sein« L».. 'Mer JMi I *• 65 Ä'-Ni sSl "eine faniof,Rolles 1*1 ous bem ra -?rn,t ot, ’’ r >- ml » ^üsd KNN ä$? Stz?^ 1,5 * 5s»*- »ftÄrnüffl RissS “«8 iS 4ti!fte.-N'b eßung folgt.) d jur ! Erziehung »chule ‘ ;en. r.imZohanner^ ibeitb bringenb emii# imen. 8UBD ien Pre\s aaVitätl reislagen 8306D anntmachuns !«» ia ' w 1 September 19& *ä4sä2 1 ö^ ben SUau ^ ■ ®d(& nen> bme a 9 ®S«tt *®S ■wtoiiÄ:i in denen '^Äen.d>M^K «1’ Ur. 206 Erstes Blatt 175. Zahrgang Donnerstag, 5. September 1925 Erscheint täglich, autzer Sonn» und Frierlags Beilagen: © ießenerFamUiend littet Heir.rat im Dild. Monat».Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: schriftleitung 112, Der» lagundDeschäftLstelleSl. Anschrift für Drohtnach- richten: »nzeiaerLietzkn. polfqetfionto: Krankfnrt a. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'fche Universilülr-Vuch' und $tcmöruderei R. Lange in Sietzen. Sdjriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe I. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite 6rthd}8, ausmirts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig, 'ptahvorschrift 20'' , Aufschlag. - Verantwortlich l ar Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wild Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; f ür den Anzeigenteil: Han» Deck, sämtlich in Gießen Der neue Kurs in der Kommunistischen Partei. Schon vor einigen Tagen erfuhr man, daß ein Wechsel in der Leitung der Kommunistischen Partei Deutschlands eintreten werde. Der bisherige weibliche Diktator dec Ä. P. D., die Reichs- tagSaLgeordnelc Elfriede Volke (R u t h Fische r), wird ihren bisherigen Platz an der Spitze der Partei den Genossen Thälmann und Dengel einräumen. Die Exekutive der Kommunistischen internationale hat einen offenen Brief von der Länge einer mittleren Broschüre an die Mitglieder der K. P. D. gesandt, der u. a. auch die Unterschrift der gestürmten Gröhe und ihrer beiden Bachfolger trägt. Diese plötzliche Krise ist um so verwunderlicher, als noch vor wenigen Wochen (vom 12. bis 17. Juli 1925) auf dem 10. Kommunistischen Parteitag in Berlin die unbedingte Einigkeit der Partei aufs stärkste unterstricht toorben war. Es ist immer die Taktik der Linksradikalen gewesen, aus» der Not eine Tugend zu machen. Der erwähnte Dries aus Moskau nennt cs einen Vorzug und eine besondere Stärke der kommunistischen Bewegung, bat) sie eS vertragen könne, ihre Differenzen urbi et orbi bekanntzugeben. Beben Ruth Fischer wird Mahlow in dem offenen Brief besonders vor- genommen und bewußter Quertreibereien gegen Die Moskauer Internationale bezichtigt Der Hauptgrund für das Eingreifen der Moskauer Internationale gegenüber dem bisherigen Regime in der „deutschen Sektion" ist aus einer einzigen Tatsache zu erklären. Rus dem Stagnieren und sogar dem Rückschritt der Partei auf fast allen wichtigen Gebieten. Sonst hätte die Exekutive dec Kommunistischen Internationale bet Ruth Fischer ihren Pessimismus nicht so verbach: mit welchem bic De- nossin bas geistige und seelische Biveau der deutschen Parteigesolgschast beurteilte. Cs ist für die Gegner bes Kommunismus praktisch nur von geringem Interesse, persönlichen Gcgcnsät- zen nachzuspüreii Der Erguß der Moskauer Internationale ist lediglich darum bedeutungsvoll, weil er die Richtlinien für die künftige (revidierte) Politik und Taktik deS deutschen Kommunismus enthält. Besonders empfindlich waren bic in ber 3. Internationale vorherrschenden russischen Genossen gegenüber der angeblichen »vestlerischen Richtung", die besonders von Mahlow, aber auch von Ruth Fischer in der deutschen kommunistischen Partei propagiert wurde. Trotz dec ostentativ zur Schau getragenen Freimütigkeit in der Behandlung aller Parteifragen gibt es zwei unfehlbare Instanzen, gegen die sich fein Laienbruder ungestraft erheben darf: Der Genosse Lenin und die Kommunistische Internationale. Der erwähnte Brief lel)ut es mit Entschiedenheit ab, daß die Beuorientierung der K. P. D. ein Ruck nach rechts fei. 3m Text wird die richtige Mitte laufend in Gegensatz gestellt zu ber „Rechten' und der „IHtra-lin- fcn". In Wirklichkeit stellen die neuen Prinzipien in dec Taktik und in ber sachlichen Politik zweifellos eine Verlagerung nach rechts bar. Die wesentlichen Gebiete, in denen künftig ein neuer Kurs gesteuert werden soll, sind die Gewerkschaftsfragen, die Auswahl der Führerschaft. Ton und Art der Propaganda, Behandlung der Jugendbewegung sowie die Werbung unter dem städtischen Kleinbürger- t n m. Der „neue Kurs" in der Gewerkschaftspolitik ist nicht neu; er ist nur nach der Meinung der Moskauer Internationale in Deutschland nicht entschieden genug befolgt worden. Als wichtigste prob tische Forderung wird die Schaffung eines starken linken Flügels in den Gewerkschaften gefordert. Eng mit dieser Forderung hängt die weitere Forde- rung zusammen, besonders gewerkschaftlich geschulte und erprobte Parteigenossen in führende Stellungen zu berufen. Die Werbung in Gewerkschaftskreifen ist ohne eine Revision des bisher in der kommunistischen Propaganda herrschenden geradezu rüpelhaften Tones nicht möglich. Es wird in dem Brief sogar zugegeben, daß an Sch l ä g e r e i e n zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten die Kommunisten häufig nicht ohne Schuld seien, und daß solche Darbietungen, welche die Masten der Arbeiterschaft dem Kommunismus feindselig zu fhmmen geeignet sind, künftig unterbleiben müßten. Der Moskauer Brief empfiehlt sogar direkt eine „innerparteiliche Demokratisierung". 3n Zukunft werden die Bolschewisten mehr Gewicht auf die Quantität als auf die Qualität ihrer Anhängerschaft legen) nachdem sich das in Rußland erprobte Rezept einer kleinen, aber unbedingt homogenen Partei bei der sozial und kulturell so grundverschiedenen Schichtung des deutschen Volkes als unbrauchbar erwiesen hat. Die Gegner bes Kommunismus bürsen sich nicht verhehlen, baß bet neue Kurs bic Bewegung nicht ungefährlicher, sondern im Gegenteil c r - heb!ich gefährlicher machen kann. Die Hauptpropaganba soll in bie 'Betri ebe verlegt worben. In ber Zeit zunehmender Wirt- fchastSschwierigkeiten werben wir also mit einer noch gründlicheren Verhetzung der Arbeitnehmerschaft zu rechnen haben. Die Unterktriften unter dem Moskauer Brief deuten daraus hin, bah die Krise in der KPD. endgültig beigelegt ist Es wirb sich Herausstellen, ob nicht vielleicht doch aus der persönlichen Anhängerschaft Mahlows und ber Ruth Fischer eine Revolte gegen bas Moskauer Diktat ausbricht. Wahrscheinlicher ist es, dah der deutsche Kommunismus zu einer glatteren und dafür um f0 gefährlicheren Taktik übergeht. 1 . ■■■ Völkerbundsaustakt in Genf. Die leitenden Männer. — Deutschlands Schatten. ® ettf. 2. Sept. (TU.) Die Dollversamm- lang des Völkerbundes im September, zu der 55 Staaten ihre Vertreter entsenden werden, wird in ihrer äußeren Ausmachung keineswegs hinter ber Versammlung vom Herbst 1924 zurückstehen. (Snglaub und Frankreich werden auch in diesem Iahre durch ihre Ministerpräst- denten vertreten fein. Die meisten europäischen Staaten entsenden ihre verantwortlichen Außenminister, die auhereuropäjschen Länder ihre Botschafter und Gefaudten in Öen Zentren Europas. Besonders interessant ist die Zusammensetzung der französischen Delegation. Da Franiceich zur Zeit den Vorsitz im Völkerbunds rat führt, wird der französische Ministerpräsident auch die Vollversammlung durch eine Ansprache eröffnen. Pain 1 eve hat aber bereits bekannt gegeben, daß er nur bis zum 11. September in Genf bleiben kann. Bach seiner Abreife wird B r i a n d die Führung der französischen Delegation übernehmen. Ihm zur Seite stehen Iouvenel, ber Chefrebatteur des Pariser „Matin" und der bekannte Grohindustrielle und Abgeordnete L 0 u ch e u r. Der Sozialist Paul D 0 n c 0 u r wird nach der Abreise Painleves den vierten Delegiertenposten einnehmen. Als Tor- sitzender der Kammerkommission für die nationale Verteidigung, die Herriot eigen» für ihn schuf, hat er in allen Beratungen deS Völkerbundes über Abrüstungsfragen eine maßgebende Rolle gespielt. Der mahgebende Jurist des Quai b’Orfat), Zromagcot, der gleichfalls nach Genf kommen sollte, wird zunächst durch die Beratungen der drei Sachverständigen in London über den Sicherheitspakt ferngehalten werden. Die französische Delegation wird durch den Gewerkschaftler Z 0 u h a u x und den Chef der DolkerbundSabteilung am Quai d'Orsay, den Grafen C l a u z e 1, vervollstätidigt. Driand wird persönlich von seinem Kabinettschef Arne-Le roy begleitet Frankreich hat somit seine besten Politiker von internationalem Ruf für bie Genfer Verhandlungen ausgewählt. Die englische Regierung und die Dominions, die getrennt in Genf auftreten, verhandeln und abstimmen, entsenden besonders starke Delegationen. England hat den Ministerpräsidenten Baldwin als Führer seiner Abordnung in Aussicht genommen, doch liegt eine offizielle Bestätigung ber Beteiligung Balbwins noch nicht vor. Er wird vermutlich, ebenso wie Painleve. nur einige Tage in Genf bleiben. 3n feiner Abwesenheit rückt Chamberlain an feine Stelle. Beben ihm gehören der englischen Delegation an: Lord Cecil. Englands langjähriger Vertreter beim Völkerbund und Vorkämpfer feiner Ideen in England, die Herzogin von Atholl. Mitglied des Hinterhauses und Hntcrftaatafelre- tär, und der Abgeordnete Artur Samuel. Der Jurist des Foreign Office, Cecil Hurst, wird fürs erste, ebenso wie Fromageot. durch die Londoner Verhandlungen zurückgehalten. Die Dominions entsenden neben führenden örtlichen Politikern ihre Hohen Kommissare in London ; Indien den Grafen W i l l i n g d 0 n und den Maharadscha von Patiala, der, wie cs einem regierenden indischen Fürsten zukommt, mit 54 Personen Begleitung und 300 Koffern in Genf eingetroffen ist. Italien, das den Völkerbundsversammlungen mit skeptischer Reserve gegenübersteht, hat cs nie für nötig befunden, namhafte Leute in Genf für sich spcechrm zu lassen. Sehr zu unrecht. Denn der italienische Einfluß ist hierdurch auf ein Mindest- mäh beschränkt. Senator S c i a l 0 j a gehört zu dec Garde einst verdienter Politiker, die heute feinen entscheidenden Einfluß mehr besitzen. Spanien hat im Pariser Gesandten Quino- ncs de Leon einen geschickten Diplomaten, ber häufig zum Austrag ber Gegensätze im Schoße des Rates beitrug. Seine franzofenfreundliche Einstellung läßt ihn oft eine deutschfeindliche Haltung einnehmen. Als Berichterstatter in den Danziger Fragen hat er reichlich Gelegenheit gehabt. dies zu bekunden. Graf Ishii, der als schweigsamster Diplomat in Europa besondere Wertschätzung unter den Alliierten genießt, wird gemeinsam mit Baron Adatci Iapans Interessen in Genf vertreten AuS Belgien kommt ber Außenminister Danbervelde, doch ist bic Regierung klug genug gewesen den früheren Außenminister und geschicktesten Rechtsanwaft Belgiens Paul Hymans mit der dauernden Vertretung in Genf zu beauftragen, da Dan- dervelde gleichzeitig mit Painleve und Baldwin abreifen wird. Hymans darf mit Recht als all- genrirxr Liebling ter Völkerbunds kreise bcz ichnet werden, denen er durch seine juristischen Kennt- nissc mehr als einen wertvollen Dienst geleistet hat. Auch die Tschechoslowaket befindet sich in der angenehmen Lage, in ihrem Außenminister Dr. Bene sch einen Mann zu besitzen, der in Genf entscheidenden Einfluß ausübt. Er und Hymans sind die stärksten Stützen bet unter französischem Einfluß stehenben Gruppe. Der Berner Gesandte V e v e r k a^ der Pariser Gesandte O s u s k y vervollständigen die tschechoslowakifche I Delegation. Polens Außenminister Graf S k r z y n s k i gilt als elegantester und .schönster" I Mann der Völkerbundsversammlungen. Während des Weltkrieges österreichischer Offizier, erwarb er sich zwei Tapferkeitsmebaillen im Kampfe gegen bic Entente, beten treuester Anhänger er heute ist. Auch in Paris scheint man in bieser Beziehung ein recht kurzes Gebächtnis zu haben. Schweden hat für den verstorbenen Sozialisten D r a n - t ing nur schwer einen Ersatz gefunben. Dem schwedischen Außenminister linden ist es bisher nicht gelungen, seinen abweichenden Anschauungen der geschlossenen Phalanx des Rates gegenüber Oeltnug zu beschaffen. Fritjof Bansen ist Borwcgens würdiger Repräsentant, ber dänische Gesandte in Berlin Zahle vertritt Dänemark. Aus Estland kommt ber Außenminister P u sta. aus Cettlan b ber Bachfolger bes verunglückten Ministers Meierowicz. Finnlanb delegiert den Gesandten En keil, Oesterreich den Grasen M e n s d 0 r f, bei Kriegsausbruch Botschafter in London, Ungarn den Grafen App 0 nyi, ber sich durch sein mannhaftes Eintreten für die entrechteten Minderheiten den Zorn dec letzten Vollversammlung zuzog. Wir nennen anschließend: fürH 011anb den Ministerpräsidenten van K a r n e b e ck, für bic Schweiz Bundesrat M 011 a, für China seinen römischen Gesandten Tang-tsai-fou, für Rumänien den Außenminister D u c a, für Jugoslawien den Außenminister Bin- t s ch i t s ch und den kroatischen Dauernführec R a- ditsch, für Persien den Prinzen A r f a - eb-Dowleh, für Griechenland den Außenminister R e n t i s, einen homo novus in Genf, nachdem ber frühere griechische Delegierte und namhafte Staats recht lec P 01 i t i s bei bet neuen griechischen Regierung in Ungnabc gefallen ist, und endlich Baron Lehmann, den weihen Pariser Gesandten der Bcgerrepublik Liberia. Die süd- und mittelamerikanischen Staaten haben ihre Vertreter noch nicht bekanntgegeben. Nur von Brasilien liegt eine Liste vor. Auf Mello Franco, der an ihrer Spitze steht, sind die neuen Bestimmungen des Rates für die Behandlung dec Minocitätenfrage zurückzufühcen, die es Deutschland im Falle seines Eintrittes unmöglich machen werden, für die Rechte der Minderheiten sich einzusetzen. Der türkische Außenminister Tevfik Ruchdy Bey wird nur an den Rats- sihungen teilnehmen, soweit sie die Mossulfrage behandeln. Ihren Eintritt in den Völkerbund hat sich die Türkei bis zur Entscheidung in der Mossulfrage vorbehalten. Auf der Genfer Dolloersammlung werden außer ihr Deutschland und Rußland, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Mexiko und A r q e n t i n i e n f e h 1 e n. Die '-Bereinigten Staaten werden einen Beobachter entsenden, doch wird dies vermutlich nicht der Oberst House sein, der zur Zeit in der Schweiz weilt. Auch aus Deutschland wird eine größere Anzahl von unver- antwortlichen Politikern und Völkerbundsfreunden unter Führung des Herrn v. Ger 1 ach erwartet. Halboffizieller Beobachter im Auftrage der Reichs- reaierung wird ber Genfer Generalkonsul Asch - mann sein. Eröffnung der Ratstagung. Genf, 2. Sept. (Wolff.) Die 355. Ratstagung wurde heute vormittag vom französischen Außenminister Brian b ohne jeden Hinweis auf die Wichtigkeit gewisser Punkte der Tagesordnung eröffnet. Die Vorbesprechungen der Delegationsführer haben dazu geführt, dah die Mossulfrage nicht auf ber Tagcsorbnung der ersten Sitzung des Dölkerbundsrats erscheint. Der Rat genehmigte heute vormittag bebatt los und in rascher Folge die Berichte über bie Vorarbeiten zur Schaffung einer internationalen Versicherung bei Elementarkatastro- phen über bie Entsendung einer Llntersuchungs- kommission in gewisse Opium fabrizierenbe Länder und über die Maßnahmen zur Abschaffung der Sklaverei. Die Frage ber griechischen Minberheiten in Konstantinopel würbe auf Antrag bcs Berichterstatters Ishii- Iapan auf die nächste Session am kommenden Dezember vertagt. Der Licherheitspatt in Genf. Einigung der alliierten Außenminister Genf, 2. Sept. (TU.) Obwohl bie Ratssitzung bes Völkerbundes erst ben Auftakt für die Völkerbundsversammlung, die am 7. September beginnt, bildet, haben sich bereits zahlreiche führende Diplomaten in Genf eingefunden, die an den Sitzungen bes Rats teilnehmen, oder politische Verhandlungen führen. Die Anwesenheit des englischen, französischen und belgischen Außenministers gibt der Genfer Zusammenkunft eine besondere Bedeutung. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß hinter ben Kulissen lebhafteDerhandlungen über den Sicherheitspakt geführt werden. Der heutige Bachmittag ist bereits sitzungsfrei, um ben drei Außenministern Gelegenheit zu geben, sich in aller Ruhe über bie Lage aussprechen zu können. Die aus London eintreffenben Mitteilungen über bie Beratungen der juristischen Sachverständigen bildeten hierfür die Grundlage Heber bie Unterredung zwischen Chamberlain und Danbervelde, bie etwa eine SHunde bauerte würbe von b c l gi f dj c r Seite im Auftrag Danderveldes folgende haidoffizielle I Mitteilung gemacht: _____ Alle drei Staatsmänner waren sich vollkommen einig über die Grundlage für den Sicherheitspakt. Den juristischen Sachverständigen in London liegt ein sorgfältig ausgearbeitetes Projekt vor, mit dem auch di« belgische Regierung sich in allen Einzelheiten einverstanden erklärt hat. Hieraus bars aber nicht der Schluß gezogen werden, daß Deutschland nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden sott, int Gegenteil, Deutschland soll doll« Freiheit haben, zu dem Projekt Stellung zu nehmen und Gegenvorschläge zu machen. Die Besprechungen der drei Außenminister in Graf werden fortgesetzt werden, sobald neue Rach- richten von den Sachverständigen in London vvrliegen, die ständig da, Fvrtschreiten ihrer Arbeiten berichten. Obgleich also Deutschland in Genf nicht vertreten sein wirb, hat man den Eindruck, daß bie wichtigsten Besprechungen des Bundes der Gestaltung ber zukünftigen Be§i c- Hungen her einzelnen Staaten und bcS Volker- bunbes zu Deutschland bienen sollen. Richt mit Unrecht ist behauptet worden, daß bie wichtigste Vertretung "4n Genf ber Schatten Deutschlanbs ist, ber hinter allen Derhanb- lungen steht. Die Gerüchte wollen nicht verstummen, die von einer bevorstehenden Zusammenkunft Chamberlains mit Strese- m a nn in Lausanne wissen wollen. Die Bedeutung der Losung deS sogenannten deutschen Problems wird von allen Teilnehmern fo stark empfunden, daß hiergegen das Intereste für die Regelung ber M 0 ssul -Streitfrage in ben Hin- tergrunb tritt. Der internationale Friedenskongreß. (Sin deutsch.französischer Zwischenfall. Paris, 2- Sept. . November 1925 bei der Post u m g et o uj d) t werden. Bei der Entrichtung der Beiträge 'st bemerlens- men, baß Uebersichten und Deränderungsanzeigen nicht mehr einzusendcii sind. Für Versicherte, deren nionotlichcr Entgelt 50 Reichsmark nicht übersteigt, sowie für Lehrlinge hat der Ar beige der allein den Beitrag zu tragen, »ür leben Monat ist nur eine Dlarke zu kleben, bie sofort zu entwcrle.i ift, indem der letzte Entwcr- tnnpetag handschriftlich ober mit Stempel ent« wettet wird. Für Angestellte, die infolge Abschlusses einer ausreichend hohen Lebensversicherung auf be- solideren Antrag von der eigenen Deitragsleismng befreit worden sind (Halbversicherte) entrichtet der Arbeitgeber den Beitrag, der dem halben Arbeitsverdienst des Angestellten entspricht. Sehr wesentlich ist die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung. Bis zum vollendeten 40. Lebensjahre können Personen, die für eigene Rechnung eine ähnliche Tätigkeit wie die Versicherungspilichtigen betreiben, freiwillig in die Versicherung eintreten. Ebenso Personen, deren Iahresarbeitsverbienst die festgesetzte Höchstgrenze übersteigt, die nur freien Unterhalt beziehen oder nur vorübergehend beschof- tigt sind, ober zu ihrer wissenschaftlichen Ausbildung in den künftigen Beruf gegen Entgelt tätig sind. Der aus einer freiwilligen Beschäftigung aus- scheidet und mindestens vier Beitragsmonate auf Grund der Derfichernngspflicht zurückgelegt hat und nicht berussunjähig ist, kann ebenfalls die Verficht- rung freiwillig fortsetzen, mutz ober Beiträge be zahlen, die mindestens in der Geholtsklasse liegen, iveche den Durchschnitt der letzten vier Pflichtbeiträge entspricht. Für die Zeil vom 1. Januar 1924 an muh der Versicherte zur Aufrechterhaltung vom 1. bis 11. Kalenderjahr seiner Versicherung min- bestens je 8, später mindestens je 4 Marken verwenden ober Ersatzseiten nachweifen. Einbruch in die Allgemeine Ortskrankenkasse Greben. In der letzten Rächt wurde in der 2lllge m. Ortskrankenkasse Gießenein schwerer Einbruch beruht. Der Täter hat den starken Kassenschrcrnk mit verschiedenen Dohr- und Drechwerkzeugen geöffnet und aus dem Geldfach 1 1000 Mark gestohlen. Heber die Täterschaft ist bis jetzt noch nichts bekannt. Die polizeilichen Nachforschungen find im Gange Kreisjugendlag des Bundes der Kaufmannsjugend. Der Kreis Mittclhefsen (umfaffenb Ober- Hessen, Lahngau und DillkreiS) im Deutschnationalen Handlungügehilfen-Verband hielt am Sonntag in Wetzlar einen KreiSjugendtag ab, bestehend in beruflichen und sportlichen Wettkämpfen. Die Beteiligung war eine äußerst rege. Bei den einzelnen Wettkämpfen waren die Teilund Land. !N 3. September 1925. im Ilker-Tag. ikmalsweihr ehe- des llker-Taget Sonntag, 6. Sept., fahren: -Gelnhausen. >ingen-Stetzcn tr dingen ab 6,50 von. Dom, Aeichenbach Ä cm., Ransia-l7,24 hm., Sdors 7,44 mm.. Ober» Trais-Horloff 7,57 torm., tgsdori 8,14 vorm, 2i4 8,39 vom, SchiffeM ,53 vom. eßen— ft sAnschWc ii Lidda i Tedem förS gelvahri! [len DMen. Vie die m 2. M 4 SMft ^n-5lllda. a-Siehen im Plane bd 4,58 Uhr vorm., Gichen oi-Fulda im Plane M W Uhr nachm., $ulM tii WlubfaiW” । Lauterbach ab 10.Ä 12,08 Uhr vorm lSetde Mhvsen, wie die W1' 4. Klasse. mdvrs-Srvitbrkg. ) Lvndors-Mar-Dlt. erg über R Drünberg Mr vorm.. Lumda . 712 Mr vorm, Oden ö in f!i» M6ail" 11 fts s» «* iita. i.22 Dird {«iw en Ml-hen 8" ' P. tio >r * 3igtn n^ra* unk' K>*6i3 r®* S&S*8- jlona.-4 fllt von fL'j 16 lfu- Ujftn w* standen Ollern 1925 497 Schüler und 44 Schu- lerinnen (Gymnaften 176. Qtcclgnmnafien 114, Oberrealschulen 207 und 15 Schülerinnen. Studienanstalten der Höheren Mädchenschulen 29* Don Dichtfchülern bestanden 50 (48 männl, und 2 mcibl ). Die Fachprüfung bestanden an den 2cbrcrinncnfcminarcn in Darmstadt 8 und in Mainz 5 Schülerinnen •• $> i e Ta u bst u m m e n - und Blindenanstalten in Hessen waren nach einer Statistik vom 15 Mai 1925 von 164 Schülern (110 männlich. 54 weiblich' besucht. An den Anstalten wirkten 23 Lehrkräste. Die Taubstum- menanstalt in Ben-hcim besuchten 51 Schüler, bic Taubstummenanstalt in Friedberg 54 und die Blindenanstalt in Friedberg 59. •• D i e Aushebung der Beherbergung S st e u e r RuS einem gemeinsamen Rund- crlafi des preußischen Ministers des Innern und Pressedienst' mit: Die Länder und Gemeinden (®emeinbeverbänbei dürsen leine Steuern mehr vom Entgelte für die Gewährung eingerichteter Schlaf- und Wohnräume in den Gasthöfen. Pensionen oder Privathäusern erheben. Diese Dor- fchrift tritt am 1 Oktober in Kraft. Infolge- dessen treten die in den Gemeinden oder Kreisen bestehenden lommunalen Beherbergungssteuerord. nungen vom 1. Oktober ab ohne weiteres außer Ära*1* Die Zuständigkeit für die Erwerbslos enfürforge. In den letzten di-ei Monaten find der Deichsarbeitsverwaltung über 1600 Gesuche um Unterbringung in eine Arbeitsstelle oder die Bewilligung der Arbeitslosenoder ähnliche» Unterstützung zugegangen, die an den Deichspräsidenten, den Reichsarbeit »Minister ober an bie Deichsarbeitsverwaltung selbst gerichtet waren. Es wird erneut darauf Hingewi efen, baf) die genannten Reichs stellen weder einen entsprechenden Unterstützungsfonds besitzen noch Arbeit zu verschaffen vermögen. Sie können vielmehr nur die Gesuche lediglich an die zuständigen Fürsorgebehörben und Arbeitsnachweise ab» geben. Der Antragsteller fpart also Zeit. Mühe und Geld, wenn er sich unmittelbar an diese Stellen wendet. " Unzulässige Postkarten. Die Ab- fenber von Postkarten benutzen zur Angabe ihrer Adresse vielfach die rechte Hälfte der Dorderseite der Karte. Das ist unstatthaft. Die für ihren Zweck recht klein bemcffenc rechte Hälfte ist nur für bic Anschrift, für bie Freimarken, den Stempelabdruck, für Behänd! ungsvorichriften (Einschreibung, Dachnahme Eilbotenzustellung) urtb für dienstliche Dcrmerke, z. B. über Dachfen» düng und Rücksendung Vorbehalten. Andere Angaben beeinträchtigen die Deutlichkeit der An» schrift und erschweren bie postamtliche Behandlung! sie gehören aus die linke Halste ober aus die Rückseite Postkarten, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, werden von der Beförderung ausgeschlossen und dem Absender zurückgegeben. ** Die Fünfzigeroerclnigung 1 87 5— 1 9 2 5 feierte am Samstag, Sonntag und Montag unter stärkster Beteiligung der Altersgenossen ihr 2 a h r c s f c ft. 21m oamdtogabcnb vereinigte bic Freunde ein Herrenkommers, ber unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Fabrikanten fl reu ter, in bester Weise verlief. Sonntag vormittag war einem gemeinsamen Kirchgang gewidmet: ein zwangloses Zusammensein schloß sich an. Hauptfesttag war der Montag. In stattlichem Zuge begaben sich bie Altersgenossen mil ihren Familien zum Philo- sophenwald, wo bald fast 700 Personen versammelt waren. Im Mittelpunkt bes Tages ftanb eine An- spräche, in ber bie Natwenbigkeit ber Vereinigung unb ihrer Ziele aufgezeigt unb bie Fünfziger unb ihre Familien aufgerufen würben, den prächtigen Geist, der die Vereinigung auszeichnct, weiter zu pflegen. Die Vereinigung will in unserer Zeit der Gruppenbilbung unb ber Sonberbcftrebungen eine Stelle fein, bie sich ehrlich einfetzt für bie lieber- Windung sozialer Verständnislosigkeit, unb bie be» mußt und nachdrücklich die Beziehung von Mensch zu Menfch pflegt. Daß dieser Gedanke in der Fünfzigeroereinigung Erfolge aufzuweisen hat, hat ber Verlauf des Festes in schönster Weise gezeigt. — Im übrigen gehörte der Nachmittag in erster Linie den Kinbern ^Spiele im Freien, Wettkämpfe, lieber« raschungen, Neigen): der Abend bot bann ben Erwachsenen eine Fülle bester Unterhaltung, darunter musikalische Darbietungen van hohem künstlerischem Gehalt, Vorträge, Damenreigen, dazwischen ein Tanz für Steifere unb Junge. Das Verdienst, das ’M bif • bic * «■ b,t -ÄLS t. V.USQI ist MW* ten von den Mitgliedern der Ortsgruppe Gießen durch Preise ausgezeichnet werden: Schönschreibens Heinrich Moosbach und Wilhelm Ritzel 1. Preis, Hans Linlcmann 2.Pr. K a u s m. Briefwechsel: Becker, Eisenacher und Wilh. Gcsekus 1. Preis. Heinr. Moosbach und Hans Ieckel 2. Preis. Kaufm. Rechnen: Otto Reusch und HanS Ieckel 2. Preis, Willi Möhl 3. Preis. Einheitskurzschrift: Wilhelm Rieh 1. Preis, Robert Daum 2. Preis. Bei den sportlichen Wettkämvsen erhielten Preise: Dreikampf (100-Metcr-Louf. Wcitsprung. Kugelstoßen) Karl Reih 2. Preis, Hans Icckcl 3. Preis. Handballspiel: Sichen gegen komb. Hlrzcnham 1:1. Auch der nächste Gaujugendtag des Gaues Main-Wefcr im D. H. B. wird in Wetzlar abgehalten werden. Personen st andsausnahme am 10. Oktober. Durch Rundschreiben des RcichS- siuanzministeriums sind bic LandcSsinanzämter aufgefordert worden, die Dorbcrcitungen für die am 10. Oktober stattfinden de Personen» standSaufnahmc zu treffen. Einern Wunsch des Rcichswirlschastsministcrs entsprechend ist in die Haushaltungslistc eine besondere Spalte für die Zwecke einer Gebrechlichenzählung aufgenommen worden. •• KreiS st rahen-Sperrc. Wegen Dornahme von Walzarbcitcn ist die KrciSstrasie Linden st ruth- Grünberg vorn Abzweig nach Göbelnrod bis Grünberg bis auf weiteres für jeden Verkehr gesperrt worden Die Umleitung des Verkehrs erfolgt bis zum 12. ö. Wts. über Göbelnrod- Beltershain oder Queckborn, vom 13. September ab über Göbelnrod noch Orünbcrg. — Die Sperre der Kreisstrahc Grünberg — Mücke ist von heute ab wieder aufgehoben. " P c r f o n a l i e. Ernannt wurde der Bergrat bei der Geologischen Landesanstalt Dr. Wilh. Schottler zu Darmstadt zum Direktor dieser Anstalt unter Belassung der Amtsbezeichnung als Bergrat. *• Ins Manöver. 21 m Montagabend wirb bas 1. (Hess.) Batl. Ins.-Rgt. 15 vom hiesigen Bahnhof in das Manöoergelänbe in der Gegend Arnstabt-Erfurt-Weimar abfransporlicrt. Die Rückkehr in bie hiesige Garnison erfolgt am 24. September. ü. Der 6 i 13 der Bahnmeisterei Fron Hausen (Bezirk des Eisenbahnbetriebs- Amt I Gießen) ift nach Diederwalgern und derjenige der Bahnmeisterei VI Gießen (Bezirk des Eisenbahnbetriebs-Ami II Sichen) nach L i ch verlegt worden. •• 3 u dem Wohnungscinbruch am 31. Juli, über den wir bereits berichteten, ist noch zu melden, daß am 1. August in Frankfurt am Main ein Mann bei einem Dicbstahlsversuch auf frischer Tat betroffen und feftgenommen wurde. Er nannte sich dort Walter Ruhrmundt aus Berlin. Der Verhaftete wurde dem Richter vorge- führt, von diesem aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Personalbeschreibung des Ruhrmundt soll mit ber Beschreibung des Gießener Einbrechers über- einstimmen. Durch eine Anfrage ber hiesigen Polizei bei dem Erkennungsdienst in Berlin wurde einwandfrei feftgefteUt, daß der angebliche Rühr- munbt ibentifd) ist mit dem Drogisten Alf r e d Prinz aus Hettstedt, der noch eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 7 Monaten wegen anderer Straftaten zu verbüßen hat. Am 6. August wurde hier ein neuer Einbruchsbicbstahl in gleicher Weise wie am 31. Juli verübt, ber anscheinenb ebenfalls auf das Konto des in Frankfurt freige- laffenen Prinz-Rühr munbt zu fetzen ist. Die Ermittelungen nach deni Prinz bürsten voraussichtlich in kurzer Zeit zu besten Festnahme führen. •’ Ein Schwi ndler. In der letzten Woche ist in Friedberg ein Schwindler ausgetreten, der in einem Zigarrengeschäft 3 Kisten Zigarren taufte und mit einer ungarische» 5000- Kronennotc bezahlte. Da diese Kronennole entwertet ist. wird vor diesem Schwindler gewarnt. *• Die Reifeprüfungen an den höheren Lehran st alten Hessens bein icber Beziehung wohlgelungene Fest gut vor- bereift unb burchge'uhn zu haben, bürfen neben dem ersten Vorsitzenben, helfen Verdienste um bie Vereinigung am Abend wiederholt gefeiert würben, bie Zerren Zimmer, Klingelmeyer, Steuernagcll unb II, ® r u j i u » unb Christ für sich in Anspruch nehmen. Der Obcrhcffischc Sängcrver- band veranstaltete am Sonntag sein diesjährige» D u n d e s k o u z e r t hier in der Dcucn Aula der Universität ES wirkten 10 Vereine mit. bi« je ein Volkslied und einen Kunst chor zum Vortrag brachten Die Leistungen standen durchweg aus sehr achtbarer Höhe und zeigten, welch trcfslicher unb künstlerischer Pflege sich der Männergesang in der engeren Umgebung unserer Stadt erfreut Die Vereine hatten sich fast ausnahmslos- hohe Aufgaben gestellt. Unter an» derem gelangten Reumanns .Golgatha". BrahmH Hvmne an die Hlufif". Weinzierls .Herbstnacht". Rietz' .Moigenlied". Wiesners.5riibling»benvich findet am 9. September in G i c ß c n statt. Dach den Anmeldungen ist mit einer Beschickung von etwa 30 Bullen unb 15 Kühen unb Rindern zu rechnen. Den Hauptteil ber Beschickung übernimmt daS Vogelsberger Zu ch 1 gebiet, daS zu ben ältesten unb bekanntesten Gebieten gehört unb in welchem das Dolvieh aus sich selbst heraus ohne wesent- lia-c Einführung von srcindem Blut burch geeignete Zuchtmaßnahincn zu hoher LeistungS- fähigleit entwickelt wurde Aus der 31. D. L. S - Schau wurden die Sammlungen der Vogelsberger mit zwei ersten und dem Staatsehrenprei- ausgezeichnet, zweisclloS ein Zeichen für den hohen Stand der Zucht AuS Oberhessen wird bie Veranstaltung durch den früheren Zuchtviehhos von Fischer, Hof-Zwiefalten, und eine Reihe namhafter Züchter mit bestem Zuchtmaterial beschickt. Westsalcn ist mit zahlreichen Tieren auS der bekannten Herde des Freiherrn von Wendt, Gevelinghausen, und anderer Züchter vertreten. Die Leistungsherde V r a n d , Strothe, wirb bie Gießener Zuchtviehversteigerung toicber beschicken, der Odenwald und der Verband kurhessischer Rotvichzuchter werden weiterhin mit gutem Zuchtmaterial zur Stelle fein. *• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Käl» ber 780, Schafe 600, Schweine 500. Turnen, Sport unb Spiel. Abschluß des Rhönsegelflug. Wettbewerbs 1925. Gersfeld (Rhön), 2. Sept. (XU.) llnt« dem Vorsitz des Prinzen HeinrichvonPreu- b c N sand am Dienstag mittag im Fliegerlager auf der Wasserkuppe die Preisverteilung im diesjährig-.» Rhö-isegelf lug-Wettbewerb statt In de» großen R h ö n se g elf lug- preis 1925 teilen sich nach der Anzahl ihrer erreichten Punkte: Martens, Espenlaub und D c h r i n g auS Darmstadt. bem Anrtnvc rkiindigungsblatt. •* Das Amtsoerkündigunasblatt Nr. 6 9 vom 1. September enthüll: Straßensperre. — Schafräude in Großen-Linben. — Maul- unb Klauenseuche in Watzenborn-Steinberg. — Polizei» oerorbnung zur Sicherung bes Verkehrs währenb des 116er-Tages in Gießen. Büchertisch. - ..Der Querschnitt" tm Propylaen- Derlag, Berlin, bringt in feinem unb leider sehr verspätet zugegangenen) Augustheft einen amüsanten Aufsatz über .Erotik im Kinderbuche", weiter aus Marl Twains Autobiogral>hie ein Kapitel: zwei Abschnitte handeln vom Kampf. Kraft und Sport (2L G. Kober .Die grohe Dummer" und Inga Wefendonk ,Iiu Iitfu". Ein gutes Gedicht von Jaques Darnetal und ein wichtiger Spitzcnariikel .Perfpektive" von Heinrich Zimmer feien nicht zu vergesse». Kürbts 8. Pilze 30 bi8 40. Kartoffeln 5, Frühäpfel 15 bis 25. Falläpfcl 5. Dirnen 25 bis 50, <;wetschcn 25. Honig 40, junge Hahnen 100. Suppenhühner 120. Gänse 130, Weintrauben 50, Brombeeren 40, Pfirsiche 100; daS Stück: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 40 bi» 140. Salat 10 bis 15. Salatgurken 30 bis 40. EinmQchgurien 2 bis 3. Endivien 10 bis 20. Ober-Kohlrabi 5 bi- 15, Rettich 10 bis 20; daS Bund: Radieschen 15. $0rhv«dtn. — Tageskalen der für Donnerstag. Deutscher Bund für christtich-eoangelische Erziehung: 8 Uhr Iohannessaal Familienabenh. — Ehemalige Leibgarhisten (Garheverein): 8 Uhr Vereinslokal Hupfelh außerordentliche Versammlung. — Licht- fpielhaus Bahnhofstraße- „Die Königsgrenabiere" — Slftorio Lichtspiele: „Der Reiter ohne Stopf". Trofoe föotscfiaft 1baffef-H>eiz.e, 87 \ Bersrod, den 2. September 1925. Die Henkel'* Wasch- und Bleich-Soda des der mit Wtirste’-Siederoi (im Voruai) I. Arbeitgeber. Gießen, 65 Statt Karten Gießen, I. Albert Bierau, Dachdecker, 2. Hermann Degenhardt, Schriftsetzer, Verlobte nach der Bekannt- 8237 D werden Kräftiger Stammhalter angekommen 07218 07,,» mieten S,1,D Lotterieoertrieb Künstleragentur 8236D Bretter kür Sberüessen 8199D Eröffnung von lautenden Rechnungen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots Eröffnung v.provisicnsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen Astoria-Lichtspiele, Seltersweg 8163h Tüchtiger, älterer, solider 8235c Plasti Gramm,dasWunderdes20Jahrh. i, Bahnhofstraße 65 Wilhelmstraße 32 Gießen, den 1. September 1925 (z.Zt. Cvang. Schwesternhaus) Ankau? von Wechseln auf Inland u. Ausland 5. August Deibel, 6. Karl Georgi, Bahnhofstr. 15 Döringstr. 16 Weserstraße 15 Steinstraße 88 Riegelpfad 98 Kaiserallee 32 Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigen Bedingungen An- und Verkauf von Wertpapieren an allen in- und ausländischen Börsen Margarete Döring geb. Zimmer Anna Döring Ludwig Döring Karl Döring Wilhelm Schneider. Marburger Str. Seltersweg 70 Neuenweg 50 Weserstraße 2 Ilse Hahne Dr. Otto Kunkel Monatsversammlung 5. IX., 9 Ubr abds. Sonntag nachm. vollzähl. Antreten zum Festzug. Ml9D Ter Vorstand. MSI. Zimmer zu vermieten [07224 Sonnenstr. 6 II. Helmut Kirchner Musikalienhandlung Die Verlobung ihrer Tochter Ilse mit Herrn Museumskustos Dr.Dtto Kunkel beehren sich anzuzeigen Stadtschulrat August Hahne und Frau Hedwig geb. Brooelmann Stettin (Dunkerstraße 19), am 1. September 1925 Ausstellung von Kreditbriefen auf alle größeren Plätze des In- und Auslandes bringt dieTante BOHel.Belze allen Hausfrauen. Eure Böden u.Treppen sind nicht mehr sdmiutrig. staub- grau, schwarz, fleckig, u. ohne Farbe u. Glanz. Dio Willi Müller und Frau Hänsi geb. Strauch 8' . Uh? Kränzchen. Henko bindet den Kalkgehalt, das Wasser wird weich wie Regenwasser, Sie sparen am Waschmittel und haben immer eine tadellose Wäsche! Die Verlegung seines Geschäfts nach Wetzsteingasse 8 (Laden), Nähe Lindenplatz beehrt sich anzuzeigen findet Freitag, den 4. September, nachmittags 3'/, Uhr, statt. 8231D Metzgerei | Wirtschaft zu verpachten Schr. Angebote uni. 0<236 an den Gieß. Anz. die oaßwlschbare Glanzwadssbetzo geruchlos, gelb, rot braun. gibt Bretterböden. Treppen und abgenutzten gestrichenen Böden eine freundliche Farbe und parlrettartigen Hochglanz. Sie ist naßw isebbar, ausgiebig, schmutzt nicht, läßt sich mühelos auftragen u. ist bei diesen Vorzügen sehr preiswert. Deshalb .büffeln“ die praktischen Hausfrauen! Büffeln beißt Bretterböden, Treppen, ob alt. ob neu.u abgenutzte, gestrichene Böden mit Büflel-Belze naturgemäß u billig In Stand halten. Zu haben in den Fachgeschäften: Koch lieniahrer, was denn eigentlich diese Prätorianer garde den ganzen Tag über tue, womit sie ihre Zeit totschlage, und wer denn das alles bezahle. Seit zwei Jahrtausenden werden im Castro Pretoria in Rom Soldaten ausgebildet, eine Kriegergeneration folgt der anderen, aber solange auch liefe weitläufige Kaserne steht, eine derartige blitz- chnelle Entwicklung eines Privat- ober Parteiheeres iu einer ber regulären Armee über ben Kopf wach- fenben Truppe hat sie sicher noch nicht erlebt. Die faszistische Armee ist heute bei weitem stärker als das stehende Heeer, und dies nicht nur der Zahl, sondern auch dem Willen nach. Denn sie ist blindlings ihrem obersten Feldherrn ergeben, dem Duce, während sich mindestens theoretisch der Fall denken ließe, daß bas königliche Heer eines kritischen Tages dem Befehl Mussolini nicht gehorchen würbe. Aus dieser Hoffnung der an sich ohnmächtigen Opposition heraus ist ja bie systematische Verstärkung ber schwarzen Miliz entstauben, firiegsminifter wie Marineminister stürzten, als sie ihre Bedenken gegen die faszistische Heeresreform, d. h. bie Verzettelung dxr regulären Armee, ihre zentrifugale Verteilung zugunsten ber zentripetalen faszistischen Massierung nicht zu überwinden vermochten. Unb babei Han- belle es sich nicht um irgendwelche Generäle, son- bem um ben „Herzog der Abruzzen" unb ben Herzog bes Meeres", um D i a 8 unb Thaon bi Revel, bie bis bahin ben Ministerpräsidenten Mussolini sehr dekorativ in der Kammer eingerahmt hatten. Aber Mussolinis Zielsicherheit kennt keine Kompromiße. Der Staat bin i ch, lautet heute sein Wahlspruch. Alle Macht bem Faszismus! rief er kürzlich bas Programm aus. Die schwarze Armee zählt heute schätzungsweise oierhunberttausenbMann, bie jebochnach Schweizer Muster nur zum Teil Dienst tut, wenn sie auch immer bereit sind. Eine Zahl, bie jebenfaUs noch beträchtlich aus bem Reseroebecken bet faszisti- schen Partei verstärkt werben kann. Eingestellt nach antikem Muster, in Legionen, Kohorten, Centurien, Manipel, ist biefes Heer im Heer vollkommen mobern ausgerüstet. Das gelbgrün herrscht vor, wenn auch darunter bas schwarze Hemb getragen werben muß. Die Solbaten machen, wie die anbern auch, zuweilen einen etwas saloppen Einbruck, bie Offiziere sind immer schneidig. Von dem Oberbefehlshaber (über Miliz, Heer und Italien) abgesehen, von Mussolini, über dem formell der König steht, in dessen Hände jetzt auch der faszistische Soldat den Treueid ablegt, stand bisher an der Spitze der soeben verstorbene General (9 a n b o l f o , ber erste aus ben Reihen ber königlichen Armee, nachbem sich bie Miliz bis bahin sogar von Faszisten vorwerfen lassen mußte, sie werde von Operettenfiguren lächerlich gemacht. Generalfeldmarschall während der faszistischen Krisis um die letzte Jahreswende war beispielsweise ein um ben Faszismus zwar oerbienter Mann, ber es aber im anderen Heer nur bis zum Leutnant gebracht hatte. Im Anfang mußte naturgemäß auch ein Mussolini Konzessionen machen, seine getreuen Le- gionäre belohnen, aber ber scharfe Zug, ber sich bie Hebung bes militärischen Niveaus zur Aufgabe gemacht hat, ist unverkennbar. Im übrigen bleibt ber faszistische Soldat eng mit bem bürgerlichen Leben verbun- ben, der milite durchsetzt das ganze Volk. Wir finden ihn bei der Eisenbahn als Bahnhofpollzei, Zugkontrolleur, als immer hilfsbereite Auskunft, bei der Post, im Verkehrswesen ber Städte, bei nächtlichen Streifen, als Polizisten, Feuerwehrmann unb so fort Wo ein Branb, ein Erbbeden gewütet hat, erscheinen faszistische Wach- unb Auf- räumungsmann|d)aften, am Badestranb kennt man sie als Wächter unb Retter. Die schwarzen Soldaten finb bie Abwehrbazillen im Staatsorganismus, wo- bei sich ja freilich über ben Zuftanb, ber für ben Volkskörper am geeignetsten ist, streiten läßt. Ieben- falls hat Muijolini mit dieser Organisation erreicht, daß der fasttstische Staat von einer beneidenswert robusten Gesundheit erscheint, und diese zu erhalten, den faszistischen Staat c. gen jeden .‘Ingnif zu schützen, bas ist bie Ausgabe der mächtigen schwarzen Armee. Der Vergleich mit Rußlands roter Armee liegt so nahe, daß sich ein Eingehen daraus erübrigt. EinePiätorianergarde darf man also nicht mehr in der M. V R. iTliliji1 Volontärin Nationale) erblicken. Für Mussolinis persönlichen cchutz genügt seine Leibgarde, eine kleine Manipel von zwanzig Mann, die, aus den besten Familien stammend, eine hohe Ehre in ihrem freiwilligen Dienst erblicken. Aufwertung von Darlehn. Don Gg. Lind. Rechtsanwalt. Grünbcrg (Helsen). Darlchn ist nach tz 637 DDB. ein Vertrag, bei dem ber Darlc.her «Gläubiger) einem andern, dem Darlehncmpsanger (Schuldner). Geld (oder andere vertretbare Sachen) wr.cv d.r Verpflichtung zu Eigentum überq b . das Ent,' > : ) *ne in Sachen gleicher Nr!. G ü t e und Menge Aurücfjucrftat* ten. Daß auch die Darlehn ausgewertcl werden müssen, darüber besteht kein Zweifel Denn der DarlchnSvertrag fehl seinem W.sen nach voraus, daß zwischen der Leistung deS Gläubigers, der Hingabe, und der Leistung des Schuldners, der Rückzahlung. Gleichwertigkeit besteht, daß die Rückzahlung in Geld gleicher Menge und Güte erfolgt. Beim Darlehnsvertrag soll dem Gläubiger die Substanz erhalten werden. Die Der» pflichtung des Schuldners geht nach der ReichS» gcrichtsentscheidung in Vd. 107 S. 91 aus Rückzahlung, des Geld 's nicht nur in gleicher Menge, sondern auch in gleicher Güte Die Höhe der Darlehnsauswertung hängt davon ab. ob das Darleü i als Vermögen s Anlage anzusehen ist oder nicht. Ist es im Einzelfall al« Vermögenslage anzusehen. so fällt c* unter da« Nufwertungsgesetz und würde den Nufwertungsbeschränlungeii des § 63 unterliegen und genau wie die Hypotheken nur mit 25 Proz. aufzuwerten sein. Ist eS nicht al« Verrnögensanlageanzusehen, so untersteht es nicht den Beschränkungen des Qluftoer* tungSgesetzes und müßte über die 25 Proz. hinaus nach allgemeinen Grundsätzen ausgewertet werden. Denn nach § 63 2tbf. II gilt die Oluftpet» tungsbesckntänkung nicht für Ansprüche aus gegenseitigen Verträgen. Diese fallen nicht unter da« Aufwcrtungsgesetz und unterliegen auch nicht der Entscheidung der Aufwertungsstelle. Sondern hi« muß, wenn eine Einigung zwischen Gläubiger und Schuldner nicht zustande kommt, das Gericht entscheiden, und zwar nach den ..allgemeinen Dorschristen" der § 133. 157. 242 BGB. die alle Schnldverhältnisse hinsichtlich ihrer Auslegung und Erfüllung dem Grundsätze von Treu und Glauben und der Verkehrssitte unterwerfen. Zu dieser Stellungnahme mußte man sich — allerdings erst ncny langem Schwanken — aus Grund der Aequivalenztheorie durchringen, die fordert, daß Leistung und Gegenleistung sich dauernd entsprechen müssen. Diesen Standpunkt nimmt auch das Reichsgericht ein. Warrn ein Darlehen al« Dermögensanläge anzusehen ist und wann nicht, läßt sich nicht ?eueren, sondern nur von Fall zu Fall nach den esonderen Umständen entscheiden. Es ist nicht so. daß jede« Darlehen als Vermögensanlage anzu» sehen wäre, ebensowenig kann davon die Rede sein, daß ein Darlehen niemals Vermögensanlage fein könne. Der Begriff ..Vermögenslage" ist im Gesetz nicht definiert. Man wird unter Vermög enSanlage zu verstehen haben: Ein Ver- mögenSstück. das im Interesse des Gebers einem anderen auf lange Sicht und in der Absicht, entweder durch Verzinsung oder durch gefahrlose Verwahrung Vorteile zu erringen, hingegeben worden ist. Vorwiegend werden VermögenS- anlagcn Kapitalbeträge fein, die auf längere Zeit gegen Entgelt (Verzinsung) einem anderen überlassen worden sind, um dem Geber eine — meist dauernde — Einnahmequelle zu verschaffen. Wann im Einzelfall ein Darlehen alS Vermög enSanlage anzusehen ist und wann nicht, muß weniger nach rechtlichen, als nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden werden. Maßgebend ist. wer von der Darlehens» hingabc den überwiegenden wirtschaftlichen Vorteil hatte. Geschah die Hingabe hauptsächlich im Interesse des Gläubigers, dem eS darauf anßim, sein Kapital auf sichere Art. zu einem Zinsfuß in verkehrsüblicher Höhe auf längere Zeit anzulegen. so ist das Darlehen unbedingt als Vermögensanlage anzusehen. Als solche unterliegt das Darlehen gemäß § 63 des AufwertungS- gesehes den gesetzlichen Beschränkungen und kann nur zu dem Höchstsatz von 25 Prozent aufgewertet werden, und zwar nach § 69 durch die ordentlichen Gerichte (nicht durch die Aufwertungsstelle). Anders liegt die Sache, wenn bei der Darlehenshingabe der wirtschaftliche Vorteil vorwiegend bei dem Darlehensempfänger, dem Generalmusikdirektor Michael Balling f. Mü Generalmusikdirektor Michael Balling. ber am 2. September in Darmftabt nach längerem -eiben einer Herzschwäche erlag, ist einer ber bebeu- tenbften Dirigenten ber Gegenwart bahingegangen, ber namentlich als Festspielbirigent von Bayreuth sich in ber musikalischen Well einen klangvollen Namen verschafft hatte. Sein eigentliches Wirkungsfeld war Darmftabt, bie Stabt mit einer alten Musiktrabttion, bie zu erhalten unb fort- zuführen, Böllings Hauptstreben war. Als er im März bes Jahres 1919 nach Darmftabt kam, fließ er bald auf bic benfbar schwierigsten Verhältnisse. Das Hessische fianbestßeater leitete damals Intendant Dr. Krätzer, unter dem es zu einer förmlichen Revolution der Theaterange- stellten kam, die von der Oper ausging. Generalmusikdirektor Balling hatte zu jener Zeit nicht wenig dazu beigetragen, baß, nachbem Dr. Krätzer zurücktreten mußte, ruhigere Verhältnisse eintraten. Ballings unermüdlichem Wirken ist cs vielleicht im letzten Grunde überhaupt zu verdanken, baß das HWsche Landestheater die Zett der Direktton Har- tung und bie Inflationszeit überstanden hat, ohne baß (was manchmal nahe daran war) das Theater bie Pforten schließen mußte. Die Oper mit Bal- lings xugträftigem Namen verschafften bem Theater in jenen kritischen Zeiten die Haupteinnahmen. In- tenbant Hartung hatte zwar au Beginn seiner Tarmftäbter Tätigkeit versucht, Balling aus seiner Stellung zu nerbrängen, aber bas ließ die Darm- städter Bevölkerung nicht zu, und es kam damals in unb vor bem Theater zu machtvollen ft Umgebungen für Generalmusikbirektor Balling, wie sie auf künstlerischem Gebiete Darmftabt bis bahin noch nicht erlebt hate. In ber Folgezeit kam bann ein leibliches Zusammenarbeiten mit Hartung zustande. Die Bedeutung Ballings für Darmftabt bestaub in seiner Pflege ber Wagners cden Musik- b r a m e n. Schon früh war er in seiner musikali- schen Laufbahn zu Bayreuth in Beziehung getreten unb er war viele Jahre bort Festspiclbirigenl. Während der drei letzten Spielzeiten in Bayreuth biri- gierte er den „Ring bes Nibelungen". Balling stammte aus bem Stabtchen Heibingsfelb bei Würzburg: er hat sich aus bescheibenen Verhältnissen heraufgearbeitet. Als Orchesterbirigent hatte er nicht die typische Kapellmeifterlaufbahn durch- schritten, sondern er war zuerst Orchestermusiker — als solcher mar er u. a. in Mainz tätig —, ist aber bann auf Grunb feiner besonderen Fähigketten Orchesterletter geworden. Karlsruhe war für ihn die Stätte, wo sein Wirken lange Zett einen größeren Kreis unb einen fruchtbaren 3oben fanb, bevor er nach Darmftabt h' Olym 3er N Melhe Als N werden die Ehe berechst lende ein all Serge Wna bona lelsh beriitz edjeun Seht Aano ein & in de" I ?! liehe * beim 0 liesst 4fiiooJ i>on o weiteres als l- WinZ TntfiW und der 2n . Der Wrefc 'ebt 16 ""Itoas ’m Wv. ,ey ichwa, sorchtz 'tn Q höchst lang (Brun gewii lürwi Mm ■ftnie h'Nau Elbforz °°rzui psle-st (°p'rle Gestalt Wfgbui Mn i "lenloej °"dern '-Tee xch bi. I'nbunl Al nd Rheinhessen. Sept. Die Staatsanmdb eckung der Mörder« ‘ als Leiche in der Löh, ?n wurde, eine 3e(oi- k awgefeßt. 3n dem Buir der loten mit 28 kl e Gröhe mit 1,58 bi, !,$ loller Gesicht, spitze M eibraunes fiopfljaar mit im Obertiefer brei fünft« ner Srüde nereinigt. ein lofflHanfront M judj fileibungiftüden ift bettet floftümrorf mit grd- : tMMmr tt aus km a\t\• mb sagte , .-rüdt vor r dem v.«.kMerie. »-» b-E, öcn 2«^ Jnt> W'ftU ff« habe» *” L« $* ragen an- t tm Darauf. *vflU# gedehnt^l AL. -7 Iber ms gefaßt fern- ! cht Äö ab^^r ®Üg e ouf Mlhos 55fl Jahre c, dao ityan' - Scheune unb eine Skrtftatt zum Opfer fielen. 3eft fjat er eingrstanten. daß er auch einen Brand bei einem Küfermeister in Ober-Lautenbach angelegt batte, wobei eine Scheune und ein Schuppen nieterbrannten und zwei Schweine in den Flammen umkamen 'pd. Offenbach. 2. Sept Al- ber jugente liche Arbeiter Wilhelm Otto au» Gries beim a M hier ein Fahrrad verkaufen wolUe. lief « der Polizei in die Hände. Die sofort auf- genommenen Rachforschungcn ergaben, daß der Bursche fich seit Monaten von dem Diebstahl von Fahrrädern ernährte. Sr gab ohne weiteres zu. in den letzten Tagen richt weniger als sechzehn Fahrräder in Frankfurt Mainz und Offenbach gestohlen zu haben Vierzehn ter Bäder konnten hier noch ermittelt und den Eigentümern wieder zugestellt werden Hessen-Nassau. ipb. Frankfurt a. M, 2. Sept. 3n der aeftrigen Stadtverordnetenversammlung wurde ber neue Städtebauer Frankfurts, Architekt L r n ft M a >) aus Breslau, em geborener Frankfurter, >n fein Amt eingeführt. Der neue Stadtrat betonte, da» er vor allem unter Rieder- Haltung des Bodenwuchers für die Schaffung reich, licher Wohngelegenhciten und die Anlage befon- derer Automobilstraben, neuer Sport- und Spiel- plage sargen wolle. — (Linen sehr breiten Raum in den Erörterungen nahm die Besprechung der Preisabbaupolitik des Staates und die Zollfrage ein. Es wurde eine Reihe von Anträgen angenommen, die Dorschläge für eine Preissenkung aller Lebensrnittel machen. Mit Nachdruck trat man aber oon Zentrumsseite sowie den Deutsch- nationalen und den Dolksparteilern dafür ein, das ewige Nörgeln an den Regierungsmaßnahmen zu unterlassen, sondern erst abzuwarten, was überhaupt geschehe. Für die durch den ÜBetterJturm Q e- schädigten in Holland und Schleswig bewilligte man |e 500 Mark, für die Bekämpfung der Ärebitnot im Mi11elstand weitere 100 OOn Mark. Den Straßenbahnern wurde für ihre besondere Dienstleistung wählend der Olympiade eine Sander zu läge gewährt. Der Neubau einer Realschule tm Stadtteil Nodelheim fand die Billigung des Kollegiums. — Als Richtsätze d e s Wohlfahrtsamtes werden 40 Mark für den Ehemann, 20 Mark für die Ehefrau und 15 Mark für jedes unterstützungsberechtigte Kind eingeführt. Zn Zukunft sollen gleitende Sätze nach den Preisen der verschiedenen Le- bensmitte! cingesührt werden. — Wie wir hören, steht e» schon jetzt fest, daß der diesjährige Haushaltsplan der Stadt trotz aller Ersparnisse mit einem nicht unbeträchtlichen Fehlbeträge abschließen wird. Man spricht von mehreren Millionen Mark. Frankfurt. 2. Sept. (541.) Bach der , Franksur "r Zeitung" entspricht die Behauptung, bah bie Kriminalpolizei (ich für die Annahme eines Selb st mordes ber Frau H o f ausgesprochen habe, nicht den Tatsachen, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Für die Möglichkeit eines Selbstmordes hätten sich wohl mancherlei neue, jedoch nicht entscheibenbe Gesichtspunkte ergeben Die Bluttat ist. wie das Blatt schreibt, jebeixsallS noch so ungeklärt wie am ersten Tage. Kirche und Schule. • Kirchliche Dien st nachrichten. Dem Harrer August Herber zu Michelstadt wurde die erste evangelische Pfarrstelle zu Michelstadt Dekanat Erbach, und dem Pfarrer Wilh. Diehl zu Sellnrod die evangelisch« Pfarrstelle zu Freienleen, Dekanat ©rünberg, übertragen. t). Schotten, 2. Sept Am 6. und 7. September wird Die Jahresversammlung des Oberhessischen Mission-Vereins für Basel dahier gefeiert werden. Rachtem am Sonntag Missionsgottesdienste in hiesiger Stadt und Umgegend ftattgefunben haben, wird Die geschäftsmäßige Tagung am Montag in der Krone" gehalten. Vormittags wird Missionar L a u k - Frankfurt a. M reden über .Die wichtigsten Arbeitsfelder der heutigen evangelischen Mission", im Mittelpunkt deS AachmiUags wird ein aktueller Bortrag von Pfarrer Dr. B o e m e l- Bergebersbach über die Lage der Mission in China stehen Er hat eine zweijährige Reise nach dem chinesischen Missionsgediet als Inspektor Basels hinter sich und kann deshalb al« Augenzeuge hetitfcten. Gerichtssaal. Mainz, 2. Sept. (DTB.) Der Verleger und Redakteur des „Alzeyer Beobachters', R. Pfund, wurde wegen Aufnahme eines die fran- zSfi fche Abrüstungsfrage betreffenden Artikels in fein Blatt vom hiesie-n Militärpoli. z«i i c r i ch t s zu 2 Monaten Gefängnis und 1000 M k. Geldstrafe verurteilt. Buntes Allerlei. Der Rauchfangkehrer oder Schornsteinfeger Der bekannte Dolksfchriftsteller und koyferliche Hofprediger in Dien, Abraham ä Santa Clara, gelebt 1644—1709, schreibt in dem alten Merkchen „Etwas für alle", das ist eine kurze Beschreibung allerley Standes-. Amts- und Gewerbspersonen ^erschienen 1699), folgendes über den Schornstein- leger: „Obschon diese Leuch dem Gesicht nach einem schwartzen Bulcauo nicht ungleich, auch von den 'orchtjamen Kindern für lauter Wau I Wau gehalten werden / daß ber Arbeit sehr nützlich / ja gar höchstnotwendig fege; wer aber den ersten Rauch- iang hat kehret das kann niemand mit rechtem Grund darthun. Diese gute Leuth müssen das Brod gewinnen in dem Ruß ihres Angesichts I und ist fürwahr nicht eine leichte Sach i inbeme andere zum Steigen die Füh brauchen / diese aber die stnie wormit sie so wunderbarlich in alle Höhe binaufriettem und mit ihrer Arbeit / Fleih und Absorg denen gefährlichen Feuerr-Brunsten wissen vorzubiegen. Dte Welt / so nur das äußerliche pflegt zu schätzen haltet die Rauchfangkehrer in geringen Ehren / ja zuweilen werden sie für ab- topirtc Teufel ausgeschryen / wegen bero russigen Gestalt I darum läßt man sie gar selten in schöne aufgbuhtc Zimmer eintreten / wohl aber vergönnt man ihnen gar gern ihr orbinari Cabinete, bar Ofenloch. Mer Gott schaut nicht an das Gesicht ' sondern das Gewissen ' nicht den Leib sondern die Seel / nicht die Schalen ' sondern den Aern / nicht die Muschel ' sondern das Perl ' nicht den Einbund sondern das Buch / es befleißt fich manches Adams stind um ein glattes / schönes imb die Feuers-Brunst in Häusern und Gebäuden ' nähme. 6) lHf.9 66 ID M.5 Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) glaubet laubt gerechte 141.5 «3 10 *7i 66 M.75 54.7’ 66 38.5 toi M 66 107 66 110 131.5 95 1 113.4 114 10M 93.7 7,6 ober gemach I bey Gott wird auch ein UN- Nutzen auf die Waag gelegt." Fußballspiel im 16. Jahrhunderi. jo.S 59,t 63 63.5 67 4 48.5 57.68 60.75 130 6 113 5 114.15 105 7.4 0.06 71 5-J 42.5 72.75 59.15 110 l<6 43 4« <6 • Zu den rhei^nisch - westsälischen Etsentrust-Brrha"ndlungen Seit eini- Ser Zeit besteht in der rheinisch-westfälischen ifen- und Stahlindustrie baS Bestreben nach Aationalisierung der EisenvrvdulNLn Aheullante AZestkalens. Man nimmt an. daß bie ur diesem 74 124.4 bl 66.75 99,3 99.75 sondern befleissen sich auch dem ewigen Feuer zu entgehen. Cs geschieht nicht gar selten baß einer ein 11.3 114 3 58.5 105.25 «0.5 93.75 7.4 0 16 72.73 51 75 45,75 (0,5 112.5 i-9 15" 43.5 49 75 64.35 V 75 48 5 . 10.76 43 h» 113.5 130 31 6 45.75 50,5 76.5 65.5 79 128 0.25 123.» 124.12 '-7.V .0 tx> 93.» 76 71.74 47.6 41.7 :i 58.5 106,75 121 2t.6? 43,«3 4« 72 25 78.5 113.6 96.2.5 113 U4.25 106 94 h6 62 0.815 100.25 66 40 12.25 10.4 131 96.5 « 54.» 50 5 30 78 62.63 86.3 54 <3.5 37 50 weißes Gesicht untertefitn ist dac Gewü'en fobl- schwartz uxi= ist biß anderst als em Milrhausen tm Winter mit Schnee verhüllt. Entgegen kann ein Rauchfangkehrer unter seinen russigen Auizug / und schwartzen Gesicht em weifies und untabelhai- tes Gewissen verbergen Die Ichwartze Erben ift noch alle zeit besser gewest als eine andere. Die Rauchfangkehrer iennd gut fromme X.‘cuü> wissen einen solchen ehrlichen Wandel zu fuhren / baß sie nicht allein in ben Rauchsang steigen ,entern auch in den Himmel sie ernähren sich mit ihrem abgestumpften Besen so gut als mancher mit seiner gespitzten Feder verhüten nicht allem Stuck Speck aus dem Rauchsang mit sich tragt und diese Säuische Accidentia seynd ihme er- 62,73 84.23 53.5 47.12 28 Berliner HlmLelSaestllschaft. •, rnunerj- und Privat. L'lmk Tarmsi. und Naiionaloant . Deutsche Bant......... Teuische vereinebant .... Tikonto ttommanbit Metallbank Mitteldem che Creditdant . Lestceretchitch« Lreditanftalt. Destbank ......... Noch unter rtuß........ BudrruS .......... Taro Deutsch Vi:«mbura OtEKcnitrcLr:'..-. tHctgtoerfe . . Harpcnrr ikergbait...... tallwerke «>cherSIcbe.t. . . . •Ralitotit Westeregeln..... Vantabuttr....... . . L derbe dar, . Tf onir Bcrebau . Nbeinitabl........... Ntebcck Montan........ Tellur vernbau Hambura-Amerika Paket. . - Norddeutscher Llovd . ... Cberamische Werte Thbfrt . . .Zementwerk Heidelberg . . . Phitipp Holzmann i8nalo-l£ont.- Berlin, 2. Sept. Der Börse bemächtigte sich wiederum eine ausgesprochen freundliche Stimmung, die in neuerlichen KurLerhohungen zum Ausdruck kam. Die Spekulation schritt zu Deckungs- und Meinungskäusen, da die Konzen- trationsbemegung in der o b c r f d) l c f i • schen Schwerindustrie neuerdings ein Gegenstück in der Fortführung der E i s e n p r e i s - Verhandlungen m der r h e i n l s ch - west^ f ä l i s ch e n Industrio zu finden scheint. Man erwartet hiervon eine engere Zusamemnarbeit ber westdeutschen Großindustrie in Produktions- und Finanzfragen. Da ferner die Haldentestände im Ruhrgebiet in den letzten Tagen etwas abgenommen haben, ubertrg sich die anfängliche Festigkeit der Rebenmärkte auch auf die führenden Spekn- lationsgebiete. Das Geschäft verlief daher während des ersten Teiles der Börse reger bei anziehenden Kursen. Interesse bestand vor allem für heimi- j ch e Anleihen, Türkenwerte und die Aktien des Spritkonzerns, daneben für Maschinen- und Metallpapiere. Die Vage am Geld- markt ist sehr leicht, tägliches Geld zu 8 bis 9) Prozent angeboten. Monatsgeld nominell 104 bis 11* Proz. 3m Devisenverkehr zeigte Mai- land eine ganz erhebliche Befestigung auf 123,13, was wahrscheinlich auf die Schuldenverhandlungen mit Amerika zurückzuführen fein dürfte. Die nordischen Devisen lagen dagegen nach der überaus starken Auswärtsbewegung der letzten Tage etwas schwächer. Das englische Pfund notierte 4,85°/» gegen Kabel. kursc neu eröffnet. Auch gegenüber ber Ber- gleichszisler vom Qluauft 1924 (729) zeigt die diesmalige Augustz^fser eine nicht unbeträchtliche Ab- Wirtschaft. Bor dem Abbruch der dcutsch-rusfischen Wirtschafrsverhandlungen? Die Schwierigkeiten bei den deutsch-russikchen Handelsvertragsverhandlungen haben sich fo verschärft, daß schon in den nächsten Tagen mit ihrem Abbruch zu rechnen ist. Aoch in den letzten Wochen klangen die Meldungen über die Verhandlungen recht optimistisch, und einge Blätter wußten schon zu melden, daß sie kurz vor einem günstigen Abschluß standen. Jetzt haben im letzten Augenblick die Unterhändler der Sowjetregierung ihre bisherigen Zugeständnisse zurückgezogen. Beben wirtschaftlichen Differenzen lind noch politische Spannungen hiuzu- flctrctcn, denn Rußland fühlt sich durch bie Sicherheitsverhandlungen Deutschlands verletzt. Man will in Rußland erst abwarten, bis bie SicherheitSVerhandlungen beendet sind, und will erst sehen, weiche Bindungen Deutschland den Westmächten gegenüber eingeht, ehe es sich wirtschaftlich festlegt. Die letzten Streitigkeiten sind vor allem über die Fragen des RvchtSschuhe^ und der Patente entstanden. Rußland will die deutschen Forderungen auf diesem Gebiet nur anerkennen, wenn Deutschland Zugeständnisse in ber Getreide- und Bieheinfuhr macht. Auch über die Fischereikonzeiiionen hat man sich nicht einigen können. Rußland verlangt ferner, daß die Meistbegünstigungsklausel nur auf daS europäische Rußland Anwendung findet, will lomit seine asiatischen Besitzungen von der Meistbegünstigung ausschliehen, waS zweifellos gegen ben Rapatto-Bertrag verstoßt. Rußland versuchte während der ganzen 2Verhandlungen möglichst günstige Bedingungen für die Einfuhr von Agrarprodtckten nach Deutschland herauszuholen, stieß jedoch dabei auf kein besonders großes Entgegenkommen bei den deutschen Tkrtrctem. Zusammenhang sch-n feit Li*a* n wachen ben Gr.' .onzcrncn aepfIrgcncn Beroanpiungen »ur Bildung eines Trusts führen werden. Beteiligt find Phoms und Rhe'nstahl. Krupp. Hoefch. Gule- lrrffnungshütte. Deutsch- Lurembura Bochumer Guhsiahlv.'rein und Gelsenkirchen. Es besteht die Mogltchte >. baß kie Berhandlungen über ein Zusammengehen in ber Produktion sich auch aui fmaniiellc Fragen erstrecken werden, bie eventuell zu engeren Verbindungen fbhren können * Erwerb der Aktienmehrheit der S E B. durch den prenßiichen Staat. Der Amtliche Preußische Prefiedienst 'mrcibt: Die Aktienmehrheit ter Siemen» Elektrische Betriebe- Aktiengejellfchast in Hamburg ist aus dem Besitz der Schweizer Gesellschaft für elektrische Industrie in Glarus < Schweiz» :mb der Siemens Schuckert- Gruppe in den Besitz tes preußischen Staates über- gegangen. Ganz besonders ist zugunsten des Abschlusses ins Gewicht gefallen, daß diele» für den .'.'orbroeften Preußens so außerordentlich bedeutsame Stromversorgungsunternehmen non ausländischem Einfluß wieder freigemacht werden konnte. Tic Siemens Elektrische Betriebe-Lktiengeselllchan gebt nach den schweren Fahren der Nachkriegszeit nach gründlicher Sanierung durth bie bisherigen Inhaber der Maiorität einer günstigen Entwicklung entgegen. Infolge des Ausscheidens der Siemensgruppe wird die am 18. September stattfindende außerordentliche Generalversammlung neben der Erhöhung des Aktienkapitals auch die Aenderung der Firma in „Nordwestdeutsche Kraftwerke Aktien- gesellschaft" beschließen. ' Konkurse im August. Die Anzahl ber S\onfurferöffnungen weist im August gegenüber der starken Zu -.ahme in den vorhergehenben drei Monaten (Mai 776, 3uni 740, 3uli 788) eine, trenn auch nicht 'ehr große, fo doch immer- 1004 64,1 3» .5 13.a 10,15 « 57 Man hält saft allgemein das heute so beliebte Fußballspiel für eine moderne, und zwar non Eng- land ausgegangene Erfindung. Nach einer Mitteilung von Feldhaus wird das Fußballspiel jedoch schon m dem Reisewerk oon Lewin Äulfius „An der Schulfahrt. Zn die orientalische Indien", das im Jahre 1601 in Nürnberg erschien, erwähnt. Demnach müssen wir als die urspningliche fieima! des Spieles wohl Ostindien ansehen. Die Beschreibung, die chulsius vom Fußballspiel, wie er es in Indien beobachtete, gibt, ist sehr interessant zu lesen. „Wie sic des Ballens spielen, schreibt er, „sie haben ein luftig Spiel und Kurzweil mit dem Batt / und gehet dasselbe also zu ' sie stellen ich in einen runden Kreis / und einer stehet in der Mitte i darnach kompt ein ander / der wirfst den Ball auff / und schlagen sie abbann einer den an- anderen denselben zu / und dasselbe mit den Füßen o hoch als einer immer sollte roerffen können denn die Ballen seynd gemacht wie eine runde Kugel i auß Spanischem Rohr / durcheinander gelochten / welcher nun den Ballen nicht trifft son- bern fehlet! desselben mit dem Fuß / dem ist eine große Schande ' und wird derselbe fast ausgclacht / unb verspottet ' unb biß is bie gemeine arth tes Ballfchlogens. / etliche pflegen auch denselben Iprin- genbt zu schlagen ' etliche können sich auch rings- >erumb brehen / bah sie boch denselben nickst ver- ehlen." E» handelt sich hier also bereits um em regel- rechtes Fußballspiel. Uebringens kann man noch jetzt bei ben Malaien unb gewissen Negerstämmen das Fußballspiel, in ähnlicher Art gespielt, beobachten. Auch die Bälle beslehcn bei ihnen aus dem Material, von dem 5)ulsius spricht, nämlich aus Rotang, den biegsamen Stainmteilen ber Rotangpalmen, aus ber auch bas spanische Rohr gewonnen wirb. Der Iichlcnspargel. Wenn man durch dos Dunkel des Tonnen- tpaldcs wandert, dann begegnet man wohl sonderbaren Pflanzen, die eine entfernte Aehnlich- [eit mit Spargeln haben: wachsbleiche mit Schuppen bedeckte Sprosse, am Ende mit einer nickenden Blütentraube. Das ganze Aussehen des Sonderlings zeigt, daß er sich nicht wie andere „vernünftige" Pflanzen mit Wasser und Kohlensäure der Luft ernähren kann: denn dazu hätte er ja bekanntlich grüne Blätter nötig. Dann muß er also wohl ein Schmarotzer sein und auf Kosten anderer Wesen leben. Darüber kann uns die Wurzel belehren. Graben wir sie also aus. Das ist leichter gesagt als getan, immer tiefer müssen wir gehen, und immer wieder wird der brüchige Stengel abbrechen. Endlich in einer Tiefe von 20 bis 30 Zentimeter haben wir das eigenartige Wurzelwerk, ein korallenartiges Gebilde. Nun gibt es wohl andere Gewächfe (Schuppenwurz), die als echte Schmarotzer auf Wurzeln der Waldbäume leben-, aber dafür finden wir hier keine Anzeichen. Statt dessen entdecken wir um die Ko- rallenwurzeln des Fichtenspargels herum ein dichtes Geflecht von Pilzfäden. Zn der Tat ist er ein auf diesen lebender Schmarotzer, Während sonst die Pilze auf höheren Pflanzen schmarotzen, ist es hier umgekehrt. Der Pilz ober lebt oon den Verwesungsstoffen des Humus. u Frankfurt a-M Berlin schluh« sur» Su"4uhii tibtn)- b6rfe s4nu(eil’e 0.300 » 3.30 0.32' 0 3275 ? . Tculfdie NciLSnnlk>!>e . 0. ID -i.emi n.59 0 57 Tcuiscke eäparpromicnanictüe U.2'.r gegenüber ter schwächeren IrmteNH an ter Rachbbrfe leicht erholt, zum Schlüsse aber tricterum schwächer Die tXbcnbbörle schloß unter Reigu"a zum Aachgeten Kriegsanleihen schloss« ui 267 . Deutsche Anleihen hprozentige Reichs- an leite 0.277.5 bis 0,270. Schutzgebietsanleihen 6.100. Ausländische R enten ZoNtürken 7.70. Bagdad II 7.45. Bankaktien öommerzbank Q6.50, Darmstädter Bank 113. Deutsche Bank 114.25, 7>scontvqcs?Nschasl 105 25 Dresdner Bank 101.75. Metallbank 81. Mitteldeutsche Urcbitbanf P3.75. Rc.chsba.il 129.50. Oesterreichische Ärcbttahien 7.10 IHontancftiw: Deutsch-Luremlura 72.75, Mansfelder 69.75, Phömr 75. Rheinstabl 64.25. Kali Aschersleben 12^>. Kal' Westeregeln 150. Eh. misch- Aktien Scheideanstalt 100. Höchster Forten 124.12 Dransportwerte 5>apag M, Rerdd. Ltvvd 63. Monasttr 8 75. Zndustrieaftten: DDG «,87. Aschaffenburger Zellstoff 64,75. 3c- ment Heidelberg 67. Bergmann 76. Eßlinger Maschtiwn 43. 3nag 0.53. Lahmeyer 75. Reckar- werke €tammahien 76. Peters Union 67. Ber Ehern Zndustrie Fransfurt 59, Badischer Zucker 58, Franftnthalzucker 62. Offsteinzucker 58 Devisenmarkt Derlm—Frankfurt a. M. «An tuatener. Wart airtatbrücft. Rmnt*eiin6. Sonden. Ära- Dort, am-an. «to bt aanttro tär dn- irbitxtt, ®irn an» ribaoot hlr 100000 (Knbdtrn. iPf« übrlgr für 10Ö flnbrltHk) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) t Sepldr 2 Sept r. Anni'che Nou ruua nmiliche Nonenina Weib Pri.-f weih ltzrici «mit.-Wott i ".9 04 h'o.l" r.9,0« l'O.to 1611er Hirt« 1,6» 8 1.071 1,674 1.877 ^r’l.-Vlntto IH.bOS IX.V47 K H4 18. Cbrtirionia. R-..3» 8T.C1 95.ZI •Sopinbaa:!' 104.32 101.M i : 17 1’2 45 eiKft'cJm H2.31 112.79 H2 5* 112.iS fetlf'naforfl 10.568 10.602 in :t>2 KI.6OJ (Italien . . 15 9. I5.'9 l > -i I-. IX! Vonbon •et.XA -0.411 -a «t ZO 414 Oiruncrt . 1.195 4.2U' 19.76 1 195 4.Ä45 Vari». . . 10.72 19. 2 19.78 Echwesi . xt.ro '1.10 -1 05 81.25 Spanien . 59.93 110.07 53.93 lifl.iiT . i .fiM I.G9V 1.115 I.69K •Hto be ,">an Bier, nt T ' 501 0.503 > 519 <550 Ce*t. abgeft -.16 59.20 59.21 59.35 *Ürr.a .... 12.4.3 •247 12.43? 12.173 *6eljrab . . 7,495 7,515 7.477 . .194 S;ibr.l>'(t . ,.895 j.6U. J 895 '.915 Pulparirn 4.lrt 3.04 3.(13 : iK t'ifiabon '0,9 5 20.975 .'II 975 21.935 laiulq ■ • - 00,70 -,0 M 8!> 75 91 Qcnf: nun — — 2.45 2.4Ü Arten. . i.eo 6 31 h 38 verlm, 8 Septdr tzleld Drtr» Awerttantsche Noir, ..... Vrltzisch« Noten........ Tonilcht Noten ....... Englisch, Notkn........ Frmuonlche Noten...... Hollanbisch.' Noten...... VtlQltcniltbc Noten...... Norwccistche Noten..... Trutsch-Lefterr »100 Kronen Rumänische Noten...... Lchwebische Noten...... Schweife Noten....... Tranische Noten....... Tschechoslowakische Noten • . Ungarische Noicn....... i.rv 18.74 toz W 19.62 1K . 9 öft.as 59.03 419.17 80.Hü 59.75 13.37 5.84 4.28 18.«4 102 6i .0.136 19 92 169.42 16.67 MM!» 59,3-1 112.61 »1.25 60.0.1 12 43 5.88 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 2. Sept. E» würben notiert: Weizen, Wetterauer 23 d s 23,25, Nöl'gen, inlänbi- scher 18,15 bis 18,50, öommergerftc für Brauzwccke 25,50 dis 27, Hafer, mlänbischer 19L0 bis 20, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inlänbifches, Spezial 0 39 bis 39,25, Roggenmehl 27,50, Weizenklcie 11 bis 11,25, Roggenlleie 11,25. Tenbenz: Behauptet. Berii.te: Produktenbörse. Berlin. 2. Sept. Die Stimmung am heutigen Produktenmarkt war ziemlich fest. Der dem Reichstag vorliegende Regierungsentwurf in der Ginfuhrzollfrage fand eine günstige Beurteilung, da er anscheinend eine Aenderung im Sinne deS Handels in der Landwirtschaft erfahren dürste. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen (märt) 220 bi« 226. Weizen (Sept.) 214. Weizen (Oft.) 219. Weizen (Dez.) 255 bi« 256 biS 255. Roggen (mark.) 170 bis 178. Roggen (Sept.) 189. Roggen (Oft ) 194 bis 196. Roggen (Dez.) 202 bi« 199.50. Gerste (märt) 220 bi« 250, Futtergerste 180 bi« 185. Hafer (märl.L177 bis 185. Hafer (Sept.) 170 biS 171.50. Hafer (Oft.) 171, Haier (Dez.» 190. MaiS iloko Berlin» 215 bi« 218, Rap« 355 bi« 360: für je 100 Äg.: Weizenmehl 31.75 bi« 32.75. Roggenmehl 25 bi« 27, Weizenkleie 12.50, Roggenkleie 12.20, Biktoriaerbfen 25 bi« 31, Futtererbsen 21 bis 23, Wicken 26 bis 29. Lupinen (blau) 12.50 bi« 14, Rapskuchen 14.20 bi« 16. Leinkuchen 22.60 bis 22.80. Torfmclaffc 9, Kartoffelslocken 19, Zucker 21.50 bis 21.60. -- 1 Rundfunk-Programm deS Frankfurter ScndecS. (Aus der .Radio-Llmschau".) Freitag. 4. September. 3116r: WirtschastSmeldunaen. 4 Uhr Detter- berichl der Gießener Wetterdienststelle. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 1.15 Uhr Rachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M -Hanau. 4.20 Uhr Rachrichtendienst. 4.25 Albt: WirtschastSmeldungen 4.30 bi« 6Uhr Haussrauen-Rachmittag. Programm u. a.: „Die Derwendung der Kohle im HauShalf. Bortrag von Ina. Thiels ferner Wochenschau des Frankfurter HauSfrauenvereinS. 6 Uhr Wirtschaftsmeldungen. 6 bi« 6.30 Uhr Die Lesestunde lMeisterwerke der Weltliteratur)^ Au«' .Don Quichote" von Eervante«. 6.45 bis 7 Uhr: Die Belprechung. 7 Uhr Wirtschaft «Meldungen. 7 bi« 7.30 Uhr ©tunte deS Südwestteutschen Radio- ßub« Bortrag von Herrn Mouqu^: .Der Allumulator". 7.30 bis 8 Uhr. Funkhochschule Frankfurt a. M. unter dem Protektorat de« Staatssekretärs Dr. h. c. Bredow, in Zusammenarbeit mit Stadt und Universität Frankfurt a. M (Abt. Kunst und Kunstgeschichte) — Bortrtrg von Profesior Raumann. „Reue« Ansichten über die germanische Mythologie". 8 bi« 830 Uhr: Hebertragung oon Kassel 8.30 Uhr: Don defaz (komische Operette tn 3 Akten von Rudolf Delft»» gen. — Anschließend: RachrichtenbienA. Wettee- meltemg, Spvrtsnnkdienst. (Nachdruck verboten.) 11. Fortsetzung. n ■a ?.!axjL»3K-JEgcKa - ■ ’äf 6088ss sand Die Einberufer. X 81090 Jusis Heilerde schrank. 8233V 6000 für d. innerL u. äußerl. Gebrauch Th. Kranefaes, Cassel 49. Währ man gern tülwn tenj ju T schreiten schreibt zuerßc rungen toldel gen. W kollegial dem heu hak sich flW funti Bert dah der Paktes t den ®tu ihm und liegt, en Taus, sevtliä Daily Teile land Arbeitsvergebung. Tür die Feldbereinigung Grohen Stuben sollen Donnerstag, den 10. Sep. Preis 50 Pfennig das Halbpfund in der bekannten Packung. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Qießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse 12. Oktober. . fm worarerSemMb lomäne Sehiflenbery Schönster Äusllngsort Gießens in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Doranschlags verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen postsrei bis zumEröffnungstermin einzureichen find. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 31. August 1925. Hessisches Kulturbauamt. 8225V Täglich frischer Aepfelmost und Zwetschenkuchen 8158D________ tember 1925, vormittags 8 Uhr, auf der Bürgermeisterei zu Grohen-Linden Fuhrleistungen, veranschlagt zu 195 Akk. Drainagearbeiten „ „ 1595 „ Dachregulierung s> arbeiten Wir bäten, beim Einkauf von je 1 Pfand„Blauband-Margarine“ das farbig illustrierte Famiüenblatt „Die Blauband-Woche“ kostenlos zu verlangen. Die Sc wie z. $. instanz die zu R bunb obei zu bnusk von nod des Rh sicht näh treter di der A u । tigeSl deutschen tajer Kl. Lösungsn lpondent mf Derb Bon gi 5achoe> pslichtet «ich m ML (öl Htti Wits f N« nedt' Frei geworden Erzählung von Klara Prteß. Obstversteigerung der Gemeinde Bettenhausen. Montag, den 7. September, vormittags 10 Uhr sollen ca. 175 Bäume Zwetschen und 38 Bäume Aepfel meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft beim Friedhof. 8227V Hessische Bürgermeisterei Dettenhausen, ßeibner. 2. bestimmt: eine Partie Werkzeuge, 1 Pfelle, Holzraspel, Schraubenzieher, Gabelschlüffel und anderes mehr. Hebbe! Hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstrasie 241. Große Elternversamrnlung. Am Freitag, dem 4. September 1925, findet abends 8 Uhr, im Saale des Katholischen Dereinshauses eine öffentliche ^hernoerfaniniluug statt. Herr Professor Steinstratz- Magdeburg wird einen Dorttag hatten über das Thema: „DetteiOlgung Sei EUemretzle unö $tel- Qelt ser ErzleijvogsderevUsleo" Eltern erscheint inMassen z. dieser Kundgebung Es findet keine Diskussion statt. Zu haben: Reformhaus Kreuzplatz 5 viek 30°, «fori* Ävß«" der * t«° omflf’ «r M nut ^2 last. b»vtu; OHerl» Si« 9* 6ti W fit ihren^ «lS ausde Setten get Anher ij 5o«ign £ private tigkeit gel hradlunge tuitfl nu f-rwati Alliier Sicherhett worden, 1 Punkte e1 chungeo h wenige n jetzt mi -isisn f Zeltplanen Tornister Brotbeutel Koppel Leibriemen Feldflaschen Trinkbecher u. a. empfiehlt Gerberi Koslorz, .mi Gießen, Bahnhofstr. 33 I. . «Kein Laden.» Die 6nt dem I m<»geo W Mb oen tzv, die \ fonb( e'netlt aU bi derer,, feiti ?5ä: oebu °aru belgiscj beitrax nung von y, ‘*?9 err drgen Junten ist selbstgebackener Kuchen seit er mit Blauband Margarine bereitet wird. Wtt haben ab Gießen 20 Tonnen WUMM» billigst abzugeben. Das Material eignet sich vorzüglich zu Detvn-wecken. Btennftoft3nOuntiey.6.3nmrfati/m. T^Hansa220. ”*83 Grüuestrahe 29. Güter Mg Die bisher sehr zahlreich eilige- laufenenAnmeldungen versprechen eine tolofial Ule Seteillaana. Jur leichteren Abwicklung des Geschäftsverkehrs werden die Kameraden und Bürger von Giehen und Umgebung gebeten, sich die Festabzeichen, Dauerkarten nebstFestbuch möglichst sofort zu beschaffen. 8238V gröbere Wege und Ziele. Und wenn noch größere und bc,iere Kräfte in uns sind, so gehen die trotz der Alltagsarbeit sicher nicht zugrunde. Sie wachsen in der Sülle und kommen eines Tages uns und anderen doch zugute." „Das mag auf Ihre Arbeit paffen, Schwester Anna, Mir kommt es manchmal recht überflüssig und selbstsüchtig vor, daß ich mich um das Stückchen ererbte Erde fu abquäle!" „Jede Arbeit ist selbstsüchtig, wenn Sie es so nennen wollen. Wir tun sie immer erst für uns, und sie kann andern nur nützen, wenn sie für uns selbst das Rechte war. Mir scheint ober, bei Ihrer Arbeit liegt das ,für anDre‘ gar nicht so fern. Sie haben doch sicher Untergebene genug, die von Ihnen abhängen, die Fürsorge und Vorbild, Rat und Hilfe brauchen können. Mir scheint es eine schöne und dankbare Lebensaufgabe, daß Sie sich Ihr Stamm- gut aus eigner Kraft wieder gewinnen." Er sah sie einen Augenblick an, und es war da wieder der müde Ausdruck in feinen Augen. „Von all den idealen Seiten, die Sie der Sache abgewinnen, habe ich selbst noch nicht viel gemerkt, Schwester Anna. Es hat auch bisher immer an Zeit und Geld gefehlt, mehr als das Nötigste anzufassen. Not gibt es da draußen wie überall — am meisten selbstverschuldete. Ich habe mich noch gar nicht herangewagt, hatte gerade genug-mit mir selbst zu tun. Ich traue mir auch wenig genug zu auf dem Gebiet. Wer sich selbst nicht hat helfen können, soll nicht an andern herumdoktern, meine ich. Ich sah nur immer ein festes Ziel, und daran, hatte ich mich: bis Krüxow wieder hoch und schuldenfrei fft, arbeite ich da draußen so gut und tüchtig ich kann. Was dann kommt, weiß ich nicht. Körperlich wird es vorerst auch wohl so wohl das Richtige für mich sein. Ich war nervös geworden in meinen Schriftt stellerjahren. Jetzt lassen wenigstens Schlaf und Appetit nichts zu wünschen übrig; man wird ehrlich müde und hungrig jeden Tag von neuem wieder. Und dann habe ich noch so unendlich viel zu lernen. Auch das reizt mich. Sie haben wohl gehört, daß ich mir den Lehrmeister ins Haus geholt habe. Meine Lehrjahre kommen spät, erst nach den Wan- verjähren, hoffentlich ist es nicht zu fpät* — (Fortsetzung folgt.) ", MU Öen 4. SkM. 1925, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Deuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 5 große Glasschränke, 1 Kiste Messingblech, 3 Schreibmaschinen, 1 Akien- schranl. 2 Schreibtische, 1 Bücherschrank, 1 Labentheke, 1 kl. Bücher» irr. 2 nt