Met Anzeiger-'' 'S,,6««-* 8 23Wbp 21:°' ’J Jh (in. $) 21,2a bis 2'130 M 0) 38,75 bis ■ Weizenkleie 13 Ruhig, iefrwft. j«n«r Anzeiger-'.) 3uni. Austrieb: 246, Dullen 30 r.,^8' Äose 52^ Ich'ge ausgetooch. 2 biä 68, junge, HO ältere ausgeährte junge und Dullen: vollhöchsten Schlacht- Nm 45 bis 52; Börsen höchsten iisieischige ausge- swrrts bis zu lie- ig gut enttoidclte usgemästete Kühe igere Kühe 45 bis Färsen 35 bis 45, zärsen 15 bis 25; ), mittlere Masi- 0, geringere Mast» 74, geringe Saug- ine: vollsleischigk 75, unter 80 N' । Kilo 70 bis 74, 74, unreine Laren 55. Rinder lebhalt, (verlauft, Schweine i Handel großen nQttietv fL ',ft- JJÄhs bürjc. DnU^math hv, N lmark , 282 e 200 Ä « Ali) 190 j ^211; £ j. bis 36x Mncie 13Ä "^noeiblen 21 Johnen ig u I isrnT"- n 13,60,5 W 980 btil?, Zesundung jw von tat tö^Äd) den, guten .uns täglich zrblüffenben szusprechen. V, Sl. 1,75, iab Solberg. irschbaum liert imer ] und Dun- ritt teile der sterweg reis6 ichterunS ten * imeril Mahagopi । >nzen oder | e Ur. 128 Erster Blatt , 175. Jahrgang Donnerstag, 4. Juni 1925 Erschein» täglich, aufeet Sontu und Feiertags Beilagen: GiebenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monat».vezuarprelr: 2 Goldmark u.*20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lagundGeschäftsstcllebl. Anschrift für Drahtnachrichten AnzeigerLiehen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Lnzelaen für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichbett. 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Und doch haben wir alle Ursache, mit Dankbarkeit dieses Wirkens zu gedenken. Der Lebensabschnitt, den er heute erreicht, sollte eine Gelegenheit fein, manche Versäumnis gutzumochen. Wir gedenken dieses Mannes als einer der besten und verdienstvollsten aus der jetzt so vielgeschmähten und doch an tüchtiger und erfolgreicher Arbeit so reichen Zeit Kaiser Wilhelms II. Am 3. Juni 1845 zu Glogau geboren. erwies sich Arthur Gras v. Pofadowsky-Wehner schon in jüngeren Jahren als Staatsbeamter von besonderer politischer Begabung. Aach dem üblichen Vorbereitungsdienst des preußischen Derwal- tungsbeamten bewährte er sich seit 1873 als Landrat des Kreises Wongrowih und später des Kreises Kroeben. Vach einigen Jahren wurde er in das preustische Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich der freikonservativen Partei anschlost und bald in den Vordergrund trat. 3m 3ahre 1885 wurde er Landeshauptmann der Provinz Posen und verzichtete auf sein Ab- geordnetenmandat. Die acht 3ahre seines Waltens in dem genannten Amt standen noch lange nachher in gutem Andenken in der ganzen Provinz. So überraschte es die Eingeweihten nicht, hast er im August 1893 aus seiner Stellung in ein hohes verantwortungsvolles Amt gerufen wurde. Er wurde Staatssekretär des Reichsschahamtes. Cs gelang ihm freilich nicht, das große Problem einer Reichsfinanzreform zu lösen, doch war er eifrig darum bemüht und zeigte seine Gaben, Kenntnisse und Erfahrungen in so glänzendem Licht, daß ihm 1897 nach dem Ausscheiden des Staatssekretärs von Bötticher aus dem Reichsamt des Innern dieses umfangreiche und bedeutsame Amt übertragen wurde. Er rechtfertigte das ihm gezeigte Vertrauen vor allem durch eine fachliche Beherrschung her in seinen Amtsbereich fallenden Materien, die ihm die allgemeine Anerkennung derer, die mit ihm arbeiten dursten, eintrugen. Das Gebiet, auf dem er sich die größten Verdienste erwarb, war die Sozialpolitik. Die Verhältnisse lagen damals so, dast die Gegensätze zwischen den Sozialreformern und denen, die in allen Reformideen nur eine Ermunterung der Sozialdemokratie sahen, sich erheblich verschärft hatten. Gras Posadowsky fand den Weg, her für den Staat gegeben war. mit größter Sicherheit, indem er übet den gegebenen Verhältnissen die sachlich berechtigten Forderungen der Sozialreform unbeirrt festhielt, ohne sich durch das politische Spiel der Parteien aus der Dahn drängen zu lassen. Immer blieb er über den Parteien. Erst 1907 schied er aus dein Amt, da er sich nach d.'r ganzen Einstellung seines sozialpolitischen Wirkens nicht entschließen konnte, die schroffe Frontstellung des Fürsten Bülow gegen das Zentrum, bas die Pofadowlkysche Sozialpolitik im wesentlichen unterstützt hatte, mit- zumachen. 2m Jahre 1912 wurde er in den Reichstag gewählt, wo er sich einer bestimmten Partei nicht mehr anschliesten mochte. Erst nach dem Zusammenbruch von 1918 beteiligte er sich wieder an der Gründung der Deutsch- nationalen Volkspartei, die sich jedoch nicht ganz nach feinem Sinne entwickelte. Das und die Last der Jahre bestimmten ihn, sich 1920 aus der politischen Tätigleit — er war auch in die Rationalversammlung gewählt worden — zurück- zuziehen. 'Wir wollen dem Deröienten Staatsmann wünschen, daß er noch viele 2ahre körperlicher und geistiger Rüstigkeit und darin das Wiederauferstehen des zu Boden getretenen Vaterlandes erlebt. Die amtlichen Glückwünsche. Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Reichspräsi- denk von Hindenburg hat an den Grafen Posadowsky anläßlich seines 80. Geburtstages folgendes Telegramm gesandt: In herzlichem Gedenken sende ich Ew. Exzellenz meine aufrichtigsten Glückwünsche zum heutigen Tage. Möge Ihnen noch manches Jahr in gewohnter geistiger und körper- licher Frische beschieden fein. Der preuhische Ministerpräsident Braun sandte folgendes Telegramm: Zu Ihrem 80. Geburtstag sende ich Ihnen im Namen des preußischen Staatsministeriums in Erinnerung an die wertvollen Dienste, die Sie dem preußischen Staate Jahre hindurch geleistet haben, herzlichste Glückwünsche. Möge Ihnen noch eine Reihe schöner Lebensjahre beschieden sein. Braun, preußischer Ministerpräsident. Der Reichsarbeitsmini st er sandte folgendes Glückwunschtelegramm: Eurer Exzellenz beehre ich mich, zum 80. Geburtstage meine aufrichtigsten Glückwünsche auszusprechen. Mit dem gesamten deutschen Volke gedenke, ich heute in aufrichtiger Dankbarkeit der weitausschauenden Führung Eurer Exzellenz auf sozialpolitischem Gebiete. Möge es Ihnen beschieden fein, sich noch lange an dem reichen Segen zu erfreuen, der dem deutschen Volke aus Ihrem sozialen Wirken erwachsen ist. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Die Unruhen in China. Der Kampf gegen die Fremden. — Bolschewistische Umtriebe. Aus China kommen seit mehreren Tagen recht verworrene Rachrichten, es ist nicht klar ersichtlich, welche Kräfte am Werke sind, und ob es sich hier um ein Reuaufflammen des Bürgerkrieges handelt. Tatsache ist ja. daß die Feinde von gestern sich nur äußerlich vertragen haben und es der Pekinger Regierung noch immer nicht gelungen ist, Ordnung und Ruhe zu schaffen. Das starke Hervortreten der Studenten und Arbeiter bei den jüngsten revolutionären Umtrieben in Shanghai gibt aber doch zu denken, da mit immer größerer Bestimmtheit behauptet wird, daß die Unruhen auf bolschewistischeMachen- schäften zurückzuführen find. Gerade die Studenten sollen restlos zum Bolschewismus übergetreten sein, sie haben jetzt anscheinend auf Befehl Moskaus die Parole »Tod den Fremden" ausgegeben, die gerade deswegen besonders zugkräftig ist. weil ihr auch alle nationalen Elemente Folge lcisten werden. In Kanton scheint der Bolschewismus nach dem Tode Sun- V a t - s e n s, her mit Moskau auf das Engste zusammenarbeitete, die Macht vollends an sich gerissen zu Haden, seit Wochen ruht jeder Warenverkehr nach Kanton, da sich die chinesischen Kaufleute weigern, mit den Bolschewisten zu verkehren. Cs sieht jetzt so aus. als ob China umnittelbar vor einer großen Auseinandersetzung mit den bolschewistischen Gruppen innerhalb seiner Landesgrenzen steht. Der Aufstand in Schanghai, zu dessen Riederschlagung zahlreiche europäische Truppen gelandet worden sind, ist plötzlich durch einen neuen Vorgang in den Hintergrund gedrängt worden, der sich diesmal in der Mands churei abspielt und in dessen Mittelpunkt der (Sieger im letzten Bürgerkrieg, General Tschang- t s o l i n steht. Russen und Japaner wollen hier eine Eisenbahn bauen, die Russen haben sich veranlaßt gesehen, auf die Entlassung zahlreicher nichtbolschewistischer chinesischer Eisenbahnangr- fieilten zu drängen. Dagegen hat sich die Pekinger Regierung gewehrt, di» jetzt die vollkommene Unterstützung Tschangtsolins genießt, der umfangreiche Kriegsvorberri- tungen gegen Sowjet-Rußland trifft. Die Lage hat sich so zugespiht, daß sie einrm wüsten Chaos gleicht. Cs muß sich übrigens jetzt endlich auch einmal zeigen, welcher Art die seinerzeit getroffenen Geheimabmachungen zwischen Rußland und Japan sind, da sich hier die erste Gelegenheit eines russisch-japanischen Zu- sammenarbeitens ergibt, es sei denn, daß hinter Tschangtsolin die Japaner stecken, um den Russen in der Mandschurei nach Möglichkeit Schwierigkeiten zu bereiten. Die Lage in Schanghai. Die Lage in Schanghai wird von Stunde zu Stunde ernster, die Streiks nehmen ständig zu. Die Streikbewegungen in Schanghai nehmen nach den letzten Meldungen weiter an Ausdehnung zu. Alle ausländischen Spinnereien sind nunmehr in Mitleidenschaft gezogen, ebenso die Zeitungen. Eine Menge von 3060 Aufrührern griff gestern die japanischen Eisenwerke an. Die Polizei feuerte, wobei einer der Angreifer getötet und fünf verwundet wurden. Die Angriffe auf einzelne Ausländer werden fortgesetzt. Straßenbahnwagen sind mit Steinen beworfen worden, wobei eine Frau verletzt worden ist. Bier Züge englische Matrosen und Seeleute sind gestern abend gelandet worden. Eine große Anzahl wird heute folgen. 3m Zentrum der Stadt fanden Zusammenstöße statt, bei denen die Aufständischen zwei Tote und 75 Verwundete hatten. Bewaffnete Patrouillen durchzogen gestern den westlichen Teil Schanghais. Die Aufständischen haben in dem Vorort Chapi. der eine brauchbare Operationsbasis gegen die Riederlassungen bietet. Barrikaden errichtet. Der Mangel an Nahrungsmitteln macht sich bei den Chinesen mehr bemerkbar als bei den Ausländern, die durch Vorräte von Rah- rungsmitteln gedeckt sind. Die Studenten nahezu sämtlicher Universitäten und Hochschulen haben zum Zeichen des Protestes gegen die Haltung, die die Behörden in der Angelegenheit der Schanghaier Unruhen eingenommen haben, den Streik proklamiert. Für heute ist eine große Kundgebung. verbünde:, mit einem Umzug. vorgesehen. Die Wachen der Gesandschaftsgebäude in Peking werden in Bereitschaft gehalten. Alle Eingänge zum Fremdenvieriel sind durch starke Posten besetzt. Die Studenten haben im "Verlauf verschiedener Versammlungen zahlreiche Anträge angenommen. Sie fordern unter anderem den Rücktritt des englischen Konsuls in Schanghai und die Todesstrafe für die Polizisten, die im Deraluf der Unruhen Studenten getötet haben. Sie bestehen darauf, daß die toirt- schaftlich en Beziehungen mit Gro st- britannicn und mit 3 apan ft r e n g e r kontrolliert werden und verlangen die Zurückziehung aller in englischen und japa- panischen Danken untergebrachten Depots. Endlich verlangen sie. daß britischen und japanischen Staatsangehörigen keine Lebensrnittel verkauft werden, und daß die in englischen und japanischen Häusern tätigen chinesischen Angestellten ihren Dienst dort aufgeben. Rach halbamtlichen Berichten, die das amerikanische Staatsdepartement enthalten hat, sind die Sowjetgesandtschaft in Peling und das russische Konsulat in Schanghai für die Agitation unter den Studenten verantwortlich. Italienische, englische und amerikanische Soldaten hätten übrigens auf die Manifestanten geschossen. Zum Schuhe der Ausländer in Schanghai stehen zur Verfügung: Ein amerikanisches Kanonenboot und drei amerikanische Zerstörer, drei japanische Kanonenboote, ein französischer Kreuzer und ein französischer Zerstörer sowie ein englisches Kanonenboot und ein englischer Kreuzer. Die Ausländer in Schanghai sind mobilisiert und mit Revolvern zur Selbstverteidigung versehen. Die Polizei hat Befehl erhalten, alle Unruhestifter niederzufchießen. Inzwischen sind auch Panzerwagen in dem westlichen Viertel, wo sich der Hauptherd der Unruhen befindet, eingetroffen. Die chinesischen Forderungen London, 3. Juni. (WTB.) Wie aus Peking berichtet wird, hat der chinesische Außenminister dem italienischen Gesandten in seiner Eigenschaft als Doyen der diplomatischen Vertreter der interessierten Regierungen eine Note über die Lage in Schanghai überreicht, in der auf die Zwischenfälle hingewiesen wird, die am 30. Mai in Schanghai sich ereignet haben. Es heißt darin u. a.: Die getöteten oder verwundeten Studenten waren junge Leute aus guter Familie und gute Patrioten. Sie seien nicht bewaffnet gewesen und man hätte sie nicht wie Uebeltäter behandeln dürfen. Die Polizei habe jedoch, anstatt sie zu beruhigen, zu äußer st en Maßnahmen gegriffen, die vom Standpunkt der Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu tadeln seien. Die Note protestiert ausdrücklich gegen die Zwischenfälle und erklärt, daß die chinesische Regierung sich das Recht vorbehalte, in Zukunft Forderungen zu stellen. Sie bestätigt endlich, daß die Behörden der Konzessionszone von Schanghai für den beklagenswerten Zwischenfall verantworllich seien, und ver- langt von den Mächten, ihre Konsuln in Schanghai damit zu beauftragen, die feftgenommenen Personen in Freiheit zu setzen und gemeinsam mit dem chinesischen Sonderkommissar für auswärtige Angelegenheiten in Schanghai Maßnahmen zu ergreifen, um derartige Zwischenfälle in Zukunft zu verhindern. Ein Bericht des deutschen Gesandten in Peking. Berlin, 4. Juni. Die das „B. I.“ melde*, liegt an hiesiger zuständiger Stelle ein ausführliches Telegramm des deutfchen Gesandten in Peking, Dr. Boye, vor. Es kann gesagt werden, daß irgendwelche Besorgnis für das Leben deutfcher Untertanen nicht besteht. Auch dürften deutsche Interessen in China nicht als gefährdet erscheinen. In dem Telegramm Dr. Boyes wird u. a. gesagt, das diplomatische Korps beabsichtige, auf die Protestnote der chinesischen Regierung in versöhnlichem Sinne zu antworten. Die chiuesische Regierung ihrerseits beabsichtige, eine aus hohen Beamten bestehende Untersuchungskom- misfion nach Shanghai zu entsenden. In Berliner gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß die internationale Verwaltung in Schanghai die Stadt vollkommen in Händen hat. Die ganze Bewegung trage nicht nur einen sremdenseindlichen, sondern auch einen ausgesprochen a n t i k a p i t a - II st Ischen Charakter mit politischem Hintergrund. Alliierter Meinungsaustausch. Paris, 4. Juni. (TU.) Am Quai d'Orsay wurde auf eine Anfrage mitgeteilt, daß zwischen den alliierten Mächten auf diplomatischem Wege ein Meinungsaustausch über d i e Vorfälle in Schanghai im Gange sei. Vorläufig werde aber die Initiative zur Ergreifung weiterer Schutzmaßnahmen den diplomatischen Vertretern überkiffen. Auch Reichskanzler D r. Luther hat an den Grafen Pofadowsky-Wehner ein Glückwunschtelegramm gerichtet, das die Verdienste des Grafen als Staatsmann und Politiker in warmen Watten hcrvorhebt. Din ganze Kulturwelt müße das Werk des Grafen für die Wohlfahrt der arbeitenden Klassen als vorbildlich anerkennen. Ein Schweizer Gerichtsurteil über Markdarlehen. Lausanne, 4. 3unL Das Schweizer Dun- desgericht hat entschieden, daß rin im Rovember *1918 der A. G. ‘Brann in Zürich auf fünf 3ahre l gewährtes Darlehen heute nicht in völlig entwerteter Papiermarkwährung zurückgczahlt wer- | den darf, sondern der Gläubiger die Aufwertung seiner Forderung verlangen kann entsprechend der deutschen Währung und Aufwertungsgefehgebung. Kanada annektiert den Nordpol Im kanadischen Unterhaus wurde ein Antrag der Regierung angenommen, die auf eine Annexion des Nordpoles durch Kanada hinausläuft. Der kanadische Innenminister S t e r n ro a r t erklärt dazu, daß Kanada das Land bis zum Nordpol für sich beansprucht, gleichgültig, ob das Land bereits entdeckt fei oder nicht. Der diesbezügliche Gesetzentwurf der Regierung ermächtigt' die kanadische Regierung, daß die Forscher vor Eintritt ihrer Entdeckungsfahrten die Genehmigung von der kanadischen Regierung einholen müssen. Englands Sieg. Die englische Presse, die während der Psingst- feiertage die Sprache verloren zu haben schien — offenbar weil das ganze Foreign Office einen ausgedehnten Weekend gemacht hatte und infolgedessen nicht imstande war, eine z wecke.itsprechende Parole auszugeben — feiert jetzt mit einer brutalen Offenheit den Sieg Englands über Frankreichs. Die Freude ist an sich zu verstehen, beim allzu oft hat England in den letzten Jahren dazu nicht Gelegenheit gehabt: die mehr oder minder freundschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen? den beiden Kabinetten fanden eigentlich immer das Ende, daß England vor den französischen Forderungen kapitulierte, obwohl es zum mindesten politisch und finanziell der stärkere Teil war. Aber für England ist nun einmal Europa nur ein Teil des Schachbrettes seiner Weltpolitik, und da die Franzosen es st'tS rechtzeitig verstanden, irgendein Feuer anzuzün- den. das in Indien, in Klein-Asien. in A.-gypten oder sonst wo auf das englische Weltreich überzugreifen drohte, mußte man in London den Franzosen stets entgegenkommen und ihnen auf dem Kontinent den Preis zahlen, den sie verlangten. wozu sich die Engländer um so leichter entschließen konnten, als ja letzten Endes nicht sie, sondern die Deutschen btt Lrid- tragenben waren. 3ctjt zum erstenmal ist die Lage umgekehrt, jetzt sind die Franzosen einigennaheni in der Klemme. Das Marokkoabenteuer gegen die Rifkabylen macht ihnen doch direkt und indirekt sehr viel mehr Kummer, als sie zu- geben wollen, wobei es ganz dahingestellt bl ei beit mag, inwieweit England bei der überraschenden militärischen Widerstandskraft Abd el Krims die Hände im Spiele hat. Jedenfalls muß Frankreich sich darauf einstellen, daß es ein ganzes Heer in Marokko braucht, vor allem aber, daß diese Expedition außerordentlich viel Geld verschlingt Und wenn die französischen Militärs — wofür ja mancherlei spricht — den Vorstoß der Rifkabylen provoziert haben, bann haben sie w-aS den Zeitpunkt anbetrifft, ganz sicher ihrem Da- terlanbc einen Bärendienst geleistet Denn ungeeigneter als im gegenwärtigen Augenblick konnte den Franzosen diese Äraftanftrengung gar nächt kommen. Sie stehen vor der Situation, daß die Vereinigte n Staaten nun endlich ernst machen mit ihrem Verlangen nach der Rückzahlung der europäischen Schulden; wenn Poincar6 immer noch gehofft haben mochte, daß Reuyork eines schönen Tages einen dicken Strich durch die ganze R«hnung machen würde. 5 erriet mußte schon wissen, daß er um das Bezahlen nicht herum käme, und auch das Kabinett Painlev6-Caillaux hat die Rotwendigkeit zu irgendeinem Entgegenkommen, das mehr als eine Geste ist. längst rin- gesehen, wenn es auch wohl noch nicht wrih, wie es die Gelder flüssig machm soll. Denn zunächst ist es sehr zweifelhaft, ob Caillaux feinen Etat überhaupt ins Balancieren bekommt, er hat das Allheilmittel, das ihn von dem bequem ;n, aber gefährlichen Hilfsmittel der Zufchußanlriyen befreit, noch nicht gefunden, und nun reiht b*t Marokko-Feldzug ein neues Loch in seine knappen Reserven. Dia Antwort darauf an der Börse ist nicht ausgeblieben: Der Frank ist stark ins Wanken geraten und sinkt feit vierzehn Tagen mit einer für die Franzosen forgenerregenben Beharrlichkeit. Diesmal werden sie auch kaum eine Kapitalistengruppe finden in England ober in den Vereinigten Staaten, die gegen den Willen ihrer Regierung ihnen eine Millionen-Anleihe zur Verfügung stellt, womit sie den Frank halten können. Denn das neueste Abgleiten ihrer Währung ist mindestens ebenso sehr politisch wie finanziell bedingt; eben well die Amerikaner ihnen eine Warnung erteilen wollen, vielleicht auch darüber etwas verärgert find, daß die Millionen, die Frankreich angeblich nicht hat, um seine Schulden zu bezahlen, für die imperialistischen Träume eines nordafrikanischen Kolonialreiches verpulvert werden. Das sind schon Gründe, die auch Herrn Poincars nachdenklich machen konnten und ihn vermutlich ebenfalls gezwungen hätten, das englische Angebot anzunehmen, zumal da ja immer noch nicht ganz sicher ist, inwieweit Frankreich sich nicht durch irgendeine Hintertür doch noch den Weg ins Freie gesichert hat. Die Formulierung, die für die Möglichkeit eines Einmarsches französischer Truppen nach Deutschland — im Falle eines Krieges im Osten — gewählt wurde, ist nach den verschiedenen Interpretationen in der englischen und französischen Presse zum mindesten sehr unklar. Die Franzosen pochen darauf, daß sie das Recht hätten, nach Deutschland einzumarschieren, und die Antwott, die darauf aus London kommt, ist recht lendenlahm. Es bleibt aber für uns selbstverständlich, gerade angesichts des Mißverhältnisses der militärischen Wachtentwicklung, daß ein einseitiges Recht Frankreichs zum Einmarsch auf deutsches Gebiet für uns unannehmbar ist, weil es dem Wesen des Vertrages widerspricht. Was wir wollten, ist, den Franzosen die Beruhigung vor einem deutschen Angriff zu geben. Wenn sie aber sich nur die Rosinen heraussuchen wollen aus dem Kuchen, wenn sie nur Rechte, aber keinerlei Pflichten übernehmen wollen, dann verfchwindet damit das Interesse, das Deutschland an einem Sicherheitsvertrag hatte, immer mehr. Briands AntWorL an England. Paris, 4. Juni. (TU.) Wie die Margen- blätter melden, hat B r i a n d gestern mit Ber- t h e l e t und L a r o ch e an der Abfassung der 'Jlote gearbeitet, die wahrscheinlich heute abend als Antwort auf das britische Garantiepaktmemorandum nach London abgehen wird. Trotz der Zusammenkunft mit Chamberlain in Genf beabsichtigt Briand, das betreffende Memorandum so ausführlich wie möglich zu beantworten. Die Antwortnote wird besonders ausführen, weshalb Frankreich in feinem Antwortentwurf auf das deutsche Angebot betont, daß Schiedsgerichtsverträge auf keinen Fall die territorialen Vertragsbestimmungen zum Gegenstand haben dürfen. Die Lage in Französisch-Marokko. Paris, 3. Juni. (WTB.) Die in Rabat veröffentlichten offiziellen Nachrichten besagen, daß im Westabschnitt von Französisch-Marokko Dissidentenstämme wiederum einen Handstreich wie den vor drei Tagen gemeldeten versucht haben. Sie haben einige Häuser niedergebrannt, mußten sich jedoch vor den französischen Truppen zurllckziehen. Weiter im Osten hat eine energische, mit Unterstützung von Artilleriefeuer durchgeführte Operation der Franzosen eine umfassende Wasser- versorgu na des französischen Postens Beni Derkoul mit Wasser ermöglicht. Französischerseits sind keine Verluste zu verzeichnen. Im mittleren Frontabschnitt ist ein Angriff der Dissidenten gegen die in Gara des Mezziat lagernden französischen Truppen vollständig gescheitert. Jrn westlichen Teil des mittleren Frontabschnittes stellt man eine allgemeine Bewegung unter den feindlichen Abteilungen nach Norden fest. Anscheinend handelt es sich lediglich um eine Umgruppierung der Streitkräfte nach anderen Punkten der Front. Aus dem östlichen Frontabschnitt ist die Lage ruhig. Die Propagandatätigkeit des Feindes unter der Bevölkerung am Rande der Dissidentenzone nimmt zu. Auch sind dort einige feindliche Truppenansammlungen zu verzeichnen. Französisch-spanisches Zusammenwirken. Der spanische Botschafter hatte mit dem französischen Außenminister eine Ilntcrrebung, in der vereinbart worden ist, daß die spanische Regierung die Grenzen überwache, um den Waffen- schmuggel zu verhindern. Außerdem werde das Direktorium kein Abkommen mit Abd el Krim treffen, solange er sich mit Frankreich im Kriegszustand befinde. Der „Matin" meldet ferner aus Madrid, die spanische Regierung habe Abd el Krim ein Ultimatum gestellt, worin der marokkanische Führer aufgefordert wird, sich der Landung spanischer Truppen an der Küste von Alhucemas nicht zu widersetzen. Das Ultimatum läuft in den nächsten Tagen ab, worauf das spanische Geschwader in See stechen wird. Die Landungstruppen sind 18 000 Mann stark. Die Landungsoperationen sollen noch vor dem 15. 3uni bewerkstelligt werden. Die Kabinettsbildung in Belgien Brüssel. 3. 3uni. (Havas.) Der ehemalige katholische Minister des Innern P o u 11 e t hat heute nachmittag den Auftrag, die Kabinettsbildung zu übernehmen, angenommen. Er 7 wird versuchen, ein Ministerium zu bilden, das als seine erste Pflicht die Aufrechterhaltung des ■ Gleichgewichts des Bud gets betrachtet und zum Programm eine Reihe demokratischer Reformen haben wird, für die eine starke Mehrheit im Parlament vorhanden ist. Er gedenkt an Persönlichkeiten aller drei politischen Parteien zu appellieren. Bulgariens Kampf gegen die Anarchie. Sofia, 4. Juni. (TU.) Die auf Veranlassung des Ministeriums des Innern hier durchgeführte General-Razzia dauerte von 4 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. Die Stadt war von Militär und Polizei zerniert. Niemand durfte ohne Ausweis die Straße betreten. Um Uhr früh begannen die Haussuchungen, während deren ausnahmslos das Verlassen der Häuser verboten war. Es wurde eine größere Anzahl von Verhaftungen vorgenommen Unter den Verhafteten befinden sich mehrere seit langem g e- suchte Verschwörer, darunter der Führer der fünfköpfigen Bande, die Mitte April den Anschlag auf den König Borris verübte. Großes Aufsehen erregt die auf Anordnung des Kriegsministers erfolgte Verhaftung des Direktors des Sofioter Striegsarfenals, Braka 1 ow, der beschuldigt wird, mit den Kommunisten in Verbindung gestanden und ihnen Sprengstoffe und anderes Material geliefert zu haben. Steuerfragen im Reichswirtschaftsrat. Berlin, 3. 3uni. (WB.) Der Finanzpolitische Ausschuß des Reichswrrt - schaftsrats beschäftigte sich heute mit dem Bericht seines Arbeitsausschusses für die Verbrauchssteuern über den Gesetzentwurf zur Aende- rung von Verbrauchssteuern. Der Ausschuß erkannte die in der Begründung des Gesetzentwurfs von der Reichsregierung gemachte Angabe, daß eine Erhöhung der Steuern mit dem Gesetzentwurf grundsätzlich nicht verbunden sei, nicht an. Bei der Zuckersteuer empfahl der Ausschuß der Regierung die Herabsetzung der Steuern auf 16 Reichsmark für 100 Kilo. Ferner wurde beschlossen, die F ä 11 i g k e i t s t e r m i n e für die Verbrauchssteuern auf den zwanzigsten Tag des Monats zu legen, der auf den Monat folgt, in dem die Steuerschuld entstanden ist. Den übrigen Bestimmungen des Gesetzentwurfs wurde zugestimmt. Darauf behandelte der Ausschuß Die Frage derE rhebung einer Sonder st euer auf die seit 1913 gewachsenen bezw. erhaltenen Vermögen in Verbindung mit der Denkschrift des Reichsfinanzministeriums über den Ausbau der Besteuerung von 3nf(ati= onsgewinnea. Der Ausschuß gelangte nicht zu einem eiheitlichen Gutachten. Ec unterbreitete vielmehr die Ansichten der Mehrheit wie der Minderheit der Deichsregierung Kunst und Wissenschaft. Tagung ^er Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht. In den wundervollen Räumen der Villa '-berg sand am Mittwochabend die Begrüßung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht statt, die zu ihrer diesjährigen Jahresver- fammlung in Stuttgart Zusammentritt. Namens der Stadt entbot Oberbürgermeister Dr. Laute n s ch lüg e r den Gästen einen herzlichen Willkommengruß. Es scheine ihm ein gutes Vorzeichen zu sein, als die ersten Gäste in den Räumen, die jahrzehntelang in einer Art Dornröschenschlaf lagen, Männer begrüßen zu dürfen, die danach screden, dem Sinn für Recht und Gerechtigkeit in der Welt wieder Geltung zu verschaffen. Namens der wüttembergischen Staatsregierung und im besonderen Auftrage des Staatspräsidenten hieß Justizminister Dr B e y e r l e die erlesene Gesellschaft der angesehensten Vertreter der juristischen und politischen Wissenschaft und Praxis herzlich willkommen. Die Beschäftigung mit Fragen des Völkerrechts fei schon vor dem Kriege von Nutzen gewesen. Aber was das deutsche Volk nach dem Versailler Vertrage erlebt habe, mache die Beschäftigung mit dem Völkerrecht zu einer Notwendigkeit. Mehr denn je müsse die Erkenntnis wissenschaftlicher Forschung auf dem Gebiete des Völkerrechts in das Wissen und Wollen aller im öffentlichen Leben Tätigen hineinverwoben werden. Der Justizminister schloß mit der Hoffnung, daß aus der völkerrechtlichen Arbeit für des ganzen Deutschlands Zukunft Nutzen erwachsen möge. Jrn Namen des Rektors der Landesunioerfität und der rechts- und wissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen sprach Professor Dr. H e g l e r Worte des Willkommens und Staats» Minister a. D. Prof. Dr. v. P i ft o r i u s namens der Technischen Hochschule und ihres Rektors. Geheimrat Niemeyer- Hamburg dankte mit warmen Worten sämtlichen Rednern. DerEvangelisLi-soziaLe Kongreß. Halle a. d. S., 3. Juni. (WTB.) Die Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses, an der zahlreiche Vertreter von Behörden, Ministerien und auch Gäste aus dem Ausland, der Schweiz, Finnland und aus Philadelphia teilnahmen, ist gestern abend mit einem Gottesdienst und einem Volksabend eingeleitet worden. Heute vormittag begannen die eigentlichen Verhandlungen mit einem Vortrag des Staatspräsidenten H e 11 p a ch über die sesli-sthen Wirkungen der Mechanisierung und Rationalisierung der Jndustrieorbeit. Am Abend sprach Fr!, v. G i e r ck e über die Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Jugend. In einer dazu gefaßten Entschließung heißt es: Der Evangelisch-soziale Kongreß erachtet eine besondere Ausbildung der weiblichen Jugend zum Hausfrauen- und Mutterberuf als eine lebenswichtige Aufgabe des Staates. Er stellt fest, daß die Durchführung einer obligatorischen hauswirtschaft- sichen Vollberufsfchule für alle 14jährigen, aus der Sdwie entlassenen Mädchen der beste Weg zur Er- reicbung dieses Zieles ist. Mit einem Vortrag Prof. Abderhaltens über bevölkerungspolitische Probleme der Gegenwart finden die Verhandlungen des Kongresses morgen ihren Abschluß. Neueinstudierung der „Walküre" in Frankfurt. 3m Frankfurter Opernhause geht am Sonntag, den 7. 3uni d. 3s., abends 6 Ahr, in neuer Einstudierung, Inszenierung und technisch völlig neuer Einrichtung Richard Wagners herrliche Bühnenschöpfung „Die Walküre" in Szene. Die musikalische Leitung liegt in Händen von Professor Clemens Krauß, die szenische in denen des Oberspielleiters Dr. Loth Wallerstein. 3m übrigen werden die ersten K.äste des Frankfurter Ensembles an der Aufführung beteiligt sein. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Anfragen an die Kasse des Opernhauses. Der Wiener Anibersiiätsskandal. Die Wiener Hochschulen werden in dieser Woche wieder eröffnet werden. Die deutsch- nationalen Studenten haben sich sowohl gegenüber dem Bundeskanzler als auch gegenüber den Rektoren zur Aufrechterhaltung der Ruhe an den Hochschulen verpflichtet. Aus aller Welt. Die Vorbereitungen für die 3. Rundflugschleife. Berlin, 3.Mai. (T.U.) Jrn Tempelhofer Flieger lager herrschte heute vormittag rege Tätigkeit da alle die Maschinen, die am Donners- taginorgen die Dritte Schleifenfahrt antreten wollen, noch größere Vorbereitungen zu treffen haben, namentlich die Motore, die während der ersten beiden Schleifen einigermaßen mitgenommen waren, wurden in vielen Fällen überholt. Voraussichtlich werden von Berlin aus am Donnerstagmorgen etwa 30 Flugzeuge die 1058 Kilometer lange Reife antreten, die über Dessau—Erfurt—Würzburg —Stuttgart— bzw. Karlsruhe—Bamberg und Halle nach Berlin zurückführt. Dem Starter werden sich außer den 26 Maschinen, die die zwei Schleifen völlig durchflogen haben, auch noch wahrscheinlich der kleine „M o h a m m e d" der Fliegergruppe D a r m st a d t und der alte Landmann, die am Mittwochnachmittag starten, um die 2. Schleife nachzuholen, anschließen. Gestern nachmittag kam das Junkerflugzeug Nr. 666 nach Berlin zurück, das wegen eines Defektes in Darmstadt liegen geblieben war. Eine größere Anzahl von Flugzeugen, die die 2 Schleife nicht zu vollenden vermochten, werden sich unterwegs in die 3. Schleife wieder einfchalten, so daß voraussichtlich 35 oder 40 Maschinen nach Berlin zurückkommen werden. Es handelt sich meistens um Kleinflugzeuge, deren Motore den hohen Anforderungen, die der deutsche Rundflug an die Flugzeuge stellt, nicht ganz gerecht wurden. Der Prozest gegen Mngerstein. Die Staatsanwaltschaft Limburg hat nunmehr gegen den Massenmörder Angerstein die An kl age erhoben. Sie lautet auf vorsätzlichen Mord in acht Fällen und Unterschlagung. Die Verhandlung findet voraussichtlich in der Ende dieses Monats in Limburg beginnenden Schwurgerichtsperiode statt. Der Start der Amundsen-Alugzeuge. Die Besatzung des Dampfers „Skals", der, von der Advent-Bay kommend, soeben in Tcomsö I eingetroffen ist, schilderte den Start der 1 Amundsen-Flugzeuge, dem sie beigewohnt Hai. £>aii(i£ ist der Start zwar gut vonstartcn gegangen, das Eis fing jedoch unter der Last der Flugzeuge an zu brechen, so daß Wasser nach dem Start über dem Eis stand. Die Besatzung hält es für möglich, daß infolge der großen Belastung der Flugzeuge schon Beim Start die Apparate beschädigt worden sind, so daß sie zu einem zweiten Start nicht mehr fähig waren. Die Sängersahrk des Berliner Lehrergesangvereins. Der Berliner Lehrergesangverein wurde am Mittwochnachmittag 1 Uhr auf dem Wiesbadener Bahnhof von Vertretern des Wiesbadener Sängerbundes empfangen, der ihn mit dem deutschen Lied von Kaliwoda „Grüß Gott mit Hellem, hohem Klang" begrüßte. Der erste Vorsitzende des Wiesbadener Lehrergesangvereins, Rektor Kroll, hielt eine Ansprache. Der Lehrergesangverein gibt heute abend im Kurhaus sein erstes Konzert. Die Meisterschaft des Mittelrheinischen Schachbundes. v>u b:m 5. Kongreß bes Mittelrheinischen Schachbundes, welcher vom 30. Mai bis 3. 3uni in Bad Ems abgehalten wurde, gewann den 1. Preis und die Meisterschaft des Mittelrheinischen Schachbundes der Leiter unserer Schachecke, Herr Wilhelm Orbach, Frankfurt a. Main. Zusammenstoß zwischen Auto und Hirsch. Berlin, 3. 3uni. (WTB.) 3n der Rächt vorn 'Dienstag zum Mittwoch kam es auf der Landstraße zwischen Strelitz und Fürstenberg in Mecklenburg durch eine seltsame Ursache zu einem schweren Automobilunglück. Das Automobil des Berliner Kaufmanns Breslauer, in dem sich Breslauer selbst und seine Gattin befanden, fuhr mit großer Geschwindigkeit die Straße entlang, als der Chauffeur plötzlich mitten a u f de r Chaussee einen großen Hirsch bemerkte. Das Tier wurde anscheinend durch Scheinwerferlicht geblendet und rührte sich nicht von der Stelle. Da der Chauffeur nicht rechtzeitig bremsen konnte, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Auto und dem Hirsch, der dabei getötet wurde. Das Automobil knickte einen Baum um und wurde in den Chausseegraben geschleudert. Der Chauffeur war sofort t o 1. Breslauer und seine Gattin, die mit Quetschungen davonkamen, wurden nach dem Sanatorium Fürstenberg gebracht. 3hr Zustand ist nicht lebensgefährlich. Drei Todesopfer durch Wurstvergiftung. Nach dem Genuß von selbstgemachter W u r st erkrankte vor einigenTagen die Familie des Eigentümers H o l z h ü t e r aus Zarnekow in Pommern. Die fünfköpfige Familie mußte in bas Krankenhaus nach Stargard gebracht werden, wo zunächst die Mutter st a r b und bald darauf der Vater. In der letzten Nacht ist dann auch noch eine Tochter gestorben, so daß insgesamt drei Todesopfer zu beklagen sind. Die beiden letzten Kinder der Familie befinden sich in schwerer Lebensgefahr. Einbruch in die rumänische Gesandtschaft. Berlin, 3.3uni. Gestern abend zwischen 8 und 9 Ahr drangen Einbrecher in das Gebäude der rumänischen Gesandtschaft ein und entwendeten dort Wäsche und Bekleidungsstücke. Wertvolle Gegenstände wurden nicht gestohlen. Der Gesandte R a n o weilte um diese Zeit mit seiner Familie im Speisesaal der Gesandtschaft. Der Kriminalpolizei ist es noch nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Zwei Kinder in einer Sandgrube verschüttet. Auf einem unbebauten Grundstück bei Tempel h o f spielten zwei Knaben im Alter von 9 und 12 Jahren an einer Sandböschung. Die Sand- massen begannen plötzlich zu rutschen und verschütteten die beiden Knaben. Der Vater des einen fand einige Stunden später feinen Sohn bis zum Gesicht in Sand eingehüllt, während der andere völlig verschwunden war. Der Knabe gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Die herbeigerufene Feuerwehr grub die beiden Knaben aus und stellte Wiederbelebungsversuche an, die nur bei einem von Erfolg begleitet waren. Die Liebestragödie des Marokkaners. 3n der Frühe des 29. Mai wurde in der Rähe der Kaserne die 23jährige Fabrikarbeiterin Amanda Theißinger aus Kaiserslautern er- schossen aufgefunden. Als der Tat verdächtig wurde der französische Kolonialsoldat D e l c a s s e m e festgenommen, der nunmehr vor der zuständigen Besahungsbehörde ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Der Grund der Tat ist Eifersucht. Der MaroKaner hatte mit der Getöteten ein Liebesverhältnis unterhalten, das die Theißinger abzubrechen beabsichtigte. Nachklänge zum Haarmann-Prozeß. Das, Oberlandesgericht Celle hat nun auch die Wiederaufnahme des Verfahrens im Falle Hannappel, in dem Grans wegen Beihilfe zum Mord zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, beschlossen. 3m Falle Wittig, in dem Grans zum Tode verurteilt worden war, war schon früher die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet worden. Anwetter in Oberösterreich. In verschiedenen Gegenden Oberöster- reichs sind neuerlich schwere Gewitter niedergegangen. Durch Blitzschläge sind, soweit bisher bekannt, einige Bauerngüter mit dem Viehbestände und der gesamten Ernte ein« geäschert worden. Der Brandschaden dürste sich insgesamt auf ungefähr eine Milliarde Kronen belaufen. Schwere Stürme an der schwedischen Küste. Rach einer Radiomeldung aus Stockholm ist die schwedische Küste von schweren Stürmen heimgesucht. 80 Personen sind ertrunken. Wettervoraussage. Winde über Osten nach Süden drehend, heiter, bis halb bedeckt, höchstens östliche Niederschläge, nachts kühler. Der Kern des Hochdruckgebietes ist langsam herangekommen und wir werden voraussichtlich auch noch morgen mit der Hochdrucklage und schönemWetter zu rechnen haben. Das isländische Tief hat sich aber verstärkt und gewinnt — zunächst noch langsam — an Ausdehnung. Wenn auch bereits in Norddeutschland und von den Britischen Inseln fallender Barometerstand gemeldet wird, so ist doch morgen noch nicht mit ernstlichen Störungen zu rechnen. Der Lauf des Tiefs bleibt ab» zuwarten. I Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. Juni 1925.x Der neue Fahrplan. Bahnhof Gießen. < Von morgen, 5. Juni, ab gilt für den Bahnhof Gießen folgender neuer Fahrplan: Ankommende Züge. Richtung von Frankfurt a. HL: P. 1.47, P. w. von Friedberg 6.25, P. 8.03, D 8.07, D 8.32, Beschl. P. 10.13, P. 12.24, D 1.02, Eilgüterzug von Friedberg 2.24, P. 3.03, P. 3.30, P. 6.09, P. w. 6.37, D 6.43, P. 7.50, Beschl. P. 9.06, P. 9.53, D 10.13, D 11.30, D 11.40. Richtung von Kassel: P. w. von Londorf 5.27, D 5.38, P. 6.24, P. w. von Londorf 7.26, P. w. 7.45, D 7.15, D 7.54, P-, Sonntags,von Londorf 8.11, Beschl. P. 9.26, P. 9.50, P. 12.25, P. 2.21, P. von Londorf 2.37, P. 5.15, D 5.28, P. von Londorf 6.17, Beschl. P. 8.21, P. 8.48, D 9.44, P. von Marburg 10.09. Richtung von Köln und Hagen: P. von Dillenburg 6.35, P. von Betzdorf 7.44, P. von Eitorf 9.24, P. von Köln 12.19, D von Hagen 12.58, Beschl. P. von Hagen 3.30, P. von Köln 5.24, P. von Wetzlar 6.38, P. w. ab Betzdorf, ab Köln tagt. 7.33, D von Hagen 9.50, P. von Köln 10.24, Sonntags 10 Min. später. Richtung von Koblenz: P. ab Limburg 5.57, P. w. ab Limburg 7.27, P. 9.37, D 12.26, P. täglich, außer dem Werktag vor Sonn» und Feiertag, ab Limburg 2.13, P. am Werktag vor Sonn« und Feiertag 2.28, P. 4.26, P. von Limburg 5.56, P. von Limburg 8.25, P. 9.33, D 11.22. Richtung von Fulda: P. w. von Grünberg, Mo. ab Mücke 6.20, P. 7.54, P. 11.57, P. w. 4.26, P. 7.33. Richtung von Gelnhausen: P. w. von Hungen 6.25, P. 7.26, P. 9.36, P. ab Hungen 1.21, P. w. 3.10, P. 7.55, P. w. ab Hungen bis 30. 9. täglich 9.52. Richtung von Grünberg—Lollar. P. w. von Londorf 5.27, P. w. 7.26, Sonntags ab Londorf 8.11, P. 2.37, P. 6.17 Abfahrende Züge. Richtung nach Frankfurt a. 7N.: P. w. 4.05, D 5.42, P. 6.41, D 7.31, D 8.02, Beschl. P. 9.42, P. 9.55, P. 12.32, D 1.06, P. 2.45, Beschl. P. 3.38, D 5.38, P. 5.44, P. 7.39, Beschl. P. 8.31, P. 8.52, D 9.49, D 9.58, P. bis Friedberg 10.30. Richtung nach Kassel: P. 1.55, P. w. 5.27, P. nach Londorf 6.13, P. 6.42, D 8.16, P. 8.24, P. Sonntags nach Londorf 9.48, Beschl. P. 10.19, P. 12.32, D 1.12, P. nach Londorf 3.08, P. 3.39, P. 6.20, P. w. nach Londorf 6.45, P. nach Marburg 8.00, P. Sonntags nach Londyrf 8.30, Beschl. P. 9.13, D 10.18, P. bis Niederwalgern 10.43, D 11.41, D 11.49. Richtung nach Köln und Hagen: P. w. bis Betzdo^ 5.14, P. bis Köln 6.30, P. w. bis Wetzlar 6.58, D nach Hagen 8.40, P. nach Köln 11.25, Beschl. P. nach Hagen 3.15, P. nach Köln 3.47, P. w. bis Betzdorf 5.33, D nach Dortmund über Hagen 6.51, P. bis Eitorf 8.33, P. bis Dillenburg Sonntags bis Hagen 10.30. Richtung nach Koblenz: P. Sonntags 5.14, w. 5.37, D 8.11, Beschl. P. w. 8.52, P. 10.21, P. 12.32, P. 2.00, P. 3.58, D 5.50, P. 6.15, P. bis Limburg 10.20. Richtung nach Fulda: Güterzug w. bis Grünberg 6.40, P. 8.16, P. 12.30, P. w. 3.40, P. nur w. außer dem Werk, tag vor Sonn- und Feiertag 5.35, P. w. 6.48, P. 8.03, P. bis Grünberg 10.46. Richtung nach Gelnhausen: P. w. 5.31, P. 8.16, P. 1.43, P. w. 4.34, P. w. 5.33, P. 6.42, P. bis Hungen 10.43. Richtung nach Lollar—Grünberg: P. w. 6.13, P. nur Sonntags 9.48, P. 3.08, P. w. 6.45, P. nur Sonntags (bis Londorf) 8.30. * Im übrigen verweisen wir unsere Leser auf den ausführlicheren Fahrplan-Abdruck auf Seite 3, 2. Blatt, dieser Nummer. Blumenschmuckwettbewerb. Der Verkehrsverein Gießen hat bereits vor dem Kriege durch die Veranstaltung von Blumenschmuck-Wettbewerben die Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern und Balkons angeregt und dadurch wesentlich zur Verschönerung unserer Stadt bei» getragen. Mit dem Ausbruch des Krieges wurden derartige Bestrebungen durch die veränderten Verhältnisse unterbunden. Auch die Rachkriegszeit ließ ein Wiederaufleben dieser Einrichtung seither nicht zu. Rachdem die Verhältnisse jetzt etwas günstiger geworden sind, veranstaltet der Verkehrsverein Anfang Juli einen Blumenschmuck-Wettbewerb. der sich auf die Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern und Balkons erstrecken soll. Auf diese Weise will man erreichen, daß die Vorgärten, hie in den letzten Jahren teilweise zum Anbau von Gemüse und Kartoffeln Verwendung fanden, wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden. Auch die Ausschmückung der Fenster und Balkons mit Blumen wird das Straßenbild wesentlich verschönern und beleben. Für besonders schönen Blumenschmuck kommen Preise zur Verteilung, die Ramen der Preisträger werden im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht. (Siehe Anzeige.) Weiter hat der Derkehrsverein bei der Stadtverwaltung angeregt, daß die Anlagen in der Rähe des Bahnhofs und im Hofe der Alten Klinik mit Blumenschmuck versehen werden, daß außerdem in den übrigen Anlagen dem Blumenschmuck besondere Aufmeicksamkeit geschenkt wird, damit die Teilnehmer am diÄ- jährigen Turnfest von unserer Stadt auch in gärtnerischer Hinsicht einen guten Eindruck bekommen. Bornotizen. — ZagesEalenber für Donnerstag: Elsaß-Lothringer: 84 Uhr Hotel Köhler Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: , Das große weiße Schweigen" — Astoria-Licht- spiele: „Die Favoritin des Maharadscha". ** Die diesjährigeordentlicheTa- gung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen findet am Samstag, dem 13. Juni, vormittags 10 Ahr beginnend, im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen ‘Bullenaultion mermarkt iß 50 QKart, Läufer — Schotten, 3. 3uni. Gestern fand der alljährlich wiederkehrende Prämiierungsmarkt in einem Umfang tote nie zuvor statt, werkel, die Preise be- Züchtern ein lebhaftes 3ntcreffc bemerkbar für die Delchickung des Marktes. die aller Voraus- sicht nach diejenige des vorigen. Jahres wesentlich übertreffen wird. Demgemäß werden auch die &rciö Alsfeld. W Alsfeld, 3. 3uni. Die Vorbereitungen für den am Montag. 6. 3uli, stattfindenden P r a» mienmarkt sind in vollem Gange. Die Veranstaltung wird diesmal insofern ein besonder:« Gepräge erhalten, als die neu erbaute städtische Festhalle zum ersten Male für die Zwecke des Prämienmarttes dienstbar gemacht werden wird, womit man einem dringenden Bedürfnis für die weitere Ausgestaltung des Markte« Rechnung trägt Schon jetzt macht sich in den landwirtschaftlichen Kreisen und bei den Zuchtmaterial zur Schau bringen. Luch für die sportl iche Veranstaltung, das Pferderennen. die Reil- und Fahrkvnkurrenz macht sich reges 3ntereffc bemerkbar Die Rciicrabicilung des Kreispferdezuchivereins trainiert bereit« leit einigen Wochen eifrig. Da voraussichtlich mit einer wesentlich stärkeren Beteiligung für das Rennen als im vergangenen 3ahre zu rechnen ist. werden die Ehrenpreis: verdoppelt werden müssen. Durch die neu errichteten Kraftpost - linien ist den Marktbesuchern eine wesentlich bessere und bequemere Möglichkeit zum Besuch des Prämienmarktes gegeben. Luch werden an dem Marlttage Sonderfahrten der Postautos je nach Bedarf stattfinden. Streik Büdingen. Bad Salzhausen, 3. 3uni. Der Obergärtner Becker. eine als Dogelliebhaber und -schützer bekannte Persönlichkeit, , ist jetzt 25 3 ahre am hiesigen Platze tä t i g. LlS Leiter der gärtnerischen und parklichen Anlagen unseres Bades hat er sich große Verdienste erworben. Wenn heute die gesamten Anlagen einen überaus freundlichen und gefälligen Anblick bieten, so ist es nicht zuletzt sein Verdienst, allzeit mit sachverständigem Blick und künstlerischer Gestaltungsgabe für das Geschmackvolle und Schöne gewirkt zu haben. Hcffcn-Naffau. fpd Staiger, 3.3uni. Der dreizehnjährige Schüler Theodor Born stürzte auf dem Ge- fände der Saigerer Süttc in einen mit siedendem Wasser gefüllten Abflußgra- ben. Der Unglückliche verbrühte am ganzen Körper und starb unter den gräßlichsten Schmerzen. . _. I spd. Frankfurt a. M.. 3. 3um. Die I Städtische A u t o b u s g^s e l l s ch a f t beab- sjchtigt. ihren Betrieb, der zunächst nur für Frankfurt vorgesehen war, auch auf den Verkehr mit zahlreichen Rachbarorten auszu- dehnen. Es sollen Omnibuslinien eingerichtet werden nach Schwanheim a. M., Griesheim. SM)ft a. M.. Fechenheim, und weiteren Orten der Mainebene und des Taunusgebietes. Lls eine I der ersten Linien wird die nach Cronberg in Betrieb gesetzt, da die Stadt Cronberg mit einem Kapital von 150 000 Mark der Frankfurter De- triebsgesellschaft beigetreten ist. — Die Rachfrage nach Eintrittskarten für den am Sonntag im Stadion stattfindenden Endkampf um die deutsche Fußballmeisterschaft ist der- art stark, daß in den Vorverkaufsstellen schon seit Dienstag keine Karten mehr zu haben sind. Die Futzballvereine von Frankfurt und der weiteren Umgebung haben für ihre Mitglieder die Karten gleich „vereinsweise" bezogen. Die Straßenbahn läßt am Sonntag nicht weniger als dreizehn Linien in Zwischenräumen von einer halben Minute pro Wagenzug nach dem Stadion | laufen, um des Masfenbetriebes Herr zu werden. । Don verschiedenen Städten sind Sonderzüge an- gemeldei. — Der 3ngcnieur Georg D r a u n. Oppenheimer Landstraße 52. gab sich Sandwerksmeistern gegenüber als Bevollmächtigter Der Eisenbahnverwaltung aus. schloß mit ihnen Lieferungsverträge ab und ließ sich von den Leuten Darlehen geben. Schließlich kamen die Betrügereien, die Braun in fast allen Orten des Eisenbahndirektionsbezirks verübte, zur Kenntnis der Verwaltung. Braun wurde heute vormittag verhaftet. — 3m nahen Reu-3senburg stahl nächtlings ein Arbeiter aus dem Versandraum einer Wurstfabrik große Mengen Konserven und staute sie zu Sause auf, wo sie von der Polizei später gefunden wurden. Der Dieb hatte seine Raubzüge schon seit langen Monaten ausgeführt. ___________ Buntes Allerlei. Das vulkanische Japan. Da, wo sich die 3nsel Safran im wesentlichen von Osten nach Westen erstreckt, befinden sich die Gebiete Rifrpons, die am häufigsten von Erdbeben heimgesucht werden. Dort erstrecken sich die Bezirke Tokios und Vokvhama«, die, wie noch allgemein erinnerlich sein wird, in den ersten Sefrtembertagen des 3ahres 1923 von einer großen Erdbebenkatastrophe verwüstet wurden und westlich davon liegen die Küste.i- städte Osaka und Kobe, die der jetzigen Erdbebenwelle zum Opfer fielen. Dieser Süden 3apans ist am meisten von solchen Verheerungen bedroht, aber die unterirdischen Gewalten lauern unter der ganzen Insel. Man weiß, daß nach dem großen Unglück von 1923 kleinere Erdstöße die Bevölkerung dauernd daran erinnerten, daß sie sich auf einem heißen und gefahrvollen Boden be- fanbe. 3afr.:n ist das klassische Land der Erdbeben. es bildet eines der wichtigsten Glieder in dem großen vulkanischen Gürtel, der Den Stillen Ocean umgibt, etwa zwanzig tätige und Sunderte von toten Vulkanen sind über Die Infel verstreut. Aber der ständig drohenden Gefahr Santi 3apan auch manchen Segen; die Duttane sind nicht nur Dlächte die allein an Zerstörung denken. Der vulkanischen Formation seiner Landschaft schuldei das Jnsesieich sei« groß: und üppige Fruchivarleit. die Blüte feiner Landwirr'chafl und drn unerhörten Reichtum an kräftigen heißen und heilenden Quellen, um die sich zu den Badezeiten c n buntes Bild ursprünglichen japanischen Dolkscharakters entrollt. Marr auf Chinesisch. Sin Chinese, der wegen kommunistisch« Umtriebe Tsingtau verlassen mußte und jetzt in San FranziSko lebt, hat eine Übersetzung des 1 Bandes von dem ..Kapital", dem Saufrk- werk von Karl Marx, ins Chinesische vollendet, und es ist ihm auch gelungen, dafür einen Ver- Icger zu finden . Bei den chinesischen Buchhändlern sind so zahlreiche Vorbestellungen eingc- laufen, daß die erste Auslage von 1000 BändeW schon vor dem Erscheinen verkauft war. Äusgetrieben waren 652 5' wegten sich zwischen 35 Bi. kosteten 80 bis 85 Mark. An Rindvieh waren 160 Stück aufgetrieben. Die Stadt hatte eine Prämiierung von Vogelsberger und Simmenthaler Dullen und Rindvieh abgehalten und konnte zahlreiche Preise an stattliche Exemplare verteilen. Luch eine Ziegenpra- miierung konnte stattfinden. Die Landwirtschafts- Kammer und deren Ausschuß von Oberhelsen waren vertteten. Rach der stattgehabten. Verlosung entwickelte sich ein lebhaftes Volksfest. -j- Rainrod, 3. 3unL 3n der gestrigen Ziehung der SchottenerPrämienmarkt- lot ter ei fiel der 1. Preis, eine wertvolle Schlafzimmereinrichtung, einem hiesigen Bürger zu. Abend — gute Rächt" mit weicher Stimmung borge tragen und ubie einen ganz betonteren Zauber uaf die Stimmung der Zuhörer au«. Xcicher Beifall von den Kranken und ben anliegenden Bewohnern der Plockstraße. SelterSwcg und Reuenweg lohnte die Ausführenden. Au' die Ditte, auch einmal an einem Sonntag-Rachmittag solch fröhliche Stunden den Kranken zu bereiten, wurde Erfüllung gerne zugesagt. • • Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Viehmarkt: 18 Kühe, 861 Kälber. 111 Schafe. 1077 Schweine. Landkreis Gießen. ri. ft l o ft e r Arnsburg. 3. Juni. Das große Arnsburger Jahresfest, das gestern hier stattfand, erfreut sich von Jahr zu Jahr eines fieigendcu Besuches. Es waren etwa 3500—4000 Oberhcffen aus allen Orten der Wetterau, die sich dieses Jahr zur Feier im Walde eingefunden hatten; ein erfreuliches Zeichen war es, daß unsere Jugend beiderlei Geschlechts zahlreich vertreten war. Der Posauncnchor Lang-Gons, unter Leitung von Weibbindermeister Boller, begleitete die gemeinsamen Lieder mit hehrem ftlang. Rach einer von «tiftspfarrer S ch o r l e m m c r - Lich gehaltenen Psingstliturgic sprachen Pfarrer Probst von Frankfurt und Obertirchenrat Zentgraf von Darmstadt. In der Rachoersammlung unter den Linden des ftlosterhoses erstattete Stiftsdechant Lenz-Lich den Jahresbericht, der zeigte, daß die egensreiche Arbeit in dem Rettungshaus Arnsburg ich in gesunden Bahnen bewegt. Die Anstalt be- -erbergl zur Zeit 47 Mädchen, die 4 Diakonissen und einer Lehrerin anvertraut sind. Pfarrer Nr obst ließ in der Rachversammlung noch einen Blick tun in seine Arbeit in der Großstadt, und Oberkirchenrat Zentgraf überbrachte die Grüße des evangelischen Landesbischoss Prälat D. Dr. Diehl und des Superintendenten für Oberhesten Oberkirchenrat Wagner, welche beide am Er- scheinen verhindett waren. Der Äerkehr in Kloster Arnsburg war jo groß, daß die Rebenbahn Lich— Butzbach am Abend von Muschenheim aus nach Butzbach einen Sonderzug fahren ließ. An das Jahresfest schließt sich die bis Freitag wahrende Arnsburger Bolksmisfionswoche. in der im Anschluß an verschiedene Vorträge täglich vormittags und nachmittags Aussprachen über Fragen des religiös-kirchlichen Lebens stattfinden. v L o n d o r f, 3. 3uni. Bei dem am zweiten Pfingstfeiertagc in Deue r n ftattgefunbenen Wertun gssingen kam der hiesige Gesangverein „Frohsinn" in der ^-Klasse an erste Stelle. Der Ar beitergesang- verein „Union" kam in der 6-Klasse an zw e i te Stelle. Der erstgenannte Verein steht unter der Leitung des Musiklehrers Kaste n aus Gießen, der Arbeitergrsangverein steht unter der Leitung des Musikers Schomber aus Deuern. Kreis Friedberg. sf. O f s e n h e i m b. Friedberg. 3. Juni. Der so beliebte Wäldchestag in dem Ossenheimer Wäldchen, der schon seit vielen Jahren am 3. Pfingslseiertage eine beliebte Zusammenkunft der Wetterauer Bevölkerung bildet, hat auch in diesem Jahre bei dem schönen Sommerwetter seine Anziehungskraft nicht eingebüht. Eine oielhundert- köpfige Menge hatte sich in dem schönen, schattigen Hochwalds versammelt, um einige Stunden in harmloser Fröhlichkeit zu verleben, auch für die tanzlustige Jugend war bestens gesorgt. Allerdings hat sich Der ganze Charakter des Festes etwas verschoben während früher besonders die Gutsbesitzer tarnen, sieht man diese jetzt fast nicht mehr; das ganze hat mehr den Charakter eines Volksfestes für jedermann angenommen. Kreis Schotten. vorgesehenen Prämien in den einzelnen Tier- gattungen erhöht werden. Die mit dem eigentlichen Pferdemarkt verbundene Fohlen- und ' t i o n , der Ziegen- und Läm- werden diesmal hervorragendes Ein japanischer Kaisersohn studiert io Oxford. Prinz Vasuhito Ehiohibu. der zweite Sohn deS Kaisers von Japan, ist von Songkong abgefahren. um sich zu einem zweijährigen Studium nach der Universität Oxford zu begeben. ES ist das erstemal in der Geschichte Japans, daß ein Mitglied der kaiserlichen Familie feine Ausbildung im Ausland erhält. Dor der Abfahrt des Prinzen fand ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem der Geist seiner kaiserlichen Ahnen auf den jungen Studenten herabbeschworen wurde, um ihn auf seiner Fahrt zu geleiten. Alle Prinzen de« kaiserlichen SauseS nahmen auf dem Dahnhof von Tokio von ihm Abschied. Aus dem -Lmtsvcrkündigungsblatt. ' Das AmtsverkündigungSblatt R r. 4 4 vom 2. Juni enthält folgende Dekanat- machungen: Tagung des Provinzialtags. — Viehmärkte zu Grünberg und Aliendorf a. d. Lda. — Aufgehobene Straßensperre in Klein-Linden. — Feldbereinigung Rabertshausen. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 5. Juni: 12 Uhr: Rachrichtendienst. 3 und 4 Uhr; Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.30 bis 6 Uhr: Sausfrauen-Rachmittas in Musik und Wort. Programm u. a.: „Die Sau«- frau als Gärtnerin", Vortrag von Gartenmeister Schablitzch. 6 Uhr: Wirtschaflsmeldungen 6 bi« I 6.10 Uhr. Juristenfunk. 6.10 bis 6.30 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts) 6.30 btS 1 Uhr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Wellliteratur): Aus „Soll und Haben" von Gustav Frehtag (Fortsetzung). 7 bis 7-15 Uhr: Die De- sprechung. 7.15 bis 7.30 Uhr: Esperanto-Unterricht. 7.30 bis 8 Uhr: Die Bücher st unde. 8 biS 8.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag von Dr Rudolf Sallo „Die Drüber Grimm und die Kasseler Rlärchensrau". 8.30 Uhr: Drei alte Schachteln (Operette in einem Vorspiel und drei Allen von Walther Kollo). Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem I Publikum geg ' inttoortung.) Klagen aus der Kaiserallee. Seit einiger Zeit ist die ft a t f e r a 11 e e in erhöhtem Maße Schauplatz für mitternächtliche „Sportveranstaltungen". So wurden seither häufig nach dem Leerwerden verschiedener Lokale „Ge- sangswetstreite" in allen möglichen Tonarten ausgetragen. Dazu trat vor einigen Rächten nach 12 Uhr ein z. T. erfolgreiches Stockwerfen auf die elektrischen Straßenlampen als Zielscheibe. In der Nacht zum Mittwoch gegen 121 Uhr vergnügten sich zwei kurz auseinander folgende Gruppen junger Leute (teilweise in Sportkleidüng) damit, die in der Straße längs der Einfriedigungen lagernden Guß- rohre quer auf die Strahenmitte und den Fußsteig zu rollen, wobei es wiederum recht lebhaft zuging. Bald darauf heimkehrende friedsame Bürger schassten die Rohre wemastens soweit zur Sette, daß sonst unausbleibliche Unglücksfälle vermieden werden konnten. Es wird allerhöchste Zett, daß hier einmal nach dem Rechten gesehen und der nächtliche Unfug eingedämmt wird. m , Einer für Diele. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. 3fr. ReligionSgesellfchaft. Sabbatfeier, 6. Juni. Freitag abd. 7.45, Eamslag vorm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.30. WochengotteSdienst morg. 6.30. abends 7.00. ftatt. Aus der Tagesordnung stehen folgend? Angelegenheiten; 1. Dirnsteinwefturg f’cr ’ vinzialtagsmitglieder Lenz. Frtednch, Orlen- berg, und Schäfer, Jakov, Dad-^rauhemi. 2. Rechnung übet Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1923. 3. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsiaar 192.0. In Verbindung hiermit: Kreisstraßenneubau Pfordt riech der Kreissttahe .Schlm Summen— Fulda" und Strahenneubau .Langd-Ulfa . 4 Rechnung über Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerks Inheiden im Rechnungsjahr 1923. 5 Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerts Inheiden im Rechnungsiahr 1925. ö Rechnung über den Ausbau des Ueberland- werls Oberhcssen in den Rechnungsjahren 1922 und 1923 7. Rechnungsabschluß über Einnahmen und Ausgaben des Ueberlai'.dwcrts Oberhessen (Betrieb» im Rechnungsjahr 1923 und Goldmarl-Erössnungsbilanz auf den 1. April 1924. 8 Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben de« Ueberlandwerks Oberhessen im Rechnungsjahr 1925. 9. Antrag auf Bewilligung von Dau- mttteln für das Uebeclandwerk. 10. Antrag auf Bewilligung einer Beteiligung an her Gründung einer Luftverkehrsgesellschaft Oberhessen-Lahngau Aktiengesellschaft. •• D t e Sperrung der Kreis st raße K l e i n • 2 i n 0 c n—D utenhos en (Ortsdurchfahrt Klein-Linden) ist vom KreiSaml Gießen wieder ausgehoben worden. ’• Grashalme soll man nicht in den Mund nehmen, weil man sich_ dadurch der Gefahr einer Infektion durch den Strahlenpilz, Actinomyes, aussetzt. Gerät dieser an Gräsern, besonders an Getreide oorkommende Pilz in die Mund- oder Rachenhöhle, so ruft er hier, wie auch an den Mandeln, im Darm, bisweilen auch in der Lunge gefährliche Eiterungen oder, wie bei Tieren, Gewebeoerhärtungen hervor, die als Unter- krefergefcl,wulst und Holzzunge bekannt sind. Die Actinomykofe ober Ermekrankheit, die zum Tode führen kann, wenn nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe cingreift, kann verhütet werden, wenn jeder in feinem Kreise auf die Gefahren aufmerksam macht, welche mit der Unsitte verbunden ist, Aehren oder Grashalme in den Mund zu nehmen, oder an Getreidekörnern zu kauen '* Der Gießener Radsahrer-Dcr- ein 18 85 begeht am 6., 7. und 8. ds. Mts. fein 40. Stiftungsfest. Am Samstagabend veranstaltet er auf der Liebigshöhe einen Begrüßungsabend mit Bannerweihe, Sonntag früh folgt das über 186 Kilometer führende Rennen um die Landesoer. bandsmeisterfchaft des Landesverbandes Hessen mit Start um 6 Uhr morgens am Feldschlößchen, nachmittags werden u a. die Meisterschasten im Saalsport ausgefahren. Jugend-Wettbewerbe und ein großes Feuerwerk sind für Montag vorgesehen. Weitere Einzelheiten der bemerkenswerten Beran- ftaltung sind aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. RDV. Vier Monate Gefängnis für einen Steinwurf. Der leider noch immer bestehende Unfug, auf fahrende Züge zu werfen unb zu schießen, läßt es angebracht erscheinen, nachstehendes Gerichtsurteil als warnendes Dei- spiel der Oefsenllichkeit bekanntzugcben: 3m Januar d. 3. wurde auf der Strecke Reust—Köln ein Güterzug mit Steinen beworfen. Ein Stein traf das Brems Haus des letzten Zugwagens, in welchem der Bremser glücklicherweise unverletzt blieb, dagegen wurde eine Fensterscheibe des Bremshauses zertrümmert. Gegen den Täter, der in der Person eines 18jährigen jungen Manne« ermittelt werden konnte, wurde daS gerichtliche Derfahr-en wegen vorsätzlicher Eisenbahn- transportgefährdung mit dem Erfolge eingeleitet, daß er vom Schöffengericht in Köln wegen Vergehens gegen § 316 des Strafgesetzbuches zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten kostenfällig verurteilt wurde. Rur dem Umstande, daß der Verurteilte offenbar nicht aus verbrecherischer Rcigung, sondern aus Leichtsinn und Unerfahrenheit die Straftat begangen hat. hatte er es zu verdanken, daß die Vollstreckung des Urteil« ausgesetzt wird. Voraussetzung hierbei ist jedoch, daß er sich durch gute Führung während der ihm zugestandenen Bewährungsfrist eines zukünftigen Gnadenbeweises würdig zeigt und eine Buße von 50 Mark zahlt. Da der Unfug des Werfens unb Schießens auf fahrende Züge besonders von Minderjährigen verübt wird, wäre es erwünscht, wenn die Lehrpersonen die Schulllndcr wiederholt an der Sand vorstehenden Beispiels entsprechend belehren und verwarnen würden. •• Eine schöne Pfingstfreude. einige fröhliche Stunden wurden den Kranken, Schwestern und Angestellten des Evangelischen Schwesterhauses unserer Stadt am Abend vor Pfingsten bereitet. Sier fanden sich die Mitglieder des Verein« „Wanderlust" (Mandolinen- und Streichchor) zu einem musikalischen Abend im Garten des Schwesternhauses zusammen. Rach Eröffnung durch einen flott gespielten Marsch wechselten eine Reihe schöner DortragSstücke mit Volksliedern ab. Ganz besonders zu erwähnen wären „Phantasie aus der Oper Martha" von Flotow, »Großmütterchen erzählt" von Ritter, Preußens-Gloria, „Blumen an der Brigcach" von Wetter u. a. m. Zum Schluß wurde „Guten HDK 99 6> incj mit cd^len()vlÄCEDQNE)V romam Sintere neue 99 Tel. 2 tü crtirfi nacktS Höhung bei die ueron|d steigen. Dii regclmäyio das Jahr der Finar bei der ? einen nid man das Ruhe las 340 Milli schnitt bei und mW ab darübe Aber Mehreinno ertrage ge Einkom Das schubs aeschloftu Linhol""! rung jil Äei°> ou Ä Bä übe m in bem 1 ertrag ja!, und b werb* Anlaß gibt wie vor gc dein um das Iahr i herabmind haben. Ma Beispiel v Einnahme' großer 91 ( es an de Mrtschast als Ncser in dem n< richlungen Die Steuerreso zu einer < wenn auch Reichssinar Sieueraufk bleiben, (ü: Einnahmen ®°nne fei' paar 6 l n einem! •5c Ä äfc ®inii öergri (3- Die P J0($> nicht fesu»a 1 der Reichs lasse zu ge ist angesich. unterlagen Einnahmen schwierig, i müßte sich s bchch m Reichseinnc 7 MLiard 2,6 MM Steuern i samtsteuer für 1925 bes gefam Die f für 1925,' Steuer! Gemein schließlich Mehrausg Der Reich gewicht ge weder dur des Vorjal eine Anll für das J es durchau gaben für kommen, bi wart mit i lQ|)r verblj erforderlich pfuchtungei W WMAMMtS Bahnhofstraße 27 Fernspr. 1631 Morgen früh 9 Uhr etnlreffend: «8 ff. Cabliau i. Ausschnitt, Psd.35^ W Prima Schellfische ohne Kopf K Pfund 40 r) Sb Portionsschellfische, Pfund 30 °) MS Seelachs ohne Kopf, Pfund 25 W Arische FischkotelettS, Pfund 30 I ____________und 40 4 [5652c | Neue ZWmcr-Malta-Kartoffeln 3 Pfund 85 -) Neue Matjes heringe 3 Stuck 85 4 Pa. holländische Vollberingc I Frische Rollmops, Stück 10 4 I ff. Sauerkraut, Pfund 15 4 Die trauernden Hinterbliebenen: Hermann Groos Pauline Maternus geb. Groos Tilli Setzepfandt geb. Groos Jakob Maternus Carl Setzepfandt und Enkelkinder. Gießen, den 4. Juni 1925. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Juni 1925, nachm. 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. __ 5649D Meine liebe Gattin, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Henriette Gross geb. Oemmer wurde heute von langem Leiden im 78. Lebensjahr durch einen sanften Tod erlöst. Am 2. Juni, abends 11 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Konrad Euler im Alter von 61 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Euler geb. Nepp Wilhelm Euler Familie Ludwig Weller. Großen-Linden, den 4. Juni 1925. 04854 Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, in Großen-Linden statt. Hungen, den 4. Juni 1925. 5594B König 6585D Gerichtsvollzieher in Grünberg. Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 5. Juni, 31/, Uhr nachmittags. 565 ID -Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. In tiefer Trauer: Wilhelm Wiederstein und Familie. MWMMWMW. 1imMtog.on>5.Moorin.9'/:linr. versteigere ich am Babnbof Nieder- Obmcn öffentlich meistbter. gegen Barz. 43 KikfmWme, zirka 30 Um. für Rechnung dessen den es angebt. Das Holz kann am Bahnhof Nteder-Obmen eingesehen werden. Bersteig. bestimmt. Junger Mann der seine kaufm. Lehrzeit beendet, von hiesiger Biergrohhandlung sofort gesucht. Schriftliche Angebote mit Gehaltsansprüchen unter 5627D an den Gießener Anzeiger erbeten. Am 3. Juni erlöste der allmächtige Gott nach langem, mit seltener Geduld getragenem Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwester und Schwägerin Sophie Heß geb. Wagner im 45. Lebensjahre. In tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen: J. Heß, Bürgermeister Otto Heß Herta Heß. Leihgestern, den 3. Juni 1925. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, statt. 04864 Brennholzversteigerung. Die auf Montag, den 8. Juni 1925, vormittags 10'/, Ahr, anberaumte Der- steigerung findet nicht in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe", sondern in der Gastwirtschaft „Philosophenwald" statt. Giehen, den 3. Juni 1925. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Rosenberg. 5639B Bekanntmachung. Heugrasversteigerung der StadtGiehen Freitag, den 5. Juni 1925, vormittags 9 Llhr, soll ein Teil des Heugrases von der Wiese im Slvtzenmorgen und zwar etwa 12 Lose in einer Grötze von je 5000 qm an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft findet an den Ochsenwiesen bei dem Blockhaus des Wiesenmeisters vormittags 9 Ahr statt Giehen, den 30. Mai 1925. Statt besonderer Anzeige. Nach- langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied gestern vormittag plötzlich und unerwartet meine innigst- geliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Nichte und Tante Elise Wiederstein im Alter von 39 Jahren. Bekanntmachung Die Erweiterung des Abschluhgleises der Stadt Giehen an der früheren Mar- garetenhütte ist fertiggestellt. Das Ministerium der Finanzen hat Termin für die landespolizeiliche Abnahme obiger Gleisanlage auf Dienstag, den 16. Juni d. I., vormittags 11 Ahr, an Ort und Stelle festgesetzt. Pläne und Ertäuterungsbericht liegen in der Zeit vom 4. bis 10. d. M. einschliehlich auf dem Etadthause Berg- strahe 20, Zimmer 28, zu jedermanns Einficht offen. Etwaige Einsprüche wegen der planmähigen Ausführung des Entwurfs find in dem auf den 1 \ d. M. anberaumten landespolizeilichen Abnahmetermin vorzubringen. Giehen, den 3. Juni 1925. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Frey. 5640B Erstklassige Existenz mit einem monatlich?n Einkommen von zirka 900 Goldmark bieten wir tüchtigem Landreiienden. es handelt sich um Dauerstellung. Bewerbungen unter V. A.20774 an Rudolf Mosse, Braunschweig. s««,ss Gesucht junger lllcnm ver sofort für hiesige Firma für Buchhaltung, Schreibmaschine. Höhere Schulbildung Bedingung. Kenntnisse im Photographieren erwünscht. Schriftliche Angebote mit Gehaltsansprüchen unter 04870 an die Geschäftsstelle d.Gteffener Anzeigers Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gießen, den 4. Juni 1925, (Nordanlage 15.) : 04842 Dr. phil. Cl. Klitsch und Frau Sofie geb. Rinn Beschlagnahmefreie größere Wohnung geg. Hypothek ges. Schriftl. 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Heute Donnerstag 8-/., Uhr, im Vereinslokal, oberer Saal: ^’D ZiWtrnck Erscheinen wegen Vorbereitung zum Waldgottesdienst dringend notwendig. tereio Hundesport Gieösn u. ömg. Samstag abend SV. ttbr: Fatzpartie aufdenSchiieivlatz, Mittelweg. 04872 Der Vorstand, Verein eta. Dntllz. n. Vorsebiler. Versammlung im Postkcller am Freikllg. 5.6.25. 8*, Ubr abends. Vollzähl. Erschetuen erwünscht. 101865 V. D. Ao Gießen. Freitag, 5. Juni. 87i Ubr abds., spricht im Hotel Stöhlet HerrRechtsantvait Rösler aus Her- mannsiadt, der Anwalt des deutsch- siebenbürgtschen Volksbundes, über Jas Icalstffiuiil in Ctaffrutiiäitiell Mitglieder und Freunde des V. D. A. sind eingeladen. Dr. Fr. König, oi83s Vorsitzender. Die für morgen vorgesehene Monats- Versammlung bei Hop seid ist aus den 12. Juni verlegt u. -war als ausrcrordentlichc Hauvtveriammlg. Ersatzivahl d Vor- standes Verschieden. 5. VI, 8V,Uhr Bor. Q L Kglfl. &»3oC Stadttheater Freitag 5. Juni: GllWiel ö. Bao-nou- ijeimec fiutfOeaters. Zum ersten Male! Ser raohre 3otoü. Schwank in 3 Akten von Bach u. Arnold. Ans. L Ende lO'/.UHr Der Vorverkauf beginnt am Mittwoch, dem 3. Juni. [5517c Wohnungs ■Einrichtungen undsämtlicheEinzelmöbel von einfachster!) is feinsterAusführung Nr. }28 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) vsiinerstag, 4. Juni 1925 DieFrnanzlagedesReiches Von Dr. Carl Cremer, M. d. R. Das Finanzjahr 1924 hat mit einem lieber, schuf; von mehr als 1* Milliarden Goldmark ab* geschlossen, der bekanntlich im wesentlichen durch Einholung von Steuern und Abgaben über das Mai; des lausenden Bedarfs hinaus erwachsen ist. Diese Tatsache hat in weiten Kreisen der Bevölkerung zu der irrigen Ausfassung geführt, daß das Reich auch weiterhin mit derartigen Einnahmen rechnen dürfe, und den Klauben erweckt, daß heute die Möglichkeit bestehe, ganz erhebliche dauernde Mehraufwendungen für eine Reihe wichtiger sozialer und kultureller Zwecke zu machen. Hierbei wird aber übersehen, dos; das Anziehen der Steuerschraube in dem Maße von 1924 zu einer durchaus un« erträglichen Belastung der Steuerzahler im alb gemeinen und der Wirtschaft im besonderen geführt hat, und daß die augenblickliche Lage unseres Erwerbslebens zu einem großen Optimismus keinerlei Anlaß gibt. Strikteste Sparsamkeit ist vielmehr nach wie vor geboten, insbesondere auch bei den Ländern und den Gemeinden, die großenteils dos Jahr 1924'25 nicht in genügendem Umfange zur Herabminderung ihres Ausgabenbedarfs verwandt haben. Manche Städte sind vielmehr mit schlechtem Beispiel vorangegangen, indem sie die reichlichen Einnahmen von 1924 zum Anlaß außerordentlich großer Neuanlagen genommen haben, während es an der Zeit gewesen wäre, im Interesse der Wirtschaft diese ausnahmsweise hohen Einkünfte als Reserven zu behandeln und sich dadurch nicht in dem notwendigen Abbau ihrer Berwoltungsein- richtungen behindern zu lassen. Die augenblicklich zur Erörterung stehende Steuerreform wird allem Anschein nach keineswegs zu einer Erhöhung bei Reichseinnahmen führen, wenn auch ohne Zweifel manche Schätzungen des Reichsfinanzministeriums über das voraussichtliche Steueraufkommen hinter der Wirklichkeit zurück- bleiben Es darf wohl erwartet werden, daß die Einnahmen, die aus Zöllen und Verbrauchs- fteuern erwartet werden, auch ohne eine Erhöhung der Tabak- und Biersteuer ganz erheblich die veranschlagte Summe von 1,408 Milliarden übersteigen. Die Tabaksteuer hat in den letzten Monaten regelmäßig fast 50 Millionen Mark ergeben, auf das Jahr also etwa 80 Millionen Mark mehr, als der Finanzminister annimmt. Die Biersteuer dürfte bei der zu erwartenden Steigerung des Konsums einen nicht unerheblichen Mehrertrag bringen, wenn man dos Brauereigewerbe zunächst steuerlich in Ruhe läßt. Die Zolleinnahinen, welche nur auf 340 Millionen Mark geschätzt sind, haben im Durch- schnitt der letzten Monate |e 40 Millionen ergeben und müßten infolge der Zolltarifnovelle vom 1.8. ob darüber hinaus sich steigern. Aber diesen wohl m Rechnung zu stellenden Mehreinnahmen stehen nicht unerhebliche Mindererträge gegenüber, mit denen man sowohl bei der Einkommensteuer, als bei der Umsatzsteuer wird rechnen müssen, wenn die Absichten der Reichstagsmehrheit, hier erhebliche Steuernachlasse zu gewähren, verwirklicht werden. Im übrigen ist angesichts des Mangels zuverlässiger Schützlings- unterlagen aus dem Vorjahre die Schätzung der Einnahmen naturgemäß überhaupt außerordentlich schwierig, und ein unberechtigter Optimismus müßte sich schon im Laufe des Jahres 1925 schwer bestraft machen Das gesamte Aufkommen an Reichseinnahmen wird man voraussichtlich auf etwa 7 Milliarden Mark schätzen dürfen: dazu kommen 2,6 Milliarden als Aufkommen an besonderen Steuern der Länder und Gemeinden, was eine geiamtsteuerliche Belastung von fast 10 Milliarden für 1925 bedeuten wird also ungefähr 30 Prozent des gesamten Nationaleinkommens. Die haushaltmäßigen Ausgaben des Reiches für 1925, in welchen zunächst etwa 2300 Millionen Steuer Überweisungen an Länder und Gemeinden veranschlagt sind, betragen einschließlich der bisher vom Reichstag bewilligten Mehrausgaben erheblich mehr als 7 Milliarden. Der Reichshaushalt kann also nur dann ins Gleich- gewicht gebracht werden, wenn der Fehlbetrag entweder durch eine Anleihe oder durch Ueberschüfse des Vorjahres gedeckt werden kann. Die Aussichten, eine Anleihe zu erlangen, sind naturgemäß heute für das Reich recht gering, obwohl finanzpolitisch cs durchaus zulässig, ja sogar notwendig wäre, Ausgaben für werbende Zwecke, die der Zukunft zugute kommet;, durch Anleihen zu decken, anstatt die Gegen- wart mit ihnen voll zu belasten. Die aus dem Vorjahr verbliebenen Ueberschüfse sind großenteils erforderlich, um die endgültige Abwicklung von Ver- pffichtungen des Reiches durchzufuhren, die aus der Der große Tag der Heilten Adler. (3U1U Deutschen Rnndftng.) Die Philologen des Fliegerjaig'nZ sind sich noch nicht darüber einig, ob man für die Fortbewegung in den großen Lusiverkehrsomnibus en die Bezcichnung .fliegen" zulassen soll, oder ob das nicht vielmehi. lediglich eine Abart bei ganz gewöhnlichen, spießbürgerlichen Fahrens ist. lln- bedingt einig sind sie sich jedenfalls darüber, daß jene Art des Fliegens in Anführungsstrichen „nicht die wahre Liebe" sei. So herrschte denn am Deutschen Rundflug Pfingstsonntag eitel Freude und Genugtung im ganzen Fliegerlager über die Möglichkeit, den biederen Erdenbürgern wieder einmal in ganz großem Stil zeigen zu können, was es heißen will, „einen richtlgen, sauberen Knüppel zu fliegen". Alle alten Frontadler, die in Berlin und ilmgegent) horsten, hatten sich eingefunden und schickten die alten und jungen Brüder von der Zunft mit taufend heißer Wünschen auf die Reise. Die erste Sensation des Tages war für viele saufende zweifellos die Tatsache, daß es um 3 Tlhr bereits lichter Tag war. Jedenfalls wurde verschiedentlich der Verdacht gtäuhert, die Sonne sei aus reiner Sensationslüsternheit ein paar Stunden zu früh aufgegangen. Es gab ja aUerdmgs auch Erstaunliches zu schauen. Zwerge von Flugzeugen, mit einem Motorchen, dessen sich jedes kümmerliche Auto schämen würde, mit einem Fünfzehntel, ja einem Zwanzigstel der Pferdekräfte, mit denen man an der Front zu fliegen gewohnt war, schickten sich an, auf die 1000 Kilometer lange Reise zu gehen. Berlin feierte diesmal Pfingsten auf dem Tempelhofer Feld. Man hatte sich gleich von vornherein häuslich niedergelassen, wovoo die Tatsache zeugen mag. daß am Pfingstmontag früh nach nur ganz oberflächlicher Säuberung des riesigen Zuschauergeländes etliche Lastwagen voll — StuNcnpapier abgefahren werden muhten. Kriegs- und Inflationszeit noch schweben-, außerdem bedürien die Betriebsmittel bee Reiches genügender Auffüllung. Für laufende Ausgaben des Jahres 1925 stehen sonach ebenfalls nur begrenzte Beträge zur Verfügung, über deren Höhe die Auf- faffungen freilich auseinandergehen. Es leuchtet aber ohne weiteres ein, daß es gefährlich wäre, mit Rücksicht auf die Ueberschüfse aus 1924 über das Jahr 1925 hinaus Verpflichtungen dauernder Art zu begründen, für die vom 1. April 1926 ab jedenfalls keine Deckung mehr vorhanden ist. Aus allen diesen Umständen erklärt sich die von dem Hauptausschuß des Reichstags grundsätzlich.gebilligte Forderung des Reichsfinanzministers nach äußerster Sparsamkeit und nach Durchprüfung der schon beschloßenen Bewilligungen unter diesem Gesichtspunkt. Erst im Lause des Jahres 1925 wird sich besser überblicken lassen, wie sich die wirkliche Finanzlage des Reiches gestaltet, und deshalb müssen wichtige Fragen in die zweite Hälste des Haushaltsjahres zurückgestellt werden, ehe man sich über sie entschließen kann. Eine derartige Behandlung des deutschen Finanzprvblems wird nicht nur durch die notwendige Rücksicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft gerechtfertigt, sondern dient letzten Endes zugleich auch dem ruhigen Fortschritt der Arbeit an den Interessen der Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege. Es würde ein unermeßliches Unglück für weiteste Schichten der Bevölkerung nach sich ziehen, wenn hier eines Tages durch eine Finanzkatastrophe des Reiches neue Unsicherheit oder der Zusammenbruch mühsam geschaffener und aufgebauter Einrichtungen oer- ursacht würde. Don großer Bedeutung ist außerdem die Rücksicht auf die deutsche außenpolitische La ge, die es nicht verträgt, daß die Reichsfinanzen während der durch den Dawesplan vorgesehenen Schonzeit in erneute Unordnung geraten, weil hierdurch das Vertrauen zu dem festen Willen Deutschlands, aus eigener Kraft feine inneren Verhältnisse zu ordnen, aufs schwerste erschüttert werden müßte. Alle Schichten des Volkes müssen diesen Verhältnissen gebührend Rechnung tragen und das nötige Verständnis dafür aufbringen, daß bei aller sachlichen Anerkennung und Hilfsbereitschaft für die unendlich vielen großen Ausgaben auf dem Gebiete der Kulturpflege und der Förderung des sozialen Fortschritts die von Verantwortungsgefühl erfüllten Parteici' des Reichstages sich in ihrem Gewissen oerpHirhtet fühlen, den Weg der Vorsicht und Sparsamkeit nicht zu verlassen. Südamerika als Auswanderungsziel. Don Preuße-Sperber, Hamburg 5. Geschäftsführer des „Reichsverbandes d?utscher Auswanderer e D." Wer Südamerika heute als Auswanderungs- ziel behandeln will, muß sich von vornherein auf Südbrasilien, Argentinien, Teile von Paraguay und Uruguat) beschränken. Alle übrigen Länder Süd- und Mittelamerikas, Mexiko eingeschlosfen, müssen kurzerhand heute noch als nicht einwanderungsreif bezeichnet werden Don dtn deutschen Auswanderern ist eZ eine völlig verkehrte Ansicht, wenn sie annehmen. daß jene Neuländer für all und jeden Gelegenheit bieten, voranzukommen. Jeder, ganz gleichgültig, wer es auch sein mag. muß sich vor allen Dingen darüber klar werden, daß Auswinderu gl ich'ee- deutend mit Entbehren und Entsagen bei harter Arbeit ist. Außerdem s,nd aber zur Auswanderung nur Menschen geeignet, die nicht nur an Leib und Seele, fonbern auch eine gute P rtion Selbständig- k i und W gemat b.sizcn Schwächl nge Besserwisser oder solche, denen all und jede Arbeit ein Greuel ist, passen nicht für das Ausland und erleiden kläglich Schiffbruch. Dem deutschen Durchschnitts-Industriearbeiter muß von einer Auswande ung dringend abgeraten werden. Die Industrien der Reuländer s nd anders geartet und noch lange nicht genügend entwickelt, so daß er seine Spezialkenntnisse dort weder anwenden kann, noch dementsprechend bezahlt wird. Kaufleute und alle übrigen Geistesarbeiter, ohne umfangreiche Sprach- und Landeskenntnisse, können ebenfalls nicht hoffen, in den Reu'ändern lohnenden Verdienst zu finden. Dahirg-g-.n finden gut? Handwerker, die ihr Fach von Grund aus verstehen uns ßwer lohaenden Verdienst. Handwerker, die über die notipenbige Selbständigkeit verfügen, finden, sobald sie mit I den Landesverhältnisfen erst genügend vertraut Man ließ sich auch nicht stören, als gegen 6 Llhr früh ein kleiner Regenschauer niederging — irgendwo gab es immer ein paar Helle, blaue Fetzen am Himmel, die rasche Aufklärung versprachen, die denn auch bald eintrat. Alsbald belohnte sich das standhafte Ausharren. Die Konkurrenzflugzeuge waren zum größten Teil gestartet und die Kunst- und Schaufliegerei tarn an die Reihe, ilnbefümmert um den heftigen Wind exerzierten Heinze und Schüler auf den fokkerähiilichen Reklameflugzeugen der Schokoladenfirmen Mauxion und Trumpf das ganze Reglement der Kunstfliegerei mit allen Finessen durch Die Hunderttaufende waren eigentlich müde, wollten eigentlich pennen, aber jedesmal wenn sich eins von den Flugzeugen mit kühnem Anlauf sonnenwärts schwang, um über die Rückenlage in sausendem SturzUug niederzu- brausen, blinzelten neidvoll und bewundernd hunderttausend Augenpaare zu dem eleganten Vogel empor. Schließliech pennte man aber doch. Denn über Mittag hatten die Flieger — soweit sie nicht unterwegs waren — Ruhe. Dann um 2 Llhr heulte die Sirene vom Flugleitungspavillon dem ersten heimkehrenden Apparat entgegen. Bald schwangen sich auch di? Kunstfl eger wieder iw die Lüfte und umkreisten beglüclw m'chend die in immer kürzeren Abständen Hrimkeh. enden. Zwischendurch lieferten sich die bereits genannt?n Kunstflieger einen zünftigen Luftkampf, bei dem nichts als das Knattern der Maschinengewehre fehlte. Leichtbeschwingt, wie spielende Schwalben schossen sie umeinander herum, ließen sich abrutschen, entwichen einander in kühnem Looping. Bei jedem Aufheulen der Sirene wendeten sich alle Blicke gespannt nach Südwesten Man freute sich so oft einer zurückkam. Gewiß, aber eine leichte Enttäuschung war es jedesmal doch, wenn der Ankömmling nicht die weißbemalten Steuerflächen, das Kennzeichen der kleinsten Klasse trug. Man sorgt? sich um diel? kühnen, kleinen Adler. — Sie kamen zwar am ersten Tag nicht zurück- Aber 4 t>on den 7 dieser Allersind, umcbtoci auch O I genheit, sich in Ihrem Berufe selbständig z: mach? i Am günstigsten lug i die Verhältnisse ‘ur den Landwirt, der in jenen Ländern als selbständiger Siedler sein Dorwärtsk nvnei sucht. Ohne Kapital kann allerdings auch d e e? nittzt hoffen, v ranzukommen. Immerhin kann d ? r ch- tige Mann in jenen Ländern bei Anso.uchs- losigkeit und Sparsamkeit damit rechne v da' er mit einem Kapital von 2003 Mark in Südbrasilien 3000 Mark in Rordargcntinien und Paraguay und mit 4000 Mark in Uruguay sich ein? neue lobenswert? Existenz zu erringen imstande ist. Aber nicht jeder trugt zum ülrwalrkolmisten. Viele deutsch? Auswanderer, die sich i i Deu Ich- land nicht einmal getrauen, einen Blumen.opf alleine au verpflanzen, gehen heute hinaus, um ilrtoalbficbler zu werden. Daß all diese ihr Ziel nicht erreichen, ist ganz selbstverständlich. Meist kehren sie daher auch schon nach kurzer Zeit als Enttäuschte zurück, schimpfen bin i auf das „Afsenland', das sie so schwer enttäuscht hat, ohne sich klarzumachen daß nicht das Lau) s-n dem sie selbst die Schuld an ihrem Unglück tragen. Der Hauptfehler der heutigen deutschen Auswanderer ist der, daß die Mehrzahl unberaten auswandert. Zumeist wissen sie von drin Aur- lanbc wenig und gar nichts. Gut 70 Prozent der heutigen deutschen Auswanderer sind für das Ausland nur deshalb ungeeignet, to.il f c unberaten hinausgehen und in ihrer Weltfremd! üt Phantasien nachjegen. Auf dieser Weltfremdh'it der deutschen Auswanderer berußen auch die Dielen Gründungen von Auswandervereinen Dir weitaus größte Mehrzahl dieser Vereine ist daher auch eine direkte Gefahr für die ihnen ange- schlossenen Mitglieder. Zum ist liegt die Leitung solcher Vereine obendrein noch in den Händen von Personen, die selbst nie im Auslande gewesen find, geschweige dort praktische Erfahrungen gesammelt haben und daher in laienhafter Slümperarbeit lediglich Zeit und Geld vergeuden. Durchweg vtrs.g n d -her auj) alle diese Vereinigungen und Organ sationea, sobald -'s an die praktische Ausführung der Bläne ght. Di? Mch.z h d'.cs r V rein? ve.kracht < uch früh r oder später elendiglich Ich hab? in mei. e umfangreichen Tätigkeit in der Auswanderung auch noch nicht einen Verein kennengelernt der fein Ziel erreicht hätte. Gestützt auf meine langjährigen praktischen Erfahrungen halte ich daher alle Auswanderungsvereine für zwecklos und sogar für direkt schädlich, sofern sie ihre Tätigkeit über den Rahmen einer zweckdienlichen Beratung ausdehnen. Daß eine solche Beratung nur von einem wirklich praktisch erfahrenen Auslandskenner erfolgreich ausgeübt werden kann, ist ganz selbstverständlich. Reichstagung der Evang. Volksgemeinschaft. Am Dienstag fand im Gasthof Hindenburg Hierselbst die Reichstagung der Evang. Dolksgemeinschaft statt. Diese Vereinigung macht es sich zur Aufgabe, die Sach? des evangelischen Glaubens und der evangelischen Kirche dem Staat und anderen Religionsgemeinschaften gegenüber zu vertreten. Die Haupttagung wurde eröffnet durch ein gemeinsames Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" sowie durch Schriftlesung und eine Ansprache von Pfarrer Laut, Ridda, der auf die Gefahren und Röte der evangelischen Kirche hinwies. Gr schilderte kurz den Zweck der Tagung, die Aufgaben der Volksgemeinschaft und erwähnte, daß nur von dem Mutterboden evangelischen Christentums unserem Volke die Kraft zugesührt werden könne, die es zur Wiedergesundung brauche. Rach kurzer Begrüßung der Erschienenen durch Lic. R a u n i n , Wanne, der zunächst die Verhandlungen leitete, machte Pfarrer Weidner, Ober-Lais, einige geschäftlich? Mitteilungen. Er empfahl, mit Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen wie die Evangelische Volksgemeinschaft, z. B. dem Christenbund, der christlich-sozialen Volksgemeinschaft usw. in Fühlung zu treten. Der Redner gab dann weiter einige Stimmungsbilder über die Bewegung, der es auch nicht an Gegnern fehle. Zu seinem Referat „Politik und Religio n" Übergehend, wies er zunächst darauf hin, daß der evangelischen Sache ernste Gefahren drohen. Er streifte die Verhältnisse in der hessischen Regierung und im Landtag, wo es durch den außerordentlichen Einfluß des Zentrums möglich kleinsten haben es doch geschafft, während im Ganzen von den 52 gestarteten Maschinen 35 die erste Etappe glücklich bezwunegn hatten. Polarforscher-Schicksale. Der Sturm auf den Rordpol ist in diesem Sommer von fünf verschiedenen Expeditionen unternommen worden, und das größte Aufsehen begleitet den Flug des Kapitän A mundsen, um dessen Schicksal man bereits besorgt ist. Zn den letzten 1O0 Jahren sind im Kampf um die Eroberung der beiden Pole gegen 1000 Menschenleben geopfert worden, und leit vor 400 Jahren Sebastian (Sabot den ersten Bericht über die Erreichung der Polarzone lieferte, hat jede Expedition, Die nach diesen Eiswüsten aufbrach, ihren harten Tribut an Entbehrungen und Gefahren zahlen müssen. Die größte aller Polartragödien, die sich ereignet haben, war wohl die. die die dritte Expedition von Sir John Franklin auf der Suche nach der Rordwest-Pasfage traf. Der Führer, der mit den Kapitänen Crozier und Fihjames und 138 Mann am 18. Mai 1845 auf den Schiffen „Erebus" und „Terror" abregelte, ging mit allen Teilnehmern zugrunde. 15 Hilfs- expeditionen wurden von England und Amerika ausgerüstet, und man stellte fest, daß Franklin wahrscheinlich am 11. Juni 1847 gestorben sei, sein Bericht der Entdeckung der Rordwestpassage wurde erst 1859 in einer Zinnbüchse neben einem Steinhaufen entdeckt. Heber das Schicksal des schwedischen Polarforschers Andre und seiner beiden Begleiter Strindberg und Fränkel, die im Juli 1897 den Rordpol in einem Ballon zu erreichen suchten, ist bis heute tiefes Dunkel gebreitet. Bojen, die vom Ballon herabgeworsen worden waren, wurden aufgefunden. Rachrichten von der Entdeckung eines zerschmetterten Ballons kamen aus Sibirien unb aus dem Polarkreis: andere Geschichten wurden von Eskimos erzählt, die „ein Haus vom Himmel hatten fallen sehen" gewesen I i hohe Beamt. nueUen im Ministerium mit Persönlichkeiten ;u besetzen, die noch nicht Px ifung abgelegt hatten Er kam dann weiter auf den Verkauf des Schlosses Jlbenstad' durch den hessischen Staat zu sprechen und bracht? sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß in der echt evangelischen Wett, rau ein JesuitenNoster cr- sondern auch die Rechtsparteien versagt. Auch in Starkenburg hab? sich der starke Einfluß des Zentrums gefügt, indem trotz des Widerspruchs der cv.neaelischen Bevölkerung auf einmal drei SchulratZste'Ie' an Zentrums.'eate vergeben htorbm seien. Der Redner belrrach dann noch kurz d'n Verlauf der Staats r'isib?ntentoahl und ihr- Bealeiterscheinungen. Weiter referierte er. an Stelle des in letzter Stunde verhinderten Lehrer Kempf, R i t enberg, über' das bayerisch Konkordat. Er zeigte an einer Reihe von Beispielen die Auswir'una dieses Vertrags und den außerordentlichen Einfluß den die tatbo- lische Kirch" in staatsrechtlicher Hinsicht ausübt. Obwohl in Bayern zwei Fünftel der Bevölkerung evara"lisch seien, müsse die evangelische Kirche aegenüfc •. der katholischen, auch in finanziellen Fraaen, m i zurücksteh'n Zu seinem ersten Referat zurück! brend. widersprach der Redner der vielfach vertretenen Auffassung. Poli'ik und Religion leien Gegensä",e. Er ist vielmehr der Ansicht. daß Politik und Rcl gion zusammengebören. Es fei nicht richtig, zu verlangen, daß der Geistliche sich nur um religiöse Ding? kümmere. Sozial^ und wirtschaftlich' Preblem? könnten ohne R i qion und Gott nicht griört werden. In dieser Hinsicht müßten di' Gvanaelischen Dorn- Zentrum lernen, da? nur deshalb eine solch? Macht habe, w il arbeite und sich um die sozialen Verhältnisse kümmere D -. Kampf sei außerordentlich schwer, denn es f hlten vor allem die erforderlichen Mittel, trotzdem bestehe bcarünbete Hoffnung. daß Diele evanaRische Volksgenossen sich d'r Evangelischen Delksg'meinschafl an schließ en würden. Der nächste Redner. Düricrmeister Völker. Lich. sprach über das Tkwma: „Warum mußte die Evangelische Volksgemeinschaft gegründet werden?". Er führte etwa folgendes ans: 2lls nach der Revolution eine Umbildung der politische Parteien stattgesund'n bät e wurden vielfach S'imme.i laut dahingehend, daß es an einer politischen Organisation fehle, welche die evanaelischen Belanae voll und ganz vertrete. Es fehlte ein evangeli- sch's Zentrum. Dieser Mißstand habe sich auch in den letzten Jgbren außerordentlich bemerkbar a-nnacht. Die katholische Kirch' habe feit dem Kriege gewonnen, die evangelische dagegen verloren Es sei auch für die evangelisch? Kirche bittere Rottoendigkcit. dafür zu sorgen, daß sie auf das Ttaatsl'ben Einfluß gewinnt. Dringend erforderlich sei die Schaffung einer evangelischen Parin. der jedoch die Staatsform nicht als Hauptsache gilt. Schaffen wir eine evangelische Partei, dann wird evangelischer Geist unser Volksleben durchdringen. Di? katholische Kirche habe groß' Macht und außerordentlichen Einfluß. von ihr können wir lernen. Leider seien unsere evangelischen ©hub'n^n moffen noch viel zu lau und zu träae. Wir dürfen nicht einen Trennunasstrich ziehen zwischen Religion unb Politik. Es bade sich gezeigt, daß die bestehenden Parteien nicht in der Lage seien, die Interessen der evangelisch'n Kirche und des evangelischen Volkes voll und ganz zu wahren, deshalb sei ein Zusammenschluß aller Evangelischen in der Evan- g lischen Dolksgemeinschaft dringend notwendig. Pfarrer Hamburger, Staden, der über das gleiche Th'ma sprach, gab zunächst ein Bild über die Geschichte des Protestantismus und dessen Stellungnahme zur Politik. Er schilderte weiter das Dcrhalten Luthers zur Politik. Die katholische Macht fei von jeher eine politische Macht, sie fei verbreitet über d'e aanze Welt. Redner zeigte dann, welchen Einfluß die katholisch' Kirche auf Fürsten und Staat ausübt. Früh r sei diese Macht ausgeübt worden durch Kampf unb Schwort, heute erfolge sie durch das Parlament. Auch die evangelischen Kreife wüßten für politische Macht sorgen, die evangelisch? Kirche fei zur Abwehr gedrängt. Er ist der Auffassung. daß die Evangelische Volksgemeinschaft Zukunft hat nur dürfe sie nicht zu viel tbeorifieren, sie müsse mit Gott anfangen und mit Gott streiten. Das l'hte Referat erstattete Lic. Raun in. Wanne, über die Frage: „Dürfen wir Aber trotz all dieser Berichte ist über das Schicksal dieser Forscher nichts Bestimmtes bekannt geworden. Tragisch endete auch die russische Expedition des Baron Edward Toll, der 1900 mit feiner Pacht „Zardiza" nach dem Polarkreis aufbrach Die letzten Rachrichten von ihm trafen im Rovemb:r 1902 ein, unb eine Hilfsexpebitivn fand im Jahre 1905 auf der Denettinsel einen Brief des Polarforschers, in dem er mitteilte, daß er und seine Gesellschaft „weiter vorwärts gingen“, obwohl sie nur noch für 18 Tage Rab- rung besaßen: sie sind alle im Eis zu Grunds gegangen. Di? amerikanische Cxped tion unter Leutnant Greely vollbrachte 1881 einen Rekord, indem sie an den Rordpol bis auf eine Entfernung von 700 Kilometer herankam. Dann aber horte man nichts mehr von der Gesellschaft, und als ein Hilf? schiff eintraf, fand es nur noch Greely mit sechs Mann lebend, während die übrigen acht ha Teilnehmer tot waren Don besonderem Unglüd war Kapitän George de Long verfolgt, der 1881 mit der „Jeannette" von San- Francisco abfcgelte. In einem furchtbaren Sturm zerbrach das Schiff in zwei Teile und fant Di? durch Entbehrungen bereits erschöpfte Mannschaft lärnpfte im offenen Meer zwischen Eisschollen und rettete sich schließlich in drei Booten. Eins von diesen gelangte nach vielen Gefahren in ein sibirisches Dorf am Lena-Fluß. Der Südpol hat weniger Opfer gefordert als der Rordvol: aber twch in aller Gedächtnis ist die Tragödie, der Kapitän Scott und vier seiner Kameraden 1912 zum Opfer fielen. Scott erreichte den Südpol am 18 Januar dieses Jahres, wenige Tage nachdem Kapitän Roald A m u n d s e n vor ihm bingelangt war. Auf der Rückkehr zu ihrer Basis wurden sie von einem furchtbaren Schneesturm überfallen mtb gingen zugrunde. Diese kurzen Roten und unsere toten Körper müssen die Geschichte erzählen“, schrieb Stott in seinen letzten Tagebuch-Aufzeichnungen. e \ hoffen, die deutsche Arbeiterschaft für die Evangelische Volksgemeinschaft zu gewinnen?" Der Redner hält diese Frage für außerordentlich wichtig, auch für sehr schwierig. Man müsse hinein in die Kreise der Arbeiterschaft, müsse sie für die Ideen der Evangelischen Volksgemeinschaft zu gewinnen suchen. Vielfach werde behauptet, der deutsche Arbeiter sei für die Kirche verloren, er habe kein Verständnis für die Kirche, es sei zu spät und nichts mehr zu erhoffen. Das sei nicht richtig, viele Arbeiter warteten auf den Weckruf der Kirche. Redner zeigte dann an Beispielen, wie er in Westfalen gearbeitet und welche Erfolge er bei Kommunalwahlen erzielt habe. Er behauptete, daß Arbeiter da seien, die kommen, wenn man sie ruft und ihnen sagt, daß sie mithelfen sollen. Arbeiter und kleine Beamte, die noch christlich gesinnt seien, könne man für die Bewegung gewinnen. In einem Staat, der vorwiegend evangelisch sei, müsse auch eine evangelische Partei Zukunft haben. Am Rachmittag fand eine sehr eingehende Aussprache über die einzelnen Referate des Vormittags statt. Die Diskussionsredner äußerten sich meist zustimmend. Bei der Wahl des engeren Vorstandes wurden bestimmt: Als 1. bezw. 2. Vorsitzender: Prof. Riemann, Gelsenkirchen, und Bürgermeister Völker, Lich, als Geschäftsführer und Rechner: Pfarrer Weidner, Ober-Lais. Turnen, Sport und Spiel. Erziehungswerte im Rudersport Man wirft dem Sport verschiedentlich vor, er wende sich nur an den Körper. Wer in dem Blühen und Wachsen der Turn- und Sportbewegung in den letzten Jahrzehnten eine Reaktion gegen die Ueberfütterung unserer Jugend mit reinem Geisteswissen sah, wer aus dem Ausgang des Krieges Folgerungen für unsere Jugenderziehung zu ziehen vermochte, der wird dem nicht beistimmen. Es ist einfach nicht wahr, daß Turnen und Spiel rein mechanische Körperpflege sind. Daß in den einzelnen Zweigen der Leibesübungen die Erziehungswerte verschiedenartig sind, soll nicht bestritten werden, daß der eine oder andere mehr das Aeußere des Menschen bildet, als daß er den ganzen Menschen erfaßt und erzieht, ist richtig. Es wäre aber falsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß diese Erscheinung für den gesamten Sport typisch ist. Familie, Schule, Kirche und Heer waren die Erziehungspfeiler in der Zeit vor dem Krieg. Das Heer hat man uns genommen, die anderen drei befinden sich in einer Art Umwälzung. Da eilt unsere Jugend zu den Sportvereinen. Wir sehen, welche Erziehungserfolge Turnen und Sport zeitigen. Da- her müssen wir beides mit allen Mitteln fördern. Wer es irgend kann, der gehe auf die Sportplätze, in die Bootshäuser, in Turn- und Schwimmhallen. Er wird sehen, daß der Kern unserer Jugend besser ist, als viele von uns wissen. Wenn aber diese Jugend nicht erzieherisch beeinflußt wird, dann wird sie den Weg gehen, den alle Eharakterschwachen in und nach dem Kriege gegangen sind. Betätigen sich manche Zweige des Sports in der Hauptsache im Wettkampf, so ist es zweifellos ein besonderer Vorzug der Ruderei, daß sie jedem Alter, vom Schüler angefangen, und jedem Geschlecht die Betätigung in der ihm zuträglichen Weise ermöglicht. Denn Rudern wird betrieben als Wander-, • Jugend- und Rennrudern. Die allgemeinen Vorteile des Ruderns für die Körperbildung brauchen in \ diesem Zusammenhang nur kurz erwähnt zu werden. V. Es sind: Gleichmäßige Beanspruchung aller Mus- ' kein und Muskelgruppen, Kräftigung der Lungen durch Bewegung in stets staubfreier Luft mit gesundem Feuchtigkeitsgehalt, Abhärtung durch Ge- wöhnuny an Wind und Wetter in leichtester Kleidung, Einwirkung der Sonne auf den Körper. Fragen wir nun, welche Werte der erste Zweig der Ruderei, das Wanderrudern, für die Erziehung außerhalb dieser rein körperlichen Bildung enthält, so ergibt sich auch für den Außenstehenden, daß 'durch das Wandern auf unseren Wasserstraßen eine planmäßige Pflege der Natur- und Heimatliebe zwangläufig gegeben ist. Weiter bildet das Wander- rudern die Sinne. Der Wanderruderer, der einmal hinauskommt aus den Städten, lernt vor allem Ge- — ficht und Gehör gebrauchen, wenn er den Hindernissen aus dem Wasser ausweichen muß. Das Wanderrudern erzieht zu einer Vereinfachung der Lebensführung. Auf fein Zelt und auf seine eigene Kochgelegenheit angewiesen, kann der Wanderruderer sich völlig unabhängig machen von Gasthöfen. Er lernt viele Güter unserer Zivilisation entbehren, die wir glauben nötig zu haben und die uns doch nur zu ihren Sklaven machen. Beim Wandern außerhalb seiner engeren Heimat wird der Wander- rüderer auch die Eigenarten anderer deutscher Stämme kennen und verstehen lernen, und damit wird seine Liebe zu Volk und Vaterland gefördert. Stärker noch als beim Wanderrudern drückt sich beim Jugendrudern der Wert dieses Sports für die Erziehung aus. Rudern als Mannschaftsübung bietet für die Erziehung zur Unterorbung und Pflege der Kameradschaft außerordentliche Werte. Im höchsten Maße gilt das vom Rennrudern. Rennrudern ist planmäßige Vorbereitung zur Erreichung von Höchstleistungen. Nicht in dem Sinn von Rekorden. Denn Wind- und Wasserver- hältnisse beeinflussen die bei Regatten gefahrenen Zeiten oft innerhalb ein und derselben Stunde. Beim Rennrudern erhält nur das erste Boot einen Preis. Dieses erste Boot zu fein, im einwandfreien Kampf gegen die anderen zu siegen, das ist ein Hochgefühl, das nur der verstehen kann, der praktisch so etwas durchgemocht hat. Um das zu erreichen, beugen sich die Rennruderer willig den Anordnungen eines einzelnen, des Trainers, dem sie durch Ehrenwort verpflichtet sind. Vom 1. April bis Mitte Juli wohnen sie sozusagen im Kreise ihrer Kameraden im Bootshaus. Beruf und Sport find die beiden Dinge, die allein sie in dieser Zeit voll in Anspruch nehmen. Wer sich ohne äußeren Zwang freiwillig einer solchen Zucht unterwirft, wird auch im Leben feinen Mann stehen, und wer Jahre hindurch Rennen rudert, dem geht ebenso wie dem Jugendruderer und dem Wanderruderer der Gedanke an seine Pflicht gegenüber der Allgemeinheit in Fleisch und Blut über. Aus solcher Erziehung erwachsen nicht nur körperlich gesunde, sondern auch innerlich vornehme Menschen. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. vo. Die Bewerbungen um das vom Deutschen Reichsausschutz für Leibesübungen verliehene deutsche Turn- und Sportabzeichen haben außerordentlich zugenommen . Im vergangenen Jahr (l. April 1924 bis 31. März 1925) sind 9556 Abzeichen verliehen worden. Davon entfielen 8014 Abzeichen in Bronze auf Männer, 824 aus Frauen, 543 Abzeichen in Silber auf Männer, 19 auf Frauen, 149 Abzeichen in Gold auf Männer, 7 auf Frauen. Insgesamt sind jetzt 32 635 Turner und Sportler männlichen und weiblichen Geschlechts Inhaber des Deutschen Turn- und Sportabzeichens. Aus der Arbeitersport-Bewegung. Dieser Tage wurde in einer Versammlung von Delegierten von 8 Sportvereinen, die eine Mitgliedschaft von nahezu 800 Mann vertreten, die Gründung eines Arbeiter-Sportkartells von Gießen beschlossen. Der Zweck der Gründung ist, die Arbeiterspoickbewegung zentral zusammenzufassen unter einer einheitlichen Leitung, um bei allen Gelegenheiten gemeinsam die Sache des Arbeitersports in erster Linie bei den Behörden und anderen in Frage kommenden Instanzen zu vertreten, bei Festlichkeiten und sonstigen Veranstaltungen gemeinsame Richtlinien herauszugeben, um den vielen Festlichkeiten bei den heutigen schwierigen Verhältnissen wenige, aber gute Veranstaltungen gegenüberzustellen, wo man die Gewißheit hat, auch die Wünsche des Arbeitersportes zufriedenzusteÜen. Das Kartell ist der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege (E. V.) in Berlin angeschlossen. Der Vorstand wurde aus Vertretern der beteiligten Vereine gewählt, und zwar als Vorsitzender W. Wolf, Stephanstraße 29. Zur Finanzierung wurde für jedes Mitglied der angeschlossenen Vereine eine Umlage von 10 Pfennig für den Monat Juni beschlossen. Das Kartell plant für den 5. I u l i einen Arbeitersporttag für Gießen und Umgegend zu veranstalten, wo der Oeffentlichkeit gezeigt werden soll, was die einzelnen Vereine auf dem Gebiete des Sportes zu leisten vermögen. Auswärtige Sportler haben bereits ihre Beteiligung zugzsagt. Weiter wird das Sportkartell eine Werbung unter der Jugend vornehmen, um fernstehende Kreise in weit größerem Maße als bisher dem Arbeitersport zuzuführen. Sy Wirtschaft. Grenzen der amerikanischen Kreditgewährung. Seit einigen Wochen kann man sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß eine gewisse Stagnation im amerikanisch-deutschen Kreditgeschäft eingetreten ist. Die drüben zutage getretene Uebersät- tigung mit deutschen Anleihen und Anlagen hat trotz aller gegenteiligen Behauptungen zum geringsten Teil ihren Grund in der Gestaltung unserer innenpolitischen Lage: wie der Amerikaner aus lediglich wirtschaftlichen Gründen, die allerdings von der politischen Entwicklung des Landes beeinflußt werden, dem deutschen Kreditgeschäft Interesse zugewendet hat, so ist auch die momentane Kreditmüdigkeit Amerikas in ihren mannigfachen Ursachen auf rein wirtschaftlichem Gebiet begründet. In Amerika sind starke Strömungen vorhanden, die vor einer Zinsinflation warnen, und vor einiger Zeit ist ein geheimes Zirkularschreiben vom Handelsdepartement ausgesandt worden, welches eine größere Zurückhaltung in der Kreditgewährung an Deutschland und an die Welt überhaupt empfiehlt. Nachdem Amerika noch vor kurzem durch die übermäßige Anhäufung von Kapital und besonders Gold in seinem Lande einer Goldinflation und damit einer allgemeinen Erhöhung des Preisniveaus nahe war, droht heute die Gefahr, daß durch den Zinseneinlauf großer ausgeliehener Kapitalien eine ernste Schädigung der amerikanischen Wirtschaft herbeigeführt wird. Im Jahre 1914 war Amerika mit fünf Milliarden Dollar an das Ausland, besonders an Europa verschuldet. Während damals dieser Summe keine Ausiandguthaben gegenüberstanden, beziffert sich im Jahre 1924 unter Einrechnung der Kriegsschulden die Verschuldung des Auslandes an Amerika auf die ungeheure Summe von über 20 Milliarden Dollar. Auf der anderen Seite stehen Amerikas Verbindlichkeiten mit nur 3 Milliarden. Auch ohne eine Tilgung dieses Kapitals in Rechnung zu stellen, strömt aus dieser Investition jährlich zirka eine Milliarde Dollar — d. h. das Doppelte der jährlichen Goldproduktion der Welt — nach Amerika. Die Wirtschaftler sind sich darüber einig, daß eine Verzinsung und Tilgung von internationalen Verpflichtungen nur durch Warenlieferungen erfolgen können. Eine Berücksichtigung dieses Grundsatzes macht für Amerika eine völlige Revidierung seiner noch immer stark schutzzöllnerischen Handelspolitik notwendig, um der ausländischen Produktion die Möglichkeit zu geben, in größerem Umfange auf dem inneramerikanischen Markt in Wettbewerb zu treten. Dieses Problem ist drüben schon brennend geworden, und nicht zum wenigsten mit Rücksicht auf obige Erwägungen steht in der Kreditfrage die größtenteils schutzzöllnerische Industrie dem freihändlerisch gesinnten Finanz- und Bankkapital gegenüber. Politisch werden beide Richtungen von der republikanischen bzw. der demokratischen Partei vertreten. Ihr schon in Gang befindlicher Kampf wird in der Wintersaison des Kongresses zur Entscheidung kommen und muß oerständigerweise zu einem — man ist versucht zu sagen direkt zwangsläufigen — Ergebnis im Sinne einer Lockerung der starren Schutzzollpolitik führen. Amerika und der einzelne, finanziell interessierte Amerikaner muß sich der Verantwortlichkeit seiner QläubigerfteUung bewußt werden. Unb das um so mehr im Vertrauen auf das gesunde Regulativ zwischen zwei so hoch entwickelten Industrien, wie sie Deutschland und Amerika besitzen. Schließlich ist die Frage auch eine international handelspolitische für uns insofern, als ein derartiger Präzedenzfall auf die allgemeine Zollpolitik ein» wirken und die Erfüllung des Dawes-Gutachtens, die ja von der Frage der deutschen Ausfuhrmöglichkeit angesichts fremder Zollmauern abhängt, er- schweren, wenn nicht unmöglich machen müßte. Warnende Zeichen sind schon bei unseren Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich sichtbar. Es kommen für die augenblickliche amerikanische Kreditmüdigkeit aber noch gewisse Gründe hinzu, die in den jeweiligen Verhältnissen der Neuyorker Börse und der eigenartigen dortigen Psyche zu suchen sind. Zunächst liegen dem Amerikaner an und für sich langfristige Finanzkredite an das ferne, unruhige Europa über eine Ozeanentfernung von 4000 Seemeilen nicht. Trotzdem sind sie dort bald nach Annahme des Gutachtens angesichts der „zusätzlichen", d. h. über dem heimischen Satz liegenden Rentabilität in Mode gekommen, haben jedoch für die Spekulation angesichts günstiger nord- und süd- amerikanischer Spekulationsobjekte an Anziehungskraft verloren, zumal sich die Gewinnmöglichkeiten verringert haben. Auch hat die psychologische Stimmung der Neuyorker Börse durch die ungünstige Kursentwicklung der im Dezember 1924 ausgeschriebenen Krupp- Anleihe in Höhe von 10 Millionen Dollar gelitten. Schuld an dieser Tatsache ist die oft zu beobachtende mangelhafte Organisation und Vorbereitung deutscher Emissionen und eine ungenügende Kreditwerbung durch Bankenkonsortien. Wenn auch die Stimmung für deutsche Anlagen zur Zeit etwas abgeflaut ist, so liegt doch kein Anlaß zu einem übertriebenen Pessimismus vor. Es haben sich mannigfache technische, kapitalistische Beziehungen zwischen beiden Ländern angebahnt, durch die dem deutschen Kapitalbedarf weitere Wege erschlossen werden dürften. Eine Verkennung der Verhältnisse würde e3 aber bedeuten, auf Kreditmöglichkeiten auf dem englischen Markt zu verweisen. Dieser ist durch die Rückkehr zum Goldstandard und langfristige Anleihen für die Dominions festgelegt. Die Situation auf dem internationalen Kreditmarkt beweist eindringlich die Notwendigkeit einer intensiven Sparpropaganda in allen Teilen der Bevölkerung, um ein nationales Kreditkapital zu bilden und allen Auslandverschuldungen mit ihren, unserer Volkswirtschaft abträglichen Folgen zu entgehen. spd. Maschinenfabrik Moenus QI.-©. Fran ksurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte den Geschäftsabschluß für 1924 und setzte die Dividende auf 6 Prozent fest. Heber die Geschäftsaussichten teilte die Verwaltung mit, daß die Lage noch undurchsichtig sei. Olllerdings hätten die ersten fünf Monate des laufenden Jahres mehr Umsätze gebracht als das letzte Jahr in seiner Gesamtheit. * Einschränkung der polnischen Kohleneinfuhr. Die deutsche Regierung hat das polnische Kohleneinfuhrkontingent für den Juni auf 250 000 Tonnen festgesetzt. In letzter Zeit führte Polen monatlich gegen 450 000 Tonnen Kohlen nach Deutschland aus. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schluß, fiurs Sdjlußh. Abend» ->örk Schlich. Kurs Schluhk Mittag 6-tle Datum: 2. 6. 3 6. 2. 6. 3 6 5®/0 Deutsche NetchSanlekd» 4®/0 Deutsche Ncichsanleihe • 0.4725 0.4325 0.4725 0.4525 — 0,455 0,455 0.455 31/»0/. Deutsche RerchSanloihe 0.475 — 0,455 0.43 S% Deutsche RetchSanletbe • Deutsche Sparprärnienanlethe 0,625 0,29 0,60 0,29 0,65 0.28 0,63 0.29 4e/o preußische Äonsoie . . . 4% Hessen - . ......... 0.51 0,60 0.59 0,45 0,60 0.48 0,60 0.45 3‘/,% Hessen.......... 3% Hessen........... — — — 0.62 — 0.56 — Deutsche Werth. Dollar-Anl.^ 93,2 92,15 91.75 91.75 dto- Doll-Schatz-Anireisug.') — 92,3 92,35 <*/o £ entarten......... 8,40 8.25 — 8,4 6% Goldmerikaner...... — 37.25 — - Berliner Handelsgesellschaft. Kommen» und Pnvat-Bank. 126 126 128.70 128 101 100.75 101 101 Dannst. und Nationalbank • 124 124 124.25 124 Deutsche Bank......... 123,75 123,9 124 124 Deutsche BeretnSbant .... 75 75 — — Discomo Connnandit . . . 110.9 111 111,5 111,5 Metallbank.......... 94 95,25 — — Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. 100 100 100 100 7.70 7.6 7,45 7,75 Westbant ......... 0,1 0.1 — 0,2 Bochumer Guß ...» — — 65.50 65 BuderuS . . ......... 60,2 60.25 59,50 59 Caro ........... — — 63 63 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 84,75 69 81 65 85,25 68,75 83 66 Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . 116 5 115 116,12 — 15,40 15 15,62 15.30 Kaliwerk Westeregeln..... 21.5 109 17 16,9 Laurahütte . ....... 55 57 55 55,5 Oberbedarf........... 6,5 7 6,70 6,75 Phönix Bergbau....... Rbeinstabl .......... Riebeck Montan. ....... 102.25 100 102,5 100 84.5 80 84 83 83.9 80,50 83,75 80.25 TelluS Bergbau........ 2,8 2,7 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ... 62 67,12 61 67,13 61,5 68 61 67,75 Lheramtsche Werke Albin . . — — _ — Zementwerk Heidelberg .. . 71,50 72 — — Philipp Hol,manu...... 68 67,5 68.75 68 Anglo-Eonl.-Guano ..... — — 104 106 75 Badische Anilin........ Chemische Maver gioirta .. 128 0,51 127 0,51 128,25 128.50 Goldschmidt ...... 97 A 97 97 97,75 GrieS ieimer Electron ...» 118,25 117,13 118,60 117,75 Höchster Farbwerke...... 119 50 118.75 119,40 118,50 Hol,vcrkohlnng ........ 6,9 7 — — Rülgcrswerke......... 71.5 — — 71,25 Schcideanstalt ........ 110 112 — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 100.25 97,4 99,50 98 Bergmann ......... Mauikrastwerke........ 79.75 — 78,5 78,5 78.5 78,5 — Schlickert......... . Siemens 4 Halske ...... 68.5 — •>9.2.5 69.5 89 87,5 89.50 88 Adlcrwerke Kleyer ...... 2.8 2,90 ^,80 2,75 Daimler Motoren. ...... 67,25 65,25 68.50 66.70 Heyligenstaedt. . ....... Meguin............ Motorenwerke Mannheim . 42 50,5 41 52 53 51.5 — — — 85 frankfurter Armaturen . . . 0,45 0.451 — — Konservenfabrik Braun . . . 0,91 0.96 1,1 — Metallgeselli^aft Frankfurt. 112 2.85 112 2,35 2,4 2,4 Schuhfabrik Her;....... 3.4 —» — —• Sichel.............. 4.) 46 45 45 Zellstoff Waldhof....... 10 10,15 10,25 10,25 Zuckerfabrik Franken thal .. Zuckerfabrik Waghäusel . .. 3,62 3,70 63,25 — — 6.3,75 — — Frankfurter Abendbörsr. Frankfurt a. M., 3. Juni. Die heutige Abendbörse hatte gedrückte Stimmung, der Verlaus war schwach. Neue Abgaben, die in verstärktem Maße auf allen Gebieten hervortraten, verursachten am Aktienmarkt wiederum Kurssenkungen, die bis zu 1 Prozent betrugen. Am Anleihemarkt waren Kriegsanleihen angeboten und fetzten die rückläufige Bewegung bis 0,430 fort. Der Pfandbriefmarkt hatte im Feiverkehr Schwankungen zu verzeichnen, wobei sich schließlich neue Einbußen ergaben. Der Börsenvorstand hat beschlossen, bis zur Klärung der Aufwertungsfrage die Notierung der Pfandbriefe zu streichen. Die Börse schloß in schwacher Haltung und ohne nennenswerte Umsätze. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,432£, Schutzgebietsanleihe 6,25, 5prM. Preußische Schätze von 1925 0,25. Ausländische Renten: Bagdad II 7,2. Bankaktien: Commerzbank 100,75, Darmstädter Bank 124, Deutsche Bank 123,87, Deutsche Vereinsbank 75, Dresdner Bank 10450, Mitteldeutsche 100, Rheinische Kreditbank 95, Oesterreich!sche Kreditaktien 7,60. Montan- aktien: Gelsenkirchen 65, Mansselder 71,75. Chemische Aktien: Badische Anilin 127, Goldschmidt 97. Sonstige Jndustrieaktien: Eßlinger Maschinen 56, AEG. 97,37, Holzmann 67,50, Gebr. Junghans 79,12, Lah- meyer 71,50, Julius Sichel 46. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 3. Juni. Die von einem Berliner Blatt gebrachte Mitteilung über neue grundlegende Anträge zur 'Aufwertung der Pfandbriefe teuften die Aufmerksamkeit der Börse erneut auf dieses Gebiet. Die Kurse der auf- wertungsberechtiqten Pfandbriefe unterlagen bei Beginn des Verkehrs durchweg Rückgängen. Die von verschiedenen Seiten an diese Anträge geknüpften Zweifel gehen nach unseren Informationen nicht auf den Tatbestand ein. Sie dürften in der zweiten Lesung des Aufwertungsausschusses zur Beratung kommen. Die schwachL..Verfafsung des Marktes der Vorkriegspfandbriefe verstimmte naturgemäß auch den S t a a t s a n - l e i h e m a r k t, den Kriegsanleihen mit 0,465 eröffneten. Allem Schutzgeoietsanleihen lagen mit 0,69i fest. Am Effektenmarkt erhielt sich die leichte Befestigung des gestrigen Tages. Verschiedene Gebiete erzielten anfangs beträchtliche fiursaufbefferungen. Zum Ausdruck kam dies besonders am Chemiemarkt, während für Montanwerte die bevorstehenden großen Entlassungen lähmend wirkten. Beachtenswert waren die Ausführungen der Dresdner Bank über die Börsenlage, die darauf hinwiesen, daß der gegenwärtige Aktien st and dem inneren Wert der Papiere nicht entspreche und eine Veräußerung des Aktienbesitzes zu jedem Preis ungerechtfertigt sei. Am Devisenmarkt tag die italienische Währung außerordentlich fest. Die Nachricht über den 50 Mil- Honen Dollarkredit Morgans zur Stützung der Lira erhöhte deren Kurs gegen London von 122,60 am Vortage auf 119$}. Demgegenüber lagen Paris und Brüssel recht schwach, auch das englische Pfund gegen Neuyork wieder ermäßigt. Der Geld- markt lag angespannt, was darin zum Ausdruck kam, daß die Geldsätze keine wesentliche Veränderung erfuhren. Tägliches Geld 81 bis 9 Proz., Mo- natsgeld 9$ bis 114 Proz. Die Mark notierte heute in London 20,40, in Amsterdam 59,26, in Zürich 122,87, in Paris 4,78z. Devisenmark' Berlin—Frankfurt Buhbach-Ost . . . 822 Stockheim. . . . W ^bcrkleen-Buhbach-^st-G.-Nauheim Burg- u. Rieder-Gemünden—Kirchhain Oberkleen . . ab 621 W w B.-u.N.-Gemd. ab 6« Gießen—Marburg. ab an Kirchhain—Burg- u. Nieder-Gemünden Nur Mittwochs, Samstags an Werktagen vor Sonn« D Lollar—Wetzlar B- u. N.-Gemünden an 635 an an D W Wetzlar—Lollar. w an W Braunf.Stbhf. ab 902 D "Gießen 622 Lollar W Wetzlar . S Feiertagen w Fulda—Gießen Marburg—Gießen ab D "Marburg an Philippstein—Braunfels-Ltaatsbahnhof. Braunf.Staatsbhf. an 8*® S S 960 Nur nach Bedarf bei mindestens 20 Fahrgästen den Werktagen vor Sonn» und Rur an Werktagen vor Sonn» und Feiertagen. Fahrplan der Biebertalbahn w Bieber—(tziesten Gießen—Bieber Friedberg 1107 53® Friedberg BP W D D D W W D D W W W \V Braunf.Staatsbhf. Braunf.Staatsbhf. Brauns Staatsbhf. BraunfLtaatsbhf. W D D E D W D D W S w w D w w w w w w w w s w w s w w w w w w w w w w w s \v w w w w w w w s E D D D S BP D W W D S BP ■rank rank ■rank urt . urt . urt . urt . urt . urt . urt . urt . urt urt urt Friedberg Frankfurt Frankfurt Frankfurt Frankfurt Frankfurt Friedberg Friedberg rank •rank' urt. urt. urt . urt . urt. urt . urt. W S W w w w w D BP W W w D Weilburg L'imburg Gießen. Weilburg Limburg . Wetzlar . Braunfels Wetzlar . Gießen. . Gießen . . Weilburg. Gießen . . Limburg . Gießen . . Dillmar . Dießen . . Wetzlar . Gießen . . Limburg . Limburg Gießen . Wetzlar Wetzlar Weilburg Gießen. Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen W W w \v w w w Nidda . . Gießen. . Gießen . . 'Stockkeim Gießen. . Hungen . Gießen . . Gießen . . Gießen. . Lollar Lollar Lollar Lollar W S W W W s w Echzell . Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . Echzell. Nidda . Nidda . Nidda . Nidda 1Q55 100 230 42* 6*5 52 6'5 925 325 7*2 - Dorn 5.6.—30.9. - Som 6.6.—31.8. Friedberg . Frankfurt . Frankfurt . Friedberg . Gießen . Gießen . Gießen . Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank W W Koblenz . . Albsßausen tßimburg . . Koblenz . . Albshausen Limburg . Koblenz . . Limburg . Koblenz . Albshausen Limburg . Koblenz . Koblenz . Friedberg . Friedberg . i 621 732 RIO 717 9*2 111* 3" 621 618 752 s w S W w w s Gelnhausen . Gelnhausen . Gelnhausen . Büdingen . . Gelnhausen . Gelnhausen . Grünberg Grünberg Grünberg Grünberg Londorf . \V W s Stockheim . Gedern. . . Stockheim . 'Hirzenhain. Stockheim . Gedern. . . Stockheim . 'Hirzenhain. Stockheim . Stockheim . Stockheim ./ Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Philippstein . Philippstein . Braunfels Stift Philippstein . Philippstein . 622 625 806 106 427 531 623 Schotten Schotten Schotten Schotten Schotten Philippstein. . Philippstein. . Philippstein. . Braunfels Stift Philippstein. . Philippstein. . Philippstein. . Philippstein. . urt urt urt Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Dießen Gießen Gießen Gießen Gießen Dießen Gießen urt. urt . urt . Gießen Gießen. Gießen . Gießen, Gießen Gießen Gießen Gießen 'Wetzlar Gießen Gießen Gießen Hu W W 615 80* 925 120 622 933 Bieber. . Bieber. . Bieber. . Bieber. . Bieber. . Schotten . Schotten . Schotten . Schotten . Oberscemen . Lauterbach. . Lauterbach. . Gedern. . . . Ortenberg . . Lauterbach. . B.-u.N.-Gemünden B.-u.N.-Gemünden D.-u. N.-Gemünden B.-u.N.-Gemünden Nieder-Ofleiden . . 9U 40i 52* 6io 813 6 Frank Frank tzFrank Frank urt urt urt Gießen.... Lauterbach. . Alsfeld.... Gießen.... Gießen.... Gießen.... 'Gießen.... Gießen.... Lauterbach. . Gießen.... Bad Salzschlirf Gießen. . . . Limburg. . Koblenz . . Wetzlar . . Limburg. . Koblenz. . Koblenz . . Albshausen Weilburg . Albshausen Koblenz . . Limburg. . Limburg. . Koblenz . . Koblenz . . Koblenz . . Limburg. . Limburg. . Albshausen Limburg. . Koblenz . . Koblenz . . Koblenz . . Koblenz . . Albshausen Albshausen Limburg. . Limburg. . Koblenz . . Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg 73* HO* 4'7 757 91* Stockheim. Stockheim. Gedern . . Stockheim. Stockheim. Stockheim. Gedern . . Stockheim. BP Frank 1 Frank -f-Frank 6 ixs 5*4 7is 1235 105 528 7*9 Butzbach-Ost . Bad-Nauheim. Bad-Nauheim. Bad-Nauheim. Rockenberg . . Butzbach-Ost . Bad-Nauheim, und Sonntags. 615 7*4 919 238 74* 10*5 1230 2'0 354 615 603 82t 139 622 D § Limburg ... ab Albshausen . „ Koblenz . . . „ Limburg ...» Lickburg . . . „ Koblenz ...» Albshausen . „ Butzbach-Ost. Rockenberg . Bad-Nauheim Bad-Nauheim Butzbach. . . Bad-Nauheim 'Bad-Nauheim 529 636 138 443 547 713 Nidda 'Nidda Nidda Nidda Gießen . . Gießen . . Gießen . . Dießen . . Gießen . . Nur an Werktagen cor Sonn- und Feiertagen. Ab Nidda nur werktags. 444 6'5 232 511 600 700 751 9io 925 320 304 328 722 823 Heldenbergen Vilbel . . . . Vilbel . . . . Vilbel Vilbel Vilbel Vilbel Vilbel Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . Marburg .... Marburg .... Lollar...... Marburg .... Marburg .... Marburg .... Lollar...... Marburg .... Marburg .... Marburg .... Lollar...... Marburg .... Marburg . . . . Lollar...... Marburg . . . . Lollar ...... Marburg . . . . Marburg . . . . Niederwalgern . Marburg . . . . Marburg . . . . an 455 „ 736 „ 1204 „ 632 613 9*8 308 6« 830 Nidda .... Gießen . . . Gießen. . . . Gießen . . . Gießen . . . Gießen . . . Gießen . . . Hungen . . . ab 522 „ 7*o „1255 „ 5'4 Gedern..... Lauterbach . . . Gedern..... Gedern..... Ortcnberg. . . . Lauterbach . . . Gedern..... Oberseemcn . . . Lauterbach . . . Gedern..... Gedern..... 730 1016 505 931 10 M Gießen .... Gießen .... Bad-Nauheim Vilbel .... Gießen . . . . Gießen . . . . Gießen . . . . Gießen .... Gießen . . . . Bad-Nauheim 8oo 133 7» Butzbach-Ost. Butzbach-Ost. Oberkleen . . Butzbach-Ost. Oberkleen . . Butzbach-Ost. an 5*3 „ 7** „ 102* „ 2'° „ 357 „ 656 an 6S2 „ 805 1139 310 „ 607 „ 717 , 80’ urt. . urt. . urt . . urt . . urt. . urt . . urt. . 458 5» 607 629 858 120 413 631 718 Gießen . . Gießen . . Lauterbach Alsfeld . . Gießen . . Gießen . . Gießen . . Alsfeld . . Alsfeld . . Alsfeld . . 557 520 937 727 7*5 852 722 1226 12*5 4*5 6'0 729 119 455 8*5 Oberkleen. . Griedel . . . Butzbach-Ost Butzbach-Ost Oberkleen. . Oberkleen. . 1055 755 755 930 538 5-7 624 715 w w D BP W Friedberg. . . . Friedberg. . . . Friedberg . . . . Friedberg. . . . Friedberg . . . . Friedberg. . . . Friedberg . . . . an 735 „ loo , 316 „ 605 „ 920 633 6-8 1225 1*3 215 636 412 601 1004 921 1039 638 950 und w s Hanau Hanau Hanau Hanau Hanau Hanau Hanau ab 650 „ 12io „ 232 , 520 • 8*2 5*3 5*2 12r,< 256 308 540 725 an 635 74* „ 92* „ 1219 „ 524 „ 1258 „ 330 „ 53* „ 7-3 „10-4 Lich ... Grünberg Lich . . . Queckbortt Lich ... 5-7 726 811 237 611 914 539 4 49 9'5 130 203 215 323 5'5 712 8™ 931 927 1110 140 2*6 440 7M 749 535 819 2*6 400 500 7*8 42 53i 816 151 1*3 434 „ 7*6 „ 906 „ 736 „ 953 „ 8*5 „102 „ 112 „ 11*2 „ 11” „ uz sl Kodlenz . . +ttßoblen3 . . S Albshausen Limburg . . • An Werktagen ab 514 „ ß30 „ 658 „ 8*o „11“ „ 3'5 „ 347 „ 533 „ 637 „ 651 „ 812 „1030 Gießen Gießen . . . Gießen . . . Gießen . . . Gießen . . . Gießen. . . ab 610 „ 7-5 „ins „ l'b „ 7'6 ab 555 „ 6*6 „ -747 1°8 „ 205 „ 605 Lich....... Butzbach-West. . Butzbach-West . Butzbach-West . an 900 , 205 , 411 „ 700 „ ioEj 75* 620 706 751 H57 426 733 751 837 1107 ab 820 „ 120 . 330 „ 620 . 1010 429 1*7 6*5 8*2 ab 512 ' 515 „ 522 . 6*7 „ 658 „ 714 727 " 758 " 857 „ 904 „ll*5 „ 1»1 „ 225 „ 4-5 , 502 „ 605 . 752 „ 801 - 915 „ 922 Gießen. . . Gießen . . . Gießen . . . Gießen . . . 'Gießen . . . Nur Sonntags. 649 935 425 853 yvj an 4« , 6» „ 531 „ 633 , 925 , 728 , 6’1 „ 78* „ 822 . 1020 „1020 „1053 235 1208 „ 423 „ 2U . 403 239 " 555 „ 61* 8]o „ 7*1 „ 1018 „ 62 „ 717 „ 1120 „1222 „ 1237 Lich...... Grünberg . . Lich...... Grünberg . . 'Lich...... Queckborn. . an 656 „ 728 „ 805 „ 1021 „ 1058 „ 355 „ 42* „ 355 . 7*7 „ 8*8 65* 830 152 237 720 1002 an 5*1 „ 8*o „ 854 „ 10*0 . 228 „ 5" „ 52* „ 621 30S 339 620 6*5 800 830 92 1018 102 Nil 11*9 Dillenburg Betzdorf . Betzdorf . Köln . . . Köln . . . Dillenburg Haiger . . Herborn . Betzdorf . Köln . . . Wetzlar. . Mücke...... Laubach ..... Ruppertsburg . Mücke...... Mücke...... Mücke...... Mücke...... Ruppertsburg . Laubach ..... Laubach ..... an 709 „ 833 „ 12*o „ 505 „ 822 „ 9™ ab 528 „ 5*5 622 7*2 654 „ 720 „ 732 , 8*3 „IOK an 630 „ 522 „ 604 „ 723 „ 723 „ 6-2 , 641 700 “ 902 , 721 „ 8*1 „ 912 „ 847 „1005 „ 1110 , 1205 , 131 „ 2*« „ 1239 „ 21$ „ 501 407 ’ 510 „ 6*2 „ 744 „ 6-1 „ 7*Z „ 9*5 „ 752 „ 837 „ 955 „ IO« „ um „1112 „ 1112 „ 10*8 3*3 511 512 520 6*6 700 713 1008 1107 1209 12*5 123 125 222 352 513 536 620 7-» 822 5*2 7 06 815 110 432 559 625 625 803 724 7*8 807 832 805 1013 122* 102 101 224 208 330 303 359 332 338 609 6'7 643 621 750 619 752 726 75* 811 926 950 1225 221 237 515 528 617 821 8*s 9H 1009 H 902 „1050 „ 238 „ 82 „ 1011 . „ 9*2 . „1022 - „10™ • „ 10*1 vor Sonn- ab 4*2 „ 5-1 „12-o 400 506 63* an 757 „ 1218 „ 713 „ 9*1 „ 0*3 „ 420 „ 929 „ 7-1 ' „ 826 „ 735 '.1220 „115* an 6<4 „ 726 „12« „ 5-3 „ 6-6 „ 822 „ 8-1 an 932 „ 9-7 „ll*o „ 200 „ 318 „ 5io „ 731 „ 812 635 632 812 816 1230 310 535 6*8 7 ü 803 8*2 10*6 „ 918 „10-8 „ 9^1 „ 1126 . . an 609 . . „855 . - „ 225 . . „ 818. ab 437 « 512 „ 65« „ 6-5 11» „ 1213 , 231 „ 4-0 « 457 „ 450 „ 620 „ 8-7 w w S W s w W Hungen—Friedberg ... ab 4®2 Friedberg . ... „ 639 Friedberg . Betzdorf..... Köln....... Wetzlar..... Haiger...... Köln....... Haiger...... Köln ...... Betzdorf..... Haiger...... Dillenburg . . . Eitorf...... Dillenburg. . . . 533 Hungen . . . 6*2 Gelnhausen . 10*1 Hungen . . . 238 6>9 6?5 734 8*6 912 1000 10-2 124 139 318 4-4 712 651 850 842 9*1 1112 1112 1207 1216 ngen . Hungen . Villingen Hungen . Hungen . Laubach . Hungen Hungen . Hungen . Hungen . ' Lollar . ' Lollar . ' Lollar . 'Lollar . "Lollar . ' Lollar . Philippstein . ab 8*6 Braunf.Staatsbhf. 1025 Braunf.Staatsbhf. 6*5 1212 2-2 558 735 809 BP Gießen . . f-Friedberg ch^Gießen . . D Gießen . . Som 1.10.—31.5. Werktag» mit Ausnahme an Verklagen vor Sonn- und Feiertagen. üb 305 „ 5« „ 514 „ 53* „ b»7 „ 5*1 „ 623 7*° " 809 „ 8U „ 852 „ 9-5 „102* „ 1026 „ 1232 „ l*9 „ 20) 231 * 358 „ 430 „ 550 „ 602 „ 615 „ 6*5 703 '1022 „102! „1052 Lich .....ab Btitzbach-West „ Lich......„ Butzbach-West „ Butzbach-West „ 'Butzbach-West „ an 5<2 „ 72« „ U 5* „ 520 „ 7M Vilbel....... Vilbel....... Vilbel....... Vilbel....... Vilbel....... löckheim. Stockheim . . . . Heldenb.-Windeck. Stockheim..... Stockheim..... Stockheim..... Stockheim..... Stockheim. . . . Alsfeld. ... ab 512 XVB.-u.N.-Gemünden „ 6--' Fulda....... Alsfeld...... Grünberg..... Fulda....... Fulda....... Fulda....... Fulda....... Fulda....... Grünberg..... B.-u.N.-Gemünden Fulda....... Fulda....... Fulda....... Grünberg..... Gießen—Koblenz. " Vorn 5. 6 —30 9, 1.5.-14.5. * An Werktagen vor Sonn- und Feiertagen. Feiertagen ngctt—(Lillingcll-NnvPMsburg)—Mücke. 4 06 422 810 207 625 Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Wetzlar Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen . . . Wetzlar . . . Gießen . . . Gießen . . . Weilburg . . Limburg. . . Wetzlar . . . Gießen . . . Limburg. . . Wetzlar . . . Gießen . . . Gießen . . . Wetzlar . . . Villmar . . . Limburg. . . Gießen . . . Gießen . . . Wetzlar . . . Gicszen . . . Limburg. . . Gießen . . . Limburg. . . Limburg. . . Wetzlar . . . Weilburg . . und Feiertagen. W W W Wetzlar . . Wetzlar . . Wetzlar . . Wetzlar . . Wetzlar . . Wetzlar . S BP 405 4« 527 5M 5« 5-2 617 6*i 6*4 731 802 8*1 9?7 9*2 955 1252 1283 103 2*5 327 3-3 536 538 739 7*6 802 831 8-2 949 95» 10221 1040 Fulda . . . "Mücke . . . W Großenlüder W Fulda . . . Fulda . . . W Fulda . . . Fulda . . . 'Fulda . . . "Fulda . . . 12*5 135 239 248 330 3*5 422 444 512 524 5-2 54* 6-1 710 736 730 7*2 838 90. 1015 10.5 10£ 11*4 „ 1135 „ 213 „ 426 „ l32 „ l*ß „ 409 « 556 „ 033 „ 548 „ 825 „ 926 .. H 22 „U2Z „1112 „ 10** „ 1112 55£ 726 625 936 310 7_ 9-2 Lollar . . Marburg. Marburg Marburg. Lollar . . Marburg. Lollar . . Marburg. Marburg. Marburg. Marburg. Lollar . . Marburg. Marburg. Lollar . . Marburg Marburg Marburg Marburg 8M 1121 532 700 317 55* 719 und Fulda .... „ 9-o Nur an Werktagen au6er Feiertagen. Nidda . . . . Hungen. . . . Gelnhausen . Hungen . . . "Gelnhausen . Gelnhausett . Gelnhausen . Dießen ..... Gießen..... Friedberg .... Bad-Nauheim . Gießen ..... Gießen ..... Vilbel...... Gießen..... Gießen ..... Dießen...... Vilbel...... Gießen ..... Friedberg . . . . Gießen..... Gießen ..... Friedberg . . . . Vilbel...... Bad-Nauheim. . Gießen...... Gießen ..... Vilbel...... Gießen ..... Groß-Karben . . Gießen ..... Dübel...... Friedberg. . . . Vilbel...... Gießen..... Bad-Nauheim. . Dießen . . . . Bad-Nauheim . Gießen ..... Gießen . . * . . Gießen ..... Friedberg. . . . Gießen ..... W s Frank 1 Frank Frank 1 Frank Frank ■ Frank Frank Frank Frank Frank 658 701 930 25* 5*6 728 752 9*6 Hanau .... ab Heldenb.-Wind.„ Hanau...... Hanau...... Hanau .... „ Hanau .... „ Hanau .... „ Hungen . . . Hungen . . . Hungen . . . Laubach. . . Hungen . . . Hungen . . . \ 1 igen . . . Hungen . . . 522 922 251 7 46 650 733 920 211 531 6*1 737 Hanau .... „ 8*j Friedberg.......9£ Werktags außer den Werktagen vor Sonn- und Fetsrtagen, Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen. Gießen . Gießen. Dießen. Gießen. Gießen . Gießen . Gießen. Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Bieber . . . . Bieber . . . . Bieber . . . . Bieber . . . , 'Lieber . . . . * Nur Sonntags. 155 527 6'3 6*2 816 82* 9*3 10'9 1232 Frank urt . . Friedberg . . Frankfurt . . Friedberg . . Frankfurt . . Frankfurt . . Frankfurt . . Frankfurt . . Frankfurt . . Som 5. 6.-31.8 So n 1.9.-31. 6. D.-U.N.-Gemd. W B.-U.N.-Gemd. 'D.-u.N.-Gemd. "B.-u.N.-Gemd. S B.-u.N.-Gemd. • Nur an Werktagen vor Sonn, und Feiertagen. • • Nur werktags auszer den Werktagen vor Sonn-u. Feiertagen. Braunfclö-LtaatSbahnhof—Philippstein. \V Frank W Frank Gießen . . . . Friedberg . . W Vilbel W 'Sad-Naubeim ^'"Bad-Nauheim Nur an Werktagen vor Sonn- und____ , Nur werktags, außer den Werktagen vor Sonn- Gießen ......an Gießen ....... Gießen....... Gießen ...... „ Gießen........ Londorf....... Griinberg—Lich—Butzbach-West Butzbach-West . . 4'8 5u 644 818 1*7 6*3 953 'Gießen.... Groß-Karben Vilbel .... Gießen .... Groß-Karben Dießen .... Gießen .... Bad-Nauheim Vilbel .... Gießen . . . . Gießen. . . . Friedberg . . Dießen . . . . 'Bad-Nauheim Gießen . . . . Gießen . . . . Vilbel . . . . B.-Nauheim-Bnübach-Ost-Oberkleen. — -■ - ---- - — *• " 618 Haiger . . „ Werktags mit Ausnahme Friedberg—Hungen Friedberg . . ab 5*6 Hungen . . Friedberg Brauns Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. urt (IDeft) . rankfurt ..... Friedberg Frank' • Nur an Werktagen vor Sonn« und Feiertagen - Nur werktags auher den Werktagen vor Sonn. u. Feiertagen. Nur Mittwochs und Samstags Stockheim—Bilbcl. Wetzlar ... ab Wetzlar . . . „ Wetzlar . . . „ Wetzlar ..... (tntmiirf hpa 'Tabrolans der (Eifenbahnblrehtlon Frankfurt a. M. liegt nunmehr vor. Wir bringen nachstehend eine Uebersicht der Züge, die für Gießen und Oberhessen besonders in Frage kommen. Dle I^t"/ o!n 6 UH? abend, bis 5.59Uhr morgens sind, wie üblich, in den Mlnutenzahlen unterstrichen. Sonstige Abkürzungen: D = v-Illge. 8l>^Beschleunigte Personenzüge. VV - werktags. 8- Sonn- u feiertags. Laubach ... ob 511 Mücke .... ,7*5 Ruppertsburg . 82* Mücke.....HW Mücke.....123 Mücke .... „ 4=6 Ruppertsburg „ 4'6 Mücke......506 Vuhbach-Wcst—Lich—(tzriinberg. ' "" (Brünberg.....an 707 W Kirchhain . . ab Kirchhain . . „ W Ndr.-Ofleiden „ W Kirchhain . . „ Kirchhain . . „ Kirchhain . . „ Stockheim . . ab Stockheim . . „ Stockheim . . „ Stockheim . . „ Stockheim . . „ Bilbcl Jeienagen. ® icfjc|,_5.ul!)a Londorf ... ab Grünberg . . „ Londorf . . . „ Grünberg . . „ Grünberg . . „ Grünberg . . „ Don Wetzlar täglich ••• Dorn 6.6.—30. 9. t An Werktagen vor Sonn- u. Feiertagen Ankunft tSietzen 2.28. ft Dorn 5.6.- 30. 6. und vorn 16.9. an. ftt Dorn 1.7.-15, 9 Gießen-Köln. Kirchhain.....an 758 Kirchhain...... ll*9 Nieder-Ofleiden. . „ l-« Kirchhain...... 912 Kirchhain...... 938 Kirchhain...... 102* ""Lauterbach S Gedern. . Nidda—Friedberg. . . . ab 5io Friedberg. . . . „ 6-i Friedberg. .....10*7 Friedberg. .....425 Friedberg. .....6*2 Friedberg . Friedberg—Nidda. Gießener /lnzeiger liebe wohl und antworte mir umgehend. Es grüßt Dich herzlichst Leitartikel der 7. Sortierung (Nachdruck verboten.) Dein getreuer Sascha. .Chicago Tribüne*. Feuer am Nordpol. Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Von Karl-August von Laffert. „Feuer am Nordpol." Am heutigen Tage erschienen zum ersten Male die Aktien der Nooa-Thule-Gesellschaft auf unserer Börse, die einen förmlichen Run verursachten, so daß das angebotene Material binnen kurzem vergriffen war. Ungewöhnlich starke Kurssteigerungen, über die wir im Börsenteil näher berichten, waren die natürliche Folge. Wie unseren Lesern bekannt sein dürfte, ist Mr. Aladar W. Gould einer der beiden amerikanischen Direktoren jener Gesellschaft. Von ihm erbaten und erhielten wir interessante neue Aufschlüsse über jenes seltsamste Industriegebiet der ganzen Welt. Mr. Gould teilt uns folgendes mit: „Die eisstarende Todeswüste am Nordpol hat ihr Ende erreicht, besiegt durch die Leben schaffende, erwärmende Kraft des Feuers. Was vor wenigen Jahren noch unmöglich erschien, wurde eMe auch die kühnsten Erwartungen übertreffende Wirklichkeit, heroorgerufen durch die ingeniöse Tatkraft einiger weniger beherzter Männer. Ohne das Feuer birgt ein auch nur vorübergehender Aufenthalt im Gebiete des Nordpols ständige Lebensgefahr. Jetzt ermöglichen die aus langem Dornröschenschlaf erweckten Naturkräfte nicht nur die Errichtung einer starken Industrie in jener Todesgegend, sie sind auch imstande, einen gewaltigen Ueberschuß an Kraft abzugeben, der demnächst halb Amerika zugute kommen wird. Mit Rieseneile, mit unbändiger Energie und einer Verachtung der Kosten wird dort oben gearbeitet, die etwas direkt Amerikanisches an sich haben. Höchste Zeit war es, daß auch wir den Anschluß fanden, wo der Betätigung unserer Techniker und Ingenieure noch der größte Spielraum harrt. (Fortsetzung folgt.) Die Möglichkeit dazu ist gegeben, (im großer Teil der russischen Arbeiter und Angestellten in Nova Thule ist mir und Rußland treu ergeben. Sie bilden eine im geheimen fest gegliederte Mannschaft, die bereit ist, auf einen Wink von mirtzuzufassen. Es bleibt nur noch zu erwägen, ob wie diesen Gewaltakt so lange verschieben sollen, bis der im Beginn des Frühjahrs zu erwartende französische Angriff stattgesunden hat. Ausgeschlossen ist es nicht, daß Frankreich überhaupt von Gewaltmaßnahmen absehen wird, sobald die deutschen Führer abgesetzt sind. Andererseits könnte die Verteidigung Nova Thules gefährdet werden, wenn nach der Beseitigung von Sanders und Nagel alle übrigen Deutschen das Land verlassen sollten. Diese Dinge lassen sich aber mit Sicherheit nur an Ort und Stelle beurteilen, und dazu bedarf ich Deiner Mitwirkung. Wundere Dich nicht, daß ich gerade Dir ein solches Spiel vorschlage. Ich tue es mit vollster Einschätzung Deines Charakters. (Du siehst, wie offen ich bin.) Ich weiß, daß Sanders Dich lieble und später verließ, und muß Dir gestehen, daß ich zu Beginn unserer Ehe erwartete, Du würdest die alten Beziehungen zu Deinem Freunde wieder aufnehmen. Durch genaue Beobachtung von Euch beiden gelangte ich aber zu dem Schluß, daß er Dich aufs tiefste verachtet, während Du ihm mindestens nicht sehr rosig gesinnt bist. Es müßte Dir also immerhin eine gewisse Genugtuung bedeuten, den etwas allzu übermütigen Herrn von seiner Höhe zu stürzen. Sollte ich mich nicht in Dir getäuscht haben, so mache ich Dir den Vorschlag, demnächst wieder hierherzukommen. Wir können dann Weiteres bereden. In nicht allzuferner Zeit muß ich aber nach Nova Thule reifen, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Willst Du mir Deine Unterstützung leihen und mich begleiten, so halte ich das Spiel bereits für halb gewonnen. Aber auch ohne Dich würde ich bald den Versuch machen. unsere neuen Anlagen hier und in Uralsk zeigen könnte. Auch von einer größeren Besichtigungsreife nach Archangelsk und weiter nach Nova Thule wolltest Du nichts wissen. Und dabei hatte ich Wichtiges mit Dir zu besprechen. Ich bat Dich daher wiederholt, mir wenigstens einen Besuch bei Dir in Saratu zu gestatten. Du lehntest ohne ersichtliche Gründe ab. So muß ich Dir schriftlich auseinandersetzen, was ich lieber persönlich besprochen hätte. Dein ehemaliger Freund, der Präsident von Nova Thule, Herr Sanders, macht mir Sorgen. Er scheint ein wenig an Größenwahn und Selbstüberhebung zu leiden und vergißt, daß er schließlich doch nur ein Geschöpf von unseren Gnaden ist. Zunächst hat er sich, entgegen den mit uns getroffenen Abmachungen, eine Schutztruppe geschaffen, die fast ausschließlich aus Deutschen besteht. Nominell gehört auch eine größere Anzahl Russen zu dieser Truppe, doch werde sie allmählich und systematisch ausgeschaltet. Auch die Beamten und Angestellten der Gesellschaft sind fast ausschließlich Deutsche ober unzuverlässige Russen, die sich durch Versprechungen von Sanders gewinnen ließen. Die Volkskommissare sind bereits argwöhnisch geworden und drohen mir, falls ich es an der nötigen Achtsamkeit fehlen ließe. Nun hat Sanders, iynter dem natürlich auch mein verehrter Geschäftsfreund Hagen steckt, im geheimen einen Vertrag mit Amerika abgeschlossen, wonach die Hälfte des gesamten Aktienkapitals der Gesellschaft in amerikanische Hände übergeht. Uns gegenüber begründete er die Sache damit, daß man nur auf diese Weise unser Unternehmen gegen Zugriffe der Franzosen zu schützen vermöchte. Für mich wurde nun die Frage brennend, was da zu tun ist. Natürlich will ich versuchen, mich zunächst in Frieden mit Sanders auseinanderzufetzen. Gelingt das aber nicht, dann dürfen wir auch vor gewaltsamen Mitteln nicht zurückschrecken. Der dadurch erreichte Vorsprung kann fo schnell nicht aufgeholt werden und würde den betreffenden Staat, wenigstens für eine gewisse Zeit, zur militärischen Vormacht der Welt erheben. In diese glückliche Lage gelangen wir durch den vorliegenden Vertrag, dessen baldige Unterzeichnung daher dringendes Erfordernis ist. Denn in den Händen der United States wird dieses starke Kriegsinstrument niemals zu imperialistischen Forderungen oder zur Knechtschaft eines anderen Volkes aus- genutzt werden, sondern nur zur Erhaltung des Weltfriedens und der ausgleichenden Gerechtigkeit. 2. Brief ©tratoffs an Linda. ' Kalmikowskaja, den 14. Januar. Liebe Linda! Es sind jetzt bereits zwei Monate seit Deiner Abreise nach Saratu vergangen. Eigentlich eine etwas lange Trennungszeit für ein jungverheiratetes Paar, selbst wenn es in einer fo modernen Ehe lebt wie wir. Du kannst Dich nicht beklagen, daß ich unsere Abmachungen irgendwie gebrochen hätte. Ich fühle aber bereits feit längerer Zeit, daß Dein Interesse an meinen Unternehmungen zu schwinden beginnt. Wärst Du eine Frau wie die Mehrzahl, ober lebtest Du in einer engbegrenzten, altmobischen Ehe, dann würde ich vermuten, daß ein neue Passion dahintersteckt. Da Du aber über Deine Neigungen stets völlig unbehindert verfügen kannst, so muß ein anderer Grund oorliegen. Schon mehrfach bat ich Dich, einmal wieder nach Kalmikowskaja zu kommen, damit ich Dir 5631D Feuerwerk usw 5634c Bullenverkauf. Die Gemeinde Climbach verkauft einen schweren, abgängigen Bullen im Submissionsweg. Angebote in Reichsmark auf Lebendgewicht per Zentner können bis zum Dienstag, den 9. Zuni, nachm. 4 Tlhr, in verschlossenem, mitAusschrift versehenem Umschlag abgegeben werden. Die Bedingungen werden vor der Eröffnung bekannt gegeben. Climbach, den 3. Juni 1925. Bürgermeisterei Climbach Stein. Hotel-Restaurant Hindenburg Heute und morgen abend 8 Uhr: Künstler-Konzert ausgeführtvon der Kapelle des Cafe Astoria Wem MWel-Nel« IM ..................................................iiillliiiiuiiiiiiiiiilliillllhllllllllllllinilllHIIIilllilillllllhlllllllllllllllllllllllllllillllillllllliil Am 6., 7. und 8. Juni 1925 40. Stiftungsfest Samstag, 8 Uhr abends, Liebigshöhe: Begrüßungsabend. Konzert der Kapelle Topp, Gesangsvorträge des Gesangvereins Heiterkeit, Bannerweihe usw. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, Liebigshöhe: Meisterschaften des Landesverbandes „Hessen" im Saalsport. Konzert, Tanz, Preisverteilung. (8 Uhr vormittags Beginn der Dorwettbewerbe.) Straßenrennen: Landesoerbandsmeisterschaft des Landesverbandes „Hessen", 186 Kilometer. Start 6 Uhr vormittags Rodheimer Stxaße (Feldschlößchen), An- Kunst 12y2 Uhr mittags Schützenhaus. 11 Uhr vormittags Eintreffen der Wanderfahrer und Begrüßung auf dem Oswaldsgarten. Anschließend Abfahrt mit Musik nach dem Ziel des Straßenrennens (Schützenhaus). Montag, 3 Uhr nachmittags, Liebigshöhe: Jugend-Wettbewerbe im Reigenfahren, Radball usw-, Kinderspiele mit Geschenkverteilung, Konzert, Tanz. 10 Uhr abends Beleuchtung der Liebigshöhe, großes Brillant- Für die Ferientage und Reisezeit feinfädigeWare, mit Hohlsaum 4 QC und Valencienne.....2.90, I.UU 8.90 1.35 2.50 Russenkittel, gute Qualität, extra preiswert . . . Größe 50 Südwester weiß Pikee......... . Hemdhosen festes Hemdentuch, mit Hohlsaum und Stickerei . . . 3.90, Untertaillen Prinzeßröcke feste Qual., mit Hohlsaum, 4.50, farbig Panama......... Damen-Sportwesten gute Qual., in schönen Farben sortiert, extra preiswert . . . . Kinder-Socken in großer Auswahl — Hüftenhalter und Reformleibchen in allen Weiten — Sämtl. Badeartikel in großer Auswahl empfehlen wir: Damen-Wäsche Trikotagen Herren-Unterhosen makofarbig........2.75, Herren-Unterjacken makofarbig........... Herren-Netzjacken makofarbig . . 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Ab heute bis einschließlich Sonntag Geschmeidig, in prächtigen Gewändern, schelmisch, kokett verführerisch und ränkevoll, , flirtend, betörend — das ist Mary Pickford — der Liebling der Männerund Frauen zugleich, die ungekrönte Filmkönigin der Welt. Orlglnalantnahmsn in der spanischen Stadt Toledo, der spanischen Schlösser und Paläste; spiegelnder Glans der alten spanischen und maurischen Baukunst, wieder vervollst d Außenbilder voll malerischer Schönheit, Heute letzter Tag: Oas große weiße Schweigen (Kapitän Scotts Todeslabri zum Südpol). Dazu: „Er“ heilt die Dlcndsttchtlge, Groteske mit Harold Lloyd. Ab morgen, nur Freitag. Samstag, Sonntag: Rosita,dieStraßensängerin Eine spanische Romanze in 6 prachtvollen Akten. Hauptdarstellerin: Regisseur: Deutschlands Astoris-Lichtspiele SeltersvVeg Maharadscha Ein Film von dem heißen Boden Indiens in 5 Akten. — Ferner: Außerdem: Chaplin als KeSlner Tolle Groteske in 2 Akten. auf derJagd nach dem Glück Mi$* frisch ».gerädert treffen heute und morgen zum billig- sienTaaeövreisein Hamburger FiscMi]. A. Koeh Nachtlgr. 10 Schulstraße 10 Telephon 1612. (moc Habe meine Danrerr- schireiderei ab 1. Juni wieder angefangen. 04867 Frau Ma Wir geb. Muth 5 Kaiserallee 5. Unterricht in Näb und Hand- arbeit.Weihnäben Klcideransert.nebst Zuschnciden w. er» teilt von akademisch ncbllb Dame. 01860 Stepbanstr. -13 I. Der Verkehrsverein e. V. dahier, der bereits vor dem Kriege auf die Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern und Balkons hingewirkt und Prämien zur Verteilung gebracht hat, veranstaltet auch in diesem Jahre und zwar Anfang Juli er. einen Blumenldimuckweftbewerb Die Bürgerschaft wird aufgefordert, möglichst bald mit der Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern u. Balkons zu beginnen und Einrichtungen zu treffen, daß die Blumen sich von Ende Juni er. an in voller Pracht entfalten. Für besonders schönen Blumenschmuck, auch wenn er mit den einfachsten Mitteln hergestellt worden ist, werden eine größere Anzahl Preise zur Verteilung gebracht. Die Prämiierung findet am 4. Juli er. statt, die Veröffentlichung der Preisträger erfolgt durch den Gieß. Anzeiger. Weitere Auskunft erteilt der 2. Vorsitzende des Unterzeichneten Vereins,Stadtverordnet. Kirchner,Schiffenbergerweg 16. Der Vorstand des Verkehrrvereins e. v., Gießen. Ätzung entjchul SP gehandel tut w ion Brenta iher bereit, in 1 machen. Äbgeordm xichierstaüer d gungen gegen t der bekanntlich fäflungen btn ium Sc ; fauch Hesse passiven W Hai. Qn Hessen schlagen worden 1923 fiaft. 3m lammenden Le himmelsbach i sich mit der hes letzt hatte. Ls ist nun bk gierongvon । dach mit der Le Md welche Stell aoröent^ Ion unserer ■ Larin stal Hsschuß des ?« $ Falles stnu Mag im chmc yer im Landin Mehörenden 21 cis Zeugen, fiaft Naab «Mienen. Fern Zorftbeamte an tach war oert isimmelsba. Prokuristen de Zoerne und Zerhandlungen i Muern. Den Borfitz Geordnete 6d hieraus a Ministers laß er von d letzten Winter Nfirmen sich klagt hätten, i für den hc biet erlangt 1 heil dem Gesa lause der späte 'eme Art Ehrer lM mitgetei Mrde sich in ^r Reichsregie ?>e weitere E 'orstrat Kall, Hgt habe, c ^rden wegen wurde mar Zechender N c Wer der Fst 'Wer sei n [Un9 habe es " Firma mit ^nehmen. I, Men Wider Allche Minist L nQt iU e JI*.ta9e Der. 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