ar. 55 Erster Blatt 175. Jahrgang Mittwoch. 4. März 1923 Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Beilagen: GießenerFomllienLIätler Heimat im Bild. Monatr-kezngrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F « r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: An zeigerSiehen. Postscheckkonto: Zrankfutt c. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v 70.nm Breite 35 Goldpfennig, Plutzvorschrift20" .Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Räumung und Sicherheit. Die Kontrollnote im britischen Oberhaus. — Pariser Verhandlungen. London, 3. März. (WB) Oberhaus. Lord Asquith, der Führer der Liberalen, hielt heute seine erste Rede als Peer im Oberhause. Er fragte die Regierung, ob sie ein Datum für die Veröffentlichung des Berichte« der interalliierten Militär- fontrollf ommif fion festsehen könnte. Nachdem er auf die Verschiebung der Räumung des Kölner Brückenkopfes durch die britischen Truppen als Folge eines angeblichen Verzuges Deutschlands hingewiesen Halle, erklärte Asquith, daß die Bestimmungen des Vertrages bezüglich der Räumung des besetzten deutschen Gebietes keinen Teil der Bestimmungen des Vertrages für die dauernde Sicherheit Frankreichs bildeten und keinen organischen Zusammenhang mit diesen hätten. 3n dem Vertrag zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten feien gewisse Sicherheiten für Frankreich vorgesehen worden, doch sei der Vertrag nicht ratifiziert worden. Er müsse zugeben, daß Frankreich mit diesem Vertrag gerechnet habe und durch ihn veranlaßt worden sei, einige Forderungen aufzugeben. Frankreich sei gewissermaßen berechtigt, sich benachteiligt und unsicher zu fühlen. Das könne jedoch kein Grund für die Äin - auSlchiebung einer genau befristeten Desehung aufvöllig unbestimmte Zeit sein, sondern höchstens Veranlassung zu einem Bündnis, das ebenso im Interesse Frankreichs wie auch Europas und der ganzen Well liegt. 3m unmittelbaren Zusammenhang mit dem Kontrollbericht stehe nur die Frage, ob sich Deutschland bei der Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrags habe Verfehlungen zu schulden kommen lassen, die die Verbündeten zur Nichterfüllung ihrer Verpflichtungen berechtigen. Niemand könne Deutschlands Verfehlungen beschönigen oder entschuldigen wollen, weirn Deutschland die Entwaffnungstlauseln böswillig verletzt habe. Es sei ein großer Nachteil, daß der Versailler Vertrag keinen bestimmten und zuverlässigen Weg für die Entscheidung derartiger Fragen vvrsehe. Zwischen gesetzlichen Maßnahmen zum Schutze gegen Unruhen in Deutschland und solchen, die nur als Handhabe für bewaffnete Ueberfalle auf das Ausland aufgesaht werden können, müsse ein Unterschied gemacht werden. Es sei richtig, daß alle Maßnahmen, die England getroffen habe, den Verdacht nicht zulassen, daß man nur nach Ausflüchten für die Umgehung von Verpflichtungen sucht. Die Beschlüsse der interalliierten Kontrollkommission sei von allen interessierten Regierungen geprüft worden, damit der endgültige Beschluß vor der ganzen Welt bestehen könne. Am Schluß betonte Asquith, daß er als Freund Frankreichs stets alles getan habe, was in seinen Kräften lag, um das Bündnis mit Frankreich zu fördern und um Europa und die Welt vor Unglück zu bewahren. Für die Regierung entgegnete Lord Curzon, daß die Darlegungen Asquiths nicht zu bestreften seien. Gr wies darauf hin, daß eine der Folgen der französischen Ruhrbeseyung die Unterbrechung der Tätigkeit der Militärkontrollkommission gewesen sei. Erst im vorigen September tonnten die Kontrollbcsuche wieder ausgenommen werden. Der Bericht der- Kontrollkommission werde von dem Militärkomitee unter dem Vorsitz Marschall Fochs geprüft und darauf derDotschafterlonfcrenz Übergeben werden Die Botschasierkonfcrenz werde den Bericht ohne Verzögerung prüfen und ihn dann an die verbündeten Regierungen weiterleiten. Curzon erklärte, er sei selbst der Ansicht, daß der deutschen Regierung Gelegenheit gegeben werden sollte, gehört zu werden, und daß allein eine gemeinsame Besprechung und eine Mitarbeit in diesen Fragen zu einer befriedigenden unö raschen Lösung führen könne. Der Bericht sei ein Dokument von ungefähr 168 voll gedruckter Seiten mit einer Masse technischer Einzelheiten, die sich kaum für eine ungekürzte Veröffentlichung eignen. Ferner gehöre es nicht zu den Aufgabe.! der MUitärkontrollkommission in Berlin, Sachen von außerordentlicher Wichtigkeit von denjenigen abzusondern, die eine geringere Wich- tigtcit haben. Infolgedessen sei der Bericht eine Zusammenstellung aller wichtigen oder nicht wichtigen Punkte, in welchen die deutsche Regierung hinsichtllch der Entwaffnungsverpflichtungen Verfehlungen begangen habe. Ein Entschluß von so großer Bedeutung wie das Belassen der englischen Truppen in Köln könne nur auf Grund wirklich wichtiger Sachen gefaßt werden. Deswegen scheine es, daß eine große Verlegenheit entstehen würde, wenn wir der Welt eine lange Liste von geringen Verfehlungen Mitteilen würden. Er könne dem Hause versichern, daß keine Entscheidung über eine Sache von der Bedeutung der weiteren Besetzung der Kölner Zone gefaßt werde, ohne die verschiedenen Gründe zu veröffentlichen, die zu dieser Entscheidung führten. Die Einwilligung der Alliierten vorausgesetzt, haben wir alle die Absicht, die Verfehlungen, die der deutschen Regierung mitgeteill werden, und die wieder gutgemacht werden müssen, bevor eine Räumung der Kölner Zone erfolgen kann, auch zu veröffentlichen. Das ist, wie ich hoffe, eine befriedigende Antwort. Es ist unsere erste und unsere besondere Aufgabe und unser besonderer Wunsch, den Versailler Vertrag in allen wesentlichen Punkten a u 6 geführt zu sehen. Wenn ich sage: .,ausgeführt", so meine ich damit „ausgeführt von beiden Parteien" und weiter, daß die Entscheidung über die Räumung nicht abhängig gemacht werden darf von Erwägungen, die sich nicht aus den militärischen Klauseln des Vertrages ergeben. Demzufolge wünschen wir, daß die Besetzung von Köln so bald wie möglich beendet wird. Wir sind fest davon überzeugt, daß eine Räumung wahrscheinlich erfolgreich sein wird, wenn sie möglichst auf gesetzlichem Wege erreicht wird durch eine freie Aussprache, durch gegenseitige Verständigung und durch weitere Zusammenarbeit aller Parteien, als wenn weiter Gewaltmethoden angewandt werden. Rückfragen der Botschafterkonferenz. Paris. 4. Mär;. (TU.) „Matin" berichtet, daß die Botschafterkonferenz gestern dem Marschall Foch folgende Fragen zur Beantwortung vorgelegt hat: 1. Gegen welche Abrüstungsbestimmungen hat sich Deutschland vergangen? 2. Welche der deutschen Verstöße find danach angetan, hie Fortführung der Kölner Besetzung zu rechtfertigen? Das interalliierte Mllitärkomitee ist weiter ersucht worden, die schwersten Deutschland zur Last gelegten Verstöße in einem neuen Gutachten schärfer zu präzisieren. Es handelt sich dabei um folgende Punkte: Neubildung des Großen Generalstabes, unvollständige Umleitung der Kriegsbetriebe auf Frieden? iabrikition überzählige Mannschaftsbestände, überzähliges Kries s material, Milltarisierung der Polizei. Da»; Mi° litärfomitee wird zweitens aufgefordert. Maßnahmen zur Durchführung der deutschen Abrüstung festzustellen, die gleichzeitig die Erfüllung des Artikels 429 (Räumung der Kölner Zone) gewährleisten. Das neue Gutachten des interalliierten Mllftärkomitees wird nicht vor acht Tagen vorliegen. H e r r i o t empfing den Marschall Foch und später Lord Crewe. Der „Temps" glaubt zu wissen, daß auf Grund der Unterredung mit dem britischen Botschafter die Veröffentlichung sowohl des Kontrollberichtes, wie auch Der sehr umfangreichen Annexe und ebenso des interalliierten militärischen Gutachtens als beschlossen gelten kann. Der Sicherheitspakt. Chamberlains Pariser Reise. Paris. 4. März. (TU.) Wie der „Matin" mitteilt, wird der britische Außenminister am Freitag in Paris eintreffen, um sich mit Herriot über die Kölner Frage und das Sicherungsproblem zu unterhalten, lieber die Gerüchte von deutschen Sicherungsvorschlögen erfährt der Vertreter der Telunion von gut unterrichteter Seite, daß es sich um allgemeine Andeutungen handle, die in den gleichzeitig in London, Paris und Rom überreichten Verbalnoten gemacht werden uud die eine ernsthafte Verhandlungsbasis erst Dann bilden könnten. wenn die geplante Sicherheit für sämtliche an Deutschland an^enzenden Staaten gegeben sei. Der Leitartikel des „Echo de Paris" glaubt zu wissen, daß englische Vorschläge zur Unterzeichnung eines Fünfmächtepaktes (Frankreich, England. Belgien. Italien und Deutschland) Herriot unterbreitet worden sind und zur Zeit von der französischen Regierung geprüft werden. Ein solcher Pakt, der von den in Frage kommenden Mächten aus der Basis der Gleichberechtigung abgeschlossen würde, berge verschiedene Nachteile in sich, unter anderem den, daß er militärische Sonderabmachungen zwischen den Generalstäben Frankreichs, Englands und Belgiens a u s s ch l i e ß e. Frankreich, so erllärt Pertinax, würde einem Pakte seine Zustimmung geben, der folgende Möglichkeiten enthalte: 1 Abmachungen zwischen den anglo-franco*-belgischen General» st ä b e n entsprechend den Vereinbarungen von 1912. Fortbestehen der E n t s ch l u ß f r e ' h e i t der Signatarmächte für den Fall einer europäischen Krise und 2. Unterzeichnung eines getrennten too- litif chen Abkommens mit Deutschland bezüglich der Ausführung der Artikel 42, 43 und 44 des Friedensvertrages (Entmilitarisierung der Rheinlande). Die ReichsprWdentenwahl. Ueber den Termin der Wahl des neuen Reichspräsidenten haben sich Reichsregierung und Parteiführer überraschend schnell auf den 29.März verständigt. Es mag wohl bei allen Beteiligten der eine Gedanke ausschlaggebend gewesen fein, den Wahltag möglichst früh an;über. - men, um den vorausgehenden Wahlkampf nicht unnötig in die Länge zu ziehen u,rd die Wählerschaft, die diesmal zu einer Volksabstimmung an die Urne heranzutreten hat, vorzeitig zu ermüden Ob aber die Parteien, also auf der einen Seite die alte Weimarer Koalition und auf der anderen die Rechte, sich ebenso schnell über die Personen der von ihnen aufzustellenden Präsidentschaftskandidaten einigen werden, ist eine andere Frage. Schon die nächsten Tage werden Klarheit darüber bringen, ob Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum in der Lage fein werden, sich auf eine bestimmte Persönlichkeit zu einigen — es wird ja seit Tagen für Herrn Marx die Trommel gerührt — oder ob die Personenfrage im sozialdemokratischen Lager Widerstände aus- lösen wird. Aus der Rechten Dürften die an sich ebenfalls noch nicht gänzlich aus der Welt ge- schaften Schwierigkeiten leichter zu überwinden sein, zumal schon_ seit geraumer Zeit ein Einverständnis über die Aufstellung eines gemeinsamen Kandidaten erzielt worden ist. Der 29. März. Berlin, 3.' März. (Wolff.) In der Reichskanzlei hat heute vormittag unter dem Dor- sltz des Reichskanzlers sowie unter Teilnahme des Reichsministers des Innern, Schiele, eine Besprechung mit den Parteiführern über den Zeitpuntt der Neuwahl des Reichspräsidenten stattgesunden. Don selten der Reichstagsvarteien nahmen an der Besprechung teil: die Abgeordneten Müller (Franken), Sitt- mann, Gras Westarp, Lambach, Fehrenbach, Decker (Arnsberg), Scholz, Zapl. Koch, Erkelenz und Leicht. Es wurde der 29. März als Wahltag in Aussicht genommen. Der Wahltermin wird nach dem Gesetz durch einen einfachen Des chluß des Reichstags festgelegt. Dieser Beschluß des Reichstags soll am Freitag, dem 6. Marz, erfolgen. Für den Fall, baß ein zweiter Wahlgang sich als notwendig erweisen sollte, ist der 2 6. April als Termin in Aussicht genommen, weil gegen die Wahl an einem früheren Feiertage oder einem zum öffentlichen Rubetag zu bestimmenden Wer?, tage Bedenken erhoben wurden, daß Dann kirchliche Feste verletzt würden oder die Wahlagitation in die Karwoche verlegt würde. Der Reichsminister deS Innern hat die Lan. desregierungen durch Rundtelrgramm vorläufig entsprechend verständigt und gebeten, alle Vorbereitungen für die Neuwahl sofort in Angriff SU nehmen und die Gemeinden dahin anzuweisen daß bis zum 15., spätestens 18. März die a,? 1 nÄ1 ‘ n auslegungsfähig seien. Die Wählerlisten der letzten RcichstagSwahl sollen möglichst verwendet und nach dem neuesten Stande berichtigt und ergänzt werden. Thälmann kommunistischer Reichspräsidentenkandidat. . „ Z-rlin ^ 2Mrz. (Sil.) Di- Zentral- per Kommunistischen Partei Deutschlands hat beschlossen, den ReichstagsabgeorDneten Ernst Thälmann als ihren Kandidaten für Die Reichs- Präsidentschaft aufzustellen. Die Vorbereitungen zur Trauerfeier. Berlin, 4. März. (WB.) In den Straßen, durch die heute der Trauerzug seinen Weg nehmen wird, werden bereits Ausschmückungen vorgenommen. Die Laternen werden mit Sannen» grrlanden und Kränzen geschmückt und Die Glasglocken mit Trauerflor umhüllt. An manchen Gebäuden sind Lorbeerbäume aufgestellt Vor tem Portal des Trauerhauses selbst wird ein ?aI£a$in errichtet Auf dem Straßendamm der Wilhelmstrahe wird ein Katafalk aufgestellt, mit schwarzem Tuch benagelt und mit Immergrün geschmückt. Ein zweiter Katafalk wird aus dem Pariser Platz errichtet. Am Eingänge des Tiergartens werden riesige schwarze Masten eingerammt, die mit grünen Girlanden, Fahnen, Flaggen und Wimpeln geschmückt wer» den. Die kurze Frtedensallee zum Reichs- tagsgebaude wird mit Trauerkandelabern her» sehen Auf dem Treppenpodest des Reichs- tag es sind Lorbeerbäume ausgestellt und neben dem Bismarckdenkmal zwei Fahnenstangen er» richtet. Auch die Budapester Straße ist geschmückt. An der Ausschmückung des Potsdamer 2 h e s und Bahnhofs wird noch gearbeitet. Die Säulen des Bahnhofs werden mit Florgir- lartDen umwunden. Auf die Freitreppe wird ein Katafalk gebaut, auf den Der Sarg abgeseht werden soll. Die Ausgestaltung des TrauerhauseS ist im wesentlichen vollendet. &iir die Trauerfeier wird der Sarg in dem un orsl en Stockwerk belegen en Großen Saal auf- gebahrt. Ein schwarzer Flor verhüllt die Wände. >)n Den Nischen ist Pflanzengrün mit weißen Flumen aufgestellt. Die Mitte des Saales ist durch einen kleinen Aufbau erweitert, vor Dem liq) ein dunkler Baldachin erhebt. Unter ihm toirö am Mittwvchmorgen die Aufbahrung zur Trauerfeier erfolgen. Der Saal ist Durch Hoffnung Der an ihn anschließenDen Räume erweitert. Di< Gesamtlcitung Der Ausstattungsarbeiten liegt in Den Händen des Reichskunstwartes Dr. Reds- l c b, die Durchführung ist Der Reichsbauverwaltung übertragen Die militärische Trauerparade wird vom Kommandierenden von Berlin geführt. An ihr nehmen teil das Trompeterlorps des Reiterregiments 4 Potsdam, 3. Eskadron des 4. preußischen Reiterregiments Potsdam. Musi! und Spielleute zusammengesetzt aus Dem Musil- lorps der Wachtruppe und des 2. Bataillons 9. preußischen Infanterie Regiments Brrlin-Lich« terfelDe. 11. Kompagnie des 14. badischen Ins.» Regts. Konstanz, 2. Kompagnie des 5. preußischen Inf.-Regts. Stettin, 6. Kompagnie das 19 bayrischen Ins.-Regts. Augsburg, 8. Kompagnie deS 13. württcmbergischen Inf.-Regts. Ludwigsburg, 1. Kompagnie der Reichsmarine Wilhelmshaven und 2. Batterie des 5. Art.-Regis. Fulda Der Sonderzug mit der Leiche des Reichspräsidenten, der Den Potsdamer Bahnhof morgen, Mittwoch, abends um 6,35 verläßt, nimmt seinen Weg über Mägde- butg, 9.34 bis 9.42 Ubr. Aschersleben- Kr iensen. 1,10 bis 1,18 Uftr, Eichenberg- Debra, 3,55 bis 4,13 Uhr. Hanau-Ost—Frankfurt-Süd, Hauptbahnhof wird nicht berührt, Darmstadt—Weinheim, 8.56 bis 8,57 Uhr: Die Ankunft in Heidel berg erfolgt um 9,30 Uhr. Die Zusammensetzung des Zuges ist folgende: Auf die Lokomotive folgt ein Schutzwagen, dann der Wagen mit Der Leiche Des ReichspräsiDenten. es schließen sich an Der Salonwagen Des Reichspräsidenten, Der Salonwagen Des Reichskanzlers, zwei Schlafwagen. ein Speisewagen, zwei Wagen 1. unD 2. Klasse und Der Salonwagen des Generaldirektors Der Reichsbahn, Oeser. Die Trauerfitzung des Preußischen Landtags Gedenkrede des Landtagspräsidenteri Barthels. Berlin, 3. März. Der Tisch des Präsidenten ist mit Lorbeerranken und schwarzem Floi bedeckt. Am Ministertisch: Ministerpräsident Di. M nrx und die übrigen Mitglieder des preußischen Kabinetts. Sämtliche Fraktionen des Landtages sind vertreten, nur die Bänke der Kommunisten sind leer. Landtagspräsident Bartels eröffnet Die SrauertunDgebung um 2 Uhr 20 Min. und nimmt sofort, während die Anwesenden sich von Den Plätzen erheben, das Wort zu seiner Gedenkrede. Meine Damen und Herren! Nach einem kurzen aber qualvollen Krankenlager ist am 28. Februar dec Reichspräsident Friedrich Ebert aus dem Leben geschieden. Im ganzen Reich und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus hat dieser Schicksalsschlag tiefe Trauer und warme Anteilnahme erweckt. Im besten Mannesalter, auf der Höhe seiner Schaffenskraft hat der Tod Dem Werk des ersten Präsidenten Der deutschen Republik ein Ziel gesetzt. Friedrich Ebert war ein Sohn des Dolles und ist es geblieben bis zu seinem (SnDe. Aus einfachen Verhältnissen entstammend, ist er aus sich selbst heraus das geworden, was et seinem Dolle war. Als Sohn des Arbeiterstandes bezeichnete er sich selbst, als er im Februar 1919 von Der Nationalversammlung in Weimar auf Den höchsten Posten, Den das Reich zu vergeben hat, Berufen wurde. Sechs Iahre hindurch hat Ebert fein verantwortungsvolles Am' bekleidet. Sechs Iahre schwerster Aufgaben für das Reich, in Denen allergrößte innen» unD außenpolitische Schwierigkeiten zu lösen waren. Mit Festigkeit unD Besonnenheit hat er es verstanden, das Schicksal des deutschen Dolles in dm schlimmen Nachkrieassahren entscheidend zu beeinflussen. Seine überlegene Sachlichkeit, fein Derantwor- tungsgefühl und Die Staatsklugheit, mit Der er Die Interessen seines Vaterlandes zu wahren verstand, hat nicht nur in Der Heimat, sondern auch im AuslanDe vor seiner überragenden Persönlichkeit reiche Anerkennung hervorgerufen. Den anerkennenden Worten in Der Kundgebung der Reichsregierung: „Friedrich Ebert hat Dem Deutschen Dolle und Dem Deutschen Vaterlande in schwerster Zeit als aufrechter Mann gedient" schli ßc sich Der Landtag als Vertretung des preußischen Volkes in dankbarer Erinnerung an Den Verstorbenen voll an. Wenn sich in Den letzten Iahren Die außenpolitischen unD Die wirtschaftlichen Derhältn-sfe etwas gebessert haben, so ist dies in starkem Maße Dem Wirken Des Dahingeschiedenen Reichspräsidenten zu verdanken. Obgleich an der Lauterkeit seines Charakters und seiner Gesinnung nicht zu zweifeln war, ist Ebert durch die heftigen politischen Gegensätze unserer Zeil oft schweren Angriffen ausgesetzt gewesen Wenn statt der Leidenschaft die Geschichte sprechen wird, wird diese feststellen, daß er es war, der seinem Volke aus der Katastrophe und dem Zusammenbruch • den Weg geebnet hat zu seinem allmählichen Aufstieg. In der Geschichte des Wiederaufbaus nach dem verlorenen Weltkrieg wird die Persönlichkeit Friedrich Eberts einen ehrenvollen Platz finden. Sie haben sich meine Damen und Herren von Ihren Plätzen erhoben und Damit zum Ausdruck gebracht. Daß Der Preußische Landtag in tiefer unD aufrichtiger Trauer Des Dahin- gcfdjicDenen geDentt. Der erste deutsche Reichs- präjident ist tot. Möge das deutsche Volk zu feinem Nachfolger einen Mann wählen der mit gleicher Vxebe unb Eingebung i einem Vaterlands Dient. Möge das deutsche Volk von weiteren Vchicksalschlägcn verschont bleiben, damit der begonnene Aufstieg fortschreiten kann, und daß für unser gequältes Land und Volk endlich einmal eine glückliche, sorgenfreie Zeit anbricht. Aach der Gedächtnisrede vertagt sich der 2onbiag sofort auf Donnerstag 12 Ülhr mittags. Die preußische Kabinetts- Krisis. Severing will demissionieren. Verl in, 3. März. (Wolff.) Der Vorstand ber deurschnationalen Landtagsfrak- -tion beschäftigte sich gestern mit dem neuen Vorschläge von Dr. Marx hinsichtlich der Regierungsbildung auf breiter Grundlage. Gr war sich darin einig, das; man ein Kabinett mit Severing nicht billigen könne, daß man vielmehr an dem seiner Zeit in dem Antwort- schreiben auf die Anregung der Bildung eines Kabinetts der Volksgemeinschaft niedergelegten Standpunkt f e st h a l t e n müsse. Auch die D e u t° sche Volkspartei beschäftigte sich in einer zweistündigen Abendsihung mit der politischen Lage. Sie war der Ansicht, daß kein Anlaß' vorliege, gegenwärtig neue Beschlüsse zu fassen. Der ..Vorwärts teilt mit, daß S e v er i n g aus gesundheitlichen Gründen den Wunsch hegt, von seinem Amte als preußischer Minister des Innern entbunden zu werden. Die Koalition von Zentrum und Demokraten mit Severing als Fachminister noch einmal zum parlamentarischen Kampfe herauszustellen, scheine also nicht mehr möglich zu sein. Das Dlatthält es für wahrscheinlich. daß die Wahl des Ministerpräsidenten, die für den 10. März vorgesehen war, weiter vertagt werde. Der Kampf gegen das Deutschtum. Drosselung des deutsche« Schulunterrichtes in Jugoslawien und der Tschechoslowakei. Wien, 4. März ($U.) 3m Rationalrat Krachten großdeutsche Abgeordnete eine dringliche Anfrag e ein, die sich mit der systematischen Drosselung des deutschen Schulwesens in Jugoslawien besaßt. Die jugoslawische Regierung habe die Auslösung der obersten vier Schulllassen in Werscheh und der ersten bis Merten Schulklasse der Mittelschulen in Pantschora und in Reu sah verfügt. Bundeskanzler A a m e k wies daraus hin, daß Oesterreich nicht nur seine aus dem Vertrag von St. Germain herrührenden Pflichten erfüllt habe, sondern sogar ein gutes Stück darüber hinaus- .gegangen sei. Der Bundeskanzler Protest i erte 'dagegen, daß man versuche, die Schließung deutscher Schulklassen auf vertragswidriges Vorgehen Oesterreichs zurückzuführen. Gr teilte mit, daß der österreichische Geschäftsträger in Belgrad beauftragt worden sei, gegen derartige Behauptungen Verwahrung einzulegen. Ein Wolff-Telegramm aus Prag besagt, daß nach Feststellung be£ Schulausschusses der deutschen Selbstverwaltungskorper in der Tschechoslowakei in Böhmen, Mähren und Schlesien im gegenwärtigen Schuljahr über 500 deutsche Schulklassen gesperrt wurden. 3n manchen Bezirken beträgt ber Verlust für das deutsche Schulwesen 14 Prozent der gesamten Klassenzahl. Seit Kriegsende sind im ganzen 20 Prozent der deutschen Lehrerschaft abgebaut worden. Der Schulkampf im Hultschiner Lande äußert sich im Verbot des deutschen Privatunterrichts und des Besuches der benachbarten deutschen Schulen in Schlesien l ----------- Rücktritt des türkischen Kabinetts. Angora, 3. März. (Wolff.) Das Kabinett ist -urückgetreten. Ganz plötzlich kommt aus Angora die Rach- richt von der Demission des türkischen Kabinetts. Sie wirkt um so sensationeller, als die Türkei zur Zeit mitten in der Riederschlagung des sehr ausgedehnten Kurdenaufstandes steckt und der Gedanke nahe liegt, daß sie im Zusammenhang mit den Vorgängen in Kurdistan steht. 3n Wirklichkeit handelt es sich aber bei dem Rücktritt der Regierung Fethi Deys nur um einen Vorgang, der seit langem erwartet wurde. Schon 3 s m e t Pascha, der Vorgänger Fethis, konnte sein Kabinett nicht mehr halten, weil während seiner Amtszeit zahlreiche prominente Parlamentarier aus der bisher einzigen türkischen Partei, der V o l k s p a r t e i, in die Opposition übergingen. Fethi Bay versuchte dann durch zahlreiche Versprechungen mit der oppositionellen Fortschrittlichen Partei fertig zu werden, er erzielt auch am 3. Dezember ein Vertrauensvotum, fein Kabinett stand aber doch auf recht schwachen Füßen. Die unsichere Basis seiner Regierung war auch im 3anuar Schuld daran, daß der Innenminister Redjeb Dey auf Verlangen der Opposition seinen Posten verlassen mußte. Der Kampf zwischen Fethi Dey und der Fortschrittlichen Partei, der sich zum Teil auch um religiöse Fragen drehte, spitzte sich schließlich so zu, daß er jetzt mit seinem gesamten Kabinett das Rück- trittsgesuch eingereicht hat. Zu diesem Schritt scheint er sich aber erst entschlossen zu haben, nachdem die seit Wochen anhaltenden Versuche des Außenministers Schükri Dry, in dem Konflikt mit der Opposition zu vermitteln, fehl geschlagen sind. Wer sein Rachsolger wird, ist zur Zeit noch ungewiß, man glaubt aber, daß Ismet Pascha von neuem die Ministerpräsidentschaft übernehmen wird. Die Erfolge der Reg^erungs- Iruppen in Kurdistan. Konstantinopel, 4. Mär?. (£11 j Ein neuer Angriff der Aufständigen auf Diarbekir ist abgewiesen worden. Bei Tschemik-Gözek toutben die Aufständischen nach erbitterten Kämpfen zurückgeworfen. Aus Talu sind die Aufständischen vertrieben worden. Regierungsflugzeuge haben wieder mit Erfolg die aufständischen Ortschaften in der Gegend von Gendsch bombardiert. Die Regierung trifft Matz- ncchmen zur Verteidigung von Siwak gegen möa- liche Angriffe der Kurde». Lin neuer griechisch- türkischer Konflikt. Konstantinopel. 4. März. (£11.) Die griechische Regierung sucht die durch den Kurden- ausstand geschaffene unsichere innere Lage der Türkei auszunutzen, indem sie die griechische G e i st l i ch k e i t veranlaßt hat, die Verhandlungen mit der Angora-Regierung abzubrechen. Die Türkei hatte zur Beilegung des Konflikts um das Patriarchat vier auszutauschenden Erzbischöfen gestattet, in Konstantinopel zu verbleiben, um an der Patriarchenwahl teilzunehmen. Unter dem Einfluß von Athen haben die Erzbischöfe den Vorschlag zurückgetoie - s e n und fordern für sich und andere Geistliche eine schriftliche unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Die türkischen Behörden haben darauf Anordnung gegeben, die griechische Bevölkerung zur Regelung der Patriarchenfrage zu zwingen, um dadurch Athen die Veraillassung zum Krieg zu nehmen. Ferner beschloß die türkische Regierung, den Völkerbundsrat um die Genehmigung des Austausches der noch in Konstantinopel lebenden 200 000 Griechen gegen eine gleiche Anzahl Türken in Thrazien zu ersuchen, die nach dem Lausanner Vertrag nicht dem Austausch unterliegen. Zur Begründung führen die Türken an. daß die muselmanische Bevölkerung von den Griechen schlecht behandelt werde. Der Tschekaprozeh. Leipzig, 3. März. (Wolff.) Die Vernehmung des Angeklagten König wird fortgesetzt. Er erklärt, er habe auf alle Pläne und Befehle von Reumann eingehen müssen, da Reumann gegen ihn wegen der Verhaftung Szons Verdacht geschöpft habe, und er nicht das Schicksal teilen wollte, das Wetzel zugedacht war. Er habe aber niemals mit der Polizei in Verbindung gestanden. Mit den Plänen gegen Wetzel und Schlotter sei es ihm nicht ernst gewesen. Er habe aber scheinbar auf die Pläne eingehen müssen. Reumann habe ihm zweimal 20 Mark zur Beschaffung eines Mantels gegeben und dabei gesagt: „Du leistest jetzt Parteiarbeit." Spitzel der Polizei gewesen zu fein, bestreitet König ganz entschieden, ebenso die Behauptung, er habe auf andere politische Gefangene mit Drohungen eingewirkt, um sie zu bestimmten Aussagen zu veranlassen. Es entwickelt sich eine ausgedehnte Erörterung darüber, ob der Angeklagte König ein Spitzel getoef.cn fei. Rechtsanwall Wolff bringt zur Sprache, daß König in dem Protokoll vom 8. Januar 1924 während seiner Schutzhaft bereits mit Bezug auf die Adresse eines Kriminalwachtmeisters in seinem Rotiz- buch sagte, er habe die Adresse notiert. Da er die Absicht gehabt habe, die Kommunistische Partei, soviel er könnte, an- die Polizei zu verraten. (Bewegung.) König fei also cm D e r- rä ter gewesen. Er habe sich aber dann von der Partei bezahlen lassen. Wenn er darauf die Partei tatsächlich verraten habe, so sei das eine Spitzeltätigkeit gewesen. Rechtsanwalt Dagnato bringt den Fall H e i ° denreich zur Sprache, In dem König das Protokoll aufgesetzt haben soll, das dann die Grundlage zur Vernehmung Heidenreichs durch den Landgerichtsrat Bühner geworden fein soll. Hierzu erklärt König, Heidenreich habe seine Angaben freiwillig gemacht. Er selbst habe nur auf dessen Bitten diese Angaben niedergeschrieben, da Heidenreich eine sehr schlechte Handschrift gehabt habe. Die Aufzeichnungen habe Heidenreich selbst zu Bühner gebracht. Kleine politische Nachrichten, Reichskanzler Dr. Luther richtete an den Präsidenten der Vereinigten Staaten folgendes Glückwunschtelegramm: Ramens der Reichsregierung und des deutschen Volkes erlaube ich mir, Ihnen $um Antritt Ihrer neuen Amtsperiode die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen und Damit meine besten Wünsche für die Wohlfahrt des amerikanischen Dolles zu verbinden. gez. Luther, stellvertretender Reichspräsident. Rach den bisherigen Untersuchungen neigt die Ansicht der Fachleute über d i e Ursache der Explosion auf „Minister Stein" jetzt zu oer Annahme, daß eine zu, schwach geladene Sprengpatrone die paraffinierte Papierhülse nicht ganz zu vernichten vermochte. Die Papierreste glommen weiter und führten so die Explosion herbei. * Am 31. Januar wurden zwei ägyptische, Studenten aus einem Zuge heraus verhaftet, da sie im Verdacht standen, den Sirdar ermordet zu haben. Jetzt gestand einer der Verhafteten ein, den Sirdar ermordet zu haben. Aus aller Welt. Erdstürze auf Helgoland. Helgoland, 4. Lllärz. (WTB. Funkspruch ) An der Ostseite des bedrohten Oberlandes stürzten in der Rahe des Kasinos gestern morgen etwa 3000 Kubikmeter Erdmassen in das Meer. Eine neu erbaute Villa ist sehr gefährdet. Der Garten- Pavillon hängt über der Felswand. Ein Rebenhaus, das unmittelbar neben der Felswand steht, muß abgebrochen werden. Da der Felsen verschiedene Risse auftoeift, sind einige Wege des Oberlandes gesperrt. Selbstmord eines Mörders. Aach einer Dlättermeldung aus Hamburg hat sich der in Smyrna geborene Fritz Westfeld, der am 10. Februar vorigen Jahres aus Rache und Eifersucht einen in Hamburg wohnenden Griechen und dessen Verlobte ermordet hatte, in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis erhängt. llebcrfall im Zuge. Aus Ratibor wird gemetbet: In einem aus der Richtung Katwwitz em treff enben Personenzug wurden hinler Charlottengrube in eurem Abtell 3. Klasse ein Gruben st eiger überfal- l e n und mittelst einer A x t zu Boden geschla - gen. Zwei im Rebenabteil fitzende polnische Beamte kamen dem .UeberfalLcnen z u Hilfe. Der Attentäter sprang jedoch aus dem Zuge und entkam. Der ileberf öftere ist feinen schweren Verletzungen erlegen. Streik bei Doll* In der Berliner Großmeierei Bolle ist ein Streik ausgebrvchen. Bei den Verbandlungen zur Beilegung des Streiks wurde ein Vergleichs Vorschlag des Schlichters angenommen, die Frage, ob der Streck einen Der- trauensbruch dar stelle, einem paritätisch zusammengesetzten Schiedsgericht zu unterbreiten. In einer daraus abgehaltenen Versammlung der Streckenden wurde jedoch der Vorschlag mit erdrückender Mehrheit abgelehnt. Der Streik nimmt also feinen Fortgang. Der falsche Abt. Vor dem Breslauer Schöffengericht stand der 65jährige Lagerhalter Th ei le aus Webers- Winkel, ein vielfach mit Zuchthaus vorbestrafter Verbrecher. Thelle war im Oktober letzten Jahres im vollen Ornat eines geistlichen Abtes im Kloster der Barmherzigen Brüder erschienen und hatte sich als Abt des Klosters Maria Einsiedeln ein» geführt. Er erzählte, daß er aus München komme. Er sei vor der Einfahrt in Dresden in seinem Bahnabtell überfallen, betäubt und beraubt worden. Es solle in Breslau ein Sanatorium errichtet werden und das Breslauer Kloster sollte die Oberaufsicht übernehmen. Die Kaution von 40 000 Mark sollte entweder das Kloster in Breslau oder ein Bankier, den er in Breslau bereits gewonnen habe, hinterlegen. Der falsche Abt spielte seine Rolle so natürlich, daß ihm der Betrug beinahe gelungen wäre. Der dreiste ■Betrüger wurde jetzt wegen versuchten Betruges, Ärkunoenfälfchung und Beilegung eines falschen Ramens zu drei Jahren Zuchthaus und einer Woche Haft verurteilt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. März 1925. Von der Invalidenversicherung. Die Landesversicherungsanstall ' Hesien in Darmstadt hat auf Grund der Bestimmung des § 1467 R. V. O und mit Genehmigung des Reichsversicherungsamts zum Zwecke der Kontrolle der rechtzeitigen und vollständigen Entrichtung der Beiträge zur Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung für ihren Dienstbereich ileberwachungsvorschrisien erlassen, aus denen wir die wichtigsten Bestimmungen nachstehend veröffentlichen: Mit der lleberwachung der Deitragsleistung sind Kontrollbeamte beauftragt Diese siird berechtigt, die Prüfung der Dsitragsentrichtung, angesagt und unangesagt, werktäglich während der üblichen Betriebs- oder Geschäftsstunden in den Wohn- odei Geschäftsräumen durchzuführen. Arbeitgeber und Arb.itnehmer find verpflichtet, jede auf die Beschäftigung bezügliche Auskunft zu geben, bzto. im Falle der Verhinderung durch Dritte geben zu lassen. Alle Quittungskarten und Ausrechnungsbe- fcheinigungen sind dabei dem llebertoachungs- beamfen auf Verlangen auszuhändigen; ebenso sind alle auf das B si'chä stigungs o er H3ltnis bzgl. Lohn- oder Geschäftsbücher pp. vorzulegen. Bei evtl, llndurchführbarkcit der lieber» wachüng haben Arbeitgeber und Versicherte dem Llebertoachungsbeamten nach, seiner Bestimmung schriftlich oder mündlich in einem näher zu bezeichnenden Termin die erforderliche Auskunft zu erteilen. Dabei darf der Termin am Amtssitz der zuständigen Gemeindebchörde, oder an einem dem Wohn- oder Bsichäftigungsort nahegelegenen Ort angeseht werden. Arbeitgeber, die wegen nicht richtiger oder nicht rechtzeitiger Marken- verwendung bestraft sind, und Versicherte, sofern ihre Beitragsleistung Anregrlmähigkeiten zeigt, haben auf Anordnung des Vorstandes der Lan- desversicherungsanstalt Listen nach vorgeschriebenem Mustes zu führen. Zur Erfüllung der in den llebertoachungs- vorschsisten enthaltenen Bestimmungen können vom Vorstand der Landesversicherungsanstalt Geldstrafen bis zu 1000 Mark ausgesprochen werden. VornoLizerr. — Tageska lender für Mittwoch. StadttHeater: ; übt ,,Stein unter.Steinen". — Ehemalige Ülnterofsizier-Schülcr. Offiziere, Beamten und Hoboisten 8 ülhr Versammlung im Postkeller. — V. H. C, Infolge der Beisetzung des Reichspräsidenten wird der für morgen angesagte musikalische Abend um einige Tage verlegt. (Siehe Anzeige.) Der Reichsbund der abgebauten Beamten und Lehrer beruft in unserem heutigen Anzeigenteil eine Versammlung auf nächsten Samstag nachmittag in den Singsaal des Realgymnasiums ein. Räheres in der Anzeige. Der Alpenverein, Sektion Gießen, schreibt uns: Wir machen auch an dieser Stelle noch einmal aufmertfam auf den für Donnerstag angelündigten Vortrag im minevalog.-geolog. Institut. Der Redner, Dr. Kühn, ein unternehmender Bergsteiger von großer Ausdauer, will uns jenen großartigen Höhenweg tir den Hohen Tauern führen, der. von der Gießener Hütte ausgehend, über Hochalmspitze, Ankogel, Svnnblick, Großglockner bis zum Großvenediger führt. Xtfciteröüyg uv aftü. Aufllarend, östliche Winds, kälter, trocken, Rachtfrostgefahr. Das Hochdruckgebiet hat über Rorddeutschlank) etwas an Raum gewonnen, während das Tief über Südfrankreich nach Südvsten vorgestoßen ist. Das nördliche Fallgebiet hat sich über Skandinavien wieder etwas nach Süden hin erweitert. Auf dem Kontinent überall steigendes Barometer läßt eine weitere Ausdehnung des Hochd.Ulkgebietes erwarten. Infolge zuneh- mender Aufklärung und nächllicher Ausstrahlung stellenweise weitere Abkühlung bis unter den Gefrierpunkt. •* Aus Anlaß der Beisetzung des Reichspräsidenten Ebert hat das Hess. Gefanckministerium angeordnet: Als Beisehungs- tag gilt für Hessen Donnerstag, der 5. Marz. Um den Tag als allgemeinen Landestrauertag zu kennzeichnen, sind am Donnerstag alle staatlichen und kommunalen Bureaus geschlossen. Jede Art öffentlicher Musik, sowie sonstige öffentliche Lustbarkeiten, einschließlich Schauspielvorstellungen und Lichtbildvorführungen, sind an diesem Tage verboten. Hinsichtlich der Schulen wird auf die besonderen Verfügungen des Landesamts für das Dildungswesen verwiesen. *• Morgen lein Amtstag in L ich. Dem Kreisamt wird unS mllgetellt: Der auf Donnerstag, 5. d. Mts. anberaumte Amtstag des KreiSancks Gießen in Lich fällt mit Rücksicht aut die an diesem Tage erfolgende Beisetzung de» Reichspräsidenten aus. **DieVorbereitungenzurReichs- Präsidentenwahl. Der hessische Staatspräsident ersucht die in Betracht fummenben De» Hörden, alle Vorbereitungen zur Reutoahl des Reichspräsidenten sofort in Angriff nehmen zu lassen, insbesondere unverzüglich die Gemeinden anzuweisen, daß die Stimmllsten oder -Karten bis 15., spätestens 18. Rcärz ausleaungsfähig sind. Die Stimmlisten (Karteien) Der letzten Reichstagswahl sind möglichst zu verwenden und lediglich berichtigen und ergänzen zu lassen. 1' Städtische Steuerstundung Das 6. Ziel der städtischen Eonderstsurr vom bebauten Grundbesitz ist mit sofortiger Wirkung gestundet worden. Man bar* wohl damit rechnen, daß die Stundung in einen völligen Erlaß dieses Zieles umgewandelt wird. <-• D j e Allg. Ortskrankenkasse Gießen hält ihre Geschäftsräume morgen geschlossen. (Siehe Anzeige.) ** D i e Racheichung der Matze und Gewichte muß bis zum 7. März von den Geschäftsleuten in folgenden Straßen bewirkt werden: Walltorstrahe. Wetzsteingasse, Wetzstein- straße, Lindengasse, Brandgafse, Lcmdgraf-Phi- lipp-Platz, Kanzleiberg, Hundsg-sie, Zozelsga'se, Astertoeg, Schillerstraße, Braugrsse, Steinstraße, Weserstratze, Dammstratze, Ederftraße, Schock- strahe. Marburger Straße, Wiesecker Weg, Ost- anlage. Dis zum 31. Dezember ds. 3s. müssen auch die dem satzweisen Verkauf dienenden Bierfässer, die nicht das Iahreszeichen 24«,über 25 tragen, ebenso die Wein- und Obstweinfässer ohne die Iahreszeichen 23, 24 oder 25 und alle festfundamentierten Waagen und diejenigen von mehr als 3000 Kilo Trng'raft ohne Iahreszeichen 23, 24 oder 25 nachgeeicht werden. Südtoe st deutscher Radioklub. Ortsgruppe Gießen. Die Hauptversammlung des Gießener Radioklubs brachte u. a. auch Ergänzungswahlen für den Vorstand. Geheimrat König, der Gründer und Förderer des Gießener Radioklubs, hatte infolge persönlicher Gründe den ersten Vorsitz im Lause des Winters nicdergelegt. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. An seiner Stelle wurde Dr. Müller vom Physikalischen Institut zum ersten Vorsitzenden gewählt. Den zweiten Vorsitz behielt Studienrat Dr. H e u ß e l, Rechner blieb Dankbevollmächtigter G ü n g e r i ch und Schriftführer wurde ftub. math. et Phys. Francke. K. D i e Ordensgemeinschaft jung- deutscher Schwesternschaften v:ranstal- tete am Sonntagabend im Saalbau «Sauer einen Vortragsabend. Rach einer kurzen Einleitung der Großmeisterin F.au Studienrat Gebhardt und einigen deklamatorischen und gesanglichen Darbietungen hielt die Hochmeisterin dir Ordens- gemeinschaft, Frl. Hanna Klostermüller- Kassel. einen interessanten Vortrag über ,I u alldeutsche Frauenarbeit". Sie wies zunächst darauf hin. daß viele unkrer Urahnen nach verlorenen Kriegen sich mit all:. Kraft dafür eingesetzt Harrn, ihre Volksgenossen aus Rot und Elend herauszuheben, sie zu neuem Geben wachzurufen und ihnen Kraft und Willen zu geben. Auch jetzt brauche unser Vaterland solche Persönlichkeiten, und zwar starke, mutige Männer, aber auch opferfreudige Frauen und Mädchen. Unsere weiblichen Volksgenossen hätten durch den Krieg und seine Folgen seelisch wohl am meisten gelitten, sie seien jetzt auch dazu berufen, in stiller, ernster Arbeit, im Geiste jener großen Dulderin Königin Luise, am Wiederaufbau des Vaterlandes mitzuarbeiten. Alle eignen Interessen müßten zum Wohle des Vaterlandes zuräickgestellt werden. Die Frau muffe sein die Hüterin der deutschen Seele, der Sit e und der Zucht. Dazu sei aber netto-nbig daß jeder einzelne an sich selbst arbeite aus seiner Seele alles Materielle, alles üln sine entferne, denn os könne in unserem Vaterland nid/, eher bsiser werden, bis die Menschheit sich wieder auf sich selbst besinne und zwar nicht nur die Frauen, sondern aud; die Männer, die Deutschlands Seele in den Schmutz gezogen. Es sei schwer, g gen den Strom zu schwimmen, aber Menschen, die innerlich gefestigt sind, würde all: Widerstände Überwinden. Um aber etwas Gröhes zu erreichen, sei ein Zusammenschluß zur Grmein- schaft unbedingt notwendig, denn Deutschland sei immer nur grob gewesen in der Gemeinschaft. Sie Vortragende erläuterte weite» kurz die Bestrebungen der Ordensgemeinschaft jungdeutfcher Schwesternschaften, die fid) zur Aufgabe g.macht habe, am Wiederaufbau unseres Vaterlandes auf christlicher, deutscher und sozialer Grundlage mitzuarbeiten. Ohne Rücksicht auf Stand und Herkunft müsse jeder sein möglichstes in materieller oder geistiger Hinsicht das Vaterland opfern, um einerseits unseren Gefallenen eine Dankesschuld abzutragen, andernsrits aber auch beizutragen, daß unser Volk sonnigereiH Zellen entgegengesührt wird. Auch das deutsche Volk müsse wieder den Glauben an den Ausstieg des Vaterlandes gewinnen. Reicher Beifall belohnte die Vortragende für ihre vortrefflichen Ausführungen. Mit dem Gesang des Deutschlandlieds sand die Versammlung ihren Abschluß. ** „D as blonde H an nele", ein Spiel von Liebe und Intrige, nennt sich der neue Film im Lichtspielhaus Bahnhofstraße, der besonders durch seine Darsteller wertvoll wird: Maria Menti als Hannele und Hans Brausetoetter als ihr Bruder. Die Fabel ist einfach, die Darstellung oft sehr hochwertig Voraus läuft ein amerikanischer älnterhaltungs- film, der oft Lachstürme hervorruft. Landkreis Gießen. ft Grünberg, 3. März. 3n der Hauptversammlung des hiesigen Turnvereins gab der erste Sprecher, Lehrer Wenzel, zunächst einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Vereinsjahre. Der Bericht des ersten Turntoarts zählte 73 Turnabende mit 2644 Teilnehmern auf. Der Verein nahm an folgenden turnerischen Veranstaltungen teil; Dezirks-Gerätetoeltkainpf in Dietzen, Bezirks-Turnfest in Werdors, Gautum- feft in Biedenkopf, Turngänge fanden drei statt, auherdem beteüigte sich der Verein an der Will- ©tafette; zahlreiche Turner des Vereins wurden bei diesen Wettkämpfen preisgekrönt. Der Bericht des Turntoarts der Damensiege ergab 60 Turn- abende mit 450 Teilnehmerinnen. Die Damen- riege beteiligte sich an dem Hausfrauenturnen in Alsfeld und errang den 7. Sieg. Der Bericht des Turntoarts der Männerriege ergab 23 Turnstunden mit 146 Teilnehmern. Rach der Rechnung für 1924 beziffern sich die Einnahmen auf 3239 Mk., die Ausgaben auf 2577 Mk., mithin verbleibt ein Kassenoestand von 662 Mk. Dieser äleberschuß soll zur Deckung der Obligations' steuer Verwendung finden. Dem Rechner wurde i«iii-Äille alle Größen lagernd im 846a Modehaus Salomon und ellwi g- Hi«r- blüte". ieder rS istwiMch Keine bestätige. 2273 A •219»c Dor Vor.*'and. Iffii bet Kafeematl!« afr Schutzmarke Gefl. ausführliche Angebote unter 2249V an den Gieß. Anzeiger erb. Mett* hie die schlagsempsänger tarnen 11 Frauen 13 Kinder in Betracht. Starkenburg unv Rheinhessen« 3 Darmstadt. 3. März. Wie uns G. A., Kaufmann, Aschaffenburg *) Pneu mette, die weltbekannte pneu ma tische Fußstütze, ist die beite Schuhein läge gegen Übermüdung und Senfifuß Unsere Leser seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Pne umett e an jede! mann 8 Tage zur Probe und mit halb jähriger Garantie abgegeben wird bei der M.SMWsMMWl.SellttSweM Wartbnraverein Sonntag, den S.JIärie, abde. 8 Ihr, im Markussaal Lichtbilder-Dortrag: „Ueb r das Leben und Leiden Jesu Christi". Alle MitaUeder und »renn e sind herzlichst eingeladen. Eintritt 30 Pfennig. geteilt wird, fand vor wenigen Tagen im sigen Stadthause eine Besprechung über Frage der Errichtung einer Aundfunksendc anlage in Darmstadt statt, an der außer staatlichen und städtischen Vertretern die Ober pvstdirettion und die Technische Hochschule teil’ Philo|ophenwald Morgen Donnerstag, norm. 10 Uhr: ‘ fopfm.Kraat । Abends oiso* .4} von b Uhr ab: Metzelsuppe IIIWHHW Niederlage: o.to Scumia., bleuen, < u. i lU’nrn, e 48. ied!«»z!.......... DcrRkiWunddtrabgklmt.Bcmttn unö Lehrer s-itz: Berliu-Lichteiirlihe) lädt alle abflebauten Festan gestellten (jeher tRannftufc) von Jahren bei der Einweihung des Denkmals dieses in den Schutz der Gemeinde gestellt hatte, erinnerte noch einmal an die Opferfreudigkeit der Gemeinde, die dies prächtige Denkmal geschaffen habe. Der Präsident deS Kriegervereins, Kaufmann Langohr- Mücke und Bürgermeister Erb richteten ebenfalls recht herzliche Worte an die Versammelten und ermahnten zur Dankbarkeit den Gefallenen gegenüber, dankten aber auch allen denen, die zum guten Gelingen der Feier beigetragen hatten. Mit dem Vortrag eines Musikstücks und dem Gesang der Kinder „Morgenrot" nahm die ehrende Feier ihr Ende. m. Alsfeld, 3. März. Die diesjährige Versammlung des Kreislehrerverein- Alsfeld, die schon kurz registriert wurde, beschäftigte sich u. a. auch mit Kreisangelegenheiten. Es wurde beschlossen, daß sich der Vorstand des Kreislehrervereins zukünftig aus den Lehrer- Mitgliedern des Kreisschulamts und den Obmännern der Dezirksvereine zusammensetzen solle. DDi. dann fang die Gemeinde, und nun folgte die Gedächtnisrede des Pfarrers He' auf fang derMännerchor „Li der gemilchte Kirche nchor schloß mit seinem Liede die würdige Feier. Die Ausschmückung des Denkmals mit Kränzen und Blumen war den der erste Sprecycr e n a c i u *e oer -äca? ner Karl Schmidt wiedergewählt. Die seitherigen Vertreter wurden durch Zuruf wieder ernannt. Friedrich Schröder, Ph. Dender, Otto Kreuder und E. Möser wurden zu Turnwarten gewählt, L Kaus und 21. Leineweber zu Rechnungsprüfern und Ehr. Ritter und Ehr. Schmadel zu Onventarprüsem ernannt. Ferner wurden bestimmte Heinrich Schmidt III. als Vertreter zum Gauturntag, alS Leiter der Damenriege Fritz Gehringer bzw. ®g Liebig, als Leiter der Männer- riege Hch Schmidt III und als Spielleute Otto Kreuder und Cbr. Ritter. Der Vorstand wird ermächtigt, in der Frage der Er - Weiterung der Turnhalle die nötigen Vorbereitungen zu unternehmen, auch soll die Dilderschau der Deutschen Turnerschaft bezogen und ein Sanitätskasten angeschafft werden. In sehr würdiger Beile wurde der Dolks - trauertag auch hier gefeiert. Außerordentlich stark war der Besuch in der Stadtkirche. Pfarrer Schmidt gebaute in feiner Predigt der Gefallenen und der Kriegsbeschädigten. Das Muli k k o r p S und der Männergefangver- cin wirkten bei dieser Feier mit. Rach dem Gottesdienst hatten sämtliche Vereine mit Fahnen um das Kriegerdenkmal neben der Kirche Aufstellung genommen. Pfarrer ©tauling gedachte hier in feiner Ansprache der Gefallenen. Beigeordneter Fuldat legte namens der Stadt einen Kranz nieder. bu. Burkhardsfelden. 2. März. Gestern fand hier auf dem Friedhof beim Denkmal der Gefallenen die Gedächtnisfeier statt. Der Kirchenchor sowie die beiden Männer- chöre beteiligten sich an der Feier. Zuerst trug het Männerchor „Germania" ein Lied oemnacyn am einer 4>enamnuultg verein vorgelegt toerben. Ein Antrag, auch einen Vertreter der Junglehrer in den Vorstand zu schicken, wurde einstimmig angenommen, ebenso ein weiterer Antrag, bekannte Praktiker auf dem Gebiet des Schulwesens zu Vorträgen zu gewinnen. 3n Bezug auf Amtsblätter wurde beschlossen, sich an die oberste Schulbehörde zu wenden, falls sich die Gemeinden noch weiterhin weigern sollten, den Vorsitzenden der Schulvorstände diese kostenlos zuzustellen. Rach einer kurzen Mittagspause wurde noch weiter beraten über Beaufsichtigung des Religionsunterrichts, Lehrerbildung. Stellenbeseyung. hauptamtliche Fortbildungsschullehrer auf dem Land, Titel- fragen, Tarisholz, Vertreterverfammlung in Rau- Heim und Wahl des Obmanns d. L. L. D- und dessen Stellvertreter. Ä reift Biivingen. !! Büdingen, 3. März. (Kraftpost - Unten.) Zwei Geyenden des Kreises Büdingen sind bis jetzt noch nicht dem Verkehr erschlossen, nämlich 1. der südliche Teil des Kreises, umfassend die Orte Hainchen, Himbach, Eckartshau^en. Altwiedermus, ßangenberg- heim und Rommelhausen: 2. die Orte des Vogels- betgs im Seemenbachtal. Rinderbugen. Ke enrod, Michelau. Bind ahicn. Wenings. Hitz- kirchen. Bösgefäh, Illnhausen Zur Erschließung der unter 1 ausgczählien Ortsckasten wurde schon vieles versucht. 3m Jahre 1913 war das Bahn- bauprojekt Büdingen — Hanau, das die genannten Orte verbinden sollte, so weit gediehen, daß das Gelände zum Teil schon abgesteckt war. 3m darauffolgenden 3ahre faßte Der Gcmeinderat Büdingens den Beschluß, daß die Stadt durch den beabsichtigten Bahnbau keinerlei Vorteil habe. Hierdurch wurde der ganze Plan zunichte gemacht. Rach dem Kriege Inüplic die Post Verhandlungen zwecks Einrichtung einer Kraftpostlinie an. Cs sollte täglich zweimal gefahren werden, und zwar nicht bis Hanau, sondern übet Langenbergheim, Marköbel, Ostheim (Bahn). Dieser Plan scheiterte daran, daß eine ausreichende Ertragfähigkeit nicht zu erwarten war, und die beteiligten Gemeinden sich weigerten, Zuschüsse zu leisten. Reuerdings will nun ein Privatunternehmer zwischen Büdingen und Hanau eine Autolinie ein- richten. Der Beweggrund hierzu durfte in der Hauptsache die vielen Arbeiter sein, die nach Hanau zur Arbeitsstelle müssen und seither an d>e stundenweit entfernten Bahnhöfe gehen mußten. Ob der Unternehmer jedoch die Genehmigung zum Betrieb der Linie erhält, ist noch dahingestellt. Vorerst hat die Reichspost. der ja das Recht der Errchtung von Autolinien in erster Linie zusteht. Einspruch erhoben. Die P o st will, falls die Gemeinden jetzt bereit sind, Zuschüsse zu leisten, den Autobetrieb selbst in die Hand nehmen. Die Verhandlungen mit den Gemeinden finden in Kürze statt. Man Darf auf ihren Ausgang gespannt fein. Zur Erschließung Der VogelsbergerOrte (unter 2) war wohl beabsichtigt. Die von Hanau nach Büdingen zu bauenDe Bahnlinie bis Fulda durch- zuführen. Da aber Die erstgenannte Strecke nicht errichtet wurde, mußte dieser Plan fallen gelassen werden. Man versuchte dann im 3ahre 1912 auch hier Autolinien in Gang zu bringen. Es kam aber nur zu Probefahrten. Das Projekt wurde der hohen Kosten wegen nicht ausgeführt. Der Ausbruch des Krieges verhinderte Dann weitere Verhandlungen. Als im Jahre 1919 die Post die Linie Hanau—Büdmgen eröffnen wollte, bestand auch Die Absicht, eine Linie in Den Vogelsberg zu führen. Es sollten folgende Orte berührt werden - Kinderbügen, KefenroD, Bindsachsen. Wenings. Merkenfritz. Aber auch hier weigerten sich Die Gemeinden, Die verlangten Zuschüsse zu zahlen, so daß die ^Inbetriebnahme Der Linie unterblieb. Man hofft nun, wenn die Linie Hanau—Büdingen zustande kommt, daß auch eine solche in Den Vogelsberg durchgeführt wird. 11 'Mche 1 dir fr11 zu •len) p fata Ortung ,c6 **15 und StrL^ den £Sst > ÖBfttBänfäHw unß bieienlgen >t >< Id erben. H-uPtverscunm- uchte u. a. auch Geheim- 1 Sotberct deS >l.Se p-rs'nlicher ttft drs 'BJinterft e/vvrsiheu. ?Ue wurdr Dr njtitiit »um ersten eeim Vorsitz be. Rechner blieb 4 und Lchriit- '• Francke nf chast ji/ngr Uten v vanftaf- •|>JU 6.iuer einen Ukzen Ginlelluna trat Gebhardt und gelantzl^chrn tcrin o:r Ö.htni» oftetmüUer* sag üyer ,3ung« Hie teu'ß zu» unserer üt allr, Steil da« Lzensssen aur M - zu neuem Leden ’t und Dillen äu er Merland solche le, mutige QUanner, uen und Mdchen. cn hätten duich den ch wohl am meisten dazu bcruiM, in leiste jener giofien Wiedcruusliau dck M eignen 3n- öes JateckanöeS zu muff, fdn d/e er öitit und Der ,g dah srdrr ein« aus s üutt 6 : entbeut, denn nicht eher besser ich wieder aut sich nut die Fcaucn, > DcutichlaiAve.lk i lei schtver. geM iber Uenschcn. die e alle Widerstande ,5 Großes zu er« M zur .?'uicin* :nn Zruischlard sei t\v Ormelzilchast. ?i:ci kurz die cha't jungdeutscher Ausgud.' g-n-achl »res SflkrbnM s-ialee Grundlage 'aus Stand und glichstes in male- das Later- *in anderrrsett» ui« . cßoli sonmsZ ' Auch das deu 'che .en^denAul^ M ihr« MA „„Plc", ein Spiel ;rDDn3ill- ietzk». 'S senen äßltc Z3 ur-nMls i -er inehmern «« SS)-.« innen- W cr?Vet «ätz ^M^vkeiier «ra Jfllll mineral- gegen Wett itnifwon Beritt) elmuag. Mie 1)U|UII"li5eH403ahrengliln30.Uen)öhrt Trinkkur mit Softener Soffer o. oortf glittet Wong. HIHIHWHHWHIIIMt' Allg. SMkllmkeiHlisfü Gietzk« Anläßlich der Beisetzung des Reichs- * Präsidenten bleibt unsere Kaste am Donnerstag, dem 5. Marz 1925 geschlossen. ,312c IW Alles franko u. lecker. 2 Stift, ca. "M» 200 Harzkäse „Sahna" DT* ä.4fü.-Latd Holl.- ob. Tilsiter-ob. "fte Edamer-An5.05-^—! l'^oftbok Bismarckh-od.Geleeber.jet.l^x, -MA pr Beivock- 5 Tof Oelsard. 1.50 *.— "WI zäj- l0-Pfd.-Eim.Pslauinenmu-S.50./r uj or E. Napp, Attona A 42a. 1W3sl -ee von den Hinterbliebenen künstlerisch ausgeführt worden. A reift ^ricvberg Dad - R a u h e i m. 2. März Der Volks- trauertag nahm hier einen sehr würdigen Verlauf. Die ©ebcnffäcr auf dem Friedhöfe fand bei sehr zahlreicher Beteiligung der Vereine und Behörden statt. Beigeordneter Kling hielt Die tiefempfundene Gedächtnisrede. Der Gesangverein „Frohsinn" brachte Die weihevollen Chöre „Ach. wie ist's Leben doch so schwer" und das ..Riederlän. ische Dankgebef ld elcs unter Mulitbeglrttung o.r Feuerwehrkapelle, > i.idrucks- voll zu ® bot. 3n den GoUeshauscln schlossen sich dann Gedächtnisgottes Dienste tut. Die Kurkapelle g. stattete ihr Samstagnachmit- tag-Konzert zu einer kurzen Trauerfeicr für den verstorbenen Reichspräsidenten. Stehend hörten di-- Konzert besucher den Trauermarsch von Chopin an. Greift Schalken. h ällrich stein. 3. März. Der deutsche Volkstrauertag brachte hier einen feierlichen Gottesdienst, in Dem auch der Gesangverein mittoirtte; neben dem Kriegerverein, der mit umflorten Fahnen teilnahm, füllte eine sehr zahlreiche Menge das Gotteshaus. Abends um 8 Ahr war im Grohschen Saal eine Versammlung, in Der Pfarrer Kornmann einen von ernsten Musikstücken umrahmten Vortrag hielt über „Leben und Leiden deutscher Ansiedler tn Westruhland". Er zeigte Darin, wie Die deutschen Kolonien in Der Westukraine allmählich entstanden, und wie sie unter Der russischen Politik, besonders in Der Kriegszeit, zu Leihen hatten, wie sie andererseits aber auch mit aller Zähigleit ihre Wiederausbauarbeit treiben und ihre Schädigungen zu verwinden suchen; sie gäben uns in unserer Zeit Der Röte ein lebendiges Beispiel. Der Saal war voll besetzt. — Die Sam nlungen vormittags und abends ergaben zusammen fast 60 Mk. I Ober-Lais, 3. März. 3n diesem 3ahre hat ein alter Caifer Gewerbezweig sehr an Ausdehnung gewonnen, nämlich Die Hcrstellung von K u m m e t h ö l z e r n, wie sie Die Sattler beim Herstellen Der Kummete brauchen. Hergestellt werben diese Hölzer aus Den krummen Wurzel- Hälsen Der Buchen. Die Waldarbeiter roden Die Buchen aus Dem DoDen heraus und schneiden den .........eil III IMIII-gM— Habe absolut keine Beschwerden mehr in Fug und Hüfte. Da ich große Beschwerden seit langer Zeit hatte, bekam ich in liebenswürdiger Weise Ihre Pneumette*» von einem Bekannten zur Verfügung gestellt. Seit der Zeit habe ich absolut keine Schmerzen mehr im Fuße sowie der Hüfte, was ich Ihnen hiermit gerne unaufgefordert Kao I Oe/- Politur putzt Metalle fllMrhor $n»ho «i«X <'ti-i._t — s - * Lehrer Reinhold Praß und Familie. Großen-Linden, den 3. März 1925. 01959 Ein gut empfahl. Geschäfts Mädchen Haus als Beiköchin für - ... ~ Gießen, den 2. März 1925. in bester Lage in sofort gesucht, sowie 2280V 5240 versehene Gäste haben Zutritt. 01978 Der Vorstand isl. SiiOrabi-Bitter 01077 empfiehlt irisches Kontor. 2286V Rinn & lfloos A.-k., Heuchelheim Billige 2313c Frische ilmÄr c. G. Kotau h u 3305 [) Ehrl., sauberes gesucht. 2301V 1694V billigst IM K verbunden mit Konzert. 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Meist ist dieses Resultat das einzige, was den Kaufmann interessiert, obgleich gerade daS Jahr 1924 kein Mahstab dafür sein kann, ob daS Geschäft an sich rentabel ist, denn daS Resultat — ob Gewinn erzielt wurde oder ein Derlust eingetreten ist — hängt ursächlich mit den Zahlen der Goldmark-Eröffnungsbilanz zusammen. Die Frage, ob es jedoch ratsam ist, die Bilanz endgültig aufzustellen und die Geschäftsbücher abzuschließen. ist nach meinem Dafürhalten zu verneinen. Die kommenden Gesetze find erst abzuwarten. Rach dem vorliegenden BermögenSsteuer-Sntwur, soll eine Reuveranlagung zur Vermögenssteuer erfolgen. Es toirb also der Fall eintreten, dah das Betriebsvermögen der Bilanz umgewertet werden muh. Die Spannung zwischen dem Anfangsvermögen 1924 und dem Endvermögen 1924 ist nach dem Steuer- überleitungsgefetz für die Einkommensteuer von beachtenswerter Bedeutung. Das Steuerüberleitungsgesetz stellt die Brücke dar zwischen der bisherigen summarischen Erhebung der Vorauszahlungen an Einkommen- und Körperschaftssteuer auf Grund der zweiten Steuernotvervrdnung und dem endgültigen neuen Einkpmmen- und Körperschaftssteuergeseh. Es wird hier der Versuch gemacht, die Einkommen- und Körperschaftssteuer auf dem Wege der Gesetzgebung wieder in geordnete Bahnen überzuleiten. Aus grundsätzlichen Erwägungen wird der Referenten-Entwurf jedoch von verschiedenen Spitzenverbänden abgelehnt, so z. D. vom deutschen Handelstag und vom Steuerausschuh des Verbandes deutscher Bücherrevisoren e. D.. Leipzig. Rach den Ausführungen des zuletzt genannten Verbandes ist der Entwurf auf Gedanken aufgebaut, die mit den bewährten Grundsätzen der Steuerpolitik und der Steuergerechtigkeit im diametralen Gegensatz stehen und deren praktische Auswirkungen auf das ohnehin schon schwer geschädigte Wirtschaftsleben von unheilvollem Einfluß sein müssen. Die erste regelmäßige Veranlagung für die Einkommen- und Körperschaftssteuer soll nach dem Entwurf erst in der zweiten Hälfte bzw. nach Ablauf des Jahres 1925 vorgenommen werden. Dem gegenüber muh nach wie vor auf der Forderung beharrt werden, dah die Veranlagung auch für das Jahr 1924 durchgeführt wird. Die Veranlagung für 1924 muh erfolgen, nicht nur weil sie dem Steuerpflichtigen versprochen worden ist, sondern auch weil sie aus steuerpolitischen Gründen unbedingt notwendig ist. Löst die Regierung ihr Versprechen nicht ein. erfolgt keine Abrechnung für 1924 mit dem einzelnen Steuerpflichtigen. dann bleiben alle die Unbilligkeiten, Ungerechtigkeiten und Härten in Geltung, die das Dorauszahlungssystem für 1924 mit sich gebracht hat. Das muh sich unheilvoll auf die Steuermoral des großen Publikums auswirken, und das kann nicht, was doch wohl unbedingt notwendig ist, daS Vertrauen des Steuerpflichtigen gegenüber dem Steuerfiskus heben. Aus diesen allgemeinen Gründen ist die nachträgliche Veranlagung für 1924 unbedingt geboten, auch wenn dmnit eine erhebliche Mehrarbeit für die Finanzbehörden verbunden sein sollte. Das, was nach dem Referenten-Entwurf als sogenannte „vereinfachte Veranlagung" vorgesehen ist. ist tatsächlich keine Veranlagung, denn sie erfolgt auf Grundlage von sogenannten Merkmalen für die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen, die die Finanzbehörden in Stand sehen, die Steuerfähigkeit des Einzelnen nach Belieben zu bemessen. Damit ist der steuerlichen Willkür Tür und Tor geöffnet, ein älebelstand, der mit einer regelmäßigen Veranlagung nichts mehr gemein hat. Die Veranlagung muh so erfolgen, daß jeder einzelne Steuerpflichtige weiß, wreviel er zu bezahlen hatte, wieviel er demzufolge zu wenig oder zu viel bezahlt hat. Hat er yi viel bezahlt, so muß ihm £ie Differenz zuruckgezahlt oder anderweitig verrechnet werden, trabet sind alle Beträge, die der Steuerpflichtige über sein Soll hinausgezahlt hat. ihm zurückzuzahlen bzw. zu verrechnen, mit Einschluß von Zinsen in Höhe den Zinssatzes, den der Steuerfiskus in der betreffenden Zeit gefordert hat. Hat der Steuerpflichtige zu wenig gezahlt, dann ist es nur recht und billig, wenn er gezwungen wird, die Differenz nachzuzahlen. Rur durch eine solche klare Abrechnung für 1924 kommt man zu einer festen Grundlage für die Zukunft und zu einem Maßstab für die im Jahre 1925 zu leistenden Zahlungen. Richt haltbar ist die Bestimmung, wonach im allgemeinen Beträge unter 500 Rm. nicht erstattet bzw. nachzuzahlen sind. Abgesehen davon. dah 500 Rm. heute auch für größere Betriebe einen ansehnlichen Betrag darstellen, ist eine restlose Verrechnung und demgemäß eine Rückzahlung bzw. Rachzahlung auch tfeinerer Beträge notwendig. Die § 2 und 6 des E. wurfes geben dem Begriff der steuerlichen Leistungsfähigkeit einen ganz besonderen und neuartigen Inhalt. Die Merkmale, die dort für die Steuerfähigkeit bet Einkommen- und Körperschaftssteuer angegeben werden, haben mit einer Einkommensteuer absolut gar nichts mehr zu tun. Auch wenn unterstellt wird, daß auf die außerordentlichen Verhältnisse des Jahres 1924 für Staats- und Dollswir: schäft besondere Rücksicht zu nehmen ist, so ist es doch nicht angängig, für die Einkommensteuer das Vermögen, den Umfang der Dermögenserhaltung, die Lebensführung oder die Stellung im Wirtschaftsleben mit als Grundlage dienen zu lassen. Eine Eitttornmensteuer kann sich nur nach dem tatsächlichen Einkommen richten, und zwar Einkommen im Sinne der Quellen-Theorie. Die sonstigen Merkmale werden bei der Steuerfähigkeit des Einzelnen hinsichtlich sonstiger Steuern zu berücksichtigen sein, sie können aber nicht als Maßstab dienen für die Einkommensteuer. Wenn schließlich im § 6 Abs. 2 festgelegt wird, daß ein Anspruch auf Herabsetzung der Ablösungsbeträge auch dann noch nicht gegeben wird, wenn ein Derlust für das Jahr 1924 vorhanden ist, fo liegt hier eine Bestimmung vor. die schon zur Genüge durch die Bezeichnung „Einkommensteuer vom Derlust" ad absurdum geführt worden ist. Eine kl're Rechtsgrundlage schafft der Referenten-Entwurf nicht. Auch schon bei der lieber» leitung muß die Rechtsgrundlage für die Einkommen- und Körperschaftssteuer bestimmt und klar fein, so daß jeder einzelne Steuerpflichtige weih, welche Rechte und Pflichten er hat. Der Referenten-Entwurf ist außerordentlich unüber» sichtlich und unklar, schon allein dadurch, daß sehr oft auf andere Bestimmungen. Verordnungen und Gesetze Bezug genommen wird. Auch die Steuergesehe müssen so abgefaßt werden, daß sie vom großen Publikum verstanden werden können. Unter allen Umständen muß aber die Rechtslage insofern klar festliegen, daß sie nicht durch Bestimmungen der Finanzbehörden irgendwie verwischt werden kann. Schon aus diesem Grunde sind die zahlreichen Bestimmungen des Gesetzes abzulehnen, in denen der Reichsfinanzminister bzw. die Finanzämter ermächtigt werden, von den durch das Gesetz feftgelegten Rormen abzuweichen. Schließlich muß auch bezüglich des Ueber» leitungsgesehes verlangt werden, daß wieder das regelmäßige Rechtsmittelverfahren in Kraft tritt. Cs läßt sich kein Grund einsehen, warum hier von dem regelmäßigen Rechtsmittelzug Abstand genommen und teilweise nur das Deschwerdever- fahren zugelasfen werden soll. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. (Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw., sind zu richten in die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".) Problem Nr. 1. Don Georg Ehocholvus in Prag. Bearbeitet von W. O r b a ch. Don Georg ChocholouS in Prag. Wiener Gambit. Schwarz. 8 6 5 4 7 3 2 1 a b 8 h 8 7 6 5 4 3 2 1 c d e f Weitz. Matt in 2 Zügen. a b c d e f g h Partie Nr. I. Für die nachfolgende interessante und lehrreiche Partie erhielt der Führer der schwarzen Steine den Schönheitspreis zuerkannt. Gespielt im Turnier um die Meisterschaft der Stadt Frankfurt am Main. Wiener Gambit.. Weih: Unger — Schwarz: Orbach. 1. e2-e4 2. Sbl -c3 3. f2 — f4 4. f4Xe5 5. Sgl -f3 6. d2—d3. 6..... 1. e7-e5 2. Sg8-f6 3. d7-d5 4. Sf6xe4 5. Sc8 - c6 Besser ist an dieser Stelle d4. * I 6. Se4xc3 7. b2xc3 | 7. d5 — d41 Sehr gut gespielt, hierdurch wird der Dauer e5 isoliert. 8. c3xd4. Am besten, denn auf Lb2 würde Lc5f die schwarze Position noch verstärken. 8..... | 8. Sc6xd4 9. c2—c3. Schlecht wäre hier toieber Lb2, wegen Lc5! oder 9. Sd4:. Dd4: wie leicht ersichtlich mit Dauerngewinn. 9. . . I 9. Sd4xf34- 10. Ddlxß |10. Lc8-e6! Ein interessantes Bauernopfer, das, tote die Folge lehrt, vollständig korrekt ist. und daS darauf hinzielt. die weihe Entwicklung zu hemmen. 11. Df3xb7 111. Le6-e=- 12. Db7-b2. Es drohte Dh4+! 12..... 112. Lf8-c7 Mit derselben Drohung. 13. Lcl-e3 1 13. Ta8-b8 14. Db2-c2 14.0-0 15’ c3—c4. Hierauf verliert Weih Zwangsläufig die Partie, aber auch nach anderen Zügen war die weihe Partie verloren. 15..... 115. Le7-h44- 16. Le3-f2 i 16. Dd8-g5!I Dor diesem starken Damenzuge bekam Weih eine solche Angst, daß er den schwächsten Gegenzug fand: natürlich führte jeder andere Zug auch zum Derlust, z.B. 17. cd4: De54-, 18. De2, Dal-f-, 19. Kd2, Tb2 und gewonnen oder 17.....De5+, 18. Kd2, Dal und gewonnen, oder 17. Lh4:, De5-f- K. D oder L beliebig. 18. Dal: droht immer Tb2 ober Tbl und gewonnen, oder endlich 17. Dc2, Tfe8, und Weih wird wegen der eingemauerten KönigS- stellung den Derlust nicht abwenden können. 17. Tal-dl 117. Dg5-e3 + 18. Dc2-e2 | 18. Lh4xf2T- Eine drollige Mattstellung. AuS der Schachtoell. Am 7. Februar gab der frühere Schachtoell« meister Dr. Lasker im Ca rl t 0 n -H 01 e l zu Frankfurt a. M. eine Simultanvorstellung gegen 21 Gegner. Resultat: 13+. 2—, 6,=. Die Vorstellung dauerte ungefähr 7 Stunden. Dr. LaSker scheint an dem Tage, nicht ganz auf der Höhe ae wesen zu fein, sonst liehe sich das schwache Resultat nicht erklären. Wir werden gelegentlich eine Partie aus dieser Vorstellung bringen. Am 5. Februar fpieltc Schachmeister Johne r in der Freien Schachvereinigung Frankfurt 24 Simultanpartien: er gewinn 14 Partien, verlor 6 und machte 4 Partien remis. Technik und Aesthelik der grc-phischen Künste. Dortrag von Professor Hamann (Marburg) im Oberhesfischen Kunstverein. Am Samstag abend sprach Professor Ha- mann- Marburg über die Technik und Aesthetik der graphischen Künste. Eingangs zeigte der Redner den technischen Unterschied zwischen Hoch- und Tiefdruck, speziell zwischen Holzschnitt und Kupferstich auf. Durch die besondere Struktur des Holzes und des Kupfers ist eine besondere Technik des Schnittes und durch diese eine besondere Wirkung des fertigen Bildes bedingt. Während der Holzschnitt auf einfachere Wirkungen von Hell und Dunkel und auf gröbere Linien angewiesen bleibt, hat der Kupferstich viel weitere Möglichkeiten in der Behandlung von Licht und Schatten. So stehen strengeren Wirkungen des weichen Holzes weichere Ausdrucksmöglichkeiten des härteren Kupfers gegenüber. Die Eindeutigkeit einer im Hochdruck her- gestellten Linie und die Variabllität des Sief- druckstriches brachte den Redner auf die Aesthe- t i k der Graphik. An Hand von wertvollem Illustrationsmaterial zeigte er die verschiedene Anwendung der Techniken im Buchornament, an Bildern von Holbein, Rembrandt und Sürer (neben anderen) erläuterte er das Temperament der Linie und die verschiedenartige Intensllät des Striches. Verschiedenartige Motive verlangen verschiedenartige Behandlung. ES gibt Vorlagen, die sich lediglich für den härteren Holzschnitt mit seiner geraden, sachlichen Art eignen, anher4 wieder verlangen subtilere Behandlung im Spiel des Lichtes und im Schwung der Linie, hier tritt der Kupferstich oder feine Variante, die Radierung in ihre Rechte. Besonders stark herrscht die ßinle in der Karikatur. Hier ist ihre Intensität aufs höchste gespannt: mit stärkster Konzentration und Abstrahierung von allem Unwesentlichen wird ein einzelner Zug herausgestellt, der der ganzen Zeichnung ihren besonderen Charakter gibt. Reben der Linie hat die Fläche in bet Reklamezeichnung besonderen Wert. Auch hier ist Abstraktion vom Unwesentlichen und Konzentration auf ein Wesentliches Hauptb^in» gung für die Wirkung. Der Vortrag wurde durch den ersten Don fitzenden des Ober-hessischen Kunstvereins, Land« 400 Jahre Kokain. Die Kokainseuche ist nach dem Weltkriege in allen Kulturzentren, nicht nur bei uns, sondern nicht minder stark in Amerika und Frankreich, als ein Laster hervorgetreten, das die erschlafften Rerven aufpeitschen sollte. Damit lebt eine Form der Selbstvergiftung toieber auf, die vor vielen Hunderten von Jahren in der Heimat der Kokapflanze üblich war und längst abgetan schien. Es tst fast 400 Jahre her, daß Abendländer die wundersamen Wirkungen dieses Rauschgiftes zuerst kennen lernten. Der spanische Eroberer Pizarro wurde 1532 in Südamerika mit dem Strauch Eythrokylon coca bekannt, dessen Blätter von den Eingeborenen allgemein getaut und verehrt wurden. Der Strauch wurde als ein Geschenk der Götter gepriesen, und man sagte von ihm, daß er die Hungrigen sättige, den Müden neue Kräfte verleihe unb bic Unglücklichen ihren Kummer vergessen lasse. Mit Kota im Munde brachte man den Göttern die Opfer dar, verrichtete die Gebete, gab sie den Toten mit ins Grab unb verbrannte der Gottheit zu Ehren die wundertätigen Blätter. Die Pflanze blieb bann lange unbeachtet, bis 1855 © ä b t e aus ihr das Kokain isolierte unb es 1860 in dem Göttin gischen Laboratorium von Wöhler rein gewonnen wurde. Alexander von Humboldt hatte in der Schilderung seiner südamerikanischen Reisen zuerst wieder aus die Pflanze hingewiesen, und sie wurde 1864 von Lossen genauer untersucht. Die Gefährlichkeit des Kokains war aber schon vor mehreren Jahrhunderten festgestellt worden, und in der Heilkunde hat man es durch die weit weniger giftigen Präparate Rovokain und in neuester Zeit Tutokain und Psikain ersetzt. Der Kokaverbrauch ist noch heute in Südamerika sehr groß; in Peru unb Bolivien sollen jährlich allein etwa 16 Millionen Kilo der Blätter genossen werden. Die Folgen des Koka-Kauens zeigen sich in körperlichem Verfall, in glanzlosen Augen, in stumpfem Gesichtsausdruck, in verworrenem Wesen unb nicht selten stellt sich zuletzt Verblödung ein. Die durch das Kokain ausgelösten Visionen hat Tfchudi beschrieben: sie zeigen sich „in unbeschreiblich schönen unb wonnigen Gestalten, halb aber in grauenhaften Bildern". Die Verbreitung der Seuche in Europa wurde gefördert durch die Verbindung mit dem Morphinismus und durch die besondere Art des Genusses in der „P r i s e". dem Schnuren. (Heuer- Dings hat man Kokain auch bet Rennpferden verwendet, um ihre Leistungsfähigteit dadurch vorübergehend künstlich zu steigern. Während die medizinische Verwendung des Kokains dauernd zurückgeht, ist der Verbrauch zu Genutzzwecken sehr gestiegen. Die neuesten Modelänze. Eine Versammlung der Tanzlehrer der Welt in Paris hat den vier neuen Tänzen, die in der nächsten Saison die Mode des Dall- saals beherrschen sollen, ans Licht der Well geholfen. Siele choreographischen Wunder, die dem sachverständigen Areopag vorgeführt wurden und seine Zustimmung erlangten, sind der CarytiS. der Francescas, der Gallop und der M a z u r e e. Man hofft mit diesen Tänzen „die nervösen Tollheiten des Iazzwah- nes" endgüllig zu vertreiben. Die Tänze sind auf den bekannten Formen der Fran^aise, des Galopps und der Mazurka aufgebaut, haben aber durch Gleitschritte, Pausierungen unb offene Touren vielfache Veränderungen erfahren und sind auch in der Rhythmik moderner gestaltet. Man rühmt ihnen „mehr Ausdruck, mehr Ordnung und mehr Schönhell" nach, unb sie sind unverkennbar eine Rückkehr zu den Grundformen des Tanzes, der auf harmonischer Haltung und Bewegung fußt Im Übrigen wurde auf diesem Tanzlehrerkongreß mit der heute üblichen Art des Tanzens sehr streng ins Gericht gegangen. Eine Dame, Henriette Regnier, bleit einen Vortrag, indem sie das „Tierische" der jüngsten Tanz- mode aus der Herkunft dieser Körperbewegungen abzulellen suchte. „Die modernen Tänze," erklärte sie, „stammen von der Haltung und den Bewegungen der Tiere her, hauptsächlich des Bären, des Fuchses und des Kaninchens. Auch der Truthahn unb das Kamel finb in ihrer zweifelhaften Anmut bemüht worden. um der mangelnden Tanzphantasie des Menschen aufzuhelfen. Da aber der Tanz die Schönhell der Bewegung unb die Wissenschaft vom Gleichgewicht verkörpern soll, dürfen wir nicht die Bewegungen der Tiere nachahmen, sondern müssen dem Menschen sein Menschentum zurückgeben! Der Tanz der letzten Jahre war nur ein Herumschlenbern. bei dem die Frau gezwungen wurde, alle möglichen lächerlichen Stellungen einzunehmen." So unrecht hat die Dame nicht, unb wir können mit einiger Spannung auf bie kommenden Tänze sehen. Jntelligenzstntiftik der Völker. Wie der „Corriera della Sera" aus ßonbon meldet, hat Der Assistent am psychologischen Institut der Universllät Princetown Karl Drig- h a m der Akademie der Wissenschaften in R e u -- York eine Arbeit überreicht, in der b:e einzelnen Rassen auf ihre Intelligenz hin geprüft werden. Die Arbeit basiert auf nicht weniger als 116000 Versuchen, bie Drigham während des Krieges mit Angehörigen der amerikanischen Armee unternahm, und zwar nut 81030 jungen Amerikanern. 12 000 Weißen anderer Abstammung unb 23 000 Regern. Auf Grund dieser Experimente hat Drigham eine Tabelle angelegt, die die Rationen nach ihrer Intelligenz ordnet. Wenn man dieser Tabelle glauben darf, sind die Engländer das intelligenteste Volk. Dann folgen die Schollen, die Holländer, die Deutsch en (also an vierter Stelle), die Amerikaner, die Dänen, die Kanadier, die Schweden, bic Norweger, die Belgier, die 3rlänber. An zwölfter Stelle folgen die Oesterreicher, ihnen stehen die Türken an Intelligenz nur eine Stufe nach. Den Reigen der Rationen schließen die Griechen, die Russen, die Italiener (an drillletzter Stelle), die Polen unb schließlich die Reger in Amerika. Die Intelligenzprüfung des Gelehrten bezog sich allerdings nur auf Die natürliche Intelligenz. Auf Erziehungsresultate wurde nicht Rücksicht genommmen. Londoner Gelehrte, Die von englischen Blättern gebeten wurden, zu dieser sonderbaren Rangordnung Stellung zu nehmen, behaupten im allgemeinen, es sei unmöglich, die Rationen als solche zu qualifizieren, ohne auf die viel« fachen Vermischungen der Völler unter« einander Rücksicht zu nehmen. Trotzdem gehe aus den Forschungen Drighams klar hervor, daß die nordische Rasse der alpinen und der mittelländischen überlegen sei. Sven Hedins Dank. Dr. Sven Hedin. Stockholm, hat zu seinem 60. Geburtstag am 19. Februar eine solche Flut von Glückwunschschreiben, insbesondere aui Deutschland, erhalten, Daß es ihm ganz unmöglich ist. jedem einzelnen, wie er möchte, seinen herzlichen Dank persönlich zum Ausdruck zu bringen Auch eine große Reihe Universitäten, Geographischer Gesellschaften, Qllabemien und anderer Körperschaften haben sich mit Glückwünschen einge- funbeiL Die überraschend große Teilnahme des deutschen Dolles an der Feier seines Geburtstags hat Sven Hedin zu feiner Freude von neuem bewieien. wie hoch seine Lebensarbeit gerate in Deutschland geschätzt wird. Er hat gebeten, seinen wärmsten Dank für alle ihm zugegangener Glückwünsche unb Ehrungen nur auf diesem Weg« zum Ausbruck bringen zu Dürfen. HEINBR/tt® r: Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 Ahr: Die Lokaldichtung. (Frankfurter Dichtungen aus alter und neuerer Zeit.) 13. Abend: Llnbekannte Erzählungen von Friedr. Stoltze. 31?re Kinöer sind erkältet und husten, weshalb wir Ihnen raten, 80 ©ramm echten To- bala-Balsam zu kaufen, der balsamische Stoffe und Pflanzenextrakte enthält, die eine lösende und heilende Wirkung ausüben. Je nach Alter des Kindes lösen Sie einen halben oder einen gestrichenen Kaffeelöffel voll Tobala-Balsam in heißer Milch auf. Diese Lösung, 3 —4nm( gegeben, bringt schnelle Linderung Sicher erhältlich: Universitäts- Apotheke „Zum goldenen Engel". 2018ss Die au» 12. ***» . Ä» fe ffärten W Der Po gemacht. K>schne- t a £ fcntter.0® * bl-den Lauter Freu bah aber maH schon kommen! an. dahinter! hoste die M einander- Danken W6, najt 8«l* hiMs. Ser Regen Sevöll Minlta Mltkuppe^ dah die wilden leicht, dah dro Sie jungen der vom Deger Dom Heerham über, die dort i Milandl tnntfl die 6ac «rammen, un sichettsei. ffrnn'futf t 'M S’fri’n Schluß. Kur» Sälustk. Abendblatt Schlust. liu.s Schlustli. Wittag» btt« i. 3. 3 3. 3. 3. 3 3 0 ' 43 0.655 f 645 0,655 0.8i — 0,86 U.S6 O.«3 0,865 0 84 0.85 1.17 1,175 1.20 1,20 — 0,45 0.15 0 45 0 97 1 1 0 98 —— — 1,28 1,18 — 1,50 1 30 1 18 — — 0 3 0.85 94.75 94.75 94.75 94 75 91,60 91 90 91 55 9 ..55 10,25 10,50 10 4 10 3 38,5 42 —— 159,75 157 158,5 6.25 157,5 6,25 6,25 6.25 13,7. n.5 13.62 13.50 131 130 25 130,75 128,5 0,44 0.44 —— 123.25 143,12 123,13 122,75 116,75 116 — —- 2 2 2 •> 9.5 9,5 9 50 9 50 0 12 0,12 0,3 0,325 87 — 87,25 84.5 18,30 18,12 18,30 17 75 —— 11 10 60 10 5 78 77,5 77.50 77 75 87 86 87 25 85.1 144 1'1 144,30 140 18,5 17,90 18.50 18 23 50 22,5 23 4 23 7,25 7 7 7.1 10.875 10 10.70 10,1: 62 65 61,40 • 2,5 1 56,75 55 25 56 50 65,50 45 62 45 45,5 15 3,65 3,65 — 98 97 97,25 95,25 4,075 4,05 4 3,9 —— 3 85 — 3,9 95 94.5 _ 6,90 8 80 5.9 5 9 — — 159 75 152 29,75 29.40 29,50 29,40 0 4 0.44 —— 22,62 22 4 23,40 22 1 25 2 25.25 4.80 25 90 25 90 25,62 25,70 25,7 8 9 8 8 —— 18 1 17.62 17,75 17,25 144 144 11,20 11,10 11 75 11 6 18 75 18.25 18,50 18,30 11 20 14.25 —« 68 65 5 68,70 65 79 77,25 78 76,63 4,05 4 10 4 4 6 5,75 5,8 5,9 3,5 3 5 — 9 8,75 8,9 8,62 E— — 99 — 0,61 1.15 0 61 _ _ 1 15 1,12 1,13 136,5 136 — 2 3 2,3 — 2,3 3,75 4 4,1 1 2 675 60 2,75 12.25 11 81 12 11.25 4,62 4,55 — 4,6 - 80 3,75 3,7 '. März 3 März Reparr. °. 2- 13. Amtlich, tveld liotterirntt Briet (Sklo iori-r 1 l | Amst-Noti. Buen.-Aires Brff.-Antw Christianta. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors Italien. . London. . . Oieuyork . . PariS. . . Schweiz - • Spanien. Japan .. . ’hlo de Jan Wien in D-- Ceft obgeft Prag .... Belgrad • . Budapest. • Bulgarien Lissabon Danzig. . . Konst.mttn. Athen. . . 167,19 1,673 21.05 64,02 75,01 113,03 10,56 16.95 20,013 4,195 21,054 80,715 59.43 1,658 0,462 12,43 6,75 5 79 3,055 19,975 79.325 2,075 6,59 168,11 1,677 21.15 64 18 75,19 113,31 10 60 16.99 20,031 4,205 21 60 80.915 59,57 1,662 0,464 12,47 6,77 5,81 3,065 20,015 70,525 2,085 6,61 Bantn 167.54 1,661 21,00 63,87 74,96 113,04 10.557 16.71 19,975 4,195 21,10 8,061 59,33 1,661 0,463 59,13 12,43 6,74 5,75 3,055 19,975 79, 0 2,11 6,59 oten. 167.56 1,665 21.06 64 113 75.14 113,32 10,597 16 75 20 0’5 4,20.5 21,16 8,084 59,47 1,665 0,465 69,27 12,17 6 76 5,80 8,065 20,025 79,40 2,12 6,61 voh voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll von oll voll voll voll voll voll voll voll Voll Voll Voll Voll Voll Voll voll voll voll voll voll voll J0U voll voll voll voll voll voll Berlin, 3. März. fffp« ”r'»’ Nevart. °i. Amerikanische Noten ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten........ Englische Noten........ Französische Note» ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deuisch-Orstcrr, i 100 Krone» Rumänische Noten...... Schwedische Nvteu...... Schweizer Noten....... Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . ... 4,172 20 91 74.7i 19 95 21 08 167 18 16 78 65,74 6,901 112.77 89,52 59 20 12 40 5 74 4,182 21,04 75 11 20 05 21, ri) 168 04 16 >6 t4 0> 5,931 113.33 t0.92 69,30 12,46 6.78 ton toll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Die Oberwalder. Roman von AlfredBock. 12. Fortsetzung (Rachdruck verboten.) Lieben oder acht der angesehendsten Bauern, bi« dein Dorfoberhaupt nicht gewogen waren und hinter dem Margolf nicht zurücksteßen wollten, erklärten dem Lehrer, sie träten bei. Der Polenschmied, der der Debatte ein Ende gemacht wissen wollte, sprang auf den Lisch und schrie: »Dann ihr so weiter Spektakel macht, Rehm ich mein' Plotzkrug Und sag gute Rächt!" GS hätte de« Zurufs nicht erst bedurft, denn schon stürmten die Burschen herein und -Wangen die Männer, das Feld zu räumen. Rasch wurden Tische und Stuhle herauSgeschafft, und der Tanzboden war frei. 3n einer Ecke fahlen die Musikanten Posto. Die Violine fing zu jubeln an: „Lauter Freud' und Herrlichkeit!" Der Brummbaß aber mahnte: „'s wird schon kommen, 's wird schon kommen!" Das Brautpaar führte den Reigen an. dahinter drehte sich alt und jung. Der Lehrer holte die Marie herbei. Dielmal tanzten sie miteinander: Die Weiber, die rundum auf den Bänken saßen, pisperten: „Die zwei sein einig!" Die Lust war -um Ersticken heiß. In grauen Wolken wirbelte der Staub empor. Um Mitternacht geleitete Weilandt die Marie ins Freie hinaus. Der Regen hatte aufgehört. AuS zerrissenem Gewölk blinkten die Sterne hervor. Auf der Basaltkuppe lag ein seltsamer Schein. Vielleicht, daß die wilden Männer ihr Wesen trieben, vielleicht. daß droben ein Geldfeuer brannte. Die jungen Leute schritten den Dach entlang, der vom Regen geschwellt über die Ufer schäumte. Dom Heerhain drang der Duft der Orchideen herüber, die dort in bunter Fülle gediehen. Weilandt erzählte, welch erfreuliche Wen- düng die Sache der Spar- und DarlehnSkasse genommen, und daß ihr Zustandekommen ge- .schweiß. Sie haben Ihr Herz drangehangt,' sagte die Marie. ..und Horm mir« denken, wie froh Sie sein. Ich sein aber noch ein wink sorglich debei. Daß ein Mensch für den andern wöÄ übrig hat, das geht hier so leicht keinem in den Kopf. Windbald wird's heißen: „Der Lehrer is net umsonst bei der Kass'. Der will sein Schäfchen inS Trockne bringen." Gucken Sie, wo Sie's so ehrlich meinen, tät mir daS schrecklich leid!" Er drückte ihre Hand. „Sei ganz ruhig. Ich sorg vor. Sobald der Wagen im Rollen ist. zieh ich mich zurück. Auch wenn mir meine Behörde die Erlaubnis gäb, ich nähm kein Kassenamt an." Sie atmete auf. Sie hatte sich schon G^ankcn gemacht, daß ihm aus seinem selbstlosen Tun Undank und Verdruß erwüchsen. Lustig wie eine Bachstelze trippelte sic neben ihm her. „Gelt, du möchtst noch einmal tanzen?" fragte er. „Ia, ein' Schleifer," lachte sie. „Rix für ungut. Herr Lehrer, wo haben Sie dann den auf einmal so gut gelernt T Er legte den Arm um ihren Hals. „Das war gar nicht so einfach. Marie. Weißt du's noch? Auf der Kirmes vorm Iahr hab ich nur Polka gekonnt. Und die noch schlecht. Daß ich beim Walzer zugucken muht, war mir sehr arg. Und nahm mrr's vor. ein andermal wollt ich besser vor dir bestehen. Run lieh ich mir den Tanzlehrer Spruck aus Lauterbach kommen. Der bracht mir den Walzer bei. Und statt seiner Geige hat er zu meinem Solo gepfiffen. Daß niemand was merkte, haben wir die Vorhänge im Schulhaus heruntergclassen. Die MatternSlene ist aber doch dahinter gekommen. Und ist ein paar Tage ganz scheu um mich herumgegangen. Ich glaub, sie hat mich für narrig gehalten." Der- Marie hüpfte das Herz vor Freude. „Das haben Sie für mich getan?" „Ia!" sagte er warm. „Und tät's gleich noch einmal." „'s gedenkt mir," plauderte sie glücfTclig, „wie der Schulinspektor Sie bei uns erngesühtt hat. Und wie ich Sic alSfort hab angucken müssen. Sellemal sein ich ganz verzwergelt gewest. Die SelzerSlina hat Ihnen als die Hefte hinauftragen dürfen. ^5ch hält chr demwegen htc Augen auSkratzen mögen. Und mocht doch nir sagen. Und könnt mir net ander« helfen, daß ich Ihnen manchmal heimlich Blumen durchs Fenster in Ihre Etub werfen tat. Don wem die waren, das haben Sie nie net gewußt." zog sie fester an sich. „Du Rärrchen. freilich hab ich'S gewußt. Aber ich war murremausstill. Guck. Marie, du warst noch ein halbe« Kind. Und warst mir heilig Abstand muht sein zwischen dir und mir. Sonst wär ich ein trauriger Lehrer gewesen. Ietzt kann ich dir'S ja sagen. Am liebsten wär ich immer vorn wo dein Platz war. stehen geblieben. Und deine Augen sind mir nach gegangen. Wie du nun gröber und größer wurd'st. hab ich bei mir gedacht: .Sie soil's einmal sein! Und was ich am Tag gedacht hab, hab ich nachts geträumt. Dann bist du aus der Schule gekommen . Und ich hab gemeint, wir müßten's reifen lassen. Denn was nicht reifen kann, hat keinen Bestand. Heut wissen wir. wie wir miteinander stehen. Sag selbst, war's nicht am besten so?" „Ia", wisperte sie, „'s war am besten so." Er hörte, wie daS Herz ihr pochte. Und neigte sich zu ihr. Und ihre Lippen fanden sich im ersten Kuh. — Der Himmel begann sich im Osten zu röten, als Weilandt in das Schulhaus trat. Er legte sich nicht mehr nieder, sondern wanderte in seinem Zimmer auf und ab. Der Abglanz köstlicher Stunden lag auf feinem Gesicht. Vieles hatte er mit der Marie beredet. Es war ein voller Einklang gewesen. Dor allem darin, daß sie fest zusammenhalten und ihr Glück verteidigen wollten. Dem Peter Margolf würde der arme Schulmeister als Eidam nicht passen. Darüber gaben sie sich keiner Täuschung hin. Gerade darum wollte Weilandt zeigen, daß er auf eigenen Füßen stand. Sie Regierung, hieß eS. bereitete einen Gesetzentwurf vor, der den Volksschullehrern eine Gehaltsaufbesserung in Aussicht stellte. Ser Vorstand d?S Lehrervereins hatte mit den Abgeordneten bereits Fühlung genommen. Ging, woran nicht zu zweifeln war. die Vorlage durch, konnte es Weilandt mit gutem Gewissen wagen, einen Hausstand zu gründen. Sie waren beide noch jung, und das Warten verschlug ihnen nichts. Weilandt öffnete das Fenster. Hinter km» Geiselstein kam die Sonne herauf und überstrahlt» Heide und Wald. DaS melodische Flöten der Amseln erfüllte die Lust, liebet dem Steinkopf kreiste ein Häherpaar. Er umfing daS LandschaflSbild mit Auge und Seele. Hier hatte er sein Zelt aufgeschlagen, unk er gedachte es sobald nicht abzubrechen. Schalten und Licht hatte er unter Den Kindern bei Vogelsbergs gefunden. Mehr Schatten wie Licht- AbeV doch auch Licht. Ging nicht ein Leuchten von dem lieben Mädchen aus. dem er sich für immci verbunden? Und ruhten nicht tausend Keime in ihr, die der Blüte harrten? In ihr verkörperte sich ihm das Volk, dem er Helfer und Führer sein wollte. Ein paar Wochen weiter, und die Spar- und DarlehnSkasse wurde zur Wirklichkeit. Somit war der erste Schritt getan, die Kluft zwischen den Großen und Kleinen auszufüllen. Aber cs war noch mehr zu tun Saß Bildung und Gesittung hier oben Wurzel schlügen, durfte kein leeres Traumbild bleiben Freilich, den Aberglauben und die Unwissenheit zu bekämpfen, dazu brauchte es Geduld und Opferwilligkeit. Eine reich auSgestattete Bibliothek. Vorträge und UnterhalttlngSabendc schwebten ihm vor. Ein Programm, so groß, ein Leben damit auszufüllen. Bauen wollte er, nicht nieder' reißen. Das Volk verstehen und lieben lernet daS war doch das Höchste! vr. Sic Gründung der Spar» und DarlehnSkassS war in einer gut besuchten Generalversammlung zum Beschluß erhoben worden. Vorstand und Aufsichtsrat wurden nach der Liste gewählt, die der Lehrer auf gestellt hatte. Rachdem die Tagest vrdnung erledigt war. sprachen die meisten sich dahin aus. daß man das Ereignis feiern müsse. Der Ritterwirt sorgte für die nötigen Getränke, und ein fröhliches Zechen Hub an. Der IöckelS- Heinrich, der als Direktor zeichnen sollte, sagte im Einverständnis mit feinen Dorstandskollegen zum Krämer stark: „Du seist in Gefchäftssachen auSgeeckt. weiht, was debei im Spiel liegt, tust's ja auch net für eine faule Ruh. Mach'S. wies recht is und ruf uns net so oft zusammen. Dahezu haben wir keine Zeit." (Fortsetzung folgt) das Halbpfund in der bekannten Packung. frisch Schwan im Blauband Der fäutfstagskudten ist vortrefflich geraten, weil er mit der Feinkostmargarine „Schwan im Blaaband(t zubereitet wurde. Neben ihrem köstlichen Aroma sind es der grosse Nährwert und der wohlfeile Preis, welche die Blauband-Margarine jeder Hausfrau unentbehrlich machen. 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Epenglcrarbeiten 5. Schreinerarbeiten 6. Schlofferarbeiten 7. Trägerlieferung. Eröffnungstermin der Angebote am Donnerstag, dem 12. März 1925, bot* mittags 10 Uhr. Zuschlagsirist 3 Wochen. Gießen, den 3. März 1925. Stadtbauamt: Braubach. 23048 Beteiligung Suche mich mit 10-15000 Mark an fol. Unternehmen zu beteiligen. Lebensmittel, brauche bevorzugt. Schriftliche Angebote unter Nr. 2288 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Donnerstag, den 12. März 1925 FafelMarkt Wie Meine-ii. MlMMkl in Butzbach mit einer Men-MW wirsebaflS- tnmmcr für die Provinz Oberbesfcn. Grohe Prämiierung von weiblichen Tieren der Simmentaler und Pogelobergcr Rasse (Stäbe und Rinder über 1 Jabtt. Anmeldungen zur Prä- intierung der weiblichen Tiere sind bis einschließlich 7. März an daö Landwirt- fchafisann Butzbach unter Angabe von Raffe, Alter und möglichst von Herdbuch» und Jungvieh-Nummer en schief tr FSB BoppelÄzieiel u. Biberschwänze liefert prompt u. billigst C. Rübsamen 6W. 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