m. 232 Erstes Blatt (l.) U5. Jahrgang Samstag, 3. Moder (925 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für t mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re. Klame-Anzeigen ö.70mra Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik». Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags Beilagen: GlebenerFamilienblLtter Heimat im Bild. MonatL'BezugLpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: schriftleitung 112, Verlag undGeschäftsstelleäl. Anschrift für Drahtnachrichten: »nzeigerGiehen. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag : Vrühl'sche Univerfitüts-vuch- und Zteindruckerei H. Lanze in Sietzen. ZchrifUeitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Locarno 3n dem kleinen Schweizer Städtchen Locarno an den sonnigen Gestaden des Lago Maggiore versammeln sich heute die Delegierten Deutschlands und der Alliierten, um am Montag die Beratungen über den Sicherheitspakt zu beginnen. Es sind zu viele der zahllosen internationalen Konferenzen seit den Tagen von Versailles in ihrem Ergebnis, für Deutschland unerfreulich verlaufen, als daß man nun mit rosigem Optimismus dem Ausgang der Verhandlungen von Locarno entgegensetzen könnte. Aber immerhin ist Deutschlands Stellung als Konferenzteilnehmer heute stärker denn je. Wollen doch die andern von Deutschland mit der Unterschrift unter einen Sicherheitspakt etwas erreichen, was sich weder mit Bajonetten noch mit finanziellen Daumenfchrau- ben erlangen läßt, was auch beiläufig für die Alliierten stark an Wert einbüßen müßte,sobald der Pakt nicht in voller Freiheit des-Han- deins zustande käme. Frankreich will Sicherheit, will Anerkennung seiner Westgrenze, will Schiedsoerträge zwischen Deutschland und bep französischen Vasallen im Osten. Deutschlands Gegenforderungen sind bekannt, zum wesentlichen Teil bilden sie eine unbedingte Voraussetzung für das Zustandekommen eines Sicherheitsvertrages, weil ihre Nichterfüllung dem Geist der endlichen Befriedung Eu- ropas, dem Geiste der Gleichberechtigung und des Ausgleichs entgegensteht, in dem doch nun einmal allein ein Garantiepakt, wie Frankreich ihn sich denkt, möglich ist. In dieser Richtung einer Bereinigung der poli- tischen Atmosphäre von den üblen Dünsten von Versailles liegt auch die Verbalnote, die die Reichsregierung gleichzeitig mit der Antwort auf die Einladung zur Paktkonferenz in London, Paris, Brüssel und Rom hat überreichen lassen. Die Note notifiziert den Mächten einmal die Zurücknahme der Deutschland im Versailler Vertrag ab* Ereßten Anerkenntnis von unserer Allein- uld am Kriegsausbruch, zum andern )ert sie nochmals Erfüllung des Vertrags durch Räumung der seit dem 15. Januar dieses Jahres nur noch widerrechtlich besetzt gehaltenen Kölner Zone. Die Alliierten haben es für nötig befunden, hierauf in gesonderten Noten zu antworten, die inhaltlich nicht sehr voneinander abweichen und auch in der Form sich gegenseitig an Schroffheit nichts nachgeben. Die Note des britischen Foreign Mffice zeichnet sich noch besonders durch chren schulmeistere lichen Ton aus, mit dem die Herren der Downing- street glauben, den deutschen Diplomaten Belehrungen und Zurechtweisungen erteilen zu können. Im übrigen können aber die alliierten Antworten nicht überraschen. Wenn sie betonen, daß zwischen den von Deutschland angeschnittenen Problemen und dem Sicherheitspakt kein unmittelbarer Zusammenhang besteht, sie also als Derhandlungsgegenstände für Locarno nicht in Frage kämen, so teilt Deutschland diese Anschauung in gewissem Sinne. Die Reichsregierung ift der Ansicht, daß Deutschland sich als vollwertiger und gleichberechtigter Partner an den Konferenztisch fotzen muß, daß es zu dieser materiellen wie moralischen Gleichberechtigung aber der Befreiung von dem Makel des Friedensbrechers bedarf durch die förmliche Zurückweisung der in Art. 231 des Versailler Vertrages enthaltenen Lüge von Deutschlands Alleinschuld. Schwerlich hat irgendjemand in Deutschland erwartet, daß die Alliierten nun in ihren Antworten diese Zurückweisung widerspruchslos zur Kenntnis nehmen oder gar als berechtigt anerkennen würden. Es kann also auch nicht die Rede davon sein, daß das Kabinett Luther mit der Behandlung der Kriegschuldlüge sich eine schwere diplomatische Niederlage zugezogen hat, wie es SB Ritter der Linken glauben machen wollen. Auch die Räumung der Kölner Zone hat mit dem Sicherheitspakt unmittelbar nichts zu tun. Deutschland besteht lediglich auf seinem Recht, wenn es sieht, daß die bestehenden Verträge ein- sicherungen für die sofortige Räumung verlangt. Deutschland kann nicht neue Bindungen eingehen, wenn es sieht, daß die bestehengen Verträge einseitig zu seinen Ungunsten ausgelegt werden. Wenn es den Alliierten ernstlich um den Garantiepakt zu tun ist und angeblich Rückstände in der Entwaffnung Deutschlands der sofortigen Räumung Kölns entgegenstehen, so dürfte es ja den alliierten Regierungen ein Leichtes fein, gemeinsam mit der Kontrollkommission Mittel und Wege zu finden, um Deutschland die tatsächlich ja längst vollendete Abrüstung feierlich zu testieren. Deutschlands Eintritt in ben Völkerbund gehört ebensowenig zu dem unmittelbaren Problemkreis des Ga- ■ rantiepaktes, und doch haben die Alliierten sich keineswegs gescheut, ihn bei jeder Gelegenheit als unerläßliche Vorbedingung für die endgültige Annahme des Sicherheitsvertrages zu bezeichnen. Mit welchem Recht will man uns also untersagen, in Locarno und schon vorher von den Dingen zu sprechen, die wir als politische Notwendigkeiten ansehen? Der Versailler Vertrag ist an so vielen Stellen durchlöchert, die wenigen Rechte, die der Vertrag den Besiegten gelassen hat, sind so oft von den alliierten Machthabern mit Füßen getreten worden, daß das deutsche Volk allen Anlaß hat, mit dem ganzen Argwohn des Unterdrückten und tausendmal Geprellten darauf zu achten, daß ihm der Sicherheitspakt materielle Vorteile von Bedeutung bringt. Don Deutschland verlangt der Garantiepakt Opfer schwerster moralischer und materieller Art. Deutschland kann nur darauf eingehen, wenn cs wesentliche Erleichterungen von den Fesseln des Versailler Der- träges erreicht, wenn es erreicht, daß die von Frankreich beliebte Sanktionspolitik nunmehr für immer der Geschichte angehören wird und die französischen Rheinlandpläne mit Hilfe der englischen Garantie vereitelt werden. Die deutsche Delegation in Lo- karnö hat das ganze deutsche Volk hinter sich, wenn Der deutsch-russische Handelsvertrag. Der deutsch-russische Handelsvertrag ist endlich unterzeichnungsreif: in den nächsten Tagen schon werden in Moskau die Unterschriften geleistet. Es war wirklich schwerste Arbeit, die von unseren Unterhändlern vollbracht worden ist. Nicht Wochen, nein, ganze zwei Jahre haben die Verhandlungen über den Handelsvertrag in Anspruch genommen; und auch die letzten Arbeiten haben sich über Monate hingezogen. Die eigentliche Ursache der langwierigen und mitunter ganz ungeheuer schwierigen Vertragsverhandlungen war die Verschiedenheit des russischen von dem deutschen und den übrigen Wirtschaftssh st emen Europas. Wie oft waren die Besprechungen auf dem toten Punkt angelangt, immer wieder wurde nach neuen Wegen gesucht, um aus den sich ergebenen Schwierigkeiten herauszukommen. Dabei darf aber auch wohl darauf hingewiesen werden, daß die Taktik der Russen sehr viel dazu beigetragen hat, unseren Unterhändlern die Erfüllung ihrer Aufgaben zu erschweren, mitunter nahezu unmöglich zu machen. Dort, wo es sich um rein wirtschaftliche Fragen handelte, tauchten sehr oft von den Russen hervorgeholte politische Momente auf. Glaubten wir, die wirtschaftliche Annäherung ein Stück vorwärts treiben zu können, dann erschien der bolschewistische Parteimann auf dem Plan und verdarb vieles wieder. Es sei nur an die Vorgänge in der russischen Handelsdelegation in Berlin und an die Hindernisse erinnert, die deutschen Unternehmern und Kaufleuten in Rußland in den Weg gelegt wurden, so daß sie in den meisten Fällen mutlos, aber reich an traurigen Erfahrungen in ihre deutsche Heimat wieder zurückkehrten. Der Vertrag soll nun eine tragfähige Brücke zwischen Deutschland und Rußland schaffen. An uns wird es nicht liegen, diese Brücke nicht wieder auch tragfähig zu erhalten. Erst die Zukunft kann zeigen, ob Rußland ebenfalls ehrlich gewillt ist, den Vertrag loyal auszulegen und anzuwenden, oder unter seinem Schutze die kommunistische Revolution nach Deutschland hereinzutragen. Die Zustimmung des Reichskabinetts. verlin, 2. Ott. (1.ll.) Amllich. Zur Unterzeichnung des deutsch-russischen Vertragswerkes hat das Reichskabinett in feiner gestrigen Abendfihung die grundsätzliche Zustimmung erteilt. Zur endgültigen Feststellung der Vertragsrechte sowie zur Verständigung über einige noch offen gebliebene Punkte begibt fick eine unter Führung des Vorsitzenden der deutschen Delegation, Herrn v. Körner stehende deutsche engere Delegation unverzüglich nach Moskau zurück. Mit der Erledigung dieser Aufgabe sowie mit der Unterzeichnung ist in kürzester Frist zu rechnen. Wenn auch einige Fragen des gesamten Vertragswerkes, insbesondere das Wirtschaftsabkommen anaefichts der burd) die Verschiedenartigkeit der beiderseitigen Wirtschaftssysteme bedingte Hemmungen noch keine auf die Dauer befriedigende Lösung der bestehenden Schwierigkeiten bringen, so bringt die auf breiter Rechtsgrundlage geschaffene umfassende Regelung der beiderseitigen Beziehungen doch gegenüber dem bisherigen ungeregelten Zustand unverkennbare Fortschritte dar. Als eine für die weitere Festigung freundschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehungen geeignete Grundlage und Einleitung kann der Vertragsentwurf daher auch vom Standpunkt der deutschen Wirtschaft angesehen werden. Er kann darüber hinaus ein wertvoller Ausgangspunkt für weitere wirtschaftliche Abmachungen betrachtet werden, sobald genügende Erfahrungen über die praktische Auswirkung des Vertragsentwurfes porliegen. Die Bestimmungen über die G e l t u n o s d a u e r der einzelnen Abkommen werden auch die Möglichkeit geben, zu gegebener Zeit auf Grund der bis dahin gemachten Erfahrungen die jetzigen Vereinbarungen zu verbessern. Die Tragweite des nach mühevollen mehr als zweijährigen Verhandlungen zustande gekommenen Vertragswerkes ist um so größer, als Deutschland das e r st e L a n d ist, das eine so umfassende Regelung mit Sowjetrußland abschlieht. Das Vertragswerk wird ein Mittel sein, die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder auszugestalten und in gelneinschastlicher Arbeit den beiderseitigen Wiederaufbau zu fördern. Es ist ein besonders glückliches Zusammentreffen, daß die Entscheidung der Reichsregierung über das Vertragswerk dem in Berlin anwesenden Volkskommissar Herrn Tschitscherin persönlich bekannkgegeben werden kann. Reichsaußenminister Dr. S t r e s e m a n n hatte Donnerstag am späten Abend eine mehrstündige r—» iw—ml HIHIHI LLT,‘ 1 es ihr gelingt, in dieser Richtung Deutschlands Interessen und die des Rheinlandes im besonderen mit allem'Nachdruck durchzusetzen. Die Kriegsschuldlüge. Die Reichsregierung zu den alliierten Antworten. Berlin, 2. Oft. (WTB.) Von unterrichteter Seite wird uns über die Auffassung der Reichsregierung zur Entwicklung der Kriegsschuldfrage folgendes mitgeteilt: Wenn die Antworten, die in Paris, London, Brüssel und Rom auf das deutsche MemovtMdwrr Unterredung mit dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der U. S. S. R. Tschitscherin. Die Unterredung wurde Freitag nachmittag fortgesetzt. Die mehr als einstündige Unterhaltung bildete den Abschluß des vorgestern begonnenen Gedankenaustausches, der sich auf alle zwischen Rußland und Deutschland schwebenden politischen und wirtschaftlichen Fragen erstreckte. Rußlands Außenpolitik. Eine Unterredung mit Tschitscherin. Berlin, 3. Oft. (SIL) Der Ost-Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung" hatte gestern eine Unterredung mit Tschitscherin, in der der Leiter der russischen Außenpolitik folgende Fragen wie folgt beantwortete: Frage: Welches Ergebnis haben Ihre Besprechungen mit dem Außenminister Skrzynski in Warschau gezeitigt? Antwort: Die polnische Regierung äußerte den Wunsch, der vollkommen mit meinem Wunsch zusammentraf, ich solle meine Reise durch Warschau dazu benutzen, um über alle Fragen, die unsere beiden Regierungen interessieren, unmittelbar mit dem Leiter der polnischen auswärtigen Politik zu sprechen. Diese Besprechungen waren eine neue Etappe auf dem Wege der Verbesserung unserer Beziehungen und der Annäherung zwischen unseren beiden Staaten. 3n unfern Trinksprüchen haben wir speziell betont, daß unsere verbesserten Beziehungen keinerlei Spitze gegen einen andern Staat in sich berg n. Das Resultat unserer Besprechungen wird eine Beschleunigung der Verhandlungen über den Handelsvertrag und die übrigen schwebenden Fragen fein. Es ist beiderseits der feste Wille bekundet worden, alles Störende in unseren Beziehungen mit der größten Energie zu beseitigen. Das ständige und dauernde Verhältnis zwischen der Sowjetunion und Polen hat eine allgemeine Bedeutung und Auswirkung. Frage: 3m Hinblick auf den russischen Flottenbesuch in 31aIien, der soeben beendet ist, spricht man von einem beabsichtigten Kuraufenthalt in 3talien, wo Sie ja alte Beziehungen haben? Antwort: Gegenwärtig beabsichtige iflj nur efn Sanatorium oder einen Kurort t n Deuls-chkand od e rO e'st e r re i ch zu benutzen und da ich Ende Rovember in ^Moskau sein muß, wird es schwer sein, noch irgendwelche Erholungsreisen zu machen. 3ch kann aber im jetzigen Augenblick meine künftigen Bewegungen nicht übersetzen. Unsere Beziehungen zu 31 a li en sind durchaus freundschaftlich. Zwingende wirtschaftliche Momente bringen unsere Länder zusammen, indem 3talien seit längerer Zeit unsere Exportwaren braucht. und wir unserseits gern von der aufblühenden Wirtschaft 3taliens Produkte aufnehmen. Frage: Angesichts der Pattverhand- lungen in Locarno wäre es wünschenswert, authentisch zu erfahren, welche Verbindlichkeiten sich nach 3hrer Ansicht aus dem Rapallovertrag in bezug auf den Eintritt Deutschlands -in den Völkerbund ergeben? Antwort: Wir haben unzählige Mal betont, daß wir keine geheimen Abmachungen in Rapallo mit Deutschland unterzeichnet haben. Wenn man aber vom Rapallovertrag spricht, so benutzt man dieses Wort in doppeltem Sinne: einerseits spricht man vom Buchstaben des Vertrages, der nahe wirtschaftliche Beziehungen ins Auge faßt, andererseits spricht man vorn Geiste von Rapallo, d. h. von einer gewissen politischen Richtlinie, die in diesem Vertrag einen Riederschlag gefunden hat. 3ch verstehe diese Richtlinie in dem Sinne, daß bei solchem folgeschweren Schritt wie dem Ei-tritt irt den Völker» bund eine eingehende Rücksprache mit dem anderen Partner ein integrierender Bestandteil dieser Politik ist. Eine Frage, die mir unklar ist, und in der vielleicht die deutschen Staatsmänner eher Bescheid geben können, ist die, ob im Falle eines Eintritts Deutschlands in den Völkerbund Deutschland als Mitglied des Völkerbundes genötigt werden kann, den Rapallovertrag nochmals ausdrücklich registrieren zu lassen und ob unter Umständen die andern Staaten dagegen Einspruch erheben könnten. Es ist sonnenklar, daß § 16 und 17 Deutschland in eine für beide Teile untragbare Lage bringen können. Der Versuch, durch 3nterpretation des Vertrags das folgenschwere Resultat der Annahme des § 16 zu retouchieren, macht auf mich den Eindruck eines diplomatischen Manövers. Es ist auch unmöglich, die Bedeutung der finanziellen repressiven Maßregeln zu unterschätzen, indem gerade auf diesem Gebiete gegenwärtig die englischen Finanzinstitute schon eine intcrnatio» erteilt worden sind, von mancher Seite als M i ß- erfolg der Reichsregierung hingestellt werden, so läßt sich diese Beurteilung nur aus der völligen Verkennung des Zwecks der deutschen Aktion erklären. 3n den Kreisen der Reichsregierung hat niemand erwartet und konnte niemand erwarten, daß die alliierten Regierungen die Erklärungen des Memorandums über den deutschen Standpunkt in der Kriegs schuld frage zustimmend beantworten würden. Es wird noch geraumer Zeit und langwieriger entschlossener Aufklärungsarbeit bedürfen, bis die Schuldfrage eine Klärung findet, die von allen Mächten aneriaBTii wird. Dagegen handelte es sich nale Tätigkeit gegen uns entwickeln. Die Teilnahme Deutschlands an Versuchen, uns wirtschaftlich abzuschnüren, würde dem ganzen Wesen der deutschen Politik und insbesondere dein Geiste des Rapallovertrag widersprechen. § 16 ist infolgedessen die Kernfrage der Verhandlungen von Locarno. • Frage: Wie haben sich in den letzten Zähren die Beziehungen der Regierung der U. D. S. S. R. zu Amerika entwickelt? Antwort: Untere geschäftlichen Beziehungen haben sich sehr entwickelt, indem wir große Bestellungen an Baumwollwaren machen, da die amerikanische Baumwolle für unsere Industrie unentbehrlich ift. Gewisse amerikanische Danken haben diese Transaktion finanziert. Der Konzef sionsvertrag, der der Harriman- Gruppe das transkaukasische Manganerz übereignet, ist auch für Amerika von großer praktischer Bedeutung, da Manganerze die für die Stahlproduktion Amerikas notwendig sind, nur an wenigen Stellen der Erde vorkommen. Es ist klar, daß nur nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen sich unsere wirtschaftlichen Beziehungen volllomnien entwickeln können, indem das Fehlen der diplomatischen Beziehungen ein großes Hindernis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit bedeutet. Frage: Wie weit Ttnb die Verhandlungen mit den sogenannten Randstaaten gediehen? Antwort: Zur Zeit, als ich in Lausanne war, fand die Abrüstungskonferenz mit den Randstaaten und Polen in Moskau statt. Aber die Randstaaten verwarfen unsere sehr weitgehenden Vorschläge über die Abrüstung. Es entwickelt sich unser Verhältnis mit jedem Randstaat gesondert, wobei die Politik Finnlands gegenwärtig durchaus freundschaftlich uns gegenüber ist und auch die litauische Regierung sorgfältig die Beziehungen zu unserem Staate pflegt. Mit Lettland haben sich die Beziehungen gebessert, obgleich die Teilnahme Lettlands an gewissen Zusammenkünften, die eine Spitze gegen uns hatten, nicht ohne ungünstige Wirkung geblieben ist. Unser Verhältnis zu Estland war in der letzten Zeit ziem- lich gespannt, da der estnische Außenminister Pusta die Initiative ergriff für das Zustandekommen solcher Zusammenkünfte. Frage: Wie entwickeln sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in der U.D.S.S.R? Antwort: Wir leben jetzt in einer Periode eines großen wirtschaftlichen Aufschwungs, zu dem die ausgezeichnete Ernte dieses Jahres sehr viel beiträgt. Die Stabilisierung des Tscherwonetz ist auch von wirtschaftlicher, sogar von politischer Bedeutung, indem der ganzen Welt die F e st i g k e i t untreres Regimes sich bekundet hat. Auch das „Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Unterredung eines seiner Mitarbeiter mit Tschitscherin, in der dieser erklärte, daß die augenblickliche Konstellation der großen Politik wesentlich durch dieenglischeFeind- schaft gegen die Sowjetunion bestimmt werde, die alle Situationen wesentlich beeinflusse. Die Formen, in denen sich diese Politik gegen Sowjetruhland betätige, seien weniger militärischer Art als vielmehr eine politische und wirtschaftliche EinkreisungRuß- lands. Richt die Sowjetunion habe den politischen Kampf gegen England begonnen. Die Ursache der antisowjetistischen Politik Englands sieht Tschitscherin darin, daß die jetzige englische Regierung die Ratur des Sowjetstaates als gefährlich für ihre Expansionspolitik und für ihre Herrschaftsmethoden in den Kolonien ansehe. Auch die Paktpolitik Englands sei nach seiner Ansicht ein Bestandteil der britischen antisowjetisti- schen Tättgkeit. Daher blicke Rußland mit steigender Besorgnis auf die Haltung Deutsch- l a n d s, das mehr und mehr in das Fahr- wa sser der englischen Pläne einlenke. Die wichtigsten Fragen bildeten in diesem Zusammenhang die Artikel 16 und 17 des Dölker- bundpaftes, die das Mittel seien, mit dem Deutschland gegebenenfalls zur Teilnahme an einer Koalition gegen Rußland gezwungen werden solle. Daß sich Deutschland nicht von der Rapallolinie abbringen lassen wolle, dafür sei der Abschluß des deutsch-russischen Handelsvertrages ein deutlicher Beweis. Ein italienisch-russisches Bündnis? Rom, 2. Oft. (TA.) Rach einer Meldung aus russischer Quelle ist in der nächsten Zeit zwischen Italien und Rußland ein Dünduis- vertrag zu erwarten. Die Vorverhandlungen zwischen den Regierungen stehen vor dem Abschluß. Wie die ^Tribuna" meldet, wird Tschitscherin in den nächsten Tagen in Italien erwartet. Der sowjetrussische Botschafter in Rom ist ihm bereits nach Südtirol entgegengereist. für die Reichsregierung im gegenwärtigen Stadium der politischen EntwiÄung darum, das jetzt geplante große Friedenswerk des «Ächer- heitspaftes nicht zu beginnen, ohne noch einmal mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß sich das deutsche Volk moralisch nicht an daS 1919 in Versailles erzwungene Schuldbekenntnis gebunden fühlt, und daß es nicht nur in den äußeren politischen Formen, sondern auch in seiner ganzen inneren Einstellung Verhandlungspartnern mit dem Anspruch auf volle Gleichachtung und Gleich- berechttgung gegenübertritt. Gewiß ist schon 1919 in Versailles und seither bei manchem aiberen Anlaß 6er gegen Deutschland erhobene Vorwurf von deutscher Seite zurück gewiesen worden. Das konnte die ReichLvegierung aber nicht davon entbinden. die Sicherheitsverhandlungen, durch die nach Auffassung aller beteiligten Regierungen eine neue wichtige Etappe aus dem Wege zur endgültigen Befriedung Europas erreicht werden soll, ihrerseits mit der Wiederholung jener Zurückweisung zu eröffnen. Das muhte um so mehr geschehen, als die bekannte Ertlärung des Reichskanzlers Dr. Marx vom 29. August 1924 noch nicht zur amtlichen Kenntnis der Verhandlungspartner gebracht war. Der Schritt war auch gerade jetzt deshalb geboten, weil die Alliierten den Gedairken des Sicherheitspaktes auf das engste mit dem D ö l - kerbundgedanken verbunden haben, und weil, wie schon das deutsche Memorandum vom September 1924 betont hat. der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund nicht denkbar wäre, wenn er als ein stillschweigend S i ch a b f i n - den mit dem Versailler Schuldspruch gedeutet werden könnte. Das Ziel, das die Reichsregierung bei ihrer Aktion allein im Auge hatte, ist somit durch die Tatsache der Ueberrelchung und der Entgegennahme des neuen deutschen Memorandums erreicht. Hieran vermögen die alliierten Antworten, die sich auf die formale Regelung der Schuldfrage im Versailler Vertrag berufen, nichts zu ändern. Soweit diese Antworten über der formalen Berufung aus den Versailler- Vertrag noch Bemerkungen enthalten, die auf eine sachliche Stellungnahme zur Schuldfrage und auf einen erneuten Vorwurf gegen Deutschland hin- zudeuten scheinen, genügt ihnen gegenüber der Hinweis, dah es ein vergeblicher Versuch ist. an all den schon jetzt vorliegenden Ergebnissen vorübergehen zu wollen, welche die objektive wissenschaftlich: Forschung seit Ende des Krieges, insbesondere die lückenlose Akten- Publikation des deutschen Auswärtigerr Amtes beseitigt hat. Selbstverständlich wird die deutsch: Regierung auch weiterhin an ihrem Stand- punkt s e st h a l t e n. insbesondere kann kein Zweifel sein, dah überall da, wo bei politischen Auseinandersetzungen so grundlegende Stagen, wie der Eintritt Deutschlands in den Dollerbund zur Erörterung gelangen, der Standpunkt zu wahren ist, dah Deutschland niemals einen politischen Akt vollziehen kann, der als Anerkennung irgendwelcher moralischer Belastung des deutschen Volkes anzusehen wäre. Das wird bei einem etwaigen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, aber auch dann, wenn es nicht dazu kommen sollte, den S i g n a t a r m ä ch t e n des Versalller Vertrages, denen gegenüber die jetzige, mit den bevorstehenden Verhandlungen zusammenhängend: Erklärung nicht abgegeben worden ist. unmittelbar zum Ausdruck gebracht werden Das ilt nichts nnbcreS als ein selbstverständlicher Ausdruck der Ucberzeuzung, dah sich die Mitglieder der Dölkerbundsgemeinschast nicht nur äußerlich, sondern auch moralisch als gleichberechtigt anerkennen müssen, wenn sie das Friedensziel des Völkerbundes Der» wirklichen wollen. Eine englische Stimme. London, 2. Olt. (211.) Die große Politische Zeitschrift ..Rew Statesmgn“ erörtert heute an hervorragender Stelle noch einmal die Verantwortung für den Krieg und schreibt: Die deutsche Regierung hat nunmehr amtlich den Artikel 231 des Versailler Vertrages widerrufen. Ricmand kann die deutsche Regierung dafür tadeln: denn jedermann in der ganzen Welt weih, dah der Artikel von Deutschland unter .Protest und nur unter dem Druck der Gewalt unterschrieben worden ist. Er enthält kein wirkliches Eingeständnis der Alleinschuld Deutschlands am Kriege. Die Einführung dieses Artikels mit dem Friedensvertrag war ein typisches Beispiel gallischer Dummheit. CleTnenceau bestand darauf und Lord George und Wilson haben schmählich beigestimmt. Die Abfahrt der deutschen Delegation. Das diplomatische Korps aus dem Bahnhof. Berlin. 3. Okt. (T. U.) Gestern abend um 9.20 Uhr hat die deutsche Delegation oom AnhaUer Bahnhof aus Berlin im «onderzug verlassen. Ein sehr starkes Aufgebot von Kriminalpolizei hatte sämtliche Zugänge zum wesllichen Bahnsteig besetzt und übte eine ungewöhnlich strenge Kontrolle aus. Kurz vor 9 Uhr wurde der Sonderzug, der aus zwei Güterwagen als Schutzwagen, zwei Salonwagen, einem Speisewagen und drei Schlafwagen bestand, in die Halle hineingeschoben, und der Präsident der Reichsbahndirektion Berlin, Dr. S t a p f f, besichtigte zunächst den ganzen Zug, während zwei Ingenieure des zuständigen Bauamts die Lokomotive und die Kuppelungen revidierten. E>n Ingenieur der Reichsbahndirektion bestieg die Maschine um die Fahrt bis zur ersten Ablösungs- fration mitzumachen. Kurz nach 9 Uhr trafen dann gleichzeitig Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenmini st er Dr. Stresemann mit ihren Familienangehörigen auf dem Anhalter Bahnhof ein und wurden dort vom Staatssekretär Dr. Meißner begrüßt, der tm Auftrage des Reichspräsidenten von Hindenburg den beiden Herern die besten wünsche des Reichspräsidenten für ihre schwierige Aufgabe überbrachte. Wenig später erschienen zum erstenmal Vertreter ves diplomatischen Korps zur Abfahrt der Delegation. Mit dem Runtius Pacelti kamen die Botschafter Englands. Frankrerchs und Italiens. Runtius Pacelli als Doyen hes diplomatischrn Korps plauderte längere Zeit mit dem Reichskanzler, während d'Abernvn mit Minister Dr. Stresemann im längeren Gespräch verweilte. Dann kamen die übrigen Herren der Delegation, die Staatssekretäre Kemp- n e r, von Schubert, Ministerialdirektor Dr. Kiep, der Leiter der Presseabteilung des Auswärtigen Amts, und der Generalsekretär der Delegation, Legationsrat von Wedelham- m e r. Die zahlreichen Sekretäre, Stenotypistinnen ufw nahmen am Ende des Zuges in zwet Wagen zweiter Klasse Platz. Das Aktenmaterial war in einem Güterwagen untergebracht worden, dcr von zwei Kriminalbeamten bewacht wird. Pünktlich um 9.20 Uhr setzte sich der Sonderzug in Bewegung und verlieh unter den Glückwünschen der Zurückbleibenden die Halle. Der Son- derzua nach Locarno, der acht Minuten nach dem fahrplanmäßigen Frankfurter D-Zug den Anhalter Bahnhof verlassen hat, fuhr über Leip- 3 i g “ S r a n f f u r t a. M. »Basel. Vriands Abreise. Paris, 2. Oft (WTB.) Außenminister Driandhat in Begleitung des Generalsekretärs im Außenministerium, Bert Helot, heute früh im Auto Paris verlassen, um sich nach Locarno zu begeben. Briand trifft heute abend in Lau s a n n c ein. wo er die Rächt verbringt. Seine Ankunft in Locarno wird am Sonntag erfolgen, fast gleichzeitig mit der Chamberlains. Wie Havas berichtet, ist es wahrscheinlich, daß Chamberlain und Briand am Sonnlagnachmittag eine Besprechung haben, um Einzelheiten für die Eröffnungssitzung der Konferenz, die für Montag vormittag angeseht ist, zu besprechen. Locarno in Erwartung der Gäste. Locarno, 2. Oft. CSU.) Obwohl im Lause des morgigen Tages schon die meisten Delegationen eintreffen, steht der Ort noch mitten in den Vorbereitungen für die Konferenz. Roch immer sind zahlreiche Arbeiter mit dem Aufreißen ber ©traben und init dem Legen von Kabeln beschäfttgt. Auf dem Postamt wird sieberhaft gearbeitet, um den völlig unzureichenden Fernsprechapparat zu vervollkommnen. Die Schweizerische 2anbe6bertoaltung tut das Menschenmöglichste, um die nötigen Vorbereitungen schnellstens durchzuführen. Trotz all dieser Anstrengungen erscheint der am Ort vorhandene Apparat keineswegs auszureich e n. um den großen Anforderungen zu entsprechen, die vor allem die Presse an alle Verkehrseinrichtungen stellen wird. In dem Quartier der deuts ch e n Delegation, dem Hotel Esplanade sind bereits alle Vorbereitungen getroffen. Die deutsche Delegation ist sehr gut untergebracht; denn es ist ein modernes Haus, das ursprünglich ein Sanatorium werden sollte, da es auf einer Höhe liegt, so kann man von ihm aus den ganzen See überblüfen. Es ist umgeben von einem hübschen Garten, der von Palmen- und Mimosen- bäumen beschattet ist. Das Hotel selber hat eine geschmackvolle Halle, die einem kleinen Palmen- garten gleicht. Das Haus der deutschen Vertreter, 25 Minuten von der Stadt entfernt, wird trotz des weiten Weges schnell zu erreichen sein, da genügend Kraftwagen zur Verfügung stehen. Als Vorteil wird angesehen, daß keine andere Delegation hier wohnt, auch Herr Bene s ch, Ser alle Anstrengungen machte, um hier unterzukommen, mußte daraus verzichten. Er hat jetzt, wie,der polnische Außenminister, noch einig: kleinere Räume im Palacehotel bekommen, das von den anderen Delegationen schon bis unter das 'Dach angefüllt ist. Die polnische Delegation hat für ihre Beamten noch kein Unterkommen finden können. Der Saal, in dem die VetHandlungen stattfinden werden, liegt in dem Gerichtsgebäude, in dem noch heute die Wände neu gestrichen werden. 3m ganzen Hause sieht man Handwerker mit der Ausbesserung beschäftigt. Vie interparlamentarische Union. Eine Rede Lobes. Washington, 2. Oft. (Wolff.) 3n der Eröffnungssitzung der Interparlamentarischen Union sprach Reichstagspräsidenl Löbe als erster Debatteredner zur politischen Weltlage. Der Da wesplan habe die Diktatur der Gewalt und der Sanktionen durch einen Pakt Gleichberechtigter erseht, die Währung stabilisieren helfen und der deutschen Wirtschaft eine neue Grundlage gegeben. Damit sei auch Deutschlands Gläubigern gedient. Dawes und seinen Mitarbeitern gebühre Dank, den er als erster deutscher Redner auf der Tagung diesen Männern aussprechen wollte. Lobe hob das tapfere Eintreten des Präsidenten C o o l i d g e in der Abrüstungsfrage hervor. Der Erfolg sei bisher ungenügend, toeil Europa nicht allgemein fortschrittlich- Traditionen habe. Deutschland habe abgerüstet und erwarte jetzt die allgemeine Abrüstung, wie sie in den Vertragen vorgesehen sei. Reben der Verringerung der Kriegsmittel sei auch der Abbau des Kriegswillens nötig. Deutschland könne schwere Lasten nur tragen, wenn man ihm die Entfaltung feiner wirtschaftlichen und industriellen Kräfte gewähre und dem Austausch seiner Erzeugnisse keine Hinder- insse in. den Weg lege. Das große Problem sei die Liebertragung der deutschen Arbeitsleistung auf andere Rationen ohne Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichts. Amerika dürfe die Verschiebung der wirtschaftlichen Kräfte zwischen den beiden Kontinenten, wie sie seit 1914 vor sich ging, nicht übersehen. Von der Wende der 3ahr- hundcrte bis 1914 zeigen beide Kontinente einen gewaltigen Aufstieg der produktiven Kräfte in Landwirtschaft, Bergbau und Industrie, der 30 Prozent betrug. Von 1914 bis 1924 verfiel Europa in Stagnation, während Amerikas Produktion Zweiter gewaltig anwuchs. Zur Erläuterung seiner Ausführungsn gab ter Redner eine Reihe von Beispielen aus dem Wirtschaftsleben. Er wies besonders auf den Anteil Amerikas am Verbrauch der Seidenproduk- tivn der W-elt hin, der 1914 40 Prozent, 1921 dagegen 90 Prozent betrug, was die hohe Lebenshaltung Amerikas veranschauliche. Amerika nehme jetzt in der Technik und Organisation den ersten Platz ein. Europa habe wenig Aussicht, Amerika wieder einzuholen. Daraus erwüchsen aber für Amerika auch Pflichten. Mögen die Söhne der größten Republik der Erde empfinden, daß es zwischen den einzelnen Staaten und ihren Bürgern nicht nur eine gewaltsame militärische, sondern auch wirtschaftliche, finanzielle und soziale Sklaverei und Unfreiheit gibt. Möge es die Pflicht zur Solidarität der Kulturnationen fühlen, die auch diese Sklaverei beseitigt. LobeL Rede, die ins Englische übersetzt wurde, wurde von der Versammlung außerordentlich beifällig aufgenommen. Sie wurde den anwesenden Stenographen noch einmal französisch diktiert und in verschiedene Sprachen übertragen. Ein Teil der deutschen Delegierten, darunter Eickhoff, Dr. Wirth, Dr. Sch-ücking, Löbe, Quidde, Schnee, sowie Frau Mend:, Frau Zfüls und syr.iu Sa>röder folgten gestern abend einer Einladung zu einem Essen beim deutschen Bot- Ichaster, während ein anderer Teil der beut» jchen Delegierten, darunter Korell, Hillen- brand, Schneider, Freiherr v. Rheinbaben, Erkelenz und Frau Teusch Gäste des deutschen Botschaftsrates Dr. Di eck hoff waren. Die Reichstagsabgeordneten Schücking und Frau Mende hielten auf bem Bankett Reden, in denen sie namens der deutschen Delegation dem Botschafter und den Mitgliedern der Botschaft für ihre vorzüglichen Vorbereitungen, die herzliche Aufnahme und wertvolle Unterstützung dankten. Der Botschafter hob in seiner Antwort hervor,' welch große Bedeutung die Reise der Delegierten nach Amerika gehabt habe, unb baß sie eine Unterstützung bei seiner schwierigen Aufgabe bedeute. Ajdir von den Spaniern genommen. Madrid, 3. Oft. (WB.) Havas. Die Spanier haben Ajdir, die Hauptstabt bes Rifgebiets, eingenommen. Ueber bie Einnahme herrscht in Mabrib allgemeine F e st st i mm u n g. Alle Fenster der Hauptstraßen sind festlich erleuchtet. Der König erschien vor der auf dem Echlohplatz versammelten Menge und begrüßte sie vom Balkon. Der König und die Mitglieder des Direktoriums haben an Primo be Rivera Glückwunschtelegramme geschickt, in denen die Hoffnung aüsgedrückt wird, daß mit der Einnahme Ajdirs der erste Schritt zur völligen Riederkämpfung Abb el Krims gemacht worden sei. Primo be Rivera hat von bem Kriegsschiff ..Alfons XIII.“ aus die Operationen der Truppen bei Alhuce- rnas verfolgt. Der Schlachtkreuzer unterstützte während der Kämpfe die spanischen Truppen durch sein Artilleriefeuer. Zur Einnahme Adjirs totrb noch gemeldet, daß auch das fruchtbare Gebiet auf bem linken Ufer bes Gisflusses unb bie bie neuen Stellungen beherrschenden Anhöhen beseht worden seien. Reiches Kriegsmaterial, das vom Gegner im Stich gelassen wurde, sei in die Hände der Spanier gefallen. Die Rifleute sollen bedeutende Materialverluste erlitten haben. Preußischer Landtag. Berlin. 2. Oft. (TU.) Rack einem Antrag des Ostausschusses wird beschlossen, zur Behebung der Rotlage Oberschlesiens das Staatsministerium zu einer Reihe von Ab- hilsemaßnahmen zu ersuchen. Darauf fetzte das Haus die allgemeine Aussprache über den Hande l s e t a t fort. Abg. Dr. Pinferneil (D. Vp.) hebt hervor. daß der Ruf nach Hilfe für die Wirtschaft sehr eindringlich an dos Reich und den Staat gerichtet werde. Die Wirtschaft müsse wieder lernen zu kalkulieren und müsse Mittel zur Rationalisierung finden. Gerade als liberale Partei sind wir für die Beseitigung überflüssiger Zwischenglieder. Ohne grundlegende Reform der Bank- und Kreditpolitik geht die Wirtschaft zugrunde. Der Redner tritt für den Schuh der gesunden Kartellpolitik ein. Selbstverständlich müßten die Kar» tellübergrisfe vermieden werben. Der Ruf nach Ersparnissen gelte in erster Linie den Kommunen, von denen sich ein großer Teil nicht auf unsere Armut besinnen konnte. Abg. Goll (Dem.) wünscht, daß Deutschland durch günstige Handelsverträge wieder Anschluß an die Weltwirtschaft erhalte. Die falschen Wege der Zoll- und Steuerpolitik müssen verlassen werden. Darauf hinzuarbeiten sei die Aufgabe der preußischen Regierung. Die Kontrolle des Handwerkes und des kleinen Kaufmannes sei weiter nichts als eine Wiedereinsührung der Zwangswirtschaft. Eine Berbilligungsaktion könne nur dann durchgeführt werden,'wenn man von dem Ermächtigungsgesetz Gebrauch mache und die Zölle herabseye. Abg. Hana (Soz.) fordert eine Vermehrung der Gewerbeaufsichtsbeamten. Jetzt werden kaum 20 Prozent aller Betriebe kontrolliert. Zu gering sei auch die Zahl der Gewerbepflegerinnen. Von der angefünZügten Preissenkung habe sich noch nicht viel gezeigt. Abg. Konradt (Dnll.) wendet sich gegen die Auswüchse der Truste und Kartelle. Fortschritte für das Handwerk können nur erzielt werden durch eine enge Zusammenarbeit der Handwerferorganisationen mit dem Handelsministerium. Rotwendig sei ein modernes Refvrmhandwerfsgesetz. Das Handwerk verlange Beseitigung der Luxussteuer. Der Redner wendet sich gegen die Beschäftigung von Gefangenen mit HandwerkSarbeit. 3etzt würden sogar die Stiefel der Reichswehr und der Polizei in den Strafanstalten hergestellt. Abg. Bayer-Waldenburg (D. Vpt.) erklärt, das Handwerk und das Gewerbe würden gerne an einer Preissenkung mitarbeiten, wenn ihnen nicht durch Steuern unb andere Maßnahmen ber Weg hierzu verbaut werde. Zu Festpreisen könne man nur kommen, wenn, man auch im Tarifwesen Festigkeit unb längere Ab s chlüss e erreichen werbe. 3m Tarifwesen müßten bie freubtg begrüßten Anfänge weiter ausgebaut werben. Übersichtlich- feit unb Vereinfachung der Steuern sei notwendig, ebenso ein Abbau der GefängniSarbriten. Dcr Warenhandel in dsn Diensträumen und während der Dienststunden müsse aufhören. Die Deutsche Volkspartei werde für den Schutz des Handwerks immer eirrtreten. Eine Frnanzkonferenz der Ländermin ster. Berlin, 2. Oft. (Wolfs.) Die Reichsregierung hatte die Ministerpräsidenten unb die F i - nanz - und Innenminister der Länder eingeladen, um mit ihnen die allgemeine Finanzlage des Reichs, ber Länder und Gemeinden und die Zweckmäßigkeit der Aufnahme von A u s - landanleihen burchzufprechen. Der Reichs- nüniftcr der Finanzen wies nach, daß die auf Grund der Steucreingänge in den ersten fünf Monaten des laufenden Rechnungsjahres, d. h. in der Zeit von April bis August vielfach in der Presse verbreiteten Schätzungen für das ganze Jahr in einem unvereinbaren Widerspruch zu den tatsächlich zu erwartenden Eingängen stehen, unb daß die Gesamteingänge im ganzen Rechnungsjahr den Voranschlag kaum erreichen werden. In den den kommenden Monaten nnfallenben Beträgen wird sich eine wesentliche Entlastung der Wirtschaft gegenüber den vergangenen Monaten bemerkbar machen. Der Neichsbanlvräsident wies vor ollem auf die Ge- fahren hin, die aus der unnötigen Inanspruchnahme des Anleihemarktes, namentlich im Auslande, auf die Dauer für die Gestaltung ber Zahlungsbilanz drohen. Die Beratungen ergaben volles (Einvernehmen in der Rotwrndigkeit, auf stärkste Zurückhaltung der Gemeinden in der Aufnahme von Ausländsanleihen hinzu- wirken. Es wurde völlige Liebereinstimmung darüber erzielt, daß Reich, Länder unb Gemeinden auch weiterhin olle Möglichkeiten zu verfolgen haben, die sich hinsichtlich weiterer Senkung der Ausgaben bei allen öffentlichen Verbänden und möglichster Beschränkung der steuerlichen Belastung bieten. Dor einer Tarifsenkung für Gas, Wasser und Elektrizität. Berlin, 2. Oft. (WTB.) Wie eine Berliner Korrespondenz erfahrt, wird in der kommenden Woche im Reichswirtschaftsministerium 'eine Besprechung zwischen Vertretern der Länder, Kommunen und Fachverbändr aller größeren Städte Deutschlands und ber Verbraucher ftattfinben, deren Ziel der Abbau der Tarife für Gas, Wasser und Elektrizität ist. Es toirb nicht nur über eine Minderung ber Grundgebühren, fonbern auch insbesondere über bie Senkung der Mieten für die Wasser- und Elektrizitätsmesser verhandelt. ** Aus aller Welt. Der sarnesifche Becher zertrümmert. Rom, 3. Oft. (WTB. Funkspruch.) „Messa- gere“ meldet aus Reapel: Ein Aufseher des itortigen Rationalmuseunrs hat, um sich für eine ihm vom Direktor des Museums auferlegte Disziplinarstrafe zu rächen, den berühmten farnesi- schen Becher, der aus einem einzigen! Stück Onyx geschnitten ist, zerschlage n. Dieser Becher ist eines der kostbarsten Meisterwerke alter Kunst und hat wegen seines Material nicht seinesgleichen auf der ganzen Welt. Die Direktion des Museums hofft, die einzelnen Stticke des Dechers wieder z u f a m m e n f ü g c n zu können. Wettervoraussage. Heiter bis wollig, vielfach westliche Winde, etwas wärmer, vorwiegend trocken, Morgennebel. Bon Skandinavien her rückt ein sehr starkes Fallgebiet nach Südosten vor. Ihm ist der bisher über Mitteleuropa liegende hohe Druck westlich ausgewichen. Ausläufer dieses Tiefs werden vorübergehend leichte Riederschläge, besonders über Rordbeutschland bewirken. Später erfolgt neue Aufklärung. Es sind bereits Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius zu verzeichnen. Gestrige Tagestemperaturen; Maximum 19,5 Grad Celsius, Minimum 7,9 Grab Celsius. Heutige Mvrgentemperatur: 10,3 Grab Celsius. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Oktober 1925. • Kartoffelfeuer. Sie holen jetzt auf den Feldern Kartoffeln heraus. Einer gräbt mit dem Karst vor, Kinber und Grauen lesen in feinen Spuren auf. Gelb und fleischig liegen die Erdäpfel auf dem braunen Acker. Sie werben in Körbe gesammelt, in Säcke geschüttet und heimgefahren. Das Schönste dabei ist bas Kartoffelfeuer, das man aus dem bürten Kraut an- zünbet. Wenn bas Kraut nur cinigerm ißen trocken ist, brennt es ausgezeichnet. Da schleppt jeder Bub und jebes Mäbel eifrig heran unb wirft es auf bie Flamme, bie ben bicken, silber- grauen, gelblichen Rauch durchbrechen will, jln- gezählte Flammenzungen fressen sich an den Stauden entlang. Es sprüht unb spritzt, bampft unb Pufft, knistert unb rauscht, glimmt und schlägt mit gewaltiger Kraft empor. Welche Wärme das Feuer ausstrahlt. Man muß auf die Seite springen, wenn ber Winb hineinbläst unb mit ber Flamme spielt. Auf dem Gesicht liegt der heiße Rauch, man spürt bas Sprühen der Asche, unb Die Augen tun weh. Trotzdem steht man. steht, schleppt immer neues Kraut heran und fühlt ftch wohl wie feiten. Es liegt uns eben noch etwas im Blute aus der Zeit, wo unsere Ahnen um Feuer hockten und nachdenllich zusahen. wie bie Flamme wechselte und ftch immer wieder bewegte. Da erwacht ein Stück Urmenschtums in und; Lust jauchzt auf. eine Art Zerstörungstrieb möchte der Flamme opfern. So wirft man Kartoffeln ins Feuer und läßt sie braten. Sie müssen aus der Asche herausgeholt werden, schwarz unb unförmig, wie sie nun einmal sind. Ihr Duft ist anbers, wenn man sie auf dem Tisch hat, sie riechen hier nach Feuer und schmecken nach Rauch. Des Abends beleuchtet weithin ber Schein dieser Feuer, in deren Kreis bunfle Gestalten schattenhaft sich bewegen. Sie gehören zum Herbst wie die frohen Feste des Weins, die in den Bergen an Rhein. Main und Reckar jetzt frohe Menschen und frohe Lieder schaffen. M. Saisonschluh im Gießener Flugbetrieb. Das Reichsverkehrsministerium hat angeordnet, dah mit dem 30. September der flugptan- mähige Luftverkehr sein Ende erreicht. Damit schloß auch die regelmäßige Luftver- bindung Gießen — Frankfurt unbzurück. Unser Flughafen hat am 3. 3uli d. I. feine Tätigkeit begonnen, an 33 Tagen wurde flug- planmäßig mit Frankfurt verkehrt. In dieser Zeit benutzten 106 Fluggäste das neue Verkehrsmittel auf dem Fluge nach Frankfurt und 81 Fluggäste auf dem Rückflug. Die durchschnittliche Flugzeit betrug 25 bis 30 Minuten. Außerdem fanden 9 Sonderslüge mit 32 Personen und 31 Rundflüge mit 147' Personen statt. Das Flugzeug ..Gießen“ beteiligte sich am 30. August am Flugtag in Limburg und am 13. September am Fkugtag in Fulda. Auch in Darmstadt hatte das Flugzeug Gelegenheit, auf Anruf von Kongreßteilnehmern Rundflüge auszu- führen, wobei 20 Personen befördert wurden. Ramentlich bet der erstgenannten Veranstaltung war die Beteiligung des Publikums besonders stark. Bei 13 Rundflügen wurden in Limburg 52 Personen aufgenommen, unb es lagen außer- bem so viel weitere Anmeldungen vor. daß die dvppekte Zahl hätte erreicht werben können, wenn die Dunkelheit dem Fliegen nicht ein Ziel geboten hätte. Auch von den zahlreichen Anmeldungen in Fulda konnten wegen der Ungunst der 4n£ S,llcm auf k- ’fefeS ::tz;Dr 9° -Hebt ?ufw ‘OOfirA» - W) GL**. *S"" Ä®> Reu?tiid^ S'L-'» 'ÄJ'iS' §, Mt für der nut über £?e "b-r^Wdi^ n?t Veit. ->A" i*s$Ä »nltten'^t 'jW* lst eines u fJiM®' Nt unb 5at İMtr°ba*2. d»rauslagc. LÄ4,“*' ®»i» "8"b W w 1, J66«™ «' »«fd often Dor. Ihm ift der bis. ß hegtnht hohe Druck wefi- TW werden » Zerschlagen btlonbcti ? Erlen. Später erfolgt . ’,n" vereits Temperaturen ws zu verzeichnen mperaturen. Maximum 195 -um 73 Grad Selsius. Heu« ur: 10,3 Grad Celsius. »t und Land. ien, den 3. vkvkr 1925. offekfeuer. auf Sen Feldern Kartoffeln mit dem Karst vor, Kinder i seinen Spuren auf. 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An sich bedeutet diese Zahl im Ver- kehrsleben nur toenig, wenn man aber bedenkt, daß es sich um ein ganß neues Verkehrsmittel handelt, dem, wie seinerzeit bei Eröffnung des Eisenbahnverkehrs, vidle Leute noch mit einem gewissen Vorurteil begegnen, so kann man doch sagen, daß die Erwartungen, die man hegte, übertroffen wurden. In der Statistik der von Frankfurt a. M. ausgehenden Luftlinien nimmt Gießen in bezug auf Personenzahl eine ausgezeichnete Stelle ein. Diese rege Beteiligung läßt günstige Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung des von Gießen ausstrahlenden Luftverkehrs zu. Alle Flüge verliefen radellos ohne den geringsten Uix - fall. Das weibliche Geschlecht hat sich besonders stark an den Flügen beteiligt. Die Flugplatzeinlichtungen sollen im nächsten Jahre weiter aus- gebaut werden. Manövererinnerungen unserer 15er. „Herzlich willkommen, ihr wack ' ren 15 c r’.", so stand am Bahnhof Eisenach geschrieben, und so war auch die Stimmung in ganz Thüringen. UeberaU wurde geschlachtet und gebacken: Bäcker und Metzger hatten schwere Tage, und . manches runde Schwein beschloß sein rosiges Dasein mit entsetzlichem Gequiecke. Da gab es Bauern, die hatten Ihre 10 Mann und noch 6 Pferde untergebracht. Wenn man sie fragte, wie sie das leisten könnten, meinten sie: „'s ist nicht alle Jahre bei uns Manöver: und für unsere Reichswehr tun wir's gern." Selbst arme Arbeiter, die selber iaum zu beißen hatten und daher vorn Bürgermeister übergangen wurden, kamen und verlangten ihren Soldaten. Und das waren nicht die schlechtesten Quartiere. Sehr rasch hatte man sich ckllerorts angefreundet, und bald sah man unsere Soldaten, Gabel oder Recken auf der Schulter, fröhlich schäkernd mit drallen Bauerndirnen zur Arbeit ziehen. Abends machte man sich fein, so gut es gehen wollte, und führte seine Donna zum Tanze. In den Gäßchen sah man die Pärchen lustwandeln, bis der Zapfenstreich erklang und mit rauhem Ton das liebliche Idyll störte. Anstrengende Tage waren es, diese Wandertage, vor allem die Märsche in dem welligen, fast gründ- losen Geländer erforderten den ganzen Mann. Aber trotz Wind und Wetter und Strapazen hielt sich die Truppe bemerkenswert frisch. Lustige Soldatenlieder und derber Humor taten das ihrige. Zwei Höhepunkte wären zu verzeichnen-, das war der Einzug in Arnstadt und der Empfang in Eisena ch. Der Einzug in Arnstadt glich einem Triumphzug. In dichten Scharen säumte die Einwohnerschaft die Straßen, lange bevor die Truppe kam: und als endlich das Gießener Bataillon, Dberftleulnant Fritz an der Spitze, unter klingendem Spiel einmarschierte, durch prächtig beflaggte Straßen, da gab's ein Jubeln und Tücher- schwenken, ein förmlicher Blumenregen ergoß sich über die Marschkolonne. „Wie anno 14 war's", hörte ich einen alten Gefreiten saaen. Abends war Konzert und Tanz. Obermusikmeister Loder feierte auch hier Triumphe: ein riesiger Asternstrauß, von zarter Hand überreicht, bewies das — durch die Blume. Im flaggengeschmückten Eisenach zog nm Samstag, 19. Sept., das ganze Regiment 15 ein. Auch hier freute man sich allgemein über das gute Aussehen und die tadellose Haltung der Leute. Man war eifrig bemüht, der Truppe den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Konzerte gab cs, Wartburgbeleuchtung, großen Zapfenstreich, Regimentsball und, was für manchen das Wichtigste war. pro Mann drei Biermarken. Wie beliebt unser kleines Heer ist, zeigte sich im Biwak, das bei A r n st a d t bezogen wurde. In der mustergültig gebauten Zeltstadt hatten sich viele Hunderte von Zuschauern eingefunden, die froh dieses uralte Stück deutscher Soldatenromantik mit« genossen. Jede Kompagnie hatte ihr hell loderndes Wachtfeuer, um das sich die Leute gelagert hatten. Hier sang man bald ernste, bald heitere Soldatenweisen, dort waren die Kompagniespaßmacher am Werke, einen kleinen Sketch zu inszenieren, wie das frohe Gelächter der dankbaren Zuhörerschaft bewies. Um 10 Uhr trat das Bataillon an zum großen Zapfenstreich. „Helm ab zum Gebet'" Ergriffen lauschte die Menge der alten, immer wieder packenden Weise. Allmählich wurde es still im Lager. Müde flackerten die Wachtfeuer: gespenstisch hoben sich die Postensilhouetten im Feuerscheine ab. Eine kalte Rocht war's gewesen: trotzdem, zum richtigen Manöver gehört ein Biwak mit all seinen Freuden. Alles' in allem: Es waren anstrengende, aber schöne Wochen, die keiner in seiner Erinnerung missen möchte. Das Regiment hat sich ausgezeichnet gehalten und hat einen beachtenswerten Grad der Gefechtsausbildung erreicht, wie aus den Kritiken ersichtlich war. Möge es in diesem Sinne weiterarbeiten! Mz. (Gießener Wochenmarktpreise. am 3. Oktober (Händlerpreise). Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210 Pfennig, Matte 35, Käse 70, Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15. gelbe Rüben 15, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Bohnen 30. Unter- kohlrabi 6, Grünkohl 20_ Rosenkohl 40, Feldsalat 100, Tomaten 30, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 100, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4,5, Falläpfel 5. Aepfel 12 bis 25, Birnen 10 bis 30, Zwetschen 25, Honig 30, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Ganse 120, Aüsse 40 bis 45; daS Stück: Eier 16 bis 17, Blumenkohl 20 bis 90, Salat 20, Salatgurken 8, Einmachgurken 1, Endivien 20, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5, Rettich 10 bis 20, Sellerie 5 bis 40: das Bund: Radieschen 10: das Pfund: Quitten 35 Pfennig. Bornotizen — Tageskalender für Samstag. Rad-Club „Germania" 8 Tlhr, Turnhalle. Winterfest. — Artillerie-Verein 81/, Uhr, Vereinslokal. Monatsversammlung — Elsaß-Lothringer 8V< Tlhr, „Hotel Köhler", Monatsversammlung. — Geflügel- und Vogelzucht-Verein 8l/3 Llhr. „Pfälzer Hwf", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Dahnhvfstr.: „Hm eines Weibes Ehre". — Aftoria-Lichtspiele: „Rollende Räder — rasendes Blut". - — Tageskalender f ü r Sonntag. Turnverein 1846 norm. 8.30 Hhr, Wanderpreisspiel im Faustball auf dem Trieb. — „Die Wanderer" Radfahrer-Gesellschaft nachm. 3 Uhr, „Liebigshöhe" radsportliche Veranstaltungen. Lichtspielhäuser wie Samstag. — — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Da auf Wunsch der Kurverwaltung die Vorstellungen in Bad-Rauheim bis Schluß des September andauerten, wird wegen der nötigen Pause und Vorbereitung die diesjährige Spielzeit hier mit einem Operettengastspiel, und zwar am Freitag, 9. Oktober, beginnen. An diesem Tag wird als erste Frei- tags-Abonnementvorstellung Zellers hübsche und beliebte Operette „Der Vogelhändler" in einer wohlvorbereiteten und bestens besetzten Aufführung gegeben werden. — Am Sonntag, 11. Oktober, wird Gustav Rickelts lustiger „Glückspilz" wiederholt, und am Dienstag, 13. Oktober, kommt zu Max Halbes 60. Geburtstage sein hier noch nicht aufgeführtes Schauspiel „Haus Rosenhagen" heraus. — Die Vortrags-Vereinigung eröffnet am nächsten Donnerstag ihr diesjähriges Dortragsprogramm mit einem Lichtbildervorirag von Dr. L e m p e r h aus Köln über das Thema ..Ein Jahrtausend rheinische Kun st". Wie die Jahrtausendfeiern des Rheinlandes in eindrucksvoller Weise gezeigt haben, zählt die Kunst der Rheinlande zu den interessantesten Kapiteln der deutschen Kunstgeschichte. Dies gab der Vortrags-Vereinigung Veranlassung zu diesem Vortragsabend, der somit gewissermaßen als ein sinnvolles Schluhblatt der rheinischen Gedenkfeiern angesprochen werden kann. Das vielgestaltige Bild rheinischen Kunstschaffens, das eine tausendjährige Kultur hervorgezaubert hat, wird Dr. Lemperh in feinem Vortrage an Hand eines reichen Lichtbildmaterials entrollen und gleichzeitig Weltauffassung und Charakter, geschichtliche unb politische Verhältnisse, die sich in der rheinischen Kunst widerspiegeln, berühren. (Siehe heutige Anzeige.» Personenstandsaufnahme am 10. Oktober 192 5. Rach einer Anordnung des Reichsfinanzministers findet auch in diesem Jahre eine Personenstandsaufnahme statt, und zwar nach dem Stand vom 10. Oktober 1925. Die Gemeindebehörden übernehmen die Verteilung und Sammlung der Listen. . Die unbeliebte Listenwahl. Vom Lande wird uns geschrieben: Den bevorstehenden Gemeinderatswahlen sieht man in der ländlichen Bevölkerung mit einer Gelassenheit und G leichgültigkeit entgegen, die im krassesten Gegensatz zu dem Wahleifer bei den verflossenen Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen stehen. Schuld daran ist die Listenwahl, für die man sich nicht begeistern kann, weil sie nicht den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringe. Man betrachtet das Aufstellen der Wahlvorschläge als das Werk einzelner, die sich in den Vordergrund des öffentlichen Interesses drängen, sieht in den zur Wahl Vorgeschlagenen Günstlinge des einen oder andern, die mit der Abfassung der Liste zu tun hatten. Mißtrauen und Verärgertfein lähmen die Wahlfreudigkeit und führen zu jener ©leicfajültigfeit, die den Dingen freien Laris läßt, weil man es nun einmal nicht ändern kann. Gesprächsweise wird immer wieder auf die Vorkriegszeit hin- gewiesen, wo jeder dem seine Stimme gab, den er für würdig erachtete, die Interessen der Gemeinde uneigennützig und mit wirtschaftlichem und sozialem Verständnis zu vertreten. Mit der Beseitigung der Listenwahl wird auch die Interesselosigkeit an den Gemeinderatswahlen verschwinden und jeder dörfliche Wähler wird sich mit Eifer dafür einsetzen, den geeigneten Männern Sih und Stimme in der Gemeindevertretung zu verschaffen. ** Fristverlängerung für Aufwertungsforderungen. Anläßlich der am 30. September abgelaufenen Frist, die für Anmeldung, Rachweis und Ausschluß von Rechten aus aufgewerteten Industrie-Obligationen und verwandten Schuldverschreibungen festgesetzt war, stellte es sich heraus, daß der Termin für zahlreiche Gläubiger zu früh gewählt war. Es ist daher Termin für Anmeldung von Ansprüchen aus solchen Schuld- verschretvungea. die bereits ausgelost oder gekündigt sind unb darauf bei einer Bank zur Einlösung eingereicht wurden, sich aber noch im Besitze der Bant befinden, bis zum 3 0. Ro- vember verlängert worden. Entsprechend sind die anderen in der Verordnung vom 10. August 1925 aufgeführten Fristen um zwei Monate verschoben worden. '* Schadenersahregelung für Ausgewiesene. Aus einem dem Reichsminister für die besetzten Gebiete zur Verfügung gestellten Fonds kann bekanntlich in besonderen Härtefällen unter Umständen bei Ausweisungsschäden eine Beihilfe bis zu 2500 Reichsmark gewährt werden, wenn nach den Richtlinien über die Schadloshaltung Ausgewiesener eine Schadensvergütung nicht oder nicht in vollem Umfange möglich ist. Anträge der aus dem besetzten Hessen Aus- gewiesenen sind bis spätestens 15. Oktober d. Js. an die Reichsentschädigungsstelle, Zweigstelle Würzburg, zu richten, worauf ndchmals hin- gewiesen sei. ** Bullen-Auktion in Lauterbach. Am nächsten Mittwoch, 7. Oktober, findet gelegentlich des Lauterbacher Marktes die letzte Dullenauktion des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberbeff en n» diesem Jahre statt. Zum Verkauf kommen etwa 60 Dullen. Sämtliche zur Dersteigerimg kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer-Ausschusses eingetragen unb stammen aus den besten Zuchten der Kreise Lauterbach und Alsfeld. Die Auktion bietet somit für Gemeinden und Zucht - Vereinigungen, die wertvolle Faseltiere anzu- schaffen beabsichtigen, günstige Aussichten. Man beachte die heutige Anzeige. •* Der Wintersahrplan tritt am 4. Oktober in Kraft. Soeben erscheint auch die Winterausgabe der Storm-Kursbücher. Reben dem Storm-Kursbuch Reich (4,—) hat sich in unserem Verkehrsgebiet das Storm Süddeutschland (1,20) mit Dampsschifsverbindungen, Kraft- Posten und Anschlüssen nach Oesterreich und der Schweiz sehr gut eingeführt. Da der Winter- sahrplan auf vielen Strecken zum Teil erhebliche Aenderungen bringt, empfiehlt 'ich die Anschaffung des neuen Kursbuches Briefkasten der Redaktion. (Rechtss ' chten sind ohne Verbindlichkeit der Redaktion.) C. L. Der Zuschlagssatz für die September- miete bezifferte sich in Gießen auf 84 Prozent. C. E. B. 72. 1. Eine Bestrafung wegen Betrugs fällt nicht unter die Amnestie. 2. Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs, sowie Beleidigungen werden niedergeschlagen, wenn sie begangen wurden gelegentlich öffentlicher Kundgebungen im politischen oder wirtschaftlichen Kampfe. 3. Von der Riederschlagung unb dem Straferlaß ausgeschlossen sind diejenigen Personen, welche aus Rohheit, Eigennutz ober sonstigen nichtpolitischen Beweggründen gehandelt haben. ’Ueber die Riederschlagung und den Straferlaß entscheiden die Staatsanwaltschaft oder das Gericht, bei dem die Sache anhängig ist (z. D. bei Beleidigungen aus politischem Qln- laß das Amtsgericht). Kegelklub in R. Die „gesetzliche Sonntagsruhe" hat auf das Kegelspielen keine Anwendung zu finden. Wer jedoch den gegen die Störung der Feier der Sonn- und Festtage erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt, wird nach § 366- StrGB. mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Hinzu kommen die Artikel 224 biS 232 des Hessischen Polizeistrafgesetzes, als die näheren Ausführungsbestimmungen enthaltend, in Anwendung. Artikel 229 lautet: ..Bis nach beendigtem Rachmittagsgottesdienst sind ... öffentliche Spiele und andere geräuschvolle öffentliche Lustbarkeiten verboten." Ebenso finden die Vorschriften über die Polizeistunde Anwendung. Richt ausgeschlossen ist auch unter besonderen Umständen eine Bestrafung wegen ruhestörenden Lärms. WB TSLL- nldnt sondesrv 1 Sammeln Sie E'.'ÄS »ontonniete I» Lasel- und wirtschaftsobst für den Winterbedarf empfiehlt in guter Sortierung, außerdem zur Herbstpflan- zung alle Sorten 08005 Obstbäume. h. Gruber, UML Gewerbe-uÄschinen- bauschülederStadtGießen Baugewerbe und Maschinenbau Schreiner- und Schuhmacherfachschule kunstgewerbliche Klasse sasth Semesterbeginn 1. Novbr. 1925 Än-Auktion am Mittwoch, dem 7. Oktober, vormittags 11 Uhr, in Lauterbach L H. nuD Ium Verkauf kommen ca. 60 Bullen des Hess. Fleckviehschlages (Simmentaler). Gießen, den 26. September 1925 Landwirtschastskammer-Ausschutz für Oberhessen. __ n j -Kränze Braut -Seide*2' Modehaus Salomon Gießen, Schulstraße. 7891a Metall betten “"'A SUhlmalretwa, Äioflerbetten dir. an Priv Katal.729 fr. EiaenrndfeelUbrlk Sahl (Tbttr.) Von der Reise zurück Herrn. 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Aus dem Gebiete der sozialen Aufgaben heben wir hier nur die katastrophale Wohnungsnot und die Pflichten gegenüber den alten Anleihegläubigern der Stadt hervor, weiter sei an die Sringlidtfcit einer starken Pflege und Förderung der Sportbewegung als Mittel zum Wiederaufbau unserer Volksgesundheit erinnert. Auf geistigem Gebiet wird sich die Stadt in Zukunft nicht nur der Schulen besonders annehmen müssen, sie w rd auch Bedacht darauf zu nehmen haben, der Universität, dem geistigen Mittelpunkt unserer Stadt und der ganzen Provinz, in weitgehendem Maße helfend an die Seite zu treten. Sc länger man um sich schaut, desto umfangreicher w-rh das Aufgabenbündel, das der Lösung Harri. Wir wollen es aber heute bei dieser kurzen Auslese bewenden lassen, denn groß genug ist sie schon, um die Haare einigermaßen zu Berge stehen zu lassen Zur Bewältigung all dieser Probleme und damit zur guten Wegbereitung für unsere Stadt ist eine große Summe von örtlichen Erfahrungen ein hervorragendes Betriebskapital, notwendig ist aber auch, daß unermüdlich, mit nie erlahmender Tatsreude. mit ganzer Hingabe der Person und des Könnens, von oben bis unten, von jedermann, der hier berufen ist, mit» gearbeitet wird an der Schaffung einer besseren Zukunft unseres Gemeinwesens. Mit ferner Stimmabgabe hat das Stadtparlament die verantwortliche. höchste Anforderungen heischende Führerstellung dem langjährigen Oberbürgermeister Keller erneut und auf Lebenszeit übertragen. Auf ihn als Führer richten sich die Augen all derer, die unsere Stadt dutch Mut, stete Tatkraft und doch verantwortungsbewußtes Wägen vorwärtsgebracht wissen wollen, auf ihm als Führer ruht eine große Verantwortung nicht nur in rechtlicher, sondern auch in heimat- gtzschichtlicher Hinsicht, ihm stellen sich die schas- .senden geistigen und wirtschaftlichen Kräfte der ^Bürgerschaft gern zur Verfügung, wenn er sie jfrum vorwärtsstrebenden Arbeiten ruft. Das Vertrauen der Bürgerschaft und ihre herzlichen Glückwünsche sind Oberbürgermeister Keller als Begleiter auf seine fernere Amtslaufbahn zur Seite gegeben worden, nun wollen wir alle, Führer und Bürge r. nur noch ein gemeinsames Losungswort im Interesse unserer Stadt befolgen: Arbeit, nie rastende, nnm-r tatsrohe, hingehende Arbeit! Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 4. Oktober: Der Rofenkavalier. Montag, 5.: Pique Dame. Dienstag, 6.: Die Walküre. Mittwoch, 7.: Der Freischütz. Donnerstag, 8.: Die Zauberflöte. Freitag, 9.: Mignon. Samstag, 10.: Intermezzo. Sonntag, 11.: Carmen. — Schauspielhaus. Sonntag, 4. Oktober: Einer von unsere ßeut. Montag, 5.: Ein Volksfeind. Dienstag, 6.: Die drei Zwillinge. Mittwoch, 7.: Gin Volksfeind. Donnerstag, 8.: Ernst (Dunburh). Freitag, 9.: Bürger Schippel. Samstag, 10.: Wie es euch gefällt. Sonntag, 11.: Wie es euch gefällt. Lebens abgelernt ! Sollte zu den nützlich des Lebens nicht auch die Politik und die Diplomatie gehören, zumal da es sich wirklich nicht mehr um die erste, sondern fast schon um die letzte Menschengesell- schaft handelt! Max Halbe. Zum 60. Geburtstage, am 4. Oktober. Don Roda Roda. Sein Werk zu würdigen, überlasse ich den Berufenen. Ich spreche von Max Halbe, dem Menschen und Rebenmenschen. Ich kenne ihn nun zwanzig Jahre — so darf ich ein Wort wohl wagen.EristWestpreuße,in Güttland bei Danzig geboren. Doch er ist fast ebensosehr Münchener: 1884 bis 1887 hat er hier studiert, im Sommer 1888 den Doktorhut erworben, und seit über dreißig Jahren ist er zu München ansässig: in Tagen, wo diese Stadt — man denke an die Generation unmittelbar vorher: Richard Wagner, Dförnfon und Ibsen — immer noch so etwas wie ein deutsches Florenz war. Die Zeitgenossen pflegen ihren Dichtern das Leben nicht leicht äu machen, ilnb wie Max Halbe früh den Ruhm in vollen Zügen trinken durfte — nach der „Jugend", 1892 *-i hat man ihm den Giftbecher der Kritik kredenzen wollen — zwei Jahre darauf, nach dem „Amerikafahrer". Gr ließ auch die harten Urteile über sich ergehen — ohne anders xu appellieren als durch neue Erfolge. Richt umsonst sind seine Ahnen Westfalen, seine Großeltern und Eltern preußische Landwirte, er selbst — der Wahlheimat nach — em Daher. Erstaunliche Vitalität, ein fester 11,6 Grad aufweist, an Regenmenge in Millimetern 243, an schönen Tagen 9,6, an bedeckten Tagen 8,3, an Regentagen 11,6. Das nördlichere Luzern, das Deutschland lieber als Konferenzort gewählt hätte, wurde nicht annähernd mit so günstigen Ziffern auf« warten können. Professor Dr. A. Martin, Mitglied des Gesundheitsamtes in München, nennnt dieses „Nizza der Schweiz" einen wirklich gesunden Winteraufenthalt. Begeistert wie Rudolf Töpffer hat sich auch der Dichter Geora Ebers über Locarno ausgesprochen: „Vielleicht ist kein Punkt am Lago Maggiore geeigneter für einen längeren Aufenthalt wie Locarno: denn weder Baoeno, noch Stresa, noch Pallanza haben so im Uebertluß Straßen und Fußpfade, die zu reizenden Spaziergängen und Fahrten einladen." Möge die Schönheit dieser Natur auch etwas über das Resultat ausbreiten, das diele Konferenz — gewiß nicht die letzte — für Deutschland zeitigen wird. Denn wie sagt doch Schiller in „lieber die ästhetische Erziehung des Menschen": „Die Natur zeichnet uns in ihrer physischen Schöpfung den Weg vor, den man in der moralischen zu wandeln hat" und in „Etwas über die erste Menschenaesell- schaft": „Bei der Natur ging der erste Mensch in ferenz niemals tagen können. Oder gegenüber das I die Schule, und ihr hat er alle nützlichen Künste des italienische Ufer mit Cannobio und Lumo — nein, Lebens abgelernt' I Sollte zu den nützlichen Künsten da käme man schon allzu sehr ins Schwärmen, zu sehr in den Geist von dem hundert Jahre toten Dichter Jean Paul, der seinen „Titan" hier auf der Jsola Bella der borromeischen Inseln spielen läßt; und was das Titanische anbetrifft, so haben sich die Zeiten ja sowieso etwas geändert, ganz abgesehen davon, daß man Poesie mit rauher Wirklichkeit doch nie in Einklang bringen könnte .... Bliebe noch vom Klima Locarnos zu reden, das für den Monat Oktober als Durchschnittstemperatur Rach den Verhandlungen im Gesetzgebungsausschuh des Landtags über den Gesetzentwurf, betreffend die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Gesetz nun doch noch so zeitig verabschiedet werden, daß die bevorstehenden Wahlen nach ihm vorgenommen werden können. Der Wahlgesetzentwurf sieht folgende wesentliche Reuerungen vor, die ich zur einstweiligen Kenntnisnahme veröffentliche: Die Provinzialtagswahl findet, wie seither, unmittelbar und in einem Wahlgange mit den Gemeinde- und Kreistagswahlen statt. Die Provinzialtagswahl bleibt als direkte Wahl; die Stimmberechtigung wird neben dem Besitz der deutschen Reichsangehörigkeit und einem Alter von 20 Jahren nunmehr einheitlich für die Gemeinde, die Kreistags- und die Provinzialtagswahl davon abhängig gemacht werden, daß der Betreffende bis zum Wahltag 6 Monate (statt bis zum Beginn der Offenlegung 3 Monate) in berf eiben G e- mefnbe oder selbständigen Gemarkung wohnt. Das Alter für die Wählbarkeit wird von 21 aus 25 Jahre heraufgesetzt. Für jede der drei Wahlen ist ein amtlicher Stimmzettel nach Art der Stimmzettel für die Reichs- unö die Landtagswahlen zu benützen: die Stimmzettel für die Gemeindewahlen sind von der Gemeinde, für die Kreistagswahlen vom Kreis und für die Provinzialtagswahlen von der Provinz nach noch ergehender Anweisung Herstellen zu lassen. Die Stimmabgabe wird dadurch wesentlich vereinfacht, daß alle drei Zettel zusammen in einen Umschlag z u legen find. Als Wahltag soll der 15. Rovember 1 925, wie er in der Provinz Oberhefsen bereits bestimmt war, beibehalten werden. Allerdings sind mit Rücksicht hieraus für die bevorstehenden Wahlen Stillungen der auf die Wählerlisten unh die Wahlvorschläge bezüglichen Fristen vorgesehen. Amtsgericht Wetzlar. Q Wetzlar, 2. Oft. Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich der Zimmermann H. D. aus Volpertshausen zu verantworten. Der Angeklagte axir schon durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden, hatte aber hiergegen Einspruch erhoben, da er die Tat bestritt. Wie die Verhandlung ergab, war der Angeklagte mit mehreren Burschen aus Volpertshausen an einem Sonntag int Mai bei einer Tanzbelustigung in Weidenhaufen. Da die Vvlpertshäuser kein Tanz- und auch kein Eintrittsgeld bezahlen wollten, entstanden schon nachmittags Auseinander-' setzungen, biS schließlich dnch der verlangte Tribut entrichtet wurde. Abends entstanden wiederum Streitigkeiten, angeblich wegen der mangelhaften Tanzordnung, die schließlich in Tätlichkeiten ausarteten. Der Angeklagte, dessen Benehmen bis dahin gerade nicht als bescheiden bezeichnet werden formte, benahm sich dem Wirt gegenüber recht frech und wollte sogar gegen diesen tätlich werden, worauf der Sohn des Wirts dem Angeklagten mit einem Knüppel über den Kopf schlug, so daß dieser taumelte Hierauf griff der Angeklagte den Zeugen Sch an und trat diesem gegen dcrS linke Knie, wodurch dessen Kniescheibe verschoben wurde tmb er sechs Tage lang im Wetzlarer Krankenhaus zubrrngen mußte. Der Angeklagte behauptete dagegen, er habe den Sch nicht getreten. Während drei Zeugen eidlich bekundeten, der Angeklagte sei der Täter gewesen, wollen vier andere ebenfalls eidlich vernommene Zeugen nichts davon gesehen haben. Das Gericht sah dagegen den Angölagten wegen des Fußtritts der gefährlichen Körperverletzung für schuldig an und erkannte auf 100 Mark Geldstrafe und Auferlegung der Kosten des Verfahrens, hilfsweise 20 Tage 'Gefängnis. Der Kaufmann Hermann K. von Wetzlar war wegen groben Unfugs und Beleidigung angeklagt. Der Angeklagte, der des nachts von einem Polizeibeamten wegen Unfugs zur Rede gestellt wurde, benahm sich gegen den Beamten äußerst frech und beleidigte ihn. DaS Urteil lautete wegen groben Unfugs auf 10 Mk, und wegen der Beleidigung auf 40 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise für je 5 Mk. 1 Tag Haft. Auch wurden dem Angeklagten die Kosten auf» erlegt und dem Beleidigten die Befugnis zu- erlannt, den entscheidenden Teil des Urteils im „Wetzlarer Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Der Müller Heinrich D. und der Bergmann Ludwig B. aus G r d a, die angeklagt waren, den Zeugen G. nachts überfallen und mißhandelt zu haben, wurden f rei g e s p ro ch e n, da die Zeugen ihre früheren, die Angellagten teilweise belastenden Aussagen heute unter Eid widerriefen. Glaube an sich hat ihn alle Anfeindung gemut überdauern lassen. Man darf sich Mar Halbe beileibe nicht a!S Greis Dorfteilen. Wenn man jetzt in Danzig, in Berlin, in München seinen sechzigsten Geburts-- tag feiert, ist eü keine Generalprobe der De- eroigimg: Max Halbe steht in der Vollkraft des Geistes und des Körpers. Er Pflegt täglich etliche Stunden durch die Stadt zu schreiten. 3n welchem Tempo! Ich rate keinem Jüngling, das Reimen aufzunehmen: er müßte es bald leuchend aufgeben. Max Halbe ist seines Zunftzeichens Historiker. Ich kenne niemand, dem nicht nur der Sinn der Geschichte — nein, auch ihre Ramen und Zahlen in solchem Maß und Grade gegenwärtig sind wie ihm. Man mag im Gespräch am Freundestisch die Chronik der Ereignisse in ihren fernsten Anhängen aufschlagen: Max Halbe wird um die Chaldäer ebenso genau Bescheid wissen wie um Australien — in jedem Fall besser als der Fachdozent. Gr wellt gern am Freundes tisch — bei allem Ernst des Berühmten ein wohlgelaunter Gesellschafter von kaustischem Witz. Ja, er sprüht zu guter Stunde von Witz und Frohmut. Sieht gern die Jugend um sich, teilt ihre Zuversicht und fühlt ihre Leiden mit. Ich war Zeuge, wie Halbe einst als Vorsitzender der Münchener Dramati- scheu Gesellschaft Ausschau hielt nach aufstrebenden ^Begabungen, wie er Wedekind in dessen schwersten Kämpfen stützte. Er selbst hat sich ins Getümmel nie begeben; hat ruhig geschaffen, seine Zeit abgewartet (die für einzelne, bisher mißverstandene Werke erst kommen muß und wird). Hat zwanzigmal und öfter in dieselbe Kerbe gehauen, unverdrossen — Wegen Vergehens gegen § 138 StrGB, war der Kommissionär F. R. von Wetzlar unter Anklage. Der Angeklagte war als Zeuge zu einem Gerichtstermin geladen. Mtt der Begründung, er sei um diese Zeit verreist, bat ee um Verlegung des Termins auf einen späteren Tag. Dem wurde auch seitens des Gerichts entsprochen. Trotzdem erschien der Angeklagte an dem Terminstage in einer anderen Sache vor Gericht. Es erfolgte nun Anklage, weil der Angeklagte eine unwahre Tatsache als Entschuldigungsgrund vorgeschüht haben solle. Die heutige Verhandlung ergab jedoch keine strafbare Handlung des Angeklagten. Demgemäß erfolgte auch seine kostenlose Freisprechung. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau^.) Sonntag, 4. Oktober: 8 bis 9 Uhr Morgenfeier, veranstaltet von der Methodistengemeinde Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr Mittagsständchen des Hausorchesters: Verdi. 3.45 bis 4.45 Konzert des Zitherquartetts Martin Höfler. 5 bis 6 Uhr Die Stunde der Jugend. 6.30 bis 7 Uhr „Lebenskunst", 6. Vorlesung: „Du sollst den Werktag heiligen" von Karl Scheffler. 7 bis T llhr Stunde des Rhein-Mainlschen Verbandes für Volksbildung: „Aufgaben und Organisation der Jugendbewegung", Vortrag von Bezirksjugendpfleger Möller: Vorlesung aus Berichten von Wanderfahrten. 8.30 bis 9.30 Uhr Mozart-Zyklus des Amar-Quartetts: Erster Abend. 10 bis 11 Uhr Liederabend Edward Lankow. Montag, 5. Oktober: 4.30 bis 6 Uhr Nachmittaaskonzert des Hausorchesters: Offenbach (qest. 5. Oktober 1880). 6 bis 6.30 Uhr Die Lesestunde (Die Novelle: „Colomba" von Prosper Merimse. 6.30 bis 7 Uhv Fachoortrags „Die Behandlung häuslicher Feuerstätten . 7 bis 7.30 Uhr Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: „Hochfrequenzmaschinen I", 22. Kursvortrag. 7.30 Uhr Uebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Erstes Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. MechNche Nachrichten. Evangelisch« Gemeinden. Gießen. Sonntag, 4. Oktober. 17. n. Trinitatis. Stadtkirche. 6'/,: Pft. Mahr. Beichte und heiliges Abendmahl f. d. Matthäus- u. Markusgemeinde. 11'/»: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfr. Mahr. 6: Pfarrasi. Hertel. - JohanneSkirche. 91/,: Pfarraffistent Schultheis. 11: Kinderlirche f. d. Lukasgemeinde. Pfarrasi. Schullheis. 6: Pfr. Ausfeld. Beichtd u. heiliges Abendmahl für die Lukas- und Iohannesgemeinde. — Kirchberg. 10; 11 x Letzte diesjährige Christenlehre für die weibliche Jugend. - Lollar. I7a. — Staufenberg. I1/,. — Watzenborn - Garbenleich. Watzenborn-Steinberg: Abends 77,. Garbenteich: 9l/<: Beichte, anschl. Gottesdienst und heilig. Abendmahl der Alten. — Wieseck. Evang. Gemeindesaal. Ludwigstr. 11. 9'/,. Herbstabendmahle im Rovember nach Fertigstellung der ErneuerungSarbeiten der Kirche. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 3. Oktbr. 47, u. 7 Beichte. Don 47,-8 wird ein ftemder Priest er Beichte hören. Sonntag, den 4. Oktbr. 18. Sonntag nach Pfingst. Rosenkranzfest. 67, Deichte, 7 Messe, Korn. d. Männer deS Kaufmännischen Vereins u. des Gesellenvereins, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe m. Pred., 57, Christenlehre u. Rosenkranzandacht, 8 Stiftungsfest de< Gesellenvereins. Dienstag u. Freitag abds. 8 ist Rosenkranzandacht. — Grünberg. 97, Mesie mit Predigt. - Hungen. 6 Andacht mit Predigt. Laubach. 10 Mesie mit Predigt. — Lich. 71/» Messe mit Predigt. Timmer v^ü/ülidt Im. Gebrauc/t / Ein rolrllames WellMMitlel. “ä dabei unschädliches Emiettunasmittel urteilen die Aerzte rote folgt: ,ES dürfte Sie tntereffieren, daß ich bet meiner vorigen Kur ca. 30 Pfund Abnahme zu verzeichnen batte . . . habe mich aber hervorragend wohl gefühlt, also keinerlei Schätzt» gung gespürt. Dr. med. 81. in W. . . Jchkonnte eine Gewichtsabnahme (in den. ersten Wachens von 4 Pfund konstatieren. Patient fühlt sich ivohler als früher. Dr. med. M. in G. ... Nachdem sich die erste Sendung als erfolgreich gezeigt bat . . . Med.'Nat Dr. P. in L. iGuiachten sind Auszüge der Originale). Jeder Korpulente oder hierzu Veranlagte unternehme eine Kur mit den echten Toiuba-Kernen, die in den Apotheken zu haben sind. Bestandteile auf der Packung. 9188ss und kann auf ein Lebenswerk blicken von einem Reichtum, der sich jenem der Allerbesten zur Seite stellt: ein Gebäude, auf das sich gewißlich noch Kuppeln türmen werden. Heute noch, als Sechziger, versammelt Max Halbe allwöchentlich — deutsch auch in diesem pünktlichen Eifer — eine Schar von Aufstreben- oen um sich, meist Künstlern — auf einer Kegelbahn „Die Unterftrömung“, die freilich nichts gemein hat mit den landläufigen, kleinbürgerlichen Wirtshausklubs. Die Annalen der „llnterftrö- mung“ verzeichnen Konrad Alberti als Genossen, Michael Georg Konrad, Panizza, Ludwig Scharf, Wedekind — in der Liste ehemaliger Mitglieder fehlt keiner der literarischen Streiter von anno Neunzig an. Stunden mit Max Halbe — und eben die spätesten -- sind ein hoher Geimß. Der Preuße taut nicht leicht auf — der Dichter muß sich Mitteilen: gehören doch seine geheimsten Gedanken der Mit- und Rachwelt. Ich werde lebenslang an einen Morgen denken, wo QKaj Halbe einem vertrauten Kreis etwas von seiner innerlichsten kosmischen Frömmigkeit preisgab, ihn mit der Rähe Gottes überdauerte. Mar Halbe ist deutsch nicht bloß durch Fülle der Bildung, Ruhe und Tiefe seines Geistes — so deutsch tote er enrpsinden nur Menschen, die aus Grenzmarken stammen, wo man feit Jahrhunderten zäh um Art und Sprache mit dem Rachbarn ringt. Max Halbe ist kein Chauvinist; als historisch geschulter Betrachter kann er eä nicht fein — er überschaut Zusammenhänge. Doch eben die Hohe feiner Kultur, des Wissens um Leistungen und Werte erlaubt ihm ein Urteil, läßt ihn Deutschland mit wärmster Liebe umfassen. "Mo?k 7,.(t "öe, tD»;t «7e bot * ö'E K ^^vainni '■«tobet: 'ÄTftWto« tm kusojfiJ- bis 1 iik. tl,*ni81$g^,bi' 3.45 MZ 5. 0ktobn: "N 5«>ft On6ert be5 Frankfurter Dr. Nachrichten, & ©ememben. KH-.W Ä. ~ tzhmnesktrche. Ws- U:Kinöntjrche f.tz. ü- Schultheis. 6: Pfc M. : Mendmahs für die Lukas- ~ Kirchberg. 10; 111 iienlehre für die weibliche >. - Staufenberg. 1'/,. - z'd>- Datzenborn-Steinberar W 9lV. Deichte, an^L 5- WmdmG der Men. - dnbeHWQfc.ll. 9'/». Äovrwber nach Fertigstellung ien der Kirche. x Semein-ea. m Z.owr. 47, L 7 Seichte, mder Priester Seichte Hören. 18. Sonntag nach Pstngst. hte,7Meste,Aom.d.Mnner ireinSu-desGefellenvereins, predigt, 11 Meße m. Pud., fenkra^andacht, 8 Ltiftungs- J. Sienstag u. Freitag abdS. I. - vrünberg. S'/, Messe ien. 6 Andacht mit Predigt, tPredigt.-Sich.Mr ’dvwv GitoTAudx KW» mirkiain-, •fie’ÄÄf ncn batte. ■ • yö% (Schttl- lfl#Ä mei A. M «■• Wochen« srK^s SgS S®Ttoii*9e"6* IN &&&■ ^sammelt Mas ,Äs»äS5 »««”9 l£ 8e*r51E ten»li*r® m ,S*4E MS „, Halbe -,wjL. Preuße Den-ub ^ n^' 7°*, achcimstrn *08 Vtz'iSSL " *i6" $»a?> /X'- Val» 3u Neuenweg 14 Gießen Monhausen Gießen, 3. Oktober 1925 9235 D Oktober 1925 9229c MischeCentrabBodenkredihkiGes. Langsdorf, den 4. Oktober 1925 Lichtspielhaus Ä. 8% Golil-Com.-Schultlversclirelbunflen 9283D Astoria Lichtspiele Nur noch heute und morsen II. Teils Söhne w Neu aufgenommen! Anzeige! Damen- und Mädchen-Mäntel Ausstellung und Verkaufsraum im 1. Stock Sie sind erhältlich zum jeweiligen Börsenkurse sowohl bei uns selbst, wie auch bei den bekannten Zahlstellen und den übrigen Bankfirmen. zum Kurse von 84% zuzüglich Stückzinsen ab 1. Juli d. J. zum Kurse von 80%% zuzüglich Stückzinsen ab 1. Juli d. Js. Die Vermählung meiner Tochter Ottilie mit Herrn Lehrer August Ullrich zeige ich hiermit ergebenst an Carl Nicolaus Malermeister Kr. Frankenberg Schiffend. Weg 2 (Eder) Gießen, 2. Oktober 1925 z. I. Evangelisches Schwesternhaus Gießen Frankfurter Str. 127 Marie Schiel Ernst Thörner Verlobte Forstrat i. R. Dr. Dieffenbach u. Frau 9243D Besichtigung ohne Kaufzwang 9240D Lieferung der Stücke sofort. Beleihbar bei der Reichsbank in Klasse A. Ein geführt und amtlich notiert an der Berliner Börse, die Gold-Pfandbriefe auch in Frankfurt a. M. Währungssicher, da auf Feingold abgestellt. Gedeckt durch erste auf Feingold lautende Hypotheken bezw. durch Felngold-Darlehne. Kündigung bis 1930 ausgeschlossen. Tilgung muß spätestens 1960 bezw. 1955 erfolgt sein. Rückzahlung bei Kündigung oder Auslosung von lOfF/o. Die Geburt einer Tochter zeigen in dank barer Freude an Hans Wellstein und Frau Sophie geb. Neumeier Kippenheim 3- I. Gießen Beim Wegzug von Lich rufen wir hiermit allen Bekannten ein herzliches Lebewohl zu Lich, am 2. Oktober 1925 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Emilie Otto Willi Philippi August Ullrich und Frau Ottilie geb. Nicolaus Vermählte Ihre Vermählung geben bekannt Hermann Wagner und Frau Anny geb. Bolz in jeder Kreistage Lahlungskrieichterung! Pallabona-Puder reinigt und entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht es locker und leicht zu frisieren, verleiht feinen Duft Zu haben in Friseurgeschäften. Parfümerien, Drogerien u. Apotheken. Beide Teile in einem abendfüllenden Programm. Ein gewaltiges modernes Filmwerk von Arbeit, Leid und Liebe. 9271c Sonntag auf allen Platzen ein kleiner Anfaoblag Dr. med. Alberts Astbmakur kann selbst veraltete Leiden dauernd bellen. Aerrtl. Svrechst.inGießeit,BabnbofSbotcl Lenz jeden Montag 10—2. 7ti7sl Marktstraße 12 Gießen Preußische Central Bodenkredit Aktiengesellschaft Berlin NW 7, Unter den Linden 48/49. WMM I. 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M., Maintal 53, früher Kranken- und Sterbekasse für selbständige Handwerker und Gewerbetreibende am Dienstag, dem 6. Oktober 1925, nachmittags *2 Uhr, im „Saalbau Sauer" in Gießen, Neustadl 58. Tagesordnung: 1. Dortrag über die Spar-Rentenoersicherung; 2 Wahl der Abgeordneten zur Hauptversammlung; 3. Verschiedenes. Rur im Geschäftsbezirk der Bezirksoerwallung Gießen wohnende Mitglieder haben Zutritt gegen Vorzeigung ihrer letzten Beitrags- quittung. 08068 Die Direktion. Nur noch heute und morgen Uraltes Geheimnis und modernes Leben mit heißem Griff gepackt und hochdramatisch gestaltet, das ist der neue große Meeitrolilm Um eines Weihes Ehre mit der bildschönen ~ Lucy Doraine = in der Hauptrolle. — Ferner: Liabesurlaub einer Königin Romanze in 5 Akten. Ein wundervolles Spiel vom Glück und Leid einer Fürstin. — Dazu: = Buster Keaton == der unerreichte Grotesk-Darsteller in dem 2aktigen Lustspiel Ole Verwandten seiner Fran Ein außergewöhnl. schönes und reichhalt. Programm Sonntag an! allen Platten ein kleiner Anftehlag Nr. 232 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 3. (Moder (925 Fünf Luftbrücken. Zur Stockholmer internationalen Luftfahrlkonferenz. Don Fischer von Poturzhn. Die internationale Luftfahrtskonserenz in Stockholm, bei welcher unter Vorsitz des um die europäische Luftfahrt hochverdienten General- Postmeisters Exzellenz 2 u h l i n bedeutsame politische und verkehrstechnische Entscheidungen fallen werden, lenkt die Aufmerksamkeit auf den großen Anteil, welchen Schweden heute in der Welthandelsluftfahrt einnimmt. Das schwedische Königreich verbinden in diesem Fahre nicht weniger als fünf Luftbrücken regelmäßigen Dien st es über die Ostsee mit dem Festlande: Stockholm—Heljingfors, Stockholm- Danzig, Stockholm—Karlshamm-Wa.nrmünfre. Malmö—Warnemünde, Malmö—Kopenhagen. * Die Verbindungen nach Helsingfors, Warnemünde und Kopenhagen verfügen über unmittelbaren Anschluß weiter nach Süden. Wenn in anderen Staaten, wie zum Beispiel Deutschland, die Gunst der geographischen Lage die Entwicklung der Luftfahrt gefördert hat, so ist es eigentümlicherweise gerade Schwedens geographische Ungunst,welche gepaart mit der Tatkraft weitschauender Persönlichkeiten eine so beachtenswerte Leistung zu Wege brachten. Wenngleich bereits frühzeitig die schwedische Luftfahrt sich nicht nur kriegerischen, fbnbern auch friedlichen Zwecken zuwandte, so ist die eigentliche großzügige Verkehrs- politische Initiative Schwedens doch erst 1925 voll zur Geltung gekommen. Viemand konnte dieser Fortschritt überraschen, welcher anläßlich der internationa'en Gotenburger Luftfahrt-Aus- stellung 1924 Gelegenheit hatte, das tatkräftige 3nter r^^unr, .. 9 $fl«n J8 ift j)ie »?' ’Mb"9 b« aJ* 0 U 0 r l *♦! f P n t *'Qn« unttt ?£*»*. L"L>° &%«* g'Äs^ dtzZL.lL MtnA h-ie ni41. MteS'aS MAS Suites »V&Ä! -Pianos wrt und Spiel äsr-' NWr i*S £,;;•* LK^ loIft ist au uS ?m Sonntag er» PSÄ«" minutenfan t ,JUttbtQuk Schul,lugzeua tagt ^salls zm S :S^m»bctQtli9 starker S batkn' die Na. S SU haltendem Weder- ^ Flugzeug des Piloten wulslugzeug wurde von dem ' Korken Winde aegen den vobei e? ebenfalls leichten Jlugc sollen nach Dieder- medec ausgenommen werden •suche zeigen jedenfalls, har, ^stüge in gebirgslosem Ge- Damit eröffnen sich für den aussrchtsvvlle Perspektiven.. igung des Deutschen ballbundes. Oft. /DD) Der Deutsche der vor 25 3aHren in vurde, trat zu einer 3ubi* ibcnim in Seidig zusammen, ranßaltele bet Aal der Stadt I des neuen Laihauses eine ier. Oberbürgermeister i seiner Lcgrühungsansprache ßnttoidlung des Deutschen heute über 6000 Vereine ttglredern zähle, und sprach das die bedauerliche Kluft Z> Sport, die zufammngehör- arbeiten mühten, bald vi» mbac. Der Oberbürgeme.sler en Wünschen für das wettere chlcn des Deutschen Zuhbatt- er und Gedeihen- für unser Der zweite Dorsiyende des rundes. Linnemann erwi- des-Dankes und führte oll.-Schatz-An wrisng.*) 0,255 0,43 71.9 65* 75' 38 36,25 28 36 0,295 0.430 0,13 0,27 65.25 55.1 92.25' 72.5 53,9 95.5 119,75 124,5 36,5 50,25 | 75 i 55,75 | 74,75 | 60 | 51.75 65,5 5% Deutsche RetchSanleihe . 4?/o Deutsche RetchSanleihe . 3’/»% Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische Konsols . . . 0.03 66 13* 46,9 40,5* 66,75' 70,75* 101.5' 114.25 18,1 35,1 67.5 117.25 117.5 55 70 0,24 90, 5 95.25 7,5 0,225 0,285 0,275 0.4575 0.135 0,27 0.27 0 26 0,275 91,25 95,3 7.7 41,5 122.7' 95' 104* 104' 0.24 0,2975 0,29 0.455 0,1425 0.2725 0,27 0.26 0 27 91,75 95 3 7,8 99.75 । 91.5 ! 27 4.5 I 86; 58 I 55 ! 46.5 | 39,25 66.5* 71* I 101* ; 60,25* I 67.13' | 4*/o Zolltürien 5% Goldmerikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmft. und Nationalbank . Deutsche Bank........ Deutsche Vereinsbank . . . . Disconto Commandit . . . . Mctallbank........... wtitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Weslbank Bochumer Guß 4 ..... . Buderus Caro ...... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke .. tarvener Bergbau..... aliwcrke Aschersleben. . . * Kaliwerk Westeregeln. . . .. Laurahütte....... » .. Ober beb ar f * • . . . Phönix Bergbau ..... Frankfurt a. M., 2. Oft. Die hatte fast keine Umsätze aufzuweisen. Zurückhaltung und Lustlosigkeit gaben wiederum dem Verkehr das Gepräge. Die Kurse hielten sich zumeist auf dem Stande der flauen Mittagsnotierungen. Die Abendbörse schloß in unverändert schwacher Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0,225, Schutz- gebietsanlejhe 5,101. Ausländische Renten: Zolltürken 7,50, Ungarn von 1914 8,70. Bankaktien: Commerzbank 94, Darmstädter Bank 102,75 Medio, Dresdner Bank 100, Mitteldeutsche Creditbank 92,50, 65* 67.25* 99* 113 17,75 35 0,25 90.25 95,25 8,9 1 40 | 123.75 ! 94* i Riebcck Montan ....... Tcllus Bergbau. Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd - . . . . Cheramische Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Analo-Cont.-Guano . . . .. Badiscbe Anilin........ Chemische Mäher Awpin . . Goldschmidt Griesheimer Electron . • • . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rülgerswerke...... . . Scheideanstalt ....... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Schuckert . Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kicher ..... Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt Meguin............. Motorenwerke Mcmnbeim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgescllichast Frankfurt. Pel. Union A.-G........ Schuhfabrik Her; . . . . . . . Sichel Zellstoff Daldhos Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 104,7* 59 101 78| 93,25* 1 7 25 0,028! Schl uh k. Abend» dSrse 2 10. Schluss Mittag b'brle 2 10. 93,75* 73 7/ 62 76 | 39,25 39,75 28 36 Rätsel-Ecke. Silbenrätsel. ba — bas — de — di — dikt — do — dhll — e — e — el — fen — hac — i — ku — la — le — li — li — lin — na — ne — ni — no — 0 — 0 — 0 — 0 — op — peln — re — ruf) — se — sta — the — tiv — us — dl Aus vorstehenden 37 Silben sind 13 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Gestell, 2. Name eines Sonntags, 3. Musikinstrument, 4. Erzählendes Gedicht, 5. italienische Insel, 6. Heilmittel, 7. spartanischer König, 8. türkischer Titel, 9. türkische Stadt, 10. Königsname, 11. obrigkeitliche Verordnung, 12. musikalische Form, 13. Stadt in Schlesien. Wurden die Wörter richtig gebildet, müssen Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Terenz ergeben. Entzifferungsaufgabe. wfrtrjckfnbrjtmvtltzstgfnvsst.dfmwvrdfswjhlbfkj mmfn:wfrsjrgfnhxtyndbrx.tfnvsst,dfmwvrddxsmxhl nvchtsrjmrnfn.—gjfthf— Seht man für bestimmte Konsonanten die fehlenden Vokale ein, so kann man ein Gedicht ablesen. Ein Geheimnis. Durch „i" hat mancher seine „a" mit „u" getragen, Wie er dies tat wird er dir grab nicht sagen. Besuchskartenrätsel. A. T. Kanih Freiberg Die richtige Umstellung der Buchstaben ergibt die Benennung eines industriellen Großbetriebes. Rätsel. Diel Weisheit seit deinen Kinderjahren Hast du gewiß aus dem ersten erfahren: Mit dem zweiten und dritten schreibst du (nieder, Was deine Seele spiegelt wider: Und kommen in deinen späteren Jahren Geschäfte, worinnen du unerfahren, Brauchst du das ganze unbedingt, Damit dich die Sorg' nicht niederzwingt. Kreuzworträtsel. Es bedeuten: Don links nach rechts: 1. Weiblicher Personenname, 5. westindische Insel, 9. Teil der Kirche, 10. tm Weltkrieg beiß umstrittene Stadt in Frankreich, 11. gottesdienstlicher Brauch, 12. einer der sieben Weisen Griechenlands, 15. militärischer Rang, 18. Bestandteil des Bieres, 19. Prophet, 21. Körperteil, 22. Raubtier, 23. Stimmlage, 24. französischer Marschall. Don oben nach unten: 1. Dogel, 2. deutsche Hauptstadt, 3. geographische Bezeichnung, 4. Gattungsbegriff, 5. englische Droschke, 6. Schweizer Kanton, 7. südamerikanischer Staat. 8. Tierleiche, 13. Nebenfluß des Neckar, 14. Dolksstamm, 16. Dorgebirgc des Harz, 17. die ganze Welt, 18. Zeichen, 20. Stadt im Freistaat Sachsen. Auflösungen. Rätsel. Reise — Eis. Umstellungsrätsel. Kain, Asche, Rispe. Trepan, Ober, Flor, Fahne. Emir. Laub, Flachs, Elch, Urban, Espe, Rasen. — Kartoffelfeuer. Silbenrätsel. 1. Wollin, 2. Ili, 3. Reuse, 4. Lorchel, 5. Eifel, 6. Bibra, 7. Elis, 8. Nansen, 9. Niveau, 10. Isec, 11. Celle, 12. Haynau, 13. Tartüff. — Wir leben nicht für uns allein. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonStisch. Schwierig. „Guten Abend, Herr Sterz! Kommen Sie denn jetzt schon atti dem Theater?" ..Freilich," „Was ist denn heute?" „Freitag!" „Ach Quatsch, ich meine, was sie gegeben haben I" „Drei Mark für Orchestersessel." „Nein, ich meine doch, was für ein Stück!" „Ein silbernes Dreimarkstück." „Hör'n Se, das ist aber nicht zum Aushalten!" „Dein, da haben Sie recht. Deshalb bin ich auch schon nach dem zweiten Akt weggegangen." Geteilte Freude. Herr Schulze gibt dem Drängen seiner Gattin nach und macht mit ihr eine Nordlandreise. Programmäßig besichtigen sie beim Scheine der Mitternachtssonne das Nordkap. In einer Anwandlung von Langeweile ritzt Herr Schulze in den Felsen: „Saß hier mit meiner Frau. Schön! Schulze, Berlin." Drei Wochen später kann mai^ wenige Zentimeter tiefer, lesen: „Ich ohne. Schöner! Meier, Hamburg." (Lustige Blätter.) Der Dureauchef. „Schmidt, das steht nun mal fest: wenn ich nicht dabei bin, sind Sie der faulste Kerl im ganzen Bureau!" Dakapo! Die Sängerin hatte geendet und stürmischer Beifall toste durch den Saal. Als es kein Ende nehmen wollte, wiederholte die Sängerin das Lied. — Da sagte Gretchen, bas zum erstenmal in einem Konzert war: „Sie hat doch ganz gut gesungen, weshalb muh sie es denn nochmal machen?" Reichsbank 130,75, Oesterreichische Kreditaktien 7,35. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 65,20, Kali Westeregeln 117,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 119,62, Goldschmidt 67,50, Höchster Farben 115,87, Holzverkohlung 53,50. Jndustrieaktien: Dyckerhoff 26, Fuchs Waggon 0,48, Lahmeyer 73,75, Gebr. Iunghans 58. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (3n Billionen Mari außoehrörf*. VuenaS-SlirrS, Lvudon, Nea« Sark, Japan, Rio de Janeiro für eine Estiheit, Men und tadaveft- kür 100000 Einheiten. alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. __________(Ohne Gewähr.)__________ Banknoten. 1 Oktbr. 2. Oktbr. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amst.-Ron l— 168,64 169,06 188.59 169,01 Buen.-Aires 1,701 1.707 1,701 1.708 Brff.-Antw. 18,83 18.85 18.76 18.80 Christiania. 85,14 85,66 81,01 84,31 Kopenhagen 101,52 101,78 101,27 101,53 Stockholm . HettingforS. 112,64 112,92 112.58 112,86 10,56 10,60 17,0. 10.652 10,592 Italien. . . 17,03 16.90 16.94 London. . . 20,8 8 20,368 20,305 20,355 Reut,ort . . 4,195 4,205 4.195 4.205 Paris. . . . 19,87 19,91 19,69 19.73 Schwei; . . 80,93 81,13 80 92 81,12 Spanten. . 60,17 60,33 60.2? 60,38 Japan . . . Rio de Jan. 1,717 0.585 1,721 0.587 1,713 0.598 1,717 1.600 Wien in D.< Oest. abgest. 59,20 59,30 59,20 59,34 Prag .... Belgrad . . 12,42 7.44 1'3,46 12.424 12,4(4 7.46 7.41 7,43 Budapest. . Bulaarien . 5,872 3,065 5,882 0,075 5,872 3,055 5,842 3,065 Lissabon 21.075 20,125 21 075 21,125 Danzig. . . 80,61 80,81 80 50 80.70 Konstantin. 2,335 2,335 2,32 2,33 Athen. . . 6.14 6.16 6 09 6.11 Canada. . . 4.197 4.207 4,197 4,207 Uruguay . . 4.19 4,20 4.19 0.20 Berlin, 2. Oktbr. Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,177 4.197 Belgische Noten ........ Dänische Noten........ 18,70 101,02 18,80 101,52 Englische Noten........ 20,26 20,36 Französische Noten ...... 19,69 19 79 Holländische Noten ...... 168,23 169.07 Italienische Noten...... 16,96 17,04 Norwegische Noten...... H3.99 81,4! DeutschOcsterr.,äi00 Kronen 69,00 59,30 Rumänische Noten...... — — Schwedische Noten ...... 112,29 112,85 Schweizer Noten ....... 80,83 81,23 Spanische Noten....... 60.05 BÖ.35 Tschechoslowakische Noten . . 12.387 12.447 Ungarische Noten....... 8.83 5,87 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 2. Okt. Das Geschäft war an der Börse so gering, daß eine Tendenzbildung in den Nebenwerten nicht erfolgen konnte. Die Wiederaufnahme des Ultimohandels läßt sich doch nicht so an, wie dies nach Einführung der technischen Einzelheiten zu wünschen märe. Die Umsätze in einigen der 26 Terminpapiere waren vielmehr so gerinn, daß z.B. von den per Medio gehandelten Schifffahrtswerten bei Beginn der Börse nur Norddeutscher Lloyd notiert werden konnte. Es ist erklärlich, daß diese unvorhergesehene (9 e • ftaltung des Termingeschäftes auf die Tendenz verstimmend wirkte. An den im Vordergründe stehenden Werten war daher die Haltung ausgesprochen matt, namentlich Montanwerte bröckelten ab. Eine Erörterung politischer und wirtschaftlicher Fragen findet kaum statt. Am Devisenmarkt bewirkte die Diskontherabsetzung bei der Bank von England einen Rückgang des englischen Pfundes auf 4,841 gegen Kabel. Die Reichsmark erfuhr in London eine leichte Besserung auf 20,34. Die Mark notierte in Amsterdam 59,214, Paris 5,02. Am Geldmarkt traten keine nennenswerten Veränderungen ein. Tägliches Geld 10 bis 12 Proz., Monatsgeld 10 bis 114 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. Oft. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 22.50 bis 22.75. Roggen (inländischer) 17.50, Sommergerste für Brau- zwecke 25 bis 26.50, Hafer (inländischer) 19.50 bis 20.50, Mais (gelb) 20, W-^enmehl, inländ., Spezial 0, 37, Roggenmehl 25 bis 26, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 2. Okt. Der Produktenmarkt war infolge weiterer schwächerer Auslandskurse ruhig und die Preise weiter nachgebend. Weizen gab 3 Rm. und Roggen etwa 1.50 bis 3 Rm. nach. Cs notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märk.) 200 bis 204, Weizen (Oktober) 217.50 bis 218.50, Weizen (Dezember) 222 bis 221, Weizen (März) 227 bis 226, Roggen (märk.) 144 bis 146, Roggen (Oktober) 157, Roggen (Dezember) 164.50. Roggen (März) 172, Gerste (märk.) 206 bis 230, Futtergerste 169 bis 174, Hafer (märk.) 173 bis 179, Hafer (Oktober) 171 bis 173. Hafer (Dezember) 181 bis 183, Hafer (März) 186 bis 188: für je 100 Kg.: Weizenmehl 26.75 bis 30.75, Roggenmehl 20.75 bis 23, Weizentleie 9.70 bis 9.90, Roggenkleie 8.70 bis 8.90, Diktoriaerbsen 26 bis 31, kleine Speiseerbsen 26 bis 28, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 23 bis 26, Rapskuchen 15, Leinkuchen 21.50, Trockenschnihel 11.20, Torf- melasse 8 bis 8.20, Kartoffelflocken 15 bis 15.40, Zucker 20. Möbel Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, Stahldraht- und Auslage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigst« Preis«. Teilzahlung gestattet. Ernst Rau Telephon 958 8086a Walltorttr^LL I AlkinHerMeUunqi-und v-rtriebs- rtchlfjrro»mOomiÄ.e 88? ili 5 i18751 5? v |s5|5. ü&v. §§8^ ieshl 5 5 yti t nur prima Qualität, empfiehlt zu vorteilhaften Preisen M» Beiiricli Bail Damen- und Backfisch-Mäntel für den Herbst und Winter in den neuen Formen und Farben, hergestellt aus modernen Flausch- und Velour-Stoffen wie Mouline-Velour, Mouline-Cord, Velour-Ottomane, Epingle usw. empfehlen wir in reicher Auswahl zu besonders günstigen Preisen. Unsere Hauptpreislagen sind: Mk. 17.50,21.-, 25.50,28.-, 35.-, 42.-, 51... 62.-uew. Kinder-Mantel für Mädchen, 60-110 cm lang, aus soliden praktischen Stoffen für den Schulgebrauch, wie auch aus Modestoffen in feinster Ausführung. Hauptpreislagen: . . . c „ Mk. 11-, 12.50,15-, 17.-, 21.50, 25-, 28.- usw. 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