Er. 80 Erster Blatt 175. Jahrgang Zamrtag, 4. April 1925 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prarf an> Otrlagj BrS^t UnIvkrs!cs dürfte der Sozialdemokratie nicht nur die Stimmen wieder kosten, die beim ersten Wahlgang i’tm Kommunismus zu ihr gestoßen sind, das durfte vielmehr auch auf die Kreise nicht ohne Eindruck bleiben, die schon vor ■ dem 29. März dcn linken Flügel der Partei darstellleu. Also, «Mz so glatt geht die Rechnung noch nicht auf. ^td so war ä denn auch erWrlich, daß man Herrn Dr. Marx heute in der Wandelhalle des Reichstages immer wieder in eifrigem Gespräch M den Abgeordneten der Lirrken sah, die offen» doch noch Bedenken haben. Aber trotz dieser «denken und aller Schönheitsfehler kann man y Einigung im Lager der Linken jetzt wohl ^vollzogen ansehen, sie braucht nur noch offiziellen Stempel, den sie voraussichtlich 01 Sonntag bekommt. Damit ist die Lage für den bevorstehenden ftoeiten Wahlkampf im Reich, unter dem Ge- Mtswinkel der Rechten gerei?cn, bedeutend ‘‘.a tc t geworden. Aus der Rechten war man V eigentlich von vornherein darüber einig, M für den zweiten Wahlgang nur Herr •Jt Jarres aufgestellt werden kann, llnö wenn Cnt^ ^dere Ramen aufgetaucht sind, so 9806 das doch nur untergeordnete Bedeutung und war meift sogar von links her lanciert, um Verwirrung im anderen Lager zu schaffen. Es ist denn nun auch anzunehmen, daß bis zum Samstagabend die Kandidatur Jarres für den zweiten Wahlgang vom Reichsblock offiziell proklamiert fein wird. Herr 3arreS geht frei und offen in diesen zweiten Kampf, aber sein Hauptgegner ist durch das, was heute im Landtag vor sich ging, mit dem wenig erfreulichen Kennzeichen des Kuhhandels belastet. Eimgungsversuch des Kanzlers. Eine Hammelfanbibatut Timons gescheitert. Berlin, 3. April. (TU.) Auf Anregung des Abg. Leicht (B. 23p.), der noch einmal den Versuch machen wollte, möglichst viele Parteien auf eine gemeinsame Kandida- t u r für die Wahl des Reichspräsidenten zu vereinigen, sand heute nachmittag eine D e f p r e - chuna beim Reichskanzler Dr. Luther statt. Zunächst waren nur die Parteien gebeten worden, die an einer ähnlichen Besprechung vor dem ersten Wahlgang teilgenommen hatten. Auf Wunsch einiger Teilnehmer dieser Konferenz wurde beschlossen, auch die Sozialdemokraten hinzu- zuziehen. In einer zweiten Besprechung, an der dann alle Parteien, mit Ausnahme der Völkischen und Kommunisten, sich beteiligten, wurde der Vorschlag gemacht, den jetzigen stellvertretenden Reichspräsidenten Simons als Sammelkandidaten aller vertretenen Parteien aufzustellen. Der Vorschlag wurde in erster Linie in der Form gemacht, daß eine Wahl überhaupt nicht stattfinden und auf Grund eines oerfassu ng sondernde n Jnitiatiogesetzes der Reichspräsident von allen Frakttonen des R e ich s t a g e s mit Ausnahme der Kommunisten ernant werden tollte. Für den Fall, daß dieses Verfahren von den Fraktionen a b g e l e h n t werden sollte, sollten sich alle Parteien einschließlich der Sozialdemokraten auf eine S a mm elkandidatur D r. Simons einigen. Es wurde von allen Seiten anerkannt, daß gegen die Perfönlichkett des Dr. Simons nichts einzuwenden fei, daß aber der Vorschlag z u spät komme, da verschiedene Parteien sich schon anderweitig gebunden hätten. Der Vorschlag wurde daraus fallen gelassen. Die Lmkskandidatur Marx. Die Einigung bet Weimarer Koalition. Die Vertreter der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten sind dann zu einer interfraktionellen Besprechung zusammengetreten. Heber das Ergebnis der Beratungen, an denen auch Reichskanzler a. D. Marx teilnahm. wird m den Kreisen der Linksparteien mitgeteilt, das nach einer umfassenden Programmdarlegung des ehemaligen Reichskanzlers und nach einem gründlichen Gedankenaustausch einstimmig beschossen wurde, Marx als Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl aufzustellen. Die demokratischen Vertreter stimmen diesem Beschluß unter dem Vorbehalt seiner nachträglichen Genehmigung durch ihren Partei- a u S s ch u ß, der am Sonntag zusammentritt, zu. 3m Anschluß an die abschließenden Verhandlungen zur Aufstellung der Kandidatur Marx haben gemeinsam 20 Betret er der drei republikanischen Parteien noch am Freitag abend den Antrag zur Aufstellung von Marr an den Reichswahlleiter gerichtet. Diesem Antrag ist ein Schreiben des Reichskanzlers a. D. Marx beigegeben, m dem er sich zur Annahme der Kandidatur bereit erklärt. Berliner Pressestimmen. Zu der Ausstellung Marx' als gemeinsamen Kandidaten der Weimarer Koalition nehmen vorläufig nur wenige Morgenblätter Stellung. Die Rechtspresse ist sich einig darüber, daß sie durch einen Kuhhandel zwischen Zentrum und Sozialdemokratie auf Kosten der Parteigrundsätze zustande gekommen ist. Die „Rotronalpost" schreibt: Mit der Aufstellung Marr zum republikanischen Präsident- schaftsland.daten hat sich das Zentrum völlig in die Hörigkeit der religionsfeindlichen Sozialdemokratie begeben. Die ^D. A. Z." urteilt: Der Verrat an den Grundsätzen der Partei wird sich erst dann gegen seine Urheber wenden, toeim der klare Wille der Zentrumsanhänger im Lande einen dicken Strich durch die allzu Buge Rechnung gemacht hat. Auch die „Zeit" stellt fest, daß Preußen zum Objekt einer Part'ipolirischen Komb Nation gemacht worden ist. die l e d i g l i ch d e n parteipolitischen Zielen der Weimarer Koalition bei der Reichspräsidentenwahl dienen soll. Die „Deutsche Tageszeitung" spracht von einem Verkauf Preußens durch das Zentrum, aus dem noch bedeutungsvolle Krisen entstehen Kirnten. Der „Lokalanznger" schreibt: D e Zentrums- führung hat sich ebenso leichtfertig über die Bedenken und schweren Gewissenssorgen in den Reihen ihrer Wähler hinweggesetzt tote die Führung der Sozialdemokratie über die entgegengesetzten in den Reihen der Genossen. Er vertritt weiter die Ans cht. daß das Geschäft nur unter schweren Opfern des Zentrums zustande gekommen fein kann. Die .Germania" behauptet, solche Angriffe vorausahnend, keine Partei hätte auch nur ein 3o t a von ihrer Selbständ.gkeit und ihrer Unabhängigkeit geopfert. Die fünfte Mmister- präsidentenwahl. Preußischer Landtag. Berlin, 3. April. Präsident Bartels eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Min. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung ein: Wahl des Ministerpräsidenten. Bei der Wahl wurden 432 Stimmen abgegeben. Davon erhieltten: Abg. Braun (So;.) 220. Abg. Peters 170. Abg P i eck 40. ungültig eine Stimme, unbeschrieben ein Zettel. Abg. Braun wurde also im ersten Wahlgang zum preuhisch'M Ministerpräsidenten mit abfcluter Stimmenmehrheit gewählt. Dann setzt das Haus die gemcinsame Beratung der am 28. März 1925 mit Gesetzeskraft erlassenen Notverordnungen fort. Abg. P i eck (Komm.) legt Verwahrung ein gegen die auf ungesetzmäßigem Wege dem Voll aus gezwungen en Rotverordmingen. 3eht versuche man oie Entscheidung des Landtages wiederum zu übergehen oder doch bis nach der Reichs- Präsidentenwahl zu verschieben durch lieber» Weisung der Verordnungen an den Haupt aus- schuß. Braun, der heute zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, habe mit Marx und 3arreS gemeinsam das 715-Milli-oncm-Geschenk an die Ruhrindustrie ermöglicht. Er sei der Mann dcS schändlichsten Arbeiterverrates. Abg. Riedel (Dem.) bezeichnet die Opposition gegen die Rotverordnungen als sachlich nicht ungerechtfertigt. Die Obstruktion habe aber die Verabschiedung wichtiger Gesetze durch Deschlußunfähigmachung d->s Landtages selbst verursacht. So habe b*r Ständige Ausschuß die Aufgabe lösen müssen, über die staatsnotwendigen Entwü"fe zu entscheiden. (Anhaltende Unterbrechungen rechts.) Schließlich sei es soweit gekommen. daß am Donnerstag der Vertreter des ostpreußischen 3unkertums. ^rrr von der Osten, die kommunistischen Stimmen für seine Mehrheit in Anspruch genommen have Er habe auch Gottes Hilfe angerufen. Bis jetzt habe rfber der Gott der Rechten bei den Kommunisten gesessen. Bei diesen Worten fetzt ein brausender, minutenlang anhaltender Protest- sturm der Rechten ein. Die Schluhrufe wollen kein Ende nehmen. Vergeblich versucht Viz'präsident Garnich. der andauernd die Glocke läutet, die Ruhe wiederherzustellen. Der Redner kann nicht weiter sprechen. Schließlich verläßt Vizepräsident Garnich seinen Platz. Die Sitzung ist damit unterbrochen. Die um 3> 'i Uhr unterbrochene Sitzung wird nach einer Viertelstunde wieder eröffnet Vizepräsident Garnich teilt aus dem Stenogramm den Wortlaut der Aeuherung des Abg. Riedel (Dem.) mit und erflärl. er habe die Aeuherung nicht gehört, sonst würde er den Redner s o - fort unterbrochen haben. Hieraus seht sofort bei der Linken und besonders bei den Demokraten und Sozialdemokraten großer Lärm ein. Die weiteren Worte des Vizepräsidenten gehen in dem Lärm verloren. Abg. Riedel (Dem.) seht darauf seine Rede fort und erllärt. die Rechte habe die Hilfe der Kommunisten immer in Anspruch genommen zum Zwecke der Staatsverneimmg. (Hierauf erneut großer 'Lärm. die Deutschnationalen verlassen unter Protest den Saal.) Don dem „dringlichen" Auflösungsantrag der Deutschiuttionalen hört man nichts mehr. Die Herren fürchten nichts mehr als die Auflösung. Sie wissen ganz genau, daß aus technischen Gründen die Reuwahl am 26. April nicht möglich ist. Bedauerlich ist, daß die Deutsche Volks Partei den Weg der Deutsch- nationalen im Ständigen Ausschuß mitgegangen ist. Abg. Herold (Ztr.): Der Ständige Ausschuß ist leichter vollzählig zu erhalten als das Plenum. Daraus ergibt sich schon die Möglichkeit verschiedener Defchlußfassungen Aber die Sachlichkeit der Rotverordnungen ist überhaupt nicht angefochten worden (Der Schluß der Rede wird von dem betäubenden Lärm der Rechten übertönt, wogegen das Zentrum demonstrattven Beifall svendet.) Abg. Ladendorff (Wirtsch. Vg.) erklärt, es habe keine Rotwendlgkelt Vorgelegen, daS Plenum bei der Entschließung über die Rot- Verordnungen auszuschallen. Seine Partei leb ne insbesondere die Erhöhung der Hauszins st euer ab. Sie wolle für den Reubau restlos Verwendung finden. Wo feien aber die vielen Millionen für diesen Zweck geblieben? Seine Partei wolle mit der schwindelhaften Vergeudung öffentlicher Gelder auf räumen. (Anhaltende ilntcrb cdjun- gen links.) 3edenfalls sei seine Partei nicht schuld, daß die Lösung der Krise in Preußen keinen besseren AuSgang genommen have. Abg. Gieseler (Rat.-Soz.) wendet sich unter andauernden kommunistische Zurufen mit großer Schärfe gegen die erlassenen Rotverordnungen, denen jede Verfassungsgrundlage schic, und gegen die sogenannten republikanischen \ ai- teien, die sich als völlig unfähig erwiesen hätten, Preußen zu regieren. Es stehe fest, daß alle sozialdemokratischen Parteifunktionäre an der Spitze der Verwaltung in der ungeheuer- lich sten Weise versagt hätten. Durch ihre ilntoiffenbcit haben sie das Volk und vor allem die Arbeiterklasse immer tiefer ins Elend getrieben. Wir brauchen wieder Fachmänner allerersten Ranges, um das Preußenschi f wieder flott zu machen. Darum lehnen wir jede sozial demokratische Regierung ab und sagen ihr schärf- sten Kampf an. Als der Redner mit dem Wunsche schloß, ein Leutnant mit 10 Mann müsse einmal gründ lich aufräumen, ertönte ein schriller Pfiss links. Zwischen Sozialdemokraten und Mitgliedern de, Fraktion des Redners wurde nur mit Müh< ein allgemeines Handgemenge verhindert. Rach einer Reihe persönlicher Bemerkungen werden die Rot Verordnungen dem HauShalts- auSschuh überwiesen. Rächste Sitzung am 23. April: Die Entgegennahme der Regierungserklärung. Minister Braun hat die Wahl zum Ministerpräsident angenommen. Die Grundschulsrage. Deutscher Reichstag. Berlin, 3. April Auf bet Tagesordnung steht die dritte Beratung des Gesetzentwurfes über den Lcchvgang der Grundschule. Abg. Löwenstein (Soz.) bedauert, daß die Mehrheit des Reichstages die Grundschule in einen Ausnahmezustand versetzen solle. Roch in letzter Stunde müsse gegen diesen Versuch Einspruch erhoben werden, denn er bedeute mchts weniger als die Zerstörung der Einheitsschule. Der Redner legt eine Entschließung feiner Fraktion vor, wonach in den Haushaltsplan für 1925 ausreichende Mittel eingestellt werden sollen, um unbemittelten Kindern ble Zulassung zur höheren oder mittleren Schule wirtschaftlich zu gewährleisten. Ministerialdirektor Kestner vom preußischen Kultusministerium bringt Bedenken b er preußischen llnterrichtsverwaltung gegen den Entwurf vor und weist darauf hin, daß die Aufhebung deS Gesetzes in der jetzigen Form auf große Schwierigkeiten stoßen werde. Solche Erverimente könne man in der Schulfrage nicht machen. Abg. Rönneburg (Dem.) beantragt angesichts der Erklärung der preußischen Unter* richtsveiwalutng, die ganze Materie zur nochmaligen Beratung an den Ausschuß zu - rückzuverweisen, da die Gefahr bestehe, daß der Reichstag gesetzliche Maßnahmen treffe, deren Auswirkungen sich noch nicht übersehen lassen. Der Antrag auf Zurückverweisung wird mtf knapper Mehrheit abgeleh n L 2lbg. Rheinländer (Z.) hält an dem grundsätzlichen Standpunkt des Zentrums fest, daß die vierjährige Grundschule erhallen bleiben müsse, daß aber jedes Kind seiner Begabung entsprechend zur mittleren oder höheren Schule müsse übergehen können. Der grundlegende § 1 wird darauf angenommen. Abg. Schreck (Soz.) bittet nun, den 3n- nenminiftet zu fragen, ob er nicht das Wort ergreifen wolle. Vizepräsident Graes entgegnet, daß dies nicht zu seinen Befugnissen gehöre. Wenn der Minister sprechen wolle, werde er sich schon selbst melden. Geheimrat G u e r i s ch weist daraus hin, daß mit den Ländern in Verbindung getreten wird, um eine Vereinbarung darüber zu erreichen, in welcher Weise die Beschlüsse des Reichstags zur Aus'ührung gelan/ren sollen. Der Reichsrat habe noch lerne Stellung genommen. § 2 wird angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes. Die Entschließung der Sozialdemokraten wegen Bereitstellung von Mitteln für unbemittelte Schuklin der wird dem HaushaltSausschuß übertoiefen. Die Schlußabstimmung des Gesetzes ist namentlich. Für die Vorlage stimmen die Deutschnationalen, die Deutsche und die Bayrische Dolkspartei. bas Zentrum, die Völkische unb die Wirtschaftliche Vereinigung. Zu den Gegnern der Vorlage gehören Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten. Das Gesetz wird mit 239 gegen 157 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Darauf wird die Aussprache über das Wohnungswesen, die den Reichstag bereits w mehreren Sitzungen beschäftigt hat. fortgefetjt Abg. Tremmel (Ztr - fordert eine entschlossene Förderung der Bautätigkeit. Der Redner verweist besonders auf \e Rot der besetzten Gebiete. 3n erster Linie müssen kleine Leute berücksichtgt werden u-ö solche, die bereit lind, mit eigenen Mitteln und mü eigenen Kräften unter Mitarbeit der Familienmitglieder ein Haus zu errichten. Darauf wird die Beratung abgebrochen. 15 Sebühr für bttart Ki Wird viel die in te gefordert und Ji >e= en in Veränderungen unterworfen. Sin zu einem gra ^eranverungcn um«ivuL|tn. >»ui oc» tm cd fjen Zhtlonen-Systern gehöriger Wirbel ruckt \7’MQ{e ” schneller als erwartet gegen das Festland vor. rj Hansen Ein -wischen dem abgezogenen und dem heran- '.„W ziehenden Fallgebiet liegender Hochdruckrücken Ä tierf|..c kommt nur gan; kurz zur Auswirkung, so das) 3u Qtnifl'29*J der Witterungschanckter weiterhin unbeständig »Uss h(w bleibt. . nHbtnai«. 31. 2 Sb Dt Bereits vor vollendeter ßabui land der tMfW} dünge rm. Auslandstelle organisiert. Es kommen besonders die grosten wirtschaftlichen Ausbildungsstatten in Boston und Washington in Betracht. Die Verhandlungen werden durch Vertreter der Fakultät an Ort und Stelle geführt. Grundsteinlegung eines Einstein-Instituts. Jerusalem, 3. April. (WLB.) Heute nachmittag wurde auf dem Grundstück der Hat» versität in Anwesenheit Lord Balfours durch Sir Herbert Samuel der Grundstein eines Einstein-Institutes für Mathematik und Physik gelegt. Die Feier war kurz und einfach. Sir Arthur Schuster las die GröffnungS-- d e n k s ch r i f t ob. Darauf hielt Weizmann eine Rede. Sir Herbert Samuel legte den Grundstein. Ein Protokoll der Feier wurde aus Pergament geschrieben und, von Balfour. Sir Herbert Samuel und Weizmann unterzeichnet, unter den Grundstein gelegt. Las japanische Marineamt kündigt den Dau von 22 Kriegsschiffen ml einer eine G e s am t s i tz h. aller Parteien, di_____ stützen, stattfinden, um die Haltung gegenüber der Finanzreform, die am gleichen Tage der tags aufgenommen worden. Heber das Ergebnis ist noch nichts bekannt. Schwere Explosion In Arnstadt. jÄammer unterbreitet werden soll, zu bestimmen. DaS Schicksal de- Kabinetts Herriot wird sich jbi der nächsten Woche entscheiden, Wem? der u n g aller vier Gruppen, d. »ie das Kabinett Herriot unter- zur Arbeit ist wieder stark, die Erkenntnis, da- wir nur durch tüchtige Arbeitsleistungen wieder hochkommen, hat sich Dahn gebrochen, man hat Seelenstärke bewiesen, indem man sich seelisch von einem tiefen Falle wieder erholt hat und mutig in die Zukunft schaut. Dem steht jedoch vieles, was unerfreulich ist. gegenüber. Ganz im Widerspruch zu chrer Lage führen die Deutschen der Gegenwart gern ruhmredige Worte im Munde. Ansere Vorfahren waren wortkarg, die großen Männer der deutschen Geschichte waren eochweiger, sie behandelten, ohne davon ein Aufheben zu machen. Wir machen zu viele Worte, veranstalten zu viele Versammlungen, erlassen zu viele Kundgebungen. Wenn wir stiller waren, wären wir stärker. In der schweren Zeit von 1806 bis 1813 haben die Menschen in Preußen für das Vaterland die größten Opfer gebracht. Gutsbesitzer gaben dem Staat ihre Güter, Frauen opferten Schmucksachen, die ihnen als Familienbcsitz wertvoll waren. Von solchen Opfern ist jetzt nichts wahrzunehmen, im Gegenteil, die Geldgier ist groß.-und. der Egoismus breitet sich allenthalben aus. Seltsam mutet es an, wenn man an die amerikanischen Kleiderspenden der letzten Jahre denkt und erfährt, daß man jetzt in Deutschland sog. „Kostümfeste" mit Amzügen auf den Straßen feiert. Leichtsinnig tastet man die Ehre des Rebenmenschen an, such! den Gegner durch nachteilige Gerüchte zu Fall zi bringen. Das alles sind Anzeichen großer Gc- Willenlosigkeit, und wo dem Menschen das Gewissen nicht mehr der Richter über fein Tun und Lassen ist, da hat er keine Verbindung mehr mit Gott. Der Buß- und Bettag soll uns Anlaß geben, uns zu prüfen, wie wir mit Gott stehen. Es ist doch so, wie Gustav Schüler, ein moderner Dichter, sagt: „Wir können ihn nicht lassen, wir brauchen ihn zu sehr." Unö der alte Kirchenvater Augustin wird immer recht behalten, wenn er aus dem Streit und der Unrast dieses Erden« lebens heraus zu seinem Gott sagt: „Du hast uns zu dir geschafsen, und unser Herz ist unruhig, bis daß es ruhet in dir." H. B. Zwischen der deutschen und der großbritannischen Regierung ist ein Abkommen über die Ablösung der englischen Recovery- Abgabe abgeschlossen worden. Durch dieses Abkommen wird das jetzige Verfahren, wonach bekanntlich die deutschen War en bei ihrer Einfuhr nach England einer besonderen Abgabe in Höhe von gegenwärtig 26 vom Hundert unterworfen werden, durch ein System von monatlichen Pau-' s ch a l z a h l u n g e n adgclöst, die aus dcm Durchschnitt der Monatsstatistit errechnet werden und deren Sterlingbetrag durch freiwillige Ablieferungen aus den deutschen Exporten aufgebracht wird. Der Gegenwert der abgelieferten Devisen wird den Exporteuren naturgemäß aus der Dawes-Annuität in Reichsmark vergütet. Der Generalagent, das Transferkomitee und die Reparationskommission haben dem Abkommen bereits zugestimmt. „Echo de Paris" stellt fest, daß die ägyptische Regierung da- Angebot einer deutschen Firma für den Dau des Suez- Hafens angenommen und die Angebote französischer und englischer Firmen abgelehnt hat. Senat der Regierung das Vertrauen entzieht, werden nach dem „Matin" die Sozialdemokraten die Auflösung des Parlamentes beantragen. Die Ansichten über das Fortbestehen des Kabinetts sind recht geteilt. Die in der Frage des Vatikans bestehenden Schwierigkeiten können als behoben angesehen werden, da der neue Finanz Minister seine Mitarbeit ausdrücklich von einem Kompromiß in dieser Frage abhängig machte, wonach der französische Geschäftsträger am Vatikan nicht mir Elsaß-Lothringen, sondern bei wichtigen Anlässen auch ganz Frankreich vertreten soll. Anderseits soll die päpstliche Vertretung in Paris aufrecht erhalten werden. In dieser Frage hat die Regierung aller Wahrscheinlichkeit nach keinerlei Schwierigkeiten zu befürchten. Da die radikalsozialistische Gruppe nach Anhörung Herriots heute nachmittag sich mit dem gefundenen Kompromiß einverstanden erklären durfte, tonzentriert sich die Aufmerk- sanckeit auf das Finanzproblem, das an Schärfe trotz der Ernennung de Manzies zum Finanzminister nichts verloren hat. Alles spricht dafür, daß eine Mehrheit für Herriots Pläne sich nicht ergeben wird, da Loucheur erflärte, daß seine Gruppe sich endgültig vom Linkskartell lösen werde, falls die geplante Kapitalsteuer tatsächlich vorgeschlagen sei. Die Gruppe Loucheur hat wiederholt bei Abstimmungen den Ausschlag gegeben, besonders durch Stimmenthaltung der unsicher gewordenen Driandgruppe. Krisengerüchte werden trotz der Umbildung des Kabinetts weiter verbreitet. Als Rachfolger Herriots wird sowohl in der Kammer wie in den Wandelgängen des Senats der zurückgetretene Finanzminister Elementel genannt, der schon des öfteren als der kommende Ministerpräsident erwähnt wurde. Kleine polirische Nachrichten. Der zweite Rothardtprozeß ist durch Dertagungsbeschluh des Gerichts ergebnislos abgebrochen worden. Das Gericht erklärte nach längerer Beratung, die Vertagung sei leider notwendig, weil auf das Zcugn s SchKdernanns nicht verzichtet werden forme und we.l Scheidemanns Gesundheitszustand fern: Vernehmung in absehbarer Zeit nicht ermögl che. Die Folge d.eses Beschlusses ist, daß der Prozeß zu einem späteren Zeitpunkt vollständig neu wieder auf» genommen werden muß. Eisenbahnunfall auf dem Bahnhof Leipzig-Leutzsch. Auf dem Bahnhof Leipzig-Leutzsch fuhr heute nacht der Durchgangszug <149 auf den Durchgangsgüterzug 6733 infolge Klebers ährens des auf Halt gestellten Einfahrtsig« n a l e s auf. Der Oberschaffner Ernst wru:de getötet, der Schaffner Matthi.es verletzt, der entstanr^ne Schaden ist sehr beträchtlich Zwei Lehrer in der Nordsee ertrunken. Zwei junge Lehrer aus Wyk auf Föhr kenterten in der Rordsee mit ihrem neuen Paddelfaltboot, das sie ausprobieren wollten. Die Bergungsarbeiten waren bisher erfolglos. Die Leichen wurden noch nicht gefunden. Spritschmuggel an der Wasserkante. Wie vom Präsidenten drs Landesflnarrzamtes Hannover mitgeteilt wird, ist ein grohange- legter Spritschmuggel über See an der Wassergrenze d.s Hauptzollamtsbezirks Stade von der Zollverwaltung aufgedeckt worden. Die vier aus Hamburg stammenden Haupttäter konnten verhaftet und 1350 Liter Sprit beschlagnahmt w rden. Die Schmuggler bedienten sich zweier SH ffs, von denen das eine mit einer Se grasladung unter Zollverschluß gebracht war. während das andere, ein Fischerkutter, im Kieler Zollausschlußgebiet angcbl.ch für Dänemark grfauften Sprit barg. Beide Sch ffe trafen sich auf See. Der Sprit wurde so gesch ckt unter d .m Seegras v rladen, daß die zollamtlichen Verschlüsse weder dab.i, noch bei der Entladung auf der Oberelbe verletzt wurden und die SSegras-- ladung wieder der Zollverwaltung zur Abferti- gung vorg.führt werden konnte. Veruntreuungen bei dec Reichsbank. Eine Aufsehen erregende Festnahme erfolgte in Zweibrücken durch hie Verhaftung des Verstandes der Reichsbankn'ben«, stelle Zweiorücken, Hermann Franck. Der etwa 53 Jahre alte Beamte steht bereits über 25 Jahre im Dienste her Reich sbank, deren örtliche Leitung et nach Abtrennung her Nebenstelle der Rheinischen Kreditbank übernommen hatte. Vor kurzem wurde er im Anschluß an die Verhaftung des früheren Prokuristen der Saarländischen Eommerzbau!, Fil ale Zweibrücken, Peters, dem Scheckfälschungen zur Last liegen, von seinem Amt entbunden, um nun auf Veranlassung des Untersuchungsrichters verhaftet zu werden. Die Verfehlungen Francks, der bereits aus dem Staatsdienst entlassen ist. sollen mit die- fer Angelegenheit Zusammenhängen. Deutsch^mertkanischer Studentenaustausch. Die Wirtschafts- und soztalwissenschaftltche Fakultät der ilniixrTltäl Köln bereitet einen regelmäßigen Studentenaustausch mit den Vereinigten Staaten vor. Es ist beabsichtigt, deutsche Studierende auf ettod zwei Semester, Freitag morgen gegen 10 Ahr erfolgte in der AutofÄrik Rudolf Ley eine gewaltige E x- p l o s i o n. Die Detonationen toaren weithin in der Stadt vernehmbar. Das große Kesselhaus flog in die Luft. Die Trümmer bergen eine Anzahl von Arbeitern unter sich. Es gab neben Schwerverletzten auch Tote, deren Zahl noch nicht feststeht. Die Aufräumuugs- arbeiten sind in vollem Gange. Rach einer weiteren Meldung ist das ilnglücf darauf zurück- zusühren, daß der Gas kessel des Heizapparates explodierte. Dis jetzt wurden Verwundete festgestellt. Aus aller Welt. SeiLbruch im Schacht. Ein Förderkorb mit 70 Mann abgefkürzi. — Bisher 2 Tole geborgen. Roch 10 Mann fehlen. Essen, 4. Slpril. (T. U,. Sondertelegramm.) Auf der Zeche Matthias Stinnes i und II in Kamak ereignete sich heute morgen 6 Uhr beim Schichtwechsel ein schweres Unglück. Der mit vierzig Bergleuten besetzte Förderkorb stürzte i n; folge Seilbruches in den Schacht. Bon den Verunglückten waren zwei Bergleute sofort tot, 35 konnten lebendig geborgen werden. Die R e t t u ng s a r b e i t e n sind sofort mit aller Energie ausgenommen worden. Das Unglück auf der Zeche „Matthias Stinnes" ereignete sich zu Beginn der Seilfahrt. Auf bisher unberannten Gründen versagte d i e Fördermaschine. Infolgedessen fuhr der leere Förderkorb in die Seilscheibe, während der mit 70 Mann besetzte zweite Förderkorb in den Sumpf hinabfuhr. Bei dem Anprall wurde die unterste Etage erheb- licb gestaucht. Die Rettungsarbeiten setzten sofort mit aller Energie ein, und es gelang binnen kurzem, die Besatzung der drei ober st en Etagen des Forderkorbes restlos zu bergen. 15 Mann von diesen Leuten formten ohne jede Hilfe nach Hause gehen. Auf der untersten vierten Etage sind zur Zeit zwei Tote geborgen, es fehlen noch etwa 10 bis 11 Mann. Ein großer Teil der Verunglückten ist leicht verletzt. 3 Mann wurden schwer verwundet. Sprengunglück in einem Steinbruch. Freiburg t. Dr., 3. April. (WB.) Zn Malsburg bei Kandern im Markgrä-ler Land hat sich gestern ein schwerer Anglücksfall ereignet. In dem Granitst Einbruch der Firma Gebrüder Thiele in Kandern wurden Sprengungen vorgenommen und zwar sollte eine Felswand von 18 Meter Höhe gesprengt werden. _______ _________.er Ladung scheint sich eine Sprengpatrone vorzeitig entzündet zu haben, wodurch ein Sprengschuh losging, und die oben auf der Wind stehenden Leute mitderGesteins- VOHwl i ni rii6meik*< totilttnelwh SetÄi M @nin6 bet \ brrtzir Dom 24. M Mtrediung bes F Wungsiafjr 1924 qi G famtkonnage von 124 903 Tonnen an. Darunter bZiuden sich acht Kreuzer erster Klasse, drei Kreuzer zweiter Klasse, zehn Zerstörer und ein Flugzeug-Mutterschiff. Das Kriegsrniristerium hat beschlossen, während der nächsten drei Jahre sieben Sachverständige nach Frankreich, fünf nach Amerika und "v drei nach D mtschland und Eni- zu entsenden, um den Fortschritt Waffentechnik zu studieren. die ihnen später auf das Studium angerechnet werden, nach Amerika zu schicken. Als Gegenleistung für die freie Aufnahme dort müßten hier einige Freistellen für amerikanische Studierend« geschaffen werden. Der Austausch wurde a meinsam mit der deutschen staatswisfenschastlichc 1* " Lustbarkeiten in der Karwoche Vom Polizeiamt wird uns geschrieben: Aus Grund einet Verfügung des Hess. Ministeriums des Innern haben am Palmsonntag, 5. April, und am Karfreitag, 10. April, öffentliche Lustbarkeiten jeder Art (z. V. auch ernste Auf- sührungert im Theater, Vorführungen in Lichtspielhäusern, Fußbattwettspiele usw.) zu unterbleiben. An den übrigen Tagen der Karwoche, einschl, des Ostersonntags <12. April), sind thea* italische Aufführungen und Konzerte aller Art, einschü bei Begleitmusik bei Lichtspielen, zip lässig, wenn sie ernsten, belehrenden Inhalts und der Bedeutung und Weihe dieser Tage angepaht sind. Oeffentliche Tanzlustbcn ketten werden fftr diese Tage grundsätzlich nicht genehmigt Die für die Karwoche vorgesehen' : Programme Hub Aus Stobt und Land. Gießen, den 4. April 1925. Vutz- und Beitag. Die Anfänge des deutschen Rationalbewußt- seins gehen in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Klopstoü pries sein Vaterland und seine Muttersprache, sang von den Söhnen Teuts, von der deutschen Eiche, von Walhalla. Der früh verstorbene Holty dichtete ein „Vaterlandslied" und sagte darin: „Gesegnet sei mein Vaterland, wo ich so viele Tugend fand." „®k Manner", so sagte er weiter, „haben Heldenmut, die Weiber sind den Engeln gleich, die Deutschen lieben Zucht und Biedersinn." Besonders in der Zeit der Besreiungskricge haben unsere Dichter die deutschen Tugenden gepriesen, die Treue, die Redlichkeit, die Frömmigkeit. Und noch lange nach dieser Zeit sind andere in diesen Bahnen gegangen. Hosfmann von Fallersleben stellte das deutsche Wesen über alles andere ih Oer Welt: Robert Reinick sagte, deutsche Art fei es, stet« fromm und treu zu fein, und 1870 und 1871 sang man in allen Kreisen unseres Volles mit großer Begeisterung von dem Deutschen, der „bieder, fromm und ftari" sei. Entspricht dieses Ideal heute noch der Wirklichkeit? Wir stellen diese Frage am Buß- und Dettag. An diesem Tage übt man Kritik. Buß- Prediger gehen manchmal über das Ziel hinaus, indem sie einseitig nur die dunklen Seiten im Volksleben hervorheben. Auch an dem Tage, an dem sich ein ganzes Volk daraus besinnen soll, was an ihm schadhaft ist, muh man objektiv sein. Unzweifelhaft ist auch in der Gegenwart Großes und Gutes an unferm Volke. Es erträgt mit großer Geduld das Unglück, das über es gekommen ist, das Leid um die vielen Gefallenen und den Verlust seiner Ersparnisse. Der Wille Vogelschtttzkalender für April. Der April ist der Geeignete Monat, die Aw Pflanzung der Vogelschutzgehölze norzunehmen. Wenn das hierzu bestimmte Land entsprechend vorbereitet worden ist, wird es geebnet und an- gepslanzt. In der ersten Halste April ist es auch noch Zeit zum Aufhängen von Nisthöhlen. Sobald dis Belaubung bendet ist, kann an das Zusammenbinden von Büschen herangetreten werden. Das Beschneiden der Hecken mutz vor Laubausbruch beendet sein. Den Schwalben Nistgelegenheit zu schaffen durch Anbringung von Brettchen oder Nägeln für die Stallschwalbe oder Leisten für die Mehl- fchwalbe, ist in der zweiten Hälfte des Monats am Platze. Ebenso kann man, um den Schwalben den nötizn Niststoff zu verschaffen, gegen Ende des Monats eine ständige Pfütze in bindigem Boden an legen. Künstliche Vogeitränken müssen da, wo natür lichc Badegelegenheit nicht vorhanden ist, gleich zeitia mit 'der Anlage der Dogelschutzgehöhe gc schaffen werden und sind gut zu versorgen. Die ver schiebenen Raubzugfänge sind gut in Ordnung zu halten und ständig 311 beobachten, auch sind die Sperlinge nach Möglichkeit von eben Nisthöhlen abzuwehren und überhaupt zu verringern. Bornotize«. — Tageskalender für SamStag: Wartburgverein: 8 Ahr Markussaal Lichtbilder- Vortrag. — Artillerieverein: 8' /8 Ahr Vereinslokal Monatsversammlung. — Marineverein: 81/* Ahr Vercinslctal Monatsversammlung. — Angel- sportvercin: 81/» Ahr bei Teichlec Monatsver- fammlung. — Allersvereinigung: 8'/° Ahr „Hotel Viktoria" Hauptversammlung. — Bavaria: 8'/» Ahr Dereinslckal Generalversammlung. — Elsaß- Lothringer: 81/. Ahr Hotel Kohler Monatsver- sammlung. — 'Gießener Rudergefellfchast: 8Va Ahr D-otshaus Generalversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Muß die Frau Mutter werden?" — Astoria-Lichtspiele: »Gentleman auf Zeit". — Tageskalender für Sonntag. Hessische Wehrgemeinschaft: 10 Ahr Sitzung des Großen Ausschusses. — Aus dem Stadttheaterbureair wird uns geschrieben: Am morgigen Palmsonntag sindet toegen des Bußtages keine Vorstellung statt Die letzten Vorstellungen vor den Feiertagen sind am Dienstag, 7. April „Wenn wir Toten erwachen" von Ibsen, als erste Dvv- stelluno im DienStag - Rachabonnement und „S a p p h 0" am Mittwoch, 8. April, als 24. und letzte Vorstellung im regulären Mittwoch-Abonnement — In „Wenn tetr Toten erwachen" sind unter Herrn T e l e ky s Regie in Hauptaufgabe« beschäftigt: die Herren Juhnke und Ror- soll und Me Damen Sturms elS und R e l se n — WartburgBerein. Man schreibt uns: Heute abend halt der Wartburgverein einen Lichtbilderabend im Markusfäale über den Dorb- deutschen-Llohd-Dampfer „CokumbuS" und über eine Rhcinwandcrung von Mainz bis Koblew mit außerordentlich schönen und interessanter Aufnahmen ab. Gäste willkommen. RähereS steh« heutige Anzeige. Wettervoraussage. Zeitweise bedeckt, vorübergehend curfklarend, wärmer, wieder südliche bis westliche Winde, später Regenfälle. Die Wetterlage ist außerordentlich schnellen Die Trauerfeier für die Toten von Veltheim. Detmold, 3. April. (TU.) Die Hauptstadt Lippes trauert heute um die Opfer der Katastrophe auf der Weser. Es ist kaum ein Haus, das nicht Trauerschmuck trägt Neben den umflorten Reichsfarben sieht man Sie rot-gelben lippischen Landesfarben und allgemein lange, schwarze Trauerfahnen. Die ganze Bevölkerung der Stadt ist auf den Beinen, und viele Hunderte aus Lippe, Westfalen, Hannover, Braunschweig wohnen der Trauerfeier bei. Eine große Zahl von Kriegen vereinen und vaterländischen Verbanden mit ihren Fahnen geben den toten Kameraden das letzte Geleit Das Exerzierhaus auf dem Hof der Kaserne bes schwer betroffenen Infanterieregiments 18 Ist in eine Kapelle umgewanbelt worben. Tannengrün schmückt blc mit schwarzem Tuch beschlagenen Wände. Reichswehrminister Dr. Getzler, General v. Seeckt, der Kommandeur des Wehrkreises 6, Exz. v. Ledebour, der Infanterie- sährcr 6, Generalmajor v.Forstner, viele Offiziere des Londheeres und her Marine nahmen an der Feier teil. Zahlreiche Abordnungen der Truppenverbände bei 6. Division trugen grüne Kränze mit ben preußischen unb lippischen Schleifen, auf denen bie kurzen Grutzworte stauben: Den verunglückten KamerabenI Gegen l1/« Ahr waren die Reichswehrtruppen der Äarnison Detmold, die Krieger- veveine und vaterländischen Verbände mit Hun« öerten von Fahnen zu der Trnuerfeier für die verunglückten Reichswehrsoldaten auf dem Ka- sernerchof vor dem Exerzierplatz aufmarschiert. Kurz vor 2 Ahr erschien die Geisllichkeit. General von Seeckt legte persönlich einen großen Kranz der Obersten Heeresleitung am Fuße der 3 schlichten Särge weder, um die die zahlreichen Angehörigen der Opfer des Anglücks Platz genommen hatten. Rach den Klangen eines ChoralS hielt der Bischof von Paderborn eine ergreifende Trauerrede, in Ser er besonders der Treue gedachte, die diese 80 Toten der deutschen Reichswehr und ihrem Vaterlande geleistet haben. Dann predigte der Garnisonpfarrer von Detmold, Dr. Ferdel- mann. Reichswehrsoldaten trugen die Särge auf einen Wagen, worauf der Trauerzug sich unter den Klängen eines Trauermarsches in Bewegung setzte. Reichswehrminifter Dr. Getzler, General von Seeckt, viele Offiziere, die Spitzen der Staats- und Reichsbehorden, unter ihnen Oberpräsident A o s k e und das Landespräsidium von Lippe-Detmold folgten dem Trauerzuge zum Ehrenfriedhof, wv der Oberschütze ©ibbert unter militärischen Ehren bestattet wurde, während die beiden anderen Toten in ihre Heimat überführt werden. Am Grobe sprachen Generalsuperintendent Konsistorialrat Dr. Wessel (Detmold) und der Bischof von Paderborn. Dann nahm Deichs- wehrminifter Dr. Gehler das Wort zu einer kurzen Ansprache: „Ergriffenheit erfaßte mich und die gesamte Reichsregierung, als wir von den großen Opfern erfuhren. 80 treue Kameraden der Reichswehr hat die Flut in die Tiefe gezogen. Wenn auch nur drei 6arge vor unS stehen, so wollen wir doch auch der anderen gedenken, die noch auf dem Grunde der Weser ruhen. Die Opfertat dieser Helden möge für die anderen Kameraden ein Wegwerfer der Pflichterfüllung gegenüber dem Vaterlande und zu hingebungsvoller Einigkeit l fehl. In den Annalen der jungen Reichswehr foC diese Opfertat mit Stolz allezeit vermerkt 'fern. Leuchtenden Auges sollen die kommenden „ Kameraden von diesen Helden honen. Daß Gedächtnis der Toten alle Zeit in Ehren zu halten, wollen wir, deutsche Soldaten, uns zur Pflicht machen." DaS Mitglied des Landespräfidiums, Drake, und Oberbürgermeister Peters (Detmold) sprachen kurze Worte der Teilnahme und des Gedenkens. Rach dem Gebet des Bischoss oön Paderborn feuerte eine Reichswehrkompagnie eine Ehrensalve über das Grab. 3m Trauergefolge sah man auch Fürst Leopo ld von Lippe-Detmold. Die französische Kabinettskrisis. Nach Clemeutels Demission.—Herriots Kampf um die Finanzreform. Paris. 3. Aprtt. (WTB.I Die zur Regie- cun^mehrheit gehörenden vier Kammerfraktionen haben heute nachmittag über die durch die Demission des Finanzministers Clement e l geschaffene Lage beraten. Ministerpräsident Herriot erklärte, daß nur durch ein Mißverständnis Finanzminister Elemente! sich berechtigt glaubte, dem Senat über die zur Sanierung der ftanzosischen Finanzen geplanten Reformen Aufklärung geben zu dürfen. Da es sich um unverbindliche Besprechungen gehandelt habe, sei er als Ministerpräsident verpflichtet gewesen, die Erllärungen Elementels zu berichtigen, was dieser dahin gedeutet habe, als fei er mit ihm nicht mehr einig. An Stelle Clementels hat de Manzie das Ananzmi: i'fe ium übernommen. Herriot betonte, daß die geplante Finanzrefvrm eine Art langfristiger Abgabe vom Vermögen vorsehe, die sich im besonderen auf den erworbenen Reichtum erstrecke unter möglicher Schonung des in Bildung begriffenen Vermögens. Da diese Formel noch nicht gemlgenö präzisiert wurde, hat die radikale Linke (Gruppe Loucheur) ihre Zustimmung noch nicht gegeben, aber ausdrücklich erklärt, daß sie es vorziehen würde, wenn eine Steuer geschallen würde, die den erworbenen Reichtum belaste. Die sozialistische Kam- merfvaktton neigt zur Annahme der Abgabe vom Kapital, erklärt sich aber im Interesse von Handel und Industrie bereit, das in der Vildung begriffene Vermögen nicht so stark zu belasten, wie den erworbenen Reichtum. Die sozialistisch - republikanische Fraktton (Gruppe D r i a n d) hat sich dahin geäußert, wenn möglich der Regierung zu folgen. Jedoch sollen einige Mitglieder Einwendungen gegen die Abgabe vom Kapital gemacht haben. Infolge dieser nicht ganz klaven einheitlichen Stellungnahme der einzelnen Fraktionen bat die sozialistische Kammerfraktion einmütig emärt. am kommenden Dienstag muffe «Mit ra-6«, im’s" maffe heruntergeschleudert wurden. Don den betreffenden Steinbrechern sind zwei noch im Laufe der Rächt ihren schweren Verletzungen erlegen, während zwei weitere schwer verletzt in der Klinik von Freiburg liegen. Die Antersuchung des Anglücksfalles ist vom Amts- I gericht Mülheim noch im Laufe des Rachmit- aus Grund de ÄC®CD,ttb,fleu 35t 1924 oom 27. M B‘nim Donata ■Mttuer eoo.fi । 5*®otannÄr kommen, unb foj btt ftfthrr timten, L mit bet Mtung öbtr di« *eben; Mele ^ranmtlbung *ö/ N / --’Ä« Lichtspielhaus Bahnhofstraße Bis einschl. Montag der Film, von dem alle Welt spricht: MuB die Frau Mutter werden? Eine Tragödie In 6 Akten vom Leldene* weg der Liebe und der MutterachafL Ein Schauspiel aus d?m Leben und dem Schicksal Vieler. Hauptrollen: Erika GlÄßner, Marga-ete Kupfer. Hanna Ralph, Kkthe Dornch, Pani Otto, Kurt Ehrte, Karl Auen, Harry Liedtke. Hermann Thimig uaw. Mütter,Töchter, Väter, Söhne versäumt nicht, Euch diesen sozialen Kultur- und AufklÄrungefilm anzusehen. Ferner: Die alpine Gletscherwelt 4 Akte aus dem Hochgebirge. Jugendlichen ist derZutritt verboten Morgen Palmsonntag Astoria-Lichtspiele Seltereweg Heute letzter Tag: Carlo Aldini in dem spannenden Detektiv-Schauspiel in 5 Akten Gentleman auf Zeit Ferner: Der Kampf um die Goldmine Abenteurer-Film aus den Schnee- feldem Alaskas in 5 Akten. beide Theater geschlossen! 3541c Wichtige Steuerbekanntmachun- yon in dem Stern- südwestlichen Ho- open um den Pol Milchstraße zieht vom Die Norden. 3487V Vteding. ml 1925 die staatliche (Bewerbe- d° 3477c 2. 6,19 150 Z. V. Dr. Rosenberg. Mb BuÜenvertzauf N o rsch. 3251D und der Pols im mH den = 21,74 --- 27,37 4. 5a 5b der in- oer- Erhältlich in Kolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apotheken. lf. 3s. zu bezahlen. Gießen, den 2. April 1925. Finanzamt Gießen. Krug. gangenen Winternächte zierten, eines nach dem andern in den westlichen Horizont hinabsinkt. Don dem glänzenden Sternbild des Orion leuchten nur |6 1 Llhr, bei unterzeichneter Bürger- isterei einzureichen, wo anschließend Eröffnung erfolgt. Die Berkaufsbe- igungen werden im $ermin bekannt« Mööl.3immer sofort zu verm. Roonstraße 3H HL Staudt. ged Mitzc. Witwe. 77 3obrc alt. 'Ball- lorstraße 11; 28. WLrz: Ludwig ®et*mar, Ober» ballenmeister i X. 65 Fabre alt. Westanlagc 33; 29. März August Dominit. Kaufmann, 63 Jabrc alt, Ludwigslraße 59; 30. März: Eva iSlifabetp Einig, geb. Weihrauch, 81 Sabre alt Wilde Imst raße 45; Wilhelm Tugend, Schneidermeister, 59 Fahre alt. Welerstrahe 6. Tftttzscheiter. Kiefern: 27 Nm. _ drei Meter lang Rutzschetter-Fichten: 9,2 Nm. -= drei Meter lang Nutzknüppel Fichten: 117,7 Nm. = drei Meter lang Nutzreifig-Fichien: 7 Nm. Beginn der Dersteigerung vormittags 9 Uhr bei der Waldschenke, Kreisstraße Grotzen-Linden-Gießen. Weitere Auskunft durch Herrn Förster Seipp, Forsthaus Hüttenberg bei Großen-Linden. Lützellinden, den 27. März 1925. Der Gemeindevorsteher. 2. 3. 4. 5. f/A ß Tabletten Lan,n *■ E.W Oroflcntn erMWl* bei Linsten fjeifcctcil, Katarrh Zigarrenfabrik gesucht. Selbstgeschriebene Angebote Lebenslauf unter 34880 an Gießener Anzeiger erbeten. Geschäftliches. Die natürlichen Pstanzenkräfte im Ungarischen Wasier Faßhauer kräftigen Nerven und Änt^cr und heilen Migräne. 3erf)ia6 und Rheuma. "-’ss Auskunft. Llniv.-Apotheke zum goldenen Gugel. Lehrling mit höherer Schulbildung für das kaufmännische Bureau einer großen Derbstangen-Fichten: 1. Klasse 144 Stück — 14,09 Fstm. Der Sternhimmel im April. ((Bültig für 10 Uhr abenbe.) Don Dr. E. S i 1 b e r n a g e l - München 3m Laufe des Monats April verblaßt Glanz des Sternenhimmels allmählich wieder, dem von den schönsten Sternbildern, die die Markwald (Hessen): Kiefern-Stämme: Klasse 1 Stück --- 1,51 Fstm. „ 11 h — 6 „ „ 16 „ -- 8,66 „ „ 2 „ == 0,96 „ htuer auf Grund des Gesetzes über die vorläufige Gewerbesteuer für das Rechnung,- sthr 1924 vom 27. März 1924 zu erheben ist. Dementsprechendhaben dieGewerbesteuer- :ffi(f)tigen im Monat April 1925 als staatliche Newervsteuer 60v.H. der am lO.April lf Fs. ästigen Dorauszahlungen auf die Reichs- nrtMommcn- und Reichskörperschaftssteuer Bekanntmachung. In der letzten Zeit werden Zopfhähne auf den Markt gebracht, die den Bor- schristen über die Ausführung von Anlagen im Anschluß an äaö Wasserwerk der Stadt Gießen wlderfpvechen. Mach dem Schlußsatz des § 19 der BorfchÄften ist die Verwendung von Armature», welche beim Schließen eine plötzliche Hemmung der Wasserströmung und dadupch Stöße in den Leitungen und Wasfiervteffern Hervorrufen, verboten. - 3m allgemeinen Interesse wird ersucht, vorschriftswidrige Zapfhähne nicht einbauen zu lassen. Werden solche Armaturen aber dennoch eingebaut, so wird der Anschluhinhader für den etwaigen Schaden, der am Leitungen und Wasiermestern durch die Wafsersttzße entsteßt, verantwortlich gemacht und erforderlichen Falle- wird die Lieferung von Waster eingestellt. Gießen, den 2. April 1925. Stadt. ®a8- und Wasserwerk Gießen. KMMlWM für den dortigen Bezirk für Bau- und Maschinenguß von rheinischer Eisengießerei gesucht. Schriftliche Angebote unter 3491D an den Gießener Anzeiger._________________ » ■eilten eieechlüc. U«fchatte jgjlsg Bekanntmachung. Auf Grund des Artikels 1 Abs. 2 des ^e'ehes vom 24. März lf Fs., betreffend he Erstreckung des Finanzgesetzes für das Rechnungsjahr 1924 auf die ersten 6Monate ?t| Rech-iungsjohres 1925, wird bestimmt, MM M« 3-4 Zimmer mit Küchenbenuhung gegen gute Bezahlung in gutem Haufe gesucht. Schriftliche Angebote unter 02940 an den Gießener Anzeiger erbeten. Nutzholzversteigerung Versteigert »erben; Dienstag, den 7. April ds. 3». aus dem Lützettindener 'S lisik \n(icpöj Grohen-Bufeck, den 2. April 1925. Stift ®"8^'*»561D Io« un8 Ansatz geben ein mobttZ ''b» nicht W behalten, Denn ci Mniaft dieses Erden- U lifll: „Du hch um Herz ist unruhig er für SamSiatz Ulartuslaal Lichidlldeo ein: 8-/, W TktM j. - Mrineverem; 8*/i iDetfammlimg. - 2ngel- rt TMer WtW MQting: 8'/-Uhr .S^ ilung. - dücrfammlung. - WW viel Köhler RudergelelWlt- 8 - Iversaitmlllng. - Licht V2lintsgehilfen) ab 1. April nicht mehr erhoben Verden. DaS seitherige Derfahren war sowohl tot daS Publikum, als auch für den GerichtS- iiiener oft unangenehm. Dem ist jetzt ab geholfen. 5te DehändigungSgebühr von 5 oder 20 Pf. mttb nach obiger Berfügung von nun an dem Beamten durch die Staatskasse gezahlt. Die Gebühr für derartige Zustellungen öde. Behändi- Bn wird vielmebr künftig stets mit anderen , Ole in der Angelegenheit entstehen, angefordert und zur Staatskasse eingezogen; sir Bekanntmachung die vorläufige Erhebung einer Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für das Rechnungsjahr 1925 betreffend. Eine Verordnung vom 11. März 1925 schreibt vor, daß die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für das Rechnungsjahr 1925 vorläufig nach den Vorjchriften der Verordnung vom 24. März 1924 weiter zu erheben ist. Neue Steuerbescheide werden deshalb vorläufig für 1925 nicht ausge- ertigt; die Zahlung der Steuer hat vielmehr auf Grund der für 1924 ausgefertigten Steuerbescheide an den darin angegebenen Fälligkeitstagen zu erfolgen. Das erste Ziel ist bis zum 18. April >er für April. Monat, dir Aw igehölze vorzunehmn. Land entsprechen- vor- ,es geebnet und an i([tc ypril ist es auch >°n Nisthöhlen. Sobald un an bas Zusammen' treten werben. Das K vor Laubausbruch b?: Mst-elrgenheii zu schai: > Frettchen oder Nägeln ' Leisten für die Mehl- 1 Holste der Monats am um den Schwalben den en, gegen Ende des Mo in bindigem Boden an en müflen da, wo natur t vorhanden ist, gleich ir Bogellchuhgehöüe gr ut zu versorgen. Die ver ind aut in Ordnung ji obachten, auch sind di> 1 von sden Nisthöhlen yi oerringem. ize«. Ärtewftl rssr** * het -acv°^ .-O'W Sie Gemeinde Vrvtzen-Duseck ver- Ictft im Submisfionswege einen abhängigen erstklassig fetten, zirka 20 Ztr. Ic)toeren Simmentaler Dullen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis km DienS^ag, dem 7. April 1925, mit« "TMtunaoh 71 v* zwecks Prunrng Totürt tn dop- . "Itöet ^Üer Ausfertigung einzureichen. Th«»» r■, > irtA» l . I — — _ _ -er für Sonntag. 10 llhr Sitzung des n Än, als .LachabvnnE 5 in anan N* rC Wribu.^Än 1°* rluEä' % üb« r m« MM Ftchten-StSmme: 3. Älaffe 2 Stück = 2,58 Fstm. 7 „ = 6,26 „ noch einige der hellsten Sterne, wie die rötliche Be^ teigeuze und die 3 Sterne des Fakobstabes aus dein Horizont. Oestlick von ihm funkelt noch der Sirius in dem Sternvild des großen Hundes und nördlich von ihm der helle Prori bild de» kleinen Hunde». In größerer Höhe stehen noch die Sternbilder der Zwillinge und des Fuhrmanns, währendda» reiche Sternbild des Stiers mit dem Stern Häufchen der Plejaden sich schon feinem Untergang zuneigt. In dem Sternbild des «tiers, nahe dem Stern erster Größe Aldebaran, erblickt man noch den rötlichen Planeten Mars. Bekanntmachung 2ldfallholzversteigerung. Dienstag, den 7. Aprll 1925, nach- »ittags 2 Uhr beginnend, werden in der Tobhelmer Straße, im Hofe des Stadthauses kartenstraße, im Schiffenberger Weg, in Kaiser-llllee und Frankfurter Straße ... 80 Hausen Abfallholz (Reisig, Knüppel nb einige Stämme Lindenholz) öffentlich Meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft findet um 2 Uhr am öttzlachthof statt. Gießen, den 31. März 1925. Der Oberbürgermeister: rötliche 'Jlrtturuf. der hellste Stern des östlichen Himmels in dem Sternbild des DSrenhüters. 9m Zenith stehen die 7 Hellen Sterne des aro ßen Bären. Unterhalb des Bogens, der von den Schwansirernrn gebildet wird, findet man die we Niger auffallenden Sternbilder der Jagdhunde und des Haares der Berenice. In dem Sternbild bei Jagdhunde steht der betannte . Spiralnebel in den Jagdhunden", desien Form tnpiidt ist für diele Gai tung von Nebeln. Den Teil des Nordosihimmeis nebmen die zahlreichen Sterne des Herkules und die Strone ein. lief im Norden funtett die helle Vega in dein Sternbild der Leier und links von ihi sieht man bereits die hellsten Sterne des Schwan wieder auf den zerrifkenm Wolken der Mfichstraße bervorleuchten. Die Sichtbarkeitsverhältnisie der großen Pia iTcten gestatten sich immer o.nnfhger. Merkur und Venus sind m>rerft noch tii.luto.Lir. Der Mars in noch kurze Zeit am Abendhimmel in dem Stern bilde des Stiers sichtbar. Gr durchwandert diese, rasch in der Richtung von Oft nach West und iii am Anfänge des Monats in der 'Jlähe des Sterne Aldebaran, dem er cn Gr^iße und Farbe imlfe^i gleich ist, am Ende des Monats dagegen bei den Stern Beta Tauri zu finden. Das Hauptinteresie beanspruchen die beiden Tdaneten Jupiter und S' tum. Beide stehen am üsthimmel. Der Jupiter ist Morgenstern und geht bereits i> Stunden vor der Sonne aus. Er ist von 5 Monden umgeben, vo- denen -1 schon in einem kleinen Fernrohr oder in einem belferen Operngucker zu iehen sind. Es rfi besonders interest-'nt. das Spiel dieser kleinen Weil körper, die ihre Stellring gegencnianber und gegen über der Plonerenfcheibe von SNinde zu Stunde merklich änbem, z» nerrolgcn. Außerdem bietet auch die Oberfläche der Planeten selbst jedem, der im De sitz eines Fernrohres ist, Gelegenheit zri intereffan ten Devbachttmgen. Der Saturn geht schon bald nach Sonnemmtergang auf und ist daher fast dir ganze Nacht zu beobachten. Man nndet ihn in dem Sternbild der Wage, wo er durch seine Größe und seine gelbe Farbe otiffäUt. Wegen fernes merfunh digen Ringsnstems ist dieser Stern eines der dank barsten Beobachtungoobjekte. SonntnaSdientt d. ülerzte u. Avotbeken am 5.4.2:-. S.-R. Or. Tchlievhake. vr Steinreich. Pelikanavoth 3abnarzt: Dr. Adam, VieblpltraHe. in der seitherigen Weise zu t n t r i d) t e n. Der Steuerschuldner hat zleichzeitig mit der Einzahlung eine Er. Hütung Über die Höhe der Abgabe abzu- jeben; diese Erklärung kann mit der Voranmeldung über die Einkommen- oder zärperschaftssteuervorau^ablung verbunden setben. (Eine besondere (Erklärung ist bann tbaugeben, wenn der Gewerbebetrieb von teureren Mitunternehmem (Gesellschaftern, Isilhabern) betrieben wird. Zu näherer Uuskunftserteilung sind die Finanzämter bereit, Steuerbescheide werden icht ausgefertigt. Darmstadt, den 26. März 1925. hessisches Ministerium der Finanzen. Henrich.3476c totrö mtt anderen Worten später und nur an eine andere Stelle gezahlt Der auf der linken Seite unten des zugestellten Schriftstücks ersichtliche Bermerk 5 oder 20 Pf. zeigt lediglich nie Berechnung der Gebühr in den Akten an. Die Amtsgehilsen (Gerichtsdiener) werden also in Zukunlt nur ,wch die Erhebung von Stempel» beträgen. eine sogenannte Hebgcbühr, von dem Zahlungspflichtigen direkt einzießen. Diese bs» trägt 1 v. H. bis zu 500 Reichsmark einschl., wenn der Amtsgchilse zur Gelderhebung außer- halb seines dienstlichen Wohnsitzes einen Wog von mehr als 2 Kilometern zurücklegen muh; in allen Wrigen Fällen 1 , v. H Wirb bet Stempel- betrag dem Lnts^ehilfen zur Besorgung nicht mttgegeben, dann ift auch keine Hebgebühr zu entrichten. -d. Städtische Autzholzversteige- rung. Bei der gestrigen Schnitt- und Bauholzversteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Gichenbauholz 2. ÄL 63 Hit. 3. Kl 52 OKL, 4. Kl. 41 bis 48 2H! , 5. .Kl. 38 OHL, 6. Kl. 31 Mk., 6. Kl. (Wagendeichseln) 48 Ml ; Kiesernbauholz 2. Kl. 53 Mk., 3 Kl 31 Mk., 4. Kl. 26.50 Mk., 5. Kl. 21 M.' ; Fichtenbauholz 1. Kl 37 Mk.. 2. Kl. 35 MI., 3. Kl. 30 Mk.. 4. Kl. 27,50 Ml. 5a-Kl 26.50 MI., 5d-Kl. 24 Mk, Fichtenberbstangen 1. Kl. 27,50 Mark, 2. Kl. 26,50 Mk. je Festmeter; Sichennuh- scheiter 21 Mk.. Eichennuhkntlppel 18 Ml.; Fichtennutzreisig 5 Mk. je Raummeter. *• Hundeausstellung in Gießen. Rach bem jetzigen Stand der Dinge Hal man in den Kreisen der Deranftalter dieser Ausstellung den Gindruck, daß mit einer sehr guten Beschickung -u rechnen ist. Die Stiftung der Ehrenpreise ist sehr zahlreich; außerdem hat sich der Ausstcllungslefter darum bemüht, .daß Staatspreise zur Verteilung kommen können. Die ftacht- freie Rückbeförderung der gesandten Hunde ist bewilligt worden. Der Meldeschluß ist auf den 17. April festgesetzt. Man beachte die heutige Anzeige, ** Aus dem Gießener Standesamt s r e g i st e r. Gs verstarben in der Zeit vom 18. bis 31. März: 18. März Elisabeth Maria Döblig. geb. Cotta, 53 Jahre alt, Wiesenstraße 4; Christine Heß, geb Wagner, Ditwe, 63 Jahre alt, Walltorstrahe 7; 20. April: Karl Banst. HilfSweichenstetter, 30 Jahre a'.t, Gnauth- straße 20; Aug.istc Weitzel, geb-Dienhauv. Wi:we. 82 Jahre alt, SelterSweg 91; Elisabeths Jung, geb. Sack. Witwe, 72 (3ahre alt, Krofdorfer Straße 12; Elisabeth Huthmann, geb. Backes, 6-5 Jahre alt, Bahnhofstraße 22; 21. ApriL Marie Sier, ohne Berus, 21 Jahre alt, Marburger Straße 103; 24. Mär , K-ithanne Lepper, geb. Ainn, 61 Jahre alt, Schi'fenberger W g 45; 26. Mär^; Ernst Gümbel. Schuhmacher. 51 3al)re alt. Aodheimer Straße 40; 27. März: Elisabethe Benflon Bronöl Renen Bäue 2t Wut möbl. Zimmer mit Verpflegung. tei. rm mit» Äl^innner an foliben Herrn au üermieten 10302* Sonnenstr. 0 11 Kleine möblierte Wohnung L Zimmer u. Küche zu vermieten Lv*- Soctbeftr.,85 I. Jchön möbliertes Zimmer zu vermieten ”** Zlsterwen 48. 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Ebenso ist es aber sicherlich auch Pflicht und Aufgabe des Menschen, wertvoll zu leben soll das Leben nicht zur Sinnlosigkeit sinken. Die Tatsache, dah euer Herz schlägt, dah ihr euch abends niederlegt und früh aufsteht, ist .richt das Leben. Wofür lebt ihr aber sonst von heute? Für Geld, für hohlen Ehrgeiz, für 'Bequemlichkeit, für Egoismus, für sinnlose Faul- hert oder für ebenso sinnloses Hetzen. Ihr sagt: „Um das Lebert zu geniehen." Wie genießt ihr es? Ihr zieht euch gut an. oder besser gesagt, teuer, ihr geht in Restaurants und eßt und trinkt Gutes, ihr geht in Kinotheater und Thea ter und langweilt euch, oder ihr seid vom Mist begeistert. 3n das wenige Wertvolle, das heute noch künstlerisch geboten werden kann wegen der Minderwertigkeit von euch Aufnehmenden geht ihr nicht, und wenn, dann beschimpft ihr es. Ihr kauft euch Schmuck und Häuser, ihr richtet diese nach eurem Geschmack, d. h. nach fremdem, gewesenem Geschnrack oder nach der Mode ein, ihr betreibt Geselligkeit, ohrre eine Spur dessen zu kennen, was wahre Geselllgkeit ist. Ihr .erholt" euch. Aus der Todesangst heraus, euer höchst wertvolles Leben zu früh zu verlieren. Ihr macht jeden ilnfinn mit, der mich vorgemacht wird. Alle Seuchen der Zeit infizieren euch. Ihr meint, wenn ihr tanzt, ohne jeden seelischen Rhythmus in euch, dann sei es ein Vergnügen, oder ihr tanzt aus Verzweiflung, weil eure Seele nicht tanzt tm Rhythmus deS Glücke«. Ihr nehmt Kokain, weil es zum guten Tone gehört, ihr liebt gegen Bezahlung in und außer der Ehe. oder ihr seid noch verlogener in euren sogenannten glücklichen Ehen. Ihr sprecht von der Liebe zu euren Kindern, ohne daß ihr selbst euch in Liebe erfüllt und diese dadurch kennen lernt. Das ist arge Lüge und böses Tun. So erzieht chr hingebungsvoll eure Kinder wieder zu eurer Aeußelich- keit und Verlogenheit. Und was das Verruchteste ist. ihr nennt das stolz .Pflichterfüllung" Ihr spielt und kokettiert, statt daß ihr empfindet und handelt, ihr redet, statt daß ihr lebt! O. es ist fürwahr herrliche Pflichterfüllung, feig und verantwortungslos, unwahr und leer geschäftig zu fein! Die Einen arbeiten wie verrückt, angeblich für ihr Volk, für die Menschheit, was erzielen sie? Tand wird produziert, Wertloses. Unnötige«. Aeußerliches. das ihr bestaunt und .Fortschritt" nennt. Das machen die Tätigen. Und die Untätigen, diejenigen, die sich solches teiflcn können, denen die .Tätigen" in neidvoll sinnloser Gier zu- Itrebcn, die besitzen ihr Ererbtes oder im besten Falle früher Erworbenes, ohne eS täglich neu zu erwerben und es so zu Recht zu besitzen. Die sinnlos Tätigen sprechen immer von «.neuer" Zeit, die sinnlos Untätigen loben die alte Zeit, die sie angeblich zu unserem Besten erhalten. Ihr streitet euch, ob Monarchie oder Republik, ihr haltet wunderbare Reden, die ihr entweder eurer täglichen Leibzeitung entnehmt, oder solche, die andere vor euch schon tausendmal und besser gehalten haben. Ihr „schmückt" eure Affen-Reden mit Zitaten und habt immer und für alles Krastsähe bereit, die so abgegriffen sind, daß sie jeder versteht und daher begeistert beklatscht. Ihr krittelt an allem Reinen und mißtraut ihm. Ihr seid stets Partei, und die Partei, um die cs euch geht, ist immer die, von der ihr euch materielle Dortelle versprecht oder sonstige Aeu^ ßerlichkeiten, die eure Enge verdecken. Ihr seid von verächtlicher Gehässigkeit gegeneinander, von sinnloser Rechthaberei und Härte, von verbrecherischer Ueberlegenheit, man tonnte euch um eure Einbildung beneiden, wenn man sie nicht aus tiefstem Herzensgründe verachten müßte. Der Gegensatz txuu ist der, daß ihr von „Güte" redet, von »Pazifismus" und ..Weltbeglückung", daß ihr euch um dieser Weltbeglückung willen auch die Köpfe gegenseitig einschlagt und euch die dürren Seelen auch so zerstoßt. Ihr geht in die Kirchen, ober ihr verachtet sie. In den Kirchen hört ihr „zur Beruhigung" das, was euch lange vertraut ist, was euch da her nicht aufregt, über das ihr nie nachgedacht habt, was lebendiges Wort fein sollte, was euch entsetzte, wenn es jemals lebendig als Erleben in euch würde. Ihr sagt: Religion muß sein des Pöbels wegen! Das, was ihr Pöbel nennt, das lagt: Religion brauchen wir nicht, denn wir glauben nid>t mehr an Gott! Wenn euch aber das Sterben antritt, dann bekommt ihres beide mit der Angst zu tun. dann seid ihr einig, dann erkennt ihr vorüberhufchend gemein- fam, daß der Sinn eueres Lebens gewesen wäre, frei, mutig, nur der Verantwortung gegenüber Gott lebend, sich hier zu erfüllen! Ihr habt aber euere Zell leer vertan mit Tanten und Schwiegereltern in totem Sein und unglaublicher Geseheskundigkell. ihr habt über Testamente und Schenkungen, über Steuerstrategie nachgegrübelt, über mögltchst gute Anlage eueres Geldes, das ihr nun nicht mit nehmen tonnt, das jurüdbleibl, cllS Erbsünde für die nach euch. Gewiß, ihr feiert auch Feste, ihr gebt euch Geschenke, aber zwischen dem. der gibt und dem. der enrpsängt. sind seelische Abgründe der Trennung, die chr mit euerem weichen Herzen, wie chr es nennt, immer wieder überlügt und das Güte nennt, was die größte Härte ist. Ihr verehrt die „Helden", die Großen der Vergangenheit. Kein Hauch davon ist in euch. Ihr treibt so Totenschändung. Ihr nennt euch gut, wenn chr schäbig Almofen gebt, wenn ihr mit ..Haltung" die Seele in euch verleumdet. Ihr erschreckt sofort oder bald nachher, wenn ihr einmal gefühlt habt, daß Seelen in euch schweben Cs gehört zu euerem guten Ton. den Geist zu verehren, ihr kauft drum Bücher, die Mode sind, die man „gelesen haben muß" und glaubt, daß ihr aus Papier Kraft in euere durch eigene Schuld verdorrenden und verdorrten Wurzeln saugen könnt. Die da« produzieren, was euch gefällt, die rechnen mit ihren niedrigen, raffgierigen Instinkten auf euere niedrigen raffgierigen Instinkte. So versteht ihr euch gut, liebt chr euch und habt beide das, was ihr verdient. Jede Reuerung hat euer Interesse und eueren Beifall, stolz wirst sich euere Unb tbung in die Brust und fühlt beglückt- Wir t'cmmen Weller! Ihr wißt nichts Gründliches mehr, aoer ihr könnt von allem reden. ®tn paar Sätze genügen euch, um auf jedem Gebiete Bescheid zu wissen. Ihr habt auch vor der Wissenschaft große Hochachtung. gewiß, wie vor der Kunst und vor der Religion, aber ihr laßt die Wenigen verkommen, die euch künden könnten unb wollen. Es sind euch Harlekine- die mutige Tat ist aus der Well verschwunden. Es genügt euch, eure Fehler zu kennen, bessern wollt ihr sie nicht — chr nennt sie „Eigenart"! Ihr habt ja irgendwo gelesen, daß das »interessant" ist. Alles an euch ist Nachahmung, und ihr habt eure festen Grundsätze, an die ihr allerdings, wem: ihr gerade Zeit habt, gern rührt, weil das amüfant, anregend und zerstreuend ist. aber ihr erwerbt keine festen Grundsätze. Diese könnten ja nur aus Handlungen hervorsprießen, aus Taten, und dafür feid ihr zu »klug" geworden, zu vor- fehend, zu berechnend, zu überlegt, zu „vernünftig". Ihr „rechnet" in allem und jeden,, ihr treibt Taktik mit dem Menschenleben. And immer zu selbstischen Zwecken. Die Einen, die das fühlen, wollen alles zerschlagen, das ist Wahnsinn. Die Anderen wollen alles „wie früher" haben, da« ist gleicher Wahnsinn, denn das ewige Leben geht dauernd weiter, ist sich immer ähnlich, doch es wiederholt sich nie. Ihr habt alles in ein elendes Gleichmaß gebracht, dessen Langeweile die Stütze eurer H hl- hell ist. Die Kraftvollen, die anderes wollen, die wißt ihr zu 3 er mürben, die wenigen, die ungebrochen und rein schreiten wollen und müssen, laßt ihr allein, laßt ihr verkommen, aber wenn sie gestorben find, dann zieht ihr schwarze Kleider an, dann gebt ihr ihnen Blumen, dann sprecht oder schreibt ihr schöne Rachrufe, und ihr schwelgt teilnahmsvoll in der Erinnerung an den „lieben Toten". Ihr wünscht allen den Tod, die euch beunruhigen, die euch höher fiUren könnten, die euch aus eurer Enge herauszuritzen versuchen, aus eurer Scheinsicherheit in die Sicherhell Gottes. Sofort leckt eine einzige Flamme des Widerstandes aus euch hoch, da seid ihr ________immu ■i—.ii,» -.:» im iimut 1—1—— alle einig, wie im Augenblick des Sterbens (Der dem. der euch erkannt hat, Erlösung wird), wenn einmal einer unter euch tritt, bei einen Widerschein des Göttlichen in sich trägt. Ihr klagt darüber, daß das Idsal nicht mehr in der Welt sei. 1 h r habt es gemordet mit eurem Hirn, mit eurem Grübeln, ob daS „recht" oder „nicht recht" lei. was „man" tut! Ihr habt fein Vertäuen mehr zu eurem Fühlen, ihr habt feinen Mut mehr, euch dem Lttxm hinzugeben, wie es alle die taten, deren Bilder ihr euch in eure Zimmer stellt oder hängt „zur Ausrichtung". Ihr habt das Ideal gemordet, ihr mordet es täglich neu. Ihr habt den Besten den Glauben genommen an den Wert des Lebens mit euch und für euch. Ihr liebt »die Ratur". das Aeußerliche der Ratur. deren Innerstes bat Lava und Erdboden im Schoß, und lauft oder zieht teure Pflanzen und Blumen, ihr steckt sie an. Daß ihr aber die Blume eures Wesens zu betreuen hättet, das wißt ihr nicht, das tut ihr nicht Alles ist euch zur Aeußerlichkeit geworden, ist leer Heberncmmcncs oder sogenanntes Neues, das euch ftyelt. Ihr habt euch durchaus an Sachen gehängt und dafür eure Seele verschachert Ihr habt dauernd die Sehnsucht nach „Führern", aber ihr laßt sie nicht hochlommen. und wenn sie hochtommen, so Laßt ihr sie schmachvoll im Stich. Sic beunruhigen euch! Wie soll das anders werden? Furchtbarste Rot könnte euch vielleicht doch noch zur Vernunft des Herzens zurückbekehren, aber chr seid ja auch darin so raffiniert geworden, die Roi jeglicher Art aus euch auszusperren, daß auch das nicht mehr möglich ist. Wofür ziehen wir. die wir uns gegen euch aufbäumen, unsere Last? Wozu schaffen wir? Um „Utopisten" genannt zu werden, um „lebensfremd" genannt zu werden, um nicht voll genommen zu werden. Wir sind nur mehr Hanswürste eurer geputzten Lebensmahlzellen ohne Kraft und ohne Sinn! Ihr bringt das wundervolle Leben durch den Rarrentan.; eures sogenanstten Lebens um. Ihr seid Mörder! Die Geißel zu nehmen, euch aus dem herrlichen Tempel des Lebens hinauszu- iagen, das mit jeder Glüctsmöglichkell euch umsteht. zu allem bereit, das ihr nur zu ergreifen brauchtet, um wahre und glückliche Menschen zu werden es lohnt Hd) nicht. Es wäre schade um die Geisel. Ihr seid so offenbar verächtlich, daß selbst die Verachtung euch gegenüber zwecklos und banal geworden ist. Ihr habt eure Seelen so umstellt und verbaut, daß man euch die Kinder wegnehmen sollte, doch ihr seid ja ängstlich bemüht, sie zum Gleichen zu erziehen, und ihr nennt das „Mutter- und Daterliebe". Was bleibt zu tun? Auf die Vernichtung zu warten, auf die Sintflut, zum mindesten auf das Glück einer persönlichen Sintflut, das einen hinwegnimmt. Ihr werdet auch darüber leicht ßintoegtommen, ich weiß es, beunruhigt euch nicht! Die Kommunale Landesbank. (7-, Darmstadt, 3. April. Der Bericht des Vorstandes der Kommunalen Landesbank für das abgelaufene Geschäftsjahr ist. Wie uns mllgeteilt wird, fertiggestellt. Der Bücherabschluß ergibt nach Verwendung von 127 706 Mk. für Abschreibungen einen Reingewinn von 801816 Mark, der zur Verfügung der Haupwersamm- lung steht. Die Zahl der Mllglieder ist von 130 auf 229 angewachsen. Das Stammkapital beläuft sich auf 464 000 Mk. An Darlehen wurden den Mitgliedern gewährt bzw. liefen am Jahresschlüsse noch: kurzfristige 7 328 741 Rm., langfristige 1 339 863 Rm. Von den im Jahre 1923 begebenen Anleihen waren am Ende des Berichtsjahres noch im Umlaufe: a) Papier- mar k a n l e i h e: 9 Proz. Obligationen 25 970 000 Pm., 7 , Proz. Obligationen 150 010 000 Pm., b) wertbeständige Anleihe: bprozentige Pfund-Schatzanweifungen 507 Pfund. Für die An Wertung der Papiermcnck-Anleihen wurde bereits im Vorjahre ein Betrag zurückgestellt. Der Immobllienbesitz (90 000 'TEtf bilanzmäßig aus- getoiefen) besteht aus 3 Häusern (2 in Mainz. 1 in Darmstadt). Bekanntlich ist am 1. Januar 1925 eine Arbeitsgemeinschaft mit der Hessischen Landesbank (Staatsbank) in der Weise ins Leben getreten, daß der Geschäftsbetrieb der seither getrennt verwalteten Bankanstalten (Kommunale Landesbant und Hessische Landesbank» in der Hess. Landesbank zusammengesaßt wird. Die Gießener Stadttheater. Bcrnard Shaw: „Die heilige Johanna" Diese in allen Teilen ausgedlichenste Vorstellung bildete den Gipfelpunkt der diesjährigen Spielzeit. Das muß nicht nur um unseres Ensembles willen gesagt werden, denn ein gutes Teil Anerkennung gebührt dabei der Theaterleitung, die es fertig brachte, dieses Stück als eines der wichtigsten aus der gesamten dramatischen Produktion Europas in den letzten Jahren herauszubringen. Die unbestreitbaren Verdienste des Intendanten Stein- goetter auf dem Gebiete der Spielplangestaltung sollen in Kürze rückschauend noch einmal ausführlich betrachtet werden. Heber das Stuck selbst ist am Donnerstag Eingehendes gejagt und dadurch die eigentliche Kritik zu deren Gunsten entlastet worden. Es bleibt übrig, zunächst der Spielleitung Dank zu sagen dte, nebenbei, sehr flott hintereinander spielen ließ, nut denkbar kurzen Pausen, und die in der Besetzung der Rollen eine glückliche Hand gehabt hatte, insbestrn- dere bei Johanna, dem Dauphin, Warwick, oto- qumber und dem Inquisitor. Volle Anerkennung verdienen die Szenen in der Kathedrale zu tRetmy und die Gerichtsszene- in denen sich Straffheit, Beweglichkeit und Disziplin kundgaben. Bei der Gestaltung der Bühnenbilder, von denen der Dom mit feinen Varianten (Gerichtssaal und Schlafgemach des Dauphin) hervorgehoben sei, mutz der verständnisvollen Unterstützung von Karl Löffler (Dekorationen) und Ludwig Keim (Beleuchtung) gedacht werden. Den Haupterfolg des Abetrds erntete Gerda Lachfeld als Johanna. Gertenschlank, fast zerbrechlich zart, erschien sie in ihrer Mannerklei- bung und hatte doch die stimmlichen Mistel, eine ganze Gruppe von Heerführern und fanatischer Mönche in Schach zu halten. Frisch und unverbraucht ist sie als Bauernmädchen beim -r-chlotz- hauptmann Robert von Baudricourt, findet -tone andächtiger Einfalt vor dem Erzbischof von Rerms «ad wächst in Heller Begeisterung m ihre Aufgabe als Führerin des französischen Heeres hinein. Der Gipfelpunkt der Leistung liegt jedoch in dem stillen Sichverfenken in das Göttliche nach der Krönung. Die große, stumme Geste spricht eindringlicher als alle Worte. Und dieses Erlebnis wiederholt sich im Epilog bei der Huldigung aller ihrer Schicksalsgenossen. Die Johanna ist aus einem großen Wurf und ist der Beweis einer starken Künstlerschaft. Unmittelbar daneben sind zwei Rollen zu nennen: Felix Norfolk als Graf Warwick und Adolf Telek'y als Inquisitor. Norfolk ist ein ausgezeichneter Shaw-Spieler. Er weiß, die Nonchalance, die spitze Liebenswürdigkeit des Dichters entzückend lebendig zu machen (wenngleich sich mitunter der Verdacht einschleicht, daß gelegentlich (!) für das Parkett gespielt wird. Norfolk ift Könner genug, das zu vermeiden). — Adolf Teleky stattete seinen Inquisitor mit viel Reife und Klarheit aus. Auch hier war eine vornehm abgetönte, fein ausgefeilte Leistung, die wesentlich zum Gelingen der Gerichtsszene beitrug. Julius Bastö als Dauphin war sehr beachtlich. Die nicht ganz einfache Rolle halte er mit sicherem Instinkt für Erlaubtes und Unerlaubtes angelegt und geschickt die Klippen umgangen, die in der Besetzung durch den jugendlichen Komiker zweifellos vorhanden waren. Karl Juhnke, der rm Anfang den Schloßhauptmann Saubicourt derb und flott gab, spielte später den .Kaplan von ctogumber; stark in dem Wahnsinnsanfall, gut auch vorher, eine sicher umriffenc Figur voll Fanatismus und Engstirnigkeit. . Bei Kurt Joachim Baum ((Dunors) klang warme Freundschaft in den Gesprächen nut Johanna durch: gleichwohl blieb die Figur etwas farblos. Auch Max Hoffmann tonnte durch Sicherheit im Einsatz seine recht sympathische Rolle in ihrer Auswirkung im Zusammenspiel und nach außen noch steigern. Paul Schubert lieh dem . Kaplan eine gute Figur. Etwas mehr Ruhe in Bewegung und Sprache würde feine Ueberlegenheit zweifellos steigern. Z)ans K u r z h 0 f f, der als Blaubart forcierte Tone anwandte unb fo ungünstig wirkte, war wett besser als fierr aus dem Jahre 1920. Leider hatte man vergessen, ihm einen tief ausgeschnittenen Frack mit weißer .Hemdbrust und Handschuhen anzuziehen und ihn in einen scharfen Lichtkegel zu stellen. Er fällt doch immerhin aus dem Rahmen der Uebrigen heraus. Karl Volcks Erzbischof von Reims soll nicht vergessen werden als eine geschlossene Leistung, die nach keiner Seite hm starke Ausschläge zeigte, deshalb gleichwohl wertvoll blieb. Als Schloßverwalter gefiel Ludwig Link- mann in den Anfangsszene. Hartmut Brands Leistungen interessieren stets: wenn sich die Regie um ihn Mühe gibt, zeitigte er sehr ost recht beachlliche Ergebnisse. Gestern spielte er denPoulengey und den Domherrn von Paris. Der Beifall, der sich von Szene zu Szene steigerte, galt neben der Darstellerin der Johanna dem Intendanten Steingoetter, der sich denn auch zum Schluß mit der Titelheldin vor dem begeiferten Haufe verneigen konnte. e-s. • Der Prophet von Dörnach Zum Tode Rudolf Steiners. Mitten im Kampf um den Wiederaufbau seines Goecheanums in Dörnach, gegen den sich bezeichnenderweise der gesunde Sinn der Schweizer entschieden wehrte, ist Rudolf Steiner, 64jährig, einem langen Leiden erlegen. Seine anthroposophische Lehre war das lyrische Erzeugnis der Zeit und nur der halt- und die Ziellosigkeit der Kriegs- und Revolutionszeit konnte Steiner seinen raschen und erstaunlichen Erfolg danken. Mit iner selbstherrlichen und apodiktischen Schärfe ohnegleichen setzte Steiner Alles und Jeden in Beziehung zu Dem System irrationaler Tendenzen, das er zum Fundament einer neuen, einzigartigen, allumfassenden Äutturgemeinschast auszubauen trachtete. Ausgehend von einer eingehenden 'Beschäftigung mit dem gewaltigen Komplex Goethe, dessen naturwissenschaftliche Schristen er "herausaab, geriet er später in den Bcmn sozia- Verbandlungen wegen der vollkommenen Verschmelzung der bei Den Anstalten find noch iw Gange. Wetzlar voran! Und Gießen? Im ersten Teile unterer Besprechung der (Siebener Zukunftsaufgaben (Ur. 68 von, 21 März) haben wir dargelegt, daß es notwendig ift, für die städtebauliche Erweiterung und Reugestaltung Gieße ic s einen ganz großzügigen Bebauungsplan aufzustelleii. Wtr cmpfaßfcn. .zu diesem Zwecke einen Wettbewerb zur Erlangung möglichst vieler, guter Bebauungsund Erweilerungspläne auszuschreiden, der den gesamten deutschen Städtebauern off en ßeben müßte". Wie wir aus vielen persönlichen Aeußerungen unb aus zahlreichen Zuschriften entnehmen tonnten, find unsere Vor - schlage in den verschiedensten Schichten der Bür- gerschaft durchaus zustimmend ausgenommen wor den In den letzten Tagen erhielten wir ferner- Kenntnis davon, baß die Stadtverorbneten- trahion der Deutschen VollSpartei vor einigen Wochen einen Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet bat. bessern Forderung in den ziel- gebenden Gesichtspunkten mit untrer Ansicht über« einstimmt. Man muß wünschen, daß diesem Antrag recht bald entsprechende Taten folgen mögen. Wenn untere Stadt nun vielleicht in Bälde einen Wettbewerb der deutschen Städte baulünftler zur Erlangung großzügiger Bebauungspläne ausschretben sollte, so würde sie keineswegs etwas ÜngctoöbnlidieS tun, sondern nur Spuren folgen, die andere Städte vor ihr schon gewandelt finb. Zu diesen anderen Städten, die auch nach dieser Richtung hin früher auf dem Plan waren, gehört wieder unsere Rachbarstadl: Wetzlar Diese bat. wie uns jetzt bekannt wirb, schon im vorigen Jahre einen großen Wettbewerb zur Erlangung eines neuen Bebauungsplanes für die Stadt Wetzlar ausgeschrieben. Dor wenigen Tage« hat nun bas Preisgericht stattgefunden, das nach außerordentlich eingehender mehr' tägiger Prüfung von 41 ««gegangenen Entwürfen 5 mit Preisen ausgezeichnet bat. Dieses Preisgericht stand unter dem Vorsitz des Geheimrats Prvf Dr Genzrner-- Dresden, dem Preisrichterkollegium gehörten neben den Wetzlarer Vertretern u. a_ iroch an Professor Heiser- Dresden. Oberbaurat a. D. Prof. 3. Mues- mann- Dresden unb Pros. Dr.-Ing. Helm Berlin. Die preisgelrönten unb die angekausten Entwürfe sind von hervorragenden Fachleuten in Eharlottenburg, Berlin-Wilmersbors. Frankfurt a. TR.. Hannover. Eßlingen, Karlsruhe. Magdeburg, Berlin-Halenfee irfto. bearbeitet worden Den Eindruck, den man in Wetzlar von dem Er-- gebnis des Wettbewerbs hat, faßt der „Wetz-- larer Anzeiger" im Hinblick auf den an erster Stelle preisgekrönten Entwurf in fnlgenben Satz zusammen: „Mit diesem neuen Bebauungsplan dürfte einer ber Eigenart der örtlichen Verhältnisse unseres alten Wetzlar in jeder Werfe Rech^ nung tragenden Weiterentwicklung die Wege geebnet fein.“ Außer Wettbewerb hatten Stabt- baurat Kleemann unb Stabtvermessungsrat Geschke von 'Wetzlar noch einen Bebauungsplan zur Prüfung burch die Preisrichter vorgelegt. „Das Gesamtresultat dieses Entwurfs würbe," nach dem „Wetzlarer Anzeiger", »dahingehend zufaiinnengefaßt, daß der außer Wettbewerb eingereichte Entwurf soviel beachtenswerte Vorschläge entßäli, baß er nach dem Urteil der auswärtigen Preisrichter sicherlich in die engere Wahl getomanen sein würde und baß bic „Verwertung des Entwurfs für die endgültige Ausgestaltung des Bebauungsplanes daher empfohlen werben kann" " Man kann schon auS diesem einen Wettbewerbsbeifpiel entnehmen, daß das Ergebnis eines solchen Ausschreibens em Vorteil für die betreffende Stadt ist, ber in feiner hohen Zutunstsbebeutung bei Wettern ben Wert bet ausgeworfenen Summe für den Wettbewerb übersteigt, auch wenn biefer Betrag sich auf 60 000 ober 80 000 Mk. ober gar auf 100 000 Mk. be> lautcn sollte. Ilm einer gedeihlichen Zukunft willen müffen eben von dem Gemeinwesen ber Gegenwart auch mal besondere Anstrengungen verlangt werden. Wetzlar ist diesen weitsichtigen unb richtigen Weg gegangen. Wir fragen nur: ilnb Gießen? ilnd wann Gießen? Dieselbe Frage: ilnb Gießen? muß man auch stellen, wenn maft sich an eine andere 1 ....... , listischer Ideen. Diese beiden Geisteskomplere — unvereinbar, ober auch — für den Nachfahren österreichischer Kleinbauern — unentrinnbar, suchte Steiners philosophisch geschulte Dialektik zur Snn- these zu vereinigen. Mit einer Abhandlung übet „Welt- und Lebensanschauungen" begann er 19 diesen Versuch, der ihn alsbald ins Transzendente abwandern ließ. Eine zufällige Berührung mit der Theosophie der Miß Bejant löste endlich den ganzen Komplex irrationaler Strebungen aus, die sich bann in kurzer Zeit zu dem Softem ber anthroposophischen Lehre zusammengefchlossen. Der Sozialpolltiker Steiner begann bie Er» lösung der Menschheit durch die „Dreiteilung des sozialen Organismus" zu verkünden, der Literarhistoriker unb Künstler versprach seinen (betreuen, sie burch ein geheimnisvolles Seelentraining nicht nur zum tiefsten Kunsterleben, fonbern zum eigen- schöpferischen Erleben fähig zu machen. Die Neigungen zu Tanz, Spiel und Sport, bie seine Gläubigen von ihm hätten fort Lotfen können, fing er in der Eurhythmie ein, vielleicht ber seltsamsten Fruch! seiner Lehre, bie denn auch schon beutlich bas Verhängnis erkennen ließ, baß über kurz ober lang über Steiners gleich geist- wie naturwibriges System hereinbrechen mußte. Den hemmungslosen okkultistischen und parapsychologischen Tendenzen ber 3eit unb ber großen Menge kam er mit ber ekstatischen Verkünbigung ber Außenwelt unb bes Astralleibes entgegen, zu bereu Erleben unb Er langung er burch ein betörendes System von geistlichen Exerzitien hinzuführen versprach. Wer aus den Exerzilten wurds Ererzieren und aus der Eurhythmie peinvoll schlechter Tanz und sinnlose Pan- tomime. Die Getreuen begannen schon längst, sich zu verlaufen, zumal die wiederkehrende Wirtschafts, ordnung auch bie Quellen spärlicher fließen ließ, die wahrend der Blütezeit des Ehaos bie anchropo- sophische Insel ber Seligen reichlich gesegnet hatten. Die Anthrovosophie mar in den Zeiten angstvoller Zerrissenheft eine Zuflucht vor ben Schrecken des Unterganas dev Abendlandes. Ihr Begründer unb Prophet hinterläßt einen wankenden Bau, aus dem die große Menge schon cwszuziehen begonnen hat. -/Jy «1 Sfraflenkarte'^' so zuvertisaig wie ContinenMl -Reffen1 MkM«VWWZMl Unentbehrlich für Kraft» and 4* Radfahrer, Wanderer u. Reise» / I*® verkehr. 50 Karten. fGnffarbig. i Maßstab 1 :300000. pro Karte V 75 Pfennig. % van Baerle’s Ei-Schutz Beste Ium Berehtlegen „sies van Baerle & Co., Worms a. Rhein ■ B Erste deutsche Wasserglasfabrik. Gegr. 1883 1 ffi In allen einschlägigen Geschäften zu haben. M Die ' Jugei Durch anfler SCH W Montag, den f versteigere ich w gegen bar: W DieRechnu gemeinde ®it' 1923 und der zur Einsicht bi Tagen auf btn fflktftr. 2, offt Eichen, den Der Vorsta' Ätligions Lot Beka , Sic gemein inSroß-Rech ist genehmigt. Troh.Aecht Zer i .665 I 0.665 ge- 157/0 Berliner dem gestri Börse. Wer nach t m wie Seit 50 Jahren bekannt und beliebt in fast jeder deutsch. Familie als einziges zuverlässig wirkendes Hausmittel sindd. echt Apothck.RichardBrandt's 0,720 0 685 0 79 0,345 0,75a 0 90 0,805 ei 70 8 62 0,665 0,70 0,360 0.7 0 0,85 0 85 0 79 94,75 91,55 89,5 1'5 139,99 112,13 26 6" 133.62 16,10 11.3 91 50 64 40 ,3,30 I 3,50 5,6? 7,8 112,75 । I 2,3 I 3,6 2,3 ; 13,5 Sie beseitigen schmerzlos Verstopfung und Stuhlträgheit regeln die Darmtätigkeit und wirken blutreinigend. Was Großeltern und Eltern geholfen hat, hilft auch heute. Gießener Wochenmarktpreise. am 4. April (Händlerpreise). sichen Franken wahrend des heutigen vormittags, der eine Folge der gestrigen Kammerdebatte war. Im Zusammenhang damit lag auch der belgische Franken stark im An* g ebot, während das englische Pfund gegenüber Kabel Acuyorr eine geringe Besserung zu verzeichnen hatte. Paris gegen London 93,25. Der Geldmarkt zeigte nur geringfügige Veränderungen, bei der Nachwirkung des Ultimos bleibt der Geldbedarf noch rege. Tägliches Gelb 8—10 Prozent. Monats^eld 9—11 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. April. Es wurden notiert: Weizen 19 bis 24, Roggen, inländ. 19 bis 23, Sommergerste für Dcauzwecke 22 dis 29, Hafer, inländ. 17 bis 21,50, Mais, gelb 19,50 bis 19,75, Weizenmehl, inländ.. Spezial 0, 35,75 bis 37, Roggenmehl 33.50 bis 32. Weizen- lleie 13 bis 13,25, Aoggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Flau. Berliner Produktenbörse. Berlin, 3. April. Am Produltenmarkt besteht weitere lustlose Haltung und. das Geschäft blieb in engen Grenzen. Es wurden notiert, für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 244 bis 247, do. Mai 253 bis 252, do. Juli 248 bis 247 50, Roggen, märt. 223 bis 229. do. Mai 227 bis 226, do. Iuli 215 bis 220, Gerste 220 bis 240, Futtergerste 192 bis 218, Hafer, märt. 188 bis 196, do. Mai 177 bis 178, Mais (loko Berlin 190 bis 195, do. Mai 172 bis 172.25, Raps 395 bis 400, Leinsaat 385 bis 390; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,50 bis 35, Roggenn-ehl 31 bis 33. Weizenkleie 14. Roggenklei- 14,40 bis 14,50. Dittoriaerbsen 23 bin 29, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 18,50 bis 20, Wicken 18 bis 20. Lupinen, blau 10 bis 11,50, do. gelb 12,50 bis 14, Serradelle 13 bis 14,50, Raps- tuchen 15,30 bis 15,60, Leintuchen 21,20 bis 21.40, Trocken! chnihel 9.90 bis 10,20. Torsmelasse 9,20, Kartoffelflocken 19,10 bis 19,15, Erhältlich im Buch* und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto* und Fahrradhandlung. Herausgeber: Continental* Caoutchouc* und Gutta*Percha*Co^ Hannover« 157.25 109,5 137 135 117,75 ino 8 59 0,2 78 75 •6 50 10,13 73 80 135,75 17,5 ?1 90 7. 50 0,25 60,25 1 13 103. Ä «2 50 85,30 90,375 88 140,25 112 2T 26,70 134 13 7,75 16 138 11 49 92.25 85,5 64.5 73 " 55 ö.80 .3 2 7,8 0,655 1,12 129,5 2,2 3,4 2 5 12,60 75 3,35 0.655 > 1 12 129,75 : 2,2 1 3.6 I 2,50 13.60 ! 4,475 , 3,35 । 10 >5 137 135 2, 0 37 117,75 115.2 100 8.' 0,11 16,9 9,75 73 - 82,25 136 50 17 60 78 5 10.25 60 50 52, 0 103.5 3 25 83 5 87 * Unveränderte Kohleneinfuhr März. Nach vorläufigen Schätzungen betragt, das Fachblatt „Industrie-Kurier" berichtet, die Einfuhr ausländischer Kohlen ohne Tschechoslowakei und Ostoberschlesien etwa 300 000 Tonnen im Monat März. Im Februna stellte sich der Gesamtimport aus ca. 275 000 Tonnen, so daß in Anbetracht des längeren Monats von einer Zunahme nicht gespro- Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mart mrSgedrückt. BuenoL-AireS, London, Mu* bsrf, Japan, Rio de Janeiro tot eine EAHeit, Wien und 100000 Einheiten, ave« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische AuSzahlun g. ! o.-2 o 7 I 0,829 0 335 : 0,76 141 110,65 27 135 7,8 16.25 138 11 25 90 86,1 63 5 72,6 P 55 | ü »55 j 3i 8 86,5 143 139 1 169,25 I <6,25 133,1 1 15 75 11,25 91 62,50 73 3,59 I 5,67 7,8 113 : - i 2,3 i 3.5 3,5 I 12,50 ; 0 691 I 0.78 ! 0.79U 0.825 0.10 0.87) 0,8 0 95 0,89 94 75 91 65 9 25 I 37 I Berlin. 3. April. , „ . gen Eingreifen der Berliner Großbanken für eine energische Stütze des Äursniveaus der Aktienmärkte erwartet hatte, daß die Börse heute auf Hausse gestimmt sei, sah sich entschieden getäuscht. Der einzige Erfolg der Banken war der, daß ein weiteres Sinken der Kurse nach der Befestigung im gestrigen Aachbörsen- verkehr nicht eintrat. Der G e s ch ä f t s u m f a n g blieb bei Beginn der heutigen Börse unverändert mini mal, da das Publikum noch keineswegs am Markte war. Auch der A n ■ leihemarkt scheint jetzt als Spekulationsobjekt ausgespielt zu haben, denn die Umsätze schrumpften hier während der letzten Tage auf ein Mindestmaß zusammen und begannen jetzt noch kleiner zu werden. Die Kurse dieser Werte behaupteten sich allerdings, wie auch diejenigen der Dor* kriegspfandb riefe, die vollkommen vernachlässigt waren. Lebhaft beachtet wurde an der Börse der starke Sturz des sranzö- werden. ,, ., , - Metallbank und Metallurgische Gesellschaft 21.®. in Frankfurt a.M. Wie die ..Franks. Ztg." meldet, ist die der Gesellschaft nahestehende Metallverarbeitungsgefell- schaft in Köln umgeformt worden, und zwar in Anlehnung an die -um Konzern der Metallbank gehörenden Heddernheimer Kupferwerke und Süddeutschen Kabelwerke. Der Sitz der Firma wurde zugleich von Köln nach Frankfurt a. M., wo sich die Zentralbank des Konzerns befindet, verlegt. 41 Hugo-Stinnes-A iebeck-Mon- tan- und Oelwerke A.G. in Halle. Wie die Gesellschaft in einem Börsenprospekt aus- führt, kann für das Geschäftsjahr 1924/25 eine Dividende in bescheidenem Umfange in Aussicht gestellt werden. Der Absatz in Kohlen und Kohlenerzeuanissen war bis Ende des Jahres zufriedenstellend, ebenso der Absatz in chemischen Erzeugnissen. Dagegen seien die Preise unter Berücksichtigung der gestiegenen Selbstkosten als nicht befriedigend zu bezeichnen. * Kronenberger & Co., K.-G. a. A. in Mainz. Aus dem Reingewinn werden 50000 ReichsmaiF der Rücklage zugeführt, der Rest wird vorgetragen. Gleichzeitig erfolgt eine Erhöhung des Kommanditkapitals auf insgesamt 1 Million I Reichsmark durch Ausgabe von 500 000 Rm. Anteilen zu je 110 Prozent. Die Aktien befinden sich bekanntlich in Händen der Dorbefitzer. Frankfurter Abeubbörse. Frankfurt a. 21t., 3. April. 3m heutigen Abendverkehr kamen die Abgaben, die sich mittags stark bemerkbar machten, zum Stillstand. Die wenigen Rotizen, die zustande tarnen, zeigten teilweise eine leichte Besserung, oder waren gehalten. 3m großen ganzen stand die Börse aber wieder unter dem Zeichen großer Lustlosigkeit, nachdem die Ernüchterung über die beabsichtigte Intervention durch die Großbanken schärfere Formen angenommen hat. Kaufneigung oder 3nteresse für einzelne Werte trat nach keiner Richtung hervor. 3m freien Verkehr gingen 5prvz. Deutsche Reichsanleihen zu 0.662 um. Die Börse schloß bet behaupteten Kursen geschäftslos. Ausländische Renten: Zoll türken 9.25. Bankaktien: Commerzbank 109.50, Deutsche Bank 135.25, Disconto 117.75, Dresdner Bank' 115.25, Metallbank 115.25. Mitteldeutsche Creditbank 100, Reichsbank 142. Oesterreichische Kreditaktien 8.50. I Montcmattien: Gelsenkirchen 82.25, 3lse Bergbau f" Exte Selin. paL 1.5. Extr. Achill mosch.' — Aleci — IAbiyath. aa l.O. Exti. Trif. — Gent, ai 05. Pulv. Kid. Gent. — Trjf g. s. f. pH. 50. Büchertisch. Karl Engelhardt: .,Sonnen-Sohn* Heimatscholle n-Verlag, Melsungen. — Auch diese Sammlung nachgelassener Gedichte des viel zu früh verstorbenen hessischen Dichters läßt ermessen, was die deutsche Literatur mit Karl Engelhard verloren hat. Welche Tiefe des Empfindens, welche Freude am deutschen Wesen, welche Reife und Weite der bewußt auf dem Boden der germanischen Rita aufgebauten Welt* anschauung verkünden diese Gedichte! Der Hei- matschollen-Derlag hat sich ein großes Verdienst durch die Herausgabe dieses Bändchens erworben, aus dem der Herzschlag und die Seetensehnsucht eines wahrhaft deutfchen Dichters dem Leser entgegenklingt. S-— . — Geschichte der Musik. Von Pro,. Dr. 3ohannes Wolf (Wissenschaft und Bildung Rr. 203). 1. Teil. Leinenband 1.60 Mk. Quelle S Meyer in Leipzig. Die Literaturgeschichte hat von jeher einen Platz unter den Bildungssächern der Schule behaupte«. 'Die Musikgeschichte aber ehlte noch gänzlich im allgemeinen Erziehungs- plane. Erst ut den letzten Jahren hat sich hier ein Wandel bemerkbar gemacht, in dem der Gesangunterricht zum Musikunterricht unter Berücksichtigung der Musikgeschichte ausgestaltet wurde. 3st es doch von höchstem 3ntereffe, auf Grund überlieferter Quellen die musikalischen Ausdrucksformen vergangener Jahrhunderte, ja 3ahrtausende nachzuempfinden. Diese kleine Musikgeschichte des bekannten Berliner Musikforschers führt mit außerordentlichem didakti- chen Geschick in die Musik des Altertums, des Mittelalters und der Renaissance ein. Zahlreiche Musikbeispiele ermöglichen dem Musikfreund, die musikalischen Rhythmen in sich Wiedererstehen zu lassen. 154 — F. W. Weber: Dreizehnlinden. Epische Dichtung. Heft Mt. 1.20, Band Mk. 1.80. (PH. Reclam.) Eine tiefe ethische Wirkung geh« von dieser Liebes- und Bekchrungsgeschichte aus, um die sich das ganze blühende Leben des 9.3ahrhunderts ranft. Der endgültige Sieg des Christentums über das Heidentum in Westfalen bildet den Stoff zu „Dreizehnlinden". Raturliebe, Heimattreue, nationales Selbstbewußtsein, tiefes, reines Liebessehnen, ja sogar liebenswürdiger, urwüchsiger Humor sind die kennzeichnenden Merkmale dieses Werkes. 105 Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsver kündigu ngsblatk Ar 27 vom 3. April enthält: Festsetzung der Aprilmiete. - Schußzeit für Waldschnepfen. — Berkehr mit Zahlungsmitteln — Auswärtige Amtstage. — Straßensperre. — Beurlaubungen Der Lehrer und Lehrerinnen. — Dienstnachrichten. denn Die Erfahrungen Der letzten Monaie yaoen gelehrt, daß die ersten Tage des neuen Monats in dieser Beziehung noch Ueberraschungen bringen können. Auf der anderen Seite trägt die völlige Ge- schästsstagnation zur Flüssigkeitdes Geldmarktes bei, da naturgemäß die Ansprüche Der Börse entsprechend gering sind. Heutige Gerüchte, daß in absehbarer Zeit die Reichsbank eine weitere Diskonter Mäßigung beabsichtige, sind angesichts der bekannten Bestrebungen dec Reichsbank, für eine Verbilligung der Getdsätze Sorge zu tragen, nicht von Der HanD zu weisen, umsomehr, als Die Befürchtungen anläßlich der letzten Diskontermäßigung, daß diese zu einer über großen Anspannung der Kredite führen wurde, nicht eingetroffen sind. Die Entwicklung des Privat- diskontmarktes macht weitere Fortschritte, was besonders stark bei dem Bankausweis per Ultimo Februar in einer Steigerung der Akzeptbestände zum Ausdruck gekommen ist. Es hat denAn- schein, als wenn auch das Ausland, in erster Linie Holland, größeres Interesse für deutsches Prioat- diskontmaterial zeige. Die Absicht, ab Freitag wieder eine offizielle Notierung des Privalfatzes vorzunehmen, spricht ebenfalls dafür, daß man Die derzeitige Grundlage des Marktes bereits für grt niigend erstarkt hält. einschätzen, ja, sie sogar prcisaeben wollen. Hc man in Wetzlar auch so kleinlich gedacht? W Den Gang der Geschehnisse betrachtet, wird Diese Frage verneinen. Der Kamps gegen Die Wohnungsnot Durch Erbauung von Wohnungen ist gewiß notwendig: jedoch auf diesem Gebiete hat unsere Stadtverwaltung bisher schon immer nach Lage der Dinge das Bestmögliche geleiftet, und sie wird hier zweifellos in Zukunft nicht passiv bleiben. Man Darf aber auch die Weg* berettung für eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung Des Gemeinwesens Durch Die Schaffung verkehrswerbender Einrichtungen, Die Geld in Die Stadt hereinbringen, nicht vergessen. Bessere Einnahmemöglichkeiten winken nach der Erbauung einer Volkshalle direkt oder indirekt Der gesamten Geschäftswelt. Diese sollte deshalb ohne Ausnahme sich dazu verstehen, Den Bau durch weitgehende Zeichnung von Anteilscheinen zu ermöglichen. Ein Kaufmann, ein Fabrikant oder ein Handwerksmeister, Der feinen Umsatz und damit auch seinen Verdienst steigern Will, vervollkommnet zunächst seinen Betrieb, D. h. er steckt Geld hinein, Dann kann er auch mehr herauswirtschaften. Genau dieselbe Richtlinie gilt für Das Verhältnis zwischen Der Geschäftswelt und Dem geplanten Volkshalle-Bau Bisher hat man vielfach gelingt, es geschehe in Gießen nicht genug, oder auch gar nichts für die Verkehrswerbung, und Darunter habe unsere Geschäftswelt zu leiden. Jetzt soll nun etwas ganz Großzügiges geschaffen werden, ein Verkehrswerbemittel zukunftsreichster Art, und da sollen Kleinlichkeit und Kirchturmshorizont wieder die Oberhand gewinnen? Blicken wir bei dieser Frage nur mal wieder nach Wetzlar! Dort schreitet man schaffensfroh und kräftig voran, unter gelegentlichen Opfern zwar, aber auch mit Der Gewißheit, Damit eine gedeihliche, eine bessere Zukunft zu gewinnen. Sollten wir Daraus nicht lernen? Dürfen wir in Gießen Die Möglichkeit außer acht lassen, daß uns Wetzlar wirftchaftlich weit überflügeln kann, daß vielleicht sogar mal eine Zeit anbricht, in Der viele Käufer nicht mehr von Wetzlar nach Gießen zum Einkauf fahren, sondern die Reise umgekehrt gemacht wird — wenn wir in Gießen kleinlich und engherzig sind unD uns nur groß zeigen in verpaßten Gelegenheite n? 3etzt, bei Dem geplanten Dolkshalle-Bau, geht es wieder mal um diese Frage. Beantworten wir sie recht, zeigen wir uns großzügig und weitblickend, zumal ja hier kein Opfer verlangt wird, sondern Die Anteilscheine verzinst und zu- rückgezahlt werden sollen, spannen wir alle Kräfte an zur Verwirklichung des Planes, bringen wir unsere Mithilfe schnell! Rur Den Tatmenschen gehört Die Zukunft! Hochschulnachrichten. Bon der Landes-Universität Gießen. LU. Der ordentliche Professor für neuere Deutsche Literaturgeschichte an unserer Universität, Dr. Hermann August Korfs, hat einen Ruf km die Universität Leipzig erhalten. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Angesichts der überaus schwierigen Sage der Wirtschaft, die man schon wieder einmal als eine Wirtschaftskrise bezeichnen kann, hat sich der Börse eine starke Depression bemächtigt. Neben der bekannten trostlosen Lage des Kohlenmarktes | häufen sich auf anderen Gebieten die Anzeichen für eine Stockung des Gcfchäftsleoens. Es vergeht kaum ein Tag, ohne daß aus der Textilindustrie Zusammenbrüche gemeldet werden, von der schwierigen Lage, in der sich der Produktenmarkt infolge der amerikanischen Kursstürze befindet, gar nicht zu reden. Die Auslassungen in den Generalversammlungen größerer Gesellschaften wer- \ den immer pessimistischer, und da ist es kein Wun der. wenn die Börse reagiert, obwohl infolge der allgemeinen Kapitalarmut der Kursstand der meisten Aktien seinen inneren Wert schon längst unterschritten hat. Die Börse ist eben lediglich auf die Spekulation angewiesen, und daß ihr diese in schwierigen Zeiten, wie den fetzigen, keinen Halt bietet, liegt auf der Hand. Wenn sich nicht ein großer Teil des erstklassigen deutschen Aktiemnar- tes in festen Hände befände, würde sicherlich das Bild noch viel "trauriger fein. Bekanntlich findet an der Börse, ebenso wie im allgemeinen Wirtschaftsleben ein Kreislauf statt, indem die Deut c f f i o n an der Börse eine Folgeerscheinung der schwierigen Wirtschaftslage ist und gleichzeitig wiedrum zur Berschlechterung dieser Wirtschaftslage beiträgt. Auch aus diesem Grunde ist es begreiflich, daß die Banken den Rückgängen Einhalt zu tun versuchen, indem iic intervenieren, was allem Anschein nach bereits der Fall gewesen ist. Erleichtert wurde der Schritt der Banken durch die verhältnismäßig gute Ueberroinbung des Ultimos, die allerdings angesichts der großen Mittel, die die öffentlichen Kaffen dem Goldmarlt vermittels der Reichsbcmk zur Verfügung stellen konnten, zu erwarten war, wobei allerdings nicht gesagt werden kann, ob die völlige Ueberroinbung bereits zur Tatsache geworden ist: 109 50 137,5 135 0,37 117.75 115,25 100 8 G 0,11 I »I 72,5 80 m 133 17,25 I 22 13 ! 6,40 10,5 II 53 103 3,20 84; 86,5 j 90 89 dien werden kann. * Dresdner Bank. In der H. B. wurden die Bilanz und der Dividendenvorschlag von acht Proz. debattelos genehmigt. Die Direktion erklärte über den Geschäftgang im lausenden Jahre folgendes: Das erste Quartal des neuen Geschaftjahres ist verhältnismäßig ruhig verlaufen. Die fremden Gelder haben weiter zugenommen, und das Kontokorrentgeschäft dürfte trotz Verringerung der Spannung zwischen Kredit- und Debetzinsen noch ertragreich geblieben fein. Wie wir aber schon im Jahresbericht betont haben, kann die im Interesse bet Wirtschaft wünschenswerte Ermäßigung der Kredit- bebingungen nur langsam und im Zusammenhang mit Ersparnissen auf bem Unkostenkonto vor sich gehen. Das Effektengeschäft ist äußerst leblos, nur der Absatz in hochverzinslichen Anlagewerten hat in mäßigem Rahmen angehalten. Unser Akzeptkonto hat im Zusammenhang mit der Entwicklung des Privatdrskontmarktes eine allmähliche Zunahme erfahren. Der Geldmarkt ist ziemlich stabil. In der Hereinnahme von Auslandkrediten hat sich das Tempo verlangsamt, eine Erscheinung, die im Interesse einer ruhigeren Entwicklung des Geldmarktes nur zu begrüßen ist. Der Abschluß verschiedener Handelsverträge und weitere Abkommen dieser Art werden, wie zu hoffen ist, dem deutschen Außenhandel eine gesicherte, breite Grundlage geben. Daneben dürste die durchaus mögliche Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion eines der wichtigsten Mittel zur Herbeiführung eines Ausgleichs der Handelsbilanz sein. * Berliner Handelsgesellschaft. 3n der ordentlichen Hauptversammlung wurde der bekannte Jahresbericht der Geschäftsinhaber und des Verwaltungsrates für 1924 entgegengenommen. Die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für 1924 und die Gewinnverteilung wurden ohne Aussprache einstimmig genehmigt, Geschäftsinhaber und Derwaltungsrat entlastet. Aus einem Rohgewinn von 10 092 981 Rrn. verbleiben nach Kürzung der Derwaltungskosten — I einschließlich Tantiemen Steuern und Pen* I sionsleistungen in einer Gefamthohe von Am 2 562105 Rm. als Reingewinn. Von diesem Reingewinn entfallen 10 Prozent Gewinnanteil auf das 22 Mill. Rm. betragende Kommandit- kapital =- 2,2 Mill. Rm., als Gewinnanteil an Den Verwaltungsrat, 136 629 Rm., wahrenD 225 475 Rm. auf neue Rechnung vorgetragen Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 2,20, Mate 35, Käse 70, Wirsing 50, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 45, Unter-Kohlrabi 8, Misch- gemüse 20, Grünkohl 25, Rosenkohl 70,Feldsalat 100, Tomaten 150, Zwiebeln 30, Meerrettich 60 bis 100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 12, Dörrobst 35, Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120, Gänse 120,^ Eier Stück 12, Blumenkohl 60—150, oalat 50, Salah gurten 150, Endivien 80, Lauch 5—10, Sellerie 40 bis 80, Radieschen Bd. 20—40 Pf. 5% Deutsche Retchsanlethe . 4% Dcu-schc DlcidjSanleibe . 37e°/o Deutsche Neich--anlcihe 3°/, Deutsche Reichse.nleihe . Deutsche Svarpramicnanleihe 4°/o Preußische IkonsolS . . . 4° o Hessen........... S‘4% Hessen 3e/0 ©elfen ... Deutsche Wertb. DoUcir-Anl. bto. Doll-Schatz-Anwcisng.') 4°/o Zolltürkeu • • I 5% Goldmexikanee...... Berliner HandelSacsellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandil .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank . . Oesterreichische Kreditanstalt Weltbank............ Bochumer Guß ....... Buderus..... Caro . »Luxemburg ..... irchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kalliverke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte.......... Oberbedarf Phönix Bergbau Rhcinilabl........... Riebeck Montan Lellus Bergbau . Hamburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... AngloCont.-Guano .... Badische Anilin..... Chemische Mayer Alaphr .. Goldschmidt....... ©lieg; eimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ........ NütgerSwerke Scheideanstalt .... Allg. ElektrizilätS-Gesellschaft Bergmann .......... Mntnkraftwerke . Schuckert Siemens A Halskd ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . . . Meguin............. Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet Union Ä* 72 95 >1 4 136,25 I 17,60 I 22,25 78 10 50 ! 60,5) I 52 40 104,25 P3,f3 85,60 groöe Smncytung Der 'Rachbarstadt Wetzlar erinnert. an Die Schaffung Der Spilb urg. dieses ausgezeichneten Verkehrswerbungs--Inftru- nlents, und Der Dabei bekundeten Großzügigkeit Wetzlars Die Kleinlichkeit, Den engbegrenzten Blick gegenüberstellt, mit Dem man in unserer Stabt Den geplanten Bau einer Volkshalle noch immer betrachtet. Die Gegner dieses Planes begehen Den großen Fehler, Daß sie über Dem Heute sehr wichtige Belange Der Zukunft gering ---- • " e - --rr— ÄQf Zö.<ö, Mannesmann 63.25, '21üntifetoer 90, Phönix 60.50, Rheinische Braunkohlen 146, Kali Westeregeln 22. Chemische Aktien: Th. Goldschmidt 112.25, Holzverkohlung 7.75, Chemische Rhenania 5.37, Rütgerswerke 16. GtaDuftrie- aftien: ADlerwerke Kleyer 3.55, AEG. 11.37, Dingwerke 3.50, Dyckerhoff 4.50, Holzmann 88, Gebr. Iunghaus 11.75, Rheinmetall 62.50, Zu- lius Sichel 2.50, Schuckert 64.50, Wayß und Freytag 3.40. Börsenkurse, Frankfurts 'm. PrrHtt Rurs 1 börje Schlutz. Hur» Schluß Mittag b!'rfe Datum: 2.4. । 3 4. 2. 4. 3 4. . April 3. April Vw'liche Notierung (Srlh Brief Amtlich« ' cyclo tönern n Amst.-Notl. Bucn. Aires Brss-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS gtaticn. . London. . . Neuyork . . Parts. . . Schweiz . . Spanien. Japan . .. -Mio de Jan Wien in D-' Ceft. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bul arten yiffabon Danzig. . . Konst,intin. Athen. . • 167 24 | 1/03 ?1 34 (6 27 76 90 113.04 10,567 17.27 20 043 4,195 11 81 80 9) 69 74 1,733 6,141 69,07 12,415 6 72 5,80 fi,051 19,975 79 60 2,18.' 0,69 D 167766 1.613 ?! 40 fö 43 77 10 113.12 10,607 17 31 20,093 4,20» 21 87 61,1) 69,9) 1,737 0,443 69.21 12,455 6,74 6,82 8,065 20 02 » 79 80 2.192 6 71 antnote 167,21 1,R12 21 23 5 , 66 49 76 85 113,04 10.56 17 18 20,013 4,195 21 47 80 83 Ö9 48 1,733 0.453 69,03 12,43 6,73 6,805 £.06 19,975 79,55 2.175 6.59 n. 167,63 1,615 21 29 66 6" 77 0.' 113,3: 10.60 17 21 20 09: 4/305 21 5: 81 Oli 59 6 1,73' U,4äc 69,1 1 12,1 1 6,7, 6,82 8.0 1 20 02 ! 79 7 2,19 1 b.6 1 Berlin, 3. April. 7 lag, Melsungen. - ^gelassener Gedichte en hessischen Dichters rutsche Literatur mit < Welche Tiefe des ain deutschen Wesen, >er bewußt auf dem la ausgebauten Welt- Gedichte! Der tzci- ein grvtzes Verdienst i Bändchens erworben, nd die Eeeiensehnsuchl )ichters dem Leser ent- -z- Mufik. Ion Prv!. senschaft und Bildung nd 1.60 Ml. Quelle 8 Lileraturaeschichte Hal c den Mungssächern e Msilgeschichte aber Igemcmen Erziehung- i wahren hat sich hier Cicht, in dm der terricht unter De- lgeschichte ausgestaltet Ht höchstem Interesse, uellen die mufifoliffcn ener Jahrhunderte, ja finden. Dick klernc rtten Berliner Wb rordentltchem bebaut’ k des Altertums, bei isscmee ein. Mretchc dem Wffreunh, die sich Wiedererstehen zu Dreizehnlinden, f 120, Band M. 1.80. ethische Wirkung geht tossS Sk»* » ^igungsMÜ. * .Beurlaubungen xM isc!ä^u* SK „..Worm» “ Qegr.l8»| beBlbL<^ LJ Wirkliche Osterfreude bereiten Ihnen gutsitzende Schuhe Die neuesten FrühiahrsmoilBlle sind Wickn! miiiiiiiiiiimiiiiiiiiHmiiiiimiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiii Die Marke Durch räumliche Erweiterung meines Geschäftslokals und Vergrößerung meines Lagers bin ich in der angenehmen Lage, reiche Auswahl bieten zu können. 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Louis Marcus. Bekanntmachung. Die gemeinsame Dutzholzversteigerung In Groh-’Rechtendach am 23. März 1925 ist genehmigt. Grdß-Rechtenbach, den 31. März 1925. Der Bürgermeister. 3526D Grohe internationale WNM-NSWW von Hundenaller Rassen am26.April,aufd.Liebigshöhe veranstaltet v. Verein für Hundesport für Gießen u. Umgegend. Geschäftsstelle: August Schwan, Mollkestratze 16. 3509D Meldeschluß 17. 4. Der Vorstand. / ff SandilsBChule, Gießen \ 5 Goethestraße 82 \ I Beginn den 12. Schnljahrenl I 20. April In dem neaerb. I I Scbulgeblade. W Va-l-u^-Jahreskl. Höh. Hand- ■ % KL(l/iU.lJahr). Prosp.u.Anm 1 d.d.Schullte.Dr.Reokiaf Ä Dipl.-Kanfm., Dipl.. US4a toliteMeifalirräler verschiedene Fabrikate Ersatz- und Zubehörteile liefert zu billigsten Preisen Heinrich Appel, BieBen Seltersweg 73 Telephon 267. Kein Laden! a370h Kein Laden! Steinfurter Spezial- Rosenzüchterei Gießen, Ederstraße 20 hat Hochstämme- und Buschrosen abzugeben 030l0 WM Auswahl preis- wert vorrätig. 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Das hat sich lannten Verluste i «J en, beantworte “Hfl nicht nur < 1D1 ganzen. Di den Arieg ver! M Drittel Deutschs a? le öi 5 ab, und H«n jtwi Tritt. R Wa wir y *'«>tune die W.? 'M Mwi li*\ A dm $6,g, 6er k,‘ S kungsheimen und Spezialyäusern für Darm- und Magenkranke den breitesten Bevölkerungsschichten einen preiswerten Aufenthalt verschaffen, Homburg also auch zu einem Volks- b a d im wahren Sinne umgestatten. Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto H o etzsch, M. d.R. In der Sicherheitsfrage liegt mit der Red« Chamberlains vom 24. März und den fran- zöstschen Aeuherungen daraus die Situation klar. Englands Programm und Willen, das die Zustimmung Äordamerikas hat, ist: Der Darantiepakt im Westen zwischen England, Frankreich und Deutschland Frankreichs G«enbedingungen sind: Dor dem Pakt vorbehaltloser Eintritt Deutschland« in den Dölkerbu n d und Einbeziehung Polens in die Garantiepaklabrede. Wie diese beiden Standpunkte miteinander sich vertragen sollen, ist heute noch gar nicht abzusehen. Deutschland bat daS Seine mit der Bereitwilligkeit zur Diskussion getan und hat jetzt zuzusehen, ob die andere Seite überhaupt bereit ist, in dieser Diskussion uns als gleichberechtigt anzuerkennen und unseren Lebensnotwendigkeilen Rechnung zu tra- tragen. Wie das, was wir darunter verstehen, und da«, waS Frankreich fordert, nach der englischen Vorstellung vereinigt werden (arm, ist heute völlig unklar. Die Sicherheitsdiskussion soll die politische Ergänzung au dem Dawesplan, der Wirtschaftlich den Krieg liquidieren sollte, sein. In diese Erwägungen hinein gehört dann noch da« Problem der interalliierten S trachtung führt einmal zu einem mehr theoretischen, aber deshalb doch wichtigen Wunsch, nämlich, daß die europäischen Länder, die des Kontinents sich ihrer gemeinsamen Interessen immer mehrbewuht werden sollten. Schlagworte und Gedarrkengänge wie. Die Vereinigten Staaten von Europa oder Paneuropa oder der gesamteuropäische Gedanke, sie werden mit Recht heute noch als theoretisch empfunden. Sie werden heute gewissermaßen nur von den Pionieren dieser Idee theoretisch und platonisch vertreten. D.-lächeln darf man sie jedoch darum nicht. Denn will unser Europa in absehbarer Zeit den Rückschlag des Krieges wieder einholen, dann müssen sich die Interessen der einzelnen europäischen Staaten ausgleichen und zusammenfinden zu gemeinsamer Einsetzung des wirtschaftlichen Schwergewichtes. Die Entwicklung muh genau in der entgegengesetzten Linie geben, als die Pariser Friedensschlüsse mit der „Balkanisierung Europas eingefd) lagen haben. Praktisch aber für den Augenblick und bedeutungsvoll sind die Schlußfolgerungen aus diesen allgemeinen Umrissen füt die Handelst) er- tragspolitik selbst. Sie führen zwingend auf die Bedeut ung des Inneren Marktes hin. Sie belegen die Richtigkeit der Behauptung, daß heute, so wichtig der Export ist. die Kaufkraft und Aufnahmefähigkeit der inneren Marktes von größter Bedeutung ist und daß von hier aus die Gesamtauffasiung in der Handelsvertragspolitik bestimmt werden kann. Daraus ergibt sich die fiare Einstellung auch zur Meistbegünstigung. Rienand. b?r e - was von Handelsverträgen versteht, wird sich der großen Bedeutung verschließen, die dieses automatisch und elastisch wirkende Mittel der Meistbegünsttgung hat. Aber liegen konkret die Wirtschaftsverhältnisse so, wie hier gezeigt, so kann und darf die Meistbegünsttgung nicht sche- mattsch. nicht schlechthin als allein selig machendes Mittel angesehen werden. Das ist aber heute die Auffassung in der amtlichen Führung der deutschen Handelspolitik, gegen die wir un« wenden. Wir kommen so nicht in die richtige Position, wie wir von Schritt zu Schritt bei jeder der schwebenden Derhandlungen sehen. Es ist ein mühsames Verhandeln, dessen Ergebnis niemand befriedigt, bei dem Deutschland Zugeständnisse macht, obwohl man seine Wirtschaftskraft braucht und sucht. 9t wird ein Verhandeln um den Vertragsabschluß um jeden Preis. Wir sind seit dem 10. Januar dieses Jahres in dieser Beziehung frei geworden. Wir haben die Vorbereitung auf diesen Augenblick versäumt, vielleicht nicht die Zett und Sammlung gehabt, die richtigen Vorbereitungen zu treffen. Wir müssen aber baldigst festen Boden unter den Füßen gewinnen, in ileberlcgung und Entschluß, wie wir unsere Handelspollttk anlegen wollen, und dürfen den Kampf der Parteien darum nicht scheuen. Die Bedeutung des inneren Marktes, der Schutz der nationalen Produktion in Industrie und Landwirtschaft, die Herstellung des Zoll- tarifes nach dem Schutzbedürfnis und als Kampf- inftrument. die Einfügung der Meistbegünstigung in dieses System je nach der Auffassung davon, die der Vertragsgegner damit verbindet, das sind die praktischen Schlußfolgerungen aus der weltwirtschaftlichen Situation und der Lage unseres Deutschlands darin. Erneut stellen wir diese Forderung und dieses Programm. Man kann sich darum auf die Dauer, sollen wir nicht darüber zu Schaden kommen, nicht herumdrücken. Man wird in dem Kampf um die innerpolitische Auseinandersetzung nicht herumkommen. und darum sei zum Schluß noch einmal gesagt: Es wird auch für dieses wichtige Kapitel allerhöchste Zeit, daß wir auf etwas längere Sicht sachliche Arbeit anlegen und durchführen und, wenn nötig, auch durchkämpfen können! angegriffen worven mtO Hütten TW5 ftnr gttveyrr, toad jedoch durch die Aussagen der Zeugin Luise P. widerlegt wurde. Das Urteil lautete wegen Körperverletzung auf zwei Monate Gefängnis für jeden der beiden Angeklagten. — Die Ehefrau Luise L.. Wetzlar, die wegen Betrugs angeklagt war — sie sollte von dem Kaufmann P. von Wetzlar sich unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen Waren haben geben lassen, indem sie angab, sie wolle diese durch Arbeiten abtragen — wurde, da ihr eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen war, frei» gesprochen. — Der Maurer Hermann M. von A tz b a ch war wegen Wider ft andes angeklagt, weil er dem Rachtwächter W. von Ahbach In Ausübung seines Dienstes Widerstand entgegengesetzt hatte. Da in der heutigen Verhandlung festgestellt wurde, daft der Racht- wächter zu der fraglichen Zeit Wohl gewählt, aber noch nicht bestätigt war, wurde der Angeklagte freigesprochen. — Weil er als Vertreter einer Frankfurter Firma angeblich für diese einkassierte Gelder nicht abgeliefert. sondern für sich verbraucht hatte, war der Vertreter Johann St von Wetzlar wegen .Unterschlagung angetlagt Die Höhe der angeblichen Unterschlagung betrug etwa 12—1300 Mk. Der Angeklagte bestritt, Beträge in dieser Hohe einkasfiert zu haben, auch sei ein Teil der fehlenden Gelder infolge Geschäftsunkosten verbraucht worden und auherdem ständen noch etwa 4—500 Ml. zur Verfügung. Das Urteil lautete auf 300 Mark Geldstrafe evtl. 30 Tage Gefängnis. — Reun junge Burschen aus Groh- Rechtenbach, die alle wegen Verübung groben Unfugs polizeiliche Strafverfügungen erhalten Mitten, sich aber hierbei nicht beruhigt, sondern Antrag auf gerichtliche Entscheidung ge- stellt hatten, wurden, da ihnen eine strafbare Handlung nicht nachgewiesen werden konnte, freigesprochen. — Der Fabrikabeiter Otto B. aus Münchholzhausen war wegen Ur- lundenfälschung angeklagt. Auf Gurnd einer eingesandten DestellkartL sandte die Firma ./Sigurd" -Gesellschaft in Kassel an den Zeugen B. unter Rachnahme mehrere Waren im Werte von 84 Mk. Der Zeuge B. verweigerte die Annahme und lieft die Sachen an die Firma zu- rückgehen, da er leine Waren bestellt hatte. Da jedoch die Beftellkarte mit seinem Tiamon unterzeichnet war, war es ihm Kar, daft hier eine Fälschung vorlag. Sein Verdacht fiel sofort auf den Angellagten, der sich auch von der Firma vorher einen Katalog hatte schicken lasset:. Der Angeklagte erllärte, daft er am Tage der Bestellung so betrunken war, daft er nicht mehr weih, wie er dazukam. Das Urteil lautete auf 30 Mark Geldstrafe an Stelle von 5 Tagen Gefängnis. Der Angeklagte beruhigte sich bei diesem Utteil. Buntes Allerlei. Die Erschliesrntt«! des Nordpolgebietes für den Wektlnftverkehr. Gin wahrer Sturm auf den Rordpol wird tu diesem Jahre beginnen, und die verschiedensten Forscher wollen sich dabei des Flugzeuges und des Luftschiffes bedienen. Aber die Pläne der Wissenschaft gehen noch weiter. Eine internationale Gesellschaft, an deren Spitze TM) 01 «rufen stellen wtro, soll gegrüno« werden, umdasAordpvlgebietindenWelt- luftverkehr einzubeziehen. Rähere Mitteilungen über diesen großartigen Plan und die bereits geleisteten Vorarbeiten machte Geh.-Rat Kohlschütter in~ eimnn Vortrag vor der Berliner Gesellschaft für Erdkunde. Er erinnerte daran, daft schon vor Jahren der Luftschifführer Bruns den Gedanken aus- sprach, man solle eine Luftverbindung zwischen Europa und den Küstenländern des Stillen Ozeans über die arktische Zone hinweg schassen. Zur Erforschung der atmosphärischen Verhältnisse unternahmen Graf Zeppelin und Geh.-Rat Hergesell im Sommer 1910 eine aerologische Studienreise nach Spitzbein und legten ihre Beobachtungen über die Wittemmgsverhältnisse in einer Denkschrift nieder. Ein Ausschuh der Berliner Gesellschaft für Erdkunde hat sich dann weiter mit diesen Fragen beschäftigt und fest- gestellt. daft die Monate Mai und 3uni wegen der Seltenheit von Sturm und Rebel die günstigsten Aussichten darbieten und dah die Innehaltung des richtigen Kurses in jenen volnahen Gegenden durch die neuesten Ravigationsmetho- den gewährleistet werden kann. Der günstigste Zeitpunkt für eine solche Tat wäre danach der Mai und der geeianetste Ausgangspunkt Murmansk, die nördlichste Station des europäischen Eisenbahnnetzes an der Rordküste der Halbinsel Kola. Die beste Route führt über das Franz- Josef-Land zum Rordpol, dann über das Frohe, noch ganz unbekannte Gebiet nordwestlich des nordamerilanischrn arktischen Archipels nach Kome in Alaska. Von dort geht der Rückweg über die Dehringstratze, Wrangel-Insel, De Long- Insel. das kürzlich entdeckte, aber noch unerforschte Rikolaus ll.-Land und Rowaja Semlja nach der Murmanküste zurück. Für diese Fahrt über den Rordpol wäre ein Luftschiff von 150 000 Kubikmeter Inhalt erforderlich, das etwa um ein Viertel größer wäre, als der Amerrkafahrer ZR. 3 und dessen Bau von öejt Fachleuten für durchras möglich gehalten wird. Reue (Srgebniffe und Fortschritte find von einer solchen Fahrt für Erdkunde, Meereskunde, Wetterkunde, für Aerologie und Erdmagnetismus zu erwarten Auch unsere Kenntnis der Verteilung von Wasser und Land auf der Erde könnte dadurch erheblich bereichert werden: wichtige Aufschlüsse würden gewonnen über Tiefen und Strömungen des Meeres, über das schwimmende Polareis: auch die Frage nach dem Vorhandensein des hypothetischen Harris- Landes würde endgültig gelöst. Da Deutschland allein die Mitte! für dieses Unternehmen nicht auVringen kann, so soll die Verwirklichung des PI nes auf breite internationale Grundlage gestellt werden. Der Verkauf des Schönbrunner „Kaiserteppichs-. Rach langen Verhandlungen mit der öfter» reichlichen Regierung ist her berühmte »Kaiser» teppich", der eine unvergleichliche Zierde der groften Treppe des Hauses der Schönauer Residenz bildete, von einer englischen Firma erworben worden. Der Preis wird noch geheim gehalten: er ist aber nach einer Mitteilung der „Times" sehr hoch Sachverständige schätzen den Wert des Stückes auf etwa 100 000 Pfund. Zugleich wird gemeldet, dah die österreichische Regierung nicht die Absicht hat, andere Kunst - toerie zu verkaufen und dah dieser Teppich nur wegen der augenblicklichen besonders schwierigen Verhältnisse sorigegeben wurde. T^s Kunstwerk, das nun nach England kommt, ist einer der schönsten frühpersischen Teppiche, die man kennt, und in vorzüglichem Erhaltungszustand. Die Grundfarbe ist ein prachtvolles Rubinrot mit einer smaragdgrünen Bordüre: das Ornament besteht in Blumen- und Pflanzendarstellungen. Der Teppich, der 25:11 Fuh mißt, stammt aus der Zeit um 1550, als die persische Teppichweberel ihren Höhepunkt erreicht hatte. Er soll ursprünglich in dem persischen Königspalast gewesen fein und wurde dann von einem Schah Peter dem Großen von Rußland geschenkt. Dieser überlieft ihn bei feinem Besuch im Jahre 1698 Kaiser Leopold 1. von Oesterreich, und seitdem ist er im Besitz der Habsburger gewesen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde«. Gießen. Sonntag, den 5. April. Palmarum. Landes-Buh- und Dettag. Stadttirchc. 9'/8: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. die Matthäusgemeinde. Pft. Wahr. 6: Pfarrafs. Hertel. — Johanneskirche. S'/,: Psr. Dechwlsheimer. 11: Kinderiirche für die Lukasgemeinde. Psr. Bechtvisheimer. 6: Pfr. Aus- felb. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas» und Ivhannesgem. — Kirchberg. 10. 11: Heiliges Abendmahl f. d. jungen Männer und Stauen von Lollar (Kollekte). 1V3. - Wieseck. 98/j Pfr. Sattler. (Opfer für die Hess. Diaspora.) 11: Kinderkirche. Abds. L'/.: Pafsionsand. m. Lichtbildern. Pfarrafs. Hertel, Gießen. Katholische Gemeinde«, Gießen. Samstag, d. 4. April. 4 unb 7 Beichte. Don 4-6 wird ein fremder Pristet Deichte hören, Sonntag, den 5. April. Palmsonntag. 6'/, Deichte, 7 Messe, Kom der Männer, 8 Kom., 9 Hochamt, vor» her Palmweihe, 11 Messe, 5*/9 Christenlehre und Andacht. Dienstag abends 6'/, ist Sastenandacht. — Grünberg, 97, Messe. - Hungen. 6: Fasten» andacht. Sich. 77-j Messe u. Predigt. Rundfunk-Programm des frankfurter SeuderS. (Aus der ^Radio-Umschau".; Sonntag, 5. April: 8,30 ilfjr: Morgenfeier, veranstaltet von der II. Methodisten-Gemeinde. 4—5 Ähr: Kinderstunde. 5—6 Uhr: S onntagnach-mittags- Konzert des Hausorchesters: Zeitgenössische Bühnenmusik. 1. Ph .nl sie a. d. Oper „R.senkavalier", Strauh, 2 Phant sie a. „Arie und Blaubart", Ducas, 3. H.H n: f.e a d. Ba lrtt „Die Spi lzeugschach- tel“, DVussy, 4. PH intasie a. b. Op. „Gianni Schiechi", Pu.cini, 5. Tanzsuite nach Eouperin. Str uh. 6—7 Uhr: Stunde des Ähein^Mainischcn Verbandes für Volksbildung: „Ethik der Propheten", Einführung und Vorlesung. 7,30—9,30 Mr: IesuZ R z rcnus, vollstümliches geistliches Oratorium für Chor, Soli, Orchester unt>_ Orgel (bzw. Harmonium) v. Br. Leipold (Aufführung durch die Frankfurter Dapttstengemeinde). 9,30 Ufjr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Ratschläae für die Öfter- reife unserer Rundfunkhörer. (Der neue Daede» ter mit Beiträgen von Jonathan Swift, Heinrich Heine, Mark Twain, Jerome K. Jerome, Joachim RingÄuatz, l^rtfttan Reuter. XHr Wawra, Azarski unb Hans Sachs.) Montag, 6. April: 10,45 Mr: Wirtschaftsmeldungen. 12 Litze! Rachrichtenbienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschafi-mel» düngen. 4,20 Ahr: Rachrichtendienst. 430—6 LIhr: Rachmittagskonzert des Hausorchester-: 1. Kinderliedermarsch, 2. Aus deutschen Gauen, Potp.. Christern. 3. Ouv. z. „ßuftige Weiber von Windsor", Ricolai, 4. Volkslieder (gesungen), 5. Auf der Wanderschaft, Potpourri, Manfred, 6. Volkslieder (gelungen), 7. Andante a. d. Oktett. Schubert. 6 ilfjr: Wirtschafts Meldungen. 6—6,30 älhr: SHe Leseftunde (Die Rovelle): „Sankt Julian der Gastfreie" von G. Flaubert. 7 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 7—7,30 Ahr: Uebertra* gung von Kassel: Anläftlich der Wiederkehr des Geburtstages von Luis Spohr: Vortrag Dr. Friedr. Stichtenoth, Kassel: „Louis Spohr im Lichte seines Briefwechsels mit Moritz Hauptmann". 7,30—8 Ahr: Die Desprechuüg (Sitera- rischer Teil). 8—8,30 Ahr: Esperanto»llntericht. 8,30—9,30 ä.lhr: Uebertragung von Kassel: 3. Kasseler Sinfonie-Konzert, Spohrfeier. 'Dokagsfolac: 1. Ouvertüre zu der Oper „Iessonda", Op. 63. 2. Violin-Konzert Rr. 8 (Gesangszene) Op. 47, für Violine und Orchester — Allegro-mvlto — Olbagio — Andante — Allegro-moderato — Solist: Fran Frieda Schumann, 3. Symphonie Rr. 3 (O-Woll) Op. 78 — Andante-grave — Allegro — Larghetto — Scherzo — Finale. 9,30 Uhr: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Zeitgenössische Kammermusik. Programm u. a.: Streichquartett (Manuskript), Heinz Joachim, Acht ungarische Volkslieder, Bela (Barto!, Streichtrio (Manuskript), Gustav Lenzewski. Ter Riesenaufschwung der Preussisch-Süddeutschen Klassenlotterie itt der kurzen Zeit von nur einem Zahre ist der beste Beweis für die Güte und die Beliebtheit diefes staailichen Unternel)men8, das auf ein mehr als hundertjähriges Bestehen zurückblickeu kann Trotz« dem z der bevorstehenden 25. (251 > SMa senlotterte die Zahl bei Lose auf 550000 erhöbt worden ist. hat sich die Nachfrage derart gesteigert, dah mit einem abermaligen Ausverkauf der Lose zu rechnen ist. Um jebermann oie Möglichkeii der Soielbe- teiligung zu bieien, ist der Lo^orii sehr gering bemessen. Er beträgt in jeder der 5 Klassen für das $ld)iello8 3 fh’ .W-, für das Btertellos > RM. für da» halbe Los 12 NM. und für das ganze Los 24 RM. oin ganzes DopvelloS derselben Nummer in den beiden Abtetlungen 1 und II kostet für alle 5 Klassen 240 NM. Schon in der 1. Klasse können gewonen werden: mit einem Achtellos für 3 NM. netto 10 000 RM. „ „ Biertellos „ 6 ,, n 20000 „ " „ halben Los „ 12 „ „ 40000 „ „ „ ganzen LoS. 24 ,, , 80000 „ Wer sich an dieser grössten chancenreichtten Klaffen lotterte noch beteiligen will, säume daher nicht sich sofort rin LoS zu sichern. 3473hl Zlebnng 1.Klaffe bereits am 17. tu 18. Avril 1925. F LI Lindert Schmerzen* Carmol ^ut wohl verwendet Carmol (Kennelitonte!rt) bei Ertillungekrenlcl- eiten: RherniÄ Heienidiafl. Genick-, Kreur-, emf. Kopf-, Zabnoitnerzen. Hasten a. Schnepfen. Vorzüglich ei Einreibemittel zur Auffnxdiunf? end Anre^un? der Muskeln and •/ Nerven, für Sporttreibende bei UeberanstrenQ-tm? (Wadeokramnf). Eine Flasrhs Carmol tat eine bllHge Hausapotheke nnd sollte In keinem Haaahalt fehlen. _____ 'n Apothefcen und ftroperie i lus-iri cklich Ciarmo1 T* Carmol-Fabrik, Rhelnsbsrg tMaikj. erhätl LGießen>Central-Drog.EmHKarn,Schulstr. 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Da diese Behauptung nicht im geringsten der Wahrheit entspricht und dazu angetan ist, mein Unternehmen in hiesiger Gegend zu schädigen, sichere ich demjenigen, der mir die Urheber dieses Gerüchtes so namhaft macht, daß ich sie gerichtlich belangen kann, eine hohe Belohnung unter Ausschluft des Rechtsstreites zu. Im übrigen erkläre ich hiermit, daft die Aufhebung meiner dortigen Zweigstelle, Rodheimer Strafte 30, nur deshalb erfolgte, weil sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und die allgemeine Geschäftslage im besetzten Gebiet bedeutend gebesiert haben. Die Versorgung meiner hiesigen Kundschaft erfolgt vom Tage der Aufhebung meiner Zweigstelle an durch mein Bonner Hauptgeschäft. yiiHiiiiHiiiiiiiiiHiiniHiHuiiiniiiuiiiutiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiniiiini Ein Posten Handtücher weift und farbig, Mtr. 78 Pf. fiintiiiiiuiiiiiimiiiiiummiiiiiiiiimniniituiimiimiiiiiiimniiiri Son Kai 101 Fortsetzung. „Tobch di Umwelt ooi W ein Spürt Qm Voden xu M angstvoll jHredjer ha Ausdunstung wenn ich A lchreite da U dringt in, W 5Uit ur bieTr3Uftar »Lrtz SÄ «ASI g. W"Ä? & Ihn qefUnhr We KIMM° AMSfflWS werd, sackgemäh u. preiswert gestimmt u. repar. G.AellmL Giehen.vlollskr.11 Telephon 2403. Anken! obr.Slloü. u. Harmoniums. uHHiiifiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiuHiiiiiHiiHiHiniitiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiHiiiiiiiiiiiiimuiiH Gröfteres Quantum dunkler ftOO | Herren-Anzugftoffe 1X | 3,10 Mtr. Stoff zum groften Herren-Anzug Mk. 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Sfbfli der Wimisgedehnte Setten eine gri der nur hier ui verwitterte 6t einem totgrür schaffe und gan Kuppeln der I chen. Dazwisch d'gter Freiheit Mkakteen, bla Disteln, Klee, j r°l weiß, was ich weih." „WaS wissen Sie denn?" fragt der Kunde „Vögel kommen auS Eiern, nicht auS Samen!" Der Anspruchsvolle Ser Gast vom Dorfe darf bei einem Besuch bei Freunden in der Stadt die Wunder de» Rundfunks genießen, und der Hausherr sagt zu ihm voll Stolz. „Run. lann man mehr verlangen? Da hört man schöne Vorträge, lustige Geschichten, hört Opern und Tanzmusik. Das will man mehr?" „Ja." sagt der Gast etwas enttäuscht, „aber ich habe doch Seiltänzer so gern." Die Puppe als Mama Drei Heine Mädchen unterhalten sich üb« ihre Puppen. Jede will die älteste Puppe haben. „Meine Puppe wird Weihnachten acht Sabrs alt, ich hab' sie betonunen, als ich zwei Jahre alt war." Darauf die andere Kleine: „Och, meine Puppe bat meine Mutti schon gehabt, die wirr zweiunddreihig Jahre alt. Die Puppe könnte meine Mutter sein." weiße Burnusse. In der grün-bunten Wildnis des Totenackers, unter dem satten Blau des Himmels wirken diese werße Gestalten in ihrer stumpfen Re- guagslosigkeit und ruitüdidjen Anmut unbeschreiblich malerisch. E» wäre wie ein Bild der Toten- klage, wenn in der großen Allee das Leben nicht so flutete. Hier sitzen in langen Rethen die Bettler, die Blinden, die Verkrüppelten, die Idioten. Aus gelben, braunen und schwarzen, vielfach von Pockennarben und Geschwüren zeristenen Gesichtern schreit uns das Elend der Menschheit an. Lum- pen und Schmutz, wohin man blickt, und dazwischen wogt der Strom der Kommenden und Gehenden, von den Wagen immer wieder zur Seite und zwischen das Gras und die zusamengeworfenen Grabsteine gedrängt. Das ganze arabische Tunis ist unterwegs, um seine Toten zu besuchen. Aber nirgends sieht man, wie bei uns, Blumen und Kränze, um die Giober w |d)mu(fcn. Man schieb« sich selbs- blühende Orangen, Nelken oder Jamtmcidjen Gold lack unter den Turban oder Fez, aber für die Toten muß Allah sorgen. Der Araber häuft Steine auf die Toten und gibt den Lebenden die Blumen. Bielleicht liegt bar. in eine tiefe, gütige Weisheit, von der wir lernen könnten. Draußen hinter der weißen Friedhofmauer wird es zum Volksfest. Da fitzen die Händler mit den Spielwaren für die Kinder, die Tamburin, Ballon- und Süßigkeitsverkäufer. Die Karussells drehen sich nach lustigen Walzerklängen und bi( Schlangenbeschwörer ziehen ihr lebendiges Hand werkszeug aus den grauen Leinenschläuchen, bie buntgeputzten, lachenden Kinder beherrschen das Feld. Die Toten haben den fälligen Tribut erhalten: cs lebe das Leben . . . (Nachdruck verboten.) 10. Fortsetzung. Feuer am Nordpol Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Lassert. ,.Fragen Sie jetzt den Mann, wo er bas Platinkästchen gelassen hat.' Längere Zeit bemühte sich Stefanescu mit dem Einbrecher, dann erklärte er: „Aus dem Mann ist nichts herausziibringen. Er versteht nur sehr wenig Rumänisch und behauptet, ein Russe zu sein." Der eintretende Stratoff vernahm die letzten Worte. ,^)allo, ein Landsmann!" rief er. „Ueberlaffen Sie mir de» Kerl, ich will chn schon klein kriegen/ Und er begann heftig auf ihn einzureden. Der Russe bat, flehte, weinte. Stratoff wurde immer er regier, geriet schließlich in einen Anfall von Wut, zog seinen Browning aus der Tasche, und ehe einer der Anwesenden zur Besinnung kam, lag der Russe mit durchschossener odjläfe am Boden. Die alte Frau schrie wie eine Wahnsinnige. (Sofort wurde Stratoff völlig ruhig, steckte die Waffe ein und erklärte: „Der Schuft hat mir gestanden, den Raub vollführt zu haben. Wollte aber nicht angeben, wo meine Kassette sich befindet. Da packte mich der Zorn, und ich schoß ihn nieder." „Das kann unangenehm für Sie auslaufen", meinte Stefanescu. „Die (Berichte werden sich einmischen." „Der Mann ist russischer Untertan", sagte Stratoff. „In Sowjetrußland steht die Todesstrafe auf jedem Diebstahl. Ich richtete ihn nach unseren Gesetzen." „Nun werden wir schwerlich den Anstifter des Raubes herausbekommcn", meinte Sanders. „Denn ohne Helfershelfer aus dem Schlosse konnte jener Fremde niemals wißen, daß die Fürstin einen so kostbaren Gegenstand bei sich im Schlafzimmer bewahrte." „Und es wird viel schwerer fein, den gestoh- lenen Gegenstand zu finden", sagte Stefanescu vorwurfsvoll. „Sie haben Recht, meine Herren", erklärte Straloff. „Ich handelte übereilt. Aber meine Erregung über den diebischen Hund und über die der armen Fürstin zugefügte Aufregung waren zu groß. „Wir können immer noch hoffen, das Kästchen zu finden", meinte Sanders. „Vielleicht ist es dock hier im Hause versteckt." (Fortsetzung folgt) Kleine Stube mit weißgekalkten Wänden. Unzählige schwarze Flecken darauf,die Exkremente der Wanzen, die zu Tausenden den Raum bevölkerten. In der Ecke eine Holzpritsche mit hartem Maisstroh, auf der ein Mann lag, trotz der Hitze mit dem unvermeidlichen Schafpelz zugedeckt unb bas Gesicht mit Tüchern umschlungen. Die alte Frau am offenen Herdfeuer ein Stück Mamaliga, bie rumänische Maispolenta, röstenb. Mechanisch hielt Sanbers die Rute in beiden Händen, obgleich er ihre Unwirksamkeit in bewohnten Räumen kannte. Die Frau antwortete unfreundlich, warnte davor, sich ihrem Manne zu nähern, der Fleckfieber habe unb boch bald sterben würde. Gleichwohl trat Sanbers heran. Die Rute zuckte, schlug aus. „Lassen Sie ben Mann ergreifen!" rief er Stefanescu zu. „Es ist der Einbrecher!" Dieser gab bem Jäger Befehl. Doch bie Furcht vor dem verderblichen Flecktyphus, den ein einziger Stich einer Laus mit Sicherheit übertrug, ließ jenen zögern. Da packte Sanbers zu. Mit einem Ruck zog er ben weißen Pelz herunter, ein zweiter Griff riß dem alten Mann den grauen Dollbart vom Sinn. Ein junges, angstvoll' verzerrtes Gesicht kam zum Vorschein. Der vermeintliche Kranke sprang hoch, fiel auf die Knie unb bat um Gnade. Er trug ein weißes Leinenkleid mit gewickelten Bastschuhen. „Fragen Sie ihn, wo seine Stiefel sind", sagte Sanders. Der Mann schwor, nie Stiefel besessen zu haben. Auf einen Wink otefanescu zog der Jäger feinen Hirschfänger und hieb unbarmherzig mit der flachen Klinge auf ihn ein. Er schrie unb heulte wie besessen, aber gestand nicht. „Dann muß die Frau heran", befahl Stefanescu. Der Jäger ergriff bie Alte, bie sofort gellend schrie. Ader ohne sich zu besinnen, schlug er auf sie los. Hier half es. Hinter bem Herde brachte sie ein paar Stiefel hervor, schöne, neue russische Iuchten- ftiefel. „Stimmt bie von Ihnen gemessene Fährte? fragte Sanbers. Stefanescu 30g einen Papierstreifen hervor. „Es sind die gleichen Maße", bestätigte er. „Die Jagd beginnt!" rief er zurück. Raschen Schrittes ging Sanders jetzt ,}u ber Pank, unter der Stefanescu den Schmuck der Fürstin gefunden hatte. Hier nahm er die Rute m beide Hände, blieb einen Augenblick mit gesenkten '.lugen stehen unb schritt dann langsam aber unbeirrt weiter. Er verfolgte einen Weg, der zum 5lulle I)inabging. Dor einem frisch aufgeworfenen Maulwurfshügel stand er still. „Bitte, messen Sie genau die Länge unb Breite dieses Fußabdrucks", bat er «stefanescu, wahrend er selber weiterschritt. Der Park wurde dichter, der Weg verwaschener, schließlich hörte er gastz auf. Sie standen am Ufer der breiten Ialomitza. „Wir müssen hindurch", sagte Sanders. Man brachte die Pferde, auf denen alle den nldst sehr tiefen, aber reißenden Fluß sicher durchquerten. Drüben sprang Sanders herab. Nach kurzem Suchen hatte er die Fährte wieder. Jetzt ging es in die Ebene hinein. Stefanescu neben Sanbers. Die übrigen blieben aufgefeffen. ,Lu langsam", stöhnte der Deutsche, dem die ungewohnte Hitze den Atem benahm. Er deutete auf die entfernten Konturen eines weißbläulich schimmernden Dorfes. Wir wollen schnell dorthin reiten, wo ich die Fährte wiederzufinden hoffe." Ein frischer Galopp brachte sie in einer Viertelstunde zur Stelle. Nur die beiden Jäger folgten, die anderen blieben weit zurück. Der Deutsche sprang 00m Pferde. Doch die Rute wollte nicht spielen, so weit er auch den Eingang des Dorfes umschritt. Rechts seitwärts ein einzelnes Haus. Wieder zu Pferde und im heißen Galopp dorthin. Hier zuckte die Rute. „Sagen Sie den beiden Leuten, daß sie sich schußfertig machen!" schrie Sanbers. „Ich glaube, wir haben unser Wild." Die Jäger nahmen die Büchsen von der Schulter und entsicherten. Die Pferde ließ man stehen. Sanders umfchritt bas Gehöft, das von einem verfallenen Bretterzaun umfriedigt war. Kein Mensch lieh sich blicken. Er steckie die Rute fort. „Dort drinnen sitzt er." Die Jäger drangen.vorsichtig ein, gerade als bie übrige Gesellschaft herankam. Fünf Minuten vergingen. Die Jäger kamen zurück und meldeten: Ein altes Bauernehepaar nur im Hause, der Mann lag krank zu Bett und konnte nicht sprechen. Die Frau wollte keinen Fremden gesehen haben. r , Stefanescu befahl, den kleinen verfallenen Stall zu untersuchen, besonders den großen, bort befindlichen Haufen Maisstroh. Auch hier ohne Resultat. „Ich glaube, Herr Sanbers muß uns weiter helfen", sagte Linda. Dieser bat, daß nur Stefanescu unb em Jager ihm folgten.____________________________ „Sobald die Rute zu drehen beginnt, versinkt die Umwelt vor mir. Dann komme ich mir fast vor wie ein Spürhund. Ich glaube mit der Nase tief am Boden zu gehen. Ich rieche den dumpfen Ge- rud) angstvoll vergossenen Schweißes, denn jeder Verbrecher hat Todesangst und strömt Wolken von Ausdünstung aus. Anders ist meine Empfindung, wenn ich auf Petroleum arbeite. Dann sinke ich in die Erde hinab. Diele hundert Meter tief. Und ich schreite dahin in grauer, duftloser Ferne. Plötzlich bringt intensiver Delgerud) in meine Nase, bie Rute zuckt und schlägt, und ich erwache aus dem Dämmerzustände um jetzt bei vollem Bewußtsein die Bewegungen meines Hilfsinsttunmentes deuten zu können." „Sie sind ein Zauderer", sagte Linda. „Im Mittelalter hätte man Sie verbrannt." „Das geschieht auch jetzt.' Moralisd) versucht man noch heute, jeden Rutengänger zu steinigen oder totzumachcn. Wofür-die Wissenschaft keine ausreichende Erklärung besitzt, das feindet sie an mit fanatischem Haß. So handelt sic auch> fast allen okkulten Phänomenen gegenüber, selbst wenn greifbare Beweise der Wahrheit butzendfach erbracht sind." „Nun, haben Sie etwas Wichtiges gefunden?" ertönte Stratoffs ungeduldige Sitmme. Sanbers griff zur Rute. Pari nQQrthQ g. m W otzla r Drahtmätratzen-Schonerdecken • Steillge Auflage- udil udöl lllti b h. Vi Bicidi Matratzen* Club-u. 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