Khend. 5i Irii>une- L? 'er Te!elllch7 ,ei,t uns j0[, Nordpol (w benn ^affenbt. ' -ÖOr wenigs V"! "Mbit, ■ftt •äs e' einen geroal. eben- ber bem. ien wird. Gnerflie und ? °°rl oben gt. "Elches an sich ud) wir ben An, inkrer Techniker ’Pielroum harr! 5633a :üge AK so 2.25 ™ 8.90 its vor dm ick in Dor- unb Prämien diesem Jahre «v gwerb mit der An- rn n. Salto5 e Blumen |i jurijben®^- nbebesUnter ibergewegld. rtspie'6 ^oo"t«e [indes ischa ■RAnBode*1 ie^5 Ferner- ty . tdem6|üc lv: Sin '"5- Sreitag, 5. Juni <925 115. Jahrgang Ur. 129 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die lagesnummer ois zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichireit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorfchrist 20* e Auf- fchlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, fömtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Zonn. und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätler Heimat im Bild. Monatr-Vezuarpreis: 2Goldmark a. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nspre ch.Anschlüsse: Dchriftleitung 112, Vertag undGeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: $ranffurt a. M. 11685. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vruhl'sche Universilätr-Vuch- und Lteindruderei H. Lange in Siehen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Der Zall Himmelsbach öor dem llntersuchungsausschuh. (Don unserer Darmstädter Redaktion- Darmstadt. 4. Juni. Der parlamentarische Ausschuß des Hessischen Landtags zur Untersuchung i des Falles Himmelsbach tagte am Donnerstaavor- | mittag im ehemaligen Sitzungssaal der Ersten Ham* rner im Landtagsgebäude. Außer den dem Ausschuß I ongehörenden Abgeordneten aller Parteien waren als Zeugen der Minister für Arbeit und Wirt- l schalt Raab sowie Oberregierungsrat Pennrich I erschienen. Ferner waren als Zeugen einige höhere Forstbeamte anwesend. Die Firma Himmels- doch war vertreten durch Dr. h. c. Hermann ! f)l m m c l s b a d), Joses Himmelsbach, den Prokuristen des Binger (Gaulsheimer) Werkes ' Äjoerne und durch einen juristischen Beirat. Die Verhandlungen werden voraussichtlich mehrere Tage dauern. Den Vorsitz im Ausschuß führt der Zentrums- abgeordncte Schul. Er gab die Versicherung ab, ; daß der Ausschuß streng sachlich verhandeln werde. Minister Henrich hat sein Fernbleiben von der Sitzung entschuldigt: er werde aber morgen erscheinen. Die ihm unterstellten Beamten seien an- qswiesen, alle Auskünfte zu erteilen. Auch Minister 5 von Brentano ist ausgeblieben: er erklärt sich : aber bereit, in der, nächsten Woche seine Aussagen zu machen. Abgeordneter Schreiber schilderte als Be- |k nchterstatter die Verhältnisse, die zu den Beschuldi- ■ aungen gegen die Firma Himmelsbach geführt haben, ‘er bekanntlich oorgeworfen wird, daß sie Holz- Miüllungen unter besonderen Uin stän - : den zum Schaden des Deutschen Reichs i (du d) Hessens) während der Zeit des p o f H o e n Wider ft andes vorgenommen : hat. In Hessen find rund 84 000 Festmcter Holz ge- ! schlagen worden. Die Holzfällungen fanden im Jahre i 1923 statt. Im wesentlichen dreht es sich bei den ; lammenden Verhandlungen darum, daß die Firma Himmelsbach vor der Vornahme der Holzschläge sich mit der hessischen Regierung in Verbindung gesetzt hatte. L» ist nun die Frage, ab die hessische Regierung von den Verträgen der Firma hlmmels- bach mit der Besatzungsbehörde Kenntnis hatte und welche Stellung sie zu der Angelegenheit überhaupt einnaytu. Ls wird behauptet, daß der inzwischen verstorbene hessische Oberforstrat Kallenbach die Zustimmung zu den holzfchlägcn gegeben habe. Hierauf wurde in die Vernehmung des Ministers Raab eingetreten. Dieser erklärte, laß er von der sog. Affäre Himmelsbach erst im letzten Winter gehört habe, als verschiedene andere । polzfirrnen sich über die Firma Himmelsbach be» | flogt hätten, die ein förmliches Monopol j für den Holzhandel i m besetzten Ge- i biet erlangt hätte. Er habe dann die Angelegen- 1 beit dem Gesamtministerium vorgetragen. Im Der- l laufe ber späteren Verhandlungen habe die Firma i eine Art Ehrenerklärung verlangt: der Firma wäre lebod) mitgeteilt worden, die hessische Regierung werde sich in der Frage der Holzfällungen analog ber Reichsregierung verhalten. Bemerkenswert war die weitere Erklärung des Ministers, daß Ober- : forftrat Kallenbach einem Vertreter der Firma St habe, wenn ihr Schwierigkeiten erwachsen en wegen der 9Beiterbefd)äftigung der Arbeiter, ja würde man ihre Handlungen später mit ent- 1 ? sprechender Nachsicht beurteilen. Eine vom Vertreter der Firma verlangte schriftliche Erklärung hierüber fei nicht abgegeben worden. Die Regie- rung habe es abgelcgnt, von der Verträgen der Firma mit der 'Besatzungsbehörde Kenntnis zu nehmen. In der Zeit nach dem Abbruch des passiven Widerstände? seien viele Firmen an das hessische Ministerium herangetretcn, um von ihm । einen Rat zu erhalten, wie sie sich in dieser schwieligen Lage verhalten sollten, denn die Desatzungs- 1 b«Hörde unternehme keine Verhandlungen. Sein Ides Ministers) Vertreter habe nur die Auskunft geben können: „Seht, daß Ihr so gut Ihr könnt, durchkommt!" Ob später die Firma Himmelsbach korrekt gehandelt habe, vermöge er, der Minister, nicht zu entscheiden, das liege auch nicht in seiner Aufgabe. Auf Anfragen von Abgeodrneten erwiderte der Minister u. a., daß er nicht den Eindruck gehabt habe, als wolle die Firma Himmelsbach etwas »erheimlichen. Lerner erklärt der Minister, daß die Firma in der kritischen Feit dem Ministerium mitgeteilt habe, sie wüste ihre Betriebe schließen: er könne nicht bar- liber entscheiden, ob sie damit einen Druck auf die hessische Regierung ausüben wollte. Die Firma habe als Ursache der Schließung der Betriebe die Sperrung jeden Kredits bezeichnet, wegen der Hetze, die gegen sie unternommen wurde. [ Son einem Abgeordneten wurde die Frage aufge- ; warfen, ob Oberregierungsrat Pennrich nicht 1 int allgemeinen von den Holzverträgen der Firma ] mit den Besatzungsbehörden Kenntnis gehabt hätte, denn bei den Verhandlungen der Firma mit ber hessischen Regierung müßte doch eine Grundlage vorhanden gewesen sein. Der Minister meinte hierzu, Oberregierungsrat Pennrich hätte diese Kenntnis wohl nicht gehabt, denn dann hätte er die Verhandlungen abgelehnt, weil sie seine Kompetenz überschritten hatten Weiter i bemerkte der Zeuge auf eine Anfrage, daß Minister Henrich der Firma gesagt habe, sie könne Verträge abschließen, aber die Regierung könne ihr dabei nicht helfen, ihr auch keine weiteren Unterstützungen leihen. Ein Abgeordneter wies auf den Widerspruch hin, daß die Regierung der Firma Himmelsbach gesagt habe, man wolle von ihren Verträgen keine Kenntnis vehmen, aber in einem Spanische Offensive in Marokko? Es läßt sich nun nicht mehr länger verheimlichen, daß Herr Ma Ivy, der kürzlich in besonderer Mission in der spanischen Hauptstadt weilte, doch nicht mit so ganz leeren Händen nach Paris zurückgelehrt ist, wie ursprünglich die gesamte französische Presse zu melden wußte. Zutreffend mag sein, daß sich Spanien gegen ein militärisches Bündnis ausgesprochen hat, soviel steht aber doch jetzt fest, daß es bereit ist, nicht mehr auf eigene Zaust gegen Abd el Krim zu operieren, sondern seine Feldzu^vläne mit denen des Generals Liautey in Liebereinstimmung zu bringen. Dafür pricht jedenfalls die unmittelbar bevorstehende Landung eines spanischen Korps in der Bucht von Alhucemcts. durch das der sehr lebhafte Waffenschmuggel nach dein Aufstandsgebiet unterbunden werden soll. Zweifellos erhofft Frankreich dadurch eine wesentliche Erleichterung seiner Operationen gegen die Ka- bylen. Frankreich scheint es auch erreicht zu haben, daß die spanische "Regierung vorläufig jedes Eingehen auf Waffenstillstandsangebote Abd cl Krims abgelehnt hat. Offen bleibt aber noch die Frage, welchen Preis Frankreich für die ihm jetzt in Marokko zuteil werdende spanische Unterstützung hat zahlen müssen oder ob Spanien von Frankreich unter Druck genommen worden ist, mindestens durch Einleitung neuer Operationen die französischen Truppen zu entlasten. vor der sranzöfifch-spanifchen Konferenz Paris, 5. Juni. (MTB.) Die der Madrider Berichterstatter des „Temps" meldet, scheint die durch das Direktorium so oft angekündigte Landung eines spanischen Expeditionskorps in der Alhuce- masbucht nunmehr beoorzustehen. Die spanische Offensive hange nur noch ab oon der Antwort, die Abd el fttlm auf bas i f) m übermittelte Ultimatum geben werde. Die Artillerie des spanischen Geschwaders sei verstärkt worden. Das Material für die Bewerkstelligung der Truppenlandung sei bereit Die 2k- fiUerieoorbereifunq, die besonders bezwecke, die Batterien der Rifleute, die sich aus den von den Spaniern erbeuteten Geschützen zusammensehen, zum Schweigen zu bringen, werde durch mehrere Flugzeuggesch wader unterstützt werden. Die für eine Landung oon 18 000 Mann nötigen Transportmitel seien requiriert worden. Wahrscheinlich würden die spanischen Truppen im Abschnitt Mellilla die ersten Ergebnisse ihrer Truppenlandung abwarten, um auch ihrerseits anzugreifen. vereinbart sei. Das Direktorium wünsche, daß diese Konferenz in Madrid zusammentrete. Doch fei darüber noch keine Entscheidung getroffen worden. Painlevs zur Lage in Marokko. Paris, 5. Juni. (Funkspruch.) Mtnisterpräfi- bent Pain 1 evö hat zur Lage in Blarokko erklärt. daß die ersten Truppenverstärkungen schon im Februar abgegangen seien. 3m März und im April habe Marschall Lyauty Truppen verlangt Als bann der Ausstand sich verstärkte, sei er der Aufforderung oes Marschalls nachgekommen, der nicht nur Truppen, sondern auch Tanks. Flugzeuge und schwere Gebirgsartillerie verlangt habe. Die Nachrichten über die französischen Verluste seien lügenhafterweise übertrieben. Dis zum 2.3uni zählte man 318 Tote, 915 Verwundete und 195 Vermißte, davon seien drei Fünftel Eingeborene. "Reue Truppen würden abgeben, um gewisse übermüdete Truppen abzulösen. Die wichtigste Frage sei die, einen sanitären Dienst einzurichten, der allen Anforderungen gewachsen sei. Die Kosten des Marokkokrieges Paris, 4. Juni. (WB.) Die von der Regierung beantragten Kredite für Marokko in Höhe von 31 700 000 Franken beziehen sich, wie sich aus dem Wortlaut des Gesetzes ergibt, nur auf den Monat Juki. 3n der Begründung deutet die Regierung an, daß die gleiche Summe sowohl für den Monat 3uü als auch für den August beantragt würde, im ganzen also für die drei Monate zirka 95 Millwnen Franken. Abfall der Dscheballahs von Abd el Krim? Paris, 5. Juni. (Funkspruch. > Wie Havas aus Tanger berichtet .haben sich die Dscheballahs. die der Ansicht seien daß Abd el Krim seinem Verderben entgegengehe, geweigert, ihm Kontingente zu liefern. Abd el Krim hatte im Westen franzosen- freundliche Stämme ausgefordert, Truppen zu landen und sv den Vormarsch der französischen Truppen in dieser Gegend zu brechen. Rachrichten besagen, daß vom 21. bis 23. Mai lediglich die französischen Flieger im Frontabschnitt desDscheb- allay-Gebietes den Aufständischen Verluste von etwa 250 Toten und 300 Verwundeten beige» Dec Vizepräsident des spanischen Direktoriums, Marquis M a g a z, erklärte gegenüber einem spanischen Journalisten, daß die spanisch-französische Konferenz über Marokko grundsätzlich bracht Habern In der Rächt vom 2. zum 3. Juni seien die Defestigungswerte von 6fer erneut angegriffen worden. Eine energisch durchgeführte Operation ermöglichte es, die Gegend von Ach- mor zu befreien, in der feindliche Kontingente Fuß gefaßt haben. Im Osten verstärke sich an einigen Punkten die Propaganda der Rifleute. Franzosenfreundliche Stämme hätten die Vorlinien der Rifleute nach Tizouan, 20 Kilometer nördlich von Kiffane, zerstört. Antwortschreiben an die Firma werde auf die Verträge Bezug genommen. Der Minister verwies dem- gegenüber auf die mündliche Erklärung des verstorbenen Oberforstrates Kallenbach hin, der dasselbe gesagt habe, wie das Ministerium: „Die Reichs- und die hessischen Interessen müßten ge- wahrt bleiben, aber den Firmen würde manches wegen der Schwierigkelten nachgesehe n." Die Firma hat in einer Denkschrift den Wortlaut einer Erklärung der hessischen Regierung mitgeteilt. Minister Raab bemerkte hierzu auf Befragen, dies sei unrichtig. Die Firma Himmelsbach habe den Wortlaut vorgeschlagen, aber die Regierung habe sich nicht daraus f e ft g e I e g t und die Verhandlungen darüber hätten sich zerschlagen. Oberregierungsrat P e n n r i ch . der gleich dem ersten Zeugen vereidigt wurde, sagt im wesentlichen das Gleiche aus wie Minister Raab. Er geht näher auf die Schwierigkeiten der Firma ein, für die es sich darum handelte, ob sie das Werk aufrecht erhalten konnte, insbesondere das Werk Gauls- heim, das größte in Hessen: im anderen Falle wären über 400 Arbeiter brotlos geworden. Ministerialrat kutsch aus dem hessischen Finanz- Ministerium sagt u. a. aus, daß viele wertvolle Holzbestände geschlagen worden seien, was gar nicht einmal verlangt worden wäre. Rach Aussage von deutschen Beamten hätte die Firma Himmelsbach erst die Lesahungsbehörde auf die wertvollen Forsl- bestände aufmerksam gemacht. Aus 'die Frage, ob die Firma Himmelsbach unter einem Zwang gehandelt habe, meinte der Zeuge, daß nach Abschluß ber Verträge der Zwang entfallen fei. Auf die Frage, ob andere Firmen ebenso gehandelt hätten wie die Firma Himmelsbach, erwiderte der Zeuge, daß nur noch eine Firma in Hessen in Betracht kommt, diese hat, wenn man die Antwort des Zeugen richtig deutet, ebenso gehandelt. Im allgemeinen gibt der Zeuge auf verschiedene Fragen Antworten, die den darin berührten Sachverhalt kaum klarstellten: auch waren seine Ausführungen, die er leise sprach, schwer zu verstehen. Es war den Ausführungen wohl zu entnehmen, daß ein Verbot der Holzlieferungen nicht ergangen war: ein solches Verbot hätte auch nicht ergehen können, denn bann hätte dies als Fortsetzung des passiven Wider st andes ausgelegt werden können. Von einem Abgeordneten wurde dazu bemerkt, bann hätte die Firma Himmelsbach die Lieferungen auch nicht verweigern können, denn das wäre ja ein Beharren im passiven Widerstand gewesen, der von der Reichsregierung aufgehoben war. Auf Befragen teilte der Zeuge mit, daß die Firma Himmelsbach nicht in erster Linie ihre, sondern die fremden wertvollen Bestände geschlagen habe. Im Zusamenhang mit einer Auseinandersetzung über die Begriffe „oentes" (Holzoerkäufe) und „coupes" (Holzschläge) wies der Vorsitzende darauf hin, daß eine Unterscheidung in ihrer Wirkung, die der Zeugs mache, nicht möglich sei, aufrechtzuerhalten. Wenn die Auffassung des Zeugen richtig wäre, so wäre ja alles Holz in ausländische Hände gelangt. Der Vorsitzende machte auch nachdrücklich auf den Widerspruch aufmerksam, daß der Zeuge die Auffassung vertreten hat, Holzverkäufe hätten nicht stattfinden dürfen und wären zu mißbilligen; zu derselben Zeit wäre der Firma Himmelsbach von einem anderen Regierungsoertreter, dem Oberforstrat Kallenbach, die Antwort erteilt worden, Verträge könnten abgeschlossen werden, doch müßten die Reichsinteressen gewahrt bleiben und den Firmen würde später wegen der Schwierigkeiten nachgesehen. Was hätte die Firma, die unter einem Druck stand, nun tun sollen? Die Mehrzahl der Abgeordneten war ebenfalls der Meinung, daß hier Widersprüche zwischen den Vertretern der Regierung obwalten. Auf die Frage des Vorsitzenden nach dem Boykott, den die Forst- dehörde über die Firma Himmelsbach verhängt habe, erwiderte der Zeuge, daß kein Boykott ausgesprochen worden sei. Die weiteren Verhandlungen bewegten sich immer um die Frage, ob ein Verbot, die Verträge einzugehen, bestanden habe: von der Mehrzahl der Abgeordneten wurde die Meinung vertreten, daß ein Verbot nicht bestand. Einige Abgeordnete und auch der Zeuge standen auf dem Standpunkt, daß die Holzverträge unstatthaft gewesen seien. Gegen 4 Uhr wurden die Verhandlungen abgebrochen: nächste Sitzung Freitag vormittag. DasReichstagsmandatDr.Befts Darmstadt, 4. Juni. (Wolff.) Reichstagsabgeordneter Dr. B e ft hat von der Parteileitung der Deutschnationalen Volkspartei, nachdem bekannt geworden war, daft das Ehrengericht des Reichstags jein Verbleiben im Reichstag billige, eine Mitteilung erhalten, daß er nach Ansicht der Deutschnationalen Volkspartei durch sein Verbleiben im Reichstag sein feierlich gegebenes Wort gebrochen habe. Dr. Best teilte hieraus der Parteileitung der Deutschnationalen Volkspartei mit, falls ihm bis zum 5. Juni nicht eine gegenteilige Erklärung zugegangen fei, stelle er gegen den Parteivorsitzenden Äin kler und den Geschäftsführer Prof. Meyer Strafantrag. Das Verfahren soll in breiter Oeffentlichkeit feststellen, ob der Vorwurf des Wortbruches und der Unehrenhaftigkeit Dr. Best oder die Deutschnationale Fraktion betrifft__________ Die Uebergabe der Entwaffnungsnote. Berlin, 4. Juni. (WTD.) Die Botschafter Englands, Frankreichs, Italiens, Japans und Belgiens haben heute mittag dem Reichskanzler die Kollektivnote, in der die alliierten Regierungen der Reichsregierung die Maßnahmen mitteilen, von denen sie die Räumung der nördlichen Rheinland Zone abhängig machen, überreicht. Der englische Botschafter erklärte dabei: Entsprechend dem am 5. Januar und am 26. Januar befolgten Verfahren, habe ich die Ehre, Ew. Exzellenz na- mens meiner Kollegen und in eigenem Rainen die gemeinsame Rote unserer Regierungen über die Voraussetzungen der Räumung der Kölner Zone auszuhänd gen. Der Reichskanzler nahm die Rote mit folgender Antwort entgegen: Seit der Uebergabe der alliierten Roten am 5. Januar und 26. Januar, auf die Ew. Exzellenz soeben Bezug genommen haben, nahm die Reichsreg>erung sowohl bei Beantwortung jener Roten als bei anderer Gelegenheit wiederholt Anlaß, ihren Standpunkt in der Frage der Räumung der nördlichen Rheinlandzone darzulegen. Ich nehme auf diese Erklärungen Bezug. Die mir übergebene Rote wird von der Reichsregierung unverzüglich geprüft. Die Reichsregierung wird sodann die Entscheidung über ihre weiteren Maßnahmen treffen. Die Rote und ihre Anlagen werden am Eamstagmorgen veröffentlicht. Der heutige Kabinettsrat Berlin, 4. Juni, wie wir erfahren, findet heute 12 Uhr mittags unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten ein fiabineftsrat jur Erörterung der am Donnerstag überreichten Rote über die Voraussetzungen für die Räumung der nördlichen Rheinlandzone statt. 3m kabinetts- rat werden die für die Militarkontrollnote zuständigen Ressortminister zunächst einen Be- richt über ihren ersten Eindruck von der Rote selbst erstatten. Die Uebersehuna des etwa 20 bis 25 Selten langen Dokuments ist in einer vorläufigen Fassung gestern abend fertiggefteQt worden, so daß eine erste Ueberprufung inzwischen möglich geworden ist. In der heutigen Sitzung werden nur der Außenminister Dr. Strefemann und dann der Reichswehrminister Dr. G e ß l e r. in seiner Vertretung General v. S e e ck t, das Wort ergreifen .Dann werden der Reichswirtschaftsmini sie r und der Reichssinanzminisier über die Rote sprechen, da diese beiden Refforts wegen der verlangten Umstellung der industriellen Betriebe und wegen der etwaigen finanziellen Abfindung für die durch die Lntenteforderung betroffenen Betriebe an dieser ganzen Angelegenheit beteiligt sind. wie die „lägt. Rundschau" hört, werden am kommenden Mittwoch die Ministerpräsidenten der Länder in Berlin eintreffen, um mk der Reichsregierung über die Beantwortung der Entwaffnungsnote zu beraten. Wie die .Tägliche Rundschau" meldet, weift man in parlamentarischen Kreisen darauf hin, daß bei der Fühlungnahme der Reichsregierung mit den hinter dem Kabinett stehenden Fraktionen des Reichstags gewisseMeinungsverschieden- heilen auftauchen könnten, falls das Kabinett etwa unerfüllbare oder auch mir unberechtigte Zugeständnisse machen würde, um eine möglichst schnelle Räumung der nördlichen Rheinlandzone zu erreichen. Selbstverständlich, so betont die „Tägliche Rundschau", sollen die Interessen der Bevölkerung des beseh- tenGebietesso wett wie möglich wahrgenommen werden. Indessen dürften die von dem Reichsaußenmini st er in seiner letzten Reichstagsrede festgelegten Richtlinien gerade in dieser Frage nicht verlassen werden. Maßgebende parlamentarische Kreise der Regierungsparteien sind der Ansicht, daß von entscheidender Bedeutung für die Erfüllung der Forderungen der Botschasterkonferenz die Tatsache sein wird, ob die Rote beftimmte Zusicherungen über die Räumung der ersten Rheinlandzona enthält, d. h. ob ein bestimmter Termin angegeben wird, und ob die jetzt ausgestellten Forderungen so klar und eindeutig formuliert sind, daß aus der Erfüllung oder Rid)terfü(lung dieser Forderung nicht nach- träglic^neuc Meinungsverschiedenheiten Menstruiert werden könnten. In den parlamentarischen Kreisen der Rechten trägt man sich mit dem Gedanken, nun endlich mit dein Schnceballsystem der alliierten Forderungen in der Entwaffnungsfrage Schluß zu machen. Der Sicherheitspakt. Die französische Rückantwort. Paris, 6. Juni. (T. U.) Im Ministerrat hat Außenminister B r i a n b Bericht erstattet über die auswärtige Lage, besonders über den Stand der Verhandlungen, die mit ber britischen Regierung zwecks Abschlusses eines Sicherheilspaktes unter Beteiligung Deutschlanbs geführt werden. Briand er- klärte nach Beendigung der Sitzung den frangöii* schen Jorunalisten, das E i nv e r st ä n d n i s zwilchen London und den Alliierten über die auf die deutschen Vorschläge zu erteilende Ant- wort fei erzielt worden. Die französische Antwort auf die englische Note wurde, wie am Quai d'Orsay verlautet, gestern abend nach L o n - I b o n abgeianbt. Da bie französische Antwortnote an Deutschland erst bei Ausgang der Sitzung des | Dolkerbundsrats ab gesandt werden soll, ist nicht vor dem 15. Juni mit der (Eröffnung offizieller Verhandlungen zu rechnen. Im übrigen wird angenommen, daß Briand und Chamberlain ihren Genfer Aufenthalt dazu benutzen werden, um gewisse noch schwebende Fragen zu klären. Es wird erklärt, daß in der Frage der A b r ü st u n g zwischen Frankreich und England nahezu völliges Einvernehmen herrsche. Das gestern abend nach London übermittelte Schriftstück stellt, wie die Morgenblätter behaupten, die endgültige Fassung des französischen Antwortentwurfes auf das deutsche Sicherheitsangebot dar. Es wird schon heute im Auswärtigen Amt überreicht werden. Man erwartet, daß es noch vor der Abreise Chamberlains nach Genf Gegenstand einer Kabinettssitzung bildet. Nach den Morgenblättern nimmt die französische Regierung in dem Antwortschreiben mit Genugtuung davon Kenntnis, daß das britische Kabinett bereit sei, die Sicherheit der Rheingrenze zu garantieren und für Großbritannien bestehende Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag und dem Völkerbundsoertrag erneut zu f e st i g e n. Das Schriftstück enthält keine Anspielung mehr auf etwaige Schiedsgerichtsverträge über die West- und Ostgrenze und hebt lediglich die Haltung in dieser Frage hervor. Die optimistische Auffassung der diplomatischen Kreise, meint „Petit Parisien", habe sich als begründet erwiesen, denn soweit die britische Note unklare Stellung über die Ostgrenze enthalte, sei sie durch mündliche Zusicherungen des Londoner Kabinetts ergänzt, die vielleicht schriftlich niedergelegt werden. Der Nachtrag wird sich besonders auf die britische Auslegung der Frankreich nach Artikel 16 und 17 des Völkerbundspaktes für den Verkehr mit seinen osteuropäischen Verbündeten eingeräumten Vergünstigungen beziehen. Italien und Grotzdeutschland. Rom, 4. Juni. (WB.) Heute sand in der Kammer die Diskussion über den Versailler Frieden statt. Der Vertreter der Kommunisten, Ri- boldi, behandelte ausführlich die Illngerechtigkeu des Vertrags und betonte besonders, wie falsch es sei, Deutschland die ausschließliche Schuld an dem Weltkriege zuzuschreiben. Der Redner polemisierte alsdann gegen den Ministerpräsidenten wegen seiner letzten Rede gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland urtö erklärte, dieses Anschluhverbvt widerspreche der ganzen italienischen Tradition. Man werde doch nicht die Ungeheuerlichkeit begehen, zu behaupten, daß das Selbstbestimmungsrecht der Völker nur Geltung gehabt habe zur Zeit, als Italien um seine Freiheit kämpfte, aber jetzt keine Geltung mehr habe. Rach dem kommunistischen Redner ergriff der ehemalige Ministerpräsident Salandra das Wort. Er sprach zuerst Mussolini, obwohl er sich zur Opposition rechne, seine volle Zustimmung aus zu seiner letzten Rede gegen den Anschluß von Oesterreich an Deutschland und behauptete, daß das die Auffassung aller Italiener sei. Zum Schluß erklärte Salandra, er habe nichts dagegen einzuwenden, daß man über eine Losung des österreichischen Problems nach- denke und diskutiere. Rur verlange er, daß Italien jedenfalls hinzugezogen werde. Als Salandra diese Worte ausgesprochen hatte, unterbrach ihn Mussolini mit folgenden Worten: Keine Lösung ohne Italien. keine Lösung gegen Italien? Diese Worte des Ministerpräsidenten unterstrich die Kamgier mit großem Beifall. Die Unruhen in China. Peking, 4. Juni. (WB.) Heute vormittag trat das diplomatische Korps zusammen und entwarf den Text der Antwort auf die Rote des chinesischen Auswärtigen Amts vom 2. Juni, in der dieses gegen das Vorgehen der Polizei von Schanghai gegen die Unruhestifter Einspruch erhoben hat. In der Antwort, die dem chinesischen Auswärtigen Amt heute nachmittag vom italienischen Gesandten überreicht wurde, heißt es: Während wir die Ereignisse bedauern, durch die eine Anzahl unglücklicher Opfer getötet und andere ernstlich verletzt wurden, glauben wir, daß es notwendig ist, die Umstände darzulegen, unter denen die Polizei ihre Waffen gebraucht hat. Die demonstrierenden Gruppen, die in dem Europäerviertel umstüi^lerische gegen die Ausländer gerichtete Schmähschriften verteilten, sind aufgesordert worden, sich zu zerstreuen. Die Führer wurden verhaftet. Die Menge weigerte sich, der Aufforderung nachzukommen, griff die Polizei an und versuchte einen Sturm auf die Polizeistation. Erst dann machte die Polizei von der Waffe Gebrauch. Die Verantwortlichkeit liegt daher bei den Demonstranten, nicht bei den Behörden. Das gemischte Gericht, vor bas die Schuldigen gebracht wurden, hat ihre Freilassung gegen Bürgschaft angeordnet. Während wir weitere Informationen abwarten, hoffen wir, daß die chinesische Regierung den Zwischenfall in demselben versöhnlichen Gei st e betrachten wird, der die diplomatischen Vertreter erfüllt, damit die Ordnung und Ruhe in Schanghai mit der geringstmöglichen Verzögerung wiederhergestellt werden können. In London wird die ernste Lage in China aufmerksam verfolgt. Es besteht dort keinerlei Reigung, die Gefahr Möglichkeiten zu unte rschätzen. Abgesehen von der Entsendung von Schiffen und der Landung von Matrosen und M a r in e t r u p p en in Schanghai hat bisher keine vereinte Aktion seitens der Mächte stattgefunden. Falls es notwendig sein sollte, können weitere Truppen aus Jndochina und Manila entsandt werden. Es besteht kein Wunsch nach einer Intervention, die bisher außer den bereits unternommenen Schritten auch nicht angeregt worden ist. Die Koalitionsregierung in Peking ist de facto anerkannt. Sie wird von Tschangtsolin in Mukdeir u n - 1 erstützt und schließt die Elemente aus der Partei des verstorbenen Sunhatsen ein Die Linke der jungnationalistischen Sektion umfaßt die Korn munisten. die int gegenwärtigen Augenblick agi lieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind f:.~ in Fühlung mit Rußland und °der Dritten Internationale Die genaue Haltung der Zentral rcgicrur.g ist üßbelannt, doch ist c3 n'cht unwahrscheinlich, daß sie die Seition der Studenten unterstützt. Cs wird auch berichtet, daß Tschangtsolin gern selbst Peking übernehmen würde. WettereAusdehnung 'der Streiks Der Streik hat sich weiter ausgedehnt, doch ist ein Umschwung in der Haltung vieler Arbeiter offensichtlich. Die Polizei hat verschiedene Streifen unternommen und eine Menge bolschewistischer Schriftstücke beschchlagnahmt. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Panzerwagen durchziehen die Straßen. Der japanische Kreuzer „T a t s u t a“ mit 200 Marinesoldalen an Bord ist nach Schanghai abgefahren. Zwei britische Kriegsschiffe sino in Schanghai eingetroffen um) ein weiteres Kriegsschiff wird dort erwartet. Der britische Generalkonsul in Schanghai hat um die Landung von 200 Mann ersucht. Ein Telegramm des Sowjetbotschafters. Der Sowjetbotschafter in Karach an hat gestern folgende Rote an den chinesischen Minister des Aeßern gerichtet: Rachdem ich mit tiefem Schinerz von der Erschießung einiger zwanzig chinesischer Arbeiter und Studenten in Schanghai erfahren habe, wünsche ich dem chinesischen Volk meine Gefühle tiefster Sympathie und der Sorge, die sicher von den Völkern der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken geteilt werden, auszudrücken. Ich habe die Ehre, Eure Exzellenz zu bitten, den Ausdruck meines Beileids entgegenzunehmen und es den betroffenen Familien zu übermitteln. Auf der Suche nach Amundsen. Die und „Hobby" an der Packeisgrenze. Am Freitag früh beginnen, wie aus Spitzbergen gemeldet wird, „Farm" und „Hobby" mit der Suche entlang der Packeisgrenze für den Fall, daß die Flieger zu Fuß nach Spitzbergen zurückkehren. Die „Hobby" wird hierbei den schwierigeren Teil dieser Eispolarfahrt übernehmen, da sie besser für das Aufbrechen des Eises ausgerüstet ist. Sie wird versuchen, ostwärts bis zum Rvrdkap auf Rordostland vorzudringen. Die „Farm" dagegen wird zunächst Kurs nach Rorden und dann westwärts bis zur Amsterdam-Insel nehmen. Sie muß sich jedoch hierbei außerhalb des Treibeisgürtels halten. Protest der Vereinigten Staaten gegen die Ansprüche Kanadas auf den Nordpol. Rach Meldungen aus Reuhork beabsichtigt die Regierung der Vereinigten Staaten gegen die Ansprüche Kanadas auf den Nordpol Protest einzulegen. Der Gesundheitszustand in Preußen. Fortdauer des Geburtenrückganges. Berlin, 4. Juni. (WB.) In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Preußischen Landtags gab bei der Beratung des Haushalts des Ministeriums für Volkswohlfahrt in der allgemeinen Aussprache über das öffentliche Gesundheitswesen zunächst Ministerialdirektor Dietrich einen äleberblick über den Gesundheitszustand in Preußen. Die Sterblichkritszrf- fer auf tausend Einwohner sei von 13,5 im Jahre 1923 auf 11,7 im Jahre 1924 zurückge- gangen. Der Geburtenrückgang dauere leider fort. Bei dem schlechten Ernährungszustand müsse die öffentliche Kinderspeisung unbedingt beibehalten werden. Bei den Geschlechtskrankheiten sei seit 1919 ein gewisser Stillstand, bei der Lungentuberkulose ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Das Reichsgesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sei in Beratung genommen. Wohlfahrtsminister Hirt fieser erklärte, daß in der Bekämpfung der Haffkrankheit und der Notlage der betroffenen Schiffer geschehe, was möglich sei. Der Erlaß vom 23.8.1924 über die Haftfähigkeit der Linker s uchung s g e fange n e n sei anläßlich von Vorgängen bedenklicher Art notwendig gewesen: er übernehme für ihn die Verantwortung. Ablehnen müsse er allerdings die Verantwortung für die formalistische Art, wie der Erlaß im Falle Hvefle angewandt worden sei. Der Minister schloß mit der Versicherung, daß er sich bei seiner Tätigkeit stets von sozialen Gesichtspunkten leiten lassen werde. Aus dem Hessischen Landtag. 2) a r m ft a b t, 4. Juni. Der Gesetzgebungsausschuß trat gestern zu einer Sitzung zusammen, um zu einer Abänderung des Volksschnitz e s e tz e s Stellung zu nehmen. Es handelt sich insbesondere um die Verlegung des Unterrichts für Fortbildungsschülerinnen in die Wintermonate. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, das Landesbildungsamt solle eine Denkschrift über das Fortbildungsschul- wesen in Hessen und in den anderen Staaten vor« legen, dann soll ein Beschluß in der Angelegenheit gefaßt werden. Hierauf wurde noch eine Reihe von weniger wichtigen Punkten der Tagesordnung erledigt. Kleine politische Nachrichten- Der Reichspräsident hat den Reichskanzler und den Reichsminister der Justiz Frenken zum Vortrag über die Aufwertungsfrage, insbesondere den gegenwärtigen Stand der gesetzgeberischen Arbeiten zur Regelung empfangen. Von dem verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert werden demnächst im Verlag von Reißner in Dresden die gesammel- t e n Schriften und Reden erscheinen, die sein ältester Sohn herausgibt. Vom V bis 9. Juli werden schwedische K r i e g s s ch i s s e die H ä s e n Kiel und Swine- münde besuchen. Unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen aller Volkskrcise und Parteien ist die Gründung eines Deutsch-österreichischen Volks- b u n d e £> in Wien einstimmig beschlossen worden. In engster Zusammenarbeit mit dem unter Leitung I des Reichstagspräsidenten Loebe stehenden deutsch- bs'enrr.üchischen Dolksbundes in Berlin will der Loltsbund den im gesamten deutschen Volke wurzelnden Gedanken der deutschen Einheit der Verwirklichung entgegsnführen. Aus aller Welt. Die neue Leitung des Vereins für das Deutschtum im Auslande. In der Hauptversammlung des Vereins für das Deutschtum im Auslande wurde der bisherige Hauptvorstand im Hauptausschuß wiedergewählt. Der Hauptvorsta.d wurde durch Professor Matterer aus Graz (früher Südmark) und Frau P a tz e l aus Wien (früher deutscher Schulvevein) ergänzt. Unter den in den Hauptausschuß neugewählten deutschen Parlamentariern befinden sich v. Lindeiner-Wildau, Dr. Cremer und Graf Stollberg-Wernigerode. An, den österreichischen Bundespräsidenten H a i n i s ch wurde ein Begrüß ungstelegramm abgesandt. Große Hitze in Amerika. Nach aus Neuyork vorliegenden Meldungen wurden durch die Hitzewelle, welche die amerikanischen Mittelstaaten heimsucht, bisher 5 0 Todesfälle verursacht. In Neuyork betrug die Temperatur 35 Grad CelsiusimSchat- ten. Es ist dies die höchste Temperatur feit 40 Jahren. In Washington zeigte das Thermometer 33, in Virginia sogar 48 Grad Celsius. Der große Llmschwmig von der Kälte zur Hitze erfolgte so plötzlich, daß in Chicago am Freitag und am Samstag zwei Todesfälle infolge der Hitze fest- gestellt wurden. Vier Knaben im Sande verschüttet. Durch Funkspruch wird aus Ingolstadt berichtet: In dem benachbarten Eckenzell ereignete sich am Dienstag abend ein schwerer iln- glücksfall, dem vier Knaben im Alter von 4 bis 8 Jahren zum Opfer fielen. In einer in der Altstadt gelegenen Sandgrube vergnügten sich fünf Knaben damit, Häuser zu bauen. Plötzlich eilte einer der fünf Knaben nach Hause und erzählte, daß das Haus eingefallen sei. Erst nach eindringlichen Fragen kam man auf die Vermutung eines Unglückes und fand die Ahnung leider bestätigt, denn beim Nachgraben konnten die vier Spielkameraden des Hiobsboten nur mehr als Leichen geborgen werden. Darunter befinden sich zwei Brüder. Kunst und Wissenschaft. Generalversammlung der deutschen Gesellschaft für Völkerrecht. Stuttgart, 6. Juni. (Wolff.) Heute morgen tagte die erste öffentliche Versammlung der 6. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht im Festsaal des Hauses des Deutschtums. Nach den Begrühungsworten des Vorsitzenden Geheimrats Dr. Niemeyer-Kiel und des Legationsrats v. Bülow als Vertreter des Auswärtigen Amtes erstattete der Präsident des deutschen Reichsgerichtes, Simons, ein Referat über die internationale Gerichtsbarkeit. Er gab in längeren Ausführungen ein Gesamtbild des vielfältigen Vorwärts- und Aufwärtsdrängens der internationalen Gerichtbarkeit eines Dranges, der sich gewiß die Zukunft erobern würde und der die Völkerrechtler aller Länder vor die Aufgabe stelle, ihn wissenschaftlich zu begründen und zu verttefen. Ein internationaler Gerichtshof sei ein unabweisbares Bedürfnis d?r zivilisierten Welt. Wir Deutsche hätten alles Interesse daran, die Autorität des Haager Schiedsgerichts wachsen zu sehen. Zu den sogen. Kriegsverbrecherprozessen führte Simons unter großem Beifall folgendes aus: Gegenüber der Weigerung des deutschen Volkes, einen Soldaten einem solchen internationalen Gerichtshof auszuliefern, ist die darauf bezügliche Bestimmung des Versailler Vertrages ein toter Buchstabe geblieben. Den anständigen ehrlichen Versuch, die Anklagen wegen Völkerrechtsbruch von Reichsangehörigen durch das Reichsgericht aburteilen zu lassen, hat Frankreich im Zorn über das meist negative Ergebnis der Reichsgerichtsverhandlungen vereitelt. Obwohl dieses Ergebnis teils der unglaublich leichtfertigen Anllagebegründung, teils der Weigerung der Gegner, das Deweismaterial zur Verfügung zu stellen, zuzuschreiben war und obwohl dem Reichsgericht die würdige und redliche Führung der Verhandlungen von kompetenter englischer Seite bestätigt worden war, sind, und ganz besonders in neuester Zeit, solche Urteile von den französischen und belgischen Gerichten erlassen worden. Fast sieben Jahre nach dem Waffenstillstand erging ein drakonisches Urteil nach dem andern gegen Deutsche, die zum Teil nachweisbar gar nicht in der Lage gewesen sind, die ihnen zur Last gelegten Taten zu begehen. Ich halte mich für verpflichtet, auch von dieser Stelle aus gegen eine solche völkerrechtliche Gerichtsbarkeit mit allem Nachdruck Protest zu erheben. Zum Schluß bemertte der Redner: Wenn der Gegner trotz unserer Bereitwilligkeit, alle gerechten Forderungen zu erfüllen, Gewalt an* wenden will, so sind wir überzeugt, daß die fortschreitende friedliche Entwicklung der Welt uns allen einen unparteiischen Gerichtshof bringen wird, vor dem wir unser Recht finden werden. An das Referat schloß sich 'eine Diskussion über die Leitsätze für die internationale Gerichtsbarkeit an. Deutscher Geogrcrphentag. Die sachlichen Verhandlungen des 21. Deutschen Geographentages wurden am Donnerstag in Breslau beendet. Zum dauernden Ehrenpräsidenten des Deutschen Geographentages wurde der einzige überlebende Gründer des Geographentages, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Wagner, Göttingen, ernannt Folgende Entschließung wurde angenommen: In den Gebieten des Grenz- und Auslanddeutsch- tutns sind heute zahllose gut deutsche, oft wertvolle geschichtliche Erinnerung bergende Namen für geographische Gegenstände aller Art, Wohnorte, Länder, Gebirge und Gewässer usw. mit der Ausrottung bedroht. Der Deutsche Geographentag erkennt cs als eine nationale Pflicht, diese Namen zu schützen und richtet an alle beteiligten Kreise, namentlich an die Verfasser und Herausgeber von Karten, Atlanten, büchern und geographischen DeröffenUichüngeü^ aller Art sowie an Me Vertreter der Schuld der Press«, des Handels und Verkehrs bie ctS] dringliche Bitte, in allen Fällen, wo geographisch^ Doppelbenennungen bestehen, dem deutsche»-.' Namen den Vorzug zu geben und ihn cm bS* erste Stelle zu setzen. Darmstädter Ehrendoktoren. Die Technische Hochschule Darmstadt hat die Würde eines Sotto r-J ngenieurs ehrenhalber verliehen: dem Geh. Oberbergrat Röhrig, Generaldirektor der preußischen Bergwerks- und Hütten-Aktien-Gesellschaft in Berlin wegen seiner Verdienste um die Förderung der Wärmetechnik und dem Reichsbahndirektor Hammer in Berlin wegen seiner Verdienste um die Entwicklung des Maschinenbaues« Aus Stadt und Land. Gießen, den,5. Juni 1925. ~] Nur ein Lächeln. Es war wirllich nur ein Lächeln. Keiner hat gelacht, denn dazu hatte ja niemand Grund, besonders deshalb nicht, weil es doch in der Elektrischen passiert ist. Die Sache verhielt sich folgendermaßen: Ein Herr stieg ein. Jung und sehr eitel, Glacehandschuhe an, was immerhin heute eine gewisse Seltenheit ist. Er hatte eine Zeitung bei sich, um ungestört über die Zeitung hinweg nach jungen Damen ausschauen zu können. Es waren aber keine vorhanden, und die eine, schon ein wenig älter, lehnte bescheiden selbst jeden Blick ab. Der eitle Herr musterte dennoch uns alle vom Kopf bis zu den Füßen, nahm fein parfümiertes Taschentuch heraus, fuhr ein paarmal damit durch die Luft, sog den Atem ein und steckte dann höchstbefriedigt das Tuch wieder weg. Während er danach achtlos ein Dein über das andere schlug, kam es eben zum Vorschein, wovon ich die ganze Zeit schon spreche. Sein Strumpfhalter war nämlich gerutscht und hing wie eine violette Klammer um seinen spiegck- blanken braunen Halbschuh herum. Ein jüngerer Herr mit hochglänzendem Zelluloidkragen bemerkte es zuerst. Die Entdeckung wirkte zusehends vorteilhaft auf ihn. Er richtete sich aus seiner Verkrümmung auf und lächelte. Schon lächelte ein zweiter, sie lächelten alle, ich muh ehrlich sagen, wir lächelten alle, denn wir hiellen es für eine Art Anrecht, heiter zu sein, wenn ein Aesfchen ernst genommen sein will und dabei von der Tücke des Schicksals erfaßt wird. Wenn es ein anderer gewesen wäre, würde man es ihm zweifellos mit einiger Vorsicht gesagt haben, in diesem Falle aber dachte keiner daran. 2m Gegenteil — alle waren sehr befriedigt und fühlten wieder so etwas wie das Allzu - Menschliche, das uns alle zu Brüdern macht. Selbst diejenigen, die hinzustiegen, lächelten nach wenigen Augenblicken. Das Lächeln schien anzustecken. Der junge Herr hatte nichts gemerkt. Er spielte mit seiner Zeitung, streifte dauernd den Rockärmel auf, um seine silbernen Armbänder zu zeigen, rieb sich das glattrasierte Kinn und ordnete sich das sorgfältig gekämmte Haar, dabei kokettierte er mit seinen gepflegten Händen. Endlich stieg er aus. Sie können sich denken, wie neugierig nun der ganze Wagen mitsamt dem Straßenbahnfchaffner war. Lind tatsächlich erlebten wir die Freude, daß er es nach wenigen Schritten schon merkte, aber er tat uns nicht den Gefallen, sich zu bücken und den Strumpf in Ordnung zu bringen — nein, er ging stolz wie ein Spanier davon. Da war das Lächeln von unfern Gesichtern verschwunden. E. R. w 1 Wer ist bei Ueberschreitnng der Fahrgeschwindigkeit strafrechtlich verantwortlich? Mehr als einmal ist die im Zeitalter der Autornobilraserei nicht unberechtigte Frage gestellt worden, wer bei äleberschreitung der Fahrgeschwindigkeit durch ein Kraftfahrzeug sich eigentlich strafbar mache. Von sachkundiger Seite wird uns hierzu folgendes geschrieben: Nach § 2 des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909 in Verbindung mit § 18 der V. O. vom 15. März 1923 ist wegen Lleberschreitung der Geschwindigkeitsgrenze nur der Führer des Fahrzeuges strafbar, wenn der im Kraftfahrzeug sitzende Eigentümer oder Halter das übermäßig schnelle Fahren lediglich geduldet hat. Die Einrichtung der Fahrgeschwindigkeit (§ 18) ist Sache dessen, der das Fahrzeug tenft . Der Eigentümer oder Halter des Fahrzeuges, der sich in diesem befindet, macht sich nach § 1 nur strafbar, wenn er den Führer zur älebertretung anstiftet (§ 48 StrGB.) oder ihn als sein Werkzeug in einer Weise benutzt, daß er, der Eigentümer oder Halter, als der mittelbare Täter erscheint. * Gießener Wochenmarktpreise. 4. Juni 1925. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 Pfennig, Matte 35, Käse 65, Wirsing 35, Rotkraut 40, rote Rüben 5, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Spargel 70 bis 110, Mischgemüse 15, Tomaten 200, Zwiebeln 25, Rharbarber 25, Kartoffeln 5, Kirschen 120, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 200 bis bis 240, Honig 40, Junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 das Pfund; bas Stück: (Sier 11 bis 12, Blumenkohl 100 bis 150, Salat 15 bis 20, Salatgurken 100, Ober-Kohlrabi 30. Lauch 5 bis 10, Rettich 30, Sellerie 200 Pfennig: das Bund: Radieschen 10, gelbe Rüben 70 Pfg. Wettervoraussage. Frische Winde aus südlicher Richtung, heiter bis wolkig, meist trocken, warm, Gewitterneigung. Das Tiefdruckgebiet südlich Island hat seine Lage nur wenig verändert, während das Hochdruckgebiet sich heute von Mitteleuropa nach Norden über Skandinavien hin erstreckt. Im Westen wird allenthalben Fallen des Barometers gemeldet. * ** Gärtnerische Lchrlingsprüfun- g e n. Von der Landwirtschaftskammer für Hessen wird uns geschrieben: Die Landwirtschaftskammer für Hessen führt unter Mitwirkung der Verbindung selbständiger Gärtner Hessens seit 1924 eine Anerkennung von Gärtnereien als gärtnerische Lehrbetriebe durch, mit dem Zweck, jungen Leu- ir« ii-U tt daß M lianu« g & 8®i*] Ä ^[betrieb s'4 <■ "Die saaftendes kn“ Bund j L die Ml«- Aflimg-lesles 1835 Imdm M Mche 2lulo'1 (I öÄulstrab ‘ ♦» Erleb LcildesalNt E d foljenic Schulst' Werstelle f« Volksschule in nung 'st °°4° «ungelischen öceidenbac i» vorhanden: lita Lehm < Kreis Alsfeld). Werstelle ftr Vclksschule m Dienstwohnung i " Las ! xch-Aartett su m Lienstagab! gklegenheit, ein, hin einen Quer üe) zu geben. < jrcmm oltdeutsä rische und neude lit: hatte mit b; finden, denn bi teetzt. Leiber Wisse Mange Mer Hinsicht wartende hohe beeinträchtigt tt um Ktrchernmch " Sine Dandervoj Oelberman abend im Laall Dffucherschast jungen Äeroth rach dem rhei: ramt ist, mach Führer Oelb über die Zicke trefflich analer, in fesselnder 6 Dmdersahrt Do ter tausend Seei nmg sür die S lichen Stoma] höchste WerisH die Grunbzüge b.lber bckebte sondere Aote Leutchen mit f; kt- und Lax sollen an den ■ tonn den Aden diese Wandert mt dem Rem D'ttel zur E Heimes erwerb üterall viel 0 'Der Er Mn en tritt 61 bringt eir "M Schnellzi Massig berat Mebuch", öej ft erweitert flache QM ftnet sich dr ?! klares, i «eben der Ai unser Derk Deutschland (1 c L ’5 3L Ml Kun, 56 3a Mer, Teschät 1^51.20.™ Sfe21.21. g ft« StV ass dl? ter Mündel borau1 coesen wäre, würbe aber dachte keiner ter Mündel darauf sehen, daß der betreffende Lehrbetrieb sich zur Anerkennung meldet. le waren sehr k- so etwas tote bat alle zu 3nütm Wandervogels unter der Führung von T. Oelber mann aus Köln bereitete am Mittwoch hreitung dn strafrechtlich lich^ e im Zeitalter der S« SS* Ä»* Dai 1909 vom 15. ®3g er GelchtommM^ M«, ä - übermahlg IJJ«“ .1 Die tt Sigenti*1* 'nut Wfe ®§« « "R an« Werkzeug " >r Eigene Tater erscheint. d boe ben r «SL »■®4iS sei^V Aot^,«r. nichts gemalt. Si reiste dauernd dm bernen Armbänder rafierie Sinn und ’ämmte Laar, da- pflegten Händen. )nnen sich denken, Wagen mitsamt . ilw) tatsächlich t es nach wenigen : tat uns nicht den > den Strümps in , er ging stoh toi« n unfern Micro n _ -. —t beeinträchtigt wurde. Und das ist — es handelt sich tmger lLorsicht ge« mi Kirchenmusik — immerhin bedauerlich. aber hnf, f»in„ .. @inc Gruppe des 2derother jungen Rerother, denen Wandervogelbewcgung nach dem rheinischen GründungSori Reroth ge- nannt ist, machten einen sehr guten Eindruck. Ahr Führer Oelbermann berichtete zunächst kurz über die Ziele der Bewegung, die man als vortrefflich anerkennen must, und schilderte hierauf in fesselnder Erzählung die groste vorjährige Wanderfahrt von 55 jungen Nerothern ins Land ter tausend Seen: Finnland. Starke Begeisterung für die Sache, viel Liebe zu den jugend- lid>en Kameraden, herzliche Freundschaft und höchste Wertschätzung für das finnische Dolk waren die Grundzüge, die dem durch viele gute Licht- di! der belebten, anregenden Dortrag eine be- 1 Land, 1 ?»n X ein. Mitu tch 9 und sehr n| , ftj"» Zeitig m toS?9 6ÜTtot8 Mi ßmeiL S« eine, schon * 'M £ uns an» nahm fein partü. suhr ein paarmal Atem ein und Tuch wieder 108 em Dein übtt f M Vorschein, hvn spreche. 6$ lerutfcht und hing 'M feinen spiegel, ierum. : hochglönzendv» St. Die Snt. auf ihn. Sr immung auf und eiter, sie lächelten vir lächelten alle, me Art Anrecht, en ernst genommen Tücke des Schickst adere Note gaben. Dazu fangen die jungen Lcutchen mit frischen Stimmen eine Anzahl Won- ter- und LagerlieVer, die allgemein Wohlgefallen an den munteren Sängern auslösten. Man laim den Abend alt einen wertvollen Gewinn für diese Wandervogelbewegung bezeichnen, die sich mit dem Reinertrag solcher Veranstaltungen die Rittei zur Erbauung eineS eigenen Dundes- teimes erwerben will. Hoffentlich ist ihnen dazu überall viel Glück befchieden. • Der Sommerfahrplan der Eisenbahn e n tritt am heutigen 5. 3uni in Kraft. Sr bringt eine Reihe wichtiger Änderungen, Ttuc Schnellzüge, Bä Verzüge ufto. Wer zu- Kdäffig beraten fein will, benutze das „Storm Kursbuch", dessen Umfang jetzt um ca. 20 Prozent erweitert worden ist und das auch sonst riclsache Derbesserungen auftoeift. Der „Storm" zeichnet sich durch gutes Papier, sauberen Druck tnb klares, übersichtliches Fahrplanbild aus. Cicbcn der Ausgabe Reich (4 Wk.) bringt er fic unser Derlehrsgebiet die Teilausgabe S ü d - Kutschland (1,20 Mk.) mit den wichtigsten Schnetl- »uaverbindungen nach dem Reiche und An- fchUissen nach Oesterreich und der Schweiz. Aus dem Gießener Standes- entt s r e g i ft e r. Es oerftarben in der Zeit vom 16. bis 31. Mai: 16. Marie Wolf. geb. Bauer, 5aberin, 56 Jahre alt, Nordanlage 21. 18. Peter $refd)er, Geschäftsführer i. 9t., 68 I. alt, Stephan- fräße 51. 20. Willi Alt, 6 Monate alt, Krofdorfer kirahe 21. 21. Emma Wittich, geb. Dönsel, 69 Jahre "Die Ehrenpreise für die Weister- schaften deS Landesverbandes „Hessin" Bund Deutscher Radfahrer um) fee die weiteren Wettwerbe anläßlich des 40. (liftungSsestes des Gießener Radsahrer-Derein LR sind in einem Schaufenster der Firma Dber- 'fische Auto- und Fahrradindustrie, Otto G ö - hl Schulstrahe. ausgesiellt. •• Erledigte d) u (ft eilen. Wie das Landesamt für das Bildungswesen bekanntgibt, find s-laende Schulstellen in Oberhessen erledigt: Eine lchrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der kolksschule in Eifa (Kreis Alsfeld). Dienftwoh- nung ist vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Oberkreidenbach (Kreis Alsfeld). Dienstwohnung ili vorhanden: eine Lchrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Rainrod (8reis Alsfeld). Dienstwohnung ist vorhanden: eine Lkhrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Ruhlkirchen (Kreis Alsfeld). Lienstwohnung ist vorhanden. •• Das geistliche Volkslied. Das kolo-Ouartett für Kirchengesang aus Leipzig hatte am Dienstagabend in der Johanneskirche Selegenheit, einem zahlreich versammelten Publikum einen Querschnitt durch das geistliche Volkslied zu geben. In vier Gruppen zeigte das Pro- (ramm altdeutsche, resormatorische, böhmisch-möh- riche und neudeutfche Lieder. Das Leipziger Duar- Int hatte mit dieser Folge ein reges Interesse ge- funben, denn die Plätze in der Kirche waren dicht sisetzt. Leider ließ die Interpretation der Lieder gewisse Mängel auch schon in rein gesangstech- pischer Einsicht heroortreten, daß der sonst zu er- »irtenbe hohe Genuß der gut ausgewählten Lieder ^.Itn, welche sich dem Gärtnerberufe widmen wollen, sß-legenheit zu geben, in anerkannten Betrieben *n ' p Lehre zu treten. Für Ettern, Vormünder ukw |r bemerkt, daß diefe Lehrlinge nach Beendigung i, 'er Lehrzeit sich der Lehrtingsorüfung unter Ehen muffen, damit sie nicht Gefahr laufen, im eiteren Leben, infolge Unterlassung dieser Pru- iig, am Dorwortskommen gehindert zu sein. Es rrben zur Zeit bis Enbe des Jahres 1925 alle tchrlinge zur Prüfung zugelassen, welche zur Zeit » Betrieben lernen, die ihre Anerkennung bei ber si nbwirtschaftskammer beantragt haben: auch alle ß Hilfen, welche in 1924 25 ober in früheren Iah^ k i ihre Lehre beendeten, auch aus nicht anerkann- »i Betrieben, roeren vorerst noch zugelassen. Ab llanuar 1926 müssen sämtlicheGärinereien. welche sihrlinge halten, ihren Betrieb angemeldet haben i«fs Anerkennung, andernfalls Lehrlinge aus |i|en Betrieben zur späteren Lehrlingsprufung , ht zugelassen werben. Eltern unb Vormunber BjUen dies beachten und im Interesse ihrer Söhne atenb im Saallxiu Sauer einer vecht interessierten hmzustiegen, üd)tl« Defucherfchaft einige genußreiche Stunden. Die len. DaS Lächeln \ «»—*•<-— *— —----- alt, An den Bahnhöfen 30. 26. Georg Fischer, ohne Beruf, 57 Jahre alt, Licher Straße 74. 28. Hermann Heß, Rentner, 81 I. alt, Gnauthstr. 12. 29. Mar- oot Magel, 2 Monate alt, Löwengasse 13. Hertha Wolfer, 2 Jahre alt. Liebigstraßc 68. 30. Umma Strauch, geb. Reiß, 35 Jahre alt, Frankfurter Straße 85. 31. Emst Schneider, 4 Monate alt, Sei- tersweg 52. •• Wasferwörme der Lahn heute früh 17 Krad. VornoUzen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 8 Uhr »Der wahre Jakob". Derem für das Deutschtum im Auslande: 8.30 übt Hotel Kohler Dortrag von Rechtsanwalt Rösler aus Hrrmannfladt über .Das Deutschtum in Grvßrumänien". — Verein ehern Utffz. und Vorschüler 8.30 Uhr Postkeller Versammlung.— Lichtspielhaus Dahnhosstraße: „Rosita". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben. In letzter stunde weisen wir nochmals daraus hin daß heute, Freitag, abends 8 Uhr, ber übermütige Schwank „Der wahr- Jakob" von Franz Arnold unb Emst Bach in Szene geht. Die Aufführung hat in Bad-Nauheim außerordentlichen Beifall gefunden unb beim Babepublikum stürmische Heiterkeit erweckt. — Der Raturheilverejn veranstallet am Sonntag einen Familiennachmittag auf dem Trieb, zu dem auch Freunde und Gäste eingeladen sind. Die Zugendgruppe des Dereins wird für alle Besucher erfreuende Unterhaltung sorgen. Sammelpunkt 3 Uhr beim Amtsgericht. (Siehe gestrige Anzeige.) Kreis- Obst- und Gartenbauverein Diesten. !•! D i e Hauptversammlung des KreiS-Obst- und Gartenbauvereins Gießen sand dieser Tage im Saalbau Sauer in Anwesen^it von Oberregierungsrat t R Weicker, Rcgicrungsrat Wolf und Gartenbauinspektor R e n t s ch aus Friedberg statt. Ober- rcgierungsrat Weicker eröffnete die Dersamm- lung und begrüßte die Erschienenen. Alsdann berichtete Regierungsrat Wolf über die Dor- standsfitzung vom 29. April 1925. Der Redner hob hervor, daß zur Förderung des Obst- und Gartenbaues alle interessierten Kreise zusammen- geschlössen werden müßten. Dieser Zusammenschluh sei aber nur zu erreichen durch Wecken des Interesses der einzelnen Leute, das nur möglich^ erscheine durch geeignete Dorträge und Rundgänge in den Gemeinden. Der Kreisausschuß habe den Antrag, die Stelle cmeS Kreisobstbauinspektors zu schaffen, abgelehnt, da die Kveisstraßen- pslanzungen durch die Daumwarte in Ordnung gehalten und im Rolf alle ein Dertreter der Landwirtschaftskammer herangezogen werden würde. Bedingungsweise habe der KreiSausschuh nur 1500 Mark für die Stelle bewilligt, so daß die fehlenden Mittel durch die Mitglieder aufgebracht werden müßten. Der Redner hält dies für ausgeschloffen. Durch rege Arbeit und Werben von neuen Mitgliedern müsse der Verein aus sich heraus Mittel beschasfen, um einen Beitrag zu dem Geholt eines KreiSobstbauinspektors liefern zu können. Lehrer Becker-Gießen regte an, daß man an die Landwirtschaftskammer zwecks Leistung eines Zuschusses für die Kreis obstbau- inspektorstelle herantreten solle. Alsdann hielt Gartenbau ins pektor R e n t s ch- Friedberg einen Dortrag über das Thema: „Der Einfluß der gegenwärtigen handelspolitischen Lage auf die künftige Gestattung des Obstbaues". 3n längeren, mit Beifall aufgenommenen Ausführungen besprach er die Lage des Obstmarktes in der Rachkriegszeit, die Wirkungen des Handelsvertrages mit Spanien und der großen Einfuhr von Südfrüchten. Bei der Dorstandswahl schlug Oberregierungsrat Weicker in Alebereinftimmung mit dem Ausschuß Regierungsrat Wolf als 1.Dorfitzenden vor, dessen Wahl auch einstimmig erfolgte. 2. Dorfihender wurde Lehrer Decker-Gießen, Schriftführer und Rechner P. Happel -Gießen. Deigeordncter Kreiling-Heuchelheim, Lehrer D u ß - Leihgestern, Schöne- Lich, Dietz- Staufenberg und Heberer -Heuchelheim wurden zu Dcisihern gewählt. Regierungsrat Wolf schloß mit einem Appell zur eifrigen Werbearbeit die sehr anregend verlaufene Hauptversammlung. Der deutsche Rundflug. Die dritte Schleife. — Ungewitter abgeftürzt. Derlin, 4. 3unl Heute früh 4 Uhr fand der Start zur dritten Schleifedes Deutschen Rundflugs, die über Dessau, Erfurt, Würzburg. Karlsruhe, Stuttgart, Damberg und Halle nach Derlin zurückführt, statt. Der Start ging im großen und ganzen glatt vonstatten. Allerdings muhte der erfolgreiche Albatrohflieger ■Ungeteilter nochmals zurückfliegen, um den Magneten seines Motors auszuwechs^ln. Die halbe Stunde Derspätung, die er dadurch erlitt, holte er wieder ein. Auch das kleinste Flugzeug, „Mohammed", von der Darmstädter Akademie, mußte eine größere Reparatur vernehmen. DaS Wetter ist nicht allzu freundlich. Zwischen ßriurt und Würzburg herrschte so dichter Rebel, daß die Sicht kaum 20 Meter betrug. Infolgedessen warnte die Erfurter Flugpolizei vor dem Start. Die Warnung kam aber zu spät, denn alle Maschinen hatten bereits das Tempel- Hofer Feld verlassen. Die Erfurter Polizei versuchte vergeblich, durch grüne Raketen die Flugzeuge zum Landen zu zwingen. Dald daraus besserte sich das Wetter. 3n flottem Flug gelangten die meisten Teilnehmer verhältnismäßig rasch bis Stuttgart und Karlsruhe. Der Flugzeugführer U n a ett> i t ter auf Albatros L 69 stürzte bei der Landung bei Ha - - pach in der Rähe Bambergs ab. Die Maschine wurde dabei restlos zertrümmert. Ungeteilter brach sich das rechte D«in. sein Deftnden ist den Umständen nach gut. DaS Caspar-Flugzeug D 675 mit dem Führer Diplomingenieur Spieß mußte bei Grohteinterfeld in der Rähe von Würzburg eine Rotlandung vornehmen. Das Flugzeug mürbe restlos zertrümmert. Seinem Führer geschah nichts. Heute machte der langjährige Derkchrsflug- zeugführer Polte vom Deutschen Aero-Lloyd auf Ubct U 8 Start Rr. D 670 das Rennen. Seine Latrdung erfolgte um 4.09 Uhr nachmittags. Cs folgte bann v. Richthofen zur gleichen Zeit. Um 4.30 Uhr nachmittags landete Dasf er auf Heinkel HD21, ferner traf ber Udetflieger Hochmuth um 5.02 Uhr nachmittags ein. Ebenfalls beendeten die 3. Etappe am ersten Flugtag Lorenz auf Heinkel HD32 unb Schnäbele auf Junkers D29. v. Koppen mußte leider infolge MotordefekteS bei Schwäbisch-Hall not- landen. Er wird jedoch nach Instandsetzung seiner Maschine den Weiterflug sorsehen. Weitere Flieger werden von der Flugleitung für heute abend nicht mehr-zurückerwartet. Turnen. Sport und Spiel. Anerkannte Schwimmweltrekorde. Die Liste der auf dem Internationalen Schwimrnkongreß in Prag anerkannten Weltrekorde hat folgendes Aussehen: Herren: Bru st schwimmen, 100 Meter: Erich Rademacher- Deutschland 1:15,9 Min. 200 Meter: Rademacher 2:50,4 Min. 400 Meter: Rademacher 6:05 Min. 500 Meter: R a- de ma che r 7:40,8 Min. Freistilschwimmen: 100 Pards: Weißmüller -Amerika 52,4 Sek. 100 Meter: Weißmüller 57,4 Sek. 400 Meter: Arne Borg- Schweden 4:54,7 Min. 500 Meter: Arne Borg 7:19,7 Min. 880 Yards: Arne Borg 10:43,6 Min. Rückenschwimmen, 100 Meter: Kealoha -Honolulu 1:12,4 Min. 150 Yards: Kealoha 1: 44,8 Min. Damen: Brustschwimmen, 200 Meter: Frk. Erna Murray- Leipzig (Deutschland) 3: 20,2 Min. Freistilschwimmen, 300 Meter: Miß Wainwright - Amerika 4:19,4Min. Rückenschwimmen, 100 Meter: Sybill Bauer -Amerika 1:22,4Min. 150Yards: Sybill Bauer 1:58,2 Min. 200 Meter: Sybill Bauer 3:03,8 Min. Vorstehende Rekorde sind sämtlich im Jahre 1925 ausgestellt. Buntes Allerlei. 3n der Redaktion eines Riesendampsers. Die großen Passagierdampfer siird öfters schwimmende Städte genannt worden, weil sich in ihnen ein fc mannigfaltiges und wimmelndes Leben vollzieht wie in der Stadt. Ein solches Gemeinwesen kann natürlich nicht ohne Zeitung bleiben, und so werden beim auf vielen großen Dampfern täglich Zeitungen herausgebracht, die ein stattliches Stück Arbeit darstellen. Hervorragende Journalisten wirken hier als Chefredakteure, denen ein Stab von Mitarbeitern zur Seite steht. Zn ein solches Redationsbureau eines Riesendampfers führt uns die Schilderung eines Schiffsredakteurs: „Die tiefe Rächt ist hereingebrochen ; alles außer der Mannschaft scheint auf dem Passagierdampfer zu ruhen. Aber in den Tiefen des Ungeheuers, da finden wir einige Räume, in denen fieberhafte Tätigkeit herrscht. Hier wird die Zeitung für den nächsten Morgen hergestellt. Die Redakteure, die sich soeben noch im Smoking unter den Passagieren der ersten Klasse bewegten, haben ihren Arbeitskittel angelegt unb rebigieren nun den Stoff für das Morgenblatt. Der „lokale Teil" ist von ihnen während des Tages gesammelt worden und verhältnismäßig schnell zusammengestellt. Aber die Hauptnachrichten bringt ber drahtlose Telegraph. hauptsächlich aus London: nähert sich der Dampfer der amerikanischen Küste, dann wird auch der Reuyorker Dienst benutzt. Manche Schwierigkeiten stellen sich dem Schiftredakteur in den Weg^ Atmosphärische und andere De- bingungen schneiden ihm die drahtlosen Rachrichten ab; bei schwerer See läßt sich schlecht schreiben und noch schlechter setzen. Die drahtlosen Rachrichten sind während des ganzen Tages zugeströmt, aber erst des Abends finden die Telegraphisten die Zeit, sie niederzuschreiben. unb dann werden sie sofort in die Redaktion gebracht. wo sie für die Zeitung verarbeitet werden. Dann kommt das Manufkrip: sofort zum Seher. So geht der Rachrichtendienst durch viele Stunden, bis die letzte Meldung eingelauftm ist unb ber Rcdaktionsschluh erfolgt Die Drucker müssen sich beeilen, beim bie Zeitung muh vor dem Frühstück fertig sein. Unterdessen stehen bereit» die SchisfS- jungen in langer Reihe vor den RedaktionS- räumen unb warten auf bie fertigen Eremplare. um sie auSzutragen. Dinnen einer halben Stunde find Hunderte von Stücken des öfeitigen Mattes, das mit den Anzeigen 15 000 Worte umsaßt, unter die Passagiere verteilt. Mit einem Seufzer der Erleichterung zieht sich ber Chefredakteur in seine Kabine zurück. Er blickt noch durch das Guckloch unb sieht bie Morgenröte in goldigem Glanze dem weiten Meer entsteigen.^ Aber dies Dild bietet für Ihn keine Reize! gähnend sinkt er inS Dett ..." , Ein Riesenfestzug zum Eisenbahnjubiläum. Ein eigenartiger Festzug wird am 2. 3uli über die Strecke zwischen Stockton und Darlington in England dahinziehen, auf der vor 100 Jahren die erste Eisenbahn der Wett dahin-' gerollt ist. Zuerst kommt eine der frühesten Lokomotiven ..Hetton Cvlliery", die mit derselben Geschwindigkeit von 10 Kilometer in ber Stunde fährt, wie sie es bei ihrer ersten Fahrt 1822 tat. Dann folgen andere alte Lokomotiven, unb ihnen schließen sich große mobeme Lokomotiven an, bie LuruSwagen ziehen, bie von ben großen Eisenbahngesellschaften gestellt wurden Der Zug wird 10 Kilometer lang fein und bie Entwicklung des Eisenbahnwesens innerhalb einesIahrhunberts zeigen. Ein ganzer Eisenbahnzug besteht au» flachen Wagen, von denen jeder ein lebende» Bild aus ber Geschichte ber Eisenbahn trägt. Den Beschluß macht eine der größten und neuc- caftle"; sie folgt der „Lokomotive Rr. 1", der ft en englischen Maschinen, die „City os Rew- von George Stevenson erbauten Maschine, die den ersten Eisenbahnzug auf der Fahrt von Etockton nach Darlington am 27. September 1825 zog, und diese ist auch diesmal an der Spitze eines Eisenbahnzuges, die dem ersten Zuge genau nachgebiidet ist. Aus den Sitzen der alten Waggons wird eine Musikkapelle Platz nehmen, die dieselben Uniformen trägt wie die Kapelle, die bei der Eröffnung der ersten Eisenbahn der Wett ihre fröhlichen Klänge erschallen lieh. Rundfunk-Programm deS frankfurter Sender-. (Aus der »Radio-Umschau".) SamStag, 6. Juni: 12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtew- dienst. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert deS Hausorcheßers: Ermunterung zur Sommerreise. 6 Uhr: Wirtschastsmeldungen. 6 bis 6.30 Uhr: Jugendstunde, Aus dem Roman „Reise deS kleinen Riis Holgersson mit den Wildgänsen" von Selma Lagerlöf. 6.30 bis 7 Uhr: Der Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: Aus Historie und Phantasie (Anekdoten und Rätsel). 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bunde« für Dollsbildung. — Dortrag von Else Eppstein: „Eine Arbeiterreise nach London". 8.30 bis 9.30 Uhr: Sinfonie- konzert: Mozart. 10 bis 11 Uhr: Harfenmusik. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Ifr. ReNgionsgemeinde. GotteSb. i. b. Synagoge (Cübanlaqe). Samstag, den 6. Juni. Doraod. 7.45, morg. 8.30, abds. 8.50 u. 9.30. ' wcschäftlichcs^ — Dad-Lippspringe. Am 25. Mai ist in dem weltbekannten Badeort Dad-Lippspringe unter Beteiligung der Stadt Lippspringr ein neues Badeunternrhmen unter dem Ramen Kaiser-Karls-Bad eröffnet worden. Umgeben von parkartig gepflegten Tannrn-, Fich* ten- und Duchenwaldungen liegt da« neur Bad im 1000 Morgen großen städtischen Kurwalde, von allen Setten gegen rauhe Winde geschützt. Das Kaiser-Karls-Bad hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Bad des guten Mittelstände» zu sein. Die Aufmachung und Einrichtung ist eine gute gediegene unb vornehme. Der Badegast fühlt sich hier wohl. Sr findet hier bie ihm zusagende Gesellschaft und genügend Abwechselung und Zerstreuung. Bad Lippspringe (ztrka 6000 Einwohner) liegt im Kreise Paderborn, am Südabhange des TeutoburgerWaldeS, 140 Meter über dem Meeresspiegel. Die Kaiser Karlsguelle ist eine sulfatische Bittercprelle, welche zum Trinken, Inhalieren und Baden verwendet wird. Die Bäder sind erstklassig eingerichtet. Das Bad ist während des ganzen JahreS geöffnet. Hauptkurzeit April bi» Oktober. Dank der Nimatischen Vorzüge LiPPsPringeS sind auch dte Winterkuren sehr zu empfehlen. Die Verwaltung des Kaiser-KarlS-DadeS ist zu toetterm Auskünften bereit. n-rrktpreise. Mite 35, At io SMpl 7 M!' 2$. 3®u Tollen 7s flip Erdbeeren ' ’«>>> Das VM- fri» s 150. W La^ .Kohlrabi ilSsaS/' heiter W ’ÄÄ ”, SÄ’S? «6rli^Sp'E Professor 1 mm a I: Gehen Sie bloß weg mit den minderwertigen Präparaten, wovon jeder Schuh hart und brüchig wird. Ein unansehnlicher Schuh gibt sofort Ihrem ganzen Aeußeren das Gepräge, womit Ihnen durchaus nicht gedient sein wird. Darum nehmen Sie nur die feinste Terpentinware: Jmmalin Jahrelang? verein ehem. Mer Gietzen. Sonntag, den 7. Juni Naturheilverein Sonntag, den 7. Jnni 1936 Familiennachmittag auf dem Trieb. «Darbietungen von HanS- LachSsotelen, Kafverle-Tbeater, BolkS- tänzen. Kinderfvieicn.» Tresivunkt und Abmarsch 3 Uhr beim Amtsgericht. Gaste willkommen. <»4866 Vereins-Ausflug nach dem Zchiflenberg Gemütliches Beiiammeviein und Kinderbelusttgnng daielbst. Abmarsch 2 Uhr Ludwigsvlatz. — Wir bitten unsere Mitalteder nebst Angehörigen um zahlreiche Beteiligung- 56501) Ter Vorstand. Öerba-Seife besetttgt, nachdem v,S dahln alle anderen angewandten Mittet versagten. Dostass v.t'D. Der Lt. M. -.66, 90=» ütiitlrtt M. L- Zur Nacvbeoandlung tstperdcuSreme dcsonverr zu empretten. Zu haben in allen «voiheten, Trogertcn uud Derfumerltn Gießener Turnerschaft. Sonntag, 7. Juni 1925 Bezirksturnfest in Allendorf an der Lahn. Gemeinsamer Abmarsch verm. 1,7 Uhr vom Katholischen Verein eh aus. 5653D Der Ausschuß der G.T. Vertreter in Gießen 3981V Karl Walther, Bezirksbeamter, Hofmcmnstraße 6. (DbSieÄ stets wird eine Lebensversicherung von Nutzen fein. Sorgen Sie für Ihren Lebensabend und für Frau und Kind. - Zeitgemäße Lebensversicherungen in vollkommenster Form zu günstigen Bedingungen und niedrigen Prämien erhalten Sie bei dec bekannten Leipziger Lebenrverficherung A.-S. In tiefer Trauer: Frau Clara Koch geb. Krauße Karl Reinhard Koch Hanns Joachim Koch und Braut Frau Dr. Koch Witwe Sanitätsrat Dr. Reinh. Koch und Familie Frau Dr. Mueller geb. Koch Frau Musikdirektor Krauße. Gießen, Nidda, Wiesbaden, den 5. Juni 1925. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. Juni, morgens 10'/z Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04900 Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Ratschluß entschlief am Donnerstag morgen 9 Uhr infolge einer Operation mein heißgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn und Bruder Herr Zahnarzt Wilhelm Koch I MMIIlIVWIMMIDVWMWMrWMsMf -r Ziehung bestimmt am 19Juni 1925 Eisenacher 2 8 22 Gewinne zus. Mark 25 OOO Haupt- O OOO gewinne 3 000 $655id LOSE S 1 Hfc. 3^0 P?gU mehr. Generalvertreter für Besäen: A. Dinkelmann, Lotterie-Einn., Worms. Zu haben in Gießen bei: Lott.-Einn. Fritz Reuter; H. Götz, Friseur; L. Joost, Lott.-Geschäft: W. Semmler, Seltersweg. und in all. durch Plakate kenntl. Geschäften. 3« MN WA 3-4000 qm GeIändeWiese,Ackerusw.j, nahe der Stadt, aus längs Dauer, für Sportzwecke. Schriftl. Angebote Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Kathrine Schwalb nebst Angehörigen. Oroßen-Buseck, den 4. Juni 1925. Die Beerdigung findet Samstag, 6.Juni, nachm. 2 Uhr,statt 569 ID Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß heute mittag unerwartet infolge eines Unglücksfalles mein innigstgeliebter Gatte, unser lieber Vater, mein lieber Sohn, unser Bruder, Schwager und Onkel Christoph Schwalb II im 48. Lebensjahr gestorben ist Der Vorstand 04901 herzlichsten Dank. 048 71 MI SlrM und filnüet. Tel. 240 auch nachts Prima Speisekartoffeln gelbfl. u. roelbil Sorten, empfiehlt 6167D H. Trechsler, Steinstr. 73, Tel. 1581 Altersvereinigung 1865—1915. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Hinscheiden unseres lieben Alterskollegen Herrn Zahnarzt Wilhelm Koch geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Juni, vorm. 10*/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt» Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Danksagung Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesenen Beileidsbezeigungen, insbesondere für die Kranz- und Blumenspenden und die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung sagen wir allen unseren Bekanntmachung. Die zum Ausbau nachfolgender Straßen- strecken erforderlichen Erd- und Kanalbauarbeiten sollen öffentlich vergeben werden. Angebote sind spätestens bis Donnerstag, den 11. d. Mts., vormittags 10 Uhr an das Stadtbauamt abzugeben. Daselbst sind Vordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 1. Wilhelmstrahe zwischen der Straße „Auf der Weitz erde" und „Aulweg". 2. Derbindungsstratze zwischen der Liebig- stratze und Wilhelmstratze. 3. Aulweg zwischen der Liebig- und Wilhelmstratze. 4. Friedrichstraße zwischen Wartweg und Leihgesterner Weg. 5. Wartweg zwischen Friedrichstraße und Aulweg. 6. Derbindungsstraße zwischen Kaiserallee und Licher Straße, oberhalb der Landmannstraße. 7. Licher Straße zwischen Kasernenstraße und Straße „Am Kugelberg". Gießen, den 3. Juni 1925. 5685B_______Stadtbauamt. Braubach. Zwei Pianos wenig gespielt, billig zu verkaufen. Pianohaus «“D August Hörster, Gießen. Laufende Abnehmer für täglich 10008 MttHISlK la Qualität, gesucht. Kruppsche Verwaltung der Saynerhölle SayN (Rhld.). 5677D Wer ❖ r ol ne Rinde in empfiehlt 4982 a Heinrich: | Driesch! z Selkers!veg?O z ♦ ♦ besten Qualitäten Btle üomaöour Mburger stets Irisch ♦ edjter » Sfljroeijct ♦ Maier ♦ kheller »Moquefott t ßamemöeri t EaiaientWler ♦ über geht m'x. iin* ntr k,Vt< btrt Rhld, ia Handkoffer sehr billig 1606c Carl Schunck | Vermietungen | Benflon Branöl Neuen Baue 22 Sonnige möbi. Zimmer Gute Verpflegung. Tel. 1085. D82m Ml>i. 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Wnöiims Füssen. £. Warnung. Mache hiermit die Geschäftsleute von Gießen aufmerksam, der Frau Wille Sdimiöt geb. Biete wohnhaft Löwen- gasse hier, nichts zu leihen, ba ich für nichts haste. 0,636 Aug. Schmidt, Schießhallenbesitzer, Gießen. BienknMttm. Weilli.Unigtb. Versammlung Sonntag, 7. Juni, nachmittags 3 Uhr, bei Mi glled Kraft, Frankfurter Str. 81 Tages-Ordnung: Siehe Biene. ^D Buß. EinAkabemtker sucht Tanz unterricht (privat). Schr. Angebote (sowie Honoraranspruch) u 04886 an ben Gieß. Anz. „Die Wanderer" Gießen.Radf.-Ges. voll 1896. Abfahrt zur Gauwandersabrt Sonntag, 7. Juni, pünktlich6 Uhr, 'Vereinslot (Frankfurter Hof), Linden- vlatz.5689D WWWWWW Samstag, 6. Juni' abds. 8 Uhr: 0,884 tamM b. Kamerad Mocco. WWWWWW Monatsversammlung Samstag, 6. Juni, 8.30 pünktlich, im Vereinslokal. 66 -D Rad-Club Germania. Sternfahrt Sonntag, 7. Juni. Abfahrt 5.00 vorm. Bereinslokal. “"D Fabrwart. In Sevilla bat der Karneval begonnen Eine Luft von Liedern und Lachen. Die Stadt ist außer Rand und Band. Rote Rosen - funkelnder Wein. Purpurne Lippen - zärtliches Lachen. Lockende Lieder in den sonnenwarmen Gassen. Das ist das alte Sevilla im Kamevals- taumel. Alles verlangt - alles ruft nach Rosita, Rosita. ROSITA die Straßensängerin sie darf in dem bunten Treiben nicht fehlen und sie singt ihr Lied vor dem ganzen Volke und erobert die Herzen aller. - Das ist der Auftakt zu dem Großfilm: ROSITA, die Straßensängerin welcher unter der Regie eines Ernst Lubitsch mit Mary Pickford gedreht wurde. - Geschmeidig, in prächtigen Gewändern, schelmisch und kokett, verführerisch und ränkevoll, flirtend, betörend - das ist Mary Pickford der Liebling der Männer und Frauen. - Der Film spielt im Lichtspielhaus nur Freitag, Samstag und Sonntag! 5686c iir. E nehmlich in aber es to die Anbunc anMeifen,' stanfinM 8eMen w Friede nicht lasch Korea wenn auch unb hrrschw Konflikt vor Gegebene, der Japanc unb bas C Duffen ger ben 'Äat, der eurvyc [affen, abe ab. Die - solche Mo nete §ilf( GefaHr ei £ür, tväh [ehen wer! Politik ga Deutschlant schabenfroh nen lassen Mch nicht [anö vorsl Dies c ben, betäti Derbinbnnz auch eine ' ein. Die Q sich durch gestellt sei ein Ausglc Da hier b ^anöenfäir Mfen, 5ü durch den i »rs in hoben tour, famen Dors Oesterreichs arbeit der ewigen Dx pent« japs' 9 Prof. Unter Iahr/L burch K getreten fi vorrage"^ gemeinen s- einen gj“ auch «S leressen M aus seinen gangen im würbe, so 6' lebhaft bc Aktenpublm hallen reich möglich, w > [oben eine bleme. die zusammen Die M land unb 3 s"6 M . dB Äi Me Qu; dort die ; ZE/ ««■ i6r"6ei §eta6e j fil »Z'L L,Dor.e! sehen tön »irfu; Gefahr ei höhte, tüa: starkes M bie Diene wie Italien die stets c ^nsurrektii großen D Rußlanb i Trüben zr «r. <29 zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) greitag, 5. Juni (925 herüber und wechselte ab mit den Weisen der überall bei ihrem Austreten mit Freuden begrüßten Kapelle der Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande aus Hannoversch-Münden. Die Hamburger Mädels in strahlenden weißen Kleidern tanzten die Tänze der Wasserkante, die hier in der Bergwelt besonders eigenartig und eindrucksvoll wirkten. Ein Berliner Echülerchor trug die einfachen schlichten Lieder der Mark vor. lind immer wieder hallte das Tal von den Heilrufen und dem Beifall. So ging das bunte Treiben weiter, bis die Sonne jenseits der Berge zum Untergänge sich neigte und in strahlendem Goldglanz hinter den südbayerischen Dergkuppeln verschwand. Wer hier die Buben und Mädel mit ihren blanken leuchtenden Augen, die nicht mehr mit offenem Blick die Schmach des Kricgsausganges geschaut haben und bei aller deutschen Aot im Vertrauen auf ihre Führer und Lehrmeister in eine bessere deutsche Zukunft blicken, die Jugend aus allen deutschen Gauen, wohl zu zwei Drittel aus der norddeutschen Tiesebene, gesehen hat, wie sie vor dem Rückmarsch ins Tal das Deutschlandlied fangen, dem mußten die Tränen in die Augen treten. Rückwärts geht es nach Kufstein, wo alles sich mit Fackeln versah. Und nun begann ein grandioses Schauspiel, das, wenn möglich, den Eindruck von der Dergwiese übersteigerte. Das Herz Jungdeutschlands schlug in Zehntausenden von Flammen in Kufsteins trotzigem Gemäuer. Durch alle Gassen zog sich der Zug der Fackeln. Er spiegelte sich wider in den Fluten des 3 n n , er beleuchtete gespenstisch die Mauern der Beste und er blinkte hinüber zu den Feuern auf den umliegenden Berghäuptern. Ganz Tirol grüßte sich hier im Flammenrausch mit Alldeutschland. Und immer wieder ballten die Fackeln sich zusammen am oberen Marktplatz, wo ein gigantisches Flammenspiel auf l1/» Stunden währte. Brausend schallte der Jubelsang zum Himmel empor, rauschte in urkräftigen Rhythmen hinauf. Die Jugend hat gelernt, was der Schandvertrag von Versailles uns genommen, sie hat gelernt, sich selbst zu unbedingten Gehorsam und Unterordnung unter dem Willen der grohdeutschen Führer zu erziehen, um einmal Kämpfer zu werden zur Heimholung der verlorenen Gebiete. Das war nicht Phrase, nicht Theater, nicht bloßes Schauspiel. Cs war der Ausdruck elementarer Gewalt, ein Ausbruch des urwüchsigen Rechtsgefühls. Und es war nicht nur eine Huldigung, es war ein Bekenntnis und Gelöbnis, als die Jungens sich den Vorsitzenden des V. D. A. von Hintze buchstäblich, so respektlos es zu schreiben ist, beim Hosenboden griffen, um ihn, das heißt seinen Besitzer, auf eine halbe Stunde hin und her durch das sprühende Feuermeer zu tragen. Das war auch ein großer seelischer Erfolg von Kufstein. Demgegenüber konnte nur wie ein müder Abklang das Schauspiel der bengalischen Beleuchtung der Festung Kufstein mit der Darstellung von der Erstürmung durch Maximilian I. wirken. Am Pfingstmontag wieder der gleiche tiefe Eindruck bei der Festtagung auf der Josephs- bürg, wo zu Recht das Wort gesprochen werden konnte, daß diese Jugend auch wird marschieren können, wenn es sich nicht nur um einen Fackelzug handelt. Lind dann als symbolischer Abschluß der Festzug, der all das Erlebte zusammenfaßte mit feinen Fahnengruppen, mit seinen älp'erischen Trachten aus den bayerischen und tiroler Tälern, mit seinen historischen Gruppen aus Südtirol, mit der alten Fahne Andreas Hofers, aus Meran von 1809, mit den einheitlich und vielfältig bunten Kleidern der Iugendgruppen. Musik in Darmstadt. 3m Rahmen des „Darmstädter Sommers" sind mehrere bedeutsame m u f i t a 11 - sche Veranstaltungen geplant. Auf Veranlassung der städt. Akademie für Tonkunst wird am 12. 3 u n i das Orchester der Dresdener Staatsoper, unter Leitung des Generalmusikdirektors Fritz Dusch und unter Mitwirkung von Prof. Adolf Dusch, in Darmstadt ein Konzert geben. Am 27.3uni folgt oaS Orchester der Wiener EtaatSoper (Philharmonisches Orchester) unter Leitung von Generalmusikdirektor Druno Walter und am 7. Juli das Orchester der Berliner Staatsoper unter Leitung von Generalmusikdirektor Erich Kleiber. « --.3 31 Deutschland und der russisch- japanische Krieg ((904/5.) Von Dr. Gustav Rolosf. O. Prof, der Geschichte an der Universität Gießen. Unter den politischen Fragen, die das erste 3ahrzehnt unseres 3ahrhunderts erfüllten und durch den Weltkrieg in ein ganz neues Stadium getreten sind, nimmt die ostasiatischc einen hervorragenden Platz ein, sowohl nach ihrer allgemeinen Bedeutung wie speziell nach ihrer Wichtigkeit für Deutschland. Die Zukunft Chinas, unberechenbar nach der politischen wie der wirtschaftlichen Seite, berührte alle Großmächte, vornehmlich die China benachbarten Staaten 3apan und Rußland, und, wie betannt^at der Zusammenstoß zwischen diesen beiden Mächten (1904 5) einen gewaltigen Antrieb zur Umgestaltung bei ostasiatischen wie allgemeinen Lage gegeben. Da auch Deutschland wegen seiner ostasiatischen 3n- teressen wie wegen der Wirkung des Krieges auf seinen russischen Rachbar von den Vorgängen im fernen Osten nachdrücklich berührt wurde, so hat her Krieg die deutsche Diplomatie lebhaft beschäftigt! mehrere Bände der letzten Aktenpublikation fee Auswärtigen Amtes enthalten reichliches Material darüber, so baß es möglich ist. sich burch Betrachtung einiger Episoden eine Vorstellung von der Fülle der Probleme, die mit der ostasiatischen Angelegenheit zusammenhingen, zu verschaffen. Die Möglichkeit eines Krieges zwischen Rußland und Japan war in Berlin schon seit Jahren erwogen worden, da die Verhandlungen über die Vorherrschaft in der Mandschurei und vornehmlich in Korea nicht zu Ende Famen. Speziell der Kaiser hatte schon mehrere Wochen vor Ausbruch des Krieges keinen Zweifel, daß der Friede nicht mehr lange währen könne, da Rußland Korea den 3apanern nicht ausliefern könne, wenn auch der weiche Zar, „der ahnungslose Engel", lange zwischen Krieg und Frieden hin- und herschwankte. Für Deutschland war in dem Konflikt von vornherein strenge Reutralität das Gegebene. Der Kaiser, der in dem Vordringen der 3afcancr eine Gefahr für die weiße Rasse und das Christentum erblickte, hätte zwar den Russen gern eine moralische Unterstützung durch den Rat. große Äraftanflrengungen zum Schutz der europäischen Kultur zu machen, zuteil werden lassen, aber auf Bülows Anbringen ließ er bavon ab. Die Russen, sagte ber Kanzler, würben eine solche Mahnung mit bem Ersuchen um bewaffnete Hilfe beantworten, unb bamit stehe bie Gefahr eines Bruches mit Englanb vor ber Tür. während die Ablehnung Rußland verletzen werde. Als Richtschnur für die deutsche Politik galt fortan, alles zu vermeiden, was Deutschland in Rußland als unsicheren oder schadenfrohen und hinterlistigen Rachbar erscheinen lassen könnte", andererseits dürfe es sich „auch nicht gegen 3apan oder gar gegen England vorschieben lassen". Dies Streben, jede Verwicklung zu vermeiden, betätigte Deutschland insbesondere, als in Verbindung mit dem ostasiatischen Kriege sich auch eine Wetterwolke am Balkan zeigte 3n Bulgarien waren Regierung und Volk geneigt, bie Bindung Rußlands zu benutzen, die Pforte anzuweisen. Mazedonien und womöglich Konstantinopel zu erobern, was mit Sicherheit auch Serbien und Griechenland zum Vorgehen bewogen bätj£. 3a. s chwerlich hätte 3talien einem ilebergreifen Serbiens nach Albanien ruhig zu- sehen können, unb baS mußte wiederum seine Rückwirkung auf Oesterreich auöüben. Was die Gefahr eines allgemeinen Balkanbranbes erhöhte. war. daß in Bulgarien wie in 3talien starkes Mißtrauen gegen Oesterreich herrschte! bie Wiener Regierung, behaupteten bulgarische wie italienische Diplomaten und Zeitungen, schüre bie stets glimmende mazedonische und albanische 3nsurrektion unb rüste sich im stillen, um einen großen Balkankrieg Hervorzurusen unb. solange Rußland im nahen Orient aktionsunfähig sei. im Trüben zu fischen. Ratürlich war der Verbacht grundlos unb ging nach Bülows Meinung auf böswillige Ausstreuungen Montenegros zurück, aber es wäre nicht das erste Mal in der Weltgeschichte gewesen, daß ein falscher Argwohn große Krisen erzeugt hätte, oofort setzten Deutschlands Bemühungen in Sofia und Konstantinopel ein. Die Verdächtigung der Wiener Polittk ließ sich durch die Tatsache, daß Rüstungen nicht an- gestellt seien, entkräften, aber schwieriger war ein Ausgleich zwischen Bulgarien und der Türkei, da hier die Gemüter durch die unaufhörlichen Dandenkämpfe in Wallung versetzt waren. 3n- dessen. Fürst Ferdinand ließ sich beeinflussen durch den Empfang eines bulgarischen Geschästs- trägers in Berlin, wodurch seine Stellung gehoben wurde, unb ber Sultan war den gemeinsamen Vorstellungen Deutschlands, Rußlands unb Oesterreichs zugänglich Unter ständiger Mitarbeit der deutschen Diplomaten kam so nach einigen Wochen ein bulgarisch-türkisches Abkommen zustande, in dem Bulgarien sich zur Unterdrückung der mazedonischen Banden auf fein:m Territorium verpflichtete, während der Sultan versprach, eine Anzahl wegen Unruhen verurteilter Bulgaren zu amnestieren (April 1934). Die Dandenkämpfe konnten hierdurch freilich nicht ausgelöscht werden, aber ein Konflikt zwischen den beiden Staaten mit seinen unberechenbaren Folgen, wovon die öffentliche Meinung nichts ahnte, war doch, und zwar wesentlich durch uie Anstrengungen ber deutschen Regierung, verhütet worden. Aber trotz ihres Friedenswillens blieb bie beutsche Regierung von schweren Verwicklungen nicht verschont. Man erinnert sich, daß bas russische Ostscegeschwader. bas im Herbst 1904 nach Ostasien entsandt wurde, seine Unglücksfahrt. bie mit feiner Vernichtung in ber Schlacht von Tschüs im a enbete (27. 28. Mai 1905), mit einer tragikomischen Tat eröffnete: Der Admiral Roschdestwensky ließ an ber Dogqerbank einige Fischerboote aus Hutt, bie er für japanische Torpedoboote hielt, beschießen, wobei zwei Eng- länber ben Tob fanden. Ratürlich erregte dieser Vorgang in England großen Sturm; die öffentliche Meinung verlangte zuerst Delchlagnahmc der russischen Flotte, und bie Regierung sparte ebenfalls die Drohungen nicht, begnügte sich bann al er mit ei. e gemischten Untersuchungrkommission, bie bie Verantwortlichkeit feststellen sollte. 3n biefem milben Vorgehen gegen die russische Flotte kam beutlid) eine Schwankung ber englischen Politik zum Ausdruck: Man rechnete in London mit dem Siege der 3apaner und war bereit, ben Russen bie Hand zu bieten, sobald sie in Ost- afien nicht mehr gefährlich werden konnten. Hand in Hand mit dieser beginnenden Annäherung an das Zarenreich, für die insbesondere Frankreich mit allen Kräften arbeitete, ging die Feindseligkeit gegen Deutschland. 3n England und Frankreich wurde gleichzeitig versucht. Deutschland für den englisch-russischen Zwischenfall verantwortlich zu machen. 3n der englischen wie französischen Presse wurde behauptet, die deutsche Regierung habe in der Absicht, einen englisch - russischen Konflikt hervorzurufen, der russischen Marme- leitung mitgetcilt, japanische Torpedoboote lauerten der Ostsoeflotte in den europäischen Gewässern auf. und dadurch habe sie den Admiral Roschdestwensky und seinen Stab in solche Nervosität versetzt, daß sie harmlose Fischerboote für Kriegsschiffe ansahen. Es war selbstverständlich kein wahres Wort daran. Erstens wünschte man in Berlin keineswegs einen Bruch zwischen England und Rußland - der Kaiser äußerte ä. D. wieder- holt schwere Besorgnisse wegen dieser Möglichkeit — unb bann hatte man den Russen eine solche aufregenbe Warnung auch nicht zukommen lassen. Wie bie Alton ergeben, waren ber deutschen Regierung Gerüchte nus Dänemark und Englanb über japanische Anschläge in den europäischen Gewässern zugegangen, aber man nahm sie nicht ernst und gab sie nicht nach Petersburg weiter. Obgleich so jene Verdächtigung von Deutschland aufs schärfste abgewiesen werden konnte — eine unverschämte Lüge nannte sie Bülow im Reichstage — blieb bie englische öffentliche Meinung doch lange Zeit unter ihrem Eindruck. Die Presse erörterte bie Wahrscheinlichkeit eines Krieges mit Deutschland, und in einer halboffiziellen Ma- rinezeilschrift wurde ber Vorschlag gemacht. Deutschlanb zu überfallen, ehe es feine Flotte vollendet habe. Die englische Regierung rückte natürlich weit ab von solchen Drohungen, tat aber nichts, bie Erregung zu beschwichtigen. Rach dem Urteil der deutschen Dotfchaft war kein Zweifel, daß ein ähnlicher unglücklicher Zwischenfall wie ber von Hüll zwischen deutschen uni englischen Schisfen unbedingt zum Kriege führen werde: die öffentliche Meinung werde die Regierung einfach dazu zwingen, da sie Deutschland als den gefährlichsten Gegner betrachte. Ohne Zweifel befand sich Deutfchland in einer un- erguickl chen Lage, denn für den Fall eines englischen Angriffs, dem selbstverständlich ber Krieg mit Frankreich folgte, gab es Unterstützung nicht, da Rußlanb jeder Annäherung auswich, obgleich Deutschland die wohlwollendste Reutralität geübt unb Bülow wiederholt den Wunsch zum Ausdruck gebracht hatte, daß durch den japanischen Krieg „das russische Kaiserh^ nicht erschüttert und die russische Weltstellung nicht für längere Zeit verringert werden möge". Die 3folierung, in bie Deutschland durch bie Abwendung Englands und die Zurückhaltung Rußlands hineingeriet, wurde in den folgenden Monaten noch deutlicher. Obgleich sich Deutfchland. sobald Rußland die Rotwendigkeit, Frieden zu schließen, erfannte, im Verein mit dem Präsidenten Roosevelt bemühte, die Anbahnung von Friedensverhandlungen zu erleichtern, wußte ihm Rußlanb keinen Dank. Dünbnisverhandlungen. die die beiden Kaiser persönlich im Sommer 1905 führten, hatten kein greifbare* Ergebnis unb hinterließen auf der deutschen Seite ein tiefes Gefühl der Enttäuschung, ja die Gewißheit, daß Rußland einen Anschluß an England suche, also in Gegensatz zu Deutschland treten wolle Diese Abwandlung war um so wichtiger, als jetzt die russische Politik nach ihrer Riederlage in Oft- aficn voraussichtlich wieder im nahen Orient Betätigung suchte, und damit bas für die europäischen Beziehungen so gefährliche Dalkan- problem wieder auftauchen mußte. Aus der Provinz. L'nnMrciO Gictzcn. !*! Rödgen, 4. Juni. Eine gemcinschaitliche Sitzung zwecks Regulierung der Wieseck in den Gemarkungen Rödgen und Alten-Buseck fand dieser Tage in Alten Buseck statt. Erschienen waren Rcgierungsrat Dr. B raun vom Kreisamt Gießen, Baurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen und die Gemeindevertretungen von Rödgen und Alten-Buseck. Rcgierungsrat Dr.B raun sprach ich über das Projekt 1912, das bereits die Geneh- migung des Ministeriums in Darmstadt hatte. Baurat Steinbach gab zu diesem Projekt einige Plane und Erläuterungen, so daß Rödgen der Annahme zustimmte, während Alten-Buseck die Zustimmung bis zur nächsten Gemeinderatssitzung verschob. Der Voranschlag des Projekts beträgt 22 000 Mark, es sollen ca. 12 000 Kubikmeter Erde bewegt werden. L Burkhardsfelden, 4. Juni. Unsere Gemeinde rüstet sich zu einem Feste seltener Art. Am kommenden Sonntag, 7. Juni, begeht unsere Kleinkinderschule die Feier ihres 50jäh- rigen Bestens. Die ganze Einwohnerschaft nimmt an dieser Jubelfeier regen Anteil: haben doch bereits drei Generationen zu den Füßen der beiden Schwestern gesessen, die heute noch in be« wundernswerter Frische und Rüstigkeit ihres schönen Amtes malten. Schwester Elisabeth 2111 wirkt seit 1878, Schwester Elisabeth Stotz seit 1881 an der Anstalt. Beide sind aus dem Diakonissenhaus Ronnenmaier hervorgegangen Die örtlichen Gesangvereine, unsere Schüler, ei.y auswärtiger Posaunenchor, u. a. werden das Fest verschönen helfen, das um 2 Uhr unter den Linden beginnen wird. I Watzenborn-Steinberg, 4 3uni. Die hinter uns liegenden Pfingsttage brachten unserer Gemeinde äußerst stark besuchte Got- tesbienste. Am 1. Festtage wurde der Gottesdienst wirkungsvoll bereichert unb verschont burch Mitwirkung bcs Kirchengesangvereins, ber bas Lied „Wach aus meines Herzens Schöne" klangschön vortrug unb burch ben von den beiben Mitgliebern B u r g a unb 3 u n g als Einzelgesang eindrucksvoll vorgetragenen Chor „Heilig, heilig, heilig ist der Herr". Die Kollekte für die Lutherstiftung ergab am 1. Festtag 20 Mk., am 2. Festtag zur Ausschmückung der Kirche 23,90 Mk. Auch in der Filialgemeinde Garbenteich war eine recht starke Beteiligung an den Festtags- unb Traugottesbiensten zu bemerken. 1*1 Rieber-Defsingen, 4. 3uni. Ein frecher Diebstahl würbe hier bei bem Wirt „Zum Löwen" verübt. Ein feiner Herr kam in unser Dorf, kehrte bei bem Wirte ein, aß unb trank unb bestellte sich ein Zimmer für bie Rächt. Als man ben Gast am Morgen wecken wollte, wurde festgestellt, daß der Vogel ausgeflogen war unb ein f a st neues Fahrrad mitgenommen hatte. Außerdem hatte er auch die Zeche nicht bezahlt. Wahrscheinlich hat der Bursche das Fahrrad mittels einer Schnur durchs Fenster gelassen und ist darauf entflohen. Der Fremde war mit einem hellen Anzug und braunen Schuhen bekleidet. wn. Weickartshain, 4. Juni. Am zweiten Pfingstfeiertag wurde vom hiesigen Krieger- verein eine kleine Feier veranstaltet. Hierbei wurde 29 Kriegsteilnehmern die Kriegsdenkmünze von 19 14 bis 1918 überreicht. Gleichzeitig erhielten sechs Kameraden die 40jährigen und zwei Kameraden bei 25jährigen Bereinsavzeichen. An der Feier nahmen auch der Gesangverein und der Landjugendbund teil. V Londorf, 4. Juni. An Stelle des in Pension versetzten Straßenwarts Konrad Nachtigall von Allertshausen wurde besten Sohn Ehr. Nachtigall daselbst zum Straßenwart ernannt. K Lich, 4.3uni. Gestern wurde mit den Umbauarbeiten an der Turnhalle unseres Turnvereins begonnen. Sie erfolgen unter Leitung von 2lrchitekt Schuhmacher- Gießen. Rach den von ihm ausgearbeiteten Plänen wird aus der 1884 erbauten Turnhalle, deren Raum sich längst als zu klein erwiesen hat. ein monumentaler Bau entstehen, der nicht nur dem Verein, sondern auch ber Allgemeinheit von Rutzen sein wird. Daß dir Vergrößerung in erheblichem Maße erfolgen kann, ist wesentlich dem großen Entgegenkommen des Fürsten Reinhard zu verdanken, der von einem angrenzenden fürstlichen Grundstück eine ansehnliche Fläche kostenlos dem Turnverein Aur Verfügung gestellt hat, nachdem er vorher schon sein Interesse an dem Umbau dadurch bekundet hatte, daß er durch freie Gestellung des Bauholzes in dankenswerter Weile zur Herabminderung ber Baukosten beitrug. Dir ©c'amtfoftcn des Umbaues belaufen sich nach vorläufiger Berechnung auf etton 25 000 Mark. Davon sind rund 20 000 Mark burch Anteilscheine bereits ausgebracht. Man hofft, daß auch die Stadt Lich das gemeinnützige Unternehmen, als welches der Umbau anzusehen ist. in irgend einer Form unterstützen wird. Der Vorstand des Turnvereins und der Finanzausschuß baten sich in Begleitung von Architekt Schuhmacher unlängst auf einer Rundfahrt verschieden: ober- hessische Turnhallen angesehen, um Anregungen für den Erweiterungsbau zu erhalten. Mrcie Hricdbcrg ss. Friedberg, 4. Juni. Die Feier des diesjährigen 21 u g u ft i n e r f d) u 11 a g e 5 ist nunmehr auf den 20. und 21. Juni festgesetzt; ein bc- sonders reichhaltiges und vielseitiges Programm wird wohl dazu beitragen, mehr noch wie in früheren Jahren zahlreiche frühere Augustinerschuler zu bewegen, wieder einmal die alte Schulstabt zu besuchen. Die am 20. Juli ftattfinbenben Wettkämpfe zwischen Oberrealschule und Gymnasium werden ihre Höhepunkt in der llcberreid)ung eines von Friedberger Damen gestifteten Wimpels an die siegreiche Mannschaft finden, am Abend wird ein Bankett in Groß Friedberg alt und jung zu sroher Feier vereinigen. Ganz besondere Bedeutung aber wird die diesjährige Feier durch die Aufstellung des von Studienrat Roth, dem seitherigen! Zeichenlehrer ber Anstalt entworfenen plastischen Kunstwerkes „Der Fackelträger" erhalten. Das hervorragende Werk stellt bie Figur eines Jünglings dar, der eine Fackel in die -höhe hält, bie symbolische Bebeutung wird am besten burch bie am Sockel angebrachte In- schrift ausgedrückt: „Immer vorwärts sei Dein Streben! Aufwärts nach der Wahrheit Licht' Aus dem Innern quelle Leben, rastlos Ringen |ci Dir Pflicht! Dunkel ist des Lebens Spiel, sicher führ' ich Dich zum Ziel." Neben den beiden bereits arifgehängten Hölscherjchen Bildern, denen hossent- lich bald weitere folgen werben, wirb bie,es Werk gewiß einen hervorragenben Schmuck ber schönen Schule bilden, die Ausführung ist in Hohlgalvano- plastik in der Metallwarenfabrik Geislingen erfolgt. * Butzbach, 4. Juni. Im Zusammenhang mit ber hiesigen Bürgermei st erwähl wird sich voraussichtlich ein Strafprozeß abspielen. Die „Butzbacher Zeitung" brachte nämlich in ihrer Nr. 119 ein Eingesandt, in dem in hanebüchener Weise beleidigende Vorwürfe gegen ben Wahlausschuß für bie Bürgermeisterwahl erhoben mürben. Der Verleger unb Rebakteur ber „Butzbacher Zeitung, Schneiber. veröffentlichte alsbald eine Erklärung, in ber er sein Bebauern über die Aufnahme dieses Eingesandts aussprach und zugleich betonte, daß die Veröffentlichung in seiner Abwesenheit von einem Stellvertreter veranlaßt worden sei. Der WahlausschußfürdieBür- germei st erwähl ließ es dabei nicht bewenden, sondern brachte nun in der „Butzbacher Zeitung" von sich aus mit Namensunterschrift seiner sechs Mitglieder die nachstehende Erklärung zur öffentlichen Kenntnis: „Der Wahlausschuß verwahrt sich gegen die in dem Eingesandt enthaltenen Lügen. Verleumdungen unb Unterschiebungen unb weist biefe als ber Wahrheit zuwiberlaufenb mit (Ent- rüftung zurück. Der Bürgermeister wirb ersucht, bie Sache von Amts wegen aufzuklären und gegen den Verfasser des Eingesandts Strafantrag zu stellen." Auf den Ausgang der 2lngelegenheit ist man natürlich sehr gespannt. Kreis Büdingen. j Ridda, 4. 3uni. Der hiesige Turnverein. der sich uifter vorzüglicher Leitung im Gau Hessen eine führende Stellung erworben hat. trägt sich mit dem Gedanken, seine Turnhalle, die für ben äußerst regen Turnb^trieb zu eng geworden ist. niederzulegen und einen räumlich weit größeren Reubau zu errichten. Wan gedenkt schon im Rachsommer mit den Arbeiten äu beginnen und den Bau bis zum Gauturnfest. das 1926 in den Mauern unserer Stadt stattfindet. fertigzustellen. Der 3rmcnrnum soll 30 Meter lang. 18 Meter breit und sechs Meter hoch werden. Der Turnverein wird bei Durchführung seines Planes auch der Allgemeinheit bienen. Denn in unserer Stadt macht sich das Fehlen eines größeren Saales empfindlich bemerkbar. )( Ortenderg, 4. 3uni. Gestern nachm.ttag fand im Gasthaus „Zur Post" die diesjährige ordentliche Generalversammlung (51.) des hiesigen Vorschuß- und Creditver- eins statt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Lehrer Köhler, eröffnet und geleitet. Den Bericht über das Geschäftsjahr 1924, der gedruckt vorlag. gab Direktor W e ck e s s e r. ebenso den Bericht über die Bilanz ufto. Der Reingewinn in Hohe von 4705.70 Mk. wurde nach den Vorschlägen des Vorstandes und des Aufsichtsrates verteilt, eine Dividende von 10 Prozent kam zur Ausschüttung, ebenso wurden die anderen Kufstsiner Tage. Die großbeutsche Dolkstagung in Kufstein ist ein Erlebnis einzigartiger Ratur geworden. Ein Erlebnis, für das die Sprache nicht ausreicht, um es in voller Reinheit unb Klarheit in Worte zu fassen. All die Bedenken, mit denen manch einer das Zusammenströmen von annähernd 20 000 Menschen, vorwiegend Jugendliche, sah, sind vergessen. Dank ber Disziplin, die gerade die Jugend gehalten hat, bleiben nur positive Eindrücke haften, bleibt ein ungetrübtes grohdeutsches Erlebnis. Wer am Pfingstsonntag die fünf- b i s sechstausend Jungens und Mädels in großen geschlossenen Trupps aus Kufstein nach der Sparchenklamm zu ausmarschieren sah und sich als stiller Beobachter an den Hang des Duxerköpfl oberhalb der steilen Bergwiese über der Sparchcnllainm beim Vorderdux niederließ. der wird nie dieses Bild vergessen, das in seiner Ursprünglichkeit an das Vorbild der Festwiesenszene aus den „Meistersingern" erinnerte. Wie dort die Zünfte in ihrer mittelalterlichen Tracht mit Fahnen und Zunftabzeichen lustwandelnd in volkstümlicher heimatverwachsener Kurzweil sich zeigen, so lagerten sich hier am alpengrünen Hang zwischen jungem Tannenwuchs, flankiert von hohen Tannenwäldern, überhöht von steilen Felswänden im Angesicht des Wilden Kaisers um ihre Fahnen unb Wimpeln geschart die Tausende junger Menschen. Und drüben in der Klamm rauschte der Fgll. Das Waldhorn grüßte an schloß. Immerhin war die Erhöhung der Kurse nicht so stark, daß von einer allgemeinen Befestigung gesprochen werden konnte. Der Gesamtverkehr war unverändert klein. Eine gewisse Anregung ging von der nunmehr erfolgten Anspannung am Geldmarkt aus, wo unter den letzttägigen Höchstsätzen anzukommen war. Tagesgeld wurde mit 8—10 Proz., Ultimogeld mit 9} bis 11 Proz. genannt. Vorübergehend etwas lebhafteres Geschäft war am Staatsanleihemarkt, jedoch zu Kursen, die unter dem gestrigen Schlußnioeau lagen. Die unerfreuliche Diskussion über die Abänderungsanträge zur Pfandbriefaufwertung wirkte außerordentlich verstim- wend auf das Geschäft in diesen Werten ein. Die gestrige Steigerung des Lira kur ses scheint sich wieder verflüchtigen zu wollen. Die Devise Mailand wurde heute vormittag ebenfalls erheblich unter ihrem Höchststand vom Vortage gehandelt und stellte sich gegen London auf 121'einsechzehntel. Schwächer lagen auch der französische und der belgische Frank. Heutige Marknotierungen jagen aus London mit 20,42 und Paris mit 4,80; vor. Dev',s2NM2^' TZerlm—Zrantfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien nnb Budapest für 100000 Einheiten, alleL übrige für 100 Einheiten.)! Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 3 ni 4 Juni Amtliche Noti rang Amtliche Notierung (Selb Briet Geld Brief Amsl.-Nott. 168.54 168,96 168 51 168.93 Bucn-Aircs 1.683 1.687 1.676 1,680 Brss.-Antw. 20,30 20,36 20 05 20,11 Gbriftiania. 70.26 70,44 70,38 70,49 Kopenhagen 78,39 78,95 78,75 78,95 Stockholm . 112.28 112,56 112.26 112.54 öelhngforS. Italien. . . London. . 10.574 17,03 10.614 17.07 10 475 16.79 10,614 16.83 20.387 20,439 20,382 21,4.34 Neuhork .. 4.195 4,205 4.195 4.205 Paris. . . . 20,86 20,92 20.55 20.61 Schwei; . . 81,28 81,40 81 295 81.495 Spanien. . 61,07 61,22 61.12 61.28 Japan . . . Mo de Jan. 1,721 0.448 1,725 0.450 1,721 0 446 1,725 1.448 Wien in D- Ceft. abgest. 59,054 59,194 59,06 59,20 l&x:: 12.425 12.465 12,43 12,47 6.97 6.99 6 97 6.99 Budapest. . Bulgarien o,6 8 2,995 5,918 3,005 5.898 3,035 5,918 3,045 Lissabon 20,475 20,525 20 475 20.525 Danzig. . . Konstantin- 80,90 81-10 80 89 61.09 2,265 2,275 2 265 2,275 Athen. . 7.14 7.20 7 09 7.11 Berlin, 4 Juni. Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deuksch-Oestcrr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ... ... 4.177 19,98 78,60 20.348 20,49 168,08 16.87 70,06 59,06 112.02 81,22 60,95 12,46 • 5.87 4.197 20,08 79.00 20,448 20,59 168,94 16,95 70,44 59.36 112,58 81,62 61,25 12,52 5.89 5:r ?? ©etrc2börfe. "1 (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 4. Juni. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 22,25 bis 24,50, Roggen, inländ. 20 bis 22,50, Sommergerste für Brauztvecke 21 bis 25,50, Haber, inländ. 19 bis 23, Mais (gelb) 21,25 bis 23,25. Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 38,75 bis 39,75, Roggen- mehl 31,25 bis 32,75, Weizenkleie 12,50, Ryggrn- kleie 13,50. Tendenz: Stetig. Frankfurter Schien'-viehmarkr. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 4. Juni. Auftrieb: 18 Rinder, darunter 18 Färsen und Kühe, 861 Kälber. 111 Schafe, 1077 Schweine. Färsen und Kühe, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren, 80 bis 85, wenig gut entwickelte Färsen 70 bis 78, mäßig genährte Kühe und Färsen 60 bis 67, gering genährte Kühe und Färsen 50 bis 58. Schafe, Mastlämmer und Masthämmel 40 bis 46, geringere Masthämmel und Schafe 32 bis 38. Schweine, vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 74 bis 75, unter 80 Kilogramm 70 bis 73, von 100 bis 120 Kilogramm 70 bis 73, von 120 bis 150 Kilogramm 70 bis 73, Fettschweine über 150 Kilogramm 70 bis 73. Marktverlauf: Kälber bei lebhaftem Handel geräumt, Schafe schleppend und Tieberstand, am Schweinemarkt ruhiges Geschäft und in schweren und fetten Schweinen größerer Tleberstand. Berliner Berlin, 4. Juni. Der Produktenmarkt verkehrte auch heute in matter Haltung. Dir festeren Auslandskurse gewannen kaum Einfluß, so daß es an Unternehmungslust fehlte. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märk. 262 bis 265, Juli 264,50 bis 265, Roggen, märk. 212 bis 216, Juli 212,75 bis 212,50, Gerste, märk. 226 vis 242, Futtergerste 200 bis 218, Hafer, märk. 234 bis 242, Juli 189, Mais (La Plata) (loko Berlin) 208 bis 211; es notierten 100 Kilo. Weizenmehl 33,75 bis 36,25, Roggenmehl 29,50 Vis 31,50, Weizenkleie 13,80, Roggenklrie 14,30 bis 14,40, Biktoriaerbsen 23 bis 27, Kleine Erb,en 22 bis 25, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 18,50 bis 20, Ackerbohnen 19 bi2 21, Wicken 20 bis 22,50, Lupinen, blau 10 bis 11, dto. gelb 11,50 bis 14, Seradella 13 bis 15,25, Rapskuchen 15,20 bis 15,60, Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Trockenschnihel 9,80 bis 10, Kartoffelflocken 19 bis 19,30. Vorschläge genehmigt: für Wohltätigleitszweckr wurde em Betrag aus laufenden Mitteln bewilligt. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder, Bäckermeister August Beltz und Schreinermeister August M e u e r, wurden einstimmig wiedergewählt. Die Kasse befindet sich in bester aufsteigender Entwicklung. Kreis Schotten. dj L a u b a ch , 4. Juni. In den hiesigen Gasthäusern und in Privatquartieren befindet sich bereits eine stattliche Zahl von Sommerfrischlern, die hier in der Stille des Landlebens und in der reinen Gebirgsluft Erholung vom aufreibenden Leben der Großstadt suchen. Ebenso hat sich der touristische Verkehr belebt. Jedoch hat er im Vergleich zu früheren Jahren etwas nachgelassen. — Frl. Anna Nebel und ihre Schwester (in der Kinderpflege besonders ausgebildet) haben hier ein „F a - milienheim" für kleine Kinder errichtet, worin die Kleinen sorgfältige Verpflegung erhalten. Bis jetzt find vier Kinder untergebracht, die im Alter von i bis 3 Jahren stehen. — Die Ob st bäume haben reichlich angesetzt, jedoch ist die Ernte durch die verschiedenen Schädlinge schwer bedroht, die sich in diesem Jahr in ungewöhnlicher Menge eingestellt haben. Besonders die Blattläuse treten in ganzen Scharen auf. Unter ihnen leiden besonders die Z wetschen bäume und die Beeren- st r ä u ch e r. Auch die Eichenwaldungen leiden in diesem Jahr durch die Schädlinge ganz außerordentlich. Anstatt des frischen Grüns, das sie in sonstigen Jahren auszeichnet, zeigen sie jetzt eine bräune Färbung. Sie stehen in Gefahr, ihren Blätterschmuck ganz zu verlieren. Q We11erfeld, 4. Juni. Der in weiten Kreisen als tüchtiger Geschäftsmann bekannte Mühlenbesitzer Louis Schudt ist heute morgen ganz unerwartet v e r st o r b e n. Er hinterläßt eine Witwe und drei Söhne in noch jugendlichem Alter. Er hatte sich einige Tage lang unwohl gefühlt, ohne daß sein Befinden zu ernstlichen Befürchtungen Anlaß gab. Der Verstorbene stand im 57. Lebensjahr. B Herchenhain, 4. Juni. Der vor kurzem ernannte neue Geistliche unserer Pfarrei, Hugo Fritsch, seither Pfarrassistent in Lampertheim, wird am Sonntag nach Trinitatis (14. Juni) durch den Superintendenten von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, in feierlichem Gottesdienst in feine neue Stelle eingewiesen werden. B Gedern, 4. Juni. Die bevorstehenden Bürgermeisterwahlen erregen in verschiedenen Gemeinden der Umgebung die Gemüter sehr stark. Der Wahlkampf wird mit einer Schärfe geführt, die bei sonstigen Wahlen, auch den früheren Wahlen, hier nicht üblich war. Auch die Frauen beteiligen sich eifrig an den Wahlvorbereitungen und der Agitation. Es scheint fast überall ausgeschlossen, daß man sich auf einen Kandidaten einigen kann. So gedenken sicherem Vernehmen nach, zu kandidieren : In Herchenhain der seitherige Bürgermeister Heinrich Komp und Ernst L i m k e r, in Hartmannshain: der seitherige Bürgermeister Heinrich Strauch und Karl Luft, in Burkhards: der seitherige Bürgermeister Heinrich Kneipp und Wilhelm Kunkel. Kreis Alsfeld. !*! Aus dem Kreis Alsfeld, 4. Juni. Nachdem die Geldoerhältnisse wieder stabil geworden sind, beginnt bei Kreisbaubehörde mit den hinausgeschobenen Schulhaus - Neubauten. Voriges Jahr wurde in Ruppertenrod das erste neue .Schulhaus nach dem Kriege eingeweiht. Gegenwärtig hat die Kreisbaubehörde mit dem Neubau des Schulhauses zu L e h n h e i m begon- *nen. Es ist als einklassiges Schulgebäude mit Leh- ^.rerwohnung vorgesehen, doch hat man Vorkehrungen für den späteren Anbau eines zweiten Schul- - faales getroffen. Die Arbeiten sind z. Z. bis zum Kellergeschoß gediehen. Der Kostenvoranschlag beträgt etwa 30—40 000 Mk. Bis zum Herbst hofft man das Schulhaus bezugsfertig zu bringen. Kreis Lauterbach. ch Engelrod, 5. Juni. Die Gedächtniskapelle fürtz unsere Gefallenen vom Weltkrieg geht ihrer Vollendung entgegen. Man ist jetzt bei der Ausmalung des Inneren. Die zur Darstellung gebrachten Bilder rufen in würdiger Weise in dem Beschauer die Erinnerung an die große und schwere Zeit des Krieges wach. Man gedenkt die Kapelle am 2. August, der seinerzeit der erste Mobilmachungstag war, einweihen zu können. schweigend, also auch ohne besondere schriftliche I Dereinbarung, ein sogenannter „Werkvertrag" zu- | stände gekommen. Maßgebend für die Beurteilung des Falles ist der Paragraph 278 des Bürgerlichen Gesetzbuches. dieser lautet: „Der Schuldner hat ein Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, deren er sich zur Erfüllung seiner Verbindlichkeiten bedient, im gleichen Ilmfange zu vertreten wie eigenes Verschulden. Die Vorschrift des Paragraphen 276 des B.G.D.. Abs. 2. findet keine Anwendung." Der Fall zeigt also, daß jeder Handwerksmeister in dem Augenblick der Hebernahme eines ihm von einem Kunden erteilten Auftrages im Sinne des Gesetzes als Schuldner angesehen wird und nach dem Paragraph 278 des B. G. D. auch für die Fahrlässigkeit seines Gesellen genau so wie für eigenes Verschulden zu haften hat. Eine Befreiung von der Haftung, wie sie der Para- gravh 831 des B. G. B. zuläßt, der sagt: „Die Ersahpslicht tritt nicht ein, wenn der Geschäfts- Herr bei der Auswahl der bestellten Personen und, sofern er Vorrichtungen oder Gerätschaften zu beschaffen oder die Ausführung der Vorrichtung zu leiten hat, bei der Beschaffung oder der Leitung die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden.sein würde", ist also dann nicht möglich, wenn der Schadensfall innerhalb des Werkvertrages fällt und nach dem Paragraph 278 des B. G. D. beurteilt werden muh. Die Bestimmungen des letzterwähnten Paragraphen gehen sogar so weit, daß der Meister auch für die Unehrlichkeiten seines Gesellen, falls dieser also eines Diebstahls am Kunden überführt wird, in voller Höhe aufzukommen hat. Jeder Handwerksmeister kann aus diesem die Lehre ziehen, sich gegen Haftpflicht zu versichern. Wirtschaft. Die Zukunft unserer Handelsbilanz. In den ersten vier Monaten dieses Jahres hatte die Handelsbilanz einen Gesamtfehlbetrag von 1,7 Milliarden Mark aufzuwsisen. Damit hat sie schon weit mehr als die Hälfte des im vergangenen Jahre auf 2,7 Milliarden Mark sich belaufenden Fehlbetrages erreicht. Bei der Fortdauer dieses Zustandes wird der für dieses Jahr geschätzte Fehlbetrag von 4—5 Milliarden Mark wahrscheinlich noch weit überschritten. Beachtlich ist, daß auf der Einfuhrseite die Einfuhr von Lebensrnitteln usw. nur ganz geringfügig zurückgegangen ist, während auf der Ausfuhrseite der Absatz an deutscher Fertigware sich außerordentlich veringert hat. Wie wichtig gerade in bezug auf die Lebensrnittel die Entwicklung der Handelsbilanz ist, mag zeigen, daß auf der Einfuhrseite der Import von Lebensmitteln noch immer 75 Prozent desjenigen von 1913 beträgt, während die Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten auf 53 Prozent heruntergedrückt werden konnte. Auf der Ausfuhrseite dagegen sind Lebensrnittel nur noch mit 31 Prozent des Vorkriegswertes beteiligt, während z. B. die Maschinenindustrie ihre Ausfuhr auf beinahe 90 Prozent steigern konnte. Andere wichtige Verschiebungen haben stattgefunden in der Gruppe dec Textilien. Hier ist der Einfuhrüberschuß von 500 Millionen in der Vorkriegszeit auf 1,5 Milliarden gestiegen. Bei der Kohle hat sich der Ausfuhrüberschuß von 300 Millionen Mark im Jahre 1913 in einen Einfuhrüberschuß von 300 Millionen Mark im Jahre 1924 verwandelt, so daß im ganzen eine Differenz von 600 Millionen Mark entstanden ist. Für Eisen hat sich der Friedensausfuhrüberschuß von 1 Milliarde Mark auf 4—500 Millionen Mark gesenkt. Alle diese Zahlen beweisen die ungünstige Lage der Industrie von der Rohstoffproduktion bis zum Fertigerzeugnis sowie die Folgen des Versailler Vertrages, der uns die landwirtschaftlichen lleber- schußgebiete genommen hat. Leider zeigen die Angaben aber auch, daß die Aufnahmefähigkeit und die Aufnahmewilligkeit des Auslandes für einen erheblichen Teil der deutschen Erzeugung nicht stärker, sondern im Gegenteil geringer geworden ist. Die Schutzzollpolitik des Auslandes wird immer erireüern und eine zweite Belegschaft einstellcn wird. Die von deutschen Werken gegebenen Aufträge sichern eine ausreichende Beschäftigung bis zum nächsten Frühjahr. * Kreditverhandlungender Stin- nesgruppe. Der „Kölnischen Zeitung" zufolge hat die Stinnesgrupp? durch Vermittlung der Reichsbank mit anderen Großbanken wegen Kreditmaßnahmen Verhandlungen eingelritet. Wie die „Kölnische Zeitung" erfährt, handelt es sich bei den im obigen Zusammenhang genannten Banken um die Darmstädter und Rationalbank, die Diskontogesellschaft und die Deutsche Dank. Alle Gerüchte von einer Gefährdung der Stinnes- gruppe entbehren nach Kenntnis der „Kölnischen Zeitung" jeglicher Grundlage. * Bau einer neuartigen.Benzol- Gewinnungsanlage durch Dorsi g. Wie wir erfahren, wird zur Zeit von der Firma Dorsig.in Tegel ein Auftrag von besonderer De- deutung ausgeführt. Es handelt sich um eine Denzcl-Gewinnungsanlage für Oberschlesien, die gebaut wird in Verbindung mit den oberschlesischen Kokswerken und einer amerikanischen Firma, welch letztere Patente für ein Verfahren besitzt, nach dem das Benzol in wirtschaftlicherer Weise aus dem Koks von Gasen gewonnen werden kann, als bisher bei dem in Deutschland angewandten Verfahren möglich war. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Scblul;. fv-rs Schluss. KbciiD» /rirle Schlich. Ku S SchluhK Mittag | b~-rh Datum: 3. 6. 4 6 3. 6. 4 6 5% Deutsche RetchSanlekhe 0.4325 0.435 0.4525 0.43 4% Deutsche Ncichsanlcihe 0,455 — 0.455 0,41 ß'/8% Deutsche Reichsanlcthe — — 0.43 0,4175 3% Deutsche Reichsanleihr • 0,60 0 59 0.63 0,59 Deutsche Sparprämienan leihe 0,29 0,26 0,29 0 26 4°/o Breußisch- .lloniolä • . . 0,45 0,46 0.45 0.4425 4% Hesien........ 0,60 0,60 — 0,6 8‘/»°/o Hessen......... 3% Hessen .... ...... Deutsche Wrrtb. Dollar-Aul. — — — 0,55 — 0,56 — 0,51 92,15 _ 91.75 91.75 dto- Doll -Schatz-Anweisng.'I 92,2 92.35 92.5 4% Zolltürken......... 8,25 8.4 8,4 8,5 5% Goldmertkancr ... . 37,25 37,25 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 126 128 128 126.75 100.75 101.5 101 101 Darmsl. und Nationalbank • 121 124 124 123.5 Deutsche Bank........ 123,9 123.9 124 124 Deutsche Bereinsbank .... 75 7 - — — Disconlo Commandit . . 111 lii 111,5 111 Metallbank......... 95,25 95 Mitteldeutsche Creditbank. . 100 100 100 100 Ocslcrreichische Creditanttalt. 7.6 7.60 7.75 7.62 Weltbank ......... 0,1 0,1 0.2 Bochumer Eutz . ....... — — 65 62 Buderus ....... . . 60,25 59.3 59 Caro ........... — 60,1 63 63 Deutsch-Luxemburg...... 81 82.5 83 82 Gelsenkirchener Bergwerke. . 65 65.25 66 64,75 Harpeuer Bergbau ..... Kaliwerke Aschersleben. . . . 115 15 114,5 14.62 15.30 114,13 15 Kaliwerk Westeregeln..... 109 108 16,9 16,13 Laurabüttc ........ 57 .">4 9 Obcrbcdars .......... Phönix Bergbau ....... 6.625 6,75 6,5 100 98.25 100 98.5 viheinstahl .......... 84 83,25 83.75 82,62 Riebeck Montan. 83 80,25 79,25 Tellus Bergbau. ....... 2,7 2,7 - Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... 61 67,13 60,50 67 61 67,75 60 67,5 Lheramtsche Werke Albin .. _ _ Zementwerk Heidelberg .. 72 71,50 — — Pbiltvv Holzmano...... 67,5 63 68 — Anglo-Cont-Guano ..... — 106.75 105,75 Badische Anilin....... 127 127 128.50 126 Chemische Maver Alant» . . 0,51 0.51 Goldschmidt........ 97 96,5 97,75 96.80 Griesheimer Electron .... 117,13 116.25 117.75 1)6,75 Höchster Farbwerke...... 118,75 117.9 118,50 117,50 Holzverkohlung ........ 7 6.95 — Rütgerswerke ......... 71.5 71,25 70,1 echeideanstalt ........ 112 112,5 Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft 97,4 98.25 98 97,5 Bergmann ........ . Mamkrastwerke........ 76,p 78,5 77,50 78,5 78,5 Schuckert........... — — 69,5 67,4 Siemens & Halske...... 87,5 87 88 87,13 Adlerwcrke Kleyer ...... 2.90 2,70 2,75 2,62 Daimler Motoren. ...... 65,25 63 66,70 66,8-2 Hcyligenstaedt......... 41 40,5 — _ Meguin............. 52 51 51.5 50 Motorenwerke Mannheim . - 85 — frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 0,45 0,96 0,44 0.95 _ 0,9 112 2,35 112 2,375 2.4 2,4 Schuhfabrik Herz...... — 3.4 — 3.1 Sichel..... . 46 45.75 45 45 Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal .. 10,15 10.1 10,25 10,20 3,70 3,60 — — Zuckerfabrik Waghäusel . . . 63,25 64 — 63 Srantfurter Abendbörse. Die Haftpflicht-Versicherung. Im Organ der Magdeburger Handwerkskammer wird ein Schadenersatzfall mitgeteilt, welcher zeigt, daß auch dem vorsichtigsten und allo sonst vorhandenen SiHerheitsvorschriften aufs peinlichste befolgenden Geschäftsmanns oft gar keine Möglichkeit gegeben ist, Vorkommnisse, für die er nach dem Gesetz zu haften hat, zu vermeiden. Ein Arzt läßt in feiner Privatwohnung von einem Klempnermeister eine elektrische Lichtanlage anbringen. Der vom Klempnermeister mit der Arbeit betraute Geselle hantiert an der Stubendecke an der Stelle, die den Kronleuchter tragen soll, mit einem Hammer. Bei einer ungeschickten Bewegung mit der Stehleiter im Augenblick des Zuschlagens fliegt dem Gesellen der Hammer aus der Hand und trifft den im Zimmer weilenden neunjährigen Sohn des Arztes so unglücklich am Kopse, daß sich dieser eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Der Knabe befindet sich schwer krank in einer Privatklinik: die Folgen des Falles sind noch nicht übersehbar. Der Arzt hält sich natürlich an den Klempner- meister und macht ihn für alle Folgen haftbar. Der Versuch des nicht gegen Haftpflicht versicherten Klepnermeisters, sich deswegen aus der Haftung zu befreien, weil nach seiner Auffassung ja nicht ihn, sondern höchstens feinen Gesellen ein persönliches, vertretbares Verschulden trifft, ist fehlgcschlagen. Das Gericht hat den Beklagten verurteilt, in voller Höhe für den Schaden, der höchstwahrscheinlich in die Tausende gehen wird, aufzukommen. In der ülrteitbegründung heißt es: Im Augenblicke der Aebernahme des Arbeitsauftrags durch den Klempnermeister ist stillausgeprägter. Die bisherigen Handelsvertragsverhandlungen haben für Deutschland nicht einen solchen Erfolg gehabt, daß eine baldige Besserung des Außenhandels erwartet werden könnte. Dieser Umstand ist um so bedeutungsvoller, als wir in der Absicht, finanziell uns im Kampf um den Auslandmarkt zu stärken, außerordentlich hohe Schulden eingegangen sind, deren Verzinsung die Preiskalkulation belastet und deren Abdeckung' uns immer schwerer wird. Die Aussichten auf Steigerung des Absatzes nach dem Ausland find also sehr gering. Um so mehr müssen wir darauf bedacht sein, den landwirtschaftlichen Jnlandmarkt zu stärken, damit wir auf diese Weise die Einfuhr ausländischer Lebensrnittel Deringern und damit das Gesamtbild der Handelsbilanz verbessern, gleichzeitig aber auch einen der wichtigsten Abnehmer der Industrie in feiner Kaufkraft stärken. Wieviel gerade auf diesem Gebiete noch zu tun ist, mag zeigen, daß der Ertrag je Hektar gegenüber der Vorkriegszeit gesunken ist bei Winterweizen von 24,1 Doppelzentner auf 17,3, bei Roggen von 19,4 auf 14,2, bei Zuckerrüben von 300 auf 250, bei Kartoffeln von 157 aus 131 Proz. * D ie amtliche Großhandels! n-> de W f f er. Die auf den 3. Juni berechnete Großhandelsinderziffer ist gegenüber dem Stande vvm 27. Mai (133.4) um 0.3 v. H. auf 133.0 zu- rudgegangen. Für den Durchschnitt des Monats Mai ergibt sich eine Steigerung von 131 0 im Durchschnitt April auf 131.9 oder um 0.7 vom Hundert. ' Deutsche Eisenerzabschlüsse mit Kanada. Die British Empire Steel Corporation gibt nach einer Londoner Meldung des Fachplattes „Industrie-Kurier" bekannt, daß sie lhre Eisenerzproduktivn in Bell Island bedeutend Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Abendbörse war für Aktienwerte nur wenig verändert. Im allgemeinen war die Stimung etwas freundlicher, da vereinzelt geringes Deckungsverhältnis hervyrtrat. Die Besserungen waren geringfügiger Art; die Umsätze blieben sehr klein. Deutsche Kriegsanleihen waren erholt und wurden im freien Verkehr zu 0,437J gehandelt, schwächten sich aber dann auf 0,435 ab. Auch Pfandbriefe waren etwas erholt. Geringe Nachfrage bewirkte ein leichtes Anziehen um 5 Cts. Die Abendbörse schloß ruhig in behaupteter Haltung. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihe 6,6. Ausländische Renten: 5prozentige Goldmexikaner 37,25. Bankaktien: Commerzbank 101,50, ' Darmstädter Bank 124, Deutsche Bank 123,87, Deutsche Vereinsbank 75, Diskontogesellschaft 111, Dresdner Bank 104,50, Mitteldeutsche Kreditbank 100, Reichsbank 127,50, Österreichische Kreditaktien 7,60. Montanaktien: Mansfelder 72,25, Kali 'Aschersleben 14,62. Chemische Aktien: Badische Anilin 127, Elberfelder Farben 118, Rütgerswerke 71,50. Schiffahrtsaktien: Hapag 60,50, Nordd. Lloyd 67 Geld. Industrienktien: AEG. 98,25, Adlerwerke Stieger 2,70, Aschaffenburger Zellstoff 82, Dycker- hoff & Widmann 50, Eßlinger Maschinen 55, Jnag 0,85, Rheinmetall 42,50, Badischer Zucker 64, Heil- bronnzucker 62. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 4. Juni. Nach der starken Verstimmung der Börse in den letzten Tagen stellte sich heute anfangs eine kleine Besserung der Tendenz ein. Anscheinend haben die Banken sich vereinzelt zu Interventionen veranlaßt gesehen, namentlich in den führenden schweren Werten, denen sich dann die Spekulation angesichts der bestehenden größe- 1 ren Lieferungsverpflichtungen mit Eindeckungen Speziell veraltetes Rheuma, auch Gicht, kann nur durch Mittel bekämpft werden, die stark harnsäurelösende Eigenschasten besitzen. Der echte Llrvga-E^trakt lindert die Schmerzen und bringt die Harnsäuren Salze zur Ausscheidung. 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Don Karl-August von Laffert. 8 tfortknuny ('Jlottihrud otrbotenj Die sich ständig ausdehnenden Fabrikstädte un- ter beßi Eise — der jetzt eröffnete wundervolle Park mit blühenden Blumen und Bäumen, mit Schmetterlingen und nistenden Vögeln, mit Wasserfällen und tropischen Pflanzen, bestrahlt und erwärmt von riesigen künstlichen Sonnen — der unaufhaltsam fortschreitende Eistunnel, in welchem bereits auf einer Strecke von fast 500 Kilometer die pneumatischen Wagen dahinrasen — die neu erbohrte, bisher stärkste Petroleumquelle der Welt, deren Er- aiebigkeit das Fassungsvermögen der vorhandenen Tanks derart übertraf, daß inan das Del ans Tageslicht laufen lassen muhte, wo es bald zu festen Massen gefror, um später ausgenutzt zu werden — die 'Ausbeutung eines reichen Erzlagers, zu dessen Verhütung man Petroleumgebläse verwendet, weil Del in Ueberfluß vorhanden und die Anlage von Hochöfen zu zeitraubend war — — alles das ist nur eine kleine Auslese der bereits geschaffenen oder im Entstehen begriffenen Anlagen. Da im amerikanischen Publikum immer hes- tiaer der Wunsch laut geworden ist, jene neu er« schlossene Wunderwelt besuchen zu können, so hat sich die Direktion der Nova-Thule-Gesellschoft entschlossen, noch in diesem Monat eine Reihe von Vergnügungsfahrten dorthin zu veranstalten. Vier der modernsten und besteingerichteten Flugzeuge sind hierzu bestimmt. Sie werden baldigst auf dem Luftwege von Rußland in Neuyork eintreffen. Zunächst soll eine Probefahrt ohne Passagiere stattfinden. Sie erfolgt von Neunork nach Nome und von dort nach Petrolea. Diese Strecke ist er- heblich kürzer als die bisherige Tour von Archangelsk nach Platinia, bietet somit den geübten Flugzeugführern nicht die geringsten Schwierigkeiten. Etwaige Interessenten werden gebeten, sich auf dem Bureau der Gesellschaft am Lincoln Park zu melden, wo sie alles Nähere erfahren werden." Dieses find die Ausführungen von Mr. Gould, die wir im Wortlaut wiedergegeben haben. Auch wir sind der Meinung, daß in Nova Thule ungeahnte Entwicklungsmoglichkeiten in sich schließt. Wir müssen aber bei dieser Gelegenheit auch auf die politische Seite der Angelegenheit einaehen. Bekanntlich wurde die Regierung von Nova Thule in einen ernsten Konflikt mit Frankreich verwickelt, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Frankreich erkennt die Selbständigkeit des Nordlandstaates nicht an und ist der Meinung, daß es sich um ein vorwiegend deutsches Unternehmen handelt, das seine Spitze früher ober später gegen Frankreich kehren kann. E swird daher seine ganze Straft daran wen- den, Nova Thule militärisch zu besetzen und Sühne für die Vernichtung eines feiner Fliegergeschwader zu verlangen. Hierbei sind naturgemäß Konflikte mit den amerikanischen Aktionären, Aufsichtsratsgliedern und Direktoren zu befürchten. Wir hätten daher gewünscht, daß unsere Regierung der Beteiligung amerikanischen Kapitals in Nova Thule nicht früher zustimmte, als bis jener Konfliktsstoff mit Frankreich aus der Welt geschafft ist Der Senat war anderer Meinung und wird wohl feine Gründe dafür haben. Wir aber rufen der Regierung ein warnendes Menetekel zu. Möge jenes „Feuer am Nordpol" nicht ein Zündstoff werden, der die ganze Welt aufs neue in Flammen fetzt. 4. Brief Lindas an Stratoff. Lieber Freund, ich danke Dir für Deine verständigen Worte die ich nicht anders von Dir erwartete. Wenn Du unsere Ehe als eine freundschaftliche Intereffenverbindung betrachtest, so sollst Du mich stets an Deiner Seite finden. Die Nachrichten über Nova Thule interessieren mich sehr. Hätte ich geahnt, daß es sich um so wichtige Dinge handelt, dann würde ich natürlich längst um Deinen Besuch in Saratu gebeten haben. Die Beurteilung meiner jetzigen Gefühle Sanders gegenüber erweisen Dich als einen vorzüglichen Menschen- und Frauenkenner. Doch darfst Du nicht annehmen, daß ich irgendwelche Haß- ober Rachgelüste gegen jenen Mann hege. Dazu ist er mir viel zu gleichgültig geworden. Völlig unerträglich finde ich es dagegen, wenn Sanders anfängt, sich in der Rolle eines unabhängigen Selbstherrschers zu gefallen. Was wäre aus ihm und feinem Unternehmen geworden ohne unsere Unterstützung? Ich bin in großer Sorge, weil die Volkskom- misiare Dich bereits verwarnten Der nächste Schritt nach einer derartigen Ankündigung pflegt meist der Untergang zu fein. Also müßen wir den Angelegenheiten von Nova Thule die ernsteste Aus- merljamfeit widmen. Und wie Du ganz richtig schreibst, kann das nur bei unserer persönlichen Anwesenheit geschehen. Eins scheint mir gewiß: Bor der endgültigen Erledigung der Differenzen mit Frankreich wird Sanders keinen unvorsichtigen Schritt wagen, denn das würde fein sicheres Ende bedeuten. Immerhin wäre es gut, feine geheimen Absichten an Ort und Stelle zu überwachen. Und dazu stelle ich mich Dir mit meinen schwachen Kräften zur Verfügung. Ich denke, es wird mir gelingen, den im Grunde doch nur törichten Deutschen wieder ein wenig gefügig und vertrauensselig zu machen. Und dann verrät er sich sicher eines Tages. Ich bin daher bereit, mit Dir zusammen für längere Zeit nach Nova Thule überzufiedeln. Als Aufenthalt kommt doch wohl nur Petrolea in Betracht. Daher bitte ich Dich, sofort Anweisungen dorthin ergehen zu lassen, daß mir ein einigermaßen komfortables Appartement eingerichtet wird. Für unsere Ziele dürfte cs zweckmäßig fein, wenn wir dort nicht zu viel zusammen wären. Man wird mir sonst nicht das nötige Vertrauen entgegen- bringen. Vielleicht ist es sogar vorteilhafter, daß Du nach einiger Zeit wieder abfährst. Allein sehe und höre ich unter Umständen mehr. Und mein geringster Verdacht ober bas Anzeichen irgenbeiner Gefahr wird Dich sofort zurückrufen. Aber bas läßt sich wohl erst an Drt und Stelle entscheiden. Sollten wir gezwungen werden, gegen Sanders und die übrigen deutschen Führer vorzugehen, so halte ich es aus politischen Gründen für bringend erforderlich, jede Gewalttat zu vermeiden. Es genügt, sie ihrer Stellung zu entheben und aus dem Lande zu entfernen. Das sich anbahnende gute Verhältnis zwischen Rußland und Deutschland, an dem auch die Volkskommissare interessiert sind, würde sonst schwer geschädigt, wofür man uns persönlich verantwortlich machen könnte. Ich bitte Dich also, die notigen Schritte zu unserer Abreise nach Nova Thule zu unternehmen. Sobald Du mir telegraphierst, daß olles in Dehnung ist, komme ich sofort im Flugzeug nach Kal- mikowskaja. Ich nehme an, daß es wohl noch einige Wochen bauern wird. Ich wünsche Dir alles Gute und bin in getreuer Freundschaft Deine Linda. 5. Bericht der Agenten-Abteilung des englischen Admiral st abes. Betrifft Nova Thule. In Platinta wirb eifrig gerüstet, ba man bereits in wenigen Wochen mit bem zu erroartenben französischen Angriffe rechnet. Die Hauptstadt Petrolea und die im Entstehen begriffene Erzstadt Ferreata scheinen dagegen keinerlei Bcrteibigungs- cinridjtungcn zu besitzen. Man hält sie wohl nicht für birett bebroht. Erstens sink) beibe Stäble wegen ihrer Lage unter dem Eise für einen landesunkundigen Flugzeugführer sehr schwer auszusinben, be- sonbers wenn die Drientlerungsfignale entfernt werden, und zweitens führt der Weg von be^Norb- fee borthin über Platinia. Die Franzosen scheinen allen Ernstes bic Absicht zu Haden, sich endgültig in den Besitz von Nova Thule zu setzen. Das französische Flugzeugmutterschiff „Formidable" liegt noch eingefroren im King-Dskar-Fjord an der Dstküste von Grönland. Trotz her ungünstigen Jahreszeit fand ein ständiger Verkehr non Flugzeugen dorthin statt. Diese Flüge mögen teils zur Ausbildung her Führer in den nordischen Breiten, teils zur Ergänzung von Bewaffnung ober Munition gedient haben. Denn es kann als sicher angenommen werden, daß der entscheidende Flugzeugangriff wieder von dieser Basis aus erfolgen soll. Frankreich versucht natürlich, in einer Stärke aufzutreten, die jeden Widerstand unmögsich macht. Db ihm das gelingt, hängt von der Tüchtigkeit der Kampfflieger ab. Die beispiellose Ueberkegenheit dieser Maschinen erwies ja das Gefecht bei Platinia im vorigen Jahre. Andererseits muß auch her vollkommenste Typ einer gewaltigen Uebermacht gegenüber den kürzeren ziehen. (Fortsetzung folgt.) Autogene Schweißerei, GieOeu Krofdorfer Straße 1. schweißt unter Garantie sämtliche zerbrochenen Maschinenteile und Metallgegenstände. Die Arbeiten werden nur von Fachleuten ausgeführt bei billigsterBerech- nung und kürzester Lieferzeit. Ingenieurbesuche ohne jede Verbindlichkeit. Eröffnet am 4. 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Der hohe Wohlgeschmack Öes Relcharötkakaos auch Im kalten Zustande, _ seine unbeölngte Bekömmlichkeit unö große Ergiebigkeit machen ihn zum nährkräftigsten. daher 89Ö-WBi9jltn !ir. Ä S*8 b->, non«"3* ssernsp" Schristle-W SckÄ' MiM ^poftsch« Mit sc Hole ber, Deutschlan. überreicht1 seit bet D die Der-tke Entwafsnun zu bestimme unsere srüh nung?be Dertrag schlagen spräche, tvel haben beha um Senil schasilich Ae Cn das Gering tentemächte Man muf) sowie bei ningen zü den. die s den ander tisch er i Sie vor et hingen in tischen Mit wassnungsn Teilen a Alliierten i lösung bände ui tionen zu f sernieru insofern ein sie unter g< nierung der wichtigen l geben zu toc gewesen wc Psingsten i verMnis den Punlt liegenden I Man { mmgsnote Wünschen । die Gelegi deutschei getoinnung reit auf i ■ hat die Ar. ständige Deutschland ganzer Tei Zahlreicher mu6 dazu nehmungen. brauche de Gleichzeitig belastet, Arternehnn storungen < , . .Fran britischen 1 M. daß 'n die deuts gew in i, , i° 'sche Chi Kn. ein« ,°^'ere in J' >9ung de Wnng und Ä Sä* K An? ' lich^uts fc ?le ^eber? ^nd die Z «A sittlichb« 5^ auch t> *l.en Ä öi« ,lox SakineKl. stehen »ie^atn“9 mi^(b° «nfcaobaumes ger^^ » Schwert zerschmettert l i Neukraft tut not. Den Körper voll Stahl! Kraft gewinnt, wer zehrende Getränke meldet. Diese Wahrheit hat gerade auch die Kriegszeit gelehrt. Leider ist sie schon vergessen? Der viel zu geringe Verbrauch der Lraftteichsten Nahrung, die die Erde spendet, beweist dies! Kakao war im Kriege für jeden die höchste Labung, für Millionen die Rettung vor Siechtum. Be. geisterte Dankesworte des hungernden Heeres und Volkes ermutigten und Arbettsnot zwang die Industrie zu Werksvergrößerungen! Trotz dieser Wunderkraft, dieser Not, dieser Hilfe, das leichtsinnige Vergessen! Wieder wendet man sich Surrogaten zu! So kommt die Wetternte in Kakao, die sich ständig erhöht, nur den lebensklugen Ausländern billig zugute. Viel Schuld hieran trägt freilich auch die üsutschr Zollpolitik. Das Ausland kennt, im Gegensatz zu Deutschland, keine Zölle, die, wie hier, letzten Endes zu einer Bestrafung Ser Ardeitsmehrung und Vottskräftigung ausarten. Abertausende fänden ihr Brot auf Kosten des Auslandes, hielte nur eine Regierung was sie verspricht. Unsere Zölle verhindern es nämlich, die Kosten des Rohstoffes dem Auslände aufzubürden. Sonst könnte in Deutsch- iand guter Kakao billiger als jedes Surrogat verkauft werden. Diese Politik hat die Entnervung der Jugend bereits in einem Maße verschuldet, daß sich öarta »in offensichtlicher Vorwurf für Volk und Regierung auSÖrückt. Die Untergrabung Öer Volkskraft ist unaufhaltsam! Sobald es im Wettbewerb der Völker wieder einmal auf das Höchstmaß der Leistungen ankommt, werden wir von neuem unterliegen. Nie roitö «S -ie Jugend Öen Eltern verzeihen, Öaß sie öle Kräftigung öer Kinöer so schwer vernachlässigt haben. Darum heißt eS. die Volksseele für eine Ernährungsreform von kulturell höchster Tragwette zu gewinnen. Helfe hierzu, wer kann! tejjr W ffo aut unb sie in solcher WÄ' EuN'SkZ auSdAkoobohns »reift als »er t Das . 1 " ’\