tbN« M, x 'Nüssen. >u. SJ ^r® w lanbtoiti- reis 3tefelb) ist vordcn. Zer Hof martung Durg. IltkS. UV £U‘ iWetter! peste X--* - Qual- us»ab* 15.00, 8V «hott un'er t. Ängeb^ " D. 208 Erstes Erscheint tLgUch, außer Soniu und Feiertags Beilagen: DiebenerFamilierrblLtter Heimat fm Bild. MonaU-Sez-g,preis: 2 Goldmarli u 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, IBer- lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drafytnad)- richten: Lnzeiaerriesten. poRscheckkonto: granflart a. M. 11686. Blatt 175. Fahrgang Samstag, 5. September 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vnlck und Verlag: vrühl'lche UnioerfttSt^vuch- und Stdnöniderci B. Lange in Sietzen. Lchnstlettung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 7. Annahme von Nnzetae« für die Tagernummer vi« zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite ortlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Ne- blame-Anzeigen oTOmm Breite 35 Goldpfennia, Playvorschrift 20', Aufschlag - Verantwortlich für Politik il Feuilleton: vr Friedr.Wild Longe; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschem; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Gießen Zwischen London und Genf Die ‘-Bereinigung der eurooäilchen Frage, mit anderen Dorten also des deutsch-frcmzösischen Verhältnisses, hat keine wesentlichen Fortschritte gemacht, wenigstens keine sichtbaren. Denn von der Londoner Iuriftenkonferenz sind Gr- gcbnisse — soweit solche überhaupt beabsichtigt find — bisher authentisch nicht bekannt geworden. Die sich gut informiert gebärdende Londoner Presie sogt nicht allzuviel Neues. Der deutsche Delegierte, Ministerialdirektor Dr. Gauß von der juristischen Abteilung des Auswärtigen Amtes hat offenbar ,m Anfang einige Mühe gehabt, gegenüber den An- sprächen seines französischen Kollegen Frorna- geot Deutschlands volle Gleichberechtigung durch- zusetzen. Das scheint ihm im großen Ganzen gelungen zu sein. Im übriaen muh immer wieder betont werden, doh diese Konferenz der juristischen Sachverständigen lediglich eine persönliche Fühlungnahme bedeutet, die nur Informations- zwecken bienen soll, es sich also keineswegs um irgendwie bindende Besprechungen handelt. Immerhin scheint man über die reinen Formalitäten hinweg doch auch an den Stern der Materie heran- getreten zu fern. Und hier ist offenbar die Sank- tionsfrage und die damit eng zusammenhängende Frage der Garantie eines deutsch-polnischen Schiedsvertrages burd) Frankreich Gegenstanb lebhafter Erörterungen, aoer auch starker Meinungsverschiedenheiten gewesen. Wie schon bei einer Reche von Reparationskonferenzen scheint auch diesmal wieder Belgien in dem Streit der Großen eine besondere Rolle zuzufallen. Da ist es im Hinblick auf eine immerhin im Bereich der Möglichkeit liegende Zusammenkunft der alliierten Außen- miniftcr mit Dr. Strefemann von Bedeutung, daß schon in London der belgische Delegierte als Sekundant Englands der Briondschen Auffassung in der Oaranticfrage scharf entgegengetreten ist. Er hat den als Garanten des Rheinpaktes bzw. des beutfch.polnischen Schiedsvertrages vorgesehenen Großmächten England und Frankreich das Recht einer isolierten Aktion im Falle eines Konflikts abgesprochen und die Notwendigkeit militärischer Maßnahmen gegen einen etwaigen Friedensbrecher von der Entscheidung des Völkerbundes abhängig gemacht. Fromageot, der sich in dieser eminent wichtigen Frage von feinen alliierten Stob legen allem gelassen sah, erklärte sich zu , einer Stellungnahme nicht ermächtigt. Gegenüber dieser Darstellung englischer Blätter berührt es eigentümlich, daß nach Genfer Meldungen die alliierten Außenminister Chamberlain, Briand und Bänder» vclde vor Beginn der Dölkerbundsratssitzung bereits eine Besprechung hatten, die zu einer völligen Einigung in ber Paktsrage geführt haben soll. Das würbe also bedeuten, bah man bie Ergebnisse ber Londoner Iuristenkonferenz in Gens not- weggenommen hätte. Damit käme allerdings den Londoner Besprechungen nur eine sehr problematische Bedeutung zu. Ein Moment, der in der Erörterung des Sicherheitspaktes, soweit er bie Rheingrenze betrifft, bisher fast ganz unbeachtet blieb, ist bie Rolle Englands als Garant des geplagten deutsch • französischen Sicherheits- Vertrages. Und doch ist es für Deutschland von größter Bedeutung zu wissen, in wie weit England in ber Lage ist, seinen Garantieverpflichtungen nachzukommen, praktisch gesprochen, also Deutschlanb im Falle eines französischen Angriffs mit seiner bewaffneten Macht beizustehen. Das Gegenteil, ein deutscher Angriff auf Frankreich liegt bei ber augenblicklichen militärpolitischen La^Europas gänzlich außerhalb bes Bereiches ber Möglichkeit. Die Erfahrungen ber Nachkriegszeit haben uns gelehrt, bah mit dem Ausgang bes Krieges unb bem Versailler Frieden England seine Stellung als erste Macht der Welt, ja auch schon als erste Macht Euro- pas zu Grabe getragen hat. Die vielerlei diplomatischen Verwicklunaen der letzten Jahre, vor allem ber Ruhrkamvf, bewiesen die tatsächliche mili- t ä r i 1 d) c Unterlegenheit Englands gegenüber Frankreich. Es ist England nie gelungen von sich aus, ohne den finanziellen Druck Amerikas seinen Willen gegen Frankreich durchzu- setzen. Das „Berliner Tageblatt" weist nun in einem Artikel eines nichtgenannten, aber offenbar gut informierten militörifchen Fachmanns daraufhin, daß fich in dieser auch für uns äußert ungünstigen mili- lärpolitischen Lage Englands bis zum heutigen Tage nichts geändert hat. Das Verhältnis der L u s t- tüftungen Frankreichs unb Gnglanbs sowie die planmäßige Ausgestaltung der französischen U-Boot- flotte sind für das britische Mutterland eine stete Gefahr, die in einem deutsch-französischen Konflikt England die Erfüllung seiner Garantieverpflichtungen äußerst erschweren würde. Englands Heer besteht nach einer lltäqigcn Mobilmachung aus 6 Infanteriedivisionen, 1 Marine- und 1 Kaoallerie- bioisivn, von denen günstigenfalls nach weiteren 14 Tagen vier Divisionen auf dem Kontinent an ber Seite ber deutschen Reichswehr (7 Infanterie- unb 3 Kavalleriedivisionen) eingreifen könnten. Demgegenüber kann Frankreich bereits am 10. Tage 32 Divisionen am Rhein zum Vormarsch ins Innere Deutschlands bereitstellen, die sich nach vier Wochen, also beim Eintreffen des britischen Hilfsheeres auf 90 Divisionen verstärkt haben dürsten. Das anfängliche Stärkeperhältnis von 7:3 würde sich also auf etwa 9:1 zugunsten Frankreichs verschieben. Auch ein Vergleich ber Materialbereitstellungen fällt für England — Deutschland kommt hierbei ja noch der restlos durchgeführten Entwasf- nung nicht in Betracht — ungünstig aus. 1500 französischen Fliegern, denen weitere 1500 Reserven in 4 Wochen folgen, könnte England nur 400 unb ebensoviel Reserven gegenüberstellen, 5000 französischen Tanks stehen 400 englische gegenüber. Es sind also wenig rosige Aussichten, bie sich, ohne baß man bie polnische unb tschechische Die Katastrophe der „Shenandoah". Deuhork, 4. Sept. (X1L KabelMeldung.) I Bisher hat die Shenandoah-Katastrophe 15 Todesopfer unb 16 Verwundete gefordert. Außer dem Kommandanten Lansdvwne konnten nur wenige Leichen infolge der furchtbaren Verstüm- melung rekognosziert werden. Es steht fest, dah ür das llnglücf niemand von der Besatzung verantwortlich gemacht werden kann, auch nicht der Kommandant Weyerbacher. der Kon- trukteur des Luftschiffes, daS nach seiner Meinung vor dem Aufstieg in vollkommener Ordnung war. Bisher Hal das Luftschiff auch die schwersten Wetterproben gut überstehen können. Roch im letzten Januar, wo die .She- nandoah" vom Ankermast loSgerissen wurde unb in das stürmischste Wetter getrieben worden war, halte das Schiff den unfreiwilligen Flug gut überstanden und seinen Konstrukteur von seiner Wettertüchtigkeit überzeugt. Kommandant Lansdvwne galt als einer der fähigsten Luftschifführer. und man kann ihm kaum die Schuld am ilnglüd zuschreiben. Mit Weherbacher stimmen auch die amllichen Kreise überein. Qtur eine «gewisse DÄ>eutung wird der Tatsache beigemessen, daß im Januar die „Shenandoah" von dem deutschen Kapitän Heinen vor einem Unglück bewahrt worden war und daß diesmal kein Deutscher an Bord war. Aach Aussagen eines lleberlebenben, des Leutnants ThomaS Henley wurde daS Luftschiff gerade am Kiel vom Sturme erfaßt, so daß das Luftschiff sofort ein Spfelball deS WindeS wurde, da die Motore auS- setzten und der erste Bruch am Luftschiff bemerkbar wurde. Jedoch wurde daS Luftschiff noch acht Meilen weitergetrieben, ehe es vorn Wind vollständig zerbrochen wurde. Daß bei dem Anglück noch 30 Personen gerettet werden konnten, erscheint Leutnant Henley ein Wunder. Aach Aussagen deS Kommandanten Rosendahl hätte ber Sturm bas Luftschiff in 2500 Fuß Höhe ersaßt unb auf 7000 Fuß binaufgetrieben. Zwei heftige Stürze hätten das Luftschiff gerade in ber Mitte, wo die Kabinen lagen, nach unten gedrückt. Der Flugz eugsteuerrncmn Tob in. ber sich in dem Haupttell ber „Shenandoah" befand, erzählt: Ich befand mich in dem Kielweg der „Shenandoah", als ich ein zischendes Geräusch hörte und das Luftschiff zerbrach. Der Tell des Luftschiffes, in dem ich mich befand stürzte so rasch, daß ich mich, bevor ich sehen konnte, was eigentlich geschehen war. auf dem Gipfel eines Baumes befand. Als ich mich daran machte. Hinabzullettern, wurde ich von den Tauen und Drähten des Luftschiffteiles erfaßt und 1000 Fuß weit mitgeschleift, bevor ich frei kam. Ein anderer Ueberlebenber desselben Luftschissteiles erklärte, in der Dunkelheit habe er zuerst gar nicht sehen können, daß die Spitze des Luftschiffes fehlte. Der Flugzeugbauer Glenn Martin äußerte sich dahin, der Uglücksfall der „Shenandoah" beeinträchtige die glänzenden Aussichten der „leichter als Lusf-Lufischiffe in keiner Weise. Die „Shenandoah" fei nach seiner Ansicht zu leicht gewesen. Die Zukunft solcher Luftschiffe gehöre Luftschiffen von ungeheurer Größe. Zur Untersuchung der Ursachen der Katastrophe ist eine Kommission von Marineoffizieren aus Lakehurst an hie Unglücks st eile entsandt worden. Die Untersuchung gestaltete sich schwierig durch den Umstand, daß bie ilebcrrefte des Luftschiffes gestern und im Laufe der Rächt in großem Umfange ausgeplündert worden sind. Es werden u. a. eine Reihe von Kontrolluhren, der Barograph und wichtige Maschinenteile vermißt. Rach den Feftstellungen der Un- tersuchtmgSkommission ist der Unfall der ^Shenandoah" darauf zurückzuführen, daß durch den Sturm bie Radio- und bie Steuergondel abgeguetscht wurde Zu den hierdurch im Schisfskrper entstandenen Zerreißungen strömte L u f t h e r e i n, wodurch in ber Mitte des Rumpfes eine Aufblähung und schließlich der Bruch herbeigesührt wurde. Im Gegensatz hierzu schiebt Kapitän Heinen, ber Konstruktionsberater beim Bau ber .Shenandoah". die Ursache der Katastrophe der Entfernung von acht der 18 Sicherheitsventile au. Die .Shenandoah" sei nach dem ursprünglichen Entwurf das sicherste Fahrzeug der Welt gewesen und nut bie nachher vorgenvm- mene Aenderung habe daS Fahrzeug unsicher gemacht. Die Besatzung habe für bie Erhaltung deS kostbaren Heliumgases ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Durch das rasche Steigen der .Shenandoah" infolge bes Sturmes hätten die noch vorhandenen Ventile zur hinreichenden Gasabgabe nicht genügt Durch die Aufwärtsbewegung des Luftschiffes sei eine ungewöhnlich rasche Ausdehnung der Gaszellen eingetreten, wodurch der Schiffskörper in der Mitte gesprengt wurde. Die Witwe bei verstorbenen Kommandanten. Margaret Lansdowne, erzählt, daß ihr Mann in ber Gegend von Ohio Sturm befürchtete unb die- dem Marineamt mitgeteilt habe. Der Marinesekretär Wilbur habe eS jedoch abgelehnt, den Flug aufzugeben. Miß Lansdowne lagt, daß politische Gründe daS Marineamt zu diesem Entschluß bewogen hätten. Obwohl ihr Mann in Betracht gezogen habe, daß die „Shenandoah" daS sicherste Luftschiff der Well sei, habe er bezweifelt daß es einem solchen Sturm, wie sie in ber Gegend von Ohio üblich sinb, standhaften könnte. Er selbst habe bie Furchtbarke t dieser Stürme gekannt, well er aus Ohio gebürtig fei. Der Marinesekretär Wilbur bestreitet, daß er an bem Unglück schulbig sei. Henry Ford hätte beabsichtigt, einen Flug mit der „Shenandoah" zu unternehmen, sobald er in Detroit angekommen wäre. Neue amerikanische Plane SwampScott, 4. Sept. (WB.) Präsident Cvolidge sprach die Ansicht aus, das Marinedepartement werde deck Wunsch haben, die .Shenandoah" durch ein für militärische Zwecke verwendbares Luftschiff zu ersehen. Coolidge bezeichnete die Katastrophe als schreckllch wegen des Verlustes an Menschenleben, gab aber der Meinung Ausdruck. daß der Verlust von Luftschiffen sich nicht von der Zerstörung eine» Kriegsschiffes unterscheide. die immer wieder ersetzt würden. Der Präsident beabsichtigt bei Deutschlanb um die Erlaubnis einzukommen, das Luftschiff .Los Angelos" als Kriegswaffe zu gebrauchen. Bekanntlich hatte s einerzeit Deutschland bet der Auslieferung von .LZ 126" bie Forderung gestellt. daS Luftschiff nur alS friedliches Verkehrsmittel zu gebrauchen. Falls Amerika die Erlaubnis nicht bekommen svlfte, so würde es zur Zell über kein einziges Kriegsluftschiff verfügen. Vor der .Shene. ah"-Katastrophe hatten amerikanische Indusri. geplant, die »Los Angelos" als ständiges Vertehrsmittel auf der Strecke Chicago— Reuyork einzusetzen, das sowohl Passagiere wie Frachten befördern sollte. Diesen Plan hat man nunmehr aufgegeben. Alle Sachverständigen stimmen darin überein, daß die Verwendung der Luftschiffe nur für weite Strecken und spezielle militärische Aufgaben in Frage komme. Auch der Chef des amerikanischen Lustfahrtwesens hat den neuen Plan einer Flugverbindung San Franzisko — Honolulu aufgegeben unter dem Eindruck der Verluste an Menschen bei der „Shenandoah"-Katastrophe. Admiral Moffeft, der Leiter des amerikanischen Marineflugwesens, erklärte, daß das surchtbare Unglück die Entwick- lüng des Luftschiffbaues nicht aufhallen würde. So sehr auch die Trauer bei den Familien der Opfer weilen muß, so würde sie aber nicht das Volk für die höheren Aufgaben entmutigen, für die die Toten der „Shenandoah" ihr Leben gelassen haben. Die Beherrschung der Luft bedeutet den Fortschritt der Nationen. Leutnant W h i 111 e von der Luftschifshalle Lakehurst erklärte, daß die „Shenandoah" den Flughafen mit 1 100 000 Kubikfuß Helium in Ordnung verlassen hätte. Das .Los Angelos" werde wahrscheinlich nicht mehr lange fliegen können, da das gesamte Helium in den Vereinigten Staaten für bie „Shenandoah" verwandt worden wäre. Die Gerüchte, daß der Luftschiffhafen Lakehurst ge- schlossen werden soll, werden amllich bemenriert. Auch von einem Berkaus der ,Los Angelos" an Wirtschaftskreise könne keine Rebe fein. Das Beileid der Reichsregierung Reuyork, 4 Sept. (Äabclbienft ber TU.) Anläßlich der Katastrophe ber „Shenandoah" stattete der deutsche Botlchafter Freiherrvon M a 1 y a h n dem Präsidenten Eoolidge einen Besuch ab. um ihm das Veileid dev Reichsregierung auszusprechen. Waffenhilfe gegen Deutschland in Betracht zu ziehen braucht, für uns von einer britischen Unterstützung gegen einen französischen Angriff auf den Rhein ergeben. Bon einer Blockade der französischen Küste wird man sich angesichts ihrer riesigen räumlichen Ausdehnung und im Hinblick auf die Notwendigkeit einer starken britischen Flotte im Mit- telmcer und im Großen Ozean im Kriegsfälle, sich ebensowenig versprechen, wie von ber ßanbung eines numerisch stark unterlegenen britischen Heeres auf französischen Boden. So wenig wahrscheinlich nun auch em den obigen Betrachtungen zugrunde liegender isolierter deutsch- britisch-französischer Konflikt um bie Rheingrenze ist und |o falsch es wäre, die Sicherheitsfrage allein von rein militä r i sch e n Gesichtspunkten aus zu beurteilen, so wichtig ist es doch, sich an Hand nuritemen Zahlenmaterials' klar zu machen, welche ta unlieben Möglichkeiten der Sicherheitspakt Deutschland zum Schutze ferner Westgrenze bietet. Daß dies im Kriegsfälle nicht vielmehr als nichts ist, darf nicht dazu verleiten, die große moralische Bedeutung dieses durch den Sicherheitspakt'einge- leiteten Entgiftungsprozefses zu unterschätzen, wenn auch gesunde politische Skepsis uns davor bewahren muß, nun alles auf eine Karte zu fetzen und vom Sicherbeitspakt eine endgültige Lösung des europäischen Problems zu erwarten. Die Räumung Kölns beschlossen? Berlin, 5. Sept. (Prio.-Iel.) Rach einer Meldung des „Vorwärts' aus Gens soll im Verlaufe der alliierten Ministerbefprechungen d i e Räumung der Kölner Zone grundsätzlich befchlofsev worden fein. Der Beschluß der Räumung soll in drei Monaten erfolgen; eine raschere Räumung fei angeblich aus militärischen Gründen unmöglich. England und -er Rheinlandpatt. London, 4. Sept (WTB.) Der Amtliche Englische Funkdienst teilt mit: Die Besprechungen ber juristischen Sochoerstänbigen Deutschland», Frankreichs, Belgiens und Italiens werden wahrscheinlich morgen z u Ende gehen. In der Besprechung der technischen Einzelheiten des vorae- schlagenen Sicherheitspaktes wurde em erheb, lieber Fortschritt erzielt. Da die Derhand« hingen in (trengfter Vertraulichkeit geführt wurden, beruhen alle darüber angegebenen Berichte lediglich auf Mutmaßungen Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erwähnt die Befürchtung Deutschlands, daß der Pakt, der dem Namen nach zweideutig fei, in der Praxis einseitig wirken könnte, so daß die von Der Seite der britischen Regierung vorzunebrnende Würdigung der Beschassenheii eines französisch-deutschen Konflikts sowie eine Aktion, die von Großbritannien unternommen werden sollte, mindestens einen graduellen Unterschied aufweise, je nachdem der Angreifer e i n Feind ober ein Alliierter fei, dies- Differenz könnte nach deutscher Anstehl zu neuen Schwierigkeiten fuhren, nämlich, daß ein fo friedlich gesinntes fanb wie Großbritannien, das nur mit Schwierigkeiten veranlaßt werden konnte, für feine vormaligen Alliierten zu kämpfen, niemals für feinen oormafigen Feind kämpfen würde. Diese deutschen Erwägungen sind vielleicht eher vraktischer und psychologischer 2lrt, als durch Kar- dinalgrundjätze diktiert. Zu dem Schluß, daß der Völkerbund und keine einzelne Macht als Schiedsrichter oder Vollzieher auf eigene Initiative handeln sollte, ist vor kurzem auch ber bei- gische Vander oelde gekommen in ber Note an bie Alliierten, in ber er Vorschlag, daß keine dritte Partei in den Konflikt cintrclen solle außer durch oder unter der Autorität bes Bölkerbunbes. Es tft beshalb nicht überraschend, daß ber belgische Delegierte ber deutschen Ansicht zuge- stimmt hat. Auch ber italienische Beobachter Pi - l o 11 i Hot biefe Auffassung in vorsichtiger Weise gebilligt. Sir Cecil S) u r ft bagegen hat gezögert, diese These für den Westen anzunehmen und ist geneigt, sich auf Seiten Fromageots zu stellen, ber die deutsche Ansicht nachdrücklich befärupft. Cecil Hurst ist der Meinung, daß, wo britische Interessen direkt berührt werden konnton, Großbritannien am besten die Entscheidung narbe- haften bleibt, ob es Krieg führen wolle oder nicht, da es fich kaum bereit erklären würde, a u f das Geheiß der Stimmenmehrheit einer fremden Körperschaft Krieg zu führen. Der entsprechende Pakt würde die U n- Verletzlichkeit der Rheinlandzone für alle Zeit und unter allen Umständen bedeuten, deren Neutralität dann durch Großbritannien verteidigt worden wäre. Der Zweck dieser neutralen Zone ist die Möglichkeit, den K r i e g s w i l l e n sowohl auf Seiten Frankreichs wie auch Deutschlands zu beseitigen, die bann' nur auf Umwegen Krieg fuhren könnten, auf benen eine Entscheibung nicht herbeizuführen sein würde. Der internationale Friedenskongreß. Das (Genfer Protokoll. Paris, 5. Sept. Zu Beginn der zweiten ArbeftSsihung des Friedenskongresses legte der englische Publizist Robert Dell entrüsteten Protest ein gegen das ungeheuerliche Unrecht. daS tagtäglich im Osten und Süden Deutschlands geschehe. Gr habe Danzig, den Korridor, Oberschlesien und eübtirol besucht und die dortigen Verhältnisse studiert. Gr sei davon überzeugt, daß die politische und moralische Lage jener Gebiete unweigerlich zum Kriege drängt, toemi sie nicht durch einen annehmbaren Rechtszu stand abgelöst wird. Pflicht des Völkerbundes sei es, diese schreienden Mißstände aufzudecken und mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln auf ihre Beseitigung hinzuarbeiten. In der Rachmittagssitzung sand eine lebhafte Aussprache zwischen Anhängern und Gegnern deS Genfer Protokolls statt Unter den Gegnern waren insbesondere die englischen und die deutschen Delegierten. Ein Zusatzantrag der tlchecho-flowakischen Delegierten wurde einstimmig angenommen, in dem der Kongreß vom Völkerbund unverzüglich die Annahme ber Abänderungen im Protokoll noch in diesem Jahre fordert, welche die Annahme deS Protokolls durch alle Staaten ermöglicht. Eine Zusatzaatrag Helene Stöcker-Deutsch- lanb, ber bezweckt, die technische unb moralische Entwaffnung der Völker durch Zusammenarbeit auf bem Fuße bet Gleichheit zu ermöglichen, würbe abgelehnt. allen gegen zehn Stimmen wurde sodann ein Zusahantrag angenommen, in dem das Genfen * Protokoll als bas befriedigendste System bezeichnet wurde, um die Ziele des Völkerbunds- statuts im allgemeinen und eine allgemeine Rüstungsverminderung im besonderen zu verwirklichen Da die Opposition gewisser Staaten: hauptsächlich auf den durch das ernste Sanktionsproblem hervorgerusenen Schwierigkeiten beruhe, beschwört der Kongreß die Delegierten der Völkerbundsstaaten, fest an den im Völkerbundsstatut für die friedsiche Regelung internationaler Streitigfeiten vorgesehen Grundsätzen 'estzuhalten und verlangt, d»h jeder An- ariffskrieg al - internationalesDer- brechen anerkannt werde. Alle Staaten sollen alle tnternattonetW Verpflichtungen achten etct 0«5tf dasel Äerst 'vrech Donr tags uns e 3i Ti fini*1 Pap trag als kenn kraft nach flgöi gäbe Sf --L Aab qinnl- tziht, lutitt ihktk. »rr " hrin9< Jen k allen, Selek id?/ Aus temf Am des schin licht stell" zeige 2kbe Jfeni Atf 2 * non C (dtbi< und 1 tomir terbe seine dem sich i und alle neuen Streitigkeiten einer friedlichen Regelung unterbreiten. Der Kongreß fordert g e - neue Definierung des Angriffsfal> l e S und der Sanktivnen und allgemeine Rüstungseinschränkung alsbald nach dec Ratifizierung des Protokolls. Frankreich gegen den Anschluß. Die Pariser Presse zürn Zwischenfall auf dem Friedenskongreß. Paris. 5. Eevt. (TU.) De Qltenbbiätlcr kommentieren zum Teil noch sehr ausführlich den am Mittwoch auf dem Friedenskongreß vorge- fornmenen Zwischenfall. „Journal des Debats" hebt ausdrücklich hervor, daß auf französischer Seite die Befürchtung bestand, daß Lobe in seiner Ansprache die Frage des Anschlusses Oesterreichs aufwerfen würde. Politisch gesehen habe der Zwischenfall das Gute gehabt, daß Deutschland und Oesterreich nicht länger im Zweifel gelassen werden, daß die französische O e f f e n t l i ch ke i t unter keinen Umständen den Anschluß dulden werde. Löbe sei mit der Hoffnung nach Paris gekommen, daß die französische Demokratie für den Anschluhgedanken zu gewinnen sei. 3n dieser Hoffnung war Löbe durch die Atmosphäre des Marseiller Kongresses bestärkt worden. Es hätte daher gegolten, auf die eine oder andere Weise ihm begreiflich zu machen, daß er in einem s chweren Irrtum befangen fei. Der' ..Temps" sagt in einer erneuten Besprechung des Zwischenfalles, daß der deutsche Pazifismus den Begriff des früheren Imperialismus vom größeren Deutschland vollkommen in sich aufgenommen habe. Oesterreichs Sanierung vor dem Völkerbund. Genf, 4. Sept. iTU.) Der französische Ministerpräsident Painleve traf heute um l/25 Ahr im Völkerbund ein, um den Vorsitz im Oesterreich-Komitee zu übernehmen. Zu der Sitzung erschien auch der tschechische Außenminister Dr. De ne sch Für die Verhandlungen waren besondere politische Maßnahmen getroffen worden und ein Teil des Gartens des Völkerbundspalais, der dem Sitzungssaal benachbart liegt, polizeilich abgesperrt. In der vertraulichen Sitzung gab der Generalkommissar des Völkerbundes Zimmerm ann eine längere optimistische Darstellung der Finanzlage Oesterreichs. Die Wirtschaftssachverständigen R i st und Layton erläuterten die Schlußfolgerungen ihres Berichtes. Sämtliche Mitglieder des Ratskomitees bekundeten ihre Genugtuung über die Fortschritte des Sanierungswerkes in Oesterreich, wobei Painlevc dem Vernehmen nach besonders anerkennende Worte für Oesterreich gebrauchte. Von irgendeinem Termin für den Abbau der Völkerbundskon» trolle in Oesterreich wurde nicht gesprochen. Immerhin ergab die Aussprache eine grundsätzliche Zustimmung zum Abbau der Äont rolle. Chamberlain erhob jedoch trotz grundsätzlicher Zustimmung Bedenken. Bei einer raschen Aufhebung der Kontrolle mühten erhebliche ausländische Kapitalsinteressenten berücksichtigt werden. Auch der italienische Delegierte Scialoja machte diesen Einwand geltend, während Benes ch betonte, daß das Problem der Aufhebung der Kontrolle nicht nur vom finanziellen und wirtschaftlichen, sondern auch vom . politischen Standpunkte aus betrachtet werden müsse. Die Entscheidung der Frage, wann l ein Abbau der Kontrolle erfolgen kann, wird von dem guten Willen des Finanzkomitees des Döl- 1 kerbundes und von der Meinung der Wirtschaftssachverständigen abhängig gemacht,, deren Bericht » erst in einigen Tagen seine endgültige Fassung erhalteü wird. Deutschen-Ausweisungen aus Oesterreich? Wien, 5. Sept. Hier läuft das Grücht um, daß Regierungsstellen sich mit einem Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit befassen. Ein Teil dieses Planes soll die Anregung sein, die in Oe st erreich berufstätigen Ausländer auszuweisen, um Platz für die österreichischen Arbeitslosen zu schaffen. Die Zahl der in Oesterreich berufstätigen Ausländer wird auf 120 000 geschäht, wovon 40 000 Reichsangehörige sind, die staatsrechtlich gleichfalls als Ausländer betrachtet werden. Praktisch hat man bisher die Reichsangehörigen niemals als Ausländer betrachtet oder behandelt und der Ausweisungsplan wird daher den heftigsten Widerspruch in Oesterreich selbst Hervorrusen. Keine deutsch-polnische Verständigung. Fortgang der Optäntenarrsweisnngen. Berlin, 5. Sept. ($H.) Der polnische Minister des Aeußern hat dem deutschen Gesandten in Warschau ein ant 1. September auf der Gesandischast eingegangenes Schreiben zugehe?. lassen, das sachlich nichts Reues bietet. Graf Skrzhnski beharrt auf der ablehnenden Stellung der polnischen Regierung, die nicht verstände, wie die Inanspruch- nähme von Rechten aus einem Vertrag für die Beziehungen zweier Länder verhängnisvoll sein können. Da Polen sich nach wie vor auf sein formales, ihm deutscherseits bestrittenes Recht stutzt, werden also die Optantenausweisungen und die Frage der Beziehungen zwischen Deutschland und Polen w e i t ergeh e n. An einem der letzten Tage haben Polen in dem Dorfe Honigseide (Kreis Stuhm) mehrere aus Polen ausgewiesene Optanten über fallen und mit Stöcken, Bierflaschen unb Latten geschlagen. Zum Schluß stachen die Polen mit Messern auf die Deutschen ein, wobei einem jungen Manne namens Blank der Knochen eines Armes vollständig zertrümmert wurde. Ein anderer Deutscher wurde zu Boden geworfen, worauf drei Polen auf ihn hieben und mit ihren Messern auf ihn einst a ch e n. Unter Aufwendung aller Kräfte gelang es dem Schwerverletzten, den Polen zu entkommen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist hoffnungslos. reifen? Der Gießener Wochcnwarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 220 bis 230. Matte 35. Käse 70, Wirsing Deshalb: Fahnen heraus? Einbruchsdiebstahl in der Ortskrankenkasse. dem Einbruch in der Allgem. Ortstranfen- hinwies. Als erster Redner sprach darauf Generaldirektor Dr. Riedner über Archivwese n und Weltkrieg. Er wies die noch „immer da und dort erhobenen törichten und gehässigen Anschalldigungen über angebliche Archivberau- bungen und Zerstörungen durch die deutschen Truppen zurück, wobei ihm die von unseren Gegnern selbst veröffentlichten Berichte zum Beweise der Unhaltbarkeit solcher Vorwürfe dienen konnten. Don besonderer Bedeutung waren die Darlegungen über die Durchführung der Archiv- lich wiverholte er die immer wieder zu stellende lich wiederohlte er die immer wieder zu stellende Forderung auf Oeffnung der f e in dl ichen Archive als des einzigen Mittels zur völligen Beseitigung der Kriegsschuldlüge. Der Rachmittag brachte nach einem einführenden Vortrag des fürstlichen Thurn» und Taxisschen Oberarchivrats Dr. Frehtag -Re- toaltung in Syrien die Schuld an den Unruhen trägt. Die Lage in Marokko. Paris, 4. Sept. (Haras.) Das französische und fpanifdje Marinegeschwader und die Flugzeugge- schwader beider Länder beschießen Alhucemos seit drei Tagen. Keine französische Streitkraft wird sich an der Landung beteiligen, abgesehen von der Unterstützung durch das Marine- unb Flugzeuggeschwader. Die Spanier führen gegenwärtig einige Einzelunternehmungen an der Front von Melilla durch. An der französischen Nordfront sind die Truppen überhaupt noch gar nicht in Tätigkeit getreten, so daß von einem Beginn der französisch- spanischen Generaloffensive, deren Vorbereitung allerdings eifrig betrieben wird, nicht die Rede sein kann. Die Bombardierungsflugzeuge, die jüngst in Marokko eingetroffen sind, werden in der Umgegend von Fez eingesetzt werden. Es handelt sich um Flugzeuge mit Doppelmotoren, die Bomben von 200 Kilogramm Gewicht mitnehmen. Die Mossuifrage vor dem Völkerbund. Genf. 4. Sept. (WTB.) In nichtöffentlicher Sitzung beschloß der Völkerbundsrat. die weitere Behandlung der Mossuifrage einem dreigliedrigen Ratskomitee zu übertragen. das aus Quinones de Leon-Spanien, G u a n i - Uruguay und II n b e n - Schweden besteht. Diese Kommission wird ihre Arbeiten sofort auf Grund der Unterlagen aufnehmen. die in dem Bericht der Mossulkvmmission enthalten find bzw. von den beiden Parteien geliefert wurden. Die Beerdigung Böllings. ' Darmstadt, 4. Sept. Heute, gegen Mittag, fand in Gegenwart eines nach Hunderten zählenden Trauergefolges die Beisetzung des verstorbenen Generalmusikdirektors Michael Dalling auf dem Waldfriedhof statt. Rachdem Stadtpfarrer Vogel zunächst am Portal des Friedhofs eine Ansprache an die Trauergemeinde gehalten hatte, bewegte sich der Leichenzug nach dem Grabe. Bei der Bestattung waren zugegen der Minister des Innern von Brentano sowie noch andere Vertreter höherer Regierungsämter: . Die Jubiläumsfeier der russischen Akademie der Aus Stabt und Land. Gießen, den 5. September 1925. Neue Bestimmungen über die andwirtschaftiichen Notstands- Kredite. Die Abteilung für Ernährung und Landwirt- schast des Hess. Ministeriums für Arbeit unb Wirtschaft gibt bekannt: In Verhandlungen mit den Stellen, welche die Geldmittel für den staatlichen Rotstandskredit seiner Zeit zur Verfügung gestellt hatten, wurde erreicht, daß die gewährten Darlehen unter Berücksichtigung der gegenwärtigen schwierigen Verhältnisse in der Landwirtschaft rricht bereits in ihrer ganzen Höhe zum 1. Oktober d. I. zurück» gezahlt werden müssen. Das Entgegenkommen erstreckt sich jedoch nur auf Darlehen, deren Gesamtbetrag bei dem Einzellandwirt 100 Mk. übersteigt. Darlehen unter diesem Betrag sind bis zum I. Oktober d. 3. zurückzuzahlen. Landwirte, deren Gesamtschuld aus dem staatlichen Rotstandskredit mehr als 100 Mk. betragt, haben bis zum 1. Of lobet d. I. ein Drittel der Ähuld. mindestens jedoch 100 Mk., zuruckzu- zahlen. Das zweite Drittelnder Darlehen ist bis zu m 1. Dezembe r fällig"'Ueber den Zeitpunkt der Rückzahlung des letzten Drittels sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Für Rückzahlungen, die erst nach dem 1. Oktober d. I. geleistet werden, muß mit einer Erhöhung des Zinssatzes gerechnet werden. Fahnen heraus! Mitbürger? Den Angehörigen unserer früheren Garnison mutz Gießen einen würdigen Empfang be- Zu !asse Gießen erfahren mir noch, bah bie geraubte Summe nicht 11000 Mk., sondern 1 4 022 M k. aensburg eine Besichtigung des ihm anvertrauten Archivs und der Hofbibliothek. Am Dienstag vormittag fanden längere Beratungen über die Frage Archivalien-Diebstähle und ihre Verhütung statt. Hierauf machte Hofrat H ö d l vom Kriegsarchiv in Wien aufschlußreiche Ausführungen über Geschichte, Einrichtung und De- Wettervoraussage. Rur geringe Besserung der herrschenden Wttterung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,7, Minimum 5,4 Grad Celsius. Riederschläge: 8,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 6,9 Grad Celsius. * * Das Speiseeis im Strahenver- k a u f. Dom Polizeiamt Gießen wird uns geschrieben: Durch chemische Untersuchung ist festgestellt worden, daß die von Straßenhändlern in den Verkehr gebrachten Speiseeise (Fruchteise) nicht aus natürlichen Früchten, sondern aus aromatisierten und künstlich gefärbten Ersatzmitteln (Eispulver, Essenzen) hergestellt worden sind Wir weisen darauf hin, daß derartig hergestellte Eise nicht unter Bezeichnungen, die für aus reinen Produkten hergestellten Waten (Fruchteis, Banllleeis) üblich sind, zum Berkaus gebracht werden dürfen. Derartige Erzeugnisse müssen als „Kunsteise mit Himbeer-, Erdbeer-. Vanillegeschmack usw." deutlich gekennzeichnet werden. Bei Zuwiderhandlungen wird auf Gtuno des § 10 des Rahrungsmittelgesetzes vom 14. Mar 1879 eingeschtitten werden. Die meist gleich- zettig mit dem Eise zum 'Verkauf kommenden Waffeln müssen im Interesse bet öffentlichen Reinlichkeit und Gesundheit in geschlossenen, vor Straßenstaub und Schmutz gesicherten Behalt- nissen aufbewahrt werden. " Das Ktiegsmuseum geöffnet. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß während des Großen 116et-Tages das Ktiegsmuseum. Landgraf-Phllipp-Plah 2 (Reues Schloß) unentgeltlich zur Besichtigung geöffnet ist. •• Falsche Reichsbanknoten über 20 Re ichsrnark. Don den feit Rovember v. I. zur Verausgabung gelangten Reichsbanknoten übet 20 Reichsmark mit dem Datum des 11. Oktober 1924, bie ihren Schutz in einem natürliche, über bie ganze Rotenfläche rsicherten Wasserzeichen (ftUifietter Reichsadler mit darüber be- — Tageskalender für Samstag. 116er-Tag: 8 Uhr abends „Volkshalle" Begrüßungsabend mit Festspiel. — Gesangverein Heiterkeit: Dereinslokal 8l/t Uhr KommerS zur Feier des 47. Stistungssestes. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die Königsgrenadiere". — Asto- ria-Lichtspiele: ..Der Reitet ohne Kopf". — Tages?alenber für Sonntag: 116er-Tag 10.30 Uhr Denkmahlsrveihe unb Feld- gottesbienft auf dem Lanbgraf-Philipp-Platz. 5 Uhr nachmittags kamerabschaftliches Zusammensein in ber Volkshalle. — Lichtspielhäuser wie Samstag. Der tschechische Kampf gegen ( die deutsche Schule. Prag. 5. Sept. (Wolsf.) Rach einem von Prager Blättern veröffentlichten Artikel des deutschen Abgeordneten Kostka wurden seit dem Umsturz in der Tschecho-Slowakei 24 Prozent des deutschen Schulwesens vernichtet. Insgesamt wurden von 11 747 deutschen Schulen 2789 gesperrt. Der preußische Kultusetat Höheres Schulwesen und Universitäten vor dem Hauptausschuß. Berlin, 4. Sept. (T. U.) Der Hauptausschuß des preußischen Landtages nahm heute bie Ab- timmungen zum Kapitel „Höheres S ch u l = I wese n" vor. Angenommen wurde ein Antrag, der größere Mittel für die Weiterbildung der Leh- I rer und Lehrerinnen fordert. Der Fortbestand kommunaler höherer Lehranstalten soll durch ausreichende Staatszuschüsse gesichert werden. Weiter wird gewünscht, daß den höheren Lehranstalten die Einrichtung von h ö ch st e n s drei! Parallelklassen gestattet wird. Die P f l i ch t- tundenzahl an den höheren Lehranstalten soll aber wieder so festgesetzt werden, wie sie bis Ostern 1925 war. Weiter wird gefordert, daß die soziale Staffelung des Schulgeldes weiter ausgestaltet und die augenblickliche Höchstgrenze unter feinen Umständen überschritten wird. In allen Schulen soll die tägliche Turnstunde ein- geführt werden. Der Ausschuß wandte sich dann der Beratung des Kapitels „Universitäten und technische Hochschulen" zu, über bas sich eine längere Aussprache entwickelte. Kultusminister Dr. Decker wies darauf hin. daß die Reform der Hochschulverwaltung weiter fortgeschritten sei. Gewiß seien nicht alle Wünsche erfüllt worden, aber man müsse bedenken, daß I sich die politischen Verhältnisse seit dem Beginn der Reform wesentlich geändert hätten. Es komme darauf an, in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Regierung und Universitäten unter Beibehaltung der historischen Linie die notwendigen fortschrittlichen Verbesserungen durchzusetzen. Der Erlaß der neuen Universitäts- und Hochschulversas- s u n g stünde unmittelbar bevor. Die Mitwirkung I der Richtordinarien an den Berufungsvorschlägen habe sich bewährt. Die Gehaltslage der Hochschullehrer sei unter anderen Gesichtspunkten zu regeln als die Gehaltsfrage der übrigen Beamten, da hier ein ständiger Austausch mit anderen deutschen Ländern erfolge und Preußen konkurrenzfähig bleiben müsse, ja eine führende Stellung zu vertreten habe. Den Gedanken, jeden Professor nach einer Reihe von Arbeitsjahren ein Urlaubsjahr zu wis- I senschaftlicher Forschungstätigkeit zu gewähren. J halte er für notwendig, aber allgemein jur 1 Zeit nicht durchführbar. Die Verhältnisse in der Studentenschaft hätten sich namentlich in der wirtschaftlichen Selbsthilfearbeit günstiger und ruhiger entwickelt. Man dürfe nicht jede politische Entgleisung verallgemeinern. Der Minister begrüßte den von allen Parteien ausgebrückten Wunsch nach Förderung ber St ubentenheime. Die Regierung erhoffe von ber Errichtung von Studentenheimen günstige ideelle und wirtschaftliche Folgen. Auch unerfreuliche polttische Erfcheinun- gen in Profesforenkreifen dürften nicht gleich verallgemeinert werden. Die wissenfchaft- liche Fortbildung ber Arbeiter werde vom Ministerium aufmerksam gefördert. Die Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M. habe sich gut entwickelt. Der Minister wies dann rauf die Rotwendigkeit einer stärkeren Verbindung von Technik und Wirtschaft an der Technischen Hochschule hin. Die Pflege der Leibesübungen an den höheren Schulen habe sich gut entwickelt. Die Studentenschaft finde hier ein geeignetes Betätigungsfeld für ihre Selbstverwaltung. • Keine Erhöhung der Beamlen- gehätter der Reichsbahn. Berlin, 4. Sept. (WTD.) Heute sand eine von den Gewerkschaften ber Reichsbahnbeamten gewünschte Aussprache über bie Erhöhung ber Beamtenbezüge ber Reichsbahnbeamten mit dem ftelloertretenben Generaldirektor ber Deutschen Reichsbahngesellschaft, Direktor Dorpmüller, statt. Der Vertreter ber Reichsbahnge- sellschaft erklärte, daß Geldmittel zu einer Erhöhung ber Beamtenbesolbung nicht vorhanben seien unb boher nur durch eine Erhöhung ber Eis enbahntarife eingebracht werben könnten. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft könne sich aber zu einer solchen Maßnahme nicht entschließen, ben sie würbe ben Absichten ber Reichsregierung auf Senkung ber Prese bireft 3 u w i b erlaufen. Neue Steuern in Frankreich. I m 50-Pf.-Stücken (300 Mk.), Dollarschatzanrveisun- wt||£ni(Qu|tcn* I gCn (399 Mk.), 1 Briefumschlag mit 1500 Mk., ein Petersburg, 5. Sept. WTB. Funkspruch.) I Briefumschlag mit 942 Mk.. bas übrige Gelb (Pa- ber Jubiläumsfeier ber ruf ischen Akabemie ber pierscheine zu 50, 20, 10, 5 unb 2 Mk.), war ge» Paris, 5. Sept. (TU.) Wie amtlich gemelbct wirb, zeigt Caillnux neuer Etatsent - m u r f für 1926 ein Anwachsen ber Ausgaben teils infolge ber Preissteigerung, teils weil frühere Ausgaben noch ungebedt sinb, so baß ein Defizit von 3 460 000 000 Frank entstauben ist. , 1.-7-.-°^-^: -- Zu besten Deckung hat Caillaux eine einheitliche 2^7 1'2 Vermehrung aller birekten Steuern, 1 bie- oor allem bie Erhöhung ber Steuer aus bem Arbeitseinkommen, Dorgefcqlagen, ferner neue Steuern für ben unprobuftiöen Grundbesitz unb eine progressive Kapitalsteuer, bie burchschnittlich 40 Proz. der Kapitaleinnahmen betragen soll. der Werdegang des Oesterreichischen Heeres, dieses ruhmreichen Pioniers deutscher Kultur im Osten, von seinen Anfängen bis zum Ende der Monarchie widerspiegelt. In der Rachmittags- sitzung hielt Staatsoberarchivar Dr. Fürst- München einen Vortrag über die Reichsstädtischen . -r - - 1 Archive Bayerns mit besonderer Berücksichtigung Dre Ursachen I Regensburgs, der über die Mediatisierung der Reichsstädte in Bayern und deren Folgen für oes XJrUfCnaUfFlunue» diese Archive neue und interessante Forschnngs- Paris. 4. Sept. (TU.) 2n Kairo hat die I ergÄnisse brachte. Liga für das Selbstbestimmungsrecht des Liba- QIn den Archivtag schließt sich am Mittwoch nons eine öffentliche Prote st Versammlung uni) Donnerstag die Hauptversammlung der beut» gegen die französische Herrschaft in Syrien ab- I schen Geschichls- und Altertumsvereine und die gehalten. Zahlreiche Anwesende aus dem Konferenz der deutschen Landesgeschichtlichen In- Libanongebiet und aus Syrien legten die Ur» ftitute an. fache zum Drusenaufstand klar. Obwohl in den itttvrtff eineä Tierkättbinetd. letzten Jahren die drusische Bevöllerung gegen- UNsaU eines ^rv<,N0»llers. über den französischen Behörden eine friedliche Berlin, 4. Sept. (WTB.) In ber heutigen Haltung gezeigt habe, hatten die Franzosen alle Abenbvorstellung bes Zirkus Krone ereignete Jtffi Beschwerden der Bevölkerung mit Auswei- ein aufregender Zwischenfall. Als in bem Vorsuy» fung und Gefängnisstrafen beantwortet, rungsaft ber zwölf bengalischen Königstiger Der Bon einer Schuhherrschaft im Rainen des Böller- Dompteur Sailor Jackson bie Tiger wieder noch bundes wäre nichts zu spüren gewesen, die fr an- I ben Käfigen zurücktreiben wollte, leistete eine zösischen Maßnahmen hätten sich im Rahmen Tigerin Wiberstand, sprang g eg en ben brutaler Kolonialherrschaft bewegt. Dompteur unb brachte ihm oberhalb bes Her- Das ..Echo de Paris", das einen Bericht von zens b re i flaffenbe Wunben bei. Das Pu- ber Versammlung in Kairo gibt, fordert energisch blikum schrie entsetzt auf; es enftanb sedoch keine den. Rücktritt des Generals Sarrail Panik. Das Tier fonnie_ mit einigen blinben und gesteht damit ein, daß Bie französische Der- I Schüssen in ben Käfig zurückgetrieben werben. beträgt. Von biesem Betrag gehören runb 2500 Mk. ber Baugenossenschaft 1894, deren Kassierer bei ber Ortskrankenkasse beschäftigt ist unb ben Betrag m deren Kastenschrank aufbewahrte. Das gestohlene Geld war geordnet in Hartgeld und Papier; es bestand aus 1 Rolle in 3-Mark-Stücken (90 Mk.), 25 Rollen in I-Mark-Stücken (1250 Mk.), 12 Rollen Zu der Jubiläumsfeier der ruf ischen mraoemie oer 1 pierfd^ei Wissenschaften sind aus Deut chlcmd, Japan unb | bünbelt. Norwegen Delegierte eingetro fen. Maxim Gorki richtete aus Italien einen Brief an bie Akabemie, in dem er fein Bedauern ausdrückt, daß er an den Jubiläumsfeierlichkeiten nicht teilnehmen könne. ________________ . „ Auch Der deutsche, französische, italienische und japa- 15. Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, nische Botschafter richteten Glückwunschschreiben an rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, die Akademie. Der deutsche Botschafter, Graf von Dohnen 25 bis 30. Unter-Kohlrabi 5. Misch- Brockdorff-Rantzau, betonte in feinem gsmüse 15, Tomaten 20, Zwiebeln 15, Meerrettich Schreiben, daß die Zweihundertjahrfeier ber Aka- 100, Rhabarber 20. Kürbis 8 bis 10, Pilze 35 bemie zugleich auch ein Jubiläum ber engen Der- bis 40, Kartoffeln 4U«, Frühäpfel 18 biÄ 20, Fall- binbung zwischen beutscher unb russischer Misten- I äpfel 5, Dirnen 20 vis 25, Zwetfchen 20, Drom- schäft sei. beeren 40. Weintrauben 45, Preiselbeeren 70, OIrrhinfrtrt junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Pf baS Der oeut|a)e nrcgiviag. Pfund; Tauben 80, Eier 16. Blumenkohl 30 bis Im altehrwürdigen Reichstagssaale zu Re- i50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, gensburg wurde in Gegenwart sehr zahlreicher I Nnmachgurken 1 bis 3, Endivien 10 bis 20, Vertreter der deutschen Archive, die aus allen ! Ober-Kohlrabi 5 bis 10. Lauch 10, Rettich 20 Ländern des Reiches und aus Oesterreich zu- b!8 30, Sellerie 40 Pf. das Stück; Rcchieschen fammentamen, der siebzehnte Deutsche Archivtag I Dd. 15 Pf. eröffnet. Die Verhandlungen leitete der General- Borv.I. bireftor der staatlichen Archive Bayerns, Dr. Riedner. Don feiten der bayerischen Kreisregierung der Oberpfalz begrüßte die Versammelten Regierungsdirektor S t ö h s e 1, der in sachlich bedeuftamen Ausführungen auf die Wichtigkeit der Archive für die Staatsverwaltung und das staatliche Leben überhaupt und auf die Rotwendigkeit fachmännischer Leitung und Deauf- fichtigung auch der nichtstaallichen Archivkörper 'UtxxterwiifHielt uelwaf ■ finditchem Worte .Rcichsbant^j und in den im ^apicrftoff eingebetteten, purpurroten Pflanzen- fofem. sowie in der die gan^e Fläche bei C4>au- tanbc» bedeckenden gemusterten Bltndpcägung tragen, ist eine Fälschung feftgeftelll worden, die al» solche an nachstehenden Merkmalen zu er- fermen ist Wasserzeichen S tellenweise fräftig und scharfkantig, stellenweise la am sichtbar nachgebildet Pflanze nsasern Mau ausgeklebt. Frauenbildnis Flache Wiedergabe. Augen-. Aasen- und Mundzeichnung in dicken Linien ausgeführt Dor Annahme dieser Fälschung wird gewarnt •* ©le Stenographengesellschaft Babelsberger und Damenabteilung e. v beginnt, wie aus dem heutigen Anzeigenteil hervor- geht. in der nächsten 'Loche mit neuen Uebungö- futfen. Nachdem nunmehr die Neichskurzschrist m ihrer jetzigen Form gesichert ist, kann nur jedem. c>er in seinem Berus der Stenographie benötigt, dringend empfohlen werden, die Tteichskurzjchri't in den kommenden Wintermonaten zu erlernen. Auch allen, welche die Kurzschrift bereits beherrschen, ist Gelegenheit zur Fortbildung gegeben *'EinelanbwirtlchaftlichcKrei»- I d)wati Dr. Thompson» Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pfg. Gehr gut mSbl. Zimmer sofort (auch kur»« Sdti *u Perm. „re linikstraftc St u. Möll. Zimer au uermieten *nt 8rof0erfet9(t.22in. Pension Brand Neuen Bäne 2S Sonnige möbl. Zimmer nuch für einzelne Tage für yest> tcilnebmct mit oder ohne Bervstegung. Z'L Betr.: QZcubau eines Physiologischen Institut» zu Gießen. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis aus die staatlichen Der- dingungsvorschristen sollen für den Reubau des Pbhstologif chen Instituts zu Gießen folgende Arbeiten vergeben werden: a) Hauptgebäude: Zementarbeiten (460,00 qm Betonsuß- bSden.) rerrazzoarbeiten (150.00 qm Terrazzo- böben, 130.00 lsd. m Terrazzosockcl.) Schloff erarbeiten. Los I (51 einst. Türen, 5 zweist. Türen, 5 Glasadschlüste anzuschlagen.) LoS II (61 einst Türen, 5 zweist. Türen, 6 Glasadschlüste anzuschlagen, 95 kg Fußkratz- und Lichtschachtroste. > Los III (30.2 lfd. m schmiedeeisernes Treppengeländer.' Los IV (31,5 lsd. m schmiedeeisernes Treppengeländer । b) Stallgebäude: Grd- und Maurerarbeiten 3'mmeratbeiien <9 cbm Tannenholz zu liefern, 560 Ifb. m Holzwerk zu bc- ’.rbcitcn, 67 Ifb. m Dachgesimse usw.) -?achbcckerarbeiter. (132,00 qm Schieferdach mit Schalung. 22 lsd m Kehlen usw! Spcnglerarbeiten <29 lfd. m Hänge- far.bcl. 12 Ifb. m Abfallrvhre aus Zink ufto.) S?ie 3crb!ngungsunterlcgungcn und . chmgen Liegen auf unserem Amte, Stephanstrahe 18, zur Einficht osten. An. bolsoorschriften «keine Zeichnungen' stnd i-atelbft solange der Dorrat reicht, zum .Herstellungspreis erhälUich. • Angebote finb verfchlosten. mit ent- 'prechenber Aufschrift versehen bis zum Donnerstag, dem 17. d. M., vormittags 11 Uhr. dem ErSstnungStcrmin, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 4. September 1925. Hessisches Hochbauamt Dießen. I. D.: Kuhlmann. 3317c Dullenverkauf. Die Gemeinde Salzböden hat einen 4'/, jährigen schlachtreifen Bullen zu Der« häufen. Derselbe wird am Dienstag, den 8. dss. Mts., vorm. 10'/, Uhr, im Hofe de» Büstenhalters H». Nr. 5 dahier öffentlich meistbietend versteigert. Di« Derhaufs- btbmgungen werden im Dersteigerungs- termin bekannt gegeben. Salzböden, den 4. September 1925. 8337D Der Gemeindevorsteher. 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Damm und alle Angehörigen. Reiskirchen, Oppenrod, den 5. September 1925. Die Beerdigung findet Montag, 7. Sept., mittags 2 Uhr, statt. Wir eröffnen Dienstag, 8. Sept.. abdS. 7 Uhr, in der Stadt« knabenfchule, Nord« aniage einen AnssnMklirsuS In lmöelltzslnrzsllMft unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Reichs« kurzfchrift. Unter« richtsgeld 10 Mk. Anmeldungen werden v. Herrn Fidel Balken, Goelhe- strahe 48, oder zu Beginn des Kursus entgegengenommen. Beginn derDtkiai« kurfe Montag, 7. 9., 7 und 8 Ubr. Beginn des Jort- bildungskurf. Dienstag, 8. 9, 8 Uhr. Beginn des Rede« fchrtstkurfus Mittwoch. 9. 9., 8 Ubr. Stenographen goeoU- sehall und Damen- abtellung e. V. Gesangv. Heiterkeit. Heute Samstag, den 5. September, abends 81/* Uhr: Kommers i. Vereinslokale zur stier des 47. SlWWsesles Um rege Beteiligung fämtlicher Mitglieder bittet 83S4D der Vorstand. Bauplatz an der Südanlage zu verkaufen. 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Dah der Menjch und nichk die Maschine dos Wichtigste ist, daß alle Arbeit Dienst an der Menschheit sein mutz und nicht allein auf Geld- erwerb eingestellt bleiben darf, das wurde mit Nachdruck von allen Seiten ausgesprochen und dann als gemeinsame Losung ausgegcben. Die Kontrolle der Schulbücher aus nationale und konfessionelle Gehässigkeiten hin, die von einem besonderen Ausschuh weiter geführt werden soll, verspricht wirkungsvoll zu werden. Vielleicht kommt auch manche der internationalen Einrichtungen zustande, die auf dem Gebiet der Presse, der wirtschastsethi- schen Forschung usw. gefordert wurden. Stockholm bedeutet nicht einen sofortigen Erfolg, wohl ober einen ersten Schritt auf einem neuen Wege. Es bedeutet den Anfang neuer Verantwortung und neuer Ziele für die Kirche. Stockholm — trotz allem — ein kirchengeschichtliches Ereignis! Turnen, Sport und Spiel. Reichs- und Alpenfahrt des A. D. A. C. Zu der vom Allgemeinen Deutschen Auto- mobil-Elub veranstalteten Reichsfahrt mit anschlietzender Alpensahrt starteten am Freitagvormittag 63 Motorräder, 12 Motorräder mit Beiwagen, 43 Touren wagen und 13 Sportwagen. Aus der Hazienda. Skizze von Dingie B. Roe. Auf der Veranda eines weihen langgestreckten Hauses sah Mitz Virginia Masters aus London. Sie sühlte sich sehr elend und unglücklich. Hinter ihrem Rücken konnte sie aus einem grohen kühlen Zimmer her das Gespräch leiser Stimmen ver- nehmen, die sich darin ergingen, Sommerpläne zu schmieden. Es waren die Stimmen der Mutter der jungen Miß und des Sensors Luis Aralya, der Mutter, dieser unermüdlich kühnen Jägerin auf dcm Heiratsmarkt, und des Sensors, des reichsten und einfluhreichsten Rancheros in den Tälern von Almejcte, _ ___ £. TD i c f c <£. 5. Sept. Alle Anzeichen beuten darauf hin, dah wir einer verstärkten Arbeitslosigkeit entgegengehem. DaS Lknkraft- der Tabaksteuer bringt naturgemäß für Zukunft zu arbeiten. Vielleicht seid Ihr Frauen idealer angelegt, vielleicht gibt es auch Männer, die anders denken. Ich selbst suhle, dah ich nicht weiter nur für mich selbst, sei es für irgendein ererbtes Stück Land oder für irgendeine andre Einbildung und Eitelkeit streben und kämpfen mag. Das ein- zige^ was mir für mich lebenswert scheint, Anna, ist, mit Dir, für Dich, für uns hier arbeiten zu dürfen. Und wenn mir bange wird, daß ich Dich so selbstsüchtig weglocken will aus Deiner reichen, schonen Lebensarbeit heraus, hinein in mein enges, einsames Leben, so sage ich es mir zum Trost, dah auch hier Arbeit ist, viel Arbeit für Dich. Du hast mir die Augen aufgemacht, dah es meine Pflicht wäre, zu raten, helfen, Hellen. Aber ich weih allein keinen Rat und Weg. Komme, siehe Dir unser Gut an, siehe die Not und Stumpfheit der Menschen, die eine Herrin mit starken, gütigen Händen brau- dien, komm und hilf! Du bist die eine, die einzige, die wir brauchen. Komm'. Und fast kommt mir meine Armut wie ein Reichtum vor. Denn Du bist gewohnt zu geben, nicht zu nehmen, und vielleicht gewinnen wir Dich hier, weil Du uns so viel geben kannst! Ein Neues, ein Freies gebe ich Dir. Ich weih, dah ich Dich heute anders liebe wie damals, als ich nicht achtete, was mir ein Schicksal zu früh und zu leicht in die Hand gegeben. Vieles andre schien mir damals neben Dir und über Dich hinaus lebens- und liebenswert. Und heute strecke ich bittend die Hände aus, die leeren Hände, und wenn ich Dich nehmen und halten darf, Anna, so bist Du mein einziges, mein alles, mein Leben, meine Zukunft. Ich weih, daß Du Ferien haft. Komme mit Tante Lotte. Die Dftertage sind vor der Tür, mache sie zu Feiertagen für mich und Krüxow. Die Ostsee ist nah, und sie ist sehr blau in diesen Frühlingstagen, und die Krokus und Primeln sind für Dich auf- geblüht Tante Lotte weih um meinen Plan. Aber jic oll Dich nicht drängen. Freiwillig muht Du kommen. Es soll auch keine Entscheidung, kein Binden für Dich bedeuten, wenn Du kommst, Anna. Willst Du wieder fort, so wollen wir Dich ziehen lallen und Dir's danken, daß Du gekommen bist. Nicht im Bann der alten Zeit, nicht mit geschlossenen Äugen sollst Du Dich entscheiden, Du sollst mich sehen und das, was mir gehört, und dann sollst Du wählen. Als ob ich Dir das zu sagen brauchte! Ich weiß, dah Du frei geworden bift von all dem alten Druck und Zwang, und daß Du nur in Freiheit zu mir kommen wirst, zu aeben und zu nehmen, wie es Dir gefällt. Komme, sage mir bald, daß Du kom- C1£B ____________ - -i — unser heimisches Tabakgewerbe schwere Erschütterungen, die sich hier schon bemerkbar machten, indem in der Filiale S. Bock u Co. ab 1. September die Arbeitszeit auf drei Tage wöchentlich herabgesetzt wurde. 3n Betracht kommen etwa 70 Beschäftigte. 3m August macht« sich zunächst ein weiteres Fallen der Erwerbs- losenzifser bemerkbar, um gegen Schluß deS Monats stark anzufleigen. Fortgesetzt laufen jetzt Aeuanmeldungen ein. Folgende Zahlen können alS TDirtschaftsbarometer gelten: Gezählt wurden am 1. August 9 männliche, 2 weibliche GrwerbS- lose, mit 6 Ehefrauen und 4 Kindern, als Zuschlagsempfängern: am 8 August 7 männliche. 2 weibliche Erwerbslose, mit 4 Ehefrauen, 3 Kindern, am 15. August 4 männliche, 2 weibliche Erwerbslose mit 3 Ehefrauen, 3 Kindern, am 22. August 5 männliche, 2 weibliche Erwerbslose mit 4 Ehefrauen, 3 Kindern, am 31. August 16 männliche, 2 weibliche ErvKtrbslose mit 8 Ehe- Wichtiger und bedeutungsvoller war etwas an- bares: Man lernte die Gegensätze schärfer sehen und i«fer verstehen. Kaum je ist in einer großen Der- jnunlung deutscher und skandinavischer Luthe- ~mer so klar zum Bewußtsein gekommen, was i-gelsäsische grömmigteit ist, wie hier. Dieser Op- uimsmus, diese» Zutrauen zum Menschen, diese .Munftsfreubigfeit, die keine Probleme kennt, diese heil, von dem Willen Gottes zu reden, und hufe naive Verquickung von Politik und Religion! >tr Krieg wird kurzerhand adaeschafst, der Volker- »,nd wird heilig gesprochen. Das Recht wird auf ten Thron gehoben, ohne lange darüber noch- jjgrübeln, ob das „Recht", das durch Friedens- Erträge und Schiedssprüche geschaffen wird, nid)t .in Cnbe nur die verkappte Gewalt, das Recht des Siäricrcn, ist. Beneidenswerte Einfachheit, die Welt tu betrachten! Beneidenswert die Sicherheit, mit ter das Gattesreich auf Erden hergeftellt wird. Als Anna den Brief gelesen, sah sie wohl noch eine Stunde ganz still da oben in der mondhellen Giebelstube. Und sie horchte auf ihr Herz und ob sie ihm Weg und Willen lassen konnte. Dann ging sie herunter §u Tante Lotte. Die hatte einen roten Stopf und strickte in ihrer Sosaecke. Sie sah Anna möglichst harmlos an und sagte: „Na, hast Du ausgepackt, war alles in Ordnung?" Darüber mußte Anna doch lachen. „Nein, es war gar nicht alles in Ordnung. Der Brief hat erst eine rechte Unordnung in mir an- gestiftet und in meinem schon aufgeräumten Leben." „Aber du willst doch nach Krüxow, Anna? Es täte uns beiden so gut, weißt du, einmal so ein paar Tage Ostseeluft ist viel besser als die Altweiber- geschichte hier. Und du bist ja an nichts gebunden, wir können immer wieder fort, aber ansehen können wir uns die Sache doch einmal." Anna wollte widersprechen. Da sah sie die große Liebe an dem Blick, den die Tante ihr zuwarf. Und in ungewohnter Weichheit bückte sie sich und gab Tante Lotte einen Kuh. „Ich will dir morgen früh meine Antwort sagen, ich muß erst einmal ruhig darüber schlafen, Tante Lotte. Und viel darüber reden kann ich nicht, jetzt nicht und auch später nicht. Ich will den rechten Weg ehrlich suchen — für mich und ihn. Es wird schon gut werden, Tante Lotte." — In der Nacht träumte Anna, daß sie miteinander durch weite Kornfelder gingen, immer weiter auf einem schmalen Weg, Hand in Hand durch hohes, gelbes Korn. Sie waren beide müde, aber sie wußten, daß sie nach Hause gingen. Und zu Hause an der weihen Gartenpforte stand ein Kind, ein kleines, liebes. Das streckte ihnen die Arme entgegen und rief: Mutter! Die greifbare Folge davon war, dah Amerikaner, Engländer und Franzosen die von ihnen glühend gewünschte Heiligsprechung des Völker- bundes nicht erreicht haben. Die Botschaft der Welt- konserenz, ihr eigentliches, offizielles Dokument, redet vom Völkerbund nicht mit einem Wort. Auch der Pazifismus ist nicht verkündet worden. Don der Furchtbarkeit und Unfruchtbarkeit des Krieges wird geredet. Die Hoffnung auf eine Zeit wird proklamiert, da nach der biblischen Sehnsucht „Gerechtigkeit und Frieden sich lügen". Nichts weiter! Die Apostel des Völkerbundes sind unterlegen. 'Aber das negative Ergebnis ist doch nicht das Einzige. Wo die Politik ins Spiel kam, lieh sich nicht mehr erreichen, wenn anders man wahrhaftig bleiben wollte. Es hat doch zu denken gegeben, daß in demselben Augenblick, in dem die Engländer auf der Konferenz große Worte von dem „guten Willen" machten, der von nun an auf Erden regieren müsse, die englische Regierung den Deutschen ihr wertvollstes kirchliches Eigentum in Jerusalem kurzerhand wegnahm. Ideal und Wirklichkeit klaffen auf diesem Gebiet schier hoffnungslos auseinander. Wohl aber scheint es auf anderen Bezirken des Lebens nicht aussichtslos, zu dem zu gelangen, was das eigentliche Ziel der Wettkonferenz war: ein christliches Wettgewiflen zu schaffen, das feine Stimme richtunggebend und verpflichtend erheben Umgekehrt hat mancher Amerikaner und Eng- ander in den Kongrehtagen wohl zum erstenmal ^griffen, was deutsches, lutherisches Empfinden beteiltet. Dah wir immer wieder auf die letzten Prinzipien zurückgehen, dah Sünde und Gnade itt Angelpunkte unseres religiösen Denkens sinb, teh wir Politik und Religion zunächst einmal rein- i nnen läßt. Unb boch ist es bei näherer Betrachtung nicht jhwer, bas Bleibende unb Bebeutungsvolle heraus- ijfinben. Daß man zusammen war, bah persönliche Bc- - .Hungen zwischen einzelnen Personen verschie- jener Länber ongelnüpft würben, sie schon nichts ivringes in bie,er Zeit ber Feinbseligkeiten unb j Dlfcrtrennung. Wenn ein führenber englischer izt.jftlicher zu einem Schweben äußert: „Die Arne- t'aner bringen immer etwas Neues über bie prak- üHjje Arbeit, bie Deutschen immer etwas Neues für eVertiefung bes Glaubens, das ist mein Einbruck von ter Wettkonferenz" — so ist bas boch schon etwas irbercs, als bas Lieb von ber beutschen Barbarei, las einem sonst aus Englcmb entgcgentöntc. Immerhin: Dazu hätte cs bes gewaltigen Apparates diier Weltkonferenz nicht beburft. Unb ein gewal- ■ fer Apparat ist es gewesen, ber in Stockholm in .< troegung trat! Nur bie zähe unb oft genug rück- i chtslofe Energie des Erzbischofs Söberblom Ist es vermocht, bie Finanzierung bes großen 1 tternehmens in einer wirtschaftlich ungünstigen 3 eit burchzusetzen unb bas Heer von Mitarbeitern jlammenftubringcn unb fest in ber Hanb zu de- ; alten, das bie Konferenz erforderte. Es wäre ein eringcr Lohn für eine ungeheure Leistung, wenn ti? Anbahnung persönlicher Beziehungen alles wäre. daß auch für uns die Zeit des Wiedevauffnegs vom Volk und Vaterland wicderkehren wird. morgige Gedenkfeier und die dam". ver- oundene kameradschaftliche Zusammenkunft der Angehörigen des alten ruhmreichen Regiments unb seiner Kriegsformationcn fällt in eine Zeit, in der die ersten Umrisse großer Entscheidun- fien für bie weltpolitische Zukunft unseres Vater- andes auf Jahrzehnte hinaus sichtbar wcdem. Man denke nur an bie Verhandlungen über Mn sog. SicherheitSpakt. an die VölkerbundSfrage Hierbei—orfrt es um vaterländische Belange. Tur deren erfolgreiche Wahrung die größte Geschlossenheit unteres Volkes notwendig ist. Die alten Soldaten, die sich jetzt in unseren Mauern zufammenfinden, werden von der Notwendigkeit des geschlossenen nationalen Zusammenstehens ohne weiteres überzeugt fein. Sie haben in den schwersten Zeiten des Vaterlandes. auch als das Kriegsglück gegen uns entschied, allezeit den sorgsam erwogenen Entscheidungen unseres Hindenburg vertraut, und sie werden diesem verehrungswürdigen Manne zweifellos auch jetzt, wo er als Reichs- Präsident für das Wohl und für eine bessere Zukunft deS Volkes zu wirken bestrebt ift. in freiwilliger, freudiger Hingabe geschlossen Gefolgschaft leisten. Zwar ist der Weg. den wir vor uns haben, mühevoll und vielleicht sehr bornenteid), wenn wir ihn aber in vollem Vertrauen auf die Führung mutig im altbewährten Schützengrabengeist zurücklegen, dann werden wir zu der Hohe kommen, auf der die Sonne der Weltgeltung uns wieder lacht. Eine gute Weg- bereitung bei dem Streben nach diesem Ziel der vollen Wiederaufrichtung unseres Vaterlandes ist der ausgezeichnete Geist, den wir, toiee in allen Regimentsvereinigungen, auch bei den ehemaligen 116crn und bet den Angehörigen der Kriegsformationen dieses Regiments lebendig wirken sehen. Es ist der Geist der alles beherrschenden Vaterlands >ebe. der fol- dasikchen Opserbereitschafl. der Kameradschaftlichkeit, kurz der schone Geist, der in unserer alten, ruhmreichen Armee in herrlicher Weife wirkte und sie zu ihren glanzvollen Waffentaten in unzähligen Schlachten befähigte. Dah dieser Geist aller Rot der Zeit zum Trotz in unterem Volke erhalten geblieben ist, muß als großer Gewinn für die Gesamtheit des Vaterlandes betrachtet werden, denn hier sind wichtige Keimzellen für das nationale Erstarken unseres Volkes. Diesen Geist nach Kräften auszubreiten, ist eine der MACjl'-SLPPFH frauen und 18 Kindern als Zuschlagscmpfängern. Daneben mußten in der Wohlfahrtspflege 21 Kleinrentner und 60 Sozialrentner unterstützt merken. Die weiteren Anforderungen, die an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde in der Armenpflege gestellt werden, konnten in dem Ausmaß nicht vorausgesehen werden und sind tzit dem Fnchjahr in ständigem Wachsen begriffen. In Frage kommen hier in der Hauptsache Pflegegelder für in Anstalten ^nterge- brachte, Llntcrstühungen sowie Klinikskoslen. Hier sind für eine verhältnismäßig kurze Zeit mehrere tausend Mark angefordert worden. Bei derartigen ftarfen finanziellen Verpflichtungen muß mancher stille Wunsch ebenso still begraben werden. X Klein-Linden, 4. Sept. Wer von Gießen die Kreisst raße nach Wetzlar mit dem Fahrrad benutzt, stößt auf recht unliebsame Verhältnisse. Don der Veterinär- anstalt ab südlich ist die Straße in einem sehr mißlichen Zustande, da sich eine Vertiefung an die andere reiht, teilweise sogar in sehr erheblichem Umfange. Die vielen schweren Lastautos. welche die Straße passieren, lockern das beste Deckungsmaterial. Kleine Ausbesserungen sind zwecklos. nur eine Pflasterung der Straße mit Dasaltsteinen dürfte eine Vesserung herbeiführen. — Die Obstbäume an der Kreisstrohe sind zum größten Teil leer, nur einige Bäume haben einen guten Behang, jedoch fällt viel Obst durch die Stürme herab, so daß die Ernteaussichten gering sind. Auf der Strecke nach Wetzlar zu mußten annähernd hundert früher guttragende Bäume entfernt werden, da sie durch den starken vorjährigen Frost eingegangen waren: sie' wurden durch Veupflanzung ersetzt. Die jungen Bäumchen haben sich sehr gut entwickelt, so daß in einigen Jahren mit einem Ertrag zu rechnen ist. t Grünberg, 3. Sept. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr wurde vorgestern abend 8.45 Uhr zu einer Uebung alarmiert. Der Uebung wurde ein Brand des Lagerhauses der Drogerie Schott samt angrenzender Stallung zu Grunde gelegt. Trotz Geheimhaltung der Alarmabsicht waren das Sammeln der Mannschaft nnb der Anmarsch so mustergültig, daß schon nach 11 Minuten das erste Wasser gegeben werden konnte. Nachdem das „Feuer" gelöscht war, wurde ein weiterer „Brand" gemeldet, dem man ebenfalls schneidig begegnete. Die Uebungen zeigten, daß die Wehr in bester Verfassung ist, ihre Leitung in guten Hände*? liegt unb Grünberg mit seiner Feuerwehr rechr zufrieden sein kann. :/: Nonnenroth, 4. Sept. In der Nacht aus Donnerstag brach hier gegen *12 Uhr in dem Sägewerk von Karl Rinker Großfeuer aus. Die Holzschneiderei und die damit verbundene Möbelschreinerei brannten vollständig nieder, ebenso die Stallungen. Auch zwei Lokomobilen und das Gatter sind zerstört. Nur das W o h n h a u s konnte mit vieler Anstrengung gerettet werden. Dabei leisteten die benachbarten Feuerwehren von Villingen, Röthges und Niederbessingen tatkräftige Hilfe. Erst gegen 3 Uhr nachts konnte man Herr des Feuers werden. Der Schaden dürfte, da auch die fertigen Möbel ein Raub der Flammen wurden, beträchtlich fein. Jedoch ist das Werk versichert, lieber die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch nichts bekannt. gebannt starrte er das weiße Mädchenwunder nn, und seine Hand hielt Virginia einen Strauß glühendroter Nelken hin. „Die Blumen sollen mir gehören?" fragte das Mädchen erstaunt und verwirrt. „Ja, Senjorita." Sein sanftes Spanisch klang leise und melodisch, . die ganze Anmut des Landes, dem er entstammte, schien sich darin zu spiegeln. I Virginia nahm die Blumen, und während einer Sekunde, kaum einen Atemzug lang, ruhten ihre f weißen Finger in den braunen des Burschen. „(Brodas!" flüsterte sie in der gebrochenen r Aussprache des ihr fremden Idioms, und der Va° quero horchte noch lange auf den Nachklang dieses Wortes, als das Mädchen sich schon entfernt hatte. Das Blut rauschte wild durch seine Adern, und sein Herz pochte in rasend raschen Schlägen. Don diesem Tage an fand Virginia täglich in der Fensternische ihres Zimmers einen Strauß Blu- - men, frisch und leuchtend, und dieser freundliche Morgengruß gab ihr Kraft zu einem neuen freudlosen Tag. Denn jeder dieser Tage, die verflossen, führte den naher, der ihr die Entscheidung bringen sollte, und je näher diese Entscheidung kam, desto mehr erbebte Virginias Herz vor den begehrlichen Blicken Senjor Aralyas. „Nur wenige Tage noch," bat sie stets flehentlich aufs neue, aber in der Sicherheit ihres Zimmers sprach die Mutter in den Nächten Worte zu ihr, die ihr die Seeele auf die Folter spannten. Aber schließlich gab doch Senjor Aralya der Mrs. Master ebenso höflich wie entschieden zu ver- ftehen, daß er ungeduldig geworden sei und auf schleunigste Heirat bringen müsse. An diesem Tage schritt Virginia wieder unter den Pfefferbäumen ruhelos auf und nieder, eine Blume aus Iosss Strauß an ihrer Brust, und ihr armes Herz war voll Sehnsucht unb Verzweiflung. Nun war es also entschieden; am nächsten Morgen würde der weißhaarige Missionar herübergeritten kommen, und jene nichtsahnenden Hände wurden bas Geschäft perfekt machen, das das junge Mädchen auf Lebenszeit an den verhaßten Mann kettete. Plötzlich tauchte vor Virginias Blicken die Gestalt Josts auf. Er trug keinen Hut auf dem Kopfe, und feine Augen, sanft und treu wie die eines ergebenen Hundes, blickten demütig zu dem jungen Mädchen auf. Virginia hielt in ihrem ruhelosen Aus- und Niederschreiten inne, unb ihre Hanb tastete unwillkürlich nach der Blume auf ihrer Brust. „Senjorita!" flüsterte Jost. „Senjortta!" Es war ganz weih und zart, dieses Mädchen aus dem Osten, unb er war so dunkel, wie nur die südliche Sonne chre Kinder färben kann. Aber in feinen ebelgeschnittenen Zügen leuchtete ein Feuer i/if. das nur Iugenb unb Liebe darauf zaubern Kreis Büdingen. Aus dem Niddatal, 4. Sept. Heute nachmittag gingen zwei Gewitter über unser Tal hinweg, die von schweren Regengüssen begleitet waren. Die anhaltenden Regentage haben die Grummeternte unterbrochen. Ein großer Teil der Wiesen ist gemäht, aber das Grummet kann nicht eingebracht werden. Auch für die Kartoffeln muß man fürchten. In tief gelegenen Aeckern, von denen das Wasser nicht abziehen kann, trifft man bereits angefaulte Kartoffeln an. Nur trockene, sonnige Tage können weiteres Unheil verhüten. — Daß die Apfelwein- b e r e i t u n g, die ihren Höhepunkt in den dem Kriege folgenden Jahren hatte, stark im Abflauen begriffen, merkt man an dem Ausbleiben jeglicher Nachfrage nach F a 11 o b ft. Die Aepfel fielen stark, wurden aufgelefen und nach Hause gebracht. Dort faulen sie nun, weil die Käufer aus- blieben. Seitdem der Wein wieder zu erträglichen Preisen zu haben ist, wandert er in die dörflichen Keller, und man wendet dem „Hohenastheimer", der wohl in der Zeit der Not sich Achtung ncr- schaffte, verächtlich den Rücken. —I— Aus dem Niddertal, 4. Sept. Die (Erntearbeiten sind glücklich beendet, olle Befürchtungen, die man anfangs wegen des anhaltenden Regenwettcrs haben mußte, waren unberechtigt, es trat noch gerade zur rechten Zeit gutes Erntewetter ein, das die Arbeiten sehr förderte. Die Ernte ist für alle Fruchtarten sowohl nach Güte als auch nach Menge gut ausgefallen, so daß der Landmann wieder fein eigenes gutes Brot essen kann. Auch die Frühkartoffeln sind vielfach gut ausgefallen, unb die Spätkartoffeln versprechen, wenn die Witterung nicht ganz ungünstig wird, einen sehr guten Ertrag. Die Preise sind dement- sprechend bis jetzt sehr niedrig. Dasselbe gilt auch für das Grummetgras, das auf vielen Wiesen noch leidlich gut geraten war, die Preise waren bei den Versteigerungen oft fo niedrig, daß mehrmals ausgeboten werden mußte. Durchfchnittspreife von 1—5 Mk. für den Morgen waren bei manchen Versteigerungen keine Seltenheit. Leider ist das Wetter für die Grummeternte sehr ungünstig, auf manchen Wiesen, auf denen früh gemäht wurde, durfte die Ernte schon verloren fein. In Kürze beginnt die 0 b ft e r n t e. Steinobst gab es fast nicht, ebenso schlecht fiel die Birnenernte aus, auch die Apfelernte ist nur stellenweise je nach Sorte und Lage günstig ausgefallen: der schon tage la na herrschende Wind läßt zudem noch sehr viel Obst fallen, für das überhaupt keinerlei Nachfrage besteht. Auch nach gepflückten Frühäpfeln herrscht wenig Nachfrage, das Keltern des sonst fo begehrten Hohenastheimers scheint infolge der wieder normal gewordenen Preise für Wein und Bier in diesem Jahr stark nachzulasfen. Kreis Schotten. lg. Aus dem Kreise S ch o 11 e n, 3. Sept. Die gestrige Rheinfahrt derSchüler des Kreises verlief dank der gründlichen Vorbereitung in schönster Weise. Anfänglich machte der Himmel ein recht ungnädiges Gesicht. Bei der Ankunft in Mainz-Kastel grüßte aber heller Sonnenschein, der nunmehr für den ganzen Tag mit geringen Tlnterbrechungen ständiger Begleiter war. Welcher der erwachsenen Fahrtteilnehmer mag angesichts der schnellen Fahrt des Sonder- kann, und das weiße Mädchen stand reglos unb entzifferte das, was das junge Anllitz zu ihm sprach. ,Hch liebe Sie, Senjorita!" sagte Jost endlich, und ganz schlicht klang sein Geständnis. Virginias Lippen öffneten sich ein wenig, und in tiefem Erstaunen blickte sie auf den Burschen. Das also war es gewesen, was er mit seinen Blumen gemeint hatte, der schlanke Bursche, der doch nur ein Knecht des Mannes war, dessen Weib sie morgen werden sollte. Eine wilde Angst überflutete plötzlich Virginias Herz, alles schien vor ihren verwirrten Blicken zu kreisen, und plötzlich schlug sie die Hände vor bas Gesicht und begann bitterlich zu schluchzen. „O, du Kind des Himmels," flüsterte Iosö, der jede Selbstbeherrschung verloren hatte, „höre doch auf zu meinen. Habe ich dir weh getan? Mein wertloses Leben würde ich hingeben, um meine Worte ungesagt zu machen." Schüchtern streckte er dem jungen Mädchen die Hand entgegen unb berührte die ihre. „Vergib," bat er nochmals, „vergib und vergiß unb ich will weit von dir fliehen. Niemals wieder sollst du um meinetwillen meinen müssen." Virginia Masters blickte ihn an. „Nein," sagte sie unb der anerzogene Hochmut ihres ganzen Lebens fiel plötzlich von ihr ab, und nur die leidende Kreatur kam zum Vorschein, „nein, du hast mich nicht verletzt. Ich bin nur über mein Schicksal traurig. Morgen verheiraten sie mich an den Senjor Luis Aralya, und meine Seele muß dann sterben. Denn ich ... ich weiß nun . . . wie Liebe fein kann! Du aber bist zu spat gekommen." Erschüttert ergriff Jose ihre beiden Hände und preßte sie an seine glühenden Wangen. Und in dieser Stellung befanden sie sich noch, als Senjor Luis Aralya, der unhörbar aus dem Eukalyptusgebüfch hervorgetreten mar, sie fand. Einen Augenblick betrachtete er schweigend die Gruppe, unb alles, was noch nicht hart in ihm mar, wurde in diesem Augenblick zu Eisen. „Ah!" rief er endlich aus, und dieser Ton durchschnitt die Stille wie ein Peitschenhieb. Erschrocken sah das junge Mädchen auf, und Jost ließ hasttg ihre Hand los. Dann steckte Luis Aralya zwei Finger in den Mund und ließ einen sonderbaren Pfiff ertönen. Hätte Virginia die Bedeutung dieses Zeichens er- fannt, sie wäre zu Tode erschrocken. Iosö kannte sie. Einen Augenblick, nachdem der Pfiff ertönt war, näherten sich eiligst viele Schritte. Aus allen Richtungen kamen sie, von den Wiesen her, aus dem Hause, aus dem Pfefferbaumhain. Mit festem Griff nahm nun Aralya den Arm seiner Braut und führte sie dem Hause zu. Virginia wandte sich noch einmal um, unb da sah sie Ioss wie ein gehetztes Wild in die Rich- | tung der Wiesen fliehen. Aber plötzlich hielt er im zuges nach Mainz (Don SttxAeim nach Vttttnz etwa li > Stunde) nicht gewünscht haben, daß für unseren, etwas abseits der großen Kulturzentren gelegenen Vogelsberg jede Woche wenigstens einmal die Möglichkeit bestehen möchte, in so kurzer Zeit zu den Brennpunkten des Verkehrs gelangen zu können. Bald waren die drei für die Fahrt vorgesehenen Rheindampfcr „Prinz Heinrich", „Rheinlust" und ..Eintracht" erreicht, ans denen man dann die Schönheiten der Fahrt auf dem alten Vater Rhein genoß. Aus dem Rückwege legten die Dampfer in Aßmanns- hausen an, damit die Fahrgäste noch das Rie- derwalddenkmal besuchen konnten. Als wir nach anstrengendem Marsche da oben aus steiler Höhe standen, vor diesem Monument deutscher Größe, mit dem Blick aus den majestätisch dahinziehenden Rhein, auf Rüdesheim, Bingen, Bingerbrück und das Silberband der Rahe, da kam es so manchem zum Bewußtsein, daß er stolz darauf sein dürfe, ein Deutscher zu fein. Rur zu schnell hieß es aber, Abschied nehmen von dieser geweihten Stätte. Bergab ging es nach Rüdesheim, wo noch kurze Gelegenheit gegeben war, den „Rüdesheimer" an der Quelle zu versuchen. Von hier brachten die Dampfer die große Schar nach Mainz-Kastel zurück. Abends 8.25 Uhr lief der Sonderzug in Stockheim ein. Keiner war Wohl unter den über 1100 Teilnehmern, der nicht begeistert gewesen wäre vom deutschen Rhein. lg. Gedern, 4. Sept. Die an verschiedenen Stellen des Wasserleitungsnehes der Gemeinde aufgetretenen Schäden machen zur Zeit umfangreiche Reparaturen erforderlich, was sich in der Wasserversorgung eines Teiles der Einwohnerschaft zu gewissen Tageszeiten unangenehm bemerkbar macht. Um die entstehenden Kosten decken zu können, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß zu einer Erhöhung des Wassergeldes geschritten werden muh. — Anläßlich seiner 29jährigen Dienstzeit wurde dem Gemeindebediensteten Hermann Ruhl dahier im Auftrage der Landwirtschaftskammer durch Bürgermeister Müller eine Ehrenurkunde und eine bronzene Medaille überreicht. Aus gleichem Grunde bewilligte ihm der Gemeinderat ein Geldgeschenk. no. Nieder-Seemen, 4. Sept. Hier scheinen auch die Wahlen Qualen zu machen. Der zweite Wahlgang der Bürgermeifter- wähl, aus der, wie schon berichtet, der seitherige Bürgermeister Naumann als Sieger hervorging, wurde von der Gegenpartei angefochten. Heute fand nun in dem benachbarten Hartmannshain, mohin sich das Kreisamt noch anderer Angelegenheiten wegen begeben hatte, eine diesbezügliche Verhandlung statt. Wie man hort, soll das Endergebnis dieser Verhandlung darin bestehen, daß auch dieser zweite Wahlgang für ungültig erklärt wurde. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 4. Sept. Die Turn- Ha l l e n b a ul o 11 e r ie des hiesigen Turnvereins ist, wie aus der heutigen Anzeige hervorgeht, auf den 13. Dezember verschoben worden. Aus dem Wetzlarer Becken, 4. Sept. Der trockene Sommer war für unsere Imker diesmal eine H o n i g g r u b e. da bei dem heißen Wetter morgens reichlich Tau war, «M»I»»IM»IIIII .....I >»IIIIM»«IIIII «M III II II III HIIIII»I»llElMI« rasenden Lauf inne, und mit Heller Stimme, mit einer Stimme, die den allgemeinen Aufruhr übertönte, schrie er: „Senjorita! Senjorita! Adiosi Ich liebe Sie!" Dann fühlte sich Virginia auf die Veranda gedrängt, und Senior Aralya, finster unb furchterregend anzusehen, nahm seinen Weg zu den Knechten zurück, die inzwischen des Flüchtigen habhaft geworden waren. Mit lauter Stimme rief er ihnen einen Befehl zu, und plötzlich erschienen in vielen Händen kleine, scharfe Messer aufzublitzen. Auf der Veranda stand Virginia, unb die Blicke ihrer tränenüberströmten Augen hingen gebannt an den Szenen, die sich vor ihr abspielten. Ihre Mutter war aus einem Zimmer neben sie getreten, unb ihre Hand hielt einen Revolver, den sie rasch ergriffen hatte, als sie den Tumutt vernommen und an einen Aufruhr gegen den künftigen Schwiegersohn gedacht hatte. Dann teilte sich der Knäel für einen Augenblick, und das junge Mädchen konnte den Daquero sehen, der sich bemühte, sich mit den bloßen Händen all dieser drohenden Mester zu erwehren. „Diese rohen Menschen," schluchzte Virginia, „diese Schurken, alle gegen einen!" Aber dann plötzlich, so unvorbereitet, wie große die Ereignisse draußen und fühlte, daß Iosös Kraft ginia den Revolver in der Hand ihrer Mutter, und fein blauer Lauf leuchtete ihr wie ein Rettungsstrahl entgegen. Ein Etwas in ihrem Innern verhärtete sich plötzlich, und sie wurde ganz ruhig und entschlossen. Sie blickte ihre Mutter an, sah noch einmal auf die Ereignisse draußen und fühlte, daß Joses Kraft schon am Erlöschen mar. Da riß sie den Revolver aus den Händen der Mutter, stürzte die Veranda- treppe hinurnter und roarf den Revolver in meitem Bogen, über die Köpfe der Verfolger hinweg, Iosä zu. Er fing ihn auf und feuerte fast im selben Augenblick in den Nina der Gesichter hinein, der ihn drohend umgab. Ein Aufblitzen wurde sichtbar . . . und zu Tode getroffen stürzte einer der Verfolger zu Boden. Aber da geschah etwas Seltsames. Aus der Menschenmenge, die ängstlich zurück- zuweichen begann, loste sich plötzlich die plumpe Gestalt Luis Aralyas. Seine Hand griff in die Tasche, zog eine Waffe hervor, und nun begannen scharfe Schüsse von beiden Seiten die Grabesstille zu durchschneiden, die eingetreten war. Es war eine sehr spannende Szene, diesen Milliardär zu sehen, der sich, umgeben von allen seinen Knechten, mit einem Sklaven duellierte, wahrend ein weißgekleidetes Mädchen, das ängstlich näher geschlichen, in die Knie gesunken mar, mährend die Kugeln über ihrem Kopfe dahinpfiffen. Für nur 13 Pfennig 2 Teller köstlicher Suppe erhalten Sie aus Maggi'S Suppen-Würfeln. Die Zubereitung ist leicht, die Kochzeit kurz, die Auswahl groß. ES gibt 2Z Sorten: Blumenkohl, Gier-Rudeln. Erbs mit Speck, Grünkern. Spargel, Pilz, Ochsenschwanz, ReiS, Windsor usw. Verlangen Sie bitte die gelb-roten Würfel 1 m MAGGI* Suppen. Seit einü der Er- Der Herr gen Tagen treibt sich in Frankfurt ein Mann umher, der die Hausfrauen, wenn sie allein in der Wohnung sind, aufsucht und sich als Gesangslehrer ausgibt und noch Schülerinnen annimmt. Wenn dann die Frau ihn einen Augenblick allein läßt, stiehlt er alles, waS er erreichen kann. Der Schwindler ist ungefähr 35 Jahre alt, trägt blauen Anzug und ist etwa 1,70 Meter groß und nennt sich Sanität-- rat Dr. Ulrich, Dr. Möllendorf, Dr. Stein, Dr. Stern oder Dr. Debhardt. Kürzlich gab er auch in Kassel eine größere Gastrolle, wobei ihm gleichfalls Wertsachen in die Hände fielen. —< Der Kohlengroßhändler Peter Hildmann wurde wegen betrügerischen Bankers tts auf Anordnung der Staatsanwaltschaft verhaftet, nach dreitägiger Haft, da fein Fluchtverdacht vorliegt, vom Untersuchungsrichter aber wieder entlassen. Der Prokurist der Firma ist flüchtig gegangen. 0 Hanau, 4. Sept. Die Zahl der im Stadtkreis Hanau von der gegentoarfigen Typhusepidemie betroffenen Personen (einschließlich Verdächtigen) beträgt 81. In dieser Zahl sind auch die Kranken, die in Privathäusern behandelt werden, eingerechnet. Von diesen 81 Personen sind bisher 16 Per-, fonen gestorben, so daß zur Zeit noch 65 Kranke, einschließlich der an Paratyphus erkrankten, behandelt werden. Aus dem Kreis Gelnhausen sind im hiesigen Landkrankenhaus bis jetzt zwei Todesfälle zu verzeichnen. Die anderslautenden Meldungen der auswärtigen Presse mit phantastischen Zahlen sind glatt erfunden und sind geeignet, große Unruhe in die Bevölkerung zu tragen und das Hanauer Geschäftsleben schwer zu schädigen. Sonnta-Sdienft d. Aerzte u. 'Apotheken am 6.9.2fr Dr. S. Klein. Dr. Stuhl. Engelapotheke- Zahnarzt: Dr. Baum, SelierSweg. will, die der Beschreibung nach mit mordeten ident is ch sein dürfte, habe einen grünen Rucksack getragen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. W., 4. Sept. und die Honigenden Pflanzen ihre vortrefflichen Säfte abgaben. Völker mit 60 und mehr Pfund sind deshalb dieses Jahr keine Seltenheit. Starkenburg und Nheinhessen. * Darmstadt, 4. Sept. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß gestern, einen Platz im nördlichen Stadtteil, der erst noch angelegt wird, „Friedrich-Ebert-Plah" zu benennen. Während der Beratung kam es zu so lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, daß die Sitzung eine Zeitlang unterbrochen werden mußte. Rach längerer Debatte wurde beschlossen, für die städtische Sondergebäude st euer 75 Pf. auf 100 Mk Steuerwert zu erheben. Rachträglich wurde ein Kredit von 10000 Mark für Klassenausflüge und Ferien» fpaziergänge von Schullindern bewilligt. — Die Staatsv nwaltschaft in Darmstadt ist davon benachrichtigt worden, daß bei der Gendarmerie in Mörlenbach sich eine Frau gemeldet habe, die am Sonntag nachmittag im Walde bei Mörlenbach eine Dame in Begleitung eines älteren Herrn gesehen haben Wer bevor noch die letzten Strahlen der unter- gehenden Sonne das Bild in Dunkel hüllten, mar Senjor Luis Aralya zu Boden gesunken, im Fallen noch einen Schuß abfeuernd, der Jost hinstreckte. Virginia wurde von einer wohltätigen Ohnmacht über die ersten Augenblicke, die der Tragödie folgten, hinübergeleitet. Aus der Veranda stand Mrs. Master und rang in milder Verzweiflung die Hände. Und inmitten all dieser Verwirrung tauchte jetzt das kleine, weiße Pferdchen des Missionars auf, der morgen den Ehe- bunb hätte weihen sollen, und der es vorgezoaen hatte, schon heust in der Abendkühle auf die ya- zieda zu kommen. Der nächste Tag war von den Tälern von 21° meja heraufgezogen, ein fünfter blauverschleietter Tag, frisch und süß, mit sanften Winden, die die Blätter der Pfefterbäume leise streichelten und in den Eukalyptu^üüschen leises Geflüster hervor- riefen. In einem kühlen Zimmer des großen Hauses stand Mrs. Masters, wie eine weiße Madonna an* zusehen, und ihre blauen Auaen ruhten schwärmerisch auf dem Gesicht des Missionars, der trotz der vielen Tragödien, die der alte Mann in diesem heißblütigen Land schon hatte mit ansehen müssen, einen friedlichen und gütigen Ausdruck trug. Mrs. Masters, Virginias Mutter, hingegen schien höchst ungeduldig und erregt, und sie sprach fieberhaft über ihre bevorstehende Abreise. „Virginia," sagte sie kalt, „wir werden gleich zur Bahn gehen, um den Anschluß an den Dampfer noch erreichen zu können. Mach dich fertig! Wir haben keine Zeit zu verlieren! Es sind nur noch zehn Tage bis zum Ersten. Vielleicht können wir doch noch etwas bei Hamigham erreichen, dem ich deine Hand, Senjor Luis Aralyas wegen, verweigerte . . Du hast mich sehr enttäuscht, Virginia!" Sinnend blickte das Mädchen aus dem Fenster über die Wiesen hin und auf die Pfefterbäume, die, von einem leisen Lufthavch bewegt, miteinander flüfterten. Silbern erglänzte die Landschaft im ersten Morgenlicht. „Ich glaube," sagte Virginia endlich, und sie wendet sich der Mutter zu, „daß ich nun am Ende bm. Obwohl . . ." lange zögerte sie, bevor sie mei- tersprach, „obwohl ich nicht mit dir gehe, Mutter. Ich will zu den frommen Schwestern nach Ba- renda reifen . . . wenn der gute Pater mich mit- nehmen will." Bittend legte sie die Hand auf den abgetragenen, schwarzen Priefterrock. „Es ist das Land, Vater, das mich nicht loslaßt! Das Land, in dem Herzen lernen müssen, zu verzichten. Hier ist noch Gott m der Natur! Ich kü- höre von nun an immer diesem Land und — Jost' des Reg 8H7D Aus Gn daraus hingt' gemeinföaft b angehört, die Sammelp bergltra&e, |on Inippetiötrbän mittags bet de (GrippeW Mign., Moden Poeaa. TigLKti Arelilei W •TEUTOBUI &3O91 Um geneigten Zuspruch bitten die Unternehmer. 07277 Ortsgruppe Gietzen. «-A7V Ihre Vermählung geben bekannt Lollar 07324 AM SÖDUANGE DES . 1595 . Klein & Stiefel Fulda G. A Drainagearbeiten BachregulierungS- einzeln und kombiniert Bandsägen Böbel- Diarchineo Auf Grund mehrerer Anfragen wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Ortsgruppe der Arbeitsgemeinschaft der Militär, und Regimentsvereine Gießens c »gehört, die zur 116er-Feier eingeladen ist. Sammelplatz: Sonntag 9 Uhr vormittags Senckenbergstraße, soweit die Mitglieder nicht bei ihren alten . Truppenverbänden eintreten, zum Festzug 2 Uhr nach' »Mittags bei der Arbeitsgemeinschaft, Oswaldsgarten Dr. med. Wasle Facharzt für Haut- und Beinleiden Vom 9. September ob wieder Sprechstunden 1ÖX/S-121/S 2-3 (wochentäglich) Kein Laden I Zahlungs erleichterung KU PPELS_ BAH N da! i Strafen btt ur.tt;- Dunttl Mtk. war n y\un!tn, 'm Mn ), tex W mtx woMitzra O Ä, Wt btt Irctii Rudolf Krehbiehl und Frau Albertine geb. Back (GetppeMgee. Aedma, Eeptiyeew, Katarrhe) Mage»-, Verdanenge-, Nierenleiden. Modernste Bader und Inhalatorien Pneomatleche Kammer». Atmungiapparate. 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Oktober 1925, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Sitzungssaal Ar. 101, Termin anberaumt. 8334c Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig find, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabsolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 23. September 1925 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Dietzen. Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Großen- Linden sollen Donnerstag, den 10. September 1925, vormittags 8 übt, auf der Bürgermeisterei zu Grohen-Linden Fuhrleistungen, veranschlagt zu 195 Mk. Areleleaked. Bad Ll»»i»rla|a. Peetteek 30 Brauesvemad a FUaiknree : Lfbortw - HetiqaeB-. Bad U^prarinr-, Poadach 31 IflIDUAlK ERSTES HAUS AM PLATZ hUnnAUO INMITTEN DES PAPKES Tel. 84<> auch nadits Motore allerbeste Fabrikate, in allen Größen allerbllligst. 1005c Carl Schunck. Ingenieur- ► jchule ◄ Tnfintkum Alfcnbuf» IJL «•/€*• .Clerrro - feOiniU f Am renel»l>»u Nuß- | Koh- Eier- \ , Anthrazit | /en Unionbriketts Buchen- \ Brenn Fichten- f holz Anmachholz liefert bilL frei Haus. Carl Haas /r, Frankfurter Str. 59. Telephon 1682. ,,t,c Guter Militärwagen Rüder. Achsen billig in vark. n- Carl Schunck. SLHUBur MgS® iMeeenglnst. jr Rnt£P Kt -DeWedtnug. IlliHtr. KefAl-g grau». Hefner. GtfiflgtfpMk Hnlnrtedf R 3 Bada. Metallbetten Srablmnlr- Kinder» betten, dir. an Vrio. Rat31 N tret. Efiea- mabgllabr. Bahl t.Tk, oiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiinniiD Sonfnrö= ZlttAeißekmig Dienstag, den 8. d. W., nachm. 2 Ahr, werden im "Rest. Zum Löwen, Aeuenweg, versteigert : Anzug-, ileber- zieher- u. sonst. Kleiderstoffe (Stück- u. 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Untervertreter wollen sich melden. Dürfen wir in unserem verarmten Deutschland Werte verlieren? Nein! Dürfen wir Hilfsmittel, die uns zu ihrer Erhaltung geboten werden, außer acht lassen? Nein! Was vernichtet ungezählte Werte, besonders unser Hauptnahrungsmittel, das Getreide? Feuer! Nr. 208 Drittes Blatt Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Samstag, 5. September (925 Jt anderfahrten im Nordkaukasus. Deutsche Kolonisationsarbeit im Kuban-Gebiet. Don unserem Ä. H.-Derichterstatter. 1. Kawkaskaja (Nordkaukasus), im August. Gleichwie ein kostbare» Kleinod hüteten wir die Eisenbahnsahrkarte, mit der wir von Rostow nach dem nordkaukasischen Gebiet fahren konnten. Es war nicht leicht, sie zu erringen; Denn jetzt zur Reisezeit ist auch in coiuictrufolanb für die Eisenbahnen, ruenigsten: soweit sie nach dem Süden, nach den Erholungsorten des Schwarzen Meeres, der Krim oder nach dem Kaukasus fuhren, Hochkonjunktur, xiug für Lug ist „ausoerkauff, und jeder schätzt sich ulütflid), wenn er sich eine Fahrkarte erkämpfen konnte. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Schnell- «g, der aus dem Norden von Petersburg über oskau—Charkow—Rostow nach Baku fahren MI, wartet bereits eine Viertelstunde über die vor- geschriebene Zeit hinaus auf dem Rostower Bahn- hoi: während Bahnsteig, Wartesäle und Bahnhofs- platz förmlich belagert sind von großen Scharen Reifender, die auf die nächsten Züge warten. Unser Schnellzug fetzt sich endlich mit halbstündiger Verspätung gegen 10 Uhr abends in Bewegung, lieber den Don geht es in die Rächt hinauf. Der Kuban ist unser Ziel. Batajsk, Ze- lina, Glubokajo und Tichoretzkaja sind die Haupt- ttationen, die wir zu durchfahren haben, Kam- kaskaja oder setzt Krapstkino ist die Endstation. Unsere Ausgabe ist eine Insormations- reise durch einen Teil des Kuban- gebiete». Direktor Döhler von der deutsch- russischen Saatbau A. ©., die es übernommen hat. weite Streifen des Kuban mit Saaten zu kultivieren und damit am Wiederaufbau der Ackcr- wirtschaft in Sowjetrußland mitzuarbeiten, ist unser Führer. Da wartet schon auf uns vor dem Bahnhofsgebäude in Kawkafkaja die „Troik a", dieses echt russische Dreigespann, das uns an unser Ziel bringen soll. Hinaus in die würzige Morgenluft der russischen Landschaft. Hin und wieder geht f*8 an einem Bauerngefährt vorbei, dgs Erntegut nach der Eisenbahnstation bringt. Das ist ein schweres Stürf Arbeit, die auch wir spüren sollen: denn )ie russische Landstraße, die wenigstens in der Hegend, die wir durchfahren, mit fraglichem Recht diese Bezeichnung verdient, gibt einem jeden Wagen irgendwelcher Art eine harte Ruß zu knacken. St nie- tiefer Sand oder Schlamm, je nach der Wetterlage, smd zu überwinden, wobei man jeden Augenblick befurchten muß daß eine tückische verborgene Ein- enkung den Wagen aus dem Gleichgewicht bringt, tun, unsere munteren Traber wissen Bescheid, und o lassen mir uns sorglos über Köcher und Pfützen yinweg kräftig durchschütteln und uns manchen Spritzer um die Ohren sausen. Zwischen üppig qrunen Laubbäumen und Gesträuch gehts die allmählich gänzlich vereinsamte Landschaft dahin. Da wird bei einer Biegung plötzlich der Kuban sichtbar, der sich in seinem breiten Bett zwischen reizvollen Uferlandschaften scheinbar träge dahin- iiial}t. Rur scheinbar, beim bei näherer Betrachtung erweist er sich als ein reißender Strom von imposanter Breite. In ungezählten seltsamen Windun- nen fließt er dahin, so daß er auf unserer Fahrt, kaum das wir ihn verlassen hoben, immer wieder crld)eint und sein Lauf weithin am Horizont zu sehen ist. Endlich nach etwa anderthalbstündiger Fahrt sind die ersten menschlichen Behausungen zu erblicken, niedrige strohbedeckte Hüt- ten und im Hintergründe ein mit mafsiven Bauten umfriedeter Hof. Einst das Gut eines russischen Großgrundbesitzers, jetzt einer der Höse, die der vorher erwähnten Saatgut A. G. von der Sowjet- tjgicrnng in Form eines Pachtvertrages übergeben worben find. II. In dem weiten vom Kuban-Strom durchfloj- jenen und nach ihm benannten Gebiete, das sich nördlich der Hänge des Kaukasus von Westen noch Osten erstreckt und etwa halb jo groß wie Deutschland sein dürste, herrscht seit Jahr und Tag befon- bers reger Arbeitsbetrieb. An ber Ausnutzung des Kubanschen Ackerbodens find deutsche Unternehmen in namhaftem Umfange beteiligt. So hat dic ...Kon Zession Drufag" (Deutsch-russische Saatbau A. G.) em Gebiet, das nicht weniger als rund 22 000 Hek tar umfaßt, zu bearbeiten. Ein Teil davon liegt im Dongebiet, ber größere Teil am Kuban. Von dem Umfange dieser Ländereien kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man bedenkt, daß ein Ritteraut mit 500 Hektar in Deutschland schon als ein sehr großes Gut anzusehen ist. Ein Fordauto sollte uns einen möglichst umfassenden Einblick in die Bebauuna und dos Wesen des Kuban-Gebietes vermitteln. In der Glut der südrussischen Mittagssonne führte uns der Wagen aus den östlichen Gebieten nach dem Westen. Die schlechten Wege nahm man gern in Kauf gegen all bas Interessante, das sich dem Auge bot. Unendlich erscheint aber die Ursteppe, auf der allerdings gute Futtergräser wachsen, gewaltig sind aber anderer- feite die Gebiete, die durch deutschen Fleiß urbar gemacht worden sind. Weite Felder mit Sonnenblumen, aus denen gutes Speiseöl hergestellt wird und dieses einen wertvollen Ausfuhrartikel bildet, dehnen sich zu beiden Seiten des Weges aus. Dann folgen große Ackerflächen mit Mais, Zuckerrüben, Zuckerrohr, Hanf, Lein, Tomaten, Melonen und ollen anderen Gartengewächsen. Auf ebenso großen Getreidefeldern liegt bas (Betreibe, in Puppen ge= bunben, da Scheunen zum Bergen der Feldfrüchte nicht vorhanden sind. Schöne schattige Alleen umfangen uns nach Verlassen der Feldwege. Platanen, Pyramidenpappeln, Birken, Akazien und andere Laubbäume wechseln in stimmungsvoller Weise miteinander ab. Auf einem Abhang liegt zwischen Baumgruppen eines schmucken Parkes bas „Herr- schaftshaus" eines ber großen Gutshöfe. Auf dem Hofe kann man landwirtschaftliche Maschinen aller Art, aus Deutschland eingeführt, sehen. In einem Seitengebäude ist eine Saatveredelungsanlage errichtet, die Tag und 'Rächt mit Motorkraft arbeitend das gedroschene Gettreide reinigt. Dieses ausgelesene (Betreibe wird als Saatgut verwendet. Weiter über alle Hindernisse ber oft fast ungangbaren Wege hinweg führt uns das Fordauto durch das Land des Kuban dahin. Einige Blumenfelder, mit Astern, Löwenmaul, Stiefmütterchen, Cinien und anderen Blumen, durchweg aus Deutschland eingeführt, bringen in die Steppen- und Ackerlandschaft eine farbenfreudige Abwechslung, während zur Seite der Kuban-Strom mit seinen anmutigen Uferlandschaften prüfet. Hier und da vereinigen sich die typisch russischen niedrigen Stroh- häuser zu einem Dorf. Kubankosaken sind es, die hier wohnen, in unscheinbaren Behausungen, die man eher Hütten nennen müßte, daneben ein ober mehrere Strohschober, dazu eine Hütte, die für das Vieh ober als Speicher dient. Rur selten verirrt sich hierher ein Kraftwagen, so daß bei unserer An tunst alles, was Beine hat, zusammenströmt, Die Männer wetterfeste, gedrungene Gestalten. Einst mit das beste Soldatenmaterial des Zarenheeres. Unter den Frauen mit ihrem bronzefarbenen sonnenverbrannten Teint, manche, die man schön nennen könnte. Und auf den Höfen balgen sich luftig in neckischem Spiel Kinder mit Hunden und kleinen Schweinen herum. Eine kurze Weiterfahrt, und an das Kosaken- dors schließt sich ein anderer Ort an, dessen Häuser neuerer Herkunft zu sein scheinen. Sie sind auch aus Lehm, jedoch stabiler gebaut. Das Gesamtbild mit einen guten Eindruck ber Geschlossenheit. Ich grüße eine kleinere ©nippe von Menschen, man antwortet und spricht deutsch. Das e r ft e deutsche ftoloniftenborf. Sie sind im Jahre 1906 nach Rußland gekomen. also deutsche Kolonisten neueren Datums, meist aus Sachsen ausgcmanberi. Deutsche Bauern, die Sprache und Eigenart in ihrem ganzen Leben und Wirken in Rußland bewahrt haben und auch zum Ausdruck bringen. Und nun wechseln weiterhin deutsche Kolonisten und Kojakendörser fneblid) miteinander ab. In den weiter folgenden Kolonistendörfern hat man es mit deutschen Kolo- ni|ten zu tun, die nicht erst, wie die vorher er- wähnten, Anfang des 20. Jahrhundert, sondern deren Väter vor einem Jahrhundert und mehr nach Rußland ausgewandert sind. Jahrhunderte haben aber nicht vermocht, ihnen trotz oller Stürme ber Zeiten deutsche Sprache und Sitte zu nehmen. Man hört ausnahmslos deutsche Romen wie Wagner, Wolter, Schultheiß, Herlina u. a. Georg, Hans, Günther usw. heißen die Jungen, Mario, Grete, Anna usw. die Mädchen, und untereinander sprechen sie alle deutsch, das allerdings ein wenig mit rulsitchen Wörtern durchsetzt, jedoch für jeden nur Deulfchsprechenden verständlich ist. Und auch der Briefwechsel mit Angehörigen, die in anderen Ländern weilen, ist deutsch. Und mit Stolz holt ein altes Mütterchen ein ganzes Bündel 'Briefe, die olle in deutscher Sprache geschrieben sind, hervor. Erst kürzlich schrieb wieder ihr Sohn, der in Oft- preußen weilt. Ein deutsches Eiland, Tausende von Kilometern von der Heimat entfernt, die niemals erfahren hot und niemals erfahren wird, wieviel Swweres ihre Kinder besonders im Lause des letzten Jahrzehnts in der rutt"chen Steppe erfahren haben. Der Weltkrieg, die Revolution und dann die ichreckliche Zeit der russischen Hungersnot in den Jahren 1922/23 haben die deutschen Kolonisten, deren cs im Shibangebiet weit über 100 000 gibt. Ungeheures erdulden lassen. Schlicht und anspruchslos leben all diese Menschen auf ihren Dörfern. Das kommunistische System hat auch ihre» Besitz auf- teilen lafj-m, und olle haben gleich große ober vielmehr gleich kleine Ackerflächen, 1,8 Difjatinen pro Kopf. Eine fünfköpfige Familie hat etwa 30 Mor- gen, gewiß unter Verhältnissen in Deutschland ein Bauernhof mit leidlichem Auskommen: die gleich großen Felder in Rußland sind aber nicht so ertragreich und ausnutzbar, so daß die deutschen Kolonisten schwer ringen und sich durch andere Arbeit einen Nebenverdienst verschaffen müssen, und glücklich der, der für den Dors-Sowjet bzw. für die Cooperotioe, d. h. Genossenschaft, für einige Kopeken eine Fuhre machen ober für die deutsche Konzession „Drufag" arbeiten kann, zu ber die Bauern mitunter von 200 bis 300 Kilometer Herkommen, für die er einige Kopeken bekommt. Rosenfeld Alexanderhos, Eichenfeld usw. heißen die Dörfer der deutschen Kolonisten. Neuerdings haben sie auch russische Namen erhalten: Wanowka, Schrimbowkaio, Simcnowka, während die benachbarten Kosakendörfer Kasanskaja, Tifliskaja, Morsko- sowa usw heißen. Dic schönste und zugleich älteste deutsche Kolonie ist das bereits erwähnte Eichenseid zu nennen. Lauter schmucke massive sauber gehaltene Häuser mit ebenso sauber und ordentlich eingerichteten Höfen. Man möchte sich in einem der besten Dörfer in Deutschland wähnen, wenn man dieses deutsche Kolonistendorf betritt. Ein kurzer Aufenthalt in dieser schönen Siebclung, einige Minuten Unterhaltung mit den deutschen Landsleuten, die nur selten einen Besuch aus ihrer einstigen Heimat ihrer Väter erhalten, die Zeit drängt, und fort geht es weiter durch die schon in der Abenddämmerung liegende Kuban-Landschaft. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 3. Sept. Troy seiner Jugend hat sich der am 29. Oktober 1904 in Konfeld geborene Maurer Joses Gerhard Großmann bereits zum Schwerverbrecher entwickelt. Er wird auS einer bayerischen Strafanstalt vov» geführt, wo er 2’,; Jahre Zucht hau- verbüßt, Dor dieser Okrurtcilimg hatte er End« vorigen Jahre- fein Unwesen in Ober bestellt getrieben und verschiedene schwere Einbrüche ve» übt bzw. versucht Des einem derartigen Tav 'uch in Schwalheim wurde er am 2 Dezember 1924 überrascht und. obwohl er auf seine Verfolg« verschiedene scharfe Schüsse abgab. festgenrmmen. Vachgewiesen wurden ihm Einbrüche und Ohr- bruchsversache in Dorheim. Schwalheim, DichelS- dorf. Rainrod. Gcfamrstrase: 3 Jahr c 4 Mona t eZuchihauS Der mehrfach wegen Eigentumsoergeben voc* bestrafte Händler Fritz Henning aus Mao» bürg hat im Juli I. 3. in einem Haufe der hiesigen Reuen-Bäuc einen Bettbezug gestohlen, indem er mit einem Drücker -- er hatte deren st et- drei bei sich die verschlossene Türe der Wohnung, die zeitweise von ihren Bewohnern rw laffen war. öffnete. 3n gleicher Weise versuchte er in der Löberstraste eine Tür mit dem Drücker zu offnen, wurde aber gestört. Dagegen gelang es ihm, in eine Wohnung der KaiferaN« einzu» bringen: bevor jedoch Zeit zum Sttchlen Hieb, überraschte ihn die Hausfrau, die aus ha Stadt zurückkehrte. Er ging flüchtig, wurde jedoch fest» genommen. Da- Gericht beurteilte diese Taten außerordentlich milde und erkannte auf mir 6 Monate Gcfäng nis: der Staai-anwalt, der 1 3abr 6 Monate Zucht hau- beantragt hatte, erklärte, das Urteil nicht anet* kennen zu können. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. An der Börse vollzieht sich gegenwärtig ein kleiner ReinigungSprozeß. Eine Reihe von Maklern, die über ihre Kräfte hinan- Engagement- eingegangen sind und nunmehr unerfüllte Berpflichtungen haben, sind von der Berlin« 3nsolvenzkommission alfl Aufgabe gestrichen worden. Es handelt sich hierbei nur um kleine Maklerfirmen, die für die Gesamtbörse überhaupt feine Bedeutung haben Ueberhaupt geht man gegen die Verwilderung der GeschäftSsitten an der Effektenbörse in der letzten Zeit etwa- schärfer vor, was dem Ansehen des Marftes nur dienlich ist. So ist die jüngste Befestigung der Kurse nicht zum wenigsten ein Ergebnis von zwangsweiftn Cxekutionskäusen, um bisher auSstehende Stücke- Lieferungen endlich durchzuführen. Man rüdt den Baissier- tatsächlich kräftig zuleibe. die mit ihren Leerabgaben wirklich so weit gegangen waren, daß Kassageschäste teilweise noch nach Wochen ihrer Erfüllung harrten. Gleichzeitig mit diesen Exekutionskäufen konnte man eine vermehrte Intercssennahwe seitens des AuSlande- unS feiten- der Kundschaft der Danken an den 3ndustrie-Eftekten beobachten, so daß sich während der letzten vierzehn Tage ein völliger Umschwung der Tendenz vollzogen hat. ES steht zu hoffen, daß die Besserung des KursniveauS nun auch anhalten wird, bis diese- wieder dem inneren Wert der Aftieir entspricht. Es bedarf feiner besonderen Begründung, wenn man darauf Hinweis!, daß dieses vor allem auch im Interesse! unserer Aktien-Gesellschaften selbst liegt, denn das Ausland wird naturgemäß ein erhöhte- Bert rauen in deren Lage haben, wenn es sieht, daß man im Inland das eigene Bert rauen zur Lage ter industriellen -Unternehmungen durch eine vermehrte Kapitalanlage in deren Aktien zum Ausdruck bringt. Allerdings ist dem eine Grenze gesetzt in der ftnanziÄlen Kraft de- deutschen Publikums. Wenn auch der Dörscnaeld- marft eine sehr leichte Bevsassung hat und selbst am Ultimo sehr reichliche flüssige Mittel zur Verfügung standen, so ist dies nur em Zeichen bet Geldüberflüsse vor allem der öffentlichen Kassen, während die Privatwirtschaft nach wie vor unter Der gefesselte Strom. Roman von Hermann Stegemann. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Doch ehe sie sich gefaßt hatten, kam ein röchelnder Seufzer von den Lippen der Kranken, unb ihr Kopf sank hintenüber in die Kissen. .Mutter!" schrie eine rauhe Knabenstimme, imb den Aeltern ungestüm beiseite drängend, sprang Hermann Ingold hinzu, stieß den Arm 1 unter das Kissen und richtete die Atemringende tu die Höhe. Dabei riß er mit den 3ähnen ten Pfropfen aus der Arzneiflasche und füllte bann den dünnen Silberlöffel, den ihm der Baler tedächtig hinstreckte. Mit geschlossenen Lidern schluckte die Mutter, seufzte und murmelte: „Der Hanns muh seinen Kaffee haben." Dem Manne, der das Leben in zwei Welten Tieiftem gelernt hatte, schossen die Tränen au- ten Augen. Als die Mutter still lag, schickte der Dater ten jüngsten Sohn zum Malermeister Lorenz Ingold und lieh ihm sagen, die Mutter begehre ihre Kinder um sich zu haben in der letzten . Stunde. Hanns folgte dem Bruder auf dem Fuße imb holte ihn im Gärtchen ein. ..Hermann, wir haben uns ja noch nicht begrüßt", rief er ihm nach. Trotzig und scheu wandte der Knabe sich ab .nd antwortete ins Blaue: ..Ich bin dir ja doch nicht mehr gut genug. Int' die Mutter, die fragt jetzt nur noch nach Mr!“ ..Glicht mehr gut genug! Füchslein, du bist 5rlt c ' Schl'.lftli ff' mitla9 ltur® bSrlt Datum: 3. 9. 4 9. 3. 9. 4 9 j°/.> Deutsche Ncichöanleibe . 40,e Deutsche Ncichsauleih« . 3V//» Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche ReichSanleide . Deutsche Svarprämicnanleihe 4°/0 Prcuhiiche KonsolS . . . 4% Hessen........... 3'/?/. Hessen 3°/o Hessen Teussche Wend. Dollar Aul. dto. Doll.-Schntz-Anwei sng.') 4° 0 Zolltürken 5”.0 Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Ban! Tarmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche VereinSbank .... Diskonto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . Dcsteneichische Kreditanstalt. Westbank ............ Bochumer Guß BudcruS Caro.............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Lanrahütte........... Oberbedarf I'hönir Bergbau Ryeinstahl Rtcbeck Montan Dcllus Bergbau. Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holunann...... Anglo-Tont.-Guano Badische Anilin Cbemische Mayer Sklavin . . Goldschmidt......... (Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holrverkoylung Rütgerswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Maintraftwerk«....... Lchuckert Siemens & Halske ..... Adlerwerke Äleyer Daimler Motoren. ..... .Heyligenftaedt..... Meguin............. Motorenwerke Mannbestn . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . MetaUgcsellsckaft Frankfurt. Pet. Union A -G........ Schuhfabrik Her; Sichel Zellstoff Saldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0.2'0 0 2675 0.26'65 • 2675 — — 0,355 0,355 0,340 0 335 0.35 0 8475 0.580 IM70 0,55 0.555 U. 175 0.170 0,17 0. >65 0.3H U 285 0.3425 — — — — 0,3 — — 0,3 — — 0.285 0.3 0 29 •9,8 89,8 91.75 91.75 94.5 <4.5 94,6 91,6 4 'j < ,2,j 7,4 7,5 38.5 — —- 132 130 133 133,75 47 97 »(o 113 113 112,9 113 114.25 113,5 114 114 58,5 59.5 106,4 106 106.4 106,25 81 81.76 —- 93,5 01 93.8 94,25 ; •» 7,4 7,25 -.4 0,05 0,05 76 73,5 « A 72,75 55 56,5 50 •‘2,5 45 47 43.9 43.75 74 71,5 73 74,25 61,5 59,9 60,25 68.5 115 112 113,5 113 132.5 133 132.5 130,75 118 149 22,12 22 46 43 5 45.25 45,5 49 57 75 52 56,4 77.9 76 9 78.5 77,5 67.75 66.25 68 65,75 78,75 80 5 79 81.5 50 50 — 63,5 '3.5 6:3.2) 64 64.5 65,75 64,25 65,3 — — _ _ 69,25 69,75 — — 65 64 63,25 64 — — 111 110,5 129 128,5 129,25 129 77 <8?5 18 77,75 123,25 123,75 123.75 122.62 124 12 123,25 124,25 123,4 66,5 63 — — 71.5 72,5 102 72 5 101 — — 100,5 99.9 100,5 99,25 — 77.25 76 77,25 74 73,5 — 66 66 66.12 65.25 86 — 85.4 85,5 54,5 53 54 53,5 51,5 49 25 46,75 51 30 30 — — 38 40 40 39,5 ■— — 54 55 0,815 0,789 — 100,25 101 — 68 67 66 67 36 37 39 10.5 — 10 10,5 10,25 10,25 10,25 10.5 65 69,5 — — 60 60 lg 58,25 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 4. Sept. Die heutige Börse eröffnete *ut der Basis der erhöhten gestrigen Schlußnotierungen. Ein weiteres Steigen der Kurse trat zunächst nicht ein, da Befürchtungen über einen möglicherweise zu erwartenden Eis en- bahnerstreik gehegt wurden, ferner durch einige kleinere Maklerschwierigkeiten etwas Material herauskam und schließlich die Danken die festen Kurse angeblich dazu benutzen, um ihr Interventionsmaterial wieder abzustoßen. Trotz der resultierenden Ansicherheit bei Beginn des Geschäftes herrschte doch eine freundliche Grund st immung vor, zumal nach den Wirtschastsberichten der preußischen Handelskammern für den Monat August eine Besserung der Lage in einigen Ge- werbszweigen sich anzubahnen scheint. Die außerordentlich günstigen Absatzziffern der K a l i- werke veranlaßten für diese Aktien einige Meinungskäufe. Besondere Anregung bot die sehr leichte Verfassung des Börsengeldmarktes. Tägliches Geld wird zu 71/s bis 9 Proz. abgestoben, Monatsgeld stellt sich auf 10 bis IP/2 Proz. Bekanntlich wurde gestern eine Erhöhung des P rivätdisk0ntsatzes vorgenvmmen, um das Angebot von Privatdis- fönten, das völlig fehlt, anzuregen. Am Devisenmarkt erfuhr das engl. Pfund eine neuerliche Abschwächung auf 4,847 zs gegen Kabel Neuhork. Demzufolge erhöhten sich die Kurse der übrigen europäischen Valuten. Nordische Werte gaben von ihrer Befestigung wieder etwas her, und zwar stellte sich Oslo gegen London auf 22,95, Kopenhagen: London auf 19,23. Mailand setzte seine Aufwärtsbewegung nicht fort, sondern hielt sich unverändert auf 121,45 gegen London. Die Reichsmark notierte in London 20,36, Paris 5.071/», Amsterdam 59,11V?. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Sept. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer 23,25 bis 23,75, Roggen, inländ. 18,75 bis 19, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27, Hafer, inländ. 19,50 bis 20 Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländ.' Spezial 0 39 bis 39,25, Roggenmehl 27,50 bis 28, Weizenkleie 11 bis 11,25, Rvggenkleie 11,50. Tendenz fest. Berliner Prsdukle "dvrse. Berlin, 4. Sept. Der Getreidemarkt lag heute wieder befestigt. Das Angebot des Inlandes bleibt weiter zurückhaltend. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märl. 219 bis 225, do Sept. 228, do. Oft. 247 bis 246, do. Dez. 255,50 bis 254 bis 254,50, Roggen, marf. 128 bis 17ß do. Oft. 195, Dez. 197 bis 198, Gerste, marf. 215 bis 247, Futtergerste 180 bis 185, Hafer, marf. 177 bis 185, do. Sept. 171,50 bis 171, do. Dez. 189 bis 188,50, Mais (lofo Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360: für je 100 Kilo: Weizenmehl 31,25 bis 34,25, Roggemnehl 24,75 bis 26,75, Weizenkleie 12.40 bis 12,50, Roggenkleie 11,80 bis 12, Viktoriaerbsen 26 bis 32, Futtererbscn 21 bis 24, Wicken 25 bis 28. Lupinen, blau 12,75 bis 14, Rapskuchen 16,10 bis 17,30, Leinkuchen 22,50 bis 22.80, Trockenschnitzel 12, Torfmelasse 8,90, Kartoffelflocken 18,10 bis 18,30, Zucker 21 bis 21,20. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 6. September. 13. n. Trinit. Stadtkirche. 8: Pfr. Becker. Zugl. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus d. Markusgemeinde. 91/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderfirche für die Matthäus- gemeinde. Pfr. Mahr. - Ivhanneskirche. 8: Pfr. Ausseld. Zugl. Christenlehre für d. Neufonfirmierten aus der Iohannesgem. Pfr. Ausfeld. 9l\: Psarrass. Schultheis. 11: Kinderfirche für d. Lukasgemeinde. Pfr. Dechtolsheimer. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. - Lollar. 1'/,- — Wieseck. Evang. Gemeindesaal, Ludwigstr. 11. 91'- 101/,: Kinderfirche. — Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: VIO (letzte Christenlehre). Garbenteich: 1. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 5. Septbr. 41/, u. 7 Deichte. Sonntag, den 6. Septbr. 14. Sonntag nach Pfingst. Schuhengelfest. 61/, Deichte, 7 Messe, Kom. d. Männer, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Pred.. 2 Andacht. — Grünberg. 91/, Messe mit Pred. - Hungen. 6 Andacht m. Predigt. — Laubach. 10 Messe mit Pred. - Sich. 7'/, Messe mit Predigt. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 6. September. 8 bis 9 älhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. anläßlich des Evangelischen Dolkstages. 4 bis 5 Uhr: Rach- mittagskonzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 6 bis 7 Uhr: „Lebenskunst", eine Reihe von Vorlesungen, 2. Vorlesung „Vom unnötigen Altern", von Paul Cohn. 7 bis 8 Uhr: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Russische Volkserzählungen" (Fortsetzung und Schluß), Vortrag von Direktor H. Meißner. 8.30 bis 9.30 Uhr. Die Entwicklung der Violinsonate (ein Zyllus, fünfter Abend). 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst. 9.45 bis 11 Uhr: Die Hochzeitsreise (Lustspiel in zwei Aufzügen von R. Benedix). Hierauf: Wald- frieben (Lustspiel in einem Aufzug von Ludwig Thoma). Gegründet 1876 Pianohaus Bahnhofstr. 65 b Gießen Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lieh (Oberhessen), Butzbacher Str. 12 Steinway - Instrumente < in höchster Vollendung > 1852 Kein Kognm kann kesser unö eöler sein. Darum, Deutscher, keinen heller unö keinen Pfennig für ausländische Getränke mehr. - Item ist nichts köstlicher als Ar-Krank Kölner Dom, ein Likör, |b üem Magen wohltuet unö ein gar wonniges Behagen erzeuget. 2öe$ Krank L.-G., lote tu Lhein, -wrigteeüerteKmg: Hamburgs Lhilchavs, «aö Lerlm W polsöamer Sir. rr» H2>w*F 38S IUM 3619 20 WP*- 4980/81 MIIMWWWW^ ........................................................................... In Vorbereitung MUMSWMe tos Wem MWkls 0115 MW feines 175 Bisen meinens Großen-Duseck, 6. September 1925 Sofas von MK. 110.— an Kein Laden! S294D Klubmöbel von Mk. 130.— an I Ludwigstr. 31. 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