Donnerstag, 5. Dezember 1925 175. Jahrgang Blatt Die Londoner Besprechungen rel- von sich malerisch 3n diesem n Foreign Off'ce hatten, verlautet von gut unterrichteter Seit«, daß selbstverstä'.blich die Gelegenheit benutzt würbe, den in politischen Angelegenheiten so w.chttgen persönlichen Kontakt wieder auszunehmen und die Fragen, an denen die v-er Länder ein gemeinsames Int "reise hab^n, gründlich durchzusprechen. <33 sind somit Fragen, i.. denen -Zwe.fel oder Schwierigkeiten entstände i waren, teils geklärt, teils gefordert worden, soweit d es möglich war. Daß sich die Wetterführung der D e s e tz u n g der 2. und 3. Zone logisch nicht mit Locarno verträgt, darüber hat ji der deutsche Kanzler gestern in seiner Rede bei der Unterzeichnung des Pattes keinen Zweifel gelassen. Man erhofft, daß sich wesentliche Erleichterungen für das Rheinland vor allem aus der Zusammenarbeit von Reichs lommifsar und Rheirüand-Kom- mission ergeben werden. Daß über die Luftfrage gesprochen wurde, ist schon berichtet worden. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund dürste im März erfolgen. 3n Kreisen der deutschen Delegation ist man der Auffassung, daß viel von der weiteren Entwicklung her parlamentarischen Lage in Frankreich abhäng n wird Die dort herrschende Unsicherheit erk.ärt manche Derzö^erup- gen, aber offenbar ist man in dteser Beziehung nach Gesprächen mit den Franzosen optimistisch Man versichert, daß gute Gründe zur Rechtfertigung dieses Optimismus vorlicgen. 3n allernächster Zeit werden für diese Meinung einige sichtbare Beweise erwartet, die sich auf das Verhältnis zu Deutschland beziehen. den Qlbg. Henning außerordentlich schwere An- grifte erhoben wurdm, die gerügt worden wären, wenn sie der Präsident gehört hätte. Das Haus tritt dann in die zweite Beratung des deutsch-italienischen Handelsvertrages. Abg. Erkelenz (Dem.) stimint trotz der Kritik an Einselheiten dem Handelsverträge im Ganzen zu, spricht aber die Erwartung aus, daß 3talien seine jetzige deutschfeindliche Politik aufgeben wird. Abg. Rauch (Daher. Volkspartei) bedauert die niedrigen Sähe für Wein, die Deutschland Spanien im letzten Provisorium bewilligt habe. Die autonomen Zollsätze für Obst und Gemüse seien im deutsch-italienischen Handelsvertrag viel zu weit ermäßigt worden. Dor Redner stimmt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspsennig, Platzoorschrist 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Frtedr. Wich. Lange. Verantwortlich: für Politik und Feuilleton Dr. Friede. Wilh. Lange: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Die deutsche Delegation in London. London, 2. Dez. (Wolff.) Am Dienstag gab Chamberlain den Delegationen ein Abendessen im Lancasterhouse, das in ausgezeichneter Stimmung verlief. Den Vorsitz führte Chamberlain, der einen Trinkspruch auf Locarno und die Signatarmächte ausbrachte. Weitere Reden wurden nicht gehalten. Rach dem Essen wurde der Film von der Tlnterzeichnungshand- lung vorgesührt, der bei den Anwesenden großes Vergnügen hervvrrief. Den Mittwoch verbrachten die auswärtigen Delegationen mit Besprechungen im eigenen Kreise und mit Besuchen bei persönlichen Freunden in London. Reichskanzler Dr. Luther sprach in Dorningstreet 10 vor, wo er eine kurze Besprechung mit Baldwin hatte, während Bandervelde, Denesch und Scialoja einen Besuch bei Chamberlain im Foreign Office machten. Rachmittags waren Dr. Luther und Dr. Stresemann kurze Zeit im Unterhaus und wohnten von der Fremdenloge aus der Erledigung der kurzen Anfragen bei. Rachmittags nahmen Dr. Luther und Dr. Stresemann bei Ramsay Macdonald den Tee, abends gab der Premiermini st er zu Ehren der fremden Delegierten ein Essen, an dem u. a. die britischen Minister, auswärtige Diplomaten und mehrere britische Botschafter teilnahmen. An den Reichskanzler a. D. Dr. Marx richteten Reichskanzler Dr. Luther und Reichs- außenminister Dr. Stresemann folgendes Telegramm: Bon der gleichen Stätte, an der wir im vorigen 3ahr gemeinsam gearbeitet haben, um den Weg für eine bessere Entwicklung Deutschlands zu bahnen, senden wir 3hnen in aufrichtigster Hochachtung die besten Grüße. Luther. Stresemann. Der Kadaververwerlungs- skandal erledigt. London, 2.Dez. (WTB.) 3m Unterhaus fragte im Namen des Führers der Opposition Ar- thur Henderson den Staatsfekrtär des Aeußern, ob er eine weitere Erklärung über die Kadaver-Angelegenheit abgeben könne. Chamberlain, der bei seinem ersten Erscheinen im Unterhaus nach der Unterzeichnung des Co- camo-Paktes mit einer Beifallskundgebung begrüßt wurde, erklärte bejahend. Der Kriegssckretär habe dem Unterhaus in der letzten Woche mitgcteilt, auf welche Weise die Geschichte im Jahre 1917 zur Kenntnis der britischen Negierung gelangt ist. Der deutsche Reichskanzler habe ihn ermächtigt, auf die Autorität der deutschen Negierung hin zu sagen, daß niemals irgendwelche Grundlage für die Geschichte vorhanden war. (Beifall.) Er wünsche namens der britischen Regierung hinzuzufügen, daß er dieses Dementi a n - n ehme und er hoffe zuversichtlich, daß dieser falsche Bericht nie wieder erwähnt werde. (Beifall.) Zu Chamberlains Erklärung bemerkt „Daily Telegraph" in einem Leitartikel: „Das deutsche Volk dürfte mit Recht irgendein offizielles Dementi dieser Geschichte erwarten. Die „Kadaververwertungsgeschichte" fand selbst in den bitter- ften Stunden des Krieges nicht allgemein Glauben. Es ist sehr bedauerlich, daß die Sache wieder hervorgeholt wurde, während dis Welt die Leidenschaften des Krieges dringend zu vergessen wünscht. Aber aus dem Bösen kann Gutes entstehen, wenn hie herzliche Zustimmung des britischen Volkes zum Zusammenwirken der beiden Regierungen bei Erledigung dieser Sache zum Ausdruck gebracht wird. „Daily News" sagt, bedauerlich sei, daß der Kriegsminister vor einigen Tagen nicht den gleichen Mut und das gleiche Anstandsgefühl gezeigt habe, wie Chamberlain." Die Verminderung der Besatzungtruppen im Rhe n and. Paris, 3. Dez. (WTB. Funkspruch) Wie „Journal" berichtet, wurde gestern ab?nb verkündet, daß die 'Ve atzunystruppen nuirmehr auf folgende Defensivbeständ? zuruckgefuhri wurden: Belgien 10 000 Mann, Eng mb 3000 Mann und Frankreich 50 000 Ma m. (Anmerkung deSWTD.: Hinsichtlich Belgien ist bereits in dw französischen Presse die niedrigere Ziffer von 7000Mann, hinjich'.lich Großbritannien jedoch e.ne höhere, nämlich von 8000 Mann, genannt worden.) chen wollte? Dis VelpreLung im Foreign Office :i«W" -der, (OS ters fee MWltld). ibtn ihm un- nntit, die ihn en. M diese jjmfrau, die ma noch nicht , einen Versuch en? i Pfennig! London, 2. Dez. (WTB.) Zu den .... verschiedenen Seiten gebrachten Berichten über die Besprechung, d e Der d.mische Reichskanzler und Dr. Stresemann gestern nachmittag m t Vertretern Englands, Frankreichs und Belg ens im Mx toat nicht $ deutete »ri^Qnn les« fr»«* »iÄ eines d vor. ÄH ? mit Ä*?1 b über t de» gängig >„ «fist '»■ fn dl- ^nde und die M»,, & Oratorium Jlmcn Däu- Astm Sviritus »asEharakterisiisches Franzis^ «sentvollen bä "k, glichen gragS Wte M eS so gekommen folgt) Deutscher Reichstag. Berlin, 2. Dez. Bor Eintritt in die Tagesordnung sagte Abg. Henning in einer Erklärung auf dis gestrigen Angriffe des Abg. Dr. Wirth, toerm Dr. Wirth ihn der Mitverantwortung am Rathenau-Mord beschuldigt habe, so entspringe das offenbar der Absicht, eine neue Hetze gegen ihn, Henning anzufachen. (Lärm links und Rufe der Abg. Müller- Franken und Sollmann (So;.), die vom Präsidenten gerügt werden.) Er würde den zitierten Artikel heute genau so schreiben, aber hinzu- sehen daß Die Ehre des deutschem Volkes in den Händen des Richtjuden Wirch ebenso schlecht aufgehoben wäre, wie in den Händen des 3uden Rakhenau. (Große Unruhe links.) Dr. Wirth sei an wenigsten zu Vorwürfen berufen, denn er habe das Wort gesprochen: Der Feind steht rechts I Darauf seien Dutzende rechtsstehender Manner ermordet worden. Dr. Wirth sei ein krankhaft hemmungsloser Mann. (Lärm links, Ordnungsrufe geflen Zwischenrufer.) Präsident Lobe entart, er habe feine Ausführungen zulassen müssen, weil gestern gegen schlosser ist die Königin-Mutter in oller Stille am vergangenen Sonntag beigesctzt worden, an der Seite Eduards „des Friedfertigen". Aber das Rod der Weltgeschichte steht nicht still. Auf den Eindruck des Todes folgt der Eindruck des lebendigsten Lebens. Heute wurden die Verträge dem Vertrage zu, lehnt aber die materielle Verantwortung für den 3nhalt ab. Abg. Graf zu Reventlow (Völk.) erklärt: „Meine politischen Freunde sind zu der lieber- zcugung gelangt, daß der vorliegende Vertrag die deutschen Interessen nicht fördert. Meine Partei lehnt den Vertrag ab. Ministerialdirektor Dr. Ri11er erklärt, die jetzige Regierung werde den Vertrag mit Spanien nicht mehr abjchlreßen. Die Verhandlungen seien auch noch nicht soweit gediehen. Die Regierung empfehle die Ueberweisung der Anträge an den handelspolitischen Ausschuß. Damit schließt die Aussprache. Der Handelsvertrag wird in zweiter und dritter Lesung gegen die Kommunisten, Völkischen und einen Teil der Deutschnationalen angenommen. Angenommen wird weiter eine Entschließung iSö* massig® wandfre' in der Es ist beachtenswert, daß der feierliche Akt in der Downingstreet ein lautes Echo in der englischen Presse gefunden hat und daß durch die Feier in London der ganze Pakt sozusagen populär geworden ist. Gewiß, man hat seine Sorgen und man hat gelernt, daß die Politik ein nüchternes Geschäft ist. Aber auch beim Durchschnittsengländer regt sich jetzt so etwas wie ein Gefühlsmoment, das verstandesgemäß durch die Ueberlegung gestützt wird, daß man vergeblich versucht hat, mit den Mitteln der alten Politik einen befriedigenden Schlußstrich unter die englische Kriegsrechnung zu setzen und daß nun wirklich so etwas eintreten muß, wie eine „Windergutmachung von beiden Seiten". Ist es nicht ein Symbol, daß die Gemahlin Ed.mrds VII., des Einkreisers Deutschlands in dem Augenblick starb, als man sich die Hände zum Bunde über die alte Kriegsfeindschaft hinweg In der berühmten W e st m in ft e r a b t e i mit ihren zwei schlanken gotischen Türmen wurde die Königin aufgebahrt. Nach dem Gottesdienst, dem die Könige, Fürsten und leitenden Staatsmänner beiwohnten, wurde der Sarkophag, an dem der Offizier der königlichen Leibgarde, des Korps der „Gentlemen at Arms" und der königlichen Leib- garde der Peomen Wache halten, der Besichtigung durch das Publikum freigegeben. Die eigentliche Beisetzung erfolgte aber nicht in der Wcstminster- ablei, sondern am nächsten Tage in de nun der Grafschaft Berkshire an der Themse geleaenen Städtchen Windsor. Das prächtige Königsschloh Windsor-Castle, das Edurd I!-. erbaut hat, erhebt .....".) auf einem Kreidehügel an der Themse, wunderbarsten aller englischen Königs- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS anb Perlag; Vrühl'sche UniverfilÄL-Vuch' und Lleindruckerei K Lange in Sieben. Schrifüeitung und Geschästrstelle: Zchlllstraht 7. deL Ausschusses, in der die Regierung um Vor- läge einer Denkschrift ersucht wir), aus welcher ersichtlich ist, durch welche Maßnahmen >7*) andere Siacuen gegen D u m p ing-Gefahr, besonders gegen Valuta-Dumping zu schützen Der- suchen. r r Der sozialdemokratische Antrag auf ileoer- weisung aller weiteren Entschließungen an den handelspott.i chen Ausschuß wird mit 175 gegen 166 Stimmen angenommen. Das deutsch-itcuie- nische Aiksmmen über Steuerfragen Wird ohne Aussprache angenommen. Es folgt die zweite Beratung Les vorläufigen Zollabkommens mit der Schweiz. Abg. Krätzig (Soz.) bemängelt die Zollsätze für Textilien. Da es sich jetzt nur um Ur. 283 Erster Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags. Betlagen: Gießener FamilienblLlter Heimat im DUd Die Scholle. monat$=Bejug$ptei$: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieden. poftschekNonto: Frankfurt am Main 11686. Don unserem ^-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, 1. Dezember 1925. London sieht augenblicklich historische Tage. Am Freitag, 28. November, war die Beisetzung der Königin-Mu tt er Alexandra, die vor acht Tagen in Sandringham, dem Landsitz des Königs von England, ihres Sohnes, gestorben ist. Sie war die Witwe Eduards VII. unseligen An- gedenkens. Sie hat das biblische Alter von 81 Iah- ren erreicht. In ihrer Kinderzeit hat ihr noch der große Haus Andersen persönlich seine Märchen erzählen dürfen, da sie von Haus aus eine dänische Prinzessin war, eine Tochter des 1906 gestorbenen Christian IX. von Dänemark. Der regierende englische König Georg V. ist ihr zweiter Sohn. Sein um ein Fahr älterer Bruder Prinz Adalbert-Viktor wurde 1902 von einer Lungenentzündung dahin- gerafft. Auch drei Töchter sind dieser Ehe ent- jvrossen: die zweite Tochter konnte wiederum einen Königsthron besteigen, als Gemahlin des Königs Haakon von Norwegen. Die älteste Tochter heiratete einen inzwischen verstorbenen Herzog von F i f e und die jüngste Prinzessin Viktoria ist biß jetzt unoennählt geblieben. An der Beisetzung nahmen vier regierende Könige teil. Um die Feierlichkeit noch zu erhöhen, hatte in diesen Tagen ein starker Schneefall eingesetzt, der das ganze Stadtbild in ein glitzerndes Weiß kleidete. Die Straßen, dir der Trauerzug passierte, waren dicht mit Hunderttausenden von Menschen gefüllt. Der Zug ging vom St. James-Palast, der königlichen Residenz, über die Dia Dolorosa nach der Westminsterabtei. Der Sarg der Königin wurde auf den Schultern von Angehörigen der Garde — etwa 20 an der Zahl — getragen. Ihre eigene fil- bene Fahne, bestickt mit den Wappen der englischen und dänischen Armee, war über den geschlossenen Sarg' gebreitet, und hierüber lag eine Schicht der Blumen, die die Königin jo sehr geliebt hatte, der roten sog. Alexandrarosen. 3n vornehmer, trauriger Haltung schritt hinter dem Sarge als Erster der König v on England. Er trug ©encralimiform. Se'ne Brust war von Orden und Auszeichn'Mgen bedeckt. 3n einem halben Meter Abstand, in Kavallerie» ■Uniform mit einem großen, schwarzen, pelzbedeckten Tschako folgte der Prinz vv n Wales. Dahinter mit 2 Metern Abwind ein Parkett von Königen: der König von Rorwegen, der König von Dänemark und der Kön'g von Belgien, alle in den Uniformen ihres Landes. Die Anzahl der vertretenen Adelsmitglieder wird auf ungefähr 2000 geschäht. Dann waren in dem Gefolge, das gar fein Ende nehmen wollte, die besonderen Abordnungen der Mar.ne, der Luftstreitkräfte, der Garden, Matrosen mit umgehängtem Gewehr usw. vertreten. Die Kapellen spielten den Totenmarsch aus „Saul", als sich der Leichenzug dem Gebäude der „horse- auards", im Whiteha11, in dem der Oberbefehlshaber der britischen Armee wohnt, näherte. Könige, Fürsten, Soldaten und die 20 Angehörigen der Leibgarde, die den Sarg trugen, umhüllt von den wallenden Schnerflockm und dem Beileid einer nach Hundrrttausenden zählenden Menge, dies alles gab ein imposantes Bild von der Größe und der Macht des britischen 3mpe- riums. Wenngleich im Lande die Unzufriedenheit wächst, weil d e Regierung nicht in der Lage ist, das Gespenst der Arbeitslos.gkeit zu bannen, so richtet sich diese Verstimmung nur gegen die jeweilige Regierung, nich! gegen das Königshaus. Die Tellnahme des Volkes an diesen Trauerfeiern ist der beste Beweis dafür. Das Kabinett Briand vor der Kammer. DieRegicrungserkläruug. — Loucheurs Finanzprojekt. Paxis, 2. Dez. (WB.) Ministerpräsident Briand ist heute nachmittag 3.45 Uhr von seiner Reise nach London zurückgekehrt. Als er am Bahnhof ankam, .brachte chm die Volksmenge unter dem Ruf: „Cs lebe der triebe! eine Kundgebung dar. Außer Mitgliedern des MmisteriumS waren zu seiner Begrüßung erschienen: der deutsche Botschafter v. Hoesch, der spanische Botschafter, der brr- tische Geschäftsträger und der Gesandte der Tschechoslowakei. Briand begab sich vom Bahnhof aus direkt nach der Kamm er, wo er hinach 4 Uhr die Regierungserklärung zur Verlesung brachte. Sie beginnt mit der Feststellung, daß die Finanzlage be8_ Landes ernst aber nicht verzweifelt fei und daß es des allgemeinen Vertrauens und der Zusammenarbeit sämtlicher Parteien bedürfe, um die Sanierung der Finanzen herbeizusühren. Sie, Sanierung unserer Finanzen kann erst endgültig durch- aeführt werden, sobald eine loyale Verständigung mit den Gläubiger st aaten hcr- beigeführi ist. Wir werden die interalliierten Schuldenverhandlungen beharrlich fort.ühren in der Ueberzeugung. daß unsere Alliierten und Freunde unserer Lage und der Rotwendigkeit Rechnung tragen, an der Sanierung mitzu- arbeiten, damit die Erfüllung unserer Verpflichtungen möglich wird. Briand wird eine lang anhaltende Ovation bar- gebracht, als er auf den vertrag von Locarno zu sprechen kommt, wobei er ausführt: „Frankreich hat soeben eine Handlung internationaler Solidarität vollzogen, die eine bedeutsame Etappe feiner all- gemeinen Friedenspolitik darstellt. Der Pakt von Locarno wurde gestern in London unterzeichnet. Wir zweifeln nicht daran, daß das gesamte französische Parlament diesem internationalen Akt seiner Regierung vollauf beipflichten wird. In demselben Friedensgeist gedenken wir in kurzer Zeit die Pro- bleme Marokkos und Snriens zu lösen, so- bald der Angriff gegen das Werk der Zivilisation und des traditionellen Liberalismus Frankreichs nie- bergeroorfen sein wird." Weiter folgt eine Anspielung auf die Herab- setzung der M i l i t ä r d i e n st p f l i ch t, die jetzt nach der Erzielung internationaler Abmachungen und Sicherheitsgarantien für Frankreich möglich wird. Ein Hinweis auf die baldige Durchführung der W a h l r e i o r m ruft auf der äußersten Linken energische Zwischenruse hervor. Briand wird, als er die Tribüne verläßt, erneut eine längere Ovation dargebracht. Auf die Erklärung Briands verliest der Kammerpräsident die vorliegenden Interpella- tionen. Briand beantragt Vertagung und sofortige Eröffnung derFinanzdebatte. Die Vertagung wird beschlossen. Dann besteigt Loucheur die Tribüne und entwickelt sein Finanzprogramm. Die Kammer wird um die Ermächtigung ersucht, mit der Bank von Frankreich ein Abkommen zu treffen, durch das der Vorschuß der Dank von Frankreich an den Staat um sechs Milliarden erhöht werben soll. Außerdem wird die Genehmigung nachgesucht, den Notenumlauf von 51 Milliarden auf 58.5 Milliarden zu erhöhen. Um eine Deckung dieser Erhöhung herbeizusühren, fordert der Gesetzentwurf, daß alle am 31. Dezember 1925 rückständigen Steuern um zehn Prozent erhöht werden sotten. Außerdem wird die Grundsteuer für bebauten ober unbebauten Besitz um 50 Prozent, die Steuer auf den Nutzen der Industrie und Handelsuntemch- mungen um 50 Prozent, die Steuer auf den Pachtzins von Bergwerken um 100 Prozent und die allgemeine Einkommensteuer um 20 Prozent erhöht. Ferner sollen um 50 Prozent erhöht werden die Steuer auf das Einkommen aus ausländischen ober französisnien Werten sowie von französischen Aktien unb Obligationen, bie auf den Inhaber lauten und von ausländischen der Stempelsteuer unter- liegenden Aktien und Obligationen, gleichviel ob sie auf den Namen oder auf den Inhaber lauten. Loucheur erwartet eine Mehreinnahme von drei Milliarden. Das Projekt findet lebhaften Widerspruch auf der Linken und Rechten. fünften Wk»l Kit Meilen Korbwaren, atz 8 EtasevM^ oonLocarno endgültig unterzeichnet. Zu gleicher Zeit soll in neuen Verhandlungen das Maß der Rückwirkungen erweitert werden. Das englische Volk nimmt an diesen Fragen anteil, weil sie ihm in der Form der Feierlichkeiten so vor Augen geführt werden. Die Hoftrauer verbot dem König bei der Unterzeichnungsfeierlichkeit selbst anwesend zu sein. Aber die Botschaft, die er verlesen ließ, ist durch den Draht in Deutschland schon verbreitet worden. Der Schauplatz der Handlung ist ein anderer, als der der feudalen Stadt der Könige. Wir werden in die enge, schmale Downing st reet versetzt, in der der riesige Häuserkomplex des F o r e i g n Office, des englischen Außenministeriums steht, das mit den Ministerien für Kolonien und für Indien in einem Block untergebracht ist. Hier werden die Geschicke eines großen Teiles der Welt geleitet, lieber allem waltet die Einfachheit. Lange Korridore, einfache Zimmer, nur das Vestibül und das Treppenhaus, das zum „goldenen Saal" führt, ist prächtig aus- gestattet. Als Symbol halten zwei Marmorstatuen wacht, Clarendon und Salisbury. Letzterer der Vertreter der „splendid isolation", mit dem Bismarck vergeblich einen Bündnisvertrag ab- schließen wollte. Im „goldenen Saal" große Fresken, das „kriegerische England". Die Decke reich verziert, fünf große Fenster und doch ein Meer von künstlicher Beleuchtung. Die eine Hälfte des Saales für die Abgesandten der Staaten, die andere für die Zuschauer reserviert. Um den großen lan- ben Tisch bie 20 Diplomaten, bie Chamberlain be- giüfjt und für die Luther antwortet. Dann kommen in langer Reihe die anderen zu Worte, die samt unb sonbers so schöne Worte über ihren guten Willen, ben Geist bes Friebens zu pflegen, finben. ein $ro'oi|Dii*im. fcanDca, llclvC Dic Sozial- Demokratie ihre Bedenken zurückstellen, erwartet aber jür den endgültigen Handelsvertrag eine andere Regelung. 2lbg. Giese (Deutschnal.) erklärt, Daß ein Teil seiner Freunde aus ähnlichen Gründen wie gegen das i.a.ieniiche auch gegen das vorliegende Zollabkommen stimmen werde. Abg. von Gräfe (Böll.) betont, seine Freunde seien empört über die skandalöse Methode, mit der die Regierung ihre Handels- vertragspolitik durchführe, ohne den Reichstag ausreichend zu informieren. Die Böllischen würden d'.elc Regierungsvorlage ablehnen. Aög. Frau Sender (Soz.) erwidert, im Rus schütz hät.en die Sozialdemokraten von der Regierung nähere Sirorma.ionen verlangt. Herr v. Gräse iei aber nicht anwesend gewesen. Das Zolla.kommen mit der Schweiz wird dann in zweiter und dritter Beratung gegen die Kommunisten und gegen die Böllischen und einen Teil der Deutschnallonalen endgültig a n - genommen. Das Zvi wl kommen mit Oesterreich wird ohne RuLspra.le in zweiter und dritter Beratung angenommen. Run folgt die erste Beratung des von den Der.-.rkralen eingebrachten Gesetzentwurfes über die vermögens rechtliche Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern und über den von den Kommunisten beantragten Eesegentwurf über entgeltlose Enteignung dec früheren Fürstenhäuser. Aög. Dietrich- Baden (Dem.) begründet den Gesetzentwurf der Demokraten, wobei er betont, datz seine Freunde zu Renderungen des Entwurfes gern bereit seien. Die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen mit den Fürstenhäusern vor Gericht haben zu ganz unhaltbaren Zuständen geführt. Besonders bedenklich liegen die Berhältnisse in Thüringen. Dort muß-en nach den Rc.chsgecichtsurteilen dem Herzog von Gotha ein Waldbestand von 20 000 Hella.', dem von Altenburg 12 000 Hektar, dem Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen von 19 000 Hek.ar ausgeliesert werden. Eine solche Herausgabe in Verbindung mit den hohen, den Fürsten von Len Gerich en zügel ist ig. en Renten würden die Finanzen Thüringens aufs schwerste erschüttern. Preußen würde durch die Abfindung des früheren Königshauses nicht weniger schwer erschüttert werden. Diese Auseinandersetzungen, so fährt der Redner fort, können wir unmöglich den Gerichten überlassen, denn es handelt sich hier überhaupt nicht um Privat- rechte, sondern um staatsrechtliche Fragen. (Beifall links.) Wir wollen mit unserem Gesetzentwurf den Rechtsweg ausschlie- tz e n bezüglich der grundsätzlichen Frage und dec Höhe der Entschädigung. Die Erfahrungen mit den politischen Prozessen der letzten Zeit haben uns gezeigt, wie bedenklich es wäre, wenn die Weltgeschichte nachträglich von Gerichten gemacht wird. (Lebhafter Beifall links, Zischen rechts.) Abg. Neubauer (Komm.) begründet den Gesetzentwurf seiner Freunde, der die entschädigungslose Enteignung der früheren Fürstenhäuser fordert. Bismark habe den Standpunkt vertreten, datz bei der Auseinandersetzung der abgeseyten Fürsten nicht das bürgerliche Rechst sondern die Rücksicht auf die Staatssicherheit entscheidend sei. Insgesamt sind den Fürstenhäusern 2l/> bis 3 Milliarden Mark zugesprochen worden, was das Dreifache der .Dawesanleihe bedeutet, für die Deutschland seine älnabhängigkeit an die amerikanischen Finanzen l verkauft hat. Diese Riefensumme soll Deutschland cm die fürstllchen Parasiten zahlen, während die F K:iegsbeschädiaten und Erwerbslosen mit Bettelpfennigen abgespeist werden und auch die flei- '' nen und mittleren Dauern sich in größter Rvt befinden. Abg. Scheidemann (Soz.): Es ist keine Llestertreibung, daß jetzt Millionen unserer Bollsgenossen hungern. Wir haben rund eine Million Erwerbslose und mehrere Millionen Kurzarbeiter. 3m Oktober haben 1467 Geschäfte Bankerott gemäht, und im September sind 6550 Deutsche nach Liebersee ausgewandert. Die Zahl der (Älbstmorde beträgt 30 auf 100 000 Einwohner. Das Elend ist überall im Steigen, und dieses in Rot und Elend versinkende deutsche Dolk soll nun viele Hunderte Millionen jenen Fürsten zahlen, die d.e Hauptschuld an dem jetzigen Elend unseres Volkes tragen! Die Fürsten haben offenbar kein Verständnis für die milde Art, mit der das Voll bei der Revolution mit ihnen umge» gangen ist. Roch ärger ist aber das Verhalten deutscher Gerichte. Das Oberlandesgericht in Draunschweia hat sich nicht gescheut, einen Der- gleichsvorschlag zu machen, nach dem dem Cum-- derlandschen Herzog eine Jahresrente von 350000 Mark gezahlt werden sollte. (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Vereinbarungen, die den Fürsten hohe Renten zusprechen, sind von den Gerichten als wider die gut en Sitten verstoßend, aufgehoben worden, weil auch die Fürsten dabei d.e Geldentwertung spüren würden. Verstößt es nicht mehr gegen die guten Sitten, daß den Kriegsanleihezeichnern ihr ganzes Vermögen entschädigungslos genommen worden ist? (Sehr wahr! bei Den Sozialdemokraten.) Die Hohenzollern haben nicht mehr als 5,7 Millionen jährlich gefordert, ein Betrag, mit dem 34000 erwerbsunfähige Invaliden ernährt werden könnten. Bei der Auseinandersetzung mit dem 1866 entfernten Kurfürsten von Hessen hat Bismarck mit allem Nachdruck festgestellt, daß solche Dinge nicht prioatrechtlicher, sondern staatsrechtlicher N a- t u r seien. Man kann jenes Wort Bismarcks und der höchsten preußischen und Reichsinstanzen heute anführen, um die juristischen Leibhusaren der Fürsten zu widerlegen, die in Gutachten und Urteilen die prioatrechtlichen Ansprüche der Fürsten gegen die arme deutsche Republik unterstützen wollen. Bismarck hat seinerzeit den Welfenfonds bezeichnet als ein Mittel zur Abwehr des von den abgesetzten Fürsten ausgehenden Bestrebungen zur Wiederherstellung des alten Zustandes. Damals bestanden keine ernstlichen Bewegungen der Art. Heute sehen wir die Anhänger der Hohenzollern, der Wittelsbacher und anderer Dynastien sehr tätig gegen die bcsiehende Staatsform für die Wiederherstellung des früheren Zustandes. In Bayern werden heute noch amtliche Formulare mit dem Aufdruck „Königreich Boyern" hergestellt. (Hört! Hört! links.) Wir verlangen nicht einen Abwehrfonds nach Art des Welfenfonds. Aber die Republik darf sich nicht zum Knecht der ganzen Welt machen, in dem sie ihren Feinden noch die Kampfmittel liefert. Unser armes Volk lebt in einem Elend, in das es durch die Fürsten gestoßen worden ist. Das Land ist den Fürsten nichts schuldig, die Fürsten dem Lande alles. Der kommunistische Antrag I,g. lediglich agitatorischen Charakter, der demokratische Antrag bildet eine brauchbare Grundlage zur Lösung der Frage. Die Reichstagsabgeordneten haben jetzt zu beweisen, daß ie Vertreter des deutschen Volkes sind, nicht aber Jürstenknechte. Abg. Linüeiaer-Wiidau (Dlfchnat.): Es ist eine Frage bes guten Geschmacks, wie der Reichstag d e Angelegenheit behandeln w.ll. Die deutsche Republik wird nicht verleugnen können, daß ihre Vorfahren und ihre Vergangenheit monarchistisch sind. Man konnte also leicht das Wort anwenden vom Vogel, der sein eigenes Rest beschmutzt. Wir verlangen nichts weiter, als daß die Mitglieder der ehnnalgen Fürstenhäuser als gleichberechtigte Staatsbürger behandelt werden. Der demolra- tische Staatsrechtlehrer S ch ü ck i n g hat am 17. Rovember 1920 in einem Gutachten erklärt, die Auseinandersetzung mit den Hohenzollern dürfte nicht unter politischen Gesichtspunkten, sondern müsse auf dem Dechtsboden erfolgen. Man müsse den Hohenzollern alles geben, was ihnen gebührt. Denselben Standpunkt haben auch alle Dolksbeauftragten und Minister, wie Friedrich Ebert, Wolfgang Heine und andere Sozialdemokraten und Demokraten eingenommen. (Hört! Hört! rechts.) Rach der Weimarer Verfassung ist die Reichsgesehgebung gar nicht zuständig. Die eingebrachten Gesetzentwürfe verstoßen gegen zwei Verfassungsbestimmungen, gegen Art. 109: „Alle Deutsche sind vor dem Gesetz gleich" und gegen Art. 153: ..Das Eigentum w rd in der Verfassung gewährleistet." Eine Annahme deS demokratischen und des kommunistischen Antrages würde nicht nur verfassungsändernd, sondern verfassungswidrig sein. Die Berufung auf Bismarcks Stellungnahme nach 1863 tft_ verfehlt, denn es ist ein Unterschieb, ob ein Fürst durch Revolution oder durch Krieg abgesetzt wird. Damals haben auch gerade die freisinnigen Abgeordneten energisch gegen Bismarcks Stellungnahme protestiert und haben verlangt, daß der Rechtsboden nicht verlassen w'rd. Wir halten fest an den Sah: Die Gerechtig- tigkeit ist die Grundlage aller Staaten. 3ch überlasse es dm berufenen Vertretern der Republik, ob die Republik glaubt, auf dieses Funda- ment verzichten zu können. (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Bell (Zentr.): Meine Freunde werden ohne Vorurteile und frei von Parteieinstellung streng sachlich und gerecht als tradionelle Hüter von Verfassung und Recht auf eine Lösung hinzuwirken suchen, die mit der gebotenen Rücksicht auf das Stagts- wohl die Vertretung bürgerlicher Privatinteressen verbindet, Unnütze Erörterungen in im» serer ohnehin nervösen Zeit wären uns erspart geblieben, wenn die ehemaligen Fürstenhäuser bei Geltendmachung ihrer Ansprüche und namentlich auch bei den Abfindungsverhandlungen auf die durch die entsetzlichen Kriegsverluste verursachte Derelendung und Verarmung von Land und Volk, auf die bitterste Rot leidender Kriegsbeschädigter. Kriegswaisen und Kriegshinterbliebenen und diejenigen allenthalben Rücksicht genommen hätten, die sich aus ihrer hohen Würde und Stellung als vornehmstes Gebot ergab. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Wer sich auf die beiden Absätze des Verfassungsartikels 153 Beruft, der muß sich auch den letzten Absatz einprägen: „Eigentum verpflichtet, fein Gebrauch soll zugleich Dienst sein am gemeinsamen Wohl!" (Beifall.) Wir beantragen Uebertoeifung deS demokratischen Antrages, der kommunistische Antrag scheidet für uns aus, an den Rechtsausschuß. Wir wollen dort auch die Frage gründlich prüfen, ob der Rechtsweg wirllich ausgeschieden werden kann. Reben dem vom Vorredner angeführten Grundsatz gilt auch der: D a s Wohl des Staatsganzen soll das höchste Gesetz sein!" Das muß auch gelten für die ehemaligen Inhaber von Fürstenthronen. (Beifall links und im Zentrum ) Weiterbesprechung Donnerstag. Die Regierungsbildung. TU. Berlin, 2. Dez. Die seit Anfang dieser Woche schwebenden Verhandlungen zwischen den Mittelparteien und den Sozialdemokraten können im Augenblick, als abgeschlossen gelten, nachdem sie einen Erfolg nicht gehabt haben. Man will jetzt abwarten, bis der Reichskanzler Dr. Luther auS London zurückgekehrt ist. Die Initiative zu den interfraktionellen Besprechungen zur Bildung der großen Koalition ging vom Zentrum und von den Demokraten aus. Sowohl die Zentrumsfraktion des Reichstages, als auch die demokratische Fraktion hatten einstimmig Beschlüsse gefaßt. in Denen die Bildung eines neuen Reichs- kabinettes auf der Grundlage der großen Koalition für wünschenswert erachtet wurde. Der Abgeordnete Fehrenbach (Zentr.) lud daher für Montag die Vertreter der für die große Koalition in Frage kommenden vier Parteien (Zentrum, Demolraten, Deutsche Vollspar- tei und Sozialdemokraten) zu einer Besprechung ein, an der aber die Deutsche Vollspur- tei nicht teil na hm, da. wie sie erklären ließ, ihre Parteiinstanz zu der Frage noch nicht Stellung genommen hätte. Die Sozialdemokraten nahmen die Anregung entgegen, konnten aber ebenfalls noch keine bindende Erklärung abgeben. Am Dienstag verhandelte dann der Abgeordnete Fehrenbach mit dem Abgeordne.en Dr. Scholz (Dtsch. Vpt.), Der nochmals Darauf verwies, daß er zur Zeit noch keinerlei Erklärungen abgeben könne, da die Parteiinstanzen noch keine Entscheidung getroffen hätten. An dieser Besprechung nahm auch der Abgeordnete Leicht (Bayr. Vpt.) teil. Der Abgeordnete Fehrenbach hat darauf seine weiteren Bemühungen zur Bildung der großen Koalition zunächst eingestellt. Die Vertreter des Zentrums und der Demokraten brachten noch einmal zum Ausdruck, daß sie eine Koalition der kleinen Mitte, wie sie von der Deutschen Volkspartei befürwortet wird, nicht mitmachen könnten. Preußischer Landtag. Berlin, 2. Dez. Der Fall B a r m a t ist, soweit der Preußische Landtag sich mit ihm zu befassen hatte, am Mittwoch endgültig erledigt worden. Cs wurden nur noch die Abstimmungen über die Ergebnisse des Unter- suchung^ausschus'es und einige vorliegende Aen- Detungeanträge vorgenommen. Sa.et wurden die Ausschußanträge angenommen, nach denen die Untersuchung des Landtagsausschusses nicht ergab, daß die Gewährung der Staatsbankkredite I an die im polnischen Leben stehenden Personen direkte oder indirekte Vorteile verschafst habe. Dem Abg. H e i l m a n n wird durch Die Ausschußanträge bewiesen, daß er sich in der Angelegenheit Barmat unvorsichtig verhalten habe. 3m Anschluß Daran erledigte das Haus die noch ausstehenden verschiedenen Abstimmungen Über den Etat des Handels- und Finanzministeriums, der Handel- und Gewerbe- Verwaltung, des Innenministeriums, der landwirtschaftlichen Verwaltung und des Wohlfahrtsamtes. Dabei zeigte der Landtag seine Bewilli- gungsfreude durch Annahme von Zusatzantrügen bei der Bewilligung von Geldmitteln für das Luftfahrtwe en, !a ldwirlschaft.iche Ansiedlung von Optau.e i, Pflege der schulentlassenen Jucendusw. Der QlbLc )nung gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten verfiel der kommunistische Antrag auf entschädigungslose Enteignung des Hohen- zollernvermögens, und Verwendung der enteigneten Schlösser zu Erholungsheimen. Die Ab- timmungen wurden umrahmt durch die Generaldebatte über den Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung. (Ein deutsch - afghanischer Zwischenfall. Berlin. 2. Dez. (TU.) Der deutsche Ra- tionalötonom S t a t i l Sauer, der im Auftrag des Geographischen 3nstttuts Leipzig mit Unterstützung der sächsischen Regierung und industrieller und wissenschaftlicher Kreise Afghanistan bereiste, ist gestern von den afghanischen Behörden widerrechtlich fest genommen und in das Polizeigefängnis Kabul eingeliefert worden. Der Vorgang ist folgender: Am 17. Rovember wurde der deutsche Gelehrte bei Kabul von einem Afghanen angegriffen, den er in der Rotwehr verwundete. Der deutsche Geschäftsträger in Kabul machte sofort dem afghani- schen Außenminister von diesem Vorfall Mitteilung und stellte in Aussicht, daß er sofort Gegenklage wegen versuchten Totschlags erheben würde, wenn der Verwundete Klage erheben würde. Am 30. Rovember lief die Rachricht ein, daß der verwundete Afghane gestorben fei und die afghanische Regierung den Fall der Rotwchr nicht anerfennnen wolle. Statik Sauer sollte verhaftet werden. Afghanische Kreise erkürten, daß die Hinrichtung unvermeidlich sei. Sauer ist darauf geflohen. Bei dem Versuch, Die indische Grenze zu erreichen, wurde er aber fest genommen. Der deutsche Geschäftsträger hat Den afghanischen Außenminister auf die verhängnisvollen Folgen für Die deutsch-afghanischen Beziehungen im Falle der Hinrichtung Souers hingewiefen. Gleichzeitig ist in Berlin mit dem hiesigen afghanischen Gesandten Fühlung genommen worden. Die Rechtslage im Falle Sauer ist so, daß der deutsche Forscher vor Der Wahl stand, entweder sich e^chießen zu lassen, oder sich zu wehren. Es ist unbedingt zu fordern, daß Die deutsche Regierung auch vor energischen Mah- nahrnen nicht zurückschreckt, um eine Rechtsbeugung in diesem so klaren Fall zu verhindern. Aus aller Welt. keine Verteilung des Nobelpreises. Das Nobelkomitee des norwegischen Stortings beschloß, auch in diesem Jahre den Friedenspreis nicht zu verteilen. Aufhebung einer Berliner Spielhölle. 3n der vergangenen Rächt wurde in Der Georgenkirchstraße in Berlin ein Spielunternehmen von der Kriminalpolizei überrafcherrd aufgehoben, das von einem kriegsinvaliden Kauf- i-iann namens Doehme betrieben wurde. 3m g....zen wurden 44 Personen dem Polizeipräsidium zugeführt. Größtenteils handelt es sich um Leute aus Der Provinz, die zur Auto- mobilauSstellung nach Berlin gekommen waren und durch Sch' :pper Dem Spielunternehmen zu- geführt worden waren. Gespielt wurde »Meine Tante — Deine Tante" mit Einsätzen von 1 bis 50 Mark. Die Spielgelder wurden beschlagnahmt. Explosion. Im alten Werke der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen wurde beim Explodieren einer Säureflasche ein 54 Jahre alter Hilfsarbeiter sofort getötet. Einem anderen Arbeiter wurde ein Bein abgerissen und zwei weitere Arbeiter erlitten ebenfalls erhebliche Verletzungen. Wildwest in Oberslein. In einer Der letzten Nächte drangen hier zwei mit falschen Bärten maskierte Einbrecher morgens gegen vier Uhr in Die Wohnung zweier Lehrerinnen ein, hielten sie mit Dem Dolchmesser in Schach und ließen alles greifbare Geld und Sachwerte mitgehen. Der Polizei ist es inzwischen gelungen, einen Der Banditen dingfest zu machen. Opfer der WirtschastSkrisis. 3n 2 ei b?, in bmutzte der 42jährige Kaufmann Robert Käßmodel He Abwesenheit feiner Ehefrau, um zunächst seinen sechsjährigen Sohn und Dann s i ch selbst mit einem Jagdgewehr zu erschießen. Wirtschaftliche Sorgen sollen Die Tat veranlaßt haben. Die Über 100 3ahre bestehende Firma R. C. Käßmodel befand sich in letzter Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Dem Personal ist für Ende dieses Jahres gekündigt worden und Die Fabrik sollte zu diesem Zeitpunkt geschlossen werden. Derbrannt. In Der Schule gerieten in Dulzbach (Amt Obernburg) die Kleider einer zehnjährigen Schülerin, Die sich am Ofen wärmen wollte, durch eine Stichflamme in Brand. Ihre Kameradinnen standen völlig hilflos zur Seite und weinten. Das Mädchen rannte auf d i e Straße, wo Vorhergehende die Flammen löschten. Leider waren Die Brandwunden so schwer, daß das Kind an Den erlittenen Verletzungen starb. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, meist nördliche Winde, kalt, vorwiegend trocken. Während Dai ga'[gebiet über dem Baltikum weiter nach Osten zieht, ist über Dem Rordmeer ein neuer Wirbel ausgesucht, der in den nächsten Tagen erneut Milderung des sonst klaren Frost- wetters bewirken dürfte. Gestrige Tageslempe:a.uren: Maximum minus 0,5, Minimum minus 4,4 Grad EelsiuS. Riederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgen - temperatur: minus 1 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3. Dezember 1925. 1 Der neue oberhesfische Provinzialtag. Das amtliche Ergebnis Der Provinzialtagswahl vorn lö.November 1925 steht nunmehr fest. Es tritt gegen unsere Mitteilung im „Gießener Anzeiger" Nr. 270 vom 17. November eine kleine AenDerung ein, Da auf Den 5. Wahloor- schlag (Bereinigte Stadt- und CanDlifte Der Deutsch- nationalen Bolkspartei und Des Hess. LanDbundes im Kreise Gießen) nicht 6, sondern nur 5 Sitze und auf Den 8. Wahloorschlag (Hessischer Landbund und Deutschnatl. Bolkspartei im Kreise Friedberg) nicht 3 sondern 4 Sitze entfallen. In den Provinzialtag sind hiernach für die Jahre 1926 bis Ende 1929 gewählt : Aus dem Greife Alsfeld: Karl Hesse, Landwirt in Otterbach (Ldb.), David Meinhardt, Musiklehrer, Alsfeld (Soz.), Iustizrat Dr. h. c. Heinrich Reh, Rdchtsanwalt und Notar, Alsfeld (Dem.). Aus dem kreise Bübingen: Georg Hildner, Beig., Bübingen (Soz.), Gustav Mogk L, Landwirt in Grund-Schwalheim (Lbd.), Carl R o e m h e l d , Geh. Iustizrat, Oberamtsrichter i. R., Nidda (Dntl.). Aus dem kreise Friedberg: Karl Breidenbach, Landwirt in Dorheim (Landb.), Konrad Philipp Diehl, Landwirt und Bürgermeister in Hochweisel (Ldb.), Franz Kissel, Oberbadmeister, Beig. in Bad- Nauheim (Dntl.), Kommerzienrat Heinrich Langsdorf, Friedberg (Dem.), Anton Lux, ßanbtagsabgeorbneter, Nieder- Florftadt (Soz.), Bernhard R e ch t h i e n, Bürgermeister, Vilbel (Soz.), Jakob Schäfer, Schneider, Bad-Nauheim, Louisenstraße 15 (Kam.), Theodor Schröder, Friedberg, Rechtsanwalt (Zentr.), Johannes S e i b o l d VI., Landwirt in Nieder- Eschbach (Landb.), Friedrich Wilhelm Wiesenbach, Bürgermeister, Büdesheim (Soz.). Aus dem kreise Gießen: Dr. Albert Aaron, Rechtsanwalt, Gießen (Soz.), Heinrich Christ, Mühlenbesitzer und Landwirt, Holzmühle bei Lollar (D. Bp.), Wilhelm Fenchel, Landwirt, Ober-Hörgern (Lbd.), Heinrich Laudon, Dreher, Wieseck (Soz.), Friedrich May, Fabrikdirektor, Gießen (Ztr.), Ludwig Neuenhagen, Präsident des Landgerichts der Provinz Oberhessen in Gießen (D. Bp.), Adolf Noll, Fabrikant, Gießen (Dntl.), Frau Christine Noll, geb. Simon, Hausfrau, Gießen (Soz.), Otto Ottilie, Gewerkschastsangestellter, Gießen (Soz.), Karl S ch m a h l, Amtsgerichtsdirektor, Gießen (Dntl.), Otto Schneider !., Landwirt, Utphe (Lbd.), Karl Schwalb, Landwirt, Großen-Bufeck (Lbd.), Theodor Völker, Bürgermeister, Lich (Evang. Bolksgem.). Aus dem kreise Lauterbach: Friedrich I o st, Bürgermeister und Landwin in . Bermutshain (Lbd.), Hermann Walz, Bürgermeister, Lauterbach (Soz.). 2(us dem kreise Schotten: Theodor C e 11 a r i u s, Landwirt in Schotten (Lbd.), Heinrich Kipper VIII., Bürgermeister, Ober- Sesmen (Soz.), Karl Schott, Staatsförster, Schotten (Soz.), Friedrich Wilhelm Stein, Landwirt in Stumpertenrod (Lbd.). SLeuerkaLender für Dezember. Im Monat Dezember werden folgende Steuern fällig: 5. Dezember: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. bis 30. November, einfchl. der für Die Zeit vom 1 bis 10. November bzw. 11. bis 20. November einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf Deren Höhe. 6. Dezember: Vorläufige staatliche SonDer- steuer vom bebauten GrunDbesitz 5. Ziel Rj. 1925. 10. Dezember: Umsatzsteuervorauszahlung, 1 Proz. Der Umsätze usw. im Monat November 1925. 15. Dezember: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für dis Zeit vom 1. bis 10. Dezember, sofern der Gesamtbetrag mehr wie 50 Rm. beträgt — Einkommensteuerzahlung Der Landwirte nach den in den nächsten Tagen zur Zustellung kommenden Einkommensteuerbescheiden. 2 5. Dezember: Steuerabzug vorn 'Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vorn 11. bis 20. Dezember, sofern der Gesamtbetrag für gen. Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. Dezember einbehaltenen und noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 50 Rm. beträgt. Mit Ausnahme des Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) können die angegebenen Abgaben noch innerhalb der fiebentätgigen Schonfnst ohne Zuschläge, z. Z. | Proz. halbmonatlich, gezahlt werden. Das Füttern der Singvögel im Winter. Die Futterplätze bringe man möglichst nahe von Gebüsch und etwas erhöht an, um Den umherschlei- chenden Katzen ihr Handwerk zu erschweren. Man streue Hanfsamen, Kürbiskernc, Sonnenblumen- sainen, zerkleinerte Rußkerne, geschälten Hafer, ge- tochte Kartofselstückchen, kleine Stückchen Speck oder Talg. Brot reiche man nie frisch und nur klein zerkrümelt. An Brot, welches naß und sauer geworden ist, gehen die Vögel zugrunde. R.-G. Gictzencr Wochcnmcrrktpreise. Es kostete auf Dem heutigen Wochenmarkt Das PfunD: Butter 200 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 40, älnterkohlrabi 10, Grünkohl 30, Rosenkohl 50, Feldsalat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12. Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50, •tti* 9 0neg Gier W bis 20. n jo bis 1 ur. t darauf ? W» lichcnb Fohrda" verboten Polize'bl treten ur zeige Widern wdj j; ,ung H mögens tot ajjß treicndein beDr oü< fronen von den " ^jl-,auch der §uW rung durc Sicherheit beten «* 2 morgen! schneit. 2 Zentimet Tempera "L betrifft ei waltung essenten n " 2 losensi oember a Krankend Beiträgst Kranken! " B aus. (6ii ** F und Ki Gießen mäßig t abhatten beachte i ist in der (noMnt) ßinbtn. I stelle zu l Lbfahrt e Die Wage wobei es wurde B oMd)tf des j)qus Schädelbi Monn b brachte l bis jetzt i ift kriegt firau unb - Au Sie Äeutst zu 10 Ren Ausferiigu ziehuno o den ösjent in Zohtur ober bis scheine o getauscht werden l und erli löjungsp der Qujg Scheir dem Ko, teils feit Ausgabe. " G flemeir dem noch teg des di auch der i durchgefüh »ereinigun mspekior prächtige Notturno' 8oei sein« ?°ch uni 1681, bei M>. med Pfarrers und zeigt durchsetze ecangeljs müssen. : um in g( ue traf bi N dem öie Brette iiedern u “egen sei. ft Start, sondere eJ"et nod 'S d>e St Nes ni >ch ‘ "larbio ^wählte urahleni ^llen, Aiiteip! >'cht?raj detc Ti i&p Eil außeroi •ich bi! Nebc ffi für Dezember, ber werden folgend ÄS? i***? teuerabM v°m St, Zeit ^öieSOM [betrag mC\,r 2anbn»rtt ,omi 'agen zur uU| belche'de"' Arbeite ileUcr0'mV bis 20. > Ze» 'en. Zeit->ber [betrag.^Lember em« «‘tragen F abgefuhrte" betragt- Arbeite- ■«fiX•* ier SWtzvo^' inter- von wert JJ gönnen15?“ e, ?! ktb-kchen ([ein r&a b's ir. Iiil',g15 »‘tÄ’K 1925 »e ^rialttzg. t°veindc! t0Din = Unkte Jiiii?5 stehl D°hi 17 S*n9 im :.rtzr rszr n den ftrJ9).nity illsfeld: Äfsbnch (8bb.) RWer, ^'NteanMl .Snto (So»\ ,,rtMruAQli Idcbbttg: M* d> s«*iTtimb$ir„r, melk S'i«. in fch, Sonssborf, 8„rt. abgeordneter, Witter. Bürgermeister, M, nciber, Sad-Nauheim. Eerg, Rechtsanwalt -. Landwirt in Rieder- iesenbach, Bürger- \t Giehen: Rechtsanwalt, Sieben mbesttzer und Landwirt, aniroiri, Db«-5)ötym ter, Wieseit (Soj.), 'irektor, «Ziehen (St.), , Präsident des Land- sen in Giehrn (2. Dp.), Tiehen (Dntl.), geb. Simon, Hausfrau, kfchastsangestellttt, Tic- jeridjtsbittttor, fließen ndwirt, lltphe (ßbb.), Witt, Grohen.Ruferk [emeistet, Lich (Cvang. Lauterbach: meister und Landwin in rgenneister, Lauterbach e Schatten: , Landwirt in Cchatten l, Bürgermeister, vber- iiriicr Schotten (Soj.). ^. Landwirt m «tuin- !S IN ag- Gesenll Her Wä Ml! NS Zum fest schmaus Rartoffeln 4, Qlepfel 15 bis 18, Dienen 30, Düsse 60 biS SO, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse SO bis 110; baS Stück: Gier 19, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pfennig. 3.30 bis 4 älhr: Die Stunde der Tugend. 4.30 bis 6 Uhr: Haussrauen-Rachmittag. Programm u. a.: .Rationelles Heizen", Dortoag von Frau Stadtrat Else Alken lnachzeholt). 6 btS 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur). 6.30 bis 6.45 Uhr: Die Besprechung. 6.45 bis 7 Uhr: Stunde der Frankfurter Bereinigung für Heimatkunde. 7 bis 7.30 Ujr: Rätselfunk-Wettbetoerb. 7.30 bis 8 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8 bis 8.30 Uhr: .Die Bedeutung der sozialen Gerichtshilfe vom Standpunkt der Rechtspflege". Bortrag von Landrichter Dr. Graf von &m mit Preisliste, such über sonstige erst- 6 kln«siqe Hauben- und haubenlose, Trichter- A und trlchterloee Apparate grade und frei. Walter H. Gartz, Berlin 842, Postfach 551 m | In Berlin erbitte Besuch Alexandrlnenstr J7 r.8-7, h Verkäufe I KisdttWgeii für 15 Mk. zn verk. Bahnholstr. 57 III Ein leichter Einspänner Schlitten zu kaufen geincht. Schr. 2luß. u. 11396U an den Greü. Anz. WM. Kaufe laufend 3 * Pf--Zigaretten gegen sofortige Union. 5ümstae. 5. Sez.: 8rohr Kneipe Sonntagabend Schade & Füllgrabe jW Filialen in allen Stadtteilen -MC Alpenkräuter - Magenbitter Kümmel, Pfefferminz Vi Flasche 2.80, V. Flasche 1.50 -O Spirituosen Abschlag Weinbrand-VerfchnilL Vi Flasche 2.80, 7. Flasche 1.50 S & F-Weinbrand Vi Flasche 3.10, 7, Flasche 1.65 S & F- Edelbrand Vi Flasche 4.10, 7- Flasche 2.15 Hamburger Tropfen Vi Flasche 3.20, 7. 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Vereiniiiacs: §iislL88ssesl deö GmtzgkMkn Zlltzsk- n. lilcnüc- linen Göcrs wozu unsere werten Mitglieder nebst Angehörigen herzlichst eil geladen sind. Beretnsabzelchen anlegen. <9682 Der Vorstand. Bezirksvorlleber. llllllillllllllllllllllllllllKHIII Akademischer Gesangverein 9e8!e^°"LL^ Sonüemrolii! im G> osren Hörfaal, abends 8 Uhr. n38UD Der Vorstand, iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 2Jtor.Gf5= Versammlung Samstag 5. Dez. nbb«.b’.3OU6r. in der Stadt vicb. 1142." D Sonntag, 6. Dez.: Wetzlar, Bechlingen, Lemvtal, (L 'rinnS- bansen. 4 Stmiden. Abs. 10.20 Uhr. ua8Sc IK Gigßen. Ciislsterger- Sienogr.-Verein v.1861 nnn Dameriverein. Reling. Den 4. Dez.: $min9«lienii im Kaufmännischen VeretnedauS. soittiküg, öen 6. Dez.. vorniitlays 9 Uhr im Kaufmännischen B.rcinsbauS Vsreins- Sonntag, 6. Vez., nachm. 5 Uhr, im Vortragsfaal der Bul'haildlung Keiffner: Mtt Eil- SeM nte- M in sZorm einer Mär» chenstnnde für Klein und Gros;. Renla'.ion Fräulein Eir.o Koop. Eint itt: Erwachsene 1 Mk., Zünder 50 Ps. 0'0698 Wettschreiben von 60 Silben ab answärtö. Zahlreiche Beteiligung erbeten. 11427c Die Vorstände. alEII 7* ,ühr T. I. 9 Öhr Bar. gLii*»c Madttheater oireltag, 4. Dez., 9. Zr-IM-Avov.-Ärsk. üoiiT", b. aea. 10 Uhr BlEiiet Bl’jt. Ove.ctic in .8 Akten von Slrauh. f>ür die Bühne bearbeitet von Müller. $2 gur! &nni einer 91iei nenfis, sch Deutung 9' Ausgungss vom Süde und das den Rhein durchaus k hunderten liehen, die dem Rhei Haler Bed Die mi sende räu bedingt u Stadt als gleich em wirb; iej tanggeftred lümie sei und Dom Wtergru! daules an Brücken, I elegante i Das Ein J verlaßt b- Wennun mes ®c und behr aut nnl isg M« abfiel, not Strem gesund Eigelsl Alltel Straße sei Straße unk fifdje Siebt Gefielt an. feit einer Bi bebaute User lungen und und noidürs nicht einbez bildete sich mit dem 9 nach der P We charak berührte Uj ein wirre; standen, da Lust erhiel der 'Slimer Al; sic feftigung c bauten und viertel mit sich nun a( unb in eine; Mächtige Ti fNe. Dies- Unb sie gab ouf die heut Megliederti "hesadern n Wenn au ^itungsgürf Innern qu;ct Handelsverträge mit fremden Staaten hat im letzten halben Aahr eine nicht unbedeutende Erhöhung ersohrm. Aus dem Kreise jener Aationen. deren Wirtschaftsbeziehungen mit uns durch feste Abkommen untermauert finb. feien nur Rußland, Italien, S van "en und die Schweiz genannt. Qtun ist auch ein Vertrag mit den Niederlanden zustande gekommen, der an sich keine Besonderheiten airftoeift. Er siebt wie alle anderen die gegenseitige Meistbegünstigung und Zollermäß'gungen vor. immerhin geht aber von ihm doch ein indirekter kraft zu verlangen. Qualität unb Or ginaCtät ist durchaus nicht dasselbe. Gailz abgesehen davon, daß jedes künstlerische Genie seine Ahnen hat, kann man unmöglich von jedem Künstler verlangen, daß er ein Genie und ohne Ahnen sei. Wenn die Genies auf der ganzen Erde schon nicht sehr zahlreich sind, wie dünn gesät müssen sie dann erst in dem kleinen Dolksstaat Hessen sein. Zur Qualität eines Kunstwerkes ist allein not- toenbig, daß der Künstler die irgendwo aufgenommenen Formen zu einem harmonisch n Ganzen zusammenbindet, daß er sie beherrscht und zu seinen eigenen gemacht hat unb als solche mit allerdings vollendeter technischer Fertigkeit reproduziert. Don diesem objektiven Gesichtspunkt aus dürften auch dem jungen, zeitgenössisch eingestellten Beschauer diejenigen Stücke der Ausstellung, die älteren S ilrichtungen, etwa ber b:r „3ugcnb“, der ^Fliegenden Blätter" ober gar der der alten HoUänder des 17. Jahrhunderts angeboren, wenn nicht gerade liebenswert, so doch verständlich und als Kunstwerke schätzenswert erscheinen. Wie schon angedeulet, handelt es sich fast nur um Werte der Malerei und Gravhik. Äeben ihnen stehen zwei Bronzeplastiken von Johannes K ö d d i n g - Gießen und drei Mawliken von Ludwig P a l l e n b e r g »Bad-Rauheim. Unter den Malern sind die drei Provinzhauptstädte durch recht beachtliche Größen vertreten. Aber es ist im Hinblick auf die mit beängstigender Schnelligkeit fortschreitende Metropolisicrung und daraus .resultierende Mechanisierung des ganzen Kunstbetriebs erfreulich festzustellen, daß auch die kleineren Städte unb Orte des Landes würdige Repräsentanten aufzuweisen haben. Don Druck auf die Pariser Regierung auS. die sich noch immer nicht dazu verstehen konnte, und auch auf wirtschaftspvlitckchem Gebiet volle Gleichberechtigung zuzugestehen und damit alle Hindernisse für den Abschluß eines Vertrages aus dem Wege zu räumen. Der deutsch-niederländische Vertrag nämlich öffnet die deuts chen Grenzen für bie niederländische GemüseauSfuhr, was insofern bedeutungsvoll ist, als auch der französische Landwirt seine besseren Gemüsesorten in Deutschland ab- setzen möchte. Das kann er unter den zur Zeit geltenden deutschen Einfuhrzöllen nicht. So muß er also sehen. wie den niederländischen Landwirten ein neues Absatzgebiet eröffnet worden ist, während er selbst seine Produkte nicht abzustoßen vermag. Der französische Landwirt ist natürlich viel zu scha>ach um die Pariser Regierung zwingen zu können, sich mit uns zu verständigen. Dieser Fall zeigt aber wieder einmal, daß bie französischen Behörden eher ihre eigene Wirtschaft notleiden lassen, als daß sie uns das zugestehen, was uns bisher von keiner anderen Ration, abgesehen von Polen, vorenthalten wurde, nämlich d.e gegenseitige uneingeschränkte Meistbegünstigung. Englisch-französische Verständigung im Orient. Don unserem F. H.--Serid)terftütter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Als im September dieses Jahres die TI o f füll' r a g c vor bas Forum bes Völkerbundes in Grnf kam, wurde die französisch-englische Rivalität im Orient, bie im Laufe ber vorhergehenben Jahre so ost auf dem Rücken Deutschland) sausgetragen worden war, wieder in ihren alten Ausmaßen lebendig. Hätte doch die sofortige Zuteilung des strittigen Gebietes an das Irak einen so überwältigenden Sieg ber englischen Sache bebeutet, baß hierburch ohne weiteres England zur europäischen Vormacht in Dorderasien geworden wäre. Frankreich legte daher auf eine Entscheidung, bie solche Folgen gehabt hätte, keinen Wert unb tat alles, um dies zu vorhin bem. Jeboch war es in ben Mitteln einer solchen Politik beschränkt unb mußte nach außen hin ben Anschein einer Stellungnahme strengstens vermeiden. Es war nicht nur durch einen, wenn auch nicht offiziellen Freund- schaftsvertrag gebunden, eine ben Türken freunb- liche Haltung, einzunehmen, fonbern es brauchte ja auch Englanbs Wohlwollen in der Frage ber Sicherheitspolitik in Europa. Insbesondre dieser letzte Punkt ließ es nicht geraten erscheinen, sich mit Englanb zu überwerfen, während zugleich eine Aenderung ber Politik ben Türken gegenüber höchst fatale Folgen haben konnte. Der Einfluß ber türkischen Nationalisten in Angora reicht eben weit in französische Gebiete hinein. Eine Verschiebung ber Entscheibung auf eine — für Frankreich — gelegener« Zet erschien baher als bie vorläufig geeignetste Lösung ber schwebenben Fragen. Durch ben Munb bes Spaniers Quin on es b e Leon, eines bekannten Franzosenfreundes, ber als Berichterstatter des Völkerbundes in der Angelegenheit fungierte, fand daher ein Vermittlungsvorschlag die Zustimmung beider Parteien, der gar nichts besagte, sondern nur die Entscheidung nochmals hinauszögerte. Denn die spitzfindige juristische Frage, ob bie Entscheibung bes Völkerbundes überhaupt eine solche ober nur eine Empfehlung sein bürfe, ob biefe bann binbenb sei, unb endlich, wie (durch Einstimmigkeit oder Mehrheitsbeschluß) die Entscheidung zu fällen fei — vermochte doch eben die Tatsache nicht zu ver- chleiern, daß man sich über den Inhalt der Ent- cheidung nicht klar war. Wem das Gebiet zuzu- prechen sei, ober wie bas Gebiet zu teilen sei, herüber waren sich bie Parteien nicht einig geworben. Unb ber Bericht ber Völkerbundskommission über die Frage sagte keinem etwas. Er stellte vielmehr sest, daß, wie man bie Angelegenheit auch anfasse, sie nach „gerechten" Gesichtspunkten nicht zu regeln sei. Allein ber Machtstanbpnnkt sei von Bebeutnng. Die Drohung der Türken, eine ungünstige Entscheidung mit Waffengewalt beantworten zu wollen, genügte aber auch, um eine Anerkennung ber tat- sächlichen Lage, die alles den Engländern überlassen hätte, zu verhindern. Während bie juristische Angelegenheit beim ständigen internationalen Gerichtshof im Haag schwebte, ereigneten sich jeboch einige Dinge im Orient unb in Frankreich, bie langsam aber ftänbig bie französische Position untergruben. Frankreichs finanzielle Lage schuf große innere Schwierigkeiten und erschwerte die Aufrechterhaltung ber finanziellen Zuschüße, bie Kolonial- unb Mandatsgebiete nun einmal verlangen. Der Marokko- nische Krieg zwang die Franzosen, ihre Truppen in Syrien ständig zu vermindern, so daß zuletzt bas Lanb völlig von Truppen entblößt war. Eine ungeheuerliche Mißverwaltung bes Gebietes In Sy- ben Hauptstädten stellt natürlich die Landeshauptstadt, als seit Jahrzehnten diszipltnierle Kunststadt, das groß e Kontingent. Ihre Vertreter sind durck) die jährlichen großen Darmstadter Kunstausstellungen längst bekannt. H a l - lerstede. Hofferberth, Posch und Toller erfreuen durch Landschats-Aquarelle und Zeichnungen, die letzten Endes auf Anregungen von Cözanne zurückgehend, dessen Formen nach dem Kubistischen oder van Gogh hin stilisieren, aus jeden Fall verdeutschen, wenn nicht sogar in engerem Sinn verrheinischen. Besonders bemerkenswert sind zwei Architekturstücke von Posch, Kohlenzeichnungen, bei denen die Fläche von zarten Linien und Wischtönen stimmungsvoll übersponnen wird. Sn Schelde haben wir einen Rach folger Liebermanns, der aber, kein reiner Impressionist mehr, die Farbenr. a sen zu geschlossenen Komplexen zusammenballend, architektonisch komponiert. Die Gießener Künstlerschast vermag sich neben den Darmstädtern wohl mit Ehre zu behaupten. zahlt sie doch zu ihren Arbeiten ein Werk, das als eines der besten, vielleicht sogar als das beste der ganzen Ausstellung genannt werden muh. Das Knabenöildnis Hans Erwin Steinbachs, vollendet in Zeichnung und Kolorit, von energischster Charakteristik, führt alle Möglichkeiten übernommener Formen mit eiserner Konsequenz zu Ende und steigert sie darüber hinaus zu einmalig-eigenster, zwingender Wirkung. 3n dem Kopfe eines Schnitters von demselben Künstler werden die verschiedenen Stilelemente. Cezanne, Gauguin, Picasso usw. weniger glücklich ineinander pcrarbe'tct. nur lose rien selbst ließ eine Bagatelle zu einem großen Ausstande anschwellen, ber um ein Haar sogar Damaskus in bie Hänbe ber aufstänbischen Drusen gespielt hätte. Unb nicht zuletzt — bas Freunb- schastsverhältnis zu der Türkei, auf bem ja ber ganze französische Vorteil basierte, ging in bie Brüche. Frankreich hatte solange ben türkischen Nationalisten bie Stange gehalten, bis biefe sich kräftig genug fühlten, um auch gegen Frankreich vorzugehen. Sie verlangten bie Abtretung ber Bagbab- bahn unb ber Gebiete um Alerandrette, also mehr als ihnen ber Vertrag von Angora zugestonben hatte, ba sie nach diesem ja nur gewisse Nutzungs- unb Verwaltungsrechte erhalten sollten. Es half nichts, baß man sich in Pari weiter versöhnlich zeigte. Die Türkei war unnachgiebig, unb bamit scheiterten die hierüber geführten Verhandlungen unb bie bisherige Freunbschast ber beiben Mächte. Ja, bie Türken unterstützten sogar bie aufstänbischen Syrier: Frankreichs Stellung im Orient selbst würbe bedroht. Die französische Zensur in Syrien ließ zwar lange keine Nachrichten über bas Umsichgreifen bes Aufstanbes bekannt werben, unb bie in manchen anberen Dingen so geschwätzige französische Presse verschwieg ostentativ den bivlomatischen Mißerfolg in Angora, als aber über ben englischen Nachrichtenbienst biefe Dinge boch bekannt wurden, ließ sich nichts mehr verschleiern. Frankreich mußte das Spiel aufgeben, wenn es seine Besitzungen im Orient halten wollte. Nach ber gegebenen Lage war es aber damit auch klar, in welcher Richtung nunmehr die französische Initiative sich entwickeln mußte. Denn hatte man es einmal mit Angora verdorben, so blieb nur noch bie Berstänbigung mit Englanb übrig. Henri bc Iouvenel, ber neue Hohe Kommissar für Syrien, fuhr nach Conbon, um sich bort mit bem englischen Minister bes Auswärtigen unb dem englischen Kolonialminister .ins Einvernehmen zu setzen" — aber nicht nach Angora. Interessant ist es nur, baß im gleichen Augenblick die Entscheidung bes Haager Gerichtshofs bekannt wirb, bie einen völligen Sieg bes englischen Standpunktes bedeutet. Denn fällt ber Bölkerbunb hiernach eine Entscheibung In ber Mossulfragc, so ist es rechtlich irrelevant, ob sich bie für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Sahausstaltung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags Bering öestoSmWsets 9R18D Türkei mit ihm einoerftanben erklärt ober nicht. Englanb kann sich ben anberen Mächten gegenüber eine Einmischung in bie Angelegenheit verbitten, ba ja jetzt bie Entscheidung zweifellos eine endgültige sein wirb, bie Mächte also an biesen Spruch binbet. Protestiert die Türkei hiergegen, so ist bas nachher belanglos, fügt sie sich aber im Kollegium nicht bem Spruch, so wird ihre Stimme nicht gezählt . . . Und wenn man sich bann vor Augen hält, baß Englanb tatsächlich unter ben Nationen bes Völkerbunbes die mächtigste ist, bie Türkei sich ober um ihre einzige Bundesgenossenschaft von Wert gebracht hat, so ist wohl damit für die englische Stellung das weitere Plus erreicht, bas sich zwangsläufig in ben französisch-englischen Verhandlungen in einer Unterstützung Frankreichs für die Engländer auswirken muß. In ber Mossi'lfraa? kann England von jetzt ab auf Frankreichs Unterstützung rechnen. Umgekehrt kann aber England auch Frankreich etwas Positives bieten. Ist es ihm doch gelungen, durch einen neuen Vertrag mii Ibn Saud nicht nur Mesopotamien im Rucken zu sichern, sondern sich auch bie politische Vertretung dieses Mannes im nicht wahabitischen Auslände zu verschaffen. England hält also bis zu einem aewi'fen Grade auch die Fäden des syrischen Aufstandes in der finnb. Die Fragen der Grenzreg"lunqen — zwischen Syrien und Irak —, her Benutzung tur Bagdadbahn durch die Türken und des Verhältnisses Syriens zu der Türkei sind damit aus einem Druckmittel Frankreichs gemm England in ein solches Englands gegen die Türkei umaemanbelt. Frankreich wird, um feine Stellung halten zu können, sich eben in Zukunft enalischen und nicht türkischen Wünschen entaeaenkomm-nd zeiaen müssen. Und cs liegt nahe, daß hier hi» Kompensationen liegen werden. d'e man der Türkei bi»ten wi-V Anerkennung türkischer Rechte minderer Art in Syri-n aeaen die Aufrechterhaltung des Status ouo im Mossulgebiet. Denn diese wird sich wohl hüten, gleichzeitig mit zusammengehalten. Reben Steinbach steht Hel- muth Muller-Leutert mit einigen überaus eindrucksmäch.i^ei, grrßlompor.ier en Landschaften, von denen der Vainvamm oo der dämonischen Düsterheit seiner Stimmung besonders hervorgehoben werden soll. Von ben Mainzer Künstlern finb u. a. bemer- kenswert Mathilde Huber, Seck-Carton unb Ernst Weinschenk. Das mit sehr viel Liebe und zugleich mit sehr viel resoluter ftraft unb Sicherheit gemalte Bilb „Weisenau im Frühling" Mathilde Hubers entzückt durch die Freudigkeit der Farben und die süße Duftigkeit seiner Atmosphäre. Seck-Carton gibt eine Reihe hübscher Landschaftszeichnungen und Aquarelle von nicht nur dekorativen Reizen in einer Meidner« artigen Abwandlung van Goghschen Stils. In ben wuchtig aufgebauten Holzjchnittkompositionen von Ernst Wein schenk spürt man ben Architekten von Haus aus. Amüsant als genaue Nachahmung des Stiles Henri Rousteaus, aber in der bedingungslosen Treue seiner Nachahmung doch nicht gerade schlecht ist noch das Delgemälbe einer Häusergruppe in dazu abgestimmtem Rahmen von Erich Martin in Offenbach zu nennen. Zum Schluß sei auf die flotte Tufchzeichnung einer Straße mit hodjgiebligen Häusern von Martha Veite in Friedberg hingewiesen. Die Ausstellung bedeutet für Gießen immerhin ein Ereignis. Eine fleißige Fortsetzung der so viel- versprechend begonnenen Frequenz dürfte als für beide Teile, für Künstler und für Publikum, nutz- bringend von Herzen zu wünschen sein. P. beiden Mächten einen Krieg anzusangen, wenn auch gewiß das Geschrei der türkischen Presse noch lange nicht aushören wird. Denn auch hier hat England den Vorteil davon gehabt, daß andere politische Fehler gemacht haben. Man dars gespannt darauf sein, ob aus die englisch-französische Verständigung auch eine türkisch-englische folgen wird. Oberhessen. £ Wieseck, 3. Dez. Am Dienstagabend sprach im Braunschen Saale der leitende Arzt dec Eleo- norenheilstatte zu Winterkasten im Odenwald, Dr. Sell, bei außerordentlich starker Teilnahme der Einwohnerschaft über das Thema: „W a s muß ich von der Tuberkulose wissen?" Wie stark die Wichtigkeit dieser Frage in die breitesten Volksschichten eingcdrungen ist, bewies der überaus starke Besuch der Veranstaltung, stellt doch gerade Wieseck einen verhältnismäßig hohen Prozentsatz der Tuberkulosekranken. An Hand einer sehr äroßen Anzahl schöner Lichtbilder erläuterte der Vortragende zunächst den Umfang der Tuberkulose. Gegenwärtig seien etwa 94 Proz. aller Bewohner Deutschlands vom Tuberkel-Bazillus befallen, ohne selbstverständlich ausgesprochen tuberkulosenkrank zu sein. Tiefen Eindruck hinterließen die Bilder, aus welchen zu ersehen war, welche Veränderungen und Verheerungen an den einzelnen Körperteilen und Organen durch die Tuberkulose hervorgerufen werden. Eindringlich wurde darauf hingewiesen, wie groß die Gefahr der Ansteckung überall dort, wo Menschen Zusammenkommen, sei und wie gefährlich die Erkrankung selbst sei, da der Erkrankte zunächst keinerlei Veränderungen und Beschwerden verspüre. Erläutert wurden die nicht im trockenen wissenschaftlichen Ton gehaltenen Ausführungen durch eine Reihe vergleichender Uebersichten und Kurventafeln, um so die Gesichrlichkeit der Krankheit und deren Verbreitung mit oller Deutlichkeit zu zeigen. Der Vortrag bezwecke nickt, zittrige Angst zu erwecken, sondern zur Vorsorge onzuregen, denn die Tuberkulose ist heilbar, solange sie nicht zu große Verheerungen angerichtet habe und sich der Kranke den Anordnungen des Arztes füge. Die Hauptsache sei, daß man weiß, ob man den gefährlichen Bazillus mit sich herumirägt und dann danach lebt. Zum Schluß wurden von Dr. Sell noch eine Reihe Bilder unserer beiden Lungenheilanstalten Eleonorenheim und Sandbach gezeigt, die den Anwesenden nicht nur von der Art der Behandlung, sondern auch vom sonstigen Leben und Treiben der dort Befindlichen ein anschauliches Bild gaben. Die Aufforderung, dem Heilstättenverein beizutreten, beschloß die fast dreistündigen Ausführungen. Vorher sprach Dr. Rein- Wieseck herzliche Begrüßungsworte, und Amtsarzt Dr. Orth leitete mit seinen einführenden Ausführungen zu dem Vortrag Dr. Sells über. * Allendorf a. d. Lumda, 2. Dez. Auch hier begann am Sonntag dieLigazumSchutzeder deutschen Kultur ihre Winterarbeit. Im vollbesetzten Saale sprach Herr G r o o t e aus Bangkok in Siam über das Thema: „Siam, das Land des weißen Elefanten". Der Vortrag, der von reichen Erlebnissen des Redners zeugte, war von interessanten Lichtbildern begleitet und wurde außerordentlich beifällig aufgenommen. f Grünberg, 2. Dez. Ein aufregender Vorfall ereignete sich heute vormittag auf der Kreisstraße von Grünberg nach Mücke an der Alsfelder Drücke. Dort befand sich eine Därenführertruppe, bestehend aus sechs Familien mit 6 Bären. Eines der Tiere, ein xiesiger neunjähriger Bär. war aus unbekannten Gründen plötzlich bösartig ge- t worden, er riß sich von der Kette los und stürzte sich auf seine Führerin, die von dem Tier stark bedrängt wurde. Die der Frau zu Hilfe eilenden Männer rissen dem Tier im ' Kampfe den Maulkorb ab und den Bing aus der Aase. Durch den Schmerz wurde die Bestie nun noch wütender, sie ging erneut auf die Frau los, die dabei starke Berlehungen erlitt. Gendarmeriewachtmeister S e m b a ch von hier, der in diesem Augenblick anlangte, um die Truppe über die Kreisgrenze zu schaffen, gab AusdemRetchderAmeifen Don Oswald Kern. 3n, der Naturwissenschaft nimmt die wissenschaftliche Ameisenkunde (die Myrmelolo- gie) schon seit Jahrzehnten eine Sonderstellung ein. Nachdem im Jahre 1874 die große Monographie über die Schweizer Ameisen von August Forel erschien (grundiegende Arbeiten des englischen Naturforschers Sir John Lubbock und des deutschen Ilesuftenpa ters Erich Wasmann folgten kurz darauf), hat sich die Wissenschaft immer mehr mit dem Leben der kleinen sechsfüßigen Tierchen besaßt, die in der Jnsekten- welt eine eigenartige und bevorzugte Stellung einnehmen. Eine große Anzahl weltbekannter Naturforscher, darunter die Deutschen Escherich, Saunders, von Hagens, Diehmeyer, Schimper, Mcel.er, von Ihering und vor allem auch der in Zürich lebende Nervenarzt Brun, der erst kürzlich (im Teubnerschen Ber.ag) ein sehr instruktives Büchlein über das Leven der Ameisen herausgegeben hat, haben sich eingehend mit Der Myrmekologie beschäftigt und die Ergebnisse ihrer hochinteressanten Forschungen in vielen Spezialwerken niedergelegt, die allein eine Bibliothek füllen würden. Dieses Interesse für die Ameisen, die in Hunderten von Abarten über die ganze Erde verbreitet sind, wird begreiflich, wenn wir uns einmal etwas eingehender mit den kleinen Insekten und ihren eigenartigen Lebensgewohnheiten befassen. Schon im Altertum kannte man die Klugheit der Ameisen. Aber erst im letzten Iahrhundert ge'a g es den Naturwissenschaftlern, genauere Einblicke in dal, Leben dieser kleinen Insel.en zu tun und die Grundlagen ihrer organisierten „Staaten" und „Reiche" zu erforschen. Man hat lange Zeit die Ameiscnstaaten mit den Staaten der Menschen verglichen. Aber dieser Besgseich ist nur ein äußerer und scheinbarer. Denn die Staatswesen der Ameisen beruhen, trotz a.er ober,sächlichen Ar a ogie zum Menschenstaat. auf ganz anderen und eigenen biologischen Grundlage.'. Es handelt sich hier, wie Brun in seinem neuesten Buche schreibt, um eine jener äußeren Angleichungen, die die Wissenschaft als „biologisch e Konve.genzerscheinungen" be eichnet, deren Wesen sich ganz allgemein durch das Ge etz ausdrücken läßt, daß die Natur überall da, wo sie ähnliche Ziele verfolgt, auch ähnliche Erscheinungen zei.igt. Dem Menschenstaat und dem Ame'ckenstaat gemeinsam ist lediglich das Prinzip der Arbeitsteilung, also jene Grundbedingung jeglicher Staatenbildung, deren Borhandensein die zur Befreiung der bedrängten Leute mehrere Schüsse auf die Bestie ab, wodurch diese getötet wurde. Die schwerverletzte Frau wurde in Krankenhausbehandlung überführt. Den Pelz des Tieres erwarb ein Grünberger Einwohner für 30 Mk. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 2. Dez. Die LIsa ist während der Hochsommermonate zwischen hier und Dad-Nauheim derartig versumpft, daß für die Anwohner aus hygienischen Gründen unbedingt eine Aenderung dieses Zustands he.bei» geführt werden muß. Wie verlautet, wollen die beteiligten Städte im nächsten Iahre gründlich Wandel schaffen. Friedberg wird voraussichtlich Rieselfelder anlegen, während für Dad-Nauheim eine neue Kläranlage in Frage kommt. r~ Nieder-Florstadt, 2. Dez. Die Zahl der A r b e i t s l o s e n wächst hier ständig. Frost und Schnee verhinderte nun auch die Drainagearbeiten, die seither noch manchem Arbeiter Verdienst brachten. So sind hier 112 Arbeiter erroerbß- l o s. Bessern wird sich diese Ziffer nur auf kurze Zeit, wenn Nieder-Florstadt und Wilkstadt Holz machen. Krcis Alssctt» 0-t Alsfeld, 1. Dez. Einen schweren Stand haben die Postkraftwagen auf ihren Fahrten in den Vogelsberg in den letzten Lagen. De seit mehre.en Tagen nie ergegangc. cn Harfen Schneemassen erschweren den Verkehr außerordentlich. Während auf der Strecke in das untere Schwalm'al von Alsfeld nach Treysa die Wagen bis jetzt ohne Stockung verkehren konnten, blieben sie auf den Strecken Als - f e l d—G roß-Fe.da und A l s f e l d—N e u - ftaöt (Main-Weser-Dahn) mehrfach in den hohen Schneewehen der zugeschneiten Straßen stecken und mußten hcraus- geschaufelt werden, so daß die Wagen ost mit großen Verspätungen an ihren Bestimmungsorten ankamen. Indessen steht zu hoffen, daß trotz dieser Llnbilden der Witterung der Kraftwagenverkehr doch auf allen Linien auch in den Wintermona en wird aufrecht erhalten werden können und gerade bei den beschwerlichen Wegeverhältnissen im Winter empfindet man die Einführung der Postkraftwagen in der Bevölkerung ganz besonders angenehm. Starkenburg. - Darmstadt, 1. Dez. Der Darmstädter Derkehrsverein beging gestern mit einem akademischen Festakt die Feier seines 40jährigen Bestehens. Der Verein ist der zweitälteste Verkehrsverein Deutschlands unb seiner Mitgliederzahl nach bei weitem der größte. Die Feier galt auch dem Vorsitzenden des Vereins, Theodor S t e m m e r, der feit 25 Zähren an dessen Spitze steht. Nach der Festrede des Bürgermeisters Mueller hielten Ansprachen Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g , Ministerialrat Dr. Wehner, Staatsrat Balser, Provinzialdirektor Kranzbühler, Graf Kuno von Hardenberg, der Präsident der Oberpostdirektion Len Hardt, Bürgermeister Anger- maier- Bensheim. Glückwunschschreiben und Glückwunschtelegramme hatten u. a. gesandt die Verkehrsvereine von Bingen und Gießen, sowie Frhr. Ludwig v. H e y l in Worms. Die Zndüst r i e - und Handelskammer Gießen hatte durch Herrn Kahlert» Darmstadt Glückwünsche übermitteln lassen. Der Vorsitzende des Derkehrs- oereins, Theodor Stemmer', wurde reich geehrt: von der Stadt Darmstadt erhielt er eine Medaille. * Darmstadt. 2. Dez. Gestern wurde in der Nähe von Waldmichelbach die Leiche des 69 Iahre alten Iakob Oehlsckläger aufgefunden. Der Tote wies Kopfverletzungen auf. Die Leiche lag auf dem Cisenbahndcnnm: in einiger Entfernung war eine größere Blutlache, so daß man annimmt, daß Oehlschläger dort getötet und dann nach dem Bahndamm geschleppt worden ist, um einen HrglüdSfall vorzutäu- schen. Die gerichtliche Hntersuchung der Angelegenheit ist eingeleitet. WSN. Pfungstadt, 2. Dez. Ein hiesiger Viehhändler hatte einen Waggon Ferkel gekauft. Beim Eintreffen der Tiere stellte sich heraus, daß etwa 15 davon an der Schweine- pest verendet waren. Der Rest der Tiere wurde unter tierärztliche Aufsicht gestellt. Preußen. Der Mord an dem Frankfurter Kriminalbeamten. WSN. Frankfurt a. M., 2. Dez. Nach dem heutigen Polizeibericht wurde in der Mordsache Sack ein Mann ermittelt, der Lei der Mordtat in der Rheinstraße zugegen war. Dieser Mann wurde am Mordtage von dem in Hanau festgenommenen und hier in Haft befindlichen Provisionsreisenden Gens im hiesigen Hauptbahnhos angeworben, um die Mordtat auszuführen, und zwar war von Gens nicht der Mord an dem Kriminalassistenten Sack geplant, sondern ein Raubmord a u f irgendeine besser gekleidete Person, die ihm entgegenkommen würde. Zufällig begegnete ihm nun in der Nheinstraße Sack, der, wie der angeworbene junge Mann aussagt, von Gens um eine Zigarette angesprochen wurde. Sack hat nun den Gens, nachdem er sich als Kriminalbeamter legitimiert hatte, nach seinem Namen gefragt, worauf Gens geantwortet habe: „Ich stehe zu Ihrer Verfügung." Gleich darauf gab er drei Schüsse auf Sack ab, worauf er mit dem gedungenen jungen Mann da- 3. Bezirk im Turngau Hessen D. T. c. Der 3. Bezirk im TurngaU Hessen D. T. begann das neue Turnjahr mit seinem Bezirkstag, den er am vorigen Sonntag in Nidda abhielt. Fast alle Bezirksvereine nahmen trotz der im Bezirk durch den hohen Schneefall erschwerten Verkehrsverhältnisfe daran teil. Unter der Leitung der Dezirks-Turnwarie Z e s ch k y und Reitz war der Vormittag strenger Arbeit in Kraffts Saalbau, dem derzeitigen Hebungsraum des T. V. 1859 Nidda, gewidmet. Die gute Teilnahme zeugte von dem Interesse, die Leistungen und schnelle Abwicklung des Llebungsstof.es von dem guten turnerischen Leben. Die Freiübungen für die Veranstaltungen des kommenden Iahres wurden eingehend behandelt, desgleichen die Hebungen für das Bezirksgeräteturnen, das in der bis dahin fertiggestellten neuen Turnhalle des Turnvereins Nidda Ende Februar abgehalten wird. Auch die übrigen vom ©auoberturntoart vorgeschriebenen Hebungsgruppen aus den verschiedensten Gebieten des Turnens sanden ihre Erledigung. Am Nachmittag bot Frauenlurnwart Stadler vom D. V. Nidda noch mit seinen Turnerinnen gute Ausschnitte aus dem modernen Frauenturnen. Neben guten, den Gesetzen von Anmut und Gewandtheit entsprechenden Gesellschaftsübungen am Pferd zeigte er noch eine Gruppe neuzeitlicher Freiübungen für Turnerinnen. Ansprechende Volkstänze beschlossen die Darbietungen. Als Dezirksvertreter Turner Wolf, den Bezirkstag eröffnete, konnte er eine äußerst stattliche Zahl von Turnern begrüßen. Der Berichterstattung der einzelnen Turner folgte die Neuwahl des Bezirksvorstandes. 1. Bezirksvertreter wurde Turner F. W o l f, „Iahn"- Hnter-Schmitten, sein Stellvertreter blieb Turner Bausch, T. V. Langsdorf. Den Bezirlsturn- toarten Turner Wilh. Zeschkh, T. V. Schotten, und Gg. Reih, T. V. Langsdorf, wurde als äußeres Zeichen des Dankes ünd Vertrauens auch für die kommenden Iahre durch einstimmige Wahl das Ami übertragen. Mit der Leitung und Pflege des Turnziels und Volksturnens wurden die Turner Beck und Krafft vom T. V. Nidda betraut, während Wilhelm Schmidt-Hirzenhain das Rechneramt übernahm. Eine rege Aussprache über brennende Fragen im turnerischen oonlief. Der Haupttäter Anton Gens, geboren am 19.3anuar 1899 m Horst-Emscher bei Essen, hat in wenig schlauer Weise Selb st verrat begangen gelegentlich eines Aufenthalls in einer H a ° nauer Speiseanstalt. Ein Gast äußerte, wenn er wüßte, wer den Sack erschossen habe, dann gäbe er zehn Mark. Gens erklärte trocken: „Die kannst du mir geben, ick habe ihn natürlich erschossen!" Wegen dieser Worte wurde Gens kurz darauf fest genommen, und die eingeleitete Untersuchung ergab, daß er sich tatsächlich in der Mordnacht am Bahnhof herumgetrieben hat, wobei Gens gegenüber Gästen äußerte, daß er heute ein Ding drehen werde. Er hat dann mit dem löjäh- rigen Kellner Heinz Corty aus Dortmund den Bahnhof verlassen, und beide sind planlos in der Bahnhofsgegend herumgezogen, um jemanden zu berauben. Das Opfer dieses Herumziehens wurde dann in der oben mitgeteilten Art der Kriminalbeamte Sack. Heute vormittag fand am Westendplatz ein Lokaltermin unter starker Bedeckung statt, wobei Corty die Tat zugab, daß er an dem Morde beteiligt sei. Die Ermittlungen über die Person von Gens werden noch fortgesetzt. Es hat sich herausgestellt, daß er an einem-Zftülfranzoseu in Wiesbaden eine räuberische Erp^ressuna begangen hat, und es ist möglich, daß er auch noch andere Dinge auf dem Kerbholz hat. Im ollge- meinen steht fest, daß Gens und Corty gemeinschaftlich Raubversuch und Mord begangen haben. Ob die früher verhaftete Frau an dem Morde beteiligt ist, unterliegt noch weiterer Nachprüfung. Leben der Zeit klärte so manches. Besondere Teilnahme brachte man dem ©aufeft, das am 2. Sonntag im Juli in Nidda stattfindet, entgegen. Während für das Dezirksturnen sich noch kein Bewerber fand, wurde der Frühjahrs-Wald- und Geländelauf in Verbindung mit der Austragung der Bezirks- spielmeisterfchaften dem Turn-Ver- ein Langsdorf auf dessen Antrag hin übertragen. Die nächste Bezirksvorturnerstunde findet im Ianuar in Hungen statt. Um die Bezirksligameifterschaft m Hessen-Hannover. tz. In durchschnittlich drei bis vier Spielen pro Verein dürfte die Futzballsaison 1924/25/26 ihr Ende erreicht haben. Inzwischen hielt der Winter seinen Einzug und erschwerte den Spielbetrieb sichtlich. Darunter hatten alle Spiele des vergangenen Sonntags erheblich zu leiden. Von großer Wichtigkeit war das Spiel K u r h e s s e n — Spielv. Kassel, das einen teilweise entscheidenden Einfluß auf die Meisterschaft hätte ausüben können. Mit dem 2:1-0lege der Kurhessen haben diese den bisherigen Spitzensührer „Sport" Kassel erreicht. Das Rennen um die Führung ist nunmehr in ein entscheidendes Stadium eingetreten. Wohl zeigten sich die kurhessischen Löwen am Sonntag wieder mal von ihrer guten Seite, sind auch zweifellos die beste Elf des Bezirks zur Zeit, wie schon seit langem, ob aber auch die erfolgreichste — das steht auf einem andern Blatt. Kurhessen hatte am Sonntag den Sieg verdient, ebenso wie ihn Spielv. nicht verdient hatte. Letztere sind leicht zur Erfolglosigkeit verurteilt, wenn der Gegner ihre Außenstürmer, ihr ein und alles, in Schach hält. So war es am Sonntag. — Eine Enttäuschung auf die andere bereitet Hann. Münden seinen Anhängern. Anstatt sich den schlechter geworbenen 05 ern ©ötting en>5 in voller Stärke zu stellen und auf Sieg zu spielen, verschentten sie jede Chance durch ihr Antreten mit nur 8 Mann. 12:0 stand dir Partie am Schluß gegen sie. Hier zeigten sich die üblichen Zerfalls-- und Abstiegserfcheinungen, an denen, wenigstnrs was Fußball anbetrifft, auch zur Zeit der Gießener S. C. 1900 zu leiden hat. Er hatte gegen den Wetzlarer F. C. 05 nichts zu bestellen und verlor 1:7. Die Turnen, Sport und Spiel. echten sozialen Gemeinschaften im Pflanzen- wie im Tierreiche von den bloß zufälligen Zusammen- scharungen gleichartiger Lebewesen un ^scheidet. Die Arbeitsteilung im Ameisenstaat ist — zum Hnterschicd zum Menschenstaat — ganz organisch, das heißt: die einzelnen „Bürger" des Insektenstaates sind zufolge der durchgreifenden Hnterschiede des Baues und der Funktionen ihrer Organe von vornherein auf ganz verschiedene Betätigungen angewiesen. In dieser organischen Arbeitsteilung liegt, wie Brun treffend sagt, auch das Geheminis jener vielgerühmten Harmonie des Insektenstaates. Denn in einer Gesellschaft, in der jedem Bürger schon durch seine körperliche Organi'afion von vornherein sein einzig möglicher Platz im Haushalt der Gemeinschaft angegeben ist, — in einem solchen Staate kann es selbstver' a weder Rivalüä en, noch Parteiungen, noch Re olutionen geben. Die Mitglieder eines AmeisenstaateS sind, der organischen Arbeitsteilung angepaßt, in verschiedene K a st e n eingeteilt. Man unterscheidet die „Mütter", also die Weibchen, die die Ge» schlechtsfunktionen ausüben, die Männchen und die sog. Arbeiter, d. s. geschlechtslose, verkümmerte Weibchen. Die Aroeiter, das „Proletarierheer" des Ameisenreiches, unterscheiden sich von den Männchen und Weibchen schon auf den ersten Blick durch ihre Flügellosigkeit. Sie sind auch weit in der Heberzahl. Während in einem Ameisenstamm oft nur eine Königin, also ein weibliches, eierlegendes Tier sitzt, beherbergt ein Staatswesen Tausende und Abertausende emsiger fleißiger Arbeiter. Diese große numerische Heberiegenbeit der Arbeiter entspricht chrer Bedeutung für die soziale Oekonomie dieses Staates, denn den kleinen Tierchen obliegt die gesamte Arbeitslast, also die Brutpflege, die Nahrungsbeschaffung. die Instandhaltung und Derteidi- gung des Nestes usw. Die Kaste der Arbeiter hat sich wiederum gespalten: man kann bei vielen Ameisenftämmen drei große Gruppen beobachten: ganz kleine Arbeiter, mittelgroße Arbeiter uno ganz große, sog. Soldaten. Die Naturwissenschaft erklärt diese Kastenfpaltung (Polymorphismus) damit, daß sich im Laufe ber Entwicklung die Tierchen an die speziellen biologischen Verhältnisse angevaßt haben. Die „W ohnungsfrage" im Ameisen» ftaate ist aufs beste gelöst. Der ganze Stamm wohnt in einem N c ft. Viele QImeifenartcn beherbergen sog. „Saisonnester", d. h. sic wandern im Iahre einige Male in verschiedene Behausungen, sie halten Hmzug in S-mmer- und Wmterwohnungen. Die Nestbauten der Ameifen- stämme sind ganz verschieden und den Vorbedingungen des Bodens und der Gegend an- gepaßt. Bekannt sind die großen Hügel- und Erdnester unserer einheimischen Ameisen. Andere Arten nisten in sog. Kraternestern, die mit Wällen umgeben find. In den Heberschwem- mungsgebieten Indiens bauen die Ameisen der Gattungen Polyrhachis, Oecophylla und ©am- ponutus Nester aus Daumblättern und benutzen dabei die Cocons chrer Larven als Webeschiffchen. Andere Arten bauen richtige Kartonnester. Kurzum: im Ameisenstaat wird auf „WohnungS- lultur" und auf praktische Abwechslung Wert gelegt. Die Volkswirtschaft der Ackeisenreiche ist ebenfalls ausgezeichnet organisiert. Es gibt viele Ameisenstämme, die von der Iagd und vom Raub leben. Die kleinen Gesellen unternehmen planmäßige Raubzuge auf Insekten und töten auf einem solchen Zuge oft Tausende schädlicher Parasiten. Oder sie überfallen auck andere Stämme bei deren Zügen und nehmen ihnen einfach die Beute ab. Andere Ameisenstämme treiben richtige Viehzucht. Sie halten sich Blattläuse, die „gemöl- kcn" werden. Die Ameisen kitzeln die Läuse so lange, bis sie ihre süßen Exkremente abgeben. In Südkolorado gibt es den Ameisenstamm der Myr- maecocysttzus, die sich als Honigzüchter betätigen. Die Arbeitsameisen mit besonders großem Kopf werden gezwungen, soviel Honig in sich aufzunehmen, bis der ganze Hinterleib dick und monströs vollgefüllt ist. Dann werden diese lebenden Honigtöpfe in einer besonderen Vorratskammer des Nestes einfach an die Decke gehängt. In der mageren Jahreszeit kitzeln die Arbeiter die Dickbäuche solange, bis sie den Honig tropfenweise wieder ab» geben. In den tropischen und subtropischen Gegen» den sind Ameisenarten, die Körner sammeln. In Südamerika hat man Ameisen entdeckt, die in ihrem Nest Pilzzucht treiben. Zu diesen fleißigen arbeits» (amen Ameisenoölkern gesellen sich die großen Heere der Haus-Ameisen, die einfach vom gedeckten Tisch der Menschen leben und die darum oft zu einer wahren Hausplage werden. Die Aufzucht eines Stammes, der oft von einer Königin allein gegründet wird, geschieht mit größter Sorgfalt. Die Königin vermag bei der Gründung einer Ameisenkolonie monatelang zu fasten, bis sich aus den Eiern die ersten Maden, Puppen und dann die ausgewachsenen Arbeiter entwickelt haben. In den größeren Kolonien, die schon eine eigene Königin haben — die oft genug von den Arbeitern am Ausstiegen gehindert wird: — übernehmen die Arbeiter vom Tage der Eiablage der Königin die Pflege der Brut. Sie betätigen sich als richtige Ammen, füttern und reinigen die Larven, transportieren die eingesponnenen Puppen und helfen beim Ausschlüpfen der jungen Ameisen sogar als Hebammen. Oft kommt es vor, daß sich eine Königin nach dem Begattungsflug wie ein Kuckuck einfach in ein fremdes Nest setzt. Man hat beobachtet, daß die Arbeiter ihre eigene Königin morden, um der neuen, fremden Platz zu machen. Manche Ameisenarten vergrößern ihre Kolonien durch Puppenraub aus fremden Nestern. Oft genug brechen unter Ameisenstaaten Kriege aus, die manchmal stunden- und tagelang dauern. Es gibt auch „pazifistische" Ameisenstaaten, die gestatten, daß ein anderer Stamm gemeinsam im gleichen Nest wohnt. — Diese wohlorganisierten Staatswesen der Ameisen werden selbstverständlich auch von Parasiten ausgenützt. Allerhand Schmarotzer, Läuse, Wanzen, Käfer und andere „Mitesser" nisten sich in den _2Imeijenneftem ein. Die sog. „echten" Parasiten (wymphilen), besonders ein Käser aus der Familie der Kurzflügler, werden von den Ameisen sogar besonders verhätschelt, weil diese Käfer eine ätherisch ölige Flüssigkeit verspritzen, an denen sich die Ameisen — wie die Menschen am Alkohol — berauschen. Hier machen sich also andere Insekten die sprichtwörtliche Naschhaftigkeit der Ameisen zunutze. Wir haben kurz, soweit dies in einem Aufsatz möglich ist, vom Reich der Ameisen und seiner klugen, säst menschlichen Organisation erzählt; und es wird mancher geneigt sein, den kleinen fleißigen Tierchen Intelligenz und ein besonderes Sinnes- leben zuzusprechen. Man muß zugeben, daß bei den Ameisen ein gewisses Assoziationsvermögen und ein begrenztes Gedächtnis vorhanden ist. Dieses Gedächtnis, das zweifellos gewisse Eindrücke festhalten kann, geht aber keineswegs über das „Erbgedächt- nis der Art", über die erbliche Artreaktion, also über den Instinkt, hinaus. Die Ameise entbehrt durchaus der höheren geistigen Qualitäten: der Intelligenz, des logischen Denkens, der Ueberlegung, der Urteilskraft. Ihre ganze Lebensart, ihre in- stinkt'«ve Klugheit, ihr ans Wunderbare grenzendes Orientierungsvermögen, das sich aus dem Kontakt- geruchssinn der Fühler, also als feinste Sinnes- reaktion erklärt, bleiben trotzdem physiologische Phänomene, vor denen wir Menschen mit unserer Weisheit nur erstaunen können. Wir können auch lernen von den kleinen, emsigen Tierchen: ihr Fleiß, ihre Ausdauer und ihr soziales Verantwortungsbewußtsein, ihr Sinn für die Gemeinschaft sollten uns Vorbilder sein. „Gehe hin zur Ameise, Du Fauler, siehe ihre Weise an unb lerne: ob sie wohl keinen Fürsten, noch Hauptinann, noch Herrn hat, bereitet sie dock ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte . . tDCTtiflen Chancen sahen den Gießener Sturm in einer Hilflosigkeit, die in dessen Klubgeschichte wohl einzig dasteht. 7lur einmal flackerte der Wille zum Erfolg momentan auf, als Jung auf Linksaußen unaufhaltsam durchging und aus unmöglicher Stellung ein feines Tor schob: ein Tropfen auf einen heißen Stein gegenüber den sieben Dachen der Wetzlarer. — In dem angelegten Spiel Hessen 09 Kassel — Osterode verschenkte Osterode die Punkte kampflos. Stand der Iugend-Fuhballspiele im (Bau Gietzen-Wetzlar. o. Lier Wochen sind vergangen, seit an dieser Stelle über den Beginn der Iugendmeisterschasts. spiele berichte! wurde. Manches Bewerbers Meisterschaftshoffnung ist inzwischen in Winde zer- weht, wieder andere haben bereits, wegen Aussichtslosigkeit, die spielerische Tätigkeit ganz eingestellt. Dec Weitergott war der Jugend bis jetzt noch einigermaßen hold, so daß alle Spiele reibungslos hätten unter Dach und Fach gebracht werden können. Ein Kapitel für sich waren die Schiedsrichter. Anfangs fehlten bie Berufenen fast bei allen Treffen, erst am letzten Sonntag war darin eine lobenswerte Besserung eingetreten. Gerade die besten Unparteiischen sollten es sich zur Pflicht machen, Ju- gendspiele in vorbildlicher Weise zu leiten, in Anbetracht dessen, daß nur eine guterzogene Jugend in der Lage ist, späterhin die Lucken in den Reihen der Aktiven auszufüllen. Die erste Serie nähert sich ihrem Ende. Roch drei Sonntage, und es ist geschafft. Don Bedeutung in der Ligajugendklasse ist nur noch das Zusammen- treffen der bis jetzt unaeschlagencn 1. Jugend 1900 Gießen und V. s. B. Gießen am 6. Dezember. Die seit der letzten Veröffentlichung ausgetragenen Spiele endeten folgendermaßen: Am 1.11. 1900—04 Gießen 9:2; Butzbach—Dillenburg 7:1: 23. (T.—F. C. Wetzlar 3:0. Am 8.11. 1900—Butzbach 2:1: 04— B. C. kampflos gewonnen, da Wetzlar nicht angetreten war. Am 15.11. F. C.—04 2:1; Dillenburg—B. f. B. Gießen 4:4. Der 22.11. war anläßlich des Totenfestes in allen Klaffen spielfrei. Am 29.11. traten die Gcaner jeweils zu spät oder über- Haupt nicht an. Es gewannen daher kampflos 1900 gegen F. C.: F. C.—Dillenburg und 04 Gießen— D. f. B., so daß der Stand der Tabelle heute fol- gendcr ist: Spiele gern. 1900 Gießen 1 5 5 F. C. Wetzlar I 5 3 04 Gießen I 4 2 D f. B. Gießen I 3 1 Dillenburg I 5 1 Butzbach I 3 1 D. C. Wetzlar I 5 1 unent. 0 0 0 1 1 0 0 3 2 4 Pkt. 10 6 4 3 3 2 2 verl. 0 2 2 1900 und D. f. B. Gießen besitzen beide eine aus- geglichene Spielweise, und da sich diese Mannschaften auch in der Stärke ziemlich aleichkommen, ist am nächsten Sonntag mit einem spannenden, technisch schönen Spielverlauf zu rechnen. lieber den jeweiligen Ausgang der Spiele in der ^-Jugendklasse wird ein andermal berichtet werden, wenn die Unterlagen alle amtlich bestätigt sind. Nachstehend der Stand der Spiele in dieser Klasse nach dem 29.11.: Spiele 1900 Gießen II 6 Weilburg 1 6 „ II 4 V. f. B. Gießen II 5 Niedergirmes I 4 Butzbach II 5 3. C. Wetzlar II 4 04 Gießen II 4 gew. 6 4 3 2 1 1 1 0 unent. 0 0 0 0 1 1 0 0 verl. Pkt. 0 12 2 8 1 6 3 4 2 3 3 3 3 2 4 0 Die Spielogg. 04 Gießen ist bis jetzt zu den an- gesetzten Spielen noch nicht angetreten, obwohl sie das Spielermaterial dazu besitzen soll. Satzungs- gemäß muh sie daher nach dreimaligem Nicht- antreten ausscheiden, wenn sie nicht schon vorher freiwillig die Mannschaft zurückgezogen hat. Turn-Weltkampf n Launsbach. * Launsbach, 30. Noo. Der gestrige Sonntag war für den Turnverein Launsbach (Milglied des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes) wieder einmal ein sehr bedeutungsvoller Tag. Es trafen sich die Mannnschaften der Turnvereine R o d- h e i m a. d. B., Waldgirmes und Launsbach zur Austragung eines Gerätemann- fchaftskampfes. Der Wettkampf begann um 3 Uhr nachmittags vor einer sehr zahlreichen Zu- fchauerschaft. Die Vereine turnten in einer Stärke von je neun Mann. Geturnt wurden an Reck, Barren und Pferd je zwei Kürübungen sowie eine Kürfreiübung. Gewertet wurde von drei Kampf- Schach-Ecke. Gearbeitet oon Iß Orbach. Alle für Me Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaction des »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 39. Don H. Denecke. 1. Preis im Turnier der „Concordia" (eine Schülerschachgesellschaft) in Braunschweig 1881. h 2 8 8 6 5 « N Schwarz, a b c 5-h64- Remis durch ewiges Schach. Aut 16....., Lh2 folgt natürlich nicht Kh2;, wegen 17. Sg44-, sondern 17. Kh 1 ’ Auflösung deS Problems Ar. 38 von E. Destburh. 1. Dh4-a4! Ta5 2. Td8++- 1......T bei. 2. Dd7+4-. 1...... Sa3 beL 2. Dc4++. 1....., Sh3 bei. 2. St5++ 1...... b2 2. Ddl + 4- 1...... f5— f4 2. De4 + + 1...... g6 2. Sf64- + AuS bet Schachwelt. Das Moskauer Schachturnier. Sensationeller Sieg Torres über Lasker. 3n der 12. Runde brachte es der junge mexikanische Meister fertig, dem bis jetzt ungeschlagenen Ex-Weltmeister eine Niederlage beizubringen. Man ersieht hieraus, dah die Nerven Laskers in diesem Turnier auch einmal ansangen, nachzulassen. Cs wäre ein D.ng der Anglaublichkeil, wenn ein Spieler in einem solch stark besetzten Turnier sämtliche Runden passieren sollte, ohne eine Niederlage zu erleiden. Der Stand des Turniers nach der 13. Runde war folgender: Vogoljubow 9Vs Punkte, 1 Hängepartie, Lasker 9 Punkte, Torre 81/i P., Capablanca 71/« P. (Capablanca scheint wieder in Form kommen zu wollen, Marshalll 7 P., 1 H., Romanovsky, Darta- kower 7 P., Iljin-Genevslh 61/2 P.. 1 H., Grünfeld. Rubinstein 61/« P., Dogatvitschuk 6 P., 1 Sy, ^keti 6 P.. Rabinowitsch P., 1 H., Spielmann 51',- P., Samisch, Werlinsky 5 P., Löwenfisch 4 P., 1 H., Dus-Chotimiriky 4P.. '5a- tes 3’/, P., 3 Sy. Gotthilf 3 P.» 1 Sy, Subarew 2V- P- Amos Durn f. Dieser Tage starb in London der bekannte englische Schachmeister Amos Durn. Fast 30Jahre war er auf allen Internationalen Sch^chturnieren der ganzen Welt vertreten. Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte er in London, wo er als Journalist tätig war. Seine Haupterfolge waren: 1. Preis 1886 zu Nottingham, 1. Preis 1889 zu Amsterdam und 1. Preis 1898 zu Köln. Im Wettkampf schlug er Owen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktton-ttsch. Wunder deS Witzes. „Sie müssen sich aber stärkere Driefumschläge anschafsen, mein Lieber," belehrte ein Redakteur einen Schriftsteller, „Ihre Sendungen kommen fast alle beschädigt an." „O bitte," lach'er dieser verschmitzt, „das liegt nur an den guten Witzen: die Umschläge platzen fast alle vor Lachen." Das Interview. Der Liliputaner Fix und der Riese Knox (zwei Meter zwanzig!) sind im Hotel Savoh in London abgestiegen und haben zusälllg zwei nebeneinanderliegende Zimmer erhalten. Ein Reporter will den Liliputaner Fix besuchen und interviewen — und wie es schon das Schicksal wlll, gerät er natürlich in das Zimmer des Riesen Knox. Verdattert steht er vor dem langen Kerl, der oben gar nimmer aufhört, und stottert: „Sind Sie — €-ie sind doch nicht — der Liliputaner Fix?" »Doch, doch," sagt Knox gemütlich, „aber wissen Sie: Zu Hause mach ich mir's bequem . . .“ richtern. Das Turnen wickelte sich unter Leitung des Oauturnroarts Schmidt- Launsbach glatt und mustergültig ab. Es wurden durchweg sehr gute Leistungen erzielt. Das Ergebnis des Wettkampfes wurde laufend auf drei Tafeln bekanntgegeben, das die Zuschauer stets in gespannter Aufmerksamkeit hielt. Gegen 7 Uhr war der Wettkampf beendet. Den 1. Sieg konnte sich die Mannschaft des Turnvereins Launsbad) mit 1440 Punkten sichern. An die 2. Stelle trat Turn - und Sport- gemeinde R o d h e i m a. d. B. mit 1356 Punkten. 3. Sieger wurde Turnverein Wald- g i r m e s mit 1326 Punkten. Die Höch st punktezahl im gesamten erreichten die Turner: 1. August Best-Waldgirmes mit 189 Punkten, 2. Karl Bechthold - Launsbach mit 183 P., 3. Wilh. Müller- Launsbach mit 180 P. Am Reck: 1. Aug. Best- Waldgirmes 51 P., 2. Karl B e ch th o l d - Launsbach 50 P., 3. W. Ferber- Waldgirmes 49 Punkte. Am Barren: •nawrnryca Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 bh A. Scherl G. m. b. H., Berlin. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Drittes Kapitel. Kunigunde, die wunderbare Puppe, bekommt eine Seele, entdeckt ihr mutiges Herz und ruft bas Volk der Spielwaren zu großen Taten auf, wobei der Le'er Karl den Großen, Hans Sachs, den Nußknacker Krachauf, die Gummikahe Fifi und noch eine Reihe anderer bedeutender Persönlichkeiten fennemernt, während die bestraften Nürnberger plötz.ich vor leeren Weihnachtstischen stehen. Kunigunde, die berühmte, mit so großer Durchtriebenheit geraubte und zur rechten Zeit wieder aufgesundene Puppe hatte den ganzen Tag über im Schaufenster verbracht und _ die allgemeine Neugier auf sich gezogen. Halb Nürnberg strömte an dem Laden vorbei, um sie zu sehen. Mit Genugtuung stellte jedermann fest, daß die schöne Kunigunde keinerlei Schaden erlitten hatte. Ihre Wangen waren frisch und rosig, ihre Haare glänzend und gekämmt, die Falten ihres Kleides und ihres langen Staatsmantels vollkommen in Ordnung. Man merkte gleich, dah die Kinder des Diebes sehr sorgfältig mit ihr umgegangen waren. Kunigunde be rachtete die Besucher mit ihren großen, unbeweglichen und ein wenig träumerischen Glasaugen, sie hörte ihre Bemerkungen und verlor kein Wort von dem, was sie sagten. Wer bis auf den Grund dieser blauen Wunderaugen und damit in die Seele dieser seltsamen Puppe hätte blicken können, würde entdeckt haben, daß viele und große Gedanken durch ihr Köpfchen gingen, ein leichtes, aber regelmäßiges Atmen chre Brust hob und senkte. In der Tat geschah es, dah ein kleines Mädchen zu feinem Schwesterchen sagte: „Schau sie doch nur einmal genau an, man meint, sie atme.“ And doch würde dasselbe scharfsinnige Kind mit offenem Munde dagestanden sein, wenn man ihm gesagt hätte, daß das Herz der Puppe wirklich schlage. Das Herz Kunigundes klopfte vor Aufregung und Empörung. Sie war ja keine unbeseelte Puppe mehr, sie hatte den mütterlichen Kuh eines Heinen Mädchens auf die Stirne empfangen, und nun lebte sie, dachte sie, konnte lachen und weinen, und ihr kleines Herz konnte brechen vor Schmerz, wie das eines Menschen. Es ist dumm, zu glauben, dah die Spielsachen alle unempfindlich seien, weil sie aus Gummi, Porzellan, Holz oder Stoff oder Zinn gemacht sind. Solange sie in Schachteln verschlossen auf den Ladengestellen übereinanderliegen, können sie freilich keine Seele haben, aber wenn sie ein liebes Wort hören, zärtlich behandelt und immer und überall so angesehen werden, als seien sie lebendig, dann werden sie es wirklich. Ist es etwa nicht der Traum eines jeden Kindes, dah seine Puppe, feine Bleisoldaten, feine Watteschäfchen, seine Hunde und Gummikahen in allen Stücken den wirklichen Kindern, Soldaten, Schäfchen, Hunden und Katzen gleichen? Drei Feen sind es, die Spielzeugkoniginnen, die diesen Wunsch erfüllen, den Traum des Kindes in Wirklichkeit verwandeln können. Natürlich nur bei solchen Kindern, die ihre Spielsachen wirllich gern haben... Kunigunde hatte einen wundervollen Abend in Ottos und LieselS Gesellschaft verbracht. Obwohl sie vor langen Zeiten Kaiserin gewesen war, erschien ihr Peters ärmliche, aber saubere und helle, von heiterem Lachen erfüllte Wohnung ihrer Gegenwart nicht unwürdig. Niemals hat eine Puppe so liebe Worte zu hören bekommen, nie war ein Dettchen mit größerer Sorgfalt gemacht worden. Otto und Liesel hatten ihre Kopfkissen geopfert, damit Kunigunde bequem und süß schla e, und wirklich schlief sie bis zum Morgengrauen durch. Das erste, was sie sah, als eS über den schnceglihernden Dächern dämmerte, ira: Liesel, wie sie lautlos auf ft an ö und in Hemd und Strümpfen herbeikam, um sie zu betrachten. „Geh wieder ins Bett," flüsterte Kunigunde, „du erkältest dich sonst." Liesel verstand sie und kroch wieder in die Federn, nicht, ohne der Puppe einen Handkuß zuzuwerfen. Oh, dieses süße Aufwachen! Kunigunde war ganz verzweifelt, als sie Liesel wieder verlassen und in diesen häßlichen Laden zurück mußte, wo alle sie bewunderten, aber niemand sie lieb hatte. Zorn ergriff sie bei dem Gedanken an das Unrecht, das man Liesels Vater angetan hatte. Sie erwog große Dinge, um den armen Peter zu retten. Kaurn konnte sie die Stunde erwarten, wo Abraham den Laden schließen würde und sie sich frei bewegen konnte. Das war aber nicht vor acht älhr. Als ihr das Knirschen des Schlüssels im Schloß verriet, dah die letzte Tür geschlossen war und vor eineinhalb Tagen niemand mehr auf den Gedanken kommen würde, den Laden aufzuinachen, sprang sie mit einem Satz mitten in das Geschäft und rief, fo laut sie konnte: „Kameraden!" Durch den Laden und das Lager ging eine Bewegung, es war, als ob jemand mit einem kaum wahrnehmbaren Seufzer erwache und im Dunkeln die Augen aufschlüge, indem er sachte, sachte die Lider hob, um ja keinen Lärm zu machen. Ein wenig erstaunt, ein wenig bestürzt, gaben die Spielsachen weiter fein Lebenszeichen von sich. „Kameraden!" rief Kunigunde abermals mit schallender Stimme. Da hörte man rascheln, scharren, flüstern, es waren die Spielsachen, die sich Mut machten, sich vorsichtig rührten und flüsternd berieten. Im Schaufenster räusperte sich Kaiser Karl der Große, um sich bemerkbar zu machen. Hans Sachs griff zur Laute und stimmte kaum hörbar eine kleine Arie an. „Kameraden!" schrie Kunigunde zum drittenmal, Kelterte entschlossen auf den Tisch und zündele die Lampe an. Welch ein Anblick! Kein einziges Spielzeug war mehr an feinem Platz. Aufgerüttelt durch jene Stimme, die aus dem Munde einer beseelten Puppe kam und infolgedessen die Macht hatte, traft der Liebe, dieses wunderbaren Lebens- 1. Aua. Best - Waldgirmes 57 P., 2. Wilh. Müller- Launsbach 55 P., 3. K. B e ch t h o l d - Launs- bad) 54 P. Am Pferd: 1. Aua. Best- Waldgirmes 55 P., 2. Reinh. f) ö r r • Launsbach 54 P., 3. Wilh. Müller- Launsbach 53 Punkte. Freiübung: 1. Reinh. chörr - Launsbach 30 P., 2. Karl Bechtold- Launsbach 29 P.^3. Herrn. Ratshausen- Launsbach 26 P., Karl Feilt n g - Rodheim 26 P., Aug. Best- Waldgirmes 26 Punkte. Am Abend veranstaltete der Turnverein Launsbach einen Theaterabend, der in allen Teilen glänzend verlief. Der geräumige Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Besucher wurden in jeder Hinsicht sehr zufrieden gestellt. Vom Deutschen Turnfest 1923. vo. In München hat erst dieser Tage die Schlußsitzung zum Deutschen Turnfest 1923 in München unter Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Küfner stattgefunden. Den Gesamteinnahmen von 15 000 Goldmark standen Ausgaben in Höhe von 11000 Mark gegenüber, so dah ein ilebcr- schuh von gut 4000 Mark erzielt wurde. Weitere interessante Zahlen enthielt der Bericht des Geschäftsführers Danach nahmen 250 000 Mitglieder von etwa 9800 deutschen Turnvereinen aktiv an dem Turnfest teil, an dem Festzug rund 300 000 Personen, wobei den Hauptanteil die sächsischen Turner stellten. Lahnkreis-Handball. tz. Sie Fortsetzung der Derbanbssp'.ele brachte die erwarteten Ergebnisse. In Giehen erlag S. C. 19 0 0 dem F. C. 05 aus Wetzlar mit 0:2. Wetzlar trat mit nur 10 Mann an, ohne aber das Spiel im geringsten aus der Hand zu geben. 1900 konnte sich nur selten fre-machen. Die beiden Tore schloß O. W a l d s ch rn i d t, da die flachen Bälle Roths alle im Schnee stecken blieben. Die Gießener (R e i chs w e h r) »Hesse n" gewannen gegen den D. C. W e tz l a r mit 4:11 in Wetzlar. Gießen hatte nach nur wenig überlegenem Spiel durch besseres Schußverrnögen den Sieg verdient. Zu erwähnen ist noch: 1. Das Nichtantreten 1900s zum Spiel gegen B. C. Wetzlar am vergangenen Sonntag ist auf zu späte Benachrichtigung seitens des Kre'.SHandballausschusses zurück- zuführen. Das Spiel ist neu angesetzt. 2. Die , Mannschaften zeigen zum Teil noch (was bei der - Neueinführung des Handballspiels bzw. der dauernden Regeländerung nicht zu verwundern ist) große Regelunkenntnis. Da sich inzwischen Sportbehörde und Turnerschaft auf Einheits- regeln geeinigt haben, liegen diese nunmehr endgültig fest. Eme genaue Regelkunde ist zur Verfeinerung und weiteren Ausbreitung des Handballspiels sehr notwendig. Biszur Vollkommenheit steigern Sie Ihre Fertigkeit in der Herstellung selbstgebackenerTorten und Kuchen,weil es Ihnen geradezu Vergnügen macht, nach Dr. Oetkers sorgfältig ausprobierten Rezepten zu backen und weil Sie dabei immer ihres Erfolges sicher sind. Bitte versuchen Sie: Nußtorte (ungefüllt) 100 g Nußkerne 100 g Mandeln 200 g Zuc er 180 g Mehl Zutaten: 6 Eier 1 Teelöffel Dr. Oetker’s Backpulver .Baddn- Zu bereitung: Die Nüsse und Mandeln werden fein gerieben, mit Zucker, Eigelb und etwas Wasser schaumig gerührt. Das Eiweiß wird zu festem Schnee geschlagen und mit dem Mehl vorsichtig unter die Masse gehoben. Dann füllt man dieselbe in eine Springform und bäckt diese Torte in einem nicht zu heißen Ofen. Nach dem Erkalten glasiert man sie mit Vanille-Glasur und trocknet sie im Ofen ab. Vanille-Glasur: Ein Päckchen Dr.Oetkers Vanillin-Zucker wird ganz fein gerieben, mit 100 g Puderzucker und einem Eiweiß 20 Minuten dick und schaumig gerührt. Verlangen Sie kostenlos In den Geschäften vollständige Rezeptbücher, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. 1191»» elementes, auch andere zu beseelen, waren die Spielsachen schon unterwegs, um der Ruferin entgegenzueilen. Man sah die Soldaten reihenweise von den Gestellen heruntersteigen, die Puppen aus den Schachteln springen, die Marionetten sich abmühen, um auf die Füße zu kommen. Mit Händen und Beinen mußten sie arbeiten, um sich aus dem Gewirr der Fäden und Kulissen der zusammengeleglen Puppentheater zu befreien. 3m Nu wimmelte der Fußboden von Tieren aller Art, man sah die Pferdchen ihre Wagen ziehen und die Schäferhunde hinter den Herden herlausen und den Gockelhahn inmitten seines Hühnervolkes sich blähen: Kikeriki-- ..Da sind wir, da sind wir!" Alle wollten so laut wie möglich ihr Eintreffen ankündigen, ihre Anwesenheit bezeugen. Es gab einen Heidenlärm, ein ohrenbetäubendes Gequietsche und Gegacker, dah man sich auf einem Jahrmarkt glaubte. Dann wieder war es wie bei der Parade, denn es marschierten die Bleisoldaten auf. Dollbemannt rückte die Artillerie heran, Batterie auf Batterie, mit Kanonen und Protzen. Schwadron über Schwadron sprengten Husaren, Allanen und Dragoner voraus, dann hieß es: Abgesessen! — und voller Erwartung standen Mann und Roß. Cs waren viel schnauzbärtige Gesellen unter den Soldaten, aber zu ihrer Ehre muh gesagt werden, daß sich alle im Verlauf des Abenteuers, das sich jetzt entwickelle, ritterlich benahmen, wie man es von deutschen Soldaten gewohnt ist. Eine geschlossene Schar stellten auch die Nußknacker. Die Nußknacker stehen bei den Nürnberger Kindern in besonderem Ansehen. Man benutzt sie natürlich hier wie überall zum Auf- brechen der Baum- und Haselnüsse, aber es sind richtige kleine Männer mit einem sperrangcl- weiten Riesenmaul, die bunte Uniformen mit Aufschlägen, Achse k appen und blitzenden Knöpfen tragen wie die Soldaten. Den Schluß bildete eine lange Reihe von Windmühlen, und über dem ganzen Heer flatterten stolz und kühn tote Regimentsfahnen die Papierdrachen. (Fortsetzung folgt) Stadttheater Gießen Gesellschaft der Kunstfreunde Rang Rang 1. Rang 2. Seltersweg 23 Fernruf Nr. 27 Cafe Ernst Ludwig 11407c Seltersweg 70 Mulcuto* Werk, Solingen. eeasßti Total-Ausverkauf //. W 11395D 11418D Blessen &&& Umtausch alter Mnlcato-Baslerkllnpen MULCUTO GOLD flrdoitiSrlntuBarl Serie II Seriell! Serie I Serie II Serielll Serie I Serie II Serielll U.AP- Pf 1318. Na* btres durch (Mittelplatz) 2. Sperrsitz und (Rückplatz) 3. Sperrsitz und -Vorderplatz) 2. Rang (Mittclplatz) 2. Rang (Rückplatz) Galerie Diwan-, Tisch- und Reise-Decken Serie 115.50 Serie II 24.« Serielll 33» 18.- 24» 19.. 29» 39» 35» 48» 69» / 4- Jan. \ /Beginn neuer Kurie \ Vogtsche VBaDdelsschuleGieÖen / \ Ooethestraße 32 / V 11393a X Fernsprecher 1326 11390a Neinecke Steuervollzugs-Beomter. Tamm u. Herren. ine üb einen etob Unteruertt ver'., 4 Besuch d. Privat- kundschait m erftfL font rienzl. elekir. Tlri. b. gut Brov gei. log. Vg. fflalseb & Co Fran1-! !^.. *<'nii' TannuS. Freitag, den 4. Cezbr. 1925, naohm. 2 Uhr, veiBeigere ich im „Löwen", 9ieueniueo dadter, zwangsweise gegen Barzahlung 2 GlaZlchränte, 6 Sentrihtgen, 1 «irtck- mafditne, 2 Schreibmaschinen, 6 fitüen Lainvens.birme, 1 Bücherschrank, drei Schreibusche. 1 Sola. 1 Sviegel, 1 Tisch. 4 Diwans. 4 Gasherde 1 Küchenherd, 8 Mllch'annen 2 Nähmaschinen. 1 Kontrollkasse. 2 Ladentische, I Ladeneinrichtung, 2 Glaskasten. 14 kl. Piniel, 15 gr. Pinkel. 53 Schablonen, 1 Bernko einen Küchenkchrank 1142GD Cebbel, Hess. GertchtSvollzieber in (Sieben Dammstrahe 24 L wegen vollständiger Aufgabe des Geschäfts von 11,— Rm. 10,—: „ 8,— „ 6,— „ 4,— „ 3,50 „ 3,— „ 5,— Rm. 4,— „ 2,50 „ 2,— „ leisten: Logen, 1. Sperrsitz, 1. Rang (Vorder- u. Mittelplatz) 2. Sperrsitz und 1. Rang (Rückplatz) Z. Sperrsitz und 2. Rang (Vorderplatz) 2. Rang (Mittel- u. 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Bon geeigneten Bewerbern werden Angebote mit Zeugnis- abichrinen, Vebenslaul und Gebaliöan- svruchen schriftlich unter 11 68V durch den Gt.'üener Anzeiger erbeten. Lichtbildervortrag von Professor Dr. Robert Schmidt Direktor des Kunstgewerbe - Museums zu Frankfurt Das deutsche Mel —° vom Mittelalter bis zur Heuzeit am Montag, dem 7. Dezember, S$/2 Uhr abends im Hörsaal des Physik. Instituts der Universität Eintritt für Mitglieder der Gesellschaft frei, für Nichtmitglieder 1 Mark, für Studenten 0.50 Mark. Kartenverkauf bei Challier, Musikalienhandlung, Neuenweg, und abends an der Kasse. - Studentenkarten bei Herrn Sekretär Ritter in der Universität. Empfehle rcuhfieisch.......ä pfd. 0.65 pr. Gchsenfleifch . . . . ä psd. HO pr. Rindswürflchen . . ä psd. MO Empfehle gleichzeitig prima zieisch zum Linhacken Eichener §!eischhalle walltorstrahe 32. 11403V Freitag, 11 Dezember 1925, abends 7 Uhr Frankfurter-Oper-Gastspiel TOSCA Oper in 3 Alten, Text nach Victorien Sardous gleichnamigem Trauerspiel von Zllica und Giacosa, Musik von Puccini. Eintrittspreise: Zur Nachzahlung sind die Abonnementskarten vorzulegen: Operctten- Gutsck)eine haben nach Aufzahlung Gültigkeit. Freitags-Abonnenten, die das Opern- Gastspicl nicht besuchen wollen, erhalten an den gleichen Tagen gegen Vorlage ihrer Abonnementskarten kostenlos einen Operettengutschein. 11415c Am Dienstag, dem 8. Dezember, erfolgt der freie Vorverkauf, die Freitagsabonnenten haben dann auf ihre Plätze keine Vorrechte mehr. Samstag, 5. Dez., 8 Uhr abends Heiterer Abend Als Gast: Herr Carl Herrmann aus Mainz mit neuem Programm Zu Weihnachten finden Sie Rätsel-Auflösung In Anbetracht der augenblicklichen Geldknappheit und Wirtschaftslage haben wir für den Weihnachts-Verkauf verschiedene große Posten Damen-Konfektion rrnTriMTrinniiihiiniiiiiiiiiiiiihiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiHihiiiinniHiii.dihniihihiiTinnTTnrnni in nur besten Qualitäten und mod. Ausführungen zu extra billigen Weihnachtspreisen zum Verkauf gestellt 11402a Einige Beispiele meiner bekannt erstkl.Qualitäten: Jungmädchen-Mäntel 100 bis 115 cm lang, in la Stoffen In bei gestrigen Aufgabe des Gie- tzenei Anzeigers toll es in der Anzeige der Firma Piano- bauS R Schönau statt v. Iterdux V. Berlin Lethen.__114i'8D Schneiderin werf, auf Schneiderund Sakkojacken. nimmt no u Kunden an. Mäirige "Lreise. Schr Ang, n. 11409D Tüchtige Flickerin nimmt noch Kunden an in und anher dem Hause Kdir. Angebote unt. 0968g an den Gietz. An . 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Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewahr.) 42,62 69,5 113* 59 5 111,7* 52 I 21.75 2 5 77 40 112,7* 59,5 m* 111.7* 43 77.75 95,4* * Weite Tur f c im November. Die herrschende Kreditkrisis prägt sich von Monat zu Monat deutlicher in den Konkursziffern aus. Nachdem bereits im Oktober eine starke Steigerung der Konkurseröffnungen stattgefunden hatte (September 896, Oktober 1152), hat sich nach einer waren aber mehrfach Abgeber am Markt, so dah das Niveau nur wenig anzog. Im Zeithandel stellte sich Weizen Dezember 4 Mk., Märzlieferung 7,50 und Mai 6,50 höher. Roggen ca. 2 Mk. gebessert. Gerste lag fester. Auch Hafer höher. Auch Mehl war infolge der Getrejdehauffe eher erholt, Futterartikel ruhig. , Es notierten pro Tonne: Weizen (märt.) 251 bis 254, Weizen (Dez.) 266,50 bis 265, Weizen (März) 279,50 bis 279. Weizen (Mai) 281 bis 279,50. Roggen (märt.) 158 bis 161/ Roggen (Dez.) 171 bis 170, Roggen (März) 188,50 bis 189 bis 188, Roggen (Mai) 197, Gerste (märt.) 190 bis 214, Futtergerste 155 bis 168, Hafer (mark.) 169 bis 179, Hafer (Dez.) 173 bis 172, Hafer (März) 186, Mais (loko Berlin) 195. Mais (La Plata) 202 bis 205; per Doppelzentner: Weizenmehl 32,50 bis 37,25, Roggenmehl 23,75 bis 25,75, Weizenk.eie 11,50 bis 11,60, Roggenkwie 9,80 bis 9,90, Biktoriaerbsen 25 bis 32. kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 19,50 bis 20,50, Peluschken 17 bis 18, Aderbohnen 20 bis 21, Wicken 20 bis 22, Lupinen (blau) 11,75 bis 12,25. Lupinen (gelb) 12 bis 14,50, Serradelle 19 bis 21, Rapskuchen 15 b'.s 15,40, Leinkuchen 23,20 bis 23,40, Trockenschnihel 8,10 bis 8,60, Torfmelasse 7,80 bis 8,00, Kartoffel- flvcken '15 bis 15.50. Soyaschrot 21,50 bis 21,70. :ro 83.6 52 22 । 77 5 1 50 25 40.25. Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „Die Dank" die Steigerung im November in unver- ,t und die Rekordhöhe .59,13* 173,75* 24,9 24 H2,a* i 60 110,5* Illi,6* । 53,6 s>/, Deutsche RetchSanletbe ■ 4° o Deutsche Reichoanleihe . Teupche Nnchsanlethe »i.. Deutsche Reichsanleive . Teuischc Svarvraimeuanlciy« 4% Prcohischr KonlolS ■ ■ • 4% Hessen 3'/?°/o Hessen y/o Hen'en...... - - -- Deutsche Derlb. Tollar-Anl. dto- Doll-Schatz-Lnweisng.*) 4»/6 Zollttirten 5% Toldmerssaner ... - Deutsch Unrcmbucg ... issclsentirchencr Bergwerke Harpcncr Bergbau .... Ikal,werte Aschersleben. . Kaliwerk Westeregeln. . . Lourabütte Oberbedari . . .... Phönix Bergbau .... Ryeinstahl ..... Rtebeck Moistan...... TelluS Bergbau. .... Hamburg-Amerika Paket. Norddeutscher Llovd Cberamischc Werke Albin Zementwerk Heidelberg . Pbilipv Holzmann ... Änglo Lom.°8uano . . . Badische Aniltn...... Chemische Mayer Alavdt Goldschmidt Wric-31 eimer Tlectron . . Höchster Farbwerke.... Holzvrrkoblnng..... Rülgerswerke Echeideanftalt ...... «llg. TlektrirttätS-Gesellschast Bergmann Mainkrastwerke ....... Schlickert . . ........ Siemens & Halske...... Adlerwerle Kiener ..... Daimler Motoren Heyligenstaedt . .. Meguin............. Motorenwerke Mannheim ssrgnlftrrtcr Armaturen Konservenfabrik Braun . . Metallgekell «hast Frankfurt. Per. Union A.'0>). . . . , . Schuhiabrtk Herz . . . . Sichel. . . Zellstoff Waldbof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik WagbÜutel • . . Darmst. und Nastonalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank - - . . Dis.omo Counnandit . . Metallbonk.......... Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterrcichische Lrcditanstalt Westbank ........ Bochumer 8aß Der Giroeffektenverkehr. Wichtig für Besitzer von Wertpapieren. Man schreibt uns: Zur Zeit wird von den Bonten ein Rundschreiben verschickt, in dem die Kundschaft darauf hingewiesen wird, daß wegen des geringen Effektenwertes fast sämtlicher auf Reichsmark um- gestellter Aktien und der übrigen aufzuwertenden Papiere eine erhebliche Erhöhung der Depot- und Efsektenkommissionsgebühren unumgänglich nötig wird, wenn die gegenwärtige Handhabung des 23er wahrungs- und Lieferungsgeschäfts beibehalten wird. Eine große Zahl von Wertpapieren ist durch Zusammenlegung, 'Abstempelung und Auswertung auf Beträge von 100 bis zu 20 Reichsmark, ja in vielen Fällen auf noch geringere Beträge herabgesetzt worden. Es wird deshalb geplant, den Giroeffekten- verkehr einzuführen. Wohl für die meisten Wert- die Begleichung von Rechnlmgcn aller Äri durch Bankübertraguna oder Postscheck, ist allmählich so Allgemeingut aller geworden, daß sich durch einen Vergleich hiermit das Verständnis für den Giro efsektenverkchr leicht klarmachen läßt. Wenn heute A einen Betrag an B zu zahlen hat, so trägt er das 'cht mehr zu B, sondern gibt seiner Dank Postscheck (Eigener Drahtberichl des „Gietzener Anzeigers".) Frankfurt, 3. Dez. Tendenz: Schwach. — Die Börse stand im Zeichen der akut gewordenen Kabinettskrise und der dadurch wieder in den Vordergrund tretenden innerpolitischen Lage. Die unsichere und schwankende Lage wurde bei Eröffnung der Börse durch den weiteren Rückgang des Frankens noch mehr beeinträchtigt, so dah wieder kursdrückende Abgaben zu verzeichnen waren, die besonders bei Chemie- und Montanwerten in Erscheinung traten. Schiff- j.ahrtswerte bildeten dabei eine Ausnahme und waren weiter lebhaft gefragt. Die Kurse dieser Werke gingen höher. Rach kurzem Verlaufe konnte die Meldung, dah Außenminister Stresemann- seine Heimreise überParis anzutreten beobsich- das andere vorgenommen werden. Kauft z. B. jemand ein Wertpapier an der Berliner Börse, so wird dieses dem Käufer oder der vermittelnden Bank nicht in natura zugefchickt, sondern es wird ihm lediglich eine Gutscbrislsaufgabe erteilt, während der Verkäufer dieses Papieres eine Belastungsaus gäbe erhält, genau wie beim bargeldlosen lieber weisungsverkehr. Es ist begreiflich, dah derartige umwälzenden 'Neuerungen anfangs auf vielfachen Widerstand stoßen, und dah das Gefühl, Papiere, die vielleicht schon von Eltern oder Großeltern stammen, nicht mehr selbst zu besitzen oder nicht mehr bei seiner Bank zu wissen, etwas Ungewohntes an sich hat. Ja, manche glauben sogar, dah es sich hier um eine Maßnahme handelt, dem Besitzer das Recht auf seine Papiere zu nehmen, also gewissermaßen eine Sozialisierung eintreten zu lassen. Der erste Gedanke ist wohl mit dem einfachen Hinweis zu widerlegen, dah sich das Publikum schon lange daran gewöhnt Hai, sein Geld auf die Bank oder die Sparkasse zu geben, ohne beim 'Abheben dieselben Scheine, die es eingezahli hat, wieder zurückzuerhalten. Und was den letzteren Einwand betrifft, so kann hiervon gar keine Rede sein. Der Effektenbesitzer wird,durch das Zusammenlegen der Papiere an einer zentralen Stelle in keiner Weise geschädigt oder schlechter gestellt als bisher. Seine rechtlichen 'Ansprüche bleiben genau dieselben. Er hat sogar den Vorteil, dah die Spesen der Verwaltung gegen jetzt nicht hinaufgesetzt werden müssen, was der Fall ist, wenn er sich dem Giroesscktenverkehr nicht anschließt. Auherdem ist die Sicherheit noch größer als bisher. In den Sammeldepots werden die Wertpapiere ebenfalls nach Bogen imtr Mänteln in ganz voneinander getrennten Stellen aufbewahrt, so dah die Gefahr der Unterschlagung ober der unrechtmäßigen Verwertung durch gewissenlose Personen ausgeschlossen ist. Die Papiere werden nicht etwa Eigentum der betreffenden Banken ober des Berliner Kassenver-- eins und haften demnach auch nicht für deren Ver- bindlichteiten, sondern die Besitzer behalten ihr Eigentum an den Werten, nur können sie keinen Anspruch erheben, dah ihnen genau dieselben 'Hummern wieder zugestellt werden, die sie eingeliefert haben. Ausdrücklich bemerkt muh werden, daß Wertpapiere, bei denen, die betr. Nummern bei einer evtl. Auslosung eine besondere Rolle spielen, für die Hinterlegung im Sammeldepot nicht in Frage kommen. Diese Papiere werden nach wie vor bei den betreffenden Bankinstituten aufbewahrt oder dem Besitzer ausgeliefert. Schon heute erfolgt vielfach zur Vermeidung von Versandspesen die Aufbewahrung von in Berlin oder Frankfurt gekauften Wertpapieren bei den Zentralstellen der beauftragten Bank, ohne daß sich für die Kundschaft irgendwelche Schwierigkeiten hieraus ergeben haben. Auf technische Einzelheiten, wie sich der Verkehr im einzelnen später abwickeln wird, soll hier nicht weiter eingegangen werden. Der Zweck dieser Zeilen soll nur das sein, das Publikum auf diese großzügige und umwälzende Neuerung hinzuweisen, das Mißtrauen, das dagegen austreten könnte, zu beseitigen und es zu veranlassen, möglichst einheitlich dieser Neuerung sich anzuschließen, deren restlose Durchführung mit Rücksicht auf unsere allgemeine Verarmung und die Vereinfachung des ganzen Effektenverkehrs im Interesse der Allgemeinheit liegt. ligi, um dort mit Brianb weitere Beratungen zu pflegen, eine freundlichere Stimmung hervor- bringen, die aber nur von kurzer Dauer war und rasch wieder unter dem Einfluß der eingangs er- wähnten Momente verdrängt wurde. Während bei der vorübergehenden Befestigung die Kurse zumeist über die Notierungen des gestrigen Abendverkehrs hinausgingen, brachten die neuen Abschwächungen einen s o scharfen Kursdruck hervor, daß die Kurse u n t e r b e n S t a n d ber geftriaen Mittagsbörse zurückgingen. Die Rückschläge betrafen fast den ganzen Markt, nur Schiffahrtswerte konnten sich weiterhin beleben und blieben im Kurse behauptet. Auch Bankaktien waren nur wenig verändert. Deutsche Anleihen lagen ohne Ge- schäft. Ausländische Renten blieben weiter begünstigt, besonders Türken und Ungarn, die ihren Kursstand in kleinem Umfange erneut zu be festigen vennochten. Der Freivcrkehi war vollkommen geschäftslos. Api 0,38, Benz 25, Becker Kohle 35, Brown Booeri 53, Entreprise 8,5, Oro- wag 38, Ufa 48,5 Prozent, Unterfranken 50,25 Proz. Auch im späteren Verlaufe war die Haltung der Börse Schwankungen ausgesetzt. Die Tendenz blieb im allgemeinen schwach. Das Geschäft zeigte vor- iibergehend einige Belebung, was aber nur Öen Terminaktien der Schiffahrtswerte zugute kam. Der Geldmarkt war flüssig, tägliches Geld ist reichlich angeboten. Monatsgeld unverändert 10 bis 11,5 Prozent. Im internationalen Devi - senverkehr blieb Paris weiter schwach. Paris notierte gegen London 127,50 bis 128. Watlchau war bei 10,25 gegen Kabel leicht erholt. Die übrigen Valuten lagen unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frank-furt a. M.. 3. Dez. Es wurden notiert: Weizen lWetterauer) 25,75 bis 26, Roggen (inländ.) 18,25 bis 18,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 23 bis 25.50, Hafer (inländ.) 18,50 bis 21,75. Mais (gelb) 20,50 bis 20,75, Weizenmehl (inländ., Spezial 0) 41 bis 42, Roggenmehl 27 bis 27,25, Weizenkleie 10,75 bis 11, Roggenkleie 11 bis 11,25. — Tendenz: Stetig. Frankfurter Schlachtbiehmarkt. «gigencr Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 3. Dez. Auftrieb: 3 Rinder. 3 Kühe, 726 Kälber, 827 Schafe, 546 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 62 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälber 52 bis 60, geringere Mast- und gute Saugkälber 40 bis 50. Schafe. Weidemastschafe. Mastlämmer und Masthämmel 40 bis 46, geringere Mast-- hämmel und Schafe 32 bis 39, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafei 24 bis 31. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 85 bis 87, vollstes chige unter 80 Kilogramm 78 bis 84. volls«ei'chige von 100 bis 120 Kilogramm 86 bis 90, vollsleischige von 120 bis 150 Kilogramm 85 bis 88. Marktverkauf: Bei gedrücktem Handel geräumt. Der Schlachtviehmarkt vom 24. Dezember ist auf Mittwoch, den 23. Dezember, verlegt und der vom 31. auf Mittwoch, den 30. Dezember. Ts?liner Produktenbörse. Die starken Preissteigerungen sämtlicher Auslandmärkte, ferner die dauernden Exportfragen gegenüber geringfügigem Angebot für Brotgetreide brachten auch dem Berliner Produktenhandel Deckung und Kaufbegehr, so daß die Preise speziell für Weizen sehr emporfchnellten. Wirtschaft. Von den deutschen Schlachlvieh- märkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war ber Marktoerlauf ber Rinder, Kälber und Schafe überwiegend langsam, vielfach sogar schlecht, bei Schweinen ebenfalls zumeist langsam unb nur vereinzelt etwas besser. Die Auftriebsziffern zeigen für Schweine eine mäßige Abnahme, für Rinder unb Kalber eine mäßige Zunahme: bei Schafen haben die Auftriebsziffern eine ziemlich beträchtliche Zunahme erfahren. Die Preise gaben für Rinder und Schafe etwas nach, für Schweicke konnten sie sich nur knapp behaupten, während die Notierungen für Kälber ausgesprochen schwach lagen. Auf den nachstehend verzeichneten Märkten wur- bie Geschäftsaufsichten zeigen diese stark steigende Tendenz Es finb verhängt worden: im September 452. im Oft ober 599 im November 921 Geschäftsaufsichten. Zahlungsschwierigleiten inOffen b a ch. Die betannte Schuhfabrik Habicht A.-G. Offenbach-Mühlheim mit einem A.-K. von 200 000 Rm. ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Grund hierzu ist der Mangel an Betriebskapital. Die Aufnahme von Geldern ist an ben hohen Forderungen der Geldgeber gescheitert. Die Verwaltung hat die nötigen Schritte unternommen, um den Betrieb voll oder teilweise aufrechtzuerhalten. — Die Bankfirma W. Ermold in Offenbach ist ebenfalls in Zahlungsschwierigkeiten geraten und beantragte Geschäftsaufsicht. ' Kelsterbacher Kunstseidefabrik in Kelsterbach. Die Firma hat wegen zu schlechten Betriebsganges ihren Betrieb stilllegen müssen. 1100 Arbeiter sind zur Entlassung gekommen. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichl des ..Gießener Anzetgers".) Berlin, 3. Dez. Die freundliche Verfassung der Börse, die im gestrigen Spätverkehr vorherrschte, hielt zunächst nickst an. Während ber Vormittagsstunden mahnte em weiterer Rückgang des französischen Frankens auf 127,75 gegen London zur Zurückhaltung. Gleichzeitig benutzte die Spekulation die gebesserten Kurse zu Gewinnmitnahmen. Wenn trotzde rnfeine nennenswerten Rückgänge an den Aktienmärkten eintraten, sondern die Kurse im allgemeinen behauptet lagen, so ist das auf die Einigung in den deutsch-französischen K o h l e n ve rh a n d l u N g e n zurückzusüh- ren und auf die Erwartungen, die die Börse in bezug auf die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten in ber im Augenblick noch stattfindenden Zentralausschußsitzung sagte. Man glaubt, daß diese Günstiges für die Freigabe deutscher Vermögen in Amerika enthalten werden, und interessierte sich daher vor allem für die in Frage kommenden Werte. Sehr lebhaft umgesetzt wurden Schiffahrtsaktien, die roteberum im Mittelpunkte des Geschäftes standen. Die Gewinne blieben jedoch trotz reger Abschlüsse gering. Ferner fanden Elektrowerte bevorzugte Beachtung, wobei die Dividendenerklärung von Felten & Guilleaume stimulierte. Bekanntlich hegt man auch bei anderen Unternehmungen dieser Branche Dividendenhoffnungen. Vör allem gingen ferner AEG. sehr lebhaft um. Nach Festsetzung der erstem Kurse hörte man saft' nur Geldangebote, da die Flüssigkeit des Geldmarktes zu Käufen ar.regte. Kurzfristige Mittel waren nur schwer unterzubringen. Die Satze erfuhren daher eine Ermäßigung auf 7,5 bis 9 Prozent. Monatsgeld war dagegen wenig angeboten unb stellte sich nominell auf 10 bis 11,5 Prozent. Im D e v i s e n o e r k e h r ging Warschau gegen Kabel mit 9 um, diese Befestigung ist auf Interventionen zurückzuführen. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,34, Amsterdam, 59,20. Bargeld nii ----- „ ober dem Postscheckamt durch Zahlungszcttel oder Scheck den Auftrag, den Betrag auf das Konto des B zu übertragen. Genau so fall sich fernerhin ber Effektenverkehr abwickeln. Die Wertpapiere sollen nicht mehr bei ber betreffenden Lank, mit ber der Besitzer in Verbindung steht, aufbewahrt, sondern an Sammelstellen zusammengelegt werden, die sich in Berlin oder Frankfurt oder an sonstigen großen Börsenplätzen befinden. In Berlin kommen hierfür die Riesentresors des Berliner Kassenoereins in der Hauptsache in Frage. Die jetzt bei vielen Stellen ausbewahrten Wertpapiere werden nach Gattungen — vorerst sollen nur Aktien an die Reihe kommen — in diesen eammelbepots vereinigt. Das Endziel dieses Effekten-Giroverkehrs besteht darin, daß jede Wertpapiergattung in einem großen Gesamtdepot vereinigt wird und dieses als Unterlage für den stückelosen Effektenverkehr dient. Im Gegensatz zu jetzt wird sich in Zukunft der Verkehr mit geringen Ausnahmen so abwickeln, daß nur noch auf Grund von Effektenschecks Buchungen von einem Konto auf Geld «.18! 18,16 103.91 20.283 16,03 168.25 U.,87 84,9/ 59.03 111.91) 80.58 58.95 12.386 5.827 Börse. Berlin. 2 Dezdr Amerikanische 'Jlotee .... «dntfebe Noien ...... Dänvche Noten ....... Englische Noten ....... Fran;öilsche Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Dentsch-Oesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Frankfurter Büchertisch. —D i e Brüder des Königs Friedrichs des Großen. Ein Iridericus-Rex-Ro- man. Von Henriette von Meerheimb. Verlag von Walter Richter, Leipzig. 284 S. Halbleinen 4 Mk., Leinenband 5 Mk., Halbleder 7,50 Mk., Ganzlederband 20 Mk. — In diesem Buche entrollt die Verfasserin ein Sittenbild des Hoflebens der damaligen Zeit, eine Schilderung der Liebes- und Eheoerhäft- niffe der drei Brüder des Königs und ihrer Beziehungen zu dem alle überragenden König, ein Gedenkblatt der Pflichttreue des „ersten Dieners des Staates" unb des gewaltigen Ringens im Siebenjährigen Kriege, ein Spiegelbild von den Vorzügen unb Fehlern eines Voltaire, Mauper- tuis und Argons. Sanssouci, Rheinsberg, Oranienburg und Berlin sind die hauptsächlichsten Orte der Handlung. Diesen Fridericus-Roman lieft man mit außerordentlichem Interesse: man erfreut sich an den prächtig gelungenen Charakterzeichnungen, an ber Schönheit der Sprache unb der vollendeten Gestaltungskunst der Verfasserin. Ein ausgezeichnetes Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt a. IR. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau Brier 4.201 19,08 104. 3 20.38:; 16 11 169.09 16,95 85 39 59,83 ill:.46 80.98 59 2» 12.44. 5.867 ftranffttrt a.M. Berlin rxtziu <• Kurs r-Uvr. fiur» Sdjluij. Kur» Anfang Dalum: | r. i2 3.12 2 12 3 12 0.185 0 1825 0.1795 0.13 w — } 1925 — 0 19 0.1875 0.185 — 0 27. 0,305 — — 0.1 —- 0.19 — .185 — — — — — — 0.175 * — —— 0.18 — 90.25 * 91,75 97.5 — 97.7 — 8, >5 8.075 8 — 42.18 42 25 — 135,5 — 137,5 137.5* 93 5 — 94,5* 93.5* 1(M — 104' 104* 104,75 — 105* 104.7* 60 — — 101,5- 101 5* 102* 102* 09.75 69.75 — 89' 89* -- 6 75 r.,8 6,75 6,9 0,03 9,03 -- — — — 66,13* 65 75* 30.75 31 25 30 25 31.25 - — 34,5 — 63* — 63.76- 63 — — 69.75 — 96,V 99.5’ 98 25* 117,4* 94 — 93 62 93 5 109 — 1-9 100 28 9 —— 28.1 i * — — 3 >* 62,5* 62.5* 62.9* 02,4* 50* 50,75* 50 75* 5i,4* 61 — 62 — — Rinder Kälber Schafe Schweine 18—54 40—93 28—53 83—96 25—56 40—90 30—50 75—90 16—5D 44—65 25—50 70—89 ■20—55 45—72 25—46 68—94 20—57 45—94 25—45 85—94 20—55 •15—74 30—54 70—99 20—60 50—89 33—43 74—93 20—60 45—90 30—55 80—94 25—65 50—90 30—48 80—93 15—60 40—80 20—52 75—96 14—54 30—96 19—44 74—91 15—52 30—90 20—45 70—90 25-62 ■ — 38—48 — — 20—60 65—76 ■ 80—98 20—57 40—55 — — 80—95 16—53 27—82 24—47 49—91 20—60 55—90 30—45 75—92 20—55 35—68 25—55 76—96 18—54 30—60 20—38 77—95 14—57 50—75 22—36 74—94 21—62 50—74 — - 60—90 10—52 30—90 15—43 80—95 13—55 50—75 — - 70—95 13—54 40—75 25—50 85—102 re Zun ahm e ber Kon- 2 Dezbr. 3 Dezw. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung (Wb Brick Geld Bries 188,Mi 169,08 168.66 169,08 «uen.-Aires 1.741 19,01 1,745 1.743 19 01 1,71< Brss.-Anlw 19.05 19,05 CbrifHanla. 85.19 85,11 85,19 85,41 Kopenhagen 104.22 104,48 104.35 104,6t Stockholm . 112,16 112,41 112,1. 112,44 HeUmgsors 10,55 10,56 10 54 10,58 «falten . . 16,86 16,90 16.905 16,94. Loudon. . 20,819 20,369 10.322 20.3 2 Neuyork . . 4,195 4,215 4.195 4.20 Parts. . . 16,04 16.08 10,06 '6,10 Schweiz . 80,19 80,91 80 82 81.02 Spanien. 5*»,18 59.32 59.13 59,47 Japan . . . Rio de Jan 1,818 1.822 1.818 1,822 > 595 0.598 > 591 '.593 Wien in D-- Ctfl. abgekt 59,19 09,33 59,16 59,30 Prag .... 12.42 12.46 12.415 12,455 Äelzrad . . 7,425 7,445 ■3.897 7.43 7.45 Budapest. • Bulgarien 5,877 5,877 5,897 3.05 1.06 3,0 5 3.065 Lissabon 21.275 11,325 21,275 21,32.5 Danzig. Konst ntin. 80.59 80.7!) 80 64 80.34 • 1.225 2,235 2,225 2,235 Athen 6 49 5 51 5 19 5.51 Canada. . 4.197 1.207 4 197 4,2 7 Uruonah 4.285 4.295 4.285 4,295 *>sfcficß> -wenden im janP.wenn oie intjhreml2aushalt Statt ui Ken er. einer Lavinia von Tizian. Worth amüsierte sich ifruen er sich oft sagte Elt- sitzen noch Schultern. Man jetzte ihn schon lange mit jungen Mädchen zusammen, weil etwas im Ton vergriff. „Solche Menschen beneide ich", ihren feinen weihen Händen und sehr hübschen, ruhigen, geschickten Bewegungen den Hummer mit einem silbernen Messer zerteilte. „Das müssen eigentlich alle Instrumente" „Mehr oder weniger," sagte sie „aber wer so von Herzen froh sein kann, wie leicht ist es da, das Leben zu begreifen." „Ist Ihnen denn das Leber, so unbegreiflich?" sagte er. „Das Leben und die Menschen und alles", antwortete sie. „Es macht alles den Eindruck der äußeren Leichtigkeit. Diese Gesichter, die Sie ringsum sehen, alle, die jetzt sprechen, lachen, essen und fröhlich um sich schauen, sie wollen alle vergessen, darum jinö sie hier." „Wie schwer Sie das alles nehmen bei Ihrer Jugend." „Es ist der Charakterzug der Deutschen", sagte sie einfach und nahm von dem Hummer eine lange Schale. Er sah ihr zu, wie sie mit „Wissen Sie, was ich eben dachte?" sagte „Ich glaube, Sie würden eine vorzügliche geordneten, wohlhabenden Derhältnissen groß geworden. Durch ihre hohe Stirn, welche durch die straff zurückgekämmten blonden Haare noch höher erlchien, erhielt sie das Aussehen einer Rokokodame, verstärkt durch das Milteslen rs- Taftkleid mit dem kleinen viereckigen Ausschnitt. Mutter und Tochter trugen mit Vorliebe etwas zu kleine Ausschnitte, blumendurckwirkte Stoffe und Changeantfarben. „Changeant vastt zu allem". sagte der boshafte innere Worth, der neben Hasse abseits im Salon stand. „Ich höre sie ordentlich, meine verehrte Tante. Changeant steht eigentlich niemand und paßt zu nichts, weil es zu allem passen soll, aber nur kein Wohlgefallen erregen bei den QKärmernl Rur immer zurückhaltend! Diese Predigten haben das arme Kind in Grund und Seele verstockt. Run wächst so eine arme Pflanze ohne eigentliches Licht im Halbdunkeln auf. Achtung, da ist sie!" Elisabeth wurde den Damen vorgestellt. Sie ging über den berühmten weihen persischen Teppich und verneigte sich mit einem tiefen Hofknicks vor den Damen, an der Hand der Mutter, welche einen Kopf kleiner war als ihre Mutter, und jedesmal, wenn sich ihre schlanke Gestalt xum Hofknicks neigte, rauschte die leichte Seide des rosageblümten Kleides. Dann traten die älteren und zuletzt die jüngeren Damen heran. Worth zog Hasse am Arm herbei. „Sieh dir den genau an", sagte er. „Das ist ein zukünftiger Olympier." Das junge Mädchen sah Hasse mit großen, strahlenden, reinen blauen Augen an. Ihr Gesicht war überhaupt von einem leichten Rot. Diese Augen waren so jung, so hell, so rein, so klar, daß sie ihm vorkamen wie die Fläche eines Spiegels. Cs umgab sie eine Atmosphäre von Jungfräulichkeit, das Knospenhaste ihrer Formen, die noch etwas mageren Arme, das feine Platinkettchen, an dem eine große schillernde Perle hing, war rührend, so rein, ihre Toilette so einfach, fast bescheiden, in dem hochgekämmten blonden Haar schimmerte das Licht und umgab das junge Gesicht mit einer feinen Gloriole. Clis.beth war das einzige junge Mädchen heute abend. Ihre lichte, liebreizende Erscheinung gab dem Bild etwas Frohes, Festliches. Selbst Worth schien davon überstrahlt, er fühlte, daß Sornl Ifiabti totium ist h König ha Wettsbiidu! Madrider 1 totium einst ben werde, nung der keilte ihm n ligen Hü' die Linset gierung s sofort mit vnd wurde empfangen. Königin- Elisabeth streifte die Handschuhe von den feinen, langen Händen, die sie von der Mutter, welche Aristokratin war, geerbt hatte. Sie trug keinen Ring, ihre feinen bläulichen Rägel waren gewölbt uni) spitz. Diese schönen, edelgeformten Mädchenhände waren die Hände sabeth, die beiden betrachtend. „Sie . . keine fünf Minuten zusammen, als sie schon den richtigen Ton getroffen haben, wie zwei Geigen, die nicht gestimmt zu werden brauchen." Worth amüsierte sich ihnen gegenüber mit einer rassigen brünetten jungen Frau in tief ausgeschnittenem giftgrünen Ballkleid und schönen * * "'■ ....... ' nicht mehr Krankenschwester . . Sie hob den Hummer aus der Schale. „Das ist auch wahrscheinlich meine Zukunft", sagte sie. „Ich warte nur auf meine Mündigkeit. Wäre ich ein Mann, ich wäre Arzt geworden, ich beneide jeden Mann, der studieren kann. Meine Brüder, was für eine Welt lernen sie kennen, wir bleiben ewig hinter der Mauer . . .“ „Warum studieren Sie nicht?" „Es ist zu spät dazu. Ich müßte erst ein Gymnasium besuchen, mein Abitur nachholrn, mit zwanzig Jahren." „Wenn Sie zu irgendeinem Beruf Lust haben," sagte Hasse, „werden Sie auch etwas darin leisten." „Wenn Papa so dächte, säße ich morgen wieder auf der Schulbank', sagte Elisabeth. „Aber er hält nichts von weiblichen Aerzten. . .“ Ihr Vater hatte keine Zeit,"sich ihr zu widmen und ihre glühende Begierde, in die medizinische Welt einzudringen, zu befriedigen. Von Hasses Wissen, seiner leichten Art, alles anzupacken, dieser Selbstverständlichkeit, bet der alles einfach und klar schien, hatte sie bereits gehört. „So lesen sich auch Ihre medizinischen Arbeiten", sagte sie. „Kennen Sie denn die?" fragte er überrascht. „Ich lese alle medizinischen Fachzeitschriften", sagte sie. „Ich greife immer zuerst nach ihnen. Diese Welt interessiert mich Alle neuen Versuche und was aus ihnen wird. Ich habe dann immer Lust, die Versuche weiter zu verfolgen, die als geheilt Entlassenen nach Jahren wiederzusehen, . zu froren, wie sich die Operationen bewährt haben." Währerrd er ihr zuhörte, staunend, daß es Frauen gab, die so vernünftig und klug waren und dabei so schön, fiel ihm ein altes Wort ein: „Wie viele gehen vorüber, ohne eine Spur zu hinterlassen, wie wenige setzen Frucht an, und wie wenige dieser Früchte werden reif." (Sortierung folgt.) fit. ss& -Die 1 « Aelchölw W. °u-h scheinen e'NZ iniolg' ftttniP'“ Mffie lag un ® *",.w er Furore ge.nacyc batte mit der Ausführung dieser Tochter, und die Damen im Salon sagten, Frau Worth viel Angenehmes, das eine Mutter gern frört. Elisabeth schien unberührt von dem Eindruck, den sie frervorgerufeit. Hasse führte Elisabeth zu Tisch. Er war es gewohnt, daß man ihn in dieser Weise aus- Slchnete, doch empfand er diesmal eine leichte erlegenfreit, er fühlte, daß er es frier mit keiner der Durchschnittsdamen zu tun hatte, bei denen er sich fragte, welches Register soll ich nun aufziehen ? Franziska. । _ Roman von Lies bet Dill. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Zweiter Teil. In der Woche vor Weihnachten fand bet dem Chirurgen Worth ein Mittagessen um sieben .llfrr statt, zu welchem auch die Assistenten gebeten waren. Sie prächtig und geschmackvoll eingerichteten Raume — er war Sammler von Perserteppichen — präsentierten sich bei Abendlicht wahrhaft fürstlich und dem Renting wurde stets der berühmte weiße Perser, der den Spiegelsaal bedeckte, gezeigt, der ein Vermögen gekostet haben sollte. Worths Einnahmen waren ungewöhnlich groß, ebenso aber auch der Verbrauch in diesem üppig geführten Haushalt. „Run, der Z. künftige Elisabeths kann sich immerhin an die Teppiche halten", meinte der innere Worth. Große oder vielbeschäftigte Männer hoben Frauen nötig, welche es sich zur Lebensaufgabe machen, ihre Bedürfnisse zu erforschen und ihren Reizungen Rechnung au tragen. Worth hatte die reefrte Frau gefunden. Ihre lichte, blonde, schlanke Erscheinung verblich neben dem robusten, untersetzten Worth mit denz Stiernacken und den großen, plumpen Händen, und da er rau fr und fte zarl und fein, er rücksichtslos und sie gewohnt war, sich zu beherrschen, war ihr Verhältnis das, was man eine glückliche Ehe nennt. Hasse war wieder in die Gesellschaft zurückgekehrt, die er jahrelang unter dem Vorwand, zu stark beschäftigt zu fein, gemieden hatte. Er nahm wieder Einladungen an ünd trug auf seinem Frack einen neuen Orden, den er der geschickten Operation eines Fürsten verdankte. Sie Mittagessen bei Worth zeichneten sich vor denen der anderen Kollegen durch Ueppigleit und reine Weine aus, denn Worth war, wie die meisten Chirurgen, ein Gourmet. Seine einzige Tochter sollte diesen Winter zum erstenmal ausgeführt werden. Sie war erst vor kurzem aus einem Genfer Pensionat freimgefommen. Sie war eines jener ernsthaften jungen Mädchen, die eigentlich keine Jugend gehabt haben, die etwas spät geborene Tochter vortrefflicher Eltern, in Immer Sonntag im Haus ist bei uns, seit wir unsere Böden mst Büffel-Beize pflegen Lieses färbenbe Bohnerwachs erzeugt einen Glanz wie schönstesBarketl und jeden Sonn- anmornen tanzen wir auf unserem 'piegelblanlrnBreiterboben. Deshalb raten wir allen jungen und alten Ebe- ,cnten mit alten ober neuen Böden: «iacht es wie tun und „büffelt!“ DaS :iebjt: Bretter-Böden, Treppen und abaenutzie geitricbene Böden, mit nah wischbarer Büffel-Beize naturaemäh pflegen und billig bauernd in beftera Stand erhallen Siebtet aber stets auf das Sinnbild der Qualität, den 2300A „Büffel im Sechseck!" Laser:A Zimmermann, Frankfurt/M. Jakob fflaternus Giessen Kaffee ist Dertrauenssache. 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Letztererdarferstdann dieAb- Haltung einer steuerpflichtigen Veranstaltung zulassen, nachdem ihm die von der Steuerstelle ausgestellte An - meldebescheinigung vorgelegt worden ist, auch hastet er neben dem Veranstalter für den Eingang der Steuer. Für versäumte Anmeldungen wird nach § 14 der er wähnten Ortssatzung ein Zuschlag von 25 Prozent erhoben, für Steuerhinter' ziehungen werde ich die nach § 25 ange- Drohte Geldstrafe anwenden. 1140ÖB Gießen, den 28. November 1925. Der Oberbürgermeister: Keller. Bullenverkauf. Auf dem Submissionswege ,oll ein fetter Vogelsberger Dullen verkauft werden. Die Offerten sind bis zum Freitag, dem 4. Dezember, nachmittags 3 Llhr pro Zentner Lebendgewicht auf hiesiger Bürgermeisterei ein-jmeichen. Wieseck, den 1. Dezember 19.25. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. 11367D bauerte bis stimmte bet 3m nei beüiver das Stiegst bas Nenn AniSs bat Die Gib ianb bereits Die Minister fort in ihre nähme etf Jteunb Den allgemein ai gen Kurs aü vollste amtliche Cr lorhim nod) jemals batun juhcben ober ihre Mui notwenbi seiner Rettui Znstönben n strenge Zens live unb ioh Der in der schon se gelünbigt h< de River non der n nieberge ttum geb Wt das I konnten Ziv Hot über ja on. Ob Ihr ( ^scheiden,- spanische! Sanbe so gi ?"ch, was io; 'st Io stark b; oon braufeen ®ie die Dma, M innert « Rivera fn wnjufrie 'N einer U' Arschwörur Wer mutt doch wo der Armee ,ert_fei. daß ^uckzuzieh, 'eitung i leiten. 8 1 . Die M «L^emei u ■blden at,smu5 Qm & ;er. < S"8 der K ^w°rdene -Pttnto d» « 9q"3 Re" pfiS 9i«6 [l$1 ^Nische ° «>ch x s S° Besichtigung unserer erweiterten Ausstellungsräume höflichst ein. Wir laden Sie zur Franz Vogt & Co. Gießen Spezialhaus für neuzeitliche Büroeinrichtungen Goethestraße 32 Tel. 264 Kein Laden. N Kein Laben LSberstr. 17 Aufarbeiien u. 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