Br. 260 Erstes Blatt tu Donnerstag, 5. November 1925 115. Jahrgang Druck und Verlag , vriihl'jche Universiläts-Vuch- und 81eindruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Frankreich vor neuen Krisen i*t W. ooember 1925 asJ b.$enberotl| nnber 1925. Dir die glückliche agsmädrls an üener abeth iht Wqt b. Wartung Vermählung in Merksamkiten den Töchterchens an 18. Oktober plötzlich Räuberbanden angesammelt hätten und dah die städtische Polizei auherstande gewesen sei, in dem Gewirr der orientalischen Straßen gegen die Banditen wirksam vorzugehen. Sie hätte daher zurückgezogen werden müssen, und es sei, da der Aufstand zunahm, nichts anderes übrig geblieben, als einen Teil der Stadt u ~ z u nehmen. Dabei sei mit Schonung vorgegangen. Nur Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Nc- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnst 20®, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilletou Dr. Friedr. Milh. Lange' für den übrigen Teil Ernst Blumschcin: für den Anzeigenteil Hans Füstel, jämtlid) in Gießen. Erscheinttäglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: vietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- Ishn. auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. * Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. hng 'sfizieren vom EiS.tSUHr rldchen. M Krosdors bas Borstand. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ilücklich "’oren Ä-S :ie üt..., ist ÄK * l*l-n!** LL-V • «h S 'Wh bas hin,' Qubc bcs Kraftwerker |U Zq1- Silvester war folgt.) leve hat aber noch einmal die Chance in der Hand; vielleicht weih sich der beliebte und allseitig geachtete Staatsmann doch durchzusehen, denn Kabinette mit schwachen Mehrheiten haben manchmal ein überraschend langes Leben. Painleves Iufallsmajorität. Pessimistische Beurteilung der Lage. Paris, 4. 21 ov. (Sil.) Die Presse betont übereinstimmend, dah die parlamentarische Lage durch das gestrige Bertrauensvotum keine Klärung erfahren hat. Die Oppositionsblätter weisen mit Nachdruck darauf hin, dah die M e h r- heit für das Kabinett Painleve nur durch den Ungehorsam eines Teiles der links- demokra.'isch-republikanischen Gruppe M a g i n o t zustandekam, die entgegen der ergangenen Weisung der Regierung ihr Vertrauen gewährte. Den Abgeordneten, unter denen sich die ehemaligen Minister Le Troquer und Colrat befinden, wurden bei Bekanntwerden des Abstimmungsresultates heftige Szenen bereitet. Le Troquer erklärte, er werde aus der Partei austreten und sich den Linksgruppen anschliehen. Mit Ausnahme der radikalen Partriblätter ist man sich darüber einig, dah das Kabinett mit einer so geringen Mehrheit nicht seine Finanzprojekte durch führen könne, zumal es fraglich ist, wie weit sie die nächsten Tage überdauern wird, jedenfalls ist es weder eine Kartellmehrheit noch eine Koalitionsmehrheit, sondern es ist eine Zufallsmajorität, die ihre Probe erst bestehen muh. 3n der Regierungserklärung wurden die Anspielungen auf die Ber- handlungsergebnisse B r i a n d s mit einem demonstrationsähnlichen, sehr starken und allgemeinen Beifall ausgenommen. Man will darin ein Anzeichen für die weitere Entwicklung, d. h. für die Bildung einer Konzentrationsregierung unter dem Vorsitz von Briand sehen. Indessen ist dies alles vorläufig nur eine Kombination. Es ist fraglich, ob das Kartell dazu bereit ist, sich zu einer bürgerlichen Koalitionsregierung herzugeben, andererseits aber bleibt der Regierung immer noch die Waffe der Kammerauflösung, vor der namentlich die Rechtsparteien eine gewisse Scheu haben, da man Neuwahlen nicht vor der Durchführung des Kreiswahlrechles ausgeschrieben sehen möchte. Vor neuen Aufständen in Syrien. London, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Daily Mail" in Damaskus meldet, die Lage in Syrien wird täglich erheblich schlechter. Die Regierung erwartet weitere Angriffe von Aufständischen, von denen 4000 Mann ungefähr 15 Meilen von Damaskus stehen. Das ganze' Gebiet nördlich von Damaskus befindet sich in den Händen der Aufständischen . Die Gegend ist in voller Gärung und aller Verkehr ist eingestellt. Wenn nicht ansehnliche, Verstärkungen eintreffen, wird die Zahl der Franzosen in Damaskus nicht ausreichend sein, um die planmäßigen Massenangriffe dauernd abzuwehren. Auch Meldungen aus Kairo berichten, dah in der Gegend zwischen Damaskus und Homs die Lage gespannt bleibe. Ungeordnete Banden terrorisierten die Einwohner. Die europäischen Bewohner schwebten in dauernder Gefahr. Ebenso seien auch die ausländisch enMissionen, die weiter im Osten tätig seien, keineswegs in Sicherheit. Zwei Abteilungen seien zu ihrer Bedeckung nach Damaskus abgegangen. Der Volksführer Dakri soll eine provisorische Regierung mit Unterstützung von Ibn Schallaschas gebildet haben, der auf die muselmanische Devölkerung einen großen Einfluß ausübt. Die Führer der aufständischen Bewegung hätten keineswegs ihre Hoffnung, die Europäer aus Syrien zu vertreiben, aufgegeben. Die an den Abhängen des Hermon operierende Abteilung ist mit den Aufständischen ins Gefecht gekommen. In Kuneitra ist ebenfalls ein Zusammenstoß zwischen einer französischen Abteilung und den Aufständischen erfolgt. Diese haben Eisenbahnschienen der Strecke Hedscha—Damaskus aufgerissen, die jetzt wieder in Ordnung gebracht werden. Zwei amerikanische Zerstörer, die bisher in Alexandrien Instruktionen erwarteten, haben sich in aller Eile nach Beirut begeben. Lin Rechtfertigungsversuch General Sarrails. Paris, 5. Nov. (TU.) General Sarrail hat sich endlich dazu entschlossen, in einem langen Telegramm an das Ministerium des Auswärtigen eine umfassende Darstellung der Vorgänge in Damaskus zu geben. General Sarrail betont darin, daß sich in dem Eingeborenenviertel am Don den „Dons de la Defense nationale" werden im Dezember allein wieder 10 Milliarden Franken fällig. Die Staatskassen sind ausgepumpt. Der Marokkokrieg, der von den Sozialisten bekämpft wird, verschlingt jeden Monat 700 Millionen Franken, und an die Aufstellung eines geordneten Staatshaushalts ist überhaupt nicht zu denken, weil die Einnahmen hinter den Ausgaben zurückbleiben und unbestimmt große Summen von Fall zu Fall, wie bei der Einlösung der „Bons de la Sefence nationale" gebraucht werden. Jetzt rächt sich der französische Finanz- leichtsinn, der jahrelang Fehlbeträge im Budget durch Aufnahme neuer Anleihen gedeckt hat, immer unter der Devise: „Der Boche bezahlt alles". Der Notenumlauf, der inzwischen schon die festgelegte Grenze von 46 Milliarden Franken überschritten hat, soll auf 51 Milliarden Franken erhöht werden. Dahinter steht aber schon wieder eine weitere geplante Erhöhung von 5 Milliarden, so dah er sich in kurzem auf 56 Milliarden Franken stellen würde. Um nun aus dieser Kalamität herauszukommen, waren verschiedene Wege geplant. Caillaux wollte die Steuern erhöhen: die Einkommensteuer von 9,6 auf 15 Proz, Grund- und Gebäudesteuer von 12 auf 20 Proz., Kapitalertragssteuer von 2.5 auf 8 Proz. Wie man sieht, handelt er sich hier um wirklich einschneidende Maßnahmen. Aber selbst diese Maßnahmen würden nicht ausreichen, um die Kalamität zu beheben. Die S o z i a l i st e n bestehen daher auf radikalen Gesetzen^ der K a p i t a l s a b g a b e. Painleve hat sich unter der immer mehr wachsenden Notlage bereits mit diesem Gedankey vertraut gemacht, und er wollte seine neuen Vorschläge dahingehend ausarbeiten, daß dix schwebende Schuld durch einen besonderen Beitrag von allen Arten des Vermögens und des Besitzes allmählich ausgeglichen würde. Außerdem sollte eine Amortisationskasse geschaffen werden, die dann wohl die Liquidierung der kurzfristigen Anleihen vornehmen soll, damit der Staat mit diesen Sonderausgaben nicht fortwährend belastet wird. Aber niemand hat bisher gesagt, woher das riesenhafte Kapital für diese Amortisationskasse genommen werden soll. Denn, wenn man einfach die Notenpresse arbeiten läßt, dann braucht man nicht eine besondere Kasse, sondern kann die bisherigen Abwicklungsstellen im Schatzamt belassen. Die Sozialisten haben ihrerseits nun eine Kapitalsabgabe von 10 Prozent alles Besitzes vorgeschlagen. Diese Abgabe soll mit 3 Prozent verzinst werden und würde natürlich die besitzenden Klassen, die jetzt an den Valutaspekulationen viel «Geld verdienen, empfindlich treffen. Vielleicht könnte man mit Hilfe einer solchen Abgabe 10—20 Milliarden Franken auf einmal herausholen. Andererseits würde dieser Prozeß die in voller Blüte befindliche französische Wirtschaft stark beeinflussen. Der Außenhandel Frankreichs hat sich unter dem Einfluß des sinkenden Franken günstig entwickelt. In den verflossenen 9 Monaten des Jahres 1924 wurden für 30,34 Milliarden Franken Waren ausgeführt. In dem gleichen Zeitraum des Jahres 1925 belief sich diese Summe auf 32,216 Milliarden, so daß ein Plus von 1,876 Milliarden Franken zu verzeichnen ist. Es soll aber hierbei nicht verschwiegen werden, daß die Einfuhr in dem gleichen Zeitraum auch um 527 Millionen Franken gestiegen ist. Diese wirtschaftliche Blüte würde durch die geplante Kapitalsabgabe gewiß schwer geschädigt. Die übrigen Fragen, die das französische Volk beschäftigen, darunter die soziale Reform, die Verringerung der militärischen Dienst- zeit würden keine sehr großen Hindernisse für eine Verständigung der Oppositionsparteien — zu denen -nein in diesem Falle die Sozialisten zählen muß — mit der Regierung bilden. In Marokko scheint man auch einen Abbau der Operationen einzuleiten. Marschall Pätain, der sich in dem jetzigen Feldzuge keine großen Lorbeeren geholt hat, sott mit 21 Bataillonen nach Frankreich zurückkehren, und man hofft, daß Abd el Krim die Friedensverhandlungen einleitet. Weniger günstig ift zwar die Situation in Syrien. Es soll eine parlamentarische Untersuchungskommission eingesetzt werden, und der schneidige General Sarrail wird sich vielleicht noch wegen der unerwarteten Beschießung und des Blutbades in Damaskus vor einem Kriegsgericht zu verantworten haben. Die Aussichten des Kabinetts Painleve sind in diesem Falle besonders schwer zu beurteilen, weil man nicht übersehen kann, inwieweit dies gemäßigten Clemente der sozialistischen Partei, wie Boncour, Renaudel sich wieder der Führung bemächtigen können. Alles hängt natürlich von den von Painlevö eingebrachten G e sehen t w ü r f e n ab. Er befindet sich in einer grandiosen Zwickmüh'e Bringt er das Kapila'abgabe- gesetz ein, so hat er zweifellos von diesem Augenblick an eine fette Kammermehrheit, aber die andere Klippe heißt der Senat, in dem jetzt wieder ein Millerand sitzt. Dieser Senat wird niemals ein solches Gesetz sanktionieren. Sollte Painleve scheitern, so käme nur noch H e r r i o t in Frage, der mit den Sozialisten besser Hand in Hand arbeitet. Aber auch er müßte sich ihren Wünschen beugen, denn er allein verfügt ja über keine absolute Mehrheit. Sollte auch er mit Schwierigkeiten zu tun haben, dann wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als Neuwahlen vorzunehmen, die dann zweifellos eine so große Linksmehrheit ergeben, dah der Einfluß des Senats ausgeschaltet wirb. Pain- unt er Feuer I größtmöglichster vereinzelte| .t ."dttte iÄM’in Bbie|>i&u Kanonenschüsse seien in größeren Abständen auf die Gebäude abgegeben worden, in denen sich die Aufständischen festgesetzt hatten. Der französische Artilleriekommandant habe den Befehl erhalten, möglichst die Häuser unter Feuer zu nehmen, die bereits durch die syrischen Banden in Brand gesteckt worden seien. Am 20. Oktober habe sich eine Abordnung der Aufständischen zu dem französischen Oberkommando begeben und sich bereit erklärt, die französischen Bedingungen anzunehmen. Während der ganzen Beschießung fei kein europäischer Zivilist verwundet worden. Die französischen Truppen hatten 12 Tote und 30 Verwundete. Die Aufständischen hätten 200 Tote verloren? Vor der Beschießung hätten sie 50 Armenier und 2 Tripolitaner niedergemacht. Der Sachschaden sei auf die Eingeborenen-Stadtviertel begrenzt. Auch kein arabisches Denkmal sei vom Feuer beschädigt worden. Der Palast der Omayaden sei unversehrt geblieben mit Ausnahme eines Seitenflügels, der leicht beschädigt worden sei. 3nl jüdischen Viertel sei nur ein Haus zerstört worden. Der Abbruch des Marokkofeldzuges. Paris, 5. Nov. (TA.) Der „Matin"-Berichterstatter in Marokko hatte eine Unterredung mit Marschall P 6 tain. Dec französische Oberkommandierende gab auf Befragen zu. daß der Feldzug gegen Abd el Krim in diesem Monat schon zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht worden wäre, wenn er nicht im September, sondern bereits im Juli eröffnet worden wäre. Infolge der aufgeweichten Ver- kehrsstrahen sei es u n m ö g l i ch, jetzt größere Kampfhandlungen gegen den Rifführer zu unternehmen. Die Feindseligkeiten sollen erst im Frühjahr wieder ausgenommen werden. Die Meldung, wonach sich in Rabat ein Unterhändler Abd cl Krims mit einem Friedensangebot des Rif-, führers eingefiinden haben soll, wird amtlich dementiert. Das schwankende Rabiuett. Von unserem K. ^.-Berichterstatter. Paris, 3. November. Die französische Hauptstadt macht augen- v iicklich eine innerpolitische Krise allererster Ordnung durch. Nachdem das alte Kabinett Painleve seines Finanzministers Caillaux ent- 'agt hatte, hat sich ein neues Kabinett gebildet, in welchem Painleve wiederum als Ministerpräsident und Schahminister amtiert. Painleve, der seines lauteren Charakters wegen von allen Seiten geschätzt wird, glaubte auch fernerhin mit der Unterstützung der Sozialdemokraten rechnen zu können. Diese Ansicht erwies sich allerdings als ein Trugschluß. Es dürfte interessant sein, die innersten Triebfedern der Opposition der Sozialdemokraten naher zu beleuchten. Die letzten Generalratswahlen haben ge- eigt, daß die Stimmen der Sozialdemokratie mi ganz eß Land gewachsen sind. Die allgemeine Teuerung, die Valutasorgen, die jetzt langfam auch die höheren Kreise ergriffen haben, lasten derartig schwer auf dem Lande, daß Tammerwahlen ein gewaltiges Anschwellen her, sozialdemokratischen Stimmen ergeben würden. Vielleicht werden sie an Stelle der Radi- lalen die stärkste Partei im Lande. Die Wühl- nbeit der Kommunisten, die sich zahlenmäßig verringert haben, aber trotzdem an Cin- ll uß gewinnen, zwingt die Sozialdemokraten, schärfer ihre Richtlinien zu betonen und üu8 diesem Grunde ist innerhalb der Partei selber fast eine Spaltung eingetreten. Der N a- i ton a [ r a t der sozialistischen Partei, der soeben tagte, hat sich mit 1431 Stimmen für Saure, also gegen die neue Regierung Painleve, und nur mit 1228 Stimmen für litte neue Regierung ausgesprochen. Diese Spal- I lang der Partei in zwei ungefähr gleichstarke I Vager ist dem neuen Kabinett insofern aller- littngS noch zugute gekommen, als die Partei in- I folge ihrer inneren Uneinigkeit Stimment- |b altung vorgesehen hatte und tatsächlich hat I >.ch über ein Drittel der gesamten Abgeordneten I bet der endgültigen Abstimmung der Stimme I schalten und dadurch dem neugefchaffenen Ka-- I binett Painleve eine bescheidene Cxistenzbasis I verliefen. Der innere Zwiespalt der sozialdemokratischen I Partei scheint sich noch weiterhin auswirken zu I tb-ollen, denn die durch den Mehrheitsbeschluß desavouierten Führer, bie Abgeordneten Don - II c ou r (Delegierter beim Völkerbund), R e n a u - Qlur iel und Moutet vom rechten Flü- B gel dec Partei, welche für die llnterftütjung des tt abinettes waren, sind daraufhin aus dem „poli- iffchen Ausschuß der Fraktion", nicht aber aus bec Partei, ausgeschieden. In diesem Zusammenhang ist es interessant ,ni sehen, wie die auf dem linksradikalen Flügel fishende „Sre Nouvelle" die Lage und das Ver- j kalten der Sozialisten beurteilt. Sie schreibt: Die maßgebenden Prinzipien (der Sozialisten) Io Ilten der Lage mehr angepaßt sein, anstatt daß sich die Partei von einem Katechismus foftrinärer und unnützer Grundsätze leiten läßt. Derben die Sozialisten diese Lektion politischer ’-llnmoralität verdauen? Cs ist ihre Sache. Man bat mehr als eiinal festgestellt, daß sie die tteebite für Marokko verweigern (um nach außen ben guten Schein zu wahren), wenn sie wissen, daß bie Opposition für sie stimmt." Wie liegen denn nun die eigentlichen Starte- * rerbättniffe in der französischen Kammer? Man rottrb sich entsinnen, daß H e r r i o t seinerzeit 'joincar^ gegenüber nur eine schwache Mehrheit besaß — sie betrug nicht mehr als 30 Stimmen — daß er aber trotzdem die Zügel bar Regierung sicher führen konnte, weil diese Mehrheit treu zu ihm hielt. Gestürzt worden ist cc auch nicht in der Kammer, sondern im Sena t, in dem die früheren Oppositionsparteien nach eine größere Macht besitzen. Die Mehr - Mit für Pain levs setzt sich aus derf el- | b en Mehrheit zusammen, die Herriot damals biksah. Es sind dies 135 Stimmen der Sozial- Hhditalen, 40 Stimmen der sozialistischen Republikaner und 30 Linksradikale, sowie 20 Splitterst Immen aus anderen Gruppen, so daß sich eine Regierungsmehrheit von höchstens 225 Stimmen iingibt. Die Opposition verfügt über fast 200 Eiimmen. Es ist bemerkenswert, daß aus den Kreisen der Rechten, die schon über eine gewisse Einsicht verfügen, der Abgeordnete Landry, einst Marineminister in den Kabinetten Mil- i’lerand und Leygues, im Namen von etwa 40 Hitgliedern der Oppositionsfraktionen „demo- ! kritische Linke" und „ Linksrepublikaner" eine z u- stimmende Erklärung für die Regierung jlgab, und damit das Kabinett rettete. Die 115 Abgeordnete starke Gruppe der S o - 3 ialbemofraten kann jeden Augenblick die i, Regierung stürzen. Die Sozialisten haben nichts verlieren, denn bei etwaigen Neuwahlen fom- nten sie wesentlich stärker zurück, und daher lassen li( den von ihrer Gnade abhängigen Painlevö ihre Macht fühlen. 3m Dorbergrund aller Fragen steht in Frankreich die Finanzfrage. Sie ist es, über die DcS Kabinett Herriot gestürzt ist, sie ist es, über bi? das vorige Kabinett Painlevß gefallen ist urb sie wird e8 sein, über bie bas jetzige Kabinett Yiinleve, das zwar mit einer schwachen Mehrheit von 32 Stimmen sein Amt antreten konnte, emes Tages gestürzt wird. Reichsregierung und Oppositionsparteien Die Wirtschaftliche Vereinigung für Luther. Berlin, 4. Roo. (WTB.) Amtlich. 3n Fortsetzung der gestrigen Besprechung mit Vertretern des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartes empfing der Reichskanzler heute vormittag als Vertreter der Wirtschaftlichen Vereinigung die Abg. h a m p e und M o l l a t h. Das Ergebnis der Besprechung war, daß die Vertreter der Wirtschaftlichen Vereinigung dem Reichskanzler mitteillen, sic schlössen sich dem gestern verlautbarten Standpunkt der drei durch Vertrauensmänner in der Regierung vertretenen Parteien an." 3m Anschluß an den Empfang fanden heute nachmittag Besprechungen des Reichskanzlers mit den Führern der Parteien statt, die nicht der Regierungskoali- tion angehören. Zunächst wurde der Äbg. Koch als Vertreter der demokratischen Reichstagsfraktion empfangen. Lr teilte dem Reichskanzler mit, daß die demokratische Reichstagssraktlon ihre Zustimmung zum Vertrag von Locarno von einer befriedigenden Lösung der Rückwirkungen abhängig macht. Sie wird sich für eine ehrliche Durchführung der Politik von Locarno und eine Annäherung der europäischen Staaten einsehen. Für die deutschnationale Reichstags- frattion war der Fraklionsvorsihende Graf Westarp erschienen. 3hm berichtete der Reichskanzler über die gestrigen Besprechungen mit den Führern der Regierungsparteien und über den gegenwärtigen Stand der politischen Lage. Die Besprechung hatte nur informatorischen Charakter. Den gleichen Verlauf nahm die Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern dec sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Müller- Franken, B r e i t s ch e i d und H i l f e r d i n g. Auch diesen Herren gab der Reichskanzler 3nformationen über die augenblickliche politische Lage, die noch ergänzt wurden durch Ausführungen des Reichsaußenministers Dr. S t r e s e m a n n, der Aufklärung gab über den guten Fortgang der Verhandlungen mit den anderen Mächten. Die sozialdemokratischen Führer nahmen diese 3n- fccmationen entgegen, ohne dazu im Augenblick Stellung zu nehmen. Line Entschließung wird erst in der Fraktionssitzung der Sozialdemokraten am Freitagnachmittag erfolgen. Zu der heutigen Rachmittagssihung der Zen- trumssraktion des Reichstages ist noch ergänzend zu berichten, daß sich bie Besprechungen um den eventuellen Wiedereintritt des Reichskanzlers a. D. Dr. Wirth in die Reichstagssraktlon des Zentrums drehte. Trotz dem von allen Seiten vertretenen vermittelnden Standpunkt konnte es naturgemäß zu keiner Entscheidung kommen, da Dr. Wirth zur Zeit nicht in Deutschland anwesend ist. Di» endgültige Entscheidung dürfte daher auf dem Parteitag in Kassel fallen. Zu den Besprechungen weiß der „Lokalan - zeiger" noch mitzuteilen, daß die Haltung der Deutschnationalen Volkspartci unverändert sei. Gegenüber den Bemühungen, die in Locarno zugesagten Rückwirkungen auf die besetz- ten Gebiete zu erhalten, wurden sich die Deutsch- nationalen abwartend verhalten. — Zu den von dem Reichstagsabgeordneten Koch vorgetra- genen demokratischen Forderungen bemerkt die „Tägliche Rundschau", daß eine sofortige Regierungsumbildung nicht verlangt worden sei: denn welche Parteien die Durchführung der Politik von Locarno mitmachen, werde sich erst aus der Abstimmung im Reichstag ergegeben. Die Entschließung des Zentrums. Berlin, 4. Nov. (WTB.) Die Zentrums- fraktion trat heute hormittag unter der Leitung deS Reichskanzlers a. D. Dr. Marx zu einer außerordentlich zahlreich besuchten Sitzung zusammen, um über die politische Lage zu beraten. Die führenden Mitglieder der Fraktion find fast volzählig anwesend. Am Schluß der Vormittags- sihung wurde die Meinung der Fraktion dahin zusammengefaht, daß die Fraktion in den in Locarno getroffenen ober in Aussicht gestellten Abmachungen einen Fortschritt erblickt, allerdings die Erfüllung gewisser Vorbedingungen für notwendig hält. Des weiteren kam zum Ausdruck, daß das Verhalten der Deutschnationalen Volkspartei gegenüber dem Vertragsentwurf von Locarno ein weiteres Zusammenarbeiten mit ihr in einer Regierung ausschließe. In der Rachmittagssitzung wurde die Frage des eventuellen Wiedereintrittes des Reichskanzlers a ,D. Dr. Wirth in die Reichs- tagsfraition eingehend erörtert. Eine Entscheidung wurde nicht gefaßt, da Dr. Wirth zur Zeit noch nicht in Deutschland anwes end ist. Die endgültige Entscheidung wird daher erst auf dem Parteitag in Kassel fallen. Eine Kundgebung der vaterMndischen Verbände. '•Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Die vereinigten vaterländischen Verbände hielten gestern in Berlin eine aus dem ganzen Reiche beschickte Versammlung ab, zu der Mitglieder der parlamentarischen Vertretung der Völkischen und Deutschnationalen erschienen waren. Nach den Ausführungen des Grafen R e v e n t l o w von der Völkischen Freiheitspartei und des Geheimrats Dr. Quatz von der Deutschnationalen Volkspartei, wurde eine Entschließung angenommen, in der der Vertrag von Locarno als freiwillige Anerkennung des Diktats von Versailles a b g e l e h n t wird. Wie mitgeteilt wurde, haben sich die vereinigten vaterländischen Verbände mit dem Tannenbergbund, Stahlhelm und Werwolf zu einer vaterländisch-völkischen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlosßen. Die Räumung Kölns. Paris, 5. Roo. (Wolff. Funkspruch.) Die Botschafterkonferenz tritt am Freitagvormittag zusammen, um auf Grund des Berichts des Interalliierten M i l i t Ü r k o in i t e e s in Versailles über die evtl. Räumung Kölns zu beraten. Halbamtlich verlautet, daß das Gutachten, das Marschall Joch im Namen des Interalliierten Militärkomitees abgefaßt hat, in der Feststellung gipfelt, daß die Abrüstung Deutschlands „beträchtliche Fortschritte" gemacht habe, besonders in materieller Hinsicht, daß jedoch die Bedingungen der Julinote der Botschafterkonferenz noch nicht vollkommen erfüllt worden seien. Bisher sollte die Räumung der Kölner Zone und die lieber: tragung der Militärkontrolle auf den Völkerbund gleichzeitig mit der Erfüllung der militärischen Klauseln erfolgen. Es ist nicht unmöglich, daß man die demnächstige Räumung der Kölner Zone an- kündigt zum Beweis dafür, daß die Alliierten dem Geiste von Locarno treu bleiben, aber die interalliierte Militärkontrolle aufrecht- erhält, da die Frage der Entwaffnung augenblicklich noch nicht als gelöst angesehen werden könne. Nutzland und Locarno. Rakowski zur internationalen Lage. London, 4. Rov. (WB.) Der Pariser Botschafter der Sowjetunion, Rakowski, erklärte in einer Unfefrebung mit' dem Sonderberichterstatter des „Manchester Guardian", es beständen keine formalen Widersprüche zwischen den Abkommen von Locarno und denen von Rav allo. Das Rapalloabkommen hätte den Beginn einer innigeren politischen und wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Sowjetrußland sein können. Da aber Deutschland jetzt durch engere Verpflichtungen zu einer anderen Mächtegruppe gebunden sei, entstehe natürlich die Frage, welchen Einfluß dies auf die deutsch-russischen Deziehungen haben könne. Es dürfe jedoch nicht vergessen werden, daß die Beziehungen zwischen den Staaten nicht durch Vertragsformeln bedingt werden, sondern durch die tatsächlichen Interessen, die sie verbänden. Rakowski wies dann auf die wiederholten Erklärungen Dr. Luthers und Dr. Str-ese- manns hin, daß Locarno die deutsch-russische Freundschaft nicht beeinträchtige, sowie aus die Tatsache, daß am Vorabend des Abschlusses des Löcarnoabkommens das deutsch-russische Handelsabkommen zum Abschluß gelangt sei, und daß die deutschen Banken den russischen Staatsbanken einen Kredit von 100 Millionen Goldmark für den Ankauf von Waren bei der deutschen Industrie eröffneten. Wenn die Anwendung des Locrnaoablommens in Zukunft ausschließlich von Deutschland abhänge, so könne wohl angenommen werden, daß es in keiner Weise die gegenseitigen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland beeinflussen werde. Aber tatsächlich werde die Politik, die Deutschland gezwungen sein werde, Rußland gegenüber zu verfolgen, nicht nur vom eignen guten Willen Deutschlands abhängen. Er persönlich sei nicht der Ansicht, daß die Locarnoabkommen auf jeden Fall in sehr naher Zukunft die Einleitung einer aktiven gegen die Sowjetregierung gerichteten Politik sein könne. Die Sowjetregierung sehe keineswegs die asiatische Frage als ein unüberwindliches Hindernis an für die Schaffung vollkommen normaler Beziehungen mit Großbritannien. Natürlich könne die Lösung einer solch wichtigen Frage wie der asiatischen nur der Kulnnnationspunkt der Lösung der übrigeri* leichter zu lösenden Schwierigkeiten zwischen beiden Ländern sein. Die Universität Leipzig zum Reichsschulgesetz. Leipzig, 4. Nov. Der Akademische Senat der Universität Leipzig hat folgende Kundgebung beschlossen: Der Senat der Universität sieht es als geboten an, daß jede reichsgejetzliche Ordnung der deutschen Schule den religiösen, sittlichen und erzieherischen Werten, die die Bekenntnsse in sich verkörpern, sowie dem Willen der Erziehungsberechtigten, die ihre Kinder zu diesen Werten hin- aeführt zu sehen wünschen, das Recht der freien Auswirkung sichere. Er lehnt aber eine Wiedereinführung der sog. geistlichen Schulaufsicht auch in der Form einer kirchlichen Beaufsichtigung des Religionsunterrichts sowie jede Antastung des Eha- rakters der Volksschule als einer Staatseinrichtung und der Lehrer als Staatsbeamte nachdrücklich ab. Er fordert endlich, daß unbeschadet der Rechte der „Bekenntnisschule" als einer mit den anderen Schularten gleichberechtigten Staatsschule die „Gemeinschaftsschule" keinerlei Beeinträchtigung erfährt, am wenigsten an den Stellen, wo sie bereits eingebürgert und bewährt ist. Des Reichspräsidenten Besuch in Darmstadt. D a r m st a d t, 4. Nov. Reichspräsident von Hindenburg wird Donnerstag, den 12. Nsbrmber, b»n Karlsruhe aus hier eintteffen. Für Freitag vormittag ist im Staatsministerium ein großer Empfang vorgesehen; mittags um 12.24 reist d«r Reichspräsident nach Frankfurt weiter. Während seines Hierseins wird der Reichspräsident eine Abordnung aus dem besetzten Gebiet empfangen. Parlamentarisches aus Hessen. Darmstadt, 4. Rov. Die Fraktion der Deutsch nationalen hat im Landtag mehrere Anträge und Anfragen eingebracht. Einer verlangt genauere Beachtung der Sonntagsheiligung. Cs soll verhindert werden, daß gewisse Verbände an Sonntagen an den Kirchen vorüberziehen. Ein Antrag über die Ernennung des Kapellmeisters Josef R o s e n st o ck zum Generalmusikdirektor lautet: „Wir beantragen: Der Landtag mißbilligt die Ernennung des Kapellmeisters Josef Rosenstock zum Generalmusikdirektor des Hessischen Landestheaters insbesondere um deswillen, weil bei dieser Ernennung die vom Landtag in die Verwaltungskommission gewählten Landtagsmitglieder nicht bestimmend mitgewirkt haben." Ein weiterer Antrag verlangt Fahrpreisermäßigung auf der Reichsbahn für Jugend- und Krankenpflege, wie sie früher bestand. Ein anderer Antra» wünscht eine genaue Statistik der Reu^ bauten und Rotwohnungen seit 1919, Einwirkung auf die Gemeinden, daß sie bauen und Abbau der Wohnungsämter, lieber amt» liebe Rachforschungen nach dem Mitgliederbestand national-völkischer Verbände wurde nachstehende Anfrage eingebracht: „Aus Bad-Rau heim wird uns berichtet, daß Kriminalbeamte im Auftrage der Darmstädter Zentrale bei nationalvölkischen Verbänden bezw. deren Vorsitzenden, den Mitgliederbestand der betreffenden Organisationen auszukundschasten versucht haben. Wir fragen an: 1. Trifft diese Behauptung zu? 2. 'Wenn ja, auf Grund welcher Verordnung wird so verfahren?" Kein Beamtenstreik in Oesterreich. Rotftandshilfe der Bundesregiermig. Lparmatznahmen beim Heer und ' Theater. Wien, 5. Rov Rach den zwischen der Regierung und den Vertretern der Bundesbeamten gestern mittag getroffenen -Vereinbarungen, durch die der Streik vermieden wurde, ist die Bundesregierung bereit, eine einmalige Rot- standsunterftützung in Höhe von 28 Proz. eines Monatsbezugs am 2. Januar 1926 zur Auszahlung zu bringen. Die Regierung erklärt, die Ergänzung der Rotstandsäushilfe auf die als dringlich geforderte Höhe von 50 Proz. eines Monatsbezugs innerhalb des ersten Viertels des Jahres 1926 unter der Bedingung zu bewilligen, daß die Verhandlungen über die Pensionsanleihr einen günstigen Verlauf nehmen. Die Bedeutung des Abkommens liegt darin, daß die Mittel für die für Januar zugesagte Rotstandsaushilfe sowie eventuell weitere Aushilfen im Jahre 1926 bis Sur endgültigen Neuregelung der Besoldungsverhältnisse im Hinblick auf die bestehenden internationalen Bindungen nicht im Wege einer Erhöhung der Staatseinnahmen oder Steuererhöhung, sondern ausschließlich durch Erweiterung des Ersparungsprogramms beschafft werden. Wie verlautet, soll der Mehraufwand aus Sparmaßnahmen beimHeerund bei den Staatstheatern gedeckt werden. Im nächsten Jahr sollen die ausscheidenden 2000 Soldaten nicht mehr erseht werden. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing den bisherigen kgl. afghanischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Ghulam Siddi Khan, zur Entgegennahme feines Abberufungsschreibens, sowie ;>en neuernannten kgl. afghanisch?,! außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten General Ahmed Ali Khan zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens; ferner den neu ernannten columbianischen außerordentlichenGe- andten und bevollmächtigten Minister Dr. Jiminez Sopez, sowie den neuernannten kgl. ungarischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister K a n h a zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. An den Empfängen nahmen außer der Umgebung des Reichspräsidenten auch der Reichsaußenminister Dr. Strefemann teil. Bei der Veranstaltung des Berliner R e i t- und Fahrturniers, die besonders den ländlichen Reitervereinen Vorbehalten war, erschien der Reichspräsident von Hindenburg und nahm in der Loge der Oberleitung Platz. Er nahm zunächst die Vorstellung der ausländischen Turnier- tcilnehmer aus Ungarn, Holland und der Schweiz und dann die der Reichswehroffiziere entgegen. Die Vorführungen der ländlichen Reitervereine anden den Beifäll des Reichspräsidenten. Der Reichskanzler empfing heute in Gegenwart der Reichsminister Gros v. K a - n i h und Dr. Kröhne Vertreter des Handwerks und des Kleinhandels aus der Lebensmittelbranche zu einer von diesen erbetenen Aussprache über die Preissen- kungsaktion. Ilngeachtet einiger Beschwerden, die die Gewerbetreibenden über die praktische Durchführung der Regierungsaktion vorzubringen hatten, bestand völliges Einverständ-- nis darüber, daß die Preissenkungsaktion mit größtem Rachdruck gegenüber allen Wirtschaftsgruppen durchzuführeii sei. • Berlin trat der Deutsche E v g l. Kirchenausschuh unter dem Vorsitz seines Präsidenten D. Dr. Kapler zu seiner Herbst- sihung zusammen. Die zweitägigen Verhandlungen werden eine Aussprache über die S t o ck- ijolmer Weltkonferenz und eine Stellungnahme der obersten Vertretzung der Eva na. Kirche zur Reichsschulgesetzgebung uftS den schwebenden Fragen dec Kulturpolitik bringen. Die Interalliierre Rheinlandkommisfion hat den in Limburg a. d. Lahn erscheinenden „N a s s a u e r Boten" bis zum 19. November verboten. Desgleichen wurde der in München erscheinende „Völkische Beobachter" bis zum 4. Februar 1926 verboten. Kunst und Wissenschaft. 250 Jahrfeier drr Bergakademie Clausthal. Anläßlich der 150-Iahrfeier der Bergakademie Clausthal sind die Hochschule, die Stadt und der Bahnhof festlich geschmückt. Die Ehrenpforten tragen die Aufschriften: „Glückauf" und „Vivat Academia". Um 11 Uhr vormittags begann der Festakt ini Hotel „Glückauf". Nach einem einleitenden Musik- vortrag sprach Dr. Inas Gr umbrecht über das Xberria „Die Aufgaben und Ziele der Bergakademien". Der sehr interessante Vortrag begann mit einem Ueberblick über die Entwicklung des Bergbaues und des Hüttenwesens. Im Steinkohlenbergbau sind 1779 in Westfalen nur 260 000 Tonnen gefördert worden, dagegen betrug 1913, das den größten wirtschaftlichen Ausstieg 'gebracht hat, die Förderung von 200 Millionen Tonnen. Die Mechanisierung des Bergbaus müsse noch viel mehr vervollkommnet werden, wenn man auch nicht so fort: schreiten könnte, wie auf anderen Industriegebieten. Das Problem der Förderung sei noch nicht vollständig gelöst. Ungeahnt wären die Möglichkeiten der Kohlenstoff Verflüssigung und der Kohlenstaubfeuerung. Ob die Kohlenverflüssigung Deutschland unabhängig vom Ausland machen werde, erscheine zweifelhaft. Der Vortragende widmete sich dann der Erzaufbereitung und der wissenschaftlichen Betriebsführung. Auf ersterem Gebiete seien gerade von Clausthal besondere Anregungen ausgegangen. Weiter führte der Vortragende aus, daß eine Teilung des Studiums in der Bergakademie ins Auge zu fassen sei, da bei der Vielseitigkeit des Bergbaues und der Fülle dieser Wissenschaft eine Spezialisierung naheliegend sei. Ein Musikvortrag beendete den Festakt. Die Festgäste begaben sich zur Besichtigung der Bergakademie zur Führung durch das Hauptgebäude, durch die hüttenmännischen und bergmännischen Institute und zur Führung durch das Institut für Maschinenkunst und Elektrotechnik. Es fand dann ein Festessen und abends ein Kommers statt. Ein Forfchungsmstikut für Wasserbau. O Wie wir hören,' ist im Anschluß an das Walchenseewerk die Errichtung eines Forsch un g s i n st i t u t s für Wasserbau und Wäffe rr r(tft geplant. Zur Ausarbeitung des für die Gründung des Forschungsinstituts nötigen Projekts wurde ein Arbeitsausschuß gebildet, an dessen Spitze Geh. Baurat Dr. Oskar v. Miller steht. Das Institut ist als ein eingetragener Verein mit dem Sitz in München gedacht, dem das Deutsche Reich, die deutschen Länder, Kreise und Städte und die Wasserkraft ausnutzenden Unternehmungen als Mitglieder angehören, und das ähnlich wie andere Forschungsinstitute der Kaifer-Wilhelm-Gesell- schaft angegliedert werden soll. Aus aller Welt. Neue Rekorde im Luftverkehr. Berlin, 4. Nov. (W§B.) Trotz des in Mitteleuropa herrschenden schweren Sturmes hat der Aero-Lloyd heute den Luftverkehr auf seinen Strecken aufrechterhalten. Dem Piloten R o t h e r gelang es, mit einer Flugzeit von 2 Stunden 40 Minuten von Amsterdam nach Berlin eine neue H ö ch st l e i ft u n g aufzustellen. Das zweite auf dieser Strecke eingesetzte Flugzeug des Aero-Lloyd unter Führung des Piloten Komin o l l erreichte die ebenfalls sehr günstige Zeit von drei Stunden, während im Flugplan eine Flugdauer von 43 , Stunden festgesetzt ist. Die Eisenbahn braucht für 6:e 600 Kilometer lange Strecke 12 Stunden. In derselben Zeit flog der Pilot Gutschmidt des Aero-Lloyd von 'Berlin n a d> Danzig, für welche Strecke fahrplanmäßig eine Flugdaner von 33i Stunden angesetzt ist. Drei Knaben beim Spielen verschüttet. Mehrere Knaben spielten auf dem ehemaligen Fort de Roy in dem durch Sprengung zerstörten Festungsgelände bei Germersheim. Dabei löste sich ein etwa 10 Zentner schwerer Betonblock los und begrub drei Knaben unter sich Hierbei wurden zwet zwölfjährige Schüler getötet, während der dritte mit leichteren Verletzungen davonkam. Grubenunglück in England. In einem Kohlenbergwerk in der Rähe von Manchester wurden 6 Bergleute durch einen Steinbruch verschüttet. Obgleich sofort Rettungsmannschaften eingesetzt wurden, konnten 5 von den 6 Verschütteten nur noch als Leichen geborgen werden. Der allein lieber* lebende ist so schwer verletzt, daß er bisher unfähig war, irgendwelche Aussagen zu rnckchen. Die älteste Frau Deutschlands. Die älteste Fran Deutschlands, Frau Johanne Prigge in Embsen bei Lüneburg feiert am 5. November in aller Frische ihren 104. Gebrtstag. Die Jubilarin, die in Hamburg geboren ist, hat sich ein erstaunliches Gedächtnis an die vielen Ereignisse ihres langen Lebens bewahrt. Sie sieht und hört heule noch verhältnismäßig gut, geht noch ohne Stock, lieft täglich ihre Zeitung und strickt emsig für ihre Angehörigen. (Ein verhängnisvoller Irrtum. Nach dem Genuß von Suppe, zu deren Zubereitung Grieß urib Weizenschrot, die zur Vertilgung von Mäusen mit Arsenik vermischt waren, verwendet worden waren, ist in Freiburg ein 35jähriges Fräulein g e ft o r b e n. Ein bei ihr wohnhafter Student, der gleichfalls von der Suppe genossen hatte, schwebt in Lebensgefahr. Das Mäusegift war während einer längeren Abwesenheit der jetzt Verstorbenen von ihrer Schwester, die mit jener einen gemeinsamen Haushalt führte, zubereitet worden, ohne daß sie nach der Rückkehr ihrer Schwester dieser davon Mitteilung machte. Zunächst wolkig bei zeitweiser Aufklärung, trocken, dann wieder auf südliche Richtung dre» hende Winde, zunehmende Riederschlagsneiguna, milder. Gestrige Tagestemperaturcn: Maximum 13,4 Minimum 2,5 Grad Celsius. Heutige Morgen- temPSratur 4,1 Grad Celsius. Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. Rovember 1925. ReichszentrMe für Hermatdienst Im Rahmen der sachpolitischen Bildungswoche die von der Landesabteilung Hessen der Reichszen- tralc für Heimatdienst gegenwärtig in hnferer etabt veranstaltet wird, sprach am gestrigen zweiten Vortragsabend in der Neuen Aula der Unioerfität Prof. O. Scheel-Kiel über das Thema „Die Grundlagen unseres heutigen Kampfes um die deutschen Grenze n." Der Vortragende stützte sich bei seinen Betrachtungen hauptsächlich uif die reichen Erfahrungen, die er x 5 I".h"nder im Grenzkampf in der Nordmark öes Reiches, in Schleswig-Holstein, gemacht, ferner auf die Wahrnehmungen, die der Fernerstehende aus den Grenzkämpfen im Osten und deren Folgen machen konnte, und er kam dabei zu Schlußfoiqe- rungen, die der ernstesten Beacht,^ wert sind Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, von dem bi-- her nur unser deutsches Volk nichts verspürt und gewonnen hat, fordert der Redner mit Nachdruck in vollstem Umfang auch für uns. An einen Verzicht auf deutsches Land, den ein Teil unseres Volkes in Locarno sieht, glaubt Prof. Scheel nicht, aber selbst angenommen, ein solcher Verzicht wäre ausgesprochen, auch dann werde der Grenzkampf vöm Volke weitergeführt auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Den Staat als Führer oder -träger dieses Grenzkampfes lehnt der Redner ab, weil er im Staat aus manchen starken Gründen nicht die Gewähr des Erfolges gegeben sieht, die für diesen Kclrnof unbedingt notwendig ist. Als -träger und Führer des Grenzkampfes'für unser unveräußerliches Recht will er das deutsche 'i' o l f selber auf dem Plan sehen, und zwar vor allem um der ideellen Regungen und Schwingungen willen, die bei diesem Ringen nur vom Volke ausgehen können und müssen. Unter deutsches Volt versteht er nicht nur die Masse, sondern jeden Einzelnen, alle deutschen Brüder und Schwestern diesseits und jenseits der heutigenGrenz- pfähle, wobei ein Glied das andere stützen mutz im Interesse des großen Ganzen. Vom rein menschlichen Standpunkt aus findet der Redner es verständlich, daß sehr viele deutsche Volksgenossen aus dem heutigen fremden Grenzland ins Reich abgewandert sind, aber vom deutschen, nationalen Zukunftsgesichtspunkt aus bedauert er die Option für Deutschland: vor allem hätten die bodenständigen Volksgenossen unbedingt auf ihrer Scholle bleiben >md auch ein nationales Martyrium auf sich neh men müssen, nur um dort eine nationale Schütz- melle, einen festen Grund für das deutsche Volks- tum bilden. Den jetzt noch im Fremdland leben ben Volksgenossen wünscht der Vortragende weil gehendste Hilfe unb stete Förderung insbesondere aus dem Gebiete des deutschen Schulwesens (Pri vatschulen auf Grund des Minderheitenschutzes,, damit die Jugend in ihrem Denken und Fühlen deutsch bleibt. Den Volksgenossen im Reich weist ber Redner die hohe Pflicht zu, mit größtem Idealismus für den deutschen Grenzkampf einzuskehen. Die Frauen im Grenzland haben eine besonders hervorragende Aufgabe zu erfüllen,sie sind berufen unö befähigt, der Familie und vor allem dem Kinde dis festeste nationale Stütze zu geben; deshalb ruht auch auf den deutschen Frauen int Grenzgebiet eine ungeheure Verantwortung für das deutsche Volkstum. Zum Schluß stellte der Redner ollen Brüdern und Schwestern den Opfergeist vor die Seele, den wir in Wieland dem Schmied erblicken können. Hoffentlich werde auch jeder einzelne Volksgenosse zu einem Wieland, dann werde auch unsere nationale Zukunft sich wieder he» und freundlich gestalten. — Der von tiefem geistigen Durchdringen des Problems zeugende, in der renn haften Weife des Mannes von der Waterkant ge sprochene und von stärkstem seelischen 9)?! re rieben erfüllte Vortrag fand mit Recht den vollsten Beifall der Hörer. Er war geradezu ein Erlebnis für jeden, dem die nationale Not unseres Volkes dic schmerzlichste Seite im Leben des deutschen Volkstums ist. Ium Hypothekenausrvertungs- gesetz. Das hessische Justizministerium hat, in einer an die Aufwertungsstellen gerichteten Verfügung diesen empfohlen, in d e n Fällen der Hypotheken« auftoertung und anderer Ansprüche (z. B. in der. Fällen der §§ 8. 9, 10, 12, 15, 27, 34, 52), in denen die wirtschaftliche Lage nicht nur des Gläubigers, sondern auch des Eigentümers oder des persönlichen Schuldners von bestimmendem Ein- fluh auf die Entscheidung der Aufwertungsstellc sein wird, tunlichst die Dezirksfürsorge- stellen um gutachtliche Prüfung und Neuste- rung der fraglichen Verhältnisse zu ersuchen, do die Bezirksfürsorgestellen weite Kreise bedürftiger Personen (Kleinrentner, Sozialrentner, Kriegs- beschädigte und Kriegerhinterbliebenes betreuen und deshalb besonders geeignet erscheinen, in vielen Fällen den Aufwertungsstellen wertvolle Unterlagen für ihre Entschließungen zu geben. Aufwertungsoeteiligte werden gut tun, dic sie betreffenden Rachweise, soweit sie in Auf- Wertungssachen für sie von Wichtigkeit fein können, sich rechtzeitig zu beschaffen, damit fit diese den fraglichen Stellen sofort zur Verfügung stellen können. Vornotizc — Lageskalender für Donnerstag. Iungdeutscher Orden: 8 Ahr, Turnhalle, Licht' bllder-Vortrag. — Gesellschaft für Erd- unk Völkerkunde: 81 , Tlhr, Reue Aula der Universität, Lichtbilder-Dortrag. - Deutscher Bank 8 Ahr, Iohannessaal, Fanulienabend mit Vortrag. — Großdeutsch-Hessische Gemeinschaft: 8 Lhr, „Bayerischer Hof" öffentl. Versammlung mit Vortrag. — Turn-Verein von 1846: 8V, Ahr „Post' feiler“ Generalversammlung. — Spielvereinigung 04, 81 Ahr „Darmstädter Haus" Monatsver- saMinlung. - Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Rin- tintin, der Hund von Karibu". — Astoria-Licht' spiele: „Dämon der Landstraße". — — ..Frontflieger im Westen“. Der Lichtbildervortrag über dieses fesselnde Thema, der auf Einladung des Iungdeutschen Ordens heute, Donnerstag, abend, 8 Ahr, in der Turnhalle (Oswaldsgarten) stattfindet, sei an dieser Stelle noch einmal besonders zum Besuche emp* fohlen. (Siehe gestrige Anzeige.) — Wilhelm Michel, der kürzlich mit dem Büchnerpreis von Hessen ausgezeichnet wurde, spricht am Samstag, 7. Rovember. abends 8 Uhr, im Dortragssaal der Buchhandlung Kcihner, Schulstraße. Michel ist einer der IS " Gru Stadt '® M-ag n arbeiten i ,),Gebur St'kdkich S.m-b.M ilteste 3 scheu Re, sicher und anlag«n Ui Vaums ® den Ort' .Zecnsprech ober durch weil die? lügt, in de ziaphenanl sichen Vvrk genügenden von den l Pvstanstalt auch sahrlä anlagen in mit Strafe empfnljlen, Menten 2 gen, Saß ei, ■Beamten zu Werben kann "Da- her das Di bot, sand bi gelischen 1 svrmativnss laal statt, von Herrn lo geschult ljabenen D cä auch gern her Stabilst frohes Grii Seiler des 1 sammelten i Abends hin ihm sprach ünen beach nefunben fri der zur A kleines Lüh die Teschich von den iu und darau Dartbürgi ‘-'nen Kar rt eine nationale r? d für bas beutjche tz °°) 'm gremblanb * h-der ’Sonragenbw'i e iförberung insbmH:; utschen Lchulwejmchr > SDiinberheiienfdjute), b: fern Lenken untz Mi- 'sgenoffen im Ktz t:* cht zv, mit größte > ßrenfampf einjuftt^ hoben eine beloitben hti litten,fit find berufen uni lor altem dem Ambe bie \u geben; deÄM xubl yrauen m TrenWdiv Ortung für bas b?M< gellte bet Mm dBn ti ben Dpfergeift w m iielanb bem u h werde auch jeder eiw* | Wieland, dann merb ■- Turnen, Sport und Spiel. Dereinswetturnen des Männer-Turnvereins Giehen. Der Männerturnvcrein Gießen hielt i«r Sonntag sein diesjähriges Vereinswett- : i r n e n ab. Um 8 Uhr morgens traten unter der Leitung des Oberturnwartes R. Paul 144 Turner iTb Turnerinnen zum friedlichen Wettkampf an. I) ebenen Weilen erschallen lassen konnte; er war cd auch gewesen, der am Sonntagfrüh vom Turm her Stadtkirche herab dtzn müden Schläfern ein frohes Grützen sandte. Pfarrer B e ck e r , der Leiter des Wartburgvereins, begrützte die Versammelten und wies auf den Doppelklang des Abends hin: Evangelium und Vaterland. Vach [»eben des deutschen j ’ibteilungcn: Turner: Ehrensleg: Ludwig Malkomesius 181 ’infte; 1. Preis Willi Strauch 172, 2. Rudolf "purf 170, 3. Fritz Stein 165, 4. Hans Kögel 135 P. Jugendturnen: 1. Kurt Kohlhase 188, . Werner Krause 179, 3. Heinrich Mosbach 168, . Erich Seyb 167, 5. Heinrich Jammert 157 Punkte. Schüler (Oberstufe): 1. Heinrich Seipp i) Friedrich Schütz 121, 2. Karl Geller 119, 3. Otto uidenstruth 117, 4. Hans Bürck und Erich Ploch 16, 5. Ludwig Vetter 114 Punkte. Schüler (Unterstufe): 1. Hermann Haffel- cd) und Willi Paulus 132, 2. Ernst Lippert 124, !. Ludwig Conrad 121, 4. Hermann Falk 120, >. Willi Jakob 118 Punkte. Turnerinnen: Ehrensieg Paula Hofmann P„ 1. Preis Charlotte Amend 189 P., 2. Tilly i ipad) 184 P., 3. Ria Schwan 179 P., 4. Anni 5d)ön 178 P., 5. Elfe Klemmraih 173 P. Jugendturnerinnen: 1. Els e Bickel- baupt 180 P., 2. Erna Althaus 179 P., 3. Martha 3tifertf) 167 P., 4. Elisabeth Blum und Elisabeth Äingmer 161 P.. 5. Gretel Lang 159. Schülerinnen: 1. Dtti Balke 107 P., 2. Erna Bramm 105 P., 3. Marie Weiß 101 P., 4. Gretel Blumschein und 2lnna Conrad 96 P., 's. 2lnna(iese Heß 95 P. Bis zur Mittagsstunde herrschte in der Turnhalle * und auf den Turnplätzen ein frisch-fröhliches Leben. Oie gebotenen Leistungen waren durchweg gut und legten Zeugnis ab von der emsigen Arbeit Der ein» [einen Turnwarte und Obmänner. Es folgen nach- inhenb die ersten fünf Preisträger der einzelnen klarsten Köpfe der Gegenwart und ein Meister der deutschen Sprache. Seine Arbeiten übet! Hölderlin haben viel zur Entdeckung des lange Unbekannten beigetragen. — Markus-Gemeinde Man schreibt uns: Wie im vergangenen Jahre, haben auch jetzt wieder di« Mitglieder des Frauenvereins der Markusgemeinde in monatelanger Arbeit gerüstet für einen Verkaufstag, der am nächsten Sonntag (siehe heutige Anzeige) in der Turnhalle stattfindet. Der Erlös dieses Verkaufes ist für die Weihnachtsbescherung der Markus- Gemeinde bestimmt. Es wird eine sehr große Auswahl von schönen praktischen Handarbeiten geboten, welche in der Turnhalle von vormittags 11 Uhr an zur Besichtigung ausliegen. — Am Vachmittag 2 Uhr schließt sich eine Gemeindefeier an, in deren Mittelpunkt ein LichtbUder- Bortrag steht über „Evangelischer Frauendienst in Brasilien". Der Vortragende. Pfr. Blied- a e r - Wittenberg, ist selbst lange Zeit in Südamerika gewesen und leitet heute das Katba- rinenftiff in Wittenberg, welches evangelische Schwestern für den Auslanddienst ausbildet. Die Bedeutung dieser deutschen evangelischen Au s- landsarbeit ist ja gerade bei der großen Tagung des Gustav-Adolf-Dereins besonders hervorgetreten. Der Besuch der Gemeindefeier, die hauptsächlich für die Erwachsenen bestimmt ist. bietet somit viel Schönes und Interessantes. 85. G e b u r t 9 t a a feierte hier der Zigarrenmacher Friedrich Muyl in der Firma S. Bock & Co., 0. m. b. H. Das hochbetagte Geburtstagskind ist der qlteste Zigarrenarbeiter des Deutschen Reiches und erfreut sich noch voller körperlicher und geistiger Frische. ** Sicherung der Telegraphenanlagen beim Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens werden an den Straßen und im den Ortschaften die Reichs-Telegraphen- und -Fernsprechleitungen durch umstürzende Bäume ober durch herabfallend« Aeste häufig beschädigt; weil die Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Tele- graphenanlaaen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Matz« treffen und es unterlassen, oon den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern einvfohlen, di« nächste Postanstalt von der bevor- steyenden Baumsällung so zeitig zu benachrichti- gcn, daß eintretendenfalls die Entsendung eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt löerden kann. " Wartburgverein. In kleinem Kreis, her das Bild einer zusammengehörigen Familie bot, sand das diesjährige Stiftungsfest des evangelischen Wartburgvereins am Abend des Reformationsfestes, dem 1. Rovember, im Markus- ’aal statt. Unter der tüchtigen Arbeit namentlich von Herrn Schaub jun. war der Posaunenchor fo geschult worden, daß er mehrmals feine er- ®onit«ry ilvng 3$ Np* Karibu.« igefl'f ihrer Scholle blitz Martyrium aus sich « ihm sprach Wilhelm Rachtig all und richtete F einen beachtlichen Appell an die Jugend, im r (jefunben frischen Sinn der Jugendbewegung wie- isl sich tuiebtr In ■’ her zur Ratur zurückzukehren. Es folgte ein Ser von liefern i? ■' kleines Bühnenstück „O Straßburg, o Strahburg", ms zeugende, in ber ■ hie Geschichte eines Fremdenlegionärs darstellend, es von her Merk«' r uon den jugendlichen Spielern gut wiedergegeben, fffem seelischen W- jub darauf die Ehrung der im Krieg gefallenen । ^chj ben vollsten ? Bartbürger unter Posanenbegleitung „Ich halt' ibezu ein Erlebnis' einen Kameraden". Rach einem gemeinsamen . jjö| imjeres Volker ■ (5erang faßte Pfarrer Hertel im Schlußwort nochmals die Gedanken, die der Abend aus- ** Grund st ücksverpachtungen der Stadt G'ietzen finden am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Man beachte die heutige Bekanntmachung. " Der ä l t e st e deutsche Zigarren- cirbciter ein Gießener Mitbürger. Den . Lbwcmdlung, die die Jugendbewegung dem be- UltOUfÖCtWng? kannten Spruch gegeben hat: Man mutz für j-a sein Dä'erland leben, d. h. opfern und dienen ic”* , . lönnen in wahrhaft christlichem Sinn. Ein Marsch- zministerium hot Vf”?. ■ schloß den wohlgelungenen Abend ab. (en gerichteten Demp Auftrieb auf dem heutigen n Fällen ber frankfurter Schlachtviehmarkt: Ein ,. Mlprüch.' lz. D. in; >^hse, 8 Färsen und Kühe, 935 Kälber, 1042 2 15,27,34,52).in Schafe. 643 Schweine. t nicht nur des 4 Eigentümers vbtt- ' von bestimmendem - .«Ss «12®; >n weite orteiie i « twtt» sie Iß Volkstümlicher Dreifampf: Turner: 1. Ludwig Malkomesius 55 P., 2. Fritz Stein 48 P., 3. Vudolf Höck und Rudolf Spuck 44 P., 4. Willi Strauch 41 P. Jugendturner. 1. Erich Seijb 57 P., 2. Kurt Kohlhase 56 P., 3. Heinrich Zammert 54 P., 4. Werner Krause 52 P., 5. Hernmnn Stein 50 P. Turnerinnen: 1. Tilly Espach 60 P., 2. Charlotte Amend 56 P., 3. Paula Hofmann 50 P,. 4. E. Krüger 46 P., 5. Anni Schön 44 P. Um die Bezirksmeisterschast in Hessen-Hannover. tz. Das MeisterschaftsgebäuLe der K a s s e le r Kurhessen ist unterminiert. Sie verloren am Sonntag auf eigenem Platz 2:3. Der große siegreiche Gegner waren die Fulder Borussen, die stets der größte Gegner des Altmeisters waren. Von den drei Toren schoß zwei der — Ersatzmann Lange, während sein Vereinskamerad, Toni Enders, früher Borussias und Fuldas bester Spielet, eine Rull war Run führt Sport Kassel mit einem Punkt, aber mit einem Spiel mehr. Es ist also noch nicht aller Tage Abend. Fulda's Sieg kommt zu spät. Die Elf hatte zeitweise die Meisterschaft vergessen und den zweiten Platz, um den im W. S. V. in einer „Pokalrunde der Zweiten" gekämpft wird. Das zweite Kasseler Spiel Sport gegen Gießen 1 900 nahm mit 7:0 für Sport einen etwas über Erwarten hohen Ausgang. Auch hier kommt das Engagement Römhilds. Offenbach, als Trainer für Gießen zu spät, wenn auch 1900 noch auf die zwei Punkte aus dem gegen D. f. D. Marburg gewonnenen Spiel hofft. (Richtspielberechkigung des Ausländers Löwenberg! Denn auch hier siegte wieder der grüne Tisch über den grünen Rasen. Und Löwenbergs Leistung war doch wirklich nicht danach, daß durch ihn das Spiel gewonnen wurde. Man sollte grundsätzlich die Spielfeldleistung gelten lassen. Vom gleichen Gesichtspunkte aus ist der Technische Dezirksausschutz zu loben, daß er die Svielfeld- refultate Göttingen 05—Borussia Fulda 2: 1 und Sport Kassel gegen Wetzlarer F. C. 05 1:1 bestehen ließ. In ersterem Falle wäre Fulda besser gewesen, wenn die Linien mehr gerade gezogen waren, im zweiten, wenn Wetzlar 100 Sekunden früher auf dem Platz war. Alles Gründe, die an den Haaren herbeigezogen waren und die die Antragsteller eigentlich mit 150 Mk. Protestgebühr hätten bezahlen sollen.) S.Vg. Münde n—S.Vg. Göttingen 0:3, ein programmätziges Resultat. Das Spiel am kommenden Sonntag Münden—Wetzlar hatte erhöhte Bedeutung als Kampf um den drittletzten Platz, und die jetzt noch durch Lohse (früher V. f. B. Leipzig) verstärkten Göttinger werden in Gießen zeigen, was sie können. Das grobe Berliner Herbst- turnier. Die Ergebnisse des zweiten Tages. Eignungsprüfung für Reitpferde (Neulingsklaffe), leichte Pferde: 1 Tattersall Beer- manns „Manus". 2. Frau Dr. Boners „Nelly". 3. Krauses „2lpache", 4. Weigands „Jurry". — Mittlere Pferde: 1. Stall Westens „Cherubin". 2. Wagners „Klingfor". Cohnitz „Bobraja" und Frl. Dcmtz' „Falk". 3. Major, von Loewenichs „Beweis", Pom. Stalls „Notanoa" und Major Seu- nigs „Sarah", 4. Leidloffs „Sieglinde". — Schwere Pferde: 1. Tiedkes „Jnvictus", Baronin o. Kay- ferlingks „Horrido" und Baronin Oppenheims „Colomba", 2. Pomm. Stalls „Notanda", 3. Gestüt Vadenberges „General", 4. Graf v. Scherr' Thoß' „Andalusia". Tandems (Eignungsprüfung für Gespanne)" Kleine Pferde: 1. Gottschalks „Boy^' und „Wilja", 2. Frhr. v. d. Borchs „Neger" und „Holstein", 3. Hinfchs „Arzanda" und „„Arvonda". — Große Pferde: 1. Müller-Alberts „Bambus" unb „Gardenie", 2. Reit- und Fahrschule Elmshorns „Pampa" und „Holfat", 3. Baron v. d. Deckens „Queen Mary" und „Beatrice", 4. Gottschalks „Darling" und „Mary". Preis vom Erlenhof. Große Reitprüfung für Reitpferde: 1. Tattersall Beermanns „Imperator V", Hirfchs „Gimpel" und Prinz Friedrich Sigismund von Preußens „Christoph II.", 2. v. Pados' „Bcmdi", 3. Frhr. v. Langens „Goliath", Tattersall Beermanns „Admiral Scheer" und Zieglers „Oleand". Große Gebrauchsprüfung. (Lielfeitig- teisprüfung): 1. Seers „Kirche", 2. v. Nemeths „Babolna", 3. Prinz Friedrich Sigismund von Preußens „Jurist". 4. Graf von Almasfys „Dan- ger", 5. Volks „Tell", 6. v. Nostiz-Wallwitz' „Liebling". Sportspiegel. Die mitteldeutsche Dereins- Meisterschaft in der Leichtathletik hat der Verein für Bewegungsspiele Jena mit 300 Punkten für das Jahr 1925 gewonnen. Es folgen Marathon Leipzig 280, Dresdner S. E. 280, D. f. L. Halle 252, Marathon Erfurt 234 Punkte. Der im Jahre 1912 von dem Rlagdeburgev Otto Fahr ausgestellte 200-Meter-R ü ck e n - Weltrekord im Schwimmen von 2:48 wurde nunmehr von dem Deutsch-Amerikaner Krüger in Cleveland (Ohio) auf 2:43 verbessert. Strafkammer Gießen. • Gießen, 3. Rov. In der Rächt vom 23. auf den 24. Juli 1920 war in die hiesige Heiland Pflegeanstalt eingebrochen und verschiedene Anzüge, äleberzieher. Schuhe usw. gestohlen worden. Die Ermittlungen nach den Tätern waren zunächst erfolglos. Längere Zeit späte:- gestand der damals in der genannten Anstalt befindliche bekannte Ein- und Ausbrecher I a t. Schmitt von Zotzenbach einem Wärter, er habe mit einem gewissen Meidhof und einem ihm nicht bekannten Dritten jenen Einbruch begangen. Meid- Hos gab ebenfalls seine Beteiligung zu und bezeichnete als weiteren Mittäter den Arbeiter M. H e i n i n g e r von Aschaffenburg. Das Schöffengericht verurteilte am 1. Juli 1925 den Heini n g e r wegen Rückfalldiebstahls zu einem Jahr Gefängnis. In der heutigen Berus ungsverhandlung bestritt Heininger nach wie vor seine Beteiligung: er behauptete, die ihn belastenden Angaben Meidhoss feien erfunden. Das Gericht vertagte die Verhandlung und ordnete die Ladung weiterer Zeugen an. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzlar, 3. Rov. Der Metzger Willi T. früher in Wetzlar, jetzt m Hohen-Reuen- Schach-Ecke. “Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind -u richten an die Schachredal'tion des .Gießener Anzeigers". Problem Nr. 35. Don D. Hülfen in Beelitz. 5 3 8 7 6 4 2 1 Schwarz. 8 6 5 4 3 2 l cl e Weih. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. g h Weih: 8 Steine Kb2, Df7, Sb7, Ba6, Bc3, Be2, Be6, Bg2. Schwarz: 4 Steine. Kc6, Lhd, Ba7, Be5. Partie Nr. 26 Die nachfolgende interessante Partie wurde im vorigen Jahre in einem Wanderpr ei stur vier des Schachvereins „Anderssen" zu Frankfurt a. M. gespielt. Damenbauernspiel. Weih: Orbach. Schwarz: Präger. 1. 62-64 1. 67-65 2. Sgl-f3 2. Lc8-g4 So pflegte der russische Meister Tschigorin das Damenvauernspiel zu verteidigen. 3. Sf3-e5 3. Lg4-h5 4. c2-c3 Wie neuere Analysen nachzuwe,sen versuchen, soll bei 4. g4, Lg6, 5. h4! zu einem siegverheißen- den Angriff führen, ob jedoch di^e Ansicht richtig ist, wird die Zukunft lehren. 4 4. f7 — f6 5. Se5 - 63 5. Sb8-67 6. D61-b3 6. S67-b5 Schwarz verteidigt sich originell. 7. 863-cö 7. D68-c8 8. e2-e3 8. c7-e5 Hiermit versucht Schwarz das weihe Zentrum zu zertrümmern, was jedoch nicht so leicht möglich ist. 9. a2-a4 9. Lh5-f7 Der Bauer 65 mußte gedeckt werden, da er durch a5 verloren zu gehen drohte. 10. Sc5xb7 Dieser elegante Zug ruiniert den Damenflügel des Schwarzen. 10 10. Dc8xb7 11. a4-a5 11. LF8-66 12. a5xb6 12. c7xb6 Ob das Schlagen mit dem a-Dauern besser gewesen wäre, ist sehr schwer nachzuweisen. 13. Lfl-b5+ 13. Ke8-f8 14. Db3-34 Weiß hat entschieden einen Stellungsvorteil, doch ist es nicht so einfach, diesen in Gewinn umzusehen. 14 14. Sg8-e7 15. b2-b3 Um den Läufer gelegentlich nach a3 spielen zu können. 15 15. e5x64 16. e3x64 16. Lf7-e8 17. Lb5xe8 17. Ta8Xe8 18. 0-0 Natürlich nicht DdZ, wegen Sc6 . 18 18. L66-b8 19. Sbl-62 19. Db7 — c7 20. S62-f3 20. g7-g5. Wenn Schwarz durch diesen Zug Chancen bekäme durchzudringen, hätte Weih die Fort- 24. Kgl-g2 25. Sß-gl! 24. h5-h4 32. 32. Lc7—68 41. Kg7xh8 36. 37. 38. 39. 40. b5-a4 Lb8-c7 37-35 L68xe7 Te8xe7 Kf7xe7 Ke7-f7 Kf7-g7 25. h4xg3 26. g5-g4 27. Dc3 —62 25..... 26. H2xg3 27. Tel -e3 Ein starker Derteidigungszug. der die weihe Königsstellung vollständig sicherstellt. Man sieht nun, welche Wirksamkeit der Läufer auf der Diagonale ausübt. tige Züge. 33 34. Sglxf3 35. Sf3-h4! 36. Lc5xe7 37. Te3xe7+ 38. Te7xe7+ 39. Sh4-g6 + 40. S"8xh8-h 41. Kg2-f3 33. g4xf34- 34. Kf8-f7 35. Th7-h8. 29. 132x62 30. b3xa4 31. Ls3-c5! 32. T62-e2 33. f2-f3! Hiermit kommt der bis jetzt so notwendig gebrauchte Verteidigungsspringer zu neuem Leben, und entscheidet die Partie durch ein paar wuch- 42. Kf3 - f4 auf gegeben. Rach 42 Kg7, 43. Kf5, Kf7 44. g4! ist Schwarz verloren, da er das Eindringen des Königs entweder auf e6 oder g6 nicht verhindern kann Lösung deS Problems Rr. 34 von 3. Keim. 1. Dg2, Ke5 (V.) 2. Ke7 usw. (V. a 1 64 2. Dc6+ usw. b) 1 f4 2. Dg6-|- usw. c) 1 , K66 2. D65-H usw. 6) 1....., Kf6 2. Dg7+ usw. 29. 30. 31. Falsch wäre Dal: wegen Le7-4-:! 28. Tal -32 Hauptsächlich um 28 Th2+ : usw. zu verhindern: viel stärker war aber hier Tacl, und auf TH2+Kg2xh2, Dk2-s-: 30. Khl und gewinnt 28..... 28. b6-b5! Hierdurch kommt Schwarz noch einigennahen aus der prekäreir Stellung heraus, aber erhält ein exakt verloreires Endspiel. setzung Sbl—62—f3 nicht gewählt, sondern sich auf andere Art gegen den drohenden Angriff verteidigt. Durch den waghalsigen Angriffszug schwächt Schwarz nur seine eigne Konigsstellung. 21. g2 —g3! 21. 117-1)5’ 22. Lei-a3! Ein sehr starker Zug. nachdem Schwarz den Zug 21 Se?—g6 versäumt hat. Dieser Läufer macht sich nun in der Diagonale a3—f8 unangenehm bemerkbar. 22 22. Dc7Xc3 23. Tfl-el 23. Th8-h7 Schlecht wäre natürlich Df3:, wegen 24. Te7:, Te7 25. Tel, Th7 26. D67 und gewinnt. Die Narrenkappe. (Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Vielversprechend. Reisender zum Hotelportier: „Was kostet bei Ihnen ein Zimmer im Monat?" — „Das weih ich nicht. Da muß ich erst den Direktor fragen.“ — „Was, das wissen Sie nicht?" — „Rein, mein Herr, bei uns ist noch niemand länger als drei Tage geblieben." Reklame ... In das Nichtraucherabteil der Untergrundbahn steigt ein Herr mit brennender Zigarre. „Hier ist Nichtrau6)er!" wird ihm von verschiedenen Seiten entgegengerufen, ohne daß der Herr darauf reagiert. Der Zugbegleiter kommt: „Hier ist Nichtraucher, Herr — sehen Sie nicht das Schild da?" Darauf der Herr: „Ich kann doch nicht alles tun, was da steht. Da steht ja auch: Trage Hau- tana-Büstenhalter!" (Lustige Blätter.) Der murmelnde Sprachquell. Kürzlich steckte ich auf dem Duisburger Bahnhof eine Karte in den Briefkasten, dessen Schild in schöner, klarer Schrift folgendes verkündete: Leerung 10 Minuten vor Abgang eines jeden postseitig (!!) benutzten Zuges! Bei der Duisburger Post — nein Duisburgerpostseitig scheint ein außerordentlich tüchtiger Sprachkünstler tätig zu sein. dorf, hatte einen Elektro-Motor zum Preise von 140 Mk. erstanden. Da dieser Preis nicht voll gezahlt, sondern 80 Mk. ungezählt worden waren, behielt sich der Lieferant das Eigentumsrecht an dem Motor bis zur Zahlung des Restes vor. Trotzdem verkaufte T. den Motor weiter, ohne den Rest bezahlt zu haben. T. ist daher wegen älnterschlagung unter Anklage. Bei seiner kommissarischen Vernehmung behauptet der Angeklagte, die vorerwähnten Vorbehalte seien von dem Lieferanten nicht gemacht worden, vielmehr sei der Motor fein Eigentum gewesen. Durch die eidliche Aussage des Zeugen L. werden jedoch die Angaben des Angeklagten widerlegt. Das Urteil lautete auf 7 0 M k. Geldstrafe, im Richtbeitreibungsfalle 14 Tage Gefängnis. — Wegen Hehlerei hatte sich der Arbeiter Heinrich B. von Wetzlar zu verantworten. Er hatte einen Geldbetrag von 10,60 Mk., den fein Sohn seinem Lehrmeister entwendet hatte, obwohl er davon wußte angenommen und teilweise für sich verwendet. Gegen den Angeklagten war dieserhalb durch amtsgerichtlichen Strafbefehl auf 1 Monat Gefängnis erkannt worden. Hiergegen legte er Einspruch ein. Der Angeklagte gibt Öen Sachverhalt zu und erklärt, daß er das Geld wieder erseht habe. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 1 Woche Gefängnis. — Der Kaufmann Karl Sch. von Hagen war in Garbenheim beim Handel mit Anzugstoffen unter Mitführung eines Autos betroffen worden. Sch. führte den borgefd)tiebenen Wandergewerbeschein mit sich, jedoch war in diesem von dem Auto nichts angeführt. Gegen die ihm durch Strafbefehl zudiktierte Geldstrafe von 20 Mark erhob Sch. Einspruch, jedoch ohne Erfolg, denn das Gericht beließ es bei ber ursprünglich festgesetzten Geldstrafe. — Gegen den Arbeiter Heinrich Z. von Wetzlar war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar, weil er trotz des an ihn ergangenen Verbots den Althandel betrieben hatte, auf 50 Mk. Geldstrafe hilfsweise 10 Tage Haft erkannt. Auch sein Einspruch hiergegen hatte keinen Erfolg, denn das Gericht beließ es trotz de- Leugnens des Angeklagten bei der ernannten Strafe. Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der „Radio-Amschau".) Freitag, 6. November. 3,30 bis 4 Uf)t: Die Stunde der Jugend: „Ernstes und Heiteres aus Beruf und Leben". Führung in» Berufsleben durch Mitglieder des Städt. Berufsamtes. „Ein Rachmittag als Säuglingsschwester im Säuglingsheim", Vortrag von Frl. Loewe (Für Kinder vom 13. Jahre ab.) 4,30 bis 6 ilfir: Hausfrauen-Rachmittag. Programm u. a.: „Bücher für unsere Kinder", Vortrag von Otto Metzler, Vorsitzender des Frankfurter Iugendschriftenausschusses. 6 bis 6,30 Tlhr: Die Lesestunde. Aus dem Briefwechsel zwischen Goeche und Zelter. 6,30 bis 7 Tlhr: „Das TB ein« jahr 1925", Vortrag von Hermann Gutzeit. 7 bis 7,30 Ahr: Stunde des Südwestdeutschen Radio- klubs: 27. Kursvortrag, E. Becker. „Detektoren- empfang II". 7,30 bis 8 HJfjr: Italienischer Sprachunterricht. 8 bis 8,15 Üfyr: Die Besprechung. 8,30 bis 9,30 ilbr: üebertragung von Kassel. 1. Abend des Zhklus der Autoren-Abende 10 bis 11 11 br: Das Volkslied, ein Zhklus slavischer und ungarischer Volkslieder. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionSgemeinde. GotteSd. k. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, 7. Rovember 1925. Dorabd. 4.45, morg. 9.00. abds. 5.00 u. 5.40. Gottesdienst der tfr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 7. Rovember 1925. Freitag abdS. 4.25, Samstag norm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.40. Wochengottesdienst morg. 6.45 und abds. 4.00. Bei Neigung zum Fettansatz raten wir, in der Apotheke30 Gramm echte Toluba- Äetne zu tauten, die unschädliche, dabet sehr wirksame, den Fettansatz reduzierende Stoffe enthalten. Bestandteile auf der Packung. 3188m 10558a Stenogr. OeBellsehilt Gabelsberner und Bamenabteilnng e. V. SamStaa, 7. Nov.: Dereinsabend Generalversammlung- Tages-Ordnnllli: Savungsäuderunn-^ SWMkttH 8. U. 9. 11. 25, 2l/2 bis zum (Ein- bruch der Dunkel' heil: io:^ Geflügel- schießen« v, 1861 und DamenveÄ Freitag, Nov.: vereinsamt i KaafmLyerelasb!*? Di. xi 8jy obi.gijj? Stadttheatet Freitag, 6. Nov.« S.Zrelkag-Avon.-VA von 7l/< bis 10 Ubr Set fidele Bauet, Overeue in 1 Dor spiel und 2 Akren von Fall, loui6 In Kopfwäschen Ondulieren Maniküren Elektrischer Gesichtsund Kopf-Massage empfiehlt sich Jakob Schäfer Damen- und Herren- Frisier-Salon Ludwigstraße 57. 1O578D LICHTSPIELHAUS Heute bis einschließlich Sonntag: Hedda Gabler 6 Akte nach Henrik Ibsen Hauptrollen; Ast aX leisen, AlbertStcinrück,Paul Morgan Ibsens Drama von der unverstandenen Frau wirkt — von so hervorragenden Kräften gespielt — als Symbol einer ganzen Zeit. Asta Nielsen schafft in der Figur der „Hedda Gabler" eine Meisterleistung. — Vorher: 10583c Rin Tin Tin Derünnd von Karibu. Ein Fi Im aus den Schneebergen Alaska. Wer ist Rin Tin Tin und woher stammt dieses Wunder unter den vierbeinigen Freunden des Menschen? oher der sonderbare Name? Nun, Rin Tin Tin ist trotz seines französischen Namens und trotz seines amerikanischen Herrn ein guter Deutscher, stammt er doch von der in aller Welt für ihren Mut und ihre Treue gegen ihren Herrn bekannten Rasse der deutschen Schäferhunde ab. Er ist Kriegswaise. Als sich die Deutschen 1917 zurückzogen, fanden ihn die nachruckenden Amerikaner im verlassenen Schützengraben mit samt seinem kleinen Schwesterchen. Beide waren hilflose^ Hundebabies. Amerikanische Soldaten bezogen die deutschen Stellungen und fanden die beiden hilflosen und doch so drolligen Wesen. Die Soldaten aus der neuen Welt nahmen sich Rin Tin Tins und seiner Schwester liebevoll an. Eine Zeit lang waren sieAllgcmein- besitz der Kompagnie, bis der Kompagnieführer, Leutnant Lee Duncan, die beiden endgültig adoptierte, Das Hin de- mädchen taufte er Selma - es war dies der einzige deutsche Mädchennamen, den er kannte — und das Brüderlein wurde Rin Tin Tin genannt. „Rin Tin Tin“ wir der Name der kleinen Glückspuppen, welche die Französinnen um diese Zeit herum anfertigten und ihren Verbündeten schenkten, bevor sie an die Front gingen. So wurde der junge deutsche Schäferhund zum Amerikaner mit französischem Namen. Diesen herrlichen Film muß man sehen. Heute abend 1058’42 ßeneralüerioMHunolmlWet Beileidsbesuche dankend verbeten. 105601) Er ruhe in Frieden! 08942 (Soldne 08951 an 3 Grabstücke Grabstück Flur IX 10577B | Mietgesuciw"] Größerer trockener BflflyyQBI 8M Schön möbliertes Lagerraum 3*™« Nabe der Klinik ob. Spedition. VII XII XII V ycii XII IV d. Bahnhofs gesucht Schr. Angeb. unter 08948 a.d. Gietz. An». 1 7 2 2 2 2 1 3 Grabstücke Aecker Grabstücke Grabstück Grabstücke Samstag, ?.noo., Chenhs 87, Win der lumhalie MW 7 Grabstücke 2 4 „ XXII An der alten Marburger Straße: Dienstag, den 10. November 1925 D. n. Oe. A.-V. Sektion Bleßee. l06”D Sonntag, 8. Nov.r Tour XI. Abmarsch9Uhr,Unt. versttätSblbliotbek. daselbst Am Wartweg Am Aulweg Auf der Rodthohl Auf der Weiherde Am Grdkauterweg links Stephansmark. Direktor und Lehrerkollegium des Landgraf - Ludwigs - Gymnasiums. Am Mittelweg daselbst Am Philosophenwald An der Licher Strafte links An der Licher Str. rechts (Ruhland) Am Rahrungsberg -, Gießen (Lahn), Hersfeld, Steinhagen, Dortmund, Cassel, 3. November 1925. Die Beisetzung findet am Sonntag, dem 8. November 1925, nachmittags 2V2 Uhr, in Weibeck bei Hess. Oldendorf (Grafschaft Schaumburg) statt. Freitag, fi. Navember, nndiiii. 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise geg. Barzahlung: 1 Klavier, 6 Kisten Lampenschirme, 1 Kassenschrank, 2 Schreibtische, 1 Spiegel, 1 Tisch, 1 Glasschrank, 1 Bufett, 6 Zentrifugen, 1 Vertiko, 1 Bierrolle, 1 Wagen, 1 Pferd. Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher in (Liehen, Dammstr. 24 1. 10579p Gutes Einweichen ist halbes Waschen! Das vorherige Einweichen lockert Schmutz und Flecke und erleichtert die nachfolgende Reinigung der Wäsche außerordentlich. Die seit nahezu 50 Jahren beliebte Henko Henkel’s Wasch- und Bleich-Soda ist das gegebene Einweichmittel. Henko ist vollkommen unschädlich, ohne Chlor und schädliche Bestandteile. a) vormittags 8'/, Uhr, Zusammenkunft am Schlachthaus 16 Grabstücke Flur XXXVIII Hinter der Pulvermühle 3 „ „ VI Im Elsenfeld 3 „ „XI Am Schafdoktor Nachruf. Am 31. Oktober schied nach schwerem, mit großer Ergebung getragenem Leiden der Hausmeister des Landgraf-Ludwigs- Gymnasiums Herr Johannes Fersch aus dem Leben. Siebenundzwanzig Jahre war er an unsere r Anstalt tätig. Sein allzeit reger Pflichteifer für Schule und Schüler, seine dienstliche Tüchtigkeit sowie seine gleichmäßige Freundlichkeit in seinem mühereichen und verantwortungsvollen Amt sichern ihm unsere dauernde dankbare Erinnerung. Konzert der Kapelle Topp. — Ball Zu zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Nur Mitglieder haben Zutritt. Es wird schärfste Kontrolle geübt. b) nachmittags 3 Ubr, Zusammenkunft Dammstr. am Eichamt 1 Grabstück Flur II 3m Gartfeld Zu verkaufen hki Gut erhaltene, getragene Ulster, gG ■ Scklüpser,Paletots,auch fürkor- ■ puleme Herren passend, v. 10 Mk. BH an. Feldgraue Militär-Mäntel, M H Joppen und Hosen preiswert. M SB Anzüge sehr billig. Einzelne M Sakkos it Hoicn. Frack-, Smo Eg W kiug , Gehrock, (5ntawav - An ■ W8i züae tu allen Preislagen. Gleich- S »»falls versch. Damen - Kostüme, ■ ■I ankerst billig. Ein gut erhaltener H M Herren-Pelzmantel mit Nerz ge- ■ füttert, billig abzugeben. 0B9W ■ L. Rosenzweig S Gieften, Selteröweg 58 I. M Eing.EckeBolksbad. KcinLadcn. ■ zu mieten gesucht. 08933 Hellmold & Plank Bekanntmachung. SMdWiksvelvOiW öet staöt Gieße«. Montag, den 9. November, und Dienstag, den 10. November 1925, sollen etwa 140 Grundstücke der Stadt Giehen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verpachtet werden, und zwar: . Montag, den 9. November 1925 a) vormittags 8'/, Uhr, Zusammenkunft Ecke Wolfstrafte und Kaiserallee Flur III XVIII XX XVII XVI „ XVI AM WWW für Kurz- und Manufakturwaren per bald ges. Nur Bewerberinnen, welche branchekundig und gut empfohlen sind, wollen Offerte einreichen an101870 MaLSAolh.MeWWIHM), Angesehene Hamburger Uaffeesirma sucht für den dortigen Bezirk für die Bearbeitung der Selbsiverbraucher- kreise (Hotel, Restaurant, Pension, Eafö u. f. ro.) tüchtigen Vertreter Nur mit den dortigen Plalzverhält- nissen bestens vertraute Herren mit besonderen Organisationsfähigfetten wollen schristl Angeb unter 10547D an den Gieftener Anzeiger einrekoe». Literarischer Abend. Der Träger des Biichner-PreiseS mim-n wei- üannitnöt spricht am TamS» tag. dem 7. Nov., 8 llbc abends, im Bortragsfaal oer Buchhandlung Keihner. Tbema- Goethe 11. das rechte Leben. Karten zum Preise von Akk. 1.25 0an den Gietz. Anz. erb. Eine grötzere Partie Fässer, als Jauche- süsser geeignet, zu verkauf. Feinicifensabrik Möbs, 088,1 Rodheimer Str. 68. Gut erhaltener Cutaway UNd Smoking für mittlere breite Iigur zu verkaufen. Anzusehen zwischen 11 und 3 Ubr. 08958 Lontzstraftc 20 II. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Giehen, den'2. November 1925. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Rosenberg. KllMk. die Wochen. uu mehr verd jeder, derben Vertrieb uns. ülaasenartlkel u. pal. Neuheiten usw. an jed. Ort ubern. Sofort meld, bei trwy$A Pötteri & Schaler, Barmen 23. A'.-Fabr. Ordentliches ifihltB für tagsüber gesucht. Neuen Bäue 19 «963 Baden). Herren- Armbanduhr gesunden. Abzuhol. Sckanzenstr. 19 ll. | Vereine Altersvercintgung 1867-1917. Heute abend: MOeltudjen! In’s Lotze. M858 Der Vorstand. RflMoatnoteur verk. Umstände halb, preiswert vormont. 4-Röbren - Combi- natiousEmvfäng., la Einzelteile und Literatur. Zu erfr. in derGeschäftsstellc d. Gietz. Anz. 108953 Schlafzimmer, eichen, mit eingebautem Totleuen-Mani- kureschrank, Ecksofa, Chaiselongue, Teewagen, Rauchtisch, Wickelkommode, kl. Kinderkleiderschr., a. f. neu. pr. z. vk. Näh. Lallägraleaatr. 6 I l. 1 vollständ. Bett, 1 Spiegel, 1 Ofenschirm und einige Bilder zu verk. von 3-6 Ubr nachm. 05910 Settersweg 24 II. | Kaufgesuche | Gebr. Herd, kl., ,u kaufen gesucht. Schr. Angeb. unter 08915 a d. Gietz. An». zutterkessel Mlt Mantel, 200-300 Vtr. Inhalt, z. kauf, ges. J. Aatdermaaer, Lahn strafte 3. 08337 alE ßieta Sonntag, 8. Nov.: Lollar, Tolenberg. Treis, Gr.-Buseck^ 5 Std. Abf. 821 Ubr. Leib- d Dragoner. Berfflhmlnnu Samötag, 7. Nov , 8'/-Uhr, Frankfurter Hof, Marktlnuben. Aites Blei iBielrährem kaust BrühstcheDrackeret D" Schulftr. 7/0. ^Veksehiedenes, ÖflnOWW atüeiten feder Art werderk angefertigt. Wo? sagt die GeschäftSst. des Gieh. Anz Suche Darleben von 1500 rin. gegen gute Hypothek. Schr. Ang. u. 08946 an den Gieft. Anz. Verkäufe | MoM 2 P. S., fast neu, la laufend, billig zu verkaufen sowie gut erhaltener Huchrpelz mit Muff preiswert abzugeben. 08939 WMM 2 n Meyers Uonverjationr- lexikon 5. Ausl., 19 Bde., zu verk. Schr. Ang. u. rlnatl D Frai vien sch-- W\ betn |d)n rahe gfuft grance. eines 5rl( SönigniW -em besiegt das Sur°n Erdteil n reichs >fl ® Zentrum neuer Ri nau, was e Ionien uno runa av, c Dieser Fri schädlichste, Bei alleden Figur. 6 und seiner der Staate, verteilt die gramm stin Man f' sprechen. France: gleicht voll, zwischen de riebener P den Eindru lieft zwar dabei füllt Interessen länder. Er im Grunde Frankre wachsen: reinen Gew den seine $ auch nicht i Ertrag gutj ter unb bii arbeitens föri schen zwei dem imperial hin und her. anderen ehrl den echeren Heuchelei vl Der Dertrai Ausgleich z trägt das A und in feint er nicht sich, puntt neuer Diese Aus alle standen Wiederkehr d der Slbwarzs an die Zulun' gemalt hatte. France: , tonnen: „Wi diese Frage \ recht hatte." leben - ab innern. datz Friede i bedeutet er nie zu unfei tand allein wenn ich r Worum oerl als der a kennen? ®ei Rutschen Ka! Q>1 diesem gn einzelne @ru, sachlichem Int i ^ller Mann mit i ^Wissen zu 200^ Der gen ’ SJ il tlhara »sich gen if Abdru «gnann Ur M über Ä W üb Eft erhobt Kunden Wü ^.darstell M- ioto, M ft; ürf M WunL he|n e>Stenbrfll 'n tt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) tWCWEB'U'S: -'TX2213BaK -KKls. Nr. 260 Zweites Blatt Anatole France über den Versailler Frieden. Von Marcel Le (9 o f f. Marcel Le Eoffs „Gespräche mit Anatole France 1914—1924", die in Frankreich so viele Leser gefunden, erscheinen nun in deutscher Uebertragung von Ernst Klarwill im Musarion-Derlag, München. Wir entnehmen dem höchst aktuellen Buch den folgenden Abschnitt, in dem France sich schon 1919 mit geradezu prophetischer Voraussicht über die Folgen des Versailler Vertrages ausspricht. D. Red. France: „Wir stehen vor der Unterfertigung eines Friedensoertrages, wie ihn ein französischer König niemals auszudenken gewagt hätte. Die Idee, zu dritt einen solchen Pakt zu entwerfen lind diesen dem besiegten Feind aufzuzwingen, ist ein Ergebnis, das Europa zu einem unbewohnbaren Erdteil machen wird. Die Zertrümmerung Oesterreichs ist Wahnsinn; die Balkanisierung des Zentrums von Europa muß den Keim neuer Kriege zeugen. England weiß ganz genau, was es will. Es versichert sich zunächst der Kolonien und der Flotte Deutschlands — uns aber speist es mit Versprechungen und einer Schuldforde- runp ob? die sicher uneinbringlich sein wird. Dieser Friede ist bestimmt der unheilvollste und schädlichste, den Frankreich jemals geschlossen hat. Bei alledem ist und bleibt Wilson die komische Figur. Er weiß nicht das Mindeste von Europa und seiner Geschichte und will dennoch die Rechte der Staaten mit der Präzisionswage abmiegen. Er verteilt die Gerechtigkeit mit einer bis auf das Milligramm stimmenden Genauigkeit." Man kam nun auf Lloyd George zu sprechen. France: „Ach, ich bitte Sie — sein Wortschatz gleicht völlig jenem Wilsons; aber der Unterschied zwischen den beiden ist groß. Der Brite ist ein geriebener Patron, der Amerikaner hingegen macht den Eindruck größter Wellfremdheit. Lloyd George liest zwar aus der Bibel vor und singt Psalmen, dabei füllt er seine Taschen und dient überdies den Interessen seines Landes. Er ist ein großer Engländer. Er wird uns alsbald im Stich lassen, denn im Grunde seines Herzens verabscheut er uns. Rur Frankreich ist seiner Ausgabe nicht gewachsen: Es hat nicht genug Krast, um einen reinen Gewaltfrieden zu schließen — denn das würden seine Verbündeten nicht zulassen — es ist aber auch nicht schwach und ergeben genug, um einen Vertrag gutzuheißen, der die Annäherung der Völker und die Wiederaufnahme ihres Zusammenarbeitens fördern würde. So schwanken wir zwischen zwei entgegengesetzten Polen — dem imperialistischen und dem Versöhnungsfrieden — hin und her. Wir können weder den einen noch den anderen ehrlich abschließen. Clömenceau strebt den ersteren an; die Verbündeten geben in ihrer Heuchelei vor, die zweite Alternative zu wählen. Der Vertrag von Versailles ist ein mißlungener Ausgleich zwischen den beiden Anschauungen. Er trägt das Gepräge seiner Widersprüche an der Stirn und in seinem inneren Gefüge. Den Frieden wird er nicht sichern; er wird vielmehr den Ausgangspunkt neuer Kriege bilden." Diese Aussicht bereitete uns wenig Freude. Wir alle standen noch zu sehr unter dem Eindruck der Wiederkehr des Friedens; wir widersprachen daher der Schwarzseherei des Meisters und wollten nicht an die Zukunft glauben, die er in so düsteren Farben gemalt hatte. France: „Ich bin zu alt, um Ihnen sagen zu können: „Wir werden in zehn Jahren wieder über diese Frage sprechen, und Sie werden sehen, daß ich recht hatte." In zehn Jahren werde ich nicht mehr leben — aber Sie sind jung und werden sich erinnern, daß ich richtig geurteilt habe. Dieser Friede ist ein Bankerott; für Frankreich bedeutet er einen furchtbaren Schlag. Wir werden nie zu unserem Gelde kommen. Wie vermag Deutschland allein sämtliche Reparationen zu bezahlen, die, wenn ich nicht irre, 232 Milliarden ausmachen? Warum verlangt man von Deutschland, es solle sich als der alleinige Kriegsschuldige bekennen? Wer hat nur den Gedanken ausgeheckt, den deutschen Kaiser vor Gericht zu stellen? Die Schuld an diesem großen Kampfe tragen die Völker und einzelne Gruppen von Menschen, in deren hauptsächlichem Interesse Kriege geführt werden. Aber es ist heller Wahnsinn, einen einzigen Mann mit der ganzen Schuld an so ungeheuren Ereignissen zu belasten. Kriegsschuldige gibt es in 200Iahre deutscher Musik Der folgende Aufsatz unseres ständi- gen Musikreferenten war ursprünglich für die Jubelausgabe bestimmt, deren Charakter als Spiegelbild heimischer Kultur er sich jedoch schwer einfügen ließ. Wir bringen ihn daher in unserer Tagesausgabe zum Abdruck. D. Red. Das Hochbarock hatte seinen Gipfel erreicht. Händel, der Vertreter des Europäertums, der Weltmann unter den Musikern; Bach, der gläubige Christ, über allem Politisch-Engen stehend; beide hatten sich über das Kleinpersönliche zu einer Tonsprache erhoben, die weder an Ration noch Rasse gebunden war, die eben Musik im objektivsten Sinne darstellte. Höhepunkten pflegt aber in der Regel eine Pause zu folgen, ein Abklingen, ein Suchen nach einem Reuen. Das Jahr 1750, ein Wendepunkt der Geistesgeschichte, ging auch an der Musik nicht vorüber. Rousseaus Ideen wirken sich aus, das „unoer- künstelte Gefühl" wird zum Schlagwort. Im Gegensatz zum Geschwollenen, Geballten, Pomphaften, Dekorativ-Repräsentativen des Barocks sucht man das Schlichte, Ginfame, Natürlich-Triebhafte, im Nachgeben an weichste Gefühlsstimmungen. Die weiche, lebendig-sinnliche Sphäre -des Rokoko, durch den erwachenden Klassizismus gekühlt, gibt sich graziös-schwermütig. Ein Besinnen auf das Persönliche setzt ein, eine bewußte Abwendung von der Unnatur, ein Kampf gegen bisherige Regeln und Geschmacksrichtungen; das Recht der Leidenschaft, die unoerhüllte Kraft, das erlebende Schöpfertum, die Kroftnatur, das Genie will erwachen und stellt sich dem gekünstelten Höflingstum entgegen, eine onklägerische Tendenz gegen die naturunterdrückende Schicht, zur Entlarvung der entnervten vornehmen Welt hinführend („Figaros Hochzeit"). Kurz das, was wir im allgemeinen als Sturm und Drang bezeichnen. Und so verfällt diese Zeit im Ueberschwaug des Gefühls in tränenseligen Weltschmerz und jüng- allen Ländern; einige befinden sich in England, einige in Rußland. Alles andere ist Lüge, Heuchelei und Blendwerk. Damit glaubt man die Völker zu- friedenzustellen, deren Haß aufgestachelt wurde und denen man nichts von dem Versprochenen zu geben vermag. Während des ganzen Krieges sind Geschäfte gemacht worden; auch jetzt ist noch immer von solchen die Rede, und unter den Sorgen der Unterhändler spielen Bergwerke, Kohle, Petroleum, Handelsschiffe und der Weltmarkt eine viel größere Rolle als die Rechte der Rationen, die Befreiung der Unterdrückten und der Abschluß eines dauerhaften Friedens. Das Geld, nur das Geld beherrscht und unterjocht alles. Der Kapitalismus verteilt die Erde und spottet des vergossenen Blutes und der Menschenopfer. Ein um die Wahrung der wirklichen nationalen Interessen seines Landes besorgter König hätte solches nie geduldet. Er würde sich gegen den blutgierigen Kapitalismus, diese im Geheimen wirkende Macht, die das Los der Kulturwelt in ihren Händen hält, mit aller Kraft auf- gebäumt haben. Aber niemand wagt es, solches auszusprechen." France hatte uns schon zu wiederholten Malen seine Gedanken über die Schädlichkeit des internationalen Kapitalismus entwickelt, aber niemals mit mehr Bitterkeit und Verzweiflung als zur Zeit des Friedensschlusses von Versailles. Seine überaus heftigen Kritiken waren sicherlich zum Teil berechtigt. Fragte man ihn aber, was nach feiner A n - sicht zu geschehen hätte, und wie er sich die Lösung der durch den Frieden bedingten Fragen vorstelle, äußerte er sich auf recht undeutliche Weise. Seine Antworten waren wohl von hochherziger Humanitäts-Philosophie durchtränkt, aber unbestimmt und unklar. lieber den Präsidenten Wilson machte sich France stets gerne lustig. In ihm erblickte er einen jener mit den besten Vorsätzen ausgerüsteten Idealisten, die in der Welt stets das größte Unheil anrichten. Im übrigen war France der Ansicht, daß sich Europa in einem fortgeschrittenen Auflösungsprozeß befinde. Die Zertrümmerung Oester- reichs erklärte er für eine Dummheit; die Rückkehr Rußlands zur asiatischen Barbarei nannte er eine Störung des im Laufe des 19. Jahrhunderts mit so großer Mühe aufrechterhaltenen europäischen Gleichgewichts. France: „Talleyrand und Metternich handelten klüger; sie wollten nicht das Glück der Völker begründen; dadurch aber ermöglichten sie ihnen zu leben." Wie die Franzosen in Syrien „regieren". Wir entnehmen die folgenden Ausführungen einem Briefe eines hohen ehemaligen türkischen Generalstabsoffiziers. D. Red. B e r l i n, 29. Oktober 1925. In Syrien drängen die Verhältnisse zu einer Entscheidung. Der Völkerbund, an den sich meine Freunde gewandt haben, um zu untersuchen, wie die Franzosen ihr Mandat auffassen und durchführen, hat bisher kläglich versagt. Vorstellun- gen, die in derselben Sache in London gemacht wurden, lösten dort nur ein Achselzucken und eine hohle Phrase des Bedauerns darüber aus, daß man nicht in der Lage sei, etwas zu unternehmen. Die Bevölkerung Syriens hatte Frieden und Fortschritt von den Franzosen erwartet, wie ihn gerade der Handel braucht, der Damaskus auszeichnete. Das Gegenteil wurde erreicht. Eifersüchtig nahmen die Franzosen Bedacht, daß dieser Handel nur ihnen zugute kam. Selbst Engländern und naturalisierten Syriern wurde das Leben hier so bitter schwer gemacht, daß viele es vorzogen, nach Süden abzu- wandern. Aber wie die Stimmung umschlug seit dem Einzuge der Franzosen, findet hierin allein seine Begründung nicht. Die zuchtlose französische Soldateska einschließlich der niederen und höheren Offiziere und ebenso die Beamten glaubten wohl in einem Lande zu sein wie in Algerien, wo sie mit ihrem giftigen Fusel seit fast 100 Jahren die mohammedanische Bevölkerung entsittlichten und ihnen jeden Begriff von persönlicher und nationaler Ehre austrieben. Die Frauen dünkten ihnen nichts weiter zu fein als öffentliches Eigentum. Wir haben hier Dinge erlebt, die jeder Beschreibung spotteten. Die Franzosen haben in Syrien noch schlimmer gekauft als im Rheinlande, nur daß der Deutsche eben kein Araber ist und — verzeihen Sie diese Offenheit von der Seite eines Freundes linghaftes Genietum. „Nachahmung der Natur" wird das Motto, aber nicht als äußerliche Tonmalerei, sondern als Suchen des natürlichen Tons der Leidenschaft. Der Empfindsamkeit entsprechen auch die tiieblingsinftrumente der Zeit, das Clavichord mit seinem ausdrucksvollen bebenden Ton, die Glasharmonika (strumento flebile e malin- conico), die selbst dem alten Goethe noch das „Herzblut der Menschheit" offenbart. „Freiheit vom Zwang"; der Amtskomponist kommt in Verruf, man will aus Erlebnis und Stimmung schaffen. Wo noch sog. Bestellungen erledigt werden, da sind sie meist nur die Veranlassung, dem schon längst innerlich Gestalteten und Gereiften die letzte Formung zu geben. Das freie Schaffen wird der Lebensinhalt des Künstlers, Fesseln der Anstellung werden gemieden; der Schassende scheidet sich von dem nur Wiedergebenden. Je genauer der Schaffende seine Persönlichkeit, sein Erlebnis im Werk festlegt, um so weniger Mitarbeit wird vom ausführenden Orchestermitglied '.'erlangt, es wird zum Beamten, zum Angestellten. So finden wir denn fast überall an den Höfen Orchester, deren Ausführende die Bedienten der Fürsten sind. Von solch einem Bedientenorchester wird uns vom Hofe des Fürsten Solms-Braunfels berichtet, das in feiner Zusammensetzung dem des Fürsten Esterhazy ähnlich war, dem I. Haydn lange Jahre vorstand, wo er seine Erfahrungen sammelte. Da aber die Ausführungen dieser Orchester nur einem beschränkten Kreise zugängig waren, aber das Musikverlangen mit dem Erwachen bes_ Bürgertums immer mehr wuchs, so traten fast überall Konzertgesellschaften ins Leben; „Musikausübende Gesellschaften", das „große Konzert" in Leipzig (1781 dann ins „Gewandhaus" verlegt). (Frankfurter Kaufleute, die zur Uraufführung von Holzbauers „Günther von Schwarzburg" in Mannheim den ganzen ersten Rang des Theaters aufkaufen wollten, müssen es sich gefallen lassen, vom Kurfürsten als Gäste geladen zu werden. Erft 1789 wurde das Deutschlands — durch seine Dulderpose die Welt von feiner Friedfertigkeit zu überzeugen glaubt toefjon damals, als die Franzosen von den Drusen eine Niederlage nach der andern erlitten hatten, war die Stimmung in Damaskus sehr „gehoben". So sehr, daß tagtäglich die Soldaten gewarnt wurden, nur in größeren Trupps sich auf den Straßen zu zeigen. Erst als wesentliche Verstärkungen der Garnison von Beirut her eintrafen, änderte sich das. Ader auch nur vorübergehend. Denn als von Damaskus immer neue französische Kontingente nach dem Hauron geschickt wurden und regelmäßig jämmerlich geschlagen mit zahlreichen Verwundeten zurückkehrten, oft ohne auch nur einen ihrer Gegner zu Gesicht bekommen zu haben, trat die alte Nervosität wieder in ihre Rechte. Damals erzählten französische Offiziere einem meiner Agenten, der auch französische Offi- zicrsuniform trägt, daß man den Truppen nicht mehr trauen könne. Selbst weiße Franzosen machten davon keine Ausnahme. Wie richtig meine Agenten über die Stimmung in der französischen Syrienarmee berichtet haben, zeigte sich Mitte August, als em Dampfer, der „Messageries Maritimes", der übrigens gerade den Emir Faist'al von Irak an Bord hatte, ein ganzes Bataillon französischer Infanterie nach Marseille zurückbeförderte, welches sich schwerer Meutereien schuldig gemacht hatte. Vorgestern erhielt ich nun Nachricht, daß die Franzosen einige 20 erschossene „Briganten" auf dem „Midan" in Damaskus öffentlich ausftellten, die einen Automobilzug der „Administration Mi- litaire" überfallen hatten. Diese „Briganten" hatten aber doch nichts anderes getan, als jeder tapfere Soldat im gleichen Falle tut und tun muß, den Feind zu schädigen. Aber sie fielen nicht etwa im offenen Kampfe, sondern erst nachdem der französische Convoi die weiße Flagge gezeigt hatte; als sie sich darauf näherten, wurden sie heimtückisch erschossen. Die Schaustellung gerichtlich abgeurteilter Verbrecher ist zwar landesüblich. Wenn aber die Fran- zosen tückisch erschossene Freiheitshelden wie Verbrecher behandeln, so können sie sich nicht wundern, wenn meine Landsleute dies als eine Schmach empfinden, und es gehört feine Prophetengabe dazu, um schon heute zu sagen, daß diese französische Bestialität nicht ungerächt bleiben wird. (Ist schon geschehen. D. Red.) Vorsichtigerweise hatte die Garnison unmittelbar darauf die Stadt verlaßen und auf den Höhen jenseits der Barada ein befestigtes Lager bezogen. Die schönen von Pappeln umsäumten Straßen, die dort zusammenlaufen, wimmeln jetzt von Truppen, die rücksichtslos nicht nur alle Bäume fällen, sondern auch die reichen Gärten, die sich bis zur Stadt hinziehen, völlig verwüstet haben. Tatsächlich steht hier kein Obstbaum mehr. Dlur dann und wann werden starke Abteilungen in Begleitung von Tanks und Panzerautos in die Stadt geschickt, um die Bevölkerung zu „beruhigen". Was sich nun entwickeln wird — Allah allein weiß es. Man glaube aber in Frankreich ja nicht, daß man es nur mit den Drusen zu tun habe. Nein, heute wirkt sich das geistige Erbe des unvergeßlichen Mohammed Bey-Farhid in gleicher Weise gegen Engländer wie Franzosen aus, namentlich gegen die letzteren. Unsere Kassen werden von allen wahren Mohammedanern immer wieder gefüllt, und dieser Kriegsschatz ist für unsere Feinde unerreichbar. Aus ihnen wird sowohl die Armee König Alis von Hedschas, wie die A b d e I Krims, des Emirs von Transjordanien A b - du11ah und der S y r i a n e r unterhalten. Dieser Schatz ist die Quelle, die alle finanziellen Sorgen dieser aufrechten Mohammedaner reguliert, wo immer sie den Kampf um ihre Freiheit, ihren Bildungsdrang und ihre politische Selbständigkeit führen. Zur Zeit sind wir dabei, neue Truppen bereitzustellen. Ehemalige Schüler der früher von Deutschen geleiteten türkischen Schulen haben die Ausbildung in ihren Händen. Der Ersatz geht von hier an die verschiedensten Fronten. Sie würden Drusen als Kavalleristen im Hedschas finden, Tunesier und Aegypter in gewissen anderen Gebieten, Rif- leute im Hauran, dagegen wieder Syrier in Marokko. Selbst die französische aktive Armee wird systematisch mit unseren Leuten durchsetzt, die nur auf den Befehl warten, der kommen wird, je toller es die Franzosen treiben und zu einer furchtbaren Katastrophe führen muß. Vielleicht erklärt sich auch die Nervosität der Franzosen aus dieser unsichtbaren riesigen Gefahr. Sie wissen jetzt genau wie die Engländer, daß wir heute den wahren Dschihad führen. Nicht nut für uns, son- Berliner Opernhaus dem Publikum erstmalig gegen Eintrittsgeld zugängig. Das Zeitalter der Empfindsamkeit wurde zur Geburtsstunde des weltbeherrschenden deutschen Inst r u m e n t a l st i l s. In seinen Elementen von italienischen Einflüssen nicht frei, setzte er die Melodie zur Herrschaft ein, flächig getragen von der Harmonie, die nun auch zur Auswirkung gelangt. Während die lineare Stimme in ihrer gleichzeitigen Verflechtung und Verbindung mit anderen musikalischen Gedanken manches von ihrer Individualität aufgeben mußte, wurde die herrschende Melodie dem Ohre übersichtlich durch ihre Einteilung in Motive, Perioden. Sie erhielt durch kadenzierende Wirkungen etwas Geschlossenes, Gerundetes, sie war imstande, der wechselnden Folge von Gefühlserregungen Ausdruck zu geben, während die polyphone Kunst im Verlauf des Stückes den Grundaffekt festhielt. Das Nacheinander der Gefühlsstimmungen führte hin zu verschieden gestalteten The- men, die in ihrem Gegensatz einander befruchteten; die Sonate, als Grundform der Ouvertüre, der Symphonie, erwächst. Dynamische Ausdrucksmittel, die Mittel des Vortrags gelangten jetzt zur vollsten Auswirkung, und aus ihnen bildete sich die Grundlage einer neuen Orchesterdisziplin. Auch das Klavier machte den entscheidenden Schritt zur Moderne: 2ln die Stelle des Kielflügels trat das Hammerklavier, durch neue Ausdrucksmöglichkeiten die Produktion befruchtend. Der geistige Führer der neuen Orchesterbewegung war der Böhme Johann S t a rn i tz. 1742 erregte er gelegentlich der Kaiserkrönung in Frankfurt als Violinvirtuose ein derartiges Aufsehen, daß Kurprinz Karl Theodor ihn in seinen Prioatdienst nach Mannheim zog. Hier wurde Stamitz der Schöpfer der Sin- sonies d'Allemagne, die von diesem Zeitpunkt an die Konzertsäle Frankreichs, Englands und der Niederlande beherrschten. (Eine der frühesten französischen Symphoniesammlungen svor 1755s: La ine- lodia germanica!). — Den vier Söhnen Bachs fiel die Rolle als Mittler zwischen altem und neuem SM zu. Donnerstag, 5. November 1925 dem auch für euch, unsere alten treuen Waffen- gefährtcn. Unsere Gegner wissen, worum es geht. Die Katastrophe in Tantah ist nur ein Beweis dafür, allerdings auch dafür, daß wir schreckliche Opfer werden bringen müssen. Unsere Taktik beginnt sich zu bewähren, wir werden das Joch der Fremden abschütteln. Niemand Hilst uns ja, und am allerwenigsten der Völkerbund, unter dessen Augen sich in Syrien, wie im Ris und Aegypten, und demnächst auch anderswo Tragödien abspielen, die in ihrer Furchtbarleit selbst manche Episode des Weltkriegs in den Schatten stellen. Oderhessen. Landkreis Gictzcn. • Wres eck, 5. Rov. Olm kommenden Sonntag hält das Männer-Quartett .Harrn o n r c“ sein diesjähriges Konzert im Draun- schen Saale ab. Dem Chor, der unter der Leitung des Herrn Otto Mank tn Wehlar steht, geht tn gesanglicher Hinsicht ein ausgezeichneter Ruf voraus, so daß em genußreicher Abend zu erwarten tst, der noch dadurch erhöht wird, daß kte in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Kapelle Mank-Wteseck den instrumentalen Teil übernommen hat. Cello-Solis eines namhaften Künstlers werden dem Abend eine besondere Rote geben. f. Klein-Linden, 4. Rov. Zu der gestern gemeldeten Besichtigung derFeuer- löschgeräte und der äleberreichung von Ehrenzeichen an 2 Feuerwehrleute fei noch folgendes nachgetragen: Die Besichtigung der Geräte ergab, daß diese in gutem Zustande waren. Um aber mit der Zeit Schritt zu halten, wurde die Anschaffung einer mechanischen Ausziehleiter erwogen, damit auch ein Hilfsmittel gegen Brände der größeren Gebäude vorhanden sei. Richt zuletzt dient die Reuanschaf- fung eines modernen Gerätes auch dazu, das Leben der Feuerwehrleute mehr zu schützen und speziell den jüngeren Leuten den Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr angenehm zu machey. Die Aufstellung eines Trockenturmes für Schläuche soll in den nächsten Tagen erfolgen. Dieser Turm ist umso notwendiger, als die Gemeinde in den letzten Jahren gerade die Schläuche durch Reuanschaffungen wieder auf- gefrischt hat. Als wundester Punkt wurde die Wasserfrage bemängelt. Die Gemeinde ist bis jetzt noch nicht im Besitze einer Wasserleitung. Sogenannte Brandweiher fehlen ganz, und in trockenen Jahren ist das halbe Dorf ohne Wasser für den Haushalt. Was soll erst geschehen im Falle eines größeren Brandes? Bei Wassermangel nutzt auch die beste Ausrüstung und die größte Schlagfertigkeit einer Wehr nichts. Diese Zustände auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens und der Wasserversorgung au beseitigen, wird wohl mit die erste Aufgabe Der kommenden Gemeindevertretung sein. — In der hiesigen sowie in den angrenzenden Gemarkungen sind in letzter Zeit mehrmals Wildschweine gesehen worden. Es handelt sich um 2 alte und 6—8 junge Tiere. Der Keiler soll ein besonders schwerer Bursche fein. -.- Watzenborn-Steinberg, 4. Rov. Am Samstag sprach in einer Bürgerversamm- lung Bürgermeister Schäfer übet das Auf - wertungsgeseh. — Für die kommende Gemeinderatswahl liegen b re i Wahl- vorfchläge vor, und zwar von der Sozialdemokratischen Partei, der bürgerlichen Partei und von der Mittelstandspartei. — In der letzten Gemeinderatssihung wurde für die Zep - pelin-Eckener-Spende ein Betrag von 30 Mk. bewilligt. Ferner beschloß der Gemeinderat, als S t e u e r z u s ch l a g für das verpachtete Gemeindegelände 20 Prozent des Pachtpreises zu erheben. Beanstandungen bei dem Faselvieh anläßlich der letzten amtlichen Untersuchung beweisen dem Gemeinderat die unbedingte Rotwendigkeit der Erbauung eines Fasel st alles, sobald es die finanziellen Ber- hältnisse der Gemeinde gestatten. Bei den Konzessionsgesuchen des Ludwig Jung 3. zur Errichtung einer Schankwirtschaft und des Friedrich Müller zum Betrieb einer Kaffee- und Schank- wirtschaft wird die Bedürfnissrage bejaht. > Holzheim, 4. Nov. Die Arbeiten in unserem Basalt st einbruch, der zum Teil Eigentum unserer Gemeinde ist, zum Teil dem Kreise Gießen gehört, haben seit der Verpachtung geftimmt. Die demnächst ins Leben tretende A u t o • Verbindung Offenbach —Vilbel wurde begrüßt und der auf Fechenheim entfallende Anteil übernommen. einander wurde abgeleugnet, der Akkord wurde zum Klangfarbenflecken. Zuerst empfand man den Reiz der Neuheit, das nervös fragte; aber ein Zuviel mochte den Hörer bald abstumpfen lassen. (Franz Schreker, der in seinen Opern dem Klang- ideal Debussys gefolgt war, sucht jetzt neue Wege.) Als das Akkordliche sich nicht mehr als ausdruckskräftig und abwandelbar erwies, wandte man sich dem Linearen zu, in der bewußten Andersführung der melodischen Linie, unbekümmert um die sich eraebenben Zusammenklänge, den althergebrachten Klangmöglichkeiten bewußt ausweichend. An die Stelle der diatonischen Leiter rückte man die Ganztonleiter; man spaltete die temperierten zwölf halben Stufen in Vierteltöne; man drehte sich im Zirkel der 12 halben Stufen nach jebpr Richtung und verlor jegliches Tonalitäts- und Finalgefühl (man schrieb atonal: I. M. Hauer). Man stellt mehrere Tonarten gleichzeitig gegeneinander und dgl. m. In allen diesen Versuchen könnte man geneigt sein, Ausdrucksmittel höchstgesteigerter romantischer Gesühlsimpulse zu sehen; aber leider entpuppen sie sich meist als rationalistische Geistesprodukte, einem Gewollten nachzugeben: Expressionismus, gar Kubismus in der Verzerrung. Der Kreis um Schönberg- Wien: Alban Berg, A. von Webern, Krenak (neuerdings ein Schüler von Schrecker, Berlin); von den impotenten Oe st- lingen ganz zu schweigen. Daß solche Versuche in der Hand eines wirklich Schaffenden künstlerischer Taten fähig sind, beweist uns Hindemith- Frankfurt, der Schüler von 21. Mendelssohn und Sekles. Mag man auch noch nicht in seinen Werken ein letztes zu bejahendes Ziel erblicken; vielleicht wird gerade ein solcher Umweg die Klangideale, die uns zu abgegriffen erschienen, in absehbarer Zeit für uns mit neuem Wert erfüllen. Dann hat auch solch ein 'Abweg feine innere Berechtigung erwiesen. Daß die Wendung zum Wohlklang zurück nicht mehr fern steht, dafür zeugte das letzte Tonkünstlerfest. -in- Wirtschaft. * Ausländsanleihe der badischen Städte. Nach einer Mitteilung des Städischen Nachrichtenomtes in Mannheim ist der Vertrag über die gemeinsame Ausländsanleihe badischer Städte am Montag, 2. November, für den Betrag von •3} Millionen Dollars abgeschlossen worden. Beteiligt sind die Städte Mannheim, Pforzheim, Konstanz, Rastatt, Lörrach und eine Reihe kleinerer Städte und Gemeinden. Die Badische Girozentrale wurde durch ein Sonderabkommen der Städte und Gemeinden ermächtigt, für deren Rechnung die Anleihe abzuschließen. * Zur Fusion in der Farbenindu- strie. Bekanntlich soll die Zentralverwaltung der I G. (Interessengemeinschaft) Farbenindustrie A. G., die mit einem Kapital von 641,6 Mill. Rm. Stammaktien und 4,4 Mill. Rm. Vorzugsaktien und 104.7 Mill. Rm. Reservefonds gegründet wird, nach Frankfurt a. M. kommen, wie der D. S). D. von Berwaltungsseite erfährt, wird man an diesem Plan infolge des ungeheuren Berwaltungsappa» rate5 bei etwa 100 000 Angestellten und Arbeitern nur bedingt festhalten können, da es nicht möglich ist, diesen Betrieb in der Hauptsache von Frankfurt a. M. zu leiten. Man hat deshalb das System der regional-dezentralisierten Geschäftsorganisation geschaffen. Es wird eine sehr kleine Zentrale lediglich als Verteilungsstelle in Frankfurt a. M. eingerichtet werden, innerhalb deren vier regional gegliederte Betriebsgemeinschaften und fünf teils regional, teils sachlich gegliederte Verkaufsgemein- schaften arbeiten sollen. Diese würden die ihnen zugeteilten Sonderausgaben ihrerseits gesondert und selbständig zur Ausführung bringen. * Kasseler Brotfabrik und. Nahrungsmittel A. G. in Kassel. In einer Gläubigeroersammlung der unter Geschäftsaufsicht stehenden Gesellschaft wurde bei einer unter Vermeidung des Konkurs durchzuführenden Abwicklung der Schwierigkeiten eine Auszahlungsquote von 50 Proz. in Aussicht gestellt. Wie wir hören, hat es den Anschein, als ob die Zahlungsschwierigkeiten ohne Verhängung des Konkurses behoben werden können. * Schuhfabrik Herz A. G., Frankfurt a. M. In dem Ende Juni 1925 beendeten Geschäftsjahr war die erste Jahreshälfte, in der Produktionseinschränkungen eintreten mußten, verlustbringend. Das zweite Halbjahr, das eine wesentliche Besserung aufwies, brachte einen bescheidenen Nüßen. Bei Abschreibungen von 54 700 Rm. und Verwendung von 14 802 Rm. zur Hypotheken auk- wertung wird nach Zahlung von 2400 Rm. für die bprozentige Vorzugsaktiendividende der kleine Gewinnrest von 7623 Rm. vorgetragen. Das Stammaktienkapital von 1 500 000 Rm. bleibt also ohne Dividende. Der Anfang des neuen Geschäftsjahres war bisher zufriedenstellend. v Phoenix A. G. für Bergbau- und Hüttenbetrieb, Abt. Hoerdc, Düsseldorf. Wie die Werksleitung des Hörder-Dereins bekanntgibt, wird entgegen der bisherigen Gepflogenheit, das Grobblech-Walzwerk im Monat für einige Zeit stillzulegen, in diesem Monat von dieser Stillegung Abstand genommen, da für das Werk in der letzten Zeit so viel Aufträge eingegangen sind, daß sich eine dauernde Jnbetriebhaltung ermöglicht. * Vereinigte Königs- und Laura- Hütte A. G. Die Stillegung der Federnfabrik der Werkstättenbetriebe K ö n i g s h ü t t e ist im Zuge. Wegen Auftragsmangel arbeitet das Werk jetzt mit drei Feierschichten wöchentlich. Die Bestellungen sind in letzter Zeit immer mehr zurückgegangen. * B i s m a r ck h ü t t e A. G. Die rumänische Lelindustrie hat der Bismarckhütte größere Auf. träge auf Bohrröhren erteilt. Infolgedessen ist das Röhrenwerk wieder gut beschäftigt. * Stillegungen im Ruhrbergbau. Die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. sieht sich infolge der ungünstigen Wirtschaftslage gezwungen» Ende November die Tagesanlage der Schachtanlage Pluto bis auf die unumgänglich notwendigen Einrichtungen für die Seilfahrt- weitersührung und die Preßlufterzeugung stillzulegen. Dadurch werden etwa 250 Angestellte und Arbeiter zur Entlassung kommen. * Russische Aufträge für den Anilin t r u st. Nach Pressemeldungen hat der russische Volkskommissar für den Außenhandel, Krassin, mit dem deutschen Anilin-Großkonzern einen Vertrag über die Lieferung von Anilinfarben und ähnlichen Produkten in Höhe von etwa 25 Millionen Mark abgeschlossen. Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 55. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Hanns Ingold saß in seinem Bureau und rechnete. Die Fijchtreppen waren fertig, das Turbinenhaus funbamentiert. Im nächsten Herbst konnte alles unter Dach, ein Jahr später die Einrichtung vollendet fein. Der Lampenschein fiel auf seine angegraute Schläfe. Wie vom Pflug geferbelt lief die Falte auf feiner Stirn. Es klopfte. Ein Diener fragte im Auftrage Doktor Engelhardts, ob Ingold nicht hinüberkomme. Er stand auf und sagte, er käme. Er hatte Engelhardts Einladung ganz vergessen. Seit Ruths Heirat und dem Tode des Vaters waren sie sich näher getreten. Langsam legte Hanns den Weg zum Kloster zurück. Es waren nur wenige hundert Schritte. Der Rebel war so dicht, daß er sich wie feuchtes Schleierwerk um Ingold legte. Engelhardt kam ihm auf dem Flur entgegen. „Wollen Sie ins neue Jahr hinüberarbeiten?" fragte er vorwurfsvoll. „Da es kein Abschnitt ist für mich, wäre das eigentlich das Richtige," entgegnete Hanns. „Kein Abschnitt? Kommen Sie herein, wir wollen auch für Sie die Jahreswende zu einem Abschnitt machen." Die Stube lag im sanften gelben Schein der altmodischen Lampe. Es standen mehr Möbel darin, als hineingehörten; Engelhardt wollte sie um sich haben, denn sie hielten ihn warm, wie er zu scherzen pflegte. Ein echt russischer Samowar, den ihm eine dankbare russische Patientin geschenkt hatte, stand auf einem niedrigen Tisch am Kamin. Die Holzkohlen glühten, das Messing blitzte, und ein Dust von Zigaretten war im Zimmer. „Rauchen Sie? Das schade! Ihnen doch'?" fragte Hanns Ingold und schlug unwillkürlich seinen Befehlston an. , Engelhardt lachte, gab aber keine Antwort, sondern sagte: „Jedenfalls rauchen Sie", und hielt ihm Ziga- retten und Zigarren hin. * Konkurse und Geschästsausjich- ten in Bayern. Wie amtlich mitgeteilt wird, sind in Bayern im dritten Vierteljahr 1925 wieder 213 Konkurse eröffnet. In 59 Fällen wurde mangels Masse die Eröffnung des Konkurses abgelehni. Außerdem wurden 103 Geschäftsaufsichten ungeordnet und 23 abgelehnt. Am stärksten betroffen find Handel, Aerkebr und Industrie. Börsenkurse. Frankfurt a.9)?. Berlin Sdjhtfc- fture SchhißH. m-ttio. jörie ScMuT;. fiuts Schlich«, Dlillatj bar[. Datum: 3. 1L 4 11.| 3. 11. 4 11 5% Deutsche NcichSanletde 4% Deutsche Michsanlciye • 0 217 0 213 1.212 j 215 - 0 2805 0 2775 8Ve% Deutsche fH.’irfcoauletbe 3% Deutsche NeichSanlcihe . (125 0.25 0,27 0.265 0.415 0.41 0,11 0.402.1 Deutsche Sparprämienanleihe - 0.12 4% Preußische Koniols • • • 0.2 Jj 0,135 ' .235 0.23 4% Hessen......... — — 0.215 3’/.% Hessen ........ — 0,23 0,23 3% Hessen.......... 0,22 O jrj Deutsche Wend. Dollar-Anl. bto. Doll.-Schatz-Anweisng.*) 90.25 9U,25 91,7-5 91.75 97,1 97,1 9..4 97,4 4% Zolltürken......... 5% Goldmerikaner ... . 7.4 43 75 7. >75 12 5 ’J 7 5 Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 132' 04- 94* 133.6* 95* 133,5* 94 5- Darmst. und Nanonalbank 103,5* 103.5* 103* 103.4* Deutsche Bank......... Deutsch. Dereinsbank .... 105* 66.5 104* 66 105,2* 104,2* Disconto Commandit 111,7' 102.5* 102,2* 102,1* Metallbank......... Mitteldeutsche Eredildank. . 76 89.5* 76 89.5* S9 75* Oesterreichische Creditanstalt 6.75 6,75 Weltbank ....... 0.03 0.03 - _ Bochumer Guß ....... — • __• 69* Buderus ......... 39,5 39.5 39.3 39 Taro ........... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . 36’ 68* 34.5* 67,5* 35.5* 0.75* 34,25* 68,5* 77* 75,5* 8* 76.5* Harvener Berabau..... Kaliwerke Aschersleben...» 105 5 102.2* 106 103 5* 10 ,1 101 7* .Kaliwerk Westeregeln..... Lamahütte . ....... 108.5 34 109 5 35,75 08.5 34,75 108,5 34 9 Oberbedars .......... Phönir Bergbau ....... Rhcinitabl........... Niebeck Montan....... 46.5* 45, 5* 4 17,- 68,75* 67.62* 70.5* o8* iG* 68 55.4* »7,5 55.75* 69 5 55.f2* 6J.5 TelluS Bergbau...... 4o 45 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher LloNd 68,5* 73,75’ 69* 73,9* 69.75* 75* 68.75* 73.5* Theramischc Werke Albin . , — Zementwerk Heidelberg . . Philivv Hoümann .... 62.1 48.25 61,5 4-,5 48.5 « Anglo-Cont--Guano .... Badische Anilin ....... — — 83 83 118* 118* 118.2* Chemische Mayer Alaptn . . — — Goldswiniük .... 60 60 60 OrieSi eimer Electron .... 117,1* 116,6* 116 5* 118 1* Höchster Farbwerke...... 117.7- 116,6* 118,2* 117 Holzverkohlung . ....... 40 ■0 - Rütacrswcrke ........ 62* 61.13* -* 62* ^cheideanstalt ....... 73 Allg. ElektnmätS-Gesellschaft 92,5* 92 ".* 92.5* 91* Bergmann ....... 72* 71 25* 73 Mamkraitwerke ....... 70 68 — Schuckert ......... 67* 67* 6 75* 66* Siemens & HalLke...... 83* 83* 82* Adlerwerke Kleyer ...... 27.5 27 27.75 27.1 Daimler Motoren. ...... •'5 25 2 , 24, 5 25,5 Heyligenstacdl . ...... Meguin. . ..... 25 Ä 28,5 28 Motorenwerke Mannheim . — — 25 26,75 Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgesell'chaft ftran(furt . Pet. Union A.-G..... 27 27 — — 94,5 55 94 5 55.5 55 55 Schuhfabrik Her; . .... 23,7 23 23 5 23,75 Sichel. . Zellstoff Waldbof...... 2.5 2.5 w 79,13 79.5 79 1 79 5 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel 53 46.5 62 46.5 54 53 46,25 Berliner Börse. Berlin, 4 .Rov. Die Börse eröffnete bei stillem Geschäft in uneinheitlich er Haltung. Die Monatsberichte der preußischen Handelskammern, die gegenüber dem Dormonat wieder pessimistischer gestimmt sind, vermochten keine Anregung zu geben, lediglich die Hervorhebung, daß in der M o n t a n - I n d u st r i e der Tiefstand erreicht sei, verursachte einige Käufe in Montanwerten, so daß hier vereinzelt die An- fangskurfe über die gestrigen Schlußnotierungen hinausgingea. 3m übrigen dürfte die relativ feste Haltung der Montanwerte noch eine Nachwirkung der gestrigen Berichte über das nahe bevorstehende Zustandekommen des Eisentrustes fein. Demgegenüber betont heute eine neue Meldung aus Essen, daß, solange die Steuerfrage nicht geregelt sei, an ein Zustandekommen der neuen Gesellschaft nicht zu denken ist, da der Zusammenschluß auS der Notlage geboren sei und nicht von vornherein mit einer Steuerbelastung von 40—50000000 Mk. erschwert werden könne. Das Interesse für die sogenannten amerikanischen Freigabewerte hielt weiter- an. Schiffahrtswerte waren nur gering ge° Dann drehte er den adlergekrönten Hahn und ließ den Teegrog in die Gläser laufen. Es war still, die Zigarre spann blaue Fäden, die Holzkohlen knisterten. Engelhardt fuhr sich in die Mähne, blickte auf die Tue, die in sein Schlafzimmer führte, räusperte sich und begann: „Ja, Hanns Ingold, nun geht auch dieses Jahr zu Ende. Es ist kein Abschnitt, sagen Sie. Ich verstehe, Sin zählen nach Bauetappen. Sie haben Ihre eigene Rechnung." Ingolds wildes stürmisches Drängen war einem ernsten, rastlosen Schaffen gewichen. „Ja", antwortete er. Es klang schroff, beinahe abweisend. Da beugte Engelhardt sich vor und legte ihm die Hand aufs Knie. „Wir sitzen jetzt anderthalb Jahre hier allein und haben uns als Männer, die einmal hart aneinander geraten sind, vertragen. Ich könnte Ihr Vater sein — fahren Sie nicht auf —, es soll keine Anspielung fein, Ingold. Ich habe ein Mandat zu erfüllen." „Ein Mandat!" Mißtrauisch schnellte Ingold auf. „Ja, halb habe ich es mir selbst genommen, halb übertrug es mir jemand, der zwischen uns sonst nie genannt wird." „Ruth!" wollte Ingold rufen, aber er drängte den Namen zurück. Härter kantete sich fein Ge- sich fein Gesicht, trotzig hob er den Kopf. ,Ich wüßte nicht, was für eine Forderung Sie mir zu überbringen hätten, Doktor Engelhardt!" Der Spoti gehorchte ihm nicht, es klang wie eine Drohung. „Keine auf Säbel ober Pistolen! Ich habe nur eine Frage an Sie zu richten. Und die lautet: Wollen Sie wieder so in das neue Jahr hineingehen, soll es wirklich kein Abschnitt fein? Wollen Sie Ihrem Bruder wirklich nachtragen, was der arme Junge damals in Zorn und Schmerz gesagt hat, als er zum Begräbnis kam, mitten aus dem Examen heraus? Wollen und können Sie das, Ingold?" Fahl wurde Hanns Ingolds hageres Gesicht. Mit einem Ruck schleuderte er die Zigarre in den Kamin und setzte sich gerade. Die Finger beiicri, dagegen batten Baltimore und Kanada lebhaftes Geschäft, während Berliner Handel und Stöhr leicht rückgängig waren. K a I i to e r t c lagen in Nachwirkung auf die Ausführungen über die schlechten Aussichten sehr schwach. Ausländische Renten verkehrten lebhaft unter Bevorzugung von Russen und Ungarn, die teilweise höher waren. Heimische Renten waren fast gefchäftslos. Die Erleichterung am Geldmarkt machte riesige Fortschritte. Tägliches Geld notierte 8,5 bis 10,5 Prozent, Mo- natsgeld 10,5 bis 11,5 Prozent. Der französische Franken setzte infolge der französischen Regierungskrise seine Abschwächung fort. Er senkte sich gegen London auf 119,40. Nordische Devisen lagen gegen London etwas schwächer. Die Reichsmark notierte in London 20,35, Amsterdam 59,161 V Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. T elegravhsfche Auszahlun g. Banknoten. 3 Novbr. 4 Nov r. Amtliche (Selb Rott rung Briet Amtliche Notierung Geld Brief WmiL-'Jtou. 168,80 169,22 1.783 19.04 168.82 169,24 Buen.-Aires 1.728 1.734 1.736 Brss.-Antw 19,(Kl 19 01 19.09 Christiania. 85 59 85.61 85.44 85.66 Kopenhagen 101,87 105,13 104 42 104.68 Stockholm - 112,21 112,49 112,25 112.53 HelsingforS 10,555 10.595 10 5f5 10.595 Italien. . 16,58 16,62 1fr 56 16.10 London - . 20.33 20,38 20.232 20.382 Aeuvork . ■ 1.195 4,205 4.195 4,20 Paris. . . 17.26 17,30 16 91 ■6.98 Schweiz . . SO,82 81,02 80 835 81.035 Spanien. 60.02 60.18 59.93 60, 7 Japan . . . '»io de Jan Wien in D-- ..753 1.757 1.751 i) 627 1,755 1.628 0.630 1.629 Lest, obgeft 69.1 .59.27 59,13 59,27 Prag ... 12,42 12.46 12.42 12,16 Belgrad . . 7.42 7.44 7.41 1.43 Budapest. • 5,815 5,895 5.815 6,895 Bulaaricn 3,035 1.015 3,035 3.045 Lissabon 21.175 0,225 21 175 21.22- Daniig. . Konst ntin. 80, to 8085 80 65 80.8 1,365 2,375 2, 65 2,375 Alden 5.79 5.81 5.79 5.81 Canada. . 4.197 1.207 4,197 4,207 Nruguah 4.275 4.28.' 4.275 4.285 Berlin, 4 Novbr Geld Briet Amerikanische Violen ..... i.l8 4,20 Belgische Noten ....... 18,1'5 19,05 Dänische Noten ....... 194.11 104.63 Englische Noten........ 20.28' 20.389 Franwniche Noten ...... 16,92 17 00 Holländische Noten .... 168,41 169.25 Italienische Noten...... 16.57 1 >.65 Norwegische Noten..... 85,21 85 61 Deuisch'Oesterr. ä ioo Kronen >8.95 59.25 Rumänische Noten..... - — Schwedische Noten..... Ul.94 112,'0 Schwerer Noten ..... 80.79 81.10 Svanische Noten ...... 59.75 1 05 Tschechoslowakische Noten . . 12.: 8 12.44 Ungarische Noten 5.845 5.88) Frankfurter Abenbbörfe. Frankfurt a. M., 4. Nov. Die heutige Abendbörse stand wieder im Zeichen größter Geschäftsunlust. Die älmsahlosigkeit drückte auf die Kurse, die eine neue rückläufige Bewegung aufwiesen. Deutsche Anleihen geschäftslos. Im freien Derkehr wurden Reichsanleihe zu 0,212, Schuhgebietsanleihen zu 5,85 genannt. Die Abend- börse schloß still mit Steigung zu weiterem Nachgeben. Bankaktien: Commerzbank 94, Darmstädter Bank 103,50, Deutsche Bank 104, Dis- eontogefellschaft 102,50 (Medio), Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 89,50, Reichsbank 132, Oesterreichische Creditattien 6,75. Schiffahrtsaktien: Nordd. Lloyd 73,87 (Medio). Montanaktien : Gelsenkirchen 75,50, Mansselber 61,25, Caro 34,50, Phönix 67,62, Rheinstahl 55,37 (Medio), Rombacher 28, Kali Aschersleben 106. Chemische Aktien: Badische Anilin 118, Elberfelder Farben 116,50, Höchster Farben 116,62, Holzverkohlung 40. Industrieaktien: Adlerwerke Kle. er 27, Aschaffenburger Zellstoff 50, Dycker- hoff 31,75, Elektrisch Licht und Kraft 92 (Medio). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Rov. Cs wurden notiert: Weizen, Wettcrauer, 23.75 bis 24, Roggen, inländischer, 17.25 bis 17.50, Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 24, Ha'er, inländischer, 19 bis 21, Mais, gelb, 18.50 bis 18.75, Weizenmehl, inländisches, vpezial 0, 33 bis 38.50, Roggenmehl 24.75 bis 25, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10.25 bis 10.50. Tendenz: Fester. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Nov. Der Produktenmarkt schloß sich der allgemeinen Höherbewegung des um die Armstützen des Sessels gekrampft, antwortete er hart und eintönig: „Der Junge hat mich Mörder genannt, Doktor Engelhardt." „Ich weiß es, Ingold, aber können Sie das nicht begreifen, nicht verzeihen? Kommt es denn darauf an, wie Sie dieser aus allen Dernunft- schranken herausgerissene, leidenschaftliche und prächtige Bursch genannt hat ober barauf, wie es ift?7' Kaum hatte Engelharbt bie unkluge Alternative aufgestellt, da sprang Hanns Jngolb aus bie Füße. Und die Fäuste an die Schläfen pressend, schrie er in plötzlich ausbrechenbem, jahrelang unterdrücktem Schmerz: „Das ist es ja gerabe! Ich bin es ja, er hat ja recht gehabt! Nur hätte er es mir nicht ins Gesicht werfen dürfen !Jch weiß ja, baß ich es bin! Ich haben ben alten Mann um feine Wasserweibe gebracht, ihm den Stuhl fortgezogen, ihm bie Welt umgekehrt, ihn ins Grab gestoßen! Lassen Sie mich reben, Engelharbt. Ich weiß, was ich sage. Ich bin ganz ruhig, ganz klar. Aber sehen Sie, es ist nicht anders. Ich muß mein Werk tun. Es reckt sich schon, es wächst, ich spüre es, wie es aus mir heraus ins Lebendige wächst. Das war ja alles tot hier, und ich will, ich will sie lebendig machen, die alte Heimat, sie wirb nicht geschänbet, ber Rhein nicht geschwächt, wenn hier bie Enge gesprengt wirb unb bas riesige Werk das Wasser zum Dienst zwingt. Erst wenn er gefesselt wird, ber rpilbe Strom, werden ja seine lebendigen Kräfte frei!" Aufgepeitscht von Gewissensqualen stand er und streckte bei ben letzten Worten die Hände aus, als müßte er Zeugnis ablegen für fein Werk. Engelharbt roanbte die Augen von ihm ab. Er spürte den Unterschied im Wesen dieses Menschen unb so vieler, bie ohne inneren Antrieb bauten unb frönten. Er achtete das Selbstbekenntnis des glücklosen Mannes unb wollte ihm Zeit gönnen, sich zu fassen. Und er dachte an Ruch unb an ihre Liebe zu Hanns Jngolb. Ein Geräusch ließ ihn aufblicken. Jngolb war von ihm weg ans Fenster gegangen unb preßte bie Stirn an bie Scheide. Draußen stiegen langsam die Nebel. Wellmarkies an, besonders für Weizen. Roggen blieb stark angeboten, Gerste in bester Sorte gefragt, Hafer ruhig, Futterartikel still. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt) 220 bis 223, Weizen (Dezember) 239 bis 238,50, Weizen (März) 242 bis 241,50. Weizen (Mai) 247, Roggen (mark.) 141 bis 144. Roggen (Dezember) 163 bis 162, Roggen (Mörz) 173,50 bis 173. Roggen (Mai) 180 bis 179, Gerste imärk.) 186 bis 210, Futtergerste 149 bis 161. Hafer (märt.) 161 bis 171, Hafer (Dezembers 180 vis 179, Hafer sMärz) 184; pro Doppelzentner: Weizenmehl 27 bis 31,25, Roggenmehl 20.75 bis 23. Wei.^nlleie 11,30 bis 11,50, Roggenkleie 9,10 bis 9,40. Biktoriaerbsen 26 bis 32, kleine Speise- erbfen 25 bis 27, Futtererbsen 19 bis 22, Pe-4 luschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22. Wicken 22 bis 25, Lupinen (blau) 12 bis 12,50. Rapskuchen 14,20 bis 14,40. Leinkuchen 21.30 biS 21,40, Trocken schnitzel 8,10 bis 8,20. Torfme'asse 9,40 bis 9,50. Kartoffelflocken 13 bis 13,30. Soya-Schrot 20 20 bis 20,50. Büchertisch — Querschnitt" (Oktoberhest. — Im Pro- pylaen-Derlag). Mit Rudolf Großmann in Paris bei Po tret: man ift amüsiert. Mit Maryse Ehaisy zu Balzac: man nickt ober schüttelt ben Kopf, je nach eigenem Querschnitt. Mit Hans Walter in bie Kölner Jahrtausendausstellung unb weiter nach Wien zu Adalbert Graf Sternberg, von dem Anton Kuh köstliche Dinge sagt. Dazu erzählt Karl Hau von einer Literaturstunde im Zuchhaus, Buddha lächelt unb die schlanken Mäbchenglicder wetteifern mit ben Orchibeenblüten an Anmut und Schönheit. Fernand Löger und daneben Fräulein Lenglen, Lovis Corinth unb G. Bracque. — Walther Iane11, Lob bes Schauspielers ober Mime und Mimus, Lir-Verlag. Berlin. — Dem Entbecker bes Mimus Hermann Reich ist bas Buch geeignet, vom Verfasser, der kaum eigene Wege geht, jonbern Reich folgt, ihn häufig zitiert, begeistert für ihn unb sein Trauerspiel Ardalio sich einsetzt. Das Buch bringt viel vom Mimus, wenig vom Mimen, wenigstens bem unserer Tage. Es gebt bem Wissenschaftler sehr viel Interessantes; ber Laie ist ein wenig hilflos vor soviel Gelehrsamkeit. Eberhard v. Riesenthal: „Naturdenkmäler unter den 3 agbtieren Deutschland s". Heger-Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau. Preis geb. 12 Mk. Der Verfasser versucht, in ansprechenden Naturfch'lde- ritngen, jedoch auf wissenschaftlicher Grundlage, die einzelnen Tierarten in ihrem Sun und Treiben und mit der ihnen ureigenen Landschaft als Hintergrund uns vor Augen zu stellen, die als „unablässig verfolgte, bzw. im Aussterben" begriffene jagdbare T'.ere dringend eines Schutzes bedürfen oder gar schon als Naturdenkmäler gewertet werden müssen und danach zu behandeln sind. So werden uns in äußerst anziehender Weise Wisent. Elch. Wildschwein, Wolf. Biber, Luchs Wildkatze, Steinadler, Seeadler, Wanderfalk, Uhu. Auerhuhn, Schwarzstorch, Kormoran in ihrer ganzen Eigenart näher gebracht. Liebe zum Walde, zur Tierwelt, zur deutschen Heimat, Wild- kenntnis und Waidgerechtigkeit sprechen aus jedem dieser Kapitel. Geschichtliche, jagdliche und wissenschaftliche Angaben vertiefen das Ganze. Das Werk scheint so recht geeignet, jedem etwas zu geben, der es zur Hand nimmt: dort, wo es not tut, das richtige Verantwortungsgefühl für Iagd und Waidwerk — das „Jägergewisfen" — zu erwecken, das den Iagdausübenden erst zum Jäger macht; daneben aber auch all denen Freude zu bereiten, die bereits Heger und Waidmänner in wahrster Bedeutung des Wortes sind. 629 — Eine japanische Butterfly bringt die Zeitschrift „Das Theater" (Berlin W 9) auf dem ersten November-Heft. Es ist die japanische Opernsängerin Nobuko Hara, die die Rolle auch auf europäischen Bühnen wiederholt schon gesungen hat. Dazu berichtet der Tokioer Korrespondent der Zeitschrift in einem reich illustrierten Aufsatz eingehend über das japanische Theaterleben. Eine ganz neue Welt erschließt sich auch in dem Aufsatz des finnischen Korrespondenten über das finnische Nationaltheater. Neben diesen Aufsätzen, an die sich eine Betrachtung des Herausgebers über die Gastspiele der Pirandello-Truppe und des Moskauer Künstlertheaters anschlieht, kommt aber auch die deutsche Dühnenkunst in zahlreichen Bildern und Artikeln zur Geltung. Unb Doktor Engelharbt konnte nicht anbers, er mußte zu Worten formen, was an Gebanken in ihm nach Ausbruck rang. Er tat es wie im Selbstgespräch. „Sie haben keine Wahl mehr, Hanns Jngolb. Sie finb ber Vollstrecker Ihres Werkes. Es muß Menschen geben, bie sich in einem großen Werk vollenden. Der Gedanke lag in Ihnen, ehe er in Ihr Bewußtsein schoß. Unb ihm haben Sie bas Weib geopfert wie den Vater." „Ich habe Ruth sehr lieb gehabt", kam es leise vom Fenster her. „Ja, aber innerlich stand Ihnen Ihr Werk immer höher als diese Liebe, und deshalb ist es gut, daß bas Möbel stark genug war. Ihnen zu entsagen." Hanns Jngolb starrte schweigend in die auf« hellende Nacht. Licht vorn Himmel sickerte durch ben Nebel. Nach einer Weile ermannte sich Engelhardt unb stand arf. Einen Augenblick überlegte er noch, bann ging er schwerfällig, von der Aufregung wie betrunken, zur Nebentür unb öffnete sie. Er gab seiner Stimme einen festen Klang unb sagte laut; „Hermann Jngolb, kommen Sie zu Ihrem Stuber!" Ein Ruck riß ben Mann am Fenster herum. Er fühlte sich gefangen unb feines Willens beraubt, unb bas war geaen feine Natur. Schon hob er ben Fuß, um bas Haus zu verlassen. Verflogen war alle seine eiserne Stoßkraft unb sein rücksichtsloses Niederzwingen jedes Widerstandes. Niemand hielt ihn auf. Er war schon bis in die Nähe des Kamms gekommen. Hier stand Engelhardt. Als Hanns Jngolb an ihm Vorbeigehen wollt«, hob er bie Hanb unb wies stumm auf bie Nebentür. Unwillkürlich folgte Hanns bem Wink mit ben Augen. Dort ftanb fein Bruder, schlank aufgeschossen, das schmale Gesicht von ebenmäßiger zarter Bläste, bas nachgebunkelte wellige Haar von einem bronze- farbenen Schimmer überglänzt. Er war nicht übet bie Schwelle getreten. In seinen Zügen lagen Scham, Stolz, Sehnsucht unb Trotz in einen er« gretfenben Ausdruck gegossen. (Fortsetzung fvlgt.s D. Lublinski & Co Telephon 1215 Geschäits-Eroffnunsf Unserer werten Kundschaft sowie den Einwohnern Gießens und Umgebung zur gefl. Kenntnis, daß wir unsere Geschäftsräume von der Walltorstraße 48 nach der IO Plockstrasse IO verlegt haben. Gleichzeitig gestatten wir uns, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß wir dort ab heute Donnerstag*, den 5* November 1925 ein Spezialladengeschäft in Farben, Lacken, fertigen Streich- und Oelfarben, Künstlerfarben, Pinseln, Schablonen, Tapeten, Bohnerwachs und allen einschlägigen Artikeln mitführen. Für beste reelle und fachmännische Bedienung sind wir besorgt. Freitag, den 6. November 1925: Metzelsuppe Schlachtplatten Bahnhofswirtschaft Bestgepflegte Biere Exportbier Gießener Brauhaus Fürstenberg-Bräu Donaueschingen iWrträö, München Eigene modernste Kühlanlage 15 000 Kalorien la Spezialwein Flaschenweine billigster Preislage bis zu den leinslen Spitzenweinen erster Güter Hansa Handelsschule J.Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse ^2. November.j Zisch-Zentrale Marktlaubc osw> Freitag vormittag findet in der Markt- laude Verkauf statt v. frischen Sendungen Seefische« fallSJänge,ebenfalls Fluhfische. I. & A. Verhcv. Jg. Hübner, beste ifcßc. rasse,zerleg- bare Ställe lief.biQ. Oellügelhoft. Mergentheim F. 30. Katalog frei. 1549id Reichrzentrale für tzeimatdienst Landes-Abteilung Hessen Freitag, den 6. November, 8 Uhr abends Sluolssettelör o. S. Ws. N. August umiler-Beilin „Die Stellung der Landwirtschaft in der deutschen Volkswirtschaft" Der Dortrag findet in der Neuen Aula der Aniverfität statt. Eintrittskarten: Gesamtkurs Rmk. 3.-, Einzelvortrag Rmk. 1.- bei V. Thallier, Neuenweg 9, und an den Abendkaffen. Karten für Studierende in der Universität. 1M2$D Die Geburt ihres zweiten Sohnes zeigen dankerfüllt an Pfarrer Karl Ramge und Frau Helene geb. Kautz Rendel (Wetterau), den 26. Oktober 1925 ......................................................M—r -K»-ttnM Harmonie | ♦ Wieseck f X Sonntag, den 8. November, t f abends 8 Uhr X im Braun’schen Saale * iKonzertl 1 Chorleitung: X Herr Otto Mank, Wetzlar X Mitwirkende: X Kapelle Mank, Wieseck f t Eintrittspreis 70 Pf. ♦ X ' 10564D X 1OOOO Mk. nur gegen 1. Hypothek auszuleihen. Schriftliche Angebote unter 08941 an den Giesiener Anzeiger. I Für die nasse und kalte Jahreszeit I ist gutes und dauerhaftes Schuhwerk erforderlich. Sie finden bei mir in allen denkbaren Sorten und Preislagen: Dauerhafte Straßenstiefel Kräftiges Berufsschuhwerk mit u. ohne Beschlag Wasserdichte Sport- und Tourenstiefel Filz- u. Kamelhaarschuhe Lederschuhe mit Filzfutter Promenade- und Ledergamaschen = == = W = = W Elegante Straßen- und Gesellschaftsschuhe Gummischuhe in allen Größen in best bewährten Fabrikaten und Qualitäten Schuhhaus BennerMarktstr. 34 Hierdurch gestatte ich mir bekannt zu geben, daß ich das Etablissement Liebigshöhe wieder übernommen und das Geschäft wie seither als Kaffee Konditorei ' Restaurant - Festsäle weiter führen werde. Den verehrlichen Vereinen, Korporationen, Privaten halte ich die Säle zu Veranstaltungen und Festlichkeiten jeglicher Art bestens empfohlen. Ich werde bemüht sein, durch solide Preise und aufmerksamste Bedienung mir das Wohlwollen meiner verehrlichen Gäste zu erwerben. Zum Ausschank gelangt: FEINSTES EXPORTBIER der Brauerei Ihring-Melchior, MÜNCHENER LÖWENBRÄU. Ferner empfehle ich meine reichhaltige Wein- und Speisenkarte, sowie täglich frische Torten, Kaffeegebäck und dergl. - Am Sonntag, 8. Nov., im großen Saale großes Konzert Ich bitte um zahlreichen Besuch CARL TEXTOR 08961 Tel. 240 auch nachts Stud., Ingenieur. erietlt 08952 Schade&Füllgrabe Kaffee Filialen In allen Stadtteilen Filialen in allen Stadtteilen Markus-Gemeinde. Am Sonntag, dem 8. November, veranstaltet die MarkuSgemeinde eine Gemeindefeier in der Turnhalle am Oswaldsgarten, gleichzeitig mit Verkauf von praktischen Handarbeiten, von Mitgliedern des Frauenvereins hergestellt. Der Verkauf wird um 11 Llhr vorm. eröffnet: die Feier beginnt nachm. 2 LIHr. Mitwirkung des Posaunenchors und der Markus-Mädchenvereinigung, Vortrag v. Pfarrer Vliedner-Wittenberg über: Ev. Frauendienst inBrasilien (mitLichtbildern). AlleGemeindegliedersindherzl.eingeladen. Der Männer- und sZrauenvereiu: Frau V. Havvel. Kreisschulrat Fischer. Der Kirchenvorstand: Becker, Pfarrer. NllchMe und WMlinkercW i Mathematik ufiv. für Schüler und Gewerbetreibende. Zu erfr. in d. Geschäfts- stelle des Gteh. Anz. MarkeGrünsiegel ä 2.30 || Marke RotsiegeL ’- ,2.10 Weitere vorzügliche Sorten v.pfund 1.90 und 1.50 VergrümiglilniMlleiWgeii. Die Fuhrleistungen vom Bahnhof Giehen oder Grvhen-Linden zur Herstellung des Kleinpflasters auf der Strahe Klein-Linden—Grohen-Linden, umfassend: 2800 t Kleinpflastersteine, 200 t Randsteine, 2775 t Basaltsplitt.Basalt-u.Mainsand sollen öffentlich vergeben werden. Schriftliche Angebote auf vorgeschriebenem Formular, find bis Dienstag, den 10. d. Mts. vormittags 10 Ähr, bei uns einzureichen. Gießen, den 3. Rovember 1925. Kreisbauverwaltung: Cellarius. In der neuen Packung Unsere neue Kaffee-Packung erreicht: Restlose Erhaltung des Aromas Vollendeten Wohlgeschmack des Getränkes Höchste Ausgiebigkeit Es ist uns gelungen, unter Verwendung einer lüft- und staubdichten Metallfolie eine neue Packung für unseren S&F-Kaffee zu schaffen, welche das feine Aroma und den köstlichen Wohlgeschmack der frisch gerösteten Bohne vollkommen bewahrt 10657c