Ur. 181 Erster Erscheint tägllch, außer Sonn, unb Feiertag«. Beilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monatr-Ve)»g«preir. 2 (Bolbmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: schriftleilung 112, Der» lagundGcfchäftsslelle51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger riesten. poßscheckkonto: granHurt a. M. 11686. Blatt irs. Jahrgang Mittwoch, 5. August (925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrüdl'sche UniversitälS'vuch- und Steinöruderei R. Lange in Siesten. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDcrbindlichkeil. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm 'Breite örtlich8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re» Klame-Anzeigen d 70mm ‘Breite 35 (Bolbpfennig, Platzvorschrift 20*/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr. Friebr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschem; für b en Anzeigenteil: Hans De», sämtlich in Gießen Die Verbrauchssteuern. Fortsetzung der Steuerdcbatte im Reichstag. Berlin, 4. Aug. (DTB) 11 Uhr vormittags. Präsident L o e b e teilt bei (Eröffnung der Sitzung mit, batz Abg. Dr. David (Soz.) wähkend einer Fraktion ssitzung einen Blutsturz erlitten habe. Der Präsident knüpft an die Mitteilung den Wunsch, daß der Anfall keine ernsteren Folgen habe. Bei der Fortsetzung der zweiten Beratung der Tabaksteuer wendet sich der Abg. Büchner (Toz.) gegen die Meinung, daß man den deutschen Tabakbau durch hohe Zolle fordern könne. Jede deutsche Zigarre müsse mindestens zur Hälfte aus ausländischem Tabak bestehen, so daß die Erschwerung der Tobakeinfuhr auch den deutschen Tabakbau schädigen würde. Der Redner fordert eine angemessene Entschädigung der Tabokarbeiter, die durch die Steuererhöhung brotlos werden. Abg. Schneider (Dem.) begründet einen An- trag, wonach die durch die Tabaksteuererhöhung vorübergehend oder längere Zeit erwerbslos wer- denden Arbeitnehmer und Hausgewerbetreibenden de? Tabakgewerbes den doppelten Betrog der Erwerbslosenunterstützung erhalten sollen. Inzwischen ist ein Antrag von den Regie- rungsparteien eingegangen, wonach die durch die Stenerhöhung eingetretene Arbeitslosigkeit in jedem Falle als K r i e g s f o l g e im öinne der Verordnung über die Ermerbsloscnfürsorge behandelt werden soll. Die durchsurzarbcit Geschädig- ten sollen Kurzarbeiterunterstützung erhalten, die täglich mindestens ein Sechstel der Bollunterftüt- zung für Erwerbslose betragen soll. Die Unter- stützungsdaucr soll auf ein Jahr verlängert werden. Den durch diese Unterstützung besonders belasteten Gemeinden werden Reichszuschüsse gewährt. Reichsarbeiisminister Dr. Brauns hält den Antrag Schneider für unannehmbar und empfiehlt den Antrag der Regierungsparteien. Angenommen wird hierauf der Antrag der Regierungsparteien, wonach die Bi ersten er vom 1. April 1926 ab um rund 33z Prozent erhöht wird. Ebenso wird der Antrag der Regierungsparteien auf Erhöhung der Tabaksteuer angenommen. Alle anderen Abänderungsanträge werden obgelehnt. Der Antrag der Regierungsparteien auf Unterstützung der durch die Stcuererhöhung erwerbslos werdenden Tabakarbeiter wird in namentlicher Abstimmung mi? 246 gegen 154 Stimmen angenommen. Desgleichen ein Antrag Salier fSntL) auf Errichtung eines Reichstabaksfor- schunasinstituts in Baden. Ein völkischer Antrag, die Einführung des Pilsener Bieres zu verbieten, wird gegen d'e Antragsteller abgelehnt. Es folgt hieraus die zweite Beratung des Gesetzentwurfs zur Erhöhung der Weinsteuer, Zünd rarensteuer, Seifensteuer, Zuckersteucr und Spielkartensteuer. Abg. Sollmann (Soz.) lehnt die Steuervorlage ab. Die von der Regierung vorgelegten Berbrauchssteaern ließen jedes Gefühl für die sozialen und nationalen Erfordernisse vermissen. Der Redner bringt dann verschiedene Beschwerden gegen die Branntweinmonopolverwaltung vor. Abg. Iacobshagen (Soz.) bespricht die Weinsteuer. Die Regierungsvorlage sah 20 Proz. Weinsteuer vor (für Schaumwein 30 Proz.). Die Regierungsparteien wollen für die nächsten zwei Jahre in einem Kompromißantrag die Steuern auf 15 Proz. herabsetzen. Abg. Iacobshagen bezeichnet auch diesen Sah angesichts der Rotlage der Winzer als viel zu hoch. Er beantragt die Herabsetzung auf 10 Proz. Staatssekretär Dr. P o p i h erklärt, die geringen Einnahmen aus dem Branntweinmonopol bildeten den Gegenstand ernster Sorge der Reichsregierung. Den Mißständen sei die Reichsregierung mit Der größten Rücksichtslosigkeit ent- gegengetreten. Die S ch w a r z b r e n n e r e i habe einen höchst bedenklichen Umfang angenommen. Don den Beamten der Monopolverwaltung sei aber nur ein einziger schwer belastet. Weder der frühere noch der jetzige Präsident der Reichsmonopolverwaltung könne in dieser Angelegenheit irgendwelchen Angriffen ausgesetzt werden. Abg. Korell (Dem.) begründet einen Antrag, wonach die Weinsteuer auf Schaumweine 15 Proz., bei ben übrigen Weinen 10 Proz. betragen soll. Er wendet sich gegen die viel zu große Spanne, die zwischen Erzeugerpreis und Ausschankpreis in den meisten Fällen besteht Abg. Sollmann (Soz.) bekämpft einen demokratischen Antrag auf Besteuerung alkoholfreier Traubensäfte. - Abg. Korell (Dem.) erklärt, er müße seinen Antrag aufrechterhalten. Es sei nicht angängig, den Abstinenzlern besondere Steuerprivilegien zu gewähren. Abg. Hook (Dschn.) empfiehlt im Sinne des Abg. Korell einen Antrag auf Besteuerung des alkoholfreien Traubensaftcs. Bei der dann zur Beratung kommenden Salz- (teuer bekämpft Abg. Peters (Soz.) die in der Vorlage vorgesehene Erhöhung der Steuer für Speisesalz auf drei Mark per Doppelzentner. Die steuerliche Belastung eines unentbehrlichen Bedürfnisses der breiten Masse wirke umso unsozialer, als die Besteuerung der Industrieseite ausgehoben wird. Eine so brutale Abschaffung der Lasten von den Schultern der besitzenden Industriellen auf die Aermsten der Armen sei nicht zu rechtierttgen. Die Sozialdemokratie beantrage die Aufhebung der Salzsteuer oder mindestens eine Herabsetzung auf eine Mark. Vriands Londoner Reise. Rachdem nur wenige Tage zuvor eine Zusammenkunft der alliierten Außenminister anläßlich der Genfer Dölkerbundlagung in der zlvei- ten Septemberwoche als die erste Gelegenheit zu einer mündlichen Aussprache über die Paktfrage bezeichnet worden war. hat sich nun Dnand doch plötzlich zu einer Fahrt nach London entschlossen. In England legt man Gewicht daraus, hervorzuheben, daß der französische Außenmimster sich a n g e s a g t habe, und daß Chamberlain nichts anderes übrig geblieben sei. als seine Bereitschaft auSzudrücken, seinen Kollegen zu empfangen. Das kann nur bedeuten. daß man in England die Zusammenkunft der beiden Außenmimster für weniger dringlich hält. alS dies augenscheinlich in Frankreich der Fall ist. Briand wird sich nur von wenigen Mitarbeitern begleiten lassen und will im ganzen nur 48 Stunden in London bleiben. Im allgemeinen gilt Briand als wenig rensefreudig. Er hat eben eine be- sonders trübe Erfahrung gemacht: Im Januar 1922 auf der Reparationskonferenz zu Cannes, als eine bloß einwöchige Abwesenheit von Paris genügte, um feinem Gegner Poincar6 Oberwasser zu geben. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß weder der französische Finanzminister C a i l l a u r noch ein anderes hervorragendes Mitglied des Finanzministeriums die Fahrt Briands mitmachen wird. Damit soll von vornherein der naheliegenden Vermutung vorgebeugt werden, daß bei der Londoner Zusammenkunst gleichzeitig über das to d) u I ■ den problem verhandelt werden soll. Jedenfalls will man in Paris erst den Erfolg der Gold- a n l e i h e abwarten, der durch einen Streik der französischen Bankbeamten einigermaßen bedroht zu sein scheint. Ziemlich gleichzeitig mit der Meldung von Briands Londonfahrt verlautet, daß der E n t w u r s eines Paktoertrags im französischen Außen- Ministerium fertiggestellt sei. Briand hofft offensichtlich, die Paktfrage zu erledigen, ehe es zu der Konferenz gekommen ist, die in der zweiten Sep- temberhälfte stattfinden soll, und zu der auch deut- sche 23er tretet hinzuzuziehen wären. Man wird in der Erwartung nicht fehlgehen, daß Briand und Chamberlain auch über andere schwebende Fragen der Außenpolitik: das fernöstliche Problem, den Marokkokrieg, ben syrßschen Auf- stand und manches andere sprechen und vielleicht sogar ein umfassendes Kompromiß suchen werde. Wir haben natürlich nicht erwarten können, baß die Verhandlungen über den Pakt-Dertrag beginnen werden, ohne daß sich die alliierten Mächte vorher wenigstens über die wichtigsten Punkte verständigt haben würden. Zwischen einer vorherigen allgemeinen Fühlungnahme der Alliierten und einer gebundenen Marschroute besteht jedoch ein großer Unterschied Wir müssen unbedingt darauf bestehen, daß die mündlichen Derhandlungen in Tyer zweiten Septemberhälfte keine bloße Formalität sind. Dielmehr muß es bep deutschen Delegierten möglich fein, bei der materiellen Regelung sedes Einzelpunktes mitzuwirken. Der Reichsregieruug ist bereits verschiedentlich nahegeleqt worden, sie dürfe sich die Initiative in der Pakt-Frage nicht aus den Händen winden lassen. Wir dürfen erwarten, daß Baldwin und Chamberlain etwaige Diktat- absichten Briands nicht ohne weiteres unterstützen werden. Immerhin bestehen so viele Kompen- sationsmbglichkeiten zugunsten Englands, daß man Damit schließt die 2. Beratung der Verbrauchssteuern. Zweifelhaft bleibt die Abstimmung über einen Antrag des Abg. Haas (Dem.), der die Steuerfreiheit für alkoholfreie Trauben im Weingesetz beseitigt, er wird im Hammelsprung mit 201 gegen 167 Stimmen bei 9 Enthaltungen angenommen. Zur Frage der Steuerhöhe findet Annahme ein Antrag, der die Steper für Schaumweine auf 30 Proz. festsetzt. Annahme findet ferner für die W e i n- ft e u e r der Antrag der Kompromißparteien, der einen Steuersatz von 20 Proz. festsetzt. Zugleich bestimmt der Kompromißantrag, daß dieser Steuer- satz sowie der von 30 Proz. der Schaumweine vom 1. 2. 25 bis 30. 9. 27 um i ermäßigt werden soll. Außerdem soll $ des Betrages der in der Zeit vom 1. 7. 2-5 bis zum 30. 6. 27 auffommen- den Weinsteuer zur Behebung der Not des Win Verstandes verwendet werden. Bei der Zündwarensteuer wird unter Ablehnung aller Slenberungsanträge die Ausschußfassung aufrechterhalten, die eine Steuer von 0,2 bis 0,6 Pf. pro «chachtel Zündhölzer und eine solche von 2 Pf. für Zündkerzen aus Stearin, Wachs ufw. vorsieht. Die sozialdemokratischen unb kommunistischen Anträge auf Streichung der Salz st euer werden mit 224 gegen 166 Stimmen abgelehnt. Es bleibt auch hier bei der Aue- schußfassung. die einen Steuersatz von drei Reichs- mark per Doppelzentner Reingewicht vorsieht. Die Zukcrsteuer wird ebenfalls unter Ablehnung >>on Änderungsanträgen der Linken nach der Ausjchußfassung angenommen, so daß also an Steuern erhoben werden: Pro 100 Kilogramm von St.irlezucker 8,40 Mk., von anderem Zucker 21 Mk Annahme findet schließlich noch die Spielkarte n ft c u c r. Das Haus wendet sich der Besprechung des Gesetzentwurfs über die gegenseitige Besteue - rung des Reiches und der Länder zu. In der Generaldebatte betont Abg. Henke (Soz.), daß der vorliegende Entwurf Einschränkun- gen bringe, soweit das Reich in Frage komme. Der Redner lehnt die Besteuerung der öffentlichen Betriebe m Interesse des Gemeinwohles ab. Die Versorgungsbetriebe müßten alle in öffent- gut daran tut, sich nicht allzu fest auf bie Loyalität der heutigen britische Staatsmänner zu verlassen. Dor ziemlich genau zwei Jahren (am 2. August 1923) hat brr damalige Außenminister im ersten Kabinett Baldwin, Lord Curzon, im Oberhaus eine Rede gehalten, in welcher er ausführte, daß England nicht zusehen dürfe, wie Frankreich und Belgien jede beliebige Polttik treiben. Wenige Tage darauf übersandte dann Curzon seine viel erörterte Zirkularnote über die Rechtswidrigkeit der Ruhrbefetzung. Zweifellos war Curzon ebensowenig „deutschfreundlich", wie Chamberlain es ist. Immerhin war er der erfahrenere Staatsmann und halte eine lebhaftere Darstellung von ben Folgen, welche die Eigenmächtigkeit der französischen Politiker für die grundlegenden britischen Interessen haben mußte. Das britische Parlament ist in die Sommerferien gegangen, so daß die Regierungs- Vertreter Zeit haben, einen ausländischen Kollegen zu empfangen und mit ihm die schwebenden fragen durchzusprechen. 3n Deutschland tagt der Reichstag unverändert weiter und wird vielleicht noch bis in die kommende Woche hinein beschäftigt fein. Auf der Regierungsbank harren der Reichslanzler, der Außenminister und viele ihrer Kollegen unentwegt aus. Es ist daher an sich nicht verwunderlich, wenn die Arbeit an dem Paktprojekt fürs erste nicht recht weiter kommt. Diese Sachlage hat sich Briand augenscheinlich zu Rutze gemacht. Er hat in dem britischen älnterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Mac R e i 11, einen eifrigen Verbündeten überall dort, wo cs gilt, die deutsche Politik in zhrer bisherigen Isolierung festzuhalten. Auf eine Anfrage im älnterhaus hat Mac Delll sehr vorsichtig und allgemein erwidert, daß die britische Regierung keine weiteren Bindungen gegenüber Frankreich übernommen habe, als in den amtlichen Erklärungen zum Ausdruck gebracht sei. Die Antwort Briands auf die letzte deutsche Rote in der Paktfrage soll etwa am 10. August in Berlin überreicht werden. Es würde der ersprießlichen Regelung der Paktfrage zweifellos nicht nützen, wenn die Antwort Briands bereits einen fertig formulierten Paktvertrag enthielte. Die gusammenkunft mit Chamberlain. Paris, 5. Aug. (121.) Die Blätter kündigen übereinstimmend an, bah sich Briand zu Beginn der kommenden Woche nach London begeben wird; wahrscheinlich werde der Auhen- minlffer am Montag abreifen. Man glaubt, daß die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen London und paris so gering geworden sind, daß die persönliche Aussprache der beiden Minister d i e letzten Hindernisse beseitigen kann, wie haoas aus London erfahrt, erklärte Chamberlain, er werde sich sehr über den Besuch Briands freuen. Ls empfehle sich jedoch aus parlamentarischen Gründen, vor allem mit Rücksicht auf die für den 6. August anberaumte Unterhaus- bebatte über die Wirtschaftslage, die Zusammenkunft zu verschieben. Die Zusammenkunft wird wahrscheinlich Anfang nächster Woche ftattflnben. lidjer Hand vereinigt unb Steuerfrei gelassen werden. Abg. Kuhlenkampsf (D. Vv.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Henke. Auch die öffentlichen Betriebe müßten Steuern zahlen. Der Redner fetzt sich in weitgehenden Ausführungen für den Kompromißantrag ein, der alle Derforgungs- betriebe besteuern will. Staatssekretär P o p i tz tritt gegenüber dem An- trag der Kompromißparteien dafür ein, bah die Ausschußfassung aufrechterhalten bleibe und die Versorgungsbetriebe (Gas- u. Wasserwerke usw.) in öffentlicher Hand steuerfrei sind. Weiterberatung Mittwoch. Der Ertrag der neuen Steuern. Berlin, 4. Aug. (WTB.) Auf Grund der neuen Steuern, die der Reichstag in den nächsten Tagen bewilligen soll, belaufen sich die Gesamteinnahmen des Deutschen Reiches für das laufende Rechnungsjahr nach einer von der „Doss. Ztgveröffentlichten älebersicht auf rund 7,705 Milliarden. In diesem Betrage sind die von den Ländern und Gemeinden selbständig erhobenen Steuern nicht einbegriffen. Der ordentliche Haushalt sieht aus den Besitz- und Verkehrs steuern 4,663 Milliarden Mark Einnahmen vor, darunter 1.7 Milliarden Einkommensteuer. 1.5 Milliarden älmsatzsteuern, 500 Millionen Vermögenssteuer. 300 Millionen Kör- perschastssteuer und 282 Millionen Deförderungs- steuer. Aus Zöllen und Derbrauchsabgaben sollen rund 1,8 Milliarden aufgebracht werden. darunter aus Zöllen 365 Millionen, aus dar Tabaksteuer 560 Millionen, aus der Zuckersteuer 185 Millionen, aus der Biersteuer 174 Millionen und aus dem Branntweinmonopol 150 Millionen. Im außerordentlichen Haushalt, der u a. den Verkauf von Dorzugsaktien der Deutschen Reichsbahngesellschaft in Höhe von 145,8 Millionen und den äleberschuß aus dem Müwzweken mit 225 Millionen aus- wellt, sind rund 576.8 Millionen Mark Einnahmen eingesetzt. Der Kampf um ben Finanzausgleich. EinBerhandlungsvorschlag der Länder Berlin, 4. Aug (WTB.) Der Amtliche Preuhtsche Pressedienst schreibt: In der Ftnanz- ausgleichsfrage versuchten die Regierungsparteien ein neues Kompromiß, m deut sie beantragten, den Ländern und Gemeinden eine Gesamtbeteiligung an der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer in Höhe von 21OD Millionen zu garantieren. In der von den Regierungsparteien vorgesehenen Form Hal die Garant,e den Mangel, daß sie nur eine Gesamtgarantie für das Auskommen der beiden Steuern zusammen ist. Dies hätte zur Folge, daß, wenn aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer alS einer immerhin noch entwicklungsfähigen Steuer m e h r als 100 Millionen im Reiche herauskommen, das Mehr auf den etwaigen Fehlbetrag der Umsatzsteuer, der namentlich bei einer etwaigen weiteren Senkung der Steuer eintreten kann, angerechnet würde. Den Ländern würde also die Hoffnung auf einen Mehrertrag aus der Entwicklung der Einkommensteuer genommen. Ferner würde eine derartige Gesamtgavantie btt Abrechnung zwischen Reich und Ländern und vor allem die Auseinandersetzung der Länder mit den Gemeinden völlig unflar machen. Die kürzlich in Berlin versammelt gewesenen Lanbesfinanzminister stellten sich beshalb auf benStanbpunlt, bah dasKompromiß nur bann annehmbar wäre, wenn den Ländern bis 1. 4 27 35 Proz. des garantierten Abkommens an ber Umsatzsteuer von 1500 Millionen zugesaat würben. Rechnet man dazu bie 75 Proz. des Auskommens an ber Einkommen- unb Köroerfchaftssteuer von 2100 Millionen, auf besten Garantie bie Länder keinen un- bebingten Wert legen, so würbe bas auch nur einen Gesamtbetrag von 2100 Millionen ausmachen. Die- ser Dermittlungsoorschlag bürste daher auch für die Antragsteller annehmbar sein. Wie die Konferenz ber Lanbesfinanzminister berrachtet auch bas pren ßische Staatsministerium diesen Dermittlungsoorschlag als den letzten Schritt, um doch noch zu einer Einigung über den Finanzausgleich zu kommen. Der „Lokalanzeiger'' will erfahren haben, bah der Reichsfinanzminister nicht beabsichtige, auf ben Kompromißvorschlag ber preußischen Regierung in der Frage des Finanzausgleichs einzugehen. Der Reichsfinanzminister sei zu weiteren Verhandlungen bereit, aber die jetzt von Preußen vorgeschlagene Basis erscheine ihm nicht annehmbar. Die Amnestievorlage. Berlin, 4. Aug. (Wolff.) Der RechtSaus- schuh des Reichstages hat heute die erste Lesung der Amnestievorlage beendet. Mit neun gegen fünf Stimmen der Wirtschaftspartei und der Bayer. Dolkspartei, bei 10 Stimmenthaltungen der Sozialdemokraten und der Kommunisten, hat der Ausschuß eine Entschließung des Abgeordneten Kahl angenommen, in der die Reichsregierung ersucht werden soll, auf die Länderregierungen einzuwirken, damit auch diese alsoald eine Amnestie im Mindestumfange ber gegenwärtigen Reichsamnestie in die Wege leiten, wobei insbesondere Zuwiderhandlungen gegen Strafvorschriften, die sich auf Dorgän g e in der Inflationszeit, wie z. B. Dcrstöße gegen die Preistreibereiverordnung usw. beziehen, berücksichtigt werden sollen. Das Handelsabkommen mit Belgien. Berlin, 4. Aug. (Wolff.) Im Reichstagsaus- schuh für Handelsverträge würbe heute über bas vorläufige Handelsabkommen zwischen Deutschland unb ber belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsunion beraten. Tlinifterialbireftor Ritter betonte, daß sich bieser Vertrag insofern von ben übrigen unter- scheibe, als er bereits bas enbgültige Stadium der Meistbegünstigung enthalte, und zwar sowohl für das Mutterland wie auch für die Kolonien. Einige Wünsche der Reichsregierung feien nicht erfüllt worben, wie z. B. bie Gewährung bes ausdrücklich verbrieften Rechtes zur Niederlassung in ber Kongokolonie. Ein Verbot der Niederlassung bestehe aber keineswegs, wie gelegentlich behauptet worben sei. Die Regierung habe großen Wert barauf gelegt, wenigstens mit einem Lanb zum baldigen Abschluß eines Vertrages zu gelangen, um den guten Willen Deutschlands zu zeigen. Reichswirtscha'tsminister Dr. Neu h a u s erklärte alsdann, daß der Vertrag mit der bisherigen Differenzierung deutscher Waren im Ausland breche. Für die Zollsätze habe die Regierung den Interessenten die Verantwortung nicht überlassen können. Die dahingehenden Beschwerden seien daher unbegründet. Neuer Willkürakt der Italiener in Tirol. Bozen, 4. Aug. (TU.) Der Haß gegen den historischen Ramen „Zirpl“, den die Italiener noch immer zur Schau tragen, hat cm neues, das letzte Opfer gefordert älebrrall war der R a me Tirol gestrichen, nur der größte deutsche Derlag in Bozen, bte Derlagsan- st a 11 „TYrolia", hatte chn. als im Handelsregister eingetragen, noch bewahren können. Run- mehr hat die Präfektur ui Trient der Derlags- anstalt ,Throlia" den weiteren Gebrauch ihres Firmennamens kurzerhand verboten. Jn Lchneröemühl. Der Gesnudheitszustand im Qptautcnlager. Schneide müh l. 4. Aug. (£11.) 3n einer beute stattgefundenen Pressebesprechung erstattete ber leitende Arzt des Optantenlagers, Modi- ^inalrat Dr. Fehsenfeld, einen ausführlichen Bericht über die Gefundheitslage im Optantenlager. Fälle von Ruhr. Typhus und Cholera, die verschiedentlich gemeldet wurden, haben sich n i ch t ereignet. Seuchenfälle sind nicht bekannt und auch nicht vorhanden. Drei Ruhrerkrankun- g e n, die als solche verbucht wurden, sind vom Hygienischen Institut in Landsberg an der Warthe als" andere Erkrankungen festgestellt worden. Die Erkrankten wurden sofort in das Schneide- niühler Krankenhaus überführt, wo einer der Fälle als schwere Darmerkrankung ermittelt -urde. Vereinzelte Kinder leiden an Keuch- husten. Ihre Zahl ist unbeträchtlich. An Masern erkrankt find insgesamt nur 13 Personen, was angesichts der Gröhe des Lagers als außer- erdenklich geringfügig anzusprechen ist. Die Zahl der Todesfälle beträgt vom 6. Juli ab gerechnet, insgesamt 8. Davon betrafen 7 Todesfälle Kinder, die bereits durchweg mit schweren Masern unb Darmerkrankungen hier eingetroffen sind. Die Todesfälle haben sich zum größten Teil bereits vor der Zuwanderung ereignet. Seit gestern kennte zum ersten Male Scharlach, und zwar in zwei Fällen, festgestellt werden. Die Erkrankten wurden sofort in das Krankenhaus eingeliefert. Für größere Epidemien sind Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Die Verteilung der Kinder auf das Land ist nicht möglich, weil die Familien jeden Augenblick ihre Weiterleitung zu erwarten haben. Das Hilfswerk für die Optanten. Schneidemühl, 4. Aug. (SH.) Unter den aus Polen ausgewiesenen Optanten befinden sich viele selbstständige Handwerker. Der Deutsche Handwerke rb und hat deshalb an die Organisationen des deutschen Handwerks die dringende Ditte gerichtet, die eintreffenden Flüchtlinge zu unterstützen. Er fordert ferner die Organisationen auf. freiwillige Spenden zu sammeln, um die am meisten bedürftigen Handwerkerfamilie zu unterstützen. Die Geschäftsstellen des deutschen Handwerlerbundes an der deutsch-polnischen Grenze sind angewiesen, mit den Führern des Handwerkerstandes das Hilfswerr zu organisieren. Der A m e r i k a n i s ch-D eutsche Liebes- gabendienst in Reuyork hat dem Kommandanten des Durchgangslagers Schneidemühl. Oberst Engelin, telegraphisch mitgeteilt. daß sich in Reuyork Hilfsstellen gebildet haben, die an besonders hilfsbedürftige vertrie- bene Optanten Liebesgabenpakete absea- den wollen. Die gewünschten Adressen werden dem genannten Komitee sofort zur Verfügung gestellt werden. Den Blättern zufolge erklärte sich die Der- tveterversammlung des Deichsln ndbundes zur Erleichterung der schweren Lage der aus Polen ausgewiesenen deutschen Optanten bereit, 5000 Optantenkinder auf dem Lande aufzunehmen. Neue Streikgefahr im Saargebiet. Saarbrücken, 5. Aug. (WTB.) In der Hütten- und' weiterverarbeitenden Eisenindustrie des Saargebietes scheint, nachdem sich kaum die Wogen des Bergarbeiterstreiks geglättet haben, ein Streik ausbrechen zu wollen. ' Die seit Ende Juni im Gange befindliche Lohn- bewegung der ca. 50 000 Hütten- und Metallarbeiter hatte durch die Schiedssprüche vom 23. Juli für die weiterverarbeitende und vom 28. Juli für die Schwerindustrie, die eine zehn- bzw. ochtprozentige Lohnerhöhung vorsahen, eine vorläufige Erledigung gefunden. Während die Metallarbeiterverbände die Schiedssprüche annahmen, hat der A r be i t g e b e r- o erb and bis heute seine Zustimmung zu denselben v e r w e i g e r t. In der Arbeiterschaft herrscht darüber große Erregung. Die Gewerkschaften hoben in verschiedenen Konferenzen Stellung zu der Frage genommen und sind entschlossen, bei Ablehnung der Schiedssprüche durch die Arbeitgeber zum Streik zu greisen. Französische Kritik am Saarregime. P a r i s , 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Ere Rouvelle" beschäftigt sich in einem Leitartikel mit der Lage im Saargebiet und schreibt u. a.: Die Saarländer sind Deutsche. Ilm unseren Aufenthalt im Saargebiet erträglich zu machen, hätte man einen guten Verwalter, der die deutsche Sprache kennt und der von einem ausgewählten intelligenten Personal umgeben gewesen wäre, wählen sollen. Statt dessen hat man unter dem Regime des nationalen Blockes den ehemaligen Rhonepräfekten Rauld dem Völlerbund zur Wahl aufgezwungen. Dieser Beamte, der die deutsche Sprache nicht verstehe, hat ein minderwertiges Polizeiregime ange- wendet und hat ein mißliebiges und unfähiges Personal. Als die Mark noch ihren Papierwert hatte, hot der saarländische Arbeiter ganz gern den Franken genommen. Jetzt aber hat sich die Lage gegen den Franken gekehrt. Die tiefere Ursache der jetzt beendeten Streikbewegung war wirtschaftlicher Art, doch die Bewegung hat auf die Schwerindustrie übergegriffen. Mit gutem Willen könnte man ein Mittel finden, um diese Gefahr zu beseitigen, aber man dürfe eine rein wirtschaftliche Frage nicht in eine Frage politischer Art verwandeln. Die Operationen in der spanischen Marokkozone. Fez, 4. Aug. (Havas). Französischen Flie- gern gelang es, von Ajidir und Alhucemas, dem Hauptstühpunkt Abd cl Krims, aufschlußreiche photographische Aufnahmen zu machen. Alls Me- lilla wird gemeldet, daß ein Geschwader von etwa 50 Flugzeugen die Orte Bulheri. Armut und Amaran mit Bomben bewarf und eine Reche von Zeltdörfern zerstörte. An der Grenze der internationalen Tangerzone schlugen Heber- wachungsstreitkräfte wiederholt feindliche Abtel- lungen, welche die spanischen Linien bei Zegulda und Ragaia zu Werschreiten versuchten. Der Londoner Korrespondent des „Matin aibt nach einer Darstellung von offizieller Sette eine Hebersicht übet die dem Abgesandten Abd el Krims in Tetuan angeblich gemachten Friedensbedingungen. Sie haben folgenden Wortlaut: 1. Abd el Krim erkennt die religiöse Souveränität des Sultans Muley Iussuf oder seines Rachsolgers an. 2. Frankreich und Spanien erkennen die Verwaltungsautonomie des Rifs an. 3. Die Mächte gewähren dem Rif eine P o l i° z e i st r e i t m a ch t, die ausreicht, um seine eigene Ruhe zu sichern. Die Subventionen für die englische Kohlenindustrie. London, 4. Aug. (WTB.) In politischen Kreisen wird die Möglichkeit erörtert, daß Churchill Vorschlägen wird, die erhöhten Ausgaben für die Beihilfe an die Kohlenindustrie, die auf 10 bis 15 Millionen Pfund in neun Monaten geschätzt werden, durch eine Züsch lags st eueraufBieraufzubrin gen. Eine Steuer von einem Penny pro Pinte würde wahrscheinlich annähernd 20 Millionen Pfund einbringen. Die neue Flugzeughalle in Hamburg. Bürgermeister Petersen über die Knebelung des deutschen Luftverkehrs. Hamburg, 4. August. (TU.) Gestern wurde die neue Hamburger Flugzeughalle in F u h l s - büttel dem Luftverkehr übergeben. Bürgermeister Dr. Petersen hielt die Einweihungs- reds, in der er der Zerstörung des deutschen Flugwesens durch das Versailler Diktat gedachte und dann fortfuhr „Ich bin gewiß, daß die Reichsregierung und mit ihr das ganze deutsche Volk jedes Freiheitsotom, das uns für die Entwicklung des Luftverkehrs noch geblieben ist, mit Entschiedenheit verteidigen wird, damit Deutschland in der neuen Verkehrsepoche den Platz sich wahren kann, den ihm Versailles noch ließ. Ich glaube nicht daran, daß in einem sich immer stärker durchsetzenden internationalen Flugverkehr Deutschland auf die Dauer in seinen Höchstleistungen behindert werden kann. So wenig wie man uns für alle Zukunft in Abhängigkeit zwingen kann, so wenig wird man uns ausschalten können bei der Erfüllung der großen Aufgabe, den Weltverkehr der Luft wirksam zu organisieren und durchzuführen. Den Gästen wurde Gelegenheit geboten, die neue Halle mit ihren sämtlichen Anlagen zu, besichtigen. Die Halle mit den Anbauten ist 74 Meter breit, 10 Meter hoch und 30 Meter tief. Die eigentliche Halle, die zwölf modernen Flugzeugen Raum bietet, hat eine Breite von 60 und eine Tiefe von 30 Meter. Die mächtigen Tore sind sieben Meter hock. In den zweistöckigen Anlagen sind die Verwaltungsräume für die Gesellschaften, sowie die Behörden, Funkstation. Werkstätten usw. untergebracht. Deutsche Volksschulen in Südslawien. Durch eine Anordnung des südslawischen llnterrichtsministers besteht seit kurzem die Möglichkeit, nationale Parallelklassen überall da einzurichten, wo mehr als 30 Schüler anderer Volkszugehörigkeit als der serbischen resp. kroatischen vorhanden sind. Diese Verordnung gibt die Hoffnung für die Deutschen Südslawiens, daß die bisher durch brutale Verwaltungsmaßnahmen unterdrückten deutschen Schulen in neuer Form wieder auferstehen. Voraussetzung dazu ist freilich, daß nicht erneut auf dem Verwaltungswege Schwierigkeiten gemacht werden. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat den Generalsekretär des amerikanischen Kirchenbundes D. Mac P a r- land-Neuyork, den Präsidenten der evangelischen Synode von Nordamerika, D. B a l tz e r - St. Louis sowie den europäischen Vertreter des amerikanischen Kirchenbundes, D. Keller- Zürich empfangen. Die Kirchenvertreter halten sich zur Zeit auf der Durchreise zur Weltkirchenkonferenz m Stockholm in Berlin auf. * Wie die „Tägliche Rundschau" miltelü, ist der deutsche Botschaster in London gestern in Berlin e l n g e t r o f f e n. Er hatte Besprechungen mit dem Reichskanzler und dem Reichs- außenminister. Heute wird er vom Reichspräsidenten empfangen werden. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. D a v i d erkrankte gestern in der Fraktionssitzung an Blutsturz. Sein Zustand war am Abend befriedigend, so daß zur Zeit keine Lebensgefahr besteht. Die BUdung der parlamentarischen Regierung in Danzig aus Sozialdemokratie, Zentrum und Deutschliberalen wurde gestern in gemeinsamer Sitzung beschlossen. Die Bestimmung der Mitglieder der Regierung wird voraussichtlich heute erfolgen. * Die Rheinlandkommissiou hat für drei Monate vom 1. Aug. ab die „Münchener R e u - eften Rachrichten" im besetzten Gebiet verboten. Das Verbot erfolgte wegen der Veröffentlichung eines Artikels »Das Verbrechen am Rhein", der sich mit der Verwendung der farbigen Truppen in der französischen Besahungsarmee beschäftigt und unter 2lnfuy- rung französischer, englischer und amerikanischer Literatur von einem Verbrechen an der weißen Rasse spricht. Ferner wurden verboten die Berliner Zeitungen „Der Tag" aus drei Monate und die „Tägliche Rundschau" auf einen Monat. * Die Sowjetregierung verhandelt ge= gentoärtig mit einer in Rußland weilenden Ford-Kommission über die Errichtung mehrerer F l u g z e u g s a b r i k e n. Ford will sich jedoch nur dazu bereit erklären, wenn er gleichzeitig die Konzession zum Bau von verschie- ocren großen Automobilfabriken erhält. Aus aller Welt. Der Breslauer Schachkongreß. Wie vorauszusehen war, hat das Meisterturnier mit dem Siege des Großmeisters Bogoljubow geendet, welcher vor seinem gefährlichsten Rivalen Niemzowilsch mit einem Vorsprung von 2 Punkten I landete. Das Spiel Bogoljubows zeichnet sich vor allem durch Schärfe des Angriffsstils sowie einer enormen Sicherheit im Durchrechnen sämtlicher möglicher Varianten aus. Durch seinen Sieg in Ma- rienbad sowie seinem jetzigen großen Erfolg hat der zweite Preisträger bewiesen, daß er unter den allerstärksten der jetzt lebenden Schachmeister zu zählen ist. Rubinstein, der von Anfang vollständig versagte, hat sich durch seine enorme Ausdauer noch auf den dritten bis vierten Platz heraufgearbeitet. Der Mißerfolg ist wohl hauptsächlich auf ein Nervenleiden, an dem Rubinstein krankt, zurückzuführeN. Eine Ueberraschung brachte der Stand Wagners (3.-4. Preis, geteilt mit Rubinstein), der dadurch bewiesen hat, daß er ein sehr ernst zu nehmender Spieler ist. Das Versagen Retis ist hauptsächlich auf seine Überlastung durch Blind- :mo Simultanvorstellungen zurückzuführen. Nach seinem großen Erfolge in Baden-Baden (3. Preis) hat Sämisch in Marienbad und jetzt in Breslau sehr schlecht ab- geschnitten, was wohl darauf zurückzuführen sein dürste, daß er in Baden-Baden vom Glück begünstigt war. Grünfeld hat nicht das geleistet, was die Schachwelt von ihm erwartet hatte. Dr. Tarrasch hat zu Ende des Turniers ganz gute Partien geliefert, dürfte aber für solche stark besetzten Turniere infolge seines Alters nicht ernsthaft in Frage kommen. Prof. Becker hat sich dafür, daß er kein Berufsspieler ist, sehr gut gehalten. Zu Beginn des Turniers hielt sich Blüm'isch ganz gut, während er dann infolge voll Uebermübung nachließ. Moritz paßt wohl in ein solch starkes Turnier nicht hinein: ein Zeichen dafür, daß er nach der !). Runde noch nicht einen halben Zähler aufzuweisen hatte. Sehr gut gehalten hat sich v. Gottschall, der Rubinstein in einer schön gespielten Partie schlug. Im Landesvorkämpferturnier hat Frhr. v. Holzhausen den 1. Preis errungen. Derselbe ist als Problemkomponist weithin bekannt, und auch als starker Spieler hat er sich auf den letzten deutschen Haupt- tiirnieren einen Namen erworben, aber sein jetziger Erfolg ist wohl hauptsächlich dem Glücksumstand zuzuschreiben, daß in vier Partien, in welchen er glatt auf Verlust stand, seine Gegner entscheidende Fehler begingen; so gegen Müller, Hussong, Bergmann, Fuchs. Den zweiten Preis gewann Gilg (Mährisch-Ostrau). Orbach (Frankfurt a. M>. sowie Schmitt (München) teilen den 3.—4. Preis; dieselben sowie der erstere waren im Gegensatz zu Holzhausen stark vom Pech verfolgt, sonst wäre das Resultat sicher anders ausgefallen. Den 5. Preis gewann Schönmann (Hamburg), welcher als starker Spieler weithin bekannt ist. Kühn (Chemnitz) sowie Hussong (Ludwigshafen) gewannen den 6. unb 7. Preis. Unter den Nichtpreisträgern ist als besonders bevorzuheben Müller (Stettin), welchen übrigens einen Wettkampf gegen Moritz mit 4—1 gewann, und Fuchs (Danzig), welcher in einem Turnier zu Lodz im Jahre 1912 gegenüber Bogoljubow den 1. Preis gewann. Hochwaffer Der Oder. Die ununterbrochenen Regengüsse am Sonntag und Montag haben starkes Oderhochwasser hervorgerufen, das noch dauernd sie igt. Das Oderquellwasser ist von Montag bis heute früh nach einer Meldung aus Ratibor bei weiterem raschen Steigen von 1,27 um 5 Meter auf 6,16 Meter gestiegen. Sämtliche linken Rebenflüsse der Oder führen dieser aus dem Gebirge reichliche Wassermassen zu. An der Reissemün- düng stieg das Wasser von Montag mittag bis heute früh von 1,67 auf 3.37 Meter. Das Hochwasser macht sich auch schon in B r i e g bemerkbar, das ein Steigen der Oder von 2,25 auf 3,86 Meter meldet. Besonders stark macht sich der Wasserwuchs in der oberen Oder geltend. Bei Annäderg stieg das Wasser von 80 Zentimeter am 3. August auf 440 Zentimeter heule Höchststand. Danach ist Hochwasser in der mittleren Oder zu erwarten, das die beiden Juli-Hochwasser erheblich übersteigen wird, wenn auch die Reissewelle der Oderwelle vorauSlaufen wird. Heber die Verheerung, die das Hnwetter am Sonntag und Montag im Eulengebirge angerichtet hat, berichtet die Schlesische Zeitung: In Rimptsch hat der 24stündige wrlkenbruch- artige Regen, der von einem orkanartigen Sturm begleitet war, an den Obstbäumen, den Feld- und Gartenfrüchten unermeßlichen Schaden angerichtet. Die Fluren gleichen einem See. In einzelnen Getreidefeldern reicht daS Wasser bis an die Aehren. Selbst die regulierte Lohe, ein kleiner, harmloser Rebenfluß der Oder, vermochte die ungeheuren Wassermassen nicht zu fassen, so daß das Wasser über die Dämme hinwegfloß. Die Hnwetter sind am Sonntag von der schlesischen Grenze her gekommen. Die Gegend von Münsterberg hat Hochwasser, wie es seit 1883 nicht mehr gesehen wurde. Die Heine Ohle wurde zum reihenden Strom. Mächtige Bäume wurden durch den Sturm entwurzelt. Im Striegauer Wasser ift auf dem Wege von Striegau nach Tschechen der 76jäh- rige Zeitungsbote des Striegauer Anzeigers ertrunken. • Erdrutsch an der samlöirdischen Küste. Dienstag vormittag stürzte in Georgens- w a I d e bei Königsberg, 600 Meter westlich des Kurhauses, die Steilküste in etwa 40 Meter Länge und fünf Meter Breite mit den darauf befindlichen Ruhebänken und Windschuhanlagen ab. Menschen kamen nicht zu Schaden. vom Blitz erschlagen. Als die Fabrikarbeiterin Lännel aus K l eite n b o r f, einem Vorort Breslaus, mit ihrem elfjährigen Pflegesohn infolge eines Gewitters vom Felde heimkehrte, wurde das Kind vom Blitz getroffen und getötet. Die Frau erlitt eine einseitige Körperlähmung und verlor das linke Auge. Schwerer Autounfall. Dreizehn Lehrer, die vor 40 Jahren das Lehrerseminar in Karelene (Ostpreußen) verlassen hatten, waren zu einer Ehrenfeier dorthin gefahren. Auf dem Rückweg versagte die Steuerung eines Automobils und der Wagen fuhr gegen einen Baum. Von den Insassen wurde einer getötet und zwei schwer verletzt. Raubmord. In der Nacht zum Samstag wurde im Finanzamt Könitz an dem wachtdienslhabenden Polizeibeamten ein Mord verübt. Dieser wurde mit durchschnittener Halsschlagader tot aufgefunden. Wie sich jetzt herausstellte, war der Täter ein K a m e r a ö des Ermordeten. Da er sich bei dem Kampfe Verletzungen zugezogen hatte, konnte er rasch als later ermittelt werden. Als Motiv gibt er geringes Gehalt und Schulden an. von Kameraden iotge-r 7 ?. In dem Dorfe Vogelbeck bei (5 a 1 > :i e r h ' • den wurde am Sonntagabend der 19iäbi;7A F rich Halbfaß aus dem Wege zum Koli>e'-gw-" von mehreren jungen Arbeitern aus den Vatack'u der Gewerkschaft Siegfried 1 überfallen m-.d erschlagen. Der Grund zu der Tat ist Noch r.id't aufgeklärt. Die Täter schlugen ihr Opfer mit Km v- peln und versetzten ihm dann einen Messerstich in die Brust, der den sofortigen Tod herbejführte. Drei der Tat verdächtige junge LeNte wurden bereits dem Amtsgericht Northeim zugeführt. Dis Unsicherheit in Petersburg. Am Montag wurde in Petersburg ein Post» amt überfallen und 150000 Rubel geraubt. Die Postbeamten wurden erschossen. Eine Bande überfiel am selben Tage das st ä d t i s ch e Elektrizitätswerk und setzte es In Brand, wodurch für mehrere Millionen Schaden angerichtet wurde. Auch wurde ein Bombenanschlag auf die Newabrücke unternommen, jedoch wurde hierbei kein Schaden angerichtet. Dritter Internationa er Kongreß der europäischen Studentenhilfe. Am Dienstag wurde der dritte internationale Kongreß der europäischen Studentenhilfe, an dem rund 200 Delegierte aus 30 Ländern teilnehmen, eröffnet. Rach der Begrüßungsansprache des Rektors der Hniversität Genf, naym der Vertreter der schweizerischem SLudentenhilfe Dr. Habicht das Wort. Er berichtete u. 0., daß die europäische Studentenhilfe während der 5 Jahre ihres Bestehens die Summe von IP/9 Millionen Franken zusammengebracht und verteilt habe. Es folgten Ansprachen des Generalsekretärs der europäischen Studentenhilfe Hoffmann und der Delegierten der verschiedenen Länder. Zum Schluß sprach der Vorsitzende des Kongresses. Bundesrat Motta, der die studentische Jugend namens der Schweiz begrüßte. Aus Stabt und Land. Gießen, den 5. August 1925. Hegebestrebungen. Man schreibt uns: Zur Hebung speziell des Rehbestandes, der durch die Einwirkung des schlimmen Winters und durch Auswüchse der Nachkriegszeit arg heruntergekommen ist, find vielerorts Hegebestrebungen im Gange, die auch in unserer Gegend, soweit es die lokalen Verhältnisse zulassen, Beachtung finden sollten. So wird betzpielsweise in der „Deutschen Iögerzeitung" berichtet' Hegebestrebungen in Thüringen. Auf Betreiben der Herren Dr. L. Huschke-Leheste bet Apolda und Hans von Wurmb-Porstendors bildeten die Inhaber von rund 40 Gemeindejagden unter Einschluß der dazwischen liegenden Staalsjagden links der Saale von der Camburger Gegend bis ;um Jenaer Oberland einen Hegering. Die Gründungsversammlung fand in Jena im Weimarischen Hof statt. Die Satzungen wurden von allen Beteiligten unterschrieben. Danach darf 19 2 5 kein Stück Rehwild und kein Fasan geschossen werden. Zuwiderhandlungen werden mit 200 bzw. 50 Mark Geldstrafe zugunsten der betr. Gemeindekassen geahndet. Der Hegering umfaßt ein Gebiet von rund 60 000 Morgen. Nachdem schon 1924 der Abschuß von Rehwild durch Regierungsverordnung in Thüringen verboten war, ist„ die weitere Schonung für 1925 in diesem großen Gebiete von wesentlicher Bedeutung. Viele Jager glauben, wenn sie nur ein Jahr einmal etwas weniger schießen würden, wäre die Schonung schon durchgeführt, sie vergessen dabei, daß die Fortpflanzung beim Rehwild nicht etwa mit derjenigen bei den Hasen zu vergleichen ist. Wenn nicht eine gründliche Zurückhaltung im Abschuß für größere Bezirke unter einheitlicher Führung, ähnlich wie jetzt in Thüringen, durchgeführt wird, bann wird wohl niemals das lieblichste Wild, was unsere deutschen Waldungen bergen, wieder zur gesunden Entwicklung kommen. Es wäre Sache der Jagdvereine und speziell in Gießen Aufgabe dcs „Hubertus", nicht nur am grünen Tisch die Schonung zu befürworten, sondern diese in der Praxis mit zielbewußter und energischer Hand durchzuführen. Möchten sich alle wirklichen Jäger, die ein warmes Herz für ihr Wild haben, der Notwendigkeit der vollkommenen Schonung nicht verschließen. Bornotizen. — Z u den Schwimm wettkämpfen des Turnfestes ist berichtigend nachzutragen, daß bei dem Wasserballspiel um die Kreismeisterschaft nicht, wie gemeldet, Offenbach, sondern Malstatt mit 5:2 Sieger geworden ist. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Fridericus Rex". Wettervoraussage. Weitere Regenfälle, kurze Zeit aufklarend, für die Jahreszeit kühl, südliche bis westliche Winde. Außerordentlich schnell ist der über Zentral- Europa lagernde Hochdruck von westlichen Störungen verdrängt worden. Die damit verstärkte Zufuhr ozeanischer feuchter Luft führt heute morgen zu starken Rtederschläaen in Mittel- und Westdeutschland. Zwar wölbt sich wieder flacher Hochdruck von Südfrankreich nordostwärts vor, jedoch fällt gleichzeitig über den britischen Inseln das Barometer sehr stark, so daß der herrschende Witterungscharakter im wesentlichen anhält. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 20,9 Grad Celsius, Minimum 11,6 Grad Celsius. Rie- derschlagsnrenge 0,2 Millimeter. * ** Anlage nkonzert findet morgen, Donnerstag, nachmittags 7 Uhr, in der Südanlage durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Bataillons 15. Jnf.-Regts. unter Leitung von Obermusik- meister ßöber statt. Vortragsfolge. 1. Armee- marsch I Nr. 9 .Herzog von Braunschweig" 1805, bearb. von Wieprecht. 2. Ouvertüre zur Oper , Martha" (der Markt von Richmond) von Iran,; v. Flotow- 3. Große Fantasie aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" von R. Wagner. 4. Czardas aus der Oper „Der Geist des Woje* woben" von L. Großmann. 5. Bayerischer Avan- ziermarsch von 21. Scherzer. * 116er Tage in Gießen. Zum festlichen Empfang der auswärtigen 116er. die aui 5. bis 7. September das Denkmal mit ein- weihen wollen, ist es empfehlenswert, den Häuser- schmuck vom Turnfest her aufzuheben. ÄähereS siehe Anzeige in unserem gestrigen Blatte. und Land, kn 5. August ito, ebungen. 1 bei di? ? b-erB'^rh,. i ?V5 £ " >hr fr •/■<. ■n dnehryii % 96H AWjlft t "?C ö«Vto?Äe ,ei,n rugefiih^ bt: , ^kersburg ÄfolU!" lr°st. Ach». Jkfl* u*llWe Sl.k. lcn N^htdnö' wo, *’*•%.** V* 3^”b'fts: 33 Mtn E’r ntb°n ’Ä'Ä Miffc M die eu5^b iS ssxtä Z:«üEr ftS 2Ä3 J« btr ‘ glimmen Winters und WWt orR herunter, mjRAtfttttanMl im 1 J Gegend, loweit es die Ilen Beachtung finbtn ve'le in der „deuttchen ThurinM äuf Seifet. ischke-Leheste bei Apo,da Porstendori bilbtkxv di, meindepgdrn unter Gfo. Mndrn etaatsiflgöer Camburger Segend bu> -neu hegering. Die Stirn- m^ena imWeimarilchrn en wurden von allen Bf. DanoA barf 1925 llb und kein man %t- lerhandlungen werden mit dstrale zuaunsten der bttr. et. ter .Yegering umfaftt W Worten. Nachdem Ion Nehwi/d durch Ne - rng in Thüringen te weitere «Schonung für Miete von weientlicher wenn sie nur ein Jahr Hießen würden, wäre die führt, sie vergessen habet beim Rehwild nicht etwa ; Hasen zu vergleichen ist. chc Zurückhaltung im Ab > unter einheitlicher Füh- Thüringen, öurchgesühri mals das lieblichste Wd. Bungen bergen, mjeber kommen, dt wäre eW ließ in Gießen Ausgabe r am grünen M M n, sondern diese m W t und energischer M ich alle wirtlichen W ihr Md haben, der M enen Schonung nicht vcr totrzcn. ' WS -Wr b'iS * ncll ist «n. 2ne o mor- ter Lust WJK. und wölbt sich vor, streich « 3n- über den gW & Mimeter. * ,*n Don- ,ert findet 7 Uhr. L «alrfJJJ , >>sß 1. sibfkinufi' ^ss;-V »««"■ w f‘f * ÄÄ*"1 Uh*** «rem8 Kreisturnfest-AusKlang 2 pponyi Kreismeister. 176 SW M SW denn 743OD Wieseck, den 4. August 1925. ntfl eebrot. - ■ ftM taillierter Sofa, Sessel, Ein roei settimmaW KfiSberö MMN MW M so verkaufen. skurrlll luvrelswerl tzleLrLdl s leoet ikni MMtottuiQ lNlrrlo nnrelsroett Ne BrtöHUe umo.-Daäetn n. ttise. men. Sduffit. 7. Wo? lagt bte Se- au oerEaufen. Wo ? schasiS stelle de» öte- sagt bte de» Gtest. «n». U6474 ferner Snzeig. 06484 I unb gu Äxmfernicrung M Futters in SiM twttpcnbet. ist ihr Eingemachtes, ein Verderben durch Schimmel oder Gärung ist ausgeschlossen, wenn Sie Zwang". Pros Dr. (Stuf Dohna- Heidelberg .Verantwortung und Recht": am 16. Gras Albert .Macht als Windung": am 17. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sowie die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Otto Kaiser und Kinder. Tief erschüttert stehen wir an der Bahre unseres geliebten Freundes SiegbertJacob Wir betrauern in ihm einen Freund von edelstem Charakter und unsagbarer Herzensgüte. Nie können wir ihn vergessen. Seine ihm nahestehenden Freunde 06488 Hauptmann Dr. Kurt Hesse .Disziplin und Autorität". Gras Hermann Keyserling .G» sindung und Form", am 13. Gras Kuno von Hardenberg -OlTultc Geschmästigkeiten", Pros. Dr Richard W i l b e l m - Fmnkf urt a.Al. .Kosmische Fügung": am 19. Gras Hermann Keyserling .Schlustvortvag". Turmuhr erbittlich Löber, Kunst und Wissenschaft. Schule der Weisheit la Darmstadt. Die nächste Tagung der G e s e l I s ch a t1 für Freie Philosophie sjndet zu Darmstadt vom 13. biö 19. September statt. Zhr C'runbtbcnta tn da- F r e ib eitsproblem in der Gesamtheit seiner Aspekte Rcihensolge der Vorträge (jeweils am 11 und 5*/j Ubr): Arn 14 Gras Hermann Keyserling . Freiheit und Rvrrn", Pros. Dr. HanS Driesch .Logik und Metaphysik der Freiheitsprobleme": am 15. Dr. Georg Groddeck- Vaden-Daden .Dchi.lsal und Setreide- mäher gebraucht, gut repariert und neu gestrichen, noch günstig abzugeben. 7418D H. K. Fuhr, or Lieh *w Landw. Maschinen Telephon 58. Nachruf! Allzufrüh, infolge einer tückischen Krankheit ist uns unser Juniorchef und Mitarbeiter Herr Siegbert Jacob am Montag, den 3. August durch den Tod entrissen worden. Wir verlieren in ihm einen achtbaren Vorgesetzten und treuen Berater und werden dem Entschlafenen ein treues Gedächtnis bewahren. Gießen, den 4. August 1925. 7421D Die Angestellten der Finna Sigmund Jacob. 1. SiegerFritz Rommel. Mio. Saarbrücken Punkte, 2. Adolf Fink, T. u. Sp. B. Marburg und Eduard Schock, To. Aschaffenburg 174 P-, 3. Willi Iffland, Tv. Hetzbach und Hans Bester, Tom. 1846 Darmstadt 172 P., 4. Josef Christ- mann, Id. Limburg 171 P.. 5. Wilhelm Fischer, In. Ober-Ramstadt 169 P., 6. Heinrich Bäckstiegel, In. Mühlhofen und Karl Schwinn, Tgm. 1846 geisterung auS den für unÄ leidenden Gebiets- teilen bet und hn unbesetzten Deutschland weiter- wirken! Ausklang. Der letzte Tag des 32 Mittelrbeinischen KreiSturnsesfeS ftanb tm Zeichen cined grosten Volksfestes Roch einmal waren Hefige Men- fchenmafien hfnaufgeptlgert und drängten ftd> in dichten Scharen in der Halle und auf dem Play. In den Abendstunden erreichte die De- sucherzahl ihren Höhepunkt für den Dag. als daS Feuerwerk abgebrannt werden sollte. Wundervolle Lichtgarben stiegen auf. Feuerräder drehten sich in tollen Wirbel und -um Schlust beleuchtete ein blendend wcistes Licht die unübersehbare Lchar der Schaulustigen, die sich aus dem Stadion drängten Leidet beeinträchtigte ein gerade um die Zeit bet Vorführung niedergehender Regenschauer um ein weniges den Genuh. da viele Menschen durch daS dichte Gewühl nach den Zelten drängten. Dort war noch bis in die späten Rachtstunden hinein Musik und Heiterkeit lebendig, und so fchlost der Tag. wie eS bei einem richtigen Volksfest nicht belfer fein kann. Oiestener Wochenmarktpreise. am 4. August 1925 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt Butter 200 biS 210. Matte 30. Käse 65, Wirsing 25 Weistkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 30. rote Rüben 20. Spinat 40. Römischkohl 15, Bohnen 25. Erbsen 30. Mischgemüse 15, Tomaten 35. Zwiebeln 20, Pilze 50, Kartoffeln 8. Frühäpfel 20 bis 50. Fattäpsel 8. Birnen 45 bis 60, Heidelbeeren 50. Stachelbeeren 30. Himbeeren 60, Pflaumen 50. Pfirsische 130, Mirabellen 60. Reineclauden 60, Honig 40. junge Hahnen ICK). Suppenhühner 120 Pf. das Pfund. Eier 14 bi« 15 Blumenkohl 10 bis 100. Salat 5 bi« 10, Salatgurken 20 bi« 50. Einmachgurken 3 bis 6. Ober-Kohtrabi 15, Rettich 15 bl« 20 Ps. daS Stück, Radieschen Bd. 20 Pf. de« Bahnhofsgebäude« mahnte un- 6 um Abschied! Obermusikmeister dem sie eben noch für seine und seiner Große Strafkammer Gießen. G ie st en. 29. Juli. Die große Abtreibungs- fache gegen die Eheleute H. Sch. aus Diesten erlebt# in dec Berufungsinstanz eine wenn auch teilweise. Auferstehung. Die Eheleute Sch. selbst sowie mehrere andere Verurteilte erstrebten Fret- sprechung oder Herabsetzung der Strafe. Die zweitägige Verhandlung vom 21. und 22. Juli ergab im großen und ganzen dasselbe Bild wie vor dem Schöffengericht. Rur nahm in einigen FÄlen das Gericht nur Abtreibungsversuch an, da e« den Beweis für da« vollendete Verbrechen nicht als erbracht ansah Ein grober Teil der in erster Instanz verurteilten Frauen und Mädchen wurde in der Berufungsverhandlung als Zeugen vernommen. Das Gericht vertagte nach Schlust der Beweisaufnahme die Urteilsverkündung aus den 29. Juli. Das heute verkündete Urteil lautete: Der Ehemann H. Sch. wird zu 6 Jahren 2 Monaten Zuchthaus und seine Ehefrau zu32ahren2kMo- naten Zuchthaus verurteilt! je 1 2ahr 2 Monate Llntersuchungshast wurden angerechnet: drei Frauen und ein Fräulein erhalten wegen Versuchs der Abtreibung je 4 Monate Gefängnis. der Ehemann der einen Frau wegen Beihilfe hierzu 1 Monat und eine weitere Frau wegen Beihilfe in drei Fällen 4 Monate Gefängnis. Außerdem werden den Eheleuten Sch. die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 und 3 Jahren aberkannt. Eine Sache muhte abgetrennt werden und wird später verhandelt. Rundfunk-Programm deS frankfurter Lenders. (AuS der.Radio-Umschau".) Mittwoch, 5. 'August: 4 Uhr: Wetterbericht der Giestener Wetterdienst- stelle. Wirlschaftsmetdunaen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.25 Uhr: Wirtschaftsmelbnngen. 4.30 bte 6 Uhr: Nachnnttagskonzert dec. Hausorchestere. Opern der deutschen Romantik. 6 Uhr: Wirtschafte- meldunaen. 6—7 Uhr: ftinöerftunbc: 9. Sagen- nachmittag, oeanftaltet von Herrn Rektor Sl. Webrhan. — Mitwirkung: Das Hausorchester. 7 Uhr: Wlrtfchaftsmetdungen. 7—7.30 Uhr. Vortrag des Städtischen (Banen- und Friedhofamter- „Vogelschutz im Sommer". 8—8.15 Uhr: Wanderratschläge des launusklubs. 8.30 Uhr Die 3n- dianerseele in der Kunst. Anschliestend Nachrichten dienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst. Donnerstag, 6. August: 12 Uhr: Nachrichtendienst. 3 Uhr Wirtschafts- Meldungen. 4 Uhr: Wetterbericht der (tziestener Wetterdienststelle. Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Nachrichtendienst. 4.30—6 Uhr: Nachmit!agskon;ert des Hausorchesters: Schlager. 6 Uhr: Wirtschafts Meldungen. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde . (Nus fernen Ländern): Aus dem Buch: „Unter In- bianern Südamerikas", non Prof. Dr. Max Schmidt-Berlin. 6.30—7 Uhr: Ucbertragung non Kassel: Vortrag des Herrn Redakteurs Arthur Ruppert: „Jüngste rheinische Dichtung" (nachge- holt). 7 Uhr: Wirtschaftsmelditnaen. 7—7.30 Uhr: Stunde des Südweftdeutschen Radiokkubs: Vorlesung des Herrn Becker aus dem Kapitel: „Kurze Wellen" von Hern Prof. Dr. Efau, aus dem „Weg. weiser für die Radiotechnik" 8.30—9.30 Uhr Heber tragung von Kassel: Balladen-Abend. 9.30 Uhr Nachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Uhr Die Spätankündigung: „Kaviar für das Volk' 9.45 Uhr: Sportsunkdienst. 9.56 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau. 10—11 Uhr: Der zerbrochene Krug. Lustspiel von Heinrich von Kleist. Frankfurt 10 Punkte, 1. Sieger, 2. Igf. Aschaffenburg 8 P. 3. Mw. Saarbrücken 6 P. 4. Tv. Herborn 4 P. 5. Tv. Homburg 2 P. 2. Turner, 40 Jahre und älter: Igde. Geschäftliches. Trotz der Preissteigerung auf vielen Märkten ist es der S i g u r d - Gesellschaft m. b. H in Kassel durch ihren grosten Umsatz möglich, ihre Preise weiter zu ermäßigen-. Hierdurch ist jedermann Gelegenheit geboten, gute Ware billig cinaufaufen. Für die Qualität der Sigurd-Räi'er. welche mit Torpedo-Freilausnabe mit Rücktrittbremse auSgestattet werden, bürgt die von der Sigurd-Gesellschast m. b. H. tn Kassel übernommene dreijährige Garantie. Interessenten steht der Katalog kostenlos zur Verfügung Kapelle unermüdliche und begeisternde Mitwirkung gedankt hatten, muhte den Taktstock heben, und in langem Zuge folgten sie ihm auf den Bahnsteig unter den Klängen de« LiedeS: „Muh i denn, muh i denn zum Städlle hinaus!" und unter dem lebhaften Tücherschwenken und Heilrusen der Giehener Bevölkerung. Der vonderzug fuhr vor und nach Gauen geordnet verteilten sich die Heimkehrer aus seine geschmückten Wagen. Die Musik nahm bet der Lokomotive Ausstellung, ebenso die offiziellen Vertreter der Festleitung, und pünktlich setzte sich die Maschine in Bewegung: war e« nun Zufall oder war es Absicht, jedenfalls ging es freudig von Wund zu Wunde, dah gerade ein Giehener Lokomotivführer die Hand am Hebel hatte und durch sorgsame, langsame Anfahrt die Minuten deS Abschiedes sich voll auSwirken lieh. Do entwickelte sich ein Bild, wie wir es vom Auszug unserer ersten Truppen vor elf Jahren in lebhafter Erinnerung haben: kaum konnten die Wagenfenster den Grühenden alle Raum geben, und in tausend Händen flatterten die weihen Tücher zum letzten Gruh, während die Musik spielte und das Rufen kein Ende nehmen wollte, bi« endlich der lange Zug auher Sicht kam. Ob Worte hinreichen, Erlebnissen Ausdruck zu geben, die vielen hüben und drüben die Tränen in die Augen treten liehen! Volkstum, Volls- gemeinschast, Vaterland, sie bilden einen wesentlichen Inhalt der Ziele der Deutschen Turner- schast, sowohl nach innen, alS auch nach außen; sie bildeten auch den Rahmen für die dreitägige turnerische Arbeit unseres KreiSfesteS, als Auftakt am Freitag und als AuSklang am Dienstag. Möge der heihe Zustrom vaterländischer Be- Darmftodt 168 P. Dreikampf der Männer. (Etwa 500 Teilnehmer, 332 Sieger.) 1. Sieger Karl Hornberger, Tv. Kreuznach 71 Punkte, 2. Robert Debcr, Eintracht Wiesbaden 6a P.. 3. Robert Schank, Tv. Tiefenstein und Ernst Wendenroth, Tv. Frankfurt a. M. 1860 60 P., 4 Bruno Siegemund, Bockenheimer Tgm. Frank- furt und Georg Eckert, Tgm. Sprendlingen 59 P., 5. Willi Eidenmüller, Tv. Offenbach a. M., und Andreas Jäger, Spvg. Weiskirchen b. Offenbach 56 P., 6. Richard Naumann, Tvg. Merchweiler, Karl Hartwig, Bockenheimer Tgm. Frankfurt, Adolf Groh. Tv. Bechtheim und Heinrich Eppard, I. u. Spv. Mainz 55 P. usw. Dereinswetturnen (Tluftcrrlegen.) Bon den 237 gemeldeten Dereinsriegen im Män- nerturnen waren 227 zum Wettkampf angetreten. Wir geben nachfolgend nur die Namen der Riegen wieder, die mit der Note „Sehr g u t" bewertet wurden: Tbd. Wiesbaden, 38 Teilnehmer, To. Dffenbad) 36, Igde. Hanau 34, Tv. Giehen 1846 31, To. 1860 Frankfurt 31, licht. Klein-Krotzenburg 25, Tv. 1867 Mainz 20, Tgf. Neuwied 20, Tv. Ehrenbreitstein 19, Igde. Bockenheim 19, Tscht. St. Johann 19, Tv. Schaffhausen 17, Tv. Bieber- Offenbach 17, T. u. Spv. Butzbach 17, T. u. Spv. Klein-Auheim 13, Tgdc. Bürgel 13, Tv. Heller 13, Tv Vorwärts Dilmar 13, Eintracht Wiesbaden 13, Tscht. Geisenheim 13, Tgde. Bornheim 12, To. 1861 Oberursel 12, Tv. Oberstein 12, 2. Bez Rhein-Nahe- ®au 12, To. 1869 Kreuznach 12, Tgde. Oberlahn- stein 12, T. u. Spv. Hanau 12, Tgde. Weilbach 11, To. Anspach 11, D. f. L. Marburg 11, Tv. Horch- heim-Koblenz 11. Tgdc. Darmstadt 10, To. Zechen- beim 10, Tv. 1860 Hofheim (Taunus) 10, Tv. Winningen 10, Tv. Wetzlar 1847 10, Tgde. Rödelheim 10, Tv. Dersberg 10, To. Eschhofen 10, Tscht. Rambach 10. Tgde. Neunkirchen (Saar) 10, Tv. (Lriesbeim 1886 10, Tgde. Obertshausen 10, Tgde. Budenheim 10, To. Schwanheim 10, To. Herborn 10, Tv. Klingenberg 10, T. u. Spv. Marburg 10, Vllg. Tv. Bendorf 9, Mto. Kreuznach 9, T. u. Spv. Fechenheim 9. Tgdc. Rödelheim 9, Tv. Vorwärts Hosheim (Taunus) 9. To. Ginnheim 8, Tv. Oberrad 8, Mto. VSlklingen (Saar) 8. To. Germania Labach 7, Tv. Tiefenstein 6. Tv. 1860 Koblenz 9. Neunkampf der Frauen. (153 Teilnehmerinnen, 89 Siegerinnen.) 1. Hanny Weyer, Tbd. Wiesbaden, 175 Punkte. 2. Elisabeth Heusler, Tv. Oberrad, 166. 3. Elise Eintracht Frankfurt 4 Punkte, 1. Sieger, Kreis- meister. 2* Tv. 48 Saarbrücken 2 Punkte. Turnerinnen: To. 1860 Frankfurt 6 P., 1. Sieger, Kreismeister. 2. To. 1848 Saarbrücken 4 P. 3. Tv. Braubach 2 P. Trommelball. Turner: Tv. Malstadt 1. Sieger, Kretsmetster. Turnerinyen: Allg. Tv. Dudweiler 1. Sieger, Kreismeifter. Schlagba11. Tv. Frankfurt siegt gegen Tgde. Schierstein. To. Friedrichstal siegt gegen Tgde. Schierstein. Das Entscheidungsspiel fiel am Sonntagabend unter strömendem Regen. Franksurt aewann gegen Friedrichstal mit 48: 29 und wurde somit Kreismeister. Die Saarturner ziehen heim! -o- Die Arbeit ist getan, die Festtage sind verrauscht, aber ehe die festliche Stimmung sich wieder in der drängenden Arbeit de« Alltag« verliert, flammte sie noch einmal, allerdings auf dem Untergrund einer stillen Wehmut, zu hin- reistender Begeisterung auf. Die ©aarturncr ziehen wieder heimwärts, aber in ein Heim, das ihnen fremde Gewalt streitig machen will. Diese besondere Mischung der Gefühle hob den Abschied unserer Lurnbrüder au« dem besetzten Gebiet über den unserer anderen Turngäste hinaus und gab ihm eine Weihe, die noch lange in den Herzen aller, die auf beiden Seiten diese Stunden miterleben durften, nachzittern wird. Unter den Klängen einer schneidigen Marschmusik unserer Reichswehrkapelle mit Obermusikmeister Löber an der Spitze, zogen sie zwischen 8 und 9 Uhr vormittags durch die Innenstadt den SelterSweg hinaus nach dem Bahnhof: dawar ein Gkühen und ein Rufen hin und her, ein Winken und ein Blumenwerfen, ein Huldigen und ein Danken! Auf dem Bahnhof «Platz machten sie inmitten der in großen Scharen mitgekommenen Giehener Bürgerschaft eine kurze Rast, um letzte Aoschiedsworte mit der gastlichen Fest- stadt au tauschen. Der verdienstvolle Leiter vom geschäftsführenden Ausschuß, Georg Kling, gab in kurzen, kernigen Worten den Gefühlen des Augenblick« erhebenden Ausdruck und versicherte die Heimkehrenden, dah die deutschen Turner mit ganzer Seele hinter ihnen stehen würden im Kampfe um da« Deutschtum in der West- Zürn Wettkampf der Aelteren. —o— Wenn wir noch einmal mit einigen Worten auf dielen Teil der Wettkämpfe zurück- kommen, so rechtlertrgt sich btes aas lebenswich- .iaen Belangen unserer Turnvereine Denn das tarnen der .alten Herren geht weit über Mc rein körperliche Leistung btnau«. ift Vielmehr von grober organisatorischer Be- t>cutunfl für die Turnsache überhaupt, besonders ober für den einzelnen Verein. Gewitz haben die Turner auch ihren eigenen persönlichen .li'hftt davon, insofern al« sie sich gegen die a 11- n äbl'd) heraufkommenden Beschwerden t»e« 2lcltcr- mevfreii« die denkbar beste und einfachste Medizln vc'schrieben haben, eben die regelmäßige Leibes- iil'ung im Kreise gesunder und fröhlicher Men- >ch-»n 3&rcm Verein aber sind sie eine äuherft wertvoll.- Stühe nach innen und nach auDen. Tuvd) die eigene Beteiligung an den turnenden ikbungen gewinnen sie unstreitig tn den Augen der Jugend ein erhöhte« Ansehen und sind da- da.ch in der Lage, meist ohne aupere HMsnutlel durch innere Autorität erz'ehertsch auf den Nachwuchs einzuwirken, nicht nur auf dem -urnplatz zur Unterstützung bet meift felbjt ntxb jugenö- lichen Vorturner, sondern auch bet Wanderungen. Versammlungen. Turnfesten ufto. Dazu macht sich ihr inneres Gewicht auch für den Verein nach nutzen hin nutzbringend bemerlltch. In allen an- deren Vereinen einer Gemeinde ist ketn Mangel an älteren Männern, die Reihen der Turner dagegen werden in der Hauptsache meist durch junge Leute gebildet, die naturgemäß nicht immer da« Ansehen und die Macht entfalten können, um sich bei wichtigen, dem Allgemeinwohl dienenden Fragen zu behaupten und durchzusehen. Gewisi unterstützt man gern das Streben und die Tätigkeit der Turner im Ort; im übrigen aber betrachtet man sie als Junge Leute ohne Erfahrung, die der Sache um Der Zerstreuung und de« Vergnügens wlllen anhangen. Wie aanz ander«, wenn auch gereifte Männer dabei sind, denen die deutsche Turnsache ein Teil ihre« Lebensinhaltes und ihrer idealen Bestrebungen geworden ist! Möge darum von dem Turnen der .alten Zungen" auf unserem Kreisfest al« beste Frucht wiederum eine starke Anregung in unsere Gaue und Vereine auSgehen, nicht nur die Jugend zu gewinnen, sondern auch die Alten fest- zuhalten. gehnkampf der Männer (Unterstufe). (776 Teilnehmer, 474 Sieger.) Schmidt, Tgs. Koblenz 159. 4. Luise Remy. Tgde. 1860 Neunkirchen 155. 5. Minna Höhn, Eintracht Wiesbaden 154. 6. Ella (Bennis, To. Oberstein und Käthe Arier, T. u F. El. Frcmksi>rt 153. 7. Friedcl Heeske. Tv. 1860 Frankfurt 152. 8. Dinni Diem, Tv. 1850 Fechenheim 151. 9. Gretel Weber To. Walstodt, Lolo Schiesendecker, Tgde. Darmstadt und Maria Ruth, T. u. Spv. Hanau 150. 10. Paula Franz, Tv. Oberstein, n. Scheller, To. Eckenheim und Line Theu, Tgde. Hanau 149 P. usw. Die Kreismeisterschaftsspiele die am Samstagnachmittag und am Sonntag zum Teil wirklich meisterhaft ausgetragen wurden, zeitigten folgende Endergebnisse: I a u ft b a 11. 1. Turner bis 39 Jahre: LichvLuft mark. Gin Vertreter der Saarturner führte in fester, eindrucksvoller Weise aus, dah sie nicht gekommen seien zu klagen, dah sie aber ihre Zeit aushalten würden in der sicheren Gewihheit, thr Ziel zu erreichen; wohl könne man nach Belieben Grenzen ziehen auf der Landkarte, aber nicht durch Herzen, die eines Stammes seien und In gleicher Liebe für da« eine Vaterland fllühen. Beide Ansprüchen wurden durch brauende „Gut-Heil"-Rufe bekräftigt. Doch die Buntes Allerlei. Der Komponist be« „Rheinischen Mädchen-" 80 Jahre alt. Professor Paul Hoppe, der Komponist des zum Volkslied gewordenen ^Rheinischen Mädchens", begeht am 6. August seinen 80. Geburtstag. Zu Bunzlau in Schlesien geboren, ftubterte er an der Königlichen Akademie der Tonkunst zu Berlin Sologesang, Kompositionslehre und Kontrapunkt. Zuerst al« Konzertsänger, dann als Gesanglehrer tätig, wirkte er an den Musikschulen und Konservatorien tn Würzburg, Augsburg, Bonn, Stein Hagen i. Wests. Hunderte von Konzert- und Dühnensängern verdanken dem Altmeister, der vor einigen Zähren sein 50jäh- riges Lehrerjubiläum feiern konnte, ihre Ausbildung. Auch als Komponist von Männerchören und Liedern ist Hoppe bei seinem Sohne in Düsseldorf. Die Elektrisierung der schwedischen Landwirtschaft. 3n immer steigendem Maste machen sich die Landwirte Schweden« die Hllse der Elektnzität zunutze, und Ende 1924 wurden bereits mehr als 38 Prozent des anbaufähigen Boden« mit elektrischer Energie bewirtschaftet. Wie die „Umschau" berichtet, wurden für diesen Zweck gegen 2 Prozent des schwedischen Rationalvermögens angelegt, und zwar werden die nötigen Summen derart aufgebracht, dast sich die Dauern eines Bezirkes von etwa 8 Kilometer Radius zu einer Interessengemeinschaft jufammentun. Jeder Teilnehmer zahlt für den Hektar Acker- land etwa 50 Mark ein und erhält dagegen Anteilscheine: autzerdem ist er verpflichtet, etne Anzahl Stämme für Masten und anderes Material zu liefern. Zum Bestellen des Ackers bedient man sich elektrischer Traktoren, die die landwirtschaftlichen Maschinen ziehen, und dem Traktor wird der Strom durch ein langes Kabel zugeführt Die elektrische Kraft ist vielfach infolge Der großen Wasserkräfte so billig, dah man sogar den Strom zur Erzeugung von heißem Wasser Dr. Oetker's Einmache-Hülfe gebrauchen. Es ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 1 Päckchen von Dr. Oetker’s Einmachc-HUIfe genügt, um 10 Pfund eingemachte Früchte, Gelee, Marmelade, Fruchtsäfte, Gurken usw. haltbar zu machen. Gebrauchsanweisung ist jedem Päckchen aufgedruckt. Dr. Oetker’s Einmache- Rezepte erhalten Sie ebenso wie die beliebten Oetker-Backrezeptbücher kostenlos in den Geschäften, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr.A.Oetker, Bielefeld. nr.§ (91ad)b V Verkauf kommen. Nachstehend einige Beispiele: 7414a Ml. 3.95, 2.90, 1.55 ■'.U; Verlobte Gießen Heuchelheim oe<$2 Gießen, den 4. August 1925. 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Wie der Mann da an einem schlimmen Herbst- «bend an Bord gehen will, fällt ihm ein, daß er vohl zwanzig Jahre nicht mehr in diesem Hafen gewesen ist, und daß er das letzte Mal als unzu- jriebcner Bengel von seines Vaters Schiff hat jntlaufen wollen. Der Schiffer schüttelt den Kopf 2azu, es benimmt ihn sonderbar, daran zu denken. Der Nebel wird dichter, noch dichter, als er vorder schon war, und der Himmel ist braun wie altes iolz. Dergleichen kommt da drüben schon vor, und ei uns zu Hause auch. Was aber sonderbar ist, es cheint gar kein rechter Nebel zu sein, der den 5chiffer umgibt, es ist ein Qualm oder dergleichen inb kommt rasch und sichtbar in kleinen Flocken und strähnen zu Boden, man sieht deullich, wie er dieses berührt und jenem ausweicht, als hätte er (inen ganz besonderen Zauber. Und dann sinkt ein )unst nieder, der das Abendlicht wohl burchläht, 8er aber alles aufzuheben oder in ein besonderes Ieich einzuschließen scheint. Um diese Zeit gerät der Schiffer gerade an den Sai, er will übersetzen und mit der Ebbe seinen dten Holzkahn den Firth heruntertreiben. Aber ii dem sonderbaren Nebel hat er wohl die Richtung rerloren. Erweiß nicht mehr, wo Schuppen noch Schiff ist und wagt keinen Schritt mehr zu tun, so schr läuft alles durcheinander. Er merkt aber gleich an dem Reden im Gestau, daß er mehr Sprachen als sonst versteht, und daß er an einem Spuk teilhat, der mit der grauen Volke auf die Kais niedergesunken ist. Er hort Die Räumung der Herzkammer. Don unserem -tb-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Essen, Ansang August 1925. Es läßt sich nicht bestreiten, daß die Räumung des Ruhrgebietes eher begonnen hat, als man erwartete, nämlich bereits vor vier Wochen vor dem Stichtag des 16. August. Aber das ist doch wohl weniger eine Dersöhnungsgeste der Franzosen — wie es ja überhaupt widersinnig und unwürdig ist, aus der Räumung eines in unerhörter Widerrecht- ljchkeit besetzten und drangsalierten Gebietes etwas Aehnliches zu machen — als vielmehr in der technischen Art und Durchführung der Räumung begründet. Die Besetzung vollzog sich mit einem großen strategischen Aufmarsch, nach moberner Schlachtordnung, in Einkreisungs- und Sicherungsbewegun- gen. Der Abmarsch geht, in dieser Form immer deutlicher erkennbar, gewissermaßen tropfenweise oonftallen. Auf den Straßen begegnen einem alle Augenblicke Trupps, ftommanboftellen^bie einzeln abrücken, ohne sich vorher zu großen Formationen zusammenzufinden. Hier wird eine Kompagnie, dort vielleicht ein Regiment herausgezogen, eine Batterie rückt ab, aber es ist feine große Aktion. Es ist immer mehr ein Abschied der Art geworben, wie er im gewöhnlichen Heben im Dolksmund mit fra n- I zösisch bezeichnet zu werden pflegt . . . Aus diese Weife ist nun der erste Abschnitt der | Räumung durchgeführt, Westfalen ist frei, und nun i ist der Ruckzug des rheinischen Teiles des Einbruchs- gebietes ebenfalls beendet. Das Hauptstück dieses ; zweiten Abschnittes ist naturgemäß die Stadt Essen, die Herzkamer des aanzen Ruhrgebiets. Auch Essen ist wieder frei. Was das für Deutschland, und namentlich für das deutsche Wirt- ichaftsleben bedeutet, vermag nur der zu ermessen, der einen Begriff von der Konzentration wirtschaft- lidjer, sozialer und technischer Kräfte hat, die sich hier aus engstem Boden zusammenballen. Daraus ergibt sich auch von selbst die Schwere der Schädigung, die die Stadt Essen von der Besatzung । erfahren hat. Man erinnert sich, daß Essen das Gebiet war, auf das es auch Herrn PoincarS im I wesentlichen ankam. Leitete er doch seine Kammer- rede über die Besatzung am Einmarschtage mit den [ Morten ein, daß in diesem Augenblick die französi- Ichen Soldaten aus dem Marktplatz in Essen die (9c- ( wehre zusammenstellten. Für die französische Auf- •affung verbindet sich eben mit dem Namen Essen j qleichzeitig der andere Krupp, und die Geschichte , der Besatzung Essens hat ja zur Genüge bewiesen, I daß es ihnen sehr stark darauf ankam, nicht nur das gewaltige Wirtschaftsgebiet in der Hand zu I halten, sondern auch darauf, ihr Mütchen an Krupp ?,u kühlen und damit, topisch französisch, das ganze * deutsche Bolk zu demütigen. Deshalb wurde der surchtdare A r b c i t e r m o r b in den Krupp- i werken, die Ostertragödie von 1923, inszeniert: deshalb wurden Herr von Bohlen und seine Di- । «Hören eingekerkert, und deshalb wurde der große ! Hensationsprozeß veranstaltet, der vier Tage j lang unter der scheinheiligen Maske einer gar nicht । vorhandenen Gerechtigkeit hingeschleppt wurde, um mit einem angeblich in zwanzig Minuten verfertig- ! len, tatsächlich aber in Paris fabrizierten Urteil zu rnben. Nicht ohne symbolische Bedeutung sollte es «uich sein, baß Krupps Billa Hügel zum Hauptquar- : tier des Oberkommandierenden gemacht wurde. Derselbe Oberkommandierende hat es aber auch . erfahren müssen, daß ein Dolk auch in seinem Un- glück noch aufrecht feinen Weg gehen kann. Gleich beim Einmarsch sollte er eine Probe davon bekommen. Das war, als sich am 11. Januar die Trup- yenmaffen das Ruhrtal entlang über Bredeney die Huyssens Allee herab in die Stadt hinein wälzten. Autos mit Ofizieren der berühmten Jngenieurkom- milfion, Pariser Spezialjournalisten waren Dor- I toten. Vor dem alten Friedhof am Hauptbahnhof, ! icm Huiissenstift gegenüber, sammelten sich Menschen cn, die die kommenden Dinge besprachen. Ein paar ausländische Photographen bauten ihre Apparate ; ciuf, eine überflüssige Mühe, da sie im nächsten Augenblick durch ein paar einfache Fußtritte über ten Haufen geworfen wurden. Die Herrschaften konnten noch froh fein, daß die Flucht sie vor den । verbienten Prügeln schützte. In der Mittagsstunde lückte die erste Schwadron heran. Gleichzeitig ftie- ! Gen andere Truppenmassen über Kray her vor: CfHen war regelrecht umzingelt worden, und nun | wurde der große Bahnhofsplatz, dann der Platz ' eor dem Rathaus, wurden die anschließenden Strafen zu einem Heerlager. Der Oberkommandierende । «machte vor dem Rathaus Halt. Oberbürgermeister I 2r. Luther, damals Reichsernährungsminister, I war am Tage vorher noch Esten zurückgekehrt, um in dem Augenblick der schwersten Prüfung seiner I Stadt daheim zu sein. Jetzt schickte ihm der Ge- I neral einen Boten mit dem Befehl, ihn am Portal | des Rathauses zu empfangen. Aber der Herr (general wird kaum die Antwort erroartet haben: Wenn jemand etwas von dem Herrn Oberbürgermeister will, wäre er i n feinem Amtszimmer zu sprechen, woraus dem Herrn General bei aller Wut über diese Niederlage des „Siegers" nichts anderes übrig blieb, als sich mit seinem Stabe her- aufzubemühen und dem Oberbürgermeister im Amtszimmer bekannt zu geben, daß Essen besetztes Ge- biet fei. Diese aufrechte Zurückweisung einer unverschämten Forderung ist das Fanal, ist ein Symbol, ein anfeuernbes Beispiel für die späteren Zeiten'geworden.. Sie waren, weiß Gott, nicht leicht. Es hat Augen- blicke gegeben, wo das ganze Gebiet mit Elektrizität geladen schien, die zu einer Katastrophe 'ühren konnte, weil der Druck, den eine : ücksichls- lose Militärmacht ausübte, Gegendruck systematisch erzeugen mußte. Und dann wieder Augenblicke, wo die Not und Qual so groß war. daß sie schier nicht zu ertragen schien. Wirtschaftliche und soziale Nöte türmten sich. Aller Verkehr hörte auf, da er von den Franzosen systematisch unterdrückt wurde. Die Betriebe wurden zu Stillegungen gezwungen. Arbeiter- entlaffungen großen Stiles waren die Folge. Das Geld verlor buchstäblich jeden Wert: Lebensmittel waren mehr als knapp, weil die Zufuhr stockte. Zu- dem konnte sie niemand bezahlen. Aufruhr und Plünderungen stellten sich ein, und bann kamen die allerschwersten Stunben, als ber große Zusammenbruch, die Gefahr eines allgemeinen und riesigen Chaos in mehr als bedrohliche Nähe rückte. Um die Schwierigkeiten wieder wachzurufen, die gerade in jenen Tagen die Anspannung aller führen- den Kräfte verlangte, braucht man nur das Wort Micum zu hören. Es gehört schon ein starkes Maß von Selbstentaußerung dazu, die Berhandlungen mit dieser Organisation zu führen. Was bei ihnen her- auskam, war katastrophal. Der Bergbau, ohnehin durch den passiven Widerstand stark verschuldet, konnte zwar wieder produzieren, aber unter Bedingungen, durch die lebe Tonne Kohlen einen Verlust von 13 Mark bedeutete. Nur der Gedanke, daß dies der Uebergang, ber Anfang dazu war, wieder zu erträglichen Verhältnissen zu kommen und die große Arbeitsmaschine des Ruhrgebietes wieder anzukurbeln, konnte das Eingehen auf diese Bedingungen erzwingen. Don Monat zu Monat erneuerten sich die Verhandlungen, aber die Milderungen waren so gering, daß der Augenblick schon vorauszusehen war, in dem unfehlbar ein neuer Zusammenbruch eintreten mußte. Hätte die Londoner Konferenz diesen Zustand nicht schon bald ein Ende gesetzt, man würde sich von dem heutigen Zustand im Ruhrgebiet wohl kaum einen Begriff machen können. Und dabei ist er ohnehin auch jetzt noch k a tast r o p h a l. Für den Zustand der Wirtschaft, namentlich des Bergbaues, sind die täglichen Meldungen über Zechen st illegu na ein trauriger Maß- stab. Die Rückwirkung auf die Lage der Gemeinden liegt auf der Hand. War das Funktionieren der Verwaltungen durch die ständigen Eingriff« die Besatzung, durch die ständigen Lasten für Quartier und Unterhaltung schon außerordentlich groß, so tat die Steigerung ber Erwerbslosenzisfer noch ein übriges. Bekanntlich scheiden die Erwerbslosen nach einer gewissen Zeit aus der Erwerbslosenfürsorge aus, um in die kommunale Wohlfahrtspflege übergeleitet zu werden. Auch heute wieder ist, wie in den schlimmsten Tagen der letzten Jahre, die Erwerbslosenzahl im besetzten Gebiet dreimal so hoch wie im unbesetzten Teil Deutschlands. Unter allen diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß nach einer Denkschrift, die der Verband der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes soeben fertiggestellt hat, nur bei acht Städten und Landkreisen des besetzten Gebietes das Jstaufkommen an Gemeindesteuern mehr als 80 Prozent vom Soll des Haushaltsplanes beträgt, während es z. B. bei 43 unter 60 Prozent liegt. Jetzt wird sich erst das volle Maß der S ch ä de n zeigen, die ihm durch die Besatzung zu- gefügt worden sind. Es wird schwerer Arbeit bedürfen, sie zu heilen. Aber das Ruhrgebiet geht mit ungebrochener Energie an diese Aufgabe. Es erwartet nur, daß die Stellen, die dazu berufen sind, ihm dabei helfen und das Verständnis zuteil werden lassen, auf das dieses schwer geprüfte Land einen berechtigten Anspruch hat. Zugoslavien und der Anschluß. Don unterem Jr.-Sericfjterftatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Klagenfurt, Mitte Juli 1925. Das starke Emporwachsen des Anschlußgedankens in Deutsch-Oesterreich, für welches außer den un« unterdrückbaren ideell-nationalen Momenten einesteils Hoffnung auf das deutsche Garantiepaktangebot. andererseits berechtigter Pessimismus bezüglich ber Ergebnisse der Wirtschaftsexpertise maßgebend einen alten Kran über die lange Arbeit jammern und die Schiffstaue stöhnen, wie sehr sie sich hoben reißen und ziehen lassen müssen. Auch in der Steinkohle, die nach Hamburg verschickt werden soll, regt es sich und mutmaßt und püftert. Da steht auf einmal ein kleines Männchen neben dem Schiffer. Er sieht gleich, daß es ein Klabauter ist, aber er weiß nicht, wie der hier an Land kommt. Der Kleine redet ihn auch an und bittet um Feuer für seine Pfeife. Aber da kommt kein rechter Rauch heraus. Man merkt, wie den Kleinen friert, er hat Tabak wohl nötig, und der Schiffer gibt ihm von seinem. „Derseuk bifien moal", sagt er gutmütig. „Oha", meint der Kleine und horcht dankbar auf, „der hew ik wull'n Landsmann zu faat?" „3a," jagt Maas, „aber wahrscheinlich wüßten sie beide nicht, wie sie aus dem vertrackten Nebel wieder heraus sollten. Ach, beginnt da der Kleine traurig, das sei noch das Wenigste. Und er zieht den dünnen, grauen Mantel ganz fest über die Brust.so friert ihn. Was er denn sonst für Kummer hätte, fragt der Schiffer mitleidig. Da läuft der Klabauter denn neben ihm her und beginnt mit hoher Fistelstimme in den Nebel hinein zu erzählen, wie er nur eben einen Matrosen an Bord habe zurückholen wollen. O, es war ein guter Junge, er habe ihm oft eine Pfeife Tabak gegeben. Aber wie er so hinter dem Jungen am Kai entlang lief, — weg war das Schiff! Das ist ein hartes Los denkt Maas, man weiß ja, daß so ein Klabauter, der sein Schiff verlor, keine Ruhe findet, bis es auf dem Grund der See liegt. Der Mann hatte rechtes Mitleid mit dem Kleinen. Woher das Schiff denn wax, fragt er, um überhaupt etwas zu sagen, trösten kann er ja nicht recht. waren, hat in allen Staaten nicht nur bemerkenswerte Wellen in der öffentlichen Meinung hervor- gerufen, sondern auch zahlreiche Regierungc-erllä- rungen veranlaßt. Nach der Stellungnahme M u s - f o 1 i n is (die allerdings nicht unabänderlich er- scheint') und berjenigen Dr. Beneschs hat nun auch bie jugoslawische Skupschtina eine Anschlußbebatte geführt. Wenn in derselben die Frage auch nicht einbeutig geklärt erscheint wie sich Jugoslawien zum Deutsch-osterreichischen Anschluß an das Reich tatsächlich stellt, so erscheint ein Punkt einer Klärung wesentlich naher gerückt, ber sich darin zusammenfassen läßt, welche K o m p e n j a - tionswünsche Jugoslawien bcrmalen für seine Zustimmung hegt. Ausgelöst würbe bie Stellungnahme ber Skup- tschina durch eine Interpellation des ber stavonisch- klerikalen Volkspartei angehörigen Abgeordneten Z m o b e j , ber an ben Außenminister sechs Fragen richtete, bie wie folgt zusammenzufassen sind: Wie stellt sich ^Jugoslawien zum Anschluß überhaupt, mit welchen etaaten befindet sich Jugoslawien biesbezüg- lich in Uebereinstimmung, wie gedenkt die Regierung einer olpcndeutschen Jrredento im Grenzgebiet Unter Trauburg, Marburg, Pettau zu begegnen; wiei gedenkt sich bie Regierung zu stellen, falls "bie alliierten Regierungen einen Anschluß gestatten sollten, und endlich welche Absichten bestehen bezüglich der jugoslawisch-österreichischen, in Schwebe besindlichen Handelsvertragsverhandlungen? Darauf hat nun der damalige Außenminister Nincic Erklärungen abgegeben, bei denen allerdings große diplomatische Vorsicht obwaltet. Kurz gefaßt, meint Nincic, daß Jugoslawien auf dem Bo- den der Friedensverträge stehe, daß der Standpunkt der jugoslawischen Regierung sich danach mit denen der verbündeten Regierungen decke, daß weiterhin eine deutsche Jrredenta im Grenzgebiet nicht ernst genommen werden könne, daß jedoch die jugoslawische Regierung solche Bestrebungen aufmerksam beobachten wolle. Sollte ber Völkerbunb eine Abänderung ber biesbezüglichen Artikel ber Verträge (§ 80 D. o. Versailles unb § 88 D. v. St. Germain) zustimmen, so werbe Jugoslawien seine befonberen Interessen zu wahren wißen. Betrachtet man biese Beantwortung ber Inter- pellation als Ganzes, so liegt ber Schwerpunkt zweifellos im letzten Satz, ber burch bie verschiebenen IRebner in ber Debatte nicht nur unterstrichen, sondern auch erläutert wurde. In all diesen Reden kam klar zum Ausdruck, was die verschiedenen Presseorgane, vornehmlich in Slooenien, seit Jahr und Tag propagierten: Jugoslawien müsse als Kompensation für seine Zustimmung zum Anschluß das Süd-Kärntner Grenzgebiet für sich zurücksordern, das in ber Abstimmung vom 10. Oft. 1920 wohl für bie Zugehörigkeit zu Oesterreich, nicht aber für bie Vereinigung mit dem Deutschen Reich optiert habe. Ohne gegen biese Bestrebungen ber slooenischen Kreise polemisieren zu wollen, muß zum eingehenden Verständnis sestgestellt werden, daß das im Kärntner Freiheitskrieg mit außerordent- lichem Mut und Opfern festgehaltene Grenzgebiet einen notwendigen Bestandteil nicht nur kärntnerischer Heimaterde bildet, sondern daß der Grenzwall des Karawankengebirges auch des ganzen beutfetjen Boltes natürliche Süd- grenze ist. Die Karawankengrenze findet ihre natürliche Fortsetzung südlich ber Eisenbahnstrecke nach Osten, welche burch bie Namen Unter-Drau- bürg—Marburg—Pettau charakterisiert und durch bas Bacherngebirge gegen Jugoslawien abgeschlossen ist: wenn auch jenem zweiterwähnten Teilgebiet die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes durch Volksabstimmung verwehrt blieb, so muß dennoch nachdrücklich erwähnt werden, daß das ganze Gebiet eine Einheit bildet, welche durch zu- sammenhängende weglose Höhenkämme (rund 2000 Meter hoch) geographisch gegen Süden abgeschlossen ist, eisenbahntechnisch durch die direkte Linie Wien— Graz—Marburg—Klagenfurt durchquert wird, wirtschaftlich keineswegs über die Höhenkämme nach Süden, sondern zu den nördlichen Märkten gravitiert und überdies national in fast 70prozen- tiger Mehrheit dem deutschen Volkstum zu- gehört. Gemäß diesen Tatsachen sind sowohl die in der Interpellation Smodejs gebrachten Befürchtungen bezüglich einer alpendeutschen Jrredenta zu werten, wie denn auch die Kompensationswünsche, die teils in überhitztem Grenzertum, teils um parteipolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten, ihre unberechtigte Begründung haben. Ohne irgendwelchem Chauvinismus zu huldigen und ohne weiter südlich gelegene Sprachinseln „befreien" zu wollen, muß dennoch deutlich zum Ausdruck gebracht werden, daß das Marburger Becken unerlöftes (9 e = biet ist, und daß jene Teile Kärntens, bie ihr Selbstbestimmungsrecht zugunsten Deutsch-Oesterreichs ausgeübt hatten, keine Objekte find, mit benen „Von Husum!" wimmert der Kleine. Ach, er hätte solch Heimweh, ach, er fühlte sich so traurig in dieser rußigen Stadt. „Vun Husum?" fragt Maas und will den Namen hören. Ihm ist ein wenig dumm zu Sinn, der Nebel riefelt und schwankt und dreht sich. Und wie lange es her ist, will er auch gleich wissen. Ach, klagt der Klabauter, das könnte er selbst nicht mehr sagen. Einer von seiner Art, der sein Schiff verloren habe, müsse ja immer nur auf und ab laufen, bis sich ein vernünftiger Mensch zu ihm Deiirrt. Dann könnte er erst hören, wie weit es ist und ob fein Schiff wieder im Hasen liegt. Maas sieht den Kleinen sonderbar an. Der kommt gar nicht zu Atem unter bem Blick, er muß immer weiter reben. Aber bas Datum hätte er noch ungefähr im Kopf, sagt er unb nennt es. Zwanzig Jahre liegt es zurück, unb Schisser Maas besinnt sich sehr gut auf ben Tag. Ihm ist, als müßte er bem anbern gleich seinen Mantel geben. Der Nebel läuft, bas Braun am Himmel Der» sinkt unb wirb dunkel, unb bie Nacht kommt auf Das Wasser nieber. ,^umm, Klabauter," sagt ber Schisser plötzlich, ,,'t waarb Tib, an Borb tau gan." Er nimmt bie verklammten Fäuste bes Kleinen sorgsältig in bie Hanb. Ach, zittert ber noch, wenn er nur wüßte, ob leine Bark noch im Hasen läge. Das wüßte er gut, sagte Maas, wäre er nur erst aus bem Nebel heraus. „Bär op, Schipper!" sagt ber Klabauter. Da nimmt ber Riese ihn aus ben Arm, unb im Augenblick daraus weiß er wieder, wo er ist und kommt zum Kai und ruft sein „Hol über" übers Wasser. .Wo bringst mich hin?" fragt ber Kleine ge- bulbig in ferner alten Art. bie Zustimmung Jugoslawiens zum Anschluß er« schachen werden kann. So viel über diesen Teil, bet ebenso für da« Grenzgebiet ber Südmark wie für das ganze deutsch« Volk wichtig erscheint. Noch ein zweiter Punkt trat anläßlich der Debatte in Erscheinung Es war die Ablehnung aller Dvnauföderal'flischen Gedanken, was sowohl bei der Regierungspartei, als bei ber Opposition eine einmütige Uebereinstimmung ergab. Es entbehrt hierbei nicht ber Groteske, daß ge- : in v b e i als c prechet Parte« scharfe Angriffe gegen ben Prälaten Dr. Seipel richtete, wie denn überhaupt Regierungs» und Oppositionsparteien darin einig zu fein scheinen, Zwischen Dr. Seipel unb Donaiibunbpläne ein Gleichheitszeichen zu setzen. Verbindet man diese scharf« Absage noch mit der Antwort Dr. Olinde», daß aus Handetsvertragsverhandlimgen kein Opfer für bie lugoflawifche Wirtschaft entstehen dürfe ober würde, so kann man aus dem Verlauf der gesamten Debatte sowie aus einem zurückliegenden Angriff bes Regierungsorgans „Samopraroa" auf Dr. Seipel ben Schluß ziehen, daß drei Dinge klargestellt find: Jugoslawien wird, soweit sein Wirtschaftsgebiet in Betracht kommt, alle Anregungen ablehnen, deren Ursprung in evtl. Ergebnissen der Wiener Wirt- schastserpertise des Völkerbünde» zu suchen ist. Jugostawien nimmt cnfdiieben Stellung gegen alle politischen ober wirtschaftlichen Donaubund- Pläne weil — um mit Paul '.Rabie zu sprechen — Jugoslawiens Zukunft im Balkan läge. Jugoslawien hält das Anschlußproblem nicht für aktuell, wah rlsich jedoch das Bestreben, seine Zu. ftimmung durch Grenz-Rektifikationen sich abkaufen zu lassen. Die Auswirkungen der Interpellation Smodejs brachten sonach nichts Neues, jedoch immerhin jene wünschenswerte Klärung, ber man zielbewuht begegnen können wird. ---- 1 Aus dem Hessischen Landtag. Dem Landtage ist ein Antrag des Ober« studiendirektors Dr. KeH« r - Büdingen auge- gangen: Die Negierung möge die Ausbildung von Turnlehrern und -lehrerinnen sowie die Beratung in allen Turn- und Sportangelegenheiten mit den in Kap. 67 (Universität) Titel 1, I cf und Kapitel 68 (Technische Hochschule) Titel 1, I p angeführten Stellen des Turn- und Sportlehrers in Zusammenhang bringen. Für je einen besonderen Assistenten wäre Sorge zu tragen. 3n einem weiteren Antrag beantragen die Abgeordneten Widmann u. Gen., die Regie« rung zu ersuchen, bei der Handwerkskammer dafür zu wirken, daß in den Lehrverträgen neben der Bergütung auch der jährliche Urlaub der Lehrlinge eine vertragliche Regelung erfährt. Desgleichen darauf hinzuwirken, daß in den Tarifverträgen, die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgeschlossen werden, die Qkrgütungen und Arlaubsgewährung der Lehrlinge eine bindende Regelung erfahren. Der Rechtsausschuß des Landtages hat sich in seiner letzten Sitzung mit dem Antrag der Frau Abg. H a 11 e m e r, betreffend Bekämpfung von Schmutz und Schund in Wort und Bild, befaßt, und ist zu der lieber- zeugung gekommen, daß bessere gesetzliche Bestimmungen als die seitherigen geschaffen werden müssen, wenn eine erfolgreiche Bekämpfung der genannten Rotstände ermöglicht werden soll. Der Ausschuß beantragt daher: 1. Die hessische Regierung möge beim Reich verlangen, daß ein Gesetzentwurf vorgelegt wird, der die Herstellung und Verbreitung von Schmutz und Schund in Wort und Bild verbietet und Zuwiderhandlungen unter schwere Strafe stellt. 2. Der Landtag wolle beschließen: 2) Die Hess. Regierung möge bei der Einbringung des neuen Gesetzentwurfs, daS Lichtspiel - Wesen betreffend, fordern, daß verschö.sie Bestimmungen getroffen werden, damit Filme, die die Frauenehre und -würde sowie unsev sittliches Empfinden tief verletzen und vergiftend auf die Jugend wirken müssen, verboten werden: d) daß die in die Prüfungs stellen berufenen Mitglieder auch wirklich Persönlichkeiten von künstlerischer und pädagogischer Bildung sind, die nicht allein dem gesunden Volksempfinden, sondern auch den sehr berechtigten Forderungen der Frauenwelt auf sittlichem Gebiet Rechnung tragen. * Die Deutsche Volkspartei beantragt: Der Landtag wolle beschließen, den sämtlichen Amtsoberge- Hilfen die Möglichkeit des Aufstieges in Gruppe 4 ,Lu Schipper Maas vun Husum." „Das is fein; was macht Hein Maas, der von Bord laufen wollte?" „Wirft ihn noch sehen!" „Ach, dann is ja alles gut", sagt der Kleine unb läßt den Kopf ein wenig vornüber hängen. „Dann is man gut, daß ich wieder für einen zu sorgen hab'." Linck: Der Streik der (Engel. Modeschau in Bad-Rauheim. 3m großen Saal des Bad-Rauheimer Kurhauses fand am Samstag und Montag eine groß- angelegte Modeschau statt, die von dem reizenden Spiel „Der Streik der Engel" von Harrs Linck umrahmt war. Regie ist hier natürlich alles: Es werden bie höchsten Anforderungen an Licht, ~arbe, Rhythmus, kurz, Sinnlichkeit des Ausdrucks in jedem Sinne gestellt. Kurt 3c>achim Baum, bisher Mitglied des StadtthectterS Gießen, hatte ein Bühnenbild von großer Exaktheit der Durcharbeitung, Lebendigkeit und Plastik gestellt. Unter seiner Regie gelangen auch die Tanzeinlagen der Engel ausgezeichnet. Insbesondere die Darbietungen der vom LandeStheater Darmstadt gewonnenen Damen Don alles und Martin zeigten Sinnlichkeit und Linie. Don den in Gießen bekannten Kräften gefielen Elfriede Basedow als Modediva und Marita Andr6 als erster Engel. Felix R o r f v l k. den man nur ungern aus dem Verbände unseres Theaters scheiden sieht, stand noch ein letztes Mal als Petrus launig und fmsch auf der Bühne. Der Abend wurde für alle Beteiligten zu einem schönen Erfolg und der mehrfach auf offener Szene gespendete lebhafte Applaus war redlich verdient. •—e. -> weiterhin. Es sind Augustmiete Ist der genaue Betrag der Friedensmiete, bei« Ipielsweise 27.75 Mk., in der Tabelle nicht enthal- erläu- Abgerundet 23.40 Rm. t I beten Mume usw. gelten auch zu entrichten: Monatliche Friedensmiete: ^Kreiö Friedberg. sf. Friedberg, 3. Aug. Ein bilcum, sein 9 0. Stiftungsfest ©esangoerein Liederkranz ten, so ist der Mietbetrag, wie nachstehend tert, durch Zusammenzählung zu ermitteln. seltenes Ju« konnte der am 1., 2. und 3. August begehen. Da der Verein mit der Bürgerschaft Friedbergs auf engste verwachsen "er Besoldungsordnung zu geben, auch wenn sie bei Lotalstellen beschäftigt sind. — Die Abg. Dr. Keller und B i r n b a u m (D. 23p.) haben folgenden Antrag eingebracht: Nach einmütiger Auffasiung der Volkskammer, die wiederholt in Aussprachen zutage krat, ist die Einstufung der Unterbeam- t e n durchaus unsozial. Besonders die Amtsgehilfen und ähnliche Beamten find außerordentlich schlecht gestellt. Da das Sperrgesetz vorläufig eine grundsätzliche Aenderung ausschließt, die wirtschaftliche Not vieler Familien aber aufs höchste gestiegen ist, beantragen wir, wie im vorigen Jahre, auch im Jahre 1925 den Beamten der untersten Gruppen alsbald eine Wirtschaftsbeihilfe zu gewähren, die den Familienverhältnissen entsprechend zu staffeln wäre. Hierzu hat der 1. Landtagsausschuß beantragt: Den Antrag des Abg. Dr. Keller als Material zu überweisen und die Regierung zu ermächtigen, in noch weitherziger Weise als seither Unter st ützungen an Beamte in den Gruppen 1—6 zu gewähren und erforderlichenfalls den Betrag in Kap. 15 Tit. 7 zu überschreiten. Der deutschnationale Abg. Dr. Werner hat beim Landtage den Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, sich im Reichsrat für die Einbringung einer Gesetzesvorlage einzusetzen, die die Einführung eines Arbeits-Dienstjahres zum Ziele Hai. Aus der Provinz. LanSkreis Girijcit. X Klein-Linden, 4. Aug. Wie schon öfters an dieser Stelle ausgeführt, sind in den Nachbarorten Krofdorf, Wieseck, Altenbuseck usw. ernstliche Bestrebungen vorhanden, ein Verkehrs- mittel zur Personenbeförderung nach und von Gießen zu schaffen. Soweit die Linie Wieseck— Gießen in Betracht kommt, kann der Auto-Ornai- bus als gesichert gelten. Betrachtet man den Fußgänger-Verkehr zwischen Klein-Linden mit den hinter gelegenen Orten Lützellinden und Allendorf, so steht fest, daß ein Bedürfnis für ein solches Verkehrsmittel von hier nach Gießen besteht. Wenn auch die Ortsgrenze von Gießen, nahe an Klein-Linden liegt, so ist die Entfernung bis in das Stadtinnere doch sehr beträchtlich. Die in der Stadt sehr zahlreich beschäftigten Arbeiter wären froh, wenn sie nach getaner Arbeit chren Wohnort in leichter Weise erreichen könnten, da der Weg zu Fuß vielfach bis zu 0 /^ Stunde beträgt. Auch wer die amtlichen Stellen, z. D. Kreisamt, Gericht u. a. aufsuchen muß, kann dies nur mit sehr erheblichem Zeitaufwand erledigen. Es wäre nun wünschenswert, wenn die maßgebenden Stellen, sich dieser Sache annehmen wurden, da die Rentabilität ohne weiteres gesichert erscheint und der Gemeinde keine größeren Kosten entstehen. Auch die Gemeinde Wieseck würde zu einer Verständigung bereit sein, da die Durchführung des Auto-Omnibusses von Wieseck bis Klein-Linden, für beide Teile nur vorteilhaft sein könnte. t Treis a. d. L da., 3. Aug. Die für den 19. Juli dahier geplante Bezirksziegenschau tonnte infolge der im oberen Lumdatal «Rabenau) ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche nicht abgehallen werden. Es ist auch feine Aussicht vorhanden, sie in absehbarer Zeit im Bezirke stattfinden zu lassen. Dagegen findet die Ziehung der für den 19. Juli ausgegebenen Lose am 16. August dahier statt. — In diesem Jahr werden die hiesigen Landwirte mit dem Dreschen des Getreides bei eintretender günstiger Witterung rascher als seither zu Ende kommen, da eine zweite Dreschmaschine aufgestellt worden ist. Die Augustmiete. Wie bas hessische Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft bekanntgibt, beträgt die Miete für den Monat 21 u g u ft in {amtlichen Oemeinben bes Lan- bes 8 4 d. Sy ber Friedens miete. Die bisher gültigen Bestimmungen über bie in ber Miete etnbegriffene Sonberfteuer vom bebauten Grunb- besitz, über bie zu gewerblichen Zwecken verwen- ift, so ist es begreiflich, daß die ganze Stadt Anteil an der Feier nahm. Der Vorabend wurde eröffnet durch eine Begrüßungsrede, welche Beigeordneter Dr. Leuchtgens namens ber Stadt hielt, in welcher er dem Verein bie Wünsche ber otabt überbrachte unb bie stille Arbeit, welche der Liederkranz stets während dreier Menschenalter geübt hatte und seine Pflege der edlen Geselligkeit lodend anerkannte. Chöre der vereinigten Friedberger Gesangvereine, Musikvorträge, Marmorgruppen. gestellt vom 1. Stemm- und Ringklub, bildeten ein abwechslungsreiches Programm. Der Sonntagvormittag begann mit dem Gesang von Chören im Saale von Groß-Friedbergs. Zehn Vereine waren es, die Proben ihrer Kunstfertigkeit abiegten, unb man kann wohl sagen, baß bie Leistungen ber Vereine burchaus befriebigenb waren. Man muß mit Genugtuung feftfteüen, baß selbst länbliche Vereine nicht vor dem Vortrag schwieriger Chöre zurückfchreckten. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher F e st z u g unter Beteiligung einer großen Anzahl auswärtiger unb sämtlicher Friedberger Vereine nach bem Festplatze. Der Zug war durch zahlreiche Festwagen belebt, von denen besonders die Wagen des Vogelsberger Höhenklubs, ber Malerinnung, bes Schützenvereins unb ber Loreleywagen auffielen; auch bie Darbietungen ber Innungen, ber Fischer und Radfahrer waren sehr sehenswert. Auf dem Festplatte hielt bei dem Weiheakt Herr Direktor H a f f i n - g e r von Darmstadt die Festrede, welche mit großen Beifall ausgenommen wurde; er betonte in derselben besonders die hohe ideale Aufgabe der Vereine, abseits von dem Lärme der poli- tifiyen Parteien die Ideale zu pflegen und eine Stätte zu schafftn, in welcher das Einigende und Versöhnende in ben Vordergrund trete. Nach der Rede wurden bem Verein eine große Anzahl Geschenke und Widmungen, Fahnennägel und Diplome mit entsprechenden Ansprachen überreicht; der Verein selbst ehrte seinen langjährigen Vorsitzenden, Herrn Jakob ©ripp, für seine 50jähr. aktive Mitgliedschaft durch Ueberreichung einer Ehrenurkunde. Leider verwandelte ein einsetzender starker Regen den Festplatz bald in einen Sumpf unb zwang die sehr zahlreichen Teilnehmer, Platz in den geräumigen Wirtszelten zu suchen, wo sich bei dem Klange mehrerer Musikkapellen bald eine fröhliche Stimmung entwickelte. Am Montag fand noch die übliche volkstümliche Nachfeier statt, bei ber abenbs das große Feuerwerk abgebrannt wurde. !*! Friedberg, 3. Aug. Am 19. bis 21. September beabsichtigt ber Lanbwirtschafts- kammerausschuß für Oberhessen hier eine land- wirtschaftliche Ausstellung für den Kreis Friedberg abzuhalten. Aus der Kreisschau werden die meisten Gebiete ber Lanbwirtschafk vertreten sein, wie Viehzucht, Erzeugnisse bes Ackerbaues unb Obstbaues, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. Zugelassen sind alle Landwirte, Obstzüchter und Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen aus dem Kreis Friedberg mit Ausnahme der Düngerindustrie. Vorführungen von Motorpflügen finden anschließend an die Ausstrüung statt. Die Ausstellung wird in der ehemaligen Jnfanteriekaserne abgehalten. ZI Nieder-Florstadt, 3. Aug. Hier ist ein Mann von ca. 60 Jahren so schwer an Typhus erkrankt, daß er ins Bürgerhospital nach Friedberg gebracht werden muhte. Weitere Fälle sind glücklicherweise nicht vorgekommen. Eine typhusartig wirkende Erkrankung eines hiesigen Mädchens ist als nichttyphös feftgefteUt worden. ZI Aus der 9B e 11 e r a u, 3. Aug. (Ernte- a u s s i ch t e n.) Das rechte Erntewetter will sich nicht einstellen, aber doch scheint der Himmel ein Einsehen zu haben und nicht wieder wie im vorigen Jahr seine Schleusen ununterbrochen öffnen unb dadurch ben Landwirt zum zweiten Male um seinen in saurer Arbeit verdienten Lohn bringen zu wollen. Eine Mißernte in diesem Jahre wäre nicht nur der Ruin für die Landwirtschaft, sondern ein nationales Unglück. Trotz der unsicheren Witterung geht der Landwirt an bie Erntearbeit. Wintergerste und Roggen sind ab unb zum Teil eingefahren, ber Hafer ist eben in Arbeit, Weizen und S o m - mergerfte sind auch reif zum Schnitt. Soweit sich jetzt schon überblicken läßt, wird die Ernte gut ausfallen. Dies gilt für Gerste, Roggen und Weizen. Etwas schlechter steht es mit dem Hafer, er hat z. T. stark unter der Trockenheit gelitten und ist in ber Entwicklung zurückgeblieben. Auch bie letzten Ge- witter, bie Hagel brachten, haben ben Hafer mehr beschäbigt als bie anbern ©etreibearten. Allgemein brachten bie schweren Wetter den Nachteil, daß sich das ©etreiDe umlegte und dadurch der Schnitt mit der Maschine behindert ist. — In einzelnen Teilen der Wetterau scheint der Hederich vollständig unterdrückt worden zu sein. Dies gilt besonders für die Gemarkung Niederflorstadt, die zur Zeit der Hederichblüte sich wie eine grüne Insel im gelben Meer ausnimmt, sehr zum Leidwesen der Bienenzüchter, ein Beweis für die Rührigkeit der Landwirte. Wochenlang wird der Hederich bekämpft, »nöem groß unb klein das Unkraut ausrupft. Eine Nachlese zur Blütezeit überleben nur wenig Pflanzen. — Die letzten durchdringenden Regen haben eine Entwicklung der Wiesen gebracht, die nach der sehr guten Heuernte auch eine reiche Grummet- ernte erwarten läßt. Die Frühkartoffeln haben die Trockenheit gut überstanden unb liefern eine reichere Ernte, als angenommen wurde. Nicht mehr viel Regen, keine schweren Wetter, dann kann die Ernte gut eingebracht werden, zum Wohle der Landwirtschaft und des gesamten Volkes. Kreis Büdingen. nb. Ribda, 1. Aug. Gewerbelehrer Hermann Witt hier wurde zum Rektor der hiesigen Gewerbeschule ernannt. Der neue Rektor ist geborener Niddaer und hat seine berufliche Ausbildung in der Anstalt begonnen, zu deren Leitung er nun berufen wurde. — Der hiesige Turnverein ist kürzlich auf Grund seiner neuen Satzungen als „Turnverein Nidda 1859“ gerichtlich in das Vereinsregister eingetragen worden. Der Verein beabsichtigt, seine alte, nicht mehr zeitgemäße Turnhalle abzubrechen und in der Nähe dieser eine neue, größere Halle nach den gegenwärtigen Anforderungen zu errichten. Den Bauplatz dazu hat die Stadtverwaltung dem Verein bereits geschenkt. Mit dem Neubau soll noch in diesem Jahre begonnen werden. Er kommt auf die Gänsweide, dem unmittelbar an der Stadt gelegenen Niddaer Festplatz. Don einer Lotterie zur teilweisen Erlangung der Baukosten, wie dies oft in derartigen Fällen üblich ist, will der Turnverein absehen. Es stehen ihm anderweitige Beihilfen in Aussicht. A Echzell, 3. August. Hier hat sich ein Kleinkaliber-Schützenverein gegründet, dem sofort 50 Mitglieder bei traten. h- Bad-Salzhausen, 3. August. In unserem Badeort herrscht eben Hochsaison. Mk. Rm. —.25 —.21 —.50 —— V. / —.75 —,63 1.— i— > z 2.— 1 ‘gs 3.— 2.52 3i 2.80 4.— 3.36 5.— 4.20 6.— 5.04 6Z 5.60 7.— 5.88 8.— 6.72 9.— 7.56 10.— 8.40 15.— 12.60 20.— 16.80 25.— 21.— 30.— 25.20 35.— 29.40 40.— 33.60 45.— 37.80 50.- 42.— 55.— 16.20 60.- 50.40 65.— 54.60 70.— 58.80 75.— 63.— 80.— 67.20 85.— 71.40 90.— 75.60 95.— 79.80 100.— 84.— Friedensmiete: Auguftmiete 1 Mk. Rm. J-j,' • . ,-1 20.— 16.80 7.— 5.88 —.75 —.63 ■ 27.75 23.31 Alle Gasthäuser, das Kaufmanns-Erholungsheim und die Privatwohnungen sind vollständig von Kurfremden beseht, deren Zahl etwa 350 Erwachsene und 30 Kinder beträgt. Dazu kommt noch ein regel' Passantenverkehr. Mit Rücksicht auf die Kurgäste hat der Gemeindevorstand in einer Eingabe an die Verwaltungsbehörden unb die Regierung gebeten, daß der Verkehr für Autos, bie unseren Badeort nur durchfahren, gesperrt unb entweder vom Häuserhof über Borsdorf— Mdba ober vom Bahnhof Geiß-Nidda über Geiß-Nidda—Nidda geleitet wird. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Aug. Am 18. Oktober sind 5 0 Jahre verflossen, daß das Gymnasium Fridericianum feierlich eröffnet wurde, zunächst nur als Progymnasium. Am 19. Oktober fand die Prüfung ber angemelbeten Schüler statt, insgesamt 40 an Zahl. Vorerst wurden 4 Klassen gebildet, deren Ziele im allgemeinen denen ber Sexta, Quinta, Quarta, Tertia eines hessischen Gymnasiums entsprechen sollten. Am Ende des Schuljahrs belief sich der Bestand auf 43, bei Beginn des Schuljahrs 1876 dagegen schon auf 59. Zu Anfang unterrichteten 5 Lehrer, 1876 finden wir ein Kollegium von 9 Herren. Nachdem im Schuljahr 1877/78 die Gesamtzahl der Schüler sich auf 111 unb das Lehrerkollegium auf 10 Herren erhöht hatte, faßte man die Errichtung ber Prima in das Auge. Im Jahre 1879 wurde das Gymnasium ausgebaut, und zu Ostern 1880 bie ersten Abiturienten zur Llniversität entlassen. Im Jahre 1890 wurde das Gymnasium verstaatlicht, Unter den Direktoren Wmd - haus unb Hensell erreichte es seine höchste Blüte; im Jahr 1899 belief sich die Gesamtzahl ber Schüler auf 191. Unter Direktor Balser sank der Bestaub in jähem Sturz; 1905 belief sich ber Bestand auf nur noch 91. Der Weltkrieg beschleunigte ben Untergang des Gymnasiums; Ostern 1922 wurde die letzte Reifeprüfung abgehalten. In diesem Jahr wurde die Anstalt in ein Prorealgymnasium und Realschule um« gewandelt. Die „Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler des Gymnasiums Fridericianum" beabsichtigt, noch in diesem Monat das 50jährige Jubiläum des Gymnasiums zu begehen. Am 29. August findet im „Solmser Hof ein Begrützungs- abend statt; hierbei wird Herr Oberstudienbivektor Dr. H. Müller (jetzt in Offenbach), der von 1907 bis 1915 als Direktor in Laubach wirkte, einen Vortrag über die Bedeutung ber humanistischen Bildung halten. Am Morgen des 30. August wird F e st g o 11 e s d i e n st in der hiesigen Stadtkirche sein, wobei Herr Oberkirchen- rat Wagner, der von 1383 bis 1888 bas hiesige Gymnasium besuchte, prebigen wirb. Am Nachmittag wird ein Besuch des Ramsbcrgs, und am Abend ein geselliges Zusammensein im „Solmser Hof stattsinden. Die zahlreichen Anmeldungen bezeugen aufs neue die Anhänglichkeit der alten Pennäler an unser freundliches Städtchen. lg. Gedern, 4. Aug. Don feiten der Gemeindeverwaltung besteht die Absicht, den August markt (25. August), der in den letzten Jahren an feiner früheren Bedeutung eingebüht hatte, wieder in der alten Form aufleben zu lassen. Der genannte Markt war in früheren Jahren zweitägig und als einer der bedeutenderen Märkte der weiteren Umgebung sehr stark mit Dieh beschickt. Eine stattliche Reihe von Ver- kaufsstäiiden und -zelten umsäumte den größeren Teil der Hauptstraße unseres Ortes, unb ber Besucher aus nah und fern waren nicht wenige. Diele der Marktbesucher deckten einen großen Teil ihres Jahresbedarfs an Kleiderstoffen, Schuhen usw. Die Ernte war zum großen Teil eingebracht unb in Geld umgesetzt, so daß der landwirt- schafttreibende Teil der Bevölkerung einigermaßen übersehen konnte, bis zu welchem Grade er sich Anschaffungen erlauben durfte. Der zweite Tag des Marktes, der für die Jugend schulfrei war, trug den Charakter eines Volksfestes, an dem sich jung und alt beteiligte. Für dieses Jahr ist nur ein Markttag in Aussicht genommen. Als Marktplatz wird der Turnplatz dienen. In den sich hieran anschließenden Lokalitäten wird die Festwirtschaft untergebracht sein. Frühschoppenkonzert der Feuerwehrkapelle, Karussellbetrieb und Tanzbelustigung werden genügend Unterhaltung und Abwechslung bieten und dazu beitragen, daß auch die Jugend zu ihrem Rechte kommt. Möge es den Bemühungen der Gemeindeverwaltung gelingen, daß der Markt wieder an Volkstümlichkeit gewinnt und bald wieder seine einstige Bedeutung erreicht. — Das Ministerium des Innern hat für unsere Gemeinde einen Rindvieh- und Schweinemarkt genehmigt, ber alljährlich aus dem zwischen den 10. unb 15. Juni liegenden Dienstag fallen soll und erstmalig im nächsten Jahre stattfinden wird. Mit dem Markt soll eine Prämiierung von Simmentaler Vieh unb Vogelsberger Rotvieh mit Unterstützung ber Landwirtschaftskammer verbunden sein. Auch plant man die Veranstaltung einer Verlosung, falls diese bie Genehmigung ber Regierung findet. „ Rainrod, 3. Aug. Die Pächter ber Walbjagd auf ber rechten Riddaseite, vier Frankfurter Herren, haben, um ihrem Jagdbezirk näher zu sein und sich von dörflichen Quartieren unabhängig zu machen, eine Jagdhütte ynt Autogarage an dem sogenannten Mühlenkopf erbauen lassen. Aus steiler Höhe, in einem geschützten Waldwinkel gelegen, gewährt ber kleine, hübsche Holzbau mit seinem Binsenbach einen überaus freunblichen Anblick. E i ch e l s d o r s, 2. Aug. Der Be - zirkslehrerverein Schotten re Jain . e.te sich gestern hier zu einem botanischen Gang durch die Feldmark unb ben nahen Walb. Es wurden an 70 mehr ober weniger bekannte Pflanzen gesucht unb bestimmt, bie charakteristischen Merkmale erörtert und pflanzenheilkundliche Betrachtungen anaeschlossen. Unter ber Führung bes Lehrers W i ß n e r zu Ulfa, ber einer her besten Kenner unserer heimischen Tier- unb Pflanzenwelt ist, gestaltete sich der Gang zu tiefgründiger Veranschaulichung, zu innerem Erlebnis. Kreis Alsfeld. Os* Alsfeld, 2. Aug. Heute veranstaltete die hiesige Vereinigung ehemaliger 116er einen Gedenktag für ihre gefallenen Kameraden in Form eines Blumen tage s, helfen Erlös für das Denkmal der gefallenen 116er bestimmt ist, welches am 5. und 6. September in Gießen eingeweiht werden soll. Nach einem Marsche der Teilnehmer alter 116er und Angehöriger der Kriegsformationen des Regiments durch die Stadt fand auf dem Ludwigsplah ein Festakt statt. Die Begrüßungsansprache hielt Bürgermeister Dr. D o I s i n g, welcher die ehemaligen 116er aus ber Stabt und dem KreiS Alsfeld herzlich willkommen hieß unb dabei auf bie befonberen Beziehungen hinwies, welche von jeher zwischen Oberhessen unb dem Regiment 116 bestanden hätten. Die Musik spielte das Niederländische Dankgebet. Alsdann folgte die Festrede von Oberst a. D. Kö11schau, ber in tiesemp» funbenen Worten auf bie glanzvollen Leistungen be£ Regiments 116 unb seiner Kriegsformationen im Weltkrieg hinwies unb zur Pflege echt treuer Kameradschaft ohne Unterschied des Standes aufforderte. Seine Rede klang in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf das deutsche aud' kem das Deutschlandlied folgte. Gedächtnisfeier für bie Gefallenen der Stadt Alsfeld, die ursprünglich aus dem sricdhof vor der als Ehrenhalle für bie Gefallenen ausgestalteten Friedhosskapelle statt- fmden sollte, mußte infolge der Ungunst der Witterung in der Walpurgiskirche abgehalten werden, wobei der Kirchengesangverein mitwirkte. Dekan Dr. Unverzagt hielt eine die Herzen ber Zuhörer ergreifende Gedächtnisrede voll seiner Empfindung. Am Schluß der Feier legte der Vorsitzende bes Krieger- unb Deteranenvereins Msfcld, Herr Oberlandmesser Schabe, einen prachtvollen Kranz namens der beiden Alsfelder Militärvereine, sowie ber Freiwilligen Sanitätskolonne unb ber Ortsgruppe des Bundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen nieder. Um 4 Uhr fand bie stimmungsvolle Feier, bie leider durch den ununterbrochen niedergehenden Regen beeinträchtigt wurde, ihr Ende. Während des ganzen Tages fand durch junge Damen unb Mädchen in ber Stabt Verkauf von Blumen statt zugunsten des Denkmals für die gefallenen 116er. An bie Feier schloß sich eine kameradschaftliche Zusammenkunft- der ehemaligen 113er in deren Vereinslokal an, woselbst man noch einige Stunden in echter Kameradschaftlichkeit verbrachte. m. Elpenrod, 1. Aug. Der weit über bi« Grenzen unseres Hessenlandes bekannte Volks- rebner unb Vorkämpfer auf dem Gebiet ber Volksbildung, Lehrer Schmoll von hier, wird demnächst mit einer ganz neuen Art der Volksbildungsarbeit an bie Öffentlichkeit treten. Er hat sich eine große Originalgruppenbühne anfertigen lassen mit fast lebensgroßen Figuren. Cs wurden weder Mühe noch Kosten gescheut, um bem Volk etwas Gediegenes unb Originelles zu bieten hinsichtlich Ausstattung und Aufführung. Im Mittelpunkt ber Aufführungen wird das alte Puppenspiel von Doktor Fausts Leben. Wirken unb schrecklicher Höllenfahrt stehen, das Lieblingsstück des früheren Puppentheaters, das bekanntlich schon Lessing bearbeitet unb aus dessen Anregung auch Goethes Faust hervorgegangen ist. Noch andere Stücke, wie Gevatter Tod, ber Höllenrachen unb Doktor Eisenbart sind in Vorbereitung. Möge es ben Bemühungen des Herrn Schmoll gelingen, das Puppentheater, das bekanntlich nach dem Dreißigjährigen Krieg seine Blütezeit erlebte und sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten hat, wieder neu zu beleben und unser Volk wieder für dieses liebliche Spiel der vergangenen Jahrhunderte zu interessieren. Dann hat er ein gutes Stück Volks- bildungsarbeit geleistet. Kreis Lauterbach. !*! Lauterbach, 1. Aug. Die hiesige Vereinigung des Regiments 116 beschloß die Anschaf, fung einer Fahne. Die Weihe soll am 22. Aug. stattsinden zur Erinerung an die Feuertaufe des Regiments beiNeufchateau und Anloy in Belgien am 20. und 21. August 1914. $ ® n g e I r o b , 3. Aug. Die Gemeinde Engelrod hat zum Gedächtnis ihrer im Weltkriege gefallenen Sohne in unmittelbarer Nähe des Friedhofes eine Gedächtnis ka pelle gebaut, die am gestrigen Sonntage, ber 11jährigen Wiederkehr des 1. Mobilmachungstages, ein» geweiht wurde. Oberförster Eggers begrüßte die Festversammlung und Oberkirchenrat, Superintendent Wagner, Darmstadt, hielt bie Weiherede. Die Feier, die unter der ilngunft ber Witterung zu leiden hatte, wurde von Musikdarbietungen ber Ortslapelle unb von Gesangs- borträgen ber einheimischen Gesangvereine umrahmt. Starkenburg und Rheinhessen. ' D a r m st a b t, 2. Aug. Gestern sand die Besichtigung einer in der Nähe des Hauptbahnhofs errichteten Siedlung ber „Gemeinnützig gen Eisenbahner - Baugenossenschaft" durch Vertreter ber Reichsbahnbirektion Mainz, des hessischen Staates unb der Stadt Darmstadt statt. Die Siedlung, die ben Namen „Waldkolonie" führt, besteht aus 137 Wohnungen, die innerhalb 5 Jahren errichtet wurden. Sie ist im Jahre 1920 mit 57 Mitgliedern ins Leben getreten und zählt zur Zeit 613 Mitglieder. Die Häuser machen einen gefälligen Eindruck; bie Wohnungen sind bequem eingerichtet, mit Gas unb elektrischer Beleuchtung versehen, sowie mit einem Gartengrundstück. Ein besonderer Vorzug der Kolonie ist ihre Lage am Waldrand. Präsident Lochte von der Reichsbahnbirektion Mainz sprach seine Anerkennung über die Leistungen der Baugenossenschaft aus. * Darmstadt, 2. Aug. Eine ber historischen Trinkstätten Darmstadts, bie Weinwirts:ast „Bockshaut" ist jetzt neuzeitlich hergerichtet worden, jedoch unter Wahrung ihres historischen Charakters. Das Haus war ursprünglich das Pfarrhaus der Stadtkirche unb gelangte um bie Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz ber Gerberzunft; nach dem Zunftzeichen der Perber. ber Bockshaut, führt bas Haus heute noch seinen Namen. Eine Gedenktafel an ber Außenfront besagt, daß in diesem Haus der Literarhistoriker Gottfried Gervinus im Jahre 1805 geboren ist. * Darmstadt, 3. Aug. Heute nachmittag gegen 5 L'hr traf hier auf bem Hauptbahnhof ber Neuyortex Beethoven-Männer- chor in Stärke von ungefähr 160 Personen, darunter etwa 50 Damen, von Heidelberg tommenb hier ein. Am Bahnhof wurden sie von einem Empfangsausschuh begrüßt und sodann in großen Postautos nach bem Jagdschloß Kranich stein gebracht, wo in Vertretung des Grohherzogs- paars der Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz die Gäste empfing. Ain Abend fand ein Abendessen mit Konzert des städtischen Orchesters statt. Morgen werben die amerikanischen Gäste bie Sehenswürdigkeiten der Stabt besichtigen unb u. a. von ben vereinigten Männergesangvereinen vor dem Lanbesmuseum begrüßt und burch Gesangsvorträge erfreut werden Viele der Amerikaner stammen aus hessischen Familien. Am Mittwoch werden sie von hier aus bie Reise nach Mainz fortsetzen. — In Zwingenberg wurde ber Besenbinber Hauck von einem Automobil überfahren unb so schwer verletzt« be« '• tafl Kreises zu sicher denk»? 'M Hart hur der erspar«' bl. M hier "adl Langem tingelre«6^ her |o loM° man Den •’ beiten zu J rürfen m J Bahnhof 11 Seit W spd./ Präsiv' bafynbi i hat heute I angetreten. Frai kentert Povtbe KÄ A Teutonv- Sf M el wo statt «*?iT Wiia i“ jS !ra-9 einem bi"1 ct*L , aiqnhM trank, t konnte. Fra erschoß sehlungen Rrimirt machte ai seinem 2« "3n der junger 6 einen AI nehmlichk zu dieser 4 W sobald al Regierun! engere von Ortet tnnblidjem i[t baran, f. mann zu be ietial liefert shd. 3 brannte ihrem Hei, Ichine zwo einholen, an bas Q einen S)ai umfiel. Turn , 4m v SV9 a f/l|bs hx '"^etn» ^•tner (j || Schi ''"des i) n K um , He - Rr otomo Hub rüftei sportlichen bergrenne Krähberg gelegenen strecke, bi ^ahl ei Haarnadel Fahr, ^llen, jn hutfdjlünl fln diesen Wn, Re, Wt, za .r ,i Dnnur "^Getter un lNkie |t Kennen ge “{t con b, Mutim iur Lr fall. De« 'S Ständig (tagender ^%eweisfer AisSwi» IißA derlUifdtung unicwt- r&garette zu L/y in eLzganLz*, prakii (dterlXxidduu>pf, Seit 2 Min. 12> Sek. 2. U n Datum: Polizeiver* schen Truppe in ih dungvgebiel des 9ti in dem beträchtlichen Ausmaße von i ii ”«*>1 nolfe"' , hnhirtftiOR Banknoten. CIGMUTTENFABRIK CONSTANTIN 1. Heil' Un- Seit. 2 Min. 12,8 Sek. 2. Unaarn (Jung. Ho- i, Barta, Barany). Leit: 2 Mir, 16 Sek Xiagenfiaffel 4X50 Meter 1. Deutsch- land (Rademacher, Beneke. Fröhlich, Heinrich». :io Benito eine Landtonzession 3000 Hektar Freistilstaffel 4X200 Meter: Deutschland (Rademacher, «chubert, nann, Heinrichs Zeit: 10 Min. 3 Sek. 2. tarn (Gabortty, Bitzkey, Sigriß, Mgyar). 10 Min. 26,1 Sek. Die Ergebnisie des zweiten Tages: monay. , ... Freistilstaffel 4 X 100 Meter: 1. Deutschland (Fröhlich, Rademacher. Heil- Wirtschaft. Lin neues deutsches Kolonial- Unternehmen in WestasriKa. Bon zuverlässiger Seite erhält der deutsche Handelsdienst interessante Angaben über eine aussichtsreiche spanisch-deutsche Kolonial, Unternehmung, deren Führung in Deutschland die bekannten Ueberscehäuser Herz und Scha- beg und Pfeiffer & Co. in Berlin übernommen haben. Die spanische Regierung hat einer spani- nitcrbad). 2lug. Sie piefige Ber- 116 befälof) bie Anschas. Deihe soll am 22. ühj. i an die Feuertaufe bc» i und Anlot) in Belgien 11 . Aug. Die ©cmeinbi Gedächtnis ihrer im UM ! in unmittelbarer Abe dächtniskapelle m- Sonntage, der lliäfn obilmachimgstages, ai> rster Eggers begrub b Oberkirchenrat. 6uper> SarmftobL 6kl: bie öie unter ber Lngnntt ,atte, wurde von 'Siu'iG »die und von Gesangs- hen Gesangvereine um* WiuMn. während des Kreisturnfestes. 2kus dem 21mtsvcrküztdignngsblOtt. *♦ Dos Amtsoerkündigungsblatt Nr. 61 vom 31. Juli enthüll folgendes: Gebühren der Bauschätzer. — Augustmiete. — Das Entfer« nen der Misteln. — Straßensperre Grünberg— Beltershain und Steinbach—Lich. — Der Verkehr unfnfu, zahlreicher geworden, sowohl in bezug || auf Nennungen, wie auf die Teilnahme des sporl- i teressierten Publikums. Richt nur die Fahrer — Äerufs- und Herrenfahrer —, sondern die Auto- F/e Hessen Deutsche Gcrrb. Dollar-Snl. di». Doll -Scha»-»olrellng.'l *1« .................. 6*/e öotbmerHona..... Berlin ci HanbclSgcselllchaft. ffDHimc-i und Privat ^ant Darm ft. und ‘Jiarionalbaal ■ Deotichc Bank ..... Deutsche vereinSdaok .. 2)i«conio Commandii . .. Metallbank Mitteldeutsche kreditbank. . Dtflerrcidjtfdje Creduauftalt. Weftbank Bochumer (Satz .... BuderuS...... tato ... Dem»ch Luxemburg . . . . « Seltentrrchencr Bergwerke. . fcarpener Bergbau Äaluvcrft Aschersleben. . . . »altwrrk Wefterrgela. . . . . Hanra butte - « Lbertxöart . . . • Der Absatz des Deutschen Kali, shndikat» GmbH. im Juli 1925 betrug 956 034 Dz Reinkali (gegen 472 978 D-.. Reinkali im Juli 1924». Der Gesamt-bsay in den ersten lieben Monaten 1925 beträgt 8 292 702 Dz. Rein- lall gegen 3 748 048 Dz Reinkak in den ersten sieben Monaten 1924. Aua Geilem fand dir >r Mye des Hauptbahn« 'g der „®cmeinnu8i« r . Dau genas len- Staates und der ;ich[ung, die den ftima . errichtet lvE 6M » mit Lrllus Bergbau ..... Hamburg Amerika Paket. . « Morddemlcher Llovd . . . »Keramische Werke Albt» . . Zementwerk Heidelberg . . . Vdiltvv Hol;manu Sngio Loni 'Suao» ..... Badische Slnilüi (Cbemifdjt Mover Slavh» .. voidschmtdi . .. .. Cricsi etmer 6hctrou . • . « Höchster ^erbtoerte...... Hoijverkohiuuo ........ Wnigcrstucrft ....... LchcideauftaU ..... «llo ClckirUilLlS-SetellschUtt cupmann -JJrc.mf.-nftrotzte ..... Schocken Siemens 4 Halste ..... Adlernrerke Hiepa ..... Iaimtcr Motoren. •»*«.. HeyligenKaedt ■ . ..... Meguin- .... . . ... Motorenwerk Mannheim . Frankfurter flrmamren . . Konservenfabrik Brann . . . MetaNgeleUichaft Sroafhtet, Pei Union Schuhtabri.' H«z....... Sichel ......... HeQfioii Waldhos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel - . . zugcsogt. Sponisch-Muri hat nach allen vorliegenden, erstatteten Berichten einen außerordentlich reichen Bestand an Nadel- und Nutzhölzern sowie Oel- palmen. Es bietet ferner aus seinem fruchtbaren Urw ldboden die Möglichkeit zu tropischen Kulturen aller Art, wie Kakao, Baumwolle, Oelfrüchte, Tabak usw., sowie Gelegenheit zu gewinnbringendem Handel mit den (Eingeborenen. Die spanische Regierung hat aus Anregung der Konzessionäre darin eingewilligt, daß Deutsche sich an der Erschließung dieser wertvollen Konzession beteiligen können. Kündigungen der rheinischwestfälischen Industrie. H a m b o r n , 4. Aug Die Gewerkschaft Reu- mühle kündigte zum 18. Aug. dieses Jahres weiteren 70 Arbeitern. Wattenscheid. 4 Aug. Die Rheinischen Stahlwerke, beabsichtigen, zum 15. Aug. eine Verminderung der Belegschaft der Zeche Zentrum um zirka 600 Mann cintrcten zu lassen. Marl, 4 Aug. Die Zeche Brassert (Rheinisches Stahlwerk) sieht sich gezwungen, im Laufe deS August eine 20prozentige Einschränkung der bisherigen Förderung durchzusühcen und zu denr Zweck einen Abbau von 450 Arbeitskräften vorzunehmen. Hattingen, 4. Aug Die Gewerkschaft (Bereinigte Gibraltar-Erbstollen stellte den Antrag auf völlige Stillegung der Gruben zum 15 Aug Don der Stillegung werden 327 Mann cinschltehlich der Beamten betroffen. Gladbeck. 4. Aug. Rach Angabe der staatlichen Bergtnspektion sind infolge der Be- triebsernschrankungen bis Ende 3uni dieses Jahres 170 Mann von der Zeche Zweckel und 193 von der Zeche Schelven abgetehri Wan hofft, weitere Belegschaftsvermrnderungen, die aus inegcRunt 730 Mann feftgelegt wurden, bis Oktober dieses Jahres durchzuführen, indem der regelmäßige Abgang nicht mehr durch neue Annahmen ergänzt wird. Derliteer Bors«. (Eigener Drahtberrcht des ..Greßener Anzeigers".) Berlin, 4. Aug. Die 'Baisse-Panei bedält an ber Börse weiter die Oberhand Da die anhaltend gespannte Lage des Geldmärkte» da- Her- auetoin men von A k t i e n b e st ä n d e n ander Wirtschaft begünstigt, die an der Börte (eine Au'nahme finden besteht für die Spekulation willkommener Anlaß zu neuen Baisse- Engagement-. Nau reehnet in Borlentrei'en mit einer grundlegenden Aenderung der schwachen Tendenz erst etwa für den Herbst, so daß die ver- schicdentllch vorliegenden günstigen Rachrichten au» der Wirtschaft von heute ab nur für Spezialwerte au einer besseren Stimmung führten So blieb die bessere Lage am Metall- und Ma- schinenmarit. die in gewissem Umfange zu beobachten ist. wirkungslos. Die Kursabschläge waren gleich zu Beginn des Verkehrs stärker als sonst so daß die meisten Kurse einen neuen Tiefstand erreichten Am Geldmarkt ist die Rachsrage unverändert stark. Tägliches Geld erfordert 10 bis 11* '.. Prvz. Mvnats- geld nominell 10* - bis 12' Proz 3m Devisenverkehr war das Geschäft sehr still und verlies ohne jegliche Anregung Rennens- mc»t' Kursschwankungen traten nicht hervor. Die Reichsmark notierte in London 20L0'/., Amsterdam 59,22. Pari- 5,02. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 4- Aug. Es wurdet, notiert: Wetlerauer Wetzen, neue Ernte. 26 bis 26,75. Roggen, tnländ neue Ernte. 21,50 bis 21,75. Hafer, inländ. 20.50 bis 23,50 Maisgelb! 22 biS 22,25 Weizenmehl inländ. Spezial 0 38,50 bis 39.50 Roggenmehl 30 bi» 31, Weizenkleie 11,75 bis 12. Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Fest. Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurter Pferdemarkt. Der August-Pferdemarkt aus dem Gelände des Landwirtschaftlichen Bereinö war von rund 600 Tieren beschickt Das Geschäft war bis, zum Schluß rege. Es wurden bezahlt für gute belgische Pferde allerschwersten Schlages 2000 brs 2500 Ml., für gute schwere Pferde 1500 bis 2000. für gute mittelschwere §tere 1000 bis 1200, für gute Arbeitspferde 500 bis 300 Mk., für ältere minderwertige Tiere 300 bis 500 Mk. Die zugetriebeneiH Schlachtpferde wurden zu guten Preisen flott verlauft. Der Besuch von Interessenten und Landwirten aus der näheren und weiteren Umgebung war recht lebhaft. Der Markt wurde nahezu ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Aug. Der Produktenmarkt war im Einklang mit höheren Auslandnotierungen fester. Die Umsätze hielten sich in engen Grenzen. Auch inländisches Material war weniger angeboten. Roggen ruhig, Gerste und Futterartikel unverändert. Cs notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 246 bis 248, Weizen (September) 255,50 bis 256. Weizen (Oktober) 258, Roggen (märk.) 184 bis 190, Roggen (September) 200,50, Roggen (Oktober) 206,50, Wintergerste (neue) 187 bis 195, Hafer (September) 191,50, Hafer (Oktober) 198, Mais (La Plata, loko Berlin) 213 bis 215, Raps 350 bis 360; pro Doppelzentner: Weizenmehl 33 bis 35. Roggenmehl 26,50 bis 28,50, Weizenkleie 13,90 bis 14, Roggenkleie 13,80, Viktoriaerbfen 27 bis 34, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 11,75 bis 13,25, Lupinen (gelb) 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,80, Leinkuchen 23,60 bis 23,80, Trockenschnitzel 12,20 bis 12,40, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 26 bis 26,30, Zucker 22,40 bis 22,60. KW AR KbL I iKK'r, auf *n ex LW- feW"» der ■ der und % txi nbMkr ” ä tia&- send hl Nt der Stabt ö jUnfl» des tot e Feier schloß r^r du * •«ÄUfS ) neuen Art ÄS? ^^"ichkeit treten, tzr hat ’S* Figur«? gescheut, uni J? unb Originell« iu öttung und Aufführung. M uhrungen wird da, Fausts Leb«. Höllenfahrt stehen, das en Puppentheatern, das 'earbeitet und aus dessen Faust hervorgegangen wie Gevatter Tob ber Eisenbart sind in A» Bemühungen des cherrn pudpentheater, ba^ be- KigWigen Krieg feine ch bis znm Änfang d« len Hai, wieder neu ju f Wieder für dieser lieb- ngenen Jahrhunderte ju er ein gutes Stück DM- Brüt 4.196 19,30 5,48 40,4» 20 07 169,17 15.53 74,84 50,47 VS 60.75 11.455 5,87 Heute, 8 Uhr abends 74Uc CAP6 ERNST LUDWIG GraB. Militär-Streichkonzert »h DnMctzc IRctaCautette »le Demlcht 8ield)6an(V QjDinÖL, d ’U *1 Turnen, Sport und Spiel. 5rrähbcrqre«nen des Hessischen Änlomobilklubs. — Krähbergrennen des Hessischen Ä u t o m obilklu b ». Der Hessische Automobil- Klub rüstet zu seiner schönsten und bedeutsantsten iportlidjen Veranstaltung des Jahres, dem Kräh- ifrgrenncn bei Hetzbach im Odenwald. Dieses krähbergrennen auf der landschaftlich wundervoll gelegenen, an schwierigen Prüfungen reichen Renn- ffnecke, die aus 4,5 Kilometer Länge eine große Anzahl einfacher und doppelter 8-, Spitzen- und Haarnadelkurven aufmeift, die an die Sicherheit uon Fahrer und Fahrzeug höchste Anforderungen Wellen, zählt heute zu den klassischen Rennen -Deutschlands. Von Jahr zu Jahr ist die Teilnahme an diesen Konkurrenzen, die jedesmal Totiren- nagen, Rennwagen und Motorräder aller Stärken ordnung zur Sicherung während des Kreisturnfestes. — Sprechstunden des Landesbildungsamts. — Backordnung der Gemeinde Harbach. — Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizeioerordnungen der Gemeinden Ober- Bessingen, Qucdborn und Reiskirchen. Briefkasten der Redaktion. (Dechtsg'.irachten find ohne Verbindlichkeit bei Redaktion.) R. R. Wo sind die Schwalben? Seit dem letzten starken Sturm vor etwa acht Tagen sind keine Schwalben mehr zu sehen. — Rach zuverlässigen Rachrichten unseres ornithologiscyet, Mitarbeiters haben sich die Gießener Schwalben auf der Wasserkuppe in der Rhön versammelt, wo sie Segelflugübun- g e n veranstalten. Industrie selbst Hot ein starkes Interesse an diesen kennen gewonnen, das auch in diesem Jahre ww- ier von der Kartellsportkommissian zur Regelung iter Automobilwettbewcrbe genehmigt und der In- i i-strie zur Reklame freigegeben wurde. Das Kräh- 1 rgrennen ist ein nationaler Wettbewerb und als ' Kcher offen für alle Mitglieder des A. D. D., feier deutschen Kartellklubs, des A. D. A. C. und des ' M. L. Es findet am 5. und 6. September d. I. !att. Deutschland schlägt Ungarn im Lchtvimmläudcrkampf. Am Samstag und Sonntag wurde in M a g d e- :i r g auf der Kampfbahn des ^rchwinnnsport- inbs Hellas (Magdeburg) der dritte Länderkampf usgeiragen. Deutschland wie Ungc/n waren mit . en besten Leuten vertreten.. Ber/es (Darmstadt), itner (Dremeni und Dahlem (Breslau) wurden Jtgcn_ llcbcrtrctung sportlicher Vorschriften von cni Schwimmwart des Deutschen Schwimmoer- andes von der Teilnahme ausgeschlossen und iußten noch am Samstag abreisen. Die übrige eulsche Mannschaft zeigte sich auch noch stark ge- ug, um einen schönen Sieg gegen die Ungarn erauszuholen. Die Ergebnisie des ersten Tages: Freistil st afsel 4 X60 Meter: 1. Un. arn (Bitzkey, Sigriß, Gabortty, Barany). Zeit: Min. 56,1 Sek. 2. Deutschland (Heinrich, »iademacher, Ohlrogge, Fröhlich). Zeit: 1 Min. >7,5 Set. StenMurtet Adenddörle 3 r a n f 1 u rt a. M . 4. Aug. Der Verkehr an der heutigen Adenddörfe ist insofern al» et was gebessert zu bezeichnen, al- das Angebot nicht mehr so stark zum Ausdruck kam. Obwohl, aber nur ganz vereinzelt, leichte Besserungen zustande kamen, ist die Tendenz aber immer noch als schwach anzusprechen. Das Geschäft blieb weiter lustlos und ohne jede Anregung. Am Montanmarkt konnten lich Phöntr auf dem niedrigsten Stande der Aachbörse halten, während alle andern Werte weiter nachgaben. Von Äahtnerten bleiben Aschersleben behauptet. Am Ehemiemarkt zeigten Badische Anilin eine gute Besserung Don Bankaktien gaben Berliner Handelsgesellschaft 0.75 nach, auch Discontogesellfchatt und Reichsbankanteile bröckelten weiter ab. Am Anleihemarkt waren Reichsanleihen weiter rüdgäng .g 0.2021 . und schlossen zu 0.205 Geld 0,207’ Bries. Die Abendbörse schloß bei lustlosem Geschäft und schwacher Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,202’ .. 4proz Schutzgebletsanlethe 2,900. 31 .proz. Preust Konsols 0,230. ausländische Renten. Ungarische Goldrente 8.12. Bank- ahien: Berliner Handelsgesellschaft 127.50, (Som- merzbank 94,25, Deutsche Bank 114, Disconto- aeselllchaft 103.75. Dresdner Bank 100. Mittel- teuttche 94. Reichsbank 120, Oesterreichische Are- tntattien 7.37. Montanaktien: Gelsenkirchen 46,50, Harpener 89. Mannesmann 58, ManSfelder 51, Otavi-Minen 27.50. Phönix 65,50, Rheinstahl 49 50. Kali Afcherslebcn 121. Chemieaktien: Badische Anilin 118.35. Elberfelder Farben 111, Höchster färben 111.12. Industrie.tttlcn AEG 92 Adler Kley er 50,50. Dycker Hofs und Widmann 32,50. Elektrisch Licht und Kraft 88, Philipp Holzmann 56,25. Siemens & Halske 70, Frankenthaler Zucker 63, Heilbronner Zucker 54,75. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.)______________ daß er im Krankenhaus te Bensheim g e ft o r - btn ist Hessen-Nassau. U Marburg. 3. Aug Die Reihe der ftu- dentifchen Stiftungsfeste schließt die Hundert- lahrfeier des Korps Teutonia, die «estern n.it einer kirchlichen Feier in der »lifa- dethlirche und einem Festakt in der Aula der Uni- >crfiiäl begann. 3n den Abendstunden zog ein prunkvoller Feftzug, in dem Hunderte ehemaliger Teutonen au6 ganz Deutschland vertreten waren, "urch die Straßen der Stadt nach den Stadtsälen, no sich ein Festkommers anschloß Heute früh aiib auf der sagenumwobene>, Ketzerbach log. ^uchsfchokolade mittags Festmahl in den Stabt- dien und anschließend Gartenfest im Korpsheim iatt. Sine Marburger Füßchenpartie wird norgen den Sch'uß machen. Daß der Fahnen- chmuck in der Stadt den Teutonenfarben Rech- iung trägt und der 5d>öan vor der Schwan- rpotheke über Rächt wieder lein weißes Kleid mit itnem himmelblauen vertauscht hat. sei ebenfalls «rwähpt. XX Biedenkopf, 1. Aug. Der Kreis - :ag hat in seiner jüngsten Sitzung als Beihilfe des drei (es zu den Baukosten landwirtschaft- vicher Schulen in Gladenbach und Biest e n k o p f >e 10 0ier nach G u ft e r n h a t n ist bis zur Station angenaubach gediehen. Die in jüngster Zeit •dngetretenen Schwierigkeiten, hauptjächlich wegen > cr Finanzierung, lassen die Weiterarbeit nicht |o laufen, wie es wünschenswert wäre. Bislang hat man den Teil der Strecke soweit vollendet, der am «testen zu durchqueren war. Nunmehr treten Berg- ■ürfen in den Weg, die die Arbeit erschweren. Am Äahnhof ist die Unterführung bereits seit längerer Zeit sertiggestellt. spd Frankfurt a. M. 4 Aug. Der neue Präsident der Frankfurter Eisen- »ahnbirektion. Dr. Roser auS Berlin, tat heute sein Amt als Rachfolger von Dr. Stapf) engetreten. Frankfurt a. M. 4. Aug. Heute abend ■ enterte oberhalb der Wilhelmsbrucke ein d o t bei dem Versuch, es an einen Schleppzug «nzuhängen Der Schüler Erich Kreis ertrank, während sich der andere Insasse retten tonnte. Frankfurt a. M., 3. Aug. Samstag erschoß sich vermutlich wegen dienstlicher Ver- ßkhlungen ein im Polizeipräsidium beschäftigter Kriminalbeamter, am gleichen Tage machte auch ein junger Schutzpolizeibeamter Itinem Leben durch Erschießen ein Ende. In der Hohenstausenstraße erschoß sich ein lunger Schüler, nachdem er seiner Mutter »inen Abschiedsbries geschrieben hatte, ilnan- »«hmlichkeiten in der Schule sollen der Grund AU dieser Tat gewesen fein. 4 Wiesbaden, 1. Aug. Es ist beabsichtigt, ffsbald als möglich in mehreren Landkreisen des 'Regierungsbezirks Wiesbaden ein A r ch i o f ü r d i e engere Heimat zu errichten, das den Verfassern ton Ortschroniken und den Forschern auf volks- 1 indlichem Gebiet jederzeit zugänglich ist. Gedacht t fi daran, für fast jeden nassauischen Ort einen Ob- nann zu bestellen, der dem Archiv das nötige Material liefert. fpd. Zollhaus, 4. Aug. Montag früh brannte eine Lokomotive des Frühzuges ihrem Heizer durch. Der Mann lief der Maschine zwar nach, konnte sie aber nicht mehr einholen. So fuhr das Vehikel führerlos bis an bas Ende der Gleise und rannte hier auf einen Hause Steine, so daß es entgleiste und umfiel. QeQ> 4.176 11,20 95,01 Ä.V0 19,97 iti.n 16,45 74,4*1 49.17 412.42 81 6T 60.45 11.395 Berttu, 4. Huguft ÄincrltelnNchr SRotte . , » , , FdgtfAr Noten ...♦•»* laniftfic Noten . EaglisLc Noten. Rrcnröh*»n« S*tu6. Rur» sch-'uz» Millaj bitte 1. 8. 4 8. 3.8. 4.8 Ö.?225 0.2025 023 0.215 — 1 0 3 1.2925 0,28 0.2? 6 0.24 0 255 0.24 0,30 0 375 0.43 0.385 0.13 0.13 0.145 0,145 0,24 1,2525 0,22 — —■ 0.29 0.29 oo 0,22 — 0.22 0,22 0.24 0.22 89.7.» h'9.75 91.75 91,75 84.3.5 91,5 94,5 94.60 1 fi.G 1.40 6,40 6.5 | 31,5 31,75 — 34 129 127,75 129,13 128 94.75 ’M 2.) 95 95 114 118.5 114.50 112.5 11b 114 116 114.5 105 103.75 105 104.5 »i 78.5 — — 95 94 95 94 7.6 7.40 7,62 7.4 0.07 0.07 0.1 0,1 — — 62.5 — 45 44.25 42.5 35 39 38 60 58 60.75 57.90 M 46 5 50,50 99 4K 99 89 93 «4 12.1 121 124,75 122. 139 130 20.90 19.9 3S 32.5 38.5 33 47 40 43 41 70,60 65.50 74,10 68,25 57,75 49.5 54 61.75 72 66 71 68.5 52 50 — 49.5 48.5 50,25 48,75 51,25 47,25 50,75 48,50 68.75 67.50 _ 57,5 56,25 58,25 55,5 — — 91 90.1 122,13 118.4 122.25 119,25 — 0.4 w 7 >.2) 70 50 75 >2.1 113.25 111,62 113.5 111.90 113,50 111,13 114 112 5,.‘O 5 — - 65,75 65 37 64.75 97 95,1 — — 94,75 92 95.1 93.1 70.25 '8 71 68,75 S3.75 82,75 — — 54 56.5 ‘4,13 74 70 73,25 70,75 54 50.5 55 52,5 46 42 46,13 41 35 35 — 45 44 42 40 — 60 60 — 0.4.>5 — — 0 75 0,75 — 100 98 — 70 69 69.5 67.75 36.5 — 33,25 39 20 21,25 20 19 9,30 9 9,25 8,9 66 63 — — 59,75 58 to 95 Brnft-'iMDK. 168.54 168.96 168,79 169,21 vueii -Slicet 1.689 1,693 1.690 1.694 Brsi.lnNv 10 305 19.345 10,23 19,27 Chriftignta - Liopenbagcn 76,30 <4,63 76,51) 94.87 76,65 95,13 76,85 95.37 Siockholm . 112.78 113,06 112,78 113.06 fctlitnflforä 10.575 10,617 10,577 10.617 Italien • . - 15.32 15.36 15,; 8 London. • 'Jteu uorf . . 10,374 41,426 40,426 4.195 4,205 4.195 4,20.5 Paris. . . . 19,90 19,94 19.895 19.93.5 €cb rvtü . . 61 47 81,67 81,48 61,68 epa'iitn - 60.6? 60,70 60,6.) 60.81 Japan - . Silo de Jan 1.78? ) 493 1,751 1.495 1,727 0.494 1,731 0.496 Vien in T - Ceft. abgeft- >9,067 59,207 59,07 59,21 Prag ... 12.427 12.467 12,43 12,47 velzrad • . Dudapeft. . 7,60 »,89 7,62 1,91 7,62 6,907 Bulgarien 3.03 3.04 3.03 3.04 Lissabon « 775 .0.825 20,775 20,82.5 Tan,ig. . ■ «oonanna. 80.90 11,10 81.05 2.36 2,37 2,39 Scdeo. . 6.69 6.71 5.69 6.71 Lichtspielhaus Heute letzter Tags „Fridericus Rex“, 3, und 4. Teil Morgen Premiere! Der letzte Mann morgen Premiere! Einige Kritiken über den größten deutschen Film: Berliner Morgenpost .....Das Werk, an dem Dichter, Regisseur, Hauptdarsteller und Photograph gleich großen Anteil haben, bedeutet einen ungeheueren Fortschritt auf dem Gebiete der Filmkunst... „Der Tag“ Berlin. ......Der letzte Mann“ gehört ohne Zweifel zu den Ausnahmen, er gehört zu den Filmen, denen das Auge sich von Anfang bis zum Ende mit Genuß widmet..... Vossische Zeitung. .....Mayer, Murn au, Jannings im Zusammenwirken, das bedeutet eine Leistung, wert, rund um die Erde zu wandern...... Deutsche Allgemeine Zeitung. .....Daß ein solcher Film ein Riesengeschäft werden muß, liegt auf der Hand..... Frankfurter Zeitung. ... Diesen Film muß man sehen! Trotz der hohen Anschaffungskosten keine erhöhten Eintrittspreise! DER LETZE MANN UFA-FILM »AKTE VON CARL MEV EP REGIE: EWMURNAU ’N der Hauptrolle: EMlLJÄNNlNGt The Times, London. .......Sowohl vom menschlichen wie vom künstlerischen Standpunkt eine der feinsten Produktionen, die je gezeigt wurden ...... Jannings als Darsteller des Hauptcharakters ist vollkommen. Die Nebenfiguren sind hervorragend. Es ist eine der bestausgeglichenen Darst ellerzusamm enstellungen, die es je gegeben hat. Die Regie ist durch nichts zu überbieten, was amerikanische Regisseure bis jetzt gezeigt haben. Die Photographie und Bauten sind in keiner Weise futuristisch, das ist alles echter Realismus. Ein glänzendes Werk. The Morning Telegraph, Neuyork. .......Dieser Film wird in den Annalen der Geschichte aufgezeichnet werden als einer der größten Filme der Dekade. Es ist ein Werk, das wie noch kein anderer - Film seit Jahren durch persönliche Empfehlung von Mund zu Mund zum Erfolge kommen wird. Wegen des zu erwartenden großen Andranges in den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. In den Astoria-Lichtspielens Chin-Chln-Chaw, der unersättliche Räuber die 40 Räuber Ein orientalisches Ausstattung^ und Abenteuererspiel in 6 Akten. 7420c Fräulein Fob. Roman von Anders E j e. 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Sie können gewiß nicht mehr verblüfft sein, als ich selbst es war, da Fob mir dieser Tag« die Tragödie ihrer Ehe enthüllte. Ich hatte ja tatsächlich früher nicht ein i-Pünktchen mehr gewußt als Sie. 3d) sah nur, daß etwas nicht in Ordnung war. ilnö um das zu erkennen, brauchte man kein Sherlok Holmes zu sein. Aber sobald Fob ihre hartnäckige Verschlossenheit endlich aufgegeben hatte und sich mir an- vertraute, sah ich, wie ich der armen, kleinen Fob auch sofort sagte, daß hier mit Thränen und Wehklagen nicht zu helfen war, hier muhte gehandelt werden, sofort und auf allen Seiten. Ich habe die ganze Zeit — auch als meine Pläne noch ziemlich in der Luft hingen, — mit Ihnen als einem Verbündeten gerechnet." „Das war sehr vernünftig von 3hnen. Hiermit erklären wir also feierlich, miteinander ein Bündnis zum Angriff zu schließen." „Was Ihren Plan betrifft," fuhr Milltorp fort, „so billige ich ihn natürlich. Das Moment eins — Frau Fellips von hier wegzubringen, — dürfte, soweit ich beurteilen kann, auf die geringsten Schwierigkeiten stoßen." „Die Ausführung kann schwer genug werden, denn der Vankdirektor hat eine gute Witterung. Wir dürfen es nicht darauf ankommen lassen, daß er von der ganzen Sache etwas ahnt, ilnö er wird auch nicht unterlassen, sein Schloß mit den nötigen Schildwachen zu umgeben." „Also gilt cs, ihm und seiner Witterung zuvorzukommen. Oder im schlimmsten Fall soviel als möglich seine Wachtposten unschädlich zu machen. Llebrigens ist nicht gesagt, daß die Haiduken ihrei- Herrn allzu heiß lieben. Aber dies unglückselige Papier ....." Rachdezn die Verbündeten ihren Plan noch eingehend erörtert hatten, kletterten sie von ihrem hochgelegen Posten herab, und Milltorp begleitete Gabby durch den Wald. „Ich habe Ihnen noch nicht erzählt, daß ich Frau Fellips einmal getroffen habe, einmal vor langer Zeit, da sowohl ihre Ehe wie meine Ansässigkeit hier noch in den Sternen geschrieben stand. Cs war eine Rächt in der Hauptstadt, die ich aus mehr als einem Grunde nicht vergessen werde. Ich nehme an, daß sie 3hnen von dem Souper mit Herrn Fellips im Hotel Savoy erzählt hat, — jenem Souper, das aus gewissen Ursachen, die auf seiner Seite lagen, auf ganz dramatische Weise beendet wurde." Gabby nickte. „Well, das war ich, der das Vergnügen hatte, sie aus der — wie soll ich nur sagen? — peinlichen Situation zu befreien." „Was?! Das waren Sie? Das hat mir Fob gar nicht erzählt." „Aus dem einfachen Grunde, weil sie mich nicht wiedererkannt hat. And das ist erklärlich. Sie hatte ja in jenen Augenblicken an ganz etwas anderes zu denken. Ich aber erkannte sie wohl wieder. Die wenigen Sekunden hatte ich ja Gelegenheit, sie ordentlich anzusehen, Sie verstehen..... Obwohl ich in jener Rächt nicht daran dachte, sie je wieder zu sehen. Ich bin gewiß kein sentimentaler Mensch, wie Sie vielleicht gemerkt haben werden, aber ich kann Ihnen sagen, daß id) in jener Rächt ganz verzweifelt war. Als ich aus dem Hotel herauskam, stand ich knapp am Abgrund, so wie es nur einem ganz ruinierten Menschen geschehen kann. Die näheren älm- stände können Sie nicht interessieren, kurz und gut: ich besaß nicht so viel wie ein einziges Stück der kleinsten Kupfermünze des Staates. Aber wie Sie lehen, überlebte ich es. Ich toi dasselbe wie so viele andere in meiner Lage: es glückte mir, nach Amerika hinüber zu kommen. Dort wurde ich ordentlich hin und her geworfen. Die alte Geschichte, sie gleicht der von tausend anderen auf ein Haar. Der Llnterschied ist nur der, daß ich durchkam. Mnb gelingt einem dies, so hat man genug gelernt. Ich war dort drüben schon sehr anspruchslos geworden, aber — seither hatte ich Glück, das ist alles." „Ich nehme an, daß Sie nur aus Bescheidenheit so reden. Denn die Erfahrungen der elenden Iahre, von denen Sie sprachen, sind doch wohl nicht ganz ohne Bedeutung?" „Das kann schon sein. — Ietzt sind wir aber wirklich schon bald beim verwunschenen Schloß, und ich rede immer nur von mir selbst. Sagen' Sie nur, Fräulein Dulcroft, — glauben Sie, daß uns Geld irgendwie nützen kann?" „Ohne Zweifel. Das Geld war noch in jedem Krieg ein mächtiger Bundesgenosse." „Wir haben darüber gerade gestern gesprochen, Frau Fellips und ich ....." Gabby, mit erhobenem Zeigefinger: ,,©ooo?! Sie haben Tete-a-Tetes mit Fob, von denen ich nichts weih?" „Ich' dachte wirklich, sie hätte Ihnen davon erzählt. Im übrigen war nicht viel darüber zu erzählen. So, jetzt sind wir aber hier, und es ist wohl nicht gut, wenn wir den Mächten unsere Allianz allzu offen zeigen. Also: ich und all das Meine stehen der heiligen Liga zur Verfügung. Id) brauche Sie nicht zu bitten, recht bald von sich hören zu lassen." Sie trennten sich vor dem Gitter von War- mingc. Gabby hatte mit Absicht den mehr geschützten Weg zum Parkeingang gewählt, statt des gewöhnlichen, der zum großen Tor führte. Als Gabby schon ein Stück drin im Park war, hörte sie Stimmen. Eine davon klang ein wenig erregt. Sie blieb stehen und lauschte, eigentlich gegen ihren Willen. Ietzt erkannte sie die Stimmen. Es waren Kehler und Bern. Sie hörte Keyler sagen: „Mag sein, Sie sind ein ganz gewöhnlicher Hausknecht. Aber nicht einmal ein Hausknecht gibt sich zu allem her." Bern unterbrach ihn: „Sie kennen meine Stellung....." „Cs gibt also gar nichts, das Sie nicht auf Befehl von ihm tun würden?" „Hm, — id) habe gelernt, zu gehorchen." „Die ausgesprochene Kreatur!" Bern versuchte, in seine Stimme einen drohenden Ton zu legen. „Rehmen Sie sich in acht, Keyler!" „Ich mich in acht nehmen? Vor Ihnen? — Aber es ist ja ganz unnütz, davon weiter zu reden. Sagen Sie mir lieber, wem Ihr Auftrag diesmal gilt?" „Das ist zu gewagt." „Gilt er — Fräulein Dulcroft?" Gabby wurde starr vor Staunen. „Run," Keylers Stimme sank zu einem Flüstern herab, „wenn ich Sie auf irgendeine Weise für das Risiko schadlos halten würde? Cs ist nicht gar so groß, versichere ich Sie!" Hier wurde das Gespräch von Der Stimme Fellips' unterbrochen, die auf einmal vernehmbar wurde: „Bern, Hallo, Bern!" Gabby beeilte sich, zu verschwinden. Mit De^ friedigung hatte sie erfahren, daß Kehler doch nicht, wie sic gedacht hatte, Fellips' willfähriger Sklave irar. Vielleicht konnte man den ersten Streich schon heute wagen? Sie beschloß auf alle Fälle, eine Zusammenkunft mit Kehler zu arrangieren, ein Beschluß, den er ihr erleichterte, indem er nach 6cm1 Mittagessen selbst einen Spaziergang vorschlug. Gabbh wählte ein besonders verführerisches Kleid und dachte, so rasch wie möglich hinauszu« schleichen, um nicht im letzten Augenblick noch aufgehalten zu werden. Auf der Veranda wechselte sie einige Worte mit Fob. Gabbh sah erfreut, daß Fob wieder aufzuleben schien, und machte eine Bemerkung darüber. Fob lächelte: „3st irgendeine Veränderung eingetreten, so bist du die Schuld, Gabby." Rein, dachte Gabbh, das bin nicht ich, sondern ein gewisser Herr, der Vogelnester baut. Sie hatte mit Keyler verabredet, sich mit ihm in einem kleinen Crlenhain ain Mver zu treffen, und hatte diesen Platz ganz und gar aus taf4 tischen Gründen gewählt. Auf dem steilen und steinigen Weg dorthin pflegte man niemals jemandem zu begegnen. Einige Schritte außerhalb' des Parkgitters hörte sie jemanden hinter sich kommen. Zum Kuckuck, — es war Fellips! „ Fräulein Gabbh lieben gewiß, einsam zu gehen und unter hohen Bäumen zu philosophieren, so wie Riehsche und andere große! Denker." „O ja, wenn auch meine Gründe nicht so hoch sind, wie jene Nietzsches." „Darf ich dann vielleicht fragen, ob meine Anwesenheit das Vergnügen dieses Spazierganges allzusehr trüben würde?" (Fortsetzung folgt.) - Von der Reise zurück Dr. Weyl Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenleiden. 7416D Betr.: Konkurs über das Vermögen des des Schneiders Lucian Becht in Gießen, Brandgasse 5. Beschluß. Auf Antrag des Kaufmanns Ferdinand Freudenstein in Frankfurt a. M. für sich und als Vertreter für mehr als fünf Gläubiger, deren Forderung nach der Schätzung des Gerichts den fünften Teil der Schuldenmasse erreicht, wird eine Glau big er Versammlung auf Mittwoch, den 12. August 1925, vormittags 10 Llhr, Saal Dr. 101 einberufen. Gegenstand der Beschlußfassung: 1. Beschleunigte Verwertung Der Warenvorräte. 2. Wahl eines Gläubigerausschusses. 3. Beratung über Die Form Der auszuschüttenden Masse. Dießen, den 24. Juli 1925. 7423c Hessisches Amtsgericht. CARL STÜCKRA TH Asterweg47g^Ti^AsIt^g Öbclfclbrik Steinstr. 56, 58 u. 60 Guter Schlaf ist d. beste Heilmittel. Metallbetten f. Groß u. Klein, mit od. ohne Zubehör.Stahluiatr. a. Private. Beaueme Beding. Kat. 31N fr. 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