Mr. 180 Erstes Blatt l?5. Jahrgang Dienstag, 4. August (925 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbindlichKeit. Preis für 1 ram hobt für Anzeiqen von 27 mm Breite vrttrchk, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeiaen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorfchrist20° ,Auf« fchlag. - Verantwortlich für fpoldik u. Feuilleton: Dr. Frttdr Dilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für ben Anzeigenteil:Hans Doch, »amtlich in Diesten Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertag». Beilagen: G iestenerFamilienblätter Heimat im BUd. Monat,.vezagsprei,: 2®olömark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: schristleitung 112, Der- lagundGcschäftsstelle51. Anschrift für Drahtnach- richten: AnzeigerSiehen. Postscheckfonto: Zranlsuri a. ÖL 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vnick und Verlag 1 Brüi)i'»d)c Unioerjitätr-Vuch- und Steinöruderei H. lange in Liehen. Lchnslleitnng und Seschästritelle: Schulftrahe Z. Die Fürsorge für die deutschen Optanten. Berlin, 4. Aug. (Wolff.) Der preußische Minister des Innern hat durch Anschlag im Lager Schneidemühl u. a. folgend^ bekannt gegeben: Es wird von der preußischen Regierung alles darangesetzt, um einmal den Abtransport eines erheblichen Teils der Optanten in die einzelnen preußischen Regierungsbezirke start zu beschleunigen und sodann für die im Lager Zurückgebliebenen weitgehende Erleichterungen ihrer schwierigen Lage zu schaffen. Zu diesem Zweck gehen noch am Dienstag, dem 4. Aug. an die preußischen Regierungspräsidenten eilige dienstliche Anweisungen des Ministeriums des Innern heraus, sofort alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um die ihnen zugewiesene Zahl von Optanten in ihrem Regierungsbezirk beruflich unterzubringen und mit Wohnung zu versorgen. Voraussichtlich werden auf diese Weise noch in dieser Woche 1500 bis 2000 Optanten auf die einzelnen Regierungsbezirke verteilt, so daß eine crehbliche Entlastung des Lagers Schneidemühl eintritt. Im ganzen wurden bis jetzt Optanten mit einem Familienstand von 5000 Personen beruflich untergebracht. Für die vorläufig im Lager Zurückbleibenden sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, die der Verbesserung der Unterkunft der Kranken und Kinder sowie der Beratung der Vertriebenen dienen sollen. * Der Vizepräsident der Provinz Grenzmark- Westpreußen, Happ, teilte einem Pressevertreter mit: Durch Erlaß der Regierung werden nunmehr in allen Ortschaften der östlichen Provinzen Preußens Wohnungen beschlagnahmt werden, die nur irgendwie entbehrlich sind und für die Unterbringung benutzt werden können. Die Städte werden aufgeforbert, eine Anzahl Häuser so schnell wie möglich sertigzustellen. Man hofft damit, dass in diesen Orten im Oktober bzw. im kommenden Frühjahr Wohnungen für di e Optanten beziehbar fein werden. Ferner sind Maßnahmen getroffen worden, um die Optanten vorläufig in R 0 tWohnungen unterzubringen. Für die Op- tanten-Kinder wird der Dau des geplanten Kinderheims nunmehr in Angriff genommen werden. Das Vieh der Optanten soll in ausreichendem Maße bewacht und mit Futtermitteln beliefert werden. Der Dau des Winterlagers sei noch nicht genau festgelegt. Man sei noch im Zweifel darüber, ob man den Dau des Winterlagers auf dem De reich der Albatroswerke oder auf einem anderen Platze ausführen solle. Der Regierungs- präsident führte aus, daß die gesundheitliche Lage der Lagerinsassen im allgemeinen als gut zu bezeichnen sei. Die Sterblichkeit sei bedeutend geringer als in den in sanitärer Hinsicht best geleiteten Orten. Die Verwaltung des Schnei- demühler Durchgangslagers teilt mit, daß im Laufe des gestrigen Tages etwa 500 Optanten weiterbefördcrt wurden. Die Entscheidung im Danziger Poststreit. Genf. 4. Aug. (T41.) Der Sachver- ständigenaufchuß zur Abgrenzung des Hafengebiets von Danzig hat am Montagabend feine Arbeiten abgeschlossen Der Ausschuß hat einen Bericht ausgearbeitet, in dem das Zu- tandekomwen einer vollständigen Einigung sest- jeftcllt wird. Bei seinen Vorschlägen zur Fest- ehung der Abgrenzung deS Postgebiets, für die die sogenannte grüne Linie eingeführt wird, stützt fki) Oec Ausschuß auf den Beschluß des ständigen internationalen Gerichtshofs im Haag. Dec Bericht mit den Vorschlägen der Dachvcrsländigen wird zunächst dem Ober» kommissar des Völkerbundes in Dairzig zu- geleitet, bevor er den Mitgliedern des Völkerbundsrats zugestellt wird. Die „Danziger Reuesten Rachrichten" und die »Danziger Zeitung" hatten in ihren Ausgaben vom 1. August Sonderberichte ihrer Vertreter in Genf gebracht, die davon sprachen, daß es den Anschein habe, als ob die nach Danzig entsandte Kommission des Völkerbundes einen bereits gefaßten Plan unter einem indirekten polnischen Druck abzu ändern versucht hätte. Von zuständiger Stelle erfahren wir hierzu, daß bereits inDanzig unmittelbar nach Besichtigung des Hafens von der Mehrheit der Kommission ein Plan zur Abgrenzung des Hafens für b i c polnische P 0 st k u r z Umrissen worden ist. Eigenartigerweise begab sich die Kommission des Völkerbundes nach Beendigung ihrer Aufgaben in Danzig nach Warschau, wo sie vom polnischen Postminister empfangen wurde. Es dürfte außer Zweifel stehen, daß sie dort von polnischer Regierungsseite in Danzig feindlichem Sinne beeinflußt worden ist. 6o gut wie sicher ist jedenfalls, daß nach ihrem Eintreffen in Genf, wo die Schluhberatun- gen gepflegt werden sollten, von d«n dortigen polnischen Vertreter ein gewisser Druck auf sie ausgeübt worden ist. Anders kann es sich nicht erklären, daß es nötig war, noch zwei Tage hin- durch am 31. Juli und 1. August ausgedehnte Verhandlungen zu PflAen, obgleich, wie gesagt, der Plan für die Abgrenzung des Danziger Hafengebietes am Schluß des Aufenthaltes der tt-Tvr.lffinn Danzig sogut wie fest stand. Frankreich und der Sicherheitspakt. Die August-Gedenktage haben den leitenden französischen Politikern, dem Präsidenten der Republik, Doumergue, und dem Ministerpräsi- denten P a i n l e 0 s Gelegenheit zu Reden gegeben, die auf Frieden abgestimmt waren. Die öffentliche Meinung in Frankreich ist natürlich versucht, anläßlich des elften Gedenktages des Kriegsausbruchs die Lage von damals mit der Lage von heute zu vergleichen. Bor elf Fahren war es den vereinigten Intrigen PoincarLs, DelcaffLs und Iswolskis gelungen, den Welt- krieg heraufzubeschwören, ohne dabei in der öffentlichen Meinung der Wett — und im besonderen des französischen Volkes— als Angreifer zu erscheinen. Im August 1925 kämpft Frankreich in Marokko und, wie sich erst kürzlich heraus- gestellt hat .auch in Syrien gegen „aufftän- dische Eingeborene". Präsident Doumergue sprach feine lleberzeugung aus, daß der Frieden im Innern — gemeint ist wohl der Frieden im Innern des französischen Kolonialreichs — bald wieder hergestellt fein werde. Er krönte seine Rede mit den trefflichen Worten: Völker seid einig? Menschen seid menschlich! Wenn Doumergue und Painleve der lieber- zeugung gewesen wären, daß der „Friedensschritt" Frankreichs bei der Räumung des Ruhrgebietes ihrem Volle besonders angenehm in den Ohren geklungen hätte, so hätten sie gewiß nicht gezögert, auch dies Friedens- shmbol mit größerer Breite zu behandeln. Es wäre ungerecht, wenn wir befreiten wollten, daß die Räumung des Ruhrgebietes zum 31. Juli die volle Einlösung des von Frankreich Mitte August 1924 gegebenen Versprechens gewesen fei. Eine große Berliner Zeitung hat gewiß dem Empfinden vieler Deutscher Ausdruck verliehen, wenn sie erklärte, das deutsche Volk sende dem aus dem Ruhrgebiet abmarschierten Feinde „einen Steinwurf und einen Fluch" nach. Rüchterne Wirklichkeitspolitller — denen es im übrigen darum gar nicht an nationalem Temperament zu fehlen braucht — begnügen sich mit der Feststellung, daß es ein noch wirksameres Zeichen von Friedensbereitschaft gewesen wäre, wenn Frankreich nicht bis vierzHn Tage vor dein letzten Termin mit der Räumung des widerrechtlich okkupierten Gebietes gewartet hätte. Schließlich hat doch Herriot, der im August 1924 das Abkommen mit den Vertretern der Reichsregierung getroffen hatte, weitere siebeneinhalb Monate — nämlich bis in den April 1925 hinein— die Politik seines Landes geführt und in dieser Zeit reichlich Gelegenheit gehabt, der Zusicherung: „Räumung bis zum 16. August 1925“ eine loyale Interpretation zu geben. Wenn nicht gerade die im Ruhrgebiet stationierten französischen Truppen die geeignete Ergänzung für Frankreichs Marokko-Armee gewesen wären, so wäre der letzte französische Soldat aus Düsseldorf schwerlich vor dem 15. August abends abmarschiert. Die Konferenz, auf welcher der Pakt» Vertrag abgeschlossen werden soll, soll in der zweiten Hälfte September abgehalten werden. Bekanntlich hat sich der Quai d'Orsay nicht für zuständig erklärt, über Deutschlands Vorbehalte in der Völ-kerbundsfrage zu entscheiden oder auch nur materiell zu verhandeln. Dies soll vielmehr nach vier Wochen in Genf geschehen. Die Außenminister der drei in Betracht kommenden alliierten Länder, Briand für Frankreich, Chamberlain für England, und Vandervelde für Belgien, werden an der Völkerbundstagung in Genf teilnehmen und hierbei Gelegenheit haben, sich nicht nur über Deutschlands Döllerbundswünsche, sondern auch über eine gemeinsame Haltung bei den Pakt- Verhandlungen zu verständigen. Was bisher über die Absichten der französischen Außenpolitll in der Pakt-Frage bekannt geworden ist, beutet weniger aus große Friedensbereitschaft als vielmehr auf die Absicht hin, das durch den Versailler Vertrag geschaffene politische Machtverhältnis auch in das mit Deutschland zu schließende Abkommen hineinzuarbeiten. Wie unerträglich die in Versailles getroffene Lösung der Oft frag en ist. muß jedem deutlich werden, der das herzergreifende Bild im deutschen Optantenlager z u Schneidemühl gesehen hat. Solche Bilder sah man vor sieben Jahren an der damaligen deutschen Demarkationslinie im Osten auf dem rechten Dnjeprufer. Damals kamen deutschstämmige Bewohner des ehemaligen Zarenreiches zu Tausenden in die Flüchtlingsbaracken vrn Orscha und konnten nur mit großer Mühe auf der einzigen verfügbaren Dahn nach Westen über Minsk abtransportiert werden. Damals dauerte der Weltkrieg noch an und ap der Ostfront herrschte der halbe Friede, der beide Parteien veranlaßte, erhebliche bewaffnete Kräfte an der Grenze zu halten. Auch die fortgesetzten Verdächtigungen, daß Deutschland der Anstifter des marollanischen Aufstandes sei und Generalstabsoffiziere in das Land der Rifkabylen entsandt habe, sieht vielmehr nach Händelsuchen als nach ernstem Friedenswillen aus. Die wirlliche Bewährung für die friedliche Gesinnung der französischen Regierung wird gegeben fein, wenn die Vertreter Deutschlands mit den Vertretern Frankreichs. Englands. Belgiens und vielleicht auch Italiens über de» Geist und über den Wortlaut des Paktvertrages verhandeln werden. Friedens reden haben wir in den vergangenen sieben ..Friedensjahren" nkehr als genügend gehört: auch mit einer gelegentlichen Friedens - g c ft e , wie es die Räumung der Ruhr vierzehn Tage vor dem letzten Termin gewesen ist, ist uns wenig gedient. Wir erwarten jetzt, daß die französische Regierung die nach belgischen Meldungen noch bestehenden Bedenken gegen eine baldige Paktkonferenz fallen läßt und nicht etwa die deutschen Delegierten wieder vor ein fertig formuliertes, endgültiges Dertragsinstru- ment stellt. Der Sicherheitspakt. Griands Reise «ach London. Paris, 4. August. (T. 2L) Brianb wird am Mittwoch nach London reifen, um mit Chamberlain über die Garantiefrage zu verhandeln. Die Ankündigung soll am vergangenen Samstag nach London abgegangen fein. Am Quai d'Orsay fei gestern unter Lertyolet der Antwortentwurf fertig- gestellt. Brianb roerbe nicht länger als 48 Stunden in Lonbon bleiben und nur die notwendigen Mitarbeiter mitnehmen. Nach einer Brüsseler Meldung sollen augenblicklich diplomatische Verhandlungen zwischen Lonbon, Paris und Brüssel im Gange (ein, bie barüber auf- klären sollen, ob eine Konferenz, an der Deutschland teilnehmen würde, Zusammen- treten solle, um die Frage des Sicherheitspaktes zu diskutieren und zu regeln. Die englische und die belgische Regierung seien dem Zusammentritt einer derartigen Konferenz eher günstig, während man auf französischer Seite ein gewisses Zögern an ben Tag lege. Die Konferenz würbe in der zweiten Hälfte des Septembers, also nach der Tagung des Völkerbundes ftattfinben. Diese Tagung würde es Chamberlain und Briand gestatten, ihre Meinungen auszutauschen, da sie der Tagung des Völkerbundes persönlich beiwohnen würden. Man glaube nicht an die Möglichkeit, daß im. September auf der Völkerbundstagung in Genf die Frage der Zulassung Deutschlands aufgeworfen werde, und man erkenne folglich auch die Notwendigkeit, die geplante Konferenz vor Zusammentritt der Vökkerbundsversammlung einzuberufen. Painleve zur inneren Lage Frankreichs. Paris, 3. Aug. (WTB.) In Autin hat Ministerpräsident Painlevs auf einem Bankett aus Anlaß eines Turnfestes eine innerpolitifdje Rede gehalten. Die Regierung habe drei Probleme zu lösen gehabt: Stabilifierung des Franken, Interalliierte Schulden und das Marokkoproblem. Die Regierung habe geglaubt, daß es notwendig fei, die schwebende Schuld herabzufetzen, sie habe deshalb einen Appell an den öffentlichen Kredit gerichtet, einen Teil der Schatzbonds zu konsolidieren. Wer sich weigere, diese An- leche zu zeichnen, begehe einen Akt des Defaitismus, der nicht entschuldigt werden könne. Der Erfolg der Anleihe fei also notwendig, und die Regierung habe die Pflicht, im Augenblick alle anderen finanziellen Verpflichtungen dieser unterzuordnen. Ebenso wie das Land, solange es nicht die Frage der schwebenden Schuld regelt, bie vollkommene Freiheit in innerpolitischer Beziehung zurückgewin- nen kann, ebenso roeroe es in bezug auf seine Außenpolitik seine vollkommene Freiheit erst wieder zurückgewinnen, wenn die Frage der interalliierten Schulden geregelt sei. Die Schuldenfrage hätte mährend der letzten Monate des Krieges leicht gelöst werden können. Damals habe Frankreich für die gemeinsame Sache der Alliierten Prüfungen bestanden, bie man, nachdem der Sieg einmal errungen worden sei, nicht mehr in der gleichen Weise in Rechnung gestellt habe. Man dürfe sich nicht wundern, daß die Frage augenblicklich unter ganz besonders unglücklichen Bedingungen diskutiert werde. Painleve ging alsdai n auf die Frage des Kampfes in Marokko über und erklärte, man muffe die dem französischen Einfluß unterworfene marokkanische Zone verteidigen oder Nordafrika preisgeben. Das würde das Ende des französischen Kolonialreiches und das Ende der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Frankreichs, das ohne seine Kolonien unmöglich sei, bedeuten. Es würde das Ende des Prestige und des "Einflusses Frankreichs in der Wett bedeuten. Welcher Mensch, der die Verantwortung für die Regierung übernähme, würde es also wagen können, die Räu- mung Marokkos anzuorbnen, mit Ausnahme von jenen Verirrten, bie in ihren Träumen ben Zusam- menbrud) ihres Lanbes unb ber ganzen westlichen Zivilisation erblickten, unb bereu perverse Propaganda nicht geduldet werden könne. Wir haben nicht einen Tag verloren, um die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden vorzubereiten: es hängt nun von den Rifleuten ab, daß es möglich wird. Aber wir haben auch keinen Tag verloren, um bie mitt- torischen Maßnahmen vorzubereiten, die notwendig sind, wenn unsere Bedingungen nicht angenommen werden. Ich habe die feste Hoffnung, daß, was auch immer Tommen möge, wir spätestens bis An - fangs Oktober mit unseren Sorgen in Afrika zu Ende gekommen sein werden. Deutschland und Abdel Krim. Keine deutsche Unterstützung der Rifkabylen. Berlin, 4. Aug. (WTB.) Seit längerer Zeit bringt em getirifter Teil, der ausländischen Presse immer wieder Rachrichten über angebliche deutsche Unter ft ü&ung Abd c l K r i m S. Durch Mitteilung von Einzelheiten wie Hamen von deutschen Offizieren, die sich angeblich bei 2ll»d el Krim befinden sotten, soll der Eindruck der Richtigkeit derartiger Rachrichten erweckt werden. So hat unter dem 31. Juli wieder eine französische Agentur aus Rabat gemeldet. ein früherer deutscher DeneralstabSoffizier Ramens Forster sei militärischer Berater Abd el Krims. bei dem sich auch noch andere ehemalige deutsche Generalstabsoffiziere, unter diesen ein ehemaliger deutscher Major v. Tannenberg, befänden. Wenn auch derartige Behauptungen niemals von anttlichen Stellen der in Frage kommenden ausländischen Regierungen ausgestellt und Rachrichten dieser Arl aus Marokko selbst aufs nach>rücklichste dementiert wurden, so hat doch die Tatsache, daß bestimmte Ramen genannt wurden, die deutschen Stellen zu erneuten Erhebungen veranlaßt. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, gehörte dem deutschen Generalstab ein Offizier Ramens Forster niemals an. Ebensowenig befand sich ein Offizier v. Tannenberg in der deutschen Armee. Hieraus ergibt sich zur Genüge, daß diese Meldungen ebenso wi ealle anderen über eine Teilnahme deutscher Offiziere an den Operationen Abd el Krims aus der Luft gegriffen sind. Deutscher Reichstag. Berlin, 3. Aug Die zweite Beratung des Verkehrs st euergesctzes wird fortgesetzt. Abg. Brodaus (Dem.) empfiehlt einen Antrag der Demokraten, wonach die freien Berufe von der Umsatzsteuer befreit werden sollen Außerdem will der bemokratifche Antrag die Handelsvertreter umsatzsteuerfrei machen. Staatssekretär P 0 p i tz wendet sich gegen das Verlangen nach Befreiung der Handelsagenten von der ilmfatjfteuer. 2lbg. Dr. Fischer (Dem.) weift darauf hin, daß der unter dem Finanzminister Hermes geftelüe Antrag auf Befreiung der Handelsvertreter feinerzeit auch vom Zentrum und der Deutschen Dolkspartei unterschrieben war Der verstorbene deutschnationale Abgeordnete Dr. Helsferich habe mit.ganz besonderem Eifer diese Forderung vertreten. Der Redner tritt weiter für die Aufhebung der ßuiue- steuer ein. Die älmfatzsteuer müsse stärker herabgesetzt werden. Staatssekretär Dr. Popitz: Für unser ganzes Steuerwerk muß der Grundsatz gelten, daß wir uns nicht allein richten können nach der gegenwärtigen Finanzlage, sondern daß wir Vorsorge treffen müssen für die kommenden schweren Jahre, die uns große Verpflichtungen auferlegen. Man mülle auch an die Bedürfnisse der Länder beiden. Abg. Dr. Fischer (Dem.) fordert die Ren- nung der Ramen derjenigen, die wegen Aufforderung zur Steuersabotage verurteilt worden sind. Die vom Staatssekretär gegebene Begründung für die schonende Behandlung und Verschweigung der Ramen sei nicht stichhaltig. Es handle sich doch um Persönlichkeiten, die in der Oeffentlichkeit eine führende Rolle spielten und ihr staatSgefährliches Treiben vielleicht noch sortsehen. Abg. Hertz (Soz.) begründet die sozialdemokratischen Anträge auf Offenlegung der ©teuerliften und auf Einführung weiterer Sicherungsmaßnahmen für eine jährliche Veranlagung. Ein Fortschritt fei schon die vom Ausschuß beschlossene obligatorische Buchprüfung, die in den Großbetrieben alle drei Jahre stattfinden soll. Diese Prüfung sollte weiter ausgedehnt werden. Der Redner wendet sich dann scharf gegen die Ramensverschweigung der Verurteilten, die zur Steuersabotage aufgefordert haben. Die Sozialdemokraten würden bei der 3. Lesung in einer Entschließung die Namensnennung verlangen. Staatssekretär Dr. Popitz erwidert, die Ramen der Derurteitten seien schon durch die Presse gegangen. Hier, wo über das zweck- wäßigstc Verfahren beraten werden soll, habe die RamenSnennung gar keinen Zweck Es folgen die vorher zurückgestellten Ab- ftimmun-gen. Die Kapitalverkehr- fteuer wird in der Ausschußfassung angenommen. Zur Grunderwerbssteuer tmrb einstimmig ein Antrag Behrens (Dn.) und Genossen angenommen, der den Grunderwerb durch Anstalten, die der öffentlichen Wohlfahrtspflege dienen, von der Steuerpflicht ^befreit 3m übrigen wird die Vorlage nach den "Ausschußbefchlüllen angenommen. Bei der Umsatzsteuer wird der sozialdemokratische Antrag auf Steuerbefreiung für Handelsvertreter in namentlicher Abstimmung mit 205 gegen 152 Stimmen der CirrTen abg.e lehnt. Der sozialbemokratisch-lommunistijche 2lntrag auf Befreiung aller Lebensrnittel von ber Umsatz, steuer wird in namentlicher Abstimmung mit 224 gegen 131 Stirnen ber Sozialdemokraten, Kommunisten unb Völkischen obgelehnt. Abgelehnt wird auch ber bemokratifche Antrag auf Steuerbefreiung für bie freien Berufe. Die Steuer- befreiung ber Konsumgenossenschaften wirb in namentlicher Abstimmung mit 233 gegen 124 Stimmen ber Sozialdemokraten unb Kommunisten abgelehnt. Hur Luzusstouer mir-b mit den Stimmen der '.Regierungsparteien der sozialdemokratische 'Antrag angenommen, das; eine zu weitgehende Spezialisierung vermieden und hochwertige Qua - litätsarbeit geschont werden soll. Die Aushebung dor Luxussteuer wird gegen die Stimmen der Kommunisten und Demokraten abgelehnt. Die helObsehung der Umsahsteurer auf 1 Prozent wird mit 205 gegen 152 Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten. Demokraten und völkischen abgelehnt. Ls bleibt bei II Prozent für die allgemeine Umsatzsteuer und 7,5 Prozent für die Luxussteuer. Die Ausschußbeschlüsse zur Umsatzsteuer werden angenommen, darunter auch die vom Ausschuß beschlossene Bestimmung, daß Länder und Gemeinden keine Beherbergungssteuer mehr erheben dürfen. Die Wechselsteuer wird unverändert angenommen. Lei den Bestimmungen über das Verfahren wird der sozialdemokratische Antrag aus Offenlegung der Steuerlisten in namentlicher Abstimmung mit 230 gegen 130 Stimmen a b - gelehnt. Dann wird in namentlicher Abstimmung mit 322 gegen 36 Stimmen der demokratische Antrag angenommen, der den Veranlagungsausschüssen bei den Finanzämtern die Einsichtnahme in das Veranlagungserbebnis gewährleistet. Im übrigen werden die Bestimmungen über das Verfahren nach den Ausschußbeschlüssen angenommen. Es folgt der Gesetzentwurf über die Erhöhung der Bier- und Tabak st euer. Zur Beratung kommt zuerst die Biersteuer. Abg. Simon (Soz.l bekämpft die Steuer- erhöhung qls eine durch hie Finanzlage des Reiches nicht gebotene Schädigung her Wirtschaft und der Verbraucher. Die Bayerische Volks-. Partei habe in Bayern die Biersteuer abgelehnt und auf die Reichsregierung gegen die Biersleuer- pläne geschimpft. Die Vertreter dieser Partei und der bayerischen Regierung sollten doch einmal erklären, warum sie hier im Reichstage ganz anders auftreten als in Bayern. Abg. Dr. Fischer (Dem.) hebt hervor, daß vom Finanzministerium im Steuerausschuh die Auffassung mit allem Aachdruck vertreten worden sei. daß sie absolut nicht die hundert Millionen Mark entbehren könne, die die Bier- und Tabaksteuer rechnerisch erbringen sollte- Run liegt ein neuer Kompromihantrag vor, der nicht nur eine weitere Ermäßigung derBier? steuersätze bringt, sondern die ganze Biersteuernovelle überhaupt erst am 1. April 1926 in Kraft setzen will. Welches ist nun der neue Standpunkt der Regierung? Die Demokraten müssen die vorliegende Rovelle a b l e h n e n. Abg. Henning (Völk.): Die Bier- unb Tabaksteuer sei absolut unsozial und die Völkischen würden die Vorlage daher ablehnen. Der Redner begründet noch eine Entschließung seiner Partei, durch die die Regierung ersucht wird, die Einfuhr von Pilsener Bier aus b?r Tschechei i^rhaupt zu verbieten. Dabei betont er, dah die Pilsener Bierbrauereien vier Mark vom Erlös jedes verkauften Hektoliters Bier zur Be« kämpfung des Deutschtums abgäben. (Hört, hört!) Das Haus wendet sich dann der Besprechung des Art. 2 der Rovelle zu, der die Erhöhung der Tabaksteuer vorsieht. Abg. Meier (Soz.) bekämpft die auf Grund der Anträge der Kompromißparteien zustande- gekommene Ausschußsassung und wendet sich namentlich gegen die neueinzuführende M a - terialsteuer. Die Einführung der Materialsteuer würde das Verschwinden der billigeren Zigarettensorten von 3 und 4 Pfennigen zur Folge haben. Abg. Obendieck (Komm.) glaubt, dahdurch die Annahme der Ausschuhvorlage die Labak- Preise durchschnittlich um 40 Proz. steigen würden. Das sei eine unerhörte Ausräuberei. ' Abg. Bull (Dem.) vermiht Gründe für die von der Regierung behauptete Rotwendigleit der Tabatsteuererhöhung. f Die Abstimmungen der eingegangenen Beschwerde der Abg. Iadasch und Höl- lein (Kom.) ergeben im Falle Höllein Ablehnung des Antrages gegen die Stimmen der Kommunisten, im Falle Iadasch Ablehnung gegen die Stimmen der Kommunisten, der Sozialdemokraten und der Mehrheit der Demokraten. Weiterberatung Dienstag. Die Umsatzsteuer. Berlin, 4. Aug. (Wolfs.) Der »Lokal- Anzeiger" wußte gestern gbond zu berichten, daß zwischen der Reirte des Abschieds, ein Saarturner dankte für die gastliche Aufnahme. Die Saarturner, die abends 9 Uhr in ihre hiesigen Quartiere zurückkehrten, waren hochbesriedigt von dem Nachmittagsausflug, der ihnen, wie wir aus ihrem Munde hörten, ein unvcigLßliches Erlebnis bleiben wird. SteuerkaLsnder für August. 9m Monat 21 u g u ft werden folgende Steuern fällig: •5, August: Lohnsteuer für die Zeit vom 21. bis 31. Juli 1925 einschließlich der für die Zeit vom 1. bis 10. Juli 1925 bzw. 11. bis 20. Juli 1925 einhehaltenen, noch nicht abgelieferten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe. 6. August: 3. Ziel der vorl. staatl. Sovder- steuer vom bebauten Grundbesitz für Rj. 1925. Der Steuersatz der staatlichen Sondersteuer ist vom 3. Ziele 1925 ab für 100 Rm. Steuerwert von 60 Ps. auf 80 Pf. erhöht worden, so daß vom Zielbetrag für Rj. 1924 ein Drittel mehr zu zahlen ist. Z. B.: Für Rj. 1924 betrug der Zielbetrag 18 Rm., dazu Erhöhung ein Drittel hiervon = 6 Rm., somn sind zu zahlen für 3. bis 6. Ziel je 24 Rm. 10. August: Umsatzsteuervorauszahlung für den Monat Juli 1925. 15. A u g u st: Lohnsteuer für die Zeit vom 1. bis 10. August 1925, sofern der Gesamtbetrag mehr wie 50 Rm. beträgt. Kirchen- unb Kultussteuern der Landwirte unb Gehalts- bzw. Lohnempfänger (Arbeitnehmer) 2. Rate für 1925 auf Grunb ber seinerzeit zugestellten Steuerbescheide. Staats- unb Gemeinbehundefteuer letzte Rate für 1925. Staatliche Grundsteuer 1. unb 2. Ziel 1925, staatliche Gewerbesteuer l.Ziel 1925. Beide Abgaben finb in einem Steuerbescheibe vereinigt, ber soweit noch nicht geschehen, in ben nächsten Tagen zugestellt wirb. Auf bis fälligen Ziele ber staatlichen Grunbsteuer 1925 werben bie bereits für Rj. 1925 geleisteten Zahlungen angerechnet. Der Steuerbescheib für 1924 sowie bie sonstigen Quittungen ber für Rj. 1925 geleisteten Zahlungen auf Grunbsteuer sind bei ber Zahlung vorzulegen. Vorläufige Vermögenssteuer 2. Rate 1925 in Höhe von einem Viertel ber Vermögenssteuerschulb bes Jahres 1924. Es ist bies ber am 15. Mai 1925 fällig gewesene unb bis zum 15. August 1925 ge- ftunbete Zielbetrag. 2 5. August: Lohnsteuer für bie Zeit vom 11. bis 20. August 1925, sofern ber Gesamtbetrag für genannte Zeit ober mit ben für bie Zeit vom 1. bis 10. August 1925 einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 50 Rm. beträgt. Mit Ausnahme ber Lohnsteuer unb ber Slaats- unb Gemeinde-Hundesteuer können bie angeführten Abgaben noch innerhalb ber siebentägigen Schon frist ohne Zuschläge bezahlt werden. . ** Das Aufwertungsgesetz unb bie Zinszahlung. Das Aufwertungsgesetz enthielt keine Bestimmungen darüber, wann die gemäß § 28 geschuldeten Zinsen zu zahlen finb. Es überläßt diese Frage vielmehr ben zwischen ben Beteiligten getroffenen vertraglichen Abreden. Die Zinsen finb in denselben Zeitabschnitten zu zahlen, wie dies das zwischen ben Beteiligten bestehende Schuldver- hällnis vorsieht. Zinsen, die jedoch bereits vor dem 1. August d. I. fällig geworden sind, brauchen nicht vor bc-m 1. August entrichtet zu werben (Artikel 111 bes Gesetzes vom 28. Juni 1925, Reichs- aesetzblatt S. 92). Zu zahlen sinb für bas erste Halbjahr 1925 1,2 v. S). , und zwar von dem Aus- mertüng&betrag von 25 v. H. Dieser Aufwertungs- betraa ist auch bann zugrunde zu legen, wenn der Gläubiger mit Rücksicht auf § 10 des Gesetzes glaubt, eine höhere Aufwertung verlangen zu können, oder wenn der Schuldner auf Grund des § 8 eine Herabsetzung der Auswertung beantragt solange nicht die Aufwertungsstelle einen anderen Satz als 25 v. H. festgesetzt hak. ** 3)1 i ft ein sind nach einer Verordnung des Mreisamts Gießen innerhalb 14 Tagen in sämtlichen Feld und Gartengrundstücken und Hof' reiten zu entfernen. Landkreis Gi ?n. !*! Lang-Göns, 3. Aug. Am 13. August findet hier ein Ziegenmorkt statt da der Markt in Hungen infolge ber herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden darf. Zum Auftrieb gelangen Tiere der hornlosen Saanen- raffe, die angetört unb in bas Herdbuch eingetragen sind. Kreis Schotten. Schotten, 3. Aug. Der hier nsuge-grün- bsie M o t o r r a d k 1 u b , ber neben den einheimischen auch eine Anzahl auswärtiger Mitglieder umfaßt, beabsichtigt, Ende September ein M o t o r r a b r e n n e n zu veranstalten. Das Rennen fuhrt über Nibba, Ranstadt, Selters. Gedern, Schotten und soll in verfd)iebenen Abteilungen gefahren werden. Alfa. 3 2Iug. Das Gut ..Hauben- mühl" hat sich in der letzten Zeit durch Ankauf vvn Gelände stark vergrößert. Die Ehaussee nach Unter-Schmitten, die seither mitten durch die Oekonpmiegebäude führte, ist jetzt verlegt und umgeht die Gebäulichkeiten. -- Infolge der sich häufenden Regentage wird daS Einbringen der Ernte stark verzögert. Roggen und Gerste sind zum größten Teil in der Schauer, Hafer und Weizen noch im Felde. May. fürchtet, dah ein Anhalten der regnerischen Witterung das a.uf dem Feld liegende Getreide zum Wachsen bringt und damit der Verderbnis entgegenstihrt. >es?cn-Naffau. spd. Frankfurt a. M., 3. Aug. Ein geriebener Gauner hat in der Nachbarschaft zahlreiche Personen hereinaelegt. Er kaufte bei Uhrmachern goldene Uhren unb ließ einen tschechischen 5000-Kronen Schein, ben er, wie er behauptete, nirgenbs wechseln konnte, als Pfand zurück. Arn nächsten Tage werbe er wiederkommen unb ben Verkauf fest abschließen. Jper Mann ließ sich aber nirgends wiedersehen. später entdeckte man. bgß der angebliche tschechische Schein ein ungarischer 5000-Kronen-Hchein i in Werte von 25 Reichspfennig war. Wirtschaft. Einheikskurfe für deutsche Wertpapiere. Frankfurt, 3. Aug. (DHD.) Nach einer Bekanntmachung des Börsenvorstandes werben vom Mittwoch, 5. August 1925, ab an ben Abenbbörsen Einheitskurse für deutsche Wertpapiere festgestellt, bie zum Handel mit veränberlichen Kur, sen zugelassen finb. ________________Börsenkurse.____________ .... Börse. Berlin. 3. 'Aug. Zu Beginn der neuen Woche bröckelte das Kursniveau langsam Motorenwerke Mannbcim frankfurter Armaturen . «Mserveniahrtk Braun . . Schuhsabrt? Hcri . . 6i*f[ HtURo'i Waldhos..... Jyrtec-abrif Frankenthal . gudvrfabnt Waghäusel . Berliner Berliner Handelsaeleülchatt. Commerz- und Prlvak-Äant Darmst. und Naiionalbaut . Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank . . . . Discomo Commandit Mlallban! Mmeldeunche Lretzitdank. • Ocsterrcichische Kreditanstalt. Westbank ....... Bochumer On8 . ..... Buderus........ . . §nro ............ Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Äergwerke. . harpener Bergbau..... Lallwerk Aschersleben. . . . Laliwerk Westeregeln..... Laurcchütte ...... Obeibebart .......... Phönir Bergbau . Äpeinitabl • . . ........ »hebert Montau TelluS Bergbau. ..... Hamburg-Lmertka Paket. . . Norddeutscher Llovo Lhergurtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pbilivv Holzmann...... Auaw-Tom -Guano . . .. Badische Anilin Rheinische Maver Skantn 1 Goldschmidt . .... Griesheimer Electron . . . I Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung Rutgerswcrte ....... Scher dcanstglt «llc> TlekirtztlätS-Gekellschnft Brrßmann Maürkraltwerk Schlickert . . . . Siemens A ...... MNerwerke Äleyer ...... Dcn-nier Motoren. ..... bcyligenstacdt. . ..... Mognm . weiter ab. Anregende Momente lagen für den Börsenverkehr so gut wie überhaupt nicht vor, wenn man von der Möglichkeit absieht, dah entsprechend einzelnen Blättermeldungen die Reichsregierung nicht abgeneigt fein soll, auf Drängen des Reichstages eine allgemeine Er Mäßigung der ilmfatjfteuer noch unter l1/, vorzunehmen. Da sich eine solche eventuelle Maßnahme _________________Datum: 5% Deutsche RetchSanlelh» . *°/o Deutsche Rcichsaüleihe ■ Deutsche Aetcheauioihe 3% Deutsche RcichsaiUeibe . Deutsche Lvarvramienan leihe 4°A> Preußische Lootols . . 4°/o Heuen . . S’/i’/n Hessen........ 3% Heften.......... Deutsche Werl'o- Dollar-Anl. dto- Doll.-Schav-Allweisltg..) Fmuksun a-M- Berlin Schlub» fiuts Siblugii. ilbeoo» oörie Schluß. Kur» Schluß MiUa, b5ri, 31- 7. ! 8. 31.7. 3 8 0.23 0.22'25 0.2325 0 23 / — — 0,325 0.292.5 0.25 j 0.2,5 0.275 0 255 0,11 0.39 o.».5 0.43 0.13 0.13 0,1325 0.14.5 -7- 0.24 0,2<35 0,2525 — — 0,296 0,29 0.22 0.22 — — 0/2-1 0,'22 0.27 0.24 80.75 89.75 91.75 94.3 91.75 :i4 94,35 94,5 6.65 6.6 6.62 | 6,10 — 31.5 — — 129 128.75 129,13 «5 94.7.' 95 91 115 114 U l 40 114 50 Illi. 25 119 116.5 116 105 105 105,5 105 SO. 5 8> — - 95 9.5 ft> 9.5 7.62 7.6 7.75 7.62 0.07 0,07 0,1 0.1 ^2.75 — 62 62,5 45,50 »5 46.1 44.25 4V — 3» 61.75 39 60 60 60.75 51 50 51.7 50,50 99.5 99 99,62 99 121.5 123 12.5 124.7.5 13.» 139 2L13 20.90 4(1 38 39,5 38-5 45 - 43 74.75 70,50 74,75 74,10 59,5 57,75 59 i 72 73 71 71 5.2 — — 51.5 49.5 >1 50,25 52. L5 51,25 52,25 50,75 70.23 68 75. — I 58 57,5 59.25 58,2.5 — — 91.1 91 122.50 122.13 122 122.25 0,45 — 77 4 71.25 iü «5 113.25 113.25 113 113.5 114 113,25 113,50 113,75 5.75 5.0 65 5 65,75 66 67 100 97 — 96.13 91,75 96 95.1 — 70.2.5 72 71 62,75 83.75 _ 58 — 57,6.2 56.5 73,25 74.25 <4 74,4 55 5 51 55 55 48 46 48 46,13 37.75. . 1 — — 4.3 15 41 42 — »2.5 60 0.425. — — — 073 0 75 — — 10.1 100 — -r—. 71 70 .0,5 69.5 10 36.. x 38 34,25 22.2' 20 22 20 9,55 ft, 30 9.6 9,25 70 66 — — 70.75 59,75 60,25 fO aber erst in Monaten auswirieu du'. L . • t angeblich erst für Januar nächst' . - > e > i i Frage) verharrte die Börse bei ihv?m h ■ 3.13 1 grundsätzlichen Pessimismus. :■ :• ; 7 riif t wurde durch Rachrichten über neu? L 2 b ' ! 0 . öevunaen im Ruhrgebiet uno (-21 £,cl* Reichsbahn. Am Geldmarkt i v:; v'exrf ^uch nach dem Ultimo noch ft ar., ligstches Geld ®^?rbert 10 bis 11 Prvz., Mvno^gr/ ^ nominell W bis 11’ Proz. Einiges Geschäft wickelte sich anfangs nur am K 0 l 0 n i a l - A t en - V x öwar namsntlich in Südfee- Phosphat. Es hat den Anschein. a>s wenn zwischen Verwaltung und Opposition eine gewisse lieber* ernstimmung erzielt wurde, denn der Kurs geigte ftcb gegenüber dein Freitags-SchlußÜande bedeu- ^nd befestrgt (45). Rach Festsetzung der ersten Kurse setzte srch an der Börse die rückläufige Bewegung allgemein fort. Die Abjchläae hiel* ten sich jedoch zumeist in engen Grenzen entsprechend dem kleinen Umfange des Geschäftes Vereinzelt traten sogar gewisse Kursbesserungen hervpr. so in d?n Werten des Anilin-Konzerns und am Maschinen- und Metallmarkte, wo sich der Gefchäftsgang letzthin etwas gebessert haben soll Am Devisenmarkt war das Geschäft sehr still, da im internationalen Devisenverkehr der Platze Lvndon heute ausfiel. (England hat am 3. August Feiertag) Es waren keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen. Die Reichsmark wurde notiert in Amsterdam mit 59,26. in Paris mit 5,002. Dediftnmarkt Berlin—Fra»kftzrt a. <2R.”' (y>n BMianen Mark auSgsdrürtt. BuenoL-AireS. Landon. Neu- York. Iapaii, Riodr Janeiro für e(ne SinOeik. Wiey anb Vodavcit nrr 100000 Kulhertea. alle« übrige für 100 EinbeKur.t Telegraphische Auszahlung. 30 Jrp " 3 August Amtlich» Röti xuna <5>eld Brief ”ßc5”tS?a ' ttmü.Jnyn. Pucn--Aires Brst.-StniW- Cyristiania ■ tzo-rnbagen Lrockbolm - örvinsforS. atalicu . . London■ . Weutjort . . P-iris.... Schweiz . . Svouirn. • Jaran . .. 'Kip de Jan. Wien >n D.- Ceff. abgeft. &»:: Budapest. . öulaarien Lissabon Danüg . . fionfiAim» ülben. . 168.ti 1.688 19,31 7 ,25 95,93 112,81 10.56?, 15.32 20.374 4,195 19.915 S1.44 60.70 '.727 9.493 59.067 12 427 7.6.5 5.H5 3.025 20,82.5 80.8.5 2.32 6.69 163 86 1693 19,38 77,45 96.17 113. 09 10.605 20?436 4,205 19.Ä55 ->1.^1 60 86 1.731 0.495 59,207 12.467 7.05 5.915 3.045 -'0.87.5 81 0.5 2,33 6.71 168 54 1.689 19 M -0.40 112.78 10 575 1.5 32 20.374 4.195 19,90 M 47 1.727 0 ISS 59 U67 12.427 7.69 j.89 1.03 20 775 80 99 2..>. 6 69 ms.oir 1,693 19.345 76.50 94,87 fö 15.3« 20.42« 4,203 19.94 81.67 60.70 L7bl 1.195 59.207 IS. 467 :,62 -0.8-5 1 10 2,37 671 'Banknoten. Berlin, 3 August. tzssld Brie' Auicrikantichv Nor« ..... Belgische «o,en ...... . Dänische 97oien ....... Englische Noten. ....... FiMöstsche Oi'otett ...... öollaubtzche Noten...... rZtalieniiche Noten ...... Norwegische Noten. ... Deulsch-Lester-r., 5 ioo Sronen Numainiche Noten...... Schwedische Noten ..... Schweiler Noten ..... Spanische Noten....... Tschechoslowakische «oteu . . Ungarische 'Jloua ... 1.176 19/25 94 61 20.330 19,95 168,03 15.45 -1,11 59,17 112.43 81,65 60.43 13.38 5.83 419,1 19,35 4.01 20,420 30 05 168.8? 1.5,51 6.49 59,47 112.98 82.05 60.73 13.44 a.8? Srantfurter Abendbörfg. Frankfurt a. M., 3. Aug. In ber heutigen Abenbbörse war bie Umsatztätigkeit fast belang, los. Die Stimmung behielt ihren lustlosen, zurüch haltenben Charakter bei, unb im allgemeinen neig, ten bie Kurse zum weiteren Nachgeben. Am Man- tanmavlt lagen Phönix um weitere 3 Prozent schwächer. Chemiewerte etwas gehalten, bes- gleichen Bankaktien. Schiffahrtsaktien umsatzlos. Der beutsche Rentenmarkt lag still unb tendierte weiter nach unten. Kriegsanleihen gingen im freien Verkehr zu 0,247} G. unb 0,220 B. um. Die Abenbbörse schloß in schwacher Haltung. — Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,2224, 4prozent. Schutzgebietsanleihe 4,275. Bankaktien: Commerzbank 94,75, Darmstädter Bank 114, Deutsche Bank 116, Discontogesellschaft 105, Dresdner Bank 100, Miltelbeutsche Crebitbank 95, Oester- reichische Krebitaktien 7,60. Montanaktien: Mans- selber 56, Phönix 70,5, Kali Aschersleben 123. Chemische Aktien: Babische Anilin 122,12, Elber- selber Farben 113,25, Höchster Farben 113,50, Holzverkohlung 5,50. Jnbustrieaktien: AEG. 94,75, Dyckerhoff & Widmann 35, Hammersen 16,50, Holzmann 57,50, Boigt & Häffner 65, Zucker Heilbronn 57. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt g. M., 3. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, alte Ernte 24 bis 24.50. Roggen, inländ. neue Ernte 21,50 bis 21.75, Hafer, inländ., 20,50 bis 23.50, Mais gelb) 22 bis 22,25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 33,50 bis 39.25, Roggenmehl 30 bis 31,25, Weizen» fleie 11,75 bis 12,10, Roggenkleie 12,50 bis 12,75, Erbsen 27 bis 32, Heu. süddeutsches, guten krochen neuer Ernte 3,50, Weizen- und Roggenstroh 4,50> bis 5, Treber, getrocknet 19 bis 19,50. Tendenz: Feste r. ZraiUsurrey <$$*.•■ Frankfurt a. M., Auftrieb: 1305 Rinder; darunter 389 Ochsen. 49 Bullen, 867 Färsen und Kühe, 581 Kälber, 115 Schafe, 4574 Schweine. Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 68, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 52 bis 60. mäßig genährte junge und gut genährte ältere 42 bis 51. Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 55 bis 60, poll- fleischige jüngere 48 bis 54. Färsen und Äübe: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 60 bis 66, vollfleischige aus* mästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jkabren 52 bis 60, tventg gut entwickelte Färsen 52 bis 59, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 50. mäßig genährte Kühe und Färsen 30 ins 38. gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 25. Kälber: feinste Mastkälber 78 bis 85, mittlere Wast- und beste Saugkälber 70 bis 76.,geringere Mast* und gute Saugkälber 60 bis 68. Schafe (Weidemastschafe): Mastlämmer und Mast^ hämmel 50 bis 52, geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 46. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 28 bis 33. Schweine: voUfleische von 80 bis 100 Kilo 86 bis 88, voll- fleischige unter 80 Kilo 80 bis 85, voNfleilchigq von 100 bis 120 und 120 bis 150 Kilo 86 bis 88, üettschweine über 150 Kilo, unreine Hauen unö> geschnittene Eber 72 bis 80 Mark für 100 Psd. Lebendgewicht. Marktverkauf: Lebhafter Handel, bei Schweinen äleberstand. Be- 3nfaffe kommen gcAUxilelt wirb. Hin vierter wurde nur leicht verletzt ig heraus, der F o r t« Ledensberuf und de» DcrS dankbare Seifenpulver Wir suchen für fo- 165 317.64 Ohne Chlor. 3 008.78 Wohnhaus WZ mit freiwerdender Wohnung zu Kau- nett auuer« Gebildetes Man MM. gegen hohen Der- dienst gesucht. <*** für meine Kunstdienst gesucht. Handlung gesucht Pfälzer Hof Schanzenstrahe. o»H5 I Hirz. I Vorst, von 4—7. Seltersweg 2*. Seltersweg 22. Bitte beu nit an die Einwohner von Gießen! Schr. 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Um den ankommenden ehemaligen Angehörigen des Regiments und seiner Kriegsformationen emen gleichen würdigen Empfang bereiten zu können, wie er beit Turnern in diesen Tagen zuteil geworden ist, und in ihnen auch die frühere Zusammengehörigkeit mit der Einwohnerschaft wachzurufen, richten wir an die Einwohner der Stadt die dringende Bitte, den Häuserschmuck bis dahin aufbewahren zu wollen, um ihn bei diesem Feste wieder anbringen zu können. Der Bau-Ausschuh. Hch. Damm, Vorsitzender. garnitur System Van», v. be nötige.! ist geringer aeworden. Immerhin haben noch ungefähr 3000 Studenten mit harter täglicher Rot und Entbehrungen zu kämpfen. Weitere 20 000 Studenten sind nicht im Besitze von WiNein. um sich die Bucher sür Studien« mittel anzuschaNen und ein ruhiges sorgenfreies Studium durcviühren zu können Aus diesem Grunde kann an einen Abbau der Hilfswah- nahmcn nicht gedacht werden, bet denen selbstverständlich Gesichtspunkte polnischer, kvnfefsio- ne Her und weltanschaulicher Art vollkommen ausgeschlossen werden ?kach einem weiteren Referat des Rcgic- rungsrais Dr. Wallwitz vom Preußischen Wohlsahrtsministerium, der über die Frage dec Leibesübungen sprach und für eine stärkere Berücksichtigung der Leibesübungen an den deutschen Hochschulen eintrat, behandelte sodann cand. phil. Walter Zimmermann, der Leiter des Auslandamtes der Deutschen Studentenschaft, die Beziehungen der deutschen Studententchast zum Auslände. Gr stellte fest, daß diese Beziehungen sich seit Kriegsende dauernd verlieft haben, trat indes dafür ein. daß alle- getan werde, damit den ausländischen Studenten das Studium an den beut- schon Hochschulen ermöglicht werde. Gr wie- darauf hin, dost in Bezug auf die Zahl natürlich eine gewisse Gegenseitigkeit vorhanden sein müsse. An den Bewegungen, die die gesamte internationale Studentenschaft betreffen, beteilige sich auch die deutsche Studentenschaft lethasi Sie sei bereit, zum Iwecke der Fovde- rung der internationalen Zusammenarbeit alle Opfer zu bringen außer dem der nationalen Ghre. Die Stadt Berlin gab den Bertretern deS StudenlentageS im Gharlottcnhurger Aal- Haus einen Imbiß, an dem auch Studierende aus Dänemark und Holland, .sowie deutsche Studenten aus Wien. Aiga. Dorpat und Brasilien leilnahincn. Die Beranstaltung sand ihren 2lb- fchlun in einer Fahrt zum Herrenhaus, wo sofort eine vierte Vollsitzung begann. Äul- lusminister CB cd er begrüßte die akademische Iugend und wies darauf hin. dah sie an der Er- ft ar hing des Staatsgefühls und des Htaatsgedan- kens mitzuarbcitcn alS eine hohe Pflicht betrachten müfiten in der Erkenntnis, ein Glied des ganzen Volkstums zu sein, so wie der Reichs- präf ident trotz anderer Traditionen sich zum heutigen Staat bekenne. Der Vorsitzende des Deutschen Hochschulverbandcs, Pros. Scheel, hob den Werl der Zusammenarbeit seine» Verbandes mit der Deutschen Studentenschaft hervor. Aus aller Welt. Verbandstagung der Postbeamten. Am Samstag und Sonntag hat in Koblenz die Tagung des Verbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamten statgefunden, an der 700 untere Postbeamte aus dem ganzen Reichsgebiet teilgenommen haben. Die Grütze des Postininist». riums und der Oberpostdirektionen des besetzten Gebietes überbrachte Oberpostrat Dr. E i d Auch Vertreter des Saargebiets brachten die Wünsche für den guten Verlauf der Tagung dar. Reichstage- abgeordneter Postsekretär Koch sprach in der Festrede die Hoffnung aus, das; trotz des 'chweren politischen Druckes und der Rot der Zen wir in wirtschaftlicher Beziehung einen ebensolchen Ausstieg nehmen, wie mir ihn 1807 auf dem politnchen Gebiete erlebten. Die Beamten wollten mit allen Kräften dafür einstehen, bah das deutsche Volk in seiner ©elaiutbeit wieder gesund» Er grüßte die österreichischen Brüder mit der .non- mmg. daß dermaleinst der Tag komme, der uns zu Grohdeulschland vereint Schweres Autounglück bei Stargard. Aus der Chaussee zwischen Hansseldx- und setzung des Studiums im .zuhrer Problem* die Grundlage der Erörterungen in engeren Ausschüssen am Freitag bildeten. ,)iyeifello5 haben diese Erörterungen auf dem Stu« bien tag die Erkenntnis ber organischen Ausgestaltung bis Hochschulwesens gefördert, ohne doch schon ein irgendwie abschließendes Ergebnis gezeitigt zu haben. Sie hoben damit zugleich aber auch eine recht wichl'ae Grundlage für die rein stimmungs, mäßige Behandlung der Erörterungen des eigentlichen Stubcntentages geschaffen. Gerade wo auf dem Studientag die Der- pslichtung dec Studentenschaft -ux Surorbnung iu hgs Ganze deS Staates und Volkes die Grundtendenz abgab. eraab es sich von selbst, daß hier auch bei der Eröffnungsfeier, dir von der Berliner Universität in der Kroll-Oper veranstaltet war. und bei der heutigen Eröffnung des Stu» bententages angeknüpft wurde. Zur besonderen Bctonuizg kam das auch durch das Verbot der interalliierten Rheinlandkommis» Passiv». Reservefonds . . . . Brtriebsrücklogc Gsschöftsguthoben ber Genosse» Spareinlagen j) gegen Bücher JUL 38792.30 b) „ Scheine „ 2600.- Schulben im Pankoerhehr. . . Schulden in lfd. Rechnung . . . Wechsel (Akzepte) ........ Unerhobene Passivzinsen Reingewinn ......... Mm 80. äuli badd zugelaufen. Abtuholen gegen Erstattung der 0132 a n oen Gi eß^Aiiz. Die Landes-Hell- und Pflegeanftatt i.Philippshofpital" bei Goddelau (Nahe Darmstadt), besetztes Gebiet, Schwester», schäft vom Role» Kreuz, staatlich anerkannte Krankenpflegeschule, sucht Lernschwestern beit, czeg. guten.Kl ns« ,uk. schr. Angeb. u. 06161 an d. G. Anz. fttL 37 Jahre, eo. auS guter tränt, an« geneomc Erschein., tüchi'ge Haudkau, möchte einem ctzacak- teroeUen Hwvrn bis zu 5j Jahren treue Lebenrgrsährti« sein. ErNstgemeiute schr. Angeb. u. 74050 an den Gieß. Anz. 114 Ausgeschieden in 1924 durch Tod . ti Mithin Stand am Ende 1924 .... 108 Die Gesamthaftsumme der Mitglieder beträgt 216 000.- JLK Hungen, den 3 August 1925. 73960 $par= u. Leihlassc zu Hungen ringel', renäffeuschast mit dcschc. Haftpflicht fBerlett. Spieß. G. Kohlheyer Schweres Unwetter in Steiermark. Heftige Regengüsse haben in Graz mannigfachen Schaben angerichtet. In ber Stabt kam es iu zahlreichen Wafscreiiibrucheii in Keller ' ud Hofräinne. währenb in der Umgebung auf den Felbern schwerer Schaden angerichtet wurde In Kainack [am eine durch die Wassermengen geltxfevte örbbant ins Rutschen, u-odurch die 5n- stalt der Barmherzigen Brüder besonders in Mitleidenschaft geflogen wurde. Im Hochschwab, gebiet herrschte heftige- mit Sturm und Schnee untermischtes Regenweiter. lLSctlcrvoraussagc. Vielfach wolkig. Winde zurückbrehenb. zunächst trocken und wann, doch stärkere Rieder- schlaasneigung. Die eingetreleue Aufbesserung ber Wetterlage ist burd) ein von ben Azoren nach Mitteleuropa vorgestoßenes Hochbruckgediel bedingt An seiner Westseite zieht jedoch eine TeiIzhklone heran, die besonders in Frankreich und im Äanolgcbiet in den letzten 24 Stunden starken Durchfall bewirkt hat. Gestrige Tagestemperatureu Marimuu' 19.2 ®rab L.. Minimum 3.3 Grab E Riederschlag^» menge 0.2 Millimeter._________________________ Sorptileme altern w, ä’ä fülle unschön. 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Der Erreichung ditzst» Haden die Referat« am Donerstgg ge dient, die m bewußter Beschränkung auf die drei ofiBenproblcmc des Beginns des akademischen Sjutnums aus der Schulbildung heraus, der F Gut erhaltener Wö zu verkaufen. Näheres Occ,» Sonnenftr. 32, Laden. ötw ätveinfict uud ein Treisitt-r wanderer- roagen gut erhalten, mit elektr. Licht, verkauft im Auitrna Ernst Faber. Gießen. Südanlaa«< __Televbon >341 | Kaufgesuche Altes Blei iBleiröhrem lauft BMUcheDrackeret M>p Schulitr. 7'3. [Verschiedenes! Ordenti. Ürau zum Weihnähen und Flicken (Don unserem Sonderderichterstan«».) Roch der Beendigung der vorbereitenden rguingen des Hauptausschusjes und der Kreistage de» deutschen Studentenschost und des 3. Deut- ötubentfniages als der Jahresiogung der Sachgruppen haben die Verhandlungen am Sams« tag den Beginn des eigenllichen großen 8. Deut- , JL Studententages gebracht. Noch dem Arbeits« plan der Tagung war dieser erste Verhandlungs- ,.,a weitaus der wichtigste, der seinen besonderen utzsrakker in Berlin noch durch die Anwesenheit t>ei zahlreichen Ehrengäste und durch die in den Dgarußungsanlprachen abgegebenen grundsätzlichen Erklärungen bekommen Hot. Der Houptausichuh iiyh die Kreistage haben die Kleinarbeit geleistet. Dch, Studientag hat sich mit den eigentlichen Fachsroaen des akademischen Studiums in allen Fakultäten beschäftigt. wobei der Nachdruck 165317.64 Bürgschastsverpflichtungen . . 5 000 JLK. Virovechiudlichkeiten.....58 000 „ Milgliederbewegung. Stand arti I. Januar 1924 114 Neu beigetreten in 1824 .... . .- Verkäufe | Wohnhaus mit ßirkii Ä «4» Grabeutt». 7. Zirka ein Morgen Hafer aui dem Halm zu verkaufen. 06436 Carl Becker, Schtffenberg. Weg 8. fzon zur Abhaltung des Stubcntentages inBonn. Auf diese Rote waren die ernsten Mahnungen des Rektors der Berliner Llni- v e r s i (ä l in seiner Ansprache am Freitagabend ... .......—- .............. Eil Eiileger sür Dreichvaschine sofort gesucht. Ph, Sommer, Dlauieahera. «für sofort sucht Utooes. fieiBiges maOUti! 19 I., Stellung als Zu erfragen in der hfeichästsstelle deS Gieii. Anz. 106430 [Stellengesuche) cMMlOW 3t Iabrv. ledig, ged. ziavollertst. iuckit Stellung m vanb« wirtschaft ob- bergt. Zedtngung tVami* ltenaulchlutz. Angell, unter an den Gieß An- zeiger erbeien. Moll- WMM sowie Sleinbrüche werd, nachgewiesen. Schr. Ana- u. 7387D an den Kleb- Anz. gr* Suche "Kl 2000 MU z« 'Bititnioji sind 3 bis 4 große twmhunt auch Kir stabrikation ober Prarts für .'.ghnarzt geeignet, tn nächster Nahe von Post und Babu au vermieten- Angebote an Ernst ZI rüg, Biedenkopf (Lahm. erbeten.______7400V | Mietgesuche ; Mr suchen für einen unserer Herren (Dauermieleri ein gut möbl. Zimmer und erbtttenDfferte. 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Der Zehnkampf der vpn Kreisfrauenturnwart Loh. Poller (Saarbrücken) geleitet wurde, bestand aus einer Freiübung und neun Hebungen an oen Geräten: an Reck, Barren und Pferd je zwei Pflicht- und einer Kürübung. Für die Oberstufe lagen 133, für die Hnterstufe 862 Meldungen vor, die zusammen 40 Riegen ergaben, so daß sich im ganzen 76 Riegen über den Platz verteilten. Verpflichtet in der Oberstufe zu turnen sind alle Sieger des Zwölf- und Zehnkampfes der Deutschen Turnerschaft, sowie Die Sieger des Zwölf- und Zehnkampfes der Oberstufe bei Kreiswetturnen, ferner die 15 ersten Rangnummern. Der Hnterstufe (Zwölf- und Zehnkampf) beim Kreisturnfest Aschaffenburg 1922. Bei dieser Auslese war es natürlich, daß die wiederum sehr zahlreich erschienen Zuschauer gute Leistungen zu sehen bekamen und ihrem Beifall oft lebhaften Ausdruck verliehen. Das kühle Wetter war für die Turner ausgezeichnet, während die Zuschauer mit Hilse von Mänteln und Heberziehem dem Witterungsumschlag trotzten. 3m ganzen zeigte der Turnplatz im ©egen«? sah zu dem gestrigen Sonntag vormittag ein sehr erfreuliches Bild turnerischer Arbeit, das besonders durch die eleganten Schwungübungen an den Geräten und die Stabhochspringer vorteilhaft belebt wurde. Ein gemeinsames Mittagessen bereinigte gegen 1 Hhr die Kreisleitung des MittelrheintreisLs. den Siebener Geschäftsfuhren- den Ausschuß, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden und viele Mitbürger in der Festhalle. Bei dieser Gelegenheit sprach der eben vorn Hrlaub zurückgekehrte Provinzialdirektor Graes dem Tunrfest und der Turnerei namens der Staatsbehörden herzlichste Wünsche aus, in gleicher Weise sprach der Rektor der Landes- Hniberiität Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger für unsere Hochschule, ihm schloß sich namens der Stadt Beigeordneter Dr. S e i b in längerer Rede mit freundlichsten Worten an. Für den Mittelrheintreis dankte der 1. Kreisvertreter Schulrat Schm uck» Darmstadt in einer eindrucksvollen Ansprache, ebenso bedeutsam war die Rede des 1. Gauvertreters des Gaues Hessen Fabrikant Pfeiffer- Wetzlar und schließlich noch die Ansprache von Direktor Dr. Weih, sammensein war getragen von frischem, frohen eines geborenen Gießeners, der als Vertreter kerndeutschen Turnergeist, der sich auch weiter- des Kreises 10 (Baden) sprach Das ganze Bei- hin kräftig ausbreiten möge zum Besten unseres Volkes. Infolge des günstigen Wetters war auch am Rachmittag der Besuch außerordentlich gut. Volkstümlicher Dreikamps der Turner. —o— Roch waren der Zwölf- und der Zehn- fampf auf dem Platz nicht beendet, da mußte der Kreiswart für das Volksturnen Eugen Kramb (Kreuznach a. d. Nahe) antreten lassen zu dem Dreikampf im Weitsprung, Kugelstoß aus dem Kreis und 100-Meter-Lauf. Gemeldet waren 588 Turner, die in 30 Riegen nachmittags 2 Uhr in der Kampfbahn Aufstellung nahmen. Die einfachen volkstümlichen Hebungen finden ihr Publikum um so leichter, als die Höchstleistungen auch dem Laien sofort erkennbar werden und im Verlauf des Wettkampfes allmählich zutage treten. Die große Zuschauermenge erklürt sich in diesem Fall aber auch dadurch, daß viele jetzt erst die Zeit gesunden hatten, herausz»' kommen, die an den Vortagen daheim im Haushalt hatten mithelfen müssen, den anderen Den Besuch des Festes zu ermöglichen. Und diese späten Besucher kamen auch noch einigermaßen auf ihre Rechnung, Denn die Wettkämpfe ließen an spannenden Momenten nichts zu wünschen übrig. Dazu gab es auf dem Turnplatz auch noch manches zu sehen: viele Riegen, insbesondere Frauenabteilungen, holten noch ihre Vorführungen nach, die im Laufe der Festtage des Regens wegen zunächst hatten ausfallen müssen, und auch gute Geräteturner trugen noch durch Schauturnen^ zur Unterhaltung des Publikums bei. während die Gießener Reichswehrkapelle von der Terrasse des Besehlsturmes aus konzertierte. Damit war der Schluß des turnerischen Teiles des Kreisfestes gekommen, und gar oft war die Bemerkung zu hören: „Jetzt, wo es vorbei ist, scheint die Sonne!" Wenn nun auch dem so groß und vorzüglich angelegten Fest der Glanz der Augustsonne gefehlt Hal, so hat es doch den ausgezeichneten Turngeift offenbart, der sich auch durch Widerwärtigkeiten nicht unterkriegen läßt. Sei's trüber Tag, sei s heiterer Sonnenschein, ich bin ein Turner, will ein Turner sein! — 9m Fechten. ging der Kampf um den Eintritt in die Kreissonder- klasse weiter. Es wurden, wie in den Vortagen, wieder spannende Kämpfe geliefert. Die Entscheidung im K a mp f d e g e n stellte G. E i ß n e r, Tv. Bretzenheim an die Spitze als Kreismeister und, brachte außer ihm noch A. Bauer, T. u. Spog. Eintracht Frankfurt, S). Kahlenberg, T. u. Spv. Mainz, AHeim, To. Offenbach, Ehr. Krämer, Tgde. Bürgel, Hans Thomae, Tv. Offenbach, Fr. Stassen, To. 1860 Frankfurt, W. Dehe, Tv. Offenbach in Die Kreissonderklasse. Die Genannten sind damit zur Teilnahme an den Meisterschaften Der D. T. in Hannover berechtigt. Schon am frühen Rachmittag war der -urne- rische Teil des Festes beenDigt; trotz der schlechten Witterung am Sonntag war die gewaltige Arbeit, die der Kreis und seine Turner hier zu erledigen hatten, fast restlos bewältigt worden. Anerkennung verdient die Tätigkeit des D e - rechnungsausschusses, der unter der ruhigen, umsichtigen Leitung des Kreisschriftwarts Karl Dauner (Offenbach a. M.) auf der Lie- bigshöhe tagte und in den drei Tagen eine gewaltige Arbeit in bester Weise bewältigt hat. Er ermöglichte es, daß die Siegerverkündigung. um 7 Hhr abends Pünktlich erfolgen konnte. Mit dieser feierlichen Handlung erreichte das Fest feilten offiziellen Abschluß. Auf Dem Festpodium und Turnplatz hatten sich die Führer des Kreises um den Kreisoberturnwart Gg. Frey (Mainz) versammelt, Der vor einer großen Turn-erver- sammlung mit kernigex Ansprache Den weihevollen Abschluß einleitete. Er führte aus, daß die mustergültige Vorbereitung der großen Veranstaltung in der alten Turnerstadt Gießen $u der Hoffnung berechtigt habe, ein in jeder Beziehung würdiges Kreisturnfest erleben zu können. Wenn der Wettergott leider den Hauptfesttag start beeinträchtigt habe, so sei aber die turnerische Fest- ordnung in Der Hauptsache doch durchgefühct worden, was in erster Linie dem treuen pflichtbewußten Aushalten der Kampfrichter, aber auch der Energie Der Turner zu danken fei, die sich gesagt hatten: Wir sind nach Gießen gekommen, um im turnerischen Kampf unsere Kraft zu inef fen, wir führen unser Vorhaben nun auch durch, mag kommen, was da will. Anders war's, so führte der Redner aus, von Turnern auch nicht zu erwarten. So wollen wir unsere Jugend sehen, daß sie später einmal uns Alte ablösen und mit Der gleichen Liebe für unsere liebe deutsche Turnsache rastlos schaffen und wirken kann, Wir hatten viele schöne und weihevolle Augenblicke bei diesem Feste erlebt, wir hatten wieder einmal gefühlt, daß wir alle eines Stammes feien und alle die gleiche Liebe für das eine Vaterland im Herzen tragen. Wir fühlten uirs als deutsche Brüder, als echte Volksgemeinschaft. So können wir auch heute das Fest nicht anders beschließen als mit dem Treuegelöbnis: I m - nrerdar Herz und Hand dem Vaterland! Mit einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil!" auf das Vaterland und die Deutsche Turnerschaft wurde dieses Gelöbnis am Schlüsse des Festes bekräftigt. Der Feststadt, Turnerschaft und Einwohnerschaft Gießens galt besonders herzlicher Dank. Der Kreisoberturnwart schloß mit dem Wunsche: Mögedas Fest feine reichen Früchte entfalten! Das walte Gott! Darauf wurden in besonders weihevoller Handlung an die zehn ersten Sieger jeder Weltkampfart der Kranz der deutschen Eiche aus- gehändigt, beginnend mit dem vornehmsten Wettkampf der Deutschen Turnerschaft, dem Zwölfkampf in der M ä n n e r = O b e r ft u f e. Mit lebhaften Gut-Heil-Rufen ehrte die Menge die Sieger. Die Gießener Turner bereiteten ihrem Turn- brüder Karl Reuter, der zweiter Sieger im Zwölfkampf geworden, nach altem Turnerbrauch besonders begeisterte Ehrungen. Wir fahren weiter unten mit der Veröffentlichung Der Sieger- orgebnisse fort. Die Siegerlisten sind so umfangreich, daß wir nur Die ersten Preisträger bringen können. Den Erfolgen Des Turngaues Hessen werden wir noch einen besonderen Artikel mit Angabe der Sieger unseres engeren Heimatbezirks widmen. Von 8 Hhr an fanden musikalische und sportliche Darbietungen in der Festhalle statt. Den musikalischen Teil bestritten diesmal Die hiesige M i l i t ä r m u s i k, sowie Die Kapelle Topp. Alle Vorträge, insbesondere aber hie Militärmärsche, wurden von den zahlreichen Fest- besuchern mit außerordentlichem Beifall auf» genommen. Einen breiten Raum in Dem Programm des Abends nahmen Die sportlichen Darbietungen ein. Soweit turnerische Leistungen in Frage kamen, wurden diese von der Gießener Turnerschaft geboten, und zwar waren es diesmal die Damen, die ihr Können zeigten. Der Männerturnverein erfreute durch sauber ausgeführte Freiübungen und exakt durch- gesührte Keulenübungen. Auch der Turnver- e i n 1 8 4 6 zeigte schöne Freiübungen, zum Teil mit Hüpf- und Ausdrucksübungen, Die stürmischen Beifall fanden. Recht nett war der Reigen der SugenDturnerinnen „Drunten im HnterlanD“. Das Barrenturnen durch Turnerinnen der Gießener Turnerschast war wohl die beste turne» rische Leistung des Abends. Besondere Abwechselung brachten dann Die radsportlichen Darbietungen. Zunächst zeigten zwei Mitglieder des Radkluhs „Germania" Bewunderung auslöseude Leistungen im Radkunstfahren. Später führten Mitglieder des Rad - fahrvereins 1 8 8 5 (vier Damen und vier Herren» mit blumengeschmückten Rädern einen prachtvollen Reigen auf. Bor Schluß der Veranstaltung wies Der Vorsitzende des Festausschusses, Gg. Kling, Darauf hin, daß dieSaar- turner Dienstag vormittag Gießen wieder ver- laffen. Er gab Der Hoffnung Ausdruck, daß der Abschied Der Gießener Bürgerschaft von Den Turnern aus Dem besetzten Gebiet ebenso herzlich fein möge, wie Der Empfang. Ergebnisse: VolkstümttcheMehr- und Einzelkämpfe (Kreismsisterschasten) (Schluß.) Steinstoß, einarmig, Turner. 1. Dietzel, Adolf, Tges. Sachsenhausen, 8,57 Meter. 2. Kiefer, Karl, Tv. St. Wendel, 8,56 Meter, 3. Groh, Adolf, Tv. Bechtheim, 8,48 Mtr. Steinstoß, beidarmig. Turner. 1. Groh, Adolf, Tv. Bechtheim, 15,27 Meter. 2. Dietzel, Adolf, Tges. Sachsenhausen, 14,49 Mtr. 3. Zimmermann, Hermann, Tgm. Darmstadt. 14,28 Meter. 400-Meter-Lauf, Turner. 1. Häußler, Georg, Tv. 1817 Mainz, 54^ Sek. 2. Beckert, Hermann, Tv. Eintracht Wiesbaden. 54*/s Set. 3. Altendorf, Willi, Tv. Bad-Rauheim, handbreit, 544/s Sek. Hochsprung, Turner. 1. Wiegel, Ewald, Tv. 1860 Koblenz, 1,75 Meter. 2. Henß, Georg, Tgm. Bornheim 1,70 Meter. 3. Funk, Peter, Tv. Wallerstätten, 1,70 Meter. 100-Meter-Lauf, Turnerinnen. 1. Linker, Lisbeth, Tv. Dingen, 13,1 Sek. 2. Horn, Marie, Tgs. Sachsenhausen, 133/d Sek. 3. Espach, Tilly, Mtv. Gießen, 13*/5©ef. 4. Holl, Hilde, Tv. Koblenz-Lützel, 14Vs Sek. 1 10° Meter-Hürdenläufe. 1. Münch, Willi, V. f.L. Aschaffenburg, 17Sek. 2. Zort, Gottfried, Tv. Aschaffenburg, 17-/^Sek. 3. Krönung, Ludwig, Tgm. Rödelheim, 18^5 Sek. Dreisprung. Männer. 1. Trumm, Philipp, Tv. Vorwärts Rieder- Roden, 13,65 Meter, 2. Greif, Fritz, Tv. 78 Völklingen, 12,98 Meter. 3 Schank, Robert, Tv. Tiesenstein, 12,98 Meter. 4. Greif, Julius, Tv. 78 Völklingen, 12,78 Meter. Schweden staffel. 1. Turnverein 1878 Völklingen 2,081/5 Win. 2. Turngesellschaft Sachsenhausen 2,09 Min. 3. Turnverein Rieder-Erlenbach, 10 Meter zurück. 2,10 Min. 4 mal 100-Meter-Staffel, Turnerinnen. 1. Tunwerein Offenbach 56Vs Sek. 2. Turn- gesellfchast Koblenz 56V5 Sek. Weitsprung, Männer. Chrensieger: Karl Hornberger, Tv. 1869 Kreuznach. 7,15 Meter. 1. Prieh, Karl, Tv. 1869 Kreuznach, 6,53 Meter. 2. Krischrl, Paul, Schlagb. V. Saarbrücken, 6,40 Meter. 3. Kallmeyer, Tv. Schierstein, 6,32 Meter. 3. Trumm, Philipp, Tv. Vorwärts Rd.-Roden, 6,32 Meter. 4. Römfeld, Alfred, Tv. Fechenheim, 6,29 Meter. 5. Lembke, Polizei-Sp. V. Frankfurt, 6,26 Meter. Schleuderballwerfen, Turner. 1. Dorr, Wilhelm, Tg. Bornheim, 50,78 Mtr. 2. Emmrich, Hans, Tg Worms, 50,63 Meter. 3. Langsdorf, August, Tv. Bad-Rauheim, 48,15 Meter. Kugelstoßen, beidarmig, Turner. 1. Münch, Wilhelm, V. f. L. Marburg, 21.08 Meter. 2. Höflich, Georg, Tv. Mainz-Kostheim, 20,01 Meter. 3. Dem, Heinrich, Tg. Ried a. M., 19,44 Meter. Stabhochsprung, Turner. 1. Kern, Hans, T. u. Spv. Mainz, 3,43 Meter. 2. Kurt, Karl, Tv. Bieber, 3,20 Meter. 3. Spieler, Toni, Tv. Aschaffenburg-Damm, 3,15 Meter. Kugelstoßen, bestarmig.Turner. 1. Münch, Wilhelm,' V. s. L. Marburg, 11,95 Meter. 2. Eidemüller, W., Tv. Offenbach a. M., 11,62 Meter. 3. Emmerich, Hans, Tg. Worms, 11,08 Meter. 100-Meter-Lauf, Turner. 1- Helbig, Robert, Tv. 1817 Mainz, HVs S?k. 2. Butzbach, Ferh., Tges. Reunkirchen, handbreit, 11 Vs Sek. 3. Schank, Viktor, Tv. Tiesenstein, UVs Sek. 4. Gerlach, Karl, Tv. Wetzlar, brustbreit, lP/5 Sek. 5. Godel, Ernst, Tv. Völklingen 78, UVs Sek. 5. Rallbach, Alois, Tges. Coblenz, 11 Vs Sek. Weitsprung, Turnerinnen. 1. Müller, Gertrud, Tv. 1817 Mainz, 5,14 Meter. 2. Kirsch, Emma, Tv. Offenbach, 4,90 Meter. 3. Albrecht, Hubertine, St. 3oh. Tschst., 4,84 Meter. Speerwerfen, Turner. 1 Friedrich, Willy, Tv. Saarbrücken, 47,30 Meter. 2. Kern, Franz, T.- it. Spv. Mainz, 46,93 Meter. 3. Fink, Fritz, Tv. Offenbach, 45,16 Meter. K u g e l s ch o ck e n, bestarmig, Turner. 1. Höflich. Georg, Tv- Mainz-Kostheim, 18,14 Meter. 2. Schwenk, G., Tv. Wallau, 17,16 Meter. 3. Groh, Adolf. Tv. Bechtheim, 17,04 Meter. Kugelschocken, beidarmig, Turner. 1. Höflich, Georg, Tv. Mainz-Kostheim, 32.34 Meter. 2. Dem, Heinrich, Tg. Ried M., 31,92 Meter. 3. Groh. Adolf. Tv. Bechtheim, 29,89 Meter. 4x1 0 0 - M e t e r - S ta s f e l, Turner. 1. Tv. Völklingen 1878 45».'s Sek., 2. Tv. »Eintracht", Wiesbaden 46l/5 Set., 3. Tum-Ges. Sachsenhausen 46-7.-, Sek. 3x1 000--Meter»Staffel, Turner. 1. Mainzer Turnverein 1817 8,31Vs, 2- Turnverein Rieder-Erlenbach 8,45'/5, 3. Tumgesettschaft Reunkirchen 8,56 Min. Olympische Staffel. 1. Mainzer Turnverein 1817 3,49j/5, 2. Turnverein Völklingen 3,5277, 3. Turnverein Bad-Äau- beim 3,53, 4. Turnverein Saarbrücken 1848 3,56 Minuten, Zehnkampf, volkstümlich, Turnen.> (6 Sieger.) 1. Münch Wilhelm, V. s. L. Marburg, 1055, 2- Tritschler Fritz, Tgrnd. Dockenheim 824, 3. Greif Julius, Tv. Völklingen, 809 Punkte. Sechskampf, volkstümlich, Turner. (34 Sieger.) 1. Münch Wilhelm, V. f. L. Marburg, 615. 2. Trumm Philipp. Tv. Vorwärts Rieder-Ro- den 544, 3. Weber Adolf, Tgrnd. Griesheim. 531 Punkte. H Zwölfkampf der Männer, Oberstufe. 154 Teilnehmer, 82 Sieger. 1. Georg Höflich, Tv. 1877 Kostheim, 211 P. 2. Karl Reuter, Tv. Gießen, 208 P. 3. Wilh. Kan,mandel, Tv. Sachsenhausen, 205 P. 4. Hermann Bund, Tb. Wiesbaden, 204 P. 5. Ehrenfried Weber, Tv. Offenbach, 202 P, 6. Karl Wölflinger, Tv. Fürstenhaufen, Rudolf Falz, Tv. Oberstein, Bruno Siegmund. Tgrnd. Vockenheim, Aug. Herrmann, Tv. ßlajental, Otto Textor, T.- u. Spv. Marburg, 200 P. 7. Hch. Will, Tgm. Schwanheim, Hch Fiedler, Tgm. Darmstadt, Konr. Weigand. Eintracht Frankfurt, 197 P. 8. Gg. Pfeifer, Eintracht Frankfurt, 194 P. 9. Franz Dach, Tv. Offenbach 192 P. 10. Hch. Lieder, Tv. Hahnstätten, 3of. Weifenberger, Turnges. Kastel, 191 P. gehnkamps der Turner, Oberstufe. 114 Teilnehmer, 61 Sieger. 1. Sieger Adam Lehr, Tgem. GrieSheim- Main, 177 Punkte: 2. Fritz Heigl, Tv. Drebach, 172 P.: 3. Peter Daus, Tv. 1857 Sachsenhausen, 166 P.: 3. Riege 37 Rr 12, Robert Haßler, Tgem. Griesheim-Main, 166 P.: 4. Dr. Karl Mayer, Tv. Dierstadt, 165 P.: 4. Georg Gebhardt, Tv. Riederrad, 165 P.: 5. Leonhard Schütz, Tv. 1869 Dad Kreuznach, 164 P>: 6. Wilhelm Dank. Tgem. Dockenheim, 163 P.: 7. Rudolf Schmelzer, Eintracht Frankfurt, 162 P.: 8. Wilhelm Den». Tv. Rüsselsheim, 1161 P.: 8. 3uliws Lindner. Tgem. Darmstadt, 161 P.: 9. Ernst Winter, Eintracht Frankfurt, 160 P.: 10. Karl Voß, Tv. Amöneburg, 158 P. Zwölfkampf der Männer, Unterstufe. 4 18 Teilnehmer, 179 Sieger. 1. Heinrich Dos, Tv. Dillenburg, 205 Punkte, 2. Kurt Gertenbach, Tgm. Hanau, 199 P.. 3. Paul Steuer, Tv- Oberftein und Wilh. Zimmer, Tv. Landsweiler 197 P., 4. Wilh. Lanz. Tv. Algenrodt und Heinr Holfelder, Tgm. Dornheim, 196 P„ 5. Wilh. Weiß, Tv. Großen- Linden und Heinr. Keller, Tv. Burg-Solms, 195 P„ 6. Hans Strauch, Tv. Kastel, 194 P., 7. Adolf Rathfchlag, Tv. Ridda, 193 P., 8. Ehr. Heidt, Tgm. Rödelheim, 192 P., 9. Franz Schmitt, Mtv. Völklingen, Heinrich Schmidt, Tgm. Dietesheim und Paul Weidmann, Tgm. Winkel 191 P.» 10. 3vh. Hlbrich, Tv. Kreuznach, Walther Zapke, Eintracht Frankfurt a. M, Heinz Amend. Tv. Griesheim und Willi Schmidt, T- Mittel- buchen, 190 P. Neunkampf der Aeileren I. Klasse (144 Teilnehmer, 121 Sieger.) 1. LuDw. Walther, Tv. Sossenheim, 167 Punkte. 2. Wilh. Berg, Tv. Amöneburg, 164. 3. LuDw. Müller, Tv. Vorwärts Vockenheim 162. 4. Franz Zambelly, Tgde. BuDenheim 161. 5. Jean Rehrn. Tv. Mainz-Zahlbach 159. 6. Willi 'Scbalies, Tbd. Wiesbaden 158, 7. Heinr. RoDiger, Tgs. Niederrod 156, 8. Heinr. Appel, Tv. Amöneburg, Phil. Diehl. TgDe. Bürgel und Otto Bamberger, Tgde. Neunkirchen 155. 9. Nikolaus Junges, Tv. MeDlach und ADam Welk, Tv. Vorwärts, Hofheim (Taunus) 151. 10. Ehr. Rebensburg, Tgs. Kastel 150 usw. Neunkampf der Netteren l 8. Klasse (136 Teilnehmer, 107 Sieger.) 1. Sieger Hauck, Tv. 1848 Saarbrücken, 167 P. 2. Morsch, To. 1848 Saarbrücken 158. 3. K. Müller, Mtv. Gießen und Müller, To. Offenbach a. M. 156. 4. Schuler, T. u. Spgde. Fechenheim 155. 5. Merte. Tv. Offenbach 152. 6. Klein, Tv. St. Quendel und Bauer, Tv, Mühlhofen 150. 7. Frank, Ty. Homburg v. D. Höhe 149, 8. Schneider, Tgs. Darmstadt 148. 9. Dickhaut, Tv. Alsfeld und Fromm, Tv. Offenbach 147. 10. Althaus, Tscht. HedDernheim, Hausfia, Tv. 1817 Mainz, Micheel, Tv. NiederraD, Gerhardt, T. u. F. El. Kleinsteinheim 146 P. usw. Vereinsriegen der Turnerinnen. 3n die 1. Klasse (Rote „sehr gut“) tamem 10, in die 2. Klasse („gut“) 4 Vereinsriegen. Wir heben in der Reihenfolge der Bewertung hervor aus der 1. Klasse: Tv. 1860 Bad-Rauheim (10 Teilnehmerinnen), and der Klasse 2 Mtp. Gießen (9 Teilnehmerinnen). Dreikampf der Frauen. (31 Teilnehmer, 29 Sieger.) 1. Anna Urban, Tode. Bruchköbel, 61 Punkte. 2. Renth 57. 3. E. Müller, Tv. Vorwärts Frank» furt, 54. 4. A. Mörler, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 50. 5. G. Funk, Tgde. Aschaffenburg-Damm und E, Ketterer, Tv. Grenzhausen, 49. Sechskamps der Frauen. (281 Teilnehmerinnen, 184 Siegerinnen.) 1. Gusti Eitel, Tbd. Wiesbaden und Käthe Gaab, Mtv. 1817 Mainz, 111 Punkte. 2. Maria Rüdiger, Tgs. Offenbach-Hanau 110. 3. Sophie Leyersbepger. Tgs. Kastel 108. 4. Gerti Hangarter, Tv. Frankfurt 1860, Lina Manz, Tgs.Kastel, 4. Kathi Bauer, Mtv. 1817 Mainz, Mathilde Baaschmann, Mtv. 1817 Mainz und Lilly Hochhäuser, Tv. Frankfurt 1860 107. 5. Luise Mooskopp, Tv. 1860 Koblenz 106. 6. Liesel Wagner, Mtv. 1817 Mainz 105. 7. Else Becker, Mtv. Saarbrücken und Cläre Brod, Tv. Vilbel 104. 8. Berta Rensland, Tgde. Schierstein, Toni Berncheusel, Tgs. Sachsenhausen, Margaretha Lehn- Hardt, Ty. Jahn Mainz und Liesel Darmstadter, Tgde. Bessungen-Darmstadt 103. 9. Käthe Keil, Tv. 1860 Fechenheim, Paula Hofmann, Mtv. Gießen, Molly Schwarm, T. u. F. Cl. Hanau, Elfriede Münnich, Tv. 1846 Gießen und Maria Schweik« Hardt, Tgde. 1847 Niederingelheim 102. 10. Irma Herrmann, Tv. Sachsenhausen 101 P. usw (Weitere Ergebnisse folgen.) Aus dem Reiche der Frau. Unsere Mädchensortbildungsschulen. Denn man des öfteren in der Tage-zeitung über 64)ulb?batten im Landtage lieft dünn will ti une scheinen, als ob um diese Hache immer noch Kamps geführt würde. Oder aber es heißt unter anderem In dieser oder jener Gemeinde wurde die Beschaffung notwendiger Lehrgeaen- ftänbe verweigert Darr-s könnte man schließen, bah die viekbesprochene Mädchensortbilvungs- schule noch immer ein heikle- Objekt sei Damit die irrige Meinung nicht Derqllgemei* nett wird, möchte ich einiges über unsere Fortbildungsschulen in Landgemeinden wiedergeben, rca'i ich in diesem Sinne hier am Platze smde. In den meisten Gemeinden findet man bei der Gemeindevertretung reiche- Verständnis. wenn e- srch um Beschattung neuer Raunte und Lehrgegen- stände für die Mädchensort bildungsschulen handelt Mau denke nur daran, wie tn manchen De» meinben Die Beschaffung des Saale- recht schwte- rig tpar und doch zur Zufriedenheit der Lehrerin resp. dr- Lehrer- gelöst wurde. Wohl mag es noch hie und da Gemeinden geben, denen diese wichtige Angelegenheit nicht allzu sehr am Herzen liegt, denen sollte man bann dis- Nachbargemein, den al- Beispiel empfehlenl Der grollte Teil der Gemeinden hat es nicht gescheut, gerade in diesem Jahr beim Aufbau der zweiten Klasse. Opfer zu bringen. Daß es in heutiger Zeit mancher Gemeinde nur unter erschwerenden Umständen möglich ist. den Ansprüchen zu genügen, weih jeder von uns. Aber da- Sprichworts Mit gutem WÄen läßt sich viel ausrichten > trifft auch hier Air Wir kennen eine Menge Gemeinden, deren Ginrichtungen zweckentsprechend sind. Wohl mar. schieren die Städte als mustergültig obenan, aber wir au? dem Lande folgen langsam, aber sicher, unb das will schon etwa- heißen Das ist ja da- Gute einer Neueinrichtung, daß ihre Ausgabe erst nach und nach erkannt wird. Diele Eltern loben heute diese Ginrichtung einer Mäd. chensortbildungSschule, und die Landbevölkerung hier bei uns ist nicht im entferntesten Feind dieser Cafe Im Gegenteils Immer wieder hört man pon Müttern, daß es schade sei, dah in ihrer Jugendzeit solche Gelegenheit nicht geboten worden sei! In heutiger Zeit ist es schwerer denn je hauSzuhalten, da ist es doch in erster Linie am Platze, wenn unteren Mädchen nach Schulentlassung noch das Notwendigste fürs Leben mitgegeben wird. Denken wir doch einmal an die Da ulende in Stadt und Land, die nach der Konfirmation tagaus, tagein zur Fabrik wandern, um Gelb zu verdienen. Sie arbeiten jahraus, Shrein. bi- sie eines Tages vor der Wirklichkeit hen, selbst eine Ehe zu gründen. Eingeengt durch die ungünstigen WohnungSverhältnitte. zur äußersten Svarsamkeit gezwungen durch geringen Derdienst Will daS nicht erlernt und verstanden fein? Schauen wir doch einmal hinein in solche Familie, wo an der Unfähigkeit. Hausfrau zu lein, das Glück der Ehe scheitert. Ich habe da oft während meiner längeren Tätigkeit in Für- forgeanftalten die Mutter anklagen müssen, wenn über ihre Tochter der Entsittlichung halber Für- «orge verhängt wurde. Wenn heute die Familie nicht die Ausbildung ihres Kinde- übernehmen kann, so ist in dieser Einrichtung der Fortbildungsschule ein Stück sozialer Fürsorge von außerordentlicher Bedeutung geschafsen. Trägt nicht gerade unsere Jugend oft ein ‘Bedangen nach einem wahren Glück in sich, die Mädchen lernen es, sich leiten zu lassen und sind willig unb froh, wenn sie ihre Lehrerin resp. Lehrer als Freundin oder Freund zur Seite sehen. Ich glaube noch an die Jugend unb weiß auch, baß manche- Nützliche aus der Fortbildungsschule mit hinaus ins Alltagsleben genommen wird. Regelrechter Besuch zeigt uns. dah die Mädchen an ihren Stunden interessiert sind. Die Tatsache, dah in diesem Jahre in manchen Landgemeinden der Unterricht während der Srnte geschlossen wurde, beweist aufs neue, daß die Mädchenfortbildungsschule auf dem Lande Fortschritte macht. Wir hören ja beunuKige fortwährend non dec Pflicht bet Frau, hier handelt es sich um eine der ernstesten! Glauben wir einmal daran, bah es unsere weibliche Jugend nötig hat. nach der Konfirmation noch weiter Schülerin zu sein, glauben wir es einmal, daß die Fortbildung unserer Mädchen gerade heute besonders nötig ist. Wer da meint, dies sei eine leichte Arbeit, der kennt wenig von Erziehung! Gerade die Arbeit an erwachsenen Mädchen erfordert von Lehrerin resp. Lehrer eine ganze Persönlichkeit. — Ünb viele werden einst, ob dieser Arbeit alt geworden. das eine nicht vergessen, daß sie mit» gearbeitet Haden. Deutschlands Jugend wieder zu höheren Idealen zu führen und sie gestählt au haben für das Lrben Wer in diesem Sinne die Arbeit unserer Mädchenfortbildungsschule ein. schätzt, der wirb gewiß frei von Dorurteilen allzeit für die Weiterentwicklung Interesse unb Verständnis zeigen. Käthe R. Dom guten Magen unserer Kleinkinder. Don Kinderarzt Dr. Eugen N e t e r. Mannheim .Dars ich meinem Kinde eigentlich alles zu essen geben?" Diese Frage wird oft an mich gestellt von Müttern, die im glücklichen Besitze eineS kleinen Kindes im Alter zwischen 2 bi- 6 Jahren sind- Die Antwort lautet zumeist: .Pikante, d. h. scharse. gewürzte Speisen meide man möglichst: auch aus erzieherischen Gründen empfiehlt es sich manchmal, dem Kinde das oder jeneS vorzuenthalten. Aber sonst darf man ruhig dem Kinde alle- geben; man braucht leine Angst zu haben, daß eine Speise zu schwer sei für das Kind unb dadurch eine Störung der Derbauung verursachen könne. Das kleine Kinb hat einen Magen, ber mindestens so leistungsfähig ist wie der des Erwachsenen." Ist diele meine Antwort richtia? Steht sie nicht im Widerspruch mit so mancher, weitverbreiteten Aengstlichkeit, die immer fürchtet, d e oder jene Speise könne zu schwer verdaulich sein für den noch schwachen Magen des kleinen Kindes? Als ich vor einigen Jahren das Buch der bekannten Kinderärztin Montessori..Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter" studierte, las ich mit besonderem Interesse den Abschnitt über „Gesunde Ernährung des Kindes". Ich war erstaunt über die Auffassung, die mir in diesem Kapitel entgegentrat: Eine in der Theorie unb vor allem in der Praxis unbegründete Aengst- lichkeit bei der Ernährung des Kleinkindes. Nach Montessori ist das Kind nicht imstande, die Speisen gründlich zu kauen; auch der kindliche Magen sei nicht fähig, „die Betreibung des Speisebreies auszuführen"; deshalb seien „Drei, Suppen und Hackfleisch" die Gpeiseformen, welche der Natur des Kindes am besten angepaßt seien. ..Gemüfe sind nicht besonders zu empfehlen, mit Ausnahme von Spinat, den man mit Maß für die Ernährung des Kindes zulassen kann." Einfaches Brot sei zu schwer; man gebe deshalb ..Zwieback oder besser geröstetes, mit Butter ober Honig bestrichenes Brot". Hülsenfrüchte dürfen nur „passiert" (durchgetrieben) vom Kinde gegessen werden. „Bei der Zubereitung der Früchte müssen alle unverdaulichen Teile, wie die Haut, entfernt werden". Rohes Obst (Aepfel, Dirnen. Kirschen, Nüsse usw.) ist verboten. Wir wollen nun einmal Prüfen, ob die in diesen Vorschriften zum Ausdruck kommende Aengstlichkeit der Kollegin Montessori begründet ist, und ob es zutrifft, daß die Verdauungsorgane des Kleinkindes empfindlicher und nicht so leistungsfähig sind wie die des Erwachsenen. Prüfen wollen wir diese Frage weniger vom ärztlichen Standpunkt aus als vielmehr aus den Erfahrungen heraus, die auch der Laie mit einem gesunden Menschenverstand und mit einem offenen Blick für die Vorgänge in der Kinderstube jeberzeit machen kann. Wir sehen, daß nach Montessori die Speisen möglichst in Breiform gegeben werden sollen, well bas Kleinkind nicht imstande sei. die Speisen gründlich zu tauen. Die zahlreichen kräftigen Zähnchen, bis unS aus dem freundlichen Ätnber- mund entgegenlachen, scheinen dieser gering- schädigen Ausfällung zu widersprechen. llnb tatsächlich erweisen sich die Milchzähne als recht leistungsfähig. Wer je bie Freude oft genoß, zuzusehen. wie diese kleinen .Beißerchen" auch mit den bartest en Gegenständen fertig wurden, hat nicht die Lleberzeugung gewinnen fönnen. daß die Leistungsfähigkeit der kindlichen „Kauwerkzeuge" der beim Erwachsenen nennenswert nachsteht Sine einfache Ucberlegung müßte von fich au- auch schon sagen, daß die Dreisorm der Nahrung nicht die natürliche mehr sein kann in dem Augenblick, wo die Zähne, vollzählig durchgebrochen. gleichsam zu uns sprechen: .Sv. gebt uns nun tüchtia Arbeit" Nach Arbeit verlangen die Zähne auch schon deshalb, weil die Erfahrung lehrt, daß ein faulenzender Zahn eher fault und auSfällt. als einer, der bei der Arbeit fich kräftigt und sich lange gesund erhält. An .Suppen. Drei und Hackfleisch" finden bie Milchzähne des Kinde- keine Gelegenheit zur Arbeit und Kräftigung. Nun zeigt die Erfahrung in der Ätnberftube. daß eine nicht kleine Anzahl von Kleinkindern oft schlecht kaut. Diefe Tatsache läßt sich nicht bestreiten, ebensowenig wie die Tatsache, dah unter den Erwachsenen es noch viel mehr gibt, die — aus den verschiedensten Gründen — ganz ungenügend kauen. Wo ein Kleinkind schlecht kaut, erziehe man das Kind zu richtigem Kauen; zumeist ist Faulheit oder schlechte Gewohnheit schuld an dem ungenügenden Kauen der Kleinen. Erstaunlich ist immer wieder die Tatsache, daß der Magen des Kindes die Schädigung durch schlecht verkante Speisen im allgemeinen viel besser auS- hält als ber Magen bes Erwachsenen. Wie oft sehen wir z. D am Mittagstisch, dah das aus irgendeinem. meist spielerischen Grunde langweilig essende Kind zum Schluh noch mit dem größten Teil seines Tellerinhaltes im Rückstand ist und nun. zur Eile gemahnt, fein fast kalt gewordenes Elfen rasch und ohne richtig zu kauen „hinunter- fchlingt". Dem Erwachsenen würde ein solches, hastig verschlungenes Essen wohl recht schwer im Magen liegen; beim Kinde beobachtet man nur lehr selten ein Streiken des also mißhandelten Magens. Mit der Feststellung einer solchen Tatsache soll ein derartiges .invernünftiges Essen nicht gerade zur Nachahmung empfohlen werden; aber wir sollen aus ihr lernen; und wir lernen aus solchen, immer und immer wiederkehrenden Beobachtungen, daß der Magen des Kleinkindes sicherlich nicht empfindlicher und schwächer ist als der des Erwachsenen. Auch viele andere Erfahrungen aus der Kinderstube zeigen, daß Montessoris Aengstlichkeit gänzlich unbegründet ist. Wohl jeder Kinderfreund hat oft schon gestaunt, wieviel ..unverdauliches Zeug" in so einem kleinen Mäulchen verschwinden tonnte, ohne dem Kinde Schaden zu bringen. Das ein- bis einundeinhalb- jährige, das sogenannte Kriech-Kind, verschlingt olles^ was ihm in den Weg kommt: Papier, Kohlen. Sand, appetitliche und auch unsaubere Gegenstände, ja selbst den eigenen Stuhlgang; das Kleinkind wird etwas wählerischer, schluckt aber auch oft Dinge, die wesentlich unverdaulicher sind als Suppe und Brei. Sellen nur sehen wir, daß diese unschöne Gewohnheit der Kleinen und Kleinsten zu irgendeiner Derdau- ungsstörung führt. Der Erwachsene würde all' diese ungenießbaren „Speisen" meist nicht ohne eine Magenverstimmung verschlingen, wenn er nicht gerade ein Darielß-Künstler auf diesem Gebiete ist. — Auffallend ist oft. wieviel kleine Kinder elfen können, man begreift manchmal nicht, wo die vielen Butterbrote, die vielen Aepfel. die zahllosen Dampfnudeln Platz in dem kleinen Bäuchlein haben; rätselhaft oft, wie der Magen mit all dem Dielen unb Durcheinander fertig wird. All diese Tatsachen, die jederzeit in der Kinderstube beobachtet werden können, finden auch in der ärztlichen Praxis ihre Bestätigung. Erkrankungen des Magens (und der übrigen Berbauungsorgane) beim Kleinkind sind nicht häufig, und sind vor allem nur selten verurKinderkrämpfe. Den Müttern zur Beruhigung. Don Dr. W. Schweisheimer. Nichts erschreckt eine Muller mehr, als wenn sie eines TageS ihr Kind, das am Dvrtag vielleicht noch kerngesund unb vergnügt war, in Krämpfen findet. Bet Krämpfen handelt es sich um unwillkürliche Zusammenziehung von Muskelgruppen Die einzelnen Muskeln, beispielsweise des Gesichtes, der Arme und Beine, ziehen sich heftig zusammen und erschlaffen wieder; das erzeugt daS Bild von krampfartigen Zuckungen, Wie fi« in der Mehrzahl der Falle zur Beobachtung gelangen. Oder die Muskeln ziehen fich fest zusammen unb beharren längere Zeit in die Stellung, bewirken also das Bild eines starren Krampfes, eines „starrkrampf"-ähnlichen Zustandes. Die krampfhaften Bewegungen bevorzugen entweder gewisse Muskelgebiete, oder sie gehen in gleichmäßiger Folge von einem Teil des Körpers auf den andern über, um nach einer Ruhepause von neuem zu beginnen. Die heftigen Muskelzusammenziehungen, die krampfhaften Erschütterungen des KörperS. der starre Blick der Kinder erzeugen einen Anblick, bei dem der Schreck der Muller durchaus begreiflich erscheint. Unb boch handelt es sich bei den Krampsansällen der Kinder, namenllich auch der Säuglinge, um em sehr häufiges Vorkommnis. In den meisten Süllen geht es ohne weitere schlimme Folgen vorbei, wenn nur das den Krampfansällen zugrunde liegende Leiden erst Meisigt ist. Denn bei Kindern wie Erwachsenen sind Krämpse keine Krankyeit an sich, sondern — wie beispielsweise auch das Fieber — nur das Anzeichen einer solchen. Bet kleinen Kindern kvnnnt es leichter zu Fieber als bei erwachsenen Menschen, unb ebenso leichter zu Krampfanfällen. Die unmittelbare Ursache von Krampsanfällen ist in ber Reizung bet Großhirnrinde gelegen. Eine solche Reizung kann durch entzündliche Vorgänge etwa an ten Gehirnhäuten. durch eine Blutung im Gehirn erfolgen. Viel häufiger als solche grob mechanische Einflüsse sind indes allgemeine Einflüsse auf das Großhirn; bei Keinen Kindern stellen sie die Regel bar. Zum Dehirn lausen von der Haut, von den Organen, von jeder Stelle deS ganzen Körper- Nerven hin; sie übermitteln Empfindungsreize. Schmerzen usw. dem Gehirn. Vom Gehirn laufen umgekehrt zu jeder Zelle, zu jedem Muskel Ner- venfasern, die die notwendigen Bewegungen durch einen vom Gehirn übermittelten Befehl veranlassen. Wenn beim Erwachsenen durch einen Empsindungsnerv dem Gehirn ein Schmerz gemeldet wird, so veranlaßt das Gehirn sofort auf dem Wege der Bewegungsnerven eine Muskelbewegung. die die Schmerzursache entfernt, etwa einen Schlag mit der Hand auf die stechende Wespe. Auch auf andere Schädigungen, etwa der Verbauungsorgane, antwortet das Gehirn mit Hilfe der ausgefahrenen Nervenbahn in geeigneter, zweckmäßiger Weise. Auf unangenehme Reize folgt stets eine entsprechende Abwehrbewegung des Körpers. Das geht unwillkürlich, ohne Mithilfe des Bewußtsein-, vor sich, reflexartig. Beim Kind sind nun die Bahnen, auf denen die Nervenleitungen zum Großhirn gehen und von dort aus umgelettel werden, noch nicht so ausgefahren. wie beim Erwachsenen. Infolgedessen farm es eher zu einem älcber- sdringen gewissermaßen auf eine falsche Dahn kommen. Ein Reiz auf das Großhirn, der beim Erwachsenen vielleicht nur eine einmalige Zusammenziehung eines bestimmten Muskels zur Folge hätte, springt beim Kind auf eine ganze Anzahl von Muskelgruppen in dauernde, bezw. langer währende Bewegung . So ist es zu verstehen, daß eine Verdauungsstörung, die beim Erwachsenen nur Erbrechen Hervorruft. beim Kind das Auftreten von länger währenden Krampfanfällen zur Folge hat. Es wäre daher auch unrichtig, anzunehmen. daß ein Kind durch besonders heftig« Schmerzen schließlich zu Kranipsansällen tarne; der Eindruck des Schmerzes wird vielfach nur durch das verzerrte Geficht hervorgerufen, während es in Wirklichkeit lange nicht so arg jst. als wenn ein Erwachsener infolge von Schmerzen bas Gesicht verzerren würde. Wenn man annimmt, daß die Krämpfe durch eine Reizung der Großhirnrinde hervorgerufea werden, so ist bamit natürlich für die eigentliche Ursache des Leibens noch nichts angegeben. Die Hauptfrage ist vielmehr bie, wodurch denn die Gehirnreizung hervorgerusen wird. ES gibt Fälle, in denen ähnlich wie bei Erwachsenen die Krämpfe durch unmittelbare mechanische Schadl- aung des GehimS hervorgsulen »erben, also I bei Gehirnhautentzündung, Gefchkvulsibildung im Gehirn, Blutung. In der überwiegenden Mehrzahl ber kindlichen Krämpse handelt es fich aber um Krämpfe, die durch einen Allgemeinreiz auf das Gehirn hervorgerufen werben (reflektorische Krämpse).. Der Beginn einer fieberhaften Infektionskrankheit, von Mandelentzündung, Scharlach. Diphterie und ähnlichen Kinderkrankheiten ist häufig durch das Auftreten von Krampfanfällen beim Kind gekennzeichnet. Es gibt bekanntlich gewisse Gifte, deren Einverleibung in den Körper heftige Krampfzustände hervorruft. In ähnlicher Weise kreisen bei einer fieberhaften Infektionskrankheit die giftigen Ausscheidungsstoffe der Krankheitserreger, bie Bakterien. im Blut; sie gelangen mit ihm zu jedem Organ des Körpers, auch zum Gehirn, und bewirken dort eine Reizung, bie unter Umständen ihren Ausdruck in Krampfonfällen findet. Neuere Forschungen der Kinderheilkunde haben gezeigt, dah manche Kinder infolge angeborener Veranlagung zu Krampfanfällen ganz besonders neigen. Bei derart gen Kindern genügen daher scheinbar unwesentliche Reize, um einen Krampfanfall auszulösen — Reize, die jedenfalls bei nicht so veranlagten Kindern niemals zur Auslösung eines Krampfanfalles au-reichen würden. Lieberhaupt ist die Neigung der einzelnen Kinder zu Krampfanfällen schr verschieden, wie sich insbesondere bei dem verschiedenen Verhalten von Geschwistern oft zu erkennen gibt. Auch bei veranlagten Kindern verliert sich die Neigung zu Krcrmpsanfällen im Lause der Jahre gewöhnlich Besonders häufig sind Krampfanfälle bei Kindern und Säuglingen ein Zeichen einer Verdauungsstörung. Sie können fich als leichte Zuckungen in den Augenlidern äußern oder als heftige krampfartige Zuckungen der Muskulatur des ganten Körpers, verbunden mit Bewußtlosigkeit. Magen- und Darmstörungen, die auch für den Erwachsenen erhebliche Ancumehmlichkeilen mit sich bringen, sind ja für kleine Kinder ein einschneidendes unb tief eingreifende- Ereignis. Sobald die Llrfachr der Schädigung entfernt ist — gewöhnlich ist es eine unzuträgliche Kost, allzu einseitige Kuhmilchernährung ober zu einseitige Mehlernährung, oder oerb»ebene Nahrung — tritt Besserung. Verschwinden ber Krämpse. ein. Gerede in dieser HtzHcht hol ja die Kintzerheil- tunbe in den letzten IahrzeGSen große Fortschritte gemacht, unb es gelangt ihr auf Grund Alter Hausspruch. Sn ©turn’ to wischen, Sn Kind to tuschen. En Mann to biegen — Wat söc'n Glück un Segen ernährungswissenschaftlicher Ergebnisse in einfachster Weise, bösen Krankheitsanzeichen den Boden zu entziehen. Hier muß gegen einen Aberglauben Stellung genommen werden, der schon viel Unheil angerichtet hat, daß nämlich bei Kindern durch bas Zahnen Krämpse entstehen, d. h. durch das 5)?ruur- brechen der Zähne. „Zahnkrämpfe" gibt es nicht. Krämpse bei Kindern sind immer das Anzeichen einer vorhandenen Erkrankung, die in der Regel vom Arzt leicht zu erkennen unb zu beheben ist. Das Zahnen ist an sich keine Erkrankung, fonbern ein normgemäßer Vorgang. Allerbings ist es zwei- sellos, baß währenb ber Zahnnngsperiob-' bie Widerstandskraft bes kirchlichen Körpers herab gefeilt ist. Der Durchbruch ber Zähne bedeutet eine beträchtliche Belastung für den jugendlichen Körper, unb einsehende Schädlichkeiten tonnen - ihm leichter zur Wirksamkeit gelangen, als bei einem nichtzahnenden Kinde. So ist es zu erklären, daß bei einem Kind, das zahnt, leicht Verdauungsstörungen auftreten — durch eine leichte Infektion, eine ein klein wenig verdorbene Milch, die zu andern Zeiten harmlos Vorbeigehen würden — und daraufhin ift es in zweiter Folge zurückzuführen, daß bei zahnenden Kindern häufiger Krampferscheimingen auftreten als bei nichtzahnenden. Das Zahnen an unb für sich bringt überhaupt — im Gegensatz zu einer außerorbentlich weit verbreiteten Vequemlichkeitsmeimmg, bie alles auf das Zahnen schieben will — außer leichten Schmerzen an der Mundschlermhaut, die bie Nahrungsaufnahme etwas einschränken lassen — keine Kraniheitszrschei- nungen hervor. Ein Kind, das auch mährend des Zahnens ernstlichere Krankheitszeichen barbietei, braucht ben Arzt — nicht gutgemeinte Troftsprüche „erfahrener" Beraterinnen, die alles leichtherzig damit erklären wollen: „Das Kind zahnt holt!" Die Behandlung ber kindlichen Krämpfe richtet sich also ganz nach ber Ursache, die sie entstehen läßt. Jedenfalls schadet es nichts, wenn man vor der Ankunft des Arztes bas ft mb tn ein kühles Zimmer bringt unb ihm falle Umschläge um ben Kopf macht. Ein Grund zu ernstlicher Betmruhigung ist auch bei heftigen Krämpfen für bie Mutter zunächst nicht gegeben. Sie muß freilich bann auch hen Arzt unterstützen unb darf nicht etwa durch ein ganz ftfftfr angebrachtes Mitleid eine vom Ar l etrr? an- «ordnete Nayrungseinschränkung in r -r' t | hinfällig machen. sacht durch zu schwere, unverdauliche Kost. Wo die Aerzte Verdauungsstörungen beim Klcnckmd sehen, laßt sich meistens seststellen. daß eine verdorbene Speise schuld daran ift. nicht, wie Montessori fürchtet, eine schwer verdauliche und zu derbe Nahrung. Ja, man kann als Arzt sogar so weit gehen, dah man auf die Tatsache hinweist. wie die langwierigsten Verdauungsstörungen manchmal gerade bei jenen Kindern beobachtet werden, die nach mißverstandenen wislen- schattlichen Gcbankengängen und aus übertriebener Aengstlichkeit zu einseitig und zu weichlich ernährt worden sind. Montessoris Dorschrist. Gemüse zu vermeiden (ausgenommen ab und zu ein bißchen Spinats wirkt etwa- seltsam im Hinblick aus die bei uns allgemein angenommene Gewohnheit, schon dem kleinsten Säugling Gemüse (und -war jedes Ge- müse) zu geben, anfänglich durchgetrieben, später wie für den Erwachsenen zubereitet DaS Bestreben. dem Säuling und dem Kleinkind im Gemüse bie so wertvollen Mineralsalze und ander« notwendige Stosse zuzuführen, bringt Gemüse oft häufiger aus den Tisch, als so manchem Kinde lieb ist Die Derdauungsorganc bes Kinde- werben mit dem Gemüse gut fertig und holen au- dem Gemüse alle- Brauchbare heraus. auch dort, wo daS Gemüse scheinbar unverdaut den Körper wieder verläßt. Im Obst leben wir gleichsall- einen bedeutungsvollen. unentbehrlichen Bestandteil in der Ernährung des Kleinkindes; ..eine gute Obstkammer erspart die Apotheke". Mag auch daS gekochte Obst etwa- verdaulicher sein als das rohe, so ist da- letztere aber doch gesünder unb wertvoller. Die Haut ober Schale de- ObsteS wegen ihrer Schwerverdaulichkeit entfernen. wie eS Montessori vorschreibt, ist nicht nur unnötig, sondern auch unzweckmäßig, da mit dem Schälen des Obstes sehr wertvolle Stosse weggeworfen werden und auch eine die Derbauung oft sehr gut regelnde Wirkung in Wegfall kommt. Zum Schluß noch ein nicht unwichtiger Hinweis: Die in Montessoris Anordnungen und Derbsten zum Ausdruck kommende Acngstlich- leeit und Besorgnis um die Gesundheit des Kin- deS kann nicht ohne Rückwirkung auf die Seele deS Kindes bleiben; unmerklich geht ettnaei von jener Aengstlichkeit auf das Kind über und ist geeignet, die Aufmerksamkeit deS Kindes auf sein körperliche« Befinden hinzulenken und iene Ahnungslosigkeit zu zerstören, die den besten Schutz der kindlichen Gesundheit bildet. Praktische Winke. . KFP. E i s hält man im Sommer fer lange wenn man bie einzelnen Stücke in wollene Bücher wickelt. Will man es schnell unb geräuschlos zer Heinern, bann stelle man eine Stopfnabel mit ber Spitze auf ben Eisflumpen, schlage leicht mit dem Hammer barauf, unb bas Eis spaltet sich fofou an gewünschter Stelle. Hat man Eis nicht zur Ver fügung, dann kühlt man Speisen unb Getränke am folgende einfache Art: Man schlägt die betreffenden Flaschen, Schüsseln ui'ro. in ein nasses Tuch ein unb stellt sie an ein schattiges Fenster in einen Raum, wo Durchzug möglich ist In kurzer Zeit (ca. einer otunbe) sind bie Speisen so abgekühlt, als ob sie auf Eis geftanben i)äthr. Gelbgewordene Klavier« aßen schadlos zu bleichen. Echte Elsenbintastrn erhalten mit der Zeit einen gelblichbrauneir Ton, den man auf einfache Weise wieder turn Schwinden bringen kann, nxmn man einen Teelöffel Salpetersäure in 15 Teelöffel Wasje verrührt, damit die Tasten einreibt, einige Zeit einwirken läßt, um sie darauf mit trockenem Lappen nachzureiben und zu polieren. Fräulein Fob. Roman von Anders E j e. 36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Fob errötete vor Zorn über diese Beleidig gung. Fellips für aber eiskalt fort, sie zu quälen: ..Ein verweintes Gesicht ist an und für sich nicht sehr reizend. Aber die Situation kann verhängnisvoll werden, wenn man Gelegenheit hat. gewisse Vergleiche anzustellen .....“ XIV. Heureka! Wie der Leser ganz richtig ahnte, währte die Kampfpause auf Warminge nicht besonders lang. Rach einigen Tagen begannen sich die Ereignisse in gesteigertem Tempo zu entwickeln. Leutnant Vern war am vierten Tage nach Absendung jenes Telegrammes angekommen, das der Bankier als so eilig angesehen hatte, das; Herr Kehler deswegen ebenso hastig wie unwillig eine sehr angenehme Promenade am Meeres- strande abbrechen muhte. Gabbh. die zielbewuht und gründlich jeden Menschen studierte, der sich innerhalb der Schloß- mauern zeigte, besonders solche, die verdächtig schienen, mit Herrn Fellips aus irgendeinem Grunde in Verbindung zu stehen, unterlieft nicht, auch bezüglich dieses allerletzten Gastes ihre Schlußfolgerungen zu ziehen. Leutnant Vern war ein Mann von ungefähr dreißig Zähren, mit regelmäßigem, ganz hübschem Gesicht, dessen lebhaftes Minenspiel jedoch einen etwas lasterhaften Zug um den Mund nicht verbergen konnte, und mit allzu deutlichen Spuren eines starken Lebens. Die Augen waren leichtsinnig und unverläßlich. Als Gesellschaftsmensch war er ganz angenehm, in Fellips' Anwesenheit aber unterwürfig wie ein Hund. Aus seinem Verhältnis zum Prinzipal konnte er kein Geheimnis machen. „Wissen Sie, was er hier eigentlich zu tun hat?" fragte Gabbh eines Tages Herrn Kehler, „ich kann doch nicht annehmen, daß der Edelmut des Bankiers, an Berns Erholungsbedürftig- leit zu denken, der ausschließliche Grund wäre." „Der Hund hat in der Rähe seines Herrn zu sein", murmelte Kehler. Eines Tages machte Gabbh zu früher Stunde und allein einen Morgenspaziergang in der bestimmten Absicht. Milltorp zu treffen. Während sie den ihr nun wohlbekannten und denkwürdigen Waldweg ging, flogen ihre Gedanken wie Falken auf der Jagd, doch bald begannen sie sich zu klären und zu konzentrieren. Gabbh Dulcroft liebte es nicht, ihre Pläne auf losen Hypothesen aufzubauen. Jetzt konnte sie ihre Pläne gottlob schon in etwas festerer Form schmieden. 3n den letzten Tagen hatte sich allerlei zugetragen. An gefügigen Werkzeugen mangelte es ihr nicht. Kehler, der sich immer mehr zu seinem Vorteil veränderte, hatte sie ganz und gar in ihrem Garn. Er war für sie zu allem bereit, konstatierte sie lächelnd und dachte dabei an allerlei. Dieses Werkzeug würde sie gewiß nicht unbenützt lassen. Zu Fellips verhielt sie sich auf eine Weise, daß er sich vermutlich über sie nicht im Klaren war und nicht wußte, was er eigentlich glauben sollte. Und es war ihre Absicht, ihn mit Hilfe der Vorsehung in ständiger Angewißheit zu halten. Gabby ging mit raschen Schritten durch den morgenkühlen, harzduftenden Wald. Es galt jetzt, mit Milltorp ein förmliches Angriffsbündnis zu schließen. Der Boden war so gut vorbereitet, daß man wohl auf keine weiteren Schwierigkeiten mehr stoßen würde. Dann mußten die Alliierten in Verbindung mit der Exzellenz kommen, was wahrscheinlich nicht so leicht sein dürfte. Vor allem war es aber nötig, die Karten gut zu mischen, denn der Bankier war kein zu verachtender Gegenspieler. Gabbh unterschätzte ihn keineswegs, wenn sie es auch für gut befunden hatte, über ihn zu Fob mit größerer Geringschätzigkeit zu sprechen, als dessen Verschlagenheit verdiente. Die Hauptsache blieb schließlich, Fob von Warminge wegzubringen. Es war sehr wahrscheinlich, daß sie selbst sich einem solchen Vorschlag auf das heftigste widersehen würde. 3n einem solchen Fall mußte der Bund der Verschwörer dann eben Maßnahmen zu einer Entführung gegen ihren Willen treffen. Solange sie hier blieb, würde sie ein willenloses Opfer der suggestiven Macht Fellips' sein. Fob hatte sich nicht nur durch eine Menge gewiß sehr trauriger Ereignisse auf das Aeußerste deprimieren lassen, sondern war auch das Opfer einer ganz hysterischen Aeberschähung von Fellips' Macht geworden. Aeberdachle man die Sache nüchtern, so konnte man ja nicht annehmen, daß er dieses gefälschte Papier gegen seinen eigenen Schwiegervater benützen werde. Auf jeden Fall konnte man sich ruhig darauf verlassen, daß er dies erst in allerhöchster Bedrängnis tun würde. Gabby mußte ihre Kombinationen auf einen Augenblick unterbrechen. Vorne, wo sich der Weg bog, wurde eine männliche Gestalt sichtbar. War es Milltorp? Rein, — jetzt erkannte ihn Gabby, es war Herr Lynn, der Waldhüter des Bankdirektors. Er ging an ihr vorbei Der Kerl sieht entsetzlich verschlagen aus, dachte Gabby, ohne ihm übrigens weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Bei der nächsten Wegkreuzung wandte er sichern und verschwand dann rasch in die Büsche. Das Manöver erregte Gabbys Erstaunen, sie konnte aber nicht lange darüber nachdenken, denn gleich darauf zeigte sich Milltorp. Er grüßte mit einer Herzlichkeit, die seine Freude über die Begegnung verriet. „Guten Morgen, Herr Milltorp," gab Gabby den Gruß zurück, „ich muß Ihnen offen gestehen, daß ich mich eigens auf diesen Stein fetzte, um auf Sie zu warten." Milltorp wollte etwas Liebenswürdiges zur Antwort geben, aber Gabby ließ ihm keine Zeit und fuhr fort: „Sagen Sie, wohin sollen wir gehen, um ganz ungestört miteinander sprechen zu können?" „Sie fürchten sich wohl vor Spionen," lachte Milltorp. „Hier traue ich keinem Menschen." „Gestatten Sie mir zu antworten, daß Sie von ungewöhnlicher Klugheit sind," sagte Milltorp mit einer Bewunderung, die er sich nicht SU verbergen mühte. „Ich glaube auf alle Fälle einen Platz zu wissen, wo wir vollständig Ruhe haben, — wenn Sie nicht an Schwindel leiden." Milltorp zeigte dorthin, woher er gekommen war, und Gaoby folgte ihm den V)eg, den er nun einschlug. Er war nicht bequem, denn er ging ununterbrochen aufwärts, durch Sumpf und über Gestein, aber dies konnte der Absicht, in der fte hierhergekommen war, ja nur nützlich sein. , AI der Spitze des höchsten Hügels, den es auf Mtlltorps Besitztum gab, stand eine uralte, rtefxge Eiche. 3n deren Krone hatte er ein Rest gebaut, — er nannte es das Adlernest A ,®Drt oben herrschte vollkommene Stille. Vom Adlernest aus hatte man eine meilenweite Aussicht auf die Umgebung. Herrliche Bilder breiteten sich nach allen Seiten aus: der rauschende, dunkle Wald, die wogenden goldgelben Felder das weifte Band der Wege, der Strand un^' die Duchten, des Meeres unendliche Weite Gabbh erklärte, daß sie nicht schwindelig sei Also kletterten beide hinauf, — nicht ohne Schwierigkeiten. Ziemlich eng war es droben, — aber man glaubte wenigstens sicher zu fein. Gabby machte keine langen Einleitungen. Sie ging gerade auf die Sache los, und legte Milltorp ohne Umschweife ihren Plan dar. Der hatte drei Hauptmomente: erstens, Fob zu entführen, und von Fellips' Einfluß zu befreien, zweitens, sich des kompromittierendeTr- Papieres zu bemächtigen und drittens, Fob mit ihrem Vater zusammenzubringen. Billigte Milltorp den Plan? „Liebes Fräulein Dulcroft," antwortete er, »lassen Sie mich vor allem sagen, daß ich mich durch 3hr großes Vertrauen ungemein geschmeichelt und geehrt fühle. Und ich wage zu hoffen, daß Sie es mir nicht vergeblich schenken. Wenn ich auch der ganzen Sache nicht so nahe stand, so konnte ich doch allerlei zwischen den Zeilen lesen. Aber Sie können sich wohl denken daß ich über 3hre Enthüllungen, die mich ziemlich unvorbereitet treffen, ein wenig verblüfft bin." (Fortsetzung folgt.) CARL STÜCKRATH Asterweg47‘‘^l^^eMÖbelfabrik Steinstr. 56, 58 u. 60 Speisezimmer-, Schlafzimmer-, Herrenzimmer-, Küchen- Einrichtungen in geschmackvollen Modellen und gediegener Ausführung in reichster Auswahl vorrätig Einzelmöbel, Matratzen, Sofas Klubmöbel in Stoff und Leder 7844c Zeitgemäße, günstige Preise t München, 4. August 1925 06486 an Gießen, den 3. August 1925. t Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Dr. Karl (Engifd) und Frau Thekla geb. Schudt Gießen (Vahnhofstr. 67), den 3. August 1925 z. Zi. Evangelisches Schwesternhaus Ihre Vermählung zeigen an Heinrich-Hermann Walther Maler und Graphiker Agathe Walther geb. Lederer Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen Albert Wendel und Frau Emmy geb. Koch Statt Karlen Unserem Hans-Jürgen wurde heute ein Brüderchen geboren. Dr. Wilhelm Mollat und Frau Ilse geb. Grein Berlin-Zehlendorf, den 1. August 1925 Q 3- It. Offenbach (Main), Privatklinik Dr. Grein. ................................................................ Baldrianwein V) verleiht einen gesunden Schlaf und stärkt bei längerem Gebrauche die Nerven. Man hüte sichvorNachahmung. und achte auf die Schutzmarke „Oatag" und den Namenszug „W. Ullrich“. In Originalflaschen zu haben in allen Apotheken und Drogerien, bestimmt: Central-Drogerie, Schulstraße Germania-Drog.,Frankf. Str. 29 Kaiser-Drogerie 5264ss Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr.51 Löwen-Drogerie Ludwigsplatz-Drogerie Neustadt-Drogerie Drog. Wint erhoff, Kreuzpl.9/10 habe ich durch Gchaumauflar-en von c»?#jtrb o-Seife beseitigt K. « in @. Per Et. M. —.65, 60*to verstärkt M. 1.-. Zur Nachbehandlung ist Herba-Cremc besonders-u empfehlen Zu hab. in allen Apotheken, Drogerien u. Parfümerien Bekanntmachung. 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Schwellung und Schmerzen an den Knöcheln. Die typischenSchwiekeabeimEenk- fuß: Die lästigen, oft schmerzhaften Hornhautbildungcn befinden sich in der Mitte der vorderen Fußsohle, am Ballen und an der Ferse. Staben Sie Fußschmerzen? Besonders im Fuß°