Mill. Rm. entzogen, so daß noch 536,9 Mill. Rm. an solchen Verbindlichkeiten vorhanden sind. Der De st and an Gold und deckungsfähigen Devisen hat sich um 10,0 Mill. Am. auf 1609,7 Mill. Rm. erhöht, und zwar entfallen von der Zunahme 9,9 Mill. Rm. auf die deckungsfähigen Devisen, während der Bestand an Gold nur unbedeutend zugenommen hat. Dir umlaufenden Roten werden durch Gold- anlnhen zu 43,6 Prozent, (gegen 49,3 Prozent in der Vorwoche), durch Gold und deckungsfahige Devisen zu 53,1 Prozent (gegen 66 Prozent in der Vorwoche) gedeckt. Berliner Börse. Berlin, 5. Dez. Der von der Dörse erwartete Phönix-Ab ch.uß i.l nuamrhr erftlgl und hat ergeben, daß der Pessimismus nicht gerecht- ferttgt war. Sowohl Bilanz als auch die Erfolgsrechnung des Unternehmen3 haben vielmehr günstige Aufnahme gefunden, so daß die Ge- schäftstättgkeit in Phönixwerten wie überhaupt am Montanmarkte heute viel reger war, als in den letzten Tagen. Die Kurse hatten leichte Besserungen zu verzeichnen, zumal auch die seit gestern abend eingetcetene Franken- besserung für die deutsche Eisenindustrie günstigere Perspektiven eröffnete. Paris, das in den letzten Tagen gegen London 127.— notierte, hat sich auf 124.— befestigt. Auch Warschau war gegen Kabel bis auf 7,5 bis 7,75 erholt. Für Schiffahrtsaktien blieb das Interesse erhalten, die Kurse konnten weiter leicht an^iehen. Im übrigen waren die Umsätze trotz einiger Wochendeckungen belanglos. D kam besonders darin zum Ausdruck, daß eine Reihe von Werten eine Erftnotierung n- ! fest- gestellt werden konnte. Gegen Ende bet ersten Dörsenslunde fanden etwas regere Umsätze inaus- ländischen Renten, namentlich Ungarn und Rumänen statt. Deutsche Vortriegs- pfandbriefe waren infolge der nunmehr be- kannigewordenen neuen Aufwertungsverordnung gleichfalls etwas höher. Am Geldmarkt ist die Lage weiter recht flüffig. Tägliches Geld war zu 7'/, bis 9 Prozent, teilweise schon darunter, zu erhalten. Monarsgeld war mit 9’/i bis 10 Prozent ebenfalls leicht ermäßigt. Die deutsche Reichsmark notierte im Auslände unverändert. Am Devisenmarkt waren außer den eingangs erwähnten Besserungen von ParN und Warschau keine Veränderungen zu verze7chnen. Börsenkurse. ^tantfurt a.M Berlin rajiu •] >-.. c. »mm ,.|2iinauy Äire» i ^'TX nvr | 1 12 I 5. 12 t 12 | 6 12 ■>"/ Tkutlchc 'JicttbSan etbt 4°/., Deutsche MlchSanlcihe 3V3v . Deutsch: eRarfj.ankibc 3°, Deutsche NeichS'.nlciue Deutsche dvaroranucnanlcttx 4% Preußische «oniotS 4° 0 Hejscn 3‘/i0/a Hessen....... 3% Henrn .... ..... Deutsche 4T-ertb. Dollar-Anl. dlo Loll 2Dav-Anrreiing.'> <•/» Zollturken s°/0 GMbmrrifaner • • Verlmri Handelsgesellschaft «fommerj und Prtvar-Bo.nl j üimiL und 'Jla tonalban! Deutsche Pank • • Deutsche BcreinSdank . . Itüconto liommonbü •JJktaUbanl ■DhiielDcui d)e Creditbank Ccfte rcieoische Dreditcutstalt Weltbank Bochumer Guß ..... Buder..S Caro Deutsch ^'uremburg - . . . Gclsenlirchcner Bergwerke. Harpeuer Bergbau . . Namverlc Aschersleben ... .Raliroeit Westeregeln .... üourahüttc . Cbctbcbatf . Pbönir Bergbau ..... Phcinuabl ....... 'Hiebcrf Montan...... TelluS Bergbau .... HamdurgAinenka Paket. . . Norddeutscher üIodd . . Cheramische Werke Albtn . . acmcntwcrk Heidelberg . . Bdilivv Holimunn .... Anglo Coni -Guano . ... Badische Anilin Cbemische Mauer Alavin . Goid'aniidi ... Gries timet (Electron . . .. Höchster ftnr werke ..... Holzverkohlung ...... Jiütfler6iuerfe ..... Lcheideanilalt «lig ClekkrutiärS-Gesellschaf, Bergmann ...... Mninkrastwerke Schürten Siemens A Halske ..... 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U.1575 0 19 l).i;7u 0 2 0.185 0 18 — — U 2 0,28 — 0 3 0.2) — ' — 0 105 0 18 — >8 1975 0 15 — 0.16 — 0.15 — — 0.15 — 0 17 — 00.25 — *1 75 । 07.6 1 — 97.8 — 8. 5 8 05 8 V. 42 — t-8» — 138* .39 4* 4 11' '-4 83, * tos ;• 104* 104.ü' — — 104,5* 104,7- fio — — lOt 6’ 101,6- 101 9* 102* 00.5 69 7. • ■ _ • 88 .5' * — 6 62 ■ 5 8 62 — 0.03 '.03 — — — • 62 75 _ 30 30 29 5 30.25 • — 3.* - 61* 62* 60 5* 61 5 64 5* — b6* 68' 94' — 94.5* 96* »3 92 91 98 09 97 3< 28 28 59,5* 62.12- 59.9- 62.25* -* 49* 48 49.5* Kl 61.) 40 — 78 25* — 77.4* 78 V 86* — 81.25' 85 5* — — — 51 56 25 — — 42 2 > fc.5 41.5 — — - 65 5 — 110.4* 11). 5* 10.5* — — — — 57 58 57.5 57,75 ins <• HO- 1-9 11 ' 2* ll * 1j9,5* — 40 — 50' 51 — 77 9 77.5 — 93.1* 93.5* 92 5* 93.5* — — 5 25* 66 — — • — 57.5 59* — — <2 25 - 22 5 23 23 25 —- 21 5 — 16 - — — 24.5 5 5,5 — — 38.6 - — — ■w — * 83 88.5 — * 51.5 — 51.5 — 21 — 23 —■. -Ä- 2 77 7.5 76.5 — 4Z 5 47.5 — — 40 38,75 40 Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. Dez. Tendenz: Ziemlich fest. Die Dörsenlage hatte trotz des üblichen flauen Sarnstaggefchäftes eine wesentliche Besserung zu verzeichnen. An Stelle der Abgabeneigung trat eine etwas regere Kauflust, die aber nur für bekannte führende Werte zur Geltung kam. Die Stimmung wurde durch den nunmehr bekanntgewordenen Phönixabschluh günstig beeinflußt. Obwohl das Unterneönun eine Mvidende nicht verteilt, hinterließ die D.-röfsent- lichung des Geschäftsber chtes ein ?a guten Eindruck, zumal bisher in 365rienfreifen nur prssi- mistifche Gerüchte über den zu erwartenden Ab- fchluß im Umlauf waren. Die Anregung, die 'hiervon auSging, stimulierte auch für die anderen Marktgebiete, m t A tönahm: des Schiffahrtsmarktes, für dessen Werte das Interesse wesentlich kleiner geworben ist. Am Montanmarkt setzte das Gesckäst ziemlich lebhaft ein. Phönix halten eine Drlse- rung von ca. 3,5 Prozent zu verzeichnen. Auch die übrigen Montan rerie konnten etlrai im Kur'e pr: filieren. Chemie werte tra.e.i leicht le oft gt, de g eichen Eieklrowerte. B a r.!- a 11 i e n lasen farm ve.än. e:t. Die Nebenmärkte toie'en nur ganz geringe Veränderungen arf. Für deutsche Anleihen steifte sich et as Rachfrage ein. Ausländische Renten hallen einen ganz geringen Ma kt, die Kurse büeben a'er gut besä iptel. Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Api 0,27, Brown-Doveri 53 Prozent, Entreprise 8,5, Growag 33 Pro ent, U'a 46,5 Prozent, Uiüerfraufen 50,5 Pro ent. 2m lreile.en Ter a i e tra e.i Schis fahrtswerte angeboten: im Freiverkehr hör e r. an Ha sag mit 77 Prozent, Norddeutscher L.ozd mit 85 Prozent. Im Schlußver.aufe trur^e die Stimmung infolge drr U -g wi hrit über dm Ausgang der b?verstehenden R gierungi-Umbil- dung wieder unsichrr, w b.'i dir stärker gesteigerten Werte Irichie Einbußen zu verzeichnen hatten. Der Geldmarkt war weiter flüssig. Tägliches Geld war zu 972 Prozent angrbo.et. Monetsgcld stellte sich 'für erste Adressen auf IOV4 Prozent, für zweite Adressen auf 11' st Prozent. D nl-Diskontrn 7 Prozent, Jadustrie- Acrepte 9 Prozent. Die Neubildungen der Regierungen in Spanien und Frankreich begegnet in Kreisen der internationalen Finanz etwas größerem Vertrauen. Paris kannte sich g:g:n London auf 124,25 b festigen, Madrid auf 33,93. London war stark befestigt mit 4,853/K, gegen K..bel. Die übrigen Valuten waren unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 4 Tezbr. 5. De, r. Anuiicve 'Jton runa Amtliche toucrung •'♦rief iveih । Brie- ülm-i.« !hoi. HW 59 169.01 168 54 1*18.90 Bu n -Aire-: I.74D 1. 44 19 03 1.740 1.711 Brss- 'Antw 19.01 19 .2 19.06 ChrisUnnia 85 56 85.7« 85.4 ' 85.71 «ov.-nbag.-n 105,0 10 .33 1 14 M 1’5 20 S'octdolvi 112.11 112,39 112.18 '«12.46 Helnngfors 10.54 10.58 10 5 5 10. >85 gtalicn . . IC.-io 16 91 16 91 16 9 London. 20,342 20,392 JO, "61 20.4 1 Weut) ort . • 4,195 4.2'5 LI95 4.20 Poris. . . 16,085 16 125 16.28 6.32 fO.'l 41.01 *0 9 2 81.12 6vant:n - 59.67 59.>8 60.15 Yavan . . ).h08 1.812 1.800 1.1-04 'n io dc Jan Wien in D - 1.593 0.595 .) 589 1.59'2 Cefi. abgeft 59.15 59,29 ü9,13 59,27 Prag ... 12.425 12.465 12.44 12,46 Belgrad . . 7.43 7.45 7.43 *i ,45 Dudap:sl. - 5,875 6,895 6.876 6.895 Bnlo arten 3.055 3,065 3.0 5 3,065 iabon 21.275 1.325 21.275 21,32a l.injig. 80 66 KO.86 80 66 80 Wi Oontt. ntin. 2,235 2,245 2.255 2,325 Alben 5 19 5 51 5 01 5.6li Canada. . 4.19» 4.20» 4 195 4.2 6 Uruauan 4.285 4.295 4.275 4.285 WcttcrvorLUi-jagc. Milderung des Froste, wieder Schneefälle, vorwiegend trübe. Gestrige Tagestemperaturen' Maximum: minus 8,7 Grad Celsius, Minimum: minus 18.7 G.ao Ce ,iu . : ea i e Mö ge i e.nte a u:: mi us 16,7 Grav Celsius. Pelzmärtel. Gin Rümberger Spielzeugroman. Dach dem I a'ienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh QL Scherl G. m. b. H., Berlin. 8. Fottsetzung. Nachdruck verboten. Krachaus machte Kunigunde ehrerbie ig darauf aufme.f am. Weil aber auch die Spie.sachen manchmal etwas übelnehmerisch und eigensinnig sind, entspann sich zwischen beiden ein sonder- barer Streit. Karl der Große hatte die Statue aus dem Marktplatz und beanspruchte daher für sich das Vorrecht, das Unternehmen zu tom- mandie.en: Kunigunde dagegen hatte die Linde und infolgedessen keine Lust, nachzugeben. Mit der Linde hatte es folgende Bewandtnis: Seinerzeit, als der gute Kaiser Heinrich, der Gemahl Kunigundes, zum erstenmal Rürnberg besuchte, das damals eine kleine Stadt, aber schon mit Burg und Graben, mit Türmen und Mauer- gürtel umgeben war, geschah es, daß der Kaiser auf dem Wege zur 'Burg, die sich auf steilem Felsen erhebt, einen Fehltritt tat. Er wäre in die Tiefe gestürzt und zerschmettert liegen geblieben, wenn er sich nicht an die Zweige einer Linde hätte ank a.nmern können, die am Rande des Abgrundes stand. Zur Erinnerung an diese Schick a'slinde. Der er seine Rettung verdankt-, schnitt der Kaiser einen Zweig ab und brachte ihn Kunigunde. Die Kaiserin gelobte, ihn mitten in den Burghof au Pflanzen, damit er Wurzeln fasse, wachse, erstarke und ein schöner, drcht- be aubler Daunt werde, In dessen Schatten aus De ehl Kunigundes Recht gesprochen werden solle. Und so geschah es. Jahr um Iahr, Iahr- Hunderte hindurch grünte die Linde, und Jahrhunderte hindurch begab sich jeder, der Unrecht erlitten hatte, unter diesen Daum, um sein Recht zu fordern. Hans Sachs, als feinfühliger Poet, hätte dem ehrwürdigen Baum bei der Meinungsverschiedenheit den Vorzug gegeben. Aber die Statue Karls des Großen siegte über die Linde Kunigunde?, weil dem fadenscheinigen Einwand, der Daum sei inzwischen alt geworden und habe keine Aeste mehr, sondern nur noch einen ganz von E.eu umwucherten Stamm, sonderlarerweise viel Gewicht beigelegt wurde. Fast einstimmig beschloß man daher, Karl dem Großen nicht nur die Leitung des Unternehmens zu übertragen, sondern auch eine Versammlung aller Kameraden zu Füßen seiner S a ue ein uberu en. Denn wollte man die kühne Idee in die Wirklichkeit umseZen, fo handelte es sich zunächst darum, ohne Verzug in die Häuser einzudringen, um jene Legionen von Gewährten zu gewinnen, die von der Sache noch nichts wußten und sich darauf einrichteten, als Spielzeug die Weihnachtsfeier derer zu verschönern, d.e eine empfindliche Strafe verdient hatten. Die Türe wurde geöffnet und alles setzte sich in Marsch. Karl der Große führte Kunigunde am Arm, Hans Sachs ging für sich allein, leise vor sich hinträ.'lernd. Dieben Krachaus schritt auf leichten Sohlen Fisi, die Gummikatze: eines dem anderen mißtrauend, sahen sie sich grimmig an. Darnach kamen alle Puppen, die Dlei- soldalen und sämtliche Tiere, inbegriffen die Qlrche Rrah, darauf die Kinderthea.er, die Wagen mit dem Hausrat, die Gewehre, die Trompeten, die "Ballen, die Kegel, die Dominosteine und was man sich nur alles an Spielsachen wünschen kann. Die P,erde vor den Leiterwagen hatten schwer zu ziehen. Es war wie der Auszug eines ganzen Volkes, da? vor einer Landesgeißel flüchtete. Gaaz am Schlüsse trippelte der b amierie Christophorus Herzensräuber. Rürnle.gs Straßen waren wie ausgestorben. In hellen Streifen fiel daS Licht aas den Fenstern, aber kein Gesicht zeigte sich an den Scheiben. Riemand kam auf den Gedanken, einen Dlick hinauszuwerfen. Kein ha.lender Schritt in den Gassen. Tiefe Stille üoer jedem Platz. Der Himmel hatte sich ausgeheitert, wie eine leuchtende Kugel schwebte in seiner blauschwarzen Kuppel der Mond. Große Eiszap'en hingen von den Dächern herunter und der Schnee glitzerte. Es war ein echter Weihnachtsabend, voll jenes süßen Zaubers, wie ihn die kalten. weihen, schweigsamen Winternächte haben, Rächte, in denen man mit Sicherheit in den Nürnberger Straßen dem Pelzmärtel begegnet Und tatsächlich, wer war es, den man rittlings auf der Statue Karls des Großen am Schönen "Brunnen sitzen sah? Er, kein anderer, Pelzmärtef, wie er leibte und lebte. Pelzmärte' ist ein sonderbares Kerlchen. Er lebt feit wenigstens tausend Iahren und ist trotzdem noch nicht einmal fo groß wie ein Kind: er ist der verschmitzteste, der boshafteste und zugleich der liebenswürdigste aller Kobolde. Er weih alte?, sieht alles und erscheint sogar in der Gestalt des Nikolaus oder Samichlaus, wenn es ihm gerade so paßt. Es gibt niemand in Nürnberg, der ihn nicht kennt. Er ist der Freund der Kinder, aber imstande, einfach zu verschwinden, wenn man ihn fo vertraulich behandelt, als gehöre er zur Familie. Denn Herr Pelzmartin, kurz Pelzmärtel genannt, ist sich seiner Bedeutung bewußt und verlangt den g.eichen Respekt, den man Nikolaus schuldet. „Halt da!" schrie jetzt Pelzmärtel, indem er Karl dem Großen auf die Krone sprang. Cs war zu komisch, das kleine pelzvermummte Männchen unehrerbietig auf dem Haupte des großen Käfters herumturnen zu sehen, wenn dieser Karl der Große auch nur aus Stein war. Dem anderen Karl dem Großen, der Kunigunde am Arm führte, stieg die Galle auf, aber wenn Pelzmärtel seine Schrullen hat, ist es besser, so zu tun, als ob man nichts sähe. „Halt! Ick» weiß, was euch in Harnisch brachte, weih, wo ihr hingeht und was ihr im Sinne habt. Ader, mit Verlaub," sagte der Schelm ironisch, indem er vor Vergnügen mit den Deinen schlenkerte, denn er ist glücklich, wenn er sich über andere luftig machen kann, „mit Verlaub, meine Herrschaften, habt ihr denn eigentlich einen Kriegsplan? Hier handelt es sich um nicht weniger, als Taufende von Fenstern zu erklimmen — hm, wie und womit, wenn ich Litten darf?" Die kleine Armee war wie vor den Kopf geschlagen und fand keine Worte. Sie hatten wirk.ich an gar nichts gedacht. „Ihr seid unvorsichtiger als die Kraniche", bemerkte Pelzmärtel von oben herab. „Wenn die Kraniche einen Krieg vorbereiten, dann studieren fie Strategie wie Generäle. Ihr aber seid Vogelscheuchen und nichts weiter. Na a.so, wie denkt ihr euch denn eigentlich die Sache?" „Mit deiner Erlaubnis", sagte eine schöne und klare musi.a ische Sttnme, „werden wir damit anfangen, deine Hilfe zu erbitten.“ „Aha — hm —", sagte Pelzmärtel geschmeichelt. „Dann", fuhr die schöne Stimme fort, „werden wir, immer mit deiner Erlaubnis, alle Spielfachen Nürnbergs, die sich uns noch nicht au* geschlossen haben, durch ein Ständchen aufmerk.am machen." Es war Hans Sachs, der gesprochen hatte. Und Pelzmärtel begriff sofort, wo er hinauS- wollte: denn der Musik von Hans Sachs kann niewaad wide.stehen. Pelzmärtels Aufga ? war es nun, zu verhindern, daß au '•> die Nür .rger selber da? nur für die Spie fach m bestimmte Ständchen hörten: denn a.weui a.ls würde die ganze Dürgerfchaft sich an die Fenster gedrängt haben, die Mütter, die Großmütter, die Tanten und Richten, Kinder und Lehrer und Kinder- fräulein, die Diener und Köchinnen, sie würden die Türen aufgeriffen haben, auf die Straßen getreten und alle den verführerischen Laulen- flängen des dichtenden Schuhmachers gefolgt sein. Es gibt da eine Geschichte von einem Manne, dem es mittels seines Flötenspieles gelang, alle Mäuse an sich zu locken, die in ungeheuren Mengen die S adt Hameln heimgesucht hatten. Als nun der F.ötenspieler die Plage von den Bürgern genommen hatte, verweigerten sie ihm die ausgemachte Belohnung. Da zog der erzürnte Fremdling ein zweites Mal mit feiner Flöte durch die Straßen und spielte so zauberhafte Weisen, daß alle Kinder angelockt wurden wie die Mäuse und alle im Fluh ertranken wie die Mäuse. Mit der Laute von Hans Sachs konnte sich aber jene Zauberflöte nicht messen. Die Weisen, die der Meisterünger darauf zu spielen wußte, waren unendlich viel schöner. Wacht auf, es nahet gen den Tag, ich hör' fingen im grünen Hag eine wonnigliche Nachtigall, ihr' Stimm' durchk.taget Berg und Tgl... (ftortleRung folgt.) *HVM" Höhe Heizkraff, alibewciLrh Lillig allLe.^ehzl-'* Irzi van Rauch, Ohne (Schlacke, öhne Gnti.- Ä PW *187202 e ... ■ Schuhe nach Maß Preiswerte Reparaturen Reichhaltiges Schuhwarenlager Am Sonntag, dem 6. Dez. 1925, eröffne ich neben meiner Werkstatt auf der Schönen Aussicht eine Stadtniederlassung: Ecke Gr.Steinweg u.Eichweg(Nähe Ludwigsplatz) Kurt M. 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