Freitag, 4. Dezember 1925 175. Jahrgang Nr. 284 Erster Blatt ra- wollen, die ihr einen erheblichen Proaller ausländischen Aufträge wieder der des warmen er dür^e betont, daß übernommen f uni)en sah nehmen. hoffen, eine st ä r k e r e Mehrheit als 5 bis 6 Stimmen zu finden. Aber auch diele würden ihm Genügen, angesichts der schwierigen Lage. Sein Wunsch wäre, eine nationale S 0 lidari - tat herzustellen, damit die Steuewahler den Mut zum Steuerzahlen ausbrinoen könnten. Die Regierung nehme von dem „Nein" der Opposition Kenntnis und bedauere es. Wenn die Opposition heute eine ministerelle Kcse eröffne. dann würde sie das Land in eine unentwirrbare Lage bringe.,. Er wiederhole nochmals, daß die Regierung ka'digst den Finanzfnierungs- gesehentwurf einbringen werde. Er würde es Volke so gut wie nichts hinter sich hat. Dafür haben aber Separatisten und Anarchisten ihre Wühlereien unermüdlich fortgesetzt. In Katalonien, dem ewig unruhigen, gärt es von neuem. Auch hier ist mit der Gefahr eines Aufruhrs zu rechnen, der Explosionsstofs der inneren spanischen Politik hat sich also in den zwei Jahren bestenfalls verringert. Wahrscheinlich aber nur umgelagert, vorhanden ist er auch heute noch. Immerhin, wenn die Heberleitung in ein Ministerium gelingt, wird Spanien von der harten Schule der Diktatur ble bende Vorteile gehabt haben. -Zumal, da der Diktator sich mit der Absicht trägt, das alte Wahlrecht zu beteiligen und mehr auf die Verufs stände zurückzugreifen, um diejenigen Kräfte für die Mitarbeit sreizudekommen, die für das wirtschaftliche Schicksal des Volkes bestimmend sind. Was in ihm steckt, muh er eigentlich jetzt erst zeigen, wo er die Verwaltung in normale Dahnen zurück- lenken will. Annahme von Lnzeigen für dir lagtsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klamean^eigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzoorschrijt 20 ’ , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr V)ilh. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friedr Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteU Hans Iüftel. sämtlich in Gießen. Brrand er, als er die Regierungsgewalt lebhaft bedauern, wenn er nicht unter den jetzigen tragischen Hmständen, unter denen Frankreich lebe, eine große Mehrheit finden würde, die die politischen, wirtschaftlichen und parteii- chen Streitigkeiten beiseite stellen würden, um nur an das Interesse des Landes zu denken. Das Land werde morgen von den Debatten Kenntnis nehmen und erkennen, daß mehr Mut dazu gehöre, einen Gesetzentwurf von großer Tragweite anzunehmen, a's ihn zurückzuweisen. Heber den Kopf des Parlaments wende er sich an das Land und sage ihm: „Ich habe Vertrauen zu dir und deinen Vertretern, habe du auch Vertrauen zu deiner ^Regierung und glaube, daß der Tag nicht fern sein wird, an dem du, Land, in vollem Vertrauen und in voller iScherheit arbeiten kannst, mit der Gewißheit, bald die verdiente Prosperität zu finden." Die Mehrheit brachte Vriand eine Ovation dar. Sogar der Kammerpräiide schließt sich dieser Kundgebung an. Hieraus wirb zur A b st i in m u n g geschritten und der gesamte Oeic.jentDurf, wie bereits gemeldet, mit 257 gegen 229 Stimmen angenommen. Als die Sitzung beendet war, wurde Vriand von Herriot unter dem Ruse: „Es lebe die Republik!" eine Ovation gebracht. Vriand richtet nochmals einen Appell an die Kammer. Er erklärt, Reichspräsidenten im geräumten Gebiet schon in den er ft en Februartagen zu erwarten sein, da man mit der Räumung der gc- Abreise der deutschen Delegation. London, 3. Dez. (TH.) Die deutsche Delegation ist heute mittag 2 Ahr von der Victor.a-Station nach Ostende abgereist. Arn Zug hatten sich zum Absch ed der D.zemarscholl des diplomat.schen Korps als Vertreter des Königs und der Regierung, ferner Lord d' Aber- non und die Herren der deutschen Boischaft eingefunden. Im gleichen Zug reifte die polnische Delegation ab. Hebet das Resultat der Vesprechung äußert man sich allgemein befriedigt. In gut unterrichteten politischen Kreisen Derlins wird erneut darauf hingewiesen, daß es sich in London ausschließlich um eine persönliche Fühlungnahme und um eine allgemeine Aussprache gehandelt hat. Irgendwelche Beschlüsse oder Entscheidungen seien nicht getroffen worden und fontrete Crg bnisse seien daher von diesen Besprechungen nu;t zu erwarten. Ihr Zweck war, lediglich eine spätere Lösung verschiedener Einzelfragen dorzubereite n. Der belgische Außenminister Vandervelde erklärte nach seiner Rückkehr aus London Pressevertretern. die Deu'schen hätten versucht, für die besetzt bleibenden Gebiete eine wirkliche Erleichterung der Besaharngslasten zu erhalten. Er habe den Eindruck, daß Briand geneigt sei, darauf einzugehen. Weiterer Abtransport englischer Truppen. Köln, 3. Dez. (TH.) Ein Bataillon des Manchesterregiments in Stärke von etwa 400 Mann und 20 Offizieren hat heute Köln in Richtung Königstein verlassen. Zugleich ist ein größerer Transporlzug mit Material und Pferden abgegangen. In nächster Zeit werden täglich kleinere Trupps verladen werden, die teils nach der neuen englischen Zone überwiesen, teils nach England zurück kehren werden. Am nächsten Dienstag wird ein großer Teil des im Kölner Hauptquartier beschäftigten D u - reav. Personals abtransportiert werden, als deren Bestimmungsort von englischer Seite ebenfalls teils Wiesbaden, teils London angegeben wird. Abbau der MitttärkontroV- kommission. Frankfurt a. M., 3. Dez. (WSN.) Die Ge- schäfte der Militärkontrollkommisston werden bekanntlich demnächst beendet fein, mit ihrem Abbau ist in einem nahen, wenn auch noch nicht definitiv feftgelcgten Zeitpunkt zu rechnen. Am 1. Dezember find die Distriktskommissionen in Frankfurt am Main, Hamburg und Breslau bereits teilweise aufgelöst worden. Nur ein kleiner Teil der Kommission wird sich noch einige Zeit zur Abwickelung der Geschäfte aufhalten. Mit weiteren Aushebungen von Distriktskommissionen ist zu rechnen. Die Höchster Kreisdelegation hat ihre Tätigkeit eingestellt. Das Bureau bleibt bis Ende des Monats zwar noch in Höchst, doch findet keinerlei offizieller Verkehr mit den deutschen Behörden statt. Die Stärke der Besatzung wird nach wie vor ein Bataillon betragen. Man hofft, daß bis Jahresende auch noch weitere beschlagnahmte Ge- bäude wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Rundfunk im besetzten Gebiet. schesten Wege. Hindenburg besucht Köln und Bonn. Köln, 3. Dez. (BZ.) Nach einer Meldung „Kölnischen Volkszeitung" dürfte der Besuch ionnteg im §au$ fit mir liniere Men mit pflegen i'iefeMärbtnbe i erzeugt einen Blanz Barfett und jeden Lonn- innen mix auf unjerem nBieunboden.TeSdalb en fünften und alten W- hen oder neuen Men: e wn und,bflliell!‘ Dad ei'Men. kreppen und wrldJtneSöiien. nut na 6 Ififfeb 'M« nannnemäb Miu dauernd in beitem en »Iduet aber fttteoui ber£walität,!w W L un Sechseck!" mmermpno/^nklmlldl. Köln, 3. Dez. 3n ber englischen Zone sind die Bestimmungen der Verordnung 308 über die Anlegung von Radiostationen in der loyalsten Weise ausgeführt worden. Wie es in der Verordnung vorgesehen war, konnte am 1. Dezember mit dem Kauf unb Verkauf von Cmpfangsapparaten b:g nnen und der Empfang ausgenommen werden. Die Genehmigung der Anträge durch die englische Behörde erfolgt ohne Schwierigkeiten und auf dem Hla tu i b, 3. Dez. (IM.) Das spanische Direktorium ist heule morgen zurückgelrelen. Der König hat primo de Rivera mit der Ka- dinellsbildung betraut Nachdem gestern noch die Madrider Blätter gemeldet hatten, daß das Direktorium einstweilen noch an der Regierung verbleiben werde, begab sich am Abend eine Abordnung der Armee zu Primo de Rivera und leille ihm mit, daß die Armee aus dem sofortigen Rücktritt des Direktoriums bestehe und die Einsetzung einer bürgerlichen Regierung sordere. Primo de Rivera nahm darauf sofort mit den führenden Politikern Rücksprache und wurde darnach noch am Abend vom König empfangen. Die Unterredung, zu der auch die Königin-Mutter hinzugezogen wurde, dauerte bis in die späten Abendstunden. Der König stimmte der Umbildung der Regierung zu. Im neuen Kabinett übernimmt prima deRiveraden Vorsitz, der Herzog von I e t u a n das Kriegsministerium, Vizepräsident Zangua; das Außenministerium und General Martinez Anldo das Innenministerium. Vie Eidesleistung der neuen Regierung fand bereits in der üblichen feierlichen Form statt. Vie Minister begaben sich nach der Feierlichkeit so- fort in ihre Ministerien, wo die Amtsübernahme erfolgte. Der Außenminister gilt als ein freund Deutschlands. Das neue Ministerium wird allgemein als die F o r t s e h u n g d e s b i s h e r i- gen Kurses betrachtet. 3m Lande herrscht überall vollste Ruhe. Die Blätter veröffentlichen eine amtliche Erklärung, die besagt, weder das Direktorium noch die ihm folgende Regierung werde jemals daran denken, die Pressezensur auf- zuhcben ober sie auch nur milder zu gestatten, weil ihre Ausrechterhaltung unbedingt notwendig sei, wenn Spanien den Weg zu seiner Rettung aus den früheren verhängnisvollen Zuständen weiter verfolgen wolle. Rur durch eine strenge Zensur sei es bisher möglich gewesen, positive und lohnende Arbeit zu leisten. Briands Sieg in der Kammer. Annahme der Finanzvorlage Loucheurs mit 257 gegen 229 Stimmen _______________ habe, das Gefühl gehabt habe, eine Pflicht zu erfüllen. Jetzt forderte man eine Inflation und sehr schwere Steuerlasten gew'.sser- rnaßen als eine Gabe an dem Tage, an dem wir zur Regierung gelangen. Das ist für eine Regierung bitter. Ich will nicht übertreiben, aber um eine ernste Lage zu beseitigen, dürfen die Vertreter des Volk^ nicht davor zurückschrecken, ihm eine schwere Last auszubürdrn. Wird die Regierung mit ihren Gesetzesvorschlägen infolge einer Abstimmung fallen, dann werden die Ereignisse, die hierdurch hervorgerufen werden, schwere Rachwirkungen im Gewissen des Landes Hervorrufen. Aus einer Katastrophe kann nichts Gutes hervorgehen. Ich sage, alle die Abgeord- Rücktritt des spanischen Direktoriums. Dom Diktator zum Ministerpräsidenten. — Das neue Kabinett Primo de Rivera iiessen iffee ertrauenssache. Sie sich von „der * shalt-Kaffe® M 3.60, 3.2'', ^80 Sprecher 1337 intmachE' Ms-, reinlich m bäte L>^i,' r- l.ne bftter sie ie ■ nn aWp- ^en, Ähj dn * WÄ minec AU'-fi ' • habe bann immer SU ^0^ die aü Sitzungsbericht. Paris, 3. Dez. (WTD.) In der Kammer gibt namens der Sozialisten Abg. Blum eine Erklärung ab. Seine Partei weigere sich, eine Milliardeninflation gulzuhe''hen. Sie habe das Gefühl, durch ihren Einfluß eine politische Krise zu eröffnen, weil die Kammer durch eine neue Ministerkrise den neuen Beweis ihrer parlamentarischen Ohnmacht erbringen wurde. Aber die sozialistische Partei habe den unerschütterlichen Entschluß gefaßt, sich jeder neuen Inflation zu widersetzen. H?rte, staunend, bah es ft E llug waren ■l 'M «n altes Dort ohne eine Spur 8 s'Ven. Frucht an, scuchtr werden reis." nfl folgt.) Sie, meine Herren Abgeordneten, etwas Ern» st es gegen Ihr Vaterland unternom- men haben. Hierauf wird fast ohne Debatte Art. 1 angenommen. Zu Art. 2, der die öOprozentige Erhöhung der Steuern auf Grundbesitz und der Steuern aus den Gewinn aus industriellen und Handelsunternehmungen und die 20prozentige Erhöhung der allgemeinen Einkommensteuer vorsieht, liegen verschiedene Amendements vor, die der Reihe nach a b g e l e h n t werden. Die Kammersihung wurde um 3/4ll Hhr wieder ausgenommen. Ein Abgeordneter dec Rechten richtete heftige Angriffe gegen Loucheur, den er beschuldigte, während des Krieges maßlose Gewinne ein- geheimst zu haben. Loucheur erklärte darauf sehr erregt, als er 1916 zum erstenmal in das Kabinett berufen worden sei, habe ihm Briand zur Pflicht gemacht, sich von den Geschäften zurückzuziehen und auf sämtliche Kriegsgewinne zu verzichten. Er habe damals sämtliche Aktien abgetreten und seine Unternehmungen verkauft. Diese Erklärungen wurden auf der Linken und im Zentrum mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Als scharfer Gegner der Vorlage der Regierung gab B o k a n o w sk i der Befürchtung Ausdruck, daß die Erhöhung des Banknotenumlaufs eine Aufspeicherung der Noten im Publikum zur Folge haben werde. Man werde von einer Inflation in die andere fallen. Ein Ausweg biete sich nur durch die Revalorisierung des Franken. Als er weiter schärfste Kritik an einzelnen Paragraphen der Regierungsvorlage übte, unterbrach ihn B r i - and mit der Aufforderung, endlich konkrete Vorschläge zu machen. Bokanowski fuhr fort, man dürfe sich durch die Ratifizierung des Locarnovertrages und die Erfolge Briands nicht dazu ver- leiten lassen, die Mängel der Vorlage Loucheurs zu übersehen. Die Finanzprojekte, die nicht den Bedürfnissen des Landes entsprächen, dürsten nicht unter der Devise „Locarno" angenommen werden. Seine Freunde würden für eine teilweise Inflation stimmen, wenn die Regierung sich bereit erkläre, die in Höhe von 6 bis 7,5 Milliarden geplante Inflation auf drei Milliarden herabzusetzen. — Briand erwiderte, daß die Regierung den Vorschlag Bokanowski a b 1 e h n e. Er könne nicht dulden, daß versucht werde, zwischen ihm und anderen Kabinettsmitgliedern einen Unterschied zu machen. Die Kammer nimmt dann den Artikel 2, der im wesentlichen eine öOprozentige Erhöhung der Steuern auf den bebauten und unbebauten Grundbesitz und auf den Gewinn bei Industrie- und Handelsunternehmungen sowie eine 20prozen- tige Erhöhung der allgemeinen Einkommensteuer vorsieht, mit 228 gegen 172 Stimmen an. Jl r» titel 3. der eine 50prozenitige Erhöhung der Steuern bei Wertpapieren und des Einkommens aus mobilen Werten vorsieht, wird ohne wesentliche Abänderungen mit 290 gegen 186 Stimmen angenommen. Artikel 4, durch den der Finanzminister ermächtigt wird, mit der Bank von Frankreich ein Abkommen zu treffen, nach dem dieses Institut dem Staate sechs Milliarden Franken vorschießt. wird mit 245 gegen 239 Stimmen angenommen zugleich mit 2lrtitel 5. der die Erhöhung des Notenumlaufs von 51 auf 53,5 Milliarden vorsieht. Der innere Frontwechsel in Spanien, der schon seit langem in allerlei Vorzeichen sich an- gekündigt hatte, ist jetzt vollzogen: General Primo de Rivera hat unmittelbar nach seiner Rückkehr non der marokkanischen Front die Diktatur niedergelegt und gleichzeitig ein Mini st e - rium gebildet, bei dem er selbst das Präsidium rührt, das aber im wesentlichen aus bisher unbekannten Zivilisten sich zusammensetzt. Die Diktatur hat über zwei Jahre gedauert, vom 13. Dezember an. Ob ihr Ende ganz freiwillig ist, läßt sich schwer entscheiden: eine strenge Zensur sorgt dafür, daß die spanischen Zeitungen über die Stimmung im Lande so gut wie nichts berichten können, und auch, was sonst herauskommt, ist so wenig ehrlich, ist so stark bedingt durch die Parteieinstellung, daß von draußen her kaum jemand zu sagen vermag, wie die Dinge eigentlich liegen. Sicher ist wqhl nur, daß inner fjalb der Armee, aus die Primo he Rivera sich von Anfang an stützte, eine starke Unzufriedenheit bestand, die ihren Ausdruck in einer sehr ernsthaften Verschwörung sand.Die Verschwörung ist zwar niedergeschlagen, die Rädelsführer wurden verhaftet, aber das Direktorium mag sich doch wohl gesagt haben, daß mit dem Abbröckeln der Armee die Grundlage seiner Stellung erschüttert sei, daß es deshalb gut daran tue, sich beizeiten zurückzuziehen und rechtzeitig die lieber- leit u ng zu normalen Zuständen einzuleiten. Die Diktatur war, als sie kam, der Ausdruck der allgcmeiucn Unzufriedenheit. Spanien ist das Land, in dem sich die Schattenseiten des Parlamentarismus am stärksten in den Vordergrund dräng- ten. Die Parteiführer in den Cortes bekämpften sich gegenseitig bis aufs Messer, spielten zwischen- durch wieder einmal mit verteilten Rollen und betrachteten die Regierungsmaschine nur als ein Instrument zur Befriedigung ihres persönlichen Ehrgeizes. Von den Junta s, den Ofsiziersoereinen, ging ber Stoß aus, der dieses ganze lebensunfähig gewordene Gebilde über den Haufen warf, und Primo de Rivera machte sich an die Arbeit, etwas ganz Neues zu schaffen. Das ist ihm zum Teil auch gelungen. Wenn es ihm nicht restlos gelang, bann waren daran die Bedingtheiten der spanischen Innen -und Außenpolitik schuld. Man hat ihn mit Mussolini verglichen, und was er wollte, ist gewiß etwas Aehnliches gewesen. Mussolini sah den italienischen Staat hoffnungslos versumpfen und griff, gestützt auf seine Faszisten, noch gerade im letzten Augenblick ein. Er hat es aber sehr viel leichter als der spanische Diktator: nicht allein, weil er der bedeutendere Ko,f ist, sondern auch, weil er, gestützt auf den Clan eines Volkes, das den Krieg zwar nicht gewonnen, sich aber doch als Sieger betrachtet, ganz andere Kräfte hinter sich wußte, als Primo de Rivera, der ausschließlich mit dem Heer arbeiten mußte und gleichzeitig gegen Den tödlich verletzten Ehrgeiz der BerufsparlamigungO^. auj ha es Vr SetgnW^ Wltc'vSi$ ei" n ns"-zKstaM-S lt !st-ltuns >on btt iWßS •'»•‘‘ff Uff * eÄ bi< "«*5 "n»r Ktbe ^nden. 1925- , Kis zul" ? z M. 192ä. Die französische Kammer hat sich hinter Herrn Briand gesteltt und ihm ihr Vertrauen ausgesprochen. Ein Vertrauen allerdings, dessen Haltbarkeit nicht allzu hoch eingcschätzt werden darf. Wenn sich die Kammer für sc in Finanzprojekt entschied, so tat sie das aus zweierlei Gründen: einmal würde sich niemand mehr finden, um die Regierungsgeschäste zu übernehmen, falls Briand hätte gehen müssen, zum anderen sind die Franzosen mit ihrem Latein zu Ende. Sie haben Briands Vorschläge geschluckt, obwohl sie wissen, daß die Inflation mit inflatorischen Maßnahmen nicht zu bekämpfen ist. Hnter diesen Hntftänben bedeutet jeder Zeitgewinn sehr viel, und der ist jedenfalls d'/cch die Schaffung eines aktionsföhigen Kabinetts ge- Wonnen. Dttse Atempause gilt es aber nun aus. zunuhen. Fragt sich nur, ob Herr Loucheur den Teufel mit Beelzebub wird austreiben können. Wir, die wir die Inflation und ihre Bekämpfung in allen Phasen durchgemacht haben, müssen dem Eiertanz des französischen Sinans Ministers skeptisch gegenüberstehen. Binnen kurzem wird aber auch er erkennen, daß die Finanzen eines Staates nicht in Ordnung zu bringen sind, solange die Steuer gelder unproduktiv angelegt und in kriegerische Hnter- nehmungen hineingesteckt werden Die größten Widerstände wird Loucheur aber nicht im eigenen Ressort zu überwinden haben, diese liegen vielmehr bei der Wirtschaft, die jetzt eine Blütezeit sondergleichen erlebt — wohlgemerkt aber nur eine Schein blute — und sich schwerlich mit stabileren Verhältnissen wird an- mentarier zu kämpfen hatte, dabei außerdem auch noch das marokkanische Abenteuer abwickeln muhte, das den Spaniern ungeheure Gelder und sehr viel Blut kostete, ohne irgendwelche greifbaren Erfolge. In Marokko hat der General fein Ziel erreicht: er Hal sich mit den Franzosen unter anständigen Bedingungen verbinden können, hat Abd el Krim wenigstens vorläufig auf die Knie gezwungen und sieht jetzt die Möglichkeit vor sich, einen Zustand zu schassen, der den Spaniern das nordafrikanische Küstengebiet sichert, ohne daß sie dauernd unübersehbare Millionen hineinpulvern müssen. Hnü im Innern? Die Großen, die einst in den Cortes den Ton angaben, sind mundtot gemacht, vielfach auch schon der Vergessenheit anheimgefallen. Aber es hat sich nichts Reues herauskristallisiert. Mussolini stützt sich aus die faszistische Partei, die einen Staat im Staate bildet. Was Primo de Rivera analog zu bilden versuchte, die Union patriotica, ist ein «unbedeutender Klub geblieben, der im GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vnick nutz Verlag: »rLHI'Iche Unlversitätr-Vuch- und Steinöniderei R. Lange In Sietzen. Schristiettun, und Seschästrftelle: SchMratzer. neten, die weder konsolidieren wollen .noch eine Inflation wünschen, mögen beide Wege nicht ein- schlagen. Sie wollen aber, daß bezahlt wird. tAber um zu bezahlen, braucht man Geld. Aber wenn ich sage, daß wir leere Kassen haben, dann müssen Sie die Mittel geben, um bezahlen zu können. Wenn Sie die Vertrauenskrise verschärfen, dann werden Eie das Land zum Ruin treiben. Wenn das einmal geschehen ist, dann können Sie ja die wunderbarsten Ge'etzentwürfe schaffen. Ich flimmere mich jetzt an den Ministerpräsidentenposten an. Ich habe zwar immer als Minister nachder Ausgangstür geb:ick', aber heute ist die Lage so ernst, daß ich herausfühl-en kann, werrn morgen die jetzige Regierung nach einer Abstimmung im Parlament fällt, dann werden Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblStter Heimat im DUd Die Scholle Monaks-vezutzSprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsfe: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. )ln,einer Gießen. poftscheckkonto: £ram‘furt am Main 11686. samten ersten Zone bis Ende Januar rechnet. Es ist ein 8 t ä g i g e r Aufenthalt, vor allem in Köln und Bonn, in Aussicht genommen. Das deutsche Eupen. Eine belgische Stimme für Rückgabe an Deutschland. Brüssel. 3. Dez. (TU.) In der „Volks- g a z e t". dem Organ der Antwerpener Sozialdemokraten, das unter der Heilung von Minister H u y s- m a n s erscheint, wird bei einer Besprechung der letzten Provinzialwahlen festgestellt, daß Eupen deutsch ist, so deutsch wie irgendein Teil des Reimes. Die Annexionierung dieses Gebiets durch Belgien nennt'bas Blatt einen schweren M i h e r f o l g. Die Deutschen in dem annektierten Gebiet wollten eine deutsche Verwaltung, deutsche Richter und deutsche Schulen, Rechte, die die Flamen bereits seit 90 Jahren erstrebten und noch immer nicht vollständig erreicht hätten. Wie wird es den 50 000 Deutschen ergehen, wenn die vier Millionen Flamen bisher nichts erreichen konnten? Es fei eine bekannte Tatsache, daß Eupen Belgien mehr Verwaltungskosten verursache, als es einbringe. Das Blatt macht den Vorschlag, mit Deutschland Unter* Handlungen anzuknüpsen. um eine neue Grenzregelung in Ostbelgien vorzunehmen. Zu gleicher Zeit solle man die deutsche Regierung dazu bewegen, das deutsche Geld zu übernehmen, das seit dem Waffenstillstand in den Depots der belgischen Nationalbank liege. Die Fürstenabfindung. Dent'cher Reichstag. Berlin. 3. Dez. Vor Eintritt in die Lages- Ordnung gibt Abg. Dr. Wirth (bei keiner Fraktion) eine Erklärung ab, in der er die gestrigen Angriffe deL Abg. Henning (Völk.) zurückweist. Die erste Beratung der demokratischen und kommunistischen Gesetzentwürfe über die Fürstenabfindung wird dann fortgesetzt. Abg. Hampe (Dt.-Hannov.): Der von den Demo raten eingebrach.e Gesetzentwurf berücksichtigte die Verschiedenartigkeit der Eigentumsrechte der Fürsten nicht. Gegen Len demokratischen Antrag spreche auch Arttkel 5 der Weimarer Verfassung: Viemand darf einem ordentlichen Richter entzogen werden. Der äk.berweisung der Vorlage an den Ausschuß sei zuzustimmen. Unter keinen Umständen dürfe aber der Boden des Rechts verlassen werden. Abg. Dr. Kahl (Dt. Vpt): Meine Freunde verlangen, daß der hier erörterte Fragenkreis nur im Geist und Sinne der Gerechtigkeit behandelt wird. Das würde nicht möglich sein, wenn man den kommunistischen Antrag berücksichtigt. Die entschädigungslose Enteignung der Fürstenhäuser wäre in einem Rechtsstaat ganz unmöglich denn fte wäre eine rechtswidrige Besitzentziehung, die wir Kriminalisten Diebstahl nennen. Bei einem Volksentscheid würden sicherlich viele, die die Wiederkehr des monarchistischen Regimes nicht wünschen, dennoch für die Abfindung der Fürstenhäuser stimmen, weil sie das Gefühl deS Dankes emwfinden für das, was Friedrich der Große, der Große Kurfürst und andere Mitglieder der Hohenzollern und anderer Dynastien in sechs Jahrhunderten für das Land getan haben. Wie ein Volk sich stellt zu seiner großen ge» -fchichtlichen Vergangenheit, das ist auch ein Stück seiner persönlichen Würde. (Beifall rechts.) Soll weit es sich um Mittel handelt, die auf öffentlichen Rechten beruhen, sollen bei der Fürstenabfindung auch nach unserer Meinung , die Gerichte nichts damit zu tun haben. Gleichgültig aber, ob öffentlich rechtlich oder privat- rechtuch, auf keinen Fall darf die Frage zum Gegenstand politischer und damit parteipolitischer Erwägungen gemacht werden. (Beifall rechts.) Der in dem demokratischen Entwurf vorgesehene Ausschluß des Rechtsweges ist mit demokratischen Prinzipien unvereinbar. Dec Begründer des k^mekratischen Antrages legte nur Wert auf den Kern des Gesetzentwurfes. Auf diesem Wege könnte vielleicht eine Verständigung erziehst werden, bei der man auch berechtigten sozialen Forderungen Rechnung trägt Im Kreise meiner eigenen Freunde wurde die Anregung laut, vielleicht einem Reichs- schiedsgericht die Nachprüfung der Abfin- dung5aase!nandersetzungcn zu übertragen. Dem Ausschluß des Rechts reges schlechthin können wir niemals zustimmen. Mit Entrüstung weise ich den in der „Voss. Ztg." vom 1. Dezember enthaltenen anmaßenden Angriff zurück, daß alle parlamantarischen Gegner des demokratischen Entwurfes ein Interesse an der Finanzierung der monarchistischen Bewegung hätten." Abg. Pfleger (Bayr. Vpti): Die Annahme des demokratischen Gesetzentwurfs würde eine schwere Versa sungsänderung bedeuten. Die Bayerische Volkspartei werde unter keinen Umständen eine Regelung mitmachen, bei der der ordentliche Rechtsweg ausgeschlossen werde. Rechtspoli.isch würde auch die Schaffung eines Sondergerichtshofes für diese Fragen sehr bedenklich sein. Abg. Schröder -Mecklenbg. (Dö.'k.): Weil wir der Gerechtigkeit nicht in den Arm fallen wollen, können wir dem demokratischen Entwurf nicht zustimmen. Allerdings muß man auch die Fürsten an den Versassungssatz erinnern: „Eigentum verpflichtet!" Abg. Brodaus (Dem.) hält die Ansprüche der Fürsten für befremdend in einer Zeit, wo Hundecttausei.de von Staatsbürgern entschädigungslos enteignet worden sind. Die Aussprache habe ergeben, daß die Mehrheit des Hauses bereit sei, auf der Grundlage des demokratischen Entwurfes int Rechtsausschuß nach einer Lösung zu suchen. Seine Partei wolle sich nicht auf jet)e3 Wort des Entwurfes festlegen. Unbestreitbar sei dec Zustand unhaltbar, daß die Gerichte die Ao indungsfrage nach reichszivilrechtlichen Gesichtspunkten behandeln wollten. Das Land Thüringen würde bei einer solchen Regelung glatt ruiniert werden. Bismarck habe nach 1866 ausdrücklich betont, daß der Staat auch über privatrechtliche Ansprüche hinweggehen müsse, wenn es das öffentliche Interesse erheische. Dem Abg. Kahl erwidere er: „Das formale Recht auf die Spitze getrieben, wird zum grötz en Unrecht an unserem verarmten deutschen Volk, dem allein wir mit unserem Anträge helfen wollen." (Beifall bei den Demokraten.) Die Gesetzentwürfe der Demokca'en und Kommunisten werden dem Rechtsausschuß überwiesen. Es folgt die dritte Beratung des Haushaltes des Reichstages. Dazu liegt ein Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten vor, zum Grunderwerb für einen Erweiterungsbau des Reichstags 1 430 000 Mk. zu bewilligen. . Abg. S ch u lz-Bro.nberg (Dtschnat.) spricht sich gegen den Antrag aus. Abg. v. Guerard (Zentr.) drückt sein Befremden über die Stellungnahme des Abgeordne- ten Schulz aus, der noch vor kurzem ein Vorkämpfer für den Erweiterungsbau genesen sei. Die Erweiterung der Reichstagsbibliothek sei dringend notwendig. Rach weiterer Aussprache wird der Antrag angenommen. 3n der dann folgenden dritten Beratung des R e i ch s m i n i st e r i u m s für Ernährung und Landwirtschaft begründet Abgeordneter Thomsen (Dftchnctt.) eine 3ntertel.a.ion, in der die Regierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, um die augenblickliche ungeheure Kredit not in der Landwirtschaft rasch und wirksam zu beheben, insbesondere die Umwandlung der Wechselverbindlichkeiien in langfristige Realkredite zu erträglichen Zinssätzen schleunigst durchzusühren. Eine Behebung der deutschen Wirtschaftsnot werde sich nicht durch eine Steigerung des Exportes ermög.i:hen lassen, ionöern notwendig sei vor allem eine Verminderung der Einfuhr ausländischer Lebensmittel. Das sei nur möglich durch eine Hebung der deutschen landwirtschaftlichen Produklionssähigkeit. Weiterberalung Mittwoch, 9. Dezember. Preußischer Landtag. Berlin, 3. Dez. Die in der Oeffentlichkeit in der letzten Zeit aufgetauchten Meldungen über einen bevorstehenden Putsch rechtsradikaler Verbände gaben dem kommunistischen Abgeordneten Pieck Veranlassung, vor (Eintritt in die Tagesordnung der heutigen Sitzung zu beantragen, daß Innenmini st erSevering vor dem Hause Auskunft geben möge über das, was ihm auf Grund amtl'.cher Feststellungen in dieser Sache bekannt geworden ist. Dieser Antrag wurde unter lebhaftem Protest der Kommunisten gegen die Antragsteller und gegen die Sozialdemokraten und Demokraten abgelehnt. Herr Pieck wiederholte später seinen Antrag, als Minister Severing im üaale erschien. Dieser erklärte unter lebhaftem Beifall der Mitte, daß zur Zeit kein Anlaß bestehe, mehr besorgt za fein als bisher, und daß es keinen Putsch gebe, solange er, der Minister, auf dem Posten stehe. — Das Haus führt die zweite Beratung des Haushalts der allgemeinen Finanz Verwaltung zu Ende und stimmte dem Etat in zweiter Lesung nach Annahme der Ausschußbefchlüsse zu. Aus der Fülle der einzelnen Vorlagen, deren Erledigung der Landtag noch vornahm, sei die 2. und 3. Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung der Feld- und Forftpolizeigesehe hervor- gehoben. Ferner fei noch erwähnt eine große Anfrage der Sozialdemokraten über die für die Knappschaftsinvaliden im Ruhrrevier erfolgten Lohnkürzungen und sonstige älnterdrückungsmaßregeln der Zechmbesitzer, die in der Regierungsantwvrt zurückgewiesen wurde. Die Besprechung dieser Interpellation wird das Haus in seiner nächsten Sitzung vornehmen, die am- 9. Dezember ftattfinbet und auf deren Tagesordnung außerdem die dritte Beratung des Haushaltes steht. Lockerung der fire-tt- kontingentiming der Neichrbank. Berlin, 3. Dez. (D.H.D.) In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank erstattete der Vorsitzende, Präsident Dr. Schacht, Bericht über die Entwicklung des Status der Bank während der letzten Monate, die er als befriedigend bezeichnete. Insbesondere auch hinsichtlich der Devisenbestände. Sodann berührte er die in der letzten Zeit iit der Oessentlichleit mehrfach erörterte Frage der Ermäßigung des Reichsbankdiskonts und teilte mit, daß das Reichst nkdirettori um die Zeit für die Herabsetzung des Diskontsatzes angesichts der zum Iahresschluh zu erwartenden Ansprüche noch nicht für gekommen erachte. Auch die Tendenz der Zinssätze an den wichtigen Plätzen des Auslandes stehe einer solchen Maßnahme entgegen, während aus der Entwicklung der inländischen Zinssätze für tägliches Geld und Privatdiskonten ein Schluß auf lausende Kredite nicht gezogen werden könne. Dagegen gestatte die Lage der Bank, den Bedürfnissen der Wirtschaft durch eine Lockerung her Kreditkontingent k er nng enigegenzukommen, die das Reichsbankdirektorium als einen Schritt auf dem Wege zum Abbau der Rationierung ansehe. Ausschuhfitzung des deutschen Einze!hande!s. Berlin, 3. Dez. (WB.) Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels veranstaltete heute ihre letzte diesjährige Hauptaus- s ch u h s i tz u n g unter dem Vorsitz von Heinrich Grünfeld. Das geschästsführende Vorstandsmitglied, Oberregierungsrat a. D. Dc. Tiburtius berichtete über die im Rahmen der gesamten Wirtschaftslage besonders ungünstige Situation des Einzelhandels, wobei er sich zum Beweise des auch bei dem bisherigen Weihnachtsgeschäft stark 3urüdgegangenenilm- sahes auf objektives amtliches statistisches Material stützte. Die Verhandlungen erstreckten sich insbesondere auf die Bekämpfung unlauterer Auswüchie beim Zugabewesen, für die durch die Arbeit einer nunmehr gemeinsamen Kommission der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels und des Einzelhandels- ausschusses deS Deutschen Industrie- und Handelstages die Vorarbeiten geleistet worden sind. Ferner wurde für die Frage der Haltung und Ausbildung von kaufmännischen Lehrling en eine besondere Kommission eingesetzt. Schließlich war der Hauptausschuh in der Frage des Mieterschutzes der Auffassung, daß in der gegenwärtigen Zeit eine Abso/)ächung des Mieterschutzes, besonders insoweit es sich um die vom Einzelhandel benutzten gewerblichen Räume, also um Läden und deren Zubehörräume handele, zu einer unerträglichen Schädigung des auf einen bestimmten örtlichen Absatz angewiesenen Einzelhandels führen würde. Insoweit lehnte der Hauptausschuß den Entwurf des Gesetzes zur Abänderung des Mieterschuh- l gesehes ab. zurechnen. Die Volkszählung in Japan tober ergab eine Bevölkecungszahl von also eine Vermehrung um 3 777 000 in fünf Jahren. worden. In dem Verfahren vor der Lokalkommission Gelände ist zum Teil schon in der Kriegs- zum größeren Teil aber in der Rachkriegs- von der Gewerkschaft in Anspruch genom- Zur Vermögensfteuer- ücranlagung. Berlin, 3. Dez. (WB.) Angesichts der erheblichen Schwierigkeiten, die sich bei den Dor- ar bäten der bis zum 15. Dezember abzugebenden DermögenSsteuererkliirung ergeben, sind die wirtschaftlichen Spihenverbände in Verhandlungen mit dem Reichsfinanzministerium eingetreten. Im Vordergrund derselben steht insbesondere die Unbilligkeit der Zugrundelegung der amtlich festgesetzten Steuerkurfe im Hinblick auf den inzwischen auf allen Gebieten des Aktienmarktes eingetretenen Tiefstand. Die Verbände halten unter diesen Umständen eine Verlängerung der Frist zur Abgabe der DermögenssteuererÄärung für unbedingt geboten. Die Neuordnung der Errverbs- irt Flur III gelegenen Grundstücke der von dem beeidigten Markscheider auf dem Plan vom 4. Juni 1923 angegebene Zeitpunkt, für die in Flur XIII und XIV gelegenen Grundstücke der Zeitpunkt, von dem ab Pachtbeträge von der Gewerkschaft am 10. Ok° nicht mehr bezahlt worden sind: 4. soweit Ab- 59 736 000, schlagszahlungen geleistet worden sind, sind diele den letzten I gegen die erkannten Entschädigungsbeträge aitf- ™ t. o,r, V s t ..,.r. pro qm zu entrichten sind, b) hinsichtlich der IN Aus dec Liste dec Ordensritter der frcmzosiichen ^[ur XIII und XIV gelegenen Grundstücke 1,8 Pf. Ehrenlegion waren nach Ausbruch des Weltkriegs pro qm und Jahr: c) als Zeitbeginn für die nach alle Deutschen darunter auch Goethe, ge- a unb b zu zahlende Entschädigung gilt für die ft rieb en worden. Wie die „Kceuzzettung meldet, 1 - ----- - hat die französische Regierung vor kurzem in aller Stille die Streichung des Namens Goethe in den Ordensregistern rückgängig gemacht. • . der Sachverständigen. Der Berliner Anwalt, Geh. Justizrat Gustav Der Provinzialausschuß gab dem d. Gocdon, der im Prozeß des Grafen Kuno ®nteignung3antrag ftatt. Olis E n t - Moltke gegen Maximilian Harden den Privatkläger schädigung hat d:e Gewerkschaft an d.e vertrat und in dem Prozeß Erzberger gegen Helffe- Grundeigentümer zu bezahlen: 1. für die zu cich dec Anwalt Erzbergers war, ist gestorben. Eigentum abzutretenden Grundstücke a) in ' 31. III 40 Pf. pro qm, mit Ausnahme des S [ d, i t f e r i n Toll in Sonbon hab- toiffen Grundstücks 385 für 45 M. pro qm fW«St in den Völkerbund Schwierigkeiten in den Weg r -ÄXtr *C9e3nun3 mil « Lschitschenn anneymen werde. Ausnahme des Grundstücks Rr. 385, wofür 1,8 Pf. Das Hamburger Abbruchdiertel verschwindet. Die Hamburgische Bürgerschaft nahm die Senatsvorlage zur Planierung der Hamburgischen Altstadt an. Das sogenannte Hamburger Abbruchviertel, der Herd zahlreicher Laster und Krankheiten, wird bei Durchführung der Vorlage endgültiger Vernichtung anheim- fallen. Die gesamte Bevölkerung des Viertels wird in neu zu bauende Stadtteile übergeführt werden. Wettervoraussage. Meist heiter, wechselnde Winde, kalt, trocken. Der kleine Wirbel über dem Rordmeer ist über Skandinavien in östlicher Richtung abgezogen. Heute liegen wir mitten im Bereich des von England herangekommenen Hochdruckgebietes. Diesem folgt allerdings westlich von Irland bereits ein neues Glied der nördlichen Tiefdruck- , kette. Seine Zugrichtung bleibt abjur arten. Io$cnunteiitüfeuug Gestrige Tagestempe.a uren: Maximum mi- , ■ •> im»» nus 1,2, Minimum minus 16,2 Grad Celsius, uhr^en W-lbung-n wird von ^ständige-St-L S°u«s° W°-g°n.°mp-ratur: minus 15,1 Grad darauf hingewiesen, daß die Reichsregie- ‘ rung an den Fragen der Erwerbslosenfürsorge I MS Aus der Provinzialhauptstadt. genden Zahl der Erwerbslosen ergibt, voll wär- Gießen, den 4. Dezember 1925. Xu» ichWs Dom Provinzialousschuh. lagen, zielen aus Erhöhung drr Erwerbslosen- Der Provinzialausschuh verhandelte in seiner Unterstützung, sowie auf die Kurzaroeiterfürsorge I jüngsten Sitzung über den Antrag der Gewerk» und organisatorische älmgestaltung auf dem Ge- f$aft Gießener Braun st einberg- biet der Srwerbslosenfürsocge hin. Sie haben I n> erke, vormals Fernie, in Gießen auf eine so weittragende wirtschaftliche und finanzielle Grundabtretung in der Gemarkung Bedeutung, daß die gegenwärtige Regierung De- Großen - Linden. Die Antragstellerin bean- denken tragen muß, sie noch zu erledigen. Der tragte. da eine gütliche Regelung zwischen Beschluß des sozialpolitischen Ausschusses, der Grundstückseigentümer und dec DergwerkSdirek- eine Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung für tion wegen ileberlaffung von Gelände für berg- die Hauptunterstühungsempfänger um 30 Prozent bauliche Zwecke nicht zustande tarn, auf Grund vorgesehen hat, hat eine neue T atsach e ge- des hessischen Berggesetzes die Ileberlaffung von schaffen, mit der sich die Reichsregierung sofort Grundstücken im Enteignungstvege. befassen wird. Cs ist bestimmt anzunehmen, daß ©g kommen in Betracht: Aus Fl. III Distrikt das bereits in einer der nächsten Kabi» .D^s kleine Waldfeld" 10524 qm, Grundstücks- nettssitzungen geschieht, die unmittelbar teile aus dem Grundbesitz von 32 Eigentümern, nach der Rückkehr des Reichskanzlers zu er- au8 U. xill Distrikt „Stößt auf den Holz- und warten sein wird. Dergweg" 796 qm; Grundstücksteile aus dem --------"7 Grundbesitz von 5 Eigentümern, aus Fl. XIV Dev atieciMKbzbulGütiicbe syw^'V3520 q ®runj>Jtüds- ivu/ijw vv»* -v teile aus dem Grundoefttz von 9 Eigentümern. Konflikt. ®“ä Genf, 3. Dez. (WTB.) Der Bericht der Un- zeit' tersuchungskommission über den griechisch-bulga- men rischen Zwischenfall stellt fest, daß die bulgarische _ . - . . Regierung in Uebereinftimmung mit den Bestim- | des Kreisamts Gießen, zu der drei Sachverstän- mungen des Völkerbundespaktes handelte, während dige zugezogen waren, kam eine gütliche Einigung die griechische Regierung in der militärischen Be- zwischen der Antragstellerin und den Grundsetzung bulgarischen Gebietes den Völker- ibesihern nicht zustande. Rach dem Gutachten bundspakt verletzt tyabe. Hieraus ergibt sich der Sachverständigen, das, wie die Sachverftän- nach Ansicht der Kommission, daß die g c i e ch i - digen ausdrücklich versicherten, unter den schwie- schen Ersatzforderungen mit Ausnahme rigften Verhältnissen zu erstatten war, da Kriegs- dec Ansprüche wegen des in feiner Funktion als zeit, Zwangswirtschaft, Rachkriegszeit, Inflation, Parlamentär getöteten griechischen Hauptmanns Eintritt der stabilen Währung, Geldknappheit a b a e l e h n t werden müssen und daß die grie- und unvorhergesehenes starkes Sinken der Pre^e chische Regierung zur W i e d e r g u t m a ch u n g für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu berücksich- verpflichtet ist. Die Kommission hät es für Ilgen waren, wurde als Pachtentschädigung für angemessen, daß Griechenland an Bulgarien für 1 qm Gelände 0,8 Pf. jährlich, und als Cnt- die Verluste 1. materieller Art 20 Millionen Lewa I schädigung bei Abtretung des Geländes an dir und 2. moralischer Art 10 Millionen Lewa zahlt. Gewerkschaft ein Grundstückswert von 32 Pf. Weitere Vorschläge beziehen sich auf Maßnahmen für den qm für öas Gelände in Flur III und von zur Verhinderung weiterer Grenzkonflikte durch 35,2 Pf. für den qm für das Gelände in Flur XIII di, Entfernung dec beiderseitigen Grenzposten vo- und XIV angenommen. einander,ferner aus den Austausch der griechischen I In der mündlichen Verhandlung vor dem und der bulgarischen Bevölkerung und die Abfin- Provinzialausschuß wurde festgestellt, daß Ein- dung der aus Griechenland geflüchteten Personen I Wendungen gegen die Zulässigkeit der Enteignung bulgarischer Abstammung. und gegen die Rotwendigkeit der Abtretung deS Oaoa Sm Geländes nicht erhoben wurden. 11 Gcundstücks- wmjte vage tn rryrren. eigentümer erklärten sich mit pachtweiser lleber- London, 4. Dez. (TU.) Rach Berichten aus lassung deS Geländes zur Ausnutzung durch die Jerusalem hat sich die Sage in Damaskus auf Gewerkschaft einverstanden, während die übrigen das äußerste zugesvitzt. Die Drusen Grundstückseigentümer beantragten, daß die Ge- greifen die französischen Truppen an der ganzen werlschast das Gelände in Eigentum erwirbt. An Front mit aller Macht an. Sie haben den Geländepreisen wurdei. geftrirrt: Für das Gegrüßten Teil ihrer Truppen auf Riak geworfen lände in Flur III ein Preis von 1,30 Mk. pro qm, und hoffen, dadurch die Franzosen z uzwingen, für das Gelände in Flur XIII und XIV ein Preis ihr Haupuquartier in Izzet und in Hauran auf- von 2 Mk. pro qm. Die Forderungen wurden zugeben. Die meisten Eisenbahnbrücken, die nach damit begründet, daß die Gewerkschaft im Laufe Homs und Rial führen, sind zerstört worden des Jahres bei freiem Ankauf von Gelände in unb die Verbindung zwischen diesen beiden der Gemarkung Grohen-Linden für minderwerti- Städten und Damaskus ist vollständig unter- geres Land als das Gelände, das von der Gebrochen. Rach einem noch nicht bestätigten Gerücht Werkschaft in Anspruch genommen worden ist, hoben die Drusen Homs eingenommen. Damas - I 0,70 bis 1 Mk. bezahlt hat, und daß es den kus ist w'.ebqr in Verteidigungszustand Grundstückseigentümern nicht möglich ist, sich gesetzt worden. Die Straßen sind mit Stachel- innerhalb der Gemarkung Grohen-Linden Ersah- orahtverhauen und Sandsäcken verbarrikadiert, gelänbe zu beschaffen. Die höhere Preisforderung In dem europäischen Viertel hielten fca-nzösische für das Gelände, das in den Fluren XIII und Soldaten Wache. Das französische Oberkommando I XIV liegt und vorwiegend für den Kleinbahnhat anempfohlen, die Frauen und Kinder abzu- betrieb zur Abfuhr der Erze notwend'g ist, transportieren, da es entschlossen sei, die Stadt wurde damit begründet, daß dieses Gelände zu- zu bombardieren. nächst, landwirtschaftlich einen besseren Ertrag -------- I liefert, und weiter, daß es, weil in der Rähe des ♦ Bahnhofs gelegen, als Industriegelände ange- lUäiU POiltllCPC KßwtlwlClL sehen werden könne. Als Geländepacht begehrten • n/cr m K l. Ä die Grundstückseigentümer für die zurückliegende In Teplltz, Brunn Aussig Bodenbach u. a. ec- 3eit 9 $f füc den qm mit Rücksicht daraus, daß hlelten viele den tsche P oft b ea men und die Gewerkschaft in der Kriegszeit in den Jahren Staatsangestellte am 30.November die Mitteilung, 1916 bLß 1919 diese Pachtpreise auf Grund abge- bafj fie am 1. Dezember i h r e s D i e n ft.e s e n t • f^Ioffener Verträge bezahlte. Die Grundstücks- hoben sind. Jnsgi nt wurden 2000 deutsche Eigentümer, die ihr Gelände pachtwecse der Ge- Postbeamte unb Postangesellte abgebaut. Selbst- werkschaft abtreten wollen, verlangen, daß sie verständlich werden alle diese Stellen von Tsche- au6er der Pacht für die zurückliegende Zeit (9 Pf. d) c n besetzt werden. I den qm) vom Tag der äiebereigrrung an 3 Pf. für den qm als Pacht erhalten. Der Ver- Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete tret er der Gewerkschaft hielt diese Forderungen Fürst Otto von Bismarck wurde vom für außerordentlich überseht und beantragte Fest» Präsidenten Coolidge empfangen, setzung der Entschädigung nach dem Gutachten IEII Um. *u 11438a lei 1 316.^22 • 0.26 - 1-55 . 3.00 " 3.15 । 1.45 . 2.60 , - 625 nb . 2.40 । 2.00 . . 0.72 >e , 0.70 "ö , 0.50 . 0.32 , 0.34 t Dacköl, »treuzucker « Qualität unb billig sd. »0.76 Kaffees ei "M Preise von 3.20 iuolen, 2’thört Künstliche Zähne ui r Mk. in Saut' idiut oline Heben- lo-cn. Kronen. Prückru, Plomben jubilliflitenl'teilen. Auch nuf Jeiijoblfl. 20/äör. 'l'rortf. ri,a ^rauMger, I A gfeiniiranc N. gamilM. ''-Tri.- abenbH’j Ubx, «n Monats» Versammlung Um ooütübliflt» Grldjemen wl« WW! Q « Ö llt an itg Nir, *\) § S $v llür ick' °S-W 81nher«l’*V PISV- Monats- oerfammlung WN'^l ^UHtl DerfommW ■sÄÖs «nE.7S Nr. 248 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Freitag. 4. Dezember 1925 ^BMHanaBBnHEaaHaHHannaaK£KBaIM]^HMHBaBana|KiiiKM-'-l \umcgx-wnBiWMiw- i»>^^ Das heutige Syrien. | Von Dr. Artasches A b e g h i a n. Syrien, das durch die letzten politischen Greta» Nisse in den Vrennnpunkt des Interesses gerückt ist, war schon seit dem Altertum ein heiß umstrittenes Wunschziel aller Nationen. In diesem Kustenlande des östlichen Mittelmeeres, das heute bei einem ; Flächeninhalt van etwa 170 OOO Quadratkilometer rund 3 Millionen Einwohner zählt, blühte im Alter- tum die hohe Kultur der Phönizier und Aroma e r un öderen späteren Nachkommen, die in der v Geschichte unter dem Namen Syrier bekannt sind. Aber die geographische Lage Syriens als eines Durchgangslandes bestimmte auch seine spätere Schicksalsaeschichte: im Laufe der Jahrhunderte war es der Zankapfel der Großmächte in ihrem Kampfe um die Machtstellung im vyrderen Asien. Zur Vorkriegszeit bildete Syrien mit Palästina und Transjordanien die türkische Provinz Suria oder Sonsten. Bei Kriegsschluß war es von den britischen Truppen besetzt. Auf dieses Landesgebiet erhoben jedoch die Franzosen ihre „historischen Rechte". Die Engländer weigerten sich lange, es zu räumen; sic verständigten sich letzten Endes mit ihren Rivalen nur unter der Bedingung, daß Transjordcmien und Palästina ihnen, den Engländern, gehörens daß weiter Frankreich auch auf seine Rechte jn Nordmesopotamien verzichten sollte. Das 1 geschah auch in der Tat, uttd der französische General Gourand war bald darauf, Ende 1919, der Herr und der Beherrscher Syriens. Die Engländer haben sich seitdem dennoch nicht mit der entstandenen Sachlage versöhnen können, auch an den letz- I len syrischen Ereignissen sind sie zweifelsohne nicht unbeteiligt. Gemäß der Bölkerbundsiatzimg gehört Syrien zu den Mandatstaaten. In der genannten Satzung wird zwar ausdrücklich gesagt, daß „bei der Wahl des Mandatars in erster Linie die Wünsche dieser Gemeinwesen zu berücksichtigen sind", aber bekanntlich wurden weder die Bevölkerung Syriens, noch die eines anderen Mandatgebietes nach ihren Wünschen gefragt. Noch mehr: unter dem neuen Namen eines Mandatstaates behandeln die imperialistischen Machte diese Länder wie ihre übrigen Kolonien. Daher stammt auch die ewige Unzufriedenheit der „geschützten" Völker gegen ihre i Mandatare. Der gegenwärtige Aufstand der Syrier ist um so mehr berechtigt, als sie eines der sorl- geschritlensten Völker des arabischen Orients sind, also reif genug, um sich selbst regieren zu können, und weil sic nicht nur politisch unterdrückt, wirt schafllich gehemmt, sondern auch weil ihr nationaler Organismus künstlich zerspaltet wird. 2lbgesehen davon, daß Palästina und Trcmsjor banicn, die wirtschaftlich und ethnographisch eng mit Syrien Zusammenhängen, politisch aber von ihm getrennt sind, haben die Franzosen auch das eigentliche Syrien in einige „Staaten" geteilt, und somit die bestehenden inneren Gegensätze noch mehr ver- | schärst und weitere neue verursacht. Man zählt in 1 Syrien folgende Staaten: Großlibanon, Damaskus, Aleppo. Hauran. Lattikije und Amanus. Im Jahre 1922 bildete die französische Kolonialmacht aus den genannten „Staaten", die also nichts anderes sind 1 als gewöhnliche Regierungsbezirke, eine „Konföderation". Daran sind jedoch nur beteiligt: Damaskus, 'Aleppo unb Lattikijs, das Gebiet der Alawiten. nördlich vom Libanon. Jeder dieser Staaten hat seine eigene Verwaltung unb sein „Paria - । ment", alle zusammen haben aber in Aleppo einen Bundesrat und eine Zentralregierung. In der Tat ist überall das Wort des französischen Oberkommis- iars und der Gouverneure maßgebend. Hauran und Amanus sind zwar dem Namen nach autonome Gebiete, sic unterstehen jedoch gänzlich ihren französischen Gouverneuren. Die Stellung Libanons unter den syrischen Staaten ist eine besondere. Sie beruht aus seiner | Vergangenheit unb seinen inneren Verhältnissen. Die Beoölkcruna Libanons besteht hauptsächlich aus maronitischen Christen, während die übrigen syrischen Staaten mohammedanisch sind. Die Bewohner j Haurans, die Drusen, haben ihre eigene Religion. Der Libanon genießt auch schon seit den 6Oer Jahren des vorigen Jahrhunderts eine sclbstverwal- 1 tung und ist kulturell und wirtschaftlich der ent- 1 wickeltste unter den syrischen Staaten. 1920 wurden seine Grenzen erweitert unb damit entstand der heutige Staat Großlibanon mit dem Zentrum B e V- rut, einer der bekanntesten Hafen- unb K"ltur- 1 städte am östlichen Miitelmeer. Aber auch in Groß i libanon befinbet sich die Macht tatsächlich in der 1 Hand des Oberkommissars. Nicht einmal hier, wo i die Bevölkerung doch franzosensreundlich genannt In den „Klöpflesnächlen". (Bräuche der Adventszeit.) Die AdventSzeit hat begonnen, jene erwartungsvolle, wunderselige Zeit des Jahres, in der die Herzen sich für das Weihnachtsfest vorbereiten. Das Kirchenjahr nimmt mit dem ersten Adventssonntag seinen Anfang, und durch diese Verlegung des Jahresbeginnes sind von alters- her gar mancherlei Reujahrsbräuche auf die Adventszeit übergegangen. Lieberhaupt sind es Wochen, in denen geheimnisvolle Dämonen ihr Wesen treiben, der wilde Jäger im nächtlichen j Sturm mit den rasenden Wolken über Wald l und Feld dahinfährt und schon die alten Ger- n anen auf allerlei Abwehr- und Segenszauber sannen. Zum Beginn der Zeit, am AndreaStag, dem 30. Rovernber, oder am Barbaratage, dem. 4. Dezember, erforscht man die Zukunft durch I allerlei Liebesorakel, wie Zaunschütteln, Schuhwerfen, Bettstellentreten usw. An diesen Tagen werden auch Baumzweige, vor allem Kirsch- i zweige, ins Wasser gesetzt, und wenn sie dann । zur Weihnachtszeit in Blüte stehen, so bringt das 1 Glück in der Liebe. 3n diesen blühenden Zweigen der Adventszeit finden wir die ersten Dor- boten des Lichterbaums, der das Wechnachtsfest beherrscht. Bor allem aber sind in der Adventszeit Tlmzüge der Kinder und Bettelgänge verschiedener Art üblich. Ein^ Trupp geht von Haus zu Haus, heischt allerlei Gaben, und dabei i wird auch mit einer Rute oder einem Hammer an die Türen geklopft. Dieses Klopfen, das nicht selten von dem Werfen von Erbsen, Boh- | neu, Linsen u. dgl. an Türen und Fensterläden begleitet ist. haben diese dunklen Abende, in denen die Umzüge hauptsächlich stattfinden, den, Damen „Knöpf linsnächte", „Klöpflesnächte" auch Klopfaratäg", erhalten. Dieses geheimnisvolle । Pochen an Türen und Toren, das die Aufmerksamkeit erregen und die bösen Geister vertreiben soll wird sogleich auch sinnbildlich auf die Ankunft des Herrn gedeutet, der in unteren Herzen werden kann, ist ev den Franzosen gelungen, die vollen Sympathien zu gewinnen. Ethnographisch betrachtet, sind die heutigen Syrier ein Mischvolk. Den Kern der Bevölkerung bilden die Nachkommen der Urbewohner des Landes, also der alten Syrier. Sie sind aber fast gänzlich arabi- siert und haben auch die arabische Sprache angenommen. Nur noch in wenigen Gebirgsorten wird ein Dialekt des Aramäischen gesprochen. Es sind aber noch viele andere Völkerschaften vertreten: Griechen, Armenier, Kurden, Perser, Juden, Türken, Tscherkessen, Europäer u. a. In den letzten Jahren sind namentlich sehr viele, etwa 120 000 Armenier, nach Syrien eingewandert. Die Bevölkerung Syriens wird jedoch nicht durch nationale und sprachliche, sondern fast ausschließlich durch religiöse Merkmale gekennzeichnet. Es gibt in Syrien keine Nationalitäten, sondern nur Glaubensgemeinschaften. Auch die Wahlen finden nach diesem Merkmale statt: Anhänger verschiedener Religionen und Konfessionen, wenn sie auch eine Sprache sprechen und einer und derselben Nationalität angeboren, wählen in besonderen Kurien. Daß die „Protektoren" der Syrier- diesen Zustand sest- hnlicn unb ihn noch mehr verschärfen, ist allzu leicht begreiflich. Zwei Drittel der syrischen Bevölkerung sind Mohammedaner unb ein Drittel Christen. Seit 635, als Syrien von dem Kalifen erobert wurde, begann auch seine allmähliche Arabisierung unb Islamisierung. Schon zu jener Zeit unb fast ein Iahrhunbert lang war bie syrische Stadt Damaskus der Sitz der Kalifen und das Zentrum der islamifchen Welt. Dieser innere Prozeß dauerte auch zur Zeit der Türkenherrschaft weiter, nämlich vier Jahrhunderte (1517—1918). Die Mohammedaner sind meistens Sunniten, es gibt aber auch viele Schiiten unb andere kleinere Sekten. Auch bie Drusen sink) eine Art schiitische Sektierer. Ihre Religion ist eine Mischung verschiebener Bekenntnisse. Ihr Begründer war der Perser Mohammed Iben Isamael D a r a s i,, moljer auch die Bezeichnung Drusen stammt. Dorasi war ein Zeitgenosse des fntimitischcn Kalifen Hakim (996—1020), der in Aegypten herrschte. Die Grundlage seiner Lehre war die Einheit Gottes, weshalb auch feine Anhänger sich nicht Drusen, sondern Muwahhedin, b. h. Bekenner der Einheit (Gottes) nennen. Sie glauben auch an die Seelen Wanderung unb die Verkörperung Gottes in verschiedenen Zeiten. Zum letzten Male, nach der Lehre, Darasis. sand diese Verkörperung in dem Kalifen Hakim statt. Im übrigen verwerfen die Drusen die meiiten mohammedanischen Gebräuche unb Sitten. Sie werden in zwei Kasten geteilt, die der Akkals, d. h. der Eingeweihten, und bie der Dschehhals, d. h. ber Um geweihten. Eigentlich haben nur die ersteren eine Religion und besuchen Gotteshäuser, die übrigen aber, die überwiegende Mehrzahl, sind religiös Höchs- indifferent. Die Drusen sind ein unruhiges und räuberisches Volk. Ihre jetzige Heimat, das Haurangebiet, befindet sich jenseits des Ior- danflufses, 'südlich von Damaskus, unb grenzt an Transjordanien. Es heißt a-lch Dschebel-Drus, b. h. bas Drusengebirge. Der Name der Drusen wird oft mit dem Namen ber Maroniten, der Stammbevölkerung des Libanon, genannt. Früher lebten nämlich alle Drusen in Libanon, zusammen mit den Maroniten, die ihre Staminesgenossen sind. Auf religiösem Boden bestand jedoch eine bittere Feindschaft zwischen diesen beiden Gemeinschaften eines unb desselben Volkstums. Aufgehetzt durch die türkischen Behörden, pflegten die fanatischen Drusen oft die friedlichen Maroniten zu massakrieren. Nach einem solchen Falle im Jahre 1860 mischten sich die Europäer in die syrischen Angelegenheiten ein, und die Mehrzahl der Drusen war nun gezwungen, aus Libanon nach dem Hauran auszuwa'ndern. Zu jener Zeit bekamen auch die Maroniten, deren Zahl etwa 250 000 ist, ihre Selbstverwaltung unter der Kontrolle ber Franzosen. Die heutigen Maroniten sinb uniierte Katholiken, haben jeboch eine Art kirchlicher Selbstverwaltung, ein eigenes Patriarchat. Sie sind die fortgeschrittensten Syrier, haben ihre Schulen, ihre Presse unb Druckereien unb anbere Kulturanstalten. Ihre Kirchensprack)e ist bas Altsyrische. In Syrien gibt es außer den Maroniten noch zahlreiche andere uniierte orientalische Christen: uniierte Orthodoxe oder Melchiten, uniierte Armenier u.a. Die liniierten Orientalen bewahren einige Züge ihrer alten Bekenntnisse: sie haben ihr eigenes Patriarchat, ihren Ritus, auch darf ihre niedere Geistlichkeit heiraten usw. Es gibt in Syrien außerdem eigentliche Römisch-Katholische ober Salinen. Größer ist die Zahl der Griechisch-Orthodoxen. Das wnrotMCMro'Me ■ ■< 111 ........1 । ■ w »nrai antlopft. Diese Umläufe, die häufig in phantastischen Verkleidungen und mit wildem Lärm ausgeführt werden, sind die bezeichnendsten Merkmale des Volksbrauches vor Weihnachten: sie gipfeln in dem Umgang des Christkindes und des Knechtes Ruprecht, die mit mannigfaltigem, buntgestaltetem Gefolge die Häuser besuchen, die Kinder belohnen und strafen. Aber nicht nur an die Kleinen wenden sich diese Umzüge, sondern auch die Großen müssen an den tollen Spuk glauben. 3n erster Linie find es die drei Donnerstage vor Weihnachten, die heiligen Tage des altger.nanischen Donar, die für solche Umgänge ausgesucht werden. 3n Tirol fährt an den „Anklövfldonners- tagen" der „Anllöpfleesel" herum. Das ist ein mit einem Kopf versehenes Gerüst, das die Form eines Esels hat und mit einem Sattel bedeckt ist. Es wird von zwei Burschen auf den Schultern getragen, darauf sitzt ein lustiger Kerl, der allerlei Spaß macht, und ein langes Gefolge von Vagabunden, Heren, Zigeunern usw. zieht hinterher und treibt in den Bauernstuben Unfug. 3n Ostpreußen gingen früher in dieser Zeit die Burschen mit dem „Brummtopf" von Haus zu Haus. Mancherorts wird auch ein Bursche als Vär verkleidet, kriecht, mit Stroh umwickelt, auf allen Vieren herum und beißt die Mädchen. Andere Maskierte schlagen mit Ruten an die Fenster und prügeln die jungen Leute. 3m Salzburgischen wird in der Adventszeit ein Madonnenbild in die Gehöfte getragen, um Segen und Fruchtbarkeit mitzubringen. Meist ist es jedoch weniger die Herbeirufung des Guten, als die Abwehr des Bösen. Es sind die altgermani- schen Winterdämonen, die man durch möglichst viel Lärm verscheuchen will. 3n Süddeutschland wird der Spektakel mit allen möglichen Dingen, selbst mit Ofenröhren, Bratpfannen. Kochlöffeln usw. vollsührt. 3n Südtirol machen die jungen Leute beim „Klöpfeln" ein wüstes Konzert mit Zithern, ©eigen. Kuhhörnern usw. Zwei Männer. gairz in Stroh gehüllt, kämpfen miteinander. wobei wohl noch der altgermanische Streit Patriarchat von Antiochien genießt von altersher einen Ruhm unter den orientalischen Christen. Die Protestanten sind zwar in ber Minberzahl, haben aber einen weitgehenben geistigen Einfluß in Sy rien unb im ganzen Orient. Beirut ist ihr unb des ganzen Lanbes Zentrum. Beachtenswert ist be- fonbers bie Tätigkeit ber amerikanischen Missionare, bie bort schon seit Jahrzehnten ausgeübt wirb. Zahlreiche Schulen, Krankenhäuser, Wohltätigkeits- unb Kulturanstalten in Snricn verdanken ihre Existenz der protestantischen Mission. Ganz hervorragenb ist namentlich bie Bebci' ; ber von den amerikanischen Missionaren begründeten Hochschule in Beirut, die einige Fakultäten hat, unter denen besonders die medizinische eine große Rolle spielt. Eine ähnliche Schulanstalt haben dort die Jesuiten gegründet. Im allgemeinen ist Syrien ein fortgeschrittenes Land. Groß ist die Zahl der syrischen Intellektuellen: Aerzle, Journalisten, Lehrer, Juristen u. a. In allen größeren Städten und namentlich in Beirut erscheinen atabijdx Zeitungen und Zeitschriften. Auch außerhalb ihres Landes und besonders in Aegypten find zahlreiche syrische Intellektuelle eifrig tätig. Die einflußreichsten Zeitungen in Aegypten sind von Syriern begründet. Auch wirtschaftlich stehen diese beiden Länder in engstem Zusammenhang miteinander. Der nationale Geist ist in den führenden Syriern iehr wach. Sie sind opferbereit unb entschlossen, die völlige Unabhängigkeit ihres Landes zu gewinnen. In ihren nationalen Bestrebungen werden sie von den Stammesgenosfen in Amerika materiell und moralisch unterstützt. Eine vernünftige Verwaltung, die reelle 'Autonomie und die Einigung syrischer Länder würden viel zur endgültigen Beruhigung Syriens beitragen. Vor allem muß die bisherige Kolonialpolitil einer Arbeitsgemeinschaft auf einer neuen Grundlage Platz machen. Eines Mannes Rede. Von unserem römischen ^-Korrespondenten. Oie Unterdrückung der Presse hat sich noch jedesmal als zweischneidiges Schwert erwiesen. Langsam kehrt sich nun die andere Schneide gegen den Faszis- mus selber. Ungläubige Stimmen im Ausland begleiteten die Meldungen über das Attentat auf Mussolini. Schnell fertig mit dem Wort waren natürlich jene drolligen Parteigrammophone, die nur eine einzige Platte für ihren anspruchslosen Zuhörer besitzen und für ausreichend halten: Stellt man den Stift auf Italien ein, so erhebt sich ein mißtönendes Gekreische und Gezeter, eine einzige Stimme der Verdammung unb Verfluchung des verruchten Faszis- mus; breht man bie Scheibe herum, fo erklingen die russischen Aeolsharsen, eine Engelszunge nach der andern preist die Segnungen des russischen Kommunismus. Wer Mussolini wirklich kennt, weiß, daß er solche Galeriemätzchen, wie gewisse Leute sie gern bei ihm sehen möchten und ihm daher andichten, nicht nötig Hal. Er weiß, daß sich dieser Mann der Selbstlosigkeit krank fühlt und mit Fatalismus dem Tod in die Augen blickt, komme er nun aus einer Mör- berpiftole "ober als ber große friebliche Vollender an fein Krankenlager. Ahnung der Vergänglichkeit klang durch feine Worte, als er in seiner Rede anläßlich der vorzeitigen Parlamentseröffnung ausries, der Faszismus fei nun jo stark unb so eng mit ber Nation verwachsen, daß er seinen Weg auch ohne ihn, Mussolini, machen werde. Und doch, es gibt auch andere Leute, bie zweifelten unb zweifeln, obwohl sie keine Parteibrille vor den Augen tragen. Man findet sie in allen Kreisen des Auslandes, und ihren Bedenken liegt bewußt ober nicht die unverrückbare Wahrheit bes internationalen Fundamentalsatzes ber Gerechtigkeit zugrunbe: Eines Mannes Rede ist keine Rede! Sie fragen sich mit Recht, ob unb was beim wohl ber Faszismus zu verbergen habe, daß er bie Kritik scheue, baß er jede freie Meinungsäußerung in Italien unterbrücke. Wie bie Dinge heute liegen, bringt doch in der Tat aus Italien nur die Stimme eines Mannes heraus, sie klingt monoton und auf dem Resonanzboden unaufhörlichen Festefeierns nicht recht überzeugend. Am schmerzlichsten empfinden das übrigens die weitblickenden Faszisten unb Faszisten freunbe selber: um so schmerzlicher, wenn sie ber Meinung sinb, der Faszismus dürfe sich wohl in offenem Turnier sehen lassen, er müsse geradezu dem Gegner den Handschuh hinwerfen, um ihn in ehrlichem Kampfe, vor Zeugen, zu stellen und zu besiegen. Was geschieht statt dessen? Selbst die faszisti- schen Zeitungen dürfen über die Verschwörung nur solche Nachrichten bringen, die vorher durch das amt- zwischen Sommer und Winter nächklingt. Dann wird das „Klöckellied" gesungen. Daraufhin läßt man die Burschen in die Stube, wo sie den Dirnen beim Tanz das Spinnrad zertreten. Der Bauer läßt die „Klöckler" tüchtig auf seinen Feldern herurnspringen, damit er im nächsten 3ahr eine gute Ernte bekommt, und die Hausftau füllt ihnen den Sack mit „Klöcklerwürsteln". Auch das hie und da in dieser Zeit übliche Hirtenblasen mag wohl der Derscheuchung böser Mächte dienen. Lieberhaupt muh man sich sehr in Acht nehmen, daß einem die Dämonen nicht schaden. So ist an manchen Tagen das Spinnen und Bähen verboten: in der Adventszeit soll man keine Erbsen und Linsen essen. Man will die armen Seelen, die in diesen schlimmen Rächten im heulenden Wind herumziehen, besänftigen und ihnen Gutes tun. So wurde früher im Erzgebirge am ersten Adventssonntag ein brennendes Licht, am zweiten zwei, am dritten örei^am vierten vier in den Hausflur oder in die Fenster gestellt. Als eine Art Ovser fügte man den Lichtern Speisen hinzu. Solche Opfer für die heidnischen Elben und die christlichen Seelengeister sind in den „Klöpsesnächten" vielfach üblich. und eine Erinnerung daran lebt auch noch in den Speisen, die man den bettelnden und singenden Kindern spendet. Lustige Künstlergeschichten. Eine hübsche Blütenlese von Künstler-Anekdoten wird in dem soeben erschienenen „Almanach" des Verlages Bruno Cassirer mit» geteilt. Wir geben daraus einige unbekanntere wieder. Lichtwark erzählte, daß Menzel ihm eii mal bei einem Besuch im Atelier zeichnete. Die Zeichnung fiel vortrefflich aus, und Lichtwark hoffte, Menzel werde ihm das Blatt schenken. Als aber der Künstler fertig war, trat seine Schwester hinzu, die ihm den Haushalt führte, sah ihm sachverständig über die Schulter und sagte: „Das kommt in Mappe fiebenunddreihig." — Ma rees wohnte in Rom als er noch als liche Sieb gegangen sind. Gewiß, bas verlangt bie Polizei, sie verlangt es, damit ihre Kreise nicht gc stört, bie Moschen des Netzes, das sie den Derfchwo rem stellte und stellt, nicht irgendwo gelockert ober verraten werben. Aber wer glaubt im Auslände an diese Begründung? Jetzt rächt es sich hundertfach, daß ber übereifrige Zensor auch den fremden Korrc # fponbenten in Rom auf die Finger zu sehen müsien glaubte. Jetzt ziehen es viele vor, erbittert zu schweigen unb bannt bas Dunkel, das für den uneingc weihten Leser zu erhellen ihre Ausgabe wäre, zu ver tiefen. Aber selbst bann, wenn sie aus ehrlicher Ueberzeugung einmal ausrufen, es sei alles nicht halb so schlimm, wie es braußen scheine, wer glaubt daran? Wenn der Faszismus wirklich die Welt er obern soll, wie Mussolini es für möglich hält, so niemals über die Leiche der Pressefreiheit hinweg. In eine widerwillige, ja feindselige Atmosphäre klang deshalb das Wort des Diktators „An die Welt", gleich wie bas famose „An alle" ber Mosko roiter in bie Leere bes Raumes fiel. Mussolini wollte es zwar feierlicher machen, nicht mit bem unper jönltdjen, gleichgültigen Funkfpruch: er trat als Erster auf die neuerrichtete Roftra, die Rednertribüne, die jetzt unmittelbar vor ber Ministerbank in ber schönen Aula auf bem Montecitorio steht unb das Ablesen ber Reden verhindern soll. Aber er stand auch hier auf einseitigem Partcibvben, nicht wie jene Volksredner ber Antike auf dem Forum, dem Mittelpunkt ber Hauptstabt unb bes Reiches, dem Herzen ber aufhorchenden Welt. Es war niemand da. ber ihn unterbrechen konnte. Niemand, der zu entgegnen vermochte. Er dachte zum Fenster hinaus zu sprechen, über Alpen unb Meere hinweg, aber es war, als spreche er nur zu sich selber, als Fürsprecher des Faszismus für seine Partei, wo kein Richter zugegen war unb kein Gegenanwalt unb kein Gegenzeuge. Mit erhobener Stimme: „Nun möchte ich zur Welt sprechen. Seit Jahrhunderten erleben wir das Schauspiel, baß sich bie Welt vor einer italienischen Ibee, vor einem italienischen politischen Experiment in zwei Hälften scheidet, in ein Für unb Wider. Von. Tokio bis Neuyork, vom Nordende bis zum Sübenbc, in allen Kontinenten, in allen Ländern diskutiert man für unb gegen den Faszismus. Aber wenn ich auch behaupte, daß es nicht möglich ist, im Auslanb ben Faszismus zu kopieren, weil bie historischen, geographischen, wirtschaftlichen unb mora tischen Bebingungen verschieben sind, so behaupte ich anberfeits, baß im Faszismus lebendige Kräfte stecken, deren universeller Charakter nicht bestritten werden kann. Ucberall in ber Welt erkennt man, daß bas parlamentarische System, bas seine Geschichte hat unb während einiger Jahrzehnte tauglich und notwendig war, heute überlebt ist, ben Anforderungen unb Leidenschaften ber modernen Zivi lisation nicht mehr genügt. Allgemein empfindet man, daß es unerläßlich ist, in ber modernen Gesellschaft wieder strenge Prinzipien einzuführen, Ordnung, Zucht, Hierarchie, Grundsätze, ohne die untergehen muß in Ruinen und Chaos bie mensch liche Gesellschaft. Grunbsätze, bie nicht nur Italien zum Vorteil gereichen, fonbern allen zivilisierten Ländern. Nun gibt es aber in biesen Ländern Individuen unb politische Gruppen, die um bas faszistt fche Italien eine Art moralischen Stachelbrahtzaun z-ehen zu können glauben. Jenseits unserer Grenzen gibt es Leute, die im Parlament unser Regime und dieses prächtige Volk beleidigen zu dürfen glauben' Erst gestern wieder haben mir vier Dummköpfe einen Protest gegen die angebliche sadistische Tyrannei übermittelt. (Die Leiter ber 2. Amsterbamer Internationale. Der Vers.) Nun wohl, mögen es alle er fahren hier unb draußen: Noch niemals ist ein Regime unter bem Druck des Auslandes gefallen! Mögen sie draußen wißen, baß alle Italiener, wenn sie vom Auslanb bedroht werden, sich zusammenscharen wie ein Mann! (Rauschender Beifall, auch aus den Tribünen.) Zwei Millionen junger Männer würden morgen meinem Befehle folgen. (Zuruf: Das ganze Land:!) Damit will ich keine Drohung aussprechen, ober eine ernste unb stolze Mahnung an die ganze Welt gerichtet haben!" Hingerissen von bem Glanze bes „neuen Ge ftirns", von der Größe Italiens, schloß Mussolini: „Endlich ist uns, unserer in Krieg und Nachkrieg bewährten "Nation erlaubt, eine ber großen Stunben zu erleben, bie nur sehr selten ben Volkern schlagen. Wir werben diese Stunde nicht nur in Worten erleben, uns ist vorgezeichnet, Öen großen Taten diesem Jahrhunderts ben Weg zu bahnen, eines Jahrhunderts, das ich nannte und das fein wird das Jahrhundert der italienischen Macht!" Zum ganzen Volke glaubte Mussolini so zu sprechen, zur ganzen Welt, aber von woher kam das unbekannter Meister um feinen Stil rang, unten am Tiber und hakte fein Atelier oben am Pincio. Jeden Morgen, wenn er hinaufging, begegnete er dem berühmten Bildhauer C. der oben wohnte und unten am Fluh ein Atelier hatte'. Eines Tages lernten sie sich in einer Gesellschaft kennen. C. sagte leutselig: „3ch kenne Sie schon: wir treffen uns ja immer, wenn wir ins Atelier gehen." — „3c,“ antwortete Markes, „ich ^omme herauf und Sie kommen herunter." — Der Bildhauer Maioll modellierte einst die Düste Renoirs. Die beiden Meister sprachen natürlich über Kun. und schließlich sagte Maioll: „Mein höchstes Ziel ist es, eine Frau zwischen 16 und 20 3ahren so modellieren zu können, wie ich es mir vorstelle." Da sagte der 70jährige Renoir: „Mein Ziel ist es immer gewesen und ist es auch heute, eine weihe Serviette malen zu können." — Ein Antiquitätenhändler besaß fünf Statuetten, nackte Frauen, die ihm niemand abkaufen wollte. Er denkt sich, daß er sie leichter los werden könne, wenn er für die Figuren einen guten Titel fände, und bezeichnet sie dem nächsten Kunden, der in seinem Laden kommt als „die fünf Sinne". Diesem gefällt aber nur eine der Figuren, so daß vier übrig bleiben. Der nächste Käufer erhält diese als „die vier 3ahres;eiten" vorgestellt. Wieder wird eine verkauft. Die drei heißen jetzt „die drei Grazien", und wieder geht eine weg. Run bleiben nur noch zwei, die „Tag und Rächt" getauft werden, und als dann schließlich noch eine übrig ist. schlägt sie der findige Händler als „Einsamkeit" los. — Sin Münchener Maler sitzt trübsinnig vor seiner Staffelei und führt folgendes Selbstgespräch: „A Franzos sollt mer fan! Pervers sollt mer Jan! Tot sollt mer fan! A perverser toter Franzos sollt mer fan!“ — 3n einer Graphikausstellung steht ein junger Mann kopfschüttelnd vor einem Blatt und lagt: „Liebespaar auf der Bank, erster Zustand — zweiter Zustand — dritter Zustand — nanu, die tun doch immer dasselbe'." Scho? Rur von seinen Getreuen, nur von den faszi- stischen Abgeordneten. Vielleicht, nein, sicher hätten auch andere mttgejubelt, aber die anderen waren nicht da. Nicht zugelassen. In der Volksvertretung dürfen nur noch sadistische Volksvertreter sitzen. Monoton klingt ihr Refrain. Wenig überzeugend. 3n der Regierung sitzen nur noch faszistische Minister. Es gibt nur noch faszistische Arbeitersyndikate, nur noch faszistische Arbeitgeverorganisationen. Bald wird es nur noch faszistische Beamte, Richter, Lehrer, <>ald nur noch eine faszistische Presse geben. Ein Ultimatum Farinaccis genügte, und die größte Zeitung der Oppisition, der Corriere della Sera, fiel um. Wer im heutigen Italien etwas sein oder werden will, strebt nach Ausfüllung seines Knopfloches mit den Liktorenabzeichen. Am Aventin hatte der Fafzismus bisher wenigstens eine gute Ausrede. Die Opposition will ja gar nicht ihre Wahrheit Vorbringen, unsere Gegner be- begeben sich >a freiwillig der Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben! Das war durchaus richtig, aber was geschah, als auf dem Aventin die weiße Flagge hochging? Als die Parteien den schüchternen Versuch machten, ins Parlament zurückzukehren? Eine nach der andern, wie sie in den Wandelyängen auftauch- len, wurden sie auf unparlamentarische Weise knock out geboxt. Der Faszismus will nur seine eigene Stimme hören. Ein — juridischer Fehler. Oberhesfen. Landkreis Gietzen. t, Wieseck, 4. Dez. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im Berichts- monat November verschlechtert und folgt damit der sinkenden Kurve im Reich. Waren es noch zu Beginn des Monats, am 1., 12 männliche und 9 weibliche zu unterstützende Erwerbslose mit 9 Ehefrauen und 15 Kindern als Zu- schlagSempfängern, so stieg diese Zahl 8 Tage später, am 7. November, auf 16 männliche, 5 Weibliche Erwerbslose mit 11 Ehefrauen und 21 Kindern. Diese Zahlen vergrößerten sich nun von Woche zu Woche, sodaß sich folgendes weitere Bild ergab: am 15. November mußten unterstützt werden: 22 männliche uni) 5 weibliche Erwerbslose mit 11 Ehefrauen und 24 Kindern, am 21. November 33 männliche und 6 weibliche Erwerbslose mit 16 Ehefrauen und 32 Kindern, am 30. November 38 männliche und 7 weibliche Erwerbslose mit 18 Ehefrauen und 36 Kindern. Außerdem laufen gegenwärtig noch tine größere Anzahl Anträge, sodaß die Zahl der Erwerbslosen in Wirklichkeit jetzt schon höher ist. diese erscheinen erst im folgenden Monat. Der Monatsdurchschnitt beträgt also 24 männl, gnd 6 weibl. Erwerbslose mit 13 Ehefrauen u. 26 Kindern im Gegensatz zum Vormonat mit 14 männlichen und 7,5 weiblichen Erwerbslosen mit 10 Ehefrauen und 14 Kindern. Zu hoffen wäre, daß das in Aussicht stehende Weihnachtsgeschäft eine gewisse Erleichterung brächte, zumal 50 Prozent der Erwerbslosen Familienväter sind. In der Wohlfahrtspflege blieb die Zahl der Sozialrentner mit 63 unverändert während sich die Zahl der Kleinrentner auf 22 erhöhte. =.= Watzenborn-Steinberg, 3. Dez. Unsere Gemeinde hat augenblicklich 41 Erwerbslose. — In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, daß die für das Rj. 1924 an die Gemeinde zu entrichtende Gewerbesteuer durch die bisherigen Zahlungen für 1924 als abgegolten gilt. Genehmigung fand der Pacht- . vertrag bezüglich des W i e f e ng e l ä n d e s bei der Neumuhle. Die S ch a f p a ch t wurde auf 45 Pf. t für das Schaf festgesetzt. Bewilligung fanden ferner sie Kosten für die Herstelluna der Schornsteine der F neuen Schule und der Umfassungsmauer. Dem Antrag des Kreisbauamts Gießen auf Ermäßigung der W i e g e ge b ü h r e n gab man statt und beschloß, eine Gebühr von 1 Pf. für den Zentner zu erheben. Im übrigen werden erhoben bis zu 100 Zentner für den Zentner 3 Pf., über 100 Ztr. für den Ztr. 2 Pf., jedoch eine Mindeftaebühr von 30 Pf. Der Antrag des Kleinkaliberschützenvereins auf Genehmigung eines Schießstan- - des in der Lehmkaute wurde abgelehnt. Hinsichtlich der Vergebung der Holzhauerarbei- t e n beschloß man, falls der staatliche Holzhauertarif Holz für die Holzhauer vorsieht, den Holzhauern im hiesigen Gemeindewald eine entsprechende Entschädigung in Geld zu gewähren. An H u n d e st e u e r werden für das Steuerjahr 1926 die gleichen Sätze wie für das abgelaufene Jahr erhoben. Eine leb- ..................................... Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Mach dem Italienischen der Tere'ah erzählt von Gustav W. Eberlein. .Copyright 1925 bh A. Scherl G.m. b. H., Berlin. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hans Sachs hatte gerade seine Arie mit einem verhaltenen Ton ausklingen lassen und war im Begriffe. Kunigunde höflich nach ihren Befehlen zu fragen, als ein Nachzügler, der auf lächerliche Art mit Armen und Beinen herumfuchtelte, vom Gestell herabsprang. Auch er war ein Meistersinger, nannte sich Christophorus Herzensräuber und af. in seinem Leben nie etwas anderes, als sich lächerlich machen. Hier muß daran erinnert werden, daß Hans Sachs, ebenso wie Kunigunde und Karl der Große, bevor sie als Puppen im Laden des Meisters Leopold auftauchten, ein leibhaftiger Mensch gewesen war, und zwar ein Schuster. Ihr braucht nicht die Na'e zu rümpfen: denn Schuster hin, Schustec her, es gab niemand weit und breit, der schöner Lieder zu dichten, in Musik zu sehen und zu singen verstand wie Meister Hans Sachs. Er machte feine Lieder ebensogut wie seine Schuhe, und als Schuhmacher war er der Tüchtigste von allen. Sein Haus in Nürnberg ist noch zu sehen, und wenn die Fremden fragen, wem dieses uralte Häuschen gehöre, so antworten die Nürnberger voll Stolz: „Das ist das Haus unseres großen Dichters Hans Sachs." Eben wegen seines Ruhmes hatte Meister Leopold als Geführten zu Karl dem Großen und Kunigunde, die gleichsatls eine glorreiche Bergangenheil hatten, eine sprechende Figur des braven Hans Sachs herstellen lassen, und um ihn noch besser ins Licht zu rücken, gab er ihm einen seltsamen Kumpan zur Seite, den einfältigsten, den tölpelhaftesten, den kleinlichsten, eingebildetsten, neidischsten und anmaßendsten aller Meistersinger. Er hieß Christophorus, hatte sich aber selber dazu noch Her;ensräuber getauft, weil er sich für unwiderstehlich hielt. Dieser überaus lächerliche Christophorus also kam komisch auf seinen schwachen Beinchen daherhaft» Auseinandersetzung entspann sich schließlich noch über die hier leider immer noch schwebende Aerztefraae. Die Tätigkeit des jetzigen Gemeinderats durfte nun ihren Abschluß gefunden haben. — In dem neuen Gemeinderat sind anwesend von der Sozialdemokratischen Partei: Ludwig Haas II., Wilh. Pfaff, K. H ä u f e r V., ft.ftoimer, Gg.W.Möckel und Hch.HaasV.; Vertreter des bürgerlichen Wahlvorschlags sind: L. Mandler. Karl Dietz, Konrad H a n a ck, Karl Rinn und Karl Hirz II.; die Mittelstandsliste ist durch Ludwig Jung III. vertreten. t Treis a. Lda.. 3. Dez. Dieser Tage sprach Pastor Bliedner vom Diakvnifsen- haus-Wittenberg in unserer zum erstenmal in der neuen elektrischen Beleuchtung strahlenden Kirche über Deutsch-evangelrsche Auslandsarbeit in Brasilien, unter besonderer Berücksichtigung der Tätigkeit der evangelischen Krankenschwestern. Am Nachmittag des 1. Adventssonntags fand wieder, wie alljährlich, in der Kirche ein liturgisch ausgestatte- t e r Gottesdienst statt, den der hiesige Kirchengesangverein und die 1. Schulklasse, beide unter Leitung von Lehrer Walter dahier, mit je zwei fein durchgearbeiteten und exakt vorgetragenen Adventschören verschönerten. — Nach langer Pause hielt die Liga zum Schuh der deutschen Kultur wieder einen Bor- tragsabend dahier, der in der Wirtschaft Lemp stattfand. Der Redner, Dr. Stier- Giehen, sprach über Parlament und Sozialpolitik. In allgemeinverständlicher Form gab er zunächst eine Darstellung der Entwicklungsgeschichte der heutigen Arbeiterwelt, um dänn auf die sozialpolitischen Gesetze der europäischen Staaten, besonders Englands, Rußlands und Deutschlands überzugsshen, die er eingehend schilderte. : -: Beuern, 3. Dez. Am nächsten Sonntag feiert der weit über unsere Gemeinde hinaus bekannte Gemeinderechner GeorgStein mit seiner Ehefrau Christine, geborene Ranft, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Rechner Stein sieht seit dem 1. September 1874, also länger als ein halbes Jahrhundert, im Dienste der Gemeinde Beuern, und zwar vom 1. Sept. 1874 bis zum Jahre 1911 als Gemeinde- saselwärter und seit Weihnachten 19.3 als Gemeinderechner. Mit vorbildlicher Treue hat er die ihm übertragenen Aemter verwaltet. Stein ist außerdem im öffentlichen Gemeindeleben regsam tätig gewesen. So war er bis zur Auflösung der Spar- und Borschußkasse 1. Direktor dieser Genossenschaft, seit einigen Jahren ist er Mitglied des evangelischen Kirckenvorstandes. Da er auch in einigen Vereinen viele Jahre lang an führender Stelle stand, so haben ihn diese zu n Dank für feine Tätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Die Eheleute Stein erfreuen sich beide noch guter Gesundheit; Stein ist 74, seine Frau 68 Jahre alt. Im nächsten Jahre feiern die älteste Tochter uni? ihr Mann silberne Hochzeit. Rechner Stein ist über 40 Jahre Abonnent des „Gießener Anzeigers". - Am Montag hatte im Gemeinde wald die H o l z h a u er n r bc i t begonnen, und schon mußte sie wieder, allerdings nur vorübergehend, wegen der gewaltigen Schneemassen eingestellt werden, die in den letzten Tagen niedergingen. Don 73 Leuten, die sich zum Holzmachen gemeldet hatten, konnten luder nur 30 eingestellt werden. Es sind namentlich nur solche Leute -berücksichtigt worden, die keinerlei oder nur ganz wenig Einkommen aus der Landwirtschaft haben. Um auch den übrigen wenigstens einen kleinen Arbeitsverdienst geben zu können, will die Gemeinde diese. Leute, so weit es möglich ist, mit Wegebauten, Grabenausräu- men und dergleichen beschäftigen. — Mit dem letzten Montag hat auch die hiesige Mahen- f a b r i k, die größte in der ganzen Umgegenö, ihre Winterarbeit aufgenommen. Cs werden hier die ungesäuerten Brote, die Matzen, für das jüdische Passahfest gebacken. Etwa 10 Leute, mei= ft end Mädchen und Frauen finden hier Beschäftigung. Da die Arbeit täglich bis zum nächstjährigen Passahfest ausgeübt wird, so ist Öen Beschäftigten Gelegenheit gegeben, über die Wintermonate ein schönes Stück Geld zu verdienen. Der Mahenbäcker, der sein Amt nun schon ein Dicrteljahrhundert betreibt, kommt aus den preu- sischen Dorfe W'inNen. „Beuerer Matzen" gehen weit über die Grenzen unseres hessischen Vatcr- landes hinaus. Große Wagenladungen werden während des Winters aus unserem Dorfe versandt, bis in die preußische Rheinprovinz gehüpft und drängte sich, überzeugt, auf Kunigunde Eindruck gemacht zu haben, in den Dorder- grund. Täppisch, wie er war, verbeugte er sich und Hub an: „O große Kaiserin Kunigunde, die du fort» lebst seit Jahrhunderten im Gedächtnis dieser edlen Stadl, die zu deiner immerwährenden Ehre die Linde hütet und Pflegt, die du gepflanzt hast — welche Laune, um es nicht schärfer auszudrücken, veranlaßte dich, uns aus dem gemütlichen Schlafe zu wecken, der unserem hölzernen Herzen so wohl tat?“ Gin Schrei der Entrüstung erhob sich. „Pfuil Pfui! Unerhört! Hinaus mit ihm!" Jetzt, wo alle eine Seele hatten, wollte kein Spielzeug mehr etwas von einem hölzernen Herzen, von einem gemütlichen Schlaf und solchen unziemlichen Dingen hören. Am meisten empörte sie aber die Dermessenheit, das heldenhafte Unternehmen Kunigundes als Laune abtun zu wollen. „Hans Sachs!" schrie alles wie aus einem Munde, „Hans Sachs soll sprechen!" An Stelle des etwas zurückhaltenden Lautensängers ergriff jedoch Krachauf das Wort, ein prachtvoller, vom Kopf bis zum Fuß gelb, grün und schwarz bemalter Nußknacker. „Kaiserliche Majestät," sagte er, indem er sich auf die Knie niederlieb, „was immer auch dein Dorhaben sei, wir sind bereit, dir zu gehorchen, weil du uns aus unserem kümmerlichen Da'ein als Spielsachen aus Holz und Pappe und Blei befreit hast, so daß wir uns jetzt als wirkliche Menschen fühlen." „llnö als wirkliche Hunde", tiefen die Hunde. ..Und als wirkliche Katzen", riefen die Katzen. ilnö ein jeder fühlte sich gedräng', Ku. nunde zu versichern, daß er sich als wirkliches Schaf, als wirklicher Esel, als wirklicher Ochse fühle. „Ich habe nie daran gezweifelt", antwortete Kunigunde höflich. „Eben, weil ich überzeugt war, daß ihr Ernst machen würdet, habe ich an euch gedacht. Das Unternehmen, welches ich euch Vorschläge, ist nicht ungefährlich, aber es wird dem ganzen Dolk der Spielsachen zur Ehre gereichen. Wer Mut hat, trete vor!" Alle machten einen Sprung nach vorwärts und scharten sich, einander stoßend und puffend, tz Wirberg, 3. Dez. Leyte Woche war Missionar I 11 m a n n - Hersfeld, früher Basler Missionar in Kamerun, auf seiner Vortragsreise durch das Dekanat Grünberg 3 Tage bei uns. Er hielt Lichtbildervorträge in Rein- hardshatn (Schulsaal), Beltershain (Kirche) und Göbelnrod (Saal der Wwe. Schultheiß). Die Dorträge über Kameruner Mission waren trotz der Ungunst der Witterung gut besucht und ergaben an Opfer für die Mission zusammen 35.80 Mk. Inzwischen ist der Winter noch mehr bet uns eingekehrt und der starke Schneefall mit seinen Verwehungen hatte unsere Kirche und Pfarrhaus vom Verkehr völlig abgeschnitten. Rein- hardshain hat zuerst durch Aufgebot von freiwilligen Helfern den Weg hierher gebahnt, dann folgte Göbelnrod, wo die Arbeitslosen den Weg vom Schnee freilegten. Zum letzten Male war dieses „Herausschöpfen? vor 2 Jahren erforderlich. Da die Kinder aus dem Kirchspiel hierher in die Konfirmandenstunde gehen, ist schon deshalb die Freimachung des Weges nötig. An der Stelle der stärksten Schneewehe nach Reinhards- Hain zu, liegt der Schnee mannshoch. t Grünberg, 2. Dez. Der Gewerbe- verein hielt dieser Tage in der Wirtschaft ,Lum Taunus" eine außerordentlicheVersamm- l u n g ab, in der die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsmöglichkeiten im Handwerk besprochen wurden. Uebereinstimmend wurde betont, daß wir einer sehr gefährlichen Wirtschaftskrise entgegengehen, die nicht zuletzt dadurch heraufbeschworen worden ist, daß die Regierungen sich immer neuer Aufgaben bemächtigt haben, wodurch ein Verwaltungsapparat entstand, der zu kostspielig ist. Verwaltungsabbau, verbunden mit größter Sparsamkeit in allen öffentlichen Stellen und damit Abbau der der Wirtschaft aufgebürdeten Lasten seien zu fordern. Dazu bedürfe es eines engen Zusammenschlusses innerhalb der Erwerbsstände. Durch weitere Versammlungen und eine rege Werbe- und Aufklärungsarbeit sollen möglichst alle Handwerker im hiesigen Bezirk zufammengeschlossen und mit den benachbarten Bezirken Fühlung gesucht werden zu gemeinsamem Vorgehen. ■ Grüningen, 3. Dez. Nachdem der Kreisausschuß Gießen die vorige Bürger- m e i st e r w a h k für ungültig erklärt hat, findet am nächsten Sonntag hier erneut Bürger- meisterwahl statt. Ein harter Wahlkampf ist bereits im Gange. Es kandidieren: Bäckermeister Wilhelm Euler als Vertreter der Arbeiter und Landwirte, und Schneidermeister Wilhelm I s h e t m als Vertreter des Bauernbundes. X Langd, 3. Dez. Bei einer Treibjagd im hiesigen Jagdrevier erlegte ein Jäger aus Bettenhausen einen Hirsch, ein Prachtexemplar aus einem Rudel von vier Stück. Weiter wurden bei dieser Gelegenheit 8 Hasen und 2 Füchse geschossen. Reinhardshain, 3. Dez. Während L'ur ersten Wahl fein Wahlvorschlag einging, haben wir nun 2 Wahlvorschläge zur Gemeinderatswahl. Die Vorwahl, in einer Gemeindevers immlung vorgenommen, ergab den 1. Wahlvorschlag mit den 7 höchst bestimmten Kandidaten, beginnend mit Hch. Wenzel. Dann wurde noch ein 2. Wahlvorschlag eingereicht, der nur einen Namen, Heinrich Becker, trägt. Somit ist also eine Wahl erforderlich. Kreis Friedberg. M i r d) g ö n s, 2. Dez. Am Samstag fand hier im Gasthause „Zum Stern" auf Einladung der Bruderschaft Butzbach des Jungdeutschen Ordens ein jungdeutscher Abend statt. Von den jungdeutschen Gefolgschaften aus der Nachbarschaft waren zahlreiche Ordensbrüder erschienen; Kirchgöns selbst war >edoch schwach vertreten. Als Redner war Ordensbruder Reuter aus Dornholzhausen gewonnen worden, der die Grundgedanken und Ziele des Jungdeutschen Ordens barlegte. Daß er mit seinen Worten die Herzen seiner Zuhörer stark bewegte, bewiesen der große Beifall und die Tatsache, daß sich nodj an demselben Abend eine neue Gefolgschaft Kirchgöns gründete. <> Steinfurt, 2. Dez. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurde folgendes beschlossen: Der Orts bau plan soll nach verschiedenen Richtungen hin erweitert werden; in der Hauptsache nach Norden und Osten. Als Pacht für die der Gemeinde gehörigen G r u n d st ü ck e wird für das Jahr 1925 wieder der volle F r jede n s s a tz erhoben. um die wunderbare Puppe, alle, ausgenommen Christophorus, der sich erfrecht hatte, von einem Holzherz zu reden. Er war totenbleich und zitterte vor Angst. Auch eine große Gummi- iatje hielt sich abseits und tat, als ob sie mit halbgeschlossenen Augen schlie.e und nichts höre. Kunigunde betrachtete sie etwas beunruhigt; denn da sie wußte, daß die Katzen mutig sind, fürchtete sie irgendeine Heimtücke. In größter Erregung wollten nun die Spielwaren wissen, um was es sich handle. Haarklein mußte ihnen Kunigunde die Geschichte erzählen, die schließlich keine andere als die Geschichte des armen Puppenpeter war. „Nun, was sagt ihr dazu?" fragte sie am Schlüsse. „Ist das nicht eine Niedertracht?" „Eine Niedertracht, eine Niedertracht ohnegleichen !" rief es im Chor. „Nieder mit Abraham Schloß! Zum Tode mit ihm!" Die Lautesten waren die Nußknacker. „Langsam, langsam", beschwichtigte Kunigunde. „Wir wollen nicht den Tod des Sünders, sondern, daß er lebe und seine Schuld sühne. Die Stadt Nürnberg, die schon einmal gesehen hat, wie zwei Gänse Wasser speiten, um ihren Herrn vor dem Verdursten zu retten, wofür sie verdientermaßen als (Brunnenfiguren verewigt wurden — Nürnberg soll es erleben, wie seine Spielsachen, auf die es mit Recht so stolz ist, samt und sonders sortziehen, wie sie aus den Fabriken, den Häusern und Kaufläden verschwinden, alle ohne Ausnahme, wie sie einer Stadt den Rücken kehren, die es zuläßt, daß ein schlechter Kerl einen ehrlichen Menschen ins Elend bringt. Laßt uns die Gesellschaft so ungerechter Leute meiden und auf diese Weise klar und deutlich unsere Mißbilligung, unsere Entrüstung und Traurigkeit zum Ausdruck bringen. Ich und alle mit mir, die gleichermaßen aufs Tiefste verbittert und angewidert sind von der Schändlichkeit, die heute an Peter, Otto und Liefe! begangen wurde — der eine im Gefängnis schmachtend, die anderen des Vaters beraubt, verlassen und vergessen in ihrem kalten Zimmer —, wir werden innerhalb einer Stunde Nürnberg verlassen! Hobt ihr gehört? Seid ihr einverstanden ?" Kreis Schotten. lg. Gedern, 3. Dez. Der jüngste Schweinemarkt war infolge der durch die starken Schneefälle der letzten Tage geschaffenen Wegverhältnisse und die verspätete Ankunft der Züge derart schwach beschickt, daß kaum von einem Markte die Rede sein konnte. Aufgetrieben waren nur 15 Schweine, die sämtlich Käufer fanden. — Das etwas mehr-als ein Jahr alte Kind einer hiesigen Familie, dem ein Zucker- stein verabreicht worden war, wäre beinahe erstickt, wenn nicht die hiesige Krankenschwester für den zu dieser Zeit abwesenden Arzt Hilfe geleistet hätte. Der Fall zeigt, wie vorsich- t i g man bei der Verabreichung von Süßigkeiten an kleine Kinder sein muh. K. Ober-Seibertenrod, 1. Dez. Ein hiesiger Burger hatte gestern einen Gang nach Z e i l b a ch unternommen. Als er abends nicht nach Hause kam und starkes Schneetreiben ein- sr-tzte, gerieten seine Angehörigen in große Aufregung, da sie vermuteten, er sei vom Wege ab in den Schnee gekommen. Die Feuerwehr wurde alarmiert, und diese unternahm rrutb-mit Laternen ausgerüstet, eine Streife nach dem Vermißten. Man fand ihn in halber ft arrtem Zustand im Feld an einem Baum gelehnt. Bis zum nächsten Morgen wäre er sicherlich erfroren gewesen. Kreis Alsfeld. W Nieder-Ohmen, 3. Dez. Um die Interessen der Gewerbetreibenden besser als seither vertreten zu können, wurde in unserem Ort eip Ver - ein der Gewerbetreibenden gegründet. Eine der ersten Forderungen dieses jungen Vereins war die Abhaltung von Märkten in unserem Ort. Dieser Forderung entsprechend hat der Gemeinderat beschlossen, die Genehmigung hierzu einzuholen. " *!* Merlau, 3. Dez. Viel früher als sonst ist diesmal der Winter eingekehrt. Der Schnee liegt so hoch, wie sonst selten in der Weihnachtszeit, so daß er sogar den Schlitten hinderlich ist. Die Kinder haben sich deshalb seiner auch noch nicht recht freuen können. Im Gegenteil, manches, das von seinem Dorf frühmorgens zur Bahnstation gehen muß, von wo es nach Grünberg zur Schule fährt, hat einen sehr beschwerlichen Weg. Die Kälte reiht schon große Lücken in die Holzvorräte und und bereitet den vielen Familien, deren Ernährer durch das Stilliegen der Bergwerke arbeitslos geworden sind, große Sorge. Denn es ist bei dem hohen Schnee auch nicht möglich, mit dem Holzfällen im Walde zu beginnen und etwas zm verdienen. So gibt es für viele Häuser in diesem Jahre sorgenvolle Weihnachten. Man begrüßt es in solcher Zeit doppelt, wenn ein Vortrag die Gedanken abler.lt. So wa.en die L i ch t b i l d e r a b e n d e, die dieser Tage Missionar Ottmann von der Basler Mission über Kamerun hielt, gut besucht. Er verstand es, unterstützt von trefflichen farbigen Bildern, ein anschauliches Bild von Land und Leuten in unserer ehemaligen Kolonie , zu geben und die Herzen für die nun bald wieder einsehende Arbeit deutscher Missionare, die jahrelang aus Kamerun ausgeschlossen waren, zu erwärmen. Die Reiseprediger der Mission, die auf ihrem früheren Arbeitsfeld mit großen Mühen arbeiteten, haben es auch bei uns nicht leicht, wenn sie in einem solchen Winter von Dorf zu Dorf gehen, um unfern Gemeinden und ihrem Missionswerk zu dienen. Sie leisten neben ihrer eigentlichen missionarischen Arbeit auch der Heimat einen Dienst, indem sie die Erkenntnis der Bedeutung unserer früheren Kolonien wecken und fordern. ^0? Bleidenrod, 3. Dez. Die er Tage fand hier eine freiwillige Güterver teigerung statt. Die Zahlung sollte in drei Z eien erfolgen und sämtliche Kosten zu Lasten des Käufers gehen. Bezahlt wurden für ein Stück Ackerland von etwa zi al st raße zwischen dem Dillkreis und dem werbetreibende und Handwerker. Starkenburg. * Darmstadt, 3. Dez. Der ärztliche Kreisverein in Darmstadt wendet sich tn einer Erklärung gegen den Mihbrauch geistiger Getränke. Es wird u. a. darin ausgeführt, dah die vier Landes-Heil- und Pflege- anstalten Hessens bei Beendigung des Krieges nur halb belegt waren. Heute ständen sie knapp vor der üeberfüllung. — Die ^Untersuchung in der Mordsache Maurer in Eberstadt hat So sprach Kunigunde, bebend vor edlem Zorn, und es ist gewiß, daß sie auch als gute Kaiserin, die sie vor vielen Jahrhunderten war, nicht anders hätte sprechen können. Donnernder Beilall erschütterte den Laden des Meisters Leopold. Die Nürnberger mußten wirklich bis über die Ohren in Arbeit stecken, mit dem Ausschmücken der Zimmer und dem Herrichten der Gabentische beschäftigt sein, um den brausenden Chor von Stimmen, der mit jubelnder Begeisterung den Vorschlag Kunigundes aufgriff, zu überhören. Die ganze Gesellschaft war außer Rand und Band. Das war ein Geschrei, ein Händeklatschen, ein Fuhtrarnpel, daß man das eigene Wort nicht mehr verstand. Ob Puppe oder Soldat, Gummikatze oder Nußknacker, jeder glaubte einen Lärm für zehn machen zu müssen. Wer keine Hände und Füße hatte, arbeitete mit Pfoten und Schwanz, mit Schnabel und Rüssel, wer sich in menschlichen Lauten nicht ausdrücken konnte, bellte, miaute, muhte oder wieherte. Kikeriki, ich meine, daß —! Quak, quak, c>rak, ganz einverstanden! Rukidiku — kiwitt, Eitoitt — Iaa, 3aa! Los! Vorwärts! Marsch! Irisch auf, Kameraden! Alle heran! So gehört, sich's! Fein! Bravo! Fort von hier! Mit Roß und Wagen! : Wit Mann und Maus! Die müssen eine Lektion kriegen! Strafe muß sein! Schnell! Laufen wir! Springen wir! Die Türe auf! Die Türe, die Türe! Alle stürzten auf die Türe zu. Es hagelte || Faust hiebe, Fuß.ri.te und Hu,schlüge gegen Schloß und Holz. „Ruße!" donnerte da eine Stimme. Karl, der Große, den alle vergessen hatten, sprang, seinen schönen, roten Samtthrow unter dem Arm, aus dem Schaufenster heraus. Sofort war alles mäuschenstill. So großen Respekt man auch vor Kunigunde hatte, mit Karl dem Großen war das noch etwas anderes. Seine Statue stand auf dem Marktplatz in einer der acht Nischen des Schönen Brunnens, aus dem die Kinder kommen, und es war klar, daß man, wollte man die Nürnberger zur Vernunft bringen, seine Autorität nicht umgehen konnte. (Fortsetzung folgt.) iS, übers°h -j Mete'"- tage*. 0 cOF11 Mitlfe! ist btt M 1 tiobttn. tototMJ^. einen * bit JfH M*! betrug m 1 M Mnbe M* iUm Jler dürsten stellung>der L Prov^ rUchtW! die ihre St noch veriner flian Cioc Deutschnatio Proz. Slim Mchen e Ms in ollt btt Dähle ju mad)ti tine solche ' M gegnssl itl einer (ol nicht mehr d DSA. der deu Steil in l voller lörpe seinen 92. । in Dorlar lebende Den MMt. i von zuverlä der Krimirm dem er blsk legt hat sich 2ai beton MM gehabt zu erschießen maßen in $ Aufgabe C o r unschädlich ge IlebetfaUenen keine Sput o Gold- uni der Kaiserstri hellen lichter 1 und 3 Uhr, schwerer 6 ißrlllantei ■ schch/ng-wk/se Die Einbreche • Wende Tür, imsier und La ' iersuchung ist bl. tzail beschlossen In Erhöhung sähe von 1 unb von 3,0( haste Person bl. Dian 3 i a l ft r q . Kreise Aied dem 23erfi Nr mürbe «nen Kosteno vlemeinb en «wrbe auf ' arbeiten begon vrrligstellunq * b«. Obers «'egten ' Strecke Di Mosenwerk ‘a8«n nicht hü «Wen. gelü '8 hmschl Mebohn qi drecke fahren Fra m ^Ugo I Delttheat 2nbie>n M Dieses ,N Reiche feto ig&S und auf die von ihm gebrauchten gemeinen lichen Motiven betgegeben sind. 773 (jiieBeii: Nuoibet '"nnel. Für Weihnachten biete ich in großer Auswahl Haus-Röcke PIES50 in jeder Preislage an 11432a MfcÄyk'Vdern schwanen ttnüberircffen vraröte Sfopfniä&he Verlangen Sie eße neue Doppelpackuruj. Preis 35Pf» Asthmaleidenve! Vergeuden (Sie Lhr Geld nicht durch ouhlolr rrrvertmente mit teuren Apparaten n. umvirtsamen Mitteln „JltympfrofmnCirup“ hat sich seit Dohren glänzend bewährt und ist unerreicht in der Dauerwirkung. Vesiandteile auf der vackung. Srbältlich in: Bezirks-Schöffengericht Gießen * Gießen, 2. Dez. Der Lackierer Th. P. aus Silbe! war wegen eines Verbrechens der schweren Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug angellagt. Ihm wurde zur Last gelegt, ein für die 45. Woche des Jahres 1924 gültige Wrch-mkarte der Reichsbahn didurch verfälscht zu haben, daß er durch Einfügung von einigen Farbstrichen die Zahl 45 in 46 verwandelte, und von dieser Karle zum Zwecke der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben. P. war am 21. November 24 an der Bahnsperre Frankfurt-West mit der beanstandeten Kitte angehalten worden. Er behauptete, am 16. November 24 in Vilbel eine Kitte gelöst zu haben, und berief sich zum Beweis auf den kriegsbeschädigtcn Dah'-bediensteten Hofmann in Vilbel. Er hgbe die Karte wahrscheinlich in seinem Sonntagsanzuge stecken lassen und sei mit der alten Karte weitergefahren. Der Z?uge Hofmann gab in der Hauptverhandlung die Möglichste zu, dem Angeklagten am 16. November eine Karte verlaust zu haben. Er habe schon öfters in der Fahrkartenausgabe ausgehelsen, habe auch an dem 16. November Dienst gehabt. Das Gutachten des Sachverständigen Popp ging dahin, daß an der b'anstandeten Karte an der Zister _5“ Tinten-, Bl ustif'.- und Tintenstiststriche festzustellen seien, und daß die Hmstäiide dafür sprechen, dah die fraglichen Striche absichtlich angebracht worden seien. Das Gericht sprach den Angeklagten mangels ausreichender Beweise frei. Düchertisch. — Das neueste Heft des Piper-Boten für Kunst und Literatur, das der Münchener Verlag R. Piper v. Co. soeben versendet, bietet schöne alte Weihnachtsbilder von Dürer. Cranach, G.ünew l>. Daldung, Zeichnungen von Michelangelo und Leonardo, Porträts von Dostojewski und seiner Gattin, von Christian Morgenstern, Beethoven und Friedrich dem Grasten, Städteansichten aus Deuts:';lrnd, der Schweiz und Italien. humoristische Vignetten von Richter und Busch und manches andere. Schon in diesem Bildertest spiegelt sich die Vielseitigkeit all der Bücher, die der Verlag den Freunden guten Lesestoffes dtrzubieten hat. Wem irgendwo, so ist in Deutschland der Weihnachtstisch ohne ein gutes Buch undenkbar und das ist ein Ruhmestitel des Deutschen, der auch in schweren Zeiten den geistigen Werten treu bleibt, ja dann erst recht. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum geaenvbpr roin<>*-rci Beantwortung.) Etwas von Rechnungen. Die Geschäftsleute klagen vielfach. daß ihre Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt werden. Sie klagen zum Teil mit Recht. Die Not der Zeit läßt die Leute zögern; auch ist eine gewisse Bummelei nicht immer in Abrede zu stellen. Aber au einem guten Teil tragen auch die Geschäftsleute selber die Schuld. Da sendet mir ein Kaufmann auf meine schriftliche Bestellung Waren ins Haus, und dann eine Rechnung über 9,25 Mk. Nun besitze ich zwar Fünfmarlschelne, Zehnmarkscheine, sogar einen Fünfzigmarischein, aber keine 9,25 Mk., und sie sind auch mit Hilfe der Hausfrau, des Dienstmädchens, der getarnten Nachbarschaft nicht zusammenzubringen. Ziemlich unverschämt erklärt mir der Ueberbringer der Rechnung, et habe kein Geld zum Wechseln. Aber weshalb gibt ihm der Geschäftsmann nicht 75 Pf. mit, so dah er herausgeben kann? Die Folge ist natürlich, dah es nun eine große Weile dauert, bis ich in die Stadt komme, die Rechnung zu bezahlen, wenn sie sich nicht überhaupt unter dem Wust von Papieren verliert, die meinen Schreibtisch bedecken. Also, ihr Geschäftsleute, seid nicht eigensinnig; gebt euern Ausläufern Wechselgeld mit, Dann werden wir mit Wonne eure Rechnungen schleunigst bezahlen. O. B. Ausdrücke zu einer Geldstrafe von 5 0 M k., hilfsweise 10 Tagen Gefängnis, verurteilt. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 2. Dez. Der Schweizer Heinrich Schöneck aus Lorbach wurde wegen vier Verbrechen der Blutschande in Tateinheit einmal mit Notzucht und einmal mit Kindesschändung und wegen eines Verbrechens und versuchter Blutschande in Tateinheit mit Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Kind unter 14 Jahren zu einer Gesamtz uchthaus- strafe von 6 Jahren und 6 Monaten unter Anrechnung von 2 Monaten Unterfu- chungshast verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf 10 Jahre aberkannt. W Ntz ,n,.toQr, toär'VMtl- < a 6u&Wtn /enrod, i o. fei . oom O ^lieuenoeßr n». k mm ' ®,utbe^r i Q n d ir Alsfeld. 'den I Äff ÄS ■hle ®en*R 4, frühmorgens zur Dahn, m wo e« nach Trünberg lebt beschwerlichen 3t N°n Stöbe Lücken in und bereitet den dielen hret durch das Slilliegen >los geworden sind, grobe e> dem hohen Lchnee audi 1 Holzfällen im Dalde zu ju verd'.enen. 6o gibt es lem Jahre sorgenvolle an begrüßt es in solcher m Dortrag die Gedanken - ■ LichtbilderabenSe, onar Ottmann bon her Kamerun hielt, M br- , unterstützt von tresslichru i anschauliches DiU> von nsecec chemaiigen Äoltmit erzen für dir nun bald • beit deutscher Missionare, ittun ausgeschlossen waren, leiseprediger der Mission, m Arbeitsseld mit großen ben es auch bei uns nicht inem solchen Winter von im unfern Gemeinden und bienen. Sie leisten neben »arischen Arbeit auch der ' intern \\t dir «LÄemtnis mieten Kvivnim wecken 1, z. Dez. Die er löge fand Güterver telgerung Ife in drei Z elen erfolgen i Haften bei Käufers gehen, i Stück Ackerland von etwa 1 dem Mittels und dem i iwerfer. Mmg. 3. Dez. Der ärztliche Damßadt wendet sich w "en Mibbrauch nie Es wird u. a. darin D»»nd aung des Krieges n W9&enlieW ? Sic Mersuchung m L„rer in jg 'h/bebenb vor edlem rechen Leo- ■ lem, wW )« mit flufgriff, -u KunMndes auig _ Mangel, daß säSk, Si-'Ä'ä1 atukidilu .(i Q«f Kawe So Ä Vunb W mit ^.VSnc LettchN - j Hie mM e (e]1 öir * „ ss h°K e/5«^n,c -°-8 ar das "LrktploS Z 4u» r*ks«" ***> egtlNS 1 Amtsgericht Gießen. * Gießen, 1. Dez. Ein junger Kaufmann von hier hatte mit einer Stenotypistin aus Marburg nahezu ein Jahr lang ein Verhältnis, das schließlich aus unbekannten Gründen wieder auseinanderging. Als et sie nun Im September l. Is. im Hause feiner Eltern antraf, befürchtete er, sie wolle zu diesen gehen, und fragte sie, was sie da wolle. Aus ihre Antwort, das gehe ihn nichts an, faßte er sie am Qlrm und stieß sie die Treppe hinunter. Als sie trotzdem wieder die Treppe hinaufgehen wollte, schlug er ihr ins Gesicht und rief ihr beleidigende Ausdrücke zu. Auf die Anklage wegen Beleidigung und Mißhandlung gibt der Kaufmann den vorstehend geschilderten Sachverhalt an sich zu, behauptet jedoch, die Privatklägerin habe ihn zuerst geschimpft und geschlagen und erhebt deshalb Widerklage wegen wörtlicher und tätlicher Beleidigung gegen sie. Die Privatklägerin behauptet. sie habe gar nicht die Absicht gehabt, zu den Eltern des Angeklagten, die sie gar nicht kenne, zu gehen, sie habe vielmehr lediglich ihre in dem gleichen Hause wohiiende Schneiderin. bei der sie zu tun gehabt habe, besuchen wollen. Im übrigen stellte sie entschieden in 216- rede, den Angeklagten überhaupt beleidigt und geschlagen zu haben. Da Letzterer für seine Widerklage keinerlei Beweis erbringen konnte, wurde diese abgewiesen. Der Angeklagte wurde dagegen wegen Beleidigung und Mißhandlung der Privatklägerin, zu der keinerlei Veranlassung vorlag, mit Rücksicht hierauf bestimmten Rollen spielen. Die Rollen im Spiel der Welt werden den noch ungeborenen Seelen in die Hände gelegt, ebenso das dazugehörige Kleid, sei es der Königspurpur oder die Lumpen des Bettlers. Sodann beginnt das Spiel und wenn die Seele auffchreit unter der Qual ihrer Rolle, sie nwß sie spielen. Der Tod ist Bühnenmeister, er ruft zum Abgang, dem kein Auftritt mehr folgt, die Spielenden von dem Welttheater. Und Schönheit und Weicheit, König und Bauer, Reicher und Bettler — alle sind Spielsiguren, aber der Meister folgt ihrem Spiel und richtet über die Seelen, was sie jeweils aus ihren Rollen zu machen wußten. Und ihre Taten, die im Laufe des Spieles geschehen, werden gezählt, dann ruft der Meffler die Spieler, die recht gut gespielt an feinen Tisch. Drum ruft der Engel ihnen zu: Tuet recht, Gott über Euch! Es ist, wie einalter Spruch an einem alten Haus besagt: „Es kreisen Schmerz und Wonne, gleich wie die Erd' und die Sonne, doch Gott befreit zu seiner Zeit!" Die Vorstellung war einheitlich sinngemäß, non starker Auswirkung, sei es der ernste Engel Schillers, die Welt (Hildegard Grethe), der König (Biberti), Reicher (Engels), Dauer (Spanier), Schönheit (Aida S t u ck e r i n g), ober Weisheit (Ellen Da u b). Die tragischste und stärkste Gestalt war der Bettler Taubes. Ludwig Siewerts Raumgestaltung in gotischer Stilisierung hatte weihevolle Linienführung. Der Beifall war überaus stark, dem künstlerisch restlos erschöpften Abend Dankbarkeit zollendd. L. W. ergeben, daß nur bet Händler Maurer als Mörder feiner Frau und keine weitere Person in Betracht kommt Die Leiche Maurer-, die ausgegraben war, ist to oder bestattet worden. — Die gerichtliche Untersuchung des Leichenfundes bei Wald-Michelbach hat ergeben, daß der Tote, der Landwirt Jakob Oehlschläger aus Kreidach, nicht ermordet, sondern vvm Zuge überfahren worden ist Preußen. ttrcis Wetzlar. 3 Wetzlar. 2. Dez. Die von uns bereits mitgeteilte Zusammensetzung des neuen Kreistages (12 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, * 11 Sozialdemokraten, 2 Demokraten, 1 Zentrum und 1 Kommunist) dürfte bestehen bleiben. Hiernach ist der Wunsch der Sozialdemokratie, die Mehrheit zu erobern, nicht erfüllt worden, trotzdem sie agitatorisch äußerst rührig war. Sie hat im Gegenteil einen Sitz an die Kommunisten abgeben müssen, die ihre Stimmen gegen die letzte Wahl am 7. Dezember vermehren konnten. Die Wahlbeteiligung betrug im Durchschnitt 50 Proz., war jedoch an den einzelnen Orten äußerst verschieden. Besonders der Hüttenbera hat diesmal teilweise sehr schlecht gewählt, zum Schaden der rechtsstehenden Parteien. Hier dürsten in erster Linie Fehler bei der Auf- fteUung dec. Kandidatenliste mitgespielt haben. Bei der P r o v i n z i a l - L a n d t a g s w a h l hat die Deutsche Volkspartei wohl am besten abgeschnitten, die ihre Stimmenzahl gegen die Wahl von 1921 noch vermehren konnte, so daß ihr Kandidat Christian Kloos als gewählt gilt.. Dagegen hat die Deutschnationale Volkspartei gegen 1921 fast 45 Proz. Stimmen verloren. Ob sie unter diesen Verhältnissen einen Sitz erhält, ist noch zweifelhaft. Alles in allem gibt auch diese Wahl die Lehre, mit der Wühlerei endlich einmal Schluß z u machen, weil besonders bei dem Bürgertum eine solche Abneigung gegen die vielen Wahlen Platz gegriffen hat, daß von einer Volksmeinung bei einer solchen Art der Abstimmung überhaupt nicht mehr die Rede sein kann. WDR. Wetzlar, 3. Dez. Der Senior der deutschen Lehrerschaft, Lehrer Steil in Dorlar, feiert anu 5. Dezember in voller körperlicher Rüstigkeit uno geistiger Frische seinen 92. Geburtstag. Er wirkte 41 Jahre in Dorlar als Lehrer und hat fast die ganze lebende Generatton unterrichtet. Mainqan. WSN. 5 r a n r f ur t a. M., 3. Dez. Wie wir uon zuverlässiger Seite hören, hat der Mörder bes Kriminalbeamten Sack, Anton Gens, nach- dem er bisher noch kein offenes Geständnis abgelegt hat, sich jetzt doch im großen und ganzen zur Tat bekannt. Er behauptet, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den ihm begegnenden Mann zu erschießen und zu berauben und will gewissermaßen in Putativnotwehr gehandelt haben. Die Aufgabe Cortys sollte es fein, sobald das Opfer unschädlich gemacht sei, heranzuspringen und den Ucberfallenen auszurauben. Gens zeigt bis jetzt keine Spur von Reue. — In der Frankfurter Gold- und Iuwelen-Einkaufsstelle in 6er Kaiserstraße 41, wurde am 30. November am Hellen lichten Tage in der Mittagszeit zwischen 1 und 3 Uhr, als das Geschäft geschlossen hatte, ein schwerer Einbruch verübt, wobei den Tätern Brillanten und Goldwaren im Werte von schätzungsweise 30 000 Mark in die Hände fielen. Die Einbrecher öffneten eine zum Ladengeschäft führende Tür, räumten in aller Gemütsruhe Schaufenster und Laden aus und verschwanden. Die Untersuchung ist eingeleitet. DiNkreis. bl. H a i g e r, 3. Dez. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung u. a. die Erhöhung der Kranken h auspfleg e- sähe von 2,50 auf 2,75 Mk. für Eingesessene und von 3.00 auf 3,25 Mk. für auswärts wohnhafte Personen. bl. Nanzenbach, 3. Dez. Die Provin- Ai a l st r a ß ezwischen dem Di ll kreis und dem Streife Biedenkopf ist vollendet und wurde jetzt dem Verkehr übergeben. In etwa einem Jahr wurde der Bau ausgeführt: er verursachte einen Kostenaufwand von 175 000 Mk. Zwischen den Gemeinden Hartenrod und Eisen rot h wurde auf der neuen Straße mit den Walz- orbeiten begonnen. Auch hier wird in Bälde mit der Fertigstellung zu rechnen fein. bl. Oberscheld, 3. Dez. Infolge des still - gelegten Sonntagszugverkehrs auf der Strecke Dillenburg—Gönnern hat das hiesige Hochofenwerk 3 0 Arbeitern, die an Sonntagen nicht frühzeitig genug zur Arbeit erscheinen konnten, gekündigt. Unter den betroffenen Personen herrscht große Erbitterung darüber, daß die Reichsbahn an Sonntagen keine Züge auf der Strecke fahren läßt. Frankfurter Theater. Hugo v. Hofmannsthal „Großes D e 111b e a t e r" brachte Intendant Weichert auf die Frankfurter Schauspielbühne zur Aufführung. Dieses Festspiel, welches unter der Regie Max Reinhardts in Salzburg zu Weltruhm gelangte, wird auch hier zum künstlerischen Ereignis. Ter Regisseur Weichert schenkte dcm Publikum einen Abend seltenen, wirklich nachhaltigen Ge- ruffes. Seine Inszenierung des von Hofmannsthal tearbeifeien Calderon wurde in ihrer wuchtigen Geschlossenheit und ihrem verinnerlichtem Ausdruck aum stellenweise aufwühlenden Erlebnis. „Das große Welttheater- ist ein religiöses Spiel, ähnlich dem ton Jedermann. „Die Welt ist die bunte Bühne, auf welcher alle Menschen die von Gott, dem Meister, — E. v. Bonin, Die Söhne. Ganzleinen 5,50 Mk. Verlag der I. G. Eottaschen Buchhandlung Aachs., Stuttgart. Mit kräftig-sicherer Hand zeichnet die Verfasserin die Schicksale zweier Söhne aus altadligem Geschlecht, an denen sich der Widerstreit ihrer inneren Naturen, schmerzvoll und tragisch verschärft durch den unheilwirkcnden Einfluß ihrer Mutter, mit jedem Schritte des Lebens mehr offenbart, bis er im Kampfe um ein geliebtes Weib zu den leidenschaftlichsten Ausbrüchen emporflammt. 676 — Der Greif-Alma nachl92 6. (Groß- Oktav. 181 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Auf holzlreiem Papier. 3n Kartoneinband Mk. 1.20.) Ein moderner Ausläufer der klassischen Musenalmanache des Hauses Cotta ist der kleine, schmucke Greif-Almanach, den der Verlag in diesem Jahre in die Welt sendet. Gleich sein erster Beitrag „Briefe an Cotta", eine Sammlung von wertvollen Briefen, die unsere großen Dichter der Vergangenheit: Schiller, Goethe, Kleist und viele andere an ihren Verleger richteten, zeigt diesen innigen Zusammenhang des kleinen Buches mit seinen klassischen Vorgängern. 2m Anschluß an diese Dichterbriefe bringt der Almanach eine Fülle dichterischer, erzählender und wissenschaftliche Beiträge aus der Feder erster Autoren unserer Zeit, aus deren Reihe wir nur nennen: Ludwig Fulda, Johannes Haller, Rudolf Herzog, Kronprinz Wilhelm, Karl Rosner, Hermann Sudermann u. a. Dieser reiche Inhalt gibt dem kleinen Büchlein eine überraschende Vielseitigkeit und macht es zu einem dauernd wertvollen Besitz. Es sei deshalb aufs angelegentlichste empfohlen. 739 — Marie von Bülow. Hans von Bülow in Leben und Wort. In Ganzleinen 7 Mk., in Halbleder 9,50 Ml. (Verlag 2. Engelhorns Nachf. in Stuttgart.) — Die von Adolf Sv gjmn und Hugo Hoile fjemudgegebenen Musikalischen Volksbücher bringen als neuesten Band ein überaus wertvolles Buch der zweiten Gattin und Witwe des genialen Dirigenten Hans von Bülow. Die Verfasserin erzählt- den wie ein spannender Roman anmutenden herrischen Lebenslauf Bülows. Auch wer bereits wußte, ein welch umfassender Geist Bülow war, wird dennoch über die Ausbeute des zweiten Teils des Buches überrascht sein, in dem der Künstler selbst in einer Fülle ganz prachtvoller Aphorismen zu Wort kommt. 771 — Hindenburg. Ein Lebensbild, von Alfred Niemann. Mit Genehmigung des Reichspräsidenten. 2n Ganzleinen 9 Mk. (K. F. Koehler, Verlag, Berlin und Leipzig.) — Eine einzigartige lebendige Schilderung des Werdeganges des Reichspräsidenten. Alfred Niemann hat bisher unbenutztes Material verwenden dürfen, so daß er auch eine genaue Darstellung der Entwicklung des Fami.iengeschlechts und der Iugend- jahre Hindenburgs wiedergeben kann. Die mili- ■ tärische Laufbahn des Marscha.ls wird ausführlich in ihren bemerkenswerten Einzelheiten mit glänzendem Sül geschildert, die Persönlichkeit Hindenburgs wird durch originalgetreue Wiedergabe zahlreicher, bisher nicht veröfsentlichter Briefe des Feldmarschalls an seinen Sohn, seinem derzeitigen Adju anten, dem Leser nahe gebracht. Mit dem Amtsantritt des Reickspräsidenten schließt diese authentische Biographie, der etwa 70 Origina'zeichnungen nach manchen unveröffent- Der Schreiner Franz R. aus Gießen wurde wegen deS Verbrechens der Blutschande in Tateinheit mit Notzüchtigung von Kindern, wegen Unzucht und Nötigung zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 2 Jahren, die sich aus 1 Jahr Zuchthaus und 1 Iah>r 6 Monaten Zuchthaus zusammensetzt, verurteilt. Das Gericht rechnete auf die erkannte Strafe 1 Monat Unter- suchungsh'ft an und sprach dem Angeklagten ferner die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren ab Gerichtssaal. Eine saubere Dorf Verwaltung. Höchst a. M.. 3. Dez. (WSN.) Das hiesige Amtsgericht hat den Bürgermeister von Kriftel, Greif, der in die Affäre des kürzlich wegen Unterschlagung zu 18 Monaten Gefängis verurteilten Gemeinderechners Dudeck von Kriftel verwickelt war, wegen Beihilfe zur ülnterfchlagung zu un- gunfteu der Gemcindekasse au neun Monaten Gefängnis verurteilt. Oberhesflscher Geschichts-Verein An dem ersten Vortragsabend deS Vereins in diesem Winter sprach Geheimrat Prof. Dr. Küch, Direktor des Marburger Staatsarchivs, über „M ittelalterliche Siegel als geschichtliche Quelle". Der Vortrag war trotz des am selben Abend stattfindenden Konzerts gut besucht. Der Vortragende behandelte zunächst den Nutzen, den die Kunstgeschichte aus dem mittelalterlichen Siegelwesen zu ziehen im Stande ist, indem die Entwicklung des Stils an genau datierbaren Stücken verfolgt und ganze Thpen- reihen, wie Marien- und Petrusdarstellungen, entwickelt werden könnten. Die Weiterbildung des Kostüms, der Rüstung, vor allem aber der heraldischen Kunst wurde an entsprechend au- fammengeftellten Bildern gezeigt. Eingehenoer wurde die Verwendung antifer Gemmen Im mittelalterlichen Siegel behandelt und Schlußfolgerungen auf die Beziehungen der Anttte zur Kunst des Mittelalters gezogen. An den Siegeln des Hersfelder Konvents wurde die Entwicklung des Stempelschnitts seit der Karolingischen Renaissance bis zur Gothik unter der Einwirkung baugeschichtlicher und geschichtlicher Vorgänge angedeutet. Baugeschichtlrche wichtige Siegel wurden vorgezeigt, u. a. die Siegel Ulrichs von Münzenberg (1245—1252), die als Handhabe für die Datierung der beiden Türme jener berühmten Ruine zu dienekk vermögen. Sodann wurden solche Siegel behandelt, die Aufschlüsse über die Ausdehnung des Königsguts in unserer Gegend, über Reichsämter und die hohen Landesämter, über den Besihwechsel unter den alten Dynastengeschlechtern und über die Patrocinien und Pfarreien geben. Dann wurden an verschiedenen Stadtsiegeln die Schlußfolgerungen angedeutet, die man aus deren Form auf gewisse historische und verfassungsgeschichtliche Vorgänge ziehen kann, und schließlich an Beispielen nachgewiesen, wie überhaupt geschichtliche Vorgänge, die anbertoeitig nicht überliefert sind, aus dem Siegelbild oder der Siegelumschrift festzustellen sind. Lebhafter Bei'all und zahlreiche Fragen und Anregungen aus den Reihen der Zuhörer bewiesen, daß der Vortragende es gut verstanden hatte, die Anwesenden auch durch den an sich so spröden Stoff zu fesseln; die Aufmerksamkeit wurde noch besonders gesteigert durch eine Anzahl Lichtbilder, die sehr zur Anschaulichkeit und zum Verständnis beitrugen. An den Vortrag schloß sich eine Mitgliederversammlung. in der der Antrag des Vorstandes, den Jahresbeitrag für 1926 auf 6 Mk. zu erhöhen und dafür den Mitgliedern die Heimatzeiffchrift „Volk und Scholle" zu lictern, einstimmig angenommen wurde.DieMit- glleder, die zugleich dem „Historischen Verein für Hessen" angehören und also von dort aus „Voll und Scholle" erhalten, bezahlen den Beitrag in bisheriger Höhe von 3 Mk. Der Grund, weshalb der Vorhand sich enffchloh, den oben erwähnten Antrag in der Mitglieder-Versamm- hing zu stellen, ist der. daß seit langem erwogen wurde, die Beziehungen zu den Mitgliedern, die bisher nur den 2ahres°Band der „Mitteilungen" erhielten, inniger zu gestalten. Der Plan, eine eigene Quartalsschrift herauszugeben, um dieses Ziel zu erreichen, mußte in Anbetracht 6et Kostenhöhe fallen gelassen werden. Es wird dafür Sorge getragen werden, daß „Volk und Schotte" noch mehr als seither unsere Provinz berücksichtigen wird. bet M auf den Herren-TaschentOcher 0.45, 325, Herren-Taschentücher 0.55, moderne Muster 0,95, 0.75, patte 2.25, 1.95, Fertige Schleifen H.-Knmmerhandschuhe Herren-Futterhosen 1.25, 0.95, mit Lederbesatz 4.75, H.-Nappa-Handschuhe aparte Muster Marburg- 0.65, 0.55, Unser Geschäft ist Sonntag, 6. Dezember, von 11-6 Uhr geöffnet 9.75, 8.90, iMilimfiMM geöffnet werden, 11442V 11010« 11428a Herren-Socken Baumwolle Felle 2.30, Chaiselonguedecken reine empfiehlt 10807c °uf der Mäusburg 10, Sonntag von 12 bis 6 Uhr nachm. geöffnet Hochachtungsvoll ceseo Lilly Schuhl QMUUJ Giessen ßrandplatz (Altes Schloss) Göllingen 61 für un Kurhessen reine Wolle aparte Farben Osterode Der kc zusammen weiß, 45 cm. mit farbigem Rand Trikot durchgefüttert weiß mit Hohlsaum .. Stnckblnder Sportwagen weiß Rips alle Halsweiten neueste Muster.. Selbstbinder Stehen Bdhnhofftra&e 14 millMMIIHimillltililHHIIIlUIMliUniUlHimHMMMUUlHrt Siehen Bahnhof ff rafje 14 Halbsteife Kragen alle Halsweiten praktische Neuheit Verein der Einzelhändler zu Siehen L. v. ^urntag Q, ?en Derhas $e.r Entschl ordentliche ?? Mitte !«iwa ftattf J°®enb-ö»t deut! u> Kölns w Gau qpI Fall sein, einem st Spiela- andere, ii öin-fpide: imb. 05 ( ben Mtzoe 05 Setti' Lorussia Hessen OS Spielo. K S 3g. 6 6 6. 03 Marburgei Bekanntmachung. An den drei Sonntagen vor Weihnachten können die Geschäfte von morgens 11 Uhr bis abends 6 Uhr h. Teo Tabelle n Rückspiel End? noch gen schein manche 1 Epiele au Platz aus i)öite toir. Gerit (ofa & loöre ui teile der P ballsport ü Einsprüche geben. F.c Eichen 2 6 gimes 1 । 0 Punkt, e Dchlar 2 Olm 5 und F. 6. Hormal tc Wetzlar 1900. ($ Wehlai Schupo gi Damen-Strümpfe schwarz und farbig ... M. 1.10, Damen-Strümpfe Mako,sch u.farb.,M.2 25,2.-, 1.80, Damen-Strümpfe Kunstseide, schwarz u. iarb , M. Damen-Strümpfe Kaschmir, schwarz und iarbig, M. 4.80, 4 50, 3.50, Kinder-Strümpfe reine Wolle, kräft. Qual, schwarz und braun, Gr. I M 1 40, Gr. 10 KindervStrümpfe reine Wolle, feine Qualiiat.schw und braun, Gr. 1 M. 1 65. Gr. 10 Kinder-Strümpfe reine Wolle, leine Qualität, hellfarbig, Größe 1 M. 1.80, Gr. 10 ' Herren-Unterlacken wollgemischt Herren-Hosen bestes Leder H.-Nappa-Handschuhe Herren-Socken Wolle plattiert Herren-Socken Wolle gestrickt .. M. 3.— Herren-Socken die Torvei mit 95 fu m c 8ü Gaulvar DiH. Lu barte der (Ilh Ct Aalt werben VIVober nicht, Wolle, schw. u. färb.. M.3.75,3.50, Herren-Strümpfe reineWolle,schw.u.grau, M.3.90, Sportstutzen Wolle plattiert M. Sportstutzen reine Wolle, M. 4.80, 4 50, 4.-, Sportstrümpfe reine Wolle, la Qual., M. 6.75, stet- wird eine Lebensversicherung von Nutzen sein. Gorgen Sie für Ihren Lebensabend und für Frau und Kind. - Zeitgemäße Lebens- Versicherungen in vollkommenster Form zu günstigen Bedingungen und niedrigen Prämien erhalten Sie bei der bekannten Leipziger Lebenrverstcherung A.G. M. L-, 0.80, Beschluh. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Georg Wetzel L Co., G. m b H. in (Sieben wird eingestellt, da eine die Kosten des Berfahiens deckende Maste nicht vorhanden ist. (§ 04 K. O.j Giehen, den 8. Okiober 1925 114298 Hessisches Amtsgericht. reine Wolle, gestrickt, 1.95, 1.75, Herren-Socken reine Wolle, gewebt, gut verstärkt, farbig und schwarz 2.50, Herren-Fromenaden- Gam?schen mit Lederpaspel iiiiiiniuiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiim.iiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiHi, Teppiche Vorlagen Geschäfts-Eröffnung Der verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefi. Kenntnis, daß ich am heutigen Tage Neuenweg 22 ein Reste-Geschäft in Damen- und Kinder-Kleiderstoffen verbunden mit Woll-, Weiß- und Kurzwaren eröffne. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, nur gute Qualitäten be> billigsten Preisen zu führen, und bitte, mein Unternehmen gütigst zu unterstützen. Herren-Socken kräftige Baumwolle, schwarz und farbig 0.95, 0.75, Herren-Socken HeeoBgas durchgefüttert.......... osamiMMn 4 U HJdkdsrhandschuheg gQ und grau...................raeceDem Herren-Handschuhe fester Trikot mit 1 Druckknopf 1.25, Herren-Handschuhe Trikot mit Wollhalbfutter Herren-Handschuhe Still lello senk Hase» u. Rehe im 5 liWitl. Außerdem emoieble iä> Gänse und lm'iigkS Geflügel J.ZörbWwe.,Tel.613 warme Qualität ...........-•■■■■■■!■■ Herren-Nachthemden 1 Qfi weiß Flockköper, schwere Quali- | e&Safi tat, 120 cm lang ■mbhmb Herren-Oberhemden R Qf| la Perkai, mit 2 Kragen, garan- tiert waschecht 7.90, Herren-Oberhemden Q 7R la Zephir, m. einem steif, u. einem Ö o ® Sportkragen, neueste Muster, 11.75,00^0^ Herren-Sportwesten con Feinkost! Oestardinen, Hummer, Langusten, Lachs, Gänseleber, Filetheringe in Mayonnaise, Lachsbutter, Anschoois- Paste, Sardellenbutter, Fleischsalat mit Mayonnaise, Ochsenmaulsalat. Feine Braunschweiger Wurstwaren. Diele Sorten Käse. Pumpernickel. Heinrich Driesch Seltersroeg 70 Seltersweg 70 Preiswerte, praktische Weihnachtsgeschenke für den Herrn tl 9K Stehkragen mit Ecken Ue w V la Mako, garantiert 5fach, alle eeeeeee Halsweiten und Höhen 0 AR Stehumlegkragen la Mako, garantiert 4 fach, alle eeeeei Halsweiten, mod. niedere Formen Vertreter in Giehen: Jakob Vogt, Bezirksbeamter, Riegelpfad 26. _____________________!W1D ummi, mit Leder- 1.75, 1.25, wollgemischt 3.50, Herren-Hemden wollgemischt, mit schönen Einsätzen I = g W I I =1 i ä !f K hfl Ke 3.50, 15,8.90, 2'11 = S i = MchWtz. bttl Sonntagen vor Wh- inen die ®e)d)äfle orgensll Uhr bends 6 Uhr rten. iw«» I der AMMr 1 Netzeir L. v. Vorlagen Felle laiselongueö* empfiehl! Giessen ßrsndp1 atz lii^Td.613 Beicht".',, 6^* 1141,8 E Nr. 284 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Freitag, 4. Dezember 192.3 Turnen, Sport und Spiel. Stand und Dorschau der Bezirksliga in Hessen-Hannover. tz. Der Erste tauscht mit dem Zweiten, der Dritte mit dem Vierten und der Fünfte mit dem Sechsten: dos sind die Äenderungen in der Tabelle auf Grund der Ergebnisse des Sonntags. Nicht ohne weiteres ersichtlich ist die Chance, die Hessen 09 Kassel noch auf den dritten Platz hat, obgleich es noch .zweifelhaft ist, ob die Kasseler in der Lage sind, diese auszunutzcn. Beim Betrachten der Tabelle fällt auf, daß sämtliche Prooinzvereine erst in der zweiten Hälfte zu finden sind, bis auf Göttingen. Kassel ist also Trumpf. Der letzte Kasseler Vertreter, S. C. 03, steht auf dem 8. Platt, hot aber mit nur 20 Spielen die bisher wenigsten im ganzen Bc- zirk, so daß anzunehmen ist, daß auch er sxinen Stand noch verbessern wird. Interessant sind auch die Torverhältnisse, deren bestes Kurhessen Kassel mit 95 für und 16 gegen aufweist. In den noch ausstehenden 5 Spielen wird Kurhessen die 100 sicher voll machen. Die Kehrseite der Medaille weist auf Osterrade, das mit 15:81 eine Minusdifferenz von 66 anzeigt. Eine Seltenheit zumindest zeigt Göttingen 05, Inhaber .des 3. Tabellenplatzes, mit 61 für und 55 gegen. Kurhessen Kassel 21 Spiele 35 Punkte Sport Kassel 22 35 05 Göttingen Borussia Fulda 23 30 22 29 Hessen 09 Kassel 21 28 Spielo. Kassel 24 28 S Vg. Göttingen 23 26 S (£. 03 Kassel 20 25 Marburger S. Vg. 21 22 Wetzlarer F. E. 05 23 18 S. Vg. Hann.-Münden 24 14 Gießen 1900 23 10 Kurhessen Marburg 26 • e 9 ■ a Osterode 23 ,, 7 f| Der kommende Sonntag führt folgende Gegner zusammen: Als wichtigstes Spiel: „Sport Kassel—Marburger S. V g. (Die Tradition der Marburger weist manchen Sieg gerade über „Sport" Kassel auf. Aus diesmal könnte es der Fall fein, daß sie Sieger bleiben. Sport steht vor einem starken Gegner.) Ein Kasseler Derby: Spielog. — S. E. 0 3. (Einer ist so stark wie der andere, deshalb: unentschieden.) Die beiden Pro- vinzspicle: Borussia Fulda —Osterode und. 0 5 Göttingen —Gießen 1 9 0 0 (sind den Platzvereinen in keinem Fall zu nehmen). Lahnkreis-Handball. I3. Geändert hat sich In der Reihenfolge der Labelle nichts. Da für jeden Verein einschl. Rückspiel 10 Spiele auszutragen sind, ist das Ende noch nicht abzusehen. Cfn den Spielansehungen scheint etwas Durcheinander zu herrschen, ba manche Vereine in der 1. Serie 80 Proz. der Spiele auf fremden und 20 Proz. auf eigenem Platz austragen. Durch solche Fehler der Dc- hörde wird die einwandfreie Durchführung der Serie (ohne Proteste!) nicht gerade gefördert. Es wäre unbedingt za wünschen, daß die Rach- leile der Punktkämpfe nicht auch auf dm Handballsport übergreifen. Die bereits vorliegenden Einsprüche sollten der Kreisbehördr zu bedenken geben. F. C. Wetzlar 3 Spiele 6 Punkte. Hessen Gießen 2 Spiele 3 Punkte. S. C. Wchlar-Ricder- girmes 1 Spiel 1 Punkt. Gießen 1900 1 Spiel 0 Punkt, Schupo Wetzlar 1 Spiel 0 Punkt, D. C. Wetzlar 2 Spiele 0 Punkt. Am Sonntag treffen sich: Hessen Gießen und F. C Wetzlar. (Die beiden Favoriten! Rormal wäre ein knapper Sieg Wetzlars.) S. C. Wehlar-Riedergirmes und Gießen 1 900. (Zwei gleichstarke Gegner.) Pol Sp. V. Wetzlar und D. C. W eh la r. (Hier sollte die Schupo glatt gewinnen können.) ©aufporttag in Grehen. c. Für den kommenden Sonntag hat der Gauwart für das Voltsturnen, Turner Wilh. L u ck h a r d t - Marburg, die Volksturnwarte der Bezirke und Gauvereine nach Gießen geladen, um dort mit ihnen die reiche Arbeit des kommenden Jahres vorzubereiten und zu beraten. 2m Mittelpunkte stehen die G a u s p 0 r 1 - kämpfe, die in Verbindung mit dem Gaufest in Ridda stattfmden sollen, was jedoch am Fehlen notwendiger Voraussetzungen sche.t:rn wird. Auch den deutschen Kampfspielen, die 1926 in Köln stattfinden, wird besondere Deachtung im Gau geschenkt. Der Main-Rhein-Gau der Deutschen Turnerschaft hielt in Darmstadt einen außerordentlichen Lurntag ab. Der Derwaltungsbericht, sowie der Voranschlag für 1926 wurden genehmigt. Aus den Verhandlungen ist die Annahme nachstehender Entschließung bemerkenswert: „Der außer- vrdentliche Gauturntag des Main-Rhein-Gaues der Deutschen Turnerschaft richtet an die hessische Etaatsregierung das dringende Verlangen, alsbald ausreichend Mittel nach dem Vorbild anderer deutscher Volks- staaten für die körperliche Ausbildung in den Voranschlag einzustellen, eine amtliche Zentral st eile zu schassen, Landesbeirat und Ausschuß alsbald in Kraft treten zu lassen und sich die Förderung unserer Ziele ernstlich angelegen fein zu lassen." Sportvorschau für Sonntag, 6. Dezember. Rasensport. Im F u ß b a ll stehen wiederum die Punktspiele auf der Tagesordnung, nur hier und dort finden Gesellschaftsspiele von mehr oder weniger geringer Bedeutung statt. Im Handball bietet der Sonntag dasselbe Bild, Meisterschaftsspiele in der Haupt- lache, hier und da Freundschaftstreffen. Meisterschaftsspiele auch im Hockey, von Gastspielen ist der Besuch der Damenmannschaft des Uhlenhorster H. C. in Berlin gegen Brandenburg (am Samstag), gegen Wespen Zehlendorf (am Sonntag) zu erwähnen. Soweit Te n n i s gespielt wird, werden die Spiele in der Halle ausgetragen. Die Schweiz trägt am 5. und 6. Dezember in Genf ihre internationalen Hallenmeisterschaften aus. Turnen und Leichtathletik. Der Kunstturn-Wettkampf Rheinland—Westfalen in Essen verspricht, da beide Turnkreise über recht gute Mannschaften verfügen, sehr interessant zu werden. Ein Mannschaftskampf im Heineren Rahmen spielt sich in Neukölln zwischen den größten Turnvereinen Neuköllns Friesen und Jahn ab. Die Jugend kommt gelegentlich des Jugendturnfestes der Berliner Turnerschaft (Zentralturnhalle, Prinzen- straße) zu ihrem Recht. Als leichtathletische Deran- ftaltung ist das Herbst-Spiel- und Sportfest der Berliner Hochschulen (am Samstag, Tiergarten- Sportplatz) zu erwähnen. Schwimmen. Im Schwimmsport macht sich bereits die Ruhepause geltend. Nur noch einige Vereinswettkämpfe kommen zum Austrag. In Gleiwih treffen sich Po- seidon Beuthen gegen Gleiwitz 1900. 31 Freiburg begegnen sich der S. S. V. Freiburg und Neptun Karlsruhe. In München geht ein gauinternes Da- menschwimmfest vor sich. Potsdam 93 veranstaltet einen Wasserballtäg. Boxen. Das Haupttreffen der Breslauer Boxkämpfe bestreitet Rösemann gegen Iournee. An einem internationalen Amateurboxturnier in Stockholm (5. bis 7. Dezember) nehmen die Berliner Nispel und Schröder teil. Fechten. In Dresden werden (am Samstag und Sonntag) die sächsischen Fechtmeisterschaften entschieden. In Berlin findet ein Degen-Mannschaftskampf um den T. i. B.-Iubiläurnspokal statt. Radsport. Radrennen kommen in der Westfalenhalle in Dortmund zum Austrag. Der deutsche Amateur- meister Oßmella geht in Paris an den Start. In Dar mst a d t kommt ein Winter Saalsportsest des dortigen Velociped-Clubs 1899 zum Austrag, in dessen Rahmen ein Länderkampf Deutschland gegen Schweiz im Zweier-Radballspiel ausgesochten wird. 'Außer dem schweizerischen Meister „An der Sihl" Zürich wird auch der Ro. der Stabt Winterthur, der Zweite bei den Schweizer Meisterschaften, am Start erscheinen. Turniersport. Das letzte diesjährige Reit» und Fahrturnier geht am Samstag und Sonntag in Magdeburg, veranstaltet vorn Magdeburger Renn- und Reiter- verein und dem Verband für die Zucht eines provinzialsächsischen Warmblutpferdes, vor sich. Sport'piegeL Erich Rademacher, der Weltrekordmann Im Brustschwimmen, fährt im Frühjahr zusammen mit Houben nach Amerika, wo er mit seinem schärfsten Konkurrenten S k e l t o n zusammentrifft. In dem jetzt abgelaufenen Ruderjahr 1925 sind innerhalb des Deutschen Ruderoerbandes nicht weniger als 105 Regatten durchgeführt worden. 1547 Rennen wurden ausgetragen. 604 Gigboote, 5146 Rennboote gingen an den Start, 28 561 Nennruderer kämpften um den Sieg. Das sind (mit Ausnahme der Gigboote, die um ein Weniges zu- rücfgegar.gen sind), Zahlen, wie sie feit Bestehen des Deutschen Ruderverbandes noch nie erreicht worden sind. 'Das Zustandekommen des deutsch-schwedischen Studentenkampfes anläßlich des 2. Berliner akademischen Hallen-, Turn- und Sportfestes am 16. Dezember ist sichergestellt. Die Meldungen für dieses Fest sind außerordentlich zahlreich ausgefallen, ebenso wie für das Herbftfport- feft der Berliner Hochschulen, das am 5. Dezember stattfindet. Nach den Weihnachtsfeiertagen wird in Bad Flinsberg ein internationales Stifprin- g en abgehalten. PreuhischePorize Meisterschaften im Ringen und Iiu Iitsu. vo Die gestern in der Sporthalle der Preußischen Polizeifchule für Leibesübungen in Spandau durchgeführten preußischen Polizeimeisterschaften im Ringen und Jiu-Jitsu erbrachten folgende Meister: Ringen: Federgewicht: H a s s e - Dranden- burg. — Bantam: Herbst- Bochum. — Leicht: Schmidt-Magdeburg. — Mittel A: Wilden- Aachen. — Mittel B: Barth- Berlin. — Schwer: Koplan - Berlin. Iui-Iitsu: Bantam: H o r n i g - Berlin. — Leicht: Schüttler-Berlin. — Mittel: Dietrich-Frankfurt a. M. — Halbschwer: Sa« lisch-Frankfurt a. M. Wirtschaft. • D i e amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 2. Dezember berechnete Grohhandelsindexziffer tes Statistischen Reichsamtes ist mit 122,9 gegenüber dem Stande vom 25. Rovember (122.7) nahezu unverändert geblieben. * Betriebseinschränkung im Dilltal. Die Adolfshütte in Riederscheld, die etwa 650 Arbeiter beschäftigt, sieht sich infolge der schwierigen wirtschaftlichen Lage genötigt, ab nächster Woche Kurzarbeit einzuführen. Börsenkurse. (Ohne Gewahr.) Franksun a.M Berlin 2a».u . fttirt aajiutJ- Ritt' Amang Tifair. 3. 12 । 4.12 | 3 12 | 4 12 •J*h Deutsche SirichSan ribe U 178 0.175 1.1 75 0.17: 4»/„ Deutsche 'Jicnti-Jaiikibe — — » 1975 3Vt°/» Deutsche 'Jkidjvmdctbt 0 1<5 0.18 0.19 0.180. 0 2» 3®. Deutsche 'Jictd)3nUcii>e j 21» — 0.2'7 Deutsche rSvarvramienanleide 4% UircuyifdK flonfolS - - • 0.10? — 0,107 0.105 — 0 182 .1825 4° o Hessen...... — — 3'/«% Hessen........ 0.105 • 3°/o Helfen ........... 0,15 — 0 17 — Deutsche Vertb. Dollar-Anl. 90.2.5 — 91.75 — bfo- Toll.-Schav-Anweiing.*: «7,5 — 97.75 — <’/0 Zollturken ..... 7 95 8,i5 7.8 — 5e/0 Aoldmerikaner . . • 42 25 4? - - Berliner Handelsgesellschaft Sommer; und Privat-Bonk 134,7* 93 5* _ '37 2* «4* 137.2* 941 ■Farmii. und 'Jiaaoiialbant ior — 104.7* 104' DeuNchr Bank ..... 101 1* — 104.7* 104,5* Teuische BereinSbonk . - - — — DiScomo Commandtl . . ioi y 101.6* 102* 102* 69.5 69.5 8-,5' Niineldcutlchc Kreditbank 8 5* - Ccftc.rctätfdjc Kreditanstalt ».75 0.03 6 25 0,03 6,75 6,5 63* 31 80.5 3075 83 60 13 29 5 31* 60.5* Deutsch-Luxemburg ..... wclscmirchcncr Bergwerke. — * — 66 5* — l>6 5* 94* 95.25* 93 4 94.5* 92 5 äiaiiwerke Aschersleben.... 91 _ >,9 98 27 75 28 ,5 28.4 Cbcrbcbmrf .......... __ Pl>onir Bergbau . ...... vibeinnahl . ........ 'Hi.bcit Montan....... 50.75* 61 — .'9.9* 48,25* 62 60,1>* Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . . . TS 75* 84.75* 79 9* 86.25 77 25* 85* 78* 85,5* ILhrramiiche Gerte flibtn . . — - Zementwerk Heidelberg . . 56 55.75 - _ Plstlilw Hottütunn ... 43 2j 42 69 Anglo-Cont Kuano . ... Badische Anilin ...... 112,7* HP H1.2* 110,7* - Chemische Ma der Alavin . . Woibfaanibi ..... 59,5 59 60.5 11" 5* 5S Gries kimer Electron .... Höchster Harbwerte...... 11!* 110.5* 09 2* 110,2* Holiverloblung . . ..... 42 ÜiülgerSwerke......... * - 51 51 Scheideanstalt ....... 77.751 94.25* 78.5 9l* «llg. Clekn-tjtiätS-cSescllschast 93 25* 93 5* Bergmann ........ __ • 04.9 '5,25* Maintrmtwerke........ 66,5 Schustert ......... — 58.5* _ Siemens & Halöke ...... 4 5* — 73,25* — Adlerwerke Kleger...... 23 — 21.75 23 5 Daimler Motoren. ...... <2.25 — 23.5 21 5 Henllgcnstaedt ...... 17 ' eguin. ...... t4.5 _ 25 5 _ Motorenwerke Mannheim 3. — Frankfurter Armaturen 20 — * Konservenfabrik Braun . . Metaklgesell chaft Frankfurt . — — — —• 83.5 83.5 — — Pei. Union A.>6). .... 52 ö2 51 5 —* Cchuh'abrik Herj...... 21.75 23 —— Sichel. . ......... 2,9 * 2,25 Bctiflofi Volddos...... 8 77 5 77 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 50 41 49 6 40 t0 40 — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 8 Dezbr. 4 Dez r. Amtliche c-'r(6 Jioti rung Brief Amtliche Notierung («eld । Bries Vlmn.-9tou 168 60 169,08 168.59 169,01 «u-n..AireL 1.743 1.71/ 1.740 1. 44 Brss-Antw 19 11 19.0.5 19,01 19.05 Cbristlania 85.1'4 8.5.41 85 56 85,7< stopenbag:n UI4.35 1'14.61 105,0. IO.i.83 Slostbolm 112,1 112,41 112.11 112,39 HelstngsorS 10 51 10.58 10,54 10,58 Italien. . 16 905 16,94 16,'0 16,91 London. . -0.322 20.3 2 20,342 20,392 'J.euport . . 4.195 4.20 4,195 4.215 Boris. . . 16.06 '6.10 16,08.5 16.125 Schweiz . ■<0 82 81.02 80. >1 81,01 Sva- i:n • 59 ,3 5» ,47 54.-3 59.67 Japan . . - 1 818 1,8.2 i.8O8 1.812 Mito de Ian ) 591 1.593 4.593 0.595 Wien in D - • C est. abgest »9.16 59,30 59.15 69,21 Prag .... 12.41« 12,455 12.425 12.465 Bclirad . . 7.43 ; .45 7.43 7.45 BudavrU. 5.877 1.897 5.875 6,895 Bulgarien 8,0 5 8.06.5 3,055 .4,065 Lstabon 21,25 21,325 21.275 11.325 Danzig. . 80 64 80 34 80 66 80.86 fionft ntin. 2.225 2,235 2.23.1 2.245 Alben 5 49 5.5' 5 49 5 51 Canada. . 4 197 1.2 7 4.19) 4.205 Uruguay . . 4.285 4.295 4.285 4,295 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 3 Dezbr Meld Brie, Amerikanische Violen..... belgische ‘J.otcn ....... Dänische Norcn ....... Englische Noten........ Franjösische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten ..... Deuisch-Lesterr. 5100 Kronen Rumänische Noten . . .... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Evanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noien Frankfurter -.18 i 18,15 104.04 20.282 16.03 168.25 H-885 84.91 68.98 111.84 80,65 69. 0 12.876 6.8:5 Börse. 4.2*1' 19,05 104.56 20.382 16 11 169.09 16.965 85 36 69.28 112.42 81 05 59 40 12.43 i 5.865 (Eigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 4. Dez. Tendenz: schwächer. Nach zögerndem und schwächerem Börsenbeginn, der in der ungünstigen Beurteilung der innerpoli- tischen Situation begründet war, bekam wieder eine freundlichere Auffassung die Oberhand, wobei weitere Kursbesserungen zu verzeichnen waren. Die Spekulation, auf die sich das Geschäft beschränkte, nahm trotz aller Zurückhaltung einige Käufe am Schiffahrts - und Montan- markte vor. Als nach kurzem Verlaufe die Kaufaufträge erledigt waren, schlug die Stimmung je- doch wieder um, und das Geschäft wurde ungewöhnlich still. Am Montanmarkte standen Phönixwerte im Vordergründe des Interesses und wurden bei lebhaften Umsätzen ansehnlich gesteigert, wobei auch die gestern in Umlauf gewesenen Ge- rächte über eine größere schwebende Schuld bei Phönix als wenig wahrscheinlich bezeichnet wurden. Von Schiffahrtswerten, die rege umgesetzt wurden, hatten Hapaa eine Steigerung von über 1 Prozent und Norddeutscher Lloyd von 2,25 Prozent zu verzeichnen. Alle übrigen Märkte lagen still bei kaum veränderten Kursen. Von Bankaktien wurden Reichsbank um 0,75 Prozent höher. Auch Diskonto zogen leicht an. Zuckeraktien unterlegen dagegen neuen Abschwächungen. Für deutsche Anleihen bestand keinerlei Kauflust. Am ausländischen Rente n m a r k t konzentrierte sich das Interesse auf Türken und Ungarn, besonders Türken gingen höher. Der Freiverkehr war geschästslos. Api 0,4, Benz 26 Proz., Brown-Boveri 53 Proz., Entreprise 8,5 Proz., Growag 38 Proz., Ufa 565 Proz. Der weitere Verlauf litt unter ausgesprochener Oe- f d)ä f t s ft i 11 e. Umsätze wurden kaum mehr getätigt, und die Kurse neigten zuin Nachaeben. lediglich Schiffahrtswerte blieben gehalten. Der Geldmarkt zeigte keine Veränderungen. Tagesgeld 9) Prozent, Monatsge^ 11 bis 12 Prozent. Banldis- fönten 7 Prozent. Industrieakzepte 9 Prozent. Im Devisenverkehr schwächte sich Paris gegen London weiter auf 127.20 ab. London lag gegen Kabel mit 4,84 7/* befestigt, was auf die Diskonterhöhung der Bank von England zurückzuführen ist. Die übrigen Valuten lagen unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 4. Dez. 3m Vordergründe deS Interesses standen an der heutigen Börse wiederum Schifsahrtsaktien. Das Geschäft in diesen Werten verlief lebha't bei Kursen, die etwas über dem Stande der gestrigen Rachbörse lagen. Es scheint, als ob die Börse noch weitere TranLaltionen am Schiflahrtsmarlte erwartet. Die übrigen Marktgebiete verharrten in der bisherigen Stagnation. Die Kurse lagen zumeist gegen den Vortag unverändert, teilweise eher etwas niedriger. Am Montanmarkt verhielt sich die Spekulation abwartend. In Börsenkreisen herrscht die Auffassung. daß die Regierung gegenüber der M o n- tan-Trustbildung ehe eine ablehnende Haltung einnimmt und sich in der Frage der Fusions-Steuerermäßigung wenig nachgiebig zeigt. Am Geldmärkte waren die Sähe für tägliches Geld unverändert 71/: bis 9 Prozent. Monatsgeld 10 bis 11 Prozent. Im Devisenverkehr notierte Paris gegen London 127.50 bis 126.25 (also später etwas erholt). Auch Warschau lag gebessert mit 8 gegen Kabel. Schließlich traten Oslo und Kopenhagen noch aus der bisherigen Reserve heraus und konnten gegen London gute Erholungen aufweisen. Die Reichsmark notierte gegen ‘Jon-rrn 20.35, Amsterdam 59.21. • Märkte. Frankfurter Getreide!)i l. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeige. j Frankfurt a. M., 3. Dez. ES wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 26.25 bis 26.50, Roggen, inländischer, 18.50 bis 18.75, Sommergerste für Drauzwecke 23.50 bis 25, Hcher, inl, 18.50 bis 21.50. Mais, gelb. 20.75 bis 21. Weizenmehl, inl., Spestal 0, 42 bis 42.50. Roggenmehl 27.25 bis 27.75, Weizenkleie 10.90 bis 11.10, Roggenkleie 11.10 bis 11.30. Tendenz: Sehr fest. Berliner Produktenbörse. Die ausländischen Prcssemrldungrn von den Produktenbörsen waren heute durchaus unsicher und gaben mithin dem Berliner Prvduktenmaikt wenig neue Anregung. Das Angebot in Brotgetreide seitens des Inlandes ist etwas größer, doch im Preise gut gehalten, so daß größeres Geschäft zustandekommen konnte. Für Weizen bestand im amtlichen Mittagsderlehr per Dezember etwas größere Deckungssrage, so daß im Zeithandel dieser Lieferungstcrmin seinen Vorlagskurs behaupten konnte. Im übrigen verloren Frühjahrsmärkte 3 bis 3,50 Marl. Auch Roggen schwächer, und zwar nahe Sicht um 2 Mk., März und Mai um 4 bis 5 Mk. Gerste ruhig. Hafer nicht genügend offeriert. Mehl und Futterartikel still. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 251 bis 253, do. Dez. 265, do. März 274 bis 271,50, do. Mai 276 bis 275, Roggen, märt 158 biS 160, do. Dez. 168 5 8 166, do. März 184 bis 182,50, do. Ma: 192 b s 190.50, Gerste, märk. 190 bis 214, Futtergerstr 155 b s 163, Hafer, märk. 169 bis 179, do. Dez. 164 bis 165, do. März 184; für 100 Kilo: We'zenmehl 32,25 bis 37. Roggenmehl 23.50 b 3 25,50, Weizen- kleie 11,50 bis 11,60, Roggenkleie 9,70 b S 9,90. Diktoriaerbsen 25 bis 32. kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 bis 18, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 20 bis 22, Lupinen, blau 11,75 bis 12,25, do. gelb 12 bis 14,50, Serradelle 19 b s 21, Rapskuchen 15 bis 15,40, Leinkuchen 23,20 bis 23,40, Trockenschnihel 8,10 bis 8,60, Torfmelasse 7,80 bis 8, Kartoffelflocken 15 biS 15,40, Doya-Schrot 21,40 bis 21,60. Rundfunk-Programm des Franksnrter Senders. (Aus der „Radtv-Umschau".) Samstag, 5. Dezember. 3.30 bis 4 Ufjr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 älhr: Rachmittagskonzert deS Haus- orchesters: Zu Mozarts Todestag. 6 bis 6.30 älhr: Die Lesestunde (für die rzi'ere Jugend). 6.30 bis 7 Uhr: Düchcrstunde. 7 bis 7.30 Uhr: Englischer Unterricht. 7.30 bis 8 Uhr: Funkhochschule Frankfurt. „Die deutsche Rovelle im 19. Jahrhundert' Dortrag von Prof. Dr. Schultz. 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — „Der Ersah verlorener Körperteile bei den Tieren", Vortrag von Dr. W. E. Ankel. 8.30 bis 10 Uhr: Dramatischer Abend. 10.30 bis 12 Uhr: ^Übertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. weit unter Preis» Bunte Jumper- und Kasack-Form.... suchen Bunte Zierträger- und Wiener Form, ausgelegt alle aus gutem Satin oder Kretonne ____v.Ma Modehaus Schulstr. W De/r ‘ Re Inhalt Sufltit Gtettti Qiaerf b.ldui Ä der De ßant6i CBt Oberhe Oberly Trupp abgegt der i M: Ät der De» Qanbbu Ä« der Di Laudb K der Ix Lmidbi •fl4e2 Menrr H-'" -Di Matt 2 ^eichspi lohn, a scheinen« infolge 5fernfP Schliß lag unv rich'-n- pM gtanlN M f sich für ten; nah x red mil 3n Bi W G- „2ot Lölkerbui rnlematiß ffieltnM sehr bcgru Zusarmner nur gel'or! Sie Bolte; SejdjaW Ri D waren ^liknn D derbur k. A dlnziai Franziska. Roman von Liesbet Dill. 71. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wie schade, dacht- Hasse, schade für sie und für den Mann, dem dieses entzückende Geschöpf entgehen wird, schade für ihre junge, zarte Schönheit, die während der angestrengten Studienjahre verwelken wurde, nutzlos, ungenosscn. Er berauschte sich daran, ihr auszumalen, tote ihre reine Stirn entstellt sein würde von Denksurchen, ihr junger, rosiger Mund bl iß. verzerrt, ihr schlanker, stolzer Rücken mit dieser seinen Linie, die sein Kennerauge entzückte, gebeugt, ihre Augen von einer Drille verdeckt. „Selbst die Drill.' würde inich -acht schrecken , sagte Elisab th, uird >ie sah ihn lächelnd an. Sie dachte offenbar nicht an den Mann, der neben ihr saß, sondern an ihre Zukunft, aber in ihm entzündete dieser Blick etwas, das in jedein Mann schlummert und das bei jeder schönen Frau erwacht. „Ich habe eine Ditte." sagte Elisabeth, .ich möchte einmal 3br Laboratorium sehen, Vater hat mir von Ihren Besuchen erzählt. Würden Sie mich einlassen?" „Gern. Wann kommen Sie? " „Wann ich darf." „Also morgen?" „3a, morgen. Um welche Zeit sind Sie dort?" „Um drei." „Gut. 3ch tomme" Sie waren so vertieft, daß sie die Knallbonbons unberühN ließen, die kandierten Früchte auf chrem Teller vergaßen und erst durch das allgemeine Stuhlrücken daran erinnert wurden, daß die Tafel aufgehoben und das Mahl zu Ende war. Der Kaffee wurde in dem reseda- grüne:! Spiegelsaal genommen, die Damen saßen in Gruppen um den weißen Perser, die kleinen Mokkatassen in der Hand, und bewunderten mit ihren Lorgnetten den köstlicheii Teppich Worth stand, die Hände in den Fracktaschen, dabei und erzählte die Geschichte, wie er auf einer Indienfahrt durch Zufall zu diesem Perser gekommen toar. Hasse wollte nicht in diesen menschenüberfüllten Saal gehen, er küßte der Dame des Hauses die Hand und blieb in dem kleinen blauen Salon am Springbrunnen zurück. Seine Augen suchten Elisabeth. Sie kam, wie angezogen von seinem Blick. Er nahm ihr die Tasse aus der Hand, ihre Hände berührten sich leicht, und es durchschauerte sie beide Er sah und fühlte es, sie schwiegen, und es kam jene leichte Verlegenheit über dis junge Mädchen, die sie wie ein Schleier umgab. Der Rauch aus dem entfernten Herrenzimmer, das Stimmengemurmel mischte sich in das leichte Geräusch, das aus dem angrenzenden Sveifesaal kam, wo die Diener die Tafeln abräumten. „Ich glaube, in Ihrem Innersten sind Sie doch noch nicht entschlossen, einen Beruf zu ergreifen". sagte er leise und sah sie dabn an. Sie atmete schwer, die Spitzen an ihrer Brust hoben und senkten sich. „Könnte es nicht fein, daß Sie eines Tages anderen Sinnes würden? Schütteln Eie nicht den Kopf." Und er versuchte ihr den Zukunfts- plan auszureden, lächelnd, während er mit einer Rose, die er aus dem Spnngbrunnenbukttt genommen. spielte, mit jenem halblauten, einschmeichelnden Ton, in welchem man Frauen überredet. Sie hörte ihm zu, halb abgewandt, den Blick gesenkt, nachdenklich und beunruhigt, während sie sich das kühle Wasser über die rechte Hand rieseln ließ. Sie hörte mehr aus seinen Worten heraus. Er schien zu fragen: ja oder nein? Es war. als widerstrebe sie, und dennoch wußte er, daß sie überwunden war und besiegt. Sie reichte ihm die Hand. Er nahm diese feine, zarte Hand und zog sie an seine Lippen. Sie sah ihn an mit einem Blick, mit dem sich Frauen hingeben. Elisabeth kam etwas vor drei Uhr. Sie sand die weiße Tür schon offen, doch Hasse war noch nicht da. Sie betrachtete diese mit Linoleum bespannten Tische mit den vielen flachen Glasschachteln, den Gl iscrn mit Aufschriften, den Gefäßen und die Tiere in den Ställen, die einen bestialischen Geruch ausströmten. Hier arbeitete er, sie drang in feine Welt ein, las die Aufschriften der langen und kurzen Glasröhren, welche mit Wattepfropfen zugestopft in den Brutofen standen, alles war weiß, sauber, hell und geordnet. Früher, als noch ihr Vetter Worth hier wirtschaftete, war ihr dieser Raum wie eine finstere Druthöhle erschienen, überall lagen Zigarrenstummel. unter dem Tisch streckte sich Worths Bernhardiner aus. jetzt hatte Hasse hier Ordnung geschaffen mit ein paar Eimern weißer Farbe und ein paar Meter Linoleum. Es war sein Geist, der hier durchdrang, scharf, klärend. Fast alle genialen und begabten Männer waren ordnungsliebend. Plötzlich ging eine Tür, und Hasse stand vor ihr, den Hut in der Hand. „Schon hier? Also die Pünktuchkeit selber?" „Ja, das ist eine unbegueme Eigenschaft von mir", sagte das Mädchen lächelnd und blieb an dem Tisch stehen. „Was haben Sie dort unter dem Arm?" „Eine neue Arbeit", sagte Hasse. „Ich arbeite zuweilen hier oben, es ist ruhiger hier als in meiner Wohnung, wo die Straßenbahn herüber- fährt." 'Meist arbeitete er nachts, weil dann die Straßen still waren. „Aber man Tarrn nicht immer nachts arbeiten, nicht wahr?" Sie setzten sich und plauderten in dem leichten Ton, den sie gestern begonnen, während sie beide wußten, daß dies nur eine Einleitung war. Zu was? Sie wußten es beide nicht. Elisabeth war eine Frau, die zuzühören verstand. Schon das ist viel wert, dachte Hasse. Sie ließ ihn einblicken in ihr Inneres, ihr Zuhause, ihr Familienleben. De, ihrem Vater zeigte sich eine beginnende Herzkrankheit, er arbeitete zu viel, schon um sieben Uhr begannen seine Vorlesungen, um acht Uhr die Operationen, die Mahlzeiten nahm er unregelmäßig und flüchtig, fer hielt keine Mittagsruhe, und nach Tisch, um neun Uhr, faß er schon wieder bei den wissenschaftlichen Arbeit- Es war ächt möglich, daß er dies aufrei1 de Leben ge aushielt. Man sagte, cc ser ehrgeizig. Sie wußte es besser, er mußte für seine Familie arbeiten. Und deshalb wollte sie etwas lernen, studieren, um, im Fall ihr Vater einmal arbeitsunfähig würde, nicht aus fremde Hilfe angewiesen zu fein. Elisabeth stand vor ihm, die Hände in die graue weiche Chinchillajacke vergraben, Tränen standen ihr in den Augen, während sie leise und erregt sprach. Es war seltsam, daß sie diesen Raum und diese Stunde dazu wählte und Hasse zu ihrem Vertrauten machte. Zu Worth würde sie niemals davon sprechen, mit keinem Menschen, nicht einmal ihrer Mutter hatte sie das alles gesagt, ihre Mutter lebte sorglos dahin, sie wich gern dem Unangenehmen aus. Hasse fühlte sich besiegü Er war hierher- gekommen mit einem zwiespältigen Gefühl. Er empfand es als Unrecht gegen feinen Chef, daß ihn Elisabeth heimlich besuchte, er hatte den Laboratoriumsdiener zur Stadt geschickt, obwohl der Mann behauptete, gerade heute aufräumen zu müssen. „Gehen Sie, gehen Sie!" hatte er gedrängt, und als ihn Goeckel auf der Treppe aufgehalten, hatte er sich losgemacht unter einem erdichteten Vorwand. Im geheimen hatte Hasse etwas anderes von dieser Stunde erhofft. Ein leiser Triumph, daß sie gekommen war. lebte in ihm. Run wurde es eine ernste Unterredung im Vertrauen. Elisabeth war im Grunde leidenschaftlich, aber ihre Erziehung war j»ine so vortreffliche. daß diese Leidenschaft die "Kruste der Erziehung nicht durchdrang. Er achtete das ihm geschenkte Vertrauen, er wollte sie dafür wie eine Heilige betrachten. Er zeigte ihr alles, erklärte. waS sie zu wissen wünschte, und nach einer Stunde gab er ihr das Geleit bis zur Tür. Sie verabschiedete sich rasch und''zog den Schleier Gesicht. Er zeigte ihr einen Ausgang, durch den nur der Diener ging, und sie benutzte den Weg durch diese Hinterpforte wie nach einem Stelldichein. In der Gesellschaft hatte man herausgefunden, daß Elisabeths Interesse sich dem ersten Assistenten ihres Vaters zuwandte, und so bekam Hasse allmählich auf jeder Gesellschaft Elisabeth als Tischdame. Jedesmal, wenn er ihr den Arm bot, wurde sie bunfefröt Er fand, daß sich mit ihr angenehm plaudern ließe. Hier war alles, was er suchte, bereits vorhanden und eingepflanzt, sie gab keine Rätsel auf, aber sie quälte ihn auch nicht, es war eine Erquickung, sie anzusehen, und eine Wohltat, mit ihr zusammen sein. 1 'iffphuna tolqt.) fabelhaft billigen Preisen An den 3 fetzten Sonntagen vor Weihnachten, dem 6. Dezember, 13. Dezember und 20. Dezember, ist mein Geschäft von mittags 12 Uhr an geöffnet 11443a Weihnachten ist nahe! Beim Einkauf von Damen-, Mädchen-«. Kinder-Konfektion besuche man das hierfür maßgebende und altrenommierte Modehaus}. Pfeffer, Gießen, Marktplatz Hier findet man die größte Auswahl, vom Feinsten bis zum Einfachsten, in nur bekannt vortreffl'chen Qualitäten zu Der Alice - Frauenverein Abi. Bienenkorb hält am 5. Dezember 1925, von nachmittags 4 Ahr an, in den Raumen des „EesellschastS-DereinS", Sonnenstraße 19, einen BtiMls-M ab. — Eintrittspreis 1 Mark, für Studenten und Kinder 50 Pfennig. Mufikal. Dardielunoen, künstlerische Tänze, humoristische Dorträge u. Tanz. Getränke und Speisen werden zu den billigsten Preisen verabfolgt. na3aD Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute: 0, alte Burschenherrlichkeit! Ein Film von goldener Jugend am herrlichen Rhein Auä deutschem Geist, aus deutschem Wesen, Ist dieses Bilde-band gewebt Aus diesen Bildern sollt Ihr lesen, Daß deutsene Poesie noch lebt. Eintrittspreise von Mk. 1.- bis ^lk. 2.40. 11447c Hch. Weimer jr. und Frau Gießen, den 3. Dezember 1925 09738 Butzbach (Bismarckstr. 8), 1. Dezember 1925 11441D Neuer statt. Die glückliche Geburt ihres zweiten Sohnes zeigen in dankbarer Freude an Wir laden unsere Mitglieder sowie Freunde hierzu host. ein. Einttitt frei. Kaufmännischer Verein Der Vorstand. jur Adendkoil empiehle ich in Womit guten Qualitäten la marin. Heringe leinene Marinade) Bratheringe NoUmöpic ftrouhirbuicn diveric sstüie. iowte iämtl. Feinkost. JJ. Sehlhof Seit 1836 &&.C Mark str 4. Tel. 11». Beiieflnngen frei baue MMeiWmr Mittwoch, den 9. Dez., abds. 8'/, Ähr. findet in unterem Vereinshaus ein VORTÜAG durch Herrn Obersteuettelretär Frees mit Rücksicht auf die bevorstehende Abgabe einer Erklärung zur Vermögens- Margrit Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Hermann Weisel und Frau Lini geb. Jordan ffnifolausbärteS von 70 Pf. an 0070^ Anfertigung von Puppenperücken Reiche Auswahl in Toilet'.e-ArliKeln Gy. Wahl, Zriseur, Neustadl 55. Achtung! Großer Posten »einer Taseläviel, per Pfd 20 Pi.. 'Jiiiife, Apfelsinen, Zitronen, alle Mcniiifc eumeti offen. Verkauf LaniS- tan fviib, Eäe 'Diarftltallc n. Brandplatz Weilmachisbäuinevee kauf ab Montan am Srlieröior wie Immer. 0!i719 Fra« Fromch Wwe., leas'sd: 19. Telephon 1051 Bestellungen frei Haus sind Schuhwaren praktische Geschenke. - Sie finden bei mir stets; größte Auswahl bester Qualitätsware bei billigsten Preisen Gießen, Marktplatz 2, neb.d. Engelapotheke 114371