Zrellag, 4. September 1925 115. Jahrgang Blatt Die Shenandoah zerstört ietcn Ove- 1 g dieser Frage ihrem ganzen gewn'ten w* (TU.) Nach Schluß hat der Vorsitzende der der Heuest. Rachr." melden, haben Industrie Sachsens infolge von heute TellltreikS eingesetzt. Es 2200 Arbeiter, in der Haupt- Wüe die ,Leipz. in der chemischen Lohnstreitigkeiten streiken ungefähr Berlin, 3. Sept. Stockholmer Konferenz deutschen Delegation an der Konferenz folgendes den Fortsetzungsausschuh Schreiben gerichtet: „Die Stockholm nicht verlassen. fache in Leipzig. Eine baldige Beilegung des Streiks erscheint nidjt ausgeschlossen, da die Der- hMchlungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft sind. wies dann die türkische Beschwerde Aurüd, wo> bei er die von der Türkei beanstand. evangelische Kirchenbund werde sich durch amtliche Vertreter an der Weltkonferenz beteiligen, wurde in anderen Kirchen weiterhin erwartet und in einer geradezu ergreifenden Weise zum Ausdruck gebracht, daß von uns in Stockholm eine Frage auf- aerollt werden müßte, die, io lange sie nicht inner zuführen. Die Entscheidung darüber muß vielmehr ßon dem (Völkerbund gefällt werden. Fro- m a g e 0 t erklärte hierzu, keine Ermächtigung zu gaben, über diesen Dorschlag namens seiner "Regierung, die allein dafür zuständig ist, einen Beschluß zu fassen oder anzunehmen. Der Berichterstatter befaßt sich sodann mit den voraussichtlichen Wirkungen des Palies auf die französisch-belgische Militärkonvention und erklärt: Der Pakt wird einerseits den Easus Föderis klarer bestimmen, als dies in der Konvention geschehen ist: andererseits aber muh der Pakt, da er zweiseitig ist, unvermeidlich zu einer wesentlichen Abänderung, wenn nicht gar zur Aufhebung vergegenwärtigen Vereinbarungen. die zwischen dem französischen und belgischen Generalstab getroffen worden find, beitragen. Gestern abend hat man die Hoffnung gehegt, daß man ein genügendes Maß von Hebcrelnftimmung bis morgen oder Samstag erreichen wird, so daß sich die Sachverständigen bis Wochenende nach Genf begeben könnten. Das deutsche Eigentum in Australien. Berlin. 3. Sept (TU.) Die australische Regierung gibt bekannt. baß sie in Aufhebung des ihr unter 2Irtifel 297 des Versailler Der- traget zu stehenden Rechtes, die Gesamtheit deutsche Delegation kann ohne sich einer ernsten Pflicht entledigt zu haben. Als in Deutschland bekannt wurde, der deutsche Der Kampf um Mossul. Der englisch.türkische (Segens«» vor dem Völkerbund. Gens, 3. Sept. (WTB.) Der DölkerbundS- rat trat heute in die Beratung der Mossulfrage ein. Der Andrang zu dieser Sitzung, in der von dem englischen und dem türkischen Vertreter die Bereitwilligkeit zu freundschaftlichen Erörterungen über die Regelung der Mossulfrage zmn Ausdruck gebracht wurde, war so stark, daft der große GlaSsaal bv« Generalsekretariat-, in dem ausnahmsweise in diesem Monat die Sitzungen des Rats abgehalten werden sollen, voll besetzt war. Die Derhandlungen stehen unter dem D 0 rsitz BriandS. An Stelle EharnberlainS vertritt der englische Äolonial- minister Amerh ber den Rqtsverhandlungen über die Mossulfrage die englischen Interessen, wahrend Ehamberlain selbst die Derhandlun- gen alS Beobachter verfolgt. Der türkische Außenminister Ruphdi Bey erhebt vor Eintritt in die eigentlichen Derhandlungen Einspruch gegen die Fortsetzung vereng- lischen Truppenbewegungen an der sogenannten Brüsseler Linie im Mossulgebiet, die entsprechend den Bestimmungen deS DölkerbundS- rats in seiner außerordentlichen Tagung im März 1924 in Brüssel von beiden Mächten nicht verletzt werden sollten. Ruphdi Bey verlangt, daß der Rat Maßnahmen ergreifen soll, durch die jede militärische Operation der Land-, See- und Luftstreitkräfte an der Brüsseler Linie eingestellt werden müßte. Amery Beobachtungen heranziehen. Der Leiter des Amtes I für das Marinelustschifswesen. Konteradmiral Mos- fet. weist darauf hin. daß die Marine weiter bemüht sein werde, eine Luftschifs-Flotte zu schaffen. Das zerstörte Luftschiff sei i n s e in e r K 0 n st ru k- kion durchaus zuverlässig gewesen. Bei seinen zahlreichen Flügen habe sich das Luftschiff als gut erwiesen. Auch der Erbauer des Luftschiffes vertritt die Auffasiung, daß das Unglück nicht auf einen Konstruktionsfehler. zurückzuführen fei. Die Führung der „Shenandoah" habe während der Fahrt I ebenfalls keine Fehler begangen. vr. Eckener über die mutmaßlichen Ursachen des Unglücks. Berlin. 4. Sept. Dr. Eckener äußerte sich einem Mitarbeiter des .Berliner Lokcttanzei- gers" gegenüber eingehend über die mutmaßliche Ursache der amerikanischen Luftschiff- katastrophe. Dr. Eckener betonte zunächst, daß cs unmöglich fei, sich auf Grund der bisher vorliegenden lückenhaften Rachrichten ein .Urteil über den Verlauf der Unglücksfahrt zu bllden. I Es erscheint mir aber nicht wahrscheinlich, daß die .Shenandoah" in der Luft entzwei gebrochen fein soll. Ein derartiger Fall ist erst ein einzigeSmal in der Geschichte der Luftfahrt zu verzeichnen, und zwar bei dem englischen _R 33". dem im August 1921 während einer Sturmfahrt über Hüll das Achtertell ab- brach Damals wurde aber festgestellt, daß die Konstruktion für die Geschwindigkeit des Schiffes zu schwach war Dieser Fehler lag bei der .Shenandoah" bestimmt nicht vor. 3bre I .Konstruktion war im Gegenteil ausgezeich- n c t Ich möchte daher annehmen, daß das Schiff beim Landen von einer t> c r t i - fal en Böe erfaßt und auf den Boden geschmettert worden ist. Dabei ist es wahrscheinlich in zwei Teile zerbrochen, die dann noch einmal kurz hochgerissen wurden. Dr. E-ckener führte weiter aus. daß die .Shenandoah" schon einen Unfall hinter sich habe, bei dem sie ihre Lufttüchtigkeit selbst bei schwerstem Wetter bewiesen habe: ihre Sturm- fahrt nach dem Losreißen vom Ankermast. Seit jener Zeit aber feien ihre damals noch etwas schwachen wtabllisierungsflächen verstärkt worden. Dr. Eckener wies dann noch daraufhin, daß inan das verunglückte Luftschiff nicht alsSchwe- sterfchiff deS Z. R. 3 (Los Angelos) bezeichnen könne. Das Schiff, das in Amerika erbaut sei. sei um 3000 Kubikmeter kleiner als das deutsche und mit fünf amerikanischen Motoren ausgerüstet, während Z. R. 3 fünf Maybachmotoren habe Dr. Eckener gab seinem lebhaften Bedauern über das Unglück Ausdruck. Gerade die Besatzung dieses Luftschiffes habe des öfteren Proben ihres Wagemuts und ihrer Geschicklichkeit abgelegt, so erst vor kurzem bei der Ueberquerung deS amerikanischen Kontinents, .vom Atlantischen zum Großen Ozean. Dr. Eckener hatte die Rach- richt von dem Unfall der „Shenandoah" bereits im Lause des Rachmittags erhalten und alsbald das folgende Telegramm an den amerikanischen Staatssekretär Wilbur gesandt: ..Ties bewegt durch die Rachrichten über den Unfall der ..Shenandoah" drücke ich Ihnen und der amerikanischen Marine meine herzlich st e Teilnahme aus." des Eigentums, der Rechte und der Interessen deutscher Staatsangehöriger im Gebiete der australischen Dominions zurückbehal- ten und liquidieren werde, sofern die betreffenden Deutschen ihren Wohnsitz außerhalb Australiens haben. Der Standpunkt der britischen Regierung, solchen Personen, die in bedrängter Lage sind. Geldbeträge zurückzuerstatten, ist von der australischen Regie rung nicht angenommen worden. Die Reu - seeländische Regierung hat in beschränktem Umfange eine Freiga be des deutschen Eigentums zugelassen. Sie stehl auf dem Standpunkt, daß sie eine Freigabe der in Samoa beschlagnahmten deutschen Vermögens- werte nicht aussprechen kann, da die Reuseeländische Regierung dem Dölkerbund Ab»' rechnung für Samoa geben müsse. Die Stockholmer Delegierten zur striegsfchuldftäge. rationell zwar zugab. aber jede Derletzung der Brüsseler Linie unter genauer Darlegung der örtlichen Derhältnisse zurückwieS. Auf Grund des neuerlichen Berichts des englischen Generalkommissars im Irak könne er mitteilen daß in der letzten Zeit zwei türkische Posten die Brüsseler Linie tatsächlich verletzt hätten Die Türkei hätte außerdem nachweisbar verschiedene Versuche zur Beunruhigung der Bevölkerung unternommen. ES liege jedoch der englischen Regierung scru, eine für die Derhandlungen ungünstige Atmosphäre zu schassen, weShalb er feierlich erkläre, daß die englische Regierung keinerlei Operationen zur Gefährdung der Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten unternommen habe. Auch die von der Türkei erwähnten Operationen von Flugzeugen stellen in keiner Weise eine Derletzung dieser internationalen Konvention dar. England wolle nicht durch willkürliche Maßnahmen einen Einfluß auf die Entscheidung deS Rats erlangen, der englischen Regierung liege alles daran, in der Mossulfrage zu einer freundschaftlichen Regelung mit der Türkei zu gelangen. Der türkische Außenminister betonte demgegenüber nochmals den türkischen Standpunkt, daß vor dem Eintritt In die eigentlichen Derhandlungen Maßnahmen zur Sicherung der Brüsseler Linie notwendig seien. Unter diesem Vorbehalt sei er jedoch damit einverstanden, daß die sreundschastllchen Beratungen der Mossulfrage selbst sofort aufgenommen werde. Don türkischer Sette seien die vorn DöllerbundSrat vorgeschlagenen Maßnahmen genau beobachtet worden. Die türkische Regierung werde jede Anregung zur Wiederherstellung und Auf recht erhaltung von Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten mit dem größten Wohlwollen aufnehmen und prüfen. Der englische Kolonialminister Amery verlas hierauf eine ausführliche Darlegung deS englischen Standpunktes, daß das Mossulgebiet (ungeteilt bleiben müsse. Es müsse entsprechend der vorläufig vom DölkerbundSrat festgesetzten Grenzlinie endgültig zum Irak geschlagen werden. Amery wandte sich dagegen. daß die innere Lage des Irak nicht genügend gefestigt sei und. wie dieMofsulkommissivn [ es verlange. der Irak noch 25 Jahre unter dem Mandat des Völkerbundes bleiben müsse. Er müsse dieser Auffassung sowohl im Namen der englischen Negierung als im Namen der Negierung von Irak widersprechen. Amery vermied ec-, auf die entsprechende Frage, ob Eng- land bereif sei, das Mandat über Irak für weitere 25 Jahre beizubehalten, eine positive Antwort zu geben. England werde alles tun, damit der Irak, sobald nach Ansicht des Völkerbundes feine innere Stabilität gesichert fei, als Mitglied in den Völkerbund ausgenommen werde. Amery erinnerte ferner an den neuesten Beschluß des Varlamentc- von Irak, nach Ablauf der gegenwärtigen vierjährigen Dertragsperiode das Bündnis zwischen Irak und England zu erneuern. Cs sei von größter Wichtigkeit, daß der lat noch in dieser Session eine Entscheidung in der Mossulfrage treffe. England werde jede Entscheidung br_- Nates loyal annehmen und ausführen. Eine rasche Entscheidung werde die innere Stabilität und die dauernde Sicherheit im Irak in nützlicher Weife fördern und damit zur Beruhigung des ganzen Orients beitragen Der türkische Außenminister Tewsik Ley er- I örterte dann die wirtschaftlichen Gründe, die fett I langem die inneren Zusammenhänge zwischen der Türkei und dem Mostulgediet befestigt haben. Wer I alle diese Gründe müßten den Erwägungen polt- scher Natur untergeordnet werden. Moffut in der Hand Englands wäre eine Bedrohung der Sicherheit der Türkei und hätte zugleich nachteilige wirtschaftliche Folgen für den ganzen Orient. halb der gesamten Christenheit geklärt ist, auf unserer Seele lastet und eine ökumenische Husam- menarbcit unsäglich erschwert: Die Frage nach der Schuld am Ausbruch des We11krie- g e s. Die Notwendigkeit einer rückhaltlosen, allgemeinen Äläruma dieser Frage empfinden auch wir in ihrem ganzen gewissen Ernst. Sie ist uns, wie unserem Kirchenvolke, eine Frage vor allem der Wahrheit und vie Londoner Zuristenkonferenz London, 4. Sept. (WTB. Funttprmh.) -Lünes" berichtet, die alliierten und der deutsche Außenminister werden sich zur Erwägung de» geplanten SicherheitSpakteS in der zweiten Hälfte de» September in der Schweiz ober in Rorditalieu treffen. UUa totro in bet Wahl deS KonferenzorteS Mussolini entgegenkommen, ber angesichts leinet dielen Verpflichtungen sich nicht weit unb nut für ganz kurze Zeit von Rom entfernen kann. Die Ergebnisse ber Juristen- konferenz werden bei ber Zusammenkunft der Minister dorgelegt werden. Man erwartet, daß die Juristen ihre Hauptarbeit heute dollen- bet haben werden, aber eS sei möglich, daß fte ihren Aufenthalt über daS Wochenende hinaus ausdehnen werden, um noch die rechtlichen Setten gewisser politischer Fragen zu erörtern. Außer ihren täglichen Zusammenkünsten im Foreign Office haben die Sachverständigen auch private Besprechungen von großer Wichtigkeit gehabt. DaS Hauptergebnis aller Verhandlungen ist, daß die deutsche Regierung nunmehr in den Besitz aller Informationen über d ie Haltung der Alliierten in der Frage de« geplanten SicherheitSpakteS kommt. ES ist nicht erwartet worden, daß volle Uebereinstimmung über alle Punkte erzielt werden würde, aber die Besprechungen haben dazu beigetragen, die Fragen auf wenige wesentliche Punkte zu beschränken, die jetzt mit absoluter juristischer Prä- zision formuliert worben sind. 1'^"^«I, Mfe JQr Ni 0 e,^n o(5 d°7L°"^ DZ di nicht 9 kann. 'n 5tnÖ ff’’ "* mrb «4 *09 von neuem mL? L» viel yj [«.' t« n?ten 001,1 * Seholi hk, Äh r?ben C » nicht zu spot.' - 'S folgt) rgevung. 1926 vergeben den- nmgsgegenstanoe täS erter W " 25OO kg Schwemesleisch. 2000 kg Sanbkast u' 0 2500 kg Bohner wt mS a25CO S 18. 5000 Kg tQQOOkg 21.20000 ******* C^"ver(chw^ W [h vom 161 yn hyt ubnfj uw w. kW ! Wchrift oorgeAPsenMS 8# ältlich $ vuaust . Annahme von Nnzeiae» für die lagesnummer bis ZUM Nackmcttag vorher ohne jedeDerbmdlichbett. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlid)8. auswärts 10 ®ol6p!°LL ussagl,- L? Ä 2* **, "Ä ibant|djeine über » Deutsch« Nenimbonk lang 'September ob neue 10 Rentenmark mit dem 192.5 ausgegtben merben. an bi« Stell« btr bi^r schein« über 10 3Utdu. 23; bie noch umlauienir halten aber bis aus y. er-Tag wirb ui ouä, rang in ber Mhalk • rf" bebanbeü ben bt- ion Don Zauroggtn, wo 'litt jwfätn btr -sticht egen sein Sott chvn- uni :r über ben taubem*« ber Sefttümg em'enet. tie Tietzener Herme ech nach iem W Hauptrolle bes Stück«; 1 a Gießener Stabtitjeater. e gestiegen sind, «r- [rössenMung der tzessi« ii« Lm-esstatistik, in be dungsgegenstänbe mitge larmßabf, Sieben uub unö Zebruar bis 3uTi Ein Herrenanzug aus 3uli 1914 in Lamstodt in Dorms 30 'M ; da» Februar bis Juli 1925 n Gießen 42 ®L, « einen Schul« tag sprechend: !6ch0.1^ 30, 25, 27,50 'M « Urner Zrauench«wA । in Gießen 3,75 tö m Damstadt 6Ä« 2J, TW L; ernt to i’1#* Si’Sä» in DamM 1 'M, in Dows n 4,50 u tti “?Os Ä m ™ *! 5u*«£Sp gtW 3m . ZüchElb?^ Davon N' M 'i^Qiteraturgf Triften o4, Land« a Drainen n 81. ^"'3 Heer- l 1V' 4.ar. Port,. . . 19,72 10.76 19.68 19.72 SLwri; . 41.05 *1,25 '1,05 Sl.ti Spanien . 50.93 60,07 59,95 60.11 Jovan ■ • Rio de Ian 1,695 1.696 .69S 1.702 ) 64S '.550 ' 56.5 9.5% Wien tn T.. £ eft. abflfft 59,21 59,35 .»,18 69.32 Prag .... 12.432 11,47? 12.43 ■ 2.47 Belgrad . . 7.477 1.494 7,477 7.494 Dndaoest • • Bubonen 3.895 3.03 5,915 8.04 ,,895 3,055 ».915 ■.045 V'fTabon 20 975 21,025 .'t,0 1.075 Danjia - 80.75 80.9> so.rt '0.92 Qonitanrin. 3.45 ?,46 2.4" 2.505 Athen. . 6 34 6.36 1.U4 S.36 Bersin. 3 Vevtbr. chesd | Briet SUnrrttanitche Sloten ..... 1.196 4.21V 18,75 Belaitchc Noten ....... 18,6.'. Töntlttif ‘i?oten........ 103.<1 103. Snyltschc Roten........ Fraruofifche Note»...... .'0.828 19.97 .0,42* 20 07 Holländitchc Noten..... 168,5.1 169.37 ^ralttntftbt Noten...... 16,96 17,04 Norweattche Noten...... Dentsch-Oefterr., i 100 »tonen 86,15 59.03 86,59 69,33 Rmnänifche Note»...... — — Schwedische Note»...... 112,10 113,66 Schwerer Noten....... «0,9.5 81,15 Svanifche Roten....... Tfchechonowattfche Note» . . 59,75 12.39 60.05 12.45 Unoaritoe Noten....... 5,843 5.8S2 Frankfurter Adenddörfe. Frankfurt, 2. Sept. Die Abendbörse ver* lehrte in recht fester Haltung. Infolge neuer Käufe, die vornehmlich auf rheinische Rechnung gingen, nahm die Umsatztätigkeit grötzeren Umfang an; auch Publikumskäuse förderten die Höherbewegung, die sich auf fast alle Märkte erstreckte. Auch deutsche Anleihen tendierten nach oben. Die Abendbörse schlotz in etwas leichterer Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Kriegsanleihen 0,280, Schutzgebietsanleihen 5,800. Ausländische Renten: Zolltürken 7,25, Bagdad II 7. Bankaktien: Commerzbank 97, Darmstadter Bank 113, Deutfche Bank 114.25. Diskonto- gesellfchaft 106.4". Dresdner Bank 101,50, Mitteldeutsche Kreditbank 93,50, Reichsbank 129.62, Oesterreichliche Kreditaktien 7,20. Monlanaktien: Buderus 55. Ilsc Bergbau 1«-'. Mannesmann 74.75. Rheinische Braunkohlen 132. Rheinstahl 67, Kali Aschersleben 132.5 Kali Westeregeln 148. Chemische Aknen: Badische Anilin 129. Scheideanstalt 101. Höchster Farben 124,12, Holzverkohlung 66,50, Chemische Rhenania 51. Schtssahrwaktien Nordd Xflnnb 64H0. Industneaktien Adlerwerke Kleyer 54,50, AEG. 100,5". Aichasfenburger Zellstoff 67,50, 3nag 0,43. Karstadt 88. Neckarsulmer 73. Neckar- werke Stammaktien 70,75. Lahmeyer 78,75. Julius Sichel 105. Schlickert 66. Ber. Ehern. Industrie Franktun 6". Zellstoss Daldhos 10,25. Badischer Zucker 6". Frankenthal zucker 68 Osffteinzucker 60, Stuttgartzucker 65. Dörseakurse 129 66 10,2 >8 f9 61 63,5 40 54 1Ä 0.L' 123.25 124 12 66,5 715 101 100,5 79 75 123,9 123,5 63.5 64.5 38.25 53.5 66 110 128 25 68 39 10 10,85 63.81 64.25 63,25 11t 129.25 0.815 100,25 66 40 12,25 10.4 62 58 100 76 67 I «4 ! -8 123.75 121.25 •’S 63 0,815 100,25 10.5 10.25 65 •>0 66.12 85,4 54 46,75 66 38,5 16 84.75 54,71 46,75 69,25 65 । 100.5 123.9 124.12 67,9 ;n 100 I 99.9 76 74 65.25 * 54.0 50.5 30 39 74 66 86 54,5 51.5 30 38 Hamduro-Amkrila Paket. . . s Norddeutscher Llovd ... I Cderamische Werte Albin . . I Zementwerk Heidelberg . . I Bbilivv Hostmann......| Analo Cont -Kuano . . ».. dadiicke Anilin........ Cliemilche Mayer Ätatrht . . Goldschmidt......... l^rleS eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... voUverkoblung ........ NülgerSwerke......... Lcheideanstalt ........ Allg. Elektrstität- Gesellschoft Bergmann........... Mamkrastwerke........ Schucken............ Siemen» k HalLke ...... Hbfemerfe tkleyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyliaenftaedt......... Meauin............. Motorenwerke Mannbetm . frankfurter Armaturen . . . tkonserveniobrik Braun . . . Metallgeselllchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G.. ...... Schublabrik Her;...... Sichel.............. Zellstoff waldbof...... .-tucter'abrik Frankenthal . . .Zuckerfabrik Waghäusel . . . Sronffnrt a M Brrlm Schluß Aur» aMunx. tltxnt», o6tI« Schi»». Abt» b6ri« Tattnn: 8.9. | 3.9. 2.9. j 3.9. , 2vurid)t ReichLanleide . 0 270 O.ttO 0 24 * 0.2875 V - Teutfche NeiLSanIeide . —- — 0.225 0,355 31, . leutlche Re,ch»anletde 0 330 0.340 0,3275 0,3'. ,r . Tentfche Netch»anleil'c . u.600 0.560 0.57 0,3i Demiche Sparpraimenantethe 0.190 u.175 0.16 0.17 4". «reußllche Äonfol« . . ■ 0.33 0.30 0.32 0.342 i 4% Hesien........... • —■ 0.34 ■— Heften.......... 3% Heften .... ...... Teusiche Send. Dollar-Anl. D.28 — 0,32 0.2X 0,3 0.3 Kl>,8 -9,8 91,75 91.75 bto. IolL-S- ist zur Alleinvertreiung der Gesellschaft befugt. Gietzen, den 27. August 192?. 8273c Hessisches Amtsgericht Hditungkandwirte! 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Es gibt ein deutsches Grenzlond, dessen Bcool* kerung sich, ganz auf sich selbst gestellt, im Jahre 1919 in seinem Frechetlskamps gegen den slawischen Nachbar, der seinen Heimatboden zu zerstören drohte, wehrte Dies Land ist Kärnten, die Heimat der Schar junger Manner und Frauen, die unter Führung von Pros. Pertonig. dem be- konnten deutsch-österreichischen Dichter, vom 11. bis 13. September in unseren Mauern weilen wird. 3m Südosten unseres deutschen Dolksbodens »wischen Tirol und die Steiermark eingebettet, liegt dos stille, schöne Land des Draytate, der Karawanken und des Wörthersees mit seiner Hauptstadt Klagenfurt. Es wurde gleich nach dem Zusammen- bruch oon der siidslawischen Soldateska über» schwemmt Ganz Sudkärnten mit Klagenfurt und Dillach sollten dem Königreich Jugoslawien ein» oerletdt werden. Aber Kärnten lehre sich für die Einheit des Kärntnerlondes zur Wehr. Die während des Umsturzes geschaffene provisorische Lon- desregterung organisierte planmäßig den Wider- stand. Schon im November und Dezember 1918 trat man dem serbischen Eindringling mit der Waffe in der Hand entgegen. Der Derteidigungskamps wurde erfolgreich geführt, fo daß im Fruhiahr 1919 eine in Wien weilende omcrikonische etu- dienkommisfion eingriff. Sie erstattete einen für die Kärntner günstigen Bericht noch Poris, der den Gang der Verhandlungen maßgeblich bestimmte, obwohl Jugoslawen und Franzosen dort gegen die Angelsachsen gemeinsame Sache machten. Inzwi schen waren die Kärntner auch literarisch nicht müßig gewesen.: sie hotten mustergültige wissen- schosUiche Vorarbeit zur Begründung des deutschen Standpunktes geliefert. Es gelang ihnen fo, auch in der Auslandpresje allmählich ein gewisses Gehör S gewinnen. — Die Südslawen schritten zu neuen ewaUmaßnahmen, als ihre Forderungen in Paris auf Widerstand stießen, indem sie am 29. April den Waffenstillstand ohne Kündigung brachen. Mit gutem Erfolg ward auch diesmal wieder militärisch abgewehrt. Nun ward auch die österreichische Abordnung mit zwei Kärntner Vertretern nach Paris beschieden. Dos Ergebnis war. daß Wilson eine Volksabstimmung durchsetzte. Da brach der dritte mililarische Angriff der Jugoslawen los. durch den das vertragsmäßig von dem Heimatschutz geräumte Klagenfurt vom Feinde besetzt und die für Kärnten ungünstige Bestimmung der Abstimmung in zwei Zonen durchgefetzt wurde. Die südliche (erste) Zone blieb bis zur Abstimmung unter jugoslawischer Besetzung. — Nun setzte die Arbeit der Vorberci hing auf bte Abstimmung ein. „Heimlich bei Nacht und Nebel, vielfach in entlegener Wildnis, mußten die örtlichen Heimatröte gegründet werden, die das Ney der Stimmwerbung bildeten und unter schwerstem feindlichen Terror zu leiden hatten." Das tief gewurzelte Heimatgefuhl der Kärntner und nicht zuletzt der Ausblick auf die großdeutsche Zukunft hoben e» geschafft. Daß die flämtner Deutschen trotz des Zusammenbruchs der deutschen Staatenwelt die Entschlußkraft gefunden haben, gegen die Jugoslawen zur Selbsthilfe zu greifen, dos ist eine Tat, die ihnen auf alle Zukunft in deutschen Landen unvergessen sein soll.-- Wenn nun in diesen Tagen der Kärntner Dichter Perkonig mit seiner Schar nach Gießen kommt, um den Gedanken vorn großen, einigen Dolkdeutschlond von den Grenzen her in unsere Herzen zu tragen, so ist es Ehrenpflicht, dem Rufe unserer lieben Gäste zu folgen. Sie werden am Samstag, 12. September, abends 8 Uhr. im Katholischen Vercinshaus eine Vorstellung geben, deren Ertrag für die Schulen einer im schweren Kampfe gegen fregdes Volkstum flehenden deutschen Dauerngemeinschast bestimmt ist. In der prachtvollen österreichischen Volkskunst ist uns Deutschen ein hohes Gut erhalten, das im Reich zumeist verschüttet ist. Wer wissen will, was deutsche Volkheit und deutsche Heimat im Südosten ist, der komme zu den Kärntnern. Dazu fordert auf die Ortsgruppe Gießen des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Die Reichsbahn. Die vielfachen Angrifte, die neuerdings gegen die Torifpolitik der Reichsbahn sowie gegen ihre allgemeine Finanzgebarung gerichtet worden sind, Sonnenblume. Der Sommer wandte sich und aing. Er ging mit stillen, müden Schritten, wie ein Arbeitsmann, der von seinem Tagewerk heimkehrt, das vom frühen Morgen an schwer und voller Mühe gewesen ist. Die Aehren standen schon in runden Garben, und die Heide am Wegrande, über die sein Fuß strich, war ganz mit schwingenden Glocken behängt. Die läuteten für sich hin, wenn er sie rührte, und hatten keinen Arg, als wäre es Mittagswind, der unter ihnen am Feldrain zur Ruhe ging. Heber dorniger Hecke, aus der Schlehen wie blaue Steine flammten, flockten gelbe Hopfentrauben in lichten Wolken, wiegten sich um Baume, die von roien Dolden bunt und leuchtend waren, so bunt und rot, als schienen warme Lichter in den lag, um den in Tälern schon die Nebel spannen. Da nahm der Sommer Urlaub von den Blumen und von der Heide, von Schlehen und ollen bunten Früchten, die schwer und fonnenmübe geworden waren. Er sah von der Höhe her über das Land, bas in flammendem Goldc lag, und segnete es mit ber Fülle aller Gnade und Schönheit, die ihm gegeben war. Pi*. Felder sahea ihn. die in blauen Schleiern lagen: er trug einen grünen Mantel und auf dem bräunlichen Haupt eine Krone, hell und mächtig wie von Connenglanz. Die Blumen sahen ihn und neigten ihre Kelche, die bunten Winden und die Glocken, in denen in den Nächten goldene Käfer wohnen. Er trug einen grünen Mantel und eine Sonnen- frone, und er war sehr schön in jenen Tagen, als er von feinen Höhen stieg. 3.0. S. Das Olympia des Segelflugs. Von Rudolf Heynemann. Dor wenigen Jahren noch außerhalb der Well — heute das Olympia des Segelflugs. Heiligtum der deutschen Fliegerei, die dort das Andenken ihrer Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhegen- s^eilag, t. September (925 haben den Generaldirektor O e f e r zu einer Flucht in die Oeffentlrchfeit veranlaßt. Es ist nicht uninteressant. daß Herr Oescr sich zu- nächst gegen die Sozialdemokratie wendet, die vor Jahr und Tag sich mit aller Energie für den Dowesplan. also auch für die Verpfändung der Reichsbahn einfetzte. Heute aber verlangt sie von der Verwaltung, daß die Löhne der Eilen- bahner ohne Rücksichi auf die finanziellen Verpflichtungen der Reichsbahn beträchtlich erhöht werden. Gerade die sozialistische Presie Hai sich viel Unfug mit den monatlichen Beiriebsüberlchussen der Reichsbahn geleistet, die mit 900 Millionen Mark im Jahre ausreichen sollen, jebe Lohnforderung zu bewilligen. Es ist nicht schwer für den Generaldirektor, diese Betriebsüberschüsie auf das zurückzuführen. was sie tatsächlich sind. Sie sind keine Reineinnahme, nur die Spanne zwischen Ausgaben und Einnahmen. Und diese Spanne, die zahlenmäßig monatlich rund siebzig Millionen Mark ausmacht, ist belaste, mit den finanziellen Verpflichtungen aus dem Dawesplan. Auch Herr Oeser kann nicht bestreiten, daß die Reichsbahn Rücklagen macht, um gegen Son- funkturschwankungen gesichert zu fein. Darüber hinaus fall aber auch Vorsorge getroffen werden, die Millionen anzusammeln. die für die (Erneuerung des rollenden Materials sowie für die Wiederherstellung des Oberbaues notwendig find. Darum glaubt die Reichsbahn die Tarife h o ch h a l t e n zu müssen, ohne Rücksicht darauf, ob diese Tarifpolitik die deutsche Wirtschaft ü b e r la ft e t. Es ist das nicht unbedingt als die kaufmännische Betriebsführung anzusprechen, die der Dawesplan der Reichsbahn vorschreibt. Die kaufmännische Betriebsführung besteht nicht darin, daß die Tarife unverhältnismäßig hoch geholten werden, ionbern in ber sachkundigen, den Wirtschafts Verhältnissen angepaßten Ausnutzung der gesamten Betriebs- an läge. Und daran 'cheint es offenbar ,zb fehlen. Aut dem Gebiet, das uns der Verlailler Vertrag gelassen hat. sind von den deutschen Eisen- bahnen im Jahre 1913 rund vier Milliarden Tonnen im Monatsdurchschnitt befördert worden. Im Jahre 1913 beträgt ber Monatsdurchschnitt nur drei Milliarden Tonnen. Während aber 1913 die Einnahmen für ,e einen Tarifkilometer 3,6 Pf ausmachte, stieg diese Einnahme 1925 auf 5,3 Ps. Die Gesamteinnahmen aus dem Güterverkehr betrugen 1913 auf allen deutschen Eisenbahnen 2,4 Milliarden Mark, also ebensoviel wie die Gesamt- betriebsau*gaben, so daß die Einnahmen aus dem Personenverkehr mit über einer Milliarde Mark als Betriebsüberschuß angesprochen werden konnten. Dabei leistet die Reichsbahn heute im Verhältnis mehr Tonnenkilometer als 1913, was sich nur so erklären läßt, daß es an einer rationellen Betriebsführung fehlt, einer Betriebs- führung, die Leerläufe auf ein Mindestmaß herab- druckt. Wie sich aus den Ausführungen Defers entnehmen läßt, denkt die Reichsbahn nicht daran, ihre Tarifpolitik zu ändern. Sie hält die Tarife so hoch, um die Verluste ber Jnslationsjahre zu überwinden, sowie um Rücklagen zu Ichafien, die für die Erneuerung des rollenden Materials und des Oberbaues bestimmt sind. Das ist gerade das, was der Wirtschaft heute als Fehler, ja als Verbrechen angerechnet wird. Die Reichsbank hat die Kreditschraube deshalb so scharf angezogen, um im Rohmen eines bestimmten Notenumlaufs die Wirt- schäft zu zwingen, zunächst die Preise herab- z u s e tz e n , um bann auf biefer Grundlage b i e Erzeugung zu fteioern Dtefe Rechnung geht nicht auf. wenn die Reichsbahn, die bod) mit zu den bewegenden Elementen der Wirt|choft gehört, bie Preise für ihre Leistungen unverhältnismäßig hoch halt. Die Tarife der Eisenbahn bilden nun einmal einen mehr oder weniger erheblichen Teil de: Produktionskosten. Da» h•-i• i die e>zwange ne cenfung der Preise, wenn die Reichsbahn die Wirtschaft durch hohe Tarife daran hindert, die Preissenkung auszimupen Als Deutsch-Oesterreich den Polen ermäßigte Sohlentarife nach Italien gewahrte, ist es der Reichsbahn nicht eingefallen, ihre Tarife so zu senken, daß wir deutsche Sohle noch wohlfeiler als die Polen auf den italienischen Markt werfen konnten. Was die Hauptsache ist: Warum will die Reichsbahn schon heute mit Rücklagen ihrer Setriebsüberlchuhc beginnen, obschon es angesicht.- der äußerst gespannten Lago der deutschen Wirtschaft zweckmäßiger wäre, so viel Auftrage hinauszugeben, als die Einnahmen ber Reichsbahn zulassen. Wenn die Reichsbahn zu einer wirklich kaufmännischen Betriebsführung übergehen will, so kann dieser nur bann bestehen, die Wirtschaft. von der die Reichsbahn doch lebt, an- kurbeln zu helfen. Das steigert die Einnahmen der Reichsbahn, das macht es bei rationeller Ausnutzung des Wagenparkes möglich. die Tarife zu senken, ohne daß Verluste entstehen. Wenn die Wirtschaft so über bie Krise hinwegkommt, Hal die Reichsbahn die unbedingte Sicherheit, ihre Der- pflichtungen jederzeit ju erfüllen. Verschärft sich die Krise, was der ,zall sein muß, sofern die Reichsbahn trotz der Maßnahmen zur Preissenkung bei ihrer Tarifpolitik verharrt, so werden ihr schließlich auch die Rücklagen nicht viel helfen. Sie konnten dann sogar sehr problematischer Natur werden. ------ j Turnen, Sport und Spiel. Die diesjährigen Rhönfieger. (Don unserem Flugsonberberichterftatter Hauptmann a. D. Schreiber.) Fliegerlager Wasserkuppe, 1. Sept. Heule mittag fand, wie schon kurz gemeldet, die Preisverteilung für den 6. R h ö n - Segelflug-Hauptwettbewerb unter Vorsitz be8 Prinzen Heinrich von Preußen statt. Sie bildete den Abschluß der diesjährigen Veranstaltung. 3n den ..Großen Rhön-Segelflug- preis 1 9 25" teilten sich nach der Anzahl ihrer erreichten Punkte! Meister Wartens auf „Moritz" (2035,1 Punkte) 2416.20 Goldmark, Espenlaub auf „Espenlaub 5" (1674,5 P.) 1635,80 Gm. und R c h rin g - Darmstadt auf „Konsul" 1274,8 P.) 948 Gm. — Martens erhielt außerdem den Ehrenpreis des Landeshauptmanns in Nassau für die beste Leistung in der Konkurrenz dieses Preises. Der erste Preis für die längste Flugdauer auf einem Fluge fiel an Hesselbach, dem Führer der „Margarete", für seinen Dauerflug von 3 Stunden 5 Minuten 55 Sekunden in Höh« von 1457,30 Gm., 3ungmeifter auf „Transkaukasier" des Sporlrates der Gesellschaft der Freunde der russischen Luftflotte mit 1 Stunde 45 Minuten 16 Sekunden 825,40 Gm., und Jlakowtschuk auf „Kpir" mit 1 Stunde 31 Minuten 30 Sekunden 717,30 Gm. folgten. Auch den ersten und dritten Preis für die größte Flughöhe konnten die eifrigen Darmstadter auf ihr Konto buchen. 07 eo r in g heimste für seinen Flug auf dem „Konsul" mit 310 Meter Höhe über Stadt 696,20 Gm. und Hesselbach auf dem Zweisitzer „Margarete" mit Fluggast 300 Meter über der Abflugsstelle 651,90 Gm. ein. Den zweiten Prets errang Martens auf „Moritz" mit 300 Meter über Start 651,90 Gm. Den Preis für den größten Fernsegelflug, Gesamtpreissumme 3000 Gm.. trug ebenfalls Veh ring auf dem „Konsul" für die Strecke von 21 Kilometer davon. Dieser Flug brachte ihm auch den Ehrenpreis der Frau von Loeßl ein. Espenlaub wurde mit dem Führerpreis in Höhe von 500 Dm. für die höchste Gesamtleistung eine- 3ung- fliegers im Haupt-Wettbewerb ausgezeichnet. Dem Flugzeug „Margarete" der Akademischen Fliegertruppe Sarmftabt wurde für die größte Gesamtflugdauer mit Fluggast von 235 Minuten 19 Sekunden unter Hesselbach der „Preußen-Preis" (1000 Gm.) zuerkannt und für die größte Zlugdauer auf einem Fluge mit Gefallenen ehrt. So steht unter dem mächtigen Adler über schweren Basaltblöcken: „Wir toten Flieger Blieben Sieger Durch uns allein. Volk. Flieg du wieder Und du wirst Sieger Durch dich allein!^ „Einst — das sind drei Jahre — stand auf dem dürren Hutenbuckel von tausend Meter Höhe eine kleine Baude, dem rüstigen Wanderer, der allein dorchin kam, bescheidene Labe zu bieten. Heute stehen am Bahnhof Gersfeld, Endstelle der von Fulda abzweigenden Bahn, lange Rechen schmucker gelber Postautos, die bis zur Höhe fahren, mitten hinein in die feste Stadt, bie oben in die Welt schaut: in das Fliegerlager! Die feste Gebäubeanlage der Fliegerschule des berühmtesten Segelfliegers Martens wetteifert, soweit die nichttechnischen Zwecken dienenden Räume in Betracht kommen, mit dem elegantesten Berg- Hotel, ausgestatlet mit Bad und Schreibzimmern, oalon, Rundfunk in allen Schülerzimmern, und selbst die Schneeschuhe fehlen nicht, in Stutzen wie Gewehre in den Kasernen! Und die alte Baude ist zu einem Riejenrestau- rant geworden durch ihren in diesem Frühjahr an- gebauten Saal. Selbst jetzt ist an Großtagen nicht Platz genug darin, obwohl das Fliegerlager eine Lagerschränke hat, groß und praktisch wie eine Ba- toillonskantine auf dem Truppenübungsplatz. Auch ein „besseres" Gasthaus wurde eingebaut mit Cafe dabei. Ein zweites „Berghotel" ist bas Verwal- tungsgebäude. in dem Graf Pfenburg und Major a. D. von ß in fingen herrschen. Alle Barocken sind voller Maschinen. Neben den „alten Kanonen", der „Blauen Maus", ber schönen „Margarethe" und dem tüchtigen „Consul" machen sich funkelnagelneue ..Systeme breit. Zur Fürther Halle und der festen Zollinger Halle ist neuerdings das Blockhaus der „Rhön-Rositten-Gefellscha'i" getreten. Die alten Felbpiloten, bie Segelflieger Fluggast 3 Stunden 5 Minuten 55 Sekunden weitere 1000 Gm. Wie tm vorigen Jahr, so kamen auch diesmal wieder verschiedene Preise leider nicht zur Verteilung, so z. D. die hohen Geldpreise für motorlose Flugzeuge mit Start ohne fremde Hilfe. Olur dem Stuttgarter Kull wurde für ferne Versuche, mit eigener Kraft zu starten, eine von einer Kölner Firma gestiftete Goerz- Kamera zugesprochen. Auch die Preise für Segelflugzeuge mit Hilfsmotor konnten nicht ausgeflogen werden. Die Prämien für Meßflüge wurden Rehring auf „Konsul", Martens auf ^Moritz" und Kegel auf „Roemrykc Berge' des Viederrheinischen Vereins für Luftfahrt, Sektion Wuppertal, gegeben. Mit Leistungspreisen in Höhe von 3900 Mark wurden bedacht: die Akademische Fliegergruppo Darmstadt, in Anerkennung dn° in hervor- tagenber Form abgelegten vier OPrüfungen, die Herren P oralla-Deuthen, Steinmann- Hagen und Knoll -DreSlau für gute technische Einzelkonstruktionen an ihren Flugzeugen und ihre opferfreudige Arbeit für die deutsche De- gelflug-Dewegung. Weiter standen dem Preisgericht mehrere Sonderpreise zur Verfügung. 1L a, erhielt Dr. Brust mann- Berlin den Ehrenbecher des Aeroklubs von Deutschland für seine eifrigem Bemühungen um den Dau eines Schwingenflugzeuges Endlich beschloß das Preisgericht, den alten Rhönkärnpen Espenlau b zur AuSbil- tnmg auf einer Motorflieger-Schule in Vorschlag zu bringen. Die Preisverteilung hat allgemein befriedigt, und so mancher unserer wackeren Segelflieger hat nicht mir neuen Mut und neue Freude aus der Rhön mitgenommen, sondern auch wenigstens einen Teil der Mittel, um weiter zu arbeiten an dieser für die Entwicklung des deutschen Flugwesens so wichtigen Aufgabe. Anerkannte Leichtathletik-Rekorde. do. 3m Laufe der letzten Monate find wiederum zahlreiche Verbesserungen In der deutsche n Rekordtabelle vor- genonunen worden, bie der technische Ausschuß der D. S. D. folgendermaßen anerkannt hat: Sportler: 110 Meter Hürden 14,9 Sek. Troß- bach DS C. 8. 8. 25. 200 Meter Hürden 26.7 Sek. Troßbach, 28. 5 25. 4>-100/Meter-Stafsel 42,2 Sek. Deutscher S. C. (Hübner, Haltenhoft, geworben sind, können sich schon burch den Abel ihrer Erscheinung nicht verleugnen. Ist aus dem Lager schon eine Lagerstabt geworden, in biefer Umgebung anmutenb wie eine Ansiedlung in über- seeischer Kolonie, so sind doch eine Anzahl Zelte notwendig, große KaoaUeriezelte, die wenigstens jetzt nicht mehr dazu dienen müßen, daß Piloten darin nächtigen. Gegenwärtig sind 42 Segelfluggeräte im Lager ohne die Maschinen, die Martens baut und beherbergt, die 'Xßitroe Bolte" vor allen, das neueste Flugzeug, in bas große Hoffnungen verstaut sind, etwa 300 Teilnehmer am Wettbewerb, Flieger und Personal, sind im Lager untergebracht, und schon wurden während des Wettbewerbs allein über 1000 Flüge ausgeführt. Jetzt wartet alles auf die ersten Versuche mit einem eben eingetroffenen Schwingenflieger, einem Rotierschlagflugzeug aus Beuchen. Die „Sensation" des Lagers aber sind die fünf Rufsen - Ma - schinen. In großen Kisten sorgfältigster Arbeit kamen die Maschinen an, teils auf dem Seeweg, weil die Korridorpolen dem „Kriegsgerät" Schmie- rigkeiten machten. Man staunt ob der feinen Arbeit an diesen Maschinen. Wäre nicht die Sprache, so würde weder Aeußeres noch Lebensform den Russen verraten. Ihr Führerpilot, Jundmeilrer mit Nomen, trotz fernes deutschen Namens ein Stockrusse, ist be- kannterweise Inhaber des russischen Rekords. Er erwarb ihn bei einem Flug von 7,30 Stunden, als er einen Berg von 120 bis 3,50 Meter überhöhte. Er und mehrere andere Rusten sprechen recht gut die Sprache des Gastlandes. Die Rusten, fo sagte ein bekannter Segelflieger, der mich durchs Lager führte, sind gute Mathe- matiker — nicht nur abends in der Lagerschenke unter dem eigenen Stammtischfähnchen beim Schachsviel — und arbeiten außerordentlich wissen- schaftlich- So haben sie schon gute Erfolge erzielt. 2rn wesentlichen ist der Aufbau der russischen Ma- schinen der gleiche wie der ber Deutschen. Sie sind ja auch wie die englischen und französischen auf deutsche Anregung entstanden. Dennoch liegen ihnen Leeske, Wondratschel) 9.8 25. 3^1000Meter- Staffel 7:44,5 T. S. V. Zehlendorfs 88 (Schumann, Tarnogrocki. Müller), 8. 8. 25. Steinst oßcn beidarmig: 17,745 Titelet (rechts 10.41 Meter, links 7,335 Meter), Taver Geier (München 1860) 12. 7. 25. Kugelstoßen 14,33 Meter. Söllin- ger (M. S. D. Darmstadt) 9. 8. 25 Diskuswerfen beidarmig 75.83 Meter (rechts 41,355 Meter-, links 34.475 Meter), Duchgeister (Freiburg) 5. 7. 25. Hochsprung a. d. Stand 1,49 Meter. K. Frey (Aeustadt a. d Donau) 24. 8. 25. , Sportlerinnen: 100 Meter, 12,7, Haus (Frankfurt 1880) 21. 5 25. 800 Meter. 2:36.4 Lingner (Märkischer S. C ) 2 8. 25. Schwedenstaftel 2 33.3 München 1860 (Leuthart Maier, Eckard. Heiß) 12. 7. 25. Kugelstoßen (3.628 Kg.) 10,94 Meter. Henoch (D. S E) 18. 7- 25. Speerwerfen (800 Gramm) 30.58 Meter. Riebe (S. C Eharlotten- burg) 19. 7 25. Sportvorschau vom Sonntag, 6. September. Leichtathletik. An Meisterschaften ist der kommende Sonntag reich. Nicht weniger als drei der D. S. B., außei - dem noch bre Meisterschaften der Polizei finden ihre Austragung. In Leipzig werden die Frauen- Meisterschaften, die Deutsche Zehnkampfmeisterschaft und Die Deutsche Meisterschaft im Marathonlauf entschieden. Das Meldeergebnis, das für alle drei Wettbewerbe nicht nur an Zahl, sondern auch an Rang der Teilnehmer reich ist, verspricht harte Kämpfe, bei denen es unter Umständen — bei den Frauen — zu neuen Rekorden kommen könnte. 18 Teilnehmerinnen zuu, 100-Meter-Lauf, 16 zum Weitspringen, 13 zum Speerwerfen, so geht es weiter. Besonders interessiert der Ausgang der Deutschen Zehnkampfmeisterschaft, zu der unter 18 Bewerbern der Stettiner Koepke, Schnurr-Steglitz, der Mitteldeutsche Zehnkampfmeister Weinhold, Brechenmacher-München und andere zu finden sind. Die Frage nach dem neuen Meister im Marathonlauf ist bei der Zahl ber Gemeldeten nur schwer zu beantworten. Namen wie Pürsten, Hempel, Albrecht, Scholz, Ohle, Pohl, Wils und anderen, unter den jungen Ritsche usw. versprechen ein gutes Ergebnis. Die Meisterschaften der Deutschen Polizei wei- den in diesem Jahr zum ersten Male ausgetragen. Auch hier sind Namen zu finden, die man sonst in ber Leichtathletik gut kennt: Skorzinski, Ribbert, Hähnchen. Austragsort der Meisterkämpfe in der selbständige Arbeiten zugrunde. Sie können uns in mancher Beziehung zum Vorbild dienen. Was ihnen mangelt, ist die Geschwindigkeit der deutschen Maschinen. Einer der Russen, mit denen ich mich später unterhalten, führt dies auf die dynamische Konstruktion zurück. Ihre Maschinen, sagte er, sind zu sehr den besonderen Verhältnissen der Böen an- gepaßt. Aus meinen Einwand, daß die russischen auf die Verhältniste auf dem Sowjetgelände in der Krim abgestimmt sind, kann er nur mit „ja" antworten. Auf die Frage, wer die gewaltigen Kosten für Transport und Aufenthalt trägt, antwortete er: „Unsere Gesellschaft!" — „Sie meinen, Ihre Regierung?" — „3a, der Ausschuß für Luftfahrt." Aus seinem Wesen glaube ich schließen zu fön« nen, daß ihn dieses Bekenntnis sofort reute, aber es ist ein offenes Geheimnis im Lager, daß die Rusten mindestens sehr reichliche staalliche Unterstützung haben — die deutschen Segelflieger können das nicht von sich behaupten. Um den Preis des Erfolges darbt hier mancher, der ein Genie' Major von Linsingcn äußerte sich über die Rusten mit offener Anerkennung. Ihre Maschinen, sagte er, s'md erstklassig gebaut, ermöglicht (hier bestätigt er das, was der Russe selbst sagt) durch kiesige staatliche Mittel, die ihnen zur Verfügung gestellt werden. Und neben ihren geradezu kunstgewerblichen Maschinen sehen Sie die Maschinen eines deutschen Tischlergefellen ober Studenten, mit Nägeln und Leinwand billig zusammengeschweißt.. Die Begeisterung der Rusten ist sehr groß. Sie sind durchaus kameradschaftlich, nette und bescheidene Persönlichkeiten. Uebrigens haben sie uns auf- gefordert, mit unseren Flugzeug nach der Krim zu kommen. Unsere Hange gefallen den Russen größtenteils nicht besonder- Die eine ober andere ihrer Maschinen ist, was hier noch nicht gelungen ist, in der Krim schon vier und fünf Stunden geflogen. Drei der russischen Maschinen, die Leinwand mit Aluminiumbronze überzogen, liegen, nebenbei bemerkt, in einem allen deutschen Kriegszelt mit Schutzfarbe, grün und braun . . . Der Wettbewerb geht dem Höhepunkt ent< gegen — Glück ab! geführt. Rasensport. eine (Nachdruck verboten.) 3. Fortsetzung. Vaters letzten lau Slo erm 6cifl M iW), (Seid (109), üntei W hessis aus am verh liier den die 310 oav Hey van Le Seine ganze Menschenscheu war aus den scharf gesprochenen Worten hervorgebrochen. Mit einem Ruck warf er die Kräuterbüchse auf den Rücken und wandte sich Aum Gehen. Rasch vertrat ihm Ingold den Weg. „Lind Ruth, Herr Doktor?" fragte er kurz, mit einem leidenschaftlichen Klang in der Stimme. „Ruth, meine Tochter? Was kümmert Sie das Mädel?" _ x . „Wahren Sie auch zu Ihrer Tochter das Pathos der Distanz, Herr Doktor?" Wit einem hastigen Griff seiner fünf Singer warf Engechardt das graue Haar aus der Stirn. Ein unsicherer Blick schoß unter den buschigen, von schmerzlichen Lebenserfahrungen niedergedrückten Brauen hervor. „Meine Tochter ist kein Mensch wie andere . versetzte er leise nach einem Schweigen, das von Bienensummen. Bogelzwitschern und dem Rauschen der Rheinschnellen angefullt war. „Wollen Sie Ruth von mir grüßen?' fragte Hanns noch leiser, und ein weiches Lächeln schmolz die straffen, harten Limen seines gebräunten Gesichtes. Da brauste Engelhardt aufs neue aus. „Bestellen Sie Ihre Grütze selbst. Sie Mann Sie, der Sie kein Herr sein wollen!" Flugs fing Hanns seine abwehrende Hand. „Rein, kein Herr, aber ein Mann. Doktor Engelhardt. Ich habe Ihre Erlaubnis und komme, Ruth, Fräulein Ruth Engelhardt heute noch begrüßen.“ Hin und her schwenkte er un schmerzhaften Druck den Arm des Arztes, dann ging, lief er den weihen, von blühenden Kirschbäumen beschatteten Weg dem Städtchen zu, und em Jubel sah in seiner Brust, als hätte der ganze Frühlings- Himmel mit seinen Legionen musizierender Engel darin Einkehr gehalten. Er betrat die steile Gasse, die m siebenund- achtzig Stufen zur Kirche hinunterführte. Doch da erschreckte, bedrückte ihn plötzlich öte leblose Stille Ein Weiblein auf der Türbank, preis (100 Klm.» kommt in Elberfeld zum Austrag, während Erfurt den Großen Dreis der Stadt Erfurt über 100 Klm. zur Ausführung bring!. Eine Radfernfahrt über 214 Klm. kommt auf der Strecke Bremen —Hannover — Bremen zur Erledigung. Weitere Fernfahrten sind: Berlin — Zürich — Berlin (1065 Klm.). der Grotze Strahenpreis des Saargebietes 280 Klm.. Quer durch Anhalt (150 Klm.) und QRund um die Sächsische Schweiz 95 Klm. Der süddeutsche Fußballmeister in Frankreich. unt Vli We und Sch fcrif voll Leichtathletik, im .Qroitiport, -turnen, crtjicßcn, Radfahren und im Fünfkomps ist Berlin. Internationale Leichtathletik bringt Düsseldorf. Der Düsseldorfer S. C. 99 hat eine großzügige Beranstaltung aufgezogen, zu der der Illinois Athletikclub Chieago, erste deutsche Klosse, vielleicht auch Holländer und einige andere am Start erscheinen. — Ein Leichtathletik - Lönderkarnpf Schweden—Finnland ist in Helsingfors ungesagt. Iugendsport gibt es in Jena, die Iugend- kämpfe des D. M. B. V. Eine Beteiligung von über 1600 Jugendlichen weist das Berliner Iugend- sportfest des Vereins Brandenburg auf, eine Meldeziffer von 2600 ist wohl bisher bei derartigen Der- anstaltungen nie erreicht worden. In F o r st in der Lausitz wird der Ostdeutsche Jugendtag 1925 durch- Aus der Provinz. Lanvkrcis Gi ^en. ' Oppenrod. 4. Sept. Bei der hiesigen Beigevrdnetenwahl wurde der Zimmer- meister und Landwirt Wilhelm Drü ck einstimmig auf die Dauer von 6 Iahren gewählt. Die Verpflichtung des neuen Beigeordneten fand heute auf dem Kreisamt in Giehen statt. 7 ® rünberg. 2. Sept. Das über deir Ankauf einer Dreschmaschine unter Beltershain geschriebene gilt für Grünberg. — Die Anmeldungen zu dem diesjährigen Gallus- mar k t sind auffallend groß. Richt allein, daß besonders viele Ansprüche auf den Iuxplatz gestellt werden, es werden auch in großer Zahl bedeutende Derlaufsstände angcmelöet. Leider kann die Abhaltung des Viehmarktes durch die anderweitig herrschende Klauenseuche noch nicht endgültig entschieden werden. — Degen Geldmangels muß her Bau des H o ch b e hä l - ters bis zum nächsten Iahre zurückgestellt werden. Die Bauzeit ist auf ein Vierteljahr berechnet. — Das am Sonntag und Montag abgehaltene Schützenfest war außerordentlich stark von hiesigen und auswärtigen Schützen besucht. Die Beteiligung am Schießen war außerordentlich groß. t Beltershain. 3. Sept. Endlich ist der Bau der Straße in unserem Orte zur Verbindung der Reinhardshainer und Göbeln- röder Straße bzw. Unter* und Oberdorf beschlossen. Wegen der hohen Kosten, deren Deckung noch zur Beratung steht, war das Projekt schon seit langer Zeit eine Streitfrage, obwohl die Straße den hiesigen Bewohnern zum Vorteil dient. _ # Sich, 3. Sept. Unsere Feuerwehr rüstet sich, im Juli nächsten Iahres den Tag der 5 0. Wiederkehr ihrer Gründung zu begehen. Am 20. September d. Is. wird in unseren Mauern der Herbstverbandslag sämtlicher f reito illigen Feuerwehren des Kreises Gießen gehallen, wobei unsere Wehr zusammen mit der hiesigen Sanitätskolonne vor sachverständigen Augen eine schwierige Aufgabe, verbunden mit einem Rettungswerk zu lösen versuchen wird. Ieht schon ist man mit den Vorarbeiten eifrig beschäftigt, um ein gutes Gelingen der Veranstaltung zu verbürgen. Unter der umsichtigen Leitung des Feuerwehrhauptmanns F i n d t und seiner Mitarbeiter häll die Wehr fleißig Hebungen ab. damit sie auch für etwa vorkommende Wirllichkeitsfälle gerüstet ist. So fand dieser Tage wieder ein größerer Brandangriff statt. Der Fürstliche Marstall war als gefährdetes Objekt gedacht, und mit mehreren Schlauchleitungen, die aus dem Schloßgartenteich mit Leichtigkeit gespeist wurden, rückte man dem angenommenen verheerenden Element zu Leibe. In kurzer Zeit konnte Dank dem rechtzeitigen Eingreifen und dem tatkräftigen Zufassen der Brand als gelöscht gelten. — Wertvoll bei diesen Hebungen ist vor allem, daß die Wehr sich nicht darauf beschränkt, leicht und bequem erreichbare Gebäude als Versuchsobjekte zu wählen, sondern daß sie auch in schwer zugängliche Stadtteile eindringt und io der Praxis vorarbeitet. Wünschenswert wäre es, wenn noch mehr als bishe. gerade die Begüterten mit' arbeitende Mitglieder der Freiw. Feuerwehr würden, steht doch gerade bei ihnen mehr auf dem Spiel als bei dem sogenannten kleinen Manne, der sich im Falle der Rot allerdings Der gefesselte Strom Roman von Hermann Stegemann. 12.5 C in Ih gleit nicht fei. 1 ter Uch fprec 21 2lrbe heute Salto Adieu ,.r cd)0)i „21 aber bortn einen Stimme und erschrak. In einem Anlauf nahm er die das Haus. Eine Katze, die er nicht kannte, stach mit grünen Augen aus dem Treppenwinkel. Auf einmal erwachte in dem stillen Hause, das von dem Rauschen des Rheins erfüllt war. eine rauhe, erstickt flingenbe Stimme und fragte: „Hermann, bist du's?" Der Fußball bringt regsten Betrieb. Ist doch der Sonntag der Termin für die Bundespokal- Dorrunde. In Stettin treffen Brandenburg und der Baltenverband zusammen. Das zweite Spiel zwischen Norddeutschland und Mitteldeutschland geht in Kiel vonstatten. Der Norden wird hier nicht mit seiner besten Mannschaft antreten, immerhin sollte es aber zu einem Siege reichen. Don besonderem Jntereste ist die Borrunde in Fürth zwischen den beiden stärksten Verbänden Süddeutschland und Westdeutschland. Die süddeutsche Elf setzt sich lediglich aus Spielern des 1. F. C. Nürnberg und der S p i e l v e r e i n i g u n g Fürth zusammen, dürfte also durchschlagkräftig genug fein, um dem Westen den Weg in die Zwischenrunde zu verlegen. Im Handball umrahmen den Deutschen Marathonlauf zwei Städtespiele, eine am Startplatz in Halle zwischen Berlin und Halle, eins in Leipzig, dem Ziel zwischen Leipzig und Dresden. Der Tennissport bringt ein interessantes Turnier von Blauweiß-Berlin, das Verbandsturnier des Schlesischen Tennisverbandes in Breslau, die Austragung der Riesengebirgsmeisterschaft in den beiden Einzelspielen in Traut en au, ein Bäderturnier in Baden-Baden. Wassersport. Bei den Ruderern herrscht reger Herbstbetrieb. Der Sonntag bringt nicht weniger als 12 Ruberveranstaltungen. Regatten von etwas größerer Bedeutung in Regensburg, Frank- f u r t a. M. Breslau, bann in Zett an ber Mosel, Danzig. Flatow, Frankfurt a. b. O., Eberswalde. Iugenbregatten in Berlin, Hameln, in Berlin auch ein Dauerrubern. — Die Kanu- fobrer veranstalten eine Verbanbs-Segelwettfahrt Düsseldorf—Duisburg, im Dahemkreis eine <5ta» fettenfaßrt auf bem Starnberger See, im Rieberelbekreis eine Oberalster-Wanberwettfahrt. im Oberelbekreis eine Langstreckenwettfahrt Schan- bau-Dresben und in Görlitz die Lausitzer Faltbootregatta. Schwimmen. Das Hauptinteresse im Schwimmsport richtet sich auf ben Stäbtekampf. ber in Bu dapest zwischen Magbeburg unb Budapest an drei Tagen seine Austragung finbet. Im Anschluß hieran wirb bann die Magdeburger Mannschaft nach Erlau Weiterreisen, um auch bork einen Schwimmwettkampf auszunechten. Dort treffen sie auf ben Hngarn Davanh. ben zur Zeit schnellsten 100-Meter-Sprinter Europas. Im Reich kommt in Stuttgart ein verbandsoffenes Schwimmfest zur Abwicklung, dessen Veranstalter der Schwimmerbund Schwaben ist. Motorsport. Zahlreich sind die Wettbewerbe im Rtotor- sport, die am kommenden Sonntag ihre Erledigung finden sollen. Der Hessische RE. bringt das Kr äh en b e r g r e nne n mit einer vorangehenden Strahlenfahrt zum Austrag. Der ' Motorsportclub Berchtesgaden trägt die Salz- bergfahrt aus. Weitere Bergprüfungen sind die des Essener A. C. (Autoturnier in Bad Harz- bürg). Zuverlässigkeitsfahrten schreiben aus der W.E. Riedersachsen-Hannover über 320 Klm. durch den Harz, ber M. C. Ruppin. und der K. C. Luckenwalde. Weißensee sieht auf per Wotra ein Bahnrennen, Dresden ein Turnier. Die Opelbahnrennen des Frankfurter R. C. sind auf den 11.Oktober verschoben Rund um Osnabrück ist eine weitere Zuverlässigkeitsfahrt. Radsport. Bahnrennen finden statt in Breslau, Grüneiche um ben Iubiläumspreis, einem Dauerrennen über 100 Klm. Der Große Industrie- t>e sun niei uni Si' 191 5»' tfun «jung einer zu J 2u? platz M Jo jiefl' pal' den den (tat der im ■2Ii Lin fori nur gerne (chen ben ' Hahr abl Rnöl Alle erbe gesp lich der hir Stci faul' 1926 befd Au ®u ftän frag öau gleia zeug: Acdi müh! M W den oorai D guten dahin unb j knbei N tat oft bur« ttn 8kh uni Der D. f. R. Mannhemi, der süddeutsche Meister, wirb gegen Ende dieser Woche eine Gastspielreise durch Rordsrankreich übernehmen, in deren Verlauf er bereits am Samstag gegen Pariser kombinierte Mannschaft antritt. Wasserweite des Mississippi mit ihren meilenfernen Horizonten und ben Riesenwerken, an denen er gebaut hafte! Langsam wandte er sich wieder um und senkte den Blick auf das Haus des Christian Ingold. Herrgott, im Gärtlein der Mutter blühten die rahmgelben Primeln! Ihre leuchtende Rabatte glänzte hell zu 'chm herauf. Er loste die Hände vom Geländer. Dunrpf klangen seine eiligen Schritte auf den Dielen bet hölzernen Brücke. Die Schwalben schossen zu den Fensterausschnitten herein unb mauerten an ben Restern unter dem geschwärzten Brückendach. Aks Ingold im Fischerwinkel ankam. waren die Kirchenglocken verstummt. Der Rhein brauste, es roch nach feuchtem Retzwerk, und die Worgensonne tauchte ihre ersten Strahlen in die Enge, daß der Strom von grünem Gold funkelte unb die blaugefärbten Türbalken des schweren fteincrcn Hauses hell erglänzten. Bruder Lorenz, der Maler, hatte das Haus angemalt. Die Tür rollte langsam in ben Angeln. Kühl dämmerte der Flur. Da stockte Hanns Ingolds Schritt. Er stand allein, unbeobachtet im niedrigen Gang neben der großen Fischwage. Wie ausgestorben lag Stufen. a Hier trat Christian Ingold fernem ältesten Sohne entgegen, packte seine Hand unb raunte. . Komm herein, sie will uns verlassen. “ ''.Ruhig. Bub? Mach s chr nicht schwer!" Der Vater rief nach dem jüngsten Sohn. „Ich bin's, ber Hanns", erwiderte er mit schlagendem Herzen unb stieg langsam die ausgetretene Stiege hinauf. „Mutter, ber Hanns!" horte er eine Katze am Randstein und bas klägliche Weinen eines Säuglings hinter roten Gardinen, sonst fein Leben. Die abfteigenben schmalen Hauser erschienen ihm baufälliger als je. und er hatte keinen Blick mehr für ihre zierlichen alten Erker, die schöngeschwungenen Giebel und die ehrwürdigen Iahreszahlen, die über den Türen eingehauen waren. Ein fröstelndes Hnbefjogen riefelte ihm den Racken hinab. Auf dem Kirchplatz stand er eine Weile still. Die (Seilbuben tarnen das Pfarrgäßlein herauf, um die Glocken zu läuten. Als er sie in die Sakristei schlüpfen sah und die Glocken anschlugen, kam das sehnsüchtige Heimatgefühl wieder zu chm zurück. Langsam, jeden Schrllt kostend, ging er über den Platz, an der Apotheke zum Einhorn vorüber und an dem schonen Treppenaufgang des Amtshauses vorbei, bog in die Römergafse unb zur gedeckten Brücke. mitten auf ber Drücke blieb er stehen. Run lag Rheinau über ihm, an ben felsigen Hang geklebt. Der Strom -aber fraß sich unter den Pfeilern der Drücke durch die drangvolle Enge, bildete schäumende Strudel und glasklare Stürze, sprang über abgeschliffene Klippen, wühlte in kreisenden Steintrichtern und schoß dann wie der Pfeil vom Dogen in gestrecktem Lauf an ben grünen Auen vorüber in waldige Ferne. Der Wafserstaub stieg in siebenfarbigen Dünsten aus dem schattigen Flußbett und kühlte ihm die Stim. Er tat sich Zwang an, blickte noch nicht hinunter, wo nur ,bannenbreit über dem Hochwasserstand das Haus des Fischmeisters in den Klippen stand, sah nur die Landschaft, die Rehe, die auSgebreitet an den Schwebebalken hingen, die langen kiellosen Rachen, die ihre bunten Flanken auf ben Klippen trockneten, toanbte sich um unb schaute den Rhein hinaus, erkannte jeden Hferstrauch, die Heine Insel, wo das Wasser sich in Lauf setzte, um ben Schnellen zuzustürzen. und sah einen Reiher feine silber- grauen Schwingen über dem glitzernden Fluß wiegen. Versunken, vergessen der donnernde Fall des Riagara, an dem er von Schauern gepackt gestanden, ausgelöscht die Erinnerung an die nicht lässig finden laffen wird, das Eigentum seines wohlhabenderen Mitbürgers nach Kräften schützen zu helfen, getreu dem Wahlspruch: Gott zur Ehr. dem Rächsten zur Wehr! Kreis Frievberg. Z Aus der Wetterau, 2. Sept. Der Land- mann zeigt in diesem Jahre nur selten kein frohes Gesicht. Wenn ihn die Arbeit auch kaum zur Ruhe kommen läßt, so ist er doch heiteren Sinnes und voll dankbarer Zufriedenheit, weil bas Wetter in diesem Jahre wie selten in den Vorjahren wunschgemäß verlaufen ist und in so ziemlich allen Zweigen des landwirtschaftlichen Betriebes eine gute Ernte bedingt hat. Als man Ursache hatte, von der lang anhaltenden Trockenheit eine Not zu befürchtens da kam der Regen noch zur rechten Zeit und hat, ohne die Getreideernte viel aufzuhalten und zu schädigen, dafür gesorgt, daß die Hackfrüchte und Kartoffeln zu einer reichen Ernte heranreifen. Und nun scheint die Sone wieder und ermöglicht es, daß das Grummet, das in Dualität und Quantität noch trefflich ausgefallen, gut geborgen werden kann und das Obst zu einer vollwertigeren Reife als im Vorjahr kommt. In der Dilbeler Gegend hatte man vor dem Regen das Getreide nicht mehr all unter Dach und Fach gebracht, und erst in diesen Tagen konnten die letzten Garben zur Dreschmaschine oder in die Scheune gefahren werden, schon nicht mehr so vollwertig als in den ersten Wochen der Ernte. Die Nidda, das Sorgenkind der Landwirte im Süden Oberhefsens, schickte sich bereits an, über die Ufer zu treten, und hier und da hatten die Uferlandschaften schon unter empfindlicher Feuchtigkeit zu leiden. Die Landwirte befürchteten für die Grummet- und Kartoffelernte ähnliche Verhältnisse wie im Vorjahre,- wo bekannllich im Niddatal auf weite Strecken hin das Grummet förmlich ersoften ist unb bie Kartoffeln aus einem wahren Morast geholt werben mußten ober überhaupt nicht ausgemacht werben konnten. Bei aller Dankbarkeit für das gute Erntejahr hat der Land- mann jetzt gerade aber auch einen ganz besonderen Wunsch, den man täglich aus seinem Munde hören kann: So müsse das Wetter nur noch drei bis vier Wochen bleiben! Zu gönnen wäre es unseren Landwirten, damit sie nicht wieder die Obst- und Kartoffelernte unter ben roibrigen, zeitraubenden Umständen des vorjährigen Herbstes einzubringen brauchen. Bis jetzt ist die Landwirtschaft mit ihren Arbeiten weit voraus gegenüber den Vorjahren. Bald kann man schon nicht mehr sagen: „Der Wind geht durch die Stoppeln": denn in vielen Gemarkungen sieht man kaum noch ein Stoppelfeld liegen. Der Pflug ist schon über die meisten Aecker gegangen, vielfach schon zweimal, eine Arbeit, die sonst zumeist dem Spätherbst zufallen mußte. Mehr als es in den Iahren vorher möglich war, konnte man die umgeackerten Stoppeläcker mit Erbsen bestellen, die als natürlicher Stickstoffsammler zwecks Gründüngung vor dem Winter untergeackert werden. Das Wetter dieser Tage ist für die Kartoffeln von besonderem Vorteil, denn die gewitterschwüle, seuchtwarme Witterung der Vorwochen hat bas Faulen der Kartoffeln sehr begünstigt. Bei den Frühkartoffeln machten sich bereits Fäulniserschei- nungen bemerkbar, weniger bei ben Spätkartoffeln, für ihre Reife ist klares, sonniges Wetter, wie es bie letzten Tage brachten, am vorteilhaftesten. Kreis Büdingen. • Düdingen. 3. Sept. Dieser Tage hatte der Historische Verein für Hessen in Darmstadt unser altertümliches Städtchen, sowie die benachbarte Darbarossastadt Gelnhausen zum Ziel eines Ausfluges gewählt, an dem sich etwa 30 Damen und Herren beteiligten. Oberstudiendirektor Dr. Keller entbot den Gästen den Willkommengruß im Ramen des hiesigen Geschichtsvereins und feines am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden, des Geh. Schulrats Dr. Mohr, sowie im Auftrage der Stadt. Studienrat Dr. Lade zeigte im Lichtbilde die Schönheiten Düdingens in Architektur. Plastik und Malerei. Es war ein Hochgenuß, seinen von feinem Kunstverständnis zeugenden Ausführungen zu lauschen. Prof. Dr. Decker aus Darmstadt brachte in herzlichen und beredten Worten den Dank der Gäste zum Ausdruck und versprach in ihrem Ramen den Ruhm Düdingens hinaus in die hessischen Lande tragen zu wollen. Die Zeit, die man für Düdingen vorgesehen, war zu kurz. Der Schönheiten sind hier so viele, daß man sie nicht in wenigen Stunden genießen kann. Diese Erkenntnis nähmen unsere scheidenden Gäste mit, und sic Per* Einen Augenblick lehnte Hanns schweratmend am Geländer. Im frischgeweißten Gänglein stand glanzlose Helle und kantete den grauen eckigen Schädel des Fischermeisters von Rheinau, blitzte in seinen goldenen Ohrringen und brannte auf den Tränensäcken, die schwer unter seinen "blauen Augen lagen. „Laß sie nicht warten", mahnte er kurz. Hab Hanns Ingold riß sich auf und trat in die Schlafstube der Eltern. In den kleinen Fensterscheiben schillerte bet grüngoldene Sturz des Rheins. ..Mutter!" Ein Weiblein lag im Doppelbett, abgezehrt, mit eingesunkenen Augen, das rostrote Haar von weißen Fäden durchzogen, fremd und häßlich geworden, aber in den Augen stand fcligc Himmelsbläue, und um den zitternden Mund flackerte ein rührendes Lächeln. Mit kalten, kaum noch fühlenden Händen fing sie das Haupt des Hanns der neben chr in die Knie gebrochen war und fein braunes Ge- sicht in ihre Kiffen wühlte. „Ci, du Hebe Seel', ei, gottlob, es ist wahrlich der Hanns!" . Da flüsterte und schnürfelte ftc beinahe un- hörbar vor sich und strich chm mit den rissigen, vom Retzflicken und Fischpuhen zerarbeiteten Händen immer wieder übet das Haar. „Mutter, liebe Mutter!" murmelte der Sohn und hielt sie krampchaft umfaßt, denn auf einmal war ihm, als schwankte alles um sie her. als wären sie auf dem angerannten Schift, daS steuerlos im Kanal schlingerte, von grauen Rebeln umschlichen, und draußen nahte plätschernd der Tod. Die Haustür schlug, eilfertige Schritte stürmten die Treppe. „Der Doktor iornmt auf den Abend. IM hab' die Medizin." Hanns hob den Kopf. Ein aufgeschossener Knabe mit kupfer braunem Haar, das wild in die blasse Stirn fiel, stand im Zimmer und starrte ihn aus blauen Augen fragend an. (Fortsetzung folgt.) sicherten, schon in einem der nächsten Iaht« wieder zu kommen, um dann in längerem Aufenthalt das Versäumte nachzuholen. Kreis Schotten. $ Vom hohen Doge ls berg. 3. Sept. Die Getreideernte verzögert sich bei dem Regenwetter, das in den höheren Lagen die bekannten Wolkennebel mit sich bringt, mehr und mehr. Weizen, Hafer und Gerste stehen vielfach noch, entweder bereits auf Haufen oder noch auf dem Halm. Sollte das ungünstige Wetter länger andauern, dann ist Anlaß zu den schlimmsten Desürchtungen, da das Getreide bereits wieder auszuwachsen beginnt. Kreis Alsfeld. Lehrbach, 3. Sept. Rach langwierigen Verhandlungen ist cs nun so weit gekommen, daß auch wir eine Verkehrsverbesserung in unserer Abgeschlossenheit bekommen haben. Es war in ber in Alsfeld am 12. Ianuar stattgefundenen, für die Autopost-Verbindungen entscheidenden Sitzung dem Vertreter unserer Gemeinde. Pfarrer Rheinfurth, trotz energischen Eintretens für eine Autopostlinie Kirchhain — Lehrbach — Kirtorf — Alsfeld nicht möglich, eine solche zu erreichen, obwohl ihm noch in dankenswerter Weise die Vertreter von Groß-Felda zu Hilfe kamen und auch ihrerseits für eine direkte Verbindung mit der Main-Weser-Dahn eintraten, die eben auf dem kürzesten Weg über Kirtorf — Lehrbach nach Kirchhain führte. Es ist nun in erster Lime den Bemühungen des Landrats v. G i I f a in Kirchhain, sowie des Bürgermeisters Grün und deS Magistrates und Verkehrsvereins von Kirchhain zu danken, daß wir nach der Riederlage in Alsfeld die Angelegenheit nicht auf sich beruhen ließen und doch noch zum Ziel gelangten. Dieser Tage sand eine P r obe- fahrt statt. Am Ortseingang von Lehrbach bildeten die Schulkinder Spalier, jedes mit einem Fähnchen in ben Lanbessarben in der Hand. Unter Anleitung von Lehrer S t o 11 und Frau hatten die Schulkinder eine mächtige Girlande und Kränze aus Eichenlaub unb Erika gewunden, bie die prachtvollen geräumigen unb bequemen Wagen samt ihren nahezu 70 Insassen, die an der Probefahrt teilnahmen, herzlich willkommen hießen. Zur Begrüßung hatten sich ein* gesunden Bürgermeister Kuhl, ber Beigeordnete Heinrich Stroh, bie Gemeinderatsmitglieder Lehrer Stoll unb Friedrich Liehr, sowie der Ortsgeistliche Pfarrer Rheinfurth und viele Einwohner. Die Fahrt ging zunächst zur Endstation Kirtorf, wo ben Teilnehmern bet Probefahrt im Gasthaus „Zur Krone" von Karl Stumpf Kaffee und Kuchen gereicht wurde, den in anerkennenswerter Weise die Stadt Kirtorf gestiftet hatte, da sie, nicht einseittg orientiert, die große wirtschaftliche Bedeutung einer Verkehrslinie auch an die Main-Weser-Bahn erkannt hatte. Auf der Rückfahrt wurde nochmals in Lehrbach Station gemacht: während sich die Teilnehmer an einem von der Gemeinde gestifteten Glas Wein und belegten Broten stärkten, durften die Schullinder in einem Auto eine Extratour nach Erbenhausen und Appenrod unternehmen. Den Abschluß deS bedeutungsvollen Tages bildete das Festmahl, das die Stadt Kirchhain bereitet hatte. Gegen 11 Hhr brachten die Autos die auswärtigen Teilnehmer an der sehr schön verlaufenen Probefahrt wieder an Ort und Stelle. Run ver- kechrt das Auto, regelmäßig und gün- ftig gelegt, zweimal am Tag zwischen Kirtorf und Kirchhain und Wittelsberg. Es muß eine Ehrenpflicht ber beteiligten Gemeinden fein, von ber ihnen z. T. unter großen Opfern angebotenen und bereiteten Verkehrserleichterung reichlich Gebrauch zu machen. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 3. Sept. Aus der jüng. sten Stadtvorstandssitzung ist zu berichten: Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßt der Vorsitzende, Bürgermeister Walz, den neugewähtten Beigeordneten Mover, verweist ihn auf die in Betvacht kommenden Bestimmungen der Landgemeindeordnung und verpflichtet ihn sodann durch Handschlag. Gleich- zettig spricht der Bürgermeister dem infolge seines hohen bzw. vorgerückten Alters aus* geschiedenen Beigeordneten Schiebelhuth für seine 24jährige Tätigkeit und Mitarbeit in der VI: I Eten. I *■* °Lr^ w Steierin 1 io totü Ä'S? 'LLiLr ,ut«b tS“1®1- °ch - Q?Hftll,n'e int solche " ‘«Aä ■ zu S)in» fZ-”* he stroteu, bie Ä S K-jja , ®tun imb m '"I'hrSd^iÜ ?Mtoir nach b'l'i «Hl öS "> tot Jrt. !tet ®l°li unb Frau m“W Sirlanb, iub unb En!a gewun, 1 gerämigen und bt. !J nahezu 70 Mflcn. Minen, herzlich tnill. *g hotten sich rin« ^uhl. bet Leigend, c SrMmdetatimtgli». Friedrich Lieht, lovir r Aheiitsutth und ahrt ging zunächst w o den Teilnehmern btt „Zur Krone“ von fiarf >en gereicht wurde, bet teile die Stadt Kirtmt icht einseitig orientira Ledcutung einer Dv Main-Deser«2ahn c- icksahrt wurde nochmit nachts während sich btt >n der Gemeinde M, elegten Broten ftärt'^ in einem Lilo m Erbenhausen arb len. Den WsW H bildete daS Festmahl, bereitet hatte. Gegen uto$ bit autoätiam on verlaufenen Wabe* Steile. Tun per« lmätzigund flün» A am Tag zwl» itchhain und > FhteMchl btt bt*« von btt ihnen z. T. ingebottnen unb betet- ng reichlich Gebrauch ulerbach. Sept. Au; der N isliyung ist * i die Tagesordnung «' Lürgemeister DaU- ^ordneten Dover, in Betvacht kommenden irägemcinbeotbnuna unb «rt r°»«L S« ■«ff LÄ t und Mitarbeit m^r wsw»- Meins. im w*K AÄ i*Äf5w ’w« A4**wteI' WM* *" ll***”* d°« r°°Eü. »WM ■* 11 6t* (6jdd.^ JtBjf- „U S.’fetf’' tte *5” #«« l* craoroerwaltunfl tDärmftcu Dank aus und pibt davon Kenntnis, dah er ihm bereite ein dies- bezügliches DanNchreiben übersandt habe. — Sodann beschäftigte sich ber Stadtvvrstaird mit der Vergebung der Schlosser- und Jn« ltreicheraraeiten f ü t den He ubau in der Rdolvb-SpieS-Straße. Aach Prüfung der eingelaufenen Angebote wird be- schlosse», die Schlosserarbeiten den Schlosser- mciftem 011 e r 6 e i n Wiechard und Gode und die Anstreicherarbeiten den Lackierermeistern Siemsen Denzel 4 Axthelm und D. Dolf zu übertragen. — (8in Geluch der Firma Johann Henkel 2. um Ueberlassung eine« Bauplatzes in der Bahnhosstraße neben dem Bureau wird genehmigt, jedoch unter der Bedingung, daß sich Henkel verpflichtet. der Stadt einen anderen gleichwertigen Platz zur Verfügung zu stellen. Öleid)zeitig wird da» Gesuch des Ludwig Denzel um Abgabe eine.» Tau* platze- im Cüdenteil unter den üblichen 'Bedingungen genehmigt. — DaS Dach auf dem Volksschulhaus ist noch mit alten Hohlziegeln gedeckt und bedarf einer dringenden He- taratur bzw Veuemdeckung D e Arbeiten sollen den hiesigen Dachdeckermeistern übertragen werden 3m weiteren Verlaus der Sitzung erstattet der Bürgermeister Bericht über den Stand der m Auslicht genommenen und bereits in einer im 3uli ftattgefunbenen Sitzung besprochenen Autolinren-Projekte. worauf die für die Linie Lauterbach Stockhaulen—Freiensteinau ge- lorderte erhöhte öarantielumme bewilligt wird. Die vor einigen Vagen begonnene Tlcuauf- ftellung deS BrandkatasterS hat die Benennung verschiedener Strasten erforderlich gemacht Der Stadtvorstand beschließt, den Abzweig Dom Steinweg nach dem Eichberg Am (Siebberg, die Straste der städtischen Häuser -wischen Rockelsgasse und Schober-Querstraße und den Abzweig links von der Altebergstraste mit Hastnente-chstraste zu bezeichnen - AlS Schutt- ablageplay wird daS städtische Gelände am Knöppsack und am Galgen zur Verfügung geftellt. Alle übrigen seither benutzten Plätze, wie Wasch- trbetoeg, Große Au usw. werden für diese Zwecke gesperrt. Zuwiderhandlungen sollen unnachsicht- lich zur Anzeige gebracht werden. — Bezüglich der Pflasterung des SteinwegS und der H i n t e r g a f f c wird beschlossen, das erforderliche Steinmaterial für beide Strahen baldigst anzu- faulcn und mit den Pflasterungen im Frühjahr 1926 zu beginnen. — Am Schlust der Sitzung beschäftigte sich der Stadtvorstand erneut mit dem Ausbau der Stadtmühle. Oberingenieur Gudernatsch Darmstadt, hält als Sachverständiger zunächst einen sehr interessanten Vortrag über den schon wiederholt besprochenen Ausbau de« Lauterkraftwe r k s und erläuterte gleichzeitig noch andere Möglichkeiten zur Erzeugung elektrischer Energie. Sodann geht der Redne - auf den eigentlichen Ausbau der Stadtmühle über und empfiehlt an Hand eines ausgearbeiteten Gutachtens den Ausbau dieser Mühle. Vach eingehender Aussprache wird nach den Vorschlägen des Sachverständigen beschlossen. etartenburfl und Rheinhessen. • Offenbach. 3. Sept. Vach einer vor- läufigen Feststellung deS Statistischen Amtes der Stadt Offenbach wurden als Einwohner ermittelt (die Zahlen für 1910 sind in Klammern beigefügt): Evangelische 44161 (42 912), Römisch- Ka'.holilche 27 4.36 (27 280), Alt-Katholische 825 (717), Israeliten 1555 (2361) Freireligiöse i Deutsch-Katholische, 2671 (2084), Sonstige 702 (109), keiner Gemeinschaft angehörend 1412 (120). Unter den Evangelischen sind 693 Französisch- Veformierte gezählt. Offenbach ist unter den hessischen Städten wohl diejenige, die in Bezug auf das Glaubensbekenntnis ihrer Bevölkerung am bemerkenswertesten ist. Zu beachten ist die verhältnismäßig geringe Zunahme der Katholiken unb die Abnahme der Israeliten. Unter den Sonstigen" zeigt sich der Einslust der Sekten: die starke Zunahme derer, die keiner Gemeinschaft angehören, ist eine Folge der KirchenauS- trittsbewegung unmettelbar nach der Revolunoi' fpd. Offenbach a. HL. 3 Sept. Der Kaufmann Karl B o n r h c » n überraschte vor etwa einer Doche in feinen DirtschaftSräumen einen Einbrecher Aus dem Dege zur Polizei feuerte der Dieb auf den Kaufmann und verletzte ,hm den Arm erheblich. Der Dieb floh bann im Dunkel der Vacht. Als Täter ermittelte die Polizei jetzt den 33jährigen Arbeiter Rudolph M'chel, der. um den Verdacht von sich abzulenlen. sich zum Antritt einer Gefängnisstrafe am Morgen nach dem Einbruch auf dem hiesigen Amtsgericht gemeldet hatte. ES gelang aber. Michel durch aufgefundene Fingerabdrücke der Tat zu überführen Kreta Wetzlar. rtr Detzlar. 1 Sept Heute vormittag fand hier unter Beteiligung sämtlicher Schulen im Stadion em Iugendsportfest statt. Sehr wirkungsvoll waren die OT a I fenf teiübungen. die nach den Klängen deS Deutschlandliedes ausgeführt wurden. Daran schlossen sich die Einzel- wetikämpse im Hoch- und Wensprung. sowie im Ballwersen und Laufen. Ilm 1 ,1 Uhr fetzte die PreiSverteilung ein. viele Teilnehmer wurden mit Diplomen beglückt V Wetzlar 3. September. Endlich rnllcn einige Straheteile unserer Stadt, deren schlechter Zustand schon lange zu Klagen Anlast gab. einer Veupflasterung unterzogen werden. Es kommen in Betracht die Silhöferstrahe vom Silenmarkt bis zur Güllgalle und die Fahrbahn auf dem Buttermarkt bi« zur Kirchgaffe. In den letzten Tagen lind bereits die HauSanfchlüfse auSgebefsert worden, so dast nun mit dem Aufbruch der Straste begonnen werden kann. V Lützellinden, 3. -September. Der letzte Sonntag war den Kindern unserer Kleinkinderschule gewidmet Zahlreiche Gemeindeglieder und auswärtige Gäste hatten sich mit ihren Kindern auf grüner Diele am sonnigen, warmen Vachmittag versammelt. Begleitet von der Musik des Posaunenchores, marschierte eine groste Kinderschar mit ihrer treuen Hüterin. Schwester Luise, auf den Festplatz, wo sie auf kleinen Bänken Platz nahm. Die kleinen Mädchen mit grünen, blumigen Kränzchen im Haar und die rotbäckigen Buben mit Sträustchen an der Brust boten ein reizendes Bildchen. Vach gemeinsamem Gesang begrüßte die Kinderschar die Festgemeinde mit lieblichem Kindergruste. Herzerquickend klang aus fröhlichem Kinder- munb das Lied: „Geh auS mein Herz und suche Freud!" In Vertretung von Pfarrer Kock hielt Pfarrer Thrautig eine Ansprache. Es folgte dann eine Reihe niedlicher Spiele der Kleinen unter Leitung von Schwester Luise, ^err Altenheimer verschönte das Fest durch einige Gesangsdarbietungen des gemischten und des Frauenchores, die seiner Leitung oblagen. — Die Gemeinde Lützellinden hat bei der Feldbereinigung einen Platz abmessen lassen, auf dem eine neue Kinderschule erbaut werden soll. Hcfscn-Nafsart. bl. Dillenburg, 3. Sept. Als ein Zeichen der regen privaten CB a u t u ft mag die Tatsache gelten, dast in diesem Jahre im Dilllreise 800 Wohnungsneubauabnahmen vorzunehmen sind. — In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde beantragt, jährlich 50 bi« 60 Wohnungen unter Regie der Stadt und Zuhilfenahme von öffentlichen Mitteln zu errichten. Anfang Oktober wird sich eine besondere Sitzung hiermit befassen. Die Sanaucr Typhusepidemie. Vach einer Blättermeldung aus Hanau hat die Typhusepidemie nunmehr 19 Todesopfer gefordert. Im ganzen befinden sich jetzt 130 Personen in ärztlicher Behandlung. Kunst und Wissenschaft. Beileidskundgebungen zu Michael Dallings Tod. • Darmstadt. 3. Sept. Der Präsident des Hessischen Landtags Adelung hat an Frau Ball ing nachstehendes Telegramm gesandt .Die Vachricht von dem unerwarteten Hm- scheiden Ihres hochvmehnen Herrn Gemahls, des großen Künstlers Michael Basting hat im Lande tiefe Trauer teroorgerufen Die Welt der Töne hat einen ihrer Bedeutendsten verloren Ihnen und den Ihren entbiete ich mein herzlichstes Beileid" Adelung. Präsident des Hessischen Landtags In einem Vachruf drS LandeSthea- t e r S beißt es: Das Landestheater oerhert in Michael Balling. der seit dem 16 März 1919 dem Verbände angebörte, einen Dirigenten grosten Stiles und einen Künstler, dessen Ruf europäische Bedeutung hatte und sich auch in Amerika und Australien Geltung zu verschaffen wußte Ausgerüstet mit einer naturgewachsenen Musikalität unb nie rastendem Fleih bat sich Michael Bal- ling stetig fortschreitend, aus bart er Jugendzeit durch eigene Kraft empoogeabreitet zu Leistungen. die daS Gepräge einer höchst männlidten Weltanschauung trugen. So wurde er. im Kreise Richard Wagners grofl und heimisch geworden, der berufene Interpret deutscher Musik, deren faustischer Gehalt in ihm den kongemalen und treuesten AuÄteuter sand Das Hessische LandeSkheater wird im Oktober den _Da11erich" Viebergalls in einer neuen Ausstattung herauSbringen Der Reinertrag der Vorstellungen soll zur Errich- tung eines Viebergalldenkmals in Darmstadt verwandt werden Viebergall. der die beiden Dialektkomödien .Datterich" und .Der tolle Hund" versaht bat. lebte von 1815 bis 1843 in seiner Vaterstadt Darmstadt. Frankfurter Theater. „Gräfin M a r i tz a", die Bielgefeierte, ist auf ihrem Siegeszug von Wien über Berlin auch bei uns im Neuen Operettentheater gelandet. Die Saison beginnt mit einer »großen Premiere, welche eine ausgezeichnet aufgemachte Operette in glänzender Besetzung mit Frankfurts Liebling (k ri k W i r l als Gast bietet. Die Stimmung in dem ausverkauften Hous war demgemäß, ein frenetischer Beifollsorkan brach oft schon auf offener Szene los, eine ganze Blumenhandlüng erstand auf der Bühne. Die Librettisten B r a m e r t und Grünewald haben sich zwar nitch übermäßig anoeftrengt, um eine Liebesgeschichte zu konstrw icrcn, aber Emmerich K « lmän hat die Musik geschrieben und eben dieser mitreißenden, stimmungsreichen Bertonung verdankt das Werk feinen starken Erfolg. Selbstverständlich auch der brillanten Darstellung, an der Spitze die Kammersängerin van Endert und Erik W i r l. Im Orchester waltete Franz Schönbaumsfeld seines Amtes. Direktor Miska P r e g e r sorgte als Gastregisseur für schwungvolles Tempo und pracht- volle szenische Ausstattung. Der Gesamteindruck war, daß in künstlerischer Vollendung gesungen, getanzt, gelacht und geliebt wurde. Ein guter Anfang für die Wintersaison. L. W. Kirche und Schule. B Darmstadt, 3. Sept. Für das Wiederaufleben der Liebe zur Heidenmissivn spricht die Tatsache, dah die Freunde der Basler und Leipziger Mission in Starkenburg vom 13. bis 15. September im Landeskirchcngebäude zu Darmstadt einen Lehrkurs veranstalten. Vamhafte MifsiomSfachmän- ner, wie die Missionsdirektoren I h m e 1 s und D Paul von der Leipziger Mission, und Wis- Iwnsinspekror Ivb. Müller von der Baller Million find zu Vorträgen gewonnen. Die Tagung will in der hellifchen Heimat die Kenntnis von der Bedeutung der Mltfionserbeit ia Ehina. Indien und Ofkafrika vermitteln. Gerichtssaal. • Darmstadt. 3 Sept Im Jahre 19M stellte das Heil Landestheater den 27jährige» Eb.lstopb Belfer aus Parmftgb*. all HiNskaffierer ein Voch in vemsekbe» Jahre erhielt er wegen Glücksspiels zwei erhebliche Geldstrafen Diele Tatsache ist wohl nicht zur Ketmtnis der Tbeaterleitung gekommen, denn er wurde mit dem ölnkallieren der Platzmieten betraut Im Sommer dieses IatzreO verschwand '"Beiter plötzlich: eine Revision feint» Bücher ergab einen Fehlbetrag von rund 8 000 Mark T-eifer hatte sich zunächst nach Berlin gewandt, dann nach Franllun, wo ec sogar im Glücks'piek noch 400 Mark gewann, fie aber gleich wieder veZchvxrndete Das BezirkÜ- schössengerjcht verurteilte ihn zu V Monate» Gefängnis Rundfunk-Programm deS ftranfrarter SenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Samstag, 5. September. 4 Uhr Wetterberich! der Gieftener Wetterdienststelle 4 Uhr Wirtschastsmeldungen. 4.20 Uhr Vachrichtendienst 4.30 biS 6 Uhr: Vach- mittagskvnzert de-> HauSorchesterS Edvard Grieg. 6 Uhr Wirtfchaftsmeldungen. 6 dis 6.30 Uhr Die Jugendstunde Aus ..Gockel, Hinkel und Gackelei" von Elemens Brentano. 6B0 biS 7 Uhr: Briefkasten 7 bis 7.30 Uhr: AuS Historie und Phantasie 'Anekdoten und Rätsel). 7.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskurs für alle Stz- ftemc (Diktat von 80 Silben aufwärts). 3 bif 8.30 Uhr Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung (Vortrag von Wilhelm DemVnd- Wörner: „Goethe und feine Fre.tagSgessellschaft". 8.30 Uhr: Der junge Mozart (erster Abend), Instrumental-Kompositionen aus dem Knabenalter. 9.30 Uhr: Vachrichtendienst, Wettermeldung 9.35 Uhr: Die Spätankündigung: ..Der Deutsche Vundsunk". 9.45 Uhr Sportsunkdienst. 10 bis 11 Uhr: „Das kommt davon, wenn man auf Reisen geht" (trostreiche Geschichten füe Daheimgebliebene)___________ Geschäftliche». Aus dem Gebiete der VahrungSmittelinduskris ist cs dank der enormen wissenschaftlich«» und technischen Errungenschaften unserer Zeit gelungen. etwas in feiner Art durchaus Vollkommenes zu schaffen und zu Derbheiten, etwas, das bi» ganze Frage der für Kinder wie Erwachsene so wichtigen Fetternährung aufs glücklichste löst, indem es uns von der für viele noch immer zu teuren Butter unabhängig macht. Dieses wertvolle, allgemein geschätzte Produkt ist bie ,Rahma - Margarine b u 11 era le i ch", die nach dem Urteile aller Sachverständigen in bezug auf Vährgehalt, Reinheit und Wohlgcschnrack da» Höchste barstellt. n>i6 bic moderne deutsche Industrie auf dem Gebiete der Edelmargarine erzeugt und auf den Markt bringt. Eine Hilfe für die Muller. Was ist eine nute Kapitalanlage? Tleienhe, welche befriedigende Zinsen trägt. Welche Muner brlnat nicht alle Cofer, um ihrem Kttzbe eine blühende Gesundheit zu sichern .'(estle k Kinderniehl ist die Nahrung für Kinber jeden Alters, wie auch für magensch»«che Erwachsene und Greife, die ganz beinahe»» b«|u tze- schäften ist, gute Gesund »eil zu bewirken und »u er- ballen. Eine Brobebofc und illustrierte BrsschÜre über Säuglingspflege kostenlos unb unoerbteblld) burdj „Ltnda"-Gese»sÄl sl nt b. H., Berlin W 5T, Bülowftraße 56. 'M<«1 (Nachdruck verboten.) 12. Fortsetzung. Schwester Anna auch unbedingt Dftertagen auf. „Sie sehen, es gibt hier viel Unaufschiebbares. Sie treffen es einfach ge> von gelben ter und wollte Köchin mußte sprechen. — Anna stand Arbeit, allerlei Tante köstlich Da kleidet, Lotte. Dazu mußte sich in den Ruhe finden lasten. kam eint Fron auf Anna zu, in der Hand einen Riefenstrauß Es klopfte. Da war wieder bas Dienstmädchen in dem rosa Kattunkleib. Schwester Anna möchte doch so gut fein unb gleich einmal zu den Malern kommen, die wüßten mcht. ob bic graue Farbe für Zimmer 15 richtig Mit ihrem großen, gelben Strauß ging Anna beim ins Stift zu Tante Lotte. Die sah feierlich auf bem roten Sofa vor dem schön gedeckten Tisch, besten Mittel- und Prochtsttick ein großer Palmkuchen bildete, ein Gebäck, bas man nur am Palmsonntag aß, bas bann aber auch ganz unentbehrlich war. - Tante Lotte hieß Anna herzlich willkommen, „mal orbentlid) roieber für Osterferien, aber ohne Heimweh nach der Klinik unb Arbeit, bas bäte sie sich aus". Unb Anna sagte fröhlich, daß es ganz wie früher sein solle, wie die alten Osterferien in ihren Töchterschultagen. Der Palmkuchen unb die gelben Blumen unb ihre Ferienstimmung, bas alles sei ganz wie dazumal. Unb sie wolle auch ebenso artig sein wie früher. Dazu schnitt Tante Lotte ein Gesicht unb sagte etwas von „allzu selbständig", unb gebrauchte die Worte „Dickkopf" unb „Eigensinn". Aber es klang nicht böse, unb Anna lachte bazu. Und dann sprachen die beiden Frauen von den alten Tagen, die heller schienen, als sie je gewesen. Nach bem Abendessen hatte Tante Lotte es ziemlich eiüg, Anna heraufzuschicken. „Du mußt doch dein Koiferchen auspacken, Kind. Ich hab es gleich in deine alte Giebelkammer stellen lasten. Und siehe mal nach, ob ich alles so richtig unb behaglich für bich gemacht habe. Ich bleibe noch ein Weilchen auf. Wenn du magst, kannst du ja später wieder zu mir herunterkommen." Anna stieg die enge Holztreppe hinaus. Wie sie bas 2lechzcn und Knarren jeder einzelnen Stufe kannte, und wie es sie an die alten Tage erinnerte, und an das Leid, bas sie bomals müde mit sich heruinschleppte. Oben zündete sie kein Licht an. Das Zimmer lag dämmerhell vom Licht des Vollmonds. Es saß sich gut hier auf der niedrigen Bank des Giebelfenster-. Wie wohl es tat, endlich einmal wieder Zeit zum Stillsitzen unb Nachdenken zu haben. In der Klinik zwang die Müdigkeit sie, leben Abend gleich noch Ärbeitsichluß zu Bett zu gehen, unb ba war immer die Pflicht, genug zu schlafen und für ben neuen Tag neue Kräfte zu sammeln. Die Ferien waren zur rechten Zeit gekommen. Anna fühlte, baß sie Ruhe brauchte unb Zeit — Zeit für sich selbst. Es war da etwas in ihr, bas wartete und wollte sein Recht haben und drängte nach Klarheit unb Wahrheit. Hell leuchtete bas Master des Stiftsteiches durch die kahlen Zweige des Gartens. Die drei ^Jungfrauen Frei geworden Erzählung von Klara Prieß. Rahma feirffetgleidt d-!^! (ei. Unb Frau Inspektor Brehmer fühlte sich schiech- eine Einspritzung haben, und die heute morgen schlecht. Unb nachher kommt gleich Doktor Rohde. Ich muß Ihnen wohl für heute Adieu sagen." „Wollen Sie nicht. „Auf Diebersehen" sagen, Schwester Anna?" „Auf Wiedersehen, wenn sich es einmal so trifft, ober meine freien Stunden sind rar. Jedenfalls hören wir wohl durch Tante Lotte gelegentlich voneinander." Sie gab ihm die Hand, und dann ging sie ihm voran aus dem Zimmer. Der Winker verging Anna rasch unb leicht. Im guten, gesunden Gleichmaß zogen bie Tage schnell dahin, ein jeder oollgewichtig an Arbeit, Erfahrung und Freude. Jetzt stand Frühlingsanfang im Kalender, und wie der gute Wille zum jruhling lag es heute, am Palmsonntag, auch über der Erde unb den Menschenkindern. Es war noch kalt, und ein herber Wind wehte von der See herüber, aber so oft wie möglich sandte die Sonne warme Strahlen durch die ziehenden Wolken. Unb die Menschen hatten ihre neuen Hüte und Sommerkleider hervor- geholt unb sich große Sträuße von Schlüstelblumen und Anemonen im nahen Holz gepflückt. Anna freute sich darüber, als sie gegen Sonnen Untergang aus bem Tor ging, um schnell noch einen Blick in die freie Äatur da draußen zu tun. Die Welt sah chr recht nach Sonntag unb Ferien aus und nach viel Frühjahrshoffnung. Und Ferien sollte Schwester Anna haben, richtige zwei Wochen Oster- ferien, die sie bet ihrer Tante im Stifte verleben wollte. Eben hatte sie ihre Sachen in der Klinik zu- jammengepadt und Bücher unb Schlüssel abgegeben. Dieser Abendspazicraang war der Anfang der ungewohnten Fretheit. Doktor Rohde hielt sich seit drei Wochen an der Riviera auf. In der Klinik waren seitdem keine neuen Pattenten ausgenommen und die alten möglichst enb lassen worden. Ein paar chronische Fälle konnten unter Schwester Elsbeths Obhut bleiben. So hatte Anna mit leichtem Herzen den angebotenen Urlaub genommen. Jetzt stand sie ein Weilchen draußen am Fluß still, auf der Uferböschung, wenig abseits vom Wege, eie ließ die bunten Menschen vorüberziehen, die in Scharen zur Stadt .zurückströmten. Sie freute sich, baß bie Sonne jetzt beim Untergeben einmal wieder all btc kleinen Scheiben der niedrigen Häuser den Fluh entlang so köstlich illuminierte, unb daß bie Backsteinmauern der alten Stadt dazu noch ebenso tiefrot aufleuchteten wie an den Frühlingssonntagabenden ihrer Kinderzeit. Unb die kleinen Flußdampfer waren wieder so hübsch weiß-rot und funkelnagelneu angemalt unb brachten wie damals Hunderte von fonntagsmüben Menschen beim in bie Stabt Sie nahm sich vor, Tante Lotte bald zu solcher Flußfahrt zu veranlassen, bas hatte ja immer zum Programm all ber Osterferien gehört, bic Anna im Stift verlebte. Unb ben Faust wollte fie auch einmal wieder lesen — wie damals mit Himmelschlüsseln. Diesen gelben Strauß drückte sie Anna in die Hand. „Weil Sie doch immer so gut zu mir waren. Schwester, in meiner Krankheit. Wissen Sie noch, wie elend ich balag? Was kann ber Menl-t, allen» aushalten? Aber mt is ja allens wieher ichön heil, unb wir waren schon ganz weit raus nach bem Holz. Un nu wollen wir mal schnell bie fiinners zu Bett bringen unb denn noch ein duschen nach'n „Deutschen Kaiser" gehn, wo bic Zigeuners spielen." Anna bebanttc sich für bie Blumen unb freute sich über bie Frau unb ihre Dankbarkeit. Es war doch gut, baß bie Menschen so leichtsinnig waren und Krankheit unb Elenb, wenn's eben anging, schnell unb gern vergaßen.___________________________ fielen ihr wieder ein, bie es in der Klostereinsamkeit nicht aushalten konnten unb dem bösen Feinbe iw bie Hänbe fielen, um der Liebe willen. Ob die drei ihr einsames Leben bester ertragen hatten, wenn ba Arbeit für sie gewesen wäre in ben Klostermauern, herzerguickenbe, gesunde Arbeit? Ober blieb es trotz alledem Frauenschickial, dies Sehnen unb Entbehren um ber Liebe willen? Unb sollte, konnte es auch wieder ihr Schicksal werden, trotz all ihrer Arbeit und Arbeitsfreudigkeit? Anna schüttelte den Stopf und sah mit klare» Augen weit hinaus in das mondhelle Land. Unb wenn da ein Unterstrom von Sehnsucht in ihre» wie in jedem Frauenlebcn blieb, ein Gtüik von ber ewigen Sehnsucht nach dem eigenen Heim — wie ein Bann, ein Zwang, ein Schicksal leg bas nicht mehr auf ihr. Sie war frei unb konnte wählen, welchen Weg fie gehen wollte. Unb dies Gefühl ber Freiheit, das Bewußtsein der reichen Mößlichkeiten, die ihr Leben nun in sich trug, war in dieser letzten Zeit wie ein stilles, heimliches Glück unb ein neuer Reichtum mit ihr gegangen. Zur Dual unb Wahl war es noch nicht gekommen. Dazu hatte es ihr immer auch an Zeit und Muße gefehlt, unb zuviel andere Menschen hotten tagtäglich Anspruch aus ihr Interesse und ihre Straft gemacht. So sehr sie das als Wohltat empfunden, nun tat es doch gut. einmal wieder ganz in Ruhe an ihr eigenes Leben denken zu können, unb an ihn, ber boch wieder Glück unb Unruhe ba hereingetragen. Sie hatte Mor 'Braten nur zweimal während dieser letzten Winterzeit im Stift getroffen, ob zu- fällig ober mit Tante Lottes weiser Nachhilfe, das wußte Anna nicht. Sie waren bann zu dreien freundlich und ungezwungen zusammen gewesen unb hatten genug zu reden gefunden von alten, gemein- iamen Belannten unb von seiner Arbeit auf bem fflut. Und sie fühlten beide, daß sie sich schnell Der- standen, baß da unter der Oberflächlichkeit unb Unbefangenheit der Unterhaltung ein starkes Interesse unb em warmes Verständnis füreinander lebte. Bar es doch ein Starkes, Gottgewolltes, Ewiges, bas sie zueinander hmzog' Oder halten jene alten siebe, Jahre ihnen das schnelle Verstehen füreinander ge- aeben und gelassen' Anna wußte es nicht. Aber sie wußte, daß der Mann sie liebte, unb daß seine Liebe wuchs und seine Sehnsucht. (Schluß folgt.) UMMMMMMWMMMMIMMMIMWNWWNMWiW I Ausnahme-Preise j f jedermann isl herzW roilltommen! 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